Die Lehre vom Durchbruch der Kette des Imperialismus an seinem schwächsten Kettenglied und der Sozialismus »in einem Lande« als erstes Kettenglied des »internationalen Sozialismus«
Warum begann die Oktoberrevolution am schwächsten Glied die imperialistische Kette zu durchbrechen? Nicht weil das russische Proletariat anderen voraus war, sondern weil die Schwäche und Rückständigkeit des russischen Kapitalismus und die drückende Situation des 1. Weltkrieges die Bolschewiki nötigte, eine vorgeschobene Position vor den anderen Abteilungen der sozialistischen Weltarmee zu beziehen, ohne abzuwarten, bis diese Abteilungen heran marschiert waren, sich erhoben hatten. Zur Zeit des ersten Durchbruchs der imperialistischen Kette an seinem schwächsten Glied, in der Zeit des Sturzes des zaristischen, imperialistischen Russlands durch die Oktoberrevolution, der Entstehung des ersten sozialistischen Staates, dem Sozialismus »in einem Lande«, da befand sich der Kapitalismus in einer Phase, in der er als monopolistischer Kapitalismus schon auf dem absterbenden Ast saß, wo die Welt bereits unter die kapitalistischen Gruppen aufgeteilt war, und die Neuaufteilung kriegerische Zusammenstöße forderte, wo der 1. Weltkrieg die Weltfront des Kapitalismus schwächte und dadurch in einzelnen Ländern den Durchbruch ermöglichte. Die hervorgewachsenen Monopole führten zu einer gewaltigen weltweiten Vergesellschaftung der Arbeit, dass Lenin den sterbenden Kapitalismus als Beginn des Übergangs zum Sozialismus charakterisierte. Dies vollzog sich gesetzmäßig im Kampf der Gegensätze, wobei das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der sprunghaften Entwicklung der kapitalistischen Länder immer schärfer und krasser wirkte - nicht nur auf die imperialistischen Länder selbst, sondern auf ausnahmslos alle Länder der ganzen Welt. Die Oktoberrevolution zerriss also nicht nur deshalb das schwächste Glied in der Kette des Imperialismus, weil Russland ein rückständiges Land war, das Privateigentum leichter abschaffen konnte und der Zarismus schwach war. Die Ursache für den Durchbruch war in erster Linie der Krieg, der das Land in eine verzweifelte Lage mit Hungersnöten gebracht hatte, das Volk so sehr geschwächt hatte, dass der einzige Ausweg für Russland die Oktoberrevolution war.
Der Durchbruch am schwächsten Kettenglied ist demnach nicht allein deswegen am wahrscheinlichsten, weil dort die revolutionären Kräfte am stärksten wirken, denn die internationale Konterrevolution wäre viel zu stark und würde auch die aller stärksten revolutionären Kräfte in jedem Land - isoliert betrachtet - niederringen. Die Sache ist aber die: Wie die bisherigen Revolutionen zeigen, die aus dem 1. und 2. Weltkrieg hervorgegangen sind, hatten sich die imperialistischen Räubergruppen so sehr ineinander verkettet, dass sie, um die Welt untereinander neu aufzuteilen, wozu sie das Gesetz des Imperialismus zwingt, ihre sämtlichen Kräfte hierauf konzentrieren mussten. Das schwächste Kettenglied kann also nur unter der Voraussetzungen abspringen, wenn sich die stärksten Kettenglieder so sehr gegenseitig binden und behindern, dass sie das Abspringen gar nicht verhindern können, selbst wenn sie es wollten. Die Imperialisten konnten also zu einem bestimmten Zeitpunkt ihre Kräfte gar nicht auf die Niederschlagung der Revolution konzentrieren weil ihre Spaltung sie schwächte und »ihre Hände gebunden« waren. Es ist also die Spaltung des Weltimperialismus, die ihre Kette an der schwächsten Stelle zum Zerreißen bringt, also in einem ganz bestimmten Zustand der Schwächung ihrer stärksten Kettenglieder, in einem Zustand, wo die internationale Konterrevolution sich nicht geschlossen gegen eine Revolution vereinigen und zur Hilfe eilen kann, weil eben die internationale Konterrevolution gespalten und geschwächt wird. So eine Spaltung ist schon durch den »Krieg gegen den Terror« entstanden, und sie wird eine Tiefe erreichen, die den ganzen Weltimperialismus in eine verzweifelte Lage bringt. Hinzu kommt, dass der allgemeine Zerfall, der Sterbeprozess sich auf Dauer nicht verlangsamt oder gar rückläufig wirkt, sondern mit jeder Krise, mit jedem Problem beschleunigt sich der Zeitpunkt des imperialistischen Zusammenbruchs, wird das Band ALLER Kettenglieder schwächer und rissiger - nicht mehr nur an der schwächsten Stelle. Auf der anderen Seite ist das Weltproletariat aber sehr wohl in der Lage, seine volle Sympathie und Unterstützung dem durchbrechenden schwächsten Kettenglied zu geben und zur Hilfe zu eilen, selbst aus den Ländern, aus denen die stärksten Kräfte der internationalen Konterrevolution stammen. Wenn also dieses merkwürdige labile Gleichgewicht im Lager des Weltimperialismus eintritt, und der proletarische Internationalismus das Seinige tut, dann ist es eben doch möglich, dass sogar ein schwaches, rückständiges Land den Weg zum Sozialismus beschreiten kann. Spaltung der Weltbourgeoisie einerseits und Vereinigung des Weltproletariats andererseits, dies sind die beiden konträren Bewegungen, die das Kräfteverhältnis in der Welt zum Umschlagen treiben: deswegen die Organisierung des Weltproletariats, deswegen die Organisierung seiner Weltpartei, die Komintern/ML, deswegen die Ausnutzung der Widersprüche im imperialistischen Lager ( 1. Weltkrieg Lenin = 1 Staat, 2. Weltkrieg Stalin= mehrere Staaten, 3. Weltkrieg= alle Staaten). Mit der historischen Spaltung des sozialistischen Lagers wird das Weltproletariat mit der historischen Spaltung des imperialistischen Lagers kontern.
Die Weltrevolution wird ihren Aufschwung also nicht allein deswegen nehmen, weil irgendwo ein starker subjektiver Faktor herangereift sein wird, das Weltproletariat sich gerüstet hat usw. usf., sondern die revolutionäre Weltbewegung kommt zu dem Zeitpunkt und in dem Tempo in Gange, indem sich die Barbarei und die Fäulnis des Weltimperialismus also insgesamt in der ganzen Welt ausbreiten wird. Der internationale »Krieg gegen den Terror« beginnt sich in einen Klassenkrieg gerade GEGEN diese Kriegsallianz zu entwickeln, weil der Terror, den sie vorgibt zu bekämpfen, von ihr s e l b s t initiiert und über den Erdball verbreitet wird. Mit dem »Krieg gegen den Terror« lenkt der Weltimperialismus letztlich die Waffen auf sich selbst, die Waffen der proletarischen Weltarmee, verwandeln sich die Waffen der internationalen Konterrevolution in die Waffen der Weltrevolution und zwar unvermeidlich ü b e r a l l auf der Welt und zuerst in den Krisengebieten.
Um die Globalstrategie des Weltimperialismus und des Sozialimperialismus zu durchkreuzen, müssen » wir uns fest auf die marxistisch-leninistische Theorie der Revolution stützen,... dass in der gegenwärtigen Situation und in der Zukunft eine Reihe schwacher Glieder der Kette des Weltimperialismus existieren bzw. existieren werden, wo die Revolutionäre und die Völker eine ununterbrochene Tätigkeit, einen organisierten, unbeugsamen und mutigen Kampf entfalten müssen, um diese Kettenglieder eines nach dem anderen zu zerbrechen« (Enver Hoxha, »Imperialismus und Revolution«, Seite 79, dt. Ausgabe).
In seiner jetzigen Zerfallsphase befindet sich der Imperialismus bereits in einem weiter fortgeschrittenen Stadium der Fäulnis, wo der Weltmarkt von der Peripherie her abstirbt und in den meisten Ländern nur noch Rinnsale fließen. Es ist zu beobachten, dass der Weltmarkt sich im Wesentlichen auf die Hauptströme zwischen den imperialistischen Ländern konzentriert, wo die Produktivität am höchsten ist, während die meisten unterdrückten und unterjochten Länder bereits in den Ruin bzw. an den Rand des Bankrotts gestoßen und zum Teil gänzlich vom Weltmarkt ausgeschlossen wurden, für den Weltimperialismus sogar `hinderlich´ geworden sind. Die Imperialisten müssen für die Ausbeutung zu viel Kapital ´reinstecken´, damit sich die Ausbeutung überhaupt noch rentiert. Interessant sind nur noch Länder, wo es sich lohnt und die werden von den Imperialisten hart umkämpft. Immer mehr Länder werden also als unprofitabel abgestoßen und ausgesondert, sie werfen nicht mehr genug Profit ab und verursachen zu viel Kosten. Im Prinzip ist das nichts anderes als unrentable kapitalistische Unternehmen zu schließen, nur dass dabei nicht nur die Arbeiter eines Betriebes auf die Strasse geworfen werden, sondern ganze Völker ihrer Existenzgrundlage beraubt werden und vollkommen in Abhängigkeit und Armut geraten. Sie sind auf dem Weltmarkt kaum noch konkurrenzfähig. Die Großen fressen die Kleinen. Dies ist die Folge der Globalisierung. Die sogenannte »zivilisierte Welt« schrumpft auf eine kleine Minderheit der wenigen »Großmächte« zusammen, und die übrige Welt, die Mehrheit, wird von der«Zivilisation« ausgeschlossen, Die Kettenglieder des Imperialismus und die Verbindungen dieser Kettenglieder werden geschwächt und gelockert durch Auswirkungen der Globalisierung, durch die Konzentration des internationalen Kapitals, durch die Schwächung und Zerstörung des nationalen Kapitals, durch die Verschärfung des internationalen Konkurrenzkampfes, durch die Hemmung und Zerstörung der internationalen Produktivkräfte. Mit dem Niederreißen der nationalen Schranken vollzog sich auch die Zerstörung der nationalen Wirtschaften, die heute am Tropf des Weltkapitals hängen. So wurde das Band, mit dem das internationale Kapital alle Kettenglieder einst kräftig zusammenzog, unter den eigenen Entwicklungsgesetzen des Zerfalls gelockert und geschwächt. Die Globalisierung hat die Aufteilung der Welt in reich und arm dermaßen verschärft und beschleunigt, dass die damit verknüpften Weltprobleme zu einer Last bei den Völkern herangewachsen sind, deren Lösung für den Weltimperialismus unmöglich geworden sind, die die imperialistische Kette vor eine Zerreißprobe stellt, die die Kräfte des Weltimperialismus überfordern. Die Geister, die sie riefen, werden sie nun nicht mehr los. Der Durchbruch des schwächsten Kettengliedes in der unter enormer Spannung stehenden Kette des Imperialismus kann jeden Augenblick erfolgen. Es ist gegenwärtig mit einer weltrevolutionären Situation zu rechnen. Aber wo ist das Fünkchen, dass zum Steppenbrand werden kann? Wie können die Proletarier ihre Ketten der Ausbeutung und Unterdrückung sprengen, und wo denn genau ist das erste, das entscheidende, das schwächste Kettenglied, das das Proletariat durchbrechen muss, um dann überhaupt die ganze Kette Glied für Glied zerreißen zu können?
Um diese wichtige Frage beantworten zu können, müssen wir uns genauer mit der marxistischen Theorie über das entscheidende Kettenglied, das es anzupacken gilt, vertraut machen und uns in das Studium der Klassiker vertiefen:
Lenin sagte: »Das wirklich Interessante an der Epoche großer Sprünge besteht darin, dass die Unmenge von Trümmern des Alten, die sich mitunter schneller anhäufen als die Keime des Neuen (die nicht immer sofort sichtbar werden), die Fähigkeit erfordert, das Wesentlichste in der Linie oder in der Kette der Entwicklung herauszugreifen. Es gibt historische Momente, wo es für den Erfolg der Revolution am wichtigsten ist, möglichst viele Trümmer anzuhäufen, d.h. möglichst viele alte Einrichtungen zu sprengen; es gibt Zeiten, wo genügend gesprengt worden ist und die ´ prosaische´ (für den kleinbürgerlichen Revolutionär ´langweilige´ ) Arbeit der Säuberung des Bodens von den Trümmern auf die Tagesordnung tritt; es gibt Zeiten, wo die sorgsame Pflege der Keime des Neuen am wichtigsten ist, die unter den Trümmern auf dem vom Schutt noch schlecht gesäuberten Boden hervor sprießen. Es genügt nicht, Revolutionär und Anhänger des Sozialismus oder Kommunismus zu sein. Man muss es verstehen, in jedem Augenblick jenes besondere Kettenglied zu finden, das mit aller Kraft angepackt werden muss, um die ganze Kette zu halten und den Übergang zum nächsten Kettenglied mit fester Hand vorzubereiten wobei die Reihenfolge der Glieder, ihre Form, ihre Verkettung, ihr Unterschied voneinander in der historischen Kette der Ereignisse nicht so einfach und nicht so simpel sind wie in einer gewöhnlichen, von einem Schmied hergestellten Kette« (Lenin, Bd. 27, Seite 265, dt. Ausgabe).
