Weltrevolution und Lenins Lehre vom Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus
Die Komintern/ML und ihre Sektionen messen der richtigen Bestimmung des Charakters der Epoche, als Bedingung für eine richtige revolutionäre Strategie und Taktik in Übereinstimmung mit den Interessen der Weltrevolution, besondere Bedeutung bei. Die grundlegende Bedingung, um eine korrekte marxistisch-leninistische, politische und ideologische Linie, eine konsequente, revolutionäre Strategie und Taktik festzulegen, ist, die Schlüsselfrage des heutigen weltweiten Klassenkampfes richtig zu bestimmen. Die Beantwortung dieser FRage steht seit jeher im Brennpunkt der Auseinandersetzung zwischen Marxismus-Leninismus und Opportunismus, Revisionismus und nachfolgend auch Neo-Revisionismus. Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass diese Frage nur dann richtig gelöst werden kann, wenn man den Charakter, den Hauptinhalt und die Triebkräfte der Epoche, in der wir leben, richtig vom Klassenstandpunkt des Weltproletariats aus einschätzt. Unsere Epoche ist, wie Lenin immer wieder betont hat, die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution. Genau dies leugnet die "Drei-Weltentheorie" von Mao Tsetung.
Lenin zerschmetterte all die anti-marxistischen Auffassungen der Opportunisten der II. Internationale über den Imperialismus als spontanes Hinüberwachsen des Kapitalismus zum Sozialismus, oder über den »Ultra-Imperialismus« als einer neuen Periode der »friedlichen Entwicklung«, ohne Umwälzungen und Konflikte. Lenin wies nach, dass der Imperialismus das höchste und letzte Stadium des Kapitalismus und der Vorabend der sozialen Revolution des Proletariats ist. Er wies nach, dass der Imperialismus alle Widersprüche des Kapitalismus aufs äußerste zuspitzt und die Revolution auf die Tagesordnung setzt. Er verschärft den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital in noch nie dagewesenem Ausmaß und stellt die Arbeiterklasse unmittelbar vor die unbedingte Notwendigkeit, die bewaffnete Revolution für den Sturz der Bourgeoisie durchzuführen. Der Imperialismus spitzt den Widerspruch zwischen einer kleinen Gruppe mächtiger kapitalistischer Staaten und den Hunderten von Millionen zählenden Völkern der kolonialen und abhängigen Länder aufs äußerste zu, er lässt ihre Empörung und ihren Kampf für die Befreiung von dem imperialistischen Joch anwachsen, lässt diese Gebiete von Reserven des Imperialismus zu Reserven der proletarischen Weltrevolution werden. In der Etappe des Imperialismus verschärft sich neben den Widersprüchen zwischen Sozialismus und Kapitalismus beispielsweise auch der Widerspruch zwischen den Monopolgruppen und den imperialistischen Mächten um Rohstoffquellen und Absatzmärkte, um Einflussbereiche, um Neuaufteilung der Welt, was zu imperialistischen Raubkriegen führt und die Vereinigung der proletarischen Revolution in den Metropolen mit der kolonialen Revolution der unterdrückten Völker in einer Einheitsfront der Weltrevolution gegen die weltweite Front des Imperialismus unvermeidlich macht. Diese klassenmäßige Analyse Lenins und seine Thesen über den Imperialismus bewahren voll und ganz ihren Wert und ihre Bedeutung auch für unsere Tage. Auf sie stützten und stützen sich auch heute die aufrechten Revolutionäre bei der Festlegung ihrer Strategie. Die Predigten der Opportunisten und der Pseudomarxisten aller Schattierungen, die die großen Widersprüche unserer Epoche entstellen und die Revolution von der Tagesordnung streichen, die in den Mittelpunkt der Strategie die Vereinigung mit einem oder mit mehreren Imperialisten gegen einen anderen predigen, erinnern an die von Lenin entlarvten »Helden« der II. Internationale. Wir Marxisten-Leninisten haben stets unsere ganze Überzeugung auf Lenins Imperialismusanalyse gestützt, in der Lenin den Imperialismus nicht nur als höchstes, sondern auch als letztes Stadium des Kapitalismus charakterisierte, damit den unvermeidlichen Untergang des Kapitalismus als Vorabend der Weltrevolution voraussagte. Hat Lenin sich geirrt, wenn er 1916 vom »sterbenden Kapitalismus« sprach? Ist heute nicht etwa die Theorie Lenins »widerlegt« worden durch den » neu organisierten Weltkapitalismus«, durch die traurige Wirklichkeit der Gegenwart selbst, dass nämlich der Imperialismus heute noch lebendig genug ist, um die Welt in den Abgrund zu stürzen, dass er lebendig genug ist, all die ihm innewohnenden Kräfte, die ihm Lenin zuschrieb, nach einer hundertjährigen Geschichte weiter zu nutzen zur Ausbeutung und Unterdrückung der ganzen Welt? Hat der Imperialismus recht, wenn er statt dessen das »Sterbelied« der Lenin´schen Imperialismustheorie anstimmt und den »Tod des Kommunismus« verkündet? Ist es da nicht an der Zeit, dass wir gerade anhand der objektiven Entwicklung des heutigen Imperialismus na c h w e i s e n müssen, dass Lenins Theorie sich tausendfach bestätigt hat und mit jedem neuen Tag einmal mehr? Wir müssen an Hand der Lenin´schen Theorie des Imperialismus die heutige Weltlage betrachten und davon die Faktoren für den Beginn und den Weg der Weltrevolution ableiten. Wir können die Richtigkeit der Imperialismus-Theorie Lenins nur dann verteidigen und anwenden, wenn wir die neu entstandenen Faktoren des heutigen Weges der Weltrevolution studieren und bestimmen. Der heutige Weg ist im Wesen identisch mit dem Weg, den die Imperialismus-Theorie Lenins vorgezeichnet hat, gleichzeitig aber ist die Form unterschiedlich - eben durch die Veränderungen des weltimperialistischen Zerfallsprozesses, was nichts anderes heisst, dass wir einen neuen Weg zur Weltrevolution einschlagen müssen, der sich auf das Wesen der Lenin´schen Imperialismustheorie stützt, diese aber weiterentwickelt auf den heutigen Stand. Vor Lenins Zeit glaubte man im Allgemeinen, dass sich sozialistische Elemente in dem sich gleichmäßig ausreifenden westlichen Europa entwickeln würden und zum Sozialismus in Europa umschlagen. Zu Lenins Zeiten ist aber der Faktor eines neuen Entwicklungsweges der Weltrevolution in Erscheinung getreten. Es war das unter den Bedingungen des entwickelten Imperialismus wirkende Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung der kapitalistischen Länder, wodurch die mit dem imperialistischen Krieg entstandene Situation der Schwächung (Schwächung des schwächsten Gliedes) der imperialistischen Weltfront dazu führte, dass das Sowjetland entstand. Dieses Land befand sich an der Nahtstelle, in der Pufferzone, zwischen dem kapitalistischen Westen und dem kolonialen Osten und wirkte in beide Teile der Welt (unterdrückende und unterdrückte) hinein - revolutionär hinein - mit den historisch bekannten Resultaten. Dies hatte im Westen Zugeständnisse an den »sozialen Frieden« einerseits und faschistische Konterrevolution andererseits zur Folge, um die Revolution des Westens in die Zange zu nehmen und sie von der Ansteckung durch die Sowjetunion fern zu halten. Der Imperialismus erreichte aufgrund seiner ihm innewohnenden Widersprüche nicht sein Ziel, die Sowjetunion kriegerisch zu vernichten und ging insgesamt geschwächt aus dem 2. Weltkrieg hervor, was den Einfluss des Sozialismus in der Welt stärkte. Durch den revisionistischen Verrat von innen und Druck von außen (Umkreisung) wurde das sozialistische Zwischenglied zwischen dem Osten und dem Westen ( an das sich Kettenglieder Richtung Westen und Kettenglieder Richtung Osten beinahe zu einer weltweiten sozialistischen Kette zusammengeschlossen hätten, um die imperialistische Kette zu vernichten! Und diese historische Niederlage könnte vielleicht doch noch in einen Sieg verwandelt werden (??), das sich inzwischen nach dem 2. Weltkrieg auf seine Nachbarländer ausgedehnt hatte, wieder vernichtet und ermöglichte eine relative Regeneration des Weltimperialismus mit dem US-Imperialismus an der Spitze, der als Sieger mit seinen Alliierten an der Seite insbesondere gegenüber dem deutschen, japanischen, italienischen usw. Imperialismus als einziger gestärkt aus dem 2. Weltkrieg hervorging. Die Supermacht USA stand aber einer neuen nach Expansion und Hegemonie strebenden Supermacht gegenüber, dem russischen Sozialimperialismus, der inzwischen nicht nur seine Nachbarstaaten ausbeutete und unterdrückte, sondern seine Einflusssphären über alle Erdteile ausbreitete. Dem »Gleichgewicht« dieser beiden Supermächte wohnte schon der imperialistische Widerspruch inne, dass die eine Supermacht die andere schließlich besiegen und verdrängen musste. So entbrannte also ein neuer Krieg zur Neuverteilung der Welt. Dieser Kampf wurde nach dem 2. Weltkrieg mit dem sogenannten »Kalten Krieg« fortgesetzt: d. h. er begann mit dem ökonomischen und politischen Terror des internationalen Finanzkapitals und endete mit der Kapitulation des russischen Supermacht, bevor sich der militärische Terror zum 3. Weltkrieg ausweiten konnte. Der Kalte Krieg endete mit der Stärkung der alten kapitalistischen Welt mit den USA an der Spitze gegenüber der Schwächung und des Zusammenbruch des russischen Sozialimperialismus und der übrigen revisionistischen Welt, wobei der besonders aggressive chinesische Sozialimperialismus sich im Bündnis mit dem US-Imperialismus behaupten konnte. Dadurch wurde das alte Kräfteverhältnis in der Welt verschoben. Der Kalte Krieg endete auch mit der Zerschlagung des Sozialismus in Albanien, womit die letzte Bastion der Macht des Kommunismus in der Welt gebrochen war. Die Situation zu Lenins Zeiten, dass sich die Welt in eine sozialistische und eine kapitalistische spaltete, der Hauptwiderspruch zwischen Sozialismus und Kapitalismus wurde vom Kapitalismus aufgelöst und nicht, wie von uns Kommunisten erwartet, vom Sozialismus - zumindest vorläufig nicht. Es entstand wieder eine Situation wie vor dem 1. Weltkrieg, also der alleinigen Herrschaft des Weltimperialismus ohne Sozialismus, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass die absteigende Linie des Kapitalismus damals erst begann, während sie sich heute ihrem Ende nähert. Die Besonderheit dieser Endphase besteht unter anderem darin, dass einige revisionistische Reststücke übrig blieben, von denen der chinesische Sozialimperialismus noch eine Stärke aufweist, weil er sich im Windschatten des Konkurrenzkampfes der Supermächte entwickelte.
Der US-Imperialismus hatte relativ schnell erkannt, dass Investitionen von ausländischem Kapital in den revisionistischen Ländern sehr profitabel sind, weil dort bereits Devisenmangel herrschte. Besonders vorteilhaft war für ihn die Situation, dass sich revisionistische Länder etwas davon erhofften, sich unter seinen Schutzschild zu stellen gegen die andere Supermacht der sowjetischen Sozialimperialisten. Damit gab er dem revisionistischen Lager, wenn man denn davon sprechen kann, einen kräftigen Tritt in den Untergang und die anderen imperialistischen Ländern verdienten fleißig mit daran:
»Doch daraus folgt für den Imperialismus keineswegs, dass die Situation nun für ihn ruhig geworden ist, weil natürlich die Völker, das Proletariat und die fortschrittlichen Menschen sehen, was geschieht, weil sie die skandalös hohen Profite der großen kapitalistischen Eigentümer einerseits und die Massenarmut andererseits sehen, weshalb sie sich tagtäglich gegen diese Blutegel, die ihnen am ganzen Körper kleben, zu organisieren suchen. Und der Tag wird mit Sicherheit kommen, wo diese quantitative Entwicklung in eine neue Qualität umschlagen wird« (Enver Hoxha, »Die Supermächte«, Seite 511-512, Tirana 1986, dt. Ausgabe). Und damit meinte Enver Hoxha natürlich die Weltrevolution: »Welcher Weg muss eingeschlagen werden? Der Weg des politischen, ideologischen Kampfes, des Kampfes bis hin zu bewaffneten Formen, des Kampfes aller Völker, aller fortschrittlichen und revolutionären Kräfte gegen die imperialistischen Mächte, gegen die Weltreaktion, gegen den Kapitalismus, gegen die großen multinationalen Gesellschaften... Die auf internationaler Ebene existierenden Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächten werden sich immer mehr vertiefen; verschärfen werden sich die vier Widersprüche der heutigen Epoche, die Lenin und Stalin definiert haben. Diese Widersprüche werden sich so entwickeln, dass der Imperialismus, dieser in Fäulnis übergegangene Kapitalismus, durch die Revolution zerschlagen werden wird« (ebenda Seite 512-513).
