Weltrevolution und imperialistischer Krieg
»Freihandel und friedliche Konkurrenz waren möglich und notwendig, solange das Kapital ungehindert seine Kolonien ausdehnen und in Afrika usw. noch unbesetzte Gebiete an sich reißen konnte; da war die Konzentration des Kapitals noch schwach, und monopolistische Unternehmen, das heisst, so gewaltige, dass sie einen gegebenen Industriezweig ganz beherrscht hätten, gab es noch nicht. Das Aufkommen und das Wachstum dieser monopolistischen Unternehmen... macht die frühere freie Konkurrenz unmöglich, entzieht ihr den Boden unter den Füßen, die Aufteilung des Erdballs aber erzwingt den Übergang von der friedlichen Expansion zum bewaffneten Kampf um die Neuaufteilung der Kolonien und Einflussspären.« (Lenin 4. Ausgabe, Bd. 21, S. 200/201, russ.).
»Das Finanzkapital sucht das betreffende Land aus der Reihe der Großmächte zu verdrängen und wird es verdrängen, es wird dieses Land seiner Kolonien und seiner Einflussspären berauben » (Lenin, ebenda, Seite 203).
»Um die tatsächliche Macht eines kapitalistischen Staates zu prüfen, gibt es kein anderes Mittel und kann es kein anderes Mittel geben als den Krieg. Der Krieg steht in keinem Widerspruch zu den Grundlagen des Privateigentums, er stellt vielmehr eine direkte und unvermeidliche Entwicklung dieser Grundlagen dar. Unter dem Kapitalismus ist ein gleichmäßiges Wachstum in der ökonomischen Entwicklung einzelner Wirtschaften und einzelner Staaten unmöglich. Unter dem Kapitalismus gibt es keine anderen Mittel, das gestörte Gleichgewicht von Zeit zu Zeit wieder herzustellen, als Krisen in der Industrie und Kriege in der Politik« (Lenin, Bd. 21, Seite 344/345, »Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa«, dt. Ausgabe).
»Die zivilisierten und kulturell am meisten entwickelten Länder sind durch den Krieg der Hungersnot ausgesetzt worden. Dagegen hat andererseits der Krieg als großer historischer Prozess die soziale Entwicklung in unerhörter Weise beschleunigt. Den Krieg beginnen stets und allerorts die ausbeutenden, herrschenden und unterdrückenden Klassen selber« (Lenin, Bd. 8, Seite 568, dt. Ausgabe).
Wer sagt denn eigentlich, dass die NATO ihre militärische Übermacht gegen jede Revolution richten wird? Wenn sie es kann, ja - selbstverständlich. Aber wird sie es auch können, wenn sie statt dessen ihre Waffen beispielsweise gegen die Konkurrenten im eigenen imperialistischen Lager richten muss, um seinen Todeskampf zu Ende zu führen? Der Feind kann in die Lage der Passivität geraten, die wir für unsere Initiative, für unsere Offensive, ausnutzen können. Nehmen wir die Möglichkeit eines imperialistischen Krieges zwischen dem aufstrebenden, vereinigten europäischen Imperialismus und der gegenwärtig noch vorherrschenden, aber angeschlagenen alten Weltmacht USA. Die fettesten Beuten finden sich ja in den Metropolen selbst, dort ist der angehäufte Reichtum des Weltimperialismus und dort muss man sie ihn auch verteidigen bzw. erobern, zurückerobern usw. usf. In den Zentren der Weltmächte selbst werden die Kräfte gebunden, herrscht der erbittertste Kampf des internationalen Monopolkapitals. Es ist kaum zu übersehen, dass Europa sich aufgemacht hat, sich aus der Bevormundung des US-Imperialismus zu befreien und an dessen Tor zu pochen. Der europäische Imperialismus begnügt sich nicht mehr damit, Neuverteilungen im Hinterhof des Weltimperialismus zu akzeptieren. Er will nicht länger warten, bis ihm der große Bruder etwas zuteilt, was für ihn nicht mehr genug Profit einbringt. Die US-Imperialisten sind gezwungen, dem drohenden Verlust ihrer Weltmachtstellung mit einem Krieg zuvor zu kommen. Entweder dem Weltproletariat gelingt es unter seiner Führung die Völker zu vereinigen, um den Ausbruch eines dritten imperialistischen