Schulungstexte der Komintern / ML

National“bolschewismus“ ist Anti-Bolschewismus!


Teil II

Teil III

Was sind die

russischen

Nationalbolschewisten?

-

Und was

wollen wir

Weltbolschewisten?



Wolfgang Eggers

Februar 2005


( Teil I )




„Bis zum Letzten treu bleiben der Sache des proletarischen Internationalismus, der Sache des brüderlichen Bundes der Proletarier aller Länder“

(Stalin, Werke, Band 13, Seite 336, dt. Ausgabe).


„Der konsequente und bis zum letzten revolutionäre Internationalismus der Bolschewiki ist ein Musterbeispiel des proletarischen Internationalismus für die Arbeiter aller Länder”

(Stalin, „Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus“, Werke Band 13, Seite 84, deutsche Ausgab der KPD/ML).



Die Grundfragen der russischen Revolution

waren für Lenin und Stalin gleichzeitig

die Grundfragen der

Weltrevolution,

denen sich die Bolschewiki unterordnen-

aber über die sich die Nationalbolschewisten hinwegsetzen.


Der Bolschewismus Lenins, Stalins und Enver Hoxhas kann niemals durch irgendeinen anderen „Bolschewismus“ - also auch nicht durch den Nationalbolschewismus - ersetzt werden. Die Demarkationslinie ist gezogen:


National“bolschewismus“ = Anti-Bolschewismus !



Die Nationalbolschewisten sind besonders in Russland aktiv. Es handelt sich aber nicht nur um eine für die heutigen Verhältnisse in Russland typische nationalistische Strömung des Protests – insbesondere der Jugend - gegen das etablierte System Putins, sondern um militante, straff organisierte Kommandos, die sich grundsätzlich zu den Zielen gewaltsamer Aktionen gegen das „System an sich“ bekennen und insbesondere die Kollaboration Putins mit den „Groß“mächten der westlichen Welt anprangern, vor allem das größte Fremd-Herrschaftssystem der Welt – die USA. Da andere „Groß“mächte ebenfalls mit den USA kollaborieren, findet der Nationalbolschewismus auch in diesen Ländern günstigen Nährboden des rechten „Anti-Amerikanismus“ und des Nationalismus, um sich gegenüber den Massen als „Retter“ vor der Fremdherrschaft und „Beschützer“ der Interessen des eigenen Volkes zu präsentieren. Insofern können wir auch eine Verbreitung des Nationalbolschewismus über die Grenzen Russlands hinaus beobachten und durchaus von der Entstehung einer sich international ausdehnenden Bewegung sprechen, wenn auch von einer „Bewegung“, die in ihrer Größe (bislang) eher einer sektiererischen Splittergruppe entspricht. Da diese Gruppen aber sehr aktiv sind und die Stimmungen unter den Massen geschickt ausnutzen, heißt es wachsam zu sein, und den Nationalbolschewismus nicht zu unterschätzen. Es polarisieren sich schnell Gegner und Sympathisanten.Verschiedene Vertreter von den Nationalbolschewisten wurden als „Regimegegner“ in Putins Gefängnisse gesteckt und haben dadurch die Nationalbolschewisten besonders innerhalb der Jugend aufgewertet. Oberflächlich betrachtet scheint es sich also um „revolutionäre“ Kräfte zu handeln, deren Aktionen „gegen“ die Herrschenden gerichtet sind, mit denen man eigentlich zusammenarbeiten und die man unterstützen müsste. Beim näheren Hinsehen tauchen jedoch ernsthafte Zweifel auf, insbesondere, wenn man sich mit der politischen Zielsetzung, der Programmatik und dem ideologischen Hintergrund der Nationalbolschewisten beschäftigt, dann kommt ihr konterrevolutionärer Charakter hinter dem „revolutionären“ öffentlichen Auftreten krass zum Ausdruck, dann weht einem der alte, reaktionäre Geist der „Schwarzhunderter“ entgegen. Man darf die Nationalbolschewisten eben nicht nach dem beurteilen, was sie selber von sich halten, sondern danach, was sie wirklich sind, darf sich durch ihre geschickte Agitation und Propaganda nicht blenden lassen, sondern muss der Sache auf den Grund gehen, um herauszufinden, was die Nationalbolschewisten wirklich sind, kurz: Wir machen uns ein Bild von ihnen, indem wir wissenschaftlich vorgehen, also mit der Methode des Marxismus-Leninismus.

Wir räumen ein, dass wir als „Außenstehende“ nur beschränkten Einblick haben, und unsere Aussagen dementsprechend mit großer Wahrscheinlichkeit fehlerhaft und äußerst lückenhaft sind, weswegen wir auch keinen Anspruch auf das „letzte“ Wort erheben wollen. Es geht um unseren ersten Eindruck, um Schlussfolgerungen, die wir im Verlauf der weiteren Auseinandersetzung mit dem Nationalbolschewismus korrigieren möchten. Wir sind also an Informationen unserer russischen, marxistisch-leninistischen Genossen und ihre Einschätzung der Nationalbolschewisten „vor Ort“ interessiert und möchten ihre Standpunkte näher kennenlernen, um damit auch unseren eigenen Standpunkt klarer zu bestimmen. Umgekehrt würden wir uns freuen, wenn unseren russischen Bolschewiki unsere Auseinandersetzung mit dem Nationalbolschewismus weiterhelfen kann und die marxistisch-leninistische Weltbewegung sich im Kampf gegen den Nationalbolschewismus vereint. Wir halten die Nationalbolschewisten für eine ernstzunehmende faschistische Gefahr, der man frühzeitig begegnen muss und nicht erst, „wenn es dafür bereits wieder zu spät geworden ist“.

Wir Marxisten-Leninisten versuchen stets von der Frage auszugehen, welche Klassen und Schichten den Nährboden für eine bestimmte politische Strömung bilden, insbesondere, wenn sie „die Revolution“ auf eine „rote“ Fahnen schreibt, wessen Klasseninteressen der Nationalbolschewismus dient, aus welchen Klassen er hervorgeht und unter welchen spezifischen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen er heranwächst, welchen historischen Hintergrund er hat und auf welcher ökonomischen , materiellen Basis er beruht, in welche Richtung er sich wie entwickelt usw. usf.

Welche Kräfte versuchen die Nationalbolschewisten zu beeinflussen?

Es handelt sich vor allem um Kräfte einer Generation, die den Sozialismus Lenins und Stalins selber nicht mehr miterlebt haben, die also entweder unter dem Sozialfaschismus der neuen Kremlzaren oder in dem sich daraus entwickelnden „wilden Westen“ des heutigen Russlands herangewachsen sind und sich mit der gegenwärtigen Krise Russlands nicht abfinden wollen, die nach einer revolutionären Alternative suchen, also Leute, die sowohl den internationalen Kapitalismus unter US-imperialistischer Oberherrschaft, deren Lakaien in Russland, aber auch den Revisionismus an der Macht kritisch gegenüber stehen und sich nach Lenin und Stalin zurücksehnen, „wo es den Russen besser ging als heute“. Die Nationalbolschewisten versuchen diese Kräfte dahingehend zu beeinflussen, dass am Zerfall Russlands insbesondere der Marxismus Schuld sei, dass Russland das historische Kapitel des Marxismus beenden muss, damit ein neues, ein nationalbolschewistisches Russland entstehen kann. Für den Nationalbolschewismus ist der Marxismus ein Hindernis, das es aus dem Wege zu räumen gilt. Diese offen anti-marxistische Haltung ist es, die sich hinter den „revolutionär“-nationalistischen Losungen der Nationalbolschewisten verbirgt.

Wer aber den Kommunismus und den Marxismus-Leninismus ablehnt, kann kein wahrer Anti-Kapitalist sein. Das russische Kleinbürgertum zeichnet sich heute dadurch aus, dass es sich sowohl gegen die Diktatur der Bourgeoisie als auch gegen die Diktatur des Proletariats wehrt und zwischen beiden Klassen hin- und her schwankt, gegen die Zerreibung zwischen der Klassenpolarisierung von Bourgeoisie und Proletariat um so lautstarker gestikuliert, je mehr sich die antagonistischen Klassenwidersprüche in Russland verschärfen. Daher das Revoluzzertum von Teilen des Kleinbürgertums, die in das Proletariat hinabgeworfen werden. Es handelt sich also um Klassenkräfte, die dem Proletariat gegenüber feindlich gegenüberstehen, wobei jene Teile, die ins Proletariat fallen, umerzogen und der Sache des Proletariats unterstellt werden können, aber keinesfalls umgekehrt!! . Es ist also nicht auszuschließen, dass sich aus den Reihen dieser nationalbolschewistischen Kräfte vielleicht Bündnispartner für den Sturz des Putin-Regimes gewinnen ließen, die unser Ziel der Wiedererrichtung der Diktatur des russischen Proletariats in Taten unterstützen wollen. Doch diese taktischen Fragen ergeben sich aus dem Verlauf des Klassenkampfes selbst, und können nur zum Erfolg führen, wenn wir eine klare Demarkationslinie gezogen und uns ideologisch vom Nationalbolschewismus korrekt abgegrenzt haben, worum es hier in erster Linie geht. Das russische Proletariat muss wieder eine selbständige politische Kraft in Russland werden, muss sich von solchen politischen Strömungen wie den Nationalbolschewismus emanzipieren, braucht seine eigene Klassenvorhut, die Wiedererrichtung der bolschewistischen Partei Lenins und Stalins.

Welche Klassen haben sich in Russland herausgebildet?

Die Restauration des Kapitalismus hat die Sowjetunion erschüttert, zersetzt, hat einen stinkenden Leichnam aus ihr gemacht, die einst sozialistischen Klassenverhältnisse völlig beseitigt. Die heute herrschende Klasse ging unmittelbar aus dem Partei- und Statsapparat der Revisionisten an der Macht hervor. Sie besetzt heute noch die Schlüsselposition über den Besitz der Produktionsmittel, verfügt über die Eigentums- und Produktionsverhältnisse, beherrscht den Staatsapparat, das ganze öffentliche Leben und vor allem das russische Finanz- und Industriekapital. Aus der Fäulnis hat sich eine parasitäre, verschwendungssüchtige Bourgeoisie, Kouponabschneider, Neureiche genährt, eine neue „feine“, in großem Luxus lebende und offen protzende, rücksichtslose Elitegesellschaft, unter deren Herrschaft das russische Volk heute schwer zu leiden hat. Auf der anderen Seite also die große Mehrheit in Russland mit Armut, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Verwahrlosung, Hunger, katastrophale Zustände bei der sozialen und gesundheitlichen Versorgung, Gewalt und Prostitution auf den Straßen, Perspektivlosigkeit der Jugend, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Drogen und Alkoholismus, Verfall der Sitten und Ausschweifungen, kultureller Verfall, Demoralisierung, nationale Unterdrückung, Fremdbestimmung, Verlust der Identität, Manipulation, Zensur, Bestechung, Kriminalität, Mord, politische Unterdrückung, staatliche Bespitzelung, Willkür und Gewalt, brutale Klassenjustiz, lokale Kriege, also alle möglichen Eiterbeulen eines neuen kapitalistischen Systems begegnen wir in Russland auf Schritt und Tritt, ein menschenverachtendes, monopolkapitalistisches Ausbeutungs- unf Unterdrückungssystem, ein faschistisches System, dass sich mit dem Feigenblatt des westlichen Parlamentarismus bedeckt und in Wirklichkeit mit dem Weltfaschismus der USA wetteifert. Die Entwicklung der Klassen in Russland folgt der Entwicklung der Klassen des Westens. Sie fügen sich in die Weltordnung des westlichen Imperialismus, in den reichen russischen Metropolen am schnellsten und krassesten, in den verarmten Provinzen etwas langsamer. Russland gehört zu denjenigen Gebieten der Welt, in denen die Klassenwidersprüche am schärfsten zum Ausdruck kommen, die Klaseenkonflikte sich am schnellstn zuspitzen und eine revolutionäre Situation herannaht, die Klassen in radikale Bewegungen und wo die Revolution auf der Tagesordnung steht. Die russische Bourgeoisie ist geschwächt durch die Weltkrise, kann nicht mehr so herrschen wie sie will und die Arbeiterklasse ist nicht mehr länger bereit, unter den elenden Verhältnissen weiter leiden zu müssen. Das Aufkommen des Nationalbolschewismus ist ein Anzeichen für die bevorstehenden Veränderungen Russlands – Vorbote des offenen Zusammenpralls von Revolution und Konterrevolution (wobei sich die Konterrevolution den russischen Massen gegenüber als „revolutionäre Erneuerungs“kraft präsentiert und die tatsächlichen revolutionären Kräfte des russischen sozialistischen Proletariats als „historisch erledigt“ betrachtet, weil diese sich von ihrem internationalismus nicht lossagen und nicht bereit sind, sich von der nationalistischen Knute niederpeitschen zu lassen, weil die wahrhaft kommunistischen Arbeiter in Russland nicht die Fremdenn hassen, sondern die nationalistischen Progrome der eigenen Bourgeoisie, weil die revolutionären Proletarier Russlands heute nicht bereit sind, sich und die ausländischen Klassenbrüder in einem erneuten imperialistischen Eroberungskrieg gegenseitig abzuschlachten für den Profit der russichen Monopolbourgeoisie, sondern bereit sind, ihre Diktatur des Proletariats zurückzuerobern und den Staat der russischen Bourgeoisie zu zerschlagen, so wie Lenin es lehrte und so wie das russische Proletariat es siegreich in der Oktoberrevolution zu einer historischen Tatsache werden ließ. Die Nationalbolschewisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese internationalistische Entwicklung des russischen revolutionären Proletariats in nationalistische Bahnen zu lenken, stellen sie sich mit ihren verlogenen „revolutionären“ Phrasen in Wirklichkeit in den Dienst der russischen Konterrevolution, handeln sie im Auftrag der neuen( alten) russischen Monopolbourgeoisie). Russland ist groß. Russland ist ein großer Staat - wie geschaffen für einen großen proletarischen Staat eines großen Proletariats. Russland vermehrt sein Proletariat stündlich, regeneriert stündlich seine alte große sozialistische Kraft. Russland ist immer noch Basis und Hebel der proletarischen Weltrevolution, und seine internationalistische Bedeutung ist heute noch höher einzuschätzen als noch zur Zeit der Oktoberrevolution – Russland geht einem neuen Oktober entgegen, und kein Nationalbolschewist kann diesen weltrevolutionären Weg des russischen Proletariats aufhalten, kein Nationalbolschewist kann die russische Monopolbourgeoisie vor ihrem unvermeidlichen Sturz retten.

Das Weltkapital ergreift zusehends Besitz von den „unbegrenzten Möglichkeiten“, billigen Arbeitsressourcen und Bodenschätzen, Absatzmarkt, kurz: reichlich Profitpotential, das Russland als riesiges Land zu bieten hat, erschließt es sich dort einen dicken Brocken des Weltmarkts, exportiert wie wild sein Finanz- und Industriekapital, zieht aus Russland Höchstprofite raus, schafft den Reichtum des Landes ins Ausland, und der russische Staat verdient dabei kräftig mit, stärkt daraus seine eigene Macht der Ausbeutung und Unterdrückung im eigenen Land, gerät in immer größere Abhängigkeit (Verschuldung) von den anderen Imperialisten , vergrößert gleichzeitig das weltimperialistische Gesamtsystem, auf das die russische Monopolbourgeoisie in zunehmendem Maße auch Einfluss zu gewinnen versucht und auf welches sie sich gleichermaßen stützt. Sie ist selber expansionistisch und strebt nach Welthegemonie und unterscheidet sich dadurch nicht wesentluich von allen anderen imperialistischen „Groß“mächten. Das heutige Russland tritt als Konkurrent auf dem Weltmarkt auf, ist einer von den imperialistischen Räubern der ganzen Welt. Es ist also selber ein imperialistisches Land, das andere Nationen ausbeutet und unterdrückt. In Russland herrscht die Monopolbourgeoisie und ihr monopolkapitalistischer Staat. Die mittlere Bourgeoisie ist vom Finanzkapital und den großen Konzernen der Industrie und des Handels abhängig und ist somit der Konzentration und Zentralisation des Kapitals, der Bildung und Ausdehnung der Monopole in Russland, der staatsmonopolistischen Kontrolle ausgeliefert. Sie verliert immer mehr Positionen im Apparat, die von einer immer kleiner und mächtiger werdenden Elite an sich gerissen werden. Insgesamt liegt es im Interesse des russischen Proletariats, nicht nur die Monopolbourgeoisie, sondern die gesamte Herrschaft der russischen Bourgeoisie zu stürzen und zu zerschlagen durch seine sozialistische Revolution. Die Kleinbourgeoisie, kleine Händler, Handwerker, Bauern, große Teile der Intellektuellen usw. – sie alle haben ebenfalls zu leiden, insbesondere diejenigen, die in zunehmenden Maße ins Proletariat hinabsinken. Nur eine kleine Minderheit steigt zur Bourgeoisie auf. Vom unteren Kleinbürgertum sind vor allem die Bauern betroffen. Die große Masse der armen Bauern und die Dorfarmut , sie sind nach wie vor die natürlichen Bündnispartner des russischen Proletariats im Kampf um ihre revolutionäre Befreiung. Die Arbeiterklasse leidet am meisten, denn sie wird am brutalsten ausgebeutet, muss unter den schlimmsten Arbeitsbedingungen versuchen, ihre Familien am Leben zu erhalten. Ein Kollege nach dem anderen wird arbeitslos und weiß nicht wie er überleben soll. Viele haben noch nicht mal ihren Lohn bekommen, monatelang und jahrelang nicht. In den von den ausländischen Firmen aufgebauten Fabriken, wo die Arbeitsbedingungen zum Teil etwas besser und die Löhne etwas höher sind, wächst auch wieder eine neue Schicht der Arbeiteraristokratie heran. Doch diese Lohn- und Arbeitsunterschiede gleichen sich mit der Zeit wieder aus und beschleunigen nur die Verelendung des russischen Proletariats insgesamt und damit auch die Verschlechterung der Gesamtsituation des Weltproletariats auf dem internationalen Arbeitsmarkt durch das internationale Lohndumping. Das russische Industrieproletariat der Großbetriebe, insbesondere in der Metallidustrie und im Bergbau, ist der revolutionäre Kern des russischen Proletariats, der fähig ist, die Revolution in Russland anzuführen. Das Lumpenproletariat vermehrt sich und verkauft sich für ein Stück Brot an die Bourgeoisie, um das Proletariat zu verraten. Die russische Mafia herrscht über das russische Volk, brutal, rücksichtslos und weitet ihren Machtbereich im reichen Ausland immer mehr aus. In Russland polarisiert sich der Klassenwiderspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat schneller als in allen anderen imperialistischen Ländern. Die Epoche des Untergangs des Imperialismus und des Sieges der proletarischen Revolution – wie Lenin das verausgesagt hat, ist heute in Russland am deutlichsten zu erkennen. Dem Wesen nach hat sich seit dem Verrat der Revisionisten nichts geändert, die gleiche Mafia ist immer noch an der Macht, verschachert seine Ressourcen an das internationale Kapital, füllt sich die eigenen Taschen – Alles ist nur noch viel schlimmer und extremer, offener geworden. Armut und Reichtum steigen gleichermaßen ins Unermessliche.