Ebenfalls im Windschatten der Supermächte entwickelten sich die westeuropäischen Imperialisten, die sich vereinigt haben (ohne ihre einzelnen imperialistischen Ambitionen zur Weltherrschaft aufgegeben zu haben und ohne ihren Widerspruch untereinander zu verlieren - im Gegenteil!) ihr Streben nicht aufgegeben haben, die USA vom Thron zu stürzen, um sich selber auf diesen Thron zu setzen, um die Reichtümer zurückzuerobern, die ihnen die USA geraubt hatten. Während des Kampfes der beiden Supermächte haben also die anderen imperialistischen Mächte, die sogenannte »2. Welt« ihre Kräfte vereinigen und aufbauen können, nehmen sie eine Position ein, mit der der US-Imperialismus als weltimperialistisches Zentrum heute rechnen muss. Sie drängen ihn zu Zugeständnissen, verlangen Beteiligung an den Entscheidungen, können sogar in einzelnen Fragen dem US-Imperialismus Bedingungen aufzwingen usw. So wird nicht nur die Kraft der Zentrale geschwächt, gebunden, beansprucht, strapaziert und verschlissen. Auf der anderen Seite haben dadurch die Widersprüche im konkurrierenden Lager außerhalb des Zentrums eine andere Dimension, als das noch zu Zeiten der Fall war, wo diese Länder im Windschatten der beiden Supermächte relativ erstarken konnten - nun haben sie die Rolle des russischen Sozialimperialismus übernommen und mischen immer kräftiger am Weltgeschehen mit - beteiligen sie sich immer mehr an »internationalen Aufgaben«, werden ihre alten Gelüste wiederbelebt. Und fraglos wird das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung in den verschiedenen kapitalistischen Länder seine Wirkung nicht verfehlen. Der Krieg um die Neuverteilung der Welt ist bereits im Gange.
Durch den ersten Weltkrieg wurden im Osten gleichzeitig eine ganze Reihe Länder aus dem Gleis geworfen, nahmen sie endgültig das Ziel des Kapitalismus in Richtung Westen an. Damit war wie im Westen vorher auch eine revolutionäre Gärung verbunden, vor allem unter dem Einfluss der Sowjetunion, der Komintern und insbesondere unter dem Einfluss ihrer östlichen Sektionen. Viele asiatische Völker haben durch und nach dem 2. Weltkrieg siegreiche Befreiungsbewegungen vollzogen, ohne sich jedoch vollkommen vom Imperialismus und Sozialimperialismus befreien zu können; bzw. sind einige Länder selber den revisionistischen und sozialimperialistischen Weg gegangen, sprich kapitalistischen und imperialistischen Weg. Kein asiatisches Land hat es bis heute geschafft, einen Sozialismus aufzubauen, in dem die Diktatur des Proletariats herrscht, aber bereits starke Armeen von Industriearbeitern herangebildet, die dieser Mission gewachsen sind. Es haben sich eine Reihe revisionistischer Staaten herausgebildet, in denen die Völker ein trauriges Dasein fristen, wobei der vom US-Imperialismus gegen die Sowjetunion hochgepäppelte chinesische Revisionismus scharfe sozialimperialistische und sozialfaschistische Züge angenommen hat und auch schon mit Waffengewalt in fremde Länder eingedrungen ist. Es gibt aber auch asiatische Staaten, die zwecks Schwächung des vorherrschenden US-Imperialismus starke Verbindungen mit den europäischen Ländern unterhalten, insbesondere mit Deutschland. Sollte ein Krieg zwischen den US-Imperialisten und ihren jetzigen Verbündeten ausbrechen, dann wäre es nicht unwahrscheinlich, dass Japan und andere Länder die alte Achse mit Deutschland erneuern und in die auch China eingebunden wäre, das intensive Verbindungen zu Deutschland pflegt und mit seiner 3-Weltentheorie den Krieg zwischen den G8-Ländern schürt, um diese zu schwächen und dadurch seine eigenen Hegemonieabsichten besser zu verwirklichen. Alle Imperialisten streben auf die eine oder andere Weise nach Weltherrschaft. Das können sie nur, wenn sie andere Imperialisten aus ihrer Position vertreiben, indem sie Bündnisse eingehen. Kein Imperialist ist heute stark genug, um einen Krieg auf eigene Faust zu führen. Sie werden das untereinander mit Waffengewalt lösen, so wie Lenin es gelehrt hat, weil sie es gar nicht anders können. Somit ist klar, dass der Weltimperialismus dem internationalen Proletariat und den unterdrückten Völkern nicht als fest gefügter, einheitlicher Block entgegentreten kann, weil er von tiefen inneren Widersprüchen zerrissen ist. Der Weltimperialismus muss aber nicht unbedingt in Selbstzerfleischung oder in Selbstauflösung wegen Altersschwäche enden. Der Zerfallsprozess des Weltimperialismus ist kein mechanischer, sondern ein dialektischer, ein äußerst komplizierter Prozess. Er durchläuft mehrere Etappen. Was wir jetzt beobachten können, sind Abschottungen von der Außenwelt durch Errichtung von internationalen Schutz- und Trutzburgen, Vereinigungsbestrebungen zum gegenseitigen Beistand für einen gewissen Zeitraum. Auf Dauer sind diese »Notverordnungen« natürlich nicht haltbar, weil die inneren Widersprüche früher oder später um so gewaltiger hervorbrechen werden. Gerade um dieses Aufplatzen der Widersprüche zu verhindern, ist die Weltbourgeoisie gezwungen, den größten Teil ihres herausgepressten Reichtums für Schutzmaßnahmen auszugeben, übersteigt der unproduktive Anteil bei weitem den produktiven, werden Reserven aufgebraucht und produktive Kräfte gehen verloren, zerfallen oder werden vernichtet. Der Weltimperialismus ist gezwungen, einen Rückzug anzutreten, nicht weil er sein Streben nach Maximalprofit aufgegeben hat, sondern weil er sich daran überfressen und sich nicht nur - wie sonst üblich- den Magen verdorben hat und einen üblen Gestank verbreitet, sondern bereits an Magen- und Darmdurchbruch leidet. Das sind Krankheiten, die - wenn sie nicht kuriert werden - den sicheren Tod bedeuten. Heute hat die Weltwirtschaftskrise nicht nur das amerikanische Hauptland erfasst, sondern auch seine wichtigsten Wirtschaftsströme zu den reichsten Ländern der Welt, Europa, Japan usw. Dieser Umstand hat einen katastrophalen Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft und bedeutet besonders für diejenigen Länder, die am Ende der Weltwirtschaftskette stehen, das totale »Aus«. Es ist nicht nur eine Industrie- und Agrarkrise, sondern vor allem deren Verflechtung mit der Finanzkrise, die den Weltkapitalismus niederdrückt. Ein gigantischer Schuldenberg hat sich in der Welt aufgehäuft, wobei der Schuldenberg der reichen Länder, vor allem der amerikanische ins Gigantische gestiegen ist, was eine ungeheure Belastung für die Arbeiter und Werktätigen in der ganzen Welt darstellt. Es ist eine Zeitbombe, die jeden Moment zu platzen droht, die die Weltwirtschaft lahmlegt. Um die Monopolpreise zu sichern trotz Überproduktionskrise, verschärft sich die Konkurrenz am Weltmarkt unter den