Weltkrieges zu verhindern, dann wird die internationale Konterrevolution versuchen, den Weltbürgerkrieg niederzuschlagen und die Weltrevolution provozieren oder der dritte Weltkrieg bricht aus und den Völkern bleibt nichts übrig als unterzugehen oder den Weg der Weltrevolution zu beschreiten. Wie jeder sehen kann, hat der US-Imperialismus seine Selbstbeherrschung immer weniger unter Kontrolle, lässt er sich auf immer gefährlichere Abenteuer ein und hat das Ruder seiner Weltherrschaft nicht mehr fest im Griff. Kein Imperialismus ist in der Welt mehr gehasst als der US-Imperialismus und die anderen Imperialisten - voran die europäischen, schicken sich an, dies für sich auszunutzen und sich als wahre »Verteidiger« der Welt aufzuspielen, wobei sie untereinander aber ins Gehege kommen und ihrerseits um die Weltherrschaft ringen müssen und somit ihre Maske fallen lassen. Wenn sich der alte Block von Imperialisten als aggressive Macht präsentiert, dann tritt der neue Block als »Retter der Welt« auf den Plan. Welcher imperialistische Block auch immer verlieren wird, gewinnen wird in diesem geschwächten Block die sozialistische Revolution, die sich auf die Länder des »Sieger«blocks« ausdehnen wird:
»Wir sehen, wie England und Amerika - Länder, die eher als andere hätten demokratische Republiken bleiben können - sich ebenso wüst und verrückt übernommen haben, wie vorher Deutschland und sich daher ebenso rasch, vielleicht aber noch rascher, jenem Ende nähern, das der deutsche Imperialismus mit Erfolg genommen hat. Zuerst hat er sich über ¾ Europas ausgebreitet und sich unglaublich aufgebläht, dann aber ist er unter Zurücklassen eines fürchterlichen Gestanks geplatzt« (Lenins Einschätzung vom 8.11. 1918!).
Die eindrucksvolle Friedensbewegung richtete sich in den 80 er Jahren hauptsächlich gegen die beiden Supermächte USA und UdSSR als Haupt-Kriegsbrandstifter in der Welt, um danach mit dem Fall der UdSSR zu verstummen. Sie sind seit den Ereignissen am 11. 9. 2001 wieder wach geworden gegenüber dem US-Imperialismus und vielleicht noch gegenüber dem englischen Imperialismus als sein treuester Lakai. Aber auf dem anderen Auge sind sie blind, was die übrigen imperialistischen Länder anbelangt. Die Friedensbewegung ist sogar auf beiden Augen blind, was den besonders barbarischen chinesischen Sozialimperialismus anbelangt, ja es gibt sogar nicht wenig Maoisten, die sich als Marxisten-Leninisten ausgeben, um den chinesischen Sozialimperialismus zu verteidigen. Und ausgerechnet der deutsche Imperialismus, der die Welt in zwei Weltkriege stürzte, wird jetzt als »geläutert«, als »vernünftig«, als »gemäßigt« verharmlost, um seinen alten Drang zur Weltherrschaft nicht nur zu verschleiern, sondern auch noch zu beflügeln. Heute passiert der gleiche Fehler wie im 2. Weltkrieg, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Der Rollentausch von »aggressiven« und »gemäßigten« Großmächten führt zu keinem anderen Ergebnis als eben zu einem neuen imperialistischen Weltkrieg - nicht der »Großen Terroristen« gegen die »Kleinen Terroristen«, das sind nur Kriegsvorbereitungen, um die Rivalen der Weltherrschaft aus dem Weg zu räumen, also ein Raubkrieg der »Großen« untereinander, ein Krieg der Bourgeoisie aller Länder auf dem Rücken der Werktätigen aller Länder - der 3. Weltkrieg. Die Massen haben sich noch nicht geäußert!!! Geäußert hat sich aber Stalin über die Friedensbewegung schon 1952 in seiner Schrift »Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR«:
