Stalin

die Frage der Intelligenz,



Die Frage der Intelligenz als Zwischenschicht ist eine Frage der Überwindung der Widersprüche zwischen geistiger und körperlicher Arbeit. Diese Frage löst sich nicht von selbst. Es ist eine Klassenfrage und kann nur im Klassenkampf überwunden werden, kann nur unter Anwendung der Diktatur des Proletariats, kann nur unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer Vorhutpartei gelöst werden. Lenin bezeichnete die Aufhebung des Unterschieds zwischen Hand- und Kopfarbeitern als ein sehr langwieriges Werk“ (Lenin, Band 29, Seite 411).

Wenn diese Frage nicht richtig gelöst wird, dann bilden sich antagonistische Klassenwidersprüche, verwandelt sich die Intelligenz von einer der Triebfedern zum Hemmschuh der sozialistischen Entwicklung, kann sie zu einer Triebfeder der Restauration des Kapitalismus werden, wird diese Zwischenschicht verbürgerlicht, rekrutiert sich das neue Bürgertum aus dieser Schicht, wird diese Schicht, die im Dienste der Diktatur des Proletariats stand, in den Dienst der Diktatur der neuen Bourgeoisie gestellt. Nicht die Intelligenz darf über die Diktatur des Proletariats herrschen , sondern umgekehrt, die Diktatur des Proletariats muss unvermeidlich die Intelligenz immer dann unterdrücken, wenn diese wieder einmal ihren berühmt-berüchtigten Führungsanspruch gegenüber den Arbeitern durchzusetzen versucht. Wir wissen alle sehr genau, wovon wir reden.

Wie der Name schon sagt, ist die Zwischenschicht der Intelligenz keine Klasse, sondern eine Schicht zwischen den Klassen, die aus allen Klassen der Gesellschaft gespeist wird, egal ob sie - wie früher - mehr von der Bourgeoisie oder - wie später – überwiegend von der Arbeiterklasse und den Bauern rekrutiert wird. Nicht aus welcher Klasse man stammt, ist das Entscheidende, sondern welcher Klasse man angehört. Klassenherkunft darf nicht mit Klassenzugehörigkeit verwechselt werden. Und die Intelligenz, die größtenteils aus der Arbeiterklasse und den Bauern hervorgeht, gehört weder der Arbeiterklasse, noch der Klasse der Bauern an, sondern sie ist eine Zwischenschicht für sich. Die Zwischenschicht der Intelligenz ist keine Zwischenschicht innerhalb der Arbeiterklasse und der Bauern, sondern eine Zwischenschicht außerhalb der Arbeiterklasse und der Bauern, wenn auch als selbständiger Teil der sozialistischen Gesellschaft mit diesen beiden Klassen eng verbunden.

Was nun die Stellung der Zwischenschicht innerhalb der Diktatur des Proletariats anbelangt, so muss man ihre Position an der richtigen Stelle beachten. Wo steht da die Intelligenz ? Die Zwischenschicht ist nicht etwa eine Art „Schicht des Zentrums der Herrschaft“ mitten zwischen den Arbeitern auf der linken Seite und den Bauern auf der rechten Seite (und in der Mitte die Intelligenz= „Zwischenschicht“?!). Solch eine „Machtstruktur“ der Diktatur des Proletariats mit einer Intelligenz „auf Augenhöhe“, wo die Intelligenz auf der einen Seite aus ihrem Augenwinkel die Arbeiter „schief anguckt“ und auf der anderen Seite die Bauern „im Auge behält“, ist dem Marxismus-Leninismus fremd und zuwider.

Die Frage ist nicht nur konkret, sondern auch prinzipiell zu stellen: Worum handelt es sich bei der Diktatur des Proletariats ? Handelt es sich entweder um eine Herrschaft der Arbeiterklasse, der Bauern und der Intelligenz oder um die Diktatur des Proletariats, einer Diktatur der Arbeiter und Bauern, die von den Arbeitern geführt und bis zum Kommunismus geleitet wird ? Die Antwort ist eindeutig: Der Marxismus-Leninismus hat in die Diktatur des Proletariats niemals irgendeine politische Macht der Intelligenz einbezogen oder vorgesehen.

Stalin spricht zwar richtig von der Intelligenz als gleichberechtigtes Mitglied der Sowjetgesellschaft, aber Stalin spricht dabei vor allem vom Wesen dieser Sowjetgesellschaft, also von der Diktatur des Proletariats. Einige Genossen scheinen das Letztere gern vergessen zu wollen oder die „Diktatur des Proletariats“ als Hülle misszuverstehen, unter der sich alles Mögliche, „Klassenloses“ versammeln darf – und vielleicht ganz zuletzt der Arbeiter.

Die Intelligenz kann niemals die Führerin einer sozialistischen Gesellschaft sein, und schon gar nicht die „graue Eminenz“ einer zur Schau gestellten „Arbeiterführung“, die sie als ihre Marionette dirigiert. Wir hatten bereits auf den Proletkult hingewiesen, mit denen sich gewisse Elemente der Intelligenz schmücken, um dahinter ihre kleinbürgerlichen Absichten zu verbergen. Niemand, auch die Intelligenz nicht, hat irgendein Recht auf eine privilegierte Stellung in der sozialistischen Gesellschaft. Und eben dieser revolutionäre Kampf gegen Privilegien wurde von Lenin und Stalin mit aller Strenge und Leidenschaft geführt. Die Privilegien haben nicht wenig zur Restauration des Kapitalismus in der UdSSR beigetragen, und dazu gehörten nicht wenige Privilegien der Intelligenz.

Wir müssen dies hier so in aller Deutlichkeit formulieren, weil sich der moderne Revisionismus bei seiner Machtübernahme auf die Intelligenz gestützt hat. Und das darf uns nicht noch einmal passieren. Damit würde die Arbeiterklasse nur erneut betrogen werden. Welche Konsequenzen das im Weltmaßstab haben würde, sehen wir aus allen den Tatsachen der Geschichte des Sozialismus, der bolschewistischen Partei. Immer, wenn die Partei der Intelligenz gegenüber eine liberale Haltung eingenommen hatte, wurde sie von dieser abgestraft. Sektierertum gegenüber der Intelligenz ist nicht weniger schädlich, doch das nur nebenbei. Die Hauptgefahr ist meistens der rechte Opportunismus in der Frage der Intelligenz. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als uns mit der Frage der Intelligenz hier ein Stück weit ernsthaft und gewissenhaft zu beschäftigen.

Beides ist unmöglich: 1. Es gibt keinen Kommunismus ohne die Klassenfrage der Schicht der Intelligenz gelöst zu haben und 2. die Intelligenz ist als Zwischenschicht nicht in den Kommunismus hinüber zu retten. Weder die Existenz von Klassen noch die Zwischenschichten der Klassen haben noch irgendetwas im Kommunismus zu suchen. Es ist also ein großer Irrtum zu glauben, man bräuchte nur für die Zunahme dieser Zwischenschicht zu sorgen, und die Widersprüche zwischen geistiger und körperlicher Arbeit würden von ganz allein verschwinden und sich in Luft auflösen. Die Herabminderung der revolutionären Rolle der Arbeiterklasse und die Überbewertung der Rolle der Zwischenschicht der Intelligenz usw. usf., das ist eine faule, revisionistische Auffassung, die für den Marxismus-Leninismus gefährlich ist. Im Gegenteil, wer so denkt, der schwört ja geradezu die Entstehung einer solchen „Über“-Klasse herauf, die von sich selber glaubt, die führende Rolle bei der Abschaffung der Klassen, beim Übergang zum Kommunismus zu übernehmen, die sich aber in Wirklichkeit über die Arbeiterklasse zu stellen versucht, usw. usf. In einer sozialistischen Klassengesellschaft kann es nie „eine zusammengewachsene, einzige Klasse“ geben und genauso wenig überreicht der Sozialismus dem Kommunismus eine Klasse, die „sich dem Kommunismus gegenüber würdig erweist.“ Das hat alles nichts mit dem Marxismus-Leninismus zu tun.

Der Marxismus-Leninismus hat zwar betont, dass die Intelligenz keine Klasse, sondern eine Zwischenschicht ist, aber nirgends steht im Marxismus-Leninismus etwas darüber geschrieben, dass sich aus Zwischenschichten nicht neue Klassen entwickeln können. Das geschieht nämlich dann, wenn man von der Klassenlehre des Marxismus-Leninismus abweicht und die führende Rolle der Arbeiterklasse in der Diktatur des Proletariats unterschätzt bzw. gering schätzt, wozu die Intelligenz stets zu neigen pflegt. Wir Kommunisten werden uns hüten, dem Arbeiter sein gesundes Misstrauen gegenüber gewissen „Neunmalklugen“ auszureden. Nicht die Zwischenschicht der Intelligenz ist die führende Kraft der Beseitigung des Widerspruches zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, sondern nur die führende Kraft der Arbeiterklasse. Nur unter der Führung der Arbeiterklasse wird die Intelligenz revolutionär erzogen. Wird die Führung der Arbeiterklasse geschwächt, wird auch ihr revolutionärer Einfluss auf die Intelligenz geschwächt. Die Schwächung des revolutionären Einflusses der Intelligenz kann also nichts anderes bedeuten als die Stärkung des revisionistischen Einflusses auf die Intelligenz. Das ist nicht nur eine uralte schmerzliche Erfahrung der Arbeiterklasse, sondern auch eine wichtige Lehre des Marxismus-Leninismus, von der man niemals abweichen darf – auch nicht beim Übergang zum Kommunismus.

Zwischenschichten sind Teil der Klassengesellschaft und auch die Klassen selbst haben die Klassiker stets differenziert und als lebendige, sich verändernde soziale Größen betrachtet, wozu auch die Schichten innerhalb der Klasse gehören. Zwischenschichten können selber zwar keinen KLASSEN-Kampf führen (das können eben nur die Klassen selber), aber Zwischenschichten unterliegen in ihrem Verhältnis zu den Klassen natürlich den Gesetzen des Klassenkampfes ebenso wie den Gesetzen der Abschaffung der Klassen. Sie nehmen auf ihre spezifische Weise mehr oder weniger am Klassenkampf teil, können objektiv keine neutrale Haltung gegenüber den Klassen einnehmen, können nicht über den Klassen stehen, selbst wenn sie es denn wollten. Okay, alles ist möglich auf den Zwischenplätzen der Gesellschaft, nur nicht die Plätze der Arbeiterklasse zu tauschen ! Die Intelligenz ist im Irrtum, wenn sie meint, dass ihre Plätze so hoch sind, dass sie von dort aus über die Massen hinweg und auf die Massen herab sehen könnten. Zwischenschichten heißen deswegen Zwischenschichten, weil sie zwischen und NICHT ÜBER den Klassen stehen und schon gar nicht über der Diktatur der Arbeiterklasse. Das muss nicht nur jeder Arbeiter wissen, sondern es der Intelligenz auch schonend bei bringen, nämlich dies niemals zu vergessen. Nur, sollte das bei gewissen Intellektuellen - also dort oben in der Schwindel erregenden Höhe ihres Kopfes, nicht ankommen -, weil sie meinen, sich deswegen von einem Arbeiter nichts sagen lassen zu brauchen, dann wird die Arbeiterklasse sich zum Ausüben von Druck gezwungen sehen. Herr im sozialistischen Haus ist der Arbeiter und daran hat niemand zu rütteln, der dieses Haus mit den Arbeitern bewohnt, vor allem nicht im obersten Stockwerk der Partei.

Was ist davon zu halten, wenn dort die Mehrheit der Intelligenz die Mehrheit der Arbeiter verdrängt hat ? Davon ist gar nichts zu halten, das ist vielmehr ein völlig untragbarer Zustand für eine bolschewistische Partei. Das war schon der Fall zur Zeit Shdanows: siehe sein Bericht über das Parteistatut - auf dem XVIII. Parteitag - und das war der Fall (sogar eine erdrückende Mehrheit der Intelligenz) zur einer Zeit, als Chruschtschow auf dem XIX. Parteitag den Bericht über das Parteistatut abgab, vom XX. Parteitag ganz zu schweigen, wo die Arbeiter an der Hand aufgezählt werden konnten ! Hinzu kommt noch, dass bei der Zusammensetzung der Partei ein großer Teil der Arbeiter aus Arbeiterbürokraten, wollen nicht sagen neue Arbeiteraristokraten bestand, was nicht unbedingt das Gleiche ist.

Fakt ist: In einer bolschewistischen Partei muss die Mehrheit aus Arbeitern zusammengesetzt sein, wofür Lenin und Stalin immer gekämpft haben. Punkt aus ! Keine Diskussion !

Das Absterben des Widerspruchs zwischen geistiger und körperlicher Arbeit beinhaltet nicht nur das Absterben der Klassen, sondern auch ihrer Zwischenschicht, der Intelligenz. Wozu braucht eine intelligente Gesellschaft noch eine Extra-Schicht von Intelligenzlern ? Sie ist intelligent genug, auf sie verzichten zu können. Im Kommunismus ist endgültig Schluss mit der Unvermeidbarkeit der Jahrtausende alten Verdummung der Massen.

Zur Zeit des Aufbaus der UdSSR war die Frage des kulturell-technischen Niveaus der Arbeiter eine existentielle Frage.

Nicht umsonst hielt Stalin die Aufhebung des wesentlichen Unterschieds [Stalin distanzierte sich ausdrücklich vom Begriff „jeglichen“ Unterschieds, den es nicht gibt und nicht geben kann] zwischen geistiger und körperlicher Arbeit für einProblem von erstrangiger Bedeutung“. Warum?

Was wäre, wenn nicht einzelne Arbeitsgruppen, sondern die Arbeiter in ihrer Mehrheit ihr kulturell-technisches Niveau auf das Niveau der Ingenieure und Techniker brächten ? Unsere Industrie würde einen für die Industrie der anderen Länder unerreichbaren Hochstand erzielen“ (Stalin, „ökonomische Probleme...“, Seite 35).

Ja, das ist überhaupt der richtige Weg, um genügend materielle Güter zu erzeugen und damit den Übergang zum Kommunismus zu beschreiten. Insofern ist der Kampf für die Beseitigung der wesentlichen Unterschiede zwischen geistiger und körperlicher Arbeit ein wichtiger Bestandteil der Grundlagen des Stalinismus zur Lösung der Frage des Übergangs zum Kommunismus.

Lesen wir weiter, was Stalin zur Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit gesagt hat:

Manche glauben, die Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit könne erreicht werden durch eine gewisse kulturelle und technische Gleichstellung der Hand- und Kopfarbeiter auf der Grundlage einer Senkung des kulturellen und technischen Niveaus der Ingenieure und Techniker, der Kopfarbeiter, auf das Niveau der Arbeiter mittlerer Qualifikation. Das ist völlig unrichtig. Nur kleinbürgerliche Schwätzer können so über den Kommunismus denken. In Wirklichkeit kann die Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit nur dadurch erreicht werden, dass das kulturelle und technische Niveau der Arbeiterklasse auf das Niveau von Ingenieuren und Technikern gehoben wird. Es wäre lächerlich zu glauben, dies sei nicht zu verwirklichen. Dies ist durchaus zu verwirklichen in den Verhältnissen der Sowjetgesellschaft, wo die Produktivkräfte des Landes von den Fesseln des Kapitalismus befreit sind, wo die Arbeit vom Joche der Ausbeutung befreit ist, wo die Macht in den Händen der Arbeiterklasse liegt und die junge Generation der Arbeiterklasse alle Möglichkeiten hat, sich eine ausreichende technische Bildung anzueignen. Es liegt keinerlei Grund vor, daran zu zweifeln, dass nur ein solcher kultureller und technischer Aufschwung der Arbeiterklasse die Grundlage des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit untergraben kann, dass nur er allein jene hohe Arbeitsproduktivität und jenen Überfluss an Konsumtionsmitteln sicherstellen kann, die notwendig sind, um mit dem Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus zu beginnen“ (Stalin, „Rede auf der ersten Unionsberatung der Stachanowleute“, Band 14, Seite32).

Wenn Stalin von der Unvermeidbarkeit der Hebung des Niveaus der Kopfarbeit der Handarbeiter spricht, um zum Kommunismus zu gelangen, so hat er dies nicht einseitig betrachtet. Worauf wollen wir hinaus? Dialektisch angewandt bedeutet Stalins Weisung gleichzeitig die Unvermeidbarkeit der Hebung des Niveaus der Handarbeit der Kopfarbeiter. Nur wenn dieser Prozess der Vervollkommnung der Hand- und Kopfarbeit von beiden Seiten, also allseitig sowohl von den Arbeitern und Bauern als auch von der Intelligenz verwirklicht wird, kann man sich auf den Weg zur Beseitigung des Gegensatzes von geistiger und körperlicher Arbeit begeben.

Wir dürfen nicht vergessen, dass der Sozialismus (im Gegensatz zum Kommunismus) noch unvermeidlich mit den „Muttermalen“ der kapitalistischen Vergangenheit behaftet ist, die sich auch im Verhältnis von körperlicher und geistiger Arbeit in der sozialistischen Arbeitsteilung widerspiegeln. Es ist naiv zu glauben, dass mit der Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen das vererbte Muttermal des Gegensatzes von körperlicher und geistiger Arbeit ganz von alleine verblasst. Widersprüche der Ungleichheit in der sozialistischen Arbeitsteilung, werden sie im Klassenkampf unterschätzt, wirken wie Öl auf dem Feuer des Kampfes gegen die Restauration des Kapitalismus. Jede Einseitigkeit statt Allseitigkeit der körperlichen und geistigen Triebkräfte des Sozialismus beschwört die Gefahr der Verwandlung des Widerspruchs in einen klassenbedingten Gegensatz herauf, gefährdet die Verschmelzung der Klassen, erleichtert es den reaktionären Elementen, die nicht- antagonistischen Klassenwidersprüche in antagonistische zu verwandeln, sowohl die geistige als auch die körperliche Arbeit wieder in Lohnsklaverei eines restaurierten Kapitalismus umzukehren. Enver Hoxha hat aus dieser Schwäche der Einseitigkeit die richtigen Konsequenzen gezogen und die Organisierung der regelmäßigen Handarbeit der Kopfarbeiter als politische, ökonomische und ideologische Frage gelöst (zum Beispiel Kampagne des albanischen Eisenbahnbaus durch Studenten, regelmäßige Arbeit von überwiegend geistigen Arbeitern in der Produktion usw.):

Schon Karl Marx erkannte die Methode der produktiven Arbeit in Verbindung mit dem Unterricht nicht nur als eine Methode zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktion, sondern als die einzige Methode zur Produktion vollseitig entwickelter Menschen(Das Kapital, I, Schluss des 13. Kapitels, Seite 508).

Lenin schreibt über die Aufhebung der Arbeitsteilung vonallseitig entwickelten und allseitig geschulten Menschen, die alles machen können. (...) Dahin steuert der Kommunismus, dahin muss er und wird er gelangen“ (Lenin, Band 31, Seite 35).

Kommunistische Arbeit im engeren, genaueren Sinne des Wortes ist unbezahlte Arbeit für die Gesellschaft (...), ist freiwillige Arbeit (...), die aus der Gewohnheit, für das Gemeinwohl zu arbeiten, und aus der (zur Gewohnheit gewordenen) Erkenntnis von der Notwendigkeit der Arbeit für das Gemeinwohl geleistet wird“.

(zum Beispiel wenn heute einige deutsche Ärzte ihren Urlaub seit Jahren damit verbringen, unentgeltliche, freiwillige Arbeit an den Ärmsten der Armen Patienten Indiens zu leisten, um sie von ihren schweren Leiden zu befreien ).

Worauf es also ankommt, ist, die Gesetzmäßigkeit von der Übereinstimmung von Hand- und Kopfarbeit zu begreifen und dieses Gesetz auf bolschewistische Art und Weise zu beherrschen und zu meistern.

Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozess Kopfarbeit und Handarbeit“ (MEW, Das Kapital, Band I, in: Band 23, Seite 531).

In der auf Klassenantagonismus, auf die Ausbeutung der Menschen durch den Menschen gegründeten Gesellschaft, werden die natürlichen Unterschiede zwischen geistiger und körperlicher Arbeit zu klassenbedingten Gegensätzen. Daraus bildete sich eine besondere gesellschaftliche Schicht, welche Güter konsumiert, die von anderen produziert wird und die sich durch diese „unnatürliche“ Arbeitsteilung selbst ausschließlich mit geistiger Arbeit befassen kann. Die Intelligenz lebt also von Arbeit, die die Werktätigen für sie verrichten. Gleichzeitig hat sie sich selber an die Bourgeoisie versklavt, die ihre geistige Arbeit ausbeutet und sie sich privat aneignet. Demnach ist die Ausbeutung der Intelligenz ein Mittel der Bourgeoisie zur Ausbeutung der körperlich arbeitenden Lohnsklaven, der Arbeiterklasse und der bäuerlichen Lohnarbeiter bzw. zu deren Dasein als Reservearmee. So basiert die geistige Herrschaft der Bourgeoisie schließlich auf der Herrschaft über die Intelligenz. Aus ihrer zwiespältigen, kleinbürgerlichen Lage im System der kapitalistischen Produktionsweise erklärt sich die Wankelmütigkeit der Intelligenz sowohl gegenüber der Bourgeoisie als auch gegenüber der Arbeiterklasse. Die Intelligenz ist also nicht etwa das Produkt der natürlichen Unterschiede zwischen geistiger und körperlichen Arbeit, sondern erst in der Klassengesellschaft zu deren Klassenprodukt geworden und folglich im Natursystem von Kopf- und Handarbeit eigentlich gar nicht „vorgesehen“, weswegen sie in der klassenlosen Gesellschaft auch restlos wieder ihre Rolle verliert und also als solche abgeschafft wird. Es ist ganz natürlich, dass die Intelligenz, sobald sie sich darüber bewusst geworden ist, ihre Sonderstellung aufgeben zu müssen, mit Widerstand antwortet und im proletarischen Klassenkampf zum Schweigen gebracht wird solange sie sich der Diktatur des Proletariats widersetzt.

Die Beseitigung des antagonistischen Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit ist eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus, während die Beseitigung des nicht-antagonistischen Widerspruchs - und damit überhaupt die Beseitigung dieses Widerspruchs zwischen geistiger und körperlicher Arbeit - eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus ist, womit die natürlichen Unterschiede zwischen geistiger und körperlicher Arbeit im Wesentlichen unberührt bleiben.



Die Lösung der Frage des Gegensatzes zwischen Hand- und Kopfarbeit ist nicht nur eine Frage der Produktivitätssteigerung, sondern gleichermaßen eine Frage der Umwälzung der Arbeitsteilung, der Produktionsverhältnisse, die allen Gesellschaftsgliedern erlaubt, ihre Fähigkeiten möglichst allseitig auszubilden, zu erhalten und auszuüben“ (MEW, „Anti-Dühring“, Band 20, Seite 186), ist überhaupt eine der wesentlichsten Fragen zur Entwicklung eines kommunistischer Menschen usw. usf. Der gesellschaftliche Mensch entfaltet sich in dem Maße allseitig wie seine natürliche Hand- und Kopfarbeit in Übereinstimmung gebracht werden. Die Entfaltung des Menschen wird in dem Maße gestört, wie weit Kopf- und Handarbeit durch die kapitalistische Arbeitsteilung voneinander getrennt werden, wie sich die Störung ihres Verhältnisses bis zu ihrer völligen Nicht-Übereinstimmung verdichtet, wie sie einander entgegengesetzt werden, wie sie entfremdet werden.

Indem sich die Gesellschaft zur Herrin der sämtlichen Produktionsmittel macht, um sie gesellschaftlich planmäßig zu verwenden, vernichtet sie die bisherige Knechtung der Menschen unter ihre eignen Produktionsmittel. Die Gesellschaft kann sich selbstredend nicht befreien, ohne dass jeder einzelne befreit wird. Die alte Produktionsweise muss also von Grund aus umgewälzt werden, und namentlich muss die alte Teilung der Arbeit verschwinden. An ihre Stelle muss eine Organisation der Produktion treten, in der einerseits kein einzelner seinen Anteil an der produktiven Arbeit, dieser Naturbedingung der menschlichen Existenz, auf andere abwälzen kann; in der andererseits die produktive Arbeit, statt Mittel der Knechtung, Mittel der Befreiung der Menschen wird, indem sie jedem einzelnen die Gelegenheit bietet, seine sämtlichen Fähigkeiten, körperliche wie geistige, nach allen Richtungen hin auszubilden und zu betätigen, und in der sie so aus einer Last eine Lust wird“ (MEW, Anti-Dühring, ebenda, Seite 273-274).

Das Gesetz der Arbeitsteilung von körperlicher und geistiger Arbeit liegt heute der Klassenteilung zu Grunde.

In der Klassengesellschaft haben Hand- und Kopfarbeit immer einen klassenmäßigen Hintergrund, wobei als Bannerträger der Ausnutzung von Hand- und Kopfarbeit immer und überall die fortgeschrittene Klasse auftritt, während sich die ablebenden Klassen dem widersetzen.

Die Eigentumsverhältnisse sind bestimmendes Element der Produktionsverhältnisse und betreffen damit die Frage des juristischen Überbau. Die herrschende Klasse hat - wie wir bereits betont haben - außer der materiellen auch die geistige Macht. Im Zeitalter der Globalisierung findet der Klassenkampf zwischen der Weltbourgeoisie und dem Weltproletariat also auch um die geistige Weltmacht statt. Der Weltkapitalismus hat die geistigen Produktivkräfte globalisiert, aber sie gleichzeitig in wenige mächtige Hände konzentriert also das Privateigentum von geistigen multinationalen Monopolen geschaffen.

Stalin sagte: „Wie die Produktionsweise einer Gesellschaft, so ist im Wesentlichen auch die Gesellschaft selber, so sind ihre Ideen und Theorien, ihre politischen Anschauungen und Einrichtungen. Oder gröber gesprochen: wie die Lebensweise von Menschen, so ist ihre Denkweise“ (Stalin, HistoMat, „Kurzer Lehrgang“, Seite 152).

Der subjektive Faktor ist derjenige Faktor, der entscheidenden Einfluss auf die revolutionäre Umwälzung auch der geistigen Eigentumsverhältnisse ausübt, wenn der objektive Faktor dafür vorhanden ist. Erst mit der Weltrevolution fällt das Eigentum am Marxismus-Leninismus in die Hände des Weltproletariats, wird der Marxismus-Leninismus zur herrschenden geistigen Weltmacht. Die Revisionisten an der Macht, das beinhaltete auch, dass sie sich des Marxismus-Leninismus bemächtigten, um das Weltproletariat, der alleinige rechtmäßige Eigentümer des Marxismus-Leninismus, zu betrügen und zu verraten. In der ersten Periode des Sozialismus eroberte sich das Proletariat die geistige Macht mit dem stärksten subjektiven Faktor der Welt, dem Bolschewismus. Wir alle wissen, dass Lenin diesen Faktor geschaffen und Stalin ihn gestählt hatte. Das sowjetische Proletariat errichtete nicht zuletzt auch eine geistige Diktatur, eine bolschewistische Diktatur unter Bedingungen der „geistigen“ Umkreisung des Weltkapitalismus, war also ständig dem geistigen Einfluss der Bourgeoisie von außen ausgesetzt, der sich natürlich nicht mit einer Belagerung begnügte, sondern den Drang verspürte, sich innerhalb der Diktatur des Proletariats „in einem“ Land auszubreiten.