monopolistischen Vereinigungen. Für die Weltverbraucher wird dies zur Qual und die Krise, in die sie geraten sind, vertieft sich anstatt abzuflauen. »Erholungen« von der Weltwirtschaftskrise finden immer stärker auf dem Rücken der Weltbevölkerung statt. Der Weltkapitalismus hat damit bereits aufgehört, so zu schalten und zu walten, wie er möchte. Je mehr er sich windet und wendet, desto fester zieht er die Schnur um seinen eigenen Hals, vernichtet die Grundlage seiner eigenen Existenz, indem er gewaltige Produktionskräfte dem Profit opfert, und wirtschaftliche Zerstörungskraft gigantischen Ausmaßes entwickelt. Statt dessen wird immer mehr Geld für Mittel ausggegeben, um seinem Zerfallsprozess aufzuhalten und seine Herrschaft zu behaupten, Gelder für Militär, Polizei, Staatsapparat usw. usf. Den Arbeitern und Werktätigen werden all diese Lasten zusätzlich aufgebürdet. Es ist zu beobachten, dass immer mehr Länder zur Selbsthilfe greifen, dass ein »junger« Kapitalismus entstanden ist, dass die armen Länder sich über Wasser zu halten versuchen, indem sie sich von der Weltwirtschaft abkoppeln und direkt in Konkurrenz zum alten Weltkapitalismus auftreten. Dadurch werden die Widersprüche auf den Märkten natürlich noch mehr verschärft. Der Krieg, den die USA ständig weiter treiben, hinterlässt chronische Auswirkungen auf die Betriebe, auf die Arbeitslosigkeit. Aus den Millionenheeren der Reservearmeen sind ständig neue Arbeitslosenarmeen entstanden, wodurch sich die Wirtschaftskrisen wiederum vertiefen und neue Schwierigkeiten auftauchen: Verschärfung der Gegensätze zwischen den imperialistischen Ländern, Gegensätze zwischen den Kriegsgewinnlern und den besiegten Ländern, Gegensätze zwischen den imperialistischen Staaten und den neo- kolonialen und abhängigen Ländern, Gegensätze zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat in den kapitalistischen Ländern. Die Verschärfung all dieser Gegensätze führen in ihrer Verflechtung zum Ende des Kapitalismus, zur Aussichtslosigkeit einer erneuten Stabilisierung. Die Schwierigkeiten des Weltkapitalismus werden daher unweigerlich eine politische Weltkrise hervorrufen, die nach innen Weltfaschismus und nach außen Weltkrieg bedeuten. Beides führt zum Aufschwung der revolutionären Weltmassenbewegung und zur Auslösung der Weltrevolution.
Der US-Imperialismus hat sich in seiner Gier nach Maximalprofiten überfressen und wird daran zu Grunde gehen. Alles, was der Weltimperialismus in so einem labilen Zustand des Zerfallsprozesses unternimmt, kann tödlich enden. Das ist ihm bewusst, und er versucht sich in seiner Strategie und Taktik daran zu orientieren. Das muss uns klar sein, wenn wir unsere revolutionäre Strategie und Taktik diesem Umstand Rechnung tragen wollen. Es kommt also für die Komintern/ML darauf an, dass wir die Widersprüche nicht nur als Widersprüche des fortgeschrittenen Zerfallsprozesses begreifen, nicht nur auf undifferenzierte Art und Weise - also »irgendwie« - ausnützen. Die entscheidende Frage ist doch : wie nützen wir sie in den verschiedenen Etappen richtig d.h. mit optimalem Effekt aus , also zu einem gegebenen Zeitpunkt, zum jetzigen Zeitpunkt. Wir müssen die Frage beantworten, warum wende ich in dieser Phase des Zerfalls gerade diese Strategie und Taktik an und in einer anderen Phase eine ganz andere Strategie und Taktik. Wann muss ich meine Strategie und Taktik weiter fortsetzen und unter welchen veränderten Gegebenheiten muss ich sie ändern? Man muss den Weg der Weltrevolution also um so tiefer analysieren je schneller und stärker wir uns der Weltrevolution nähern. Wir haben im Moment so eine Situation, wo der Weltimperialismus in Bewegung gerät, schwankt und das Gleichgewicht verliert. Aber es kann nicht ausreichen, das Heranreifen revolutionärer Zeiten lediglich instinktiv zu verspüren, wir müssen uns vielmehr schnellstens mit einer richtigen Strategie und Taktik rüsten und sie aktiv umsetzen, denn unsere Zeit IST bereits gekommen, in den revolutionären Krieg zu ziehen! Das müssen wir den Genossen in der ganzen Welt einhämmern. Wir müssen Alarm schlagen und alles wachrufen! Die Organisierung der Komintern/ML zur Organisierung des Weltproletariats, das ist der Weg zur Weltrevolution, und diesen Weg müssen wir jetzt tatsächlich beschreiten.
War die Welt zur Zeit Enver Hoxhas noch relativ komplex, war das Kräfteverhältnis in der Welt noch unübersichtlich und kompliziert, war es sogar für ein kleines Land wie Albanien noch möglich, als sozialistische Insel im Meer des Weltkapitalismus zu existieren, so zeichnet sich jetzt eine klarere Linie ab, hat sich das Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung des Kapitalismus in den einzelnen kapitalistischen Ländern durch seine Polarisierung verschärft, die mit der Globalisierung und der neuen Weltordnung der »zivilisierten Länder« verbunden ist. Damit wurde die Grenze zwischen der reichen und der armen Welt klarer gezogen, ja wurde eine hohe Mauer zwischen diese beiden Welten errichtet, wo wenig Zwischenpuffer mehr für diejenigen Länder bleibt »die bisher zwischen diesen beiden Welten standen«. Die neue Weltordnung zerstört diese Pufferzone, zwingt die Länder, entweder ökonomisch zu kapitulieren oder den rettenden Sprung über die Mauer in die »zivilisierte Welt« zu schaffen, bevor sich für sie das Tor für immer verschließt. Dieser Wettlauf, um den Anschluss nicht zu verlieren, dieser Kampf, um auf den fahrenden Zug noch aufzusteigen, ist für die meisten Länder ein vergeblicher Kampf geworden. Die meisten Länder sind auf der Strecke geblieben und haben bereits Bankrott gemacht, sind nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zu bezahlen und kommen auch nicht mehr auf die Beine, wenn ihnen Schulden erlassen werden, weil sie dadurch noch fester ans Weltkapital gefesselt werden. Inzwischen vegetiert die ganze Welt nur noch auf dem Hinterhof einer kleinen mächtigen »zivilisierten« Welt, wurde sie ausgesperrt, kämpfen die meisten Völker der Welt ums nackte Überleben. Nicht anders sieht es mit den Arbeitern in den »zivilisierten« Ländern aus. Sie stehen ihrer Bourgeoisie schroffer als je zuvor gegenüber. Sie stehen bis zur Zerreißprobe unter dem Druck der Ausbeutung, während bereits riesige Arbeitslosenarmeen entstanden sind und die Verelendung dort rasant zunimmt. Diese Dramatik hat bereits Dimensionen angenommen, die der Weltimperialismus auch durch gemeinsame Anstrengungen der einzelnen imperialistischen Länder z.B. der G8 Länder, kaum noch in den Griff bekommt. Dadurch gerät er in eine schwierige, ja letztlich in eine aussichtslose Lage, die für ihn bedrohlich wird, eine Lage, die