Der gegenwärtige Antikommunismus ( vom Westen importiert) wird immer offener in Russland vorangetrieben, ist die Grundlage der aggressiven Ideologie und Politik des russischen Imperialismus, bringt die Interessen der russischen Monopolbourgeoisie zum Ausdruck und ist bestrebt, einerseits den Drang der Jugend nach Protestaktionen, neuen umstürzlerischen Ideen und andererseits ihre politische Unerfahrenheit auszunutzen, insbesondere die Diffusion von Kapitalismus und Sozialismus, deren angebliche Überwindung durch eine neue, freie, ideale Welt, moderne Formen von „Anti-Systemen“, die geeignet sind, die Jugend später wieder ins System zu integrieren. Das sind dem Wesen nach vor allem solche Modelle, die den Klassenkampf für veraltet, überholt und schädlich halten. In Russland ist es insbesondere für die Bourgeoisie wichtig, die Jugend vom Weg zurück in den Sozialismus abzuhalten, den Sozialismus als Vergangenheit zu bewältigen und ihn für Gegenwart und Zukunft für ungeeignet und unbrauchbar zu erklären, denn nirgends auf der Welt ist der Sozialismus tiefer in einem Volk lebendig als in Russland. Das ist nicht nur für die russische, sondern für die ganze Weltbourgeoisie immer noch eine tickende Zeitbombe, die zu jeder Zeit hochgehen kann und für deren Entschärfung ein großer Aufwand betrieben werden muss. Der Einfluss der alten sozialistischen Gesellschaft auf die Jugend ist durch aus wieder vorhanden, ist lebendig und kann von niemandem und durch nichts auf der Welt unterbunden werden, weder durch den Revisionismus noch durch den offenen Anti-kommunismus. Diese Tatsache ist für uns Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt von außerordenlich großer Bedeutung, und das macht es uns auch zur Pflicht, uns mit dem Nationalbolschewismus kritisch auseinanderzusetzen, der gerade zum Ziel hat, die Jugend vom Marxismus-Leninismus fernzuhalten. – Bei den Nationalbolschewisten hat der Marxismus-Leninismus keinen Platz. Sie wollen nicht, dass die führende Arbeiterklasse und ihre bolschewistische Partei den Charakter ihren neuen Staat bestimmen. Sie wollen nicht, dass die Arbeiterklasse sich mit den anderen werktätigen Klassen und Schichten verbündet zur der Wiedererrichtung des Sozialismus als erneuten Schritt zum Kommunismus. Sie wollen nicht, dass die Arbeiterklasse aus dem Verrat der Revisionisten die richtigen Konsequenzen zieht und sich wieder dem Marxismus-Leninismus zuwendet, setzen den proletarischen mit dem bürgerlichen Sozialismus gleich, um die Massen vom proletarischen Sozialismus fernzuhalten

Die Ideologien des Antikommunismus sind ständig, auch in Russland, bemüht, die alten Thesen und Theorien „neu“ zu formulieren, um sie den besonderen Bedingungen und Anforderungen der historisch entstandenen russischen Verhältnisse anzupassen. Ein Ergebnis ihrer Aktivität ist auch die Theorie der „Entideologisierung“. Diese Theorie wird auch von den Führern der Nationalbolschewisten dankbar aufgenommern. Die Ideologie und der ideologische Kampf halten sie für überholt als anachronisch, sinnlos und überflüssig, besonders aber die Ideologie des Marxismus-Leninismus. Mit der Entideologisierung bemühen sich die Nationalbolschewisten, die Tiefe Krise der bürgerlichen Ideologie im Westen durch eine „neuformulierte“ bürgerliche Ideologie des Ostens zu ersetzen und damit den Marxismus-Leninismus zu bekämpfen. Karl Marx und Friedrich Engels haben in ihrem Werk „Die deutsche Ideologie“ vom „Ende der Ideologie“ gesprochen, sie meinten aber damit nicht dasselbe wie die Nationalbolschewisten. Sie meinten damit nur die bürgerliche, idealistische Ideologie, das gesamte internationale System aller Anschauungen der niedergehenden Klassen, die an der wissenschaftlichen Widerspiegelung der historischen Realität von Kapitalismus und Sozialismus nicht interessiert sind, weil sich das gegen sie richten würde. Darum stellen sie die realistischen Verhältnisse „wie in einer camera obscura auf den Kopf“ (Marx, Engels, Die Deutsche Ideologie, Werke Band 3, Seite 26, dt. Ausgabe).

Jede „anti-kapitalistische“ Strömung ist erlaubt mit Ausnahme der sozialistischen, der einzig wirklichen antikapitalistischen Strömung, die heute von der Bourgeoisie in Russland dem Revisionismus gleichgesetzt wird, also als eine Ideologie, die zur Restauration des Kapitalismus führt. Alle Kombinationen und Verflechtungen des „linken“ Radikalismus mit dem Nationalismus sind geeignet, um die revolutionäre Jugend vom Kommunismus abzuhalten. Auch, wenn heute der Staat noch empfindlich reagiert, so werden sich diese Strömungen im Laufe der Zeit anpassen, wird der Staat in zunehmendem Maße „toleranter“ mit ihnen umgehen, wird er ihren Nutzen immer besser begreifen und sie als Vervollständigung des Alltagsbildes der „gut funktionierenden“ kapitalistischen Gesellschaft akzeptieren. Die russische Bourgeoisie wird mit diesem Problem schneller fertig werden, als die westlichen Länder, denn sie kann von den Erfahrungen der Kontrolle und der Instrumentalisierung der „linken“ Strömungen des Westens lernen. Die anti-marxistisch-leninistischen politischen Strömungen sind allesamt von der Bourgeoisie gekauft. Der beste Prüfstein für die Kraft einer politischen Strömung, für die Aussicht auf ihren Erfolg ist es, auf dem Markt politisch neuer Ideen anerkannt zu werden, also auf dem Markt, den die monopolkapitalistische Klasse finanziert, kontrolliert und beherrscht. Das trifft auch auf dem Markt der „anti-amerikanischen Strömungen“ zu, die nicht nur der CIA organisiert. Auch die russische Monopolbourgeoisie tritt schon seit langem auf dem Markt der „anti-imperialistischen“ Strömungen auf, um davon zu profitieren. Der Maoismus ist für Russland keine Gefahr. Im Gegenteil, auch dort versucht die Bourgeoisie die Mao Tsetungideen, den Anarchismus, Guervarismus, Castro-ismus, alle Spielarten des kleinbürgerlichen Revoluzzertums als „revolutionär“ hinzustellen, um damit den Marxismus-Leninismus zu diskreditieren und seine Wiedergeburt in Russland zu untergraben. In Russland soll das kleinbürgerliche Revoluzzertum helfen, die Zurückeroberung des Sozialismus zu verhindern. Wie wir heute in Russland sehen, lenken die kleinbürgerlichen Ideologen des Antikommunismus die rebellierende Jugend in die falschen Bahnen des Revoluzzertums, wird die Zurückeroberung des Sozialismus mit der Zurückeroberung des Revisionismus mit all seinen reaktionären und sozialfaschistischen Taten gleichgesetzt. Es ist klar, dass wir Marxisten-Leninisten die ideologischen Führer der radikalisierten Jugend mit ihrer Basis nicht gleichsetzen. Die einen werden wir bekämpfen, die anderen kameradschaftlich zu überzeugen versuchen.



Je höher heute die imperialistische Welle über die Erde rollt, je verheerender und katastrophaler sie die ganze Menschheit in ihren Strudel zieht, desto schneller erzeugt sie ein Anwachsen einer Empörungs-, Widerstands- und Befreiungswelle aller Unterdrückten und Ausgebeuteten auf dieser Erde, die Vorboten der sozialistischen Weltrevolution. Dieses größte historische Ereignis in der Geschichte der Befreiung der Menschheit kündigt sich jetzt an. Es kann durch nichts aufgehalten werden – auch nicht durch die neuen nationalistischen Bewegungen. Mit der rapiden Einverleibung Russlands erzeugt der Weltimperialismus gerade in diesem Land eine rapide Entwicklung des Klassenkampfes nicht nur dort, sondern auch in Europa und der ganzen Welt. Mit dem Nachholbedarf des Weltkapitalismus in Russland wird auch der anti-revisionistische Nachholbedarf des Sozialismus in Russland befriedigt, ist die sozialistische Renaissance in Russland vorausbestimmt, ist sie ein noch größerer Impuls für die Ausbreitung der sozialistischen Weltrevolution als noch zu Zeiten Lenins und Stalins.

Dem Strom des Grundgesetzes des Kapitalismus folgend ist die nationalistische Welle heute nicht zufällig weltweit im Steigen begriffen, denn sie ist die logische und natürliche Folge des riesigen Wellentals, das die kosmopolitische, gewaltige und gewaltsame Globalisierungswelle des Weltkapitals hinterlässt, die durch die Weltkrise zum Ausbruch kam und sich über die ganze Welt ergoss und nationale Schranken niederriss, nachdem die sozialistischen Dämme brachen, die die sozial-faschistischen Ratten zuvor von innen untergraben hatten. Das Wesen der nationalen Unterdrückung ist im Wesen des Imperialismus begründet. Der von der objektiven Gemeinsamkeit der Grundinteressen des internationalen Proletariats getragene proletarische Internationalismus ist daher dem internationalen Kapital, seiner Politik und Ideologie von vornherein entgegengesetzt. Der heutige antinationale Charakter des Nationalismus offenbart sich im Stadium des imperialistischen Kapitalismus am deutlichsten. Die Imperialismus-Analyse Lenins ist also nicht nur für den heutigen Weltimperialismus generell aktuell, sondern trifft insbesondere auf die russischen Verhältnisse zu.

Am Bau von solchen Dämmen, um den Globalisierungsstrom von Amerika weg ins eigene, gelobte Land ( zum Beispiel nach Russland und Europa) umzulenken, werden wir Marxisten-Leninisten uns nicht beteiligen. - Alle „antikapitalistischen“ - nichtsozialistischen „Neuschöpfungen“ laufen stets und gesetzmäßig immer wieder nur auf eines hinaus – auf Kapitalismus und nichts als auf Kapitalismus! – Das einzige „Kraut, was gegen den Kapitalismus gewachsen“ ist, bleibt der proletarische (anti-revisionistische, internationalistische) Sozialismus!!

Genosse Stalin, einer der Klassiker des Marxismus-Leninismus, hob hervor:

„Hervorgehoben sei, dass unser Land einstweilen das einzige Land war, bereit, den Kapitalismus zu stürzen. Und unser Land hat tatsächlich den Kapitalismus gestürzt und die Diktatur des Proletariats aufgerichtet“ (Stalin, Werke Band 11, 18. März 1929).

Man sollte auf den ersten Blick meinen, dass die Nationalbolschewisten von dieser unwiderlegbaren Wahrheit als Grundlage ihres politischen Handelns ausgehen würden. Weit gefehlt!! Genau diese Wahrheit bestreiten die Nationalbolschewisten nämlich – und das wohlgemerkt, obwohl sie Stalin auf ihr Banner geschrieben haben. "`We knocked down autocracy and capitalism`, the Bolsheviks said. They knocked down the autocracy but there was no capitalism“ (zitiert aus Limonkas Artikel: „Kapitalismus und Sozialismus – siamesische Zwillinge“ - veröffentlicht auf der homepage der NBP – Nationalbolschewistische Partei Russlands. Es handelt sich dabei um das Kapitel 14 des Schlungstextes für Nationalbolschewisten „Another Russia“ - herausgegeben von Edward Limonow, mit welchem wir uns noch näher beschäftigen werden).

Unsere

Grundthese

zur Einordnung der Ideologie des Nationalbolschewismus heißt:

Die Wurzel des Nationalbolschewismus, die ganze politische Linie der Nationalbolschewisten, Sinn und Zweck ihres Daseins ist die Abgrenzung vom Marxismus-Leninismus mittels Anpassung des Bolschewismus an den Kosmopolitismus des Imperialismus, der in Nationalismus gehüllt ist, genauer in einen „groß“russischen Neo-Nationalismus. Der Nationalbolschewismus ist ein Abgesang des verfaulten, sterbenden, russischen Sozialimperialismus, träumt von der Wiederauferstehung des zaristischen Reiches, ist eine konterrevolutionäre Ideologie der heute herrschenden russischen Monopolbourgeoisie, ist Verschleierung imperialistischer Politik durch nationale Ideologie.

Was das für internationale politische Konsequenzen hat, wollen wir hier ganz offen und frei heraus kundtun:

Der in Nationalbolschewismus verhüllte Kosmopolitismus , hervorgegangen aus dem Hegemoniestreben der russischen Sozialimperialisten, soll dem Weltimperialismus reibungslos beim Umzug von New York nach Moskau helfen, um ihn vor der Pleite zu retten, denn in den USA ist er nun schon zu lange, dort kann er sich nicht mehr entwickeln, dort droht er, sich durch seinen eigenen Parasitismus, seine eigene Fäulnis all zu schnell zu zerstören. Raketen sind Magneten, da soll New York nicht zum Totenbett des internationalen Finanzkapitals werden. Der Weltimperialismus soll sich in Moskau auskurieren, soll sich dort von seinem parasitären Ballast befreien und sich dort einigen Schönheitsoperationen unterziehen, da ihn - so wie er heute aussieht - keiner mehr in der Welt lieb hat (sprich: der Weltimperialismus ist besser in einem Land untergebracht, das die „Welt vom Satan befreit“, als in einem Land, das Sinnbild für den Satan und seit dem 11. September auch ein zu heißes Pflaster geworden ist. So ein vorgetäuschter „internationaler Befreiungs“krieg vom Joch Amerikas würde von der Welt viel eher begrüßt werden als ein „Verteidigungs“krieg von amerikanischen Weltherrschern. Beliefern kann man beide Seiten mit Material, das brächte viel mehr Gewinn als nur für die Kriegswirtschaft der USA.

„Unter russischer Schirmherrschaft wird`s dir besser ergehen als bei den Amerikanern!“ – das wollen die Nationalbolschewisten den Weltfinanziers versprechen, und diese freundliche Einladung ist auch schon bis New York vorgedrungen – die Nationabolschewisten jubeln, dass sie schon bei einigen Interessenten auf Sympathie stoßen – das verspricht, ihren Zielen nach Selbstverwirklichung von „Brüderlichkeit, Sex und Befreiung von der Arbeit“ ein großes Stück näher zu kommen! Und dem Weltimperialismus ist es egal, wer ihm das Bett macht, hauptsächlich er kann von überall aus dem Gesetz des Strebens nach Maximalprofiten leichter folgen als bisher – und Eurasien ist schon mal ein größeres Bett als das zu eng werdende Bett der USA. Man wäre auch zentraler dran am Welt(kriegs-)geschehen. Aus Russland kann man die Waffen „schneller an den Mann bringen“ als aus Amerika, denn die profitable Zone liegt zwischen Gibraltar und Wladiwostock und nicht zwischen Texas und New York – ein ohnehin zu verschwenderisches sprich: zu kostenträchtiges Pflaster. Die Geschäfte könnten woanders noch besser laufen als in den USA, da schöpfen noch zu viele den Rahm ab, woanders könnte man den Elitekreis des Finanzkapitals noch verkleinern – ohne zu hohe Reibungsverluste, versteht sich. Also alles in allem, eine schöne neue Welt – ohne Satan, ohne Kapitalismus, ohne Sozialismus – das Kapital wird sein Ziel erreichen und „länger“ leben als die kapitalistische und die sozialistische Welt! Und liegt sie in Schutt und Asche, naja, es ist doch nicht schade drum, dann wird das Kapital eben wieder ganz von vorne anfangen, sich zu vermehren und wird die Welt erneut „beglücken“.

Der Weltimperialismus will nicht in Amerika untergehen, er wird sein sinkendes Schiff rechtzeitig versuchen zu verlassen: „Sollen doch die USA ruhig verrecken, solange es mir dort gut ging, war das Geschäft „bombig“. Ich bin der größte vaterlandslose Geselle der Welt – da brauche ich mich nicht von nationalen Krisen einengen, von nationalen Grenzen nicht einsperren lassen, denn ich bin zu nichts anderem da als zu `grenzenlosem` Profit!“

Russland ist immer noch attraktiv fürs Kapital, reich an Schätzen und den Sozialismus hat es historisch auch schon „bewältigt“ – wie praktisch – dafür haben die Revisionisten schon vorgesorgt- und das Zentrum des Weltkapitals in der ehemaligen Sowjetunion Lenins und Stalins zu errichten – das hat schon etwas Triumphales und Abschreckendes für alle „Ewig-Gestrigen“, die darin den Hebel und die Basis der sozialistischen Weltrevolution sahen. Verwandlung des Hebels und der Basis der sozialistischen Weltrevolution in den neuen Hebel und die neue Basis einer „klassenlosen“ Gesellschaft, in der jeder nach Herzenslust Profit machen kann, friedliche Zeiten für die Akkumulation des Kapitals - da muss das Herz jedes Antikommunisten höher schlagen. Warum also die Hand ausschlagen, die die Nationalbolschewisten entgegenstrecken? Bevor der Sozialismus vielleicht auch noch nach Amerika käme, (welch ein Alptraum!) und wohl noch das Zentrum des Weltkapitals dort an sich reißt – dann doch lieber in ein Land umziehen, das den Sozialismus bereits „hinter“ sich hat und noch ausreichend Erfahrung vorhanden ist wie man mit dem Sozialismus fertig wird, wenn er sich trauen sollte, zurückzukommen – wenn nicht in Russland, wo denn sonst? Sollen die ruhig ihren Lenin und Stalin im Land behalten, aber Marx und Engels sollen als „vaterlandslose Gesellen“ dahin abgeschoben werden, wo sie hergekommen sind. Mag dieses Szenario auch übertrieben sein und weit hergeholt klingen, aber ein Kern Wahrheit mag darin enthalten sein. Ein System, das selber weiß, dass es dem Untergang geweiht ist, hält sich an dem schwächsten Strohhalm fest, klammert sich an jede Idee, die den Ausweg aus der aussichtslosen Lage verspricht. Nun, die Idee, die Supermacht Amerika durch die Supermacht Russland abzulösen, ist bekanntlich kein Hirngespinst, ist nicht neu. Das Ziel, dass die russischen Sozialimperialisten damals verfolgten, wird heute (nur in modernerer Form) weiter verfolgt, nämlich Russlands Weltherrschaft zu erobern. Damals war Stalin dabei im Wege, heute wird er gebraucht und mit ihm Mao, Che und Castro. Lenin wird beibehalten und Marx und Engels sind rausgeflogen. Mit diesen neuen Leitfiguren tritt heute der russische Nationalbolschewismus auf, um die Welt zuerobern, nicht mehr wie die Revisionisten in Worten marxistisch-leninistisch, sondern ganz offen antimarxistisch-nationalistisch – in Taten imperialistisch. Verwandlung des Sozialimperialismus und Sozialfaschismus in offenen Imperialismus und Faschismus. Die Nationalbolschewisten befreien den russischen Imperialismus von seiner lästig gewordenen sozialistischen Hülle.

Das zentraler gelegene Russland könnte auf diesem Wege den Weltimperialismus vor seinem Untergang „retten“, indem es das marode,verfaulte weltimperialistische System der USA beseitigt und an seiner Stelle ein neues Reich errichtet – das „eurasische Reich von Gibraltar bis Wladiwostock“ – ein imperialistisches, russisches Bollwerk, das der sozialistischen Weltrevolution und dem Kommunismus vielleicht besser standhalten könnte. Das „eurasische Reich“ der Nationalbolschewisten sichert die russische Weltherrschaft - ein Traum, den die russischen Sozialimperialisten ihrerzeit noch nicht verwirklichen konnten, aber dessen Weg sie in jahrzehntelangem Kampf ebneten. Das riesige Russland wäre ein glänzender Boden und mächtiger Ausgangspunkt für die Expansion eines ungeheuren Territoriums, das die wichtigsten Schätze dieser Welt beinhaltet – mit eben viel größerem Standortvorteil gegenüber dem amerikanischen Imperialismus, ja selbst gegenüber dem imperialistischen Europa. Verhinderung eines sozialistischen Eurasiens, das für den Weltsozialismus von größtem Vorteil wäre, durch russische Militärstiefel zu verhindern – das ist der Auftrag, den die Nationalbolschewisten im Namen ( nicht nur!) der russischen Monopolbourgeoisie bereit sind zu erfüllen.

Die Nationalbolschewisten schwenken also wild die rote Fahne, um die „Fremdherrschaft des Kapitals“ von Amerika nach Russland zu transferieren und auf den Kopf zu stellen, damit seine internationale Vergesellschaftung zu verhindern und den Massen den Weg zum internationalen Sozialismus gewaltsam zu versperren, was nichts anderes heißt, als den Sozialismus sowohl im Westen als auch im Osten an die Kette des eurasischen Reiches zu legen – eben russischer „Nationalsozialismus“ - .d.h.: der nach vorne gestreckte Arm des Hitlergrußes wurde von der NBP übernommen und nur durch unsere bolschewistische Faust ersetzt. Ebenso wurde die Parteifahne der deutschen Faschisten übernommen und nur das Hakenkreuz mit Hammer und Sichel ausgetauscht. Nichts bringt klarer zum Ausdruck als diese symbolische Verknüpfung, auf welcher Ideologie das neue, „groß“russische Reich der NBP beruhen soll: Die brauchbaren Elemente des Hitlerfaschismus mit den brauchbaren Elementen des Bolschewismus werden zur Errichtung des ideologischen Gebäudes des Nationalbolschewismus verwendet, also eines Gebäudes, das angeblich den beiden „siamesischen Zwillingen“ - Kosmopolitismus des US- Kapitalismus und Weltherrschaft des internationalen Marxismus – haushoch „überlegen“ sei, und damit ein Krieg gegen beide erfolgreicher und profitabler machen würde. Wenn Stalin und Hitler das „nationalbolschewistische eurasische Reich“ schon früher gemeinsam errichtet hätten, so die Nationalbolschewisten, wäre der „Satan USA“ besiegt und die Gefahr des internationalen Marxismus „beseitigt“. Durch den 2. Weltkrieg aber wurde der „Satan USA“ der „lachende Dritte“ auf Kosten Deutschlands und Russlands. Da der Nationalbolschewismus rechte und „linke“ Elemente gezielt in sich zu vereinigen sucht, will er ihre ihnen innewohnende Feindschaft „neutralisieren“ und sie sich dadurch nutzbar machen. Wird die Partei zu rechtslastig, wird sie von den „linken“ Kräften ausbalanciert; wird sie zu „links“lastig, wird sie von den eigenen rechten Abwehrkräften wieder ins Gleichgewicht gebracht – ein recht widerstandsfähiger Organismus, der auch Mao in ähnlicher Weise dazu verhalf, aus China eine Supermacht zu machen mit der chinesisch-revisionistischen Formel der Vereinigung nationalistischer und „sozialistischer“ Elemente gegen den Sozialismus. Verjüngungskuren des Kapitalismus durch Aufnahme frischen „sozialistischen“ Blutes - das ist eins der Rezepte, mit der sich die Weltordnung des Imperialismus heute retten soll.

