Schulungstexte der Komintern/ML






X. Teil



Lehrbuch

über die Grundlagen der

marxistisch-leninistischen

Militärwissenschaft

und über die Kunst der

weltrevolutionären Klassenkriegsführung



Die sozialistische Weltrevolution

Sie beginnt mit der sozialistischen Revolution in einem Land oder besser gesagt, sie begann bereits im Land der siegreichen Oktoberrevolution, in Russland. Stalin machte deutlich, dass die Oktoberrevolution ihrem Charakter nach eine internationale Revolution gewesen ist:

„Ist etwa unsere Revolution ihrem Charakter nach eine nationale und nur eine nationale Revolution, und nicht hauptsächlich eine internationale Revolution? Warum nennen wir sie dann die Basis der revolutionären Bewegung der ganzen Welt, den Hebel der revolutionären Entwicklung aller Länder, das Vaterland des Weltproletariats? Bei uns hat es Leute gegeben, zum Beispiel unsere Oppositionellen, die die Revolution in der UdSSR für eine ausschließlich oder hauptsächlich nationale Revolution hielten. Sie haben sich dabei das Genick gebrochen. Seltsam, dass es, wie sich herausstellt, um die Komintern herum Leute gibt, die bereit sind, in die Fußtapfen der Oppositionellen zu treten“ (Stalin, Band 11, Seite 133-134). Man kann diese Bemerkung von Stalin auch als einen Angriff sowohl auf die Sowjetunion als auch auf die Komintern verstehen, mit dem diese „Leute um die Komintern“ versuchten, zwischen der Oktoberrevolution und der Weltrevolution einen Keil zu treiben, das heißt, die Sowjetunion von der Weltrevolution und umgekehrt die Weltrevolution von der Sowjetunion zu isolieren.

Stalin wies aber nicht nur den internationalen Charakter der Oktoberrevolution nach, sondern auch ihren internationalen Typus:

„Vielleicht ist unsere Revolution ihrem Typ nach eine nationale und nur eine nationale Revolution? Aber unsere Revolution ist eine sowjetische Revolution, die Sowjetform des proletarischen Staates aber ist eine mehr oder weniger obligatorische Form auch für die Diktatur des Proletariats in den anderen Ländern [also auch die Form der Sowjetarmee !! – Anmerkung des Verfassers]. Nicht umsonst sagte Lenin, dass die Revolution in der UdSSR eine neue Ära im Geschichtsverlauf, die Ära der Sowjets, eröffnet hat. Folgt daraus nicht, dass unsere Revolution nicht nur ihrem Charakter, sondern auch ihrem Typ nach hauptsächlich eine internationale Revolution ist, die ein Bild dessen vermittelt, was im Wesentlichen die proletarische Revolution in jedem Land darstellen soll?

Wenn wir im Allgemeinen vom hauptsächlich internationalen Charakter und Typ der sozialistischen Revolution in einem Land sprechen, so kann es also auch im Besonderen nur einen hauptsächlich internationalen Charakter und Typ der militärischen Verteidigung der Diktatur des Proletariats in einem Land und einen internationalen Charakter und Typ der militärischen Unterstützung der Revolutionen in anderen Ländern durch die Diktatur des Proletariats in einem Land geben. Wir beziehen uns hierbei auf Stalin, wenn er sagt:

„Es besteht kein Zweifel, dass der internationale Charakter unserer Revolution der proletarischen Diktatur in der UdSSR bestimmte Verpflichtungen [eben auch militärische Verpflichtungen – Anmerkung des Verfassers] gegenüber den Proletariern und unterdrückten Massen der ganzen Welt auferlegt. Lenin ging hiervon aus, als er sagte, dass der Sinn der Existenz der proletarischen Diktatur in der UdSSR darin besteht, alles nur Mögliche [also auch militärisch Mögliche – Anmerkung des Verfassers] für die Entwicklung und den Sieg der proletarischen Revolution in anderen Ländern zu tun. Was aber folgt daraus? Daraus folgt zumindest, dass unsere Revolution ein Teil der Weltrevolution, die Basis und das Werkzeug der revolutionären Bewegung der ganzen Welt [also auch die militärische Basis und das militärische Werkzeug – Anmerkung des Verfassers] ist.

Es besteht ebenfalls kein Zweifel, dass nicht nur die Revolution in der UdSSR Verpflichtungen [auch militärische – Anmerkung des Verfassers] gegenüber den Proletariern aller Länder hat und sie erfüllt, sondern dass auch die Proletarier aller Länder bestimmte, recht ernste Verpflichtungen [also auch militärische – Anmerkung des Verfassers] gegenüber der proletarischen Diktatur in der UdSSR haben. Ihre Pflicht ist es, das Proletariat der UdSSR in seinem Kampf gegen innere und äußere Feinde zu unterstützen, gegen einen auf die Erdrosselung der proletarischen Diktatur in der UdSSR gerichteten Krieg zu kämpfen [auch mit der Waffe in der Hand – Anmerkung des Verfassers], den direkten [vom Verfasser hervorgehoben] Übergang der Armee des Imperialismus auf die Seite der proletarischen Diktatur in der UdSSR im Falle eines Überfalls auf die UdSSR zu propagieren“ (Stalin, Band 11, Seite 134-135). Und wir möchten hier ergänzend hervorheben: nicht nur zu propagieren, sondern auch diesen Übergang militärisch zu führen. Mit der Verwandlung der imperialistischen Armeen in proletarische Armeen hat Stalin hier im Grunde genommen die Kernlosung des Militärprogramms einer jeden Kommunistischen Partei aufgestellt. Stalin lehrt uns also, folgerichtig die militärische Bedeutung der unzertrennlichen Verbindung zwischen dem militärischen Kampf der Diktatur des Proletariats und der revolutionären Weltbewegung zu erkennen und die daraus resultierenden Verpflichtungen als Weltrevolutionäre zu erfüllen. Diese Verpflichtungen hätte auch die marxistisch-leninistische Weltbewegung gegenüber der Erdrosselung der proletarischen Diktatur in Albanien erfüllen müssen.

Es ist eine wichtige Erfahrung und unverzichtbare Lehre des Marxismus-Leninismus, dass eine sozialistische Revolution in einem Land heute ein großes Stück über ihren nationalen Rahmen hinaus ausreifen muss, um das Ziel und die Errungenschaften des Sozialismus in einem Land mit einem Minimum an Verankerung auszustatten, und sich gegen die imperialistisch-revisionistische Umkreisung von außen und dem revisionistischen Einfluss von innen einigermaßen behaupten zu können. Heute ist es einem Proletariat in einem einzigen Lande kaum noch möglich, sozusagen im „Alleingang“ seinen eigenen Sozialismus aufzubauen. Der dialektische Prozess der Globalisierung des Weltkapitalismus stellt die sozialistische Revolution eines Landes heute zwingend in unmittelbaren, untrennbaren und direkten Zusammenhang mit der sozialistischen Weltrevolution.

Wir haben es gegenwärtig mit einer Epoche „zwischen zwei Revolutionen“ zu tun. Die Epoche der ersten Revolution war die Epoche der Oktoberrevolution. Sie brachte den real existierenden Sozialismus hervor. Sie endete schließlich mit der Zerschlagung des sozialistischen Albaniens . Das war das Ende der ersten Periode des Sozialismus, den die Oktoberrevolution hervorgebracht hat. Damit begann die „Phase zwischen den Revolutionen“, die Periode finsterster Weltreaktion, die Phase brutalster und rücksichtslosester imperialistischer Ausbeutung und Unterdrückung der ganzen Welt, so wie wir sie jetzt vorfinden. Daraus leiten wir die weltrevolutionäre Aufgabe ab, die schon von den Massen angeeigneten sozialistischen Erfahrungen der Sowjetunion und Albaniens, sowie der Vereitelung des Sozialismus in vielen Ländern der Welt durch den Revisionismus in geistiges Rüstzeug für neues historisches Handeln umzuwandeln, nämlich den Sozialismus durch eine erneute Oktoberrevolution zurückzuerobern. Auf der Tagesordnung steht heute die Vorbereitung der Massen der ganzen Welt auf die sozialistischen Weltrevolution. „`Zwischen zwei Revolutionen` ist die Charakterisierung für eine unbeständige, unbestimmte Situation, in der die alte Macht, nachdem sie sich von der Unmöglichkeit überzeugt hat, allein mit Hilfe der alten Mittel zu regieren, versucht, ein neues Mittel im allgemeinen Rahmen der alten Ordnung zu gebrauchen. Das ist ein innerlich widersprüchlicher, untauglicher Versuch, der die Selbstherrschaft erneut und unvermeidlich zum Fiasko führt, der uns zur Wiederholung der ruhmreichen Epoche und der ruhmreichen Schlachten (...) führt“ (Lenin, Band 16, Seite 24). Auf die heutige Situation übertragen sprechen wir berechtigterweise von dem erneuten und unvermeidlichen Fiasko des Weltimperialismus, von der „wütenden und immer stärker werdenden Weltreaktion“. Lenin wies darauf hin, dass dieses Fiasko, das die neue Revolution unvermeidlich anbahnt auch unmittelbare Auswirkungen auf sie hat, womit wir davon ausgehen können, dass sie anders verläuft als die Oktoberrevolution, die die Weltrevolution einläutete. Die Globalisierung des Weltkapitals wird eben eine „Globalisierung der Oktoberrevolution“ hervorbringen, die damit eine viel tiefgehenderen Verlauf und weitreichendere und anhaltendere Wirkung haben wird – Die Etappe „zwischen den Revolutionen“ ist nichts anderes als die „Atempause“ zwischen Beginn und Vollendung der Weltrevolution. Damals konnte so ein wichtiger Funke wie von Russland nach Deutschland noch nicht überspringen. Die Globalisierung erleichtert heutzutage das Überspringen der Funken, denn Globalisierung heißt zwangsläufig , dass das internationale Finanzkapital zu seiner Vermehrung sämtliche Schranken im Weltmaßstab niederreißt, die zur Zeit der Oktoberrevolution noch eine hemmmende Rolle gespielt hatten. Die Globalisierung erleichtert also die Weltrevolution, erleichtert es damit auch dem einzelnen sozialistischen Staat, sich gegenüber dem Kapitalismus zu behaupten, wird es für den Sozialismus in einem Land kein unüberwindbares Hindernis mehr , sich in einem sozialistischen (und nicht mehr revisionistischen!) Lager zusammenzuschließen, um damit die Weltrevolution über den kritischen Punkt zu heben, an dem die erste Periode scheiterte. Kurz: die Zukunfstperspektive für das internationale Ausreifen des Sozialismus sieht – rein gesetzmäßig schon - viel „rosiger“ aus als in der Kinderzeit des Sozialismus, wo sich ein sozialistisches Land gegenüber der ganzen kapitalistische Welt in einem harten Überlebenskampf zu behaupten hatte und dass die Periode, wo es allein dastand, sehr, sehr lange – zu lange, zum Verhängnis - wurde.

Deswegen muss man die Taktik der Oktoberrevolution vervollkommnen, muss man die Oktober-Taktik globalisieren, müssen wir der Taktik der Oktoberrevolution noch eine neue Globaltaktik hinzufügen, damit sie ihre Eigendynamik voll entfalten kann und diesmal den Sprung zur Vollendung der Weltrevolution schafft. Das setzt voraus, dass man sich „zwischen den Revolutionen“ nicht mit auswendig gelernten Formeln der Oktoberrevolution begnügt, sich die Aufgabe der neuen Revolution nicht als reine Wiederholung der Oktoberrevolution vorstellen darf, sondern diese Zeit „zwischen den Revolutionen“ setzt ein höheres Vorstellungsvermögen von der kommenmden Revolution voraus, dazu gehört geistige Beweglichkeit, völlig neue Initiative, Umdenken, Suchen nach neuen Wegen und Methoden usw. usf. Wir wenden zur Zeit die Taktik „zwischen den Revolutionen“ an, und nachdem wir mit dieser Taktik die Aufgaben „zwischen den Revolutionen“ gelöst haben, werden wir zur Lösung der höheren revolutionären Aufgaben übergehen. Mit der Beendigung der Periode „zwischen den Revolutionen“ beendigen wir auch die dazu spezifisch notwendig gewesene Taktik, um sie durch eine neue Taktik zu ersetzen, die Fortsettzung und Vollendung der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution. Mit der ersten Phase des Sozialismus wurde der Boden für die zweite Phase gedüngt. Aus dem Kapitalismus nach dem Sozialismus wird ein Sozialismus nach dem Kapitalismus auf höherer und festerer Stufe, wird aus dem Schoß des Weltkapitalismus nicht nur ein einzelnes sozialistisches Land hervorgebracht, sondern schließlich der Weltsozialismus. Dieser historischen Entwicklung muss unsere neue Taktik entsprechen, muss sie dieser Entwicklung Rechnung tragen, wird sie sich im Laufe dieser Entwicklung auch laufend ändern müssen..