schnell zu einer weltrevolutionären Situation heranreifen kann. Es fehlt dann nur noch der berühmte Funken an der Lunte, um das internationale Sturmfeuer aller Völker der Welt gegen das Weltkapital zu entfachen. Damit würde erstmalig in der Geschichte des Kapitalismus nicht mehr die Schlacht zwischen zwei imperialistischen Feindblöcken geschlagen werden wie das noch im 1. und bedingt im 2. Weltkrieg der Fall war (wo sich die Imperialisten einerseits untereinander bekriegten, andererseits aber auch die Sowjetunion zerschlagen wollten) , sondern um die Weltmacht würde das Weltproletariat mit den unterdrückten Völkern gemeinsam gegen die ganze Weltbourgeoisie, gegen das vereinigte imperialistische Lager, gegen das gesamte Weltkapital kämpfen. Also weder ein Weltkrieg unter den Imperialisten, weder ein Weltkrieg zwischen Imperialismus und Sozialismus, sondern ein Befreiungskrieg der ganzen Welt, angeführt vom Weltproletariat gegen den gesamten globalen Weltimperialismus. Der Weg zum internationalen Sozialismus wäre demnach wahrscheinlich nicht mehr der gleiche Weg, den der Sozialismus »in einem Land« genommen hat - als dieser aus der Schwächung der sich gegenseitig bekriegenden imperialistischen Weltmachtblöcke entstanden war -, sondern ein Weg der durch die allmähliche Verschmelzung zwischen nationalen und sozialen Befreiungskämpfen auf der ganzen Welt beschritten würde gegen die Ausbeuter und Unterdrücker auf der ganzen Welt. Dieser Befreiungskampf hat in den verschiedenen Krisengebieten der Welt bereits begonnen. Er ist hier aufgeflammt und wird dort aufflammen und schließlich international verbunden sein, denn die Krisengebiete nehmen nicht nur an Schärfe zu, sie weiten sich nicht nur aus, sondern durch sie entstehen auch immer neue Krisenherde, die eines Tages nicht mehr voneinander zu trennen und unmöglich zu lösen sind. Sie nehmen internationale Formen an, die zur bewussten Vereinigung des Kampfes des Weltproletariats und der unterdrückten Völker führen wird - zur Weltrevolution.
Die Weltarena des internationalen Klassenkampfes ist nicht nur offener und größer geworden, sondern die Weltkräfte sind aus dem Gleichgewicht geraten, die Weltkräfte sind angestachelt worden, die ganze Welt verwandelt sich in ein Pulverfass. Der Kriegsdonner aus den Krisengebieten will nicht verstummen, er rückt der bedrohlich und unausweichlich vor bis in den letzten Winkel der Welt. Die Welt k a n n nicht mehr länger zusehen, kann nicht vor Schrecken erstarren, kann nicht mehr weg schauen - sie ist gezwungen zu handeln und ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen:
»Entweder mit Amerika gegen den »Rest« (also die große Mehrheit!) der Welt die »Zivilisation (den Kapitalismus!) retten« oder mit Amerika und der »Zivilisation« untergehen. Aufrechterhaltung des `Status quo` ; die kapitalistische Welt verteidigen wie sie ist bei Strafe ihres Untergangs«. Das ist der Weg des Kapitalismus.
» Gegen den US-Imperialismus und seinen Tross die Welt vom Kapitalismus befreien, um zu überleben. Die Welt verteidigen durch die Aufhebung des ´Status quo´. Eine neue Welt erschaffen ohne Kapitalismus«. Das ist der Weg des Sozialismus. Einen Zwischenweg gibt es nicht und kann es nicht geben. Die eine Seite kann nur durch die Beseitigung der anderen Seite überleben. Das letzte Gefecht ist unausweichlich, sonst muss die Welt ihren qualvollen Leidensweg der Ausbeutung und Unterdrückung weiter fortsetzen, denn der Weltimperialismus wird nicht freiwillig untergehen, sondern »neue Strategien und Taktiken aufbauen, um der Katastrophe, die ihn erwartet, zu entgehen« (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 25, dt. Ausgabe).
»Die Feinde der Revolution und der Völker wollen den Eindruck erwecken, infolge der Veränderungen, die auf der Welt stattgefunden haben und in Folge der Niederlagen, die der Sozialismus erlitten hat, seien vollkommen andere Umstände als die früheren entstanden« (ebenda, Seite 26).
Das Gegenteil ist der Fall: die neuen Umstände haben die Gesetze des Imperialismus nicht aufgehoben, sondern vollkommener zur Wirkung kommen lassen. Unter den alten Umständen konnte sich der Sozialismus nur »in einem Lande« entwickeln, unter den neuen Umständen hingegen kann der Sozialismus sich nunmehr international entwickeln, nicht weil der Imperialismus jetzt stärker, sondern eben schwächer geworden ist. Davon versucht er natürlich abzulenken, aber die Massen haben ein feines Gespür für diese Lügen entwickelt und sie werden um so selbstbewusster und erfolgreicher die neuen Umstände für die Weltrevolution zu nutzen verstehen. Durch die Niederlage des Sozialismus ist die Weltreaktion zügelloser geworden, wirken die Gesetze des Imperialismus noch unbändiger, wachsen auch die Widersprüche UNTER den Imperialisten, wird der Kampf um die Neuverteilung um so heftiger geführt. Die einen stellen sich unter den Schutzschild des US-Imperialismus und die anderen Imperialisten bilden ein Bündnis gegen den US-Imperialismus. Durch die Widersprüche können die Verbündete von heute schon die Feinde von morgen sein. Dann haben wir wieder die klassische Ausgangssituation für einen neuen Weltkrieg, der zwischen den ehemaligen beiden großen Supermächten ausblieb, aber nun könnte eine »vereinigte« Supermacht verschiedener imperialistischer Länder dem US-Imperialismus gegenübertreten. Dieser Krieg würde den Weltimperialismus dermaßen schwächen, dass es nicht nur zu einem Durchbruch an einer schwächsten Stelle, sondern zu mehreren Durchbrüchen an verschiedenen Stellen käme, die der Weltimperialismus dann schon schwerlich verkraften würde. Es kann aber auch schon vorher zum Zusammenbruch kommen durch den »Krieg gegen den Terror«. Dieser zehrt nicht nur an den Kräften des US-Imperialismus, sondern schwächt auch die Widerstandskraft der anderen beteiligten imperialistischen Staaten. Alle leiden unter der Weltrezession und der Krieg könnte vorzeitig zum Ende des Weltimperialismus führen. Dann wird sich dieser »Krieg gegen den Terror« in einen Welt-Bürgerkrieg verwandeln, in dem sich die Völker von ihren »Zivilisatoren« befreien werden. Das wäre dann ein Krieg des internationalen konterrevolutionären Terrors des Weltkapitals gegen den internationalen revolutionären Terror der Völker. Die eine oder andere denkbare Variante könnte zur Weltrevolution führen. Das sind einige Überlegungen, die deutlich machen, dass es heute dringend notwendig ist, die Entwicklung des Imperialismus seit Lenin ernsthaft zu studieren, um aufgrund einer fundierten marxistisch-leninistischen Imperialismus-Analyse die Strategie und Taktik der Weltrevolution klarer zu bestimmen.