Und weiter:
»J e d e Frage ´bewegt´ sich in einem fehlerhaften Kreis´, denn das ganze politische Leben ist eine endlose K e t t e aus einer endlosen Reihe von Gliedern. Die ganze Kunst des Politikers besteht eben darin, gerade jenes kleine K e t t e nglied herauszufinden und ganz fest zu packen, das ihm am wenigsten aus der Hand geschlagen werden kann, das im gegebenen Augenblick am wichtigsten ist, das dem Besitzer dieses K e t t e ngliedes den Besitz der ganzen K e t t e am besten garantiert. Hätten wir einen Trupp erfahrener Maurer, die so gut aufeinander eingearbeitet sind, dass sie auch ohne Schnur die Steine gerade dort hinlegen könnten, wo es notwendig ist ( das ist, abstrakt gesprochen, durchaus nicht unmöglich), dann könnten wir vielleicht auch nach einem anderen Kettenglied greifen. Aber das ist ja eben das Malheur, dass wir noch keine erfahrenen und gut aufeinander eingearbeiteten Maurer haben, dass die Steine ganz oft nutzlos gelegt werden, dass sie nicht nach einer gemeinsamen Schnur gelegt werden, sondern so verstreut, dass der Feind sie einfach fort bläst, als wären es nicht Steine, sondern Sandkörner« (Lenin, Bd. 5, Seite 521/522, »Was tun?«, dt. Ausgabe). Man wende dieses Gleichnis auf die marxistisch-leninistische Weltbewegung an!!
Aber:
»Die politischen Ereignisse sind stets sehr verworren und kompliziert. Will man sich an die ganze Kette festklammern, so darf man sich nicht lediglich ein einziges Kettenglied anklammern. Man kann sich nicht künstlich das Kettenglied auswählen, an das man sich klammern will« (Lenin, Politischer Bericht des ZK an den XI. Parteitag, 1922).
»Wir müssen uns stets kontrollieren durch das Studium der K e t t e der politischen Geschehnisse in ihrer Gesamtheit, in ihrem ursächlichen Zusammenhang, in ihren Ergebnissen» ( Lenin, Bd. 26, Seite 35, dt. Ausgabe).
»... kann diese ganze Revolution überhaupt nur verstanden werden als ein Glied in der Kette der sozialistischen proletarischen Revolution, die durch den imperialistischen Krieg hervorgerufen wird.« (Lenin, Bd. 25, Seite 396, »Staat und Revolution«, dt. Ausgabe).
»In jedem gegebenen Augenblick ist jenes besondere Glied in der Kette der Prozesse aufzufinden, das man anpacken muss, um die ganze Kette festzuhalten und die Bedingungen für die Erreichung des strategischen Erfolges vorbereiten zu können. Es handelt sich darum, aus der Reihe der Aufgaben, vor denen die Partei steht, gerade diejenige aktuelle Aufgabe herauszugreifen, deren Lösung der Zentralpunkt bildet und deren Bewältigung die erfolgreiche Lösung der übrigen aktuellen Aufgaben sichert« (Stalin, Bd. 8, »Fragen des Leninismus«, Seite 81-82, dt. Ausgabe, KPD/ML).
Über das Gesetz des Durchbruchs der imperialistischen Kette am schwächsten Kettenglied lehrt uns Stalin:
Stalin sagte, » dass die Oktoberrevolution eine Durchbrechung der Front des Weltimperialismus darstellt. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass sie die Ära der proletarischen Revolution und der Diktatur des Proletariats eröffnet hat« (Stalin, Bd. 10, Seite 147, »Der internationale Charakter der Oktoberrevolution«, dt. Ausgabe).
»Den marxistisch-leninistischen Parteien in den kapitalistischen Ländern obliegt es also, ununterbrochen darauf hinzuarbeiten und sich dafür zu schlagen, das internationale monopolistische Kapital zu schwächen und in Unruhe zu versetzen, ebenso die Multis, die die Völker unterdrücken und ausbeuten. Und zwar dergestalt, dass das Volk das schwächste Glied der kapitalistischen Kette zerbrechen kann, d.h. sich zum Aufstand erhebt, um die Macht an sich zu reißen und demokratische Reformen durchzuführen und außerdem die Diktatur des Proletariats zu errichten, eine sozialistische Basis und einen sozialistischen Überbau« (Enver Hoxha, Oeuvres choisies, Band 5, Seite 757-781, frz. Ausgabe).
»Das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung bedeutet in der Periode des Imperialismus die sprunghafte Entwicklung der einen Länder gegenüber anderen Ländern, die rasche Verdrängung der einen Länder vom Weltmarkt durch andere Länder, die periodische Neuverteilung der bereits aufgeteilten Welt auf dem Wege kriegerischer Konflikte und Katastrophen, Vertiefung und Verschärfung der Konflikte im Lager des Imperialismus, die Schwächung der Front des Weltimperialismus, die Möglichkeit eines Durchbruchs dieser Front durch die Proletarier einzelner Länder, die Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einzelnen Ländern« (Stalin, Bd. 9, Seite 93-94, »VII. erweitertes Plenum des EKKI«, dt. Ausgabe).
»Früher ging man an die Analyse der Voraussetzungen der proletarischen Revolution gewöhnlich vom Standpunkt der wirtschaftlichen Lage in diesem oder jenem einzelnen Lande heran. Heute ist diese Methode bereits überholt, heute muss an diese Frage vom Standpunkt der ökonomischen Verhältnisse in allen Ländern oder in den meisten Ländern herangegangen werden, vom Standpunkt der Lage der Weltwirtschaft, denn die einzelnen Länder und die einzelnen nationalen Wirtschaften haben aufgehört, selbstgenügsame Einheiten zu sein, sie wurden zu Gliedern einer einheitlichen Kette, die wir Weltwirtschaft nennen; ... Früher pflegte man von dem Vorhandensein oder dem Fehlen objektiver Bedingungen für die proletarische Revolution in den einzelnen Ländern, oder genauer gesagt, in diesem oder jenen entwickelten Lande zu sprechen. Heute ist dieser Standpunkt bereits überholt. Heute muss man von dem Vorhandensein objektiver Bedingungen für die Revolution im gesamten System der imperialistischen Weltwirtschaft als eines einheitlichen Ganzen sprechen, wobei der Umstand, dass diesem System einige industriell nicht genügend entwickelte Länder angehören, kein unüberwindliches Hindernis für die Revolution bilden, kann, wenn das System als Ganzes, oder richtiger gesagt - da das System als Ganzes bereits für die Revolution reif geworden ist.
Früher pflegte man von der proletarischen Revolution in diesem oder jenem hoch entwickelten Land zu sprechen als von einer einzelnen selbstgenügsamen Größe, die der einzelnen, nationalen Front des Kapitals als ihrem Antipoden gegenübergestellt wurde. Heute ist dieser Standpunkt bereits überholt. Heute muss man von der proletarischen Weltrevolution sprechen, denn die einzelnen nationalen Fronten des Kapitals haben sich in Glieder einer einheitlichen Kette verwandelt, die wir die Weltfront des Imperialismus nennen, der die allgemeine Front der revolutionären Bewegung aller Länder entgegengestellt werden muss.
Früher betrachtete man die proletarische Revolution einschließlich als das Resultat der inneren Entwicklung des betreffenden Landes. Heute ist dieser Standpunkt überholt. Heute muss man die proletarische Revolution in erster Linie als Resultat der Entwicklung der Widersprüche im Weltsystem des Imperialismus betrachten, als Resultat des Zerreißens der Kette der imperialistischen Weltfront in diesem oder jenem Land.
Wo wird die Revolution beginnen, wo, in welchem Lande, kann am ehesten die Front des Kapitals durchbrochen werden? Dort, wo die Industrie am entwickeltsten ist, wo das Proletariat die Mehrheit bildet, wo mehr Kultur, mehr Demokratie ist - so wurde gewöhnlich früher geantwortet. Nein - entgegnet die Leninsche Revolutionstheorie -, nicht unbedingt dort, wo die Industrie am höchsten entwickelt ist usw. Die Front des Kapitals wird dort durchbrochen, wo die Kette des Imperialismus schwächer ist, denn die proletarische Revolution ist die Folge des Zerreißens der Kette der imperialistischen Weltfront an ihrer schwächsten Stelle, wobei es sich ergeben kann, dass jenes Land, das die Revolution begonnen und die Front des Kapitals durchbrochen hat, kapitalistisch weniger entwickelt ist als andere, höher entwickelte Länder, die aber noch im Rahmen des Kapitalismus bleiben.... Kürzer ausgedrückt: die Kette der imperialistischen Front wird, als Regel, dort reißen, wo die Glieder dieser Kette schwächer sind, und keinesfalls unbedingt dort, wo der Kapitalismus am höchsten entwickelt ist, und wo es soundso viel Prozent Proletarier und soundso viel Prozent Bauern gibt usw. « (Stalin, Probleme des Leninismus, »Die Grundlagen des Leninismus«).
»Trotzkis Frage, wer mehr Aussichten auf einen schnellen Sieg hat, wird nicht dadurch entschieden, dass man das Proletariat eines Landes dem Proletariat der anderen Länder oder die Bauernschaft unseres Landes dem Proletariat der anderen Länder gegenüberstellt. Eine solche Gegenüberstellung ist ein kindischer Vergleich. Die Frage, wer größere Aussichten auf einen schnellen Sieg hat, wird durch die reale internationale Situation, durch das reale Kräfteverhältnis an der Front des Kampfes zwischen Kapitalismus und Sozialismus entschieden« (Stalin, Bd. 9, Seite 39, »VII. Erweitertes Plenum der EKKI«, dt. Ausgabe).
»Man darf keinesfalls ein Gleichheitszeichen setzen zwischen der These `die imperialistische Kette reißt dort, wo sie am schwächsten ist´ und der These des Genossen Bucharin ´die imperialistische Kette reißt dort, wo das Volkswirtschaftssystem am schwächsten ist´. Warum? Weil im ersten Fall von der Schwäche der imperialistischen Kette die Rede ist, die durchbrochen werden muss, d.h. von der Schwäche der imperialistischen Kräfte, während es sich bei Genossen Bucharin um die Schwäche des volkswirtschaftlichen Systems jenes Landes handelt, das ( d.h. das Land) die Kette des Imperialismus durchbrechen soll, d.h. um die Schwäche der anti-imperialistischen Kräfte. Das ist durchaus nicht ein und dasselbe. Ja noch mehr, das sind zwei entgegengesetzte Thesen. Bei Bucharin heisst es, dass die imperialistische Front dort zerreisst, wo das Volkswirtschaftssystem am schwächsten ist. Das ist natürlich unrichtig. Wenn dies richtig wäre, dann hätte die proletarische Revolution irgendwo in Zentralafrika und nicht in Russland begonnen... Die Kette des Weltimperialismus zerreißt gerade deshalb im betreffenden Lande, weil sie im gegebenen Augenblick gerade in diesem Lande am schwächsten ist. Sonst wäre sie gar nicht zerrissen... Wodurch wird die Schwäche der imperialistischen Kette im betreffenden Lande bestimmt? Durch das Vorhandensein eines gewissen Minimum an industrieller Entwicklung und Kultur in diesem Lande. Durch das Vorhandensein eines gewissen Minimums an Industrieproletariat. Durch den revolutionären Geist des Proletariats und des proletarischen Vortrupps in diesem Lande. Durch das Vorhandensein eines ernsten Verbündeten des Proletariats (beispielsweise der Bauernschaft), der fähig ist, dem Proletariat im Entscheidungskampf gegen den Imperialismus Gefolgschaft zu leisten. Folglich durch die Vereinigung von Bedingungen, die die Isolierung und den Sturz des Imperialismus in diesem Lande unvermeidlich machen« (Stalin, »Notwendige Korrekturen«, Zentralorgan »Prawda« vom 18.12.1929).
»Die Weltbedeutung der Oktoberrevolution besteht nicht nur darin, dass sie die große Initiative eines einzelnen Landes in der Durchbrechung des Systems des Imperialismus darstellt und dass sie den ersten Herd des Sozialismus im Ozean der imperialistischen Länder bildet, sondern auch darin, dass sie die erste Etappe der Weltrevolution und eine mächtige Basis für deren weiteren Entfaltung ist.