Den Widerspruch von Hand- und Kopfarbeit aus seinen Klassenfesseln im Weltmaßstab zu befreien, damit ist die Aufgabe des Weltproletariats noch nicht vollständig erledigt. Die internationale Arbeitsteilung des Weltkapitalismus muss durch die internationale Arbeitsteilung des Sozialismus ersetzt werden, also ihre antagonistische Gegensätze in nicht-antagonistische Widersprüche verwandelt werden. Vollständig erledigt ist diese Aufgabe erst, wenn nicht nur die alte durch eine neue, sondern die klassenbedingte Arbeitsteilung überhaupt aufgehoben ist, wenn die Unvermeidbarkeit des Gegensatzes von Hand- und Kopfarbeit für immer beseitigt ist,

wenn auch der letzte Mensch schließlich seine Menschlichkeit als ganz gewohntes Lebensbedürfnis befriedigt - gegenüber allen anderen wie sich selbst - im Kommunismus.

Ein gesunder Geist im gesunden Körper eines jeden Menschen, in harmonischer Übereinstimmung mit einem gesunden Geist in einem gesunden Körper der ganzen Menschheit, in harmonischer Einheit mit der Natur. Danach lasst uns alle streben.



Zurück zur Sowjetunion.

Die „kollektive Führung“, der Chruschtschow den Namenleninistische Führung“ gegeben hatte, war nichts Anderes als die Führung, die aus den verschiedenen Strömungen der Arbeiter fremden Elemente in der Sowjetunion hervorgegangen war.

Um dies zu belegen, vergleichen wir die soziale Zusammensetzung der Parteimitglieder von 1939 und 1952, dann fällt uns nämlich das eklatante Missverhältnis sofort ins Auge:

Waren es auf dem XVIII. Parteitag noch 54 % aus privilegierten Schichten mit Hochschulbildung, so stieg diese Zahl auf dem XIX. Parteitag auf über 85 % steil bergan. Die Führung der Partei bestand von der sozialen Zusammensetzung her längst nicht mehr aus Arbeitern und Bauern. Die untersten Schichten der Gesellschaft, die breiten Massen der Sowjetmenschen, waren so gut wie gar nicht mehr in der Partei vertreten. War das noch eine bolschewistische Partei (Lenin: 2 Intellektuelle auf 8 Arbeiter)? Nein, davon konnte zumindest mit dem Staatsputsch von 1953 überhaupt nicht mehr die Rede sein. Es war keine Partei der Arbeiterklasse mehr, und auch keine selbst ernannte Partei des ganzen Volkes“ - es war faktisch nur noch eine Partei von leitenden Bediensteten des bürokratischen Staatsapparates einerseits und führenden Wirtschaftsfunktionären andererseits, die sich gemeinsam zu einer privilegierten Kaste, und schließlich zur herrschenden Klasse formierten unter dem Aushängeschild des „Stalinismus“. Mit dem Putsch von 1953 kam die neue Sowjetbourgeoisie an die Macht !

Bestand die alte bolschewistische Garde der Partei aus der Zeit des Zarenreiches noch mehrheitlich aus Arbeitern sowie einer Minderheit aus Bauern, Intellektuellen usw., so wuchs nach dem Krieg eine neue Generation von Parteimitgliedern heran, die also schon aus der sozialistischen Gesellschaft selbst hervorgegangen war und dort privilegierte Posten inne hatte. Die eigentlichen Produzenten der sozialistischen Gesellschaft, die Arbeiter und Bauern, spielten als Parteimitglieder in der UdSSR keine führende Rolle mehr. Das erklärt eigentlich alles, warum der Putsch von 1953 so und nicht anders endete.

Was bislang sträflich übersehen wurde, ist die Tatsache, dass der XVIII. Parteitag bereits die Weichen für die negative Entwicklung auf dem XIX. Parteitag gestellt hatte. Chruschtschow konnte mit seinen abweichenden Statutänderungen auf dem XIX. Parteitag so zu sagen auf Shdanow „aufbauen“, denn Shdanow war verantwortlich für Statutänderungen des XVIII. Parteitags, die bei genauerem Hinsehen Ansätze von dem erkennen ließ, was Chruschtschow nach Stalins Tod konsequent fortsetzen konnte. Es handelte sich so zu sagen um Shdanows Abweichung, die Chruschtschows „Partei des ganzen Volkes“ den Weg erleichtern half, um den proletarischen Charakters der Partei zu beseitigen , sie in eine Partei mit bürgerlichem Charakter zu verwandeln - zum Beispiel durch Änderung ihrer sozialen Zusammensetzung zu Gunsten der Intelligenz, durch Beseitigung der proletarischen Führung in der Partei und ihre Ersetzung durch eine Führung durch die Intellektuellen usw. usf. Diese Abweichung war geschickt in Phrasen des Stalinismus gekleidet, die Chruschtschow später in Phrasen des Leninismus verwandelte, um den Stalinismus in Statutfragen anzugreifen und die bolschewistische Partei durch eine revisionistische Partei zu ersetzen. Die Abweichung bestand darin, dass die Führung immer weniger in den Händen der gewählten Gremien lag, sondern sich immer mehr in die Parteibürokratie verlagerte, dass die Kader über diese Gremien bestimmten und nicht umgekehrt die gewählten Gremien über die Kader.

Da ist also eine durchgehende rechte Abweichung in Statutfragen auszumachen, die sich im Laufe der Jahre seit dem XVIII. Parteitag weiter entwickeln und sich sowohl von oben nach unten als auch von unten nach oben in der Partei ausbreiten konnte, bis sich daraus schließlich die revisionistische „Partei des ganzen Volkes“ heraus schälte. Es ist also mit dem Irrglauben aufzuräumen, dass die revisionistische Partei des ganzen Volkes vom Himmel gefallen sei oder gar von Chruschtschow „erfunden“ worden war. Die bolschewistische Partei in eine revisionistischePartei des ganzen Volkes“ zu verwandeln, gelang Chruschtschow erst dadurch, dass er dafür die erforderlichen Bedingungen vorfand, die bereits vor seiner Machtübernahme in der Partei herangereift waren.

Die strengeren Kriterien für Mitglieder, die nicht der Arbeiterklasse angehörten, wurden erheblich gelockert und die soziale Zusammensetzung der Partei verschlechtert. Wie gesagt gab es zum Zeitpunkt als Shdanow auf dem XVIII. Parteitag über die Statutänderungen berichtete, bereits mehr Intellektuelle als Arbeiter in der Partei (siehe die von Shdanow selber vorgelegte Parteistatistik). Anstatt die soziale Zusammensetzung der Partei zu verbessern, das heißt einerseits den Anteil der Arbeiter ständig weiter zu erhöhen und andererseits den Zustrom nichtproletarischer Parteimitglieder unter Kontrolle zu halten, schlug Shdanow eine Liberalisierung der Aufnahmekriterien vor. So wurden die strengen Aufnahmekategorien zur Sicherung der proletarischen Zusammensetzung der Partei fallen gelassen, wurden die Kandidatenzeiten der Nichtproletarier verkürzt, wurden viele alte Beschlüsse, die die Führung der Arbeiter im Statut verankerten, aufgehoben. Shdanow hob hervor, wie sehr zum Beispiel Fabrikdirektoren statutenmäßig „benachteiligt“ worden seien, nachdem sie keine Arbeiter mehr waren. Das ist doch recht merkwürdig oder ? Die Elite wurde befördert auf Kosten der einfachen Arbeiter in der Partei. Begründet wurde das mit dem „gesicherten Sieg“ des Sozialismus, mit der Festigkeit und Einheit der Partei. Enver Hoxha sagt hierzu:

Die Frage der Einheit außerhalb des Klassenkampfes zu betrachten und dieser Einheit zuliebe den Klassenkampf und die nicht antagonistischen Gegensätze in der sozialistischen Gesellschaft zu übersehen, hieße die politische und ideologische Wachsamkeit der Partei und der Werktätigen einzulullen, die Einheit selbst und die Sache des Sozialismus zu untergraben“ (Enver Hoxha, Bericht auf dem IV. Kongress der Demokratischen Front Albaniens, Seite 33-34).

Auf dem XVIII. Parteitag war die Massenreinigungen der Rechten und Trotzkisten der 30er Jahren zwar abgeschlossen, aber die Geschichte der KPdSU (B) hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass Massenreinigungen gegen parteifeindliche Elemente auch nach dem XVIII. Parteitag unverzichtbar waren. Man kann die KPdSU (B) heute nicht kritisieren, Massenreinigungen durchgeführt zu haben, sondern eher, sie nicht konsequent genug geführt zu haben. Wir haben nichts dagegen, wenn man die Parteiregeln und – normen bei wachsendem revolutionären Bewusstsein, erhöhter Wachsamkeit und gestärkter Selbstdisziplin der Parteimassen lockert und auf Massenreinigungen verzichtet. Im Gegenteil, das ist zu begrüßen, wenn die bolschewistische Partei stark genug und die Bedingungen dafür gegeben sind. In Richtung Verzicht auf Massenreinigungen muss man als bolschewistische Partei unbedingt arbeiten, aber dafür müssen allerdings die Voraussetzungen gegeben oder geschaffen sein. Wie die Geschichte der Sowjetunion zeigt, war dieses Mittel der Parteireinigung damals unverzichtbar, wenn man mal berücksichtigt, wie der Feind von außen und innen wütete. Man kann über Sinn und Zweck der Massenreinigungen freilich diskutieren, niemals aber darf man der Partei dieses Mittel aus der Hand schlagen, niemals darf man dieses Mittel aus dem Statut streichen. Man darf die Partei in der gesamten Periode des Übergangs zum Kommunismus niemals entwaffnen, solange die Frage „wer- wen?“ nicht endgültig entschieden ist. Man muss mit allem rechnen und sich alle Möglichkeiten offen halten, auch die Möglichkeiten der Massensäuberung. Immerhin findet bis zum Kommunismus ein verschärfter Klassenkampf statt, kann es für die proletarische Führung der Partei unumgänglich werden, dass Situationen eintreten, wo unbedingt auf die Methode der Massenreinigung zurückgegriffen werden muss. Nach dem Tod Stalins hätte zum Beispiel die stalinistische Massenreinigung unbedingt zu Ende geführt werden müssen, um die fortschreitenden Prozesse der Restauration des Kapitalismus abzuwenden. Wäre die begonnene stalinistische Massenreinigung Ende der 40er – Anfang der 50er Jahre zu Ende geführt worden, hätte es auf der Welt überhaupt keinen Revisionismus an der Macht gegeben, wäre die Geschichte anders verlaufen !!

Genosse Lenin lehrte, dass sich die Partei nur festigen kann, wenn sie sich Schritt für Schritt von unzuverlässigen Elementen, die in die Partei eindringen und noch eindringen werden, frei macht. Wir würden uns gegen den Leninismus vergehen, wenn wir eine Reinigung überhaupt ablehnen wollten (...) Einzelne Fehler kann es geben und muss es geben: im Wesentlichen aber ist die Reinigung richtig“ (Stalin, Band 6, Seite 204).

Das Statut der bolschewistischen Partei ist eine Waffe zur Reinhaltung der Partei, zur Sicherung der Hegemonie des Proletariats, zur Festigung der Diktatur des Proletariats. Niemals dürfen die Arbeiter in ihrer Partei zulassen, dass die Waffe des Statuts verrostet oder abgestumpft wird. Das proletarische Pulver des Statuts der bolschewistischen Partei muss immer trocken gehalten bleiben gegen parteifeindliche Elemente in ihren Reihen. Wir sind der Meinung, dass Shdanow die Macht der Diktatur des Proletariats und die tatsächliche Kraft der KPdSU (B) überschätzt und den Klassenfeind in den eigenen Reihen nach den Parteisäuberungen gegen die Rechten und Trotzkisten in den 30er Jahren unterschätzt hat. Das Statut hätte angesichts des Kampfes gegen die Rechten und Trotzkisten eher verschärft werden müssen, keinesfalls aber gelockert werden dürfen. Der Kampagnencharakter der Massenreinigungen verleitet dazu, sich danach in Sicherheit zu wiegen und die Gefahr wieder sträflich anwachsen zu lassen bis die nächste Massenreinigung unvermeidlich geworden ist. Der Klassenfeind schläft nie, er erholt sich schneller als man es wahrhaben will. Deswegen muss die Reinigung der Partei systematisch und permanent betrieben werden, darf den parteifeindlichen Elementen keine Regenerationsmöglichkeit gegeben werden, muss man ihre Aktivitäten im Keim ersticken, damit sie gar nicht erst Massencharakter annehmen können. Massenreinigungen werden immer dann unvermeidlich, wenn man zugelassen hat, dass der Feind wieder über Masseneinfluss verfügt. So wurde bei den Säuberungen Ende der 20er Jahre eine systematische Arbeiterkontrolle durch so genannte „Arbeiterpartnerschaften“ eingeführt, deren Sinn und Zweck es war, den Arbeitern die Möglichkeit zu geben, die Staatsinstitutionen von Bürokraten zu säubern und selber Staatsverwaltungsaufgaben im Geiste Lenins zu übernehmen. Diese Linie wurde von Shdanow nicht konsequent fortgesetzt und die Arbeiterbewegung wurde allmählich von Staat und Wirtschaft abgekoppelt.

Die Liberalisierung des Parteistatuts wurde von Shdanow ferner begründet mit der Beseitigung der Überreste der alten ausbeuterischen Klassen, mit der Verschmelzung der Klassen beim Übergang zum Kommunismus, mit der Verringerung der Klassenunterschiede. Und schließlich wurde die Bevorzugung der Intelligenz damit begründet, dass sie sich zunehmend aus der Arbeiterklasse rekrutiere. Man kann die Begründungen hin - und her diskutieren, im Endeffekt blieben die Arbeiter auf der Strecke. Man kann nicht die Diktatur des Proletariats festigen, wenn die proletarische Zusammensetzung der Partei auf ein Minimum sinkt und stattdessen die Intellektuellen die Mehrheit in der Partei erobern. Natürlich waren die Fehler und Mängel des Statuts und seiner Anwendung in der Praxis, die Shdanow aufgezeigt hatte, nachvollziehbar und notwendige Änderungen gar nicht von der Hand zu weisen. Aber der Finger auf „Überspitzungen“ des Statuts und seiner Handhabung darf nicht dazu missbraucht werden, die Verwandlung des proletarischen Statuts in ein bürgerliches Statut zu begünstigen. Der Charakter der Partei kann nicht proletarisch bleiben, wenn die Arbeiter in ihrer eigenen Partei zur Minderheit verurteilt sind. Shdanow stützte sich in seinen Argumenten sogar sehr häufig auf die Lehren des Genossen Lenin und Stalin, aber das kann nicht über den Fakt hinwegtäuschen, dass letztendlich mit Shdanows Statutänderungen genau das Gegenteil von dem herauskam, was eigentlich damit bezweckt werden sollte. Das zeigen die Mängel wie sie später auf dem XIX. Parteitag zu Tage traten. Und schließlich, auf dem XX. Parteitag, zeigte es sich noch deutlicher, dass sich die Klassenpartei des Proletariats in eine revisionistische Partei des ganzen Volkes“ verwandelt hatte. Spätestens auf dem XIX. Parteitag hätten die Alarmglocken schlagen müssen, hätte bei der Kaderpolitik die Führung der Arbeiterklasse wieder hergestellt werden müssen, um die fortschreitende Bürokratisierung des Parteiapparats und der Kader zu verhindern.

Die Arbeiterklasse und ihre Partei darf es niemals zulassen, dass ihre Kader verbürokratisieren und entarten. Eben diese verbürokratisierten und entarteten Kader bildeten die neue Bourgeoisie, die der Arbeiterklasse die Führung der KPdSU entriss.

In der Sowjetunion“, sagte Enver Hoxha, „ haben die Kader die Konterrevolution gemacht, natürlich die schlechten Kader... Die Kader haben ihren Platz, ihre Rolle, doch nicht sie herrschen über die Partei, sondern die Partei und die Arbeiterklasse herrschen über sie... Diese Hegemonie der Partei und ihrer Klasse müssen die Kader ideologisch richtig verstehen und sie müssen dafür kämpfen, die Prinzipien in der Praxis anzuwenden“ (Enver Hoxha, Diskussionsbeitrag auf der Sitzung des Sekretariats des ZK der PAA, April 1975, Zentrales Parteiarchiv).

Für Stalin war nicht der Kader, sondern die Parteizelle derHüter der Sowjetordnung“. Das Statut soll Funktionsmissbrauch der Kader eindämmen, und da ist es wichtig, dass die Parteimitglieder - also auch und gerade die Kader- in einer Grundorganisation tätig sein müssen und dort von der Partei erzogen und kontrolliert werden. Kaderpartei ja, aber nicht die Herrschaft der Kader über die Partei. Die Partei ist nicht für die Kader da, sondern für die Arbeiterklasse. Die Kader entscheiden alles!“ Es ist richtig, dass Stalin dies gelehrt hat, aber es ist auch eine historische Wahrheit, dass die Parteifeinde diese Losung für sich ausnutzten. Wenn die Kader alles entscheiden, bräuchte man sich nur der Kaderabteilung des ZK der KPdSU (B) bemächtigen, um die Partei von dort aus nach oben und nach unten zu liquidieren. Und es waren Shdanow und Malenkow, die um dieses Amt einen verbitterten Kampf gegeneinander geführt hatten. Die stalinsche Kader-Losung wurde also in ihr Gegenteil verkehrt „im Namen“ Stalins. Sie wurde von der Konterrevolution als willkommene Gelegenheit genutzt, um damit die Stalinisten mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, um den Stalinismus in eine leere Phrase zu verwandeln, um damit auf dem Weg der Restauration des Kapitalismus voran zu schreiten. Hier musste sich der Machtkampf zwischen den Leningrader Fraktionisten und den Moskauer Fraktionisten Malenkow/Berija um die Kaderabteilung der KPdSU (B) entzünden, der zehn Jahre andauerte und großen Schaden hinterließ. Es waren schließlich parteifeindliche Kader in beiden Fraktionen, die die innerparteiliche Demokratie missachteten und meinten, sich Kraft ihres Amtes über das Politbüro einerseits und der unteren Gremien der Partei hinwegsetzen zu dürfen. Es waren parteifeindliche Kader, die die Kritik von unten ( und von oben - seitens der Beschlüsse des stalinistischen Zentralkomitees) unterdrückten, Parteimitglieder und Parteilose einschüchterten, Druck auf sie ausübten, ihre Initiative abwürgten und ihre Selbständigkeit beschnitten und sie als Handlanger der „Zentrale“ degradierten. Es darf nicht zu einem gefährlichen Verhältnis der „Zentrale“ zum „Rest der Partei“ kommen., sonst verwandelt sich der demokratische Zentralismus in einen bürokratischen Zentralismus einerseits, und zur einer Verselbständigung des „Rests der Partei“ von der Moskauer Parteibürokratie, wie das damals in der Leningrader Affäre der Fall war. So etwas ist der Tod einer bolschewistischen Organisation und hierauf ist zu achten, wenn wir die bolschewistische Weltpartei aufbauen. Das Verbindungsstück zwischen Weltzentrale und Parteigremien der einzelnen Länder darf nicht in die Hände parteifeindlicher Kader geraten, sonst wird die Zentrale ihrer Basis und die Basis ihrer Zentrale beraubt. Werden Demokratie und Zentralismus von den Kadern auseinander gerissen, führt das zur Revision der bolschewistischen Parteinormen wie wir sie seit dem XVIII. Parteitag nachzeichnen konnten.

Während Stalin immer daraufhin gewiesen hat, wie wichtig es ist, die Demokratie in der Partei zu verstehen als Hebung der Aktivität der Parteimitglieder, ihre Teilnahme an der Lösung der Probleme, die Stärkung ihrer Verantwortung, hat die korrekte Losung: „Die Kader entscheiden alles“ insbesondere seit dem XIX. Parteitag dazu geführt, dass sich eine gewisse Selbstgefälligkeit unter den Kadern breit machte, angesichts der großen Erfolge, und die Parteimitglieder die Kader mit großer Achtung betrachteten, und es nicht mehr für so nötig hielten, sich selbst so aktiv wie möglich zu kümmern. Die Folge war eine Erstarrung in der Partei, der revisionistische Wurm konnte sich erst unmerklich, dann immer schneller und merklicher ausbreiten durch das Missverhältnis von verkümmernder Demokratie und „allmächtigem“ Zentralismus. Der Titoismus war die angeblich „alternative“ Gegenreaktion und es gab nicht wenig Leningrader, die davon beeinflusst waren. Ja dieses Missverhältnis hatte Einfluss auf die gesamte marxistisch-leninistische Weltbewegung bis hin zum Maoismus, wo es gar keinen demokratischen Zentralismus gab, wo ein Kampf diverser Linien, Gruppierungen und Fraktionen tobte. Und in dem Augenblick, wenn sich der demokratische Zentralismus globalisiert hat, wenn die Bedeutung des Zentralismus der Weltpartei zunimmt, spätestens dann wird diese Gefahr zu meistern sein, sind die heute von uns erarbeiteten Lehren aus dem bürokratischen Zentralismus im Spätstalinismus praktisch umzusetzen durch die Mobilisierung der Parteimassen.

Stalin sagte dazu:

Eine Demokratie für wen? Versteht man unter Demokratie die Freiheit, für ein paar von der Revolution losgelöster Intellektueller, ohne Ende zu schwätzen, ein eigenes Presseorgan zu besitzen, usw., so brauchen wir eine solche `Demokratie` nicht, denn sie ist eine Demokratie für eine verschwindende Minderheit, die den Willen der Mehrheit durchbricht. Versteht man dagegen unter Demokratie die Freiheit der Parteimassen, über die Fragen unseres Aufbaus zu entscheiden, den Aufschwung der Aktivität der Parteimassen, ihre Heranziehung zur Führung der Partei, die Entwicklung ihres Gefühls, Herr in der Partei zu sein, so haben wir eine solche Demokratie, wir brauchen sie und wir werden sie unbeirrbar weiter entwickeln, was auch kommen mag“.

Die Demokratie in der Partei dient der Einheit der Partei, ihrer Festigung, sie ist getragen vom Parteistandpunkt. Etwas Anderes ist die kleinbürgerliche Demokratie. Sie stellt das Individuum (den Individualismus des Kaders) in den Mittelpunkt, fördert die Zerfahrenheit, schwächt die Disziplin, fördert das Entstehen von Fraktionen unter den Kadern (imperatives Mandat) usw. usf.

Was bedeutet der Zentralismus in der Partei? Vergleichen wir die Komintern / ML unter der herannahenden Situation des Weltbürgerkrieges mit den Leninschen Aufnahmebedingungen der Komintern, so forderte Lenin damals:

In der gegenwärtigen Epoche des verschärften Bürgerkriegs wird die kommunistische Partei nur dann ihre Pflicht erfüllen, wenn sie möglichst zentralistisch organisiert ist, wenn in ihr eine eiserne Disziplin herrscht, die an die militärische Disziplin grenzt, und wenn ihr Parteizentrum ein starkes, autoritatives Organ mit weitgehenden Vollmachten ist, das das allgemeine Vertrauen der Parteimitglieder genießt“.

Der Zentralismus stützt sich allerdings auf die Demokratie der bolschewistischen Weltpartei und kann auch nur auf der Grundlage der innerparteilichen Demokratie richtig verwirklicht werden ( siehe Generallinie der Komintern / ML: – Abschnitt über das Statut).



Shdanow wies auf das „gewachsene Vertrauen“ zwischen Leitern und Massen hin. Dieses Vertrauen wurde von konservativen Kadern missbraucht, um damit ihre Herrschaft als Leiter über die Massen zu kaschieren. Im Gegensatz zu Shdanow nahm Stalin hierzu eine ganz anderes Position ein:

Ihr seht also, wenn es irgendeine Einwirkung der Leitungen unserer Betriebe auf die Stachanowbewegung gegeben hat, so kam diese der Stachanowbewegung nicht entgegen, sondern richtete sich gegen sie. Folglich ist die Stachanowbewegung als eine von unten kommende Bewegung entstanden und zur Entfaltung gelangt. Und gerade weil sie aus sich selbst heraus entstanden ist, gerade weil sie von unten kommt, ist sie die lebenskräftigste und unüberwindlichste Bewegung der Gegenwart“ (Stalin, Band 13, Seite 37, Rede auf der ersten Unionsberatung der Stachanowleute).

Den Revisionisten ist es dann später gelungen, diese Bewegung von unten in eine Bewegung von oben zu verwandeln und sie zu missbrauchen, die Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse zu erhöhen, die freiwillige Übererfüllung der Normen in Zwangsnormen zu verwandeln und gleichzeitig die Lebensbedingungen der Arbeiter zu erschweren und zu verschlechtern.

Wenn man sich den Statuts-Bericht Chruschtschows auf dem XIX. Parteitag anguckt, muss man zu dem Ergebnis kommen, dass es bei zunehmender Bürokratisierung und Technokratisierung mit dem Vertrauen zwischen Leitern und Massen rapide bergab gegangen war, dass die Unzufriedenheit der Massen zunahm, dass sich gefährliche Tendenzen der Herrschaft über die Massen breit zu machen begannen, dass Korruption und andere Verstöße gegen die Normen der Partei nicht mehr Ausnahme waren, sondern zum Regelfall wurden..

Die Stachanowbewegung entstand also nicht deswegen, weil das Verhältnis zwischen Leitern und Massen sohervorragend“ war – wie Shdanow behauptete, sondern entfaltete sich umgekehrt aus dem schlechten Verhältnis. Das war eine revolutionäre Arbeiterbewegung von unten gegen die Blockade bürokratischer und intellektualistischer Elemente (leitende Ingenieure) von oben, aber auch gegen eigene rückschrittliche Kollegen von unten !

Diese Bewegung ist in gewissem Maße gegen den Willen der Leitungen unserer Betriebe, ja selbst im Kampfe mit ihnen entstanden und zur Entfaltung gekommen. (...) Stachanow selbst erging es nicht besser, denn er musste sich bei seinem Vorstoß nicht nur gegen manche Verwaltungsfunktionäre, sondern auch gegen manche Arbeiter zur Wehr setzen, die ihn wegen seiner `Neuerungen` auslachten und gegen ihn hetzten“ (Stalin, Band 13, Seite 36, Rede auf der ersten Unionsberatung der Stachanowleute).