»Man sagt, Lenins These, dass der Imperialismus unvermeidlich Kriege hervorbringt, müsse als veraltet gelten, da heute mächtige Volkskräfte heran gewachsen sind, die sich für den Schutz des Friedens einsetzen und gegen einen neuen Weltkrieg auftreten. Das ist falsch. Die gegenwärtige Friedensbewegung hat das Ziel, die Volksmassen zum Kampf für die Erhaltung des Friedens, für die Verhütung eines neuen Weltkrieges aufzubieten. Folglich setzt sie sich nicht das Ziel, den Kapitalismus zu stürzen und den Sozialismus zu errichten, sie beschränkt sich auf die demokratischen Ziele des Kampfes für die Aufrechterhaltung des Friedens. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die jetzige Bewegung für die Erhaltung des Friedens von derjenigen in der Zeit des ersten Weltkrieges fallenden Bewegung für die Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerkrieg, da diese letztere Bewegung weiterging und sozialistische Ziele verfolgte. Es ist möglich, dass sich der Friedenskampf beim Zusammentreffen gewisser Umstände hier und dort zu einem Kampf für den Sozialismus entwickeln wird. Aber das wird bereits nicht mehr die gegenwärtige Friedensbewegung sein, sondern eine auf den Sturz des Kapitalismus gerichtete Bewegung. Am wahrscheinlichsten ist, dass die jetzige Friedensbewegung als eine Bewegung für die Aufrechterhaltung des Friedens im Erfolgsfall zur Verhütung eines bestimmten Krieges führen wird, zu seinem zeitweiligen Aufschub, zur zeitweiligen Aufrechterhaltung des gegebenen Friedens, zum Abtreten einer kriegslüsternen Regierung und zu ihrer Ersetzung durch eine andere Regierung, die bereit ist, den Frieden zeitweilig aufrecht zu erhalten. Das ist natürlich gut. Sogar sehr gut. Aber das ist dennoch nicht hinreichend, um die Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den kapitalistischen Ländern überhaupt aufzuheben. Das ist nicht hinreichend, da der Imperialismus trotz aller dieser Erfolge der Friedensbewegung dennoch bestehen bleibt, in Kraft bleibt und folglich auch die Unvermeidlichkeit von Kriegen in Kraft bleibt. Um die Unvermeidlichkeit von Kriegen zu beseitigen, muss man den Imperialismus vernichten« (Stalin, Band 17, dt. Ausgabe der KPD/ML).
Die Massen werden sich trotz und gerade wegen des kläglichen Daseins des bürgerlichen Pazifismus in einer neuen Friedensbewegung erheben, die revolutionären, sozialistischen Charakter tragen wird, die den Krieg mit Revolution beantworten kann, und dies je schwerer die Lasten sind, die die Kriegsvorbereitung den Proletariern aufbürdet.
»Friedensfreundliche Stimmung in den Massen ist häufig Ausdruck dafür, dass Protest und Empörung aufkommen und dass der reaktionäre Charakter des Krieges erkannt wird. Diese Stimmung auszunutzen ist Pflicht aller Sozialdemokraten. Sie werden sich an jeder Bewegung und an jeder Demonstration, die auf diesem Boden erwächst, aufs leidenschaftlichste beteiligen, aber sie werden das Volk nicht betrügen, indem sie den Gedanken zulassen, das ohne eine revolutionäre Bewegung ein Frieden ohne Annexionen, ohne Unterjochung von Nationen, ohne Raub, ohne den Keim neuer Kriege zwischen den jetzigen Regierungen und herrschenden Klassen möglich sei. Ein solcher Volksbetrug käme nur der Geheimdiplomatie der kriegführenden Regierungen und ihren konterrevolutionären Plänen zugute. Wer einen dauerhaften und demokratischen Frieden will, der muss für den Bürgerkrieg gegen die Regierung und die Bourgeoisie sein« (Lenin, Bd. 21, Seite 317, dt. Ausgabe). »Bürgerkriege sind auch Kriege. Wer den Klassenkampf anerkennt, der kann nicht umhin, auch Bürgerkriege anzuerkennen, die in jeder Klassengesellschaft eine natürliche, unter gewissen Umständen unvermeidliche Weiterführung, Entwicklung und Verschärfung des Klassenkampfes darstellen. Alle großen Revolutionen bestätigen das. Bürgerkriege zu verneinen, oder zu vergessen hieße in den äußersten Opportunismus verfallen und auf die sozialistische Revolution verzichten« (Lenin, »Das Militärprogramm der proletarischen Revolution«, Bd. 23, Seite 74, dt. Ausgabe).