Deshalb haben nicht nur diejenigen unrecht, die den internationalen Charakter der Oktoberrevolution vergessen und den Sieg der Revolution in einem einzelnen Lande für eine rein nationale und nur nationale Erscheinung erklären. Unrecht haben auch diejenigen, die zwar an den internationalen Charakter der Oktoberrevolution denken, aber geneigt sind, diese Revolution als etwas Passives zu betrachten, das berufen ist, lediglich Unterstützung von außen zu empfangen. In Wirklichkeit braucht nicht nur die Oktoberrevolution die Unterstützung der Revolution in den anderen Ländern, sondern auch die Revolution in diesen Ländern braucht die Unterstützung der Oktoberrevolution, um das Werk des Sturzes des Weltimperialismus zu beschleunigen und vorwärtszutreiben« (Stalin, Probleme des Leninismus, I. Folge, »Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten).
Wir haben es in der jetzigen Periode nicht nur mit der Besonderheit zu tun, dass außer der »periodischen« Verteilung der alten Einflusssphären, auch die Neuverteilung der Länder des bürgerlichen Sozialismus, (die einst noch als proletarischer Sozialismus aus dem Weltsystem des Imperialismus ausgebrochen waren), sondern auch mit der Besonderheit, dass die Gesetze der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung besonders heftig wirken durch die rapiden Zerfallserscheinungen der Ökonomie dieser Länder, die vielen alten unterdrückten Ländern gleichen, die bereits durch den Weltimperialismus ruiniert wurden, bzw. am Abgrund des wirtschaftlichen Ruins stehen. Das sind zwei Erscheinungen, die im Zusammenhang stehen, sich dynamisieren und die gleiche Ursache haben: der rapide zunehmende Zerfall des Weltimperialismus selbst. In dem Maße, in dem die internationale Bedeutung der Revolution heranwächst, in dem Maße verstärkt sich auch der fieberhafte Zusammenschluss der Imperialisten in der ganzen Welt, sind sie zum Zusammenrücken gezwungen, können sie nicht mehr selber so schalten und walten wie sie es früher getan haben, engt das ihren eigenen Spielraum ein, erhöht sich ihre Abhängigkeit von außen. Jede Revolution wächst daher schneller und wirksamer zu einem wirklichen Herd der sozialistischen Weltrevolution heran, bedeutet eine höhere Anspannung der Kräfte, eine höhere Spannung der imperialistischen Kette. Darum spricht Lenin auch von der »aufsteigenden« proletarischen Revolution.
Je schwächer das Glied in der imperialistischen Kette, desto leichter ist es zwar, sich abzusprengen, aber um so schwerer ist es, sich nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch zu behaupten. Nach der Oktoberrevolution mussten die Arbeiter und Bauern große Kraftanstrengungen und viele Opfer bringen, um den siegreichen Weg des Sozialismus in einem Land beschreiten zu können, um später in der Lage zu sein, den Sozialismus im Großen Vaterländischen Krieg nicht nur zu verteidigen, sondern auch anderen Ländern den Weg zum Sozialismus zu ebnen. Die Sowjetunion verfügte nicht nur über reiche Ressourcen und über eine millionenstarke Arbeitsarmee, sondern vor allem über eine starke bolschewistische Partei, die in der Lage war, binnen kürzester Zeit sämtliche Produktivkräfte gegen den Faschismus zu mobilisieren. Das war nicht zuletzt erreichbar durch den Sieg über Bucharin und Trotzki.
Die Bedingungen der imperialistischen Umkreisung waren für das kleine Albanien schon wesentlich schwieriger, zumal der Weltimperialismus zur Zeit der größten Blüte des Sozialismus längst seine Schwächung durch den 2. Weltkrieg überwunden hatte. Diesem erhöhten Druck von innen und außen ist jedes kleine Land ausgesetzt, wenn es sich zur sozialistischen Revolution erhebt und den Sozialismus aufbaut. Es reicht also nicht nur, vom schwächsten Kettenglied zu sprechen, sondern gleichzeitig müssen die ökonomischen Möglichkeiten, die volle Entfaltung der Produktivkräfte, in Betracht gezogen werden, auf deren Basis sich eine widerstandsfähige Diktatur des Proletariats stellen kann, um sich nicht nur gegen eine Intervention des Imperialismus zu behaupten, sondern auch seine revolutionäre Pflicht gegenüber der Weltrevolution erfüllen zu können. Albanien war auf diesem Wege sehr erfolgreich, stützte sich auf seine eigenen Kräfte.
Kann die Kette an der gleichen Stelle noch einmal zerreissen - in der Sowjetunion und in Albanien?
Betrachten wir heute die Lage oder richtiger Nieder-Lage, in der ehemaligen Sowjetunion und die Lage des ehemaligen sozialistischen Albaniens, so müssen wir die Frage beantworten, ob sie tatsächlich für immer an den Kapitalismus verloren gegangen sind - wie es die Kapitalisten behaupten? Können sie etwa nur ein einziges Mal in der Geschichte als schwächstes Glied die Kette des Imperialismus durchbrechen ? Oder bahnt sich ein erneuter Durchbruch an?
Von unserem proletarischen Klassenstandpunkt aus, vom Standpunkt des proletarischen Internationalismus aus, von unsrem revolutionären Herzen und unserer unversiegbaren Liebe zum Sowjetvolk und albanischen Volk aus, von unserem Glauben an die Kraft der Wiedergeburt des Sozialismus aus, lässt sich diese Frage ganz einfach mit einem überzeugendem, lauten, tiefen » J A ! « beantworten. Ja, die Sowjetunion und Albanien werden diese Kette wieder und immer wieder durchbrechen, bis der Sieg über den Kapitalismus für immer gesichert ist! Und von dieser Überzeugung ausgehend können wir als Internationalisten diese Frage auch vom Standpunkt der Weltrevolution aus bejahen. Aber daraus resultiert die nächste Frage: ja aber wie? Es reicht nicht, wenn wir uns instinktiv stark zur Sowjetunion Lenins und Stalins, zum Albanien Enver Hoxhas hingezogen fühlen, wenn wir den Kraftquell in uns spüren, der von diesen Ländern fortwährend ausgeht, der uns durchströmt, und der unseren revolutionären Geist unablässig speist. Wir müssen diese Aufgabe auch mit kühlem Verstand, mit einer richtigen marxistisch-leninistischen Strategie und Taktik, also ganz systematisch, mit Hilfe des dialektischen und historischen Materialismus lösen:
Ein Kettenglied, dem es gelungen ist, aus der imperialistischen Kette auszubrechen, kehrt ja nicht im gleichen Zustand wieder in die imperialistische Kette zurück, in dem es ausgebrochen war. Dieses Kettenglied hatte in einem historischen Umwandlungsprozess immerhin eine siegreiche Periode der Revolution, des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats erlebt, das Weltlager in zwei Teile gespalten, und vor allem in seinen Grundzügen eine große Bedeutung für die Weltrevolution, also für die proletarische Revolution in anderen Ländern erlangt und damit auch für die Fortsetzung seiner eigenen siegreichen Periode. Was wir damit sagen wollen, ist, dass die Bedeutung eines solchen Kettengliedes - auch wenn wir es wieder an den Weltimperialismus verloren haben und es sozusagen in die imperialistische Kette zurückgegliedert wurde - niemals für die Weltrevolution verloren geht, sondern für immer in ihr weiter lebt. Wenn wir am Marxismus-Leninismus festhalten und ihm treu bleiben, können wir die Lehre vom Durchbrechen der imperialistischen Kette an seiner schwächsten Stelle unter den heutigen Bedingungen gar nicht anders auffassen. Nur so gibt uns der Marxismus-Leninismus den Mut, die Kraft und die Zuversicht, diesen internationalistischen Kampf für die Sprengung der imperialistischen Kette siegreich fortzusetzen und zu Ende zu führen. Der Weltimperialismus mag so tun, als hätte es nie einen Kettendurchbruch gegeben, und er wird darüber seine eigenen »Theorien« entwickeln - insbesondere sein Lager der Neo-Revisionisten - aber das wird ihm nichts nützen, denn seine Kette wird gesetzmäßig an der Stelle zerreissen, wo ihr schwächstes Glied ist - und dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, sondern er setzt sich gesetzmäßig fort, langsamer oder schneller, aber daran ist prinzipiell überhaupt nichts dran zu ändern. Wo sich auch immer das schwächste Glied befinden mag, wird es ein Bestandteil derjenigen Kettenglieder sein, die bereits ausgebrochen waren, unabhängig davon, ob sie sich nun wieder in Glieder der imperialistischen Kette zurückverwandelt haben oder nicht. In jedem neuen Kettenglied, das ausgebrochen ist, lebt der Geist der alten Kettenglieder fort - leben die ehemaligen Kettenglieder weiter, wird eines Tages der Zeitpunkt kommen, wenn sie selber wieder zum schwächstes Kettenglied in der imperialistischen Kette geworden sind, und sie das zweite Mal an der Reihe sind, sich zu befreien. Genossen, und das ist nicht nur eine bloße Wiederholung des ersten Durchbruchs, sondern diese erfolgt auf einer qualitativ höheren Stufe, die für alle anderen Kettenglieder, die das erste Mal durchbrechen, eine besondere Bedeutung haben werden. Diese Bedeutung haben die ehemaligen Kettenglieder heute schon für jedes andere Kettenglied, bevor sie alle nacheinander die imperialistische Kette durchbrechen werden. Alle Kettenglieder, ob sie noch Bestandteil der imperialistischen Kette oder ob sie schon losgebrochen sind oder vorher einmal losgebrochen waren, bleiben stets miteinander verknüpft durch das Band der Weltrevolution sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart und in der Zukunft. Das Band der Weltrevolution führt die Länder immer stärker zusammen, denn jeder Riss führt nur zu ihrer weiteren Vereinigung und Festigung führen. Eben das unterscheidet das Band des Weltsozialismus vom Band des Weltimperialismus, das nach jedem Riss schwächer und schwächer wird, bis es für immer zerrissen ist.
Die Zurückeroberung des Sozialismus ist nicht nur irgendeine untergeordnete strategische Aufgabe der Weltrevolution, sie ist die wichtigste strategische Aufgabe der Weltrevolution, weil daran die Zukunft des Sozialismus in allen Ländern geknüpft ist, also auch an die Zukunft des Sozialismus in jedem einzelnen Land! Davon hängt a l l e s ab, Genossen! Nur wenn der Sozialismus in Russland und Albanien zu Ende geführt wird, können wir die Weltrevolution zu Ende führen, können wir der Welt endgültig beweisen, dass wir nicht nur den Sozialismus für eine bestimmte Zeit geschaffen haben, sondern dass wir ihn auch für immer sichern können! Das ist nicht nur von entscheidender historischer Bedeutung, sondern davon hängt der Sieg oder die Niederlage der vor uns stehenden Weltrevolution ab. Deswegen müssen wir für diese wichtige Aufgabe gerüstet sein, müssen wir einen ganz neuen revolutionären Weg beschreiten, den Weg der »Revolution höheren Typus«, den Weg des »Sozialismus höheren Typus«. Deswegen müssen wir für die kommende Revolution und die Fortsetzung des Sozialismus den Marxismus-Leninismus unbedingt weiter entwickeln, eine Theorie, die uns einen ununterbrochenen Weg zum Weltsozialismus ermöglicht und also auch verhindert, dass sich seine sozialistischen Kettenglieder nicht wieder in die imperialistische Kette zurück entwickeln. Diese Aufgabe aufgeworfen zu haben, ist allein schon der erste entscheidende Schritt zur Lösung. An dieser Aufgabe müssen wir alle energisch arbeiten, bis sie theoretisch und sogleich auch praktisch gelöst werden kann:
Erstens würde die Zurückeroberung des Sozialismus die Revolutionen in den anderen Ländern großartig unterstützen und enorm beschleunigen. Das wäre insbesondere sehr wichtig für die Revolutionen in denjenigen Ländern, die heute noch unter Sozialfaschismus und Sozialimperialismus schwer zu leiden haben. Das wäre also die »direkte«, die »bessere« Lösung.
Zweitens würde jede Revolution, wo auch immer sie siegen würde, das russische und albanische Proletariat auf jeden Fall helfen und ermutigen, ihren Sozialismus schneller und leichter zurückzuerobern. Das wäre die »indirekte, langwierigere« Lösung für die Albaner und Russen.
Und der Fall 1 oder der Fall 2 wäre so oder so für die Weltrevolution von außerordentlicher Bedeutung. Die Russen und Albaner siegen vermittels der Weltrevolution, oder die Weltrevolution siegt vermittels der Russen und Albaner. So oder so werden wir den endgültigen Sieg des Sozialismus in allen Ländern beweisen.
Worin besteht die Stärke eines Proletariats, dass sich nicht mit seiner gestürzten Macht abfindet, sondern seine Diktatur zurück erobern will?
Erstens in der Stärke des internationalen Proletariats, in der Festigung der internationalen Beziehungen der Proletarier aller Länder.
Zweitens darin, dass die Arbeiter und Werktätigen noch lange Zeit nach ihrem Umsturz über die Errungenschaften ihres Sozialismus »verfügen«, die von der Bourgeoisie nicht mit einem Schlag beseitigt werden können.