Was Stalin hier andeutete, ist in zweifacher Hinsicht äußerst bemerkenswert. Erstens differenzierte er bei den Arbeitern Vorstoßarbeiter und Arbeiter, die sich direkt gegen diese Vorstoßarbeiter formierten, wobei er sich entschieden vor die Vorstoßarbeiter stellte. Zweitens wird daraus deutlich, dass sich – im Gegensatz zu den Stalinisten – jene Schicht von Verwaltungsfunktionären nicht etwa auf die Seite der Stachanowleute, sondern auf ihre Gegner unter den Arbeitern stützten und sogar manchen Arbeitsplatz der Vorstoßarbeiter kündigten und diese nicht selten Repressalien aussetzten. Dies dürfte erklären, dass es zwischen den revolutionären Elementen der Arbeiterklasse und der aufkommenden Arbeiteraristokratie, aber auch gegen rückschrittliche Elemente unter den Arbeitern selbst einen harten Klassenkampf gegeben hat. Man kann also nicht von DER Arbeiterklasse der Sowjetunion reden, sondern muss sehr aufmerksam ihre inneren Widersprüche und Bewegungen studieren, ihre revolutionäre Entwicklung im Kampf der Gegensätze begreifen. Der friedliche Aufbau des Sozialismus verlief auch unter den Arbeitern selbst nicht so friedlich wie es allgemein dargestellt wird. Wir wissen eine Menge über Stalin und die Partei, aber wir wissen im Grunde sehr wenig über die revolutionäre Entwicklung der sozialistischen Arbeiterklasse, weil wir einfach den sozialistischen deckel drüber stülpen, ohne uns die Mühe zu machen, darunter zu schau Die Kader entscheiden alles!“ „Man muss endlich begreifen, dass von allen wertvollen Kapitalien, die es in der Welt gibt, das wertvollste und entscheidendste Kapital die Menschen, die Kader sind. (...) Nur im Kampf mit Schwierigkeiten werden richtige Kader geschmiedet“ (Stalin, Werke Band 13, Seite 29, „Rede vor den Absolventen der Akademie der Roten Armee“). Diese Rede war für Stachanow nach eigener Aussage die entscheidende Initialzündung – Kader von unten herausbilden an der vordersten Front der Produktion !!

Die Stachanowbewegung erkämpfte sich mit ihrer Arbeit eine Verbesserung der materiellen Lage. Diese besondere Bedeutung der Stachanowbewegung wird all zu häufig vernachlässigt. Um gut und froh leben zu können, ist es erforderlich, dass die Errungenschaften der politischen Freiheit durch materielle Güter ergänzt werden“ (Stalin, Stachanowbewegung, ebenda, Seite 38). Die kommen nicht vom Himmel, sondern müssen im Klassenkampf errungen werden. Der Kampf um die Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiterklasse ist also auch im Sozialismus nicht ohne scharfen Klassenkampf möglich gewesen.

Die Widersprüche zwischen Leitern und Massen nahmen zu, die Weichen nicht korrekt auf Festigung der Diktatur des Proletariats gestellt, dass auf die feste Verbindung zwischen Partei – Klasse - und Masse aufbaut. Die Klassenunterschiede nahmen zu, nicht ab. Hier die privilegierte, herrschende bürokratische Minderheit von Kadern in Partei und Staat - dort die Massen der Arbeiter und Bauern.

Stalin lehrte, dass im Prozess des sozialistischen Aufbaus, insbesondere beim Übergang zum Kommunismus, die moralisch-ideologischen Anreize im Vergleich zu den materiellen Anreizen, eine immer größere Überlegenheit und Bedeutung erlangen. Die Kader, die aus den Arbeitern und Arbeiterinnen entstanden, sind aus der Stachanowbewegung hervorgegangen und nicht aus der Partei- und Staatsbürokratie. Stalin stellte fest, dass es die Arbeiter und Arbeiterinnen der Stachanowbewegung waren, die die Rückständigkeit der Normen überwanden. Stalin sprach davon, dass wir unserer Rückständigkeit“ noch nie Treue geschworen“ haben, während so mancher mit der Rückständigkeit aufzutrumpfen beginnt. (...) Deshalb glaube ich, dass unsere Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler, die schon recht weit hinter der Stachanowbewegung zurückgeblieben sind, gut daran täten, wenn sie aufhörten, sich an die alten technischen Normen zu klammern, und sich auf richtige, wissenschaftliche, auf neue, auf Stachanowsche Art umstellten.“ (Stalin, ebenda, Seite 41, 42). „Die Aufgabe besteht darin (...) allen denjenigen Elementen unter den Wirtschaftlern, Ingenieuren und Technikern Zügel anzulegen, die sich hartnäckig an das Alte klammern, nicht vorwärts schreiten wollen und die Entfaltung der Stachanowbewegung systematisch hemmen. (...) Es ist notwendig, dass sich unsere Parteiorganisationen in diese Sache einschalten und den Stachanowleuten helfen, die Bewegung zur Vollendung zu bringen“ (ebenda, Seite 44).

Charakteristisch für Stalin ist, im leninistischen Sinne von den Arbeitern zu lernen und so war es folgerichtig, dass er sich im Namen der Führer der Regierung bei den Stachanowleuten bedankt hatte: Also habt Dank, Genossen, für die Lehre, vielen Dank“ (Stalin, ebenda, Seite 46). Die erste Unionsberatung von 3 000 Stachanowleuten endete mit Ovationen und dem Gesang der proletarischen Hymne - der „Internationale“.

Es gab unter den Intelligenzlern natürlich genug Wirtschaftler, Ingenieure und Techniker, die dagegen einen hartnäckigen Klassenkampf führten und mit aller Macht versuchten, ihre konservativen, privilegierten Positionen gegenüber den Stachanowarbeitern zu verteidigen. Und so war es kein Wunder, dass sie die Parteiorganisationen aus der Ökonomie heraushalten wollten. Sie versuchten, Wirtschaft und Politik voneinander zu trennen, die Politik von der Wirtschaft abzukoppeln, um ihren eigenen Wege, vorbei an der Arbeiterklasse, zu gehen. Die Partei sollte ihnen gefälligst nicht ins Handwerk pfuschen. Übrigens hatte Stalin die Leningrader Gebietsorganisation bezüglich der Unterstützung der Stachanowbewegung ausdrücklich hervorgehoben und gelobt (Vergleich: „Leningrader Affäre“). Stalin war grundsätzlich für die Methode der Überzeugung, aber wo sich die Intelligenzler nicht überzeugen lassen wollten, war es für Stalin klar,dass wir diesen verehrten Leuten einen leichten Rippenstoß versetzten und sie schön höflich aus dem zentralen Apparat des Volkskommissariats (...) hinausgeleiten mussten“ (Stalin, ebenda, Seite 45).

Die materiellen Prämien hätten zum Beispiel aus dem Lohnsystem beseitigt, die hohen Gehälter abgeschafft und die Lohnspanne zu Gunsten der Arbeiterklasse weiter verringert werden müssen. Die Partei hätte Initiativen der Intelligenz anregen können, beim Übergang zum Kommunismus freiwillig die Ärmel hoch zu krempeln, in der Produktion zu arbeiten oder den revolutionären Spaten in die Hand zu nehmen, auf höhere Entlohnung, Vergünstigungen usw. freiwillig zu verzichten, um praktisch beizutragen, die Unterschiede zwischen körperlicher und geistiger Arbeit weiter zu verringern und das Gesamtinteresse der Gesellschaft über das persönliche Interesse zu stellen usw. usf. Diese Maßnahmen wären von prinzipieller Bedeutung gewesen, nämlich um dem Individualismus, dem Egoismus und anderen schädlichen Eigenschaften den Weg in die Restauration des Kapitalismus zu verlegen, um sich als eigenständige Schicht allmählich überflüssig und entbehrlich zu machen.

Der Arbeiter nähert sich der kommunistischen Gesellschaft, indem er sich seine verbesserten materiellen Bedingungen schafft, indem er sein Kulturniveau revolutioniert. Der Arbeiter nähert sich durch Möglichkeiten geistiger Betätigung, der Intellektuelle hingegen durch die Möglichkeit der körperlichen Betätigung, des Lernens von den Erfahrungen der Arbeiter in der Produktion. Die Unterschiede von geistiger und körperlicher Arbeit verschwinden mit den Klassen, aber nicht ohne Klassenkampf. Ohne Klassenkampf kann man die Widersprüche zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, zwischen Arbeiterklasse und Intelligenz nicht beseitigen. Und wer diesen Klassenkampf führt, das ist einzig und allein die revolutionäre Arbeiterklasse. Die Arbeiterklasse hat nicht der Intelligenz zu dienen, sondern die Intelligenz der Arbeiterklasse. Die Arbeiterklasse muss in allem die Führung inne haben. Die Partei und ihre Klasse hätten es nicht zulassen dürfen, dass sich aus den Kadern privilegierte Schichten bilden, aus denen eine neue Bourgeoisie entstehen konnte. Wer als Leiter und Kader über die werktätigen Massen herrschen oder „besser leben“ will als sie, wer seine eigenen Interessen über die Interessen der Massen stellt, dem muss manNase und Kreuz brechen“ (Enver Hoxha, ebenda).

Nach und nach wurden die Grundorganisationen und Parteiorgane als kollektive Führungsgremien von der Führung verdrängt. Liberalismus und Bürokratismus traten in den Statutfragen nicht getrennt voneinander auf, sondern sie waren miteinander verflochten, waren zwei Seiten einer Medaille bei der Schwächung des proletarischen, revolutionären Charakters der KPdSU (B). Der Rechtsopportunismus erschöpfte sich aber nicht in Erscheinungen des Liberalismus und des Bürokratismus. Je nach den Umständen wurde das Statut von Konformisten, Kriechern, Pragmatikern, Kompromisslern, Karrieristen und Doppelzünglern missbraucht, wurden die Normen des Parteilebens und der Parteidisziplin missachtet oder gar mit Füßen getreten, wurden den proletarischen Parteimitgliedern Steine in den Weg gelegt von nichtproletarischen Parteimitgliedern. Dieser Rechtsopportunismus verbarg sich nicht selten hinter einem „linken“ Gewand, wenn er ans Licht der Parteiöffentlichkeit gezerrt worden war. Der Kampf um die Hegemonie der Arbeiterklasse in der Partei musste also in beide Richtungen geführt werden.

Die privilegierte Minderheit unter den Schichten der Intelligenz war im Spätstalinismus auf ihrer Karriereleiter so weit aufgestiegen, dass sie aus ihren eigensüchtigen Interessen heraus hartnäckig bestrebt war, die politische Selbständigkeit der Arbeiter zu überwinden und die Vormundschaft über die Arbeiter und ihrer Partei zu erlangen, das heißt, führende Posten der Diktatur des Proletariats zu besetzen und die Arbeiter und Bauern abzuqualifizieren. Anstatt der Verringerung dieser Zwischenschicht und den übrigen Schichten der sowjetischen Gesellschaft nahmen die Widersprüche zu dieser Zwischenschicht immer mehr zu, wurden schließlich die alten Funktionen der Intelligenz im Kapitalismus wieder hergestellt. Anstatt sich aufzulösen, nahm die Zwischenschicht immer kolossaleren Umfang an, verschmolz sie sich mit den anderen privilegierten Schichten, insbesondere der Arbeiteraristokratie zur neuen Oberschicht, rekrutierten sich aus der Zwischenschicht Elemente der neuen Sowjetbourgeoisie. Diese Oberschichtelemente, die aus der Zwischenschicht der Intelligenz hervorgegangen waren, verbreiteten die bürgerliche Ideologie und bereiteten den Boden der Restauration der bürgerlichen Ideologie in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, angefangen in der Wirtschaft bis hin in die Schulen. Die Intelligenz war die feste Basis und mit der Arbeiteraristokratie die einzig zuverlässige Stütze der herrschenden Clique in Partei und Staat.

Im ersten Band der Stalinwerke erklärte Stalin 1905:Es ist Martow gleichsam Leid um gewisse Professoren und Gymnasiasten, die sich nicht entschließen können, ihre Wünsche den Wünschen der Partei unterzuordnen, und er schlägt damit eine Bresche in die Festung unserer Partei, durch die sich diese verehrten Herrschaften in unsere Partei einschleichen können“ („Die Klasse der Proletarier und die Partei der Proletarier“, Band 1, Seite 63).

Und genau dies war nach dem Krieg - insbesondere Ende der 40er Jahre bis Stalins Tod - der Fall und dies hat sich auch bis zur Auflösung der Partei 1989/90 nie wieder geändert, sondern nur noch weiter manifestiert.

Nur im Klassenkampf geht der Sozialismus zum Kommunismus über, also Klassenkampf beherrscht die gesamte Übergangsgesellschaft bis sie im Kommunismus angekommen ist. Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass ohne Kommunismus in jeder sozialistischen Gesellschaft die Entstehung neuer antagonistischer Klassenwidersprüche möglich ist, dass in der sozialistischen Gesellschaft also immer noch Kräfte vorhanden sind, die eine neue Klassengesellschaft des Kapitalismus, des restaurierten Kapitalismus herbeiführen können. Und in diesem Klassenkampf nimmt auch die Intelligenz ihren Platz ein, wobei sich die Mehrheit auf die Seite der Arbeiter und Bauern stellt, ihnen dient. Aber die Minderheit der Intelligenz bedient sich der Arbeiter und Bauern, um die Restauration des Kapitalismus umzusetzen. Diese Minderheit der Intelligenz kann aber nicht der alten Bourgeoisie dienen, weil diese bereits beseitigt ist. Sie bildet also selber aus ihren eigenen Reihen bourgeoise Kräfte heran, die vor Allem auf die Mehrheit der Intelligenz Einfluss nimmt, die dann ihrerseits diesen Einfluss in die ganze sozialistische Gesellschaft trägt, also zum Träger reaktionären Gedankenguts unter den Arbeitern und Bauern gemacht wird. Die konterrevolutionäre Minderheit in der Sowjetintelligenz tritt dabei nicht als eigenständige Klasse auf und sie wirkt auch nicht nur auf die Mehrheit der Intelligenz als Zwischenschicht. Sie rüstet bürgerliche Elemente auch in anderen Bereichen, insbesondere der Wirtschaft, mit ihren reaktionären geistigen Waffen aus, damit die geistige Arbeit über die körperliche Arbeit herrschen kann, damit sich in allen Bereichen der Gesellschaft Elemente herausbilden, die sich fremde Arbeit staatskapitalistisch aneignen. In dieser Funktion verbündet sie sich mit der Arbeiteraristokratie, die als privilegierte Schicht aus der sozialistischen Arbeiterklasse selbst hervorgegangen ist und durch die Industrieproduktion eine Vormachtstellung einnahm.



Die Stellung der Intelligenz im Sozialismus

Die gesellschaftliche Bedeutung der Zwischenschicht der Intelligenz kann nur im Klassenkampf der Arbeiter und Bauern auf dem Wege der Emanzipation ihrer eigenen Klasse verringert und überwunden werden. Die Emanzipation der Zwischenschichten der Intelligenz aber geschieht auf dem Wege der Verringerung der Widersprüche zwischen geistiger und körperlicher Arbeit. Was heißt das aber? Das heißt, dass die Intelligenz auch den Spaten in die Hand nehmen muss, wenn sie zu den Schaffenden des Kommunismus gehören und nicht etwa ihre Nutznießer auf Kosten der körperlichen Arbeit werden wollen. Also in dem Maße wie sich die Arbeiter geistig emanzipieren, emanzipiert sich die Zwischenschicht der Intelligenz durch ihre körperliche Arbeit – und zwar im Weltmaßstab. Das ist ein dialektischer Prozess, der unter politischer Führung der Arbeiterpartei konsequent umgesetzt werden muss und nicht gehemmt werden darf.

Gegensätze zwischen geistiger und körperlicher Arbeit wollte Stalin aufheben. Und genau dagegen gab es ein Aufbegehren und eine Empörung jener Kräfte, die die Privilegien der geistigen Arbeit nicht aufzugeben gedachten und diese gegenüber den Arbeitern und Bauern verteidigten.

In der Sowjetunion Lenins und Stalins veränderten sich die Methoden und Aufgaben der Überwindung der Gegensätze zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, an der Kulturfront, verändert sich die Rolle oder Zusammensetzung der Intelligenz, nahm der Kampf gegen den intelligenzlerischen Opportunismus in der Partei historisch unterschiedliche charakteristische Züge an, wurden alte Lehrsätze zur Lösung der Frage der Intelligenz durch neue ersetzt, andere wiederum im Wesentlichen beibehalten usw. usf.

Die Lehren aller 5 Klassiker über die Kulturfront, über die Intelligenz, über den Intellektualismus und dem Kampf gegen den intelligenzlerischen Opportunismus in der Partei kann man voneinander nicht losgelöst betrachten und willkürlich gegeneinander ausspielen oder aus dem Zusammenhang reißen. Sie bilden ein gemeinsames, geschlossenes Ganzes, sie bestehen sozusagen »aus einem Guss«

Die Klassiker des Marxismus-Leninismus waren keine Studierstuben-Intellektuelle, die ihre Ideen nach Professorenart nur aus Büchern oder Beobachtungen abgeleitet haben oder aus Kritiken an anderen Denkern, sozusagen aus der »Negation der Negation«. Die Klassiker waren nicht nur Theoretiker, sondern zogen auch Konsequenzen aus ihren Erkenntnissen, nämlich dass die Arbeiterklasse die wichtigste Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung ist und teilten im täglichen Klassenkampf mit den Arbeitern Niederlagen und Siege. Weil die Lehren der Klassiker nicht bloße Theorie blieben, sondern den Kampf der Arbeiterklasse wissenschaftlich fundierten und befruchteten, sind sie erst zum wesentlichen Bestandteil jener Kraft und Macht geworden, der die Zukunft gehört. Deswegen sind die Lehren der Klassiker auch Lehren der Arbeiterbewegung, der proletarischen Revolution, der Diktatur des Proletariats. Die Klassiker trugen das sozialistische Bewusstsein in die Arbeiterbewegung, die sie selber anführten, deren edelsten und wertvollsten Teil sie verkörperten. Sie waren nicht nur die führenden theoretischen Vertreter der Arbeiterklasse ihrer Zeit, schufen mit ihren Lehren nicht nur eine universelle Anleitung zum revolutionären Handeln der Arbeiterklasse, sondern waren darüber hinaus selber die internationalen Führer des revolutionären proletarischen Handelns. Die Klassiker des Marxismus-Leninismus waren und bleiben die Führer des Weltproletariats, indem sie ihre Lehren mit dem Handeln auf höchster Stufe verschmolzen. Sie verkörperten die optimale Übereinstimmung von Wort und Tat des revolutionären Weltproletariats nicht nur für ihre Zeit, sondern für alle Zukunft. Deswegen sind ihre Lehren unsterblich.



Die Intelligenz

Ganz allgemein sind die Begriffe „Intellekt, intellektuell“ (lernpsychologische) Bezeichnungen für verstandesmäßiges Arbeiten, für Denkvermögen, für Erkenntnisvermögen usw. Im eigentlichen Sinne des Wortes ist der Begriff „Intelligenz“ nur eine Bezeichnung für eine mehr oder weniger ausgeprägte geistige Fähigkeit, das Wesen einer Sache richtig zu erfassen, die Fähigkeit zu denken, usw. usf.

Im engeren Sinne wird mit der Intelligenz eine bestimmte Gesellschaftsschicht bezeichnet. Seit dem 18. Jahrhundert sprach man von der so genannten „Intellegentia“, der Schicht der wissenschaftlich Gebildeten. Es handelt sich also um eine (soziologische) Bezeichnung für die ganze gesellschaftlichen Schicht der berufsmäßigen Geistesschaffenden, wie Wissenschaftler, Ärzte, Lehrer, Künstler, Ingenieure (hinzu kam später mit der Industrialisierung die technische Intelligenz) usw. Die Intelligenz als Schicht unterscheidet sich von der Klasse, weil sie nicht wie die Klasse eine besondere Rolle in dem jeweiligen System der Produktion spielt. Die Intelligenz bildet sich vielmehr aus Angehörigen verschiedener Klassen. Die Intelligenz kann also auf Grund ihrer objektiven Lage niemals die führende soziale Kraft der Gesellschaft sein. Die Herausbildung der Intelligenz ist in der antagonistischen Klassengesellschaft eng verknüpft mit dem für diese Gesellschaft so charakteristischen Gegensatz zwischen körperlicher und geistiger Arbeit .

Im Kapitalismus ist die Intelligenz durch soziale Stellung, Herkunft, Tradition, Bildung und durch die herrschende Ideologie eng mit der Bourgeoisie verbunden und rekrutiert sich vorwiegend aus der Kleinbourgeoisie und der mittleren Bourgeoisie – und nur in geringerer Zahl aus der Arbeiterklasse (Bildungsdiskriminierung).

Die Intelligenz war niemals eine Klasse und kann es nicht sein, sie war und bleibt eine Zwischenschicht, die sich aus allen Klassen der Gesellschaft rekrutiert. In der alten Zeit rekrutierte sich die Intelligenz aus dem Adel, der Bourgeoisie, teilweise aus der Bauernschaft und nur in ganz geringfügigem Maße aus der Arbeiterschaft. In unserer, in der Sowjetzeit rekrutiert sich die Intelligenz hauptsächlich aus den Reihen der Arbeiter und Bauern. Doch ist die Intelligenz, wie sie sich auch rekrutieren und welchen Charakter sie auch tragen möge, dennoch eine Zwischenschicht und keine Klasse.“ (Stalin, Band 14, Seite 80).



Definition: Intellektueller



Definition: kommunistischer Intellektueller

- geistiger Totengräber der Bourgeoisie - leistet seine geistige Arbeit für die Bedürfnisse und Interessen der Arbeiterklasse, als geistiger Soldat der Weltrevolution als Wissenschaftler der proletarischen Weltanschauung, als Diener des wissenschaftlichen Sozialismus, ist geistiger Revolutionär.



Definition des sozialistischen Intellektuellen :

- der Armee der Sowjetintelligenz angehörend, die ihr Geschick mit dem Geschick der Arbeiterklasse verbunden hat und gemeinsam mit uns das sozialistische Fundament (...) aufbaut [siehe Stalin, Band 8, Seite 123].



Definition: bürgerlicher intellektueller

leistet reaktionäre geistige Arbeit für die Bourgeoisie und Kleinbourgeoisie als Söldling der Konterrevolution und Lieferant der geistigen Waffen gegen die Arbeiterklasse, als Piraten der Feder, als geistige Parasiten, als geistiger Reaktionär, bedient sich insbesondere der Tarnkappe des proletarischen Intellektuellen.



Definition: kleinbürgerlicher Intellektueller:

schwankt zwischen den Positionen der Bourgeoisie und des Proletariats im Allgemeinen, zwischen dem bürgerlichen und proletarischen Intellektuellen im Besonderen.

Über den Charakter des kleinbürgerlichen Intellektuellen:

kleinbürgerlicher Intellektueller entpuppen sich auf Grund ihrer Losgerissenheit vom Leben, Losgerissenheit von der Revolution, Losgerissenheit von der Partei, von der Arbeiterklasse. Rüttelt und schüttelt die kleinbürgerlichen Intellektuellen tüchtig, kratzt ihnen ihre rrrrevolutionäre Phraseologie herunter – und zum Vorschein kommt ihr Kapitulantentum. Die intelligenzlerische Wankelmütigkeit und der Sumpf der Zerfahrenheit, die Disziplin- und Prinzipienlosigkeit (die sich zuweilen hinter wortgewaltiger, rrrrevolutionärer `Prinzipienfestigkeit` verbirgt) ist charakteristisch für den kleinbürgerlichen Intellektuellen. Intellektuelles Geschwätz, Geschnatter, scheinrevolutionäres Gehabe, Wichtigtuerei, Klugscheißerei und Schulmeisterallüren, endlose Diskussionen, darin erschöpfen sich hauptsächlich ihre ´großen Taten`- besonders in revolutionären Tagen. Und wenn`s dann wirklich brenzlig wird, verlässt sie der Mut, schlagen sie sich entweder feige in die Büsche und verraten die Arbeiterklasse. Die nichtproletarischen Elemente sind die ersten, die dem verstärkten Druck der Diktatur der Bourgeoisie nachgeben – standhaft ist nur die Klasse der Proletarier. Das große Geschrei dreht sich in Wahrheit nur um sich selbst, um die Rettung ihrer eigenen Haut. Was die Qualen und Leiden der Arbeiter und Werktätigen anbelangt, wenn diese die Staatsgewalt, den Polizeiknüppel zu spüren bekommen, sehen sie nicht nur weg und schweigen, sondern schieben den Betrogenen obendrein noch die Schuld für ihr ganzes Elend in die Schuhe, besonders aber dann, wenn diese sich wehren.

Die kleinbürgerlichen Intellektuellen versuchen, die bürgerliche Ideologie insbesondere unter dem Deckmantel der proletarischen Ideologie in die Arbeiterklasse zu tragen. Die zwiespältigen kleinbürgerlichen Intellektuellen sind entwurzelt, liebäugeln mit den Arbeitern und ihrer revolutionären Partei, liebäugeln mit der Revolution, mit dem Sozialismus, aber in Taten können sie mit der Bourgeoisie, mit dem Kapitalismus, mit der Konterrevolution nicht brechen, verraten unsere proletarische Sache, hassen und verleumden uns. Aber die Arbeiter, sehen viel schärfer als sehr viele ´kluge` und ´gebildete` Intellektuelle, sie haben den Intellektuellen u.a. ihren Klasseninstinkt voraus.

Der Intellektuelle ist reaktionär, solange er der herrschenden Bourgeoisie dient . Der Intellektuelle ist von dem Augenblick an revolutionär, von dem ab er seine geistige und körperliche Arbeit in den Dienst der Sache der Arbeiterklasse stellt, von dem ab er den reaktionären Intellektuellen als Klassenfeind gegenüber tritt, von dem Augenblick an, wo er für die Beseitigung des Gegensatzes von geistiger und körperlicher Arbeit kämpft.

Ein revolutionärer Intellektueller – um sich den proletarischen Klassenstandpunkt anzueignen, kämpft gegen das Intelligenzlertum, muss unter der Führung der Arbeiterklasse sozusagen „gegen sich selbst“ ankämpfen. Dabei ist letztlich die ökonomische Stellung bzw. die soziale Klassenlage von ihrer Herkunft her untergeordnet und der angenommene und verinnerlichte proletarische Klassenstandpunkt übergeordnet. Damit soll lediglich gesagt sein, dass sich der proletarische Intellektuelle ebenso aus allen Klassen und Schichten rekrutiert wie sich der bürgerliche oder kleinbürgerliche Intellektuelle aus allen Klassen und Schichten herausbilden kann, also eben auch aus den gehobenen Schichten der Arbeiterklasse und insbesondere aus der Arbeiteraristokratie (Arbeiter mit weißen Handschuhen, mit weißem Kragen, mit weißem Kopf). Wichtig ist also immer, welchen Klasseninteressen der Intellektuelle dient, den Klasseninteressen des Proletariats oder den Klasseninteressen der Bourgeoisie und zwar stets gemessen an der Übereinstimmung von Wort und Tat.

Revolutionär ist derjenige Intellektuelle, der die geistige Lohnsklaverei im Kapitalismus für die Beseitigung des Klassenwiderspruches von geistiger und körperlicher Arbeit, also für die Beseitigung der Klassengesellschaft und somit auch für die Beseitigung einer besonderen Stellung der Intelligenz als Zwischenschicht eintritt.