„Der dialektische Prozess der Entwicklung bringt wirklich schon im Schoße des Kapitalismus Elemente der neuen Gesellschaft hervor, sowohl materielle als auch geistige Elemente“ (Lenin, Band 9, Seite 370). Das gilt auch für die Elemente der sozialistische Weltgesellschaft, die aus dem Schoß der Weltordnung des Imperialismus hervorgeht. Genauso bringt umgekehrt die sozialistische Gesellschaft in ihrem Schoß Elemente der alten Gesellschaft, kapitalistisch-revisionistische Elemente hervor, sowohl materielle als auch geistige Elemente. Was lehrt uns das? Heute müssen wir Marxisten-Leninisten es verstehen, die Stückchen vom Ganzen zu unterscheiden, müssen das Ganze und nicht das Stückchen als Losung aufstellen. So ist auch der Sozialismus in einem Land eben nur ein Stückchen der ganzen proletarischen Weltrevolution, ein Stückchen des Weltsozialismus. Wir Marxisten-Leninisten müssen dem Flickwerk vereinzelter Umstürze die Grundbedingungen des Weltumsturzes entgegenstellen. Der Prozess der wirklichen Entwicklung der Weltrevolution ist immer kompliziert, „ ... er schiebt Stückchen des Epilogs vor den eigentlichen Prolog“ (Lenin, Band 9, Seite 369). Das bedeutet aber nicht, dass der Kommunistischen Internationale als Führerin der marxistisch-leninistischen Weltbewegung es gestattet ist, die Aufgaben des Kampfes für den Sozialismus in einem Land mit dem Kampf für den Weltsozialismus durcheinanderzuwerfen, den „Prolog mit dem eigentlichen Epilog“ zu verwechseln. Bedeutet das nicht vielmehr, die marxistisch-leninistische Dialektik durch den Revisionismus zu ersetzen, wenn man allein durch die Existenz des Sozialismus in einem Land bereits eine Garantie für den Weltsozialismus, einen automatischen Übergang postuliert, wie das auf dem VII. Weltkongress der Komintern der Fall war? Bedeutete das nicht vielmehr, nicht nur das Todesurteil über das Ganze, sondern damit auch das Todesurteil über das „Stückchen“ zu fällen? Wir dürfen niemals übersehen, dass alle diese Stückchen des Sozialismus in einem Land, wenn die proletarische, sozialistische Weltrevolution siegt, unweigerlich zu einem einheitlichen, in sich geschlossenen „Epilog“ der Weltrevolution verschmelzen werden, während die Stückchen, wenn die Weltrevolution nicht siegt, eben Stückchen bleiben, klägliche Stückchen, die nichts ändern und nur die Revisionisten zufriedenstellen. Die Revisionisten haben sowohl am Vorabend der sozialistischen Revolution als auch am Vorabend der sozialistischen Weltrevolution die üble Gewohnheit, um ein kleines Stückchen des großen Prozesses viel Aufhebens zu machen, dieses Stückchen in den Rang des Ganzen zu erheben, diesem Stückchen das Ganze unterzuordnen und damit das Ganze zu verstümmeln, wodurch sie sich selbst in Restauratoren des Kapitalismus in einem Land beziehungsweise als Restauratoren des Weltkapitalismus verwandeln. Die Dialektik des elementaren weltrevolutionären Prozesses rechtfertigt nicht die Verkleisterung der logischen Schlussfolgerungen und politischen Losungen der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution.

Niemand kann heute sagen wie sich die weiteren Geschicke des Sozialismus auf der Welt gestalten werden. Unsere Linie bleibt die Gleiche: Schmiedung der sozialistischen Kräfte durch rücksichtslose Kritik am Revisionismus, unversöhnlicher Klassenkampf gegen das Abgleiten des Marxismus-Leninismus in den Revisionismus, der seinen konterrevolutionären Charakter historisch vollkommen bewiesen hat. Je weiter die schwarze Weltreaktion heute gegen die sozialistischen Kräfte vorgeht, desto schneller wird sie damit die sozialistische Renaissance provozieren. Und diese Renaissance wird – dafür sorgen die Marxisten-Leninisten - durch Zwietracht und Spaltung nicht aufgehalten werden können. Gestützt auf die Lehren des anti-revisionistischen Kampfes werden sie der schwärzesten Reaktion getrost zurufen: Nur immer so weiter! Ihr sät, und wir werden ernten! Wir müssen eine historische Periode durchstehen, wo der Imperialismus auf neue Art bemüht ist, sich zu retten, und wo er offensichtlich wiederum einem Bankrott auf diesem neuen Wege entgegengeht. Wir müssen diese Periode durchstehen, indem wir systematisch, beharrlich und geduldig an einer weltumfassenden und international gefestigten Organisation der politisch bewussten Massen des sozialistischen Weltproletariats und dem Bündnis mit den Bauern arbeiten.

Für eine kurze historische Periode war es dem Weltproletariat vergönnt, ein zweites sozialistisches Land neben dem ersten aufzubauen, das sozialistische Albanien. Auch die Revolution in Albanien war ihrem Charakter und ihrem Typ nach nicht nur eine nationale, sondern hauptsächlich eine internationale Revolution, denn sie war die einzige, die mit dem Sozialismus auf den Hitlerfaschismus auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus antwortete und damit eine Basis und ein Hebel der Weltrevolution in Fortsetzung der Oktoberrevolution. Diese albanische Basis und dieser albanische Hebel der Weltrevolution richtete sich von Anfang an insbesondere gegen den Revisionismus an der Macht, der bereits – beginnend mit dem jugoslawischen Revisionismus vor der albanischen Haustür - internationale Formen angenommen hatte. Die albanische Revolution setzte damit den weltrevolutionären Prozess mit hauptsächlich antirervisionistischem Charakter fort und schuf damit die Voraussetzungen, den von den Revisionisten beseitigten Sozialismus revolutionär zurückzuerobern, und damit die einzig richtige Antwort auf das verbrecherische Werk der Revisionisten gegen das Weltproletariat zu geben. Somit war die albanische Revolution also eine Basis und ein Hebel für die Revolution zur Zerschlagung der bürgerlichen Herrschaft in den revisionistischen Ländern und eine Basis und ein Hebel für die anti-revisionistische Revolution in den alten kapitalistischen Ländern. Und, um die Worte von Stalin aufzugreifen, gibt es heute um die marxistisch-leninistische Weltbewegung Leute, die in die Fußtapfen der Revisionisten in der Komintern getreten sind, die sich das Genick gebrochen haben. Diese Leute wollen den internationalen Charakter und Typus der albanischen Revolution nicht sehen, weil sie nicht nur gegen die albanische Basis und den albanischen Hebel für die anti-revisionistische Weltrevolution sind, sondern gegen jegliche Basis und gegen jeglichen Hebel der Weltrevolution, um den internationalen Charakter und Typ jeder sozialistischen Revolution auf einen nationalen Rahmen zu beschränken und damit der Restauration des Kapitalismus wieder weit die Türen zu öffnen, aus der Geschichte der Niederlage des Sozialismus nichts zu lernen und die Arbeiter für dumm zu verkaufen. Diese Leute begreifen nicht, dass Albanien einen neuen Typ des Sozialismus geschaffen hatte, den Typ des anti-revisionistischen Sozialismus in einem Land, der heutzutage eine mehr oder weniger obligatorische Form für die anti-revisionistische Diktatur des Proletariats in allen anderen Ländern darstellt. Darin besteht ja der ganze Kern des Neo-Revisionismus in der Frage der sozialistischen Weltrevolution: Die Neo-Revisionisten unterscheiden sich von den Revisionisten doch nur dadurch, dass sie die Rolle der Basis und des Hebels der sozialistischen Revolution eines Landes für die Weltrevolution in Worten anerkennen, aber in Taten den Revisionisten folgen. Zurückeroberung des Sozialismus – ja, aber Basis und Hebel für den anti-revisionistischen Weltsozialismus – nein ! Bewaffneter Kampf für die sozialistische Revolution in einem Land – ja, aber internationaler bewaffneter Kampf für die Weltrevolution, – nein ! Diese Leute begreifen nicht, dass der internationale bewaffnete Kampf denjenigen gegen den Revisionismus mit einschließt und diesen sogar voraussetzt, wenn er nicht von vornherein zur Niederlage verurteilt sein will ! Der internationale bewaffnete Klassenkampf ist seinem Wesen nach heute ein anti-revisionistischer Kampf – das sind die Lehren, die wir aus der Niederlage des Sozialismus in Albanien ziehen müssen, wenn wir den Sozialismus tatsächlich zurückerobern wollen und nicht sein revisionistisches Abbild. Seit Enver Hoxha verstehen die Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt unter der Diktatur des Proletariats nur die anti-revisionistische Diktatur des Proletariats.

Mit dem anti-revisionistischen albanischen Sozialismus konnten wir noch nicht von einer anti-revisionistischen Kette, von einem anti-revisionistischen Lager sprechen, und wenn wir heute vom sozialistischen Lager sprechen, dann meinen wir natürlich das anti-revisionistische, sozialistische Lager. China war zwar mit Albanien verbündet, aber nie sozialistisch, weswegen man genau genommen auch gar nicht von einem anti-revisionistischen Lager sprechen kann. Es waren bekanntlich die Revisionisten, die das sozialistische Lager von innen und die Imperialisten – und in deren Auftrag die Revisionisten handelten - von außen verhindert haben. Das Schicksal über den Weg zur Weltrevolution fiel in einer Geschichtsperiode, wo in verhältnismäßig kurzer Zeit die beiden Lager der kämpfenden gesellschaftlichen Weltkräfte kurz davor standen, aufeinanderzustoßen. Das vorzeitig beendete Schicksal des sozialistischen Lagers hat für einen langen Zeitraum über die Zukunft aller Länder auf dieser Welt entschieden. Aufbau und Zerfall des sozialistischen Lagers waren maßgebliche Weichenstellung für den geraden Weg oder einen Zickzackweg zum Weltsozialismus. Genau genommen konnte man noch gar nicht von einem (bereits halbwegs aufgebauten) sozialistischen Lager sprechen angesichts des damals vorhandenen überwiegenden revisionistischen Kräfteverhältnisses in diesem Lager. Das kapitalistische Lager hat das sozialistische Lager mit Hilfe der Revisionisten kampfunfähig gemacht, bevor es sich genühend herausbilden und richtig entfalten konnte, um für eine bevorstehende Entscheidungsschlacht mit dem kapitalistischen Lager übnerhaupt gerüstet zu sein. Von der Zurückeroberung des sozialistischen Lagers können wir also nur insofern sprechen, wenn wir darunter den Kampf gegen die Revisionisten verstehen, die die Entwicklung zum sozialistischen Lager paralysiert und damit verhindert haben und den wir deswegen nunmehr auf (internationalen) Umwegen zum siegreichen Ende zurückführen müssen. Nachdem wir den Kampf um die Schaffung des sozialistischen Lagers an die Revisionisten verloren haben, das uns auf den direkten Weg zum Weltsozialismus geführt hätte, bleibt uns nichts anderes übrig als die Geschichte des Sozialismus als eine Geschichte von Zickzacksprüngen anzunehmen. Die Marxisten-Leninisten tun alles, um den Massen den geradlinigen Weg aufzuzeigen, helfen ihnen, diesen Weg zu beschreiten (und wieder zu beschreiten) , führen sie zur Fortsetzung des Kampfes auf diesem Weg. Das heißt aber nicht, dass wir die Massen in Stich lassen, sobald sie gezwungen werden, auf dem Weg zum Sozialismus Zickzackwege zu gehen und dabei auch schwierige und riskante Zickzacksprünge zu absolvieren haben. Die Marxisten-Leninisten müssen nicht nur Meister auf dem geradlinigen Weg, sondern auch Meister auf den viel komplizierteren Zickzackwegen sein. Wir sind ja nicht gegen Zickzackwege, nur weil wir für Geradlinigkeit sind. Wir lehnen den Zickzackweg nicht ab und können ihn nicht ablehnen, wenn wir nicht absonderliche Vertriebene des Sozialismus werden wollen. Wir sind Kommunisten, weil wir bei unseren Zielen ankommen wollen, und zwar selbst dann, wenn man uns zwingt Zwischenstationen und Kompromisse zu überwinden, mit denen man unseren Sieg aufzuhalten und die imperialistische Sklaverei zu verlängern sucht. Zickzackwege des Sozialismus sind nicht allein von uns Kommunisten, sondern sind von der geschichtlichen Entwicklung des Sozialismus geschaffen worden ( an deren Vereitelung die Revisionisten einen „nicht geringen“ Anteil haben). Die Geradlinigkeit eines Kommunisten misst sich nicht daran wie gut er Zwischenstationen und Kompromisse überspringen oder umschiffen kann, sondern wie klar er die revolutionären Ziele im Auge behalten und sie unter allen Umständen, durch alle Zwischenstationen und Kompromisse hindurch verfolgen kann. Die Gefährlichkeit eines Revisionisten misst sich hingegen daran, wie weit es ihm hinter der Maske dieser „Geradlinigkeit eines Kommunisten“ gelingt, die Weltrevolution nach der Pfeife der Imperialisten zu spielen. Wenn wir den Zickzackkurs unseres weltrevolutionären Schiffes verhindern wollen und das können wir, dann müssen wir das Schiff auf sicherem marxistisch-leninistischen Kurs fest in proletarischen Händen halten, dürfen wir es nicht den revisionistischen Verrätern überlassen, müssen wir der Nadel auf unserem marxistisch-leninistischen Kompass ohne auch nur im Geringsten von ihr abzuweichen folgen und nicht der Nadel eines manipulierten imperialistischen Kompasses, der uns zwar einen „ geradlinigen Weg zum Sozialismus“ anzeigt, aber in Wirklichkeit den Weg in den Sumpf weist. Ohne Abweichung unsrem marxistisch-leninistischen Kompass folgen heißt nicht, die Felsen und andere Hindernisse zu ignorieren, die im Fahrwasser auftauchen – das versteht sogar ein Kind. Wir müssen immer dafür sorgen, dass wir genügend Wasser unterm Kiel haben, das heißt von den Massen getragen werden.