Drittens ist die Macht der sozialistischen Gewohnheiten, die sich in Jahrzehnten des Bestehens der Sowjetunion und Albaniens entwickelt haben, nicht auf einen Schlag durch kapitalistische Gewohnheiten zu ersetzen.
Viertens in der Fähigkeit, einen Sozialismus höheren Typs aufzubauen.
Der erneute Sieg des russischen und albanischen Proletariats liegt uns sehr am Herzen, es ist der Herzenswunsch des Weltproletariats, dem russischen und dem albanischen Volk für ihre Opfer im Sinne des proletarischen Internationalismus durch solidarischen Beistand zu danken und ihre einst erwiesene Hilfe zu erwidern mit internationaler Gegenhilfe. Ehemalige sozialistische Kettenglieder genießen die fortwährende besondere Aufmerksamkeit des proletarischen Internationalismus, werden stets hochgehalten und geehrt, indem sie ihre wegweisende Bedeutung für die Weltrevolution niemals verlieren.
Es gibt für uns nichts Wertvolleres, nichts Wichtigeres auf der ganzen Welt, als unsere Treue zur Pariser Kommune, zur Sowjetunion Lenins und Stalins und zum sozialistischen Albanien des Genossen Enver Hoxha. Diese Kraft, die wir durch die Sowjetunion und durch Albanien verspüren, ist unbesiegbar, heute und auch in »1000 Jahren« düsterster Weltreaktion. Diese leuchtenden Bollwerke des Sozialismus, werden uns immer und ewig den richtigen Weg aus dem dunkelsten Tunnel zeigen. Sie sind gerade jetzt für uns außerordentlich wertvoll, sind alles was wir haben, sind unsere ganze Hoffnung. Insofern verfolgen wir nicht nur aufmerksam den Klassenkampf in Russland und Albanien, sondern wir fühlen uns auch als Internationalisten verpflichtet, diesem Klassenkampf jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Sie haben Unerhörtes für den proletarischen Internationalismus geleistet, mehr als sonst andere Völker in der ganzen Welt. Wäre es da nicht selbstverständlich, wenn das Weltproletariat und die Völker der ganzen Welt gerade diesen Völkern alle erdenkliche Unterstützung und Sympathien zukommen lassen, die sie so dringend benötigen, um ihre Revolutionen, ihren Sozialismus zu vollenden?
Wir sprechen also nicht von einer wagen Möglichkeit der siegreichen Revolution in Russland und Albanien, sondern von einer zwingenden Notwendigkeit, von einer Gesetzmäßigkeit, die eines Tages zur historischen Tatsache werden wird. Jeder Zweifel daran würde doch bedeuten, dass der Sozialismus durch den Revisionismus unwiederbringlich an den Kapitalismus verloren gegangen wäre, wäre Wasser auf die Mühle der anti-kommunistischen Theorien von der »Unmöglichkeit der Zurückeroberung der Macht des Proletariats« von der »Unwiederbringlichkeit des Sozialismus« vom »endgültige Scheitern der Geschichte des Kommunismus«, für das »Ende der Ära des Sozialismus« etc., wäre ein »Beweis« für die Bourgeoisie, dass sein Revisionismus stärker ist als unser Sozialismus, dass sie vor ihrem Untergang »sicher« ist durch die Stütze des Revisionismus. Wir können zwar theoretisch beweisen, dass der Marxismus-Leninismus stärker ist als der Revisionismus, aber praktisch beweisen können wir dem Weltproletariat und den Völkern das nur durch den zurückeroberten Sozialismus! Das albanische Proletariat hat bereits bewiesen, dass es stärker ist als der Revisionismus. Es hat aber den Revisionismus nur zeitweilig geschlagen, noch nicht endgültig vernichtet - und das könnte es ohne die Hilfe der Weltrevolution auch nicht. Vernichtet hat das albanische Proletariat den Revisionismus erst, wenn es den Neo-Revisionismus vernichtet hat, wenn es seine Diktatur zurückerobert hat.
Warum also soll das Proletariat nicht erneut den Weg des Sozialismus einschlagen können, wenn die Revisionisten ihrerseits erfolgreich den Kapitalismus restaurierten? Man nenne uns einen stichhaltigen Grund, warum man den Spieß nicht wieder umdrehen kann, das ist sogar ein zwingendes Gesetz der Revolution. Mit der besonderen Theorie der »Unmöglichkeit der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats« versucht man heute auch die allgemeine Theorie der »Unmöglichkeit der Errichtung der Diktatur des Proletariats« zu begründen. Es tummeln sich heute überall auf der Welt (aus erklärlichen Gründen!) viele anti-marxistisch-leninistische Theorien und Kräfte, die »das Scheitern des Marxismus-Leninismus »schon lange« vorausgesehen haben (das haben sie schon seit 150 Jahren vergeblich versucht!), die nun für ein Paar Cent der Kapitalisten fleißig »beweisen«, dass der Marxismus-Leninismus versagt hätte, völlig ungeeignet sei, die Frage der Weltrevolution praktisch zu lösen. Aber das würde voraussetzen, dass wir Marxisten-Leninisten nicht aus unseren Fehlern lernen könnten, dass wir Niederlagen nicht in Siege verwandeln könnten. Aber genau das haben wir tausendfach bewiesen,und wir werden also auch diesmal wieder den Beweis erbringen, denn wir wollen ihnen nicht den Gefallen tun und einfach untergehen.
Wenn wir aus der Oktoberrevolution der Sowjetunion und der Volksrevolution Albaniens Lehren ziehen für die Revolutionen in anderen Ländern, so dürfen wir nicht ausschließen, dass die Russen und Albaner aus ihren eigenen Revolutionen selber Lehren ziehen können. Sie müssen diese Lehren sogar ziehen, wenn sie den Sozialismus wieder zurück haben wollen. Aber wie kann diese Aufgabe am besten gelöst werden? So weitermachen wie bisher? Reicht das? Unsere marxistisch-leninistische Lehre von der Revolution erschöpft sich nicht in der Wiederholung unserer Argumente gegen den revisionistischen »friedlichen« Weg. Das schockt die Neo-Revisionisten nicht, die den revolutionären Weg des Proletariats gegen den »friedlichen« Weg der modernen Revisionisten »verteidigen« - wohlgemerkt gegen uns »sektiererische« Marxisten-Leninisten »verteidigen« - in Worten verteidigen. Grundsätzlich revolutionäre Gewalt ist doch klar, aber wie genau führt sie uns zur Macht, etwa per Schablone, die man nur über die Oktoberrevolution legt? Wie muss die neue Revolution aussehen? Unterscheidet sie sich von den alten Revolutionen? Wenn ja , wie? Revolutionen sind von vorn herein zu Scheitern verurteilt, wenn wir sie bloß wiederholen, das weiss jedes Kind und das weiß vor allem die Konterrevolution. Die Niederlage ist unabwendbar, wenn der Klassenfeind Lehren zieht, wir dies aber nicht tun wollen oder können. Wir dürfen niemals die Revolution verabsolutieren, selbst nicht die größte in der Geschichte der Menschheit, die Oktoberrevolution. Sie ist so wie sie war, nicht wiederholbar, weil sie nur unter ganz bestimmten historischen Faktoren siegen konnte, die heute natürlich nicht mehr so vorhanden sind wie einst. Wenn sie damals stark genug waren, um erfolgreich zu sein, müssen die Revolutionen deswegen heute noch lange nicht stark genug sein. Insofern müssen wir die Lehren der siegreichen Revolutionen - wie auch der gescheiterten Revolutionen - deren Grundzüge als Ausgangsfundus für die Weiterentwicklung der Revolutionstheorie ausnutzen, um zu Revolutionen höheren Typus zu kommen, die den heutigen Bedingungen entsprechen. Eine solche Revolution höheren Typus ist die Revolution der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, und wir müssen die spezifischen Merkmale herauskristallisieren, die sie von allen bisherigen Revolutionen unterscheiden wird. Diese Revolution zur Rückeroberung der Arbeitermacht können wir also nicht mehr mit der Lenin´schen Revolution von damals gleichsetzen und diese etwas blind übernehmen. So eine Revolution höheren Typs muss von uns Marxisten-Leninisten erst theoretisch neu erarbeitet werden. Wenn also die marxistisch-leninistische Theorie der Revolution nicht konsequent genug ausgearbeitet worden ist, wenn sie schablonenhafte, fehlende, widersprüchliche, unzureichende, handwerklerische oder gar zweifelhaft- klassenfremde Elemente enthält, so muss sich dies bei der praktischen Durchführung der Revolution auch auf den Revolutionsverlauf selber entsprechend auswirken. Dann werden Komplikationen und Schwierigkeiten auftreten, die sich in der fehlerhaften Ausarbeitung der revolutionären Theorie widerspiegeln, wird die Revolution unvollendet oder auf halbem Wege stehen bleiben, weil sie falsch oder mangelhaft konzipiert, d.h. nicht den neuen objektiven und subjektiven Bedingungen der Revolution angepasst wurde. Nicht so beim Konzept der Oktoberrevolution! Keine Revolution wurde jemals exakter und besser theoretisch ausgearbeitet als die Oktoberrevolution durch ihren Schöpfer und Führer Lenin. Je stärker der subjektive Faktor, desto besser kann sich der objektive Faktor der Revolution entfalten. Und der Hauptfaktor ist die kommunistische Partei, deren theoretische Arbeit eine ausschlaggebende Rolle für den Sieg oder die Niederlage einer Revolution zukommt.
Die Oktoberrevolution und die Revolution höheren Typs sind historisch gesehen beides Revolutionen eines einzigen revolutionären Prozess des Kampfes zwischen dem russischen Proletariat und der russischen Bourgeoisie, der Machtwechsel hervorbrachte - und das ist in der Geschichte des internationalen Klassenkampfes das Neue, das Einmalige, was wir theoretisch erklären müssen, denn das ist bis heute noch nicht theoretisch erklärt. Insofern ist die kommende russische Revolution höheren Typs (und natürlich meinen wir gleichzeitig immer ebenso die albanische Revolution!) die Fortsetzung der Oktoberrevolution, genauer ihre Vollendung, d.h. die Oktoberrevolution wird mit der neuen Revolution höheren Typs zu Ende geführt ( also wiederum vergleichbar ebenso die albanische Volksrevolution zu Ende geführt!). Es handelt sich auch um die gleichen Klassenkräfte, um das gleiche Bündnis von Klassen, die in der alten Revolution wirkten und in der neuen Revolution als Hauptkraft auftreten werden - das Proletariat und die Bauern. Es ist aber nicht mehr das alte Proletariat, sondern ein neues Proletariat, das sich einst zu einer starken sozialistischen Arbeiterklasse herausgebildet hatte mit qualitativ höheren revolutionären Eigenschaften (ohne deren Voraussetzung eine erneute Befreiung vom Kapitalismus unmöglich ist!!) . Auch die Bauern haben die Schule des Sozialismus erfolgreich durchlaufen und waren nicht mehr die gleiche Klasse wie vor der Oktoberrevolution. Wollte man diesen Unterschied verwischen, würde man die Bedeutung der Revolution höheren Typus gar nicht begreifen, so bräuchte man erst gar keine neue Theorie der Revolution höheren Typus entwickeln.
Aber nun andererseits zu hoffen, dass man »nur« die alten Traditionen hochleben lassen bräuchte, und schon würde das Proletariat spontan, d.h. dank seiner »revolutionären Erbmasse« umgehend zum revolutionären Umsturz übergehen - das wäre eine naive Illusion, die völlig an der Realität vorbeiginge, denn die revolutionäre Erbmasse ist zwar vorhanden, aber nicht aktiviert, d.h. herrscht das bürgerliche Bewusstsein VOR, sonst würde es gar keine Restaration des Kapitalismus in Russland und Albanien geben. Es gibt zwar nicht nur die eine positive Seite des Sozialismus (die ja in den Hintergrund gedrängt/verdrängt wurde), der aber trotzdem die Völker der Sowjetunion und das Volk der Albaner historisch geprägt hat , also auch weiter prägen wird, weil dieser historische Prozess ja nicht abgeschlossen ist. Weder Revisionisten noch Kapitalisten haben dem Proletarier sein sozialistisches Klassenbewusstsein abkaufen oder sonst wie entfernen können und werden dies auch niemals können. Der marxistische Begriff »Beständigkeit und Widerstandskraft des sozialistischen Bewusstseins« ist also nicht nur Wunschdenken der Marxisten-Leninisten, sondern ist materialistischer Ausdruck der Widerspiegelung des bereits historisch verwurzelten sozialistischen Bewusstseins der Arbeiterklasse Russlands und Albaniens, die den Sozialismus selber aufgebaut haben. Das ist ein real existierendes Bewusstsein, mit dem wir also auch in der kommenden Revolution rechnen können. Es geht uns aber nicht allein um die Widerstandskraft, das Wiedererwecken des sozialistischen Bewusstseins, sondern um die Fähigkeit und Notwendigkeit von dessen Weiterentwicklung zu einer höheren Stufe, weil es anders gar nicht aus der Verdrängung befreit und aktiviert werden kann! Das sozialistische Bewusstsein der Arbeiter kann sich nicht allein, kann sich nicht spontan befreien und eine höhere Stufe erreichen. Aus dem einstigen sozialistischen Bewusstsein der russischen und albanischen Arbeiter kann sich das Bewusstsein für die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats also nicht spontan entwickeln, sondern dies ist die Aufgabe der Marxisten-Leninisten, die Aufgabe einer neu zu gründenden marxistisch-leninistischen Partei - nämlich von außen die Weiterentwicklung der Theorie des Sozialismus in die Bewegung für die Zurückeroberung der Arbeitermacht hinein zu tragen!