Definition: Stellung der Intellektuellen in der Gesellschaft

Solange die menschliche Arbeit noch so wenig produktiv war, dass sie nur wenig Überschuss über die notwendigen Lebensmittel hinaus lieferte, war Steigerung der Produktivkräfte, Ausdehnung des Verkehrs, Entwicklung von Staat und Recht, Begründung von Kunst und Wissenschaft nur möglich vermittelst einer gesteigerten Arbeitsteilung ... zwischen den die einfache Handarbeit besorgenden Massen, un den die Leitung der Arbeit, den Handel, die Staatsgeschäfte, und späterhin die Beschäftigung mit Kunst und Wissenschaft betreibenden wenigen Bevorrechteten“ (Engels, „Anti-Dühring“, Seite 222).

Der unmittelbare Produzent konnte keine oder nur wenig Lebenszeit für geistige Bedürfnisse, kulturelle Zwecke erübrigen. Auf der Basis einer breiten, nur ein kleines Mehrprodukt erzielenden Schicht unmittelbarer Produzenten erhob sich die zunächst schmale Herrenklasse, die Trägerin nicht nur zur geistiger Unterdrückung der Produzenten, sondern auch des geistigen Fortschritts. Insofern hatten gewisse Teile der Intelligenz auch maßgeblichen Anteil am kulturellen Fortschritt, den man nicht absprechen kann. So schrieb Stalin in seiner berühmten „Kurzen Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei“:

Die Lehre des Sozialismus ist (...) aus philosophischen, historischen und ökonomischen Theorien hervor gewachsen, die von den gebildeten Vertretern der besitzenden Klassen, der Intelligenz, ausgearbeitet wurden. (...) Dies heißt selbstverständlich nicht, fährt Lenin fort, `dass die Arbeiter an dieser Ausarbeitung nicht teilnehmen. Aber sie nehmen daran nicht als Arbeiter teil, sondern als Theoretiker des Sozialismus, (...) sie nehmen nur dann und in so weit daran teil, als es ihnen in höherem oder geringerem Maße gelingt, sich das Wissen ihres Zeitalters anzueignen und dieses Wissen zu bereichern“ (Stalin, Band 1, Seite 87).

Das heißt aber weder, dass die Intelligenz den Kapitalismus beseitigt, noch dass sie bei der Beseitigung den führenden Platz einnehmen können. Der Kapitalismus wird nicht durch die Intelligenz beseitigt, sondern durch die Arbeiterklasse. Die Schichten der Intelligenz spielen keine selbständige Rolle wie die Klassen. Die Intelligenz ist keine Klasse, sondern dient der Klasse, kann als Diener der Arbeiterklasse für den Fortschritt der Menschheit großartige Dinge leisten, aber sie kann auch als Diener der Kapitalisten großen Schaden anrichten, je nachdem welcher Klasse sie dient. Ausgehend von den historischen Erfahrungen darf man die guten wie die schlechten Seiten der Intelligenz nicht unterschätzen, aber auch nicht überschätzen. Natürlich stünden die Dinge anders, wenn es möglich wäre, die Intelligenz mit einem Schlag der kapitalistischen Welt zu entreißen. Aber das ist Utopie. Es gibt wenig Intellektuelle, die mit der bürgerlichen Welt brechen und sich für die Befreiung der unterdrückten und ausgebeuteten Massen einsetzen, es gibt noch weniger, die sich der Arbeiterbewegung anschließen und nur ein kleiner Bruchteil arbeitet für den Kommunismus. Für die Kommunistische Partei. Arbeiten nur vereinzelte intellektuelle Genossen. Was können diese Intellektuellen aber ohne politische Macht ausrichten? Im besten Fall können sie die Klasse, die die Macht ergreift, unterstützen, aber sie können die Welt nicht aus eigener Kraft verändern. Dies kann nur eine große Klasse, die an die Stelle der Kapitalistenklasse tritt und statt ihrer zum souveränen Herrscher wird. Diese Klasse ist die Arbeiterklasse.

In der Klassengesellschaft können die herrschenden Klassen nicht ohne die Intelligenz auskommen. In der Geschichte hatte jede herrschende Klasse also auch ihre eigene Intelligenz, der sie sich bediente, um ihr Ausbeutungs- und Herrschaftssystem zu errichten, zu festigen, zu erhalten und nötigenfalls zurückzuerobern. Das gilt zum Beispiel für die Bourgeoisie und ihre bürgerliche Intelligenz im Kapitalismus, und das gilt genauso für die Arbeiterklasse a) mit der Heranziehung von Teilen der alten bürgerlichen Intelligenz und b) mit der Schaffung einer neuen Intelligenz, die sich aus den Klassen der Arbeiter und Bauern rekrutiert – für die Errichtung, Festigung, Aufrechterhaltung und Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats und des Sozialismus.

In der Klassengesellschaft können aber auch nicht die unterdrückten Klassen ohne die Intelligenz auskommen. Die unterdrückten Klassen machten sich die Intelligenz stets für die Schaffung und Anwendung ihrer Befreiungsideen zu Nutze, zum Teil unter den schärfsten illegalen Bedingungen. Es ist der Kapitalismus selbst, der die objektiven Grundlagen dafür schuf, dass eine wachsende Anzahl Intellektueller in den Widerspruch zur Ausbeutergesellschaft geriet und sich auf die Seite der Arbeiterklasse schlug und sich der Arbeiterbewegung anschloss. So ist auch die marxistisch-leninistische Intelligenz entstanden. Sie geriet in Widerspruch zum Kapitalismus und löste sich aus der bürgerlichen Intelligenz heraus, um sich der einzig revolutionären Klasse, der Arbeiterklasse zuzuwenden und sich in ihren Dienst zu stellen, und die Arbeiterklasse beim Sturz des Kapitalismus zu unterstützen. Die marxistisch-leninistische Intelligenz half der Arbeiterklasse, sich selbst zu befreien und ihre eigene marxistisch-leninistische Intelligenz zu schaffen.

1. KAPITALISMUS: Schichten in der der antagonistischen Klassengesellschaft, die die geistigen Waffen der einen Klasse gegen andere liefert . Antagonistische Widersprüche zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, Lakaien der herrschenden Bourgeoisie und Söldlinge der Konterrevolution. Die von der Bourgeoisie verbreitete Auffassung, dass die Intelligenz ideologiefrei sei, über den Klassen schwebe, wird durch die tatsächlichen Klassen- und Machtverhältnisse praktisch und durch die marxistisch-leninistische Theorie von den Klassen und dem Klassenkamopf widerlegt. Ebenso wurde vom Marxismus-Leninismus die bürgerliche Auffassung widerlegt, dass die Intelligenz in die kapitalistische Gesellschaft anführe. Die faschistische Bourgeoisie versucht die kleinbürgerlichen Intellektuellen vor dem Marxismus-Leninismus zu schrecken, dass dieser den Kampf der Handarbeit gegen die Kopfarbeit organisiere, den Kampf gegen die Gebildeten, den Kampf gegen Bildung und Kultur.

2. SOZIALISMUS:

Sprengung sowohl der körperlichen als auch der geistigen Ketten der kapitalistischen Lohnsklaverei.

Schichten in der nichtantagonistischen Klassengesellschaft, nicht-antagonistische Widersprüche zwischen geistiger und körperlicher Arbeit; Klassenkampf auf Leben und Tod, der auch mit geistigen Waffen ausgetragen wird und die Gefahr der Herausbildung von solchen Intellektuellen bekämpft werden muss, die sich in den Dienst der Zurückeroberung der Herrschaft einer neuen Bourgeoisie stellen zwecks Restauration des Kapitalismus, das heißt der Wiederherstellung der antagonistischen Spaltung zwischen Hand- und Kopfarbeitern. Losung: a) Zerschmetterung der aktiven Schädlinge der bürgerlichen Intelligenz; b) Differenzierung der sich neutral verhaltenden Intellektuellen; c) Heranziehung der Intellektuellen, die sich gegenüber dem Sozialismus loyal verhalten. Durch die Schaffung sozialistischer Produktion, mit der Schaffung sozialistischer Produktionsverhältnisse werden der Intelligenz die objektiven Grundlagen entzogen, durch die sie einst mit der Bourgeoisie verbunden war. Bahnbrecherin ist hier die technische Intelligenz, denn sie ist aufs Engste mit dem Produktionsprozess verknüpft, hat direkte Verbindung zu den Arbeitern und Bauern. Neben steigender Unzufriedenheit unter gewissen Schichten der Intelligenz wächst also der Zusammenschluss der werktätigen Intelligenz mit der Arbeiterklasse viel stärker. Durch die Heranziehung der alten, im Kapitalismus herangewachsenen und ausgebildeten Intelligenz zur Mitarbeit am sozialistischen Aufbau sowie durch die Heranbildung einer neuen Intelligenz (Sowjetintelligenz), die sich vorwiegend aus Angehörigen der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft zusammensetzt, wandelt sich das Wesen der Intelligenz („sozialistische Intelligenz der Massen / „Intelligenz von unten“). Die Initiatoren des Wettbewerbs, die Führer der Stoßbrigaden, die praktischen Inspiratoren des Arbeitsaufschwungs, die Organisatoren der Arbeit an diesem oder jenem Abschnitt des Aufbaus – das ist die neue Schicht der Arbeiterklasse, die zusammen mit den Genossen, die die Hochschule absolviert haben, den Kern der Intelligenz der Arbeiterklasse, den Kern der leitenden Kader unserer Industrie bilden soll. Die Intelligenz wendet sich immer mehr dem Sozialismus, dem Arbeiter zu. Die Intelligenz wird von der Arbeiterklasse absorbiert. Und die entreißt der Intelligenz die Basis ihres selbstständigen Charakters einer Zwischenschicht. „Spezialistenfresserei“ = schädliche Erscheinung. Aber Spezialisierung nur noch auf der Basis auf der allseitigen Entwicklung aller Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft. Für die Intelligenz heißt das: Verschmelzen der Intelligenz mit der Arbeiterklasse durch Erlernen der Handarbeit. Verschmelzung der Arbeiterklasse mit der Intelligenz durch Erlernen der Kopfarbeit - bis bei sämtlichen Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft die wesentlichen Unterschiede zwischen geistiger und körperlicher Arbeit nicht mehr unvermeidlich zu Gegensätzen werden können. Dies wird erst vollständig im Kommunismus erreicht sein.

Die Praxis hat die Einwände der ´Wissenschaft` widerlegt und ein übriges Mal gezeigt, dass nicht nur die Praxis bei der ´Wissenschaft` lernen muss, sondern dass es auch der ´Wissenschaft` nicht schaden würde, bei der Praxis zu lernen.“ (Stalin, Band 12, Seite 114). Und zwar nicht nur theoretisch aus der Praxis zu lernen, sondern auch ganz „praktisch“ - mit Hand-Anpacken. Der Bauer nähert sich als Kollektivbauer der Arbeiterklasse, der Wissenschaftler nähert sich als Kollektivwissenschaftler der Arbeiterklasse.

Stalin sagte ferner,dass unser Land in eine Entwicklungsphase eingetreten ist, in der sich die Arbeiterklasse ihre eigene technische Intelligenz schaffen muss, die fähig ist, die Interessen der Arbeiterklasse in der Produktion als die Interessen der herrschenden Klasse zu vertreten.(Stalin Band 13, Seite60 – 62).

Keine herrschende Klasse ist je ohne ihre eigene Intelligenz ausgekommen. Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die Arbeiterklasse der UdSSR ebenfalls nicht ohne ihre eigene technische Intelligenz auskommen kann.“

Manche Genossen sind der Meinung, man dürfe auf leitende Posten in den Fabriken und Werken nur Parteigenossen stellen. Aus diesem Grunde schieben sie oft fähige parteilose Genossen, die Initiative besitzen, beiseite und lassen an die erste Stelle Parteimitglieder aufrücken, selbst wenn diese weniger fähig sind und keine Initiative besitzen“ (Stalin Band 13, Seite 60 – 62). (sehr wichtig!)

Die Arbeiter führen den Klassenkampf, führen alle Klassen und Schichten der sozialistischen Gesellschaft zur Hebung und schließlich Aufhebung von körperlicher und geistiger Arbeit. Der Verschmelzungsprozess von geistiger und körperlicher Arbeit aber ist erst im Kommunismus abgeschlossen – solange ist der Kampf gegen die Gegensätze zwischen geistiger und körperlicher Arbeit unvermeidlich. Die Aufhebung und Beseitigung der Trennung von körperlicher und geistiger Arbeit verläuft bis zum Kommunismus nicht geradlinig.

3. KOMMUNISMUS: Mit der Aufhebung der Klassen werden auch die Widersprüche der alten Klassengesellschaft zwischen körperlicher und geistiger Arbeit für immer aufgehoben, insbesondere verschwindet damit die Intelligenz als besondere Schicht in der Gesellschaft .

Letztendlich stehen sich in der gesamten Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus zwei intellektuelle Schichten gegenüber, die eine Schicht auf der Seite des Proletariats, die andere auf der Seite der Bourgeoisie. Eine dritte Schicht schwankt zwischen den anderen beiden hin und her, nachdem sie entweder mit der zweiten Schicht untergeht oder sich mit der Arbeiterklasse verbindet und sich ihr unterordnet. Der proletarische Intellektuelle stützt sich auf den revolutionären wissenschaftlichen Sozialismus und dient dem Proletariat zur Eroberung oder Zurückeroberung seiner Macht zum Aufbau des Sozialismus und schließlich beim Übergang zum Kommunismus. Der bürgerliche Intellektuelle vertritt hingegen die konterrevolutionäre Ideologie des Kapitalismus, ist dessen Lakai und dient somit der Bourgeoisie zur Aufrechterhaltung bzw. Zurückeroberung ihrer Macht.

Die Bedeutung all dieser Fragen von geistiger und körperlicher Arbeit müssen wir Weltrevolutionäre ganz aktuell für unsere tägliche weltrevolutionäre Arbeit im Klassenkampf schon von Grund auf begriffen haben.

Wir Kommunisten dienen dem Weltproletariat nicht nur mit unserer praktischen und theoretischen revolutionären Arbeit - freiwillig und unentgeltlich -, sondern auch mit unserem ganzen Leben.

Wir Kommunisten haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennte Interessen“ (Marx, Engels).

Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt“ (Marx, Engels).



Wir Kommunisten kämpfen für die Verwirklichung der unmittelbaren Interessen und Bedürfnisse des Weltproletariats, aber in der gegenwärtigen globalen anti-kapitalistischen Bewegung vertreten wir zugleich die weltsozialistische Bewegung der nächsten Zukunft und die weltkommunistische Bewegung in fernerer Zukunft. Im Klassenkampf vertreten wir die Interessen der globalen Gesamtbewegung des Weltproletariats.

Wir Kommunisten denken gar nicht daran, irgendwelche utopischen Ideale zu erfinden, um diese in irgendwelche vorgefertigte Form zu gießen, in der die zukünftige Gesellschaft nur noch Platz zu nehmen bräuchte.

Die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind. Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unsern Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung“ (Marx,Engels).

Wir Kommunisten haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus“ (Marx, Engels).

Wir Weltrevolutionäre helfen dem Weltproletariat also dabei, die spontane Arbeiterbewegung in eine bewusste, sozialistische Arbeiterbewegung zu verwandeln, indem es sich den wissenschaftlichen Sozialismus aneignet, sich mit dem Marxismus-Leninismus im globalen Klassenkampf wappnet.

Die weltproletarische Sache kann nur ihren Weg zum Sieg finden, wenn die revolutionäre Praxis von der proletarischen Theorie beleuchtet wird.

Kommunist wird man nur dann, wenn man theoretische Stärke mit praktisch-organisatorischem Talent in sich vereint und diese Kombination im proletarischen Klassenkampf meistert und ununterbrochen vervollkommnet. Alle Widersprüche und Gegensätze, alle Hemmnisse und Rückschritte, die aus dem Missverhältnis zwischen geistiger und praktischer revolutionärer Arbeit herrühren, müssen überwunden werden, und alles was zu ihrer Verknüpfung, zur Verschmelzung beiträgt, was sie gegenseitig belebt, muss gefördert und verteidigt werden. Diese Verschmelzung von theoretischer und praktischer revolutionärer, proletarischer Arbeit, dieses Schöpfen aus der Bewegung und wieder Hineintragen in die Bewegung, dieser Entwicklungsprozess von der spontanen zur bewussten Bewegung, die Einheit von Theorie und Praxis entwickelt sich im Klassenkampf, den die Partei führt.

Was heißt im Klassenkampf? Das heißt, dass die Bourgeoisie, dass also der Klassengegner, diese proletarische Waffe des Marxismus-Leninismus genau kennt, dass sie den Marxismus-Leninismus ebenfalls studiert hat, dass sie ihre Wirkung historisch zu spüren bekommen hat, sich deswegen deren tödlichen Wirkung sehr wohl bewusst ist, Erfahrungen mit dem Umgang des Marxismus-Leninismus gesammelt hat, um diese Waffe erfolgreich gegen die Arbeiterklasse selbst zu richten, und dass sie also ihrerseits über alle Mittel verfügt und die Intelligenz dafür bezahlt, die Waffe des Marxismus-Leninismus ideologisch für ihre eigenen Klasseninteressen auszunutzen, um eben letztendlich zu verhindern, dass sie in das Bewusstsein der Arbeiterklasse dringt und zur materiellen Gewalt heranwachsen kann bzw. wieder dafür zu sorgen, dass die Arbeiterklasse wieder ihrer materiellen und geistigen Macht beraubt wird und die Herrschaft der Bourgeoisie zurückzuerobern. Das ist alles bereits historische Tatsache geworden. Es ist das Klassenziel der Bourgeoisie, ihre Existenz durch Ausbeutung und Unterdrückung aufrecht zu erhalten bzw. zurückzuerobern und die Ideologie zu besiegen, mit der sich die Arbeiterklasse wappnet, um sich aus der Lohnsklaverei befreien zu können bzw. den Rückfall in die Lohnsklaverei unmöglich zu machen. Die Bourgeoisie muss alles tun, um dieses tödliche Band zwischen wissenschaftlichen Sozialismus und Arbeiterbewegung zu schwächen, muss dieses Band kappen, bevor ihr damit die Gurgel zugeschnürt wird.

Zu diesem Zweck versucht die Bourgeoisie die Arbeiterklasse zu täuschen, indem sie dem Arbeiter das ideologische Gift mit einer „marxistisch-leninistischen“ Duftnote verabreicht. Dieser besondere „Duft-Cocktail“ heißt Revisionismus. Die Arbeiterklasse hat diesen „Duft-Cocktail“ am schlimmsten zu spüren gekriegt, aber hat noch nicht ihr anti-revisionistisches, revolutionäres Bewusstsein dagegen entwickelt. Nur eine Minderheit von Arbeitern weiß also wirklich genau darüber Bescheid, was der Revisionismus in seinem Kopf bewirkt, warum der Revisionismus der Arbeiterklasse die schwer errungene Macht wieder entreißen konnte, warum die Bourgeoisie mit Hilfe des Revisionismus ein sozialistisches Land wieder in ein kapitalistisches Land verwandeln konnte. Eben, weil sich die meisten Arbeiter auf der Welt noch gar nicht richtig bewusst sind über die Gefährlichkeit des Revisionismus, bleibt er nach wie vor die Hauptgefahr, müssen wir dem Arbeiter helfen, sich vom Einfluss des Revisionismus zu befreien. Ohne sich vom Einfluss des Revisionismus zu befreien, kann sich der Arbeiter nicht vom Kapitalismus befreien. Das einzige Mittel, das einzige Instrument, welches die Arbeiterklasse vom tödlichen Einfluss des Revisionismus schützt – das ist der wissenschaftliche Sozialismus, das ist der Marxismus-Leninismus.

Doch wer stellt dieses „Wundermittel“ her? Wer sorgt dafür, dass es seine Wirksamkeit nicht verliert, wer entwickelt es weiter? Wie gelangt es in die Hände, oder genauer gesagt, in die Köpfe der Arbeiter, ins Bewusstsein der Arbeiterbewegung? Diese Fragen wollen wir beantworten, nachdem wir zunächst Friedrich Engels zu Worte kommen lassen, der uns erst einmal mit dem Inhalt des wissenschaftlichen Sozialismus vertraut macht, den er als den „theoretischen Ausdruck der proletarischen Bewegung“ definiert hat:

Die Besitzergreifung der sämtlichen Produktionsmittel durch die Gesellschaft hat, seit dem geschichtlichen Auftreten der kapitalistischen Produktionsweise, einzelnen wie ganzen Sekten öfters mehr oder weniger unklar als Zukunftsideal vorgeschwebt. Aber sie konnte erst möglich, erst geschichtliche Notwendigkeit werden, als die materiellen Bedingungen ihrer Durchführung vorhanden waren. Sie, wie jeder andere gesellschaftliche Fortschritt, wird ausführbar nicht durch die gewonnene Einsicht, dass das Dasein der Klassen der Gerechtigkeit, der Gleichheit etc. widerspricht, nicht durch den bloßen Willen, diese Klassen abzuschaffen, sondern durch gewisse ökonomische Bedingungen. Die Spaltung der Gesellschaft in eine ausbeutende und eine ausgebeutete, eine herrschende und eine unterdrückte Klasse war die notwendige Folge der früheren geringen Entwicklung der Produktion. Solange die gesellschaftliche Gesamtarbeit nur einen Ertrag liefert, der das zur notdürftigen Existenz aller Erforderliche nur um wenig übersteigt, solange also die Arbeit alle oder fast alle Zeit der großen Mehrzahl der Gesellschaftsmitglieder in Anspruch nimmt, solange teilt sich die Gesellschaft notwendig in Klassen. Neben dieser ausschließlich der Arbeit frönenden großen Mehrheit bildet sich eine von direkt-produktiver Arbeit befreite Klasse, die die gemeinsamen Angelegenheiten der Gesellschaft besorgt: Arbeitsleitung, Staatsgeschäfte, Justiz, Wissenschaft, Künste usw. Das Gesetz der Arbeitsteilung ist es also, was der Klassenteilung zu Grunde liegt. [hervorgehoben von der Redaktion]. Aber das hindert nicht, dass diese Einteilung in Klassen nicht durch Gewalt und Raub, List und Betrug durchgesetzt worden und dass die herrschende Klasse, einmal im Sattel, nie verfehlt hat, ihre Herrschaft auf Kosten der arbeitenden Klasse zu befestigen und die gesellschaftliche Leitung umzuwandeln in Ausbeutung der Massen.

Aber wenn hiernach die Einteilung in Klassen eine gewisse geschichtliche Berechtigung hat, so hat sie eine solche doch nur für einen gegebenen Zeitraum, für gegebene gesellschaftliche Bedingungen. Sie gründete sich auf die Unzulänglichkeit der Produktion; sie wird weggefegt werden durch die volle Entfaltung der modernen Produktivkräfte. Und in der Tat hat die Abschaffung der gesellschaftlichen Klassen zur Voraussetzung einen geschichtlichen Entwicklungsgrad, auf dem das Bestehen nicht bloß dieser oder jener bestimmten herrschenden Klasse, sondern einer herrschenden Klasse überhaupt, also des Klassenunterschiedes selbst, ein Anachronismus geworden, veraltet ist. Sie hat also zur Voraussetzung einen Höhengrad der Entwicklung der Produktion, auf dem Aneignung der Produktionsmittel und Produkte, und damit der politischen Herrschaft, des Monopols der Bildung und der geistigen Leitung durch eine besondere Gesellschaftsklasse nicht nur überflüssig, sondern auch ökonomisch, politisch und intellektuell [hervorgehoben von der Redaktion] ein Hindernis der Entwicklung geworden ist. Dieser Punkt ist jetzt erreicht. Ist der politische und intellektuelle [hervorgehoben von der Redaktion] Bankrott der Bourgeoisie ihr selbst kaum noch ein Geheimnis, so wiederholt sich ihr ökonomischer Bankrott regelmäßig alle zehn Jahre. In jeder Krise erstickt die Gesellschaft unter der Wucht ihrer eigenen, für sie unverwendbaren Produktivkräfte und Produkte und steht hilflos vor dem absurdem Widerspruch, dass die Produzenten nichts zu konsumieren haben, weil es an Konsumenten fehlt. Die Expansionskraft der Produktionsmittel sprengt die Bande, die ihr die kapitalistische Produktionsweise anlegt. Ihre Befreiung aus diesen Banden ist die einzige Vorbedingung einer ununterbrochenen, stets rascher fortschreitenden Entwicklung der Produktivkräfte und damit einer praktisch schrankenlosen Steigerung der Produktion selbst. Damit nicht genug. Die gesellschaftliche Aneignung der Produktionsmittel beseitigt nicht nur die jetzt bestehende künstliche Hemmung der Produktion, sondern auch die positive Vergeudung und Verheerung von Produktivkräften und Produkten, die gegenwärtig die unvermeidliche Begleiterin der Produktion ist und ihren Höhepunkt in den Krisen erreicht. Sie setzt ferner eine Masse von Produktionsmitteln und Produkten für die Gesamtheit frei durch Beseitigung der blödsinnigen Luxusverschwendung der jetzigen herrschenden Klassen und ihrer politischen Repräsentanten. Die Möglichkeit, vermittels der gesellschaftlichen Produktion allen Gesellschaftsmitgliedern eine Existenz zu sichern, die nicht nur materiell vollkommen ausreichend ist und von Tag zu Tag reicher wird, sondern die ihnen auch die vollständige freie Ausbildung und Betätigung ihrer körperlichen und geistigen Anlagen garantiert [hervorgehoben von der Redaktion], diese Möglichkeit ist jetzt zum ersten Mal da, aber sie ist da.

Mit der Besitzergreifung der Produktionsmittel durch die Gesellschaft ist die Warenproduktion beseitigt und damit die Herrschaft des Produkts über die Produzenten. Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewusste Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein hört auf. Damit erst scheidet der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Tierreich, tritt aus tierischen Daseinsbedingungen in wirklich menschliche. Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen, der die Menschen bis jetzt beherrschte, tritt jetzt unter die Herrschaft und Kontrolle des Menschen, die nun zum ersten Male bewusste, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eigenen Vergesellschaftung werden. Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegenüberstanden, werden dann von den Menschen, die ihnen bisher als von der Natur und Geschichte oktroyiert gegenüberstand, wird jetzt ihre eigene freie Tat. Die objektiven, fremden Mächte, die bisher die Geschichte beherrschten, treten unter die Kontrolle der Menschen selbst. Erst von da an werden die Menschen ihre Geschichte mit vollem Bewusstsein selbst machen, erst von da an werden die von ihnen in Bewegung gesetzten gesellschaftlichen Ursachen vorwiegend und in stets steigendem Maße auch die von ihnen gewollten Wirkungen haben. Es ist der Sprung der Menschheit aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit.

Diese weltbefreiende Tat durchzuführen, ist die geschichtliche Berufung des modernen Proletariats. Ihre geschichtlichen Bedingungen und damit ihre Natur selbst zu ergründen, und so der zur Aktion berufenen, heute unterdrückten Klasse die Bedingungen und die Natur ihrer eignen Aktion zum Bewusstsein zu bringen, ist die Aufgabe des theoretischen Ausdrucks der proletarischen Bewegung, des wissenschaftlichen Sozialismus.“ (MEW, Band 20, Seite262 – 265).