Es ist also notwendig, sich des Zickzackweges zu bedienen, zu dem uns die Revisionisten verdammt haben und zwar ohne damit aufzuhören weiter konsequent für den geradlinigen Weg zu kämpfen, das heißt gegen die Revisionisten zu kämpfen. Gegen den Revisionismus kämpfen heißt nichts anderes als für den geraden Weg des Marxismus-Leninismus zu kämpfen, heißt Zickzackwege nicht gottgegeben hinzunehmen, sondern die Revolution durch alle Zickzackwege hindurch wieder auf geraden Weg zu bringen. Wer diesen scheinbaren Widerspruch nicht zu begreifen vermag, der steckt seinen Kopf vor der Dialektik zwischen den geraden und Zickzackwegen der Revolution in den Sand: Wenn das sozialistische Lager nicht auf geradem Weg erkämpft werden konnte, dann muss es eben auf Zickzackwegen erobert werden, um sich dann geradewegs der Entscheidungsschlacht mit dem kapitalistischen Lagers zu stellen – so und nicht anders stellt sich heute der revolutionäre Weg zum Weltsozialismus für das Weltproletariat dar. Lenin sagte über die „kompliziertesten und phantastischsten Zickzacksprünge der Geschichte“, mit denen wir Marxisten-Leninisten „unbestreitbar zu rechnen“ haben: „Der Marxist ist verpflichtet, für den geraden revolutionären Entwicklungsweg zu kämpfen, wenn ein solcher Kampf von der objektiven Sachlage vorgeschrieben ist, aber dies bedeutet (...) nicht, dass wir der (...) zickzackartigen Wendung nicht Rechnung tragen müssen“ (Lenin, Band 13, Seite 20). „Zickzackartigen Wendungen Rechnung zu tragen“ das bedeutete für Lenin, „dass wir, bei uneingeschränkter Verfechtung unseres gesamten Programms und aller unserer revolutionären Auffassungen, die unmittelbaren Appelle der objektiven Sachlage des gegebenen Augenblicks anpassen müssen. Wir verkünden die Unvermeidlichkeit der Revolution, bereiten systematisch und unentwegt die Anhäufung von Zündstoff in jeder Hinsicht [also auch in militärischer Hinsicht – Anmerkung des Verfassers] vor, hüten zu diesem Zweck sorgfältig die revolutionären Traditionen der besten Zeit unserer Revolution, pflegen sie und säubern sie von den liberalen [und heute revisionistischen... - Anmerkung des Verfassers] Schmarotzern, verzichten aber zugleich nicht auf die Alltagsarbeit bei der sich im Alltag vollziehenden (...) Wendung“ (Lenin, Band 13, Seite 21). Und das, was Lenin hier gesagt hat, das gilt auch für unsere gegenwärtige Arbeit, wo wir auf dem Zickzackwege die Zurückeroberung des Sozialismus vorbereiten.

„Die Stellung des Marxismus zum Zickzack der Geschichte, ist im Grunde genommen die gleiche wie eine Stellung zu Kompromissen [gegenüber dem geradlinigen Weg der Geschichte, dem wir Marxisten-Leninisten den Vorzug geben, aber den wir uns nicht aussuchen können – Anmerkung des Verfassers] – ein Kompromiss zwischen dem Alten, das nicht mehr stark genug ist, um das Neue, das noch nicht stark genug ist, um das Alte ganz zu stürzen“ (Lenin, Band 13, Seite 9). Und um mit den Worten von Marx und Engels zu sprechen ( Band 18, Seite 534):

Beim Aufbau des Sozialismus und insbesondere bei der Schaffung des sozialistischen Lagers geschahen unvermeidlich eine Menge Dummheiten, gerade wie zu jeder anderen Zeit, und wenn man sie im Nachhinein in Ruhe betrachtet, kritikfähig ist, so kommen wir insbesondere in Bezug auf den Revisionismus zu dem Schluss: Wir haben viel getan, was wir besser unterlassen hätten, und wir haben viel unterlassen, was wir besser getan hätten, und deswegen ging es mit dem Sozialismus schief. Welcher Mangel an Kritik liegt aber darin, die bisherige Entwicklung des Sozialismus heilig zu sprechen, sie für unfehlbar zu erklären? (Und das ausgerechnet aus dem Mund derer, die die Entwicklung des Sozialismus zu Grunde gerichtet hatten – aus dem Mundwerk der Revisionisten!). Erst nachdem der Revisionismus - an die Macht gelangt - den Kapitalismus (vorübergehend) retten konnte, erst nach dem Zusammenbruch des albanischen Kampfes gegen den Revisionismus hat sich mit einem Schlag alles entschieden: Sieg des Kapitalismus und Niederlage des Sozialismus im Weltmaßstab. Auf sehr einfache Weise sind hierüber alle Zweifel insbesonderere über die anti-sozialistische Rolle der Revisionisten, beseitigt worden. Keiner kann mehr - nach all dem, was in der Vergangenheit vorgefallen ist - den Kampf gegen den Revisionismus leugnen – daher die Entstehung des Neo-Revisionismus und des anti-neorevisionistischen Kampfes, der Fortsetzung des anti-revisionistischen Kampfes auf höherer Stufenleiter!

Und nur die Revisionisten konnten nach Abschluss der von den Albanern geführten historischen Schlacht um die Reinhaltung des sozialistischen Lagers, in der die Entscheidung für den Zickzackweg und gegen den geraden Weg gefallen ist, hämisch lachen, die bis zum Schluss für den geraden, den albanischen Weg zum Weltsozialismus gekämpft haben. Anders, als auf einem Zickzackweg können wir den Sozialismus nicht zurückerobern, können wir kein tatsächlich anti-revisionistisches, sozialistisches Lager aufbauen, das einzige Lager, das dem kapitalistischen Lager nicht nur Parolie bieten kann, sondern auch das einzige Lager sein wird, das das kapitalistische Lager in die Knie zwingt. Denn: Mit jeder weiteren sozialistischen Revolution bildet sich die Kette der sozialistischen Weltordnung heraus, die als zweiten Periode, die Periode des sozialistischen Lagers bezeichnet wird. Das sozialistische Lager ist bereits eine eigenständige sozialistische Kette neben der imperialistischen Kette, die das feindliche, kapitalistisches Lager zusammenhält. Und in der dritten Periode bildet sich dann mit der überwiegenden Mehrheit von sozialistischen Ländern auf dieser Erde die Vervollständigung dieser sozialistischen Kette heraus, die die übriggebliebenen Glieder der imperialistischen Kette ( zu der auch die revisionistischen Glieder gehören) sprengt, sie zum Zerreißen bringt und mit der Vernichtung des letzten Kettengliedes schließlich die ganzen weltimperialistische Kette beseitigt hat und sich der endgültigen Vernichtung ihrer zersprengten Überreste widmet. Dies ist ein langwieriger Reifungsprozess, den man nicht überspringen kann. Bevor sich der Weltsozialismus entwickeln kann, muss erst einmal der Sozialismus in einem Land als sein Zentrum gefestigt und ausgereift sein. Entwickelt sich aus diesem Zentrum ein zentrales Lager des Weltsozialismus, so bedarf auch dieses einer gewissen Entwicklungsperiode, sind auch hierbei Rückschläge nicht auszuschließen, muss man aus den gemachten Fehlern lernen, um es in einem weiteren Anlauf zu schaffen, das sozialistische Lager auszudehnen zum Weltsozialismus. Und auch hier wird der Klassenkampf nicht nachlassen, sondern erst seinen Höhepunkt erreichen.

Es bedarf hier genügend Zeit, um sich auch über den militärischen Aspekt dieses ganzen welthistorischen Fragenkomplexes der bisherigen Entwicklung des Sozialismus bewusst zu werden, seine besondere Bedeutung für die Zukunft herauszuarbeiten und damit der Entwicklung der weltproletarischen Militärwissenschaft einen wertvollen Dienst zu erweisen. Wir werden auf diesen militärischen Aspekt später noch zurückkommen, hier nur soviel, dass wir in der Ruhezeit zwischen den Revolutionen die militärischen Traditionen des Sozialismus wachhalten, verteidigen und pflegen müssen, die die internationale Reaktion aus dem Geschichtsbewusstsein des Weltproletariats auszulöschen und in den Dreck zu treten versucht..

Die Grundfrage der Weltrevolution ist die Weltmacht. Der Charakter der Weltrevolution, ihr Verlauf und Ausgang werden im vollen Maße dadurch bestimmt, in wessen Händen sich die Macht befindet, welche Klasse an der Macht ist. Die Weltkrise ist eine Krise der Macht, ist Ausdruck des Kampfes der Klassen um die Macht. Die heutige revolutionäre Epoche ist dadurch gekennzeichnet, dass in ihr der Kampf um die Weltmacht den schärfsten und unverhülltesten Charakter annimmt. Aber keine Kraft könnte den Sieg der Weltrevolution erringen, wenn nicht die ganze Geschichte des sterbenden Kapitalismus - der ganze ökonomische Zerfallsprozess, der durch die imprialistischen Kriege enorm beschleunigt wurde - den herrschenden Weltimperialismus vollkommen unterspült und tief untergraben hätte.

»Die Epoche des Imperialismus, die den Prozess der Schaffung der materiellen Voraussetzungen des Sozialismus vollendet (Konzentration der Produktionsmittel, gigantische Vergesellschaftung der Arbeit, Erstarken der Arbeiterorganisationen), verschärft zugleich die Widersprüche zwischen den `Großmächten`und ruft Kriege hervor, die den Zerfall der einheitlichen Weltwirtschaft herbeiführen. Der Imperialismus ist daher der verwesende, sterbende Kapitalismus. Er ist die letzte Etappe der Entwicklung des Kapitalismus überhaupt. ER IST DER ANBRUCH DER SOZIALISTISCHEN WELTREVOLUTION. Die internationale proletarische Revolution entspringt so den Entwicklungsbedingungen des Kapitalismus im allgemeinen und seiner imperialistischen Phase im besonderen. Das kapitalistische System als Ganzes nähert sich seinem endgültigen Zusammenbruch. Die Diktatur des Finanzkapitals bricht zusammen und weicht der Diktatur des Proletariats.« (Aus dem Programm der Kommunistischen Internationale, Abschnitt I, Kapitel 4)

»Jetzt, wo diese (materiellen) Voraussetzungen vorhanden sind, wird es auf der ganzen Erde keine Macht geben, die die Bolschewiki hindern könnte, wenn sie sich nicht einschüchtern lassen und es verstehen, die Macht zu ergreifen, sie bis zum Siege der sozialistischen Weltrevolution [hervorgehoben vom Verfasser]zu behaupten« (Lenin,1917, „Werden die Bolschewiki die Staatsmacht behaupten?“).

Hier hat Lenin klar die Bedingungen der Eroberung der Weltmacht durch die Bolschewiki benannt: Erstens, die (materiellen) Voraussetzungen für die Weltmacht des Bolschewismus waren schon zu Lenins Zeiten vorhanden. Zweitens, die Bolschewisten könnten schon damals überall auf der Welt die Macht ergreifen, wenn sie sich nicht einschüchtern ließen. Drittens, die Bolschewisten können ihre Macht in einem Lande behaupten bis zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution. Das liegt aber nicht mehr in der Macht der Bolschewiki in einem Land, sondern ist das gemeinsame Werk der Bolschewiki in der ganzen Welt, und das war der springende Punkt damals. Die Mehrheit (Bolschewiki) in einem Land ist die eine Sache, die Mehrheit in der ganzen Welt eine ganz andere. Die bolschewistische Weltbewegung erstarkte mit Hilfe der Bolschewiki der Sowjetunion, aber sie erwies sich als zu schwach und der Gegner als noch zu stark, um dem Kommunismus schon damals weltweit zum Durchbruch zu verhelfen.

Der Funke sprang vor allem deswegen von der Oktoberrevolution nicht über, weil die bolschewistische Weltbewegung noch nicht reif genug war. Durch die Vorherrschaft des Sozialdemokratismus und Revisionismus im Weltmaß konnte der Funke wegen der Schwäche des internationalen Bolschewismus ausgetreten, und deswegen muss der Einfluss des Sozialdemokratismus und des Revisionismus in der internationalen Arbeiterbewegung durch eine starke marxistisch-leninistische Weltbewegung erst restlos ausgelöscht werden, bevor ein neuer revolutionärer Funke die Welt wieder entflammen kann. Jedenfalls dadurch, dass der Funke zur Zeit Lenins und Stalins nicht übersprang, kam das dem Weltproletariat teuer zu stehen: der Verlust des Sozialismus überhaupt. Die Lehre heißt: Mit dem Sieg des Sozialismus in einem Land stellt sich der Sieg der Weltrevolution nicht von alleine ein. Das heißt, der endgültige (garantierte) Sieg in einem Lande ist nur unter der Voraussetzung möglich, wenn das gesamte Weltproletariat seine Macht erobert hat, und das setzt eine starke kommunistische Weltbewegung voraus, die heute erst einmal wieder aufgebaut werden muss. Das sozialistische Land ist zwar die Basis und der Hebel der Weltrevolution, aber das heißt nicht, dass das sozialistische Land von sich aus die Macht von einem ins andere Land exportieren kann. Auf diese Weise konnte sich das Weltproletariat seine Macht nicht erobern und wird sie es auch in Zukunft nicht können. Das lehrt der Marxismus-Leninismus. Beim zweiten Anlauf muss dieser Sprung mit einer besseren Organisierung des Weltproletariats gelingen, damit die zurückeroberten sozialistischen Land nicht wieder isoliert im Regen stehen bleiben. Das sozialistische Albanien wurde als zweites sozialistisches Land ja erst aufgebaut, als der Sturz des Sozialismus im ersten Land, der Sowjetunion schon kurz bevor stand. Die Revisionisten verschafften den Imperialisten die entscheidende Atempause, die uns dann den Verlust des Sozialismus in beiden Ländern bescherte . Sie unterwanderten das sozialistische Lager, noch bevor es sich richtig formieren konnte, indem die Revisionisten in diesen Ländern, die den Weg zum Sozialismus beschritten, den Sozialfaschismus aufbauten und sie in Vasallenstaaten der sozialimperialistischen Zaren verwandelten.

Den Sozialismus in einem Lande aufbauen, ist also nur eine Sache. Ihn in einem zweiten Land zu erobern, also in zwei Ländern gleichzeitig zu behaupten eine andere. Um ein sozialistisches Lager aufzubauen, das kann ein einzelnes sozialistisches Land nicht leisten, dazu bedarf es weiterer sozialistischer Länder. Um den Sieg des Sozialismus in einem Land mit dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution zu krönen, das ist die schwerste aber wichtigste Aufgabe. Und eben diese Aufgabe kann nur vom Weltproletariat unter Führung der internationalen bolschewistischen Bewegung wirklich gelöst werden, von niemandem sonst. Das große Ziel, um zu verhindern, dass man uns den Sozialismus in einem Land wieder wegnimmt, das ist die sozialistische Weltrevolution, nicht nur eine siegreiche sozialistische Revolution oder zwei, sondern das Ziel heißt, in jedem Land den Sozialismus behaupten bis zum Sieg des Sozialismus im allerletzten Land der Welt. Und eben deswegen kommen wir um die Lösung der Frage einer zentralisierten militärischen Organisierung des Weltproletariats nicht herum. Wir brauchen nicht nur die Rote Armee in einem Land, sondern eine Rote Weltarmee, die in allen Ländern ihre Abteilungen befehligt. Nur durch die Rote Weltarmee kann die Macht in einem Lande bis zum Sieg der Weltrevolution behauptet werden.

Die sozialistische Revolution war ein enormer Schritt in Richtung Sozialismus, ein großer Schritt in der Menschheitsgeschichte; gemessen an der sozialistischen Weltrevolution aber noch ein sehr großer, weiter und beschwerlicher Weg, den wir Kommunisten unterschätzt haben. Das ermöglichte den Sieg der Revisionisten, denn begnügten sich mit der Ausbeutung und Unterdrückung des sozialistischen Volkes und verschacherten es an die Kapitalisten, nachdem sie es parasitär ausgelutscht hatten. Es hat sich nun als eine historische Tatsache herausgestellt, dass die Zurückeroberung eines verlorenen Sozialismus biel schwieriger und komplizierter ist und noch größere Kraftsanstrengungen erfordert als bei der erstmaligen Eroberung der Diktatuir des Proletariats. Es spricht aber auch viel für unsere Hypothese, dass der schwere Sieg eines zurückgewonnenen Sozialismus gefestigter und sicherer sein wird. Das scheinen aich die Kapitalisten zu wissen, denn obwohl es seit fast 25 Jahren keinen Sozialismus mehr auf der Welt gibt, haben sie ihre Kräfte gegen die revolutionäre Weltbewegung verstärkt, indem sie sie schon im Keim zu vernichten versuchen, damit sie sich gar nicht erst ausbreiten kann.

Was wir heute beweisen müssen, ist, den Sozialismus zurückzuerobern und ihn diesmal besser zu verteidigen, und zwar so zu verteidigen, dass eine Restauration des Kapitalismus unmöglich gemacht wird, dass wir die Zurückverwandlung der kommunistischen Armee in eine bürgerliche Armee nicht zulassen,, dass wir den Revisionisten das Rückgrat brechen, dass sie das Rad der Geschichte nicht mehr wieder zurückdrehen können, dass die nächste Entwicklungsstufe zum Weltkommunismus von niemandem mehr aufgehalten und rückgängig gemacht werden kann. Die Weltrevolution ist unbesiegbargernauso wie die Zurückeroberung des Sozialismus unbesiegbar ist, wenn sie keine Angst vor sich selbst hat und die gesamte Macht in die Hände des Weltproletariats legt, denn es sind die Armeen der Proletarier aller Länder, aus dem es sich zusammensetzt, die in dem einen oder anderen Land große Probleme zu bewältigen haben, aber damit für den internationalen Kampf nicht verloren oder vernichtet sind, sondern im Gegenteil damit auch einen internationalen Beitrag leisten und die Kraft des Weltproletariats als Ganzes vervielfachen.

Die militärischen Lehren zur Machtergreifung des Weltproletariats sind vom militärischen Kampf für die Verteidigung der Weltrevolution, für den Aufbau und die Verteidigung des Weltsozialismus, nicht zu trennen, ja es handelt sich um ein und denselben militärischen Kampf, der sich von Etappe zu Etappe fortsetzt und weiter fortentwickelt.

Wer mit dem Weltproletariat sein Blut vergießt, der wird auch an der Macht des Weltproletariats beteiligt. Die Geschichte hat bewiesen, dass alles, was mit Blut und Schweiß geschaffen und errungen wird, auch mit Blut und Schweiß verteidigt werden muss. Das trifft auch auf den Kommunismus zu, insbesondere auf die kommunistische Armee. Die Geschichte hat leider bewiesen, dass sich der Sozialismus in den Kapitalismus zurückverwandelte, eine kommunistische Armee sich in eine sozialfaschistische, sozialimperialistische, in eine bürgerliche Armee verwandeln konnte durch die Revisionisten. Was wir zu beweisen haben, ist, dass sich der Sozialismus aus dem Kapitalismus zurückverwandeln kann, dass revisionistische Armeen zur proletarischen Armee übergehen, dass sie sich in sozialistische Armeen zurückverwandeln können.

die militärische Bedeutung des proletarischen Internationalismus

Der Internationalismus ist die Ideologie der Arbeiterklasse, ihre geistige Waffe, die dazu beiträgt, alle nationalen Abteilungen der revolutionären Kräfte zu einer einheitlichen Front des Kampfes gegen den Imperialismus zusammenzuschließen. Was aber ist die Ideologie des Internationalismus wert, wenn sie nicht auch als militärische Waffe praktisch verstanden und angewandt wird? Ein wahrer Internationalist erkennt daher an, dass der Internationalismus nicht nur die geistige, sondern zugleich die militärische Waffe des Weltproletariats ist. Wir Marxisten-Leninisten sind Internationalisten der Tat und nicht des Wortes. Wer aber kann sich als Internationalist der Tat bezeichnen, der die Notwendigkeit der Organisierung und des Einsatzes der internationalistischen Waffen ablehnt?

Das Wertvollste, was die Proletarier aller Länder hat ist die Einheit und Organisation ihrer Solidarität. Deswegen ist ihr militärischer Sieg nur möglich, wenn sie sich zu einer Weltarmee vereinigen. Die internationale revolutionäre Arbeiterbewegung ist durch den Verrat des Revisionismus gezwungen, sich aus ihrer Zersplitterung wieder zur Einheit emporzuarbeiten, das bei Strafe ihres Untergangs einer um so strengeren revolutionären Zentralisation bedarf, der Kommunistischen Internationale. Je weiter dieser Einheitsprozess hinausgezögert wird, desto schlimmer die noch zu erwartenden Kriege und Bürgerkriege.

»Die internationale revolutionäre Bewegung des Proletariats verläuft in den verschiedenen Ländern nicht gleichmäßig und nicht in ein und derselben Form, sie kann es auch gar nicht. Die vollständige und allseitige Ausnutzung aller Möglichkeiten in allen Wirkungsbereichen ergibt sich erst als E r g e b n i s des Klassenkampfes der Arbeiter v e r s c h i e d e n e r Länder. Jedes Land trägt seine eigenen, wertvollen Züge dazu bei, aber in jedem einzelnen Land leidet die Bewegung an dieser oder jener Einseitigkeit, an diesen oder jenen theoretischen und praktischen Mängeln der einzelnen sozialistischen Parteien. Im Großen und Ganzen aber sehen wir deutlich einen gewaltigen Fortschritt des internationalen Sozialismus, den Zusammenschluss mit den Millionenarmeen des Proletariats in vielen konkreten Zusammenstößen mit dem Feind, das Heranwachsen des Entscheidungskampfes gegen die Bourgeoisie...« (Lenin, Bd. 15, Seite 182, dt. Ausgabe).

Für die Kommunistische Internationale ist der bewaffnete Kampf des Weltproletariats deswegen eine so schwere und mühevolle Arbeit, weil die Verhältnisse überall anders sind, sodass nicht nur geographisch, sondern auch historisch-sozial an verschieden Fronten die Waffen gleichzeitig aber unterschiedlich sprechen müssen. Das Weltproletariat führt gleichzeitig verschiedene Kriege, „die sowohl nach ihrem Charakter als auch nach ihren Zielen und nach der Zusammensetzung der zur entscheidenden Teilnahme an dem einen oder anderen Krieg geeigneten sozialen Kräfte äußerst verschiedenartig sind“ (Lenin, Band 9, Seite 304). Das Verbindende ist aber auch gleichzeitig das Starke, das Unüberwindliche – der proletarische Internationalismus, durch den alle proletarischen Armeen der Welt vereinigt werden. Das Verbindende ist der Marxismus-Leninismus und das Programm der Kommunistishen Internationale.

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Dass die Weltrevolution erst in einem Land b e g i n n e n wird, ist eine Binsenwahrheit des Marxismus-Leninismus. Aber dass sie nicht den gleichen Verlauf wie nach der Oktoberrevolution nehmen kann, versteht sich von selbst . Aus der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung ist ein unbedingtes Gesetz des Kapitalismus, woraus sich das unbedingte Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung der Revolution und des Sozialismus in den einzelnen Ländern ergibt. Der Sozialismus kann nicht auf einmal in allen Ländern siegen. Steht das im Widerspruch zur Losung: Proletarier aller Länder vereinigt euch? Nein, im Gegenteil. Das ist sogar eine Grundvoraussetzung für die Strategie und Taktik der Weltrevolution. Die internationale Vereinigung des Proletariats - über alle Ländergrenzen hinweg – macht es ja erst möglich, dass die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung des Kapitalismus zu Gunsten der Revolution in einem Land überhaupt ausgenutzt werden kann. Indem die Proletarier in ihren eigenen Ländern den Klassenkampf verschärfen, wird der Weltkapitalismus dadurch allgemein an allen Fronten zugleich geschwächt. Am allermeisten aber wird dadurch insbesondere die Verbindung des Weltimperialismus zum schwächsten imperialistischen Kettenglied gelockert. Und daraus ergibt sich ja auch erst die Möglichkeit für das Proletariat in demjenigen Land, das das schwächste Kettenglied der imperialistischen Kette darstellt, die Sprengung desselben vorzunehmen, das heißt die sozialistische Revolution durchzuführen. Das schwächste Kettenglied löst sich ja nicht von alleine, sondern dazu müssen erst bestimmte objektive und subjektive Bedingungen herangereift sein, und dazu gehört auch die Triebkraft des proletarischen Internationalismus.

Das eigentliche historische Resultat der bewaffneten Kämpfe der Proletarier in einzelnen Ländern war nicht allein der unmittelbare Erfolg des „Sozialismus in einem Lande“, sondern die immer weiter um sich greifende Vereinigung des bewaffneten Kampfes der Proletarier aller Länder auf dem Weg zum Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab. Einzelne bewaffnete Kämpfe wurden und werden jedes Mal von der internationalen Konterrevolution blutig niedergeworfen, nicht zuletzt begünstigt durch die Zersplitterung der Aktionen, durch die Spaltung des weltrevolutionären Klassenkampfes von Seiten der Opportunisten und durch seine mangelnde Zentralisierung. Erst mit der Globalisierung, mit dem Niederreißen nationaler Schranken, wird für die Weltrevolutionäre der Weg geebnet, über die einzelnen Staaten hinaus gemeinsam zu agieren. Gerade dadurch wird der bewaffnete Kampf des gesamten Weltproletariats stärker, fester, mächtiger, führt die Weltbourgeoisie mit ihren imperialistischen Raubkriegen dem Weltproletariat die Waffen zu, die dieses gegen die Weltbourgeoisie siegreich richten kann. Und nicht nur die Waffen, sondern auch große Bestandteile der herrschenden Klasse selbst werden nicht nur ins Weltproletariat abgeworfen, sondern ein kleinerer Bestandteil von ihnen schließt sich auch bei Eintritt internationaler Entscheidungsschlachten direkt dem revolutionären Weltproletariat an. Die gewaltsamen, militärischen Konflikte in der kapitalistischen Klassengesellschaft fördern auf vielfache Weise den Entwicklungsgang der proletarischen Weltrevolution. Deswegen fördern wir Kommunisten den gewaltsamen Klassenkampf des Weltproletariats zu jeder Zeit und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, messen wir den militärischen Aufgaben des Weltproletariats größte Bedeutung bei..

Genosse Stalin sagte, dass die Komintern, „Ausdruck der Vereinigung der Anstrengungen der Proletarier nicht nur der fortgeschrittenen Länder, sondern auch aller Länder der Welt sowohl im Interesse der Weltrevolution als auch im Interesse der Entwicklung unserer ( der Oktoberrevolution – der Verf.) Revolution. Und wer anders als unsere Partei hat die Initiative zur Gründung der Komintern ergriffen, und wer anders als unsere Partei ist ihr Vortrupp?“ (Stalin Band 8, Seite 294)

Demnach spielte die rote Sowejtarmee eine Vortrupprolle im bewaffneten Kampf des Weltproletariats, galt sie als Keimzelle der roten proletarischen Weltarmee, der Vortrupp der bewaffneten Weltrevolution. Genau dies wurde von Trotzki kritisiert und bekämpft. agte


Es geht also nicht darum, uns mit dem bewaffneten Klassenkampf im eigenen Land zu begnügen. Internationalistischen Charakter erhält der Volkskrieg im eigenen Land erst, wenn er als Teil in die bewaffnete Revolution der anderen Länder eingebunden wird, in den Hauptstrom der revolutionären Weltbewegung gelenkt wird. Damit wird die Bedeutung des militärischen Kampfes im eigenen Land nicht herabgemindert, im Gegenteil. Die Weltrevolution existiert nur in jedem einzelnen Land, durch jedes einzelne Land. Jede Revolution in den einzelnen Ländern trägt auf die eine oder andere Weise zur Weltrevolution bei, ist ein Teil der Weltrevolution. In der Weltrevolution spiegeln sich die Revolutionen in den einzelnen Ländern wider, formen sie als Teile das Wesen der Weltrevolution und drücken der Weltrevolution ihren besonderen Charakter auf. Sie formen damit das allgemeine Wesen der Weltrevolution heraus, wodurch ihr die Kraft zufließt, die die Revolution in den einzelnen Ländern nicht nur beflügelt, sondern ihren Charakter internationalisiert, d.h., auf eine qualitativ höhere Stufe hebt, eine Stufe, die sie befähigt, die Weltrevolution gemeinsam zu Ende zu führen und gemeinsam die neue kommunistische Weltordnung aufzubauen und zu verteidigen.»Der Kapitalismus ist eine internationale Macht, und endgültig vernichten kann man ihn nur dann, wenn der Sieg in allen Ländern und nicht bloß in einem Land errungen sein wird« (Lenin, Bd. 28, Seite 65, dt. Ausgabe). Lenin wandte sich dabei entschieden gegen die Auffassung, die sozialistischen Revolutionen einzelner Länder in einer Reihenfolge sozusagen „festlegen“ zu wollen:.


„`In einem Lande ist es zur Revolution gekommen, jetzt muss das Gleiche in Deutschland geschehen` - diese Betrachtungsweise ist falsch. Man versucht, eine Reihenfolge festzulegen, das aber kann man nicht. Wir alle haben die Revolution von 1905 erlebt, wir alle konnten hören oder haben gesehen, wie sie einen Aufschwung der revolutionären Ideen in der ganzen Welt verursachte, wie Marx das immer gesagt hat. Die Revolution kann weder gemacht noch kann eine Reihenfolge festgelegt werden. Man kann keine Revolution auf Bestellung machen, die Revolution wächst heran. Das tun zu wollen, ist pure Scharlatanerie, die jetzt in Russland besonders häufig getrieben wird. Wenn sich die onjektiven Verhältnisse ändern, ist eine Erhebung unvermeidlich. In welcher Reihenfolge aber, zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Erfolg, das wissen wir nicht. Man sagt uns: Wenn die revolutionäre Klasse in Russland die Macht in ihre Hände nimmt, es aber in anderen Ländern zu keiner Erhebung kommt, was soll dann die revolutionäre Partei machen? Was soll dann geschehen? Auf diese Frage gibt der letzte Punkt unserer Resolution die Antwort. `Solange aber die revolutionäre Klasse in Russland nicht die ganze Staatsgewalt in ihre Hände genommen hat, wird unsere Partei jene proletarischen Parteien und Gruppen im Ausland in jeder Weise unterstützen, die wirklich schon während des Krieges einen revolutionären Kampf gegen ihre imperialistischen Regierungen und gegen ihre Bourgeoisie führen`. Das ist alles, was wir sofort versprechen können und tun müssen. Die Revolution reift in allen Ländern heran, aber wann und in welchem Maße sie reif sein wird, das weiß niemand. In allen Ländern gibt es Menschen, die einen revolutionären Kampf gegen ihre Regierungen führen. Sie und nur sie müssen wir unterstützen. Das ist eine ernste Sache, alles Übrige ist Lug und Betrug“ (Lenin, Band 24, Seite 259).


Der bewaffnete Kampf für die Weltrevolution und für die Revolutionen in den einzelnen Ländern stehen in einem relativen Verhältnis zu einander wie die Relativität von Ganzheit und Teilsein. Sie sind identisch in ihrem internationalistischen, sozialistischen Charakter, aber unterscheiden sich jeweils alle voneinander in national unterschiedlichen Formen. Je weiter sich die jeweils nächstere Revolution der Weltrevolution nähert, desto mehr verlieren die Revolutionen auch ihre nationalen militärischen Besonderheiten, ohne diese aber ganz zu verlieren. Die Revolution in den einzelnen Ländern und die Weltrevolution sind auch insofern untrennbar, als nichts in der Weltrevolution wirken kann, was nicht auch in den Revolutionen der einzelnen Länder wirkt und umgekehrt nichts in den einzelnen Ländern wirken kann, was nicht in der ganzen Welt als revolutionäres Ganzes wirkt. Eine Weltrevolution hört nicht auf, eine Weltrevolution zu sein, weil sie sich nicht auf viele Länder erstreckt, sondern nur auf ein Land, nicht auf viele Revolutionen, sondern auf eine Revolution. Jede Revolution für sich und alle Revolutionen zusammen bilden einen einzigen Weltprozess, der mit der Weltrevolution seine volle Entwicklung entfaltet und qualitativ sein höchstes Stadium erreicht. Jede Revolution dient nicht nur der Befreiung im eigenen Land, sondern erleichtert auch die Befreiung in den anderen Ländern. Indem jede Revolution auch der Revolution in einem anderen Land dient, dienen alle Revolutionen allen anderen Revolutionen, dienen sie alle der Weltrevolution, dient die Weltrevolution allen. Alle Revolutionen sind Teile eines Kampfes, des Sturzes der Weltbourgeoisie, der Zerschlagung des Weltimperialismus und der Schaffung des Weltsozialismus. Die Weltrevolution kann sich nicht selbst auslösen. Ihr Schicksal steht und fällt mit dem Schicksal der Revolution in jedem einzelnen Land, mit dem Schicksal der Revolutionen in allen Ländern. Jede Revolution geht ihren eigenen Weg, aber (mehr oder weniger - jedoch möglichst) im Gleichschritt führen alle ihre Wege in Richtung Weltrevolution. Die Weltrevolution kann auch nicht nur die Summe, arithmetische Summe, oder Durchschnittsergebnis aller Revolutionen sein. Eine Revolution kann auch nicht die Funktion der Weltrevolution übernehmen oder so stark werden, dass sie die Weltrevolution oder andere Revolutionen überflüssig macht. Revolutionen können nicht exportiert werden. Die Weltrevolution unterscheidet sich durch ihre relative Eigengesetzlichkeit von den unterschiedlichen Eigengesetzlichkeiten aller anderen Revolutionen. Es können unterschiedliche und sogar widersprüchliche Interessen auftreten wie zwischen Teilen und ihrem Ganzen. Die Teile sind dem Ganzen zugeordnet. Diejenigen Interessen der einzelnen Teile, die ihrem Ganzen dienen, sind diesem untergeordnet. Alles dient der Weltrevolution, ist ihr untergeordnet, denn erst durch die Weltrevolution werden alle Revolutionen zu Ende geführt, sind die Revolutionen gesichert, gibt es keine Einkreisung mehr durch die Imperialisten, erhalten die bürgerlichen Klassen in den einzelnen sozialistischen Ländern keine militärische Unterstützung mehr von außen, beginnen die Klassen durch die Weltdiktatur des Proletariats allmählich abzusterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach der Weltrevolution die Bourgeoisie wieder die Weltherrschaft erringt ist nicht garantiert auszuschließen, aber höchst gering, denn sie ist ihrer ökonomischen Basis beraubt, um militärisch wieder zu erstarken. Es existiert noch eine sozialistische Klassengesellschaft, aber mit nicht mehr antagonistischen Klassen. Diese Zeit liegt noch in ferner Zukunft und wir können noch nicht so weit voraussehen, um diese oder jene Prognose abzugeben. Eins ist jedenfalls klar: Wir haben uns von den Revisionisten das letzte Mal die Waffe aus der Hand nehmen lassen. Die revolutionäre Theorie des bewaffneten Kampfes des Proletariats ist nie auf die Grenzen und Probleme der Proletarier in den einzelnen Länder beschränkt. Nie haben die militärischen Aktionen der Proletarier nur einen beschränkten nationalen Charakter oder nur eine nationale Bedeutung oder eine nationale Seite (dies ist nicht mit dem marxistisch-leninistischen Prinzip zu verwechseln, dass wir nicht unbedingt und zwangsläufig jeden nationalen Kampf unterstützen dürfen, wohingegen wir jeden internationalen Kampf gegen den Weltimperialismus unbedingt und ausnahmslos unterstützen müssen) - Wir sprechen hier von etwas ganz Anderem, also ausschließlich vom revolutionären nationalen Charakter, von der revolutionären nationalen Bedeutung des bewaffneten Klassenkampfes, von der nationalen Seite der internationalistischen Revolution, von den nationalen Formen, die mit dem internationalen Charakter der Weltarmee des Proletariats untrennbar verbundenen sind. Genauso wenig wie es eine sozialistische Revolution geben kann, die sich ausschließlich auf die Grenzen und Probleme der einzelnen Länder beschränkt (Nationalsozialismus, Nationalbolschewismus etc.). , kann es im Umkehrschluss eine »Weltrevolution« geben, die sich nur auf die »Interessen der Weltgemeinschaft«, »auf das ganze Weltproletariat« usw. beschränkt. Die revolutionäre Weltarmee des Proletariats darf sich niemals vor den weltimperialistischen Karren spannen lassen und sich vom bürgerlichen, Kosmopolitismus leiten lassen. Es gibt keine Armee des Weltproletariats, die »über« den Armeen der Proletarier in den einzelnen Ländern stehen, keine Stellvertreter- Weltarmee, keine »höhere» Weltarmee, in der das Ganze von den Teilen losgelöst wird. Es gibt auch keine »ultra-internationalistische« Weltarmee, die sozusagen die internationale Seite jeder einzelnen Revolution säuberlich von den nationalen Formen des bewaffneten Kampfes in den einzelnen Ländern lostrennt, um diese internationale Seite mit den internationalen Seiten aller anderen Revolutionen zusammenzufügen, von denen die jeweiligen nationalen Formen ebenfalls fein säuberlich losgetrennt werden. Das wäre ein Hirngespinst von Leuten, die die Weltrevolution verabsolutieren, sie in »Reinkultur« hoch sterilisieren und damit die Weltarmee des Proletariats nur zu einer hohlen Phrase des imperialistischen Kosmopolitismus verklären. Wenn man diejenigen Opportunisten entlarvt, die die nationalen Formen und nationalen Besonderheiten der proletarischen Armeen in den einzelnen Ländern leugnen und bekämpfen, muss man auch diejenigen entlarven, die dies im Weltmaßstab versuchen, und auf diese Weise die revolutionären Armee in den einzelnen Ländern vergewaltigen. So hebt der bewaffnete Kampf gegen die Globalisierung den bewaffneten Kampf gegen den Kapitalismus im nationalen Maßstab nicht auf, sondern setzt ihn vielmehr voraus. Insofern sind viele »Theorien« der Globalisierungsgegner nicht marxistisch, obwohl sie den Anspruch des Kampfes gegen den Weltimperialismus erheben. Die Revolutionen sind die einzelnen Bestandteile des gesamten allgemeinen Revolutionsprozesses, der im Weltmaßstab vorangetrieben wird, indem das Weltproletariat einen heftigen bewaffneten Klassenkampf führt in einer einheitlichen Weltfront mit den bewaffneten Befreiungskämpfen der unterdrückten Völker. Der Sieg der Revolution im nationalen Maßstab ist immer ein Sieg im internationalen Maßstab, nicht als passive mechanistische, spontaneistische Wirkung verstanden, sondern dadurch, dass die äußeren inneren Faktoren jeder Revolution im Weltmaßstab dialektisch miteinander verknüpft werden durch die Strategie und Taktik der Weltrevolution. Insofern als die Strategie und Taktik der Revolutionen in einzelnen Ländern an die Strategie und Taktik der Weltrevolution wie in Kettengliedern verbunden sind, können sich die einzelnen Glieder dieser Kette leichter und fester verschmelzen, können die äußeren und inneren Faktoren der Revolution optimaler zusammenwirken und damit die Weltrevolution beschleunigen und vertiefen.Das ist auch auf militärischem Gebiet so. Revolutionen haben alle ihre inneren und äußeren Faktoren, die in jeder Revolution voneinander verschieden sind. Die äußeren Faktoren wirken vermittels der inneren, weil die inneren Faktoren die entscheidenden Faktoren jeder Revolution sind: »Wenn die marxistisch-leninistischen Parteien sich konsequent an das Prinzip halten, dass der innere Faktor, der revolutionäre Kampf des Proletariats und des Volkes jedes Landes selbst der entscheidende Faktor für den Sieg der Revolution ist, der äußere Faktor dagegen ein unterstützender und sekundärer Faktor, so ignorieren und unterschätzen sie dabei keineswegs die äußeren Verbündeten der Revolution,. Sowohl gegenüber den inneren als auch gegenüber de äußeren Verbündeten nehmen sie eine zugleich prinzipienfeste und elastische Haltung ein« (Enver Hoxha, »Imperialismus und Revolution«, Seite 262, dt. Ausgabe).

Dieses Prinzip gilt für die Revolution in ausnahmslos allen Ländern. Dadurch erhält das Verhältnis zwischen innerem und äußerem Faktor nicht nur eine auf das einzelne Land beschränkte Bedeutung, sondern auch einen internationalistische Bedeutung, die Bedeutung des Miteinander-Verbundenseins aller „inneren“ und äußeren Faktoren“ aller Länder. Das ist eine wichtige Frage der Strategie und Taktik der Weltrevolution im Verhältnis zur Strategie und Taktik der Revolution in den einzelnen Ländern.