Aber wie nehmen die Nationalbolschewisten das frische „sozialistische“ Blut in sich auf, ohne sich erstens damit ihren eigenen Nationalismus zu vergiften und zweitens ohne dass es eigenmächtig der Kommunistischen Internationale zufließt? Das möchte das Kapital schon vorher gerne wissen, um sicher zu gehen. Die Nationalbolschewisten teilen das sozialistische Gedankengut seiner Herkunft entsprechend nach Osten und Westen auf und binden ihn an die Gegnerschaft derjenigen die „Groß“Russland gegenüber wohlgesonnen sein werden und derjenigen die die Nationalbolschewisten als Feinde ansehen, egal ob es sich um kapitalistische oder sozialistische Feinde handelt – sie alle sind gemeinsam halt die „nationalen“ Feinde „Groß“-Russlands. ( Russia - a country that Marx openly disliked. (...) Marx came up with his biting opinion about Russians: "A mix of the psychology of a slave and of the Mongol world conqueror" – Zitat von Limonka „capitalism and socialism – siamese twins“ - homepage der Nationalbolschewistischen Partei im Internet. Dass die Oktoberrevolution den Marxismus bestätigte, das bestreiten die Nationalbolschewisten!).

Die Nationalbolschewisten tragen Lenin als Heiligenbild vor sich her, der von einem “konterrevolutionärem russischen Volk“ (zum Beispiel 1848) sprach. Wollen wir doch mal Lenin zu Wort kommen lassen, um zu beweisen, dass die Nationalbolschewisten gar nicht auf der Seite Lenins stehen können, weil dieserauf der Seite von Marx stand, der zu revolutionären nationalen Kriegen gegen den Absolutismus aufrief, also auch 1848 und später zum Krieg gegen Russland. Lenin stand auch auf der Seite von Friedrich Engels, der den revolutionären Nationalhass der Deutschen gegen den russischen Zarismus geschürt hat. Heute aber den nationalen Hass zu schüren, wie es die Nationalbolschewisten tun, heißt nur noch, den Hass gegen die Völker, gegen die Proletarier aller Länder zu schüren, da wir in der Epoche des Imperialismus und nicht mehr in der Epoche des Absolutismus leben, heißt nur noch, Lenin hassen und verachten.

Leninzitat aus: „Zusammenbruch der II. Internationale“ Band 21, Seite 214:

„Nebenbei bemerkt, bezeichnet Herr Gardenin in der `Shisn` zwar als `revolutionären Chauvinismus`, aber immerhin als Chauvinismus, dass Marx 1848 für den revolutionären Krieg gegen diejenigen Völker Europas eintrat, die sich in der Tat als konterrevolutionär erwiesen hatten, nämlich `die Slawen und insbesondere die Russen`. Ein solcher Vorwurf gegen Marx beweist nur ein übriges Mal den Opportunismus (oder – richtiger: und -den absoluten Unernst) dieses `linken` Sozialrevolutionärs. Wir Marxisten waren und sind stets für den revolutionären Krieg gegen konterrevolutionäre Völker. Würde zum Beispiel der Sozialismus in Amerika oder in Europa im Jahre 1920 siegen und sollten dann, nehmen wir einmal an, Japan und China – sei es auch zunächst nur auf diplomatischem Wege – ihre Bismarcks gegen uns in Bewegung setzen, so würden wir für einen revolutionären Angriffskrieg gegen sie eintreten.“


Die Nationalbolschewisten greifen Marx an, um den Zarismus ganz offen zu verteidigen! Der Revolutionär Marx war aber gegen den reaktionären Zarismus, gegen dessen Allmacht und seinem vorherrschenden reaktionären Einfluss auf die demokratische Entwicklung des europäischen Westens Mitte des 19. Jahrhunderts. Lenin verteidigte Marx zu Recht, wenn er sagt:

„Die Richtigkeit dieser Ansicht erhielt ihre höchste anschauliche und faktische Bestätigung 1849, als das russische Leibeigenheer den national-freiheitlichen und revolutionär-demokratischen Aufstand in Ungran niederwarf. Von dieser Zeit an bis zum Tode von Marx, ja sogar später, bis 1890, als ein reaktionärer Krieg des Zarismus im Bündnis mit Frankreich gegen das nicht-imperialistische, aber national unabhängige Deutschland drohte, trat Engels vor allem und am stärksten für den Kampf gegen den Zarismus ein. Aus diesem und nur aus diesem Grunde waren Marx und Engels gegen die nationale Bewegung der Tschecjen und Südslawen. Ein kurzer Einblick in das, was Marx und Engels in den Jahren 1848/49 geschrieben haben, wird jedem, der sich für den Marxismus nicht nur interessiert, um ihn mit einer Handbewegung abzutun, zeigen, dass Marx und Engels damals klar und eindeutig `ganze reaktionäre Völker`, die als `russische Vorposten` in Europa dienten, den `revolutionären Völkern` - Deutschen, Polen und Ungarn – gegenüberstellten. Das ist eine Tatsache. Und auf diese Tatsache ist damals zweifellos richtig hingewiesen worden, denn 1848 fochten die revolutionären Völker für die Freiheit, deren Hauptfeind der Zarismus war, während die Tschechen usw. wirklich reaktionäre Völker, Vorposten des Zarismus waren. Was sagt uns dieses konkrete Beispiel, das wir konkret analysieren müssen, wenn wir dem Marxismus treu bleiben wollen? Nur, dass 1. die Interessen der Befreiung einiger großer und größter Völker Europas höher stehen als die Interessen der Befreiungsbewegungen kleiner Nationen; 2. dass die Forderung der Demokratie im gesamteuropäischen Ausmaß – jetzt muss man sagen: im Weltmaßstab – betrachtet werden muss und nicht isoliert. (...) Ein Volk kann nicht frei sein, das andere Völker unterdrückt.

Wenn die konkrete Situation, von der Marx in der Epoche des vorherrschenden Einflusses des Zarismus in der internationalen Politik stand, sich wiederholen sollte, z.B. in der Form, dass einige Völker die sozialistische Revolution beginnen ( wie 1848 in Europa die bürgerlich-demokratische Revolution begonnen wurde), andere Völker sich aber als Stützpfeiler der bürgerlichen Reaktion erweisen sollten – so müssten auch wir für einen revolutionären Krieg gegen sie sein, für ihre `Niederwerfung`, für die Zerstörung aller ihrer Vorposten eintreten, ganz gleich, welche kleinen nationalen Bewegungen hier auch hervortreten mögen. Folglich dürfen wir die Beispiele der Marxschen Taktik nicht beiseite werfen – das hieß sich in Worten zum Marxismus bekennen, in der Tat aber mit ihm brechen -, sondern müssen aus der konkreten Analyse dieser Beispiele unschätzbare Lehren für die Zukunft ziehen. Die einzelnen Forderungen der Demokratie, darunter das Selbstbestimmungsrecht, sind nichts Absolutes, sondern ein kleiner Teil der allgemein-demokratischen (jetzt: allgemein-sozialistischen) WELT-Bewegung. Es ist möglich, dass in einzelnen konkreten Fällen der Teil dem Ganzen widerspricht, dann muss man den Teil verwerfen. Es ist möglich, dass die republikanische Bewegung in einem Lande nur das Werkzeug einer klerikalen oder einer finanzkapitalistisch-monarchistischen Intrige anderer Länder ist – dann dürfen wir diese gegebene, konkrete Bewegung NICHT unterstützen; es wäre aber lächerlich, aus diesem Grunde die Losung der Republik aus dem Programm der internationalen Sozialdemokratie hinauswerfen zu wollen. (...) Damals war die westeuropäische Demokratie, die die größten Nationen befreite, gegen den Zarismus, der einzelne kleine nationale Bewegungen zu reaktionären Zwecken ausnutzte. Jetzt steht das Bündnis des zaristischen Imperialismus mit dem fortgeschrittenen kapitalistischen europäischen Imperialismus auf der Basis ihrer gemeinsamen Unterdrückung einer Reihe von Nationen dem sozialistischen Proletariat entgegen, das in ein chauvinistisches, `sozialimperialistisches`und ein revolutionäres Proletariat gespalten ist. (...) Heute geht es gegen die ausgerichtete Einheitsfront der imperialistischen Mächte, der imperialistischen Bourgeoisie, der Sozialimperialisten, für die Ausnutzung aller nationalen Bewegungen gegen den Imperialismus im Interesse der sozialistischen Revolution. Je reiner der Kampf des Proletariats gegen die gesamte imperialistische Front jetzt ist, um so aktueller wird offenbar das internationale Prinzip: Ein Volk kann nicht frei sein, das andere Völker unterdrückt“ (Lenin, Band 22, Seite 348-350).


Die Nationalbolschewisten können nicht wirklich für die Rückgabe der US-imperialistischen Beute sein, wenn sie nicht gleichzeitig für die Herausgabe der Beute der Monopolkapitalisten Russlands sind. Darüber hüllen sie sich in Schweigen!

Die Nationalbolschewisten versuchen sich insbesondere an dem Kunststück, die Klassiker Lenin und Stalin, den vorangegangenen Klassikern Marx und Engels entgegenzustellen, wobei sie sich zu Enver Hoxha noch nicht geäußert haben, dem 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, der bisher als einziger auf der Welt den Faschismus in Sozialismus verwandelt hat – also eine unserer schärfsten Waffen gegen den Nationalbolschewismus ist !!!! Auf diese Weise, also des nationalistischen Herausbrechens Lenins und Stalins aus dem internationalistischen Gebäude des Marxismus-Leninismus soll dieses zum Einsturz gebracht werden. Das Schema, das die Nationalbolschewisten hierbei verfolgen ist klar zu erkennen: Die Nationalbolschewisten ordnen Marx und Engels, also den Marxismus dem Machtbereich des Westens zu, während sie Lenin und Stalin dem Machtbereich des Ostens zurechnen und vom proletarischen Internationalismus zu trennen versuchen. Internationalismus – ob kapitalistischer oder marxistischer Prägung = Feind; Nationalismus, ob kapitalistischer oder „sozialistischer“ Prägung = Freund. Diesem Schema werden auch die „Anti-Kapitalisten“ Che, Fidel und Mao angepasst – die gegenüber dem internationalen Marxismus-Leninismus „zuverlässige“ Leitbilder für die Nationalbolschewisten sind. Das Motto lautet: Alles, was gegen den westlichen Kapitalismus und den westlichen Marxismus ist, alles was vom östlichen Kapitalismus und östlichen Sozialismus für die nationalbolschewistische Bewegung brauchbar erscheint, versuchen sie in ihren nationalistischen Dienst zu stellen. Deswegen nicht mehr das Schema „links gegen rechts“, sondern das Schema „West gegen Ost“. Die Macht des Ostens soll die Macht des Westens ablösen - in diesen Strom sollen alle Strömungen zusammenfließen, ob sie nun „links“ oder rechts sind . So geben sie sich den Nimbus eines „Befreiers“ und „Retters“ der Welt aus den Klauen der westlichen Welt, leugnen sie den Klassencharakter der Welt, leugnen sie die Hegemonie des Weltproletariats, leugnen sie den proletarischen Internationalismus, leugnen sie den internationalen Charakter des Bolschewismus und versuchen sie diesen in einen nationalistischen „Bolschewismus“ zu verwandeln, nicht um die Weltherrschaft des Imperialismus überhaupt zu beseitigen, sondern – im Gegenteil – den Weltimperialismus in Wirklichkeit zu retten, indem sie den westlichen Imperialismus dem östlichen Imperialismus unterzuordnen versuchen. Das sagen die Nationalbolschewisten natürlich nicht, aber ihre Politik läuft darauf hinaus. Ein treuer Lakai, dem Imperialismus aus der Patsche zu helfen ( – und damit nicht zuletzt auch dem amerikanischen Imperialismus aus der Patsche zu helfen, was sich die Nationalbolschewisten natürlich gebührend bezahlen lassen!). Nationalbolschewismus bedeutet Raubpolitik, bedeutet Raubkrieg. Die NBP in Russland streckt ihre Hände nach Europa aus, um das neue Reich Eurasien zu erobern und den Konkurrenten USA mit Unterstützung Europas in einem Dritten Weltkrieg aus dem Weg zu räumen. Die Nationalbolschewisten sprechen heuchlerisch von der „Befreiung“ der Völker vom US-Imperialismus, um diese selber für eigene Profite auf die Schlachtbank zu führen. Die Nationalbolschewisten handeln nach der Devise: „Entweder Russland geht zugrunde oder wir machen Russland gesund und richten dafür andere zugrunde!“ Unterstützung der Reaktion im Innern und reaktionäre imperialistische Großmachtpolitik nach außen – das ist die Linie des russischen Nationalbolschewismus – das verbirgt sich hinter ihrem „Anti-Amerikanismus“ und ihren „Kampf“ gegen die Kräfte, die davon profitieren, Russland an den Westen zu verschachern. Es darf den Nationalbolschewisten nicht gelingen, die europäischen Völker auf der Schlachtbank eines Imperialismus zu opfern, der die Vorherrschaft des US-Imperialismus ablösen will, um sich selber die fetteste Beute zu sichern. Dahinter steckt der alte russische Großmachtchauvinismus, eine Allianz mit den europäischen Mächten einzugehen, um fremde Gebiete auszuplündern. Die Nationalbolschewisten bieten sich als Alternativpartner an, der zukünftig einen größeren Beuteanteil garantiert als den, der vom gegenwärtigen amerikanischen Partner zugestanden wird.Die eurasischen Völker in Kanonenfutter verwandeln im imperialistischen Krieg um die Ablösung der Vorherrschaft des US-Imperialismus durch den russischen Imperialismus. Wer mit in den Krieg zieht, dem wird versprochen, alte Rechnungen zu begleichen und dass die Kriegsbeute gerecht verteilt wird.


Es gibt jedoch Kräfte, die glauben, im Nationalbolschewismus einen „Schutzwall“ gegen das internationale Finanzkapital zu sehen.

Dieser Schutzwall kann aber tatsächlich nur durch die Führung des Weltproletariats gewährleistet werden, durch den internationalistischen, nicht durch den nationalistischen Kampf. [Wobei unser internationalistischer Kampf anfangs noch nationale Formen annimmt, der nationale Rahmen des internationalistischen Kampfes anfangs, also jetzt, noch eine größere Bedeutung hat als in der Endphase dieses Kampfes. Also: Formal auf den nationalen Rahmen bezogen - wird der Bolschewismus durch die unterschiedlichen nationalen Bedingungen differenziert angewandt, aber dem Wesen, dem Inhalt nach handelt es sich beim Bolschewismus um eine Taktik des gesamten Weltproletariats, stützt sich der Bolschewismus auf den proletarischen Internationalismus und nicht auf den bürgerlichen Nationalismus, der heute – wie bereits gesagt - zu nichts anderem führt als zur Verteidigung des Weltimperialismus gegen die proletarische Weltrevolution, gegen den Weltkommunismus!]

Nie und nirgends haben unterjochte Völker durch den Krieg des einen Volkes gegen ein anderes ihre „Freiheit“ errungen. Die Völkerkriege verstärken lediglich die Knechtung der Völker. Die Befreiung Russlands vom Weltimperialismus ist nicht möglich durch Stärkung des eigenen Imperialismus, sondern nur durch die Zerschlagung des russischen Kapitalismus, die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats und die Zurückeroberung des Sozialismus Lenins und Stalins! Die Arbeiter in Russland werden im Kampf für die Zurückgewinnung ihrer Freiheit keine Opfer scheuen, denn sie erinnern noch sehr gut, dass nur die Oktoberrevolution die politischen Verhältnisse des russischen Lebens tatsächlich verändert hatten, dass nur die völlige Sicherung der Prinzipien und der Grundpfeiler des Marxismus-Leninismus imstande ist, den Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus zu garantieren.

Wir können das hier nicht in allen Einzelheiten darstellen, aber bemühen uns, dafür einige wichtige Beweisstücke für die Bestätigung unserer These zu sammeln, dass der



Nationalbolschewismus nämlich im Grunde genommen eine

anti-marxistische und nicht etwa eine marxistische

Strömung

ist.

Die Nationalbolschewisten hängen dem Marxismus-Leninismus das Etikett des Fiktionalismus an [ jede Lehre, die dem Staat keinen Höchstprofit als Beweis für ihre Richtigkeit liefern kann, wird als „Fiktion“ auf den Abfalleimer der Geschichte geworfen. Der Wert einer Theorie steigt nur in dem Maße, wie sie sich für das Kapital als nützlich erwiesen hat oder zukünftig erweisen könnte ]; die Marxisten-Leninisten würden so tun „als ob es jemals einen Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus gegeben hätte, letztendlich siegt der Stärkere über den Schwächeren.“ Der Fiktionalismus ist ein Grundzug des pragmatischen Positvismus, den sich die US-Imperialisten zu ihrer Denkweise erkoren hatten. Was nützt den Imperialisten die Wahrheit, wenn sie damit keinen Profit machen können? Würden sie mit vorsintflutlichen Mitteln mehr Profit herausholen können, würden sie selbst auf die modernste Technik pfeifen. Und was das, auf die Geschichtstheorie übertragen, heißt, das zitieren wir beim amerikanischen Positivisten John Fiske:

„Politisch beurteilen wir Erfolg oder Misserfolg bei der Erreichung dieses höchsten Zwecks, die Zivilisation der angelsächsischen Rasse“. „Ich trinke auf das Wohl der Vereinigten Staten – im Norden begrenzt durch den Nordpol, im Süden durch den Südpol, im Osten durch die aufgehende und im Westen durch die untergehende Sonne!“ (American Political Ideas“, Seite 6 und 101; New York 1885).

Man ersetze die angelsächsische Rasse durch die russische Rasse und schon hat man im Wesen den gleichen Kern im Programm der Nationalbolschewistischen Partei getroffen: „- Global purpose of National-bolshevism is the creation of Empire from Vladivostok up to Gibraltar on the basis of Russian civilization. Russia is everything, rest is nothing!".

Es geht den Nationalbolschewisten mit ihrer „östlichen Welt“ genauso wie John Fiske um die „westliche Welt“: Die Geschichte der USA oder die Geschichte Russlands = eine Geschichte des Kampfes „auserwählter“ Völker gegen „minderwertige“ Völker. Hitler sah die Geschichte Deutschlands ja auch nicht anders (Unterwerfung der slawischen Völker). Heute führt Bush die „überlegene“ weiße Rasse in die letzte Schlacht zur Unterwerfung aller „minderwertigen“ Rassen unter die „Zivilisation“ der westlichen Welt. „Erst dann kann man von der Welt behaupten, sie sei wahrhaft christlich“ (Fiske, ebenda, S. 151/152).