Hingegen die kleinbürgerliche alte Friedensbewegung hat sich jetzt schon als unfähig erwiesen, das kommende Völkergemetzel zu verhindern, wenn sie bereits ihre tatsächliche Beteiligung daran beschönigt haben. Als es um ihre eigene Haut ging, haben sie lauthals protestiert, aber wenn es um den Frieden der ärmsten Völker der Welt geht, da rühren sie keinen Finger, wenn die Imperialisten dort gegen die Völker Krieg führen. Die ehemaligen Führer der Friedensbewegung üben Verrat am Frieden, denn sie geben den Marschbefehl vom sicheren Regierungssessel aus - in den Krieg aber schicken sie die Arbeiter, genauso wie die Verräter der II. Internationale den Krediten für den 1. Weltkrieg zustimmten - der gleiche Chauvinismus und sein Feigenblatt der Sozialchauvinismus. Überall gibt es für sie Imperialismus und Bourgeoisie, die Kriegsvorbereitungen treffen, nur nicht in ihrem »eigenen« Land, da nennt sich das »friedenssichernde Maßnahmen«. Der Chauvinismus der US-Imperialisten hat bereits den Gegenchauvinismus erzeugt, um den Krieg auf allen Seiten zu rechtfertigen und um so gebieterischer ist die Pflicht des klassenbewussten Weltproletariats, eine geschlossene Klassenfront, den proletarischen Internationalismus, zu mobilisieren und die sozialistischen, revolutionären Überzeugungen gegen den Chauvinismus und Sozialchauvinismus zu verteidigen und zwar in allen Ländern. Der Komintern/ML steht die Aufgabe bevor, die internationalen Kräfte des Proletariats zum weltweiten revolutionären Ansturm gegen die kapitalistischen Regierungen in allen Ländern der Welt zu organisieren, sowie ihrer internationalen Dachorganisationen, zum Weltbürgerkrieg, gegen die Bourgeoisie aller Länder, gegen die Weltbourgeoisie, für die internationale politische Macht, für den Sieg des Weltsozialismus. Wovor fürchtet sich die Staaten der NATO, die die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten zur Kapitulation gezwungen haben, vor dem Terrorismus? Warum rüsten sie wahnsinnig auf- gegen den Terrorismus? Und wo bleibt der Pazifismus, der den Krieg befürwortet gegen einen »nichtexitierenden« Feind? Was wird von der UNO getan, um dem wahnwitzigen Krieg ein Ende zu machen? Wissen sie denn alle nicht, dass bei Fortdauer des Rüstens (Wettrüsten gegenüber wem?) die »Kanonen von selbst losgehen«? Es handelt sich um einen Interessenkampf zwischen den Imperialisten selbst, deren Zusammenstoß unvermeidlich ist, der sich von einem bewaffneten Frieden zu »friedenssichernden Maßnahmen« ausweitet, die den Keim des Weltkrieges bereits in sich tragen. Es ist klar, dass die anderen Imperialisten dem wildgewordenen Treiben des US-Imperialismus eines Tages nicht mehr Beifall klatschend oder stillschweigend zusehen werden:
»Friedliche Bündnisse bereiten Kriege vor und wachsen ihrerseits aus Kriegen hervor, bedingen sich gegenseitig, erzeugen einen Wechsel der Formen friedlichen und nicht friedlichen Kampfes auf ein und dem selben Boden imperialistischer Zusammenhänge und Wechselbeziehungen der Weltwirtschaft und der Weltpolitik« (Lenin, Bd. 22, Seite 301, dt. Ausgabe).