Wenn sich alle anderen marxistisch-leninistischen Parteien hierüber bewusst sind und daraus Lehren ziehen, können sie dieses Prinzip auf internationaler Ebene koordinieren und verknüpfen und daraus militärischen Nutzen nicht nur für die eigene Revolution ziehen, sondern auch für die Weltrevolution, was den Zusammenschluss der marxistisch-Leninistischen Parteien zu Sektionen der Komintern/ML und der Bildung internationaler Kampfeinheiten voraussetzt.

»Es wäre eine Dummheit zu behaupten, man könne bei der Charakterisierung dieser oder jener Strömungen, dieser oder jener Fehler in der Revolution eines bestimmten Landes überhaupt keine Analogien mit den Revolutionen anderer Länder aufstellen. Lernt etwa die Revolution eines Landes nicht aus den Revolutionen anderer Länder, selbst wenn diese Revolutionen nicht von gleichem Typus sind? Worauf läuft denn sonst die Wissenschaft von der Revolution hinaus?« (Stalin, Bd. 10, Seite 26, dt. Ausgabe). Das gilt auch für die Weiterentwicklung der militärische Wissenschaft des Marxismus-Leninismus.

Wir müssen dialektisch begreifen, dass sich in der Frage des militärischen Kampfes für die Weltrevolution die Sichtweise des militärischen Kampfes eines Landes relativiert.

Das Weltproletariat kann sich nur befreien, indem sich die Proletarier in allen Ländern befreien. Jede revolutionäre Armee ist mit allen anderen revolutionären Armeen verbunden, steht mit ihnen in Verbindung,in einem kausalen Verhältnis. Jede revolutionäre Armee ist ein Teil der großen Armee des Weltproletariats.


Die Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes mobilisierte nicht nur die Kräfte des sozialistischen Volkes, sondern auch die Kräfte des Weltproletariats und aller Völker der Welt. Die militärische Kraft, die sich auf den proletarischen Internationalismus stützt, die der Weltrevolution gilt, ist die stärkste Kraft der Welt. Sie muss herangebildet, entwickelt und mobilisiert werden im internationalen Klassenkampf.

Das Streben nach Befreiung der unterdrückten Völker vom Joch des Weltimperialismus begünstigt die Bestrebungen der Arbeiter, sich vom Kapital zu befreien und umgekehrt. Die nationale und soziale Befreiungsbewegung bildet weltweit eine gemeinsame Front gegen die kapitalistische Weltordnung. Engels spricht von der „Herstellung des harmonischen internationalen Zusammenwirkens der Völker, ohne welches die Herrschaft des Proletariats nicht bestehn kann“ (MEW, Band 21, Seite 407, „Die Rolle der Gewalt in der Geschichte).

Das Weltproletariat wird eine Weltmacht von dem Tage an, wo sich eine selbständige weltproletarische Organisation bildet. Das Weltproletariat wird eine militärische Macht in dem Augenblick, in dem es beginnt, sich seine eigenen militärischen Organisationen zu schaffen. So wie Lenin die „Weltherrschaft“ der Bourgeoisie definierte als „Inhalt der imperialistischen Politik, deren Fortsetzung der imperialistische Krieg ist“ ( Lenin, Band 23, Seite 26), so definieren wir die Weltherrschaft des Proletariats als Inhalt der anti-imperialistisch- sozialistischen, weltrevolutionären Politik, deren Fortsetzung der internationale Bürgerkrieg ist.

Die Rolle des Sowjetstaates im Befreiungskampf der Werktätigen der kapitalistischen Länder kennzeichnend, wies Genosse Stalin darauf hin, dass der Prozess der Abkehr einer Reihe neuer Länder vom Imperialismus um so schneller und gründlicher vor sich gehen werde, je schneller das betreffende Land zu einer Basis für die weitere Entfaltung der Weltrevolution, zu einer Quelle der weiteren Zersetzung des Imperialismus wird (Stalin, Werke, Band 6, Seite 399).

Die gegen das Kapital kämpfenden Werktätigen der kapitalistischen Länder stützen sich auf die internationale Solidarität der Werktätigen aller Länder.

Die militärische Seite des proletarischen Internationalismus rückt mit der Verschärfung der Weltkrise des Imperialismus, mit dem damit verbundenen unvermeidbaren internationalen, militärischen, Kriegsführung der Imperialisten immer mehr in den Mittelpunkt. Es ist jetzt an der Zeit, dass das Weltproletariat sich hierzu ausspricht und Stellung bezieht, dass es die militärische Frage wissenschaftlich, internationalistisch und historisch behandelt. Die Globalisierung des Weltimperialismus hat die Globalisierung der Front gegen den Weltimperialismus auf die Tagesordnung gesetzt. Die Militarisierung der Globalisierung des Weltimperialismus hat die Bewaffnung des globalen Klassenkampfes, die wehrhafte Mobillmachung des gesamten Weltproletariats auf die Tagesordnung gesetzt.

Wie kann die Weltrevolution über die internationale Konterrevolution siegen?

Die marxistisch-leninistische Theorie von der proletarischen Weltrevolution geht von drei miteinander im Zusammenhang stehenden Leitsätzen, der Vereinigung von drei Kampffronten, gegen den Weltimperialismus aus:

Erster Leitsatz:

Die Imperialisten verteidigen ihre Weltherrschaft genauso wie sie sie errichtet haben - mit Dollars und Banken; und die Dollars und Banken, die sie hierfür mehr brauchen, bekommen sie mit mehr Krieg. Die Globalisierung enthüllt offen den brutal-parasitären Charakter des internationalen Monopolkapitalismus und macht die Herschaft des Finanzkapitals bis in den letzten Winkel der Welt hundertmal spürbarer als jemals zuvor, was die Empörung des Weltproletariats gegen die Grundlagen des Kapitalismus international anwachsen lässt und was die Massen der ganzen Welt - als die einzige Rettung – zur proletarischen, sozialistischen Weltrevolution führt.

Die weltproletarische Front ist die innere und entscheidende, die Hauptfront der Revolution gegen den Weltimperialismus.

Engels sagte einmal : „Für die Arbeiter ist natürlich alles günstig, was die Bourgeoisie zentralisiert“ (Engels, MEW, Band 31, Seite 243) und globalisiert, denn damit zentralisiert und globalisiert sie auch die Kräfte der Weltrevolution, globalisiert sie ihre eigenen Totengräber. Die Internationalisierung der Konterrevolution zentralisiert die Gewaltherrschaft des Finanzkapitals, organisiert ihren Weltfaschismus und bereitet damit den Mechanismus der Weltrevolution vor. Die Bourgeoisie stellt mit der Globalisierung den vereinigten Kampfplatz her, auf dem das Weltproletariat und die Weltbourgeoisie ihre Kräfte messen werden. Wenn sich das kapitalistische Privateigentum an den Produktionsmitteln in schreiender Nichtübereinstimmung mit dem globalisierten Charakter des Produktionsprozesses, mit dem globalisierten Charakter der Produktivkräfte, befindet, dann ist das Ergebnis dieser Nichtübereinstimmung die Weltwirtschaftskrise und die mit ihr verbundene Folge der globalisierten Zerstörung der Produktivkräfte. Eben diese Nichtübereinstimmung stelltdie ökonomische Grundlage der globalisierten, sozialen Revolution dar, deren Bestimmung es ist, die gegenwärtigen Produktionsverhältnisse zu zerstören und neue, dem Charakter der Produktivkräfte entsprechende, hervorzubringen. Wenn also die globalisierten Produktivkräfte von den weltimperialistischen Produktionsverhältnissen immer mehr eingeengt, gebremst und schließlich zerstört werden, dann bedeutet das Stilllegung der weltweiten Produktion infolge der Überproduktionskrise. Das ist die Zeit großer Massenarbeitslosigkeit in der Welt, eine Zeit, in der der größte Teil der Weltbevölkerung Hunger leidet, nicht weil es an Waren mangelt, sondern weil zu viel Waren produziert worden sind. Nur durch die Vergesellschaftung der globalisierten Produktivkräfte, die Abschaffung des weltkapitalistischen Eigentums, das sich in den Händen einiger Weniger befindet, nur durch die Verwandlung des kapitalistischen Eigentums in sozialistisches Eigentum, können die Produktivkräfte und die Produktionsverhältnisse weltweit in Übereinstimmung gebracht werden, denn der internationale,gesellschaftliche Charakter des globalisierten Produktionsprozesses wird untermauert durch das gesellschaftliche Eigentum an allen Produktionsmitteln der Welt. Nur wenn das Weltproletariat die Weltproduktion durch die Weltrevolution nach und nach in Besitz genommen hat, kann es die Versorgung der Weltbevölkerung endlich selber herstellen. Solange die Weltproduktion aber den Profitinteressen des internationalen Finanzkapitals untergeordnet ist, solange das Weltproletariat, der Weltproduzent, nur schweigend zusieht, wie der Weltkapitalismus alles und jeden zu Grunde richtet, können die Bedürfnisse der Weltbevölkerung nach lebensnotwendigen materiellen Gütern von den eigentlichen Produzenten selber nicht befriedigt werden. Und hier eben zeigt sich die gewaltige Rolle der Idee der sozialistischen Welrevolution, der Zentralisierung neu zu schaffender Einrichtungen des Weltproletariats, ihre neue politische Macht, die berufen ist, die alten Produktionsverhältnisse des Weltimperialismus endlich gewaltsam zu beseitigen, um mit der Not und dem Elend in der Welt Schluss zu machen. Und die geniale Formulierung dieser revolutionären Idee findet sich bei Marx im „Vorwort“ seines berühmten Buches „Zur Kritik der Politischen Ökonomie“, die er im Jahre 1859 schrieb:

„Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um. (...) Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue, höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind. Daher stellt sich die Menschheit immer nur Aufgaben“ [und so auch die Aufgabe, die bewaffnete sozialistische Weltrevolution durchzuführen – Anmerkung des Verfassers] , die sie lösen kann, denn genauer betrachtet wird sich stets finden, dass die Aufgabe selber nur entspringt, wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozess ihres Werdens begriffen sind“ [und die materiellen Bedingungen der sozialistischen Weltrevolution sind schon längst vorhanden- Anmerkung des Verfassers].

Und Stalin entwickelte daraus in seiner Schrift: „Über den dialektischen und historischen Materialismus“: „Auf der Grundlage des Konflikts zwischen den neuen Produktivkräften und den alten Produktionsverhältnissen, auf der Grundlage der neuen ökonomischen Bedürfnisse der Gesellschaft entstehen neue gesellschaftliche Ideen, die neuen Ideen organisieren und mobilisieren die Massen, die Massen schließen sich zusammen zu einer neuen politischen Armee, schaffen eine neue revolutionäre Macht und benutzen sie, um die alten Zustände auf dem Gebiet der Produktionsverhältnisse gewaltsam zu beseitigen [hervorgehoben vom Verfasser] und neue Zustände herzustellen und zu verankern. Der elementare Entwicklungsprozess macht der bewussten Tätigkeit der Menschen Platz, die friedliche Entwicklung der gewaltsamen Umwälzung, die Evolution der Revolution“ (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 164).

Wenn - um sich an die Worte von Karl Marx anzulehnen - die internationale Gewalt der sozialistischen Revolution der Geburtshelfer des Weltimperialismus ist, die mit dem Weltsozialismus schwanger geht , dann hebt das Weltproletariat als internationale bewaffnete Klasse die alten Produktionsverhältnisse des Weltimperialismus gewaltsam auf. Das Proletariat muss seine mit der Waffe in der Hand errungene politische Weltherrschaft zentralisieren, bevor es der Weltbourgeoisie nach und nach das ganze Weltkapital entreißen kann, muss es alle Produktionsmittel in den Händen seines Weltstaates zentralisieren, um dadurch die gesamten Produktivkräfte der Welt planmäßig und möglichst rasch zu vermehren. Das Weltproletariat hat zum Überleben nicht nur die Zentralisation der Weltwirtschaft nötig, die der Kapitalismus mit der Globalisierung hinterlassen hat, sondern baut sich seine eigene weltsozialistische Planwirtschaft auf, um die Weltproduktion zur Bedürfnisbefriedigung der Weltbevölkerung zu organisieren. Wenn diese Zentralisierung gelingt, dann kann das Weltproletariat immer mehr Verbündete in der Welt gewinnen und seine weltrevolutionäre Basis ausweiten. Die Weltrevolution kann ihre volle Kraft nur entfalten, wenn sie von ihrem Zentrum ausgeht und sich von dort aus über den ganzen Erdball ausbreitet (nicht zu verwechseln mit der anti-marxistisch-leninistischen Theorie von der „Exportierung der Revolution“ ! ).

Auf der dem Kapital gegenüberliegenden Seite, auf der Seite der Arbeit, hat sich die materielle Lage während der Globalisierung nicht nur der in der Weltproduktion zusammengefassten beschäftigten Arbeiter rapide verschlechtert, sondern vor allem auch die der Arbeitslosen, die im Ergebnis eines weltweiten ruinösen Konkurrenzkampfes zu einer riesigen, in ihrem gigantischen Ausmaß vorher nie gekannten Weltreservearmee angeschwollen sind. Sie ist damit zur größten und wichtigsten Reserve der proletarischen Weltarmee herangewachsen und wird in die Weltschlacht zwischen Arbeit und Kapital mit aller Wucht hineingeschleudert. Je elender die Lage der Reservearmee des Weltproletariats wird, desto tiefer wirkt sich diese auf die verelendende Lage und die Arbeitsqual der in der Weltproduktion verbliebenen beschäftigten Arbeiter aus. „Daraus ergibt sich als erste Schlussfolgerung: die Verschärfung der revolutionären Krise innerhalb der kapitalistischen Länder, die Anhäufung von Zündstoff an der inneren, der proletarischen Front in den `Mutterländern`(Stalin, Band 6, Seite 83). Wenn uns mit der vereinheitlichten Front der arbeitenden und arbeitslosen Arbeiter der Sieg der proletarischen Weltrevolution strategisch gelingt und diese riesige internationalen Reservearmee von Arbeitslosen durch unerhörte Anstrengungen der Beseitigungen des Weltprivateigentums in den Weltproduktionsprozess zurückzuführen – also die Reservearmee zu reaktivieren -, dann steht die Weltdiktatur der Arbeiterklasse auf festen Beinen, kann die Weltbevölkerung das erste Mal in ihrer Geschichte ausreichend versorgt werden und dann hat die Ökonomie der Weltbourgeoisie, auf der ihre Herrschaft beruhte, für immer ausgespielt!

Zweiter Leitsatz:

Das Weltsystem der finanziellen Versklavung und kolonialen Ausbeutung, der Krieg um den Maximalprofit, hat den Konkurrenzkampf um die Rohstoff- und Absatzmärkte in einen selbstvernichtenden Wettlauf, in einen aussichtslosen, internationalen Krieg um die „Einflusssphären“ der imperialistischen Großmächte und ihrer Allianzen verwandelt mit dem Ergebnis der größten Weltwirtschaftskrise in der Geschichte der Menschheit, die sich immer mehr vertieft. Diese Weltwirtschaftskrise sprengt die Glieder der einheitlichen Weltwirtschaftskette und treibt die einzelnen nationalen Wirtschaften und nationalen Territorien in den Ruin, unterwirft alle Staatsapparate der Welt unter die Weltmonopole. In der Folge untergräbt die Weltwirtschaftskrise damit auch die in zwei Lager gespaltene Bevölkerung des Erdballs, die Handvoll reicher „Großmächte“ und den „Rest“ der Welt, also die überwältigende Mehrheit. Denn: die Weltwirtschaftskrise zerstört die physische Existenz der kolonialisierten Völker bereits in Friedenszeiten, verurteilt sie durch unerhört verschärfte Ausbeutung zur völligen Erschöpfung, zu Hunger, Krankheit und Tod. Und darum ist die Mehrheit der Weltbevölkerung gezwungen, sich gegen die Handvoll „zivilisierter“ Weltherrscher zu erheben, um das imperialistische Weltjoch abzuschütteln. „Daraus ergibt sich die zweite Schlussfolgerung: die Verschärfung der revolutionären Krise in den Kolonialländern, das Anwachsen der Elemente der Empörung gegen den Imperialismus an der äußeren, an der kolonialen Front“ (Stalin, ebenda, Seite 84). Wenn es der sozialistischen Weltrevolution gelingt, alle vom Weltimperialismus unterdrückten und ausgebeuteten Völker in die anti-imperialistische Schlacht zu integrieren, dann hat das Kolonialsystem, aus dem sich die Herrschaft des Weltimperialismus speist, für immer ausgespielt.

Dritter Leitsatz: Die dritte Front der proletarischen Weltrevolution bildet sich zwischen den Imperialisten selbst. Das Ungleichgewicht des Sterbeprozesses der imperialistischen Länder treibt diese gegeneinander in die Weltwirtschaftskrise und in imperialistische Kriege, um sich die ergatterten Anteile der Welt gegenseitig abzujagen und das durch die Krise gestörte „Gleichgewicht“ durch Neuverteilung der Beute wieder herzustellen. Nach Kautskys Theorie des „Ultra-Imperialismus“ würde an Stelle des Kampfes der nationalen Finanzkapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital treten. Kautsky war der Meinung, das sich die Kapitalmagnaten im Weltmaßstab zu einem einzigen Welttrust zusammenschlössen, der dann die Konkurrenz und den Kampf der staatlich getrennten Finanzkapitale durch die internationale Vereinigung des Finanzkapitals ersetzen würde. Kautsky träumte mit seiner Theorie vom „friedlichen“ „Ulta-Imperialismus“, von einem friedlichen Übergang des Imperialismus zum Sozialismus, davon, dass man keine sozialistische Weltrevolution mehr bräuchte, dass die Entwicklung der Globalisierung automatisch die Revolution überflüssig mache. Die Globalisierung zeigt uns aber, dass das internationale Finanzkapital sich damit um so tiefer das eigene Grab schaufelt, dass das internationale Kapital durch seine Monopolisierung den alten Rahmen der Nationalstaaten zerstört, dass es die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung des Imperialismus in den verschiedenen Ländern nicht aufheben kann, sondern im Gegenteil dieses noch viel labiler macht, die Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit zum revolutionären Ausbruch antreibt und damit die sozialistische Weltrevolution unvermeidlich näher rückt, ja dadurch noch erleichtert, als die Weltproduktivkräfte einen sozialistischen Vergesellschaftungsgrad angenommen haben, dass sie die Produktionsverhältnisse um so gewaltiger sprengen, als sich die Welt nur noch in den Händen des Clans einiger weniger Reicher befindet. Die Globalisierung des Finanzkapitals globalisiert die Weltrevolution der Arbeit, die naturgemäß und unvermeidlich die Stadien relativ schwacher Keimformen durchlaufen wird. Lenin antwortete darauf:

„Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Entwicklung in der Richtung auf einen einzigen, ausnahmslos alle Unternehmungen und ausnahmslos alle Staaten verschlingenden Welttrust verläuft. Doch diese Entwicklung erfolgt unter solchen Umständen, in einem solchen Tempo, unter solchen Widersprüchen, Konflikten und Erschütterungen – keineswegs nur ökonomischen, sondern auch politischen, nationalen usw. Usr. -, dass notwendigerweise, bevor es zu einem einzigen Welttrust, zu einer `ultra-imperialistischen` Weltvereinigung der nationalen Finanzkapitale kommt, der Imperialismus unweigerlich bersten muss, dass der Kapitalismus in sein Gegenteil umschlagen wird“ (Lenin, Band 22, Seite 106).

Die Globalisierung des internationalen Finanzkapitals schafft alle objektiven Voraussetzungen für die Verwirklichung des Weltsozialismus, leitet also unmittelbar den Weltsozialismus ein – aber eben nicht automatisch, nicht auf friedlichem Wege, sondern auf dem bewaffneten Wege der sozialistischen Weltrevolution, auf dem Wege des internationalen Bürgerkriegs, der aus den imperialistischen Kriegen unabwendbar hervorgeht, und auf die vollständige ZERSCHLAGUNG des Weltimperialismus und seiner politischen Herrschaft hinausläuft. Die dem Imperialismus immanenten Widersprüche beschleunigen diesen weltrevolutionären Prozess und müssen daher ausgenutzt werden. „Es kämpfen miteinander große Haifische, um fremde `Vaterländer`zu verschlingen. (...) Die Epoche des kapitalistischen Imperialismus ist die des reifen und überreifen Kapitalismus, der vor dem Zusammenbruch steht, der reif ist, dem Sozialismus Platz zu machen“ (Lenin, Band 22, Seite 108).

„All dies führt zur Verstärkung der dritten Front, der zwischenkapitalistischen Front, die den Imperialismus schwächt und die Vereinigung der beiden ersten Fronten, der revolutionär-proletarischen Front und der Front der kolonialen Befreiungsbewegung, gegen den Imperialismus erleichtert. Daraus ergibt sich die dritte Schlussfolgerung: die Unabwendbarkeit von Kriegen unter dem Imperialismus und die Unausbleiblichkeit der Koalition zwischen der proletarischen Revolution in Europa und der kolonialen Revolution im Osten zu einer einheitlichen Weltfront der Revolution gegen die Weltfront des Imperialismus“ (Stalin, ebenda). Um den Weltsozialismus zu errichten, muss also die Schwächung der Imperialisten als dritte Front von der gemeinsamen ersten und zweiten Front ausgenutzt werden. Um damit die Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege vor seinem Ausbruch zu beseitigen, müssen also alle drei Fronten zusammenwirken, um die proletarische Weltrevolution in die Lage zu versetzen, den Weltimperialismus zu vernichten und – gelingt dies nicht – kann also die erste und zweite Front gemeinsam den imperialistischen Krieg nicht verhindern durch Ausnutzung der dritten Front, so muss dieser in den internationalen, sozialistischen Bürgerkrieg verwandelt werden mit dem Ziel des Sozialismus, denn außerhalb des Sozialismus gibt es für die Menschheit keine Rettung vor Kriegen, vor Hungersnot, vor dem Untergang weiterer Millionen und aber Millionen von Menschen“ (Lenin, Band 24 Seite 19).

All diese Schlussfolgerungen vereinigt Lenin zu der allgemeinen Schlussfolgerung: `Der Imperialismus ist der Vorabend der sozialistischen Revolution`“ (Stalin, ebenda, Seite 84),

Das ist die internationale Lage, in der wir uns zur Zeit immer noch befinden, bald seit fast 100 Jahren am Vorabend. Die imperialistischen Länder werden sich nicht gleichmäßig zum Sozialismus „ausreifen“, werden sich nicht Arm in Arm zum Sterben ruhig niederlegen, sondern ihr Sterbeprozess wird durch einen rücksichtslos geführten, brutalen „Überlebenskampf“ des einen gegen ein anderes imperialistisches Land gewirbelt bzw. stoßen die konkurrierenden Allianzen gegeneinander im Kampf um die Erhaltung oder die Eroberung der Weltherrschaft. In diesem Überlebenskampf wird einer eher und der andere später auf der Strecke bleiben, und so wird sich auch in dem einen Land eher und in dem anderen später das Proletariat zur proletarischen Revolution erheben können. Nicht da, wo der imperialistische Überlebenskampf gewonnen, sondern da wo er verloren sein wird, kann die proletarische Revolution siegen und damit der Sozialismus wahrscheinlich am ehesten zurückerobert werden. Unsere weltrevolutionäre Strategie und Taktik zielt deswegen grundsätzlich darauf ab, den Hauptschlag der Proletarier aller Länder auf jenes sterbende imperialistische Land zu richten, das in dem Kampf auf Leben und Tod als erstes gegen seine Widersacher verliert und durch seine Kapitulation ans Ende der imperialistischen Kette verdrängt wurde. In seinen letzten Zuckungen wird die Bourgeoisie dieses Landes auf brutale Weise die Instrumente der Ausbeutung und Unterdrückung überstrapazieren und sich damit die revolutionäre Situation aufhalsen, mit der fertigzuwerden, sie dann nicht mehr die Kraft haben wird. Gegen dieses schwächste imperialistische Glied muss auch gleichzeitig der Hauptschlag von Seiten der kolonialen und abhängigen Länder kommen, insbesondere von denjenigen, in denen sich die revolutionäre, nationale Befreiungsbewegung am raschesten und stärksten entwickelt – und das sind in der Regel diejenigen, die durch den imperialistischen „Verlierer“ am meisten ausgebeutet und unterdrückt wurden. Das koloniale Hinterland des durch die Weltwirtschaftskrise zuerst abstürzenden Landes muss also gewaltsam abgetrennt werden, um dem Taumelnden die letzte Krücke wegzuschlagen. Das ist dann auch das Sugnal für den Angriff aller anderen kolonialen und abhängigen Länder. Auf diese Weise erhält die innere Front des Proletariats im Lande des „Verlierers“ für die siegreiche Durchführung seiner sozialistischen Revolution von außen sowohl tatkräftige Unterstützung von Seiten der Proletarier der anderen imperialistischen Länder als auch von Seiten der kolonioalen und abhängigen Länder. In der Konzentration und Zentralisierung dieser drei Fronten im Land mit der revolutionären Situation liegt auch der Schlüssel für den Hauptschlag gegen den nächsten „Verlierer“ usw. usf., bis das Weltproletariat mit der Sprengung des letzten Gliedes der imperialistischen Kette schließlich seine Weltdiktatur krönt.

Wo das schwächste Kettenglied ist und wo es reißt, kann im Augenblick nicht mit Bestimmtheit vorausgesehen werden, denn es kommt auch auf den subjektiven Faktor an, nämlich ob das Proletariat dieses betreffenden Landes das nötige Rüstzeug mitbringt, um die sozialistische Revolution auch tatsächlich für sich zu entscheiden. Es kommt auch auf die Armee des Weltproletariats an, in wie weit sie ihrer Abteilung in dem Land, in dem die sozialistische Revolution zuerst ausbricht, von außen ausreichend unterstützen kann und ebenso kommt es auf den Zustand der Armeen der nationalen Befreiungsbewegung an, die von ihrer Seite aus in die Schlacht eingreifen. Vor allem aber wird die internationale Konterrevolution lieber seinen „Verlierer“ aus der Patsche zu helfen versuchen, als ihn seinen Feinden, dem Proletariat zu opfern, denn ein Proletariat an der Macht kann eine ernsthafte Gefahr für jedes imperialistische Land werden, auch für die „Gewinner“ und schließlich für das ganze weltimperialistische System. Auf seinem Weg des Abstiegs haben die zwischenimperialistischen Widersprüche die Weltkriege hervorgebracht. Auch jetzt ist die Gefahr eines 3. Weltkrieges akut. Mit seinen Kriegen hat der Weltimperialismus bis heute nicht seine Existenz aufgegeben, obwohl damit Revolutionen hervorgerufen wurden, aber mit jedem weiteren Krieg gegen den Sozialismus bzw. gegen seine Zurückeroberung, setzt der Kapitalismus seine Existenz jedesmal ein Stück mehr aufs Spiel. Am Ende wird der Kapitalismus dem Sozialismus unvermeidlich unterliegen und zwar um so schneller, je wilder er um sich schlägt. Der Weltimperialismus gleicht heute einer Bestie, die sich im Todeskampf wie toll hin und her wälzt, alles mit in den Abgrund zu reißen droht, sich krümt, bis seine allerletzte Zuckung seine Herrschaft für immer beendet.