Stalin definiert :die Theorie des Marxismus, die vor allem die objektiven Prozesse in ihrer Entwicklung und in ihrem Absterben erforscht, bestimmt die Tendenz der Entwicklung, weist auf die Klasse oder die Klassen hin, die unausbleiblich zur Macht aufsteigen oder die unausbleiblich stürzen, stürzen müssen“ (Stalin, Band 5, Seite 53).

Die Aufgabe der Theorie des Marxismus-Leninismus besteht darin, wissenschaftlich nachzuweisen, dass die Ablösung des Weltkapitalismus durch den Weltsozialismus unvermeidliches Ergebnis des objektiv vor sich gehenden Klassenkampfes zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie ist.

Die ausbeutenden und unterdrückenden Klassen profitieren von der Trennung der körperlichen und geistigen Arbeit, während es unser Ziel und Programm, unser praktisches Streben ist, diese klassenmäßige Trennung durch die Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft für immer aufzuheben.

Dabei gehen die Herrschenden einerseits mit offen reaktionärer Gewalt, andererseits indirekt mit Hilfe des „süßen Gifts“ des Revisionismus vor, und das heißt: eine Verbindung zwischen wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung, eine Verbindung der geistigen und praktischen revolutionären proletarischen Parteiarbeit in Worten und ihre Trennung in Taten!

Die heutige Demarkationslinie zwischen den bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen auf der einen Seite und den proletarischen Intellektuellen auf der anderen Seite ist dort gezogen, wo sie sich für oder gegen die Zurückeroberung des revolutionären, proletarischen Sozialismus im Weltmaßstab entscheiden, wo sie sich vom bürgerlichen Weltsozialismus, vom Weltrevisionismus abgrenzen und sich vollkommen in den Dienst der Sache des Weltproletariats stellen oder nicht stellen ... und zwar nicht nur in Worten, sondern auch in Taten.

Betrachten wir die proletarischen Intellektuellen von heute im Spiegel des gegenwärtigen Entwicklungsstandes des wissenschaftlichen Sozialismus, so müssen wir mit großer Besorgnis feststellen, dass sie mit ihrer theoretischen Arbeit nicht nur weit hinterher hinken, dass es nicht nur an Qualität mangelt, sondern die ganze Bewegung krankt überhaupt an Theorieverdrossenheit , genauer gesagt – in die Bewegung wird nichts Neues, nichts Revolutionäres hinein getragen, was ihr helfen könnte, sich zu entfalten, sich in eine bewusste Bewegung zu verwandeln, wird den Arbeitern auf ihre brennendsten Fragen keine wissenschaftlich fundierte Antwort gegeben. Der Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis des Sozialismus wie er noch zu Zeiten Enver Hoxhas existierte, ist weitestgehend verloren gegangen. Solange die albanischen Genossen an der Macht waren, waren sie auch international der führende Träger des wissenschaftlichen Sozialismus, wurde der wissenschaftliche Sozialismus auch in die Arbeiterbewegung außerhalb Albaniens hinein getragen. Diese Entwicklung wurde nicht nur gebremst, sondern fast abgerissen und zum Erliegen verurteilt mit dem Sturz der vorerst letzten Diktatur des Proletariats.

Eine Ursache zur Erklärung für die Erkrankung der revolutionären Theorie war die Tatsache, dass sich die PAA zwar als führender Träger der revolutionären Theorie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung würdig erwies, aber die anderen Bruderparteien mit ihren eigenen theoretischen Beiträgen mehr oder weniger hinterher hinkten und vor allem das Hineintragen des bewussten Elements in die eigene Arbeiterbewegung vernachlässigten, ja dass die Schulung im Marxismus-Leninismus insbesondere der fortgeschrittenen Arbeiter fast völlig zum Erliegen kam.

Eine weitere Ursache ist die Methode des Kampfes gegen den intelligenzlerischen Opportunismus, genauer gesagt, der nicht immer korrekt geführte Kampf gegen ihn, und der deshalb auch entsprechend negative Resultate hervorbrachte. Unter dieser Losung ließ man sich überhaupt zur Herabminderung der Bedeutung der revolutionären Theorie verleiten, versäumte man es, genügend qualifizierte theoretische Führer des Marxismus-Leninismus heranzubilden, um die Lücke, die die das sozialistische Albanien hinterließ, zu schließen. Ja man sollte sich mit der Frage einmal kritisch auseinandersetzen, ob die sozialistischen Länder, die ja Hebel und Basis der Theorie des Weltsozialismus waren und auch sein mussten, in den übrigen Ländern mehr oder weniger ein Vakuum der eigenständigen Fortsetzung der theoretischen revolutionären Arbeit aufkommen ließen, insbesondere nach der Auflösung der Kommunistischen Internationale. Sicherlich ist wohl ein erhebliches Quäntchen Wahrheit an der Behauptung enthalten, dass sich die übrigen Bruderparteien allzu sehr auf die theoretischen Kräfte der sozialistischen Länder verließen und den Nachwuchs von eigenen theoretischen Führern sträflich vernachlässigten und man heute auf dem Trockenen sitzt, insbesondere auf der internationalen Ebene. Mit der nationalen Frage, mit der Befreiung der eigenen Arbeiterklasse, hat man sich in den einzelnen Ländern theoretisch mehr auseinandergesetzt als mit der vom Weltproletariat gemeinsam zu lösenden internationalen Frage der proletarischen Weltrevolution. Stellt man die marxistisch-leninistische Theorie an erster Stelle in den Dienst des Proletariats im eigenen Lande, dann mindert man den internationalistischen Charakter der marxistisch-leninistischen Theorie herab, und folglich kann sich dann auch keine revolutionäre Bewegung der einzelnen Länder im Interesse der weltproletarischen Gesamtbewegung entwickeln. Der Marxismus-Leninismus dient der Weltrevolution und damit in erster Linie der weltproletarischen Gesamtbewegung und erst in zweiter Linie der proletarischen Bewegung im eigenen Land. Was wir also brauchen, ist die marxistisch-leninistische Theorie des Weltproletariats in jedem Land der Welt, damit sich die weltrevolutionäre Bewegung des Proletariats auch in jedem Land entfalten kann.

Hinzu kam, dass man sich im Kampf gegen den Einfluss der kleinbürgerlichen Intellektuellen in den marxistisch-leninistischen Parteien der Gefahr aussetzte, sozusagen das Kind mit dem Bade auszuschütten, dass es vor kam, dass die proletarischen Genossen die damit verbundene Lücke der theoretischen Arbeit nicht genügend schließen konnten, dass es an proletarischen Intellektuellen mangelte, die den wissenschaftlichen Sozialismus weiter herausarbeiten konnten, dass sich daraufhin ein allgemeines Nachlassen des sozialistischen Bewusstseins in den Bruderparteien bemerkbar machte, was gerade das beschleunigte, was man vermeiden wollte, nämlich den bürgerlichen Einfluss in den eigenen Reihen ideologisch zu bekämpfen. Wenn man sich kleinbürgerlicher Intellektueller entledigt, darf man dem proletarischen Intellektuellen nicht den Rücken kehren, sondern muss man gleichzeitig für die Stärkung der proletarischen Intellektuellen sorgen, sonst hinkt man hinter der Bewegung her, verkommen die marxistisch-leninistischen Parteien zu Nachtrabparteien, die die Bewegung zurück zerren anstatt sie revolutionär voran zu führen. In der Tat besteht heute zwischen dem Mangel an revolutionärer theoretischer Arbeit, dem Mangel an Prinzipienfestigkeit und ideologisch-theoretischer Klarheit und dem zunehmenden bürgerlichen, revisionistischen Einfluss in der revolutionären Bewegung, in den revolutionären Parteien, Organisationen und Gruppen, ein direkter Zusammenhang, durch den die Schwäche der marxistisch-leninistischen Weltbewegung maßgeblich mit verursacht zu sein scheint. Dieser Zustand lässt sich nur durch ungeheure theoretische Anstrengungen überwinden, er wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Ist es nicht klar, dass der Sieg der proletarischen Weltrevolution zum Scheitern verurteilt ist, wenn das Weltproletariat, ohne sich von seiner revolutionären Theorie leiten zu lassen, in die Schlachten zieht? Ist es nicht ferner klar, dass diese Theorie nicht von diesem oder jenem Proletariat dieses oder jenen Landes ausgearbeitet werden kann, sondern dass es dabei der internationalen theoretischen Zusammenarbeit bedarf, um eine Theorie des internationalen revolutionären Sozialismus auszuarbeiten, der die bisherigen Erfahrungen der sozialistischen Weltbewegung zusammenfasst, verallgemeinert und zu einem Guss zusammenschweißt? Ist es nicht klar, dass man zur Ausarbeitung der revolutionären Theorie des Weltproletariats eine revolutionäre Weltpartei braucht, die diese Arbeit organisiert, indem sie sämtliche theoretischen Kräfte aus sämtlichen Ländern zu einer globalen kollektiven Kraft systematisch zusammenzieht ?

Wenn sich die Komintern / ML hier heute an die theoretische Arbeit im Weltmaßstab herangemacht hat, so sollten wir uns darüber bewusst sein, was Stalin 1921 zur Entwicklung des Kommunismus in Russland gesagt hatte:

Die Entwicklung des Kommunismus in Russland hat eine lange, mehrere Jahrzehnte währende Geschichte theoretischer Arbeit und theoretischen Kampfes innerhalb des russischen Sozialismus. Aus diesem Kampf ging eine fest gefügte Gruppe führender Elemente hervor, die genügend stark in der Theorie und standhaft in prinzipieller Hinsicht waren, um die Parteimassen führen zu können“ (Stalin, Band 5, Seite 1).

Unser Vorteil besteht darin, dass wir uns allgemein auf die Klassiker des Marxismus-Leninismus stützen können, dass wir insbesondere vom Stalinismus lernen können. Nutzen wir diese Chance, eignen wir uns den Marxismus-Leninismus besser an an und verkürzen wir unseren theoretischen Weg durch Vermeidung von Fehlern der Vergangenheit !



Was lehrt uns die sozialistische Weltbewegung?

Sie lehrt uns, dass das Weltproletariat seine Weltpartei braucht, die es führt, und die ihre Rolle als Organisator und Führer der proletarischen Weltrevolution nicht erfüllen kann, wenn sie nicht die fortgeschrittene Theorie der internationalen Arbeiterbewegung, die marxistisch-leninistische Theorie, die Lehren der fünf Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha, gemeistert hat, um es mit den Worten Stalins auszudrücken.



Die internationale Kraft der marxistisch-leninistischen Welttheorie besteht darin, dass sie der Kommunistischen Internationale die Möglichkeit gibt, sich in der jeweiligen Weltsituation zu orientieren, den inneren Zusammenhang der Weltereignisse zu verstehen, den Gang der internationalen Ereignisse vorauszusehen, und zu erkennen nicht nur, wie und wohin sich die Ereignisse gegenwärtig entwickeln, sondern wie und wohin sie sich künftig entwickeln müssen.

Nur eine Kommunistische Internationale, die die marxistisch-leninistische Theorie gemeistert hat, kann mit Zuversicht vorwärts marschieren und das Weltproletariat vorwärts führen.

Und umgekehrt – eine Weltpartei, die die marxistisch-leninistische Welttheorie nicht gemeistert hat, ist genötigt, tastend umher zu irren, verliert die Zuversicht in ihre Handlungen, ist nicht fähig das Weltproletariat vorwärts zu führen.

Ohne revolutionäre Theorie - keine revolutionäre Bewegung.

Ohne die marxistisch-leninistischen Theoretiker bleibt die Wissenschaft des Sozialismus auf der Stelle stehen, stirbt sie ab, und kann sie auch nichts anderes.

Der Marxismus-Leninismus braucht nicht nur neue Leitsätze und Schlussfolgerungen, die den veränderten Bedingungen Rechnung tragen, sondern zunächst einmal jene Theoretiker, die diese herausarbeiten und aufstellen.

Ohne marxistisch-leninistische Theoretiker keine marxistisch-leninistische Theorie.

Wer den Marxismus-Leninismus lebendig halten will, muss dafür die Theoretiker „lebendig halten“. Die Lehren der Klassiker müssen weiter entwickelt werden. Wir dürfen nicht bei den Klassikern stehen bleiben oder bescheidener ausgedrückt, wir müssen erst noch dort hin gelangen, wo bereits die Klassiker gestanden haben !!).

Marxistisch-leninistischer Theoretiker zu sein, das heißt, die sich verändernden objektiven Bedingungen, die Veränderungen der Gesetzmäßigkeiten vor allem des gesellschaftlichen Lebens, die ökonomische Entwicklung der Welt, die Entwicklung des Weltkapitalismus, der Zerfall der alten Staatsmächte, die spontane Bewegungen des Weltproletariats und der Klassen, die es umgeben, die Zusammenstöße der Klassen und alle Erscheinungen, deren Entwicklung nicht vom Willen des Weltproletariats abhängen, wissenschaftlich zu analysieren und daraus eine Anleitung zum revolutionären Handeln zu entwickeln.

Ohne sich auf die theoretischen Grundlagen stützen zu können, bleibt die beste Strategie und Taktik auf der Strecke, kann sie die objektiven revolutionären Prozesse weder beschleunigen noch erleichtern, nimmt die subjektive Seite der Bewegung großen Schaden, bleiben die marxistisch-leninistischen Parteien früher oder später unvermeidlich auf der Strecke. Die objektive Seite der Bewegung - das ist die Seite, die durch die Theorie des Marxismus-Leninismus erforscht wird. Als Theoretiker muss man das Wesen der marxistisch-leninistischen Theorie erfassen und fähig sein, richtig zu beurteilen, welche Lehrsätze und Schlussfolgerungen veraltet, welche also durch neue ersetzt werden müssen, um die Partei handlungsfähig zu machen und die Theorie nicht zu einem alten Dogma erstarren und verknöchern zu lassen bzw. lediglich die alten Dogmen durch neue zu ersetzen oder mit neuen aufzuhäufen.

Ein marxistisch-leninistischer Theoretiker kann sich nur vom Dogmatismus befreien, wenn er die Theorie in engem Zusammenhang mit der Praxis der wirklichen Massenbewegung und der wirklich revolutionären Bewegung herausarbeitet. Der marxistisch-leninistische Theoretiker muss dem marxistisch-leninistischen Praktiker dienen, denn er soll diesem die von der Praxis gestellten Fragen beantworten. Ein großer Teil der theoretischen Arbeit besteht darin, die Theorie an Hand des praktischen Klassenkampfes ständig zu überprüfen. Er kann sich nicht ins stille Kämmerlein zurückziehen mit den Worten: „Hier habt ihr die Theorie, was ihr daraus macht ist eure Sache, das geht mich nichts mehr an!“ Der Theoretiker ist nichts wert, die Theorie stirbt, wenn ihm die unbedingte Verknüpfung mit der revolutionären Praxis verloren geht.

Es ist eine alte Erfahrung, dass es neuen Führern aus der Arbeiterklasse anfangs unvermeidlich an theoretischen Kenntnissen und Parteierfahrungen mangelt. Es ist aber auch eine Erfahrung, dass gerade diese neuen Arbeiterführer bessere Führer werden als viele Intellektuelle, denen der erforderliche revolutionäre Klasseninstinkt abgeht, wie Stalin es formulierte. Die Klassiker haben die Arbeiter immer zur schöpferischen theoretischen Arbeit ermuntert, sie darin bestärkt, sich das nötige Wissen und die theoretischen Kenntnisse anzueignen. Die Geschichte der marxistisch-leninistischen Parteien lehrt, dass die Arbeiterklasse sehr wohl in der Lage und fähig ist, hervorragende Theoretiker hervorzubringen. Als Theoretiker muss man nicht unbedingt Intellektueller sein. Man darf also kein Gleichheitszeichen zwischen beide Begriffe setzen. Auch Arbeiter sind Theoretiker,sie nehmen nur dann und so weit daran [an der theoretischen Arbeit] teil, als es ihnen in höherem oder geringerem Maße gelingt, sich das Wissen ihres Zeitalters anzueignen und dieses Wissen zu bereichern.“ [Lenin – Was tun?].` Entscheidend ist jene Stärke, die die Partei durch ihre richtige proletarische Politik gewinnt. Wenn die stimmt, dann können theoretische Schwächen der Arbeiter Schritt für Schritt ausgeglichen werden wie Stalin es lehrte.

Nun ist es ja so, dass je nach den Bedingungen des Klassenkampfes das Verhältnis zwischen der theoretischen und der praktischen Arbeit unterschiedlich gewichtet ist. In den langen Perioden der revolutionären Flaute tritt die theoretische Vorbereitungsarbeit generell eher in den Vordergrund, während in der Periode des revolutionären Aufschwungs der Massen, mit dem Beginn einer revolutionären Situation, also während wichtiger Aktionen der Arbeiterbewegung, eines Streiks, eines Aufstandes oder sogar während einer Revolution, die Parteimitglieder ihre größte Kraft auf die Bewältigung der praktischen Parteiaufgaben konzentrieren, wobei die theoretische Arbeit logischerweise häufig zu kurz kommt, die dann aber danach, bei der Herausarbeitung der zu verallgemeinernden Erfahrungen, also in der Phase des Abebbens der revolutionären Bewegung wieder in den Vordergrund gerückt wird. Nach Beendigung des Bürgerkrieges in der Sowjetunion ging es um den friedlichen Aufbau des Sozialismus. Und Stalin sagte hierzu:

Die Arbeiterklasse kann nicht zum wirklichen Herrn des Landes werden, wenn sie es nicht versteht, ihre kulturelle Rückständigkeit zu überwinden, wenn sie es nicht versteht, eine eigene Intelligenz heranzubilden, wenn sie die Wissenschaft nicht meistert und wenn sie es nicht versteht, die Wirtschaft auf wissenschaftlichen Grundlagen zu leiten.“ (Stalin, Band 11, Seite 68).

Es gibt also Phasen des Klassenkampfes, wo sich Theorie und Praxis etwas voneinander entfernen, um sich in anderen Phasen wiederum anzunähern und auf gleichem Niveau verschmelzen. Das entspricht ganz der Dialektik von Theorie und Praxis. Wichtig ist, die Gesetzmäßigkeit der Übereinstimmung von revolutionärer theoretischer und praktischer Arbeit zu beherrschen, das heißt, das Hinterherhinken der Theorie hinter der Praxis nicht zu einem Störfall anwachsen zu lassen, so dass sich die sozialistische Bewegung nicht mehr nach vorne sondern nach hinten entwickelt. Ist die marxistisch-leninistische Theorie aus ihren Klassenfesseln befreit, wird sie im Kommunismus in Übereinstimmung mit der Praxis auf höchster Stufe vervollkommnet werden können.

Auf der anderen Seite, auf der Seite der Praktiker, gibt es grundsätzlich nicht wenig falsche Ansichten über die Bedeutung der revolutionären Theoretiker. Es geht nicht allein um die Ausarbeitung der Theorie für das Programm, für die theoretische Untermauerung der generellen Linie der Partei, sondern nicht weniger um das theoretische Niveau jedes einzelnen Parteimitglieds in seiner täglichen Arbeit. Besonders die Unmasse praktischer Arbeit vertreibt manchem Genossen die Lust zum theoretischen Studium, aber das ist keine Frage der Lust (erst im Kommunismus wird die theoretische Arbeit zu einer „Lust“), sondern der unbedingten Notwendigkeit, sich das Wissen des Marxismus-Leninismus anzueignen, wenn man der Vorhut des Proletariats nicht nur angehören, sondern ihr auch ein Leben lang treu bleiben will. Eine gewisse Sorglosigkeit gegenüber theoretischen Fragen hat schon häufig in der Geschichte so mancher revolutionären Partei dazu geführt, dass sie entartete, liquidiert wurde. Ohne theoretische Grundlage wird das scharfe Auge der Parteimitglieder, ihre Wachsamkeit gegenüber den Einflüssen nicht-proletarischer Elemente nicht nur getrübt, sondern auch blind. Stalin hatte vollkommen Recht, wenn er darauf hinwies, dass der Praktiker blind wird, wenn er seine Arbeit nicht mehr durch die revolutionäre Theorie beleuchtet, die ja nicht vom Himmel fällt, sondern von den Theoretikern herausgearbeitet werden muss und zwar in dem gleichen Maße wie sich die revolutionäre Bewegung unter den sich verändernden Bedingungen immer wieder und erneut zu orientieren hat. Die Praktiker stehen ständig unter dem Druck der Bewältigung der sich riesig vor ihnen auftürmenden praktischen revolutionären Parteiarbeit und manche von ihnen meinen, die Theoretiker geringschätzen zu können oder sich gar über sie hinwegzusetzen und sie zu ignorieren. In der Arbeit im Dunkeln zu tappen – dazu sind, wie Stalin sagte, die Praktiker verurteilt, wenn sie nicht den Leninismus studieren, wenn sie nicht bestrebt sind, den Leninismus zu meistern, wenn sie nicht willens sind, ihre praktische Arbeit mit der notwendigen theoretischen Schulung zu verbinden.

Der Praktiker nimmt den theoretischen Genossen häufig nicht ernst, verhält sich spöttisch ihm gegenüber, weil der Praktiker ihn für losgerissen von der revolutionären Praxis, für einen Ignoranten, für einen Nichtstuer und Stubenhocker hält. Diese falsche Haltung hat aber Ursachen, die häufig nur Reaktion auf die Hochnäsigkeit, Arroganz mancher Intellektueller ist, die meinen, durch ihr „Wissen“ etwas „Besseres“ zu sein, wobei die Praktiker nicht nur die Eitelkeit dieses Intellektuellentyps missfällt, sondern es gibt auch Intellektuelle, die ihre „Kenntnisse“ dazu missbrauchen, um sich Einfluss in der Partei zu verschaffen, um Machtpositionen und Pöstchen zu ergattern, und ihre „Intelligenz“ als Waffe für sich und gegen die Arbeiter einzusetzen, um herum zu kommandieren, was natürlich von größtem Übel ist. Intellektuelle kriegen in der Partei keine Extrawürste gebraten. In einer marxistisch-leninistischen Partei gibt es keine Privilegien, für niemanden. Achtung und Respekt immer, aber Privilegien niemals. Solche Intellektuellen, die glauben, dass allein ihr Buchwissen sie dazu berechtige, die Führung der Arbeiterpartei zu beanspruchen, sind auf dem Holzweg. Träumen dürfen sie, aber wehe sie ordnen sich nicht der Führung der Arbeiter und ihrer proletarischen Linie unter! Wenn diese Klugscheißer nicht einsichtig sind und ihre Fehler nicht korrigieren, gehören sie aus der Partei geworfen. Das ist ganz klar. Aber man kann und darf die Intellektuellen nicht über einen Kamm scheren. Man darf den Intellektuellen nicht deswegen verprügeln, nur weil er ein Intellektueller ist. Man darf Einzelerscheinungen negativer Art nicht auf alle Intellektuelle ausdehnen. Diese hässliche Angewohnheit kann nicht geduldet oder hingenommen werden. Man muss sowohl sensibel und mit Fingerspitzengefühl arbeiten, um Intellektuelle nicht zu verletzen, aber man darf sie auch nicht mit Samthandschuhen anfassen, wenn es unvermeidlich wird, und das kann durchaus mehr als einmal der Fall sein. Es gibt welche, die durchaus auf dem Teppich bleiben und ihre bescheidene Arbeit selbstlos in den Dienst der Arbeiter stellen. Kurz: denen es ein Bedürfnis und eine Ehre ist, von der Arbeiterklasse revolutionär erzogen und gestählt zu werden. Das sind die besten und wertvollsten.

Der Theoretiker kann bei dem Praktiker nur dadurch Achtung und Vertrauen erringen, dass er nicht nur zu reden und zu schreiben, sondern auch anzupacken versteht, zumindest aber sich ums Anpacken bemüht und guten Willen zeigt, sich kameradschaftlich verhält und diszipliniert ist, so wie man es von jedem Parteigenossen erwarten kann und auch verlangen muss. Die besten kommunistischen Intellektuellen sind es nicht durch ihr Buchwissen geworden, sondern dadurch , dass sie bei den Arbeitern in die Lehre gegangen sind – und diese Lehre beschränkte sich mit Sicherheit nicht nur auf das praktische Handwerk des revolutionären Arbeiters, sondern umfasste natürlich auch all die anderen proletarischen Eigenschaft eines Revolutionärs der Arbeiterklasse. Revolutionäre Feuertaufen erhalten Intellektuelle nur bei den revolutionären Arbeitern, dort lernen sie den revolutionären Geist des Klasenkampfes nicht nur vor Ort kennen und werden von ihm erfasst, sondern werden auch zur Standhaftigkeit und proletarischer Disziplin gestählt, werden sie proletarisch erzogen, lernen sie von den Massen und nicht nur aus Büchern. Mag man das revolutionäre Wissen aus Büchern erlernen können, das revolutionäre Handwerk findet man nicht in einer Bedienungsanleitung, sondern kann man nur als Lehrling der fortgeschrittenen Arbeitern erlernen, indem man sich bei ihnen vom Lehrling zum Gesellen und vom Gesellen zum Meister heranbildet. Das war der Ausbildungsweg Stalins und das ist der einzig richtige Ausbildungsweg für die besten kommunistischen Intellektuellen – daran hat sich bis heute nichts geändert.

Theoretisierereien halten den Praktiker von der Arbeit ab, aber wer nicht schädliche Theoretisierereien von notwendiger und nützlicher theoretischer Arbeit zu unterscheiden vermag, macht einen grundlegenden Fehler. Die Theorie ist es, die dem Praktiker weiterhilft, ihn vorwärts bringt, ihm Sicherheit beim Vorwärtsmarschieren gibt, die ihn auf das Ziel orientiert. Ein Praktiker, der sich weigert, sich mit der Waffe des Marxismus-Leninismus zu wappnen, ist kein marxistisch-leninistischer Praktiker. Theoriefeindlichkeit - das widerspricht nicht nur dem Geist des Marxismus-Leninismus, sondern schadet der Partei, der Arbeiterklasse und der ganzen revolutionären Bewegung. Nun wird wohl kein Parteimitglied zugeben wollen `theoriefeindlich` zu sein, aber im Grunde genommen geht es schon in die falsche Richtung, wenn man glaubt, wir hätten ja bereits einen gut ausgearbeitete Marxismus-Leninismus, wir bräuchten nur unsere theoretischen Schwächen durch mehr Klassikerstudium auszugleichen und das reiche vollkommen aus. Das ist ein gewaltiger Irrtum. Klassikerstudium allein kann dem Praktiker nicht weiterhelfen, denn die Klassiker wurden nur dadurch Klassiker, dass sie die revolutionären Ideen weiterentwickelten an Hand der sich verändernden Welt des Proletariats. Die Welt aber hat sich inzwischen weiter gedreht und es kommt darauf an, dass der Praktikern nicht nur erkennt, wie und wohin sich die Klassen in der Gegenwart bewegen, sondern auch, wie und wohin sie sich in der nächsten Zukunft werden bewegen müssen. Das ist ohne Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus unmöglich, das ist allein mit dem Klassikerstudium unmöglich, dazu braucht man fähige Theoretiker, auf die man vertrauen, die man achten und vor allem erstmal haben muss. Und wenn man sie denn hat, darf man dieses wertvolle Inventar der Partei auch nicht verlieren, müssen diejenigen Theoretiker unterstützt und gefördert werden, die der Praxis dienen und solche ausgesondert werden, die die Praxis behindern. Heute sind die Dinge auf dieser Welt viel zu kompliziert, sind die Prozesse der Veränderungen viel zu umfangreich und zu schnell als das man „großzügig“ darauf verzichtet, sich in der globalen Welt sicher zu orientieren und nicht blind im nationalen Dunkeln herumzutasten. Der große Mangel der revolutionären Bewegung besteht ja heute gerade darin, dass die revolutionäre Theorie weit hinterherhinkt – das ist eine Tatsache, über die unsere umher irrenden „Praktiker“ sich die Zeit nehmen sollten, einmal darüber nachzudenken, bevor sie Gefahr laufen, mit den kleinbürgerlichen Intellektuellen auch gleich die proletarische Theorie über Bord zu werfen. Solche „Heldentaten“ können wir uns nicht leisten, wir brauchen die revolutionäre Theorie, aber die kommt nicht vom Himmel, die lernen wir nicht aus Büchern allein, sondern dazu brauchen wir eben jene neuen Theoretiker, die diese revolutionäre Theorie weiterentwickeln an Hand des Studiums der objektiven Bewegungen in der Welt. Wo steht geschrieben, dass man sich nur auf 5 Köpfe und nicht auch auf seinen eigenen Kopf stützen soll? Sich stützen auf die Klassiker ist die eine Sache, sich auf die eigene geistige Kraft stützen eine andere. Verbinde beides und du bist auf dem richtigen Weg. Wenn wir davon sprechen, dass die Arbeiterklasse sich vor allem auf die eigene Kraft stützen muss, so beinhaltet das natürlich auch das Stützen auf die eigene geistige Kraft, was nicht ausschließt, dass sich die Arbeiterklasse auch auf verbündete Kräfte stützen (kontrolliert stützen) muss – und eben auch auf verbündete geistige Kräfte, auf geistige Kräfte nicht-proletarischer Elemente also. Die Klassiker haben ja auch die bürgerlichen Theoretiker studiert, bevor sie sie kritisiert haben. Vor allem aber haben sie von ihnen eine Menge lernen können. Auch die Arbeiterklasse und ihre Partei tun gut daran, nicht nur bei den Klassikern in die Lehre zu gehen, sondern sich auch mit der bürgerlichen Theorie auseinanderzusetzen und daraus zu lernen – zum Vorteil der proletarischen Sache- versteht sich. Wir müssen die Bourgeoisie und das Kleinbürgertum mit ihren eigenen (geistigen) Waffen schlagen! Dazu muss man diese geistigen Waffen aber erst einmal erlernen um sie beherrschen zu können, das heißt gegen die Bourgeoisie selbst richten können.

Wer dann diese ganzen Widersprüche zwischen Praktikern und Theoretikern schürt, beide gegeneinander aufbringt, anstatt sie einander näher zu bringen und zu vereinigen, der bringt alles in Gefahr, der steuert auf die Liquidierung der Partei zu, denn der revolutionäre Theoretiker kann dem revolutionären Praktiker nicht dienen, wenn das enge und unzertrennliche Vertrauensverhältnis zwischen ihnen belastet und gestört wird. Ein Parteigenosse, auf welchen Posten er von der Partei auch immer gestellt sein mag, ist verpflichtet, revolutionäre Theorie und Praxis in seiner Arbeit zu einem Höchstmaß zu vereinen. Wer nicht danach strebt, dazu nicht bereit ist, wer zur Überwindung der Probleme der Vereinigung von Theorie und Praxis der Parteiarbeit nicht sein Schärflein beizutragen gewillt ist, und nicht mit gutem Beispiel vorangeht, hat in einer marxistisch-leninistischen Partei nichts zu suchen, denn die Stärke der marxistisch-leninistischen Partei liegt nun einmal in der Verschmelzung des wissenschaftlichen Sozialismus mit der Arbeiterbewegung und umgekehrt ihre Schwächung, wenn zwischen revolutionärem Wort und revolutionärer Tat, die in einer marxistisch-leninistischen Partei eins sind, Sand ins Getriebe gestreut wird.

Der intelligenzlerische Opportunismus bedeutet nicht immer die direkte Verneinung des Marxismus-Leninismus in seiner Gesamtheit und Allgemeinheit, sondern „begnügt“ sich viel häufiger damit, diesen zum eigenen Vorteil „unangetastet“ zu lassen, aber sich in entscheidenden Fragen des Marxismus-Leninismus an bestimmte überholte Leitsätze festzuklammern, mit denen er in Wirklichkeit versucht, seine Abkehr vom Marxismus-Leninismus „wissenschaftlich“ zu untermauern. Er greift den Marxismus-Leninismus indirekt dadurch an, dass er die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus durch die Weiterentwicklung des Revisionismus ersetzt und die intelligenzlerische „Glanzleistung“ lediglich darin besteht, die tatsächlich vollzogene Verneinung des Marxismus-Leninismus möglichst als „Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus“ erscheinen zu lassen und umgekehrt die tatsächlichen Theoretiker des Marxismus-Leninismus möglichst als „Dogmatiker und Sektierer“ oder als „Opportunisten und Revisionisten“ oder als „ Eklektizisten, Zentristen und Trotzkisten“ hinzustellen, um eine tatsächliche Verschmelzung von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung zu erschweren und schließlich zu verhindern. Der Intellektualismus verdunkelt mit seinem Glaubensbekenntnis den Glauben an die Erkenntnis, das die Theorie „ halt nur“ eine Anleitung zum Handeln ist, dass man die Leitsätze gebraucht, um sie über Bord zu werfen, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben und überholt sind, und um sich sodann neuer Leitsätze zu bedienen, die im nächsten Kampfabschnitt gebraucht werden und so weiter. Die Theorie dient der Praxis, ansonsten ist sie tot. Die Loslösung der revolutionären Theorie von der revolutionären Praxis – darin besteht das Liquidatorentum des Intellektualismus. Der Intellektualismus klammert sich an den Buchstaben der Theorie, opfert dafür ihr revolutionäres Wesen. Der Intellektualismus scheiterte stets an der Wahrheit, die darin besteht, zwischen den Buchstaben des Marxismus-Leninismus und dem Wesen des Marxismus-Leninismus zu unterscheiden. Er ist weder willens noch dazu in der Lage, Form und Wesen der revolutionären Theorie im fortwährenden Klassenkampf stets und erneut in Übereinstimmung zu bringen. Es ist ja eben das Wesen des Revisionismus, die Dialektik von Form und Inhalt des Marxismus-Leninismus zu verneinen, Form und Inhalt auseinanderzureißen, den revolutionären Geist der Theorie der Proletarier zu begraben und die veralteten, abgestoßenen Formen der marxistisch-leninistischen Theorie zu restaurieren, indem sie mit bürgerlichem Inhalt gefüllt werden. Der Revisionismus ist nichts anderes als die Restaurierung der bürgerlichen „Theorie“ mittels eines marxistisch-leninistischen Etiketts; so wie der Neo-Revisionismus nichts anderes ist als die Restauration des Revisionismus vor allem mit dem Etikett des Anti-Revisionismus des Genossen Enver Hoxha.

Die Oktoberrevolution lehrt, dass die Klassenbeziehungen sich durch internationale Ereignisse in den einzelnen Ländern verändern, dass das Kleinbürgertum sich von dem Moment an neutral gegenüber den Bolschewiki an der Macht verhielt, als sie merkten, dass sie weder von innen noch von außen auf Hilfe hoffen konnten, sie wurden also gezwungen auf Grund der objektiven internationalen Bedingungen, sich gegenüber der Revolution neutral zu verhalten und sie nicht mehr zu bekämpfen. VERGLEICHE HEUTE, obwohl nirgends auf der Welt mehr die Bolschewiki an der Macht sind.

Heute kann ein Revisionist nicht anders, als sich für einen „Marxisten-Leninisten“ als einen „Stalinisten“ , „Hoxhaisten“ und einen „Feind des Revisionismus“ als einen „Feind des Maoismus“ etc. auszugeben. Spätestens seit der Gründung der Komintern/ML ist es an der Zeit, dies zu begreifen, ihr Herren Neo-Revisionisten!“

Die Komintern/ML ist die erste wieder neu aufgebaute Zelle der alten leninistischen kommunistischen Weltpartei, es ist eine Keimzelle der neuen hoxhaistischen Weltpartei

Die Gründung der Komintern/ML ist ein erster kleiner Schritt zum heutigen Sieg des Weltproletariats über die Weltbourgeoisie.

Die Besonderheit der Weltevolution besteht darin, dass sie im Verlauf des revolutionären Kampfes immer mehr Proletarier einzelner Länder in sich vereinigen wird, dass sie die einzige Revolution ist, die sich ausschließlich aus den Revolutionen der einzelnen Ländern nährt, dass sie die einzige Revolution ist, die den Sieg der Revolutionen in den einzelnen Ländern auch tatsächlich garantieren kann ... und dass deswegen, weil sie als einzige Revolution in der Lage ist, mit einer organisierten internationalen Millionenmasse die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung zu sprengen, die den Sozialismus in einem Land erwürgen konnte. Die sozialistische Weltrevolution ist die einzige Revolution, die den Spieß umdrehen kann, nämlich die sozialistische Einkreisung der imperialistischen, konterrevolutionären (ideellen wir materiellen) Widerstandsnester.

Die Weltrevolution siegt, wenn sie das Weltproletariat vorwärts bringt, das der (globalisierten) Ausbeutung ernste Schläge versetzt. Die Weltrevolution hat in diesem Fall sogar dann gesiegt, selbst wenn sie eine Niederlage erlitten hat.

Obwohl der Sozialismus auf der Welt heute besiegt wurde, bleibt der Sozialismus deswegen trotzdem unbesiegbar. Das mag nach einem Wortspiel klingen, aber ist und bleibt die absolute Wahrheit. Der Sozialismus kann vorübergehend einen Misserfolg erleiden, aber deswegen ist er trotzdem unbesiegbar.

Wir müssen die intelligenzlerischen Lügner verfolgen bis zur Schwelle ihrer Lügen, so ähnlich formulierte es Stalin.

Die Besonderheit der internationalen bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intelligenz besteht darin, dass sie sich damit beschäftigt, die Vereinigung der Proletarier aller Länder aufzuhalten und zu untergraben, sie zu spalten und zu liquidieren. Die internationale Intelligenz nährt sich aus dem ideologischen Kampf, den die Intelligenz in den einzelnen Ländern gegen die Proletarier führt. Die internationale bürgerliche Intelligenz soll der Weltbourgeoisie helfen, den weltrevolutionären Weg der Proletarier aller Länder dadurch aufzuhalten, dass sie diesen ideologisch verkleistert. Bereits zur Zeit des sozialistischen Albaniens Enver Hoxhas und der Sowjetunion Lenins und Stalins spielten die Intellektuellen eine besondere Rolle bei der kapitalistisch-revisionistischen Einkreisung und Erdrosselung der einzig wahren sozialistischen Länder, spielten sie eine besondere Rolle, die Entwicklung eines sozialistischen Lagers zu unterlaufen und zum Scheitern zu bringen. In Zukunft wird sich die konterrevolutionäre Intelligenz auf die Weltrevolution konzentrieren, weil von dieser die einzig wirklich existentielle Gefahr für die Weltbourgeoisie ausgeht.

Spontane internationale Ausbrüche darf man nicht mit der Weltrevolution verwechseln oder sie gleichsetzen. Sie kündigen die Weltrevolution lediglich an, sind aber isoliert. Wir Internationalisten lehren das Welktproletariat und die Weltmassen der Ausgebeuteten und Unterdrückten, organisiert, zielstrebig, einmütig und im richtigen Augenblick die weltrevolutionäre Umwälzung der Gesellschaft in Angriff zu nehmen.



Der Intellektualismus

Begriff, der historisch aus der klassischen bürgerlichen Philosophie hervorging, besonders aus der von Leibniz und Hegel.



der intelligenzlerische Opportunismus in der marxistisch-leninistischen Partei

Die internationale Bourgeoisie will aus ihren Fehlern lernen und ist wachsamer gegenüber revolutionären Entwicklungen in einzelnen Ländern und Regionen.

Unter den neuen Bedingungen der Globalisierung muss die internationale Konterrevolution auch international bekämpft werden, muss man in ihrem Zentrum wie an ihrer Peripherie Widerstandskräfte sammeln, organisieren und einsetzen, muss sich der Widerstand ebenfalls ein Zentrum schaffen, von dem aus die Vorbereitungen für die proletarische Weltrevolution getroffen werden. Das gilt zunächst für die Theorie, für den Kampf gegen die bürgerliche Ideologie, gegen die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen, die gegen die IDEE der proletarischen sozialistischen Weltrevolution antreten. Dem Kampf um die Theorie der Weltrevolution folgt der Kampf um ihre praktische Verwirklichung. Wann und wo sich sozialistischen Weltrevolution von der grauen Theorie in die lebendige Praxis verwandeln wird, das allein wird nur der Klassenkampf des Weltproletariats entscheiden. Nicht mit der internationalen Intelligenz, sondern gegen die überwältigende Mehrheit von ihr, wird das Weltproletariat zu rechnen haben, um siegen zu können. Welchen Einfluss die internationale bürgerliche Intelligenz auf die Weltöffentlichkeit hat, ist allein daran zu erkennen, dass in einzelnen Ländern, in denen die Weltimperialisten Raubzüge unternehmen, die Feldberichterstatter direkt in die vordersten Truppenteile eingefügt sind, um die Völker „aus erster Hand“, „authentisch“, „exklusiv aus der vordersten Front des Weltgeschehens“ zu verdummen und damit obendrein noch Monopol-Profit zu machen. Ist es da nicht klar, dass das Weltproletariat, ohne sich seine eigene „Kriegsberichterstattung“ zu schaffen, nichts gegen die imperialistische „Raubtier-Intelligenz“ auszurichten vermag, diese Besatzungsmacht der Minderheit der Reichen in den Hirnen der Mehrheit, der Massen? Aber auch die Raubtier-Intelligenz im Schafspelz, vor allem aber im marxistisch-leninistischen „Outlook“ muss vom klassenbewussten Weltproletariat enttarnt und sein Einfluss insbesondere innerhalb der matxistisch-leninistischen Weltbewegung zurückgedrängt werden.

Vor der Weltrevolution schreien sie aus allen Hälsen: “Ihr Sektierer!“ „Ihr Dogmatiker!“ „ Ihr RRRevoluzzzer!“ Aber wenn dann dieses Werk vollbracht sein wird, wissen wir genau, welche „Platte aufgelegt“ wird : eine sektiererische, eine oberflächliche „Beseitigung“ der Spuren der weltimperialistischen Vergangenheit, um möglichst viele Schlupflöcher für die Restauration des Weltimperialismus, für die Restauration des Revisionismus an der Macht etc. offen zu lassen.

Seitdem der Weltimperialismus mit Hilfe der Revisionisten den Sozialismus an der Macht beseitigte, bemüht er sich, die Spuren des Sozialismus zu verwischen, aber auslöschen, vernichten kann er sie niemals. Das Leben, die Natur, die Gesellschaft ist so eingerichtet, dass sich der Organismus anpasst, dass er mit der Vernichtung des ersten und zweiten Keimes, neue, zehn, zwanzig, hundert, tausend Keime produziert, die von den gefräßigen Imperialisten wieder die meisten aufgefressen werden, aber noch welche übrig bleiben, um die neue sozialistische Gesellschaft wieder zum Leben zu erwecken, sie so sehr zu stärken, dass sie sich behaupten und das Alte Schritt für Schritt besiegen kann, bis dessen letzte Spur im revolutionären Sturm der Massen, der über den Erdball fegt, endgültig verschwunden sein wird. Der Weltbolschewismus hat vor hundert Jahren mit diesem Sturm begonnen, eben erst begonnen, daran müssen wir Hoxhaisten jeden Augenblick denken. Wenn wir heute auch noch nicht in der Lage sind, das Weltproletariat in seinem praktischen Kampf zu unterstützen, aber wir können und müssen ihm immer wieder, besonders nach Niederlagen und in schwierigen Zeiten wie heute, den revolutionären Weg aufzeigen, müssen wir Hoxhaisten für die sozialistische Weltrevolution in erster Linie unsere propagandistische, aber auch agitatorische und organisatorische Arbeit unter den Massen tagtäglich leisten, müssen wir die Wege aufzeigen, auf denen das Weltproletariat seine internationalen Aktionen gegen die Weltbourgeoisie in Angriff nehmen kann und wie es daraus lernen kann, um immer mehr Massen in den internationalen Klassenkampf einzubinden und andererseits seine internationale Vorhut aufzubauen und zu festigen. Es ist klar, dass das Weltproletariat dafür seine proletarischen Intellektuellen erfolgreich einsetzen wird, um die Theorie, die Propaganda und Agitation voranzutreiben, ohne die es keine weltproletarische Massenbewegung geben wird und nicht geben kann.

Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen haben bei weitem nicht ihren Antikommunismus aufgegeben, nachdem die Entwicklung des Sozialismus vom Weltkapitalismus vorübergehend gebremst wurde. Ihre Erbitterung wächst mit jedem Tag des Klassenkampfes des Weltproletariats, sie wächst um so schneller, je mehr wir uns dem Ende der alten kapitalistischen Welt nähern. Im Zusammenhang damit, dass der Bolschewismus erstarkt und sich im Weltmaßstab entwickelt, hat sich die internationale Lage jetzt so gestaltet, dass gegen die Sowjetrepublik eine Allianz der Imperialisten aller Spielarten aufmarschieren kann und der Widerstand der Bourgeoisie aus einem nationalen zu einem internationalen wird.



Rolle der Intelligenz im internationalen Maßstab

Die schwankenden intelligenzlerischen Opportunisten schwanken weiter, solange die sozialistische Weltrevolution nicht völlig gesiegt hat.

Einem Opportunisten als kleinbürgerlichen Intellektuellen abzustempeln ist so ziemlich die schlimmste Beleidigung, die zur giftigen Wut wird, wenn man dies ruhig und sachlich nachzuweisen versucht.

Genossen, die Erfahrungen unserer Revolution bestätigen die Worte, durch die sich die Vertreter des wissenschaftlichen Sozialismus, Marx und seine Anhänger, stets von den utopischen Sozialisten, von den kleinbürgerlichen Sozialisten, von den intelligenzlerischen Sozialisten, von den schwärmerischen Sozialisten unterscheiden. Intellektuelle, Schwärmer, kleinbürgerliche Sozialisten – sie glaubten, glauben und schwärmen vielleicht noch jetzt davon, dass es gelingen werde, den Sozialismus allein auf dem Wege der Überzeugung einzuführen. Die Mehrheit des Volkes werde sich überzeugen, und wenn sie sich überzeugt habe, werde die Minderheit sich fügen, die Mehrheit werde abstimmen, und der Sozialismus werde eingeführt werden. (B e i f a l l.) Nein, so glücklich ist die Erde nicht eingerichtet; die Ausbeuter, die Bestien von Gutsbesitzern, die kapitalistische Klasse lassen sich nicht überzeugen. Die sozialistische Revolution bestätigt, was alle gesehen haben – den allergrößten Widerstand der Ausbeuter. Je stärker der Druck der unterjochten Klassen ist, je entschiedener die unterdrückten Bauern und unterdrückten Arbeiter ihre Initiative, ihre selbständige Initiative entfalten, desto wütender wird der Widerstand der Ausbeuter. Und wir durchleben die schwerste, die qualvollste Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus – eine Periode, die unvermeidlich in allen Ländern eine lange Periode sein wird, weil, wie gesagt, die Unterdrücker auf jeden Erfolg der unterdrückten Klasse mit neuen und immer neuen Versuchen des Widerstandes, des Sturzes der Macht der unterdrückten Klasse antworten.“ (Lenin, Band 27, Seite 466/467). Schwärmerei von der Renaissance, der Wiedergeburt, der Zurückeroberung des Sozialismus = HEUTE!!!!



Die Zeit des Rückzuges ist zu Ende, die Epoche der Weltoffensive und die Epoche des Sieges der sozialistischen Weltrevolution beginnt (Lenin, Band 27, Seite 188) !!!!!

Wer eine solche Meinung äußert, würde ohne jeden Sinn Worte wiederholen, die für eine ganz andere Tätigkeitsperiode der revolutionären proletarischen Partei Geltung hatten.

Wenn die einzelnen kapitalistischen Staaten, insbesondere der USA-Imperialismus an der Spitze, auf die Stütze des gemeinsamen Kampfes gegen die Weltrevolution rüsten, dann müssen die Bataillone des Weltproletariats der einzelnen Länder zur einer schlagkräftigen Weltarmee dagegen zusammengestellt werden.

Wenn wir, als einzelner Trupp des Weltproletariats, als erste vorgerückt sind, so nicht deshalb, weil dieser Trupp stärker organisiert wäre. Nein , er ist schlechter, schwächer, weniger organisiert als andere, es wäre jedoch die größte Albernheit und Pedanterie, so zu urteilen, wie viele: nun ja, wenn der am besten organisierte Trupp das Werk begonnen hätte, ihm der weniger organisierte Trupp und dann der drittbeste Trupp gefolgt wären, dann wären wir alle bereitwillig Mithelfer der sozialistischen Revolution. Da es aber nun einmal nicht so gegangen ist, wie es im Buch steht [hervorgehoben von der Redaktion], da sich herausgestellt hat, dass der führende Trupp nicht von den anderen Trupps unterstützt wurde, so sei unsere Revolution zum Untergang verurteilt. Wir aber sagen: Nein, unsere Aufgabe ist es, die gesamte Organisation zu ändern, unsere Aufgabe besteht, da wir allein sind, darin, die Revolution zu behaupten, ihr wenigstens eine gewisse Festung des Sozialismus zu sichern, wie schwach und wenig ausgedehnt sie auch sein mag, bis die Revolution in den anderen Ländern heranreift, bis die anderen Trupps eintreffen. Wer aber von der Geschichte erwartet, dass sie die sozialistischen Trupps der verschiedenen Länder in strenger Aufeinanderfolge und Planmäßigkeit in Bewegung setzt, der hat keine Ahnung von der Revolution, oder aber er lehnt es aus Dummheit ab, die sozialistische Revolution zu unterstützen.“ Lenin, Band 27, Seite 280). ... die sozialistische WELT-Revolution zu unterstützen !!

Trotzkisten sind wir NICHT. Damals war es nicht anders möglich als den sozialistischen Staat in einem Land aufzubauen, weil die Weltrevolution noch nicht so weit war. Heute müssen wir das Ziel des Sturzes des Weltimperialismus ansteuern und zwar als gleichzeitige gemeinsame Aufgabe der Proletarier aller Länder, eben weil heute dazu die Bedingungen durch die Globalisierung dazu reif geworden sind. Die Weltrevolution setzt die Revolution in den einzelnen Länder in Gange. Wir befinden uns nicht mehr in der ersten Periode des Sozialismus, sondern befinden uns auf dem Weg zur zweiten Periode des Sozialismus. Das heißt, dass wir die Weltrevolution auf der Oktoberrevolution aufbauen, aber nicht mit dem Sozialismus „in einem“ Land anfangen müssen. Die Weltmacht des Sozialismus erobern - das lehrt uns der Stalinismus. Damals war das nur auf dem Wege des Sozialismus „in einem“ Land möglich. Heute ist es durch die Globalisierung auf dem direkten Wege der Weltrevolution möglich.

Wenn man uns sagt, dass man die Diktatur des Proletariats in Worten anerkennt, praktisch aber Phrasen zusammenschreibt, so zeigt das eigentlich, dass man von der Diktatur des Proletariats keine Ahnung hat; denn das bedeutet keineswegs bloß den Sturz der Bourgeoisie oder den Sturz der Gutsbesitzer – das hat es in allen Revolutionen gegeben-, unsere Diktatur des Proletariats bedeutet die Sicherung der Ordnung, der Disziplin, der Arbeitsproduktivität, der Rechnungsführung und Kontrolle, der proletarischen Sowjetmacht, die fester und standhafter ist als die frühere. Das ist es, was ihr nicht fertig bringt, das ist es, was wir nicht gelernt haben, das ist es, was die Arbeiter brauchen, eben deswegen ist es gut, ihnen einen Spiegel vorzuhalten, wo alle diese Mängel deutlich sichtbar sind.“ (Lenin, Band 27, Seite 290).



SO WIRD DIE ENTWICKLUNG ZUR WELTREVOLUTION HEUTE VIEL WAHRSCHEINLICHER VERLAUFEN ALS AUF DEM WEG DES SOIZIALISMUS IN EINEM LAND. Mit der Globalisierung des Imperialismus wird auch die Globalisierung der Revolution heranreifen, die den Weltimperialismus besiegen kann.

Denn solange nicht eine internationale, mehrere Länder umfassende sozialistische Revolution ausgebrochen ist, die so stark ist, dass sie den internationalen Imperialismus besiegen könnte, solange ist es die direkte Pflicht der Sozialisten, die in einem einzelnen (besonders rückständigen) Lande gesiegt haben, keinen Kampf gegen die Giganten des Imperialismus aufzunehmen, dem Kampf aus dem Wege zu gehen, abzuwarten, bis das Ringen der Imperialisten gegeneinander diese noch mehr schwächt und die Revolution in den anderen Ländern noch näher bringt. Diese einfache Wahrheit haben unsere `Linken` im Januar, Februar und März nicht begriffen, sie fürchten sich auch jetzt, sie offen anzuerkennen; sie bricht sich Bahn durch alle ihre verworrenen `einerseits und andererseits`. (Lenin, Band 27, Seite 319).

Lenin, Band 27, Seite 333: dass die Lehrmeister des Sozialismus nicht umsonst von einer ganzen Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus sprachen (der Sozialismus in einem Land IST ein wesentlicher historisch gewordener Bestandteil dieser Übergangsperiode!!!) und nicht ohne Grund die `langen Geburtswehen` (= bürgerlich-revisionistische Umkreisung als Folge der Erdrosselung des „Sozialismus in einem Land“ !!!) bei der Geburt der neuen Gesellschaft hervorgehoben, wobei diese neue Gesellschaft wiederum EINE ABSTRAKTION IST, die nicht anders verwirklicht werden kann als durch eine REIHE MANNIGFALTIGER, UNVOLLKOMMENER KONKRETER VERSUCHE, diesen oder jenen sozialistischen STAAT ZU SCHAFFEN (aber nicht zu behaupten ?!), was unter den Bedingungen des herrschenden Weltimperialismus bislang nicht verwirklicht werden konnte – nicht zuletzt durch den Revisionismus an der Macht, der den Kapitalismus restaurierte. Insofern müssen wir den „Sozialismus in einem Land“ historisch als Stufe zum Weltsozialismus betrachten, der seiner Vollendung nur im Weltsozialismus entgegengehen kann.

Sowjetunion und Albanien litten an einer gewissen Einseitigkeit auf Grund ihrer besonderen Lage als Sozialismus „in einem“ Land, der sich qualitativ vom Weltsozialismus unterscheidet, also nicht nur quantitativ!!!! Rolle der Intellektuellen und ihr Opportunismus = Sozialismus in einem Land verabsolutieren. Verteidigung nicht marxistisch, wenn verabsolutiert. Der Sozialismus „in einem“ Land muss mit dem Weltsozialismus in Relation gebracht werden- in dialektischer und materialistischer Relation!!

zum Beispiel keine imperialistisch-revisionistische Umkreisung mehr, keine friedliche Existenz mehr usw. usf

... dass der vollständige Sozialismus nur entstehen wird aus der revolutionären Zusammenarbeit der Proletarier aller Länder , durch eine Reihe von Versuchen von denen jeder, einzeln genommen, einseitig sein, an einer gewissen Nichtübereinstimmung leiden wird (Lenin, Band 27, Seite338).

Schon mehr als einmal ist es den Arbeitern gelungen, den Sozialismus aufzubauen und für Jahrzehnte zu behaupten. Es ist aber bis heute nicht gelungen, den Sozialismus dauernd zu garantieren, weil wir noch nicht den Sozialismus im Weltmaßstab erobert haben. Da ist es erforderlich, dass das Weltproletariat die Zurückeroberung des Sozialismus als globale Aufgabe löst, anders ist der Sozialismus in Zukunft nicht zu behaupten. Wenn das Industrieproletariat aller Länder sich darüber bewusst ist, wenn es sich international vereinigt und organisiert, wenn es sich seine Vorhutorganisation schafft, dann wird es dem Weltproletariat gelingen, den endgültigen Sieg davonzutragen und auch die unsinnigen Gerüchte, die von der Intelligenz über den gesamten Erdball verstreut werden, dass das Weltproletariat ohne Sozialismus „in einem“ Land nicht fähig sei, in der Weltrevolution zu siegen , in ein Nichts auflösen.

Der Weltsozialismus wird nicht `eingeführt` sondern bildet sich im zugespitzten internationalen Klassenkampf und internationalen Bürgerkrieg heraus.

Rolle der Intelligenz bei der Restauration des Kapitalismus

Die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen ist eine der gefährlichsten Formen des Widerstands gegen den sich entwickelnden Sozialismus. Die Schädlingsarbeit ist um so gefährlicher, als sie mit dem internationalen Kapital verbunden ist (insbesondere unter dem Aspekt ihres Bündnisses mit der Arbeiteraristokratie). Von Lenin, Stalin und Enver Hoxha wurde das deutlich herausgearbeitet. Nicht nur der Kleinproduzent im Allgemeinen schafft stündlich Kapitalismus, stellt eine Gefahr für die Diktatur des Proletariats dar, sondern auch der geistige Kleinproduzent, der kleinbürgerliche Intellektuelle schafft stündlich kapitalistische Ideologie, die eine Gefahr für den Marxismus-Leninismus, für die proletarische Ideologie darstellt. Die Ideologie der Restauration des Kapitalismus tritt sowohl offen als auch verdeckt auf, sowohl von „links“ als auch von rechts, um die Diktatur des Proletariats sowohl reformistisch aufzuweichen und zu entarten, als auch von den Massen zu isolieren und von „links“ einzubetonieren. Dagegen das Proletariat an der Macht bildet sich seine eigene Intelligenz heraus und ersetzt die Intelligenz, die aus dem Kleinbürgertum und aus der Bourgeoisie hervorgegangen waren bzw. „verdaut“ sie, wie es Engels zu sagen pflegte. Dabei hatte die sozialistische Arbeiterklasse insbesondere gegen diejenigen neu heran gebildeten Intellektuellen zu kämpfen, die von den intellektuellen Überresten der reaktionären Klassen beeinflusst wurden, und die nun stellvertretend in deren Fußstapfen traten, mehr Einflussmöglichkeiten (!!) als die alten bürgerlichen Spezialisten. Was wir hier darzustellen versuchen, ist die Tatsache, dass sich die neue „sowjetische“ Bourgeoisie maßgeblich aus der neuen Intelligenz rekrutierte, bzw. aus dem Bündnis von Intellektuellen und der Arbeiteraristokratie, von Technokraten und Bürokraten unter sozialistischen Klassenverhältnissen, dass die Ideologie des Revisionismus eben insbesondere aus diesem Bündnis hervorging und die Entwicklung dieses Bündnisses nährte, sowohl vor, während und nach der Machtergreifung der neuen sowjetischen Bourgeoisie. Die Bourgeoisie ist aus dem Kleinbürgertum hervorgegangen, nicht umgekehrt. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen leben ja nicht am Rande der sozialistischen Gesellschaft, sondern sind bis in all ihre Zentren aktiv, auch in der Partei. Es hat sich historisch bewahrheitet, was Stalin sagte:

Die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen ist eine der gefährlichsten Formen des Widerstands gegen den sich entwickelnden Sozialismus. Die Schädlingsarbeit ist um so gefährlicher, als sie mit dem internationalen Kapital verbunden ist. Die Schädlingsarbeit der Bourgeoisie ist ein unzweifelhafter Beweis dafür, dass die kapitalistischen Elemente noch lange nicht die Waffen gestreckt haben, dass sie Kräfte zu neuen Vorstößen gegen die Sowjetmacht sammeln.“ (Stalin, Band 12, Seite 13)

Es ist bekannt, dass es außerdem direkte Verbindungen von bürgerlichen Intellektuellen innerhalb und außerhalb der Sowjetunion gab, um diese Schädlingsarbeit gemeinsam zu organisieren.

Der Sozialismus greift die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen, die den kapitalistischen Elemente zuzuordnen sind, erfolgreich an.. Die sozialistischen Elemente wachsen schneller als die kapitalistischen Elemente, wodurch die relative Bedeutung der kapitalistischen Elemente infolgedessen geringer wird. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen wittern diese tödliche Gefahr und verstärken ihren Widerstand.

Vorläufig haben sie noch die Möglichkeit, ihren Widerstand zu verstärken, nicht nur, weil sie vom Weltkapitalismus unterstützt werden, sondern auch, weil, ungeachtet des Rückgangs ihrer relativen Bedeutung, ungeachtet der Verminderung ihres relativen Wachstums im Vergleich zum Wachstum des Sozialismus, ein absolutes Wachsen der kapitalistischen Elemente dennoch vor sich geht, und das gibt ihnen eine gewisse Möglichkeiten, Kräfte zu sammeln, um sich dem Wachstum des Sozialismus zu widersetzen.“ (Stalin, Band 12, Seite 31).

Man darf nicht das Wachstum des Widerstandes der bürgerlichen Intellektuellen mit dem Wachstum ihrer relativen Bedeutung identifizieren. Die bürgerlichen Intellektuellen leisten im Sozialismus nicht deswegen verstärkten Widerstand weil sie stärker, sondern weil sie schwächer geworden sind und zwar gegenüber den immer stärker werdenden sozialistischen Elementen innerhalb der Intelligenz. Die sozialistische Intelligenz unter der Hegemonie der Arbeiterklasse verdrängt die bürgerliche Intelligenz, die immer mehr ihrer Wurzeln beraubt wird, der Wurzeln des Kapitalismus. Und dieser Prozess geht nicht friedlich ab. Man kann die reaktionären Elemente der bürgerliche Intelligenz nicht friedlich in den Sozialismus integrieren, sondern muss sie im harten Klassenkampf schlagen, muss sie zwingen, muss notfalls revolutionäre Gewalt anwenden, muss sie den starken Arm der Arbeiterklasse an der Macht spüren lassen, muss sie spüren lassen, dass die Arbeiterklasse als herrschende Klasse nicht nur die materielle, sondern auch die geistige Macht ausübt.

Noch niemals war es in der Geschichte der Fall, dass sterbende Klassen freiwillig vom Schauplatz abgetreten wären. Noch nie war es dementsprechend der Fall, dass die Schichten der sterbenden Klassen freiwillig abtreten, wobei der Großteil der Schicht der Intelligenz sich in die sozialistische Gesellschaft integriert, assimiliert, umgemodelt, angepasst wird, sich der Diktatur des Proletariats unterordnet, während nur ein kleinerer Teil sich dieser sozialistischen Gesellschaft widersetzt und Widerstand leistet. Solche bürgerlichen Intellektuellen wollen nicht sterben, wollen ihre Existenz behaupten, weswegen sie ihre Anstrengungen verzehnfachen und sich der Klassenkampf im Sozialismus also verschärft. So wie sich der sterbende Kapitalismus noch einmal aufbäumt und seine letzten Kräfte mobilisiert, so tun das auch die Überreste der bürgerlichen Intellektuellen im Sozialismus. Also: „Wer – wen?“ - so stellt sich die Frage der bürgerlichen Intellektuellen auch unter den Klassenverhältnissen des Sozialismus. Im Sozialismus sterben die bürgerlichen Intellektuellen nicht einfach kraftlos, kümmern sie nicht selbst vor sich hin, sondern sie müssen besiegt und ihr Einfluss restlos vernichtet werden im harten Klassenkampf. Im Kampf der Gegensätze müssen sie erst mühsam zur Strecke gebracht werden.

Der Kampf gegen den Revisionismus an der philosophisch-ideologischen Front:

Der Begriff des modernen Revisionismus ist aus dem Klassenkampf in der Sowjetunion hervorgegangen (schon von Lenin längst vor der Oktoberrevolution fest formulierter Begriff - in: „Empiriokritizismus“). Mit der „Modernisierung“ des Marxismus-Leninismus war nichts anderes bezweckt, als den Marxismus-Leninismus an die bürgerliche Ideologie unter dem Deckmantel der „schöpferischen Weiterentwicklung“ anzupassen. Mit der Beseitigung des sogenannten „stalinschen Dogmatismus“ sollte die Prinzipien des Marxismus-Leninismus aufgeweicht und schließlich über Bord geworfen werden – also unter dem Deckmantel des „Kampfes gegen das linke Sektierertum“. Der Begriff „modern“ wurde an die Stelle des Begriffs „wissenschaftlich“ gesetzt. Man holte wieder den alten bürgerlichen Müll aus dem philosophischen Waffenarsenal der Bourgeoisie und verpasste ihm einen „modernen“ Anstrich. Die Charakteristik des modernen Revisionismus wäre unvollständig dargestellt, wenn man nicht auf seine Methoden hinweist, dass er die Prinzipien des Marxismus-Leninismus aus ihrem historischen Zusammenhang reißt, dass er Zitate der Klassiker missbraucht, um genau das Gegenteil von dem zu beweisen, was der Marxismus-Leninismus unter ganz bestimmten historischen Bedingungen für richtig erkannt hatte. Der Marxismus-Leninismus wird reaktionär, wenn er unter den sich verändernden Bedingungen falsch angewendet wird. Der Marxismus-Leninismus ist nicht über-geschichtlich, ist keine abgeschlossene, vollendete Lehre. Längst hatte der dialektische Materialismus eine „Wissenschaft“ der Wissenschaften überflüssig gemacht. Schon seit Marx wurde diese Auffassung verworfen. Der dialektische und historische Materialismus ist im Kampf gegen den Idealismus gewachsen. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus war also auch die höchste Stufe des marxistisch-leninistischen Kampfes gegen die idealistischen Strömungen – in der Geschichte der Philosophie überhaupt. Der Marxismus-Leninismus ist nicht eine philosophische Schule, in der sich eine Anzahl von Schülern um einzelne „marxistisch-leninistische“ Professoren gruppieren, die miteinander konkurrieren. Im Gegenteil, der Marxismus-Leninismus ist nicht nur die vollständigste und entschiedenste Negation der gesamten vorhergegangenen Philosophien, ist nicht nur eine Abrechnung mit der reaktionären Professorenphilosophie, sondern der Marxismus-Leninismus ist die Weltanschauung des Proletariats, der einzigen revolutionären Klasse, die die Welt von den Klassen befreit. Der Marxismus-Leninismus ist eine parteiliche Philosophie eine Klassenphilosophie, eine Philosophie, die dem Proletariat zu seiner revolutionären Befreiung verhilft.

Der Marxismus-Leninismus beendete die Geschichte der „philosophischen Schulen“ und „Denker“, machte die Wissenschaft zu einer Angelegenheit der breiten Massen und befreite sie aus dem heiligen Dunstkreis einiger „Auserwählter“. Der proletarische Kampf gegen das Intelligenzlertum ist ein Kampf zur Befreiung der Philosophie aus ihren Klassenfesseln und zwar auf dem Wege des Übergangs ihres Besitzes von einer kleinen Minderheit zur überwiegenden Mehrheit der Gesellschaft. So wie der Kampf gegen den modernen Revisionismus insbesondere ein Kampf gegen die neu entstandene Arbeiteraristokratie im Sozialismus ist, so ist er auch gleichzeitig ein Kampf gegen die Intellektuellen-Aristokratie im Sozialismus, mehr noch, er ist ein Kampf gegen die ganze neue sozialistische Aristokratie, die sich als neue Sozialbourgeoisie herausgebildet hatte, die sich zwar ihrer Form, aber nicht ihrem Wesen nach von der alten kapitalistischen Bourgeoisie unterscheidet: eine herrschende Klasse, die in Worten sozialistisch, in Taten aber kapitalistisch ist, eine Klasse, die sich mit Hilfe des modernen Revisionismus von der Unterdrückung des herrschenden Proletariats befreite, die Diktatur des Proletariats zerschlug, den Kapitalismus restaurierte und eine neue bürgerliche Klassendiktatur errichtete. Der moderne Revisionismus ist verfaulender, sterbender, parasitärer „Marxismus-Leninismus“, ist Vulgarisierung auf der ganzen ideologisch-philosophischen Linie. Das Fehlen wirklich schöpferischer Kritik und Selbstkritik hatte sich verhängnisvoll auf den Zustand der philosophischen Front des Klassenkampfes im Sozialismus ausgewirkt, hat Qualität in Quantität verwandelt, führte zurück in die geistige Erstarrunf und schließlich in die intellektuelle Reaktion. Der moderne Revisionismus verwandelte das geistige Eigentum der Sowjetintelligenz, das geistige Eigentum der sozialistischen Arbeiterklasse, in das Privateigentum eines kleinen Häufleins von Berufsphilosophen, entzog der Arbeiterklasse den kämpferischen bolschewistischen Geist und verschloss den Marxismus-Leninismus in den philosophischen Elfenbeinturm, brachte sie zum Sterben, indem die revolutionäre Theorie von der revolutionären Praxis getrennt wurde. Kriecherei vor der bürgerlichen Ideologie, Kapitulation des Marxismus-Leninismus gegenüber der bürgerlichen Weltanschauung, Kapitulation der Arbeiterklasse gegenüber der Bourgeoisie – Demontage der materiellen und geistigen Herrschaft der sozialistischen Arbeiterklasse, das ist das Wesen des modernen Revisionismus. Moderner Revisionismus, dieser mumifizierte Marxismus-Leninismus“, ist nichts als ein Bekenntnis zur Feigheit vor der vernichtenden Kritik an der bürgerlichen „Wissenschaft“, ist die Verweigerung der Weiterentwicklung der Theorie der Sowjetgesellschaft, der Theorie des Sowjetstaates, der Theorie der Naturwissenschaften, der Ethik und Ästhetik des Sozialismus. Der moderne Revisionismus ist die Zersetzung der proletarischen Ideologie, ist geistige Entwaffnung des revolutionären Proletariats, ist die Restauration der bürgerlichen Ideologie, ist die Ersetzung der proletarischen Weltanschauung durch die bürgerliche Weltanschauung, ist eine reaktionäre, konterrevolutionäre Ideologie des Weltimperialismus.



Rolle der Intelligenz bei der Zurückeroberung des Sozialismus.

Auch hier das altbekannte Bild der Rollenverteilung innerhalb dieser Schichten: Ein großer Teil von Gleichgültigen bzw. Neutralen, der überwiegende Teil auf der Seite der Verhinderung der Rückeroberung, und nur der allerkleinste Teil für die Rückeroberung, wobei die Verhinderer sich zusammensetzen aus ihrem offen und aus ihrem verdeckt vorgehenden Teil. Es dürfte nicht schwer zu erkennen sein, dass es sich bei den verdeckt vorgehenden Elementen um den gefährlicheren Teil handelt, indem er eben verdeckt vorgeht, sich einer „marxistisch-leninistischen“ Tarnkappe bedient.

Rolle der Intelligenz bei der Überwindung der `Geburtswehen` des internationalen Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus – unter der Diktatur des Proletariats

Die Rolle der Intelligenz unter den Bedingungen des Weltsozialismus

Der proletarische Internationalismus ist nicht nur eine Annäherung der Nationen, sondern die Verschmelzung der Arbeiter aller Nationalitäten des betreffenden Staates in einheitlichen proletarischen Organisationen – und dies ist die Voraussetzung dafür, dass sich diese Arbeiter aller Nationalitäten nicht nur in einem Staat, sondern in allen Staaten, dass die Arbeiter aller Staaten sich vereinigen. Und zwar nicht nur in materieller, sondern auch in geistiger Hinsicht – Globalisierung des proletarischer Internationalismus.

Die korrekte Unterscheidung von proletarischer Intelligenz und bürgerlicher Intelligenz auf der Basis des dialektischen und historischen Materialismus, das ist die einzig richtige Basis, von der aus, die Arbeiterklasse die Frage der Intellektuellen im Sinne der proletarischen Weltrevolution lösen kann.

Unseren Kampf gegen den globalisierten Intellektualismus durch globalisierte Phrasen zu paralysieren, das ist die versteckte und darum gefährliche Form, den die Bourgeoisie und Kleinbourgeoisie gegen den anti-intellektualistischen Kampf des Weltproletariats führt.

Die größte Schlacht gegen den Intellektualismus hat das Weltproletariat noch vor sich im Kampf um die sozialistische Weltrevolution. Es wird dabei noch so manches Lehrgeld zu zahlen haben, aber es wird schließlich mit dem Sieg über den internationalen Intellektualismus auch den Sieg über den Weltimperialismus erringen. Es wird dem Intellektualismus auch nicht in der Epoche des Weltsozialismus auf den Leim gehen und ist sich darüber bewusst, dass der Kommunismus nur erreicht werden kann, wenn es ihm gelingt, dem Intellektualismus keine Chance mehr zu geben, das Rad der Geschichte umzudrehen und die Restauration des Weltkapitalismus ideologisch vorzubereiten und einzuleiten. Was wir aufbauen müssen, ist eine internationale Armee von revolutionären, hoxhaistischen Intellektuellen, um diese Aufgabe zu meistern. Sollten wir aus irgendwelchen Gründen nicht die nötige Anzahl von revolutionären hoxhaistischen Intellektuellen zu einer großen Armee heranbilden, zusammenziehen und mobilisieren können, wird die riesige Armee der Proletarier selber diese Lücken füllen, denn es werden genug von ihnen lernen, diese ideologische und propagandistische Arbeit aus eigener Kraft zu bewältigen - wenn ihnen dies reichlich klar und bewusst geworden ist – und der internationale Klassenkampf wird sie dies von ganz alleine lehren. Der proletarische Weltberufsrevolutionär wird dem intellektuellen Weltberufsrevolutionär zur Hilfe kommen, damit dieser dem proletarischen Weltberufsrevolutionär im Kampf gegen die Weltberufsrevisionisten unterstützt.

Die internationale revolutionäre Erhebung des Weltproletariats wird auf einen Schlag allen intellektualistischen Schablonen, allen zersplitterten Anstrengungen im ideologischen Kampf einen gesunden Dämpfer verpassen und den geraden Weg ebnen für die Verbindung von sozialistischer Wissenschaft und Arbeiterbewegung auf den internationalen Schlachtfeldern.



Der intelligenzlerische Opportunismus in der Partei.

Wenn wir die Klassiker richtig verstanden haben, dann dient die Abweichung vom dialektischen Verhältnis von proletarischen Intellektuellen und proletarischen Arbeitern in der Partei den Opportunisten zur Liquidierung der Partei. Man darf die Intellektuellen der Partei nicht über einen Kamm scheren. Es gibt bürgerliche Intellektuelle, die sich in die Partei eingeschlichen haben. Diese intellektuellen Opportunisten müssen aus der Partei verjagt werden, denn sie tragen den bürgerlichen Einfluss in die Partei. Hingegen muss die Partei ihre proletarischen Intellektuellen ( Klassenherkunft bitte nicht mit dem Klassenstandpunkt verwechseln!) gegen die Angriffe der Opportunisten verteidigen. Wir verstehen hier nicht jene Intellektuellen, die von ihrer Klassenlage aus proletarischen Verhältnissen stammen, sondern ausnahmslos alle diejenigen, die sich vollständig den proletarischen Klassenstandpunkt angeeignet haben. Wobei es eine unbestreitbare Tatsache ist, dass diejenigen intellektuellen Genossen, die aus ´einfachen` Verhältnissen, aus Arbeiterverhältnissen kommen, es auch leichter haben, sich den proletarischen Klassenstandpunkt anzueignen als diejenigen Intellektuellen, die in `höher stehenden` Verhältnissen groß geworden sind. Und tatsächlich sind von dem 1% aller Intellektuellen, die sich vom Marxismus-Leninismus angezogen fühlen, die meisten solche Intellektuellen, die aus den unteren Schichten der Gesellschaft zur Partei stoßen.

Die wenigen Intellektuellen, die sich tatsächlich einen vollständigen proletarischen Klassenstandpunkt angeeignet haben und der Arbeiterklasse und ihrer Vorhut vorbehaltlos und treu ergeben sind, sind für die Partei unverzichtbar. Sie leisten wichtige Dienste bei der Herausarbeitung des wissenschaftlichen Sozialismus (weil sie die Fähigkeit, wissenschaftlich zu arbeiten, mit in die Partei einbringen) – aber nicht nur dabei. Sie kämpfen diszipliniert auf jedem Posten, auf den sie die Partei gestellt hat. Parteimitglieder aus der Schicht der Intelligenz haben es besonders schwer, Selbstkritik zu üben (proletarische Selbstkritik versteht sich!). Intellektuelle winden und wenden sich häufig, bevor sie bereit sind, ihren Fehler einzugestehen. Häufig kommt es vor, dass sie sich „unverstanden“ oder „missverstanden“ fühlen, dass sie es „gar nicht so gemeint haben“ wie es aufgefasst wurde. Sie haben es schließlich gelernt, ihre Auzsflüchte mit „proletarischen“ Argumenten zu rechtfertigen. Die Proletarier haben damit ihre Erfahrungen und verhalten sich geduldig und solidarisch, aber das hat Grenzen, und wenn diese überschritten werden, auch Konsequenzen. Uneinsichtigkeit und Nachsichtigkeit sind Gegensätze, die sich einander ausschließen. Eine proletarische Partei kann man mit unaufrichtiger Selbstkritik von Intellektuellen nicht betrügen.

Aus den Erfahrungen der marxistisch-leninistischen Parteien – insbesondere derjenigen in den kapitalistischen Ländern ( dort herrscht der ideologische Einfluss der Bourgeoisie, im Sozialismus der ideologische Einfluss der Arbeiterklasse!) – wissen wir, dass es für die Arbeitergenossen sehr schwer aber nicht unmöglich ist, die Lücken von proletarischen Intellektuellen zu füllen (egal aus welchen Gründen diese Lücken entstanden sind), da sie sich die Fähigkeiten der Herausarbeitung des wissenschaftlichen Sozialismus mühselig aneignen müssen. Diejenigen marxistisch-leninistischen Parteien, die ein gutes kameradschaftliches Verhältnis zwischen Arbeitern und Intellektuellen pflegen, haben es leichter, den wissenschaftlichen Sozialismus mit der Arbeiterbewegung zu verbinden, schaffen sich ein höheres Niveau dieser Verbindung, können diese Verbindung besser festigen und sind dadurch besser gegen opportunistische Einflüsse von allen Seiten gewappnet. Der Einfluss der proletarischen Intellektuellen stärkt das sozialistische Bewusstsein der proletarischen Parteigenossen zum Beispiel in ihrem Kampf innerhalb der Arbeiterbewegung, hilft ihnen, den Einfluss des Trade-Unionismus zurückzudrängen usw. usf.. Den proletarischen Intellektuellen nutzt die Erziehung durch die proletarischen Genossen, die darauf achten, dass die proletarischen Intellektuellen den Kontakt zu den Massen nicht verlieren, dass sie die wissenschaftliche Arbeit auf den Erfahrungen des täglichen Klasdsenkampfes begründen können und nicht „in der Luft hängen“. Wie die Klassiker bewiesen haben, waren sie es vor allem als proletarische Intellektuelle, die die parteifeindlichen Methoden der bürgerlichen und kleinbürgerlichen opportunistischen Intellektuellen ausspähten, aufdeckten und entlarvten, die in hervorragender Weise dazu beigetragen haben, dass sich die Partei vor der intelligenzlerischen Wankelmütigkeit schützt und bekämpft.

Der Hass, der in der Partei gegen die Intellektuellen geführt wurde, ging häufig vom Intrigantentum der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen aus und nicht von den Arbeitern. Systematisch versucht die Bourgeoisie, die Heranbildung proletarischer Intellektueller innerhalb der Partei zu paralysieren und zu verhindern, um die marxistisch-leninistischen Grundlagen zu erschüttern und die Partei leichter auf den reformistischen, revisionistischen bzw., sektiererischen Weg zu bringen, um sie leichter liquidieren zu können. Dabei wird häufig die Methode angewandt, bestimmte Arbeiter zu hofieren und zu ´bearbeiten`, sie hinters Licht zu führen, indem sie sich deren Vertrauen ergaunern. Hinter der angeblichen Kritik am Führungsanspruch der Intellektuellen in der Partei“ verbirgt sich häufig die Absicht der Liquidatoren, die Arbeiter gegen die proletarischen Intellektuellen aufzubringen, Keile zu treiben und damit letztendlich vor allem die Herausarbeitung des wissenschaftlichen Sozialismus zu torpedieren, die Partei theoretisch zu schwächen und sie somit leichter auf den Weg zum Revisionismus zu treiben. Die Losung: `gegen den Führungsanspruch der Intellektuellen` dient diesen Leuten nur als Mittel zum Zweck, nicht weil sie ehrlich für diese Losung kämpfen. Dadurch soll der Weg geebnet werden, die Prinzipien des Marxismus-Leninismus als `Dogmatismus` abzuwerten, die Prinzipienfestigkeit der Partei aufzuweichen und den trade-unionistischen, spontaneistischen Einfluss in der Partei zu stärken. In der Geschichte des Parteiaufbaus hat sich in vielen marxistisch-leninistischen Parteien folgendes so oder ähnlich abgespielt: :

Die Parteien entstanden häufig aus einzelnen Zirkeln, die untereinander Kontakt aufnahmen, zusammenarbeiteten und sich schließlich organisierten, um eine gemeinsame Partei aufzubauen gemäß der bolschewistischen Kriterien des Parteiaufbaus. In diesen Zirkeln waren häufig intellektuelle Genossen, die sich mit dem Studium des wissenschaftlichen Sozialismus beschäftigten – Studierzirkel. Viele dieser Zirkel verschwanden wieder, insbesondere wenn sie sich nicht dem Parteibewusstsein näherten, sondern sich davon entfernten. Studierzirkel zur Schaffung der Partei = revolutionär (siehe Lenins „Kampfbund“). Ist aber die Partei geschaffen, verkommt das Zirkelwesen zu einer nicht nur organisatorischen Speerspitze GEGEN die Partei (Gründungsopportunismus, Sektenbildung). Vor der Parteigründung wurden die Arbeiter von den Studentenzirkeln angelockt, nach der Parteigründung wurden die Studenten von der Partei angelockt. Das Überwiegen Intellektueller in der Anfangsphase ist größtenteils auf die Schwäche der proletarischen Kader zurückzuführen, auf die Anfangsschwäche der Verbindung zwischen Arbeiterbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus. Besonders in der Aufbauphase der Parteioirganisation machte sich der Mangel an theoretischer Schulung der Arbeitergenossen bemerkbar, nahmen Arbeiterschulungen einen breiteren Raum ein. Es versteht sich von selbst, dass die fortgeschrittenen Arbeiter außer dem Willen und der Initiative zur Führung noch bedeutende Kenntnisse brauchen. Arbeiter mit Kenntnissen aber sind zunächst recht rar. Jedoch gerade hier kam die Hilfe erfahrener und aktiver Intellektueller zustatten, die sich in den Dienst der Arbeiter stellen, um selber vom Arbeiter erzogen werden zu können..

Ein gewisser Einfluss des alten sektiererischen Zirkelgeistes wurde somit in den einen neuen Parteien mehr, in den anderen neuen Parteien weniger, aber stets unvermeidlich mit in die Partei hinein getragen, so dass die Partei in ihren ersten Anfängen häufig Auseinandersetzungen führen musste, um den Einfluss des Zirkelgeistes zu überwinden, wobei die intellektuellen Genossen erfahrungsgemäß besondere Schwierigkeiten hatten bzw. Widerstand leisteten. .Die Schwierigkeiten wurden besonders augenfällig, wenn es darum ging, die wichtigsten Parteifunktionen den fortgeschrittenen Arbeitern zu übergeben und ihnen die Führung zu überlassen. Je energischer es die Partei jedoch fertig brachte, sich mit der Arbeiterbewegung zu verbinden, die soziale Zusammensetzung der Parteimitglieder zu Gunsten der proletarischen Genossen zu verbessern und zu stärken, die Arbeiter in die Führung zu holen, desto besser gelang es durch sie auch den Intellektuellen, sich den proletarischen Klassenstandpunkt anzueignen. Nun gibt es aber in jeder Partei auch solche Intellektuellen, die gar nicht daran dachten, sich den proletarischen Klassenstandpunkt ehrlich anzueignen, sondern diesen vielmehr als Tarnkappe zu benutzen, um ihren parteischädigenden Einfluss in der Partei aufrechterhalten zu können, nicht nur aus Eitelkeit und Karrierismus – diese beiden lästigen Intellektuellen-Krankheiten.

Häufig waren sie es, die am lautesten gegen die Intellektuellen (!) in der Partei hetzten, die die Intellektuellen beschimpften, ihnen mit Rausschmiss drohten usw. - zumindest gegen einzelne besonders gefestigte proletarische Intellektuelle, die ihnen ein Dorn im Auge waren. Spießruten-Laufen in der Partei haben die ehrlichen proletarischen Intellektuellen am meisten von den nicht-ehrlichen intellektuellen Genossen zu spüren bekommen – und das nicht aus bloßer Konkurrenzmotivation im Kampf um die Posten. Die Tarnkappe benutzten sie aber auch dazu, ein großes Geschrei zu machen, dass sie „heldenmütig“ in die Betriebe gingen, um angeblich `von der Arbeiterklasse zu lernen` und um sich ´mit der Arbeiterklasse zu verbinden`. Doch kaum in den Betrieben angekommen, versuchten sie, ihren schädlichen Einfluss an den Mann zu bringen, erschwerten sie es der Partei, Betriebszellen aufzubauen, die sich vor allem eben aus den Arbeitern des Betriebes zusammensetzten. Trotzdem muss die Partei die Arbeit der Intellektuellen in den Betrieben grundsätzlich als positiv und nützlich begreifen, denn dort werden sie am besten von den Arbeitern erzogen und gestählt, festigen sie ihren proletarischen Klassenstandpunkt. Und von den wenigen intellektuellen Genossen entwickelten sich einige wirklich zu guten Parteiarbeitern in den Betrieben, die sich mit den Arbeitern solidarisch verbündeten usw. usf. Das ist eine positive Tatsache, die man nicht übersehen darf, wenn man die Intellektuellen im Betrieb kritisiert. Es ist unvermeidlich, dass in Betrieben, in die intellektuelle Genossen geschickt wurden, auch kleinbürgerliche Einflüsse in die Belegschaft einsickern und sich die Kollegen mit der kleinbürgerlichen Ideologie mehr als anderswo auseinandersetzen müssen und es daher ebenso unvermeidlich ist, dass der eine oder andere Arbeiter mit diesem Bazillus infiziert wurde. Das ist aber kein stichhaltiger Grund gegen intellektuelle Genossen im Betrieb. Hier ist es vor allem die Aufgabe der Betriebszelle vor Ort und ebenso von der zentralen Parteileitung entsprechende Hilfestellung zu geben und notfalls Korrekturmaßnahmen durchzusetzen. Man muss sehen, dass sich die Intellektuellen in den Betrieben nicht nur von kleinbürgerlichen Vorurteilen leichter befreien, sondern auch die Arbeiter lernen können, sich nicht nur gegenüber kleinbürgerlichen Einflüssen zu behaupten, sondern sich ihrerseits auch Fähigkeiten von intellektuellen Genossen anzueignen, die sie im Betriebskampf weiterbringen.

Was aber , wenn sich im Betrieb die ´ultralinke` Strömung der kleinbürgerlichen Intellektuellen der Partei mit den von der Arbeiteraristokratie und von den reformistisch/revisionistischen Gewerkschaften beeinflussten Elementen der Partei einander gegen die proletarischen Schichten, gegen den proletarischen Kern, die zuverlässigste soziale Basis des Marxismus-Leninismus in der Partei zusammenschließen und verbünden? Dann haben wir eine äußerst gefährliche Mischung, die für die revolutionären Betriebskollegen eine große Herausforderung darstellen und zum Prüfstein wird. Dann haben wir die klassische Blockbildung. Diese Blockbildung wird besonders dann für die Einheit der Partei brandgefährlich, wenn sie unter Führung des kleinbürgerlichen Trotzkismus steht, denn keine einzige oppositionelle Strömung in unserer Partei versteht so geschickt und kunstvoll durch ´linke` und rrrrevolutionäre Phrasen ihren Opportunismus zu maskieren wie der Trotzkismus“ (Stalin, Band 9, Seite 13).

So wie dem Proletariat unvermeidlich nicht-proletarische Schichten zuströmen, schleusen sich auch unvermeidlich ihre Elemente in die proletarische Partei ein, die die Widerstandskraft gegen den Druck der Bourgeoisie und ihrer Ideologie auf die Partei untergraben und schwächen, eben weil diese Elemente nicht so widerstandsfähig sind wie der proletarische Kern der Partei. Die Opposition bringt die Stimmungen des nicht-proletarischen Sektors der Arbeiterpartei zum Ausdruck. Die Opposition ist der Schrittmacher der Stimmungen des nicht-proletarischen Elements in der Partei. Jede Stärkung des intelligenzlerischen Opportunismus in der Partei bedeutet unvermeidlich auch eine Stärkung der nichtproletarischen Elemente in der ganzen Gesellschaft, nützt den klassenfeindlichen Kräften in der Gesellschaft. Was schreibt Stalin hierzu?

Kann man einen erfolgreichen Kampf gegen die Klassenfeinde führen, ohne gleichzeitig gegen die Abweichungen in unserer Partei zu kämpfen, ohne diese Abweichungen zu überwinden? Nein, das geht nicht. Das geht nicht, weil es unmöglich ist, einen wirklichen Kampf gegen die Klassenfeinde zu entfalten, wenn man im Rücken ihre Agenten hat, wenn man Leute im Rücken belässt, die nicht an unsere Sache glauben und in jeder Weise bestrebt sind, unseren Vormarsch zu hemmen.(Stalin, Band 12, Seite 309/310).

Trotz des äußerlichen Unterschieds bilden diese beiden letzten Schichten der Arbeiterklasse [Schichten der nicht-proletarischen Elemente aus Bauernschaft, Kleinbürgertum, Intelligenz sowie die Schicht der Arbeiteraristokratie – Anmerkung der Redaktion] einen mehr oder weniger gemeinsamen Nährboden für den Opportunismus überhaupt, für den offenen Opportunismus, sofern Stimmungen der Arbeiteraristokratie die Oberhand gewinnen, und für den mit ´linken` Phrasen bemäntelten Opportunismus, sofern Stimmungen derjenigen halb-spießbürgerlichen Schichten der Arbeiterklasse die Oberhand gewinnen, die mit dem kleinbürgerlichen Milieu noch nicht völlig gebrochen haben. Die Tatsache, dass ´ultralinke` Stimmungen auf Schritt und Tritt mit offen opportunistischen Stimmungen zusammenfallen – diese Tatsache ist nicht verwunderlich. Lenin hat wiederholt erklärt, dass die ´ultralinke` Opposition die Kehrseite der rechten, menschewistischen, offen opportunistischen Opposition ist. Und das ist vollkommen richtig. Das der ´Ultralinke` für die Revolution nur deshalb eintritt, weil er den Sieg der Revolution bereits für morgen erwartet, ist es klar, dass er in Verzweiflung geraten und von der Revolution enttäuscht sein muss, wenn eine Verzögerung der Revolution eintritt, wenn die Revolution nicht bereits morgen siegt.

Es ist natürlich, dass bei jeder Wendung in der Entwicklung des Klassenkampfes, mit jeder Verschärfung des Kampfes und jeder Zunahme der Schwierigkeiten der Unterschied der Ansichten, Gewohnheiten und Stimmungen der verschiedenen Schichten des Proletariats unvermeidlich in Form bestimmter Meinungsverschiedenheiten unvermeidlich verschärfen, was dazu führt, dass sie innerhalb der proletarischen Partei durch Kampf ausgetragen werden. Das sind die Quellen der innerparteilichen Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten.

Kann man diesen Gegensätzen und Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege gehen? Nein, das kann man nicht. Glauben, man könne diese Gegensätze aus dem Wege gehen, heißt sich selbst betrügen. Engels hatte Recht, als er sagte, dass man Gegensätze innerhalb der Partei auf die Dauer nicht vertuschen kann, dass diese Gegensätze ausgefochten werden müssen.

Das bedeutet aber nicht, das die Partei in einen Diskussionsklub verwandelt werden soll. Im Gegenteil, die proletarische Partei ist eine Kampforganisation des Proletariats und muss es bleiben. Ich will damit lediglich sagen, dass man über die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei nicht hinweg gehen und die Augen vor ihnen verschließen darf, wenn diese Meinungsverschiedenheiten prinzipiellen Charakter haben. Ich will damit lediglich sagen, dass nur durch den Kampf um die prinzipielle marxistische Linie die proletarische Partei gegen den Druck und den Einfluss der Bourgeoisie geschützt werden kann. Ich will damit lediglich sagen, dass nur durch die Überwindung der innerparteilichen Gegensätze die Gesundung und Festigung der Partei erreicht werden kann.“ (Stalin, Band 9, Seite 10/11).

Halten wir uns diese Berufsdiskutierer vom Leibe! (...) Wer endlose Diskussionen anstrebt, wer die Freiheit fraktioneller Gruppierungen anstrebt – der untergräbt die Einheit der Partei, der unterhöhlt die Macht unserer Partei.“ (Stalin, Band 8, Seite 128/129).

Alle diese kleinbürgerlichen Gruppen dringen auf eine oder die andere Weise in die Partei ein und tragen in sie den Geist des Schwankens und des Opportunismus, den Geist der Zersetzung und der Unsicherheit hinein. Sie sind es hauptsächlich, die die Quelle der Fraktionsmacherei und des Zerfalls bilden, die Quelle der Desorganisation und Sprengung der Partei von innen heraus. Gegen den Imperialismus kämpfen, wenn man solche ´Bundesgenossen` im Rücken hat, heißt in die Lage von Leuten geraten, die von zwei Seiten beschossen werden.“ (Stalin, Band 6, Seite 162/163).

Klare Worte, denen nichts hinzuzufügen ist.

Es konnte also festgestellt werden, dass diese bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen besonders empfänglich für das Nur-Gewerkschaftertum waren, und in den bürgerlichen Gewerkschaften später eine bürgerliche Karriere machten. Natürlich gab es auch solche Intellektuelle, die im Betrieb sektiererisch auftraten, aus dem Betrieb rausflogen und damit der Partei erschwerten, dort wieder Fuß zu fassen, weil sie das Vertrauen der Kollegen nicht rechtfertigen konnten. Also in der Phase des Parteiaufbaus, wo die Partei bereits über einen bestimmten Einfluss in der Arbeiterbewegung verfügte, taten sich die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen in Zusammenarbeit mit den rechten Elementen aus der Arbeiteraristokratie dadurch hervor, die Partei als Gratisbeilage der Gewerkschaft zu opfern, die Parteipolitik zu vernachlässigen und die Partei als Trägerin des wissenschaftlichen Sozialismus in der Arbeiterbewegung herabzumindern. In der Anfangsphase einer Partei zeigte sich häufig das linke Sektierertum als Hauptgefahr, auf dem Weg von der Sekte zu einer Massenpartei - später, nachdem sich die Partei in der Arbeiterklasse mehr und mehr verankern konnte, war meistens der rechte Opportunismus die Hauptgefahr.

Zwar gelang es den einen oder anderen marxistisch-leninistischen Parteien, diese Entwicklung durch parteiinterne Kämpfe zu unterbinden und den marxistisch-leninistischen Kurs zu festigen durch den Rausschmiss, durch die Reinigung vom intelligenzlerischen Opportunismus, aber oftmals war es auch so, dass die Parteien in schwere Krisen hineinmanövriert wurden – eben durch die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen, dass sie die Parteimitglieder mit ihrem bürgerlichen Einfluss allmählich ´verdorben` hatten, sich die Parteien auflösten, oder zersplitterten, nachdem man den Intellektualismus in der Partei all zu lange hat dulden lassen.

Die Lehren aus dem Kampf gegen die kleinbürgerliche Intelligenz besagen ferner, dass ein Sieg über sie niemals bedeutet, damit sei sie endgültig geschlagen, sei das Problem für immer aus der Welt geschafft, sei das eine ihr erteilte Lehre, die sie sich für immer hinter die Ohren schreiben wird. Es gibt kein: „Von nun an ist es aus mit dem intellektuellen Geschwätz vorbei, von nun ab können wir ungehindert unsere revolutionäre Arbeit tun, ohne dass die Intellektuellen uns ständig davon abhalten oder uns Vorschriften machen mit ihren Belehrungen!“ Das zu glauben, mit einem errungenen Sieg die Wachsamkeit gegenüber dem Eindringen von Einflüssen nicht-proletarischer Elemente wie etwa die kleinbürgerliche Intelligenz – das ist eine gefährliche Illusion, die uns hinterher teuer zu stehen kommen wird, denn es bedarf wohl nicht erst eines Beweises, dass der Intellektualismus solange in die Arbeiterbewegung einzudringen und sie zu berherrschen versucht, solange die Klassengesellschaft existiert und die klassenlose Gesellschaft noch nicht erreicht ist, ja dass diese niemals erreicht wird und nicht erreicht werden kann, wenn nicht im permanenten Kampf dieser unvermeidliche Einfluss zurückgedrängt wird, wenn sich die Arbeiterklasse nicht behauptet, wenn sie es nicht versteht und nicht vermag, die kleinbürgerlichen Intellektuellen ihrer proletarischen Sache unterzuordnen. Wenn die Arbeiter nicht darauf achten, die Intellektuellen zu führen, werden die Intellektuellen versuchen, die Arbeiter zu führen – so einfach ist diese Jahrhunderte alte Wahrheit. Wenn der intelligenzlerische Opportunismus die Waffen streckt – gut. Wenn er aber nicht die Waffen strecken will – dann ist er von der Partei zu entwaffnen.

All dies hat es oftmals gegeben und hätte vermieden werden können, wenn sich die Parteimitglieder besser mit dem marxistisch-leninistischen Wissen gewappnet hätten, wenn sie die Werke der Klassiker ernsthaft studiert und aus den Erfahrungen der anderen marxistisch-leninistischen Parteien gelernt hätten, wenn sie die Waffe des wissenschaftlichen Sozialismus ständig geschärft hätten, anstatt sie rosten zu lassen. Vor allem aber waren immer dann diese Ereignisse vermieden worden, wenn es den Arbeitern gelang, die Intellektuellen solidarisch zu erziehen. Und am besten funktioniert das mit den Intellektuellen, wenn sie sich in Theorie und Praxis der Sache des Proletariats unterordnen, ihr ehrlich dienen.

Man kann und muss die Intellektuellen zu verantwortlichen Funktionen zulassen (ohne ihre Postenjägerei zu dulden!!) , darf ihnen nicht Kritik verwehren ( ohne ihnen damit die „Freiheit“ der Kritik zu überlassen!!) , muss mit ihnen Solidarität üben (nicht ohne ihnen die absolute Loyalität gegenüber den Arbeitergenossen abzuverlangen!) , darf sie nicht als Parteigenossen zweiter Klasse behandeln (nicht ohne sie daran zu hindern, sich über die Arbeitergenossen zu stellen!), muss sie achten wie jedes andere Parteimitglied auch (nicht ohne ihre Geringschätzung gegenüber den Arbeitergenossen auszutreiben!!), muss ihnen die gleichen Rechte einräumen und Pflichten auferlegen (nicht ohne sie in die Pflicht zu nehmen, wenn sie sich gegenüber den Arbeitergenossen Sonderrechte erlauben !!) , aber ein Tabu bleibt für die Intellektuellen in der Partei und der Gesellschaft absolut bestehen: man kann und darf sie nicht in Versuchung kommen lassen, sich der Führung der Partei, der Klasse oder der Massen zu bemächtigen, die Hegemonie des Proletariats (in Wort UND TAT!) in Frage zu stellen, sich über das Proletariat zu stellen, sich nicht der proletarischen Disziplin unterzuordnen und sich über die Regeln und Statuten der Partei hinwegzusetzen oder den proletarischen Verhaltenskodex eines Kommunisten mit Füßen treten.

Gegen kleinbürgerlichen Schlamperei hilft nur proletarische, bewusste Arbeitsdisziplin. Intellektuelle brauchen mitunter den starken Arm der proletarischen Genossen nicht zuletzt zum Schutz vor sich selbst. Und die Arbeiter brauchen ihren starken Arm - und einen noch stärkeren Kopf ! - , um die proletarischen Interessen der Partei und der Klasse gegenüber kleinbürgerlichen Strömungen zu behaupten und durchzusetzen – und da, wo mit geduldiger Überzeugungskraft nichts mehr fruchtet, müssen die Arbeitergenossen mit ihrer proletarischen Keule notfalls nachhelfen, damit diese Intellektuellen begreifen, wer in einer Arbeiterpartei Herr im Hause ist. So ist das nun mal in einer revolutionären ARBEITERpartei, die auch stets die Partei der Arbeiterklasse bleiben muss. Und vor allem die Intellektuellen haben die Pflicht, auch das Ihrige beizutragen, damit es so bleibt. Notwendig ist, dass die erfahrensten und einflussreichsten fortgeschrittenen Arbeiter in allen örtlichen Organisationen vertreten sind, dass die Angelegenheiten der Parteiorganisation in ihren kräftigen Händen konzentriert werden, dass sie, und niemand anders als sie, in der Organisation die wichtigsten Posten einnehmen, von den praktischen und organisatorischen bis zu den theoretischen, agitatorischen und propagandistischen Posten.



Eine revolutionäre Arbeiterpartei kommt schlecht ohne Intellektuelle aus, aber ohne die revolutionären Arbeiter aus der Mitte der Arbeiterklasse kann es auch keine revolutionäre Arbeiterpartei geben, sondern nur intellektuelle Diskutierklubs, wie die der Berijaner. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Komintern / ML mit ihren Prinzipien der proletarischen Weltorganisation und ihrer Weltdisziplin früher oder später zusammenstoßen musste mit dem revisionistisch-trotzkistischen individuellen Intellektualismus berijanischer Weltorganisationen, wo es keinerlei Verpflichtungen für ihre Mitglieder gibt. Dementsprechend hoch ist die Zahl ihrer inaktiven Mitglieder, der „Karteileichen“. Deren Disziplin ist schlecht und so kommt es, dass man die Mindestaktivität der „Partei“ auf die Anzahl der e-mails festlegt, mit der zu kommunizieren ist. So praktiziert das beispielsweise die amerikanischen „Hoxhaistischen Weltunion“, die mit „Alliance“ Kanada in losem Kontakt steht. Solche Organisationen haben mit dem Charakter einer weltproletarischen Partei (jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt!) nichts zu tun, schon allein, weil ihnen jede ideologische Grundlage ihrer organisatorischen Vereinigungen abgeht. Statt einer einheitlichen, straff organisierten Weltpartei, wollen sie viele unabhängige Zirkel lose miteinander vernetzen, so als wenn das Netz das Ziel, aber nicht ein Mittel zum Ziel ist. Auf deutsch nannte das Lenin (in „Was-tun?“) = „Handwerkelei des Zirkelwesens“. Den demokratischen Zentralismus einer Partei Leninschen-Stalinschen Typus lehnen sie ab und ihre Webseite benutzen sie nicht als Zentralorgan, sondern als Diskussionsforum. Sie haben es bis heute nicht für notwendig gehalten, sich mit unserer Position auseinanderzusetzen, die nun mal vorher entstanden ist als ihre eigene. Wenn die hoxhaistische Weltpartei gegründet wurde, so wie im Jahre die Komintern / ML, dann ist es die verdammte Pflicht aller Hoxhaisten, sich mit dieser Organisation auseinanderzusetzen, sich mit ihr zu vereinigen, aber ihr keine neue „Weltpartei“ vor die Nase setzen. Sowas kann die Komintern / ML nur als Spalterorganisation gegen das Weltproletariat bezeichnen. Dabei sind ausgerechnet sie es, die mit ihrer leeren Projektmacherei die angebliche „Inaktivität“ der Komintern / ML kritisieren. Wenn das so ist, dann sollten diese Organisationen sich einmal fragen, warum sie der Komintern / ML nicht helfen, ihre angebliche „Inaktivität“ solidarisch zu überwinden. Sie haben nicht begriffen, dass die bolschewistische Weltpartei sich zu allererst ideologische und theoretische Grundlagen schaffen muss, worauf sie ihre Organisation und ihre Vereinigungstaktik aufbaut. Klopft man die amerikanische „hoxhaistische Weltunion“ auf solide ideologische Grundlagen ab, kommt nichts als leeres Stroh heraus, ist der organisatorische Zerfall solcher Karrikaturen auf eine hoxhaistische Weltpartei vorprogrammiert. Dieser Zerfallsprozess solcher liquidatorischen Weltorganisationen geht unvemeidlich einher mit einer Komintern / ML, die festen Schrittes auf fundierten ideologischen Grundlagen vorwärts marschiert..

Die menschewistischen Wurzeln der Berijaner zeigen sich in der ablehnenden Haltung zur unbesiegbaren, straff organisierten bolschewistischen Partei. Nur eine weltbolschewistische Partei wird die Spaltung des Weltproletariats überwinden, wird das Weltproletariat zu einer Klasse zusammenschweißen, deren Weltarmeen keine Macht des globalisierten Kapitals standhalten wird.

Die heutigen Berijaner sind keine Parteileute und wollen es auch gar nicht sein. Sie beschränken Parteilichkeit auf einen toten, theoretischen Diskussionsgegenstand, gehen mit der Parteilichkeit dogmatisch um, betrachten sie als tönernen Begriff und entkleiden sie ihrer praktischen revolutionären Bedeutung im Klassenkampf. Ihnen geht es nicht um praktische Interessen und Resultate, sondern um die „ewige Wahrheit“ des Marxismus-Leninismus. Sie erwecken den Eindruck von marxistisch-leninistischen Theoretikern. Aber sie sind weder Berufsrevolutionäre noch Theoretiker des Marxismus-Leninismus. Sie sind Hobby-Theoretiker und ihr Empirio-Kritizismus ist dem Wesen nach nicht anders als der, den Lenin einer vernichtenden Kritik unterzog. Der Empirio-Kritizismus wurde von den Berijanern lediglich in eine marxistisch-leninistische Form gegossen - ohne auch nur die kleinste Prise eines frischen revolutionären Klassenkampfgeistes , ohne eine Spur von marxistischem Schöpfertum, ohne eine Spur Dialektik usw. mit hinzuzufügen. Sie halten langweilige Referate und fertigen trockene Expertisen über „strittige Fragen“ des Marxismus-Leninismus an, für die sie all zu häufig auf bürgerliche Quellen zurückgreifen, um ihre Ergüsse zu „belegen“ – aber nur für ihre erlauchten theoretischen Zirkel, die nicht im Entferntesten etwas mit den revolutionären Zirkeln vor Lenins Parteigründung zu tun haben, die die revolutionäre Arbeiterbewegung magisch anzogen. Dort, in Lenins Zirkeln wurde der Marxismus geschult wurde er als Anleitung zum revolutionären Handeln in Russland benutzt.

Entweder weltproletarische Kampfpartei oder intellektueller Diskutierklub. Eins von Beiden. Eine dritte Möglichkeit gibt es nur für Leute wie die Berijaner, die zwischen beiden solange lavieren, bis sie sich auf die Seite eines eindeutigen Siegers stellen können, der die Oberhand gewinnt, wobei es ihnen auf ALLES ankommt, nur nicht auf den prinzipienfesten Standpunkt des Marxismus-Leninismus.

So wie Stalin sich mit dem Intellektualismus sein Leben lang herumschlagen musste, so haben wir auch seine Erfahrungen bis jetzt leider teilen müssen.

Die Intelligenz hat ihrem Intellektualismus tief eingeimpft, stets einen großen Bogen um jeden gedanklichen Schlussstrich zu machen, so als fürchte sie sich davor, das geistige Leben würde ohne sie in Finsternis versinken. Die Sache ist jedoch die: Das geistige Leben wird sich auch dann noch seiner Erleuchtung erfreuen, wenn die Intelligenz schon lange das Zeitliche gesegnet hat.

Wer sich trotzdem noch weiter mit der Auseinandersetzung von Stalin mit dem Intellektualismus beschäftigen möchte, für den haben wir hier aus unserem Komintern / ML – Archiv noch Stalin-Zitate zu diesem Thema zusammengestellt:



Stichworte: Kulturfront, Intelligenz , Intellektualismus, Kampf gegen die intelligenzlerisch-opportunistischen Elemente

Stalin – Zitate: Sammlung des Komintern / ML – Archivs bitte hier anklicken: Teil 1 ; Teil 2 ; Teil 3