Die marxistisch-leninistische Wirtschaftslehre stellt die wissenschaftliche Grundlage dar, die den unvermeidlichen revolutionären Sturz des Weltkapitalismus durch die Weltrevolution beweist. Die Theorie über die Weltwirtschaftskrise ist einer der wichtigsten Bestandteile dieser Lehre. Die Wirtschaftskrisen in der Welt zeigen, dass der Weltkapitalismus in Fäulnis begriffen ist. Sie zeigen, dass die bürgerlich-revisionistische Weltordnung nicht imstande ist, die Produktivkräfte, die sie selbst geschaffen hat, ungehemmt einzusetzen und zu entwickeln. Die heutige Weltwirtschaftskrise verschärfte die internationalen unversöhnlichen Widersprüche zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen Lohnarbeit und Kapital, zwischen den imperialistischen Mächten und den Völkern und zwischen den imperialistischen Mächten selbst. Auf ihrer Grundlage nahmen die politisch-gesellschaftlichen Erschütterungen mit Klassencharakter zu, wuchs das Bewusstsein der Arbeiterklasse und der übrigen werktätigen Massen über die unbedingte Notwendigkeit des Sturzes des Weltkapitalismus durch die gewaltsame proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats.
Was die Revolution in den Metropolen zur Zeit des vormonopolistischen Kapitalismus anbelangt, so erscheinen die Betrachtungen von Marx und Engels hierüber in einem neuen, aktuellen Licht. Warum? Marx sagte, dass der Sieg des Sozialismus »in einzelnen Ländern« nur in dem Falle unmöglich ist, wenn die Bewegung der bürgerlichen Gesellschaft noch im Aufsteigen ist. Es trat mit dem Imperialismus eine absteigende Linie und damit die Möglichkeit des Sozialismus »in einem Lande« ein. In der Zeit Lenins also, erwies sich der Imperialismus in seiner Anfangsphase als stark genug, um die Revolution in den westlichen Metropolen, beispielsweise in Deutschland, konterrevolutionär niederzuschlagen. Lenin und Stalin erkannten, dass man den Fehler bekämpfen musste, die revolutionären Voraussetzungen des vormonopolistischen Kapitalismus nicht auf den Imperialismus zu übertragen, und im Ergebnis siegte die Oktoberrevolution im imperialistischen Russland und nicht in den westlichen kapitalistischen Ländern. Heute erkennen wir, dass man den Fehler bekämpfen muss, die Zeit der Oktoberrevolution auf die heutigen Verhältnisse zu übertragen, und wir müssen die Revolution in den Metropolen vorantreiben (wo die Linie nunmehr so weit abgestiegen ist, dass die damals niedergeschlagenen Revolutionen diesmal viel wahrscheinlicher siegreich sein werden), damit das Gesetz vom schwächsten Kettenglied überhaupt wirksam werden kann. Die derzeitige Phase der Fäulnis des Imperialismus ist mit der vormonopolistischen Phase insofern i d e n t i s c h, als der Kapitalismus in seiner herangereiften Abwärtsbewegung ebenfalls Erscheinungen von Schwächen aufweist, wobei es sich dabei eben um einen vor Altersschwäche dahinsiechenden Kapitalismus handelt, also um Schwächen, von denen er sich nicht so leicht wie früher erholen kann - im Unterschied zur Zeit von Marx und Engels, wo sich der Imperialismus erst herausbilden konnte. Sterbender Kapitalismus, heisst heute nicht, dass er bereits gestorben ist. Es bedeutet lediglich, dass der Kapitalismus nicht einem Wiederaufleben, sondern dem Sterben entgegengeht, wo Teile bereits abgestorben sind, andere gerade absterben, einige erst in der Weltrevolution absterben und die letzten Teile sterben erst im Weltsozialismus, also nach der Weltrevolution ab. Auf das letztere verweist Lenin:
»Theoretisch unterliegt es keinem Zweifel, dass zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus eine gewisse Übergangsperiode liegt, die unbedingt Merkmale oder Eigenschaften dieser beiden sozial-ökonomischen Formationen in sich vereinen muss. Diese Übergangsperiode kann nur eine Periode des Kampfes zwischen dem sterbenden Kapitalismus und dem entstehenden Kommunismus oder, mit anderen Worten, zwischen dem besiegten, aber nicht vernichteten Kapitalismus und dem geborenen, aber noch ganz schwachen Kommunismus sein« (Lenin, Bd. 30, Seite 91, »Ökonomik und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletariats«, dt. Ausgabe).