„Ein Sieg der Revolution in Deutschland bedeutet die Sicherung des Sieges der Revolution im internationalen Maßstab“, dies sagte Stalin vor 80 Jahren ein Jahr nach dem Hamburger Aufstand (Stalin, Band 6, Seite 238). Ist diese Aussage noch zeitgemäß? Warum eigentlich nicht? Darüber lohnt es sich jedenfalls, einmal ernsthaft nachzudenken. Nehmen wir also Deutschland nur mal als eine Möglichkeit unter vielen anderen möglichen Ländern - ohne Stalins Zitat blindlinks und dogmatisch auf die heutige Situation zu übertragen. Der deutsche Imperialismus, der sich mit seinem zweiten Weltraubkrieg nach Ost und West ausdehnte, sog wie ein imperialistisches Vakuum nach dem verlorenen Krieg den Osten und Westen geradezu in sich auf. Es ist also kein Zufall, dass ausgerechnet auf deutschem Boden die Speerspitzen der beiden Supermächte im Kalten Krieg aufeinandertrafen und sich dort gegenseitig aufpowerten. Dem Gesetz der Einheit und des Kampfes der Gegensätze folgend hat das Proletariat in Deutschland die Möglichkeit erhalten , aus dem Schmelztiegel der weltimperialistischen Interessenkonflikte zu einem Schmelztiegel des vereinigten Weltproletariats - insbesondere gespeist von Ost und West - und die Speerspitze der proletarischen Weltarmee zu werden, die über ein erobertes sozialistisches Europa ihren Siegeszug um die ganze Welt machen kann.

Das wiedervereinigte imperialistische Deutschland hat seine Position gegenüber den anderen imperialistischen Ländern enorm ausgebaut. Der alte Revanchismus ist stark ausgeprägt und holt militärisch auf [deutsches Kapital, deutsches Geld- mordet mit in aller Welt, Reorganisierung der Bundeswehr im Konflikt zwischen eigenständiger imperialistischer Eroberungsarmee oder amerikanischer Hilfstruppe!]. Es pocht immer lauter an die Tore der Hegemonialmacht und ist daher für die seit zwei Weltkriegen amtierende Nr.1 – die USA – ein durchaus ernsthafter Rivale, der ganz sicherlich aus seinen Niederlagen aus zwei Weltkriegen gelernt hat und nun geschickt mit anderen Großmächten taktiert und auf diese Weise so weit wie möglich seinen eigenen Dirigentenstab so weit wie möglich aus der Tasche zu ziehen versucht. Die USA sind durch ihre Vormachtstellung im Vorteil aber in tiefe Widersprüche verwickelt und bieten der ganzen Welt die Zielscheibe des Hauptfeindes, in dessen Schatten das imperialistische Deutschland stets stärker geworden ist. Das war die taktische Linie, die dem deutschen Imperialismus als Verlierer des Zweiten Weltkrieges vorgegeben war. Dass die USA gegenüber Deutschland nicht zimperlich sind und nicht lange fackeln, sobald ihre Interessen verletzt werden, daran kann angesichts der jüngsten Vergangenheit kein Zweifel herrschen. Wer nicht bedingungslos zu den Waffen greift, um die Raubzüge des anglo-amerikanischen Raubkrieges zu unterstützen, wird von der Supermacht Nr. 1 schnell als „feiger Drückeberger“ abqualifiziert. Deutschland steht bei den USA also mit als erstes auf der Liste der aus dem Weg zu räumenden Konkurrenz. In der Vergangenheit haben die Siegermächte Deutschland gehörig ausgeraubt und nicht jeder wird auf das neue Pferd – den „ewigen Verlierer“ - setzen wollen. Der Knüppel liegt beim Hund. Schwäche des Konkurrenten bedeutet nun einmal auch eigene Stärkung, und das Hemd ist jedem näher als die Hose. Nehmen wir also an, dass sich der Druck auf Deutschland verstärkt und Deutschland -wie so oft - erneut in eine Verliererrolle gedrängt wird, ob nun mit oder ohne Krieg. Damit wäre das jetzt schon in seiner tiefsten Krise chronisch laborierende Deutschland prädestiniert als Kandidat für das schwächste Glied in der imperialistischen Kette, das vom Westen zum Osten gedrängt wird.

Die chauvinistischen Revolutionäre jedes imperialistischen Landes wollen die Revolution für den Sieg über alle anderen imperialistischen Länder, die das eigene Land zu beherrschen versuchen ( insbesondere über den größten und gefährlichsten Konkurrenten). Die proletarischen Internationalisten wollen die Revolution, um mit dem Sturz des eigenen Imperialismus zugleich den Sturz der Imperialisten aller anderen Länder durch die sozialistische Weltrevolution zu erleichtern.

Es ist eine Lüge, wenn behauptet wird, dass man mit dem Sturz des deutschen Imperialismus zur Stärkung des US-Imperialismus, zur Stärkung der anderen imperialistischen „Groß“mächte, zum Ausbruch eines reaktionöären krieges usw. usf. beitragen würde. Es ist nicht die Aufgabe des Weltproletariats für das internationale „Gleichgewicht“ der weltimperialistischen Ordnung zu sorgen. Das Weltproletariat sitzt nicht mit im gleichen Boot, sondern nutzt alles aus, um dieses Boot zum Kentern zu bringen.Es ist die Aufgabe des Weltproletariats, das Ungleichgewicht, die Konflikte und Schwierigkeiten der Imperialisten auszunutzen, ihren Zerfallsprozess zu beschleunigen, die imperialistischen Bündnisse zu schwächen, den Weltimperialismus in Schwierigkeiten zu bringen, um ihn dann um so besser stürzen zu können. Der Hauptfeind des Proletariats einer imperialistischen Großmacht ist nicht irgendeine andere imperialistische Großmacht, sondern stets die eigene, wobei die eigene Großmacht durch ihr Bündnis mit anderen Großmächten natürlich nicht isoliert dem eigenen Proletariat gegenübersteht, sondern im Falle der drohenden Gefahr einer sozialistischen Revolution mit größter Wahrscheinlichkeit von außen Unterstützung fände und dasselbige Proletariat also seinerseits gezwungen sein wird, sich ebenfalls internationale Unterstützung zu holen zum Beispiel durch die sozialistische Revolution der Proletarier derjenigen „Groß“mächte, die zur Hilfe eilen werden, um deren „Partneraus der Patsche zu helfen“. Die Idee des internationalen bewaffneten Klassenkampfes beruht ja eben auf dem Aufstand im Hinterland der kriegführenden Armeen, das heißt auf der Idee des internationalen Bürgerkrieges. Auf dieser Idee baut sich die zentralistisch gelenkte Strategie und Taktik der sozialistischen Weltrevolution auf.

Schwierigkeiten der Supermacht sind nicht unbedingt und automatisch vorteilhaft für die Proletarier, wenn sich die anderen Imperialisten dadurch stärken können. Das Weltroletariat muss dagegen einen geschlossenen Kampf führen, muss die Schwäche eines einzelnen imperialistischen Landes in die Schwächung des gesamten Weltimperialismus verwandeln und umgekehrt. Die weltweite Verbrüderung der Arbeiter und die internationale Revolution des Proletariats, das Wecken des revolutionären Geistes in den Massen des internationalen Proletariats – darin liegt die einzige Rettung! Wer den einzelnen Imperialismus also gegenüber den anderen imperialistischen „Groß“mächten verteidigt, verteidigt den Imperialismus insgesamt und schadet insgesamt der sozialistischen Weltrevolution. Jede Schwächung des Weltimperialismus, jede Schwächung eines seiner Kettenglieder, insbesondere die Schwächung seines schwächsten Kettengliedes, bringt das Weltproletariat dem Sieg seiner sozialistischen Weltrevolution ein Stückchen näher.

Das deutsche Volk hat zwei verheerende Weltkriege miterlebt, ist daher psychlogisch weder für einen Hurra-Raubkrieg der USA, noch für einen Raubkrieg irgendeines anderen Imperialisten zu begeistern, auch nicht für den Krieg der Imperialisten im eigenen Land. Wer das deutsche Volk in die Nähe eines Krieges bringt, bringt es unweigerlich in die Nähe des Massenstreiks gegen den Krieg, bringt es der Revolution ein Stück näher und ein Stück weg von der Lakaienrolle gegenüber der nationalen wie internationalen Bourgeoisie. Das ist ein großes Plus für das deutsche Proletariat. Ein Proletariat, das in einem imperialistischen Land kämpft, in dem die Bourgeoisie als Verlierer kräftemäßig in seine Schranken verwiesen wird -, dass mühselig gezwungen ist, sich im Konkurrenzkampf international zu behaupten und dabei große Kräfte und Opfer verschleißen muss, - kann diese Schwächung besser ausnutzen für seine sozialistische Revolution als jedes Proletariat irgendeines anderen imperialistischen Landes. Es kann aus seiner nationalen Wiedervereinigung mehr Kraft für sich schöpfen als die deutsche Bourgeoisie, die man jedesmal in die internationalen Schranken zwang, wenn sie national zu stark wurde. Wenn wir nun auch einmal den Blick des deutschen Proletariats nach Osten wenden und die damalige Rolle der deutschen Revolution für die Sicherung der Oktoberrevolution und damit der Weltrevolution umkehren und vertauschen, dann käme dabei für das deutsche Proletariat eine internationale Schlüsselrolle zu, um dem heute schwer leidenden russischen Proletariat bei der Zurückeroberung seines Sozialismus zu helfen und damit die alte starke deutsch-russische Ausgangsposition des Bündnisses für die Weltrevolution wieder herzustellen – nur eben anders herum also im Umkehrschluss. Das russische Proletariat hätte heute im deutschen Proletariat einen zuverlässigen Verbündeten, um sich gegen den imperialistischen Hauptfeind USA und genauso gegen den alten deutschen Revanchismus besser zu schützen. Mit dem russischen Proletariat verbündet könnte das deutsche Proletariat auch seine eigene sozialistische Revolution am besten schützen gegen die internationale Konterrevolution vom Westen, denn vom Osten her ist sie weniger zu fürchten durch die Stärkung des russischen Proletariats. All das würde die sozialistische Revolution in ganz Europa erleichtern, was ein großer Schritt auf dem Weg zum Sieg der Weltrevolution wäre. Von Export der deutschen Revolution oder ihrer selbstgemachten Bevorzugung, kann dabei nicht die Rede sein, denn die Bedingungen für die sozialistische Revolution sind in ausschließlich allen europäischen Ländern reif, in den einen Ländern reifer als in den anderen, und die Zurückeroberung des Sozialismus in Russland ist überreif. Die Proletarier aber müssen sich wieder auf ihre alten Traditionen besinnen und sie aktivieren, das gilt besonders für die revolutionären Traditionen des deutschen und des russischen Proletariats. Ihre Spaltung, das Löschen des Funkenfluges der Oktoberrevolution, rettete damals den Weltimperialismus. Die Vollendung ihrer Vereinigung, die revolutionäre Vereinigung des westlichen und östlichen Proletariats, wird dem Weltimperialismus das Genick brechen. Deswegen muss der Hauptschlag vom Zentrum Europas ausgehen. Und gerade deswegen hat das Zitat von Stalin immer noch Bedeutung, selbst unter den Bedingungen des Verlustes des sowjetischen Weltzentrums, aber gerade darum nicht um so weniger, sondern um so mehr.

Das deutsche Proletariat arbeitet und lebt im Zentrum Europas, verfügt wie die anderen Proletarier Europas über eine große Erfahrung im Klassenkampf. Sie ist deswegen eine zuverlässige Stütze der europäischen Arbeiterbewegung, so wie sie auch eine zuverlässige Stütze im Spanischen Bürgerkrieg 1936 war. Hatten sich die europäischen Arbeiter mit der Waffe zur Verteidigung der bürgerlichen Republik vereinigt, so werden sie sich auch zur Unterstützung des Kampfes für die sozialistische Revolution in jedem europäischen Land in viel größerer Zahl – also massenhaft - vereinigen und diesen internationalistischen Kampf gemeinsam durchstehen selbst in einem langwierigen Bürgerkrieg, weil alle Proletarier wissen, dass die Zurückeroberung des Sozialismus – egal in welchem Land – auch eine große Kraft für den Kampf um die sozialistische Revolution im eigenen Land ist, der die Proletarier der anderen Länder mit Sicherheit genauso zur Hilfe eilen werden. In einem zentral gelegenen europäischen Land wie Deutschland kann sich der proletarische Internationalismus optimal entfalten, kann er sich von dort in alle Länder ausdehnen, um sich vorher von allen Seiten zu einem starken Kraftzentrum aufzubauen. Auch die Hauptreserven - zum Beispiel die riesigen europäischen Arbeitslosenheere und die verarmten europäischen Bauernheere könnten von Ost und West, Süd und Nord das revolutionäre Hauptzentrum schnell erreichen und auf das Schlachtfeld des zukünftigen gemeinsamen sozialistischen Europas geworfen werden. Das deutsche Proletariat hat sich aber nicht nur Sympathien bei den Proletariern in den kapitalistischen Ländern auch außerhalb Europas erworben, sondern hat viele Freunde unter den kolonialen und abhängigen Ländern. Es kann also die Völker des Westens mit den Völkern des Ostens zum gemeinsamen Kampf vereinigen und damit zum revolutionären Weltzentrum werden, das sogleich die entfernteren Kontinente erreicht, womit sich das gesamte Hinterland des Weltimperialismus umkrempelt und zur Stütze des Weltproletariats heranwächst.

Das deutsche Proletariat