Wen die Großkapitalisten mit Krediten und Investitionen nicht unterjochen können, den zwingen sie mit Waffengewalt. Entweder sie hetzen einen Staat gegen einen anderen auf oder sie greifen selber in Teilkriege ein. Diese lokalen Kriege dienen dem Weltkapital dazu, jene Länder noch stärker dessen Hegemonie zu unterwerfen.
Mit den Kriegen ist es wie mit den Krisen. Wir können sie erst beseitigen, wenn man die Ursachen beseitigt, wenn man den Imperialismus beseitigt. Und dies ist auch die Antwort an die »Theoretiker«, die von der »Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege« die »Unmöglichkeit des Sieges des Weltproletariats und der unterdrückten Völker« ableiten. Wir erklären dem imperialistischen Krieg den Krieg, einschließlich der imperialistischen Ideologie des Pazifismus.
Wenn das Weltproletariat die internationale proletarische Solidarität gegen die imperialistischen Kriegskräfte mit äußerster Entschlossenheit vereinigt, wird es den 3. Weltkrieg verhindern können.
Einen Krieg gegen die vereinigte Bourgeoisie aller Länder hat es noch nicht gegeben, weil das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der kapitalistischen Länder die Widersprüche unter ihnen verschärft, das die Bourgeoisien spaltet und einen Krieg unter den Imperialisten entfacht und insofern die Imperialisten nicht gemeinsam auftreten können. Im Verlauf des Zerfallsprozesses des Weltimperialismus kann es aber irgendwann zu einer Situation kommen, wo sich eine Überlegenheit des Weltproletariats und der unterdrückten Völker ergibt, die die Weltbourgeoisie zwingt, ihre Widersprüche untereinander unterzuordnen, um den Weltimperialismus als Ganzes gegen die Übermacht der sich international erhebenden Klassen zu verteidigen. Mit dieser Möglichkeit nicht zu rechnen, wäre ein Fehler, denn wird ein Teil des Weltimperialismus angegriffen, kann sich der andere Teil wieder erholen. So war das im ersten und zweiten Weltkrieg. Wenn der Weltimperialismus aber insgesamt an allen Fronten angegriffen wird - vorausgesetzt dass das Weltkräfteverhältnis und der internationale Organisierungsgrad des Weltproletariats und seiner Verbündeten dies zuließe, dann könnte der Klassenkrieg gegen den vereinigten Weltkapitalismus größeren Erfolg haben, weil er sich nirgends mehr auf der Welt regenerieren kann, weil ihm überall das Hinterland abgeschnitten ist. Der Sturm auf das Zentrum des Weltimperialismus wird eines Tages von strategisch entscheidender Bedeutung sein. Darauf muss man sich konzentrieren und darauf muss hingearbeitet werden! Der Sieg über den Weltimperialismus wird nicht am schwachen Kettenglied des Nord- oder Südpols entschieden, sondern mit der Sprengung der zentralen Festung, ob vermittels eines Trojanischen Pferdes oder ohne vermittels eines Trojanischen Pferdes! Vor lauter Arbeit an den »schwachen Kettengliedern«, dürfen wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, die Metropolen anzugreifen! Das eine geht nicht ohne das andere! Es wird so oder so Opfer kosten. Unter diesem Gesichtspunkt kann man sich aber nicht entweder für die Peripherie oder für das Zentrum »entscheiden«, Das soll nicht heißen, dass wir sinnlose Opfer leichtfertig in Kauf nehmen wollen, immerhin entscheiden wir uns stets für den kürzesten und sichersten Weg, aber:
»Der ist kein Sozialist, der nicht begreift, dass man um des Sieges über die Bourgeoisie, um des Übergangs der Macht an die Arbeiter, um des Beginns der internationalen proletarischen Revolution willen keinerlei Opfer scheuen darf und soll, selbst nicht das Opfer, einen Teil des Territoriums zu verlieren oder schwere Niederlagen hinzunehmen, die uns der Imperialismus beibringen kann.