»Jede Anbetung der Spontaneität der Arbeiterbewegung, jede Herabminderung der Rolle des `bewussten Elements` , der Rolle der Sozialdemokratie, bedeutet zugleich - ganz unabhängig davon, ob derjenige, der diese Rolle herabmindert, es wünscht oder nicht - die Stärkung des Einflusses der bürgerlichen Ideologie auf die Arbeiter« (Lenin, »Was tun?«, Bd. , Seite , dt. Ausgabe).
Das neue sozialistische Bewusstsein der Arbeiter in Russland und Albanien, sowie das Bewusstsein des Weltproletariats überhaupt kann nur entstehen auf Grund tiefer wissenschaftlicher Einsicht, auf Grund von marxistischen Erkenntnissen des heutigen weltgesellschaftlichen, weltökonomischen Prozesses. Das ist der Knackpunkt zwischen den Neo-Revisionisten und uns Marxisten-Leninisten: Die Neo-Revisionisten (werden) behaupten, dass das alte sozialistische Bewusstsein der russischen und albanischen Arbeiterklasse völlig ausreiche, weil es ja bereits »sozialistisch« war. Man kann sich als Marxist-Leninist nicht darauf beschränken, denn das damalige sozialistische Bewusstsein schwenkte durch das revisionistische Bewusstsein ab in das bürgerliche Bewusstsein. Heute wissen wir, dass das spontane Bewusstsein im Sozialismus weiter existierte, dass also der Einfluss des Spontaneität innerhalb der sozialistischen Bewegung erbittert bekämpft werden muss, dass wir Marxisten-Leninisten die sozialistische Arbeiterbewegung unter den Fittichen des Marxismus-Leninismus zu halten haben und nicht zulassen dürfen, dass sie sich von der Fortsetzung des Kampfes gegen den bürgerlichen Einfluss abbringen lässt. Heute ist es der Neo-Revisionismus, durch den der bürgerliche Einfluss in die marxistisch-leninistische Weltbewegung hineingetragen wird. Er ist der Schrittmacher des Spontaneismus innerhalb der heutigen Arbeiterweltbewegung. Wer also soll heute die Arbeiter vor den Neo-Revisionisten schützen, die Arbeiter sich selbst oder gar »mit Hilfe« der Neo-Revisionisten?. Die Revisionisten sind ja durch den Kapitalismus in Russland und Albanien nicht verschwunden, nicht abgetreten. Sie sind noch da, und sie sind aktiv. Sie werben sowohl offen für die Wiederkehr des Revisionismus an der Macht als auch unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Revisionismus. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Revisionismus hat sich der Revisionismus bereits international gehäutet (gehäutet , das heisst: die Neo-Revisionisten haben sich zu einer weltweiten Einheitsfront zusammengeschlossen, um das Weltproletariat mit anti-revisionistischen Worten zu täuschen, um das Proletariat von der sozialistischen Revolution abzubringen, die Zurückeroberung des Sozialismus zu verhindern bzw., wenn dies nicht gelingen sollte, und die Diktatur des Proletariats trotzdem herrschen wird, einen gehäuteten Revisionismus an die Macht zu bringen und den Kapitalismus diesmal unter dem deckmantel des Anti-Revisionismus erneut zu restaurieren). Die Neo-Revisionisten sind nicht nur in Russland und Albanien aktiv: Der gehäutete Revisionismus tritt heute bereits als internationale Einheitsfront auf z.B. in verschiedenen Zentren, von denen wir nur vier nennen wollen: Maoistische Weltbewegungen, »Hoxhaistische« Weltbewegung ([»Unity & Struggle«] - sie hat sich von unserer marxistisch-leninistischen Weltbewegung abgespalten vor und nach dem Sturz der Diktatur des Proletariats in Albanien = Enver Hoxha in Worten - Verrat an Enver Hoxha in Taten!), ISML (Einheitsfront aller sich »marxistisch-leninistisch« NENNENDEN Neo-Revisionisten im Kampf gegen das »Sektierertums«), Brüsseler Weltbewegung (Versöhnung des Maoismus mit dem modernen Revisionismus). Die Neo-Revisionisten treten alle gegen uns geschlossen auf, wobei sie gleichzeitig untereinander konkurrieren.
Wir Marxisten-Leninisten sagen dazu: Das Weltproletariat muss sich heute also mit einem solchen sozialistischen Bewusstsein wappnen, mit dem es den verschiedenen Einflüssen des neo-revisionistischen Bewusstseins erfolgreich widerstehen kann, denn der Neo-Revisionismus ist heute der gefährlichste bürgerliche Einfluss innerhalb der Arbeiterweltbewegung.
Das Proletariat kann den Sozialismus nicht zurückerobern, wenn es sich nicht mit der weiter entwickelten Theorie des Marxismus-Leninismus gewappnet hat, die eben von außen , von uns Marxisten-Leninisten, von den fortschrittlichsten Arbeitern in diese Bewegung der Zurückeroberung erneut hineingetragen werden muss. Der Begriff »von außen« ist an die herrschende Klasse gebunden, da die unterdrückte Klasse direkt im Ausbeutungsprozess stehend nur schwer in der Lage ist, ihre Befreiungstheorie selber zu entwickeln, weil ihr die Zeit und die Mittel dazu fehlen. Von »außen« heisst, außerhalb der spontanen Bewegung, und das heisst nicht etwa zwangsläufig das Gleiche wie »außerhalb« der Arbeiterklasse, was manche kleinbürgerliche Intellektuelle so gern behaupten. Was die Arbeiteraristokratie anbelangt, gilt im Prinzip das Gleiche. Die bürgerlichen Elemente in der Arbeiterbewegung können niemals«bewusste Elemente« der revolutionären Befreiung der Arbeiterklasse werden, sondern bleiben stets ihre erbittertsten Feinde. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass sich Vertreter anderer Klassen auf den revolutionären Standpunkt des Proletariats stellen und nützliche theoretische Arbeit für das Proletariat leisten. Das hat die Geschichte eindrucksvoll bewiesen. Aber was die Geschichte außerdem eindrucksvoll bewiesen hat, ist, dass die meisten revolutionären Theoretiker außerhalb der Arbeiterklasse diese früher oder später betrogen und sie vom revolutionären Weg abgebracht haben - mit revolutionären Phrasen. Ihre Arbeit mag also nützlich sein, aber es ist allein die Sache des Proletariats, über die Theorie, über den Weg zur Macht selber zu bestimmen und zwar in jeder Phase des Klassenkampfes, in jeder Phase der revolutionären gesellschaftlichen und ökonomischen Umwandlung des Kapitalismus in den Sozialismus. Wenn die Arbeiterklasse von Anfang an und durchgehend bis zum Ende dieses Umwandlungsstadiums in allem die Führung hat, wird sie sie auch in der Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Theorie haben, wird die Arbeiterklasse als »bewusstes Element« selber die Bedingungen schaffen, um sich als »bewusstes Element« heranzubilden und sein revolutionäres Bewusstsein ständig heben als Schöpfer der proletarischen Weltanschauung - wohlgemerkt außerhalb der spontanen Arbeiterbewegung und trotz dieser spontanen Bewegung. Anders kann die Voraussetzung für die Verschmelzung von wissenschaftlichem Sozialismus und spontaner Arbeiterbewegung weltweit nicht geschaffen werden. Je mehr das Proletariat lernt, sich in seiner theoretischen Arbeit auf andere Klassen zu stützen, um so besser. Aber die Sache geht schief, wenn man die Intellektuellen von Anfang bis Ende nicht unter Kontrolle behält. Deswegen ist es wichtig, dass sich das Proletariat dabei stets vor allem und in allem auf die eigenen Kräfte stützt - und das gilt eben zuallererst auf theoretischem Gebiet. Man sehe sich nur an, was der KPdSU (B) für Kraft aufbringen musste, um ihre führende theoretische Rolle gegenüber den Einflüssen des Trotzkismus und den Revisionismus zu behaupten - und nicht zuletzt ist das Proletariat, ist die KPdSU (B) auch an dieser Hürde historisch gescheitert. Heute ist die Arbeiterklasse also sehr wohl in der Lage, die theoretische Arbeit zu leisten, die erforderlich ist, um den Marxismus-Leninismus zu einer scharfen Waffe werden zu lassen. Das Weltproletariat wird diese Arbeit international organisieren und länderübergreifend systematisch aufbauen. Sie wird sich weltweit die erforderlichen theoretischen Kräfte aufbauen und theoretische Kräfte aus den einzelnen Ländern heranziehen, um diese Aufgabe global und damit auch genauso »vor Ort« lösen. Die revolutionäre Theorie entwickeln die Arbeiter, wenn sie die Erfahrungen der Arbeiterbewegung aller Länder verallgemeinern und auf ihre Gegenwartssituation anwenden. Die Arbeiter werden sich den Marxismus-Leninismus immer besser aneignen, werden die Methoden des dialektischen und historischen Materialismus als Werkzeug erlernen und immer besser beherrschen, werden sie sich selber als Theoretiker des Sozialismus und der Weltrevolution betätigen und den Marxismus-Leninismus weiter entwickeln. Nur so wird es ihnen gelingen, sich das erforderliche Wissen anzueignen und dieses zu bereichern, um sich zu befreien und eine neue Gesellschaft unter der Diktatur des Proletariats aufzubauen. Die herrschende Arbeiterklasse ist dann viel besser in der Lage, diese notwendige Zeit und Mittel aufzubringen, als das Proletariat in der vorrevolutionären Phase; sie kann als herrschende Klasse nämlich selber über erforderliche Zeit und Mittel verfügen und sich die besten theoretischen Arbeitsbedingungen schaffen, wie sie außerhalb des laufenden Produktionsprozesses ( also »von außen«) die theoretische Aufbauarbeit des Sozialismus in die Hand zu nehmen hat. Um den Bürokratismus zu überwinden, um mit der Gefahr der Parteibürokratie fertig zu werden, muss die Partei nicht nur ihre eigenen Kader bolschewisieren, sondern aus der Arbeiterklasse so viele Bolschewisten rekrutieren, dass sie alle führenden gesellschaftlichen Posten besetzen, also insbesondere auch an der theoretischen Front bis hin an die Front des sozialistischen Produktionsprozesess selbst:
»Wir können uns jetzt nicht auf die Heranbildung kommunistischer Kader überhaupt, bolschewistischer Kader überhaupt beschränken, die über alles ein wenig zu schwätzen verstehen. Dilettantismus und Alleswisserei sind jetzt Fesseln für uns. Was wir jetzt brauchen, sind bolschewistische Spezialisten für die Metallindustrie (....) usw. usf. Wir brauchen jetzt ganze Gruppen, Hunderte und Tausende neuer Kader aus den Reihen der Bolschewiki, die auf den verschiedensten Wissensgebieten ihr Fach beherrschen« [also auch auf dem Gebiet der revolutionären Theorie des Marxismus-Leninismus - die Red.] (Stalin, Bd. 11, Seite 69: »Rede auf dem VIII. Kongress des Kommunistischen Jugendverbandes«).
Der Bürokratismus, die Entstehung einer neuen sozialbürgerlichen Klasse innerhalb der Diktatur des Proletariats konnte nicht verhindert werden. Eben darin besteht die neue theoretische Arbeit, Wege aufzuzeigen, wie diese Entwicklung zukünftig verhindert werden kann. Das alte sozialistische Bewusstsein entwickelte sich zurück und nahm immer mehr Gestalt eines neuen spontanen Bewusstseins ein, das sich im Wesen nicht vom alten vorrevolutionären spontanen Bewusstsein unterschied, verwandelt sich schließlich in ein bürgerliches Bewusstsein in dem Maße und in dem Moment, wie der Kapitalismus restauriert wurde. Mit einem sozialistischen Bewusstsein, das auf der Höhe der marxistisch-leninistischen Theorie weiter entwickelt worden wäre, hätte die Restauration des Kapitalismus verhindert werden können! Das sozialistische Bewusstsein gleitet also in ein spontanes Bewusstsein beim Aufbau des Sozialismus ab, wenn es die Partei nicht versteht, die fortschreitende marxistisch-leninistische Theorie auf aktueller Höhe im Bewusstsein der Arbeiter und Werktätigen zu verankern. Wenn das sozialistische Bewusstsein nicht ständig gehoben wird, wenn es auf der Stelle tritt und zurückbleibt, dann verkümmert es nicht nur, nimmt es nicht nur einen spontanen Charakter an, sondern kann sich auch leichter ins Gegenteil verwandeln, kann es dazu kommen, dass sich das sozialistische Bewusstsein in ein revisionistisches Bewusstsein und damit in ein bürgerliches Bewusstsein zurückverwandelt und zum vorherrschenden Bewusstsein wird. Genau dagegen hat Stalin innerhalb der gesamten Periode des Bestehens der Sowjetunion gekämpft, und wie sich gezeigt hat, muss dieser Kampf in Zukunft auf höherer qualitativer Stufe fortgesetzt werden, damit die aufgetretenen Schwächen uns schließlich die Zerstörung der Diktatur des Proletariats verhindert werden können.
So musste das anti-revisionistische Bewusstsein der albanischen Arbeiter, das wir als das letzte am weitesten entwickelte Bewusstsein aller Arbeiter der ganzen Welt bezeichnen, in dem Moment zu einem spontanen Bewusstsein herabsinken, als es ihnen nicht gelang, die Lehren Enver Hoxhas über den Maoismus auf die inneren Verhältnisse in Albanien anzuwenden und den siegreichen anti-neorevisionistischen Klassenkampf gegen Ramiz Alia zu führen. Diesen Kampf hat das albanische Proletariat heute noch nicht zu Ende geführt, aber sie wird diese Aufgabe anpacken und siegreich lösen.
Wesentliches Merkmal der Diktatur des Proletariats - insbesondere nach ihrer Zurückeroberung - ist es, dass das Proletariat vermittels seiner Avantgarde, lernt, die geistige Macht, ihre marxistisch-leninistische Weltanschauung nicht nur zu gebrauchen, durchzusetzen, zu verankern, zu verbreiten ( Erziehung zur Diktatur des Proletariats), sondern vor allem auf so einem Stand theoretisch permanent weiterzuentwickeln und zu stärken, dass es dem Klassenfeind von innen heraus unmöglich gemacht wird, sich dieser geistigen Macht zu bedienen, um die Diktatur des Proletariats zu stürzen im »Namen der Diktatur des Proletariats«. Alle neue geschaffenen Formen und Inhalte der zurückeroberten Diktatur des Proletariats stehen stets unter dem Einfluss der Bourgeoisie mit dem Ziel, in sie einzudringen, um sie von innen her zu zerstören. Es ist die Aufgabe der neuen Diktatur des Proletariats, sich gegen die verfeinerten Formen des revisionistisch-bürgerlichen Einflusses zu schützen.
Der Marxismus-Leninismus ist die Wissenschaft des Proletariats; sie ist mit keiner anderen Klasse teilbar. Wenn die Arbeiterklasse ihre Ideologie mit einer anderen Klasse teilt, hat sie schon begonnen, sie an eine andere Klasse zu verlieren. Der Kampf gegen den Einfluss der bürgerlichen Ideologie muss durch Hebung des sozialistischen Bewusstseins also im Sozialismus permanent verschärft werden, darf zu keinem Zeitpunkt vernachlässigt werden, darf niemals vorzeitig für beendet erklärt werden, solange die Gefahr des bürgerlichen Einflusses droht. Die Diktatur des Proletariats und ihre Zurückeroberung scheitert, wenn die Arbeiterklasse dies nicht begreift und beherzigt und zwar über die Dauer der vollständigen Übergangsperiode zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Wenn der revolutionäre Geist der Diktatur des Proletariats stirbt, stirbt auch die Diktatur des Proletariats, so mächtig und stark sie auch gewesen sein mag, ob als Sozialismus »in einem Lande« oder als sozialistisches Kettenglied mehrerer oder aller Länder. Die Partei kann diese Aufgabe nicht stellvertretend für die Klasse lösen. Die Partei muss sicher stellen, dass die Hebung des sozialistischen Bewusstseins zusammen mit der ganzen Arbeiterklasse gelöst wird.
Wenn Stalin die drei berühmten charakteristischen Merkmale der Diktatur des Proletariats dargestellt hat, dann muss als viertes Merkmal der Diktatur des Proletariats die Herrschaft der Arbeiterklasse über die Gedanken der sozialistischen Gesellschaft dazu kommen (wobei sie ihre führende geistige Rolle gegenüber den nichtantagonistischen Klassen durch Überzeugung, also in friedlicher und freundschaftlicher Form, ohne Gewalt wahrnimmt, während sie gegenüber den antagonistischen Klassen nicht davor zurückschrecken wird, ihren »roten Terror« auch in der Anwendung ihrer geistigen Waffen drückt sich die Diktatur des Proletariats aus!), muss das Proletariat geistig über die anti- marxistisch-leninistischen Theorien herrschen, muss sie den geistigen Klassenkampf im Sozialismus zu Ende führen, muss sie über den Revisionismus und Neo-Revisionismus siegen, der die geistige Macht der Diktatur des Proletariats , den Marxismus-Leninismus, zerstört, »revidiert«. Die automatische, mechanische Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins im Sozialismus, die Entwicklung des `bewussten Elements` sozusagen im Selbstlauf des Aufbauprozesses des Sozialismus - ( nicht nur allmähliches Absterben des Klassenkampfes, sondern allmähliches Absterben des sozialistischen Bewusstseins im Verlaufe der Vervollkommnung des Sozialismus!) - eben das ist die Fortsetzung der Anbetung der Spontaneität, die Lenin in »Was tun?« geißelte, unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats. Sozialistisches Bewusstsein zu entwickeln in Worten, aber damit maskiert nur das bürgerliche Bewusstsein in Taten zu fördern - das ist der Revisionismus in der Frage des sozialistischen Bewusstseins. Das sozialistische Bewusstsein gegen den Revisionismus in Worten entwickeln und verteidigen, aber maskiert das revisionistische Bewusstsein zu entwickeln und zu fördern - das ist der Neo-Revisionismus in der Frage des sozialistischen Bewusstseins. Den Marxismus-Leninismus nicht weiter zu entwickeln, ihn zum Dogma erstarren zu lassen, führt genauso zum Spontaneismus, wie seine revisionistischen Verfälschungen - und zwar generell in jeder Phase des Klassenkampfes. Niemals darf das revolutionäre Proletariat darauf verzichten, seine selbständige marxistisch-leninistische Theorie und Politik ständig weiter auszuarbeiten, ohne Gefahr zu laufen, in Nachtrabpolitik zu geraten, was nichts anderes heisst, der Spontaneität, und damit der Bourgeoisie zum Opfer zu fallen. Wissenschaftlicher Sozialismus und spontane Arbeiterbewegung zu verschmelzen heisst als Aufgabe der Vorhut der Arbeiterklasse nichts anderes als: erstens, den wissenschaftlichen Sozialismus aus den Händen der Sektierer und Dogmatiker zu befreien. und zweitens die Arbeiterbewegung aus den Händen der Spontaneisten zu befreien. Nur auf diesem Wege kann die marxistisch-leninistische Partei sozialistisches Bewusstsein in der Arbeiterklasse entwickeln und festigen. Und das gilt nicht nur für die Entwicklung des proletarischen Internationalismus durch die Anstrengungen der einzelnen Sektionen, sondern darin besteht auch insgesamt die Aufgabe der Komintern/ML.
Wenn die Befreiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter sein kann, so kann die revolutionäre geistige Befreiung vom Revisionismus auch nur das Werk der Arbeiter sein, was nichts anderes heisst, dass sie sich selber die Bedingungen schafft, für die geistigen Waffen zu sorgen, indem sie sich ihre Vorhutpartei schafft, die den Marxismus-Leninismus entsprechend weiterentwickelt und damit das revolutionäre Bewusstsein der ganzen Klasse mit Inhalt ausstattet. Dadurch gelingt es der Arbeiterklasse, auch als Denker der herrschenden Klasse, als denkende herrschende Klasse, aufzutreten - eben auch und besonders im Weltmaßstab. Diese Art Teilung der geistigen und materiellen Arbeit der herrschenden Arbeiterklasse und ihrer führenden Partei muss allmählich aufgehoben werden, indem sich die Klasse gegenüber ihrer Partei nicht passiv und rezeptiv verhält, sondern sich ausreichend Zeit nimmt, sich über die eigene Zukunft als Klasse Gedanken zu machen und allmählich lernt, als ganze Klasse die geistige Macht auszuüben und auf der erforderlichen Höhe auszubauen. Die ganze Klasse dahin zu bringen, dazu befähigen, das ist die Aufgabe der führenden Rolle der Partei, die damit natürlich nicht aufhört: Es ist eine Sache, die gesamte Arbeiterklasse auf die Höhe der marxistisch-leninistischen Theorie zu heben, und eine ganz andere, diese Höhe zu sichern, d.h. permanent weiter zu entwickeln. Es ist für den Revisionismus viel schwerer, der ganzen Arbeiterklasse ihre geistige Macht zu entreißen, als ihrer Vorhutpartei zu erobern, um dann Einfluss auf die Klasse und dann auf die Masse auszuüben. Die Partei muss sowohl die Klasse als auch die Masse befähigen, die Vorhutpartei vor der revisionistischen Entartung zu schützen. Die Vorhutpartei kann sich niemals allein gegen ihre Entartung schützen. Die Köchin muss dann nicht nur lernen, den Staat zu führen, um es mal mit den Worten Lenins auszudrücken, sondern auch den Marxismus-Leninismus zu »führen«. Die besten Proletarier der Diktatur des Proletariats sind die besten Führer der Vorhutpartei. In ihren Händen ist die Partei am besten geschützt. Die Kaderpartei ist notwendig, um die Massenpartei zu schaffen, aber mit der Massenpartei hört die Partei nicht auf, Kaderpartei zu sein, im Gegenteil, setzt diese voraus. Das ist auch der Schlüssel des Erfolgs für die Parteiführer im Kampf gegen den Revisionismus, nämlich sich auf die volle geistige Entfaltung, auf die Aktivierung des revolutionären Denkens der ganzen Klasse stützen. Die marxistisch-leninistische Partei muss ihre Rolle als geistige Führerin des Proletariats auf eine völlig neue Stufe heben, um der Gefahr des revisionistischen Einflusses erfolgreich entgegenzuwirken. Nur so kann man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.
»Die Existenz revolutionärer Gedanken in einer bestimmten Epoche setzt bereits die Existenz einer revolutionären Klasse voraus« (Marx/Engels, Bd. 3, Seite 47, dt. Ausgabe). Dieser Satz gilt natürlich auch für die Epoche, in der eine Klasse ihre Macht zurückerobern will. Marx stellte fest, »dass sowohl zur massenhaften Erzeugung dieses kommunistischen Bewusstseins wie zur Durchsetzung der Sache selbst eine massenhafte Veränderung der Menschen nötig ist, die nur in einer praktischen Bewegung, in einer Revolution vor sich gehen kann, dass also die Revolution (...) nötig ist, (...) zu einer neuen Begründung der Gesellschaft befähigt zu werden (Marx/Engels, Bd. 3, Seite 70, dt. Ausgabe).
Erinnern wir uns an Stalins berühmten »Brief aus Kutais«:
»Wenn die Masse selbst und ihre spontane Bewegung uns die Theorie des Sozialismus geben, so braucht man die Masse nicht vor dem schädlichen Einfluss des Revisionismus (...) schützen« (Stalin, Bd. 1, Seite 50, dt. Ausgabe).
Damit ist eigentlich alles gesagt: Nur mit der Theorie des Sozialismus können sich die Massen auf der ganzen Welt vor dem Einfluss des Revisionismus schützen, wobei diese Theorie des Sozialismus, weder aus der spontanen Bewegung herauswächst, noch von den Revisionisten weiter entwickelt werden kann. Diese Aufgabe ist der Vorhut des revolutionären Proletariats vorbehalten - der marxistisch-leninistischen Partei und der Komintern/ML, in der die marxistisch-leninistischen Parteien aller Länder zusammengeschlossen sind. Damit wird ausgedrückt, dass ein sozialistisches Bewusstsein des Weltproletariats stets ein internationalistisches Bewusstsein ist, das auch von allen Internationalisten der Welt in gemeinsamer Arbeit auf die erforderliche Höhe gehoben wird - im Weltmaßstab.
Von der Umwälzung sämtlicher Ideen sprach Marx bereits als Teil der Permanenzerklärung der Revolution:
»Dieser Sozialismus ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlichen Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen« (Marx/Engels, Bd. 7, Seite 89-90, dt. Ausgabe).
Vor dem schädlichen ideologischen Einfluss des Revisionismus hat sich die KPdSU (B) nicht ausreichend geschützt, haben sich die russischen und albanischen Arbeiter im ersten Anlauf nicht genügend geschützt, haben sie für diese Lehre mit dem Verlust des Sozialismus und ihrer Macht bezahlt und auch mit dem Verlust der revolutionärsten Partei der Welt - einen teuren Preis. Wenn sie aber bereit und willens sind, die Diktatur des Proletariats zurückzuerobern, dann müssen sich die russischen und albanischen Arbeiter vor dem Neo- Revisionismus, d.h. vor dem gehäuteten Revisionismus schützen, müssen sie sich mit dem heutigen Wissen über den Neo-Revisionismus wappnen, müssen sie sich mit der Theorie des neuen Sozialismus, mit der Theorie der höheren Revolution ausstatten, indem sie die richtigen Lehren aus ihrer eignen Geschichte ziehen, müssen sie eine neue marxistisch-leninistische Partei aufbauen, die diesen neuen Aufgaben gewachsen ist. Die theoretischen Lehren kann man aber nicht aus dem spontanen Klassenkampf ziehen, die kann man nur wissenschaftlich unter Anwendung des dialektischen und historischen Materialismus ziehen.
»Man braucht nur diese theoretischen Voraussetzungen anzunehmen, und keinerlei Opportunismus wird an einen herankommen können« (Stalin, ebenda, Seite 51).
Die Arbeiter haben diese »dunkle Seite der Macht« - den Revisionismus, den Sozialfaschismus - leidvoll zu spüren bekommen, und wir müssen ihnen erklären, dass sie nichts zu fürchten haben. Außer Acht lassen dürfen wir also nicht dass es sich um ein zerstörtes sozialistisches Bewusstsein handelt, in dem heute noch die negativen Faktoren der Veränderungen durch die Restauration des Kapitalismus nachwirken, die die ehemaligen Klassen der Diktatur des Proletariats bis zum heutigen Tage durchlebt haben. Enttäuschungen und Niederlagen, die das Bewusstsein tiefgreifend veränderten, das revolutionäre Bewusstsein hemmten, ja sogar erschütterten. Es ist nicht übertrieben, wenn wir heute von einer chronischen Krankheit des »depressiven Kommunismus« ( nicht nur unter den Massen, sondern auch unter den Kommunisten!) sprechen - die nicht nur Russland und Albanien erfasst, sondern die ganze Welt befallen hat. Und in dieser schweren Zeit beweist sich, ob wir den langen Marsch gegen den Antikommunismus und gegen den Revisionismus durchhalten werden oder nicht. Wir Revolutionäre müssen die schwierige depressive Phase unbeirrbar durchschreiten und bei ihrer Überwindung die Schwankenden und Zögernden mit uns reißen - auch das ist für sich genommen schon ein umfangreiches »Weltprogramm«, d.h. darin muss man das Wesen unserer Generallinie begreifen, um die gegenwärtige Situation auf revolutionäre Weise zu meistern. Und wir sprechen hier nicht allein von den heutigen russischen und albanischen Revolutionären, sondern von den Revolutionären der ganzen Welt. Deswegen ist der weltweite Zusammenschluss aller Kommunisten ( und zwar ausschließlich diejenigen, die bereits den bewussten Trennungsstrich zu allen gegenwärtigen neo-revisionistischen Strömungen gezogen haben) eine so wichtige aktuelle Aufgabe.
Gerade diese schrecklichen Ereignisse, durch die das Proletariat seine Macht verlor, haben tiefe Wirkungen auf den gegenwärtigen Zustand der einstigen sozialistischen Klassen erzeugt und hinterlassen. Diese Trümmer müssen erst einmal mühselig und geduldig beseitigt werden. Der daraus entstandene Zustand ist äußerst kompliziert und zwiespältig. Das russische Proletariat hat ein ganzes Jahrhundert lang einen aufopferungsvollen Kampf mit ungeheuren Höhen und Tiefen durchlebt, hat Hungersnöte und Kriege überlebt, hat den Sozialfaschismus überlebt, wie er nirgends schrecklicher wütete. Und der Zusammenfall des verfaulten russischen Sozialimperialismus hat heute ähnliche Erscheinungen hervorgebracht, die das russische Volk wiederum zwingt, sich entweder erneut zu erheben oder zu verhungern und unterzugehen. Nach all dem muss das russische Volk nun auch noch mit dem riesigen Trümmerhaufen fertig werden, den die revisionistischen Parasiten und Blutsauger hinterlassen haben (die haben ja nicht den Kapitalismus zu neuer Blüte gebracht mit ihrer Restauration, sondern sich den Sozialismus so vollständig einverleibt, dass danach nichts mehr übrig war und alles total marode unbrauchbar geworden ist - das macht es ja nicht nur dem Kapitalismus schwer, Fuss zu fassen, sondern mit diesen revisionistischen Hinterlassenschaften wird auch der Aufbau des neuen Sozialismus konfrontiert sein - mit den verheerenden Folgen des revisionistischen Parasitismus), müssen sie mit dem internationalen Kapital fertig werden, das den mühselig geschaffenen neuen Reichtum, den es für den Wiederaufbau so dringend bräuchte, außer Landes schafft. Das Land liegt am Boden, das Volk ermattet, sucht nach Auswegen aus der schlimmen Lage, die wieder gekennzeichnet ist durch innere Kriege und durch die Bedrohung eines Krieges von außen, wenn man sich die Bush-Pläne ansieht: Atombombendrohung auf Russland. Der ganze Hass der Kapitalisten auf den Kommunismus entlädt sich voll auf das russische und albanische Volk, sollen sie für den »Schaden«, den sie den Kapitalisten bereitet haben, büßen und Racheopfer bringen. Hinzu kam die unerfüllte Hoffnung und Enttäuschung, dass die Proletarier aller anderen Länder nicht zur Revolution gelangt sind, um den Sozialismus in Russland und Albanien zu sichern. So etwas Schlimmes hat kein anderes Proletariat, kein anderes Volk jemals durchmachen müssen. Das hinterlässt tiefe Wunden in der Seele des ganzen russischen Volkes, die nicht so schnell vernarben können. Und das ist beim albanischen Volk heute nicht anders. Keiner auf der Welt kann nachempfinden, wie diesen Völkern zumute ist, denen man die Macht entriss, die sie sich so mühevoll erobert hatten. Keiner auf der Welt kann nachempfinden, wie Menschen sich fühlen, denen man das glückliche und freie Leben im Sozialismus genommen hat und die tiefste Finsternis des Kapitalismus zurückgestoßen wurden. Was man am Sozialismus gehabt hat, kann man nur ermessen, wenn man den Sozialismus verloren hat. Und das ist die andere Wirkung, die der Verlust des Sozialismus ausübt: Der westliche Kapitalismus ist keine Alternative für den einstigen Sozialfaschismus an der Macht. Er treibt das Volk vom Regen nur noch tiefer in die Traufe. Es spricht also vieles dagegen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt möglich wäre, die große proletarische Oktoberrevolution zu Ende zu führen und im zweiten Anlauf den Sturm auf die Bastionen des Imperialismus zu wagen, denn Russland ist jetzt in die Allianz des Weltimperialismus eingebunden worden und dieser schutzlos ausgeliefert. Im Balkan sieht es bei den Albanern zur Zeit nicht anders aus.
Aber es spricht trotzdem unendlich viel für eine erneute revolutionäre Erhebung in Russland und Albanien. Seit der Oktoberrevolution ist der Imperialismus inzwischen 85 Jahre älter geworden, wo die Vergesellschaftung der Produktivkräfte eine internationale Reife erfahren haben, die den weltweiten Übergang zum Sozialismus schneller, mächtiger und vollkommener gestalten lässt, als noch zu Lenins Zeiten. Der Sieg einer Revolution höheren Typus hätte also größere Chancen als zur Zeit Lenins, durch den Ausbruch anderer Revolution überlebensfähiger zu sein, aber eben auch durch die sozialistischen Erfahrungen. Die Massen in der Sowjetunion und in Albanien wünschen sich angesichts ihrer verzweifelten Lage nichts sehnlicher, als diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die sie in diese verzweifelte Lage gebracht haben - die Revisionisten! Nirgends würde konsequenter gegen den Revisionismus gekämpft werden, als gerade in diesen beiden Ländern. Und eben das sind die besten Voraussetzungen für eine Revolution höheren Typus! Nirgends würde der Sozialismus schneller aufgebaut werden können, als in denjenigen Ländern, die aus ihren Erfahrungen mit dem Verrat der Revisionisten gelernt haben. Kein anderer Sozialismus würde eher geeignet sein, das erste Kettenglied in der 2. Etappe des internationalen Sozialismus zu bilden wie der in Russland und in Albanien. Nirgends könnten mehr Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus eingebracht und genutzt werden, wie in diesen beiden Ländern. Deswegen gehören ihre Revolutionen nicht der Vergangenheit an, sondern spielen sie in der Gegenwart und Zukunft einer außerordentlich wichtige Rolle auch für das gesamte Weltproletariat und die unterdrückten Völker in der Welt für ihre Befreiung vom Weltimperialismus.
Selbst wenn sich jetzt die Klassen der ehemaligen sozialistischen Länder der Sowjetunion und Albaniens im Wesen nicht mehr von allen anderen entsprechenden Klassen in der Welt unterscheiden, weil sie wie alle anderen auch vom Weltkapitalismus ausgebeutet und unterdrückt werden, so unterscheiden sie sich doch von ihnen ganz erheblich durch ihre sozialistische Vergangenheit, wie wir das eben ausgeführt haben. Und genau deswegen unterscheidet sich auch die Revolution höheren Typs von allen anderen Revolutionen, führt für sie ein ganz besonderer Weg zur Diktatur des Proletariats, der sich von allen anderen Wegen unterscheidet. Die ehemals siegreichen Klassen des sozialistischen Albaniens und der sozialistischen Sowjetunion Lenins und Stalins haben ihre Revolutionen nicht von außen miterlebt, sondern sie haben sie selber durchgeführt. Sie verfügen daher über eigene Erfahrungen, die sie ganz anders umsetzen können, als Proletarier anderer Länder, die sich diese Erfahrungen natürlich auch zunutze machen. Der Schlüssel für den Sieg der sozialistischen Revolution höheren Typs liegt in der Überwindung des Revisionismus, in der Beseitigung derjenigen Ursachen, die zur Restauration des Kapitalismus geführt haben. Nur durch das Studium der Schwächen und Fehler des Sozialismus »in einem Lande«, die die Restauration des Kapitalismus überhaupt erst möglich gemacht haben, als auch durch das Studium der Ursachen und Bedingungen, die den Sozialismus »in einem Lande« trotz Überlegenheit des Weltkapitalismus so stark gemacht haben, ist es möglich, die historischen Faktoren für den Sieg der neuen Revolution höheren Typs zu nutzen. Nutzen können die Russen und Albaner das Studium der historischen Faktoren aber erst, wenn sie die historischen Erkenntnisse mit dem Studium der gegenwärtigen , der neuen Bedingungen richtig verbinden, denn diese gegenwärtigen Bedingungen sind die entscheidenden Bedingungen: knallharter Kapitalismus in Russland und Albanien und in der ganzen Welt und - Neo-Revisionismus, der 100 Mal schwerer zu besiegen ist als der moderne Revisionismus!
Der Kapitalismus zur Zeit der Oktoberrevolution ist nicht identisch mit dem Kapitalismus im heutigen Russland. Insofern unterscheidet sich der damalige Kampf auch von dem heutigen Kampf gegen den Kapitalismus, muss er anders geführt werden. Man darf also weder die beiden Revolutionen identifizieren, noch voneinander trennen. Es handelt sich um zusammenhängende und übereinstimmende Kettenglieder, die gemeinsame Züge, aber auch verschiedene Züge in sich vereinen. Je klarer dieser Zusammenhang erkannt wird, desto wahrscheinlicher wird auch die Richtigkeit der Schlussfolgerungen bezüglich der Bestimmung der bislang unerforschten Eigenschaften der Revolutionen höheren Typs in Russland und Albanien. Das ist die Aufgabe der marxistisch-leninistischen Parteien, die in Russland und Albanien erst wieder aufgebaut werden müssen.
Wir müssen uns als »Außenstehende« davor hüten, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die Pariser Kommune hat bis heute leider noch nicht zur einem einzigen Tag der Diktatur des französischen Proletariats in ganz Frankreich geführt, obwohl kein anderes Proletariat der Welt damals mehr Erfahrungen aus der Pariser Kommune sammeln und verwerten konnte, als das französische Proletariat selbst. Mit der Sammlung von Erfahrungen produziert man noch keine Revolution, obwohl die objektiven Faktoren dafür längst reif sind. Statt dessen siegte das russische Proletariat, obwohl es noch über keinerlei Erfahrungen - wie beispielsweise durch eine vorherige »Moskauer Kommune« verfügte - eben weil es ein neues sozialistisches Bewusstsein entwickeln konnte. Das russische Proletariat musste mühselig seinen eigenen Weg zum Sozialismus beschreiten und konnte sich erst im Verlaufe des Kampfes Erfahrungen aneignen, um die Diktatur zu sichern, woran die Pariser Kommune noch gescheitert war. Wir können also keinen Beweis dafür erbringen, dass die nächste Revolution unbedingt in Russland und Albanien stattfindet. Wünschen würden wir uns das alle, aber Wünsche allein helfen der Revolution nicht weiter. Es kann also eine Revolution ganz anderen Typs mit ebenso anderen Formen sein, die zuerst in dieser post-sozialistischen Etappe des Kapitalismus ausbrechen wird. Den größten Fehler, den wir bei falschen Schlussfolgerungen über die zu erwartenden (oder nicht zu erwartenden) Revolutionen machen können, ist, daraus eine fatalistische Methode ableiten zu wollen. Das würde uns von jeder richtigen Schlussfolgerung abhalten - und genau das ist ja der Sinn und Zweck des Revisionismus, nämlich die Methode der irreführenden Schlussfolgerungen als »schöpferische marxistisch-leninistische« Weiterentwicklung auszugeben. Diese Methode haben die Revisionisten nicht nur aus der Giftküche der II. Internationale entnommen. Das ist auch die Methode der faschistischen Ideologie, nämlich die Bedingungen der vergangenen Geschichtsepoche an die Stelle der gegenwärtigen zu setzen, um die Massen in die Irre zu führen.
Es geht in erster Linie um die konkrete revolutionäre Umgestaltung des restaurierten Kapitalismus, nachdem die Revolution höheren Typs in Russland und Albanien gesiegt hat und nicht um revolutionäre Phrasen darüber, dass alles wieder genauso gemacht werden muss wie zur Zeit der Oktoberrevolution und dass man die Ursache jeden neuen Fehlers nur darauf zurückführen bräuchte, dass man nicht buchstabengetreu nach altem Muster vorgegangen sei. Das ist dogmatisch und sektiererisch. Man darf die Etappe des Sozialismus »in einem Lande« nicht für heilig und unfehlbar erklären. In dieser historischen Etappe des Sozialismus wurde viel getan, was besser hätte unterbleiben müssen, und es wurde viel unterlassen, was hätte besser getan werden müssen, oder wäre sonst etwa die Sache des Sozialismus überhaupt schief gegangen? Wir können weder die Pariser Kommune noch den Sozialismus kopieren wie er in Russland und Albanien aufgebaut wurde - selbst die Russen und Albaner werden einen völlig neuen Sozialismus erschaffen. Je teurer dem Weltproletariat der Sozialismus in Russland und Albanien ist, um so weniger darf es sich auf ihn berufen OHNE seine Fehler unter den damaligen besonderen Bedingungen zu analysieren. Die russischen Genossen werden einen riesigen Schritt nach vorn machen, wenn sie von den Albanern lernen, z.B. was den Kampf gegen den Revisionismus betrifft. Und die Albaner werden ihrerseits einen Riesenschritt nach vorn tun, wenn sie aus dem Neo-Revisionismus Lehren gezogen haben, insbesondere den Verrat Ramiz Alias auf marxistisch-leninistische Weise analysiert haben. Vor allem darf man sich beim gescheiterten Sozialismus »in einem Lande« nicht auf die spezifischen nationalen Ursachen beschränken, sondern muss man den Blick auf den Zusammenhang mit der Weltlage, mit dem damaligen Zustand und Prozess der Weltrevolution lenken:
Der Sozialismus »in einem Lande« wurde geschlagen - es lebe der Sozialismus im Weltmaßstab! Wir sind deswegen internationale Kommunisten, weil wir durch die Zwischenstationen und Kompromisse, die die bisherige Geschichte des Sozialismus durchlaufen hat, und die nicht von den Klassikern, von uns Kommunisten so gedacht waren, klar das Endziel vor Augen behalten - die Weltrevolution. Wir Kommunisten dürfen uns nicht einbilden, sobald wir uns international einig geworden seien, könnten wir alle kommenden Zwischenstationen und Kompromisse überspringen, sei die Sache der Weltrevolution abgemacht für den Tag »X«. Und wenn wir dann morgen ans Weltruder kämen, würde übermorgen der Weltkommunismus eingeführt werden. Und wenn das nicht so nach unseren Wünschen liefe, würden wir »keine echten« Kommunisten sein. »Kindliche Naivität, die Ungeduld als einen theoretisch überzeugenden Grund anzuführen!« (Marx/Engels, Bd. 18, Seite 533, dt. Ausgabe). Das wäre der Kommentar der Klassiker.
Natürlich würde bei solcher »Holzhammer« - Betrachtungsweise eine Enttäuschung nur die andere ablösen, solange man nicht die unvermeidlichen historischen Verhältnisse des Sozialismus in Russland und Albanien begreifen will, sondern zufälligen Fehlern einzelner zuschreibt. Man muss nach dem gescheiterten Sozialismus endlich aufhören, sich in gegenseitigen Anklagen, Beschuldigungen und Vorwürfen zu verlieren. Wenn etwas sicher ist, dann wohl die Tatsache, dass die Albaner und Russen eine geraume Zeit der Regeneration und Sammlung ihrer revolutionären Kräfte überwunden haben, und dass jeder verfrühte wie auch verspätete Versuch einer Revolution neuen Typs mit einer noch furchtbareren Niederlage enden würde - eben wenn dafür noch nicht ausreichend die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen worden sind; beziehungsweise die herangereifte revolutionäre Situation nicht rechtzeitig erkannt wurden - und es den Neo-Revisionisten ein Leichtes wäre, die erneute Erhebung des russischen und albanischen Volkes im Keim zu ersticken. Dreh- und Angelpunkt ist und bleibt natürlich die Voraussetzung einer zur Durchführung der Revolution befähigten marxistisch-leninistischen Partei.
Aus Angst vor falschen Schlussfolgerungen werden wir Marxisten-Leninisten selbstverständlich nicht darauf verzichten, überhaupt Schlüsse zu ziehen, selbst wenn wir sie noch nicht beweisen können. Beweisbar ist der Marxismus-Leninismus natürlich erst durch die Praxis. Unsere Hypothesen können wir schließlich und endlich nur durch die bereits praktisch gelöste Weltrevolution unter Beweis stellen. Aber wozu bräuchten wir dann überhaupt unsere marxistisch-leninistische Theorie, wäre sie dann nicht völlig überflüssig? Ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis. Also brauchen wir die Theorie, weil wir aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Tatsachen eben noch nicht im Stande sind, die sozialistische Revolution höheren Typus zu erklären; weil uns eben noch keinerlei Erfahrungen hierüber zur Verfügung stehen; weil wir eben nicht die Frage der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats auf gleiche Weise lösen können wie einst die Frage der Eroberung der Diktatur des Proletariats. Wir haben es schließlich mit einer ganzen neuen Etappe des post-sozialistischen Kapitalismus zu tun, deren Faktoren Lenin und Stalin unbekannt waren, als sie die Revolutionstheorie von Marx und Engels weiterentwickelten. Und auch Enver Hoxha hat uns keine Antwort mehr darauf geben können, wie das albanische Proletariat heute seinen Sozialismus zurückerobern soll, OBWOHL der albanische Sozialismus schon ein anti-revisionistischer Sozialismus - also ein qualitativ höher entwickelter Sozialismus war durch die siegreichen Lehren aus dem revisionistischen Verrat an der Sowjetunion Lenins und Stalins und die Kritik an allen revisionistischen Strömungen - einschließlich des Maoismus. Die anti-revisionistische Kritik hat aber die albanischen Revisionisten nicht davon abgehalten, die albanische Diktatur des Proletariats trotzdem zu zerschlagen, Im Gegenteil die anti-revisionistische Kritik war genau das richtig greifende Tarninstrument, mit dem Ramiz Alia sogar das geschulte albanische Proletariat überrumpelte, das davon nicht nur gewusst hatte wie der chinesische Revisionismus die anti-revisionistischen Kritik and der Sowjetunion und Jugoslawiens dazu missbrauchte, Macht über Albanien auszuüben, sondern das die maoistische Gefahr auch praktisch siegreich abgeschüttelt hatte. Insofern war das albanische Proletariat von Enver Hoxha bereits mit dem nötigen Rüstzeug ideologisch ausgestattet worden, um mit der revisionistischen Gefahr, die hinter dem vorgetäuschte Anti-Revisionismus lauerte, im eigenen Land fertig zu werden. Allein dies macht deutlich, dass Albanien auf dem alten Weg der Volksrevolution so einen qualitativ stärkeren Klassengegner heute unmöglich besiegen kann.
Die alte Form der Sowjetmacht kann nicht vom Embryo-Zustand der Februarrevolution direkt in eine neue Form verwandelt werden, um - wie geschehen - dann im Triumphzug der Oktoberrevolution schnell heranzuwachsen. Die alte Sowjetmacht wurde zerstört, aber nicht vollständig. Wir sprechen daher eher von verschütteten Überresten, die man unter den Trümmern des Revisionismus und heutigen Kapitalismus wieder ausgraben und vom Unrat säubern kann. Die Sowjetmacht wird also nicht nur aus dem Schoß der alten revisionistisch-kapitalistischen Gesellschaft geboren, sondern übernimmt sozusagen das Erbgut der alten Sowjetmacht, kann sie sich darauf stützen. Der Sozialismus in Russland und in Albanien hat solche Erbteile hinterlassen, hat solche Menschen hinterlassen, durch die es dem Kapitalismus von heute schwerer fallen wird, dort wieder Fuss zu fassen, als irgendwo anders auf der Welt, obwohl die Kollaboration der Revisionisten mit den Imperialisten eine jahrzehntelange Geschichte hat. Das heisst, dass der revolutionäre Weg zur Entfaltung der neuen Sowjetmacht durch revolutionäre Methoden abgekürzt vonstatten gehen kann, wobei der albanische Entwicklungsweg dank der Existenz und Hilfe der Sowjetunion ohnehin in seinem Geburtsstadium verkürzt und reichhaltiger ausgestaltet werden konnte. So sind also gute Voraussetzungen für die Erreichung einer höheren Stufe des Sozialismus in einem Land dort gegeben, wo nicht nur die Triebkräfte der Überwindung des restaurierten Kapitalismus zum Tragen kommen, sondern auch die Gesetze des alten Sozialismus »in einem Lande«. Die russischen und albanischen Arbeiter machten ihre eigene sozialistische Geschichte, aber sie machten diese Geschichte nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen:
»Proletarische Revolutionen (...) kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eigenen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von Neuem anzufangen, verhöhnen grausam gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von Neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht (...) » (Marx/Engels, Bd. 8, Seite 118, »Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, dt. Ausgabe).
Diese Merkmale werden bei keiner anderen Revolution weiter heraustreten, als bei der sozialistischen Revolution neuen Typs.
»Die Totenerweckung in jenen Revolutionen diente also dazu, die neuen Kämpfe zu verherrlichen, nicht die alten zu parodieren, die gegebene Aufgabe in der Phantasie zu übertreiben, nicht vor ihrer Lösung in der Wirklichkeit zurück zu flüchten, den Geist der Revolution wiederzufinden, nicht ihr (revisionistisches- die Redaktion) Gespenst wieder umgehen zu machen« (ebenda, Seite 116).
Ein neuer Sozialismus, der sich aufbaut auf dem alten Sozialismus, hat bahnbrechende neuere wertvollere Eigenschaften und Merkmale, als jeder neue Sozialismus, der nicht auf eine eigene sozialistische Vergangenheit zurückblicken kann. Die sozialistische Revolution des 21. Jahrhunderts kann aus der Vergangenheit schöpfen, und das unterscheidet sie von der Oktoberrevolution. Eine Revolution, die sich auf eine Revolution stützen kann, die bereits über den Kapitalismus gesiegt hatte, wird beim zweiten Anlauf gegen den Kapitalismus natürlich für einen größeren und vollkommeneren Sieg bessere Voraussetzungen mit sich bringen. Wir charakterisieren die erneute Revolution deswegen als eine Revolution »höheren Typs«, weil sie die Niederlage durch den Revisionismus durch einen Sieg über den Neo-Revisionismus überwinden kann und damit der Weltrevolution greifbar nah heranrückt »von der Utopie zur Wissenschaft«. In dem Moment, wo in Albanien und Russland das Problem des Neo-Revisionismus gelöst ist, können diese beiden Länder auch ihre internationalen Aufgaben zu Ende führen, an die sie der Revisionismus gehindert hat. Dadurch wirkt also die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats stark auf die Entfaltung der Weltrevolution, wahrscheinlich in einem noch größeren Maße, als dies jede andere neue Diktatur des Proletariats in der neuen Welt des internationalen Sozialismus kann. Darin liegt die Bedeutung der Revolution höheren Typs, dass sie das am besten vollenden kann, was die Oktoberrevolution begonnen hat, indem sie unter den leidvollen Erfahrungen des Revisionismus an der Macht einen Schlussstrich ziehen kann. Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats bedeutet nicht die Beendigung des Klassenkampfes, sondern seine Fortführung auf höherer Stufe. Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist der Klassenkampf des Proletariats, das eine Niederlage erlitten und damit die politische Macht gegenüber der Bourgeoisie, gegenüber dem Revisionismus vorübergehend eingebüßt hat, Das russische und albanische Proletariat wurden zwar besiegt, aber nicht vernichtet