Verbiete das Verbotene zum Zwecke der Profitmaximierung. Machst du gute Geschäfte, dann ist deine Theorie auch „gut“ und „wahr“. Machst du keine guten Geschäfte, dann ist sie „falsch“ und „unbrauchbar“. Jeder, der den Gegenbeweis liefert - wie wir Marxisten das tun – unterliegt einem „Irrtum“, einer „Fiktion“, die „ falsch“ und „schlecht“ ist, denn die sozialistische Theorie ist nur deswegen nicht „wahr“, weil sie für die Kapitalisten unnütz und außerordentlich schädlich ist. Der Verlust des russischen Marktes durch die Diktatur des Proletariats der sozialistischen Sowjetunion Lenins und Stalins war für das Weltkapital ein herber Verlust, die Weltrevolution pochte an seine weltherrschaftliche Türe. Die Kapitalisten haben es aber schließlich verstanden, aus der sozialistischen Theorie Kapital für sich herauszuschlagen, indem sie diese ins Arsenal ihrer demagogischen Lügen aufgenommen hatten. Ein Sozialismus in Worten und ein Kapitalismus in Taten, das ist der „wahre“ Sozialismus“ (= Revisionismus). Der Revisionismus ist daher nützlich gewesen für die Kapitalisten, galt er doch als ein Beweis ihres Erfolges, die Diktatur des Proletariats in die Diktatur der Bourgeoisie zurückzuverwandeln. Nur, das Proletariat lernt eben nicht allein aus den Fehlern der Kapitalisten, sondern auch aus seinen eigenen Fehlern, wird sich seine zurückeroberte Diktatur diesmal nicht wieder von Revisionisten aus den Händen nehmen lassen. Wenn sich also der Revisionismus im Wiederholungsfalle als weniger nützlich erweisen sollte, um die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats zu verhindern, dann kann man es ja auch mal mit dem Nationalbolschewismus (Bolschewismus in Worten und Nationalismus in Taten) versuchen oder mit Kombinationen zwischen beiden. Also darf sich das Proletariat davon nicht täuschen lassen, muss alle neuen Masken, die sich der Kapitalismus aufsetzt, runterreißen und unbeirrbar seinen proletarischen, revolutionären Weg zurückverfolgen, um den Anfang des roten Fadens wiederzufinden, um die verlorene Macht wieder zurückzugewinnen – den Marxismus.

Wir müssen den Einfluss des Nationalbolschewismus als bürgerlichen Einfluss in den Reihen der Arbeiterbewegung entlarven, weil alle anti-marxistisch-leninistischen, rechten und „links“opportunistischen Strömungen heute als Reservoir zur Stärkung des Faschismus mobilisiert werden. Die Krise in Russland zwingt dort die Kapitalisten, einen immer größeren faschistischen Knüppel aus dem Sack zu ziehen und den unbrauchbar gewordenen „parlamentarischen“ (vielleicht für später) wieder einzustecken. Ein vorzeitiger offener Kampf zwischen rechts und links ist diesem Ziel nicht zweckdienlich, weswegen diese Widersprüche jetzt noch nicht unnötig geschürt, also möglichst übertüncht werden sollen, um zum richtigen Zeitpunkt später die linken Führer totzuschlagen. Sie wollen zunächst erst mal herausbekommen, wer sich gewinnen lässt und wer nicht – sie sondieren. Drohen ihnen die Felle davonzuschwimmen, dann werden sie auch andere Seiten aufziehen. Dass sie gefestigte und felsenfest überzeugte Kommunisten nicht auf ihre Seite bekommen können, ist ihnen klar. Das Problem versuchen sie dann nicht mit Überzeugung, sondern mit den altbewährten Mitteln „zu lösen“.

Unser Kampf gegen die Nationalbolschewisten ist heute daher integraler Bestandteil unseres antifaschistischen und anti-imperialistischen Klassenkampfes, der den Sieg des Weltbolschewismus, dem Sieg des proletarischen Internationalismus, dem Sieg des Weltkommunismus zum Ziel hat:

„Sozialismus statt Imperialismus! Internationaler Klassenkampf gegen die faschistischen Diktaturen der Bourgeoisie und ihren imperialistischen Kriegen – mit welcher Rechtfertigung sie auch immer errichtet und geführt werden ! Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Es lebe die sozialistische Weltrevolution!“

Das ist das Banner, unter dem wir Kommunisten die ganze Welt heute sammeln und vereinigen. Mögen die Nationalbolschewisten ihre Wahl treffen, sich unter unser Banner oder sich dagegen zu stellen.

Wessen Zeit ist abgelaufen, die des Kapitalismus oder die des Sozialismus? Abgelaufen ist die Zeit des Kapitalismus, die Zeit des Sozialismus hat noch gar nicht erst richtig begonnen! Sie beginnt erst richtig, wenn sie das kapitalistischeWeltsystem durch das sozialistische Weltsystem ersetzt hat! Mit der Sowjetunion Lenins und Stalins begann der Sozialismus – dieses Russland verteidigen wir Kommunisten treu bis in unseren Tod. Aber es waren auch die russischen Verräter, die die Sowjetunion Lenins und Stalins den Kapitalisten zum Fraß vorwarfen. An dem Anfang UND dem Ende des bisherigen Sozialismus war Russland also gleichermaßen beteiligt. Deswegen ist es für uns Kommunisten außerhalb und innerhalb Russlands so wichtig, das zurückzuerobern, was Lenin und Stalin einst geschaffen hatten, und es nicht aufzugeben (die Nationalbolschewisten wollen aber erklärtermaßen „nichts zurückerobern“, sondern etwas „Neues“ schaffen, verwerfen also den Sozialismus). Wir lassen uns nicht das Recht nehmen, uns zurückzuholen, was wir einst mit unserem Schweiß und Blut bezahlt haben. Was uns gehört hat, gehört uns immer noch, und wir kämpfen solange dafür, bis die Kapitalisten vom Erdball gefegt sind, denn sie haben uns den Sozialismus geraubt! Auf welche Seite ihr hingehört, das ist ganz allein eure Entscheidung, aber seid gewiss, wer uns nicht hilft, unterstützt nur diejenigen, die jetzt an der Macht sind in Russland!!! Die einzigen, die bewiesen haben, die Herrschenden in Russland zu stürzen, waren wir Kommunisten, nicht die Nationalbolschewisten.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit:

Wenn es uns Kommunisten gelingt, das Weltproletariat jetzt zur sozialistischen Weltrevolution zu führen mit der Speerspitze auf das US-Machtzentrum des internationalen Finanzkapitals gerichtet, werden wir diesen vollgefressenen, aufgeblähten, kriegsmüden und krisenzermürbten USA-Imperialismus mit einem einzigen Nadelstich zum Platzen bringen und ihm die zusammengeklaute Beute mühelos entreißen können, um damit der hungernden Welt die Mäuler zu stopfen, sie kampffähig zu machen, ihr die Machtmittel der Weltproduktion und deren gerechte Verteilung zu geben, den Weltmarkt in ihre eigenen Hände zu legen, den Weltlohnsklaven all das zurückzugeben, was sie für die Imperialisten über 100 Jahre lang zusammengeschuftet haben, vor allem aber sie damit aus der Lohnsklaverei des Kapitalismus zu befreien, um sich ihre eigene neue sozialistische Weltordnung zu schaffen. Mit allen anderen imperialistischen „Groß“mächten machen wir dasselbe, denn ein besiegter „großer Bruder“ kann und wird ihnen auch nicht mehr weiterhelfen, stehen sie schutzlos den revolutionären Massen gegenüber, die sie hinwegfegen werden mit den Machtmitteln, die sie den Yankees abgenommen haben, und das sind heute eindeutig die besseren Waffen. Einem nach dem anderen entreißen wir ihnen die Macht, und alle von den Imperialisten unterjochten Völker werden uns dabei mit größter Freude helfen, denn der aufgestaute Hass gegen die fremden Besatzer und ihre innländischen Lakaien ist grenzenlos. Wir verfügen über die besten Voraussetzungen, dass uns die Mehrheit der ganzen Welt uns dabei unterstützt, unser sozialistisches Werk weltweit zu Ende zu bringen, den Menschen Brot, Freiheit und Frieden zu geben, die Weltkrise für immer zu überwinden und damit nicht nur dem heute drohenden Ausbruch eines imperialistischen Raubkrieges zuvorzukommen, sondern mit der Beseitigung des Weltimperialismus, die Wiederholung eines neuen imperialistischen Krieges für immer unmöglich zu machen.

Dies wird uns allerdings nur gelingen, wenn wir denjenigen Raubtieren zuvorkommen, die sich jetzt bereits zusammenrotten, um die Machtverhältnisse in der Welt zu ihren Gunsten zu verändern. Der US-Imperialismus, der selber mit dem Rücken zur Wand steht, zwingt sie sogar dazu, ihm die Beute abzujagen und militärisch gegen ihn aufzurüsten. Anders als durch einen imperialistischen Krieg kommen sie nicht aus der Krise heraus. Die Imperialisten sind gezwungen, sich die Beute gegenseitig abzujagen durch einen imperialistischen Raubkrieg. Diesmal geht es nicht um die Rettung dieser oder jener imperialistischen „Groß“macht, sondern um den Weltimperialismus als Ganzes. Einen anderen Weg hat die Weltbourgeoisie nicht, um sich zu retten, als nach innen den Weltfaschismus zu errichten, um zu verhindern, dass wir Kommunisten die Intiative ergreifen und die Gunst der Stunde für den Kommunismus nutzen. Sie wird zuerst versuchen, die Massen davor zu bewahren, sich wieder mit dem Kommunismus zu infizieren und muss daher die kommunistischen Führer kurzer Hand physisch zu vernichten, wenn es nicht gelingt, sie ideologisch zu liquidieren, sie auf ihre Seite zu ziehen und sie zu assimilieren, zu spalten, zu zersetzen, kurz: sich selber handlungsunfähig zu machen. Die Schlacht zwischen Imperialismus und Kommunismus wird entschieden von den Massen, wer sie gewinnt, der hat die Macht, wer sie gegen sich hat, verliert die Macht.

Das wissen natürlich auch die Nationalbolschewisten. Sie halten sich für die Auserwählten, für die Elitetruppe, die den Weltimperialismus retten kann, erstens vor seinem Untergang, in den ihn die Verschwendungssucht des westlichen Kapitalismus hineinreitet und zweitens gegen den Untergang durch den Weltsozialismus, der ihm durch die Kommunistische Internationale droht. Die Nationalbolschewisten bietet dem Weltimperialismus also ein neues Zuhause an - das „Reich Eurasien“, dessen Zentrum Russland sein muss – das ist der Preis, den sie für ihre Söldnerdienste verlangen. Weltherrschaft Russlands – das hat bislang nur deswegen keiner geschafft, weil es eben noch nicht die Nationalbolschewisten gab!

Immer mehr Kapitalisten auf der ganzen Welt werden nach Ansicht der Nationalbolschewisten erkennen, dass ihre „revolutionäre“ Bewegung“ nicht nur für die russischen Räuber, sondern für alle Räuber der Welt nützlich sein kann – sogar für einige amerikanische, die ihr Interesse schon angemeldet und mit den Nationalbolschewisten verhandelt haben (so erzählt es Limonka wenigstens in seinem Märchen von den „siamesischen Zwillingen“, natürlich um damit die Werbetrommel zu rühren als Beweis wie ernst sie bereits zu nehmen sind. Wir Kommunisten lassen uns jedenfalls davon nicht beeindrucken und schon gar nicht einschüchtern.

Wenn die imperialistischen Konkurrenten des amerikanischen Finanzkapitals ihren Hals gemeinsam aus der Schlinge der Krise herauszuziehen versuchen durch einen Krieg, wenn solche Strömungen wie die der Nationalbolschewisten uns zuvorkommen, wenn der Weltkrieg zwischen beiden imperialistischen Lagern nicht von uns verhindert wird, dann wird der Sieg des Weltsozialismus über das „eurasische Reich“ schwerer werden und länger dauern. Deswegen müssen wir die Herausbildung dieses „eurasischen Reichs“ rechtzeitig verhindern, indem wir die gefährlich werdende Ost/West-Front der Imperialisten und der Kriegsgefahr dadurch begegnen, dass wir Bolschewisten des Westens und des Ostens uns vereinigen, um zwischen den Arbeitern des Westens und den Arbeitern des Ostens eine Brücke zu schlagen, um sie zu einer Front gegen den Weltimperialismus zusammenzuschmieden, müssen wir alle unterdrückten Völker der Welt in diese Front einbeziehen, müssen wir die gegenerischen Widersprüche zwischen der Verteidigung der westlichen Weltherrschaft des Imperialismus und dem neuerlichen Hegemonialstreben des östlichen Imperialismus ausnutzen, müssen sich Ost- und West-Imperialismus gegenseitig so sehr schwächen, dass wir sie beide einer nach dem anderen vernichten können, damit die sozialistische Weltevolution sozusagen als „lachender Dritter“ siegreich aus dieser hegemonialen Weltschlacht hervorgeht und der Sozialismus die Weltherrschaft erobert. Es ist klar, dass dabei das russische Proletariat eine nicht unwichtige Rolle spielt und es sich gegen den Einfluss des Nationalbolschewismus wappnet, sich ihm nicht unterwirft, sondern ihn verwirft als eine bürgerliche Ideologie.

Mit Geld wird sich die sozialistische Weltrevolution nicht kaufen lassen, etwa wie die Sowjetunion nach Stalins Tod. Ohne die Schaffung einer konterrevolutionären Bewegung lässt sich die sozialistische Weltrevolution nicht aufhalten, das wissen die Reichen genauso gut wie die NB- „Revolutionsmanager“. Warum nicht von Hitler lernen, der hat mit seiner „nationalsozialistischen Revolution“ die sozialistische Revolution doch auch zum Stoppen gebracht und ist dafür von den Reichen reichlich belohnt worden. Also muss eine „nationalbolschewistische Revolution“ noch ein größeres Geschäft werden können, um die bolschewistische Weltrevolution zum Stoppen zu bringen. Jedenfalls erhoffen sich die Nationalbolschewisten mit ihrer Bewegung nicht nur russischen Geldregen, sondern auch den Geldregen von amerikanischen und anderen Finanzgewaltigen in der ganzen Welt, die zu ihren eigenen „Groß“mächten immer weniger Vertrauen haben und nach neuen Wegen suchen, um ihr Geld gewinnbringender anzulegen. Zumindest verstreuen sie ihr Kapital an verschiedene politische Strömungen, damit es nicht gleich gänzlich verloren ist, wenn die eine oder andere politische Bewegung versagt. Jedenfalls ist die Investition in parlamentarisches Geschwätz heute keinen Pfifferling mehr wert und Teile des amerikanischen Finanzkapitals hüten sich, ihre ganze Karte auf Bush zu setzen. Es gibt Finanzkreise in der ganzen Welt, die Ausschau halten nach denjenigen politischen Strömungen , die diesem parlamentarischen Geschwätz ein Ende bereiten und mit diesen politischen Schmarotzern und ihren verknöcherten, profithemmenden Bürokratismus kurzen Prozess machen. Aber sie schauen sehr genau hin, unter welcher dieser neuen „revolutionären“ Strömungen sich ungestört weiter Profit machen lässt, welche „verlässlich“ und „loyal“ sind und nicht etwa versuchen, dem „Business“ ins Geschäft zu pfuschen. Das Kapital macht nur die politischen Kräfte stark, die ihm den Ärger vom Hals halten, politische Bedingungen, unter denen sich reibungslos Profit scheffeln lässt und die schwindelerregend hohen politischen „Nebenkosten“ nicht das Geschäft gefährden wie in Amerika (radikale Reduzierung der politischen Nebenkosten aufwendiger politischer Systeme durch faschistische „Vereinfachung“ - nicht lange herumdiskutieren, nicht fackeln, sondern schneller entscheiden und effektiver durchgreifen!!). Die Nationalbolschewisten sind da viel bescheidener und viel effektiver, handeln statt zu lamentieren, also warum nicht lieber in sie investieren? Sind die Bedingungen in Russland nicht ausgezeichnet? „Für Geld machen die alles, um aus ihrer elendigen Lage herauszukommen. Wir werden sie reichlich belohnen, wenn sie sich in unseren Dienst stellen “ sagt das internationale Kapital. - „Gebt uns Geld zur Eroberung der politischen Macht in Russland und wir schießen euch den Weg frei“ – versprechen die Nationalbolschewisten. „Dann haben wir jeder unseren Vorteil“ einigen sich internationales Kapital und Nationalbolschewisten [ Originalton Limonka: In 1997, if I'm not mistaking, in the press-center of the Tretyakov Gallery was held a meeting with George Soros. The meeting of the capital's society and the "Institute of an Open Society", headed by this eccentric American philanthropist. (...) Our presence and appearance was beforehand discussed with the Russian Soros helpers and Soros himself was informed: two dangerous revolutionaries will come. He could have said: "Lord have mercy, no!" But he said - let them come.(...) Conquerors from Eastern Europe, they came in the 50s to the Yankees who already got lazy, however, they easily passed them by. (...) In his last book Soros - a philanthropist and financial man, and as people tell, a brave and aggressive speculator, who ruined Indonesia's currency, an entire country, suddenly comes forth as almost an enemy of capitalism, states doubts in capitalism. (...) In any case he declares himself enemy of the capitalism that formed in Russia. (...) the philanthropist spends a wild quantity of millions of dollars (...) in publishing of Russian textbooks that explain to the students how the word is made according to Soros. It is a person with a colossal megalomania, with the desire to impose himself on the world. And with huge money, which makes his desire realizable. (zitert aus den „siameischen Zwillingen“).

Mit „anti-kapitalistischen“ Kapitalisten zusammen die „siamesischen Zwillinge“ bezwingen – damit kommen wir zur Märchenstunde Limonkas:



Limonkas

Hirngespinst von den siamesischen Zwillingen

Limonka predigt eine total neues Russland. Die Zeit des Kapitalismus und des Sozialismus ist für Limonka erklärtermaßen „abgelaufen“ - punktum. Die Zukunft der Menschheit liegt in den Händen eines nationalbolschewistischen Groß-Russlands – einer Welt der „Brüderlichkeit, der Befreiung von mechanischer Arbeit, sexuellem Wohlbefinden und dem Recht auf Krieg!“ - das predigt Limonka als etwas „total-total Neues“.

Was würde Lenin zu den Nationalbolschewisten sagen, wäre er noch am Leben:


„Sage ich: das neue Russland muss man so und so, vom Standpunkt, sagen wir, der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der ausgleichenden Verteilung nach dem Arbeitsprinzip u. dgl. m. errichten, so ist das Subjektivismus, der mich in das Gebiet von Hirngespinsten führt. In Wirklichkeit werden die Kämpfe der Klassen, und nicht meine guten Wünsche [oder die von Limonka – Anmerkung des Verfassers] die Errichtung eines neuen Russlands bestimmen. Meine Ideale von der Errichtung eines neuen Russlands [wie auch die „Ideale“ des nationalbolschewistischen Programms – Anmerkung des Verfassers] werden nur dann keine Hirngespinste sein, wenn sie wirklich die Interessen einer existierenden Klasse ausdrücken, deren Lebensbedingungen dazu zwingen, in einer bestimmten Richtung tätig zu sein. Stelle ich mich auf diesen Standpunkt der Objektivität des Klassenkampfes, so rechtfertige ich keineswegs die Wirklichkeit, sondern zeige im Gegenteil in dieser Wirklichkeit selbst die tieftsen ( wenn auch auf den ersten Blick nicht sichtbaren) Quellen und Kräfte ihrer Umgestaltung.

Sage ich aber: `Das neue Russland errichtet niemand, es wird errichtet im Kampf der Interessen` [auch dies sagen die Nationalbolschewisten – Anmerkung des Verfassers], so werfe ich sofort einen gewissen Schleier über das klare Bild des Kampfes bestimmter Klassen, mache ich denjenigen Zugeständnisse, die nur die an der Oberfläche sichtbaren Handlungen der herrschenden Klassen, d.h. besonders der Bourgeoisie, sehen. Ich verfalle unwillkürlich in eine Rechtfertigung der Bourgeoisie, statt der Objektivität des Klassenkampfes nehme ich die auffälligste oder die zeitweilig erfolgreiche bürgerliche Richtung zum Kriterium“ (Lenin, Band 18, Seite 322).


Das Unglück jeder Nation - wie auch der gesamten Menschheit - ist heute dadurch entstanden, dass sie in antagonistische Klassen aufgeteilt ist, dass die einen die anderen Klassen ausbeuten und unterdrücken und dass einige wenige Nationen wiederum alle anderen Nationen ausbeuten und unterdrücken. Um die Menschheit von diesen Übeln zu befreien, muss man sie von ihrem antagonistischen Klassencharakter befreien, um sie dann im nächsten Schritt überhaupt von Klassen befreien zu können. Dies ist aber ohne Klassenkampf und Revolution nicht möglich, denn die eine Klasse, die Weltbourgeoisie, lebt auf Kosten der anderen, verschlimmert dadurch die Krise und ist deswegen weder willens noch in der Lage, die Klassengesellschaft zu beseitigen, weil damit ihre eigene Klasse zum Untrgang verurteilt ist, sie also nicht freiwillig abtreten will und auch nicht kann. Die Weltbourgeoisie braucht die Klassengesellschaft, um zu überleben. Das Weltproletariat muss sie beseitigen, um zu überleben. Es gibt also eine Klasse, die die objektiven und subjektiven Voraussetzungen mit sich bringt, die Menschheit von der Klassengesellschaft zu befreien einschließlich von sich selbst – das ist das Weltproletariat. Ohne eine Weltordnung des Proletariats keine Befreiung der Menschheit von ihrer Aufteilung in antagonistische Klassen, keine Befreiung des Menschen von seiner zwanghaften Klassengebundenheit, keine klassenlose Gesellschaft, keine Menschheit ohne Klassencharakter, keine Lösung der Probleme der Menschheit, sondern deren Zerstörung und Vernichtung, Zerstörung und Vernichtung der Welt, also unserer aller Lebensgrundlage. Der Weltkapitalismus zerstört unser aller Lebensgrundlage (einschließlich die der Kapitalisten übrigens). Deswegen muss der Weltkapitalismus zerstört werden, um unser aller Lebensgrundlage zu sichern und zu verbessern und darauf eine höhere Kultur, eine menschliche Kultur aufzubauen, die allen Menschen auf dieser Erde gleichermaßen zugute kommt – die kommunistische Kultur.

Kommunismus heißt heute, die Weltprobleme der Menschheit gemeinschaftlich zu lösen, Menschen und Natur von der unmenschlichen antagonistischen Weltklassengesellschaft zu befreien, dabei Freud und Leid im Kampf gegen die ausbeutenden und unterdrückenden Klassen und Nationen zu teilen, das Glück eines jeden ausgebeuteten und unterdrückten Volkes mit dem Glück eines anderen ausgebeuteten und unterdrückten Volkes zu verbinden.

Das Glück des russischen Volkes ohne das Glück aller anderen Völker, ohne den gemeinsamen Kampf für das Glück aller Völker, ist ein Unglück für das russische Volk. Das sozialistische russische Volk war dadurch stark, dass es von den unterdrückten und ausgebeuteten Völkern unterstützt wurde. Wer das Glück einer eigenen, einzelnen, stärkeren, überlegeneren, reicheren oder sonst einer Nation höher stellt als das Glück aller anderen Nationen, der bringt sich um das gemeinsame Glück, weil es die anderen ihr versagen werden, der bringt alle anderen Nationen ums Glück, genauso wie das der eigenen. Jedes Privileg einer Nation gegenüber einer anderen, ist ein Schaden für alle Nationen, auch für die privilegierte Nation. Das zukunftssichernde Prinzip ist heute das Prinzip des proletarische Internationalismus, mit dem sozialistische Nationen geschaffen werden, also Abschaffung jeglicher Privilegien – der bürgerliche Nationalismus ist das Prinzip einer untergehenden Gesellschaftsordnung, der die Unterdrückung und Ausbeutung der Nationen erzeugt hat, die Aufrechterhaltung oder Zurückgewinnung von Privilegien.

Die Befreiung der ganzen Menschheit garantiert die Befreiung eines jeden Volkes, wobei die Befreiung eines jeden Volkes ein unersetzbares Kettenglied der Befreiung der ganzen Menschheit ist, denn die Befreiung der Menschheit schreitet in dem Maße voran, wie sich die einzelnen Kettenglieder miteinander zu ihrer eigenen Befreiung vereinigen. Nicht Befreiung gegeneinander, auf Kosten anderer, sondern Befreiung miteinander, füreinander – das ist der einzige Ausweg aus der heutigen Krise aller Nationen, das ist der Ausweg aus der Krise der russischen Nation.

Auf dieser Welt besteht das höchste Bestreben darin, alle Menschen untereinander wie jeden einzelnen mit der Natur in Einklang zu bringen und die dafür notwendige Beseitigung der bestehenden Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Natur durch den Menschen mittels internationalen Klassenkampfes zu erreichen, durch den Sieg der sozialistischen Revolution, des Sturzes der Weltbourgeoisie durch das Weltproletariat, durch den Sieg des Weltsozialismus über den Weltkapitalismus, durch Beschreiten des Weges zum Kommunismus.


Das sind die Ideale, von denen wir Kommunisten unsere revolutionäres Handeln ableiten. Wir lassen uns vom Marxismus-Leninismus leiten, weil er nicht „ausgedacht“ ist, sondern wissenschaftlich mit den objektiven Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Welt übereinstimmt. Das macht unsere Bedeutung und Stärke aus, macht uns zu einer Kraft, die den Herrschenden dieser Welt das Fürchten lehrt und wir für sie immer noch der Feind Nr. 1 in der Welt sind, denn der Kommunismus lebt, ist unbesiegbar. Unsere Niederlagen machen unseren Sieg nur noch vollkommenerer. Die kommunistische Gesellschaft ist die einzige Gesellschaft, mit der die Menschheit eine Zukunft hat.

Wir Kommunisten fragen die Nationalbolschewisten also , was ihre Ideale eines neuen Russlands mit diesen kommunistischen Idealen Lenins und Stalins zu tun haben und warum sie die Kommunisten Lenin und Stalin in Nationalisten umtaufen? Sicherlich, Stalin und Lenin haben - wie bereits schon vorher Marx und Engels – (also lange, lange vor den Nationalbolschewisten) erkannt, dass die Zeit des Kapitalismus und des Sozialismus eines Tages abgelaufen sein wird. Der Unterschied ist nur der, dass sie nicht den Nationalbolschewismus dabei vor Augen hatten, sondern den Weltkommunismus, was die Nationalbolschewisten selbstverständlich leugnen.


Limonka – einer der politischen Führer der NBP (Nationalbolschewistische Partei in Russland) stellt in diesem seinem Artikel „Sozialismus und Kapitalismus – siamesische Zwillinge“ kühne, „revolutionäre“ Losungen auf, von denen wir hier einige zitieren: „ freedom of man from mechanical labor“.


Stalins Antwort hierauf:

„Darum müsste gesagt werden, dass nirgends so gern Maschinen angewandt werden, wie in der UdSSR, denn die Maschinen ersparen der Gesellschaft Arbeit und erleichtern die Arbeit des Arbeiters, und da es in der UdSSR keine Arbeitslosigkeit gibt, wenden die Arbeiter sehr gern Maschinen in der Volkswirtschaft an“ (Stalin Werke, Band 15, Seite 334-335, dt. Ausgabe, KPD/ML).



„In der bürgerlichen Gesellschaft ist die lebendige Arbeit nur ein Mittel, die aufgehäufte Arbeit zu vermehren. In der kommunistischen Gesellschaft ist die aufgehäufte Arbeit nur ein Mittel, um den Lebensprozess der Arbeiter zu erweitern, zu bereichern, zu befördern“ (Marx, Engels, „Kommunistisches Manifest“)

Wir Kommunisten verachten nicht grundsätzlich die Arbeit, sondern nur die Lohnarbeit, weil sie auf kapitalistischer Sklaverei beruht. Maloche ist nicht gleich Maloche. Mir kommt es nicht darauf an wie mechanisch, wie schwer oder wie anstrengend irgendeine Arbeit für mich ist, wenn ich weiß, dass sie meiner Familie, der Gesellschaft dient und nützlich ist für sie, wenn sie allen wie auch mir selbst Wohlstand und mehr Lebensqualität verschafft. Ich bin sogar freiwillig und gerne bereit, ohne Geld zu arbeiten, wenn es dem Gemeinwohl aller Menschen auf dieser Erde dient. Für mich ist aber schon der kleinste Handschlag, selbst wenn ich dabei von machanischer Arbeit befreit wäre und mein Arbeitsplatz „interessanter“ oder vielleicht“ abwechslungsreicher“ gestaltet wäre, schon zu viel, stinkt es mir gewaltig, wenn ich damit statt meiner Familie, statt dem Wohl der Gemeinschaft, nur den Geldsäcken das Bankkonto damit auffülle, die ihren Hals nicht voll kriegen können, während meine Familie, während die Gemeinschaft hungern und den Gürtel enger schnallen muss, also wenn jeder Handschlag nur dazu führt, mich vielleicht schon am nächsten Tag selber wegzurationalisieren und arbeitslos auf der Straßezu liegen. Wenn ich mit meiner Arbeit gezwungen werde, die Macht der Reichen und ihren Reichtum nur vermehren, und dadurch noch mehr Armut zu produzieren dann allerdings ist das eine verfluchte Maloche, macht sie mich, macht sie jeden, macht sie alle kaputt, werde ich mich, wird sich jeder, werden sich alle von dieser Art von Arbeit befreien, indem ich mich, sich jeder mit allen Kollegen der Welt vereinigt und für unser aller revolutionären Befreiung von der Lohnsklaverei kämpfen. Also eine mechanische Arbeit für das Wohl aller ist mir tausendmal lieber als die „tollste“ Arbeit, wenn diese den Kapitalisten oder dem kapitalistischen Staat dient, ob er nun amerikanisch, russisch, deutsch oder chinesisch ist. Das ist in erster Linie eine soziale und nicht nationale Frage.

Vor allem ist es nicht so wie die Nationalbolschewisten behaupten, dass sich in der Inbesitznahme der Fabriken durch die Arbeiter der Sozialismus erschöpft, sondern es ist so, dass mit der sozialistischen Umgestaltung die notwendigen Voraussetzungen für die kommunistische Gesellschaft geschaffen werden, wo die Arbeit nicht bloßes Mittel zum Zweck bleibt, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden ist und sich das Prinzip: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ verwirklichen lässt.

Limonka predigt „Brüderlichkeit unter den Menschen“ unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Russland, denn Kapitalismus und Sozialismus sind ja bereits „passé“, können „beide“ nicht mehr die Menschen als bloßes Werkzeug der Produktivität der Arbeit missbrauchen. Nationale Brüderlichkeit als Wundermittel zur Versöhnung zwischen Lohnarbeit und Kapital - zum Wohle des „ganzen“ Volkes oder zum Wohle einer Minderheit des ganzen Volkes?



„The Right of War“

Limonka fordert: „Right for war.“ Hat er mal die ältere russische Bevölkerung gefragt, was die von einem „Recht auf Krieg!“ halten? Sie werden Limonka antworten: „Recht auf Krieg zur Verteidigung des Sozialismus – ja, ansonsten aber GEGEN das Recht auf Krieg. Hat Limonka die russische Jugend, beispielsweise die russischen Söhne im Tschetschenischen Krieg befragt, ob sie „heiß“ darauf ist, für Putin zu sterben, um für die Eroberung des eurasischen Reiches, für die russische Weltherrschaft zu sterben? Eine Forderung nach Recht auf jedweden Krieg aufzustellen, ohne die Klassenfrage zu stellen, welcher Klasse dieses Recht nützt und welcher Klasse es schadet, ist die Forderung des Nationalismus, ist die Aufforderung zum imperialistischen Eroberungskrieg. Wenn es überhaupt irgendein Recht auf Krieg gibt, dann nur das Recht auf einen Krieg der unterdrückten und ausgebeuteten Klassen gegen den Krieg der unterdrückenden und ausbeutenden Klassen. mit dem Ziel der Beseitigung der Unvermeidbarkeit von allen Kriegen für alle Zeiten. Der wirklich gerechte Krieg der Welt ist der Klassenkrieg des Weltproletariats gegen den Krieg des Weltimperialismus, weil er der einzige Krieg ist, der die Unvermeidbarkeit von Kriegen beseitigen kann.

Also Recht auf imperialistische Raubkriege?! Nie haben Lenin und Stalin solch eine reaktionäre Forderung aufgestellt! Wie wäre es mit Recht auf Frieden, liebe Nationalbolschewisten? Was war denn für euch Recht auf Krieg zwischen Russland und Afghanistan? Recht auf einen sozialen und nationalen Befreiungskrieg des Afghanischen Volkes gegen die Besatzer des russischen Sozialimperialismus oder Recht der russischen Sozialimperialisten auf Krieg zur Unterwerfung des Afghanischen Volkes? Oder etwa „Beides“ - nach dem Motto, „möge der Stärkere gewinnen“, weil das Recht nur immer auf der Seite des Stärkeren ist? Wie großzügig, wenn eine reiche Supermacht einen Krieg führt, und das Recht auf diesen Krieg mit einem der ärmsten Völker der Welt teilt! Wer in Afghanistan stärker war, hat sich ja wohl erwiesen. Die russischen Besatzertruppen mussten ihren Schwanz einziehen und die Kabuler Marionettenregierung der neuen Zaren ihren Hut nehmen. Das war Recht so - sagen wir Bolschewiki, nicht zuletzt im Interesse des russischen Volkes selbst, dessen Söhne für den kolonialen Profit der russischen Sozialimperialisten ihr Blut vergießen mussten! Das war nicht Recht so, sagen die Nationalbolschewisten, denn das hat Russland auf dem Kriegsweg zur Eroberung des eurasischen Weltreichs geschadet!

Ist der Krieg gegen Russland gerecht, führen wir mit den russischen Bolschewiki gegen Russland Krieg! Ist der Krieg gegen Russland ungerecht, dann führen wir mit den russischen Bolschewiki den Krieg zur Verteidigung Russlands, opfern wir für Russland unser Blut, so wie wir Kommunisten der Ganzen Welt es damals im zweiten Weltkrieg getan haben!!! Wir Kommunisten lassen uns von niemandem einen Krieg aufzwingen, auch nicht von den Nationalbolschewisten, (wenn sie es den könnten). Wenn uns irgendeine imperialistische Nation einen Krieg aufzuzwingen versucht, werden wir diese imperialistische Nation in eine sozialistische Nation verwandeln, genauso wie wir einen uns aufgezwungenen imperialistischen Weltkrieg in eine sozialistische Weltrepublik verwandeln werden. Wenn uns der Weltimperialismus daran hindert, die sozialistische Weltrevolution zum Sieg zu führen, damit wir für immer imperialistische Weltkriege verhindern, wenn er also mit einem imperialistischen Weltkrieg versucht, der sozialistischen Weltrevolution zuvorzukommen, dann werden wir den imperialistischen Weltkrieg in einen sozialistischen Weltkrieg verwandeln, dessen Sieg zwar noch mehr Opfer und Zerstörung kosten würde, aber genauso zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution führt – wir werden so oder so siegen, weil der Weltsozialismus gerecht ist, denn er befreit die ganze Menschheit vom Krieg: Die Zukunft der Menschheit wird durch Frieden gesichert, nicht durch Krieg. Die beste Voraussetzung für die sozialistische Weltrevolution ist der Frieden und nicht der Krieg.

Die Forderung des Rechts auf Krieg für Russen, wo auf der Welt „weder Kapitalismus noch Sozialismus existiert“, ist die Forderung des Rechts einer starken Rasse auf ihre Weltordnung über schwache Rassen, nämlich Krieg gegen jede Rasse zu führen, die nicht russisch ist oder zu schwach ist, sich der Russifizierung zu widersetzen. Das ist ein rassistischer Weltkrieg, ein Rassenkrieg, der den Krieg des Hitlerfaschismus zur Ausrottung einer Rasse, also der jüdischen Rasse, auf alle anderen Rassen der Welt ausdehnt, ein Krieg, der bis zur Ausrottung aller Rassen geführt wird, bis es nur noch Russen auf der Welt gibt. Hitlers Krieg für Lebensraum nach Osten wird von den Nationalbolschewisten verwandelt in einen Krieg für Lebensraum nicht nur nach Westen, sondern Lebensraum für Russen auf der ganzen Welt. Allen Völkern wird ihr Lebensraum geraubt, um der russischen Rasse darin Platz zu machen: „Russland ist alles, alles andere ist ein Nichts!“ Das ist die nationalbolschewistische Rechtfertigung für ihr „Recht auf Krieg“, für das Recht auf ihr „eurasisches Reich“ - und das ausgerechnet „im Namen“ Lenins und Stalins ! Befreien wir das Russische Volk, befreien wir Lenin und Stalin und alle Völker der Welt von den Nationalbolschewisten! Wenn der Platz für die Völker enger wird auf der Welt, dann werden sie friedlich zusammenrücken, aber in einem Völkerkrieg die schwachen vernichten, um Platz für die stärkeren zu schaffen oder umgekehrt: In einem Völkerkrieg schwächere Völker zusammenzuschließen, um ein stärkeres Volk auszulöschen – das ist reiner Sozialdarwinismus, imperialistische Ideologie des Kampfes aller gegen alle; so wie die großen Kapitalisten sich das Recht nehmen, die kleinen Kapitalisten zu fressen, die „Groß“mächte sich das Recht nehmen, die kleinen Mächte zu verschlingen, die großen Völker die kleinen verspeisen – all das ist Sozialdarwinismus, nämlich das Recht des Starken über den Schwachen. Sozialdarwinismus ist eine „natürliche“ Auslese zur Reinhaltung der menschlichen Rasse, eine „natürliche“ Schaffung von mehr Lebensraum durch kriegerische Beseitigung des Lebensraumes aller anderen. „Der Klassenkampf ist tot – es lebe der Rassenkampf!“ Verehrte Nationalbolschewisten, diese Parole laut schreien nützt euch gar nichts! Glaubt ihr, dass wir Marxisten-Leninisten vergessen haben, dass der Sozialdarwinismus als Reaktion auf die Verbreitung des Marxismus und der Arbeiterbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand, und dass Lenin und Stalin GEGEN den Sozialdarwinismus siegreich gekämpft haben, indem sie der Oktoberrevolution und dem großen Vaterländischen Krieg zum Sieg verholfen haben? Habt ihr Nationalbolschewisten etwa vergessen, dass das kleine Albanien die „große“ faschistische Hitlermacht im eigenen Land vernichtet und auf ihren Trümmern den Sozialismus errichtet hat? Ein kleines Land, eine kleine Nation, ein kleines Volk, eine kleine Rasse kann JEDEN besiegen, wenn der Kampf gerecht ist. Ein großes Land, eine große Nation, ein großes Volk, eine große Rasse wird besiegt, wenn dieser Kampf ungerecht ist. Das beweist die Geschichte, das wird die Zukunft beweisen. Der Sozialdarwinismus ist die Ideologie einer untergehenden Weltordnung, die sich verzweifelt vor ihrem Untergang wehrt. Der Sozialdarwinismus wird untergehen wie die Weltordnung, die sich diese Ideologie schuf! Und der Nationalbolschewismus wird untergehen, weil er seinem Wesen nach sozialdarwinistisch ist (Übrigens war es Krupp, der die sozialdarwinistische Theorie finanziert hat ebenso die davon abgeleitete Rassentheorie der Hitlerfaschisten, vielleicht finanziert ja auch das amerikanische Finanzkapital eines Soros den Nationalbolschewismus?). Man sieht, wird die demagogische Phrase des Nationalbolschewismus entkleidet, offenbart sich ihre ganze Primitivität und Menschenverachtung, kommt ihre rassistisch-faschistische Fratze zum Vorschein. Einzig und allein um für die Wiederaufrichtung eines großrussischen Reichs einen Weltkrieg vom Zaun zu brechen, das propagieren nur Nationalisten von der schlimmsten Sorte, das hieße, die Interessen einer kleinen Minderheit von Monopokapitalisten höher zu stellen als die Interessen von Hunderten Millionen Menschen, die durch den Krieg leiden.

Das siegreiche Proletariat kann keinem fremden Volk irgendwelche Beglückungen aufzwingen, ohne damit seinen eignen Sieg zu untergraben.

Lenin lehrt, „dass man gerade dann nicht nur ein antisozialistischer, sondern auch ein antinationaler Politiker ist, wenn man die Teilnahme am imperialistischen Krieg rechtfertigt, wenn man in diesem Krieg die Losung `gegen die Niederlage` ausgibt. Denn der gegenwärtige imperialistische Krieg ist ein Krieg der Großmachtvölker (= der Völker, die eine ganze Reihe anderer Nationen unterdrücken) zum Zwecke der Unterwerfung neuer Nationen. Man kann im imperialistischen Krieg nur dann `nationaler` Politiker sein, wenn man sozialistischer Politiker ist, d.h. nur dann, wenn man das Recht der unterdrückten Nationen auf ihre Befreiung, auf Lostrennung von den sie unterdrückenden Großmächten anerkennt. In der Epoche des Imperialismus gibt es für die Mehrzahl der Nationen der Welt keine andere Rettung als die revolutionäre Aktion des Proletariats der Großmachtnationen, die über die Schranken der Nationalität hinausgeht, diese Schranken durchbricht, die internationale Bourgeoisie stürzt. Kommt es nicht zu diesem Sturz, so bleiben die Großmachtnationen weiterbestehen, das heißt, es bleibt die Unterdrückung von neun Zehnteln aller Nationen der Welt weiterbestehen. Kommt es aber zu diesem Sturz, so wird er in gewaltigem Ausmaß den Fall aller und jedweder nationalen Scheidewände beschleunigen, und er wird dadurch die `Differenzierung` der Menschheit im Sinne von Reichtum und Mannigfaltigkeit des geistigen Lebens und der ideellen Strömungen, Bestrebungen und Schattierungen nicht abschwächen, sondern millionenfach steigern“ (Lenin, Band 21, Seite 272).

Das ist die Quintessenz unserer marxistisch-leninistischen Haltung zum imperialistischen Krieg- seine Verwandlung in den internationalen Bürgerkrieg, in den internationalen Klassenkrieg zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution. Diesen Standpunkt werden wir stets gegenüber dem Nationalbolschewismus verteidigen. Wir Bolschewisten kämpfen bekanntlich nur für gerechte Kriege und nur gegen ungerechte Kriege, also für den anti-imperialistischen Frieden mit der Waffe in der Hand ! Wir stellen dem Recht auf Krieg (Nationalismus!) das Recht auf Frieden (Internationalismus!) entgegen. Nur der Krieg des Internationalismus wird über den Krieg des Nationalismus siegen. Und erst wenn der Nationalismus beseitigt sein wird, kann es einen Frieden geben, der nicht mehr die Erholungspause zwischen Kriegen ist, sondern unvermeidbar wird für die ganze Menschheit.

Die Nationalbolschewisten nehmen zum Krieg zwischen Usrael und Palästina die Haltung ein „weder Siege noch Niederlagen“, weder für die Israeli noch für die Palästinenser – jeder von beiden Seiten hätte ein Recht für seine Interessen auch Krieg zu führen. Wer so etwas vertritt, ist in jedem Falle ein Feind der internationalistischen proletarischen Politik, ein Anhänger der Herrschenden, ein Gegner der Unterdrückten, ist ein Chauvinist reinsten Wassers. Und diese Politik betreiben die Nationalbolschewisten ja auch in Russland:

„Hineintragen von Ideen in die Arbeiterklasse, aus denen sich die Notwendigkeit ergibt, die Großmachtvorteile und – privilegien der großrussischen Gutsbesitzer und Bourgeois zu bewahren und zu festigen, selbst um den Preis von Kriegen“ (Lenin, Band 21, Seite 281).

Die Nationalbolschewisten sind bereit, alles zu unterschreiben, selbst „Sozialismus“ und „Revolution“, wenn denn ihr „Recht auf Krieg“ dabei gesichert ist, wenn alle sich diesem „Recht“ bedingungslos unterwerfen: „Sozialismus“, „Revolution“ - bitte schön, was euch Linken beliebt – in Friedenszeiten, aber in Kriegszeiten = Unterstützung des Nationalismus, russischer Raubkrieg, Unterjochung fremder Nationen unter dem Militärstiefel der russischen Monopolbourgeoisie. Ist das erledigt, kann man hinterher über die Verteilung der Beute „reden“! „Einheit“ mit den Linken ist für die russische Monopolbourgeoisie von Vorteil, wenn die Linken damit gezwungen werden können, sich dem russischen Chauvinismus unterzuordnen zum Beispiel „im Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus“ usw. Usf., weil dadurch die Arbeiter an einer internationalistischen Orientierung und Organisierung gehindert werden. Sache der russischen Bourgeoisie ist es, für Privilegien und Vorrechte ihres nationalen Kapitals „gegenüber“ dem internationalen Kapital zu kämpfen und das russische Volk irrezuführen, indem sie den imperialistischen Kampf um das Kriegs“recht“, andere auszuplündern, für einen „nationalen Befreiungskrieg“ gegen die amerikanische Vorherrschaft ausgibt. Die Nationalbolschewisten lügen, wenn sie mit Phrasen über die Rettung Russlands vor seiner Vernichtung die Bestrebungen bemänteln, die russischen Großmachtprivilegien zu „retten“, und das russische Proletariat von den Aufgaben des Kampfes gegen die internationale Bourgeoisie – einschließlich der eigenen russischen Bourgeoisie -

Und wir Bolschewisten sagen euch Nationalbolschewisten:

Entweder

ihr verteidigt mit dem gewehr oder der Feder, direkt oder indirekt, in welcher Form auch immer, die russische Großmacht – und überhaupt ihre natzionalen Privilegien oder Machtpositionen oder Ansprüche eurer eigenen russischen Monopolbourgeoisie, und das heißt dann für uns – ihr seid ihre Anhänger und Lakaien;

oder

ihr schließt euch uns Bolschewisten an in unserem internationalistischen bewaffneten revolutionären Krieg gegen die russische Großmacht und ihre Privilegien, in unserem Klassenkrieg gegen jegliche imperialistische Großmacht, gegen jegliche Großmachtprovolegien.

Ein Mittelding gibt es nicht! Solltet ihr euch mit einem „Mittelweg“ herauszuwinden wagen, dann sagen wir euch: Ein Mittelweg, eine mittlere Linie bedeutet in Wirklichkeit nur, den verkappten, verhüllten Übergang auf die Seite der russischen Imperialisten! Lippenbekenntnisse gegenüber Lenin und Stalin sind eine Heuchelei, durch die die russischen Massen über eure tatsächlichen Absichtern nur getäuscht werden sollen.

Hier geht es um die Scheidung zwischen den „revolutionären“ (=konterrevolutionären!) russischen Chauvinisten, die die „Revolution“ nur gegenüber allem „Fremden“ (=Nicht-Russischen=Progrome gegen Ausländer), gegenüber der „Fremdherrschaft des ausländischen Finanzkapitals“ usw. wollen, und den revolutionären proletarischen Internationalisten, die mit der Befreiung des monopolkapitalistischen Russlands heute den Weg der sozialistischen Weltrevolution verfolgen. Diese neue Scheidung ist dem Wesen der Sache nach eine Sheidung zwischen dem Kleinbürgertum Russlands und dem russischen Proletariat. Man muss dabei den Unterschied zwischen Bolschewismus und Nationalbolschewismus als unterschiedliche Stellung zwischen den verschiedenen Klassen des heutigen Russlands begreifen, worauf ihre taktischen und prinzipiellen Interessengegensetze beruhen. Die russische Arbeiterklasse würde sich selbst zur Ohnmacht verurteilen, wenn sie es sich erlauben würde, so zu schwanken, wie das russische Kleinbürgertum schwankt. „Die Arbeiterklasse wird ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn sie es versteht, ihrem großen Ziel ohne Schwanken entgegenzugehen, und das Kleinbürgertum vorwärtstreibt, ihm die Möglichkeit gibt, aus seinen Fehlern zu lernen, sobald es nach rechts schwankt, und alle Kräfte des Kleinbürgertums zum Vorstoß ausnutzt, sobald das Leben es zwingt, nach links zu gehen“ (Lenin, Band 21, Seite 386-387). Eben das heißt es für uns Bolschewiki, nicht nur das russische Proletariat über die kleinbürgerliche, falsche Losung der Nationalbolschewisten „weder rechts noch links“ aufzuklären, sondern auch das schwankende Kleinbürgertum. Zusammengehen mit dem demokratischen Kleinbürgertum ja, aber nicht mit den Nationalbolschewisten. Sie wollen nur einen Sieg über Putin zu dem Zweck, sich vom Einfluss westlichen Kapitals zu befreien, um freie Hand zu bekommen, andere Länder auszurauben, die Herrschaft der Großrussen über die übrigen Völker Russlands wieder zu festigen und die so zurückgewonnene Hegemonie als Sprungbrett für die Expansion ihres „eurasischen Reiches“ zu nutzen.

Die Nationalbolschewisten wissen ganz genau, dass eine sozialistische Revolution in Russland auch die Völker Eurasiens in die sozialistische Revolution verwickeln würde, dass dies ein Signal für das Fortschreiten und die Ausbreitung der sozialistischen Weltrevolution bedeuten wird. Deswegen ihre Befürchtung, dass ihr Traum vom eurasischen Reich ausgeträumt wäre. Aber die internationale Solidarität des Proletariats mit den Völkern des Nahen und Mittleren Ostens ist bereits zur Tatsache geworden – genau deswegen ja auch der Kampf der Nationalbolschewisten gegen den internationalen Marxismus-Leninismus, indem sie sich hinter Stalin und Lenin verstecken, um die Massen zu täuschen! Um den russischen Arbeiter zu beeinflussen, müssen sich die Bourgeois als Nationalbolschewisten verkleiden, sonst ist die Beeinflussung unmöglich. Alles, was ihr wollt, aber hindert uns nicht daran, die Arbeiter für die Eroberung des eurasischen Reiches zur faktischen Mitarbeit aufzurufen. Das ist euer Ziel, alles andere ist nur schmückendes Beiwerk von Worten. Das allein ist es, was die Monopolbourgeoisie Russlands heute braucht. Kluge Bourgeois verhalten sich nachsichtig zur internationalistischen und sozialistischen Phrase, wenn nur die Teilnahme der Vaterlandsverteidigung nicht außer Frage steht. Wenn man hinter dem Aufbau eines eurasischen Reiches, hinter Phrasen des Sozialismus usw. den russischen Raubkrieg verteidigt, ist das denn nicht wirklich ein Vorteil für die imperialistische russische Bourgeoisie? Ist es denn für den Herrn etwa nicht von Vorteil, einen Lakaien zu haben, der dem Volk hoch und heilig schwört, der Herr weihe sein ganzes Leben der Sorge um das Volk und der Liebe zum russischen Volk? Einheit mit dem Nationalbolschewismus, das ist die Einheit des russischen Proletariats mit seiner Bourgeoisie, d.h. der UNTERWERFUNG unter sie, ist die SPALTUNG der internationalen, revolutionären Arbeiterklasse.




Sexuelle Befreiung


Limonka fordert: „Sexual comfort“ - was soll dies für eine politische Forderung sein? Das erinnert stark an die antiautoritäre SexPol-Bewegung der 68er Bewegung, die die Gesellschaft durch eine sexuelle Revolution befreien wollte. Will Limonka mit seinem „sexual comfort“ die Zeugung von den beiden „siamesischen Zwillingen“ Kapitalismus und Sozialismus verhüten? Ein totaler Staat für totalen Sex zur totalen Empfängnisverhütung ungewollter sozialistischer Schwangerschaften? – Der totale Staat schützt dich total gegen das sozialistische HIV-Virus, damit das Volk unbeschwert „komfortablem Sex“ nachgehen kann nach dem Motto der Hitlerfaschisten: „Make sex for children who are needed for the war to fight down bolshevism!“ („Forbid the forbidden!“).


Limonka und die NBP behaupten:

„Both systems are concerned with property and capital. Under capitalism property and capital belong, as it was already mentioned, to private individuals, under socialism, property and capital belong to the working people - hired workers, in other words the proletariat. Simple, isn't it? (...) Still in 1993, balloting in the Tver region for the 172nd electoral district, I answered the questions of the electorate: am I for private property or against it? I did not answer by a short "yes" or "no", but answered that I'm for the effective form of property. It is important that the plant, the factory make profits, so that the workers have a good pay and the government receives its taxes, and who the owner of the plant is, whether it is one man or a workers' collective or auctioneers is indifferent. Still today I stand on the same position.“



Die NBP ist also erklärtermaßen keine Kämpferin für die Beseitigung, sondern für die Aufrechterhaltung des Privateigentums!

Limonka kommt gar nicht darauf, dass die Arbeiter nichts als ihre Arbeitskraft besitzen und dass Lohnarbeit dem Lohnarbeiter kein Eigentum schafft, wohl aber dem Kapitalisten zur Macht über das gesellschaftliche Eigentum verhilft. Durch die Massenarbeitslosigkeit haben immer weniger Lohnarbeiter die Chance, überhaupt für das nackte Leben ihrer Familie zu sorgen. Über die Beseitigung der Weltkrise und ihrem ganzen Elend wird im Programm der NBP nicht ein Wort verloren : „Russland über alles, alles andere ist ein Nichts!“

Der Sozialismus schafft ja nicht die persönliche Aneignung der Arbeitsprodukte ab, die für die Reproduktion des unmittelbaren Überlebens unentbehrlich sind, sondern:

„Wir wollen nur den elenden Charakter dieser Aneignung aufheben, worin der Arbeiter nur lebt, um das Kapital zu vermehren, nur so weit lebt, wie es das Interesse der herrschenden Klasse erheischt. (...) Der Kommunismus nimmt keinem die Macht, sich gesellschaftliche Produkte anzueignen, er nimmt nur die Macht, sich durch diese Aneignung fremde Arbeit zu unterjochen. Man hat eingewendet, mit der Aufhebung des Privateigentums werde alle Tätigkeit aufhören und eine allgemeine Faulheit einreißen. Hiernach müsste die bürgerliche Gesellschaft längst an der Trägheit zugrunde gegangen sein; denn die in ihr arbeiten, erwerben nicht, und die in ihr erwerben, arbeiten nicht. Das ganze Bedenken läuft auf die Tautologie hinaus, dass es keine Lohnarbeit mehr gibt, sobald es kein Kapital mehr gibt“ (Marx, Engels, „Kommunistisches Manifest“, Abschnitt Proletarier und Kommunisten).

Ob der Besitz der Fabriken der Befriedigung der Bedürfnisse der Massen oder eines Einzelnen dient und ihm Profite abwirft, ist Limonka „egal“ - Kapital und Arbeit sind es gleichermaßen zufrieden, wenn alles „schön im nationalen Gleichgewicht“ bleibt. Er verschweigt den antagonistischen Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital, leugnet die Klassenfrage ( um das kapitalistische Eigentum zu retten und die Lohnsklaverei zu verewigen!) – nationaler Klassenfrieden um nationale Kriege zu führen, da stört der sozialistische Klassenkampf nur! Das ist bezeichnend und selbstentlarvend zugleich für die gesamte bürgerliche und reaktionäre politische Linie der Nationalbolschewisten:

„The confrontation of capitalism with socialism from the very beginning was a fiction, invented by professor Marx, on the base of the already present economic knowledge + a bucket of fantasy. In reality the practician, conquistador Marx needed a revolutionary class (or a chosen people, which is essentially the same thing). Since if you get yourself out of the desert, this is banal, and this action will not surprise anybody. But to lead an entire people from the desert - this is a feat. It is clear that the proletariat, the hired workers, when it only appeared was badly paid and lived terribly. But it was also clear that this was a temporary problem, since all problems of this kind (more salary, more hours, quantity of working hours) - can be solved and are solved in the practice of relations .(...) Today when both Zuganov and Soros talk with the same language about property, when some transnational corporation is owned by so much thousands auctioneers, that it can be considered a collective property, the limits between socialism and capitalism do not exist. It never existed at all. As there was no capitalism and now there is no socialism. The intelligent "Moor" only invented the terminology. And the fact that Lenin had won under the flag of Marxism, well, what can one say, throw up one's hands and say: a genial misfit who assembled a priceless human material under his command, he would have won under any flag. (...) These brain-burning computations of professor Marx were not needed to them, people of action. They needed an exciting, beautiful flag and a few slogans. What can be more exciting than a red flag? Why did communist and socialist parties degenerate? Because they function with the same categories as the liberals, call for the same goals. But if our ideological enemies preach the productivity of labor, then it is stupid to preach a still larger productivity of labor. Besides, knowing for certain that it works better for them, with mechanical labor and productivity. One needs to preach something different, totally-totally different. The fraternity of people, freedom of man from mechanical labor. Sexual comfort. Right for war.“

Also: „Es gab nie Kapitalismus und es gibt keinen Sozialismus.“ Deswegen ist die Konfrontation zwischen Kapitalismus und Sozialismus ein „Hirngespinst“ von Marx. Welche Beschönigung des Imperialismus, welcher Hohn auf Lenin und Stalin und das ganze Sowjetvolk, welcher Hohn auf den Bolschewismus. Es reicht für Limonka, den ersten Satz des Kommunistischen Manifests zu lesen „Ein Gespenst geht um...usw „ und schon hat er mit diesem „Mystifizismus“ den ganzen Marxismus, den Kapitalismus (der für Limonka ein Hirngespinst von Marx ist) samt Sozialismus „widerlegt“ – das war alles nur eine „Fiktion“ – und fertig ist der Nationalbolschewismus! (so wie Limonka das tatsächlich in seinem Märchen von den siamesischen Zwilligen erzählt hat). Marx und Engels sagten über das „Gespenst“ etwas ganz anderes:

„Alle Formen und Produkte des Bewusstseins [können] nicht durch geistige Kritik, durch Auflösung ins `Selbstbewusstsein` oder Verwandlung in `Spuk`, `Gespenster`, `Sparren` etc. sondern nur durch den praktischen Umsturz der realen gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen diese idealistischen Flansen hervorgegangen sind, aufgelöst werden....“ (Marx, Engels, Die Deutsche Ideologie, S Band 3, Seite 38, dt. Ausgabe).

Das Volk, die Arbeiterklasse, soll nicht zu viel politisch denken - „a few slogans“ - mehr braucht die Massenaktion nicht. Der ideologische Einfluss der Bourgeoisie soll nicht durch den Marxismus-Leninismus untergraben werden. Ausbeutung des Proletariats wird von den Nationalbolschewisten angesehen als „a temporary problem, since all problems of this kind (more salary, more hours, quantity of working hours) - can be solved and are solved in the practice of relations“. Sie sehen in der Ausbeutung nur ein „zeitlich begrenztes Problem“, das man ohne Klassenkampf – also technisch in den Griff bekäme, ja bereits schon gelöst (!) hätte - eine glatte Lüge und eine Verhöhnung der tatsächlichen Verhältnisse, unter denen die russische Arbeiterklasse heute zu leiden hat. Die Illusion von der Harmonie zwischen russischer Arbeit und russischem Kapital, vom Lohn der Arbeiter und andere Probleme ihrer Arbeitswelt, die als „gelöst“ betrachtet werden, haben nichts mit der russischen Realität zu tun. All das zeigt, dass es sich dabei nur um eine Taktik der Nationalbolschewisten handelt, diese Probleme seien „ohne“ Ideologie zu lösen, seien zu lösen ohne proletarische Revolution und deren Leitung durch die marxistisch-leninistische Ideologie. Die Neuformulierung der Entideologisierung dient den Nationalbolschewisten zur Anpassung an die gegebenen Verhältnisse in Russland, um effektiver gegen den Sozialismus, die Revolution und den Marxismus-Leninismus vorzugehen und die bürgerliche Ideologie um so effektiver „als anti-kapitalistisch“ und „anti-sozialistisch“ ins Volk hineinzutragen. Die Verteidigung der bürgerlichen Ideologie wird mit der „Leugnung von jeglicher Ideologie“ lediglich verhüllt und getarnt. Mit der „Leugnung der kapitalistischen und sozialistischen Ideologie“ soll aber auch der alte Ballast des ideologischen Klassenkampfes aus der Welt geschafft werden durch eine neutralisierende Re-Ideologisierung, da die bürgerliche Ideologie in der Krise ist und einem erneuten Ansturm der marxistisch-leninistischen Ideologie nicht gewachsen sein wird, die mit der Wiederbelebung des Klassenkampfes unvermeidlich ihre Wiedergeburt erfährt. Deswegen ist es heute für die Herrschenden so charakteristisch, dass sie tausende von eklektisch zusammengemixten ideologischen Strömungen ins Leben ruft, um die Lage zu verwirren, immer in der Hoffnung, dass irgendeine dieser Strömungen den Marxismus-Leninismus überlebt, und die Arbeiter den Marxismus-Leninismus nicht als Nadel im Heuhaufen herausfindet. Um die „Pleite“ der sozialistischen Ideologie zu „untermauern“, nutzen die Nationalbolschewisten den Verrat der revisionistischen russischen Partei und behaupten, die sozialistische Ideologie hätte mit ihrer marxistischen Voraussage über die Zukunft der kapitalistischen Länder, mit der Voraussage des „ewigen“ Sozialismus in Russland ein „Fiasko“ erlitten. Die Entartung des Sozialismus in der Sowjetunion wird von ihnen als das Ende der marxistisch-leninistischen Ideologie, als Ende der kommunistischen Ideale bezeichnet. Die Nationalbolschewisten setzen alles daran, den revisionistischen Verrat als Misserfolg des Sozialismus und des Marxismus-Leninismus hinzustellen, als ob der Kommunismus nicht fähig sei, für die Lösung der Probleme des heutigen Putin-Russlands eine positive Alternative zu geben. Das ist der platte Antikommunismus des Kapitalismus, ddessen sich die Nationalbolschewisten hier bedienen.



Die Massen brauchen nach Ansicht von Limonka nur eine „hübsche Fahne“ , um dem Nationalbolschewismus in den goldenen Käfig zu folgen! Die nationalbolschewistische Kunst muss zweckdienlich sein, muss die Instinkte, Triebe und Emotionen der Menschen ansprechen, um ihre Wirkung zu erzielen – biologistische statt Klassenkunst. Die rote Fahne ist Symbol für revolutionäre Veränderung, also wird sie dem Ziel des Marxismus entrissen und dieser durch den Nationalbolschewismus ersetzt, um revolutionäre Instinkte, Gemütsbewegungen gegenüber der Sowjetunion Lenins und Stalins, alte sozialistischen Gewohnheiten, sozialistisch Ethik und Ästhetik aus der „gefährlichen Verborgenheit“ der russischen Seele herauszulocken und für den Nationalbolschewismus zu nutzen. Es kommt nicht darauf an, ob der Sozialismus 20 – 30- 40 oder 50 Jahre funktioniert hat. Es kommt ja auf seine geniale „Erfindung“ an, die keine Macht der Welt rückgängig machen kann. Der Sozialismus, selbst wenn seine Macht beseitigt wurde, bleibt für immer von welthistorischer Bedeutung, leitete eine neue Epoche der Menschheit ein, lebt weiter auf der ganzen Welt, setzt seinen Siegsszug fort. Wir haben den Marxismus-Leninismus, den Plan, um zu jeder Zeit dort wieder zu beginnen, wo man unsere Arbeit unterbrochen hat – nicht nur Russlands anti-revisionistischer Sozialismus „in einem Land“, sondern die ganze Welt ist inzwischen reif für den Weltsozialismus. Der Sozialismus ist also in den Köpfen der Menschen immer noch lebendig, von denen die Revisionisten nicht alle umkrempeln konnten. Man hat dem sozialistischen Volk das sozialistische Russland genommen, aber den Mörtel zum Wiederaufbau der sozialistischen Gesellschaft existiert weiter in der Seele des russischen Volkes. Man kann den Sozialismus in den Köpfen der Menschen nicht wie eine Lampe auslöschen, sondern nur umfunktionieren und zweckentfremden. Nationalbolschewismus ist eben eine solche Zweckentfremdung des Bolschewismus, um das russische Volk (mit und ohne Gewaltanwendung) vor der Rückkehr des Bolschewismus zu bewahren. Man kann einem sozialistischen Volk nicht kapitalistische Gewohnheiten aufzwingen, sondern es bleibt nur der Weg, die neuen kapitalistischen Gewohnheiten in eine sozialistische Hülle zu verpacken. Da die Gewohnheiten sich aber aus dem Klassenkampf des russischen Proletariats herausbilden, der Marxismus-Leninismus nicht vernichtet werden kann, wird die sozialistische Hülle früher oder später abgeworfen, erkennt das Proletariat, warum es in Russland keinen Platz für den Kapitalismus geben kann und wird wieder zum Sozialismus streben, mit dem das russische Volk einst so glücklich war:

„Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist der Klassenkampf des Proletariats, das eine Niederlage erlitten und damit die politische Macht gegenüber der Bourgeoisie, gegenüber dem Revisionismus vorübergehend eingebüßt hat, Das russische und albanische Proletariat wurden zwar besiegt, aber nicht vernichtet; sie sind nicht verschwunden, sie haben nicht aufgehört, den Klassenkampf fortzusetzen, und den Widerstand der Bourgeoisie gegen die Zurückeroberung der Diktatur zu brechen“ (Generallinie der Komintern/ML).

„Betrachten wir heute die Lage oder richtiger Nieder-Lage, in der ehemaligen Sowjetunion und die Lage des ehemaligen sozialistischen Albaniens, so müssen wir die Frage beantworten, ob sie tatsächlich für immer an den Kapitalismus verloren gegangen sind - wie es die Kapitalisten behaupten? Können sie etwa nur ein einziges Mal in der Geschichte als schwächstes Glied die Kette des Imperialismus durchbrechen ? Oder bahnt sich ein erneuter Durchbruch an?

Von unserem proletarischen Klassenstandpunkt aus, vom Standpunkt des proletarischen Internationalismus aus, von unsrem revolutionären Herzen und unserer unversiegbaren Liebe zum Sowjetvolk und albanischen Volk aus, von unserem Glauben an die Kraft der Wiedergeburt des Sozialismus aus, lässt sich diese Frage ganz einfach mit einem überzeugendem, lauten, tiefen » J A ! « beantworten. Ja, die Sowjetunion und Albanien werden diese Kette wieder und immer wieder durchbrechen, bis der Sieg über den Kapitalismus für immer gesichert ist! Und von dieser Überzeugung ausgehend können wir als Internationalisten diese Frage auch vom Standpunkt der Weltrevolution aus bejahen. Aber daraus resultiert die nächste Frage: ja aber wie? Es reicht nicht, wenn wir uns instinktiv stark zur Sowjetunion Lenins und Stalins, zum Albanien Enver Hoxhas hingezogen fühlen, wenn wir den Kraftquell in uns spüren, der von diesen Ländern fortwährend ausgeht, der uns durchströmt, und der unseren revolutionären Geist unablässig speist. Wir müssen diese Aufgabe auch mit kühlem Verstand, mit einer richtigen marxistisch-leninistischen Strategie und Taktik, also ganz systematisch, mit Hilfe des dialektischen und historischen Materialismus lösen:

Ein Kettenglied, dem es gelungen ist, aus der imperialistischen Kette auszubrechen, kehrt ja nicht im gleichen Zustand wieder in die imperialistische Kette zurück, in dem es ausgebrochen war. Dieses Kettenglied hatte in einem historischen Umwandlungsprozess immerhin eine siegreiche Periode der Revolution, des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats erlebt, das Weltlager in zwei Teile gespalten, und vor allem in seinen Grundzügen eine große Bedeutung für die Weltrevolution, also für die proletarische Revolution in anderen Ländern erlangt und damit auch für die Fortsetzung seiner eigenen siegreichen Periode. Was wir damit sagen wollen, ist, dass die Bedeutung eines solchen Kettengliedes - auch wenn wir es wieder an den Weltimperialismus verloren haben und es sozusagen in die imperialistische Kette zurückgegliedert wurde - niemals für die Weltrevolution verloren geht, sondern für immer in ihr weiter lebt. Wenn wir am Marxismus-Leninismus festhalten und ihm treu bleiben, können wir die Lehre vom Durchbrechen der imperialistischen Kette an seiner schwächsten Stelle unter den heutigen Bedingungen gar nicht anders auffassen. Nur so gibt uns der Marxismus-Leninismus den Mut, die Kraft und die Zuversicht, diesen internationalistischen Kampf für die Sprengung der imperialistischen Kette siegreich fortzusetzen und zu Ende zu führen. Der Weltimperialismus mag so tun, als hätte es nie einen Kettendurchbruch gegeben, und er wird darüber seine eigenen »Theorien« entwickeln - insbesondere sein Lager der Neo-Revisionisten - aber das wird ihm nichts nützen, denn seine Kette wird gesetzmäßig an der Stelle zerreissen, wo ihr schwächstes Glied ist - und dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, sondern er setzt sich gesetzmäßig fort, langsamer oder schneller, aber daran ist prinzipiell überhaupt nichts dran zu ändern. Wo sich auch immer das schwächste Glied befinden mag, wird es ein Bestandteil derjenigen Kettenglieder sein, die bereits ausgebrochen waren, unabhängig davon, ob sie sich nun wieder in Glieder der imperialistischen Kette zurückverwandelt haben oder nicht. In jedem neuen Kettenglied, das ausgebrochen ist, lebt der Geist der alten Kettenglieder fort - leben die ehemaligen Kettenglieder weiter, wird eines Tages der Zeitpunkt kommen, wenn sie selber wieder zum schwächstes Kettenglied in der imperialistischen Kette geworden sind, und sie das zweite Mal an der Reihe sind, sich zu befreien. Genossen, und das ist nicht nur eine bloße Wiederholung des ersten Durchbruchs, sondern diese erfolgt auf einer qualitativ höheren Stufe, die für alle anderen Kettenglieder, die das erste Mal durchbrechen, eine besondere Bedeutung haben werden. Diese Bedeutung haben die ehemaligen Kettenglieder heute schon für jedes andere Kettenglied, bevor sie alle nacheinander die imperialistische Kette durchbrechen werden. Alle Kettenglieder, ob sie noch Bestandteil der imperialistischen Kette oder ob sie schon losgebrochen sind oder vorher einmal losgebrochen waren, bleiben stets miteinander verknüpft durch das Band der Weltrevolution sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart und in der Zukunft. Das Band der Weltrevolution führt die Länder immer stärker zusammen, denn jeder Riss wird nur zu ihrer weiteren Vereinigung und Festigung führen. Eben das unterscheidet das Band des Weltsozialismus vom Band des Weltimperialismus, das nach jedem Riss schwächer und schwächer wird, bis es für immer zerrissen ist.

Die Zurückeroberung des Sozialismus ist nicht nur irgendeine untergeordnete strategische Aufgabe der Weltrevolution, sie ist die wichtigste strategische Aufgabe der Weltrevolution, weil daran die Zukunft des Sozialismus in allen Ländern geknüpft ist, also auch an die Zukunft des Sozialismus in jedem einzelnen Land! Davon hängt a l l e s ab, Genossen! Nur wenn der Sozialismus in Russland und Albanien zu Ende geführt wird, können wir die Weltrevolution zu Ende führen, können wir der Welt endgültig beweisen, dass wir nicht nur den Sozialismus für eine bestimmte Zeit geschaffen haben, sondern dass wir ihn auch für immer sichern können! Das ist nicht nur von entscheidender historischer Bedeutung, sondern davon hängt der Sieg oder die Niederlage der vor uns stehenden Weltrevolution ab. Deswegen müssen wir für diese wichtige Aufgabe gerüstet sein, müssen wir einen ganz neuen revolutionären Weg beschreiten, den Weg der »Revolution höheren Typus«, den Weg des »Sozialismus höheren Typus«. Deswegen müssen wir für die kommende Revolution und die Fortsetzung des Sozialismus den Marxismus-Leninismus unbedingt weiter entwickeln, eine Theorie, die uns einen ununterbrochenen Weg zum Weltsozialismus ermöglicht und also auch verhindert, dass sich seine sozialistischen Kettenglieder nicht wieder in die imperialistische Kette zurück entwickeln. Diese Aufgabe aufgeworfen zu haben, ist allein schon der erste entscheidende Schritt zur Lösung. An dieser Aufgabe müssen wir alle energisch arbeiten, bis sie theoretisch und sogleich auch praktisch gelöst werden kann:

Erstens würde die Zurückeroberung des Sozialismus die Revolutionen in den anderen Ländern großartig unterstützen und enorm beschleunigen. Das wäre insbesondere sehr wichtig für die Revolutionen in denjenigen Ländern, die heute noch unter Sozialfaschismus und Sozialimperialismus schwer zu leiden haben. Das wäre also die »direkte«, die »bessere« Lösung.

Zweitens würde jede Revolution, wo auch immer sie siegen würde, das russische und albanische Proletariat auf jeden Fall helfen und ermutigen, ihren Sozialismus schneller und leichter zurückzuerobern. Das wäre die »indirekte, langwierigere« Lösung für die Albaner und Russen.

Und der Fall 1 oder der Fall 2 wäre so oder so für die Weltrevolution von außerordentlicher Bedeutung. Die Russen und Albaner siegen vermittels der Weltrevolution, oder die Weltrevolution siegt vermittels der Russen und Albaner. So oder so werden wir den endgültigen Sieg des Sozialismus in allen Ländern beweisen.

Worin besteht die Stärke eines Proletariats, dass sich nicht mit seiner gestürzten Macht abfindet, sondern seine Diktatur zurück erobern will?

Erstens in der Stärke des internationalen Proletariats, in der Festigung der internationalen Beziehungen der Proletarier aller Länder.

Zweitens darin, dass die Arbeiter und Werktätigen noch lange Zeit nach ihrem Umsturz über die Errungenschaften ihres Sozialismus »verfügen«, die von der Bourgeoisie nicht mit einem Schlag beseitigt werden können.

Drittens ist die Macht der sozialistischen Gewohnheiten, die sich in Jahrzehnten des Bestehens der Sowjetunion und Albaniens entwickelt haben, nicht auf einen Schlag durch kapitalistische Gewohnheiten zu ersetzen.

Viertens in der Fähigkeit, einen Sozialismus höheren Typs aufzubauen.

Der erneute Sieg des russischen und albanischen Proletariats liegt uns sehr am Herzen, es ist der Herzenswunsch des Weltproletariats, dem russischen und dem albanischen Volk für ihre Opfer im Sinne des proletarischen Internationalismus durch solidarischen Beistand zu danken und ihre einst erwiesene Hilfe zu erwidern mit internationaler Gegenhilfe. Ehemalige sozialistische Kettenglieder genießen die fortwährende besondere Aufmerksamkeit des proletarischen Internationalismus, werden stets hochgehalten und geehrt, indem sie ihre wegweisende Bedeutung für die Weltrevolution niemals verlieren, sondern erhöhen.

Es gibt für uns nichts Wertvolleres, nichts Wichtigeres auf der ganzen Welt, als unsere Treue zur Pariser Kommune, zur Sowjetunion Lenins und Stalins und zum sozialistischen Albanien des Genossen Enver Hoxha. Diese Kraft, die wir durch die Sowjetunion und durch Albanien verspüren, ist unbesiegbar, heute und auch in »1000 Jahren« düsterster Weltreaktion. Diese leuchtenden Bollwerke des Sozialismus, werden uns immer und ewig den richtigen Weg aus dem dunkelsten Tunnel zeigen. Sie sind gerade jetzt für uns außerordentlich wertvoll, sind alles was wir haben, sind unsere ganze Hoffnung. Insofern verfolgen wir nicht nur aufmerksam den Klassenkampf in Russland und Albanien, sondern wir fühlen uns auch als Internationalisten verpflichtet, diesem Klassenkampf jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Sie haben Unerhörtes für den proletarischen Internationalismus geleistet, mehr als sonst andere Völker in der ganzen Welt. Wäre es da nicht selbstverständlich, wenn das Weltproletariat und die Völker der ganzen Welt gerade diesen Völkern alle erdenkliche Unterstützung und Sympathien zukommen lassen, die sie so dringend benötigen, um ihre Revolutionen, ihren Sozialismus zu vollenden?

Wir sprechen also nicht von einer wagen Möglichkeit der siegreichen Revolution in Russland und Albanien, sondern von einer zwingenden Notwendigkeit, von einer Gesetzmäßigkeit, die eines Tages zur historischen Tatsache werden wird“ (aus: Generallinie der Komintern / ML).

Was aber sagen die Nationalbolschewisten?

Man mus den Massen nur das richtige Märchen auftischen, Menschen der Tat brauchen keine marxistisch-leninistische Theorie. Das haben wir doch irgendwo schon mal gelesen? Richtig! - Das ist die Ideologie des Pragmatismus!! Wir klären die Nationalbolschewisten gern darüber auf. Ihr wisst es schon, was jetzt kommt: Der Pragmatismus ist das Prinzip der Zweckdienlichkeit für den Imperialismus, genauer des amerikanischen Imperialismus, ausgerechnet die Ideologie des von euch verteufelten „Satans“, auf die ihr euch stützt! Nicht wissenschaftliche Erkenntnis, sondern pragmatische Zweckdienlichkeit bildet die Grundlage für die politischen Entscheidungen der Nationalbolschewisten für ihre inneren und äußeren Entscheidungen. So haben die amerikanischen Imperialisten auch ihren Irak-Krieg gerechtfertigt. Den Luftballon der „ wissenschaftlich erwiesenen Erkenntnisse“ über die angeblichen Massenvernichtungswaffen Husseins brachten sie genauso schnell zum platzen wie sie ihn aufgeblasen hatten. Zweckdienlichkeit? Mehr Blut = mehr Öl für die Yankees! Mit seiner theoriefeindlichen Orientierung und seiner Doktrin der Zweckdienlichkeit ist der Pragmatismus somit ein wahrheitsgetreues Abbild des Charakters der monopolkapitalistischen Klasse.

Eine Philosophie, die die Weltanschauung und die Bedürfnisse der monopolkapitalistischen Klasse widerspiegelt, muss unvermeidlich die Leugnung selbst der Möglichkeit einer wissenschaftlichen Theorie der historischen Entwicklung zur Grundlage haben. Um aber die Möglichkeit einer Gesellschaftswissenschaft zu leugnen, muss sie abstreiten, dass es irgendeine Notwendigkeit in der gesellschaftlichen Entwicklung gibt. Also wenn es nach Behauptung Limonkas keinen Kapitalismus gibt, dann ist auch die Existenz des Sozialismus nicht notwendig. Deswegen weisen die Nationalbolschewisten jede Vorstellung von sich, dass es eine Struktur der Veränderungen gibt, lehnen sie die Vorstellung vom System ab, denn wenn es kein System mehr gibt, dann kann es auch weder ein kapitalistisches, noch ein sozialistisches System geben. Das Vorhandensein einer solchen Struktur, eines solchen Systems, würde bedeuten, dass man es erkennen kann und dafür kämpft. Es würde bedeuten, dass sich die Struktur, das System der Gesellschaft in der wissenschaftlichen Theorie widerspiegeln könnte, die dann als Richtschnur der gesellschaftlichen Praxis dient. Den unvermeidlichen Sturz des Kapitalismus durch die Zurückeroberung des Sozialismus streitet der Nationalismus ab, denn wenn es keinen Kapitalismus mehr gibt, kann er auch nicht gestürzt werden und schon gar nicht zum zweiten Mal. Der Wille der mopolkapitalistischen Klasse, ihren wissenschaftlich erwiesenen und sich vor aller Augen täglich fortschreitenden Untergang zu überleben, ist noch das einzige, was von ihrer Klassenherrschaft übrig ist. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Willens gibt es aber im Gang der gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit keine ausreichende Grundlage mehr. In ihrer Vezweiflung versucht sie sich daher an jedem Strohhalm festzuhalten. Wer die Krise, die sie geschaffen hat, nicht mehr in den Griff kriegt, geht zusammen mit ihr unter.

Und in Russland entwickelten sich die Dinge nach Ansicht Limonkas halt so, dass Lenin nicht unbedingt eine rote Fahne gebraucht hätte; er hätte genauso gut mit irgendeiner anderen Flagge die Massen mitreißen können. „Aber für die war die rote Fahne nun mal die, die so schön aufregend aussah, und da reichten einpaar Losungen aus, um die damaligen Probleme mit einpaar Handgriffen aus der Welt zu schaffen. Die Leute sind zufrieden, wenn sie nett miteinander umgehen, guten Sex haben, statt immer nur malochen zu müssen! Soll doch jeder sein Leben so leben wie er will. Das geht auch ohne Vorschriften.“ Die Führer passen natürlich auf, dass keiner diese schöne neue Welt zerstört. Sie sorgen für Disziplin und Ordnung. Die neue Welt ist ja nur für Leute gedacht, die von diesem modernen Lebenstil des neuen Russlands begeistert sind und russisch lernen, wenn sie das noch nicht vorher konnten. Ach so, dann ist da noch die Kleinigkeit – aber das ist ja eigentlich selbstverständlich, dass man auch dafür bereit sein muss zu sterben, denn ein Recht auf Krieg ist ja langweilig, wenn kein Blut fließt. Russland ist die schöne neue Welt, und wen sie stört, wird plattgemacht. Und damit basta! Noch Fragen?

Es gehört entweder eine große Portion Abgebrühtheit oder Dummheit dazu, um die ganze Wahrheit der Geschichte von über 100 Jahren mit einpaar lockeren Sprüchen auszuradieren. Das ist vor allem eine menschenverachtende und darum sehr gefährliche Haltung, denn wer Meilensteine der Geschichte der Menschheit ausradiert, der radiert auch die Menschen aus, die diese Meilensteine fortsetzen, die die Machtverhältnisse revolutionär beseitigen die den Fortschritt der Gesellschaft mit ihrem eigenen Schweiß und Blut erkämpfen. Der bürgerliche Nationalismus war anfangs der politische Überbau für die kapitalistische Basis, ohne den das politische System der bürgerlichen Nation nicht funktionieren würde. Jetzt wird dem internationalken Kapital das nationale Hemd zu eng. Der Kapitalismus hat den Feudalismus abgelöst, war also anfangs revolutionär. Er wurde reaktionär und vom Sozialismus abgelöst. Dieser Prozess dauert an, er kann icht aufgehalten werden, weil die Sozialisten nicht etwa das größere Durchhaltevermögen haben, sondern weil ihr revolutionäre Tätigkeit den Gesetzmäßigkeiten der Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus, die Anlösimh der bürgerlichen Nationen durch die sozialistischen Nationen, dem Gang der geschichtlichen Entwicklung der Gesellschaft entsprechen, die sich ohne den Willen der Menschen und unabhängig von ihm fortsetzt. Sprüche aus dem Ärmel zu schütteln, die Konfrontation von Kapitalismus und Sozialismus sei eine „Fiktion des Marxismus“ SIND deswegen Sprüche einer Fiktion, weil diese nicht der Realität, nicht den objektiven Verhältnisse der Gesellschaft entspricht, sondern nur dem subjektiven Wunschdenken der von der geschichtlichen Tribühne abtretenden Klasse. Wenn die Welt in ihrer wirklichen Existenz nicht erkennbar ist und wenn Aberglaube an die Stelle von Erkenntnis und Wahrheit gesetzt wird, folgt, dass der pragmatische Positivismus die Erfindung von Fiktionen verteidigt, die für die Hinauszögerung des Untergangs des Kapitalismus dienlich sein können. Die Nationalbolschewisten stutzen die Geschichte der Sowjetunion so zurecht, dass sie den Ideen von der Überlegenheit der russischen Rasse und dem eurasischen Reich angepasst ist, und sie euphemistisch die „Weltführerschaft“ übernehmen. Die Nationalbolschewisten dringen durch das amerikanische Mauseloch des Pragmatismus in die große sozialistische Geschichtsschreibung ein, um sich damit eine ideologische Grundlage für ihr neues, riesiges Reiches zu schaffen. Nichts hassen und fürchten die Nationalbolschewisten dabei mehr als die politische Ökonomie von Karl Marx, die wissenschaftlich nachweist, dass Kapitalismus eben nichts anderes als die Unvermeidlichkeit des Sozialismus bedeutet.

Die Behauptung der Nationalbolschewisten, es habe weder Kapitalismus noch Sozialismus gegeben, dient ihren Zwecken, also ist sie „wahr“. Es gibt“ keinen“ Sozialismus, weil es „nie“ einen gegeben hat, sondern der Sozialismus war nur das „fiktive Produkt“ der Marxisten-Leninisten. Folglich ist die Zurückeroberung des Sozialismus nur die Zurückeroberung der „marxistischen Fiktion“, denn es gibt die Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus „nur in den Köpfen“ der Marxisten-Leninisten. Deswegen wird auch von Limonka schnell erklärt, dass es in Russland Autokratie, aber gar keinen Kapitalismus gegeben hätte – und was nicht ist, kann auch nicht beseitigt werden, ist sozialistisches Denken ein völlig überflüssiges Denken, eben ein Hirngespinst – wie die Nationalbolschewisten sagen. Sie drehen den Spieß einfach um und behaupten:

“Wenn ihr Marxisten-Leninisten uns der pragmatisch-positivistischen Geschichtsauffassung bezichtigt, um damit zu beweisen, dass wir das neue „groß“russische Reich mit abgekupfterter US-imperialistischer Ideologie aufzubauen beabsichtigen würden, dann halten wir euch selber diesen Spiegel vor und sagen euch: Marxisten-Leninisten können keine Kenntnisse der sowjetischen Vergangenheit haben, sondern nur Tatsachen in marxistische Pläne verweben, die nur in euren Köpfen gesponnen werden. Also ist nicht unser nationalbbolschewistisches Denken pragmatisch-positivistisch , sondern das marxistische Denken ist pragmatisch-positivistisch. Damit wäre auch der Beweis erbracht, dass der Marxismus der westlichen Welt nur zur Macht verholfen hat. Die Marxisten-Leninisten bezichtigen uns Nationalbolschewisten des Strebens nach Weltherrschaft, aber das ist eben nur ihr Hirngespinst. Und es ist uns Nationalbolschewisten zu verdanken, dass wir hier in Russland das marxistische Märchenbuch zugeklappt haben. Wir werden die Probleme des neuen Russlands nur dadurch lösen, dass wir es endlich von der Sklaverei der Theorie seiner sozialistischen Vergangenheit und Zukunft befreien.“

Heute, wo es keinen Sozialismus mehr gibt, erscheint es den Nationalbolschewisten ein Leichtes zu sein, den Marxismus-Leninismus als „utopischen, doktrinären, fiktionalistischen Sozialismus“ auszugeben. Marx hat aber schon damals den revolutionären, proletarischen Sozialismus gegen jegliche sozialistische Hirngespinste der nicht-proletarischen Klassen abgegrenzt und diese bekämpft – bevor der Sozialismus real existierte! Es ist kein Zufall, dass manche Leute unter den heutigen nicht-sozialistischen, schwärzesten reaktionären Verhältnissen eine erneute Grundlage für die Wiedergeburt eines neo-fiktionalistischen, anti-proletarischen Sozialismus finden, solange das Proletariat aufgehalten wird, seine bereits historisch vollzogene freie Selbstbewegung wieder fortzuentwickeln, die von den revisionistischen Verrätern, von der Bourgeoisie gestoppt worden war. Die Nationalbolschewisten nutzen die missliche Lage, in die das russische Proletariat geraten ist, dazu aus, ihre revolutionäre Entwicklung dadurch zu erschweren, dass sie versuchen, ausgerechnet unserem Karl Marx den fiktionalen Sozialismus, Sektierertum („Marx, all his conventions, internationals (we know how this is done, 30-40 friends arrive from diverse countries of the world) - would have remained mice scuffling“ – Limonka; „seamese twins“) unterzuschieben, obwohl der Marxismus Millionenmassen bewegt und keine andere Theorie wie der Marxismus die Welt des Arbeiters verändert hat - und obwohl Karl Marx der VORKÄMPFER GEGEN jede Art von fiktionistischen Sozialismus war und für uns bis heute geblieben ist - wie man hier nachlesen kann:

„Während so die Utopie, der doktrinäre Sozialismus, der die Gesamtbewegung einem ihrer Momente unterordnet, der an die Stelle der gemeinschaftlichen Produktion die Hirntätigkeit des einzelnen Pedanten setzt und vor allem den revolutionären Kampf der Klassen nit seinen Notwendigkeit durch kleine Kunststücke oder große Sentimentalitäten wegphantasiert, während dieser doktrinäre Sozialismus, der im Grunde nur die jetzige Gesellschaft idealisiert, ein schattenloses Bild von ihr aufnimmt und sein Ideal gegen ihre Wirklichkeit durchsetzen will, während dieser Sozialismus von dem Proletariat an das Kleinbürgertum abgetreten wird, während der Kampf der verschiedenen Sozialistenchefs unter sich selbst jedes der sogenannten Systeme als anspruchsvolle Festhaltung des einen der Durchgangspunkte der sozialen Umwälzung gegen den anderen herausstellt – gruppiert sich das Proletariat immer mehr um den revolutionären Sozialismus, um den Kommunismus (...). Dieser Sozialismus ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen“ (Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich“, MEW Band 7, Seite 89-90).

Das Verschließen ihrer Augen vor dem sich täglich verschärfenden Klassenkampf in Russland, die Blindheit gegenüber allem, worin sich der Kampf der russischen Arbeiterklasse unter den real existierenden kapitalistischen Verhältnissen in Russland gegenwärtig ausdrückt, die Trennung der Arbeiterbewegung vom Marxismus, die Zurückeroberung des Sozialismus durch das russische Proletariat als „Fiktion“ abzutun, Verunglimpfung des Marxismus-Leninismus - all das ist für die Nationalbolschewisten nur das Vorspiel, um den Sozialismus in der völkischen russischen Geschichte zu ertränken, um die Russifizierung der Welt mit den alten russischen Volksmythen zur rechtfertigen, so wie Hitler die Germanisierung der Welt mit den Mythen der „auserwählten“ germanischen Rasse begründete als Bollwerk gegen den Bolschewismus, gegen den kommunistischen „Imperialismus“, der das deutsche Volk „bedroht“. Dieses Fabrizieren von historischen Mythen ist das Gegenstück der Ablehnung der historischen Theorie der Klassengesellschaft, der Arbeiterbewegung, des Klassenkampfes zwischen den unterdrückten und ausgebeuteten Klassen auf der einen und der unterdrückenden und ausbeutenden Klassen auf der anderen Seite und ersetzt diese durch die Lehre von der „nationalen Bewältigung neuer Probleme durch das gesamte russische Volk, so wie sie auftauchen.“ Der Klassenkampf löst nicht – so sagen sie - die Probleme einer Nation, sondern macht die Lösung der nationalen Probleme des russischen Volkes „unmöglich“. Deswegen sind die Nationalbolschewisten gegen den Klassenkampf, bekämpfen sie ihn und dienen somit der Klasse, die in Russland heute herrscht. Damit treten die Nationalbolschewisten als Feinde derjenigen Klassen auf, die sich von der Klassenherrschaft der russischen Monopolbourgeoisie mit der sozialistischen Revolution befreien. Der „totale Staat“ der Nationaklbolschewisten ist in Wirklichkeit das, was Wyschinski in seinen „Sowjetischen Beiträgen zur Staats- und Rechtstheorie“ beschrieb:

„Das Recht ist die Gesamtheit der Verhaltensregeln, die den Willen der herrschenden Klasse ausdrücken und auf gesetzgeberischem Wege festgelegt sind, sowie der Gebräuche und Regeln des Gemeinschaftslebens, die von der Staatsgewalt sanktioniert sind. Die Anwendung dieser Regeln wird durch die Zwangsgewalt des Staates gewährleistet zwecks Sicherung, Festigung und Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse und Zustände, die der herrschenden Klasse genehm und vorteilhaft sind“ (Berlin 1953, Seite 76).

„Die bürgerlichen Staats- und Rechtstheorien dienen, ungeachtet der subjektiven Bestrebungen und Wünschen der Schöpfer dieser Theorien, der Ausbeutung... [Die bürgerlichen Rechtstheorien] verhüllen den ausbeuterischen Charakter des bürgerlichen Rechts. Mit Phrasen über das „Allgemeinwohl“ und `soziale` und `Volks` interessen bemühen sie sich, die Tatsache zu verschleiern, dass das bürgerliche Recht, dieses raffinierte und heimtückische Instrument zur Verteidigung der Ausbeuterinteressen der Unterdrückung des Volkes dient, ihm feindlich ist“ (Wyschinski, „The Law of the Soviet State“, New York 1948, Seite 50).

Die Gewaltanwendung durch das Rechtssystem wird auf die Bedürfnisse und das Wohl des “neuen, russischen, totalen Staates“ der Nationalbolschewisten zurückgeführt, nicht aber auf die Klassenbedürfnisse des russischen Proletariats. Das Recht der Nationalbolschewisten beruht auf dem Unrecht des Klassenkampfes. Der Maßstab des nationalbolschewistischen Rechts ist nicht sein Klassenursprung, sondern die Effektivität seines Resultates: Ihr Prüfstein ist nicht die Klassenfrage des Staates, sondern, wie gut oder wie schlecht es der zukünftigen nationalbolschewistischen Regierung gelingt, ihren Willen durchzusetzen und unangenehme Lasten auf die Schultern der Massen abzuwälzen – und eben das gelingt nur durch Verhüllung des Klassencharakters des Staates. Der „totale Staat“ wie er im Programm der Nationalbolschewisten niedergeschrieben wurde, ist eben dem Wesen nach nichts anderes als ein verhüllter Klassenstaat des russischen Monopolkapitalismus!

Die Nationalbolschewisten nennen sich nur deswegen Nationalbolschewisten, um den Bolschewismus zu verfälschen und ihn zum Zwecke des Anti-Bolschewismus zu missbrauchen, so wie die Faschisten dies auch mit dem „Nationalsozialismus“ gemacht haben. Insofern ist auch der Begriff des Nationalbolschewismus ein Missbrauch, dient er dem Zwecke ihres neuen,faschistischen, totalen Staates. Der Begriff des Bolschewismus wird für den nationalbolschewistischen Staat nützlich, wenn es gelingt, seinen marxistischen Inhalt auszulöschen und diesen stattdessen mit dem Nationalismus zu füllen.

Der sozialistische Staat ist aus dem kapitalistischen Staat hervorgegangen, so wie in Russland aus dem sozialistischen Staat ein neuer kapitalistischer Staat hervorgegangen ist, der durch keinen anderen Staat abgelöst wird als durch einen neuen sozialistischen Staat. Wie kann man da rein biologisch betrachtet, von siamesischen Zwillingen reden? Nach Limonka sind kapitalistischer und sozialistischer Staat also gleichzeitig auf die Welt gekommen?

Woher diese Gleichmacherei der Nationalbolschewisten?

Interessant ist ein Vergleich zwischen den Volkstümlern Ende des 19. Jahrhunderts und den Nationalbolschewisten des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die ersteren vertraten die Theorie, „Russland könne die Phase des Kapitalismus vermeiden“ und die letzteren vertreten die Theorie, „the Bolsheviks knocked down the autocracy but there was no capitalism“. Wie langlebig doch dieser Unsinn ist, obwohl wir Marxisten – Leninisten ihn schon zum tausendsten Mal seit über 100 Jahren widerlegt haben. Nun, diese Theorien sind kleinbürgerliche Theorien und sie halten sich eben solange es das Kleinbürgertum noch gibt. Schon vor über 90 Jahren geschrieben - aber immer noch aktuell - ist Lenins Artikel „Die Volkstümler und die Klasse der Lohnarbeiter“:

„Diese Theorie war die Theorie des utopischen, kleinbürgerlichen Sozialismus, d.h. eine Träumerei kleinbürgerlicher Intellektueller, die den Ausweg aus dem Kapitalismus nicht im Klassenkampf der Lohnarbeiter gegen die Bourgeoisie, sondern in Appellen an das `ganze Volk`, an die `Gesellschaft`, das heißt an die nämliche Bourgeoisie suchten. In allen Ländern überwogen vor der Entstehung der Arbeiterbewegung solche `sozialistischen` Lehren, die in Wirklichkeit nur Träumereien kleinbürgerlicher Theoretiker waren, vom Klassenkampf verschont zu werden, ohne ihn auszukommen. In allen Ländern, wie auch in Russland, musste die klassenbewusste Arbeiterbewegung einen hartnäckigen Kampf gegen diese Lehre des kleinbürgerlichen, der Lage und dem Standpunkt der Kleinbesitzer entsprechenden `Sozialismus` bestehen. Die Arbeiterbewegung kann nicht bestehen und kann sich nicht erfolgreich entwickeln solange diese Theorie der biederen Kleinbesitzer von der Möglichkeit, den Kapitalismus zu `vermeiden`, nicht widerlegt ist. (...) Mit jedem Tag der Entwicklung des Kapitalismus wird der Unterschied zwischen den Klassen immer größer“ (Lenin, Werke Band 20, Seite 96 und 98). Die Propaganda der Nationalbolschewisten läuft also in Wirklichkeit auf eine Wiederbelebung der russischen Volkstümelei hinaus mit dem Ziel die Bewegung der Klasse der russischen Lohnarbeiter heute zu demoralisieren und zu desorganisieren.

Keine kleinbürgerliche Klasse auf der ganzen Welt hat solche historischen Erfahrungen gesammelt wie die russische, weswegen sie eine gewisse Anziehungskraft auch über die nationalen Grenzen Russlands ausübt. Sie hat in kürzerster Zeit die Diktatur der Bourgeoisie und die Diktatur des Proletariats durchlebt und beide Diktaturen gleichermaßen am eigenen Leib erfahren. Sie sehnt sich nach einer Mischung aus vorkapitalistischer und nachsozialistischer Zeit, um Kapitalismus und Sozialismus historisch zu „überwinden“. Deswegen die Ablehnung, die Gleichmacherei von Kapitalismus und Sozialismus, deswegen das Kleinbürgertum, das als einzige Klasse den Weg zur klassenlosen Gesellschaft anführen könne, daraus das Sendungsbewusstsein der russischen Nationalbolschewisten. Durch Harmonisierung der gegensätzlichen Klasseninteressen, durch Klassenversöhnung würde das Kleinbürgertum verschont bleiben, würde es durch die Beseitigung des Klassenkampfes verschont bleiben, den der Marxismus ständig zu „schüren“ versucht. Prejorativ wird der Marxismus deshalb als reaktionäres Festhalten an utopischen Gedankengängen eingeschätzt, wird das Verhältnis von Marxismus und Utopismus auf den Kopf gestellt.

Die Nationalbolschewisten streben nach einer Harmonie von Arbeit und Kapital und protestieren lediglich dagegen, dass das Verhältnis zwischen den Kapitalisten der USA und Russland „ungerecht“ sei, wovon sie ihr Recht auf Krieg ableiten.

Stalin hat die Gleichmacherei von der Gleichheit klar unterschieden:

„Unter Gleichheit versteht der Marxismus nicht Gleichmacherei auf dem Gebiet der persönlichen Bedürfnisse und der Lebensweise, sondern die Aufhebung der Klassen, das heißt a) die gleiche Befreiung aller Werktätigen von der Ausbeutung, nachdem die Kapitalisten gestürzt und expropriiert sind; b) die gleiche Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln für alle, nachdem die Produktionsmittel zum Eigentum der gesamten Gesellschaft geworden sind; c) die gleiche Pflicht aller, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten, und das gleiche Recht aller Werktätigen, hierfür nach ihrer Leistung vergütet zu werden (sozialistische Gesellschaft); d) die gleiche Pflicht aller, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten, und das gleiche Recht aller Werktätigen, hierfür nach ihren Bedürfnissen versorgt zu werden (kommunistische Gesellschaft). Dabei geht der Marxismus davon aus, dass der Geschmack und die Bedürfnisse der Menschen der Qualität oder Quantutät nach weder in der Periode des Sozialismus noch in der Periode des Kommunismus gleich sind oder gleich sein können“ (Stalin, Band 13, Seite 315, dt. Ausgabe, KPD/ML).

Diese Gleichmacherei ist vom marxistisch-leninistischen Standpunkt, vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus betrachtet, natürlich reaktionärer, kleinbürgerlicher Unsinn, entspringt einem primitiven Sektierertum und bringt nur die Angst des Kleinbürgertums zum Ausdruck, zwischen den beiden Klassen - Bourgeoisie ( Kapitalismus) und Arbeiterklasse (Sozialismus) eines Tages aufgerieben zu werden. Die kleinbürgerliche Klasse sieht also sowohl den Kapitalismus als auch den Sozialismus für eine Gefahr für ihre eigene Existenz, und deswegen versucht sie sich über Kapitalismus und Sozialismus zu stellen, propagiert es seine kleinbürgerlich-revolutionären Ideale als Modell für eine neue Weltordnung. Das Kleinbürgertum ist älter als die beiden Klassen Bourgeoisie und Arbeiterklasse, war schon im Mittelalter vertreten. Es hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich aus ihm die Bourgeoisie entwickelte und dass sich die Bourgeoisie auch aus dem Sozialismus der Arbeiterklasse wieder befreien und retten konnte:

„In den Ländern, wo sich die moderne Zivilisation entwickelt hat, hat sich eine neue Kleinbürgerschaft gebildet, die zwischen dem proletariat und der Bourgeoisie schwebt und als ergänzender Teil der bürgerlichen Gesellschaft stets von neuem sich bildet, deren Mitglieder aber beständig durch die Konkurrenz ins Proletariat hinabgeshleudert werden, ja selbst mit der Entwicklung der großen Industrie einen Zeitpunkt herannahen sehen, wo sie als selbständiger Teil der modernen Gesellschaft gänzlich verschwinden und im Handel, in der Manufaktur, in der Agrikultur durch Arbeitsaufseher und Domestiken ersetzt werden. (...) Seinem positiven Gehalte nach will jedoch dieser [kleinbürgerliche] Sozialismus entweder die alten Produktions- und Verkehrsmittel wiederherstellen und mit ihnen die alten Eigentumsverhältnisse und die alte Gesellschaft, oder er will die modernen Produktions- und Verjehrsmittel in den Rahmen der alten Eigentumsverhältnisse, die von ihnen gesprengt wurden, gesprengt werden mussten, gewaltsam wieder einsperren. In beiden Fällen ist er reaktionär und utopisch zugleich (Schließlich, als die hartnäckigen geschichtlichen tatsachen jeden Rausch des Selbstbetrugd verscheucht hatten, artete diese Form des Sozialismus in einen erbärmlichen Katzenjammer aus“ (Marx und Engels, Kommunistisches Manifest, Kapitel „kleinbürgerlicher Sozialismus“).





Ende des Ersten Teils!!!



Fortsetzung hier:

Teil II



Teil III



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