Es ist also ein Fehler, die Frage der absteigenden Linie der Bewegung der bürgerlichen Gesellschaft zu verabsolutieren, aber genau das tut man, wenn man die absteigende Linie zu Lenins Zeiten mit der bereits fortgeschrittenen absteigenden Linie von heute gleichsetzt, nicht ihre Entwicklung verfolgt und sie statt dessen auf das Niveau zu Lenins Zeiten festnagelt. Das erschwert das Studium des weltrevolutionären Weges. Der sterbende Kapitalismus heute ist in seinem Entwicklungsstadium schon lange nicht mehr der sterbende Kapitalismus wie ihn Lenin analysierte im Jahre 1917, er ist weiter fortgeschritten, hat eine neue Etappe erreicht, er wird auch noch im Weltsozialismus nicht endgültig abgestorben sein. Welche Schlussfolgerungen können wir daraus für die Revolutionen in den Metropolen ziehen? Wir müssen daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass die Bedingungen zum »Knacken« der Metropolen heute so realistisch geworden sind, dass man sie nicht ausklammern darf, wenn die Lösung der Revolution auf der Tagesordnung steht. Wo ist heute der Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie größer als in den Metropolen? Wann war der Weltimperialismus in einer schwächeren Position als heute? Wer zu Lenins Zeiten Revolutionen im Westen für wahrscheinlich hielt, dies aber heute verneint, der muss an die Wiedergeburt des Kapitalismus glauben, der muss an einen Kapitalismus glauben, der den Tod von der Bettkante stößt, jedenfalls ist das nichts anderes, als Lenins These vom sterbenden Kapitalismus im Munde führen, aber in Taten gegen diese Thesen auftreten. Das ist reiner Revisionismus. Aus der Frage des sterbenden Kapitalismus ergibt sich das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung unter dem Imperialismus, dessen Grundelemente Stalin zusammenfasste:
»Erstens darin, dass die Welt bereits unter den imperialistischen Gruppen aufgeteilt ist...anderen das Terrorium mit Gewalt entreißen muss. Zweitens darin, dass die beispiellose Entwicklung der Technik und die zunehmende Nivellierung des Entwicklungsniveaus der kapitalistischen Länder die Möglichkeit einer sprunghaften Überholung der einen Länder durch die anderen, der Verdrängung mächtigerer Länder durch weniger mächtige, aber sich rasch entwickelnde Länder geschaffen und diesen Prozess erleichtert haben. Drittens darin, dass die alte Verteilung der Einflusssphären unter den einzelnen imperialistischen Gruppen jedesmal in Konflikt gerät mit dem neuen Kräfteverhältnis auf dem Weltmarkt, dass zur Herstellung des `Gleichgewichts` zwischen der alten Verteilung der Einflusssphären und dem neuen Kräfteverhältnis periodische Neuaufteilungen der Welt durch imperialistische Kriege notwendig sind. Daher die Verstärkung und Verschärfung der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung in der Periode des Imperialismus« (Stalin, Bd. 9, »VII. Erweitertes Plenum des EKKI«, dt. Ausgabe).
Das ist der Grund, weswegen wir den sterbenden Kapitalismus nicht als Ableben in einen sanften, stillen Tod bezeichnen können, sondern dass der Imperialismus eines schrecklich qualvollen Todes stirbt und einen Todeskampf durchmacht, in dem er sich immer wieder aufbäumt und nach Regenerationskräften, Auswegen etc. sucht, um den Tod noch ein Stück hinauszuzögern. Der Kapitalismus stirbt nicht im Kugelhagel der Weltrevolution, sondern durchläuft einen langen Sterbeprozess, der sich in Etappen vollzieht. Sterbender Kapitalismus ist nicht totes Sein, sondern ein widersprüchlicher Prozess des Kampfes der Gegensätze, ein Kampf auf Leben und Tod, der mit dem Klassenkampf zunimmt, bevor der Kapitalismus abstirbt und die Klassen der kapitalistischen Gesellschaft absterben. Die Weltrevolution verkürzt den Sterbeprozess des Imperialismus und darin liegt ihre Bestimmung und Kraft. In diesem Sinne muss man die Dialektik zwischen dem Entwicklungsprozess der Weltrevolution und dem Sterbeprozess des Imperialismus begreifen. Dies gilt auch für die Gesetzmäßigkeiten des Fäulnisprozesses und des parasitären Prozesses des Imperialismus im Verhältnis zum weltrevolutionären Prozess. Der Weg ist vorgezeichnet, der Imperialismus kann sich seinem Untergang nicht entziehen aufgrund der benannten objektiver Gesetzmäßigkeiten. Hieraus folgt, dass der Sieg des Sozialismus... nicht nur in einem einzelnen Lande möglich ist, sondern dass er inzwischen auch in allen Ländern der Welt möglich ist. Und wir werden den gleichen Kampf, den Lenin und Stalin für die Verteidigung des Sozialismus »in einem Land« führten, heute gegen die Theorien der »Unmöglichkeit des internationalen Sozialismus« führen. Das ist die Verteidigung der These Lenins über den sterbenden Kapitalismus unter de gegenwärtigen Bedingungen. Der Sozialismus »in einem Land« entstand infolge des 1. Weltkrieges, wo ein Proletariat eine Bourgeoisie besiegen konnte. Das war die Zeit des sterbenden Kapitalismus in einem Land. Im 2. Weltkrieg finden wir eine Weiterentwicklung vor: Es kam ein weiterer Sozialismus »in einem Land« dazu, was schon eine höhere Phase einläutete, denn es wäre auch ein sozialistisches Lager möglich gewesen. Diese Möglichkeit wurde uns durch revisionistischen Verrat genommen. Heute vollzieht sich der Übergang zum »internationalen Sozialismus«, der die Periode des Sozialismus »in einem Lande« deswegen ablöst, weil es nunmehr möglich ist, dass das Weltproletariat die Weltbourgeoisie gänzlich, d. h. Im Weltmaßstab besiegen kann. In der Periode des Sozialismus »in einem Lande« war der Sieg des Proletariats nur in ganz besonderen Situationen möglich, wo ganz bestimmte Faktoren zusammentrafen und gemeinsam wirken konnten, um dem überlegenen Weltimperialismus eben nur ein einziges, das schwächste Kettenglied zu entreißen. Das war also die Ausnahme von der Regel. Der 2. Weltkrieg ermöglichte das Losbrechen mehrerer Länder, nicht zuletzt durch die Überlegenheit des Sozialismus »in einem Land« gegenüber den aggressivsten Großmacht-Block Hitler-Deutschlands. Heute müssen wir von der Überlegenheit des Weltproletariats und der Völker der unterdrückten Länder gegenüber dem gesamten Weltimperialismus sprechen, Darum werden wir dem von Lenin 1917 geschriebenen Werk »Staat und Revolution«, das er für den Sozialismus »in einem Land« konzipiert hat, ein neues Werk hinzufügen: »Weltstaat und Weltrevolution«, das heute für den internationalen Sozialismus konzipiert ist. Darum werden wir alles, was für den Sozialismus »in einem Land« konzipiert war, und eben ganz besonders, was für den albanischen Sozialismus konzipiert war, (wegen des Sieges über den Revisionismus), für die Errichtung des »internationalen Sozialismus« schöpferisch weiter entwickeln und auf eine höhere Stufe heben. Hieran müssen wir immer in Zukunft denken: unsere Aufgabe ist nicht mehr Sozialismus in einem Land, sondern Weltsozialismus, wo Sozialismus in einem Land nur noch das Nebenprodukt ist. Wir müssen heute in globalen Dimensionen unserer proletarischen Sache denken, dürfen uns nicht auf die alte Konzeption des Sozialismus »in einem Lande« beschränken, sondern sie nutzen, um darüber hinaus denken und handeln zu können. Diese gewaltige Arbeit wird aber schon nicht mehr von »einem Land« geleistet werden, sondern »international« durch das Zusammenwirken der Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt! Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass diese Aufgaben nicht in internationalen Diskutierklubs gelöst werden können (da können sie höchstens verhindert werden und werden bereits verhindert!). Diese Aufgaben kann nur die Komintern/ML und ihre Sektionen lösen. Und diese werden sie ganz sicher lösen, wenn sie die Unterstützung und Sympathie der proletarischen Internationalisten der ganzen Welt erhalten. Eben das ist unsere gegenwärtige Aufgabe, das ist die Aufgabe der Generallinie, die Genossen nicht nur zu überzeugen, sondern sie auch zu begeistern, ihnen Kraft und Hoffnung zu geben und an einem internationalen Projekt mitzuwirken, das tausend mal schwieriger ist als alles bisher Dagewesene, aber auch durch den Sieg über die ganze Weltbourgeoisie gekrönt werden wird, ein Werk, an dem sich die ganze Welt beteiligt.
Der Sterbeprozess des Kapitalismus lässt sich nicht im Rahmen des Kapitalismus außer Kraft setzen, wird durch den Kapitalismus selbst nicht aufgehalten. Jede periodische Regeneration von der einen weltumspannenden Krise des Weltkapitalismus bis zur nächsten ist ein Schritt weiter auf dem Weg seines endgültigen Untergangs:
»Was ist also Erstaunliches daran, wenn die Maßnahmen der bürgerlichen Regierungen in Wirklichkeit nicht zu einer Linderung der Krise, nicht zu einer Erleichterung der Lage der Millionenmassen der Werktätigen führen, sondern zu einer Kette neuer Bankrotte, zu einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit, zum Verschlingen der weniger starken kapitalistischen Vereinigungen durch die stärkeren kapitalistischen Vereinigungen.
Die Basis der ökonomischen Überproduktionskrisen, ihre Ursachen liegt im ganzen System der kapitalistischen Wirtschaft selbst. Die Basis der Krise liegt in dem Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der kapitalistischen Form der Aneignung der Produktionsergebnisse. Ausdruck dieses Grundwiderspruches des Kapitalismus ist der Widerspruch zwischen dem kolossalen Anwachsen der Produktionskapazitäten des Kapitalismus, die auf die Erzielung eines Maximums kapitalistischen Profits berechnet sind, und dem relativen Rückgang der zahlungsfähigen Nachfrage seitens der Millionenmassen der Werktätigen, deren Lebenshaltung die Kapitalisten ständig in die Schranken des äußersten Minimums zu halten suchen. Um im Konkurrenzkampf zu gewinnen und möglichst viel Profit herauszupressen, müssen die Kapitalisten die Technik entwickeln, eine Rationalisierung durchführen, die Ausbeutung der Arbeiter verschärfen und die Produktionskapazitäten ihrer Betriebe bis aufs äußerte steigern. Damit keiner hinter dem anderen zurück bleibe, sind alle Kapitalisten gezwungen, in einer oder der anderen Weise diesen Weg rasender Entwicklung der Produktionsmöglichkeiten zu beschreiten. Aber der Binnenmarkt wie der Außenmarkt, die Kaufkraft der Millionenmassen der Arbeiter und Bauern, die in letzter Instanz die Hauptkäufer sind, bleiben auf einem niedrigen Niveau. Daher die Überproduktionskrisen. Daher die bekannten Resultate, die sich mehr oder weniger periodisch wiederholen, kraft deren die Waren unverkauft bleiben, die Produktion zurückgeht, die Arbeitslosigkeit wächst, die Löhne gesenkt werden, wodurch sich der Widerspruch zwischen dem Produktionsniveau und dem Niveau der zahlungsfähigen Nachfrage noch mehr verschärft. Die Überproduktionskrise ist der Ausdruck dieses Widerspruchs in stürmischen und verheerenden Formen. Könnte der Kapitalismus die Produktion nicht der Erzielung eines Maximums von Profit, sondern einer systematischen Verbesserung der materiellen Lage der Volksmassen anpassen, könnte er den Profit verwenden nicht zur Befriedigung der Launen der parasitären Klassen, nicht zur Vervollkommnung der Ausbeutungsmethoden, nicht zur Kapitalausfuhr, sondern zur systematischen Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern, dann gäbe es keine Krisen. Aber dann wäre auch der Kapitalismus kein Kapitalismus. Um die Krisen abzuschaffen, muss man den Kapitalismus abschaffen« (Stalin, Bd. 12, Seite 214-215, dt. Ausgabe).
»Die Konkurrenz wandelt sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion.(...) In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet« (Lenin, Bd. 22,Seite, 209, dt. Ausgabe).
Die Zeiten, wo man mit der Arbeiteraristokratie die Arbeiterklasse korrumpieren konnte, wo man mit der sozialdemokratischen Klassenversöhnungspolitik die Arbeiter vom Bazillus der Oktoberrevolution abbringen konnte, wo man die Arbeiter vom sozialistischen Schaufenster der Sowjetunion und Albaniens weg ködern musste, wo man den armen Millionenmassen der Welt, die über die Mauern der reichen Länder schauen, etwas Welthungerhilfe und »Entwicklungshilfe« zuteilt um sie vom nationalen Befreiungskampf abzuhalten, indem man sie mit Brosamen vom Teller der Imperialisten, vom fetten Leibe der »Zivilisation« fernhalten konnte, ziehen nicht mehr bei der Arbeiterklasse und den unterdrückten Völkern, sie nähern sich dem Ende, denn sterbender Kapitalismus bedeutet auch sterbender Sozialdemokratismus und Revisionismus, weil sie ja ein Bestandteil des Kapitalismus sind. Es wäre töricht zu glauben, dass der Revisionismus und Sozialdemokratismus mit jedem Tag des kapitalistischen Siechtums stärker werden würde. Das heisst aber nicht, dass ihnen schon die faulen Zähne aus dem Mund fallen. Auf Gedeih und Verderb müssen sie die gleichen schrecklichen Todesqualen durchleben, bis sie untergegangen sind. Natürlich wehrt sich der Kapitalismus mit aller Kraft gegen seinen Untergang, führt er einen verzweifelten Überlebenskampf, aber je angestrengter er ihn führen muss, desto schneller erliegt er seinem Tod. Lenins These von der absteigenden Linie der bürgerlichen Gesellschaft trifft auch auf den Revisionismus und auf den Sozialdemokratismus zu. Sie sind nicht mehr in aufsteigender Entwicklung, nicht mehr auf dem Weg zur Rückkehr an die Macht, sondern sie befinden sich auf einer rasanten Talfahrt.
»Mit dem Zusammenbruch des Industriemonopols wird die englische Arbeiterklasse dessen bevorrechtete Stellung verlieren.« Das sagte bereits Engels voraus. Mit dem Zusammenbruch des Imperialismus bricht auch die Arbeiteraristokratie zusammen.
Die Verelendung der werktätigen Massen in den Metropolen hat rapide zugenommen, und sie wird durch die imperialistischen Kriegshandlungen noch weiter zunehmen. Dem Proletariat in den Metropolen wird der Boden unter den Füßen weggezogen und das Anwachsen der Unzufriedenheit, der revolutionäre Widerstand,, wird unweigerlich neue marxistisch-leninistische Parteien hervorbringen, die das Proletariat zur sozialistischen Revolution führen werden.