Der ist kein Sozialist, der nicht durch Taten bewiesen hat, dass er zu schwersten Opfern von seiten `seines` Vaterlands bereit ist, wenn nur die Sache der sozialistischen Revolution tatsächlich vorankommt. Sollen sie (die Sozialisten) etwa um `ihrer` Sache, um der Befreiung der Werktätigen der ganzen Welt vom Joch des Kapitals, um der Erkämpfung eines dauerhaften Friedens willen, sollen sie etwa abwarten, bis sich ein Weg ohne Opfer findet? Sollen sie etwa fürchten, den Kampf zu beginnen, solange kein leichter Erfolg `garantiert` ist? Sollen sie etwa die Sicherheit und Integrität ´ihres` von der Bourgeoisie geschaffenen ´Vaterlands` höher stellen als die Interessen der sozialistischen W e l t r e v o l u t i o n ? Dreifache Verachtung verdienen diese Halunken aus den Reihen des internationalen Sozialismus, diese Lakaien der bürgerlichen Moral, die so denken.« (Lenin Bd. 28, Seite 52, dt. Ausgabe).
»Hat denn irgendein Bolschewik jemals geleugnet, dass die Revolution endgültig erst dann siegen kann, wenn sie alle oder zumindest einige der bedeutendsten fortgeschrittenen Länder erfasst? Wir haben das stets gesagt. (...) Wir sagten, dem Krieg kann man kein Ende machen dadurch, dass man die Bajonette in die Erde stößt. (...) Wir sagten, das Ausscheiden aus diesem Kriege könne den revolutionären Krieg bedeuten. (...) Und natürlich ist der revolutionäre Krieg auch ein Krieg, eine genauso schwierige, blutige und qualvolle Sache. Und wenn er zu einer Revolution im Weltmaßstab wird, ruft er unvermeidlich Widerstand in genau dem gleichen Weltmaßstab hervor« (Lenin, Bd. 29, Seite 330-331, dt. Ausgabe).
»Wir spannen alle Kräfte an, um in diesem Bürgerkrieg die Bourgeoisie zu besiegen und um die Möglichkeit der Klassenunterdrückung ein für allemal zu unterbinden. Nein, es hat keine Revolution gegeben und es kann keine geben, die garantiert sicher wäre vor einem langen, schweren und vielleicht an schrecklichsten Opfern reichen Kampf. Wer nicht vermag, die Opfer, die im revolutionären Kampf, für seinen Sieg, gebracht werden, wenn alle besitzenden, alle konterrevolutionären Klassen im Kampf gegen die Revolution stehen, wer nicht vermag diese Opfer von den Opfern des Raubkriegs der Ausbeuter zu unterscheiden, der ist Repräsentant der extremsten Unwissenheit (...) oder aber er ist ein Repräsentant der bösartigsten Koltschakschen Heuchelei, wie immer er sich auch nennen mag, unter welchen Namen er sich auch verstecken sollte« (Lenin, ebenda, Seite 332-333).
»Die kapitalistische Gesellschaft war und ist immer ein Schrecken ohne Ende. Und wenn jetzt dieser Gesellschaft durch diesen reaktionärsten aller Kriege ein Ende mit Schrecken bereitet wird, so haben wir keinen Grund, zu verzweifeln« (Lenin, Bd. 23, Seite 76, »Das Militärprogramm der proletarischen Revolution«, dt. Ausgabe).
»Die Einheit der Arbeiter, die Einheit des internationalen Klassenkampfes des Proletariats ist unendlich wichtiger als die Frage der Staatsgrenzen, eine Frage, die in der Epoche des Imperialismus besonders häufig neu entschieden werden wird, und zwar durch Kriege« (Lenin, Bd. 39, Seite 771/772)
Der imperialistische Krieg führt zur massenhaften Zerstörung nicht nur materieller Werte, führt zur schnellen Erschöpfung der Produktivkräfte, zu einer solchen Ausweitung der Kriegsindustrie, dass selbst die Herstellung des unbedingt notwendigen Minimums von Gebrauchsgütern und Produktionsmitteln sich als unmöglich erweist. Der Krieg führt in eine so katastrophale und ausweglose Lage, dass er die ganze Welt in den Abgrund stürzt. Genau hier liegen die objektiven Voraussetzungen für die sozialistische Revolution insbesondere in den kapitalistischen Ländern selbst. Deswegen führen wir aber auch als Kommunisten den Kampf für den Frieden so vehement, weil wir nicht die Zerstörung der Lebensgrundlage der Massen als Ausgangspunkt für den Sozialismus anstreben, sondern alles erdenkliche tun, um für den Übergang zum Sozialismus die Lebensgrundlagen durch die Vermeidung des Krieges möglichst unbeschadet hinüber zu retten und sie den Massen zu erhalten:
»Durch die Erfahrung des Krieges, wie durch die Erfahrung jeder Krise in der Geschichte, jeder großen Heimsuchung und jedes Umschwungs im Leben der Menschen, werden die einen abgestumpft und gebrochen, dafür aber werden die anderen aufgeklärt und gestählt, wobei sich in der Geschichte der ganzen Welt im Großen und Ganzen die Zahl und die Stärke der letzteren, mit Ausnahme besonderer Fälle des Verfalls und Untergangs dieses oder jenen Staates, als größer erwiesen haben als die ersten« (Lenin, »Der Zusammenbruch der II. Internationale, Dietz Verlag 1951, Seite 14, dt. Ausgabe).
Der Demagogie der opportunistischen Führer der II. Internationale von der »Vaterlandsverteidigung« im zwischenimperialistischen Krieg, die die Arbeiter verschiedener Länder aufeinander hetzte und sie zu Kanonenfutter für die räuberischen Interessen der Bourgeoisie machte, stellten Lenin und die Bolschewiki die revolutionäre Losung entgegen: das Proletariat eines jeden kriegführenden Landes zur Erhebung gegen die »eigene« Bourgeoisie zu führen, den imperialistischen Krieg in den Bürgerkrieg für den Sturz der Bourgeoisie und die Errichtung der Diktatur des Proletariats zu verwandeln:
»Die Internationale besteht darin, dass sich Menschen zusammenfinden (zunächst ideologisch, dann aber, zu gegebener Zeit, auch organisatorisch), die fähig sind, sich in der jetzigen schweren Zeit wirklich für den sozialistischen Internationalismus einzusetzen, d.h. ihre Kräfte zu sammeln und »nachher zu schießen«, jeder gegen die Regierung und die herrschende Klassen des eigenen `Vaterlandes`. Das ist keine leichte Sache; das erfordert nicht wenig Vorbereitung, große Opfer, und es wird nicht ohne Niederlagen abgehen. Aber gerade weil das keine leichte Sache ist, soll man sie nur mit denjenigen unternehmen, die dazu gewillt sind und sich nicht fürchten vor dem völligen Bruch mit den Chauvinisten und den Verfechtern des Sozialchauvinismus...« (Lenin, Bd. 21, Seite 88, dt. Ausgabe).
Im Gegensatz zu den sozialchauvinistischen Predigten der Renegatenführer der II. Internationale, die zur Vereinigung des Proletariats mit der »eigenen« Bourgeoisie aufriefen, ordnete Lenin und die von ihm geführten Bolschewiki die Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche der Sache des Sieges der Revolution unter. Wie ein Ei dem anderen gleichen sich die sozialchauvinistischen Thesen der II. Internationale und die anti-marxistischen Predigten der Befürworter der »Theorie der drei Welten« und derjenigen, die unsere Kritik an ihr zu entstellen versuchen, die das Proletariat dazu aufrufen, sich mit der »eigenen« Bourgeoisie zu vereinigen, im Namen des Kampfes für die Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit von einer Supermacht, und dabei die Hände von der Revolution zu lassen. Somit ist nicht nur die größte imperialistische Macht der gefährlichste Kriegsbrandstifter, sondern es sind zugleich alle diejenigen, die diese Macht abzujagen versuchen - dazu gehören u.a. die Kriegsbrandstifter des Sozialimperialismus wie sie zur Zeit noch in China herrschen.
Der imperialistische Krieg und der Beginn der proletarischen Weltrevolution bringen in der ganzen Welt gleichartige politische und ideologische Strömungen hervor, und das Weltproletariat wird mit unserer Hilfe diese Strömungen zu differenzieren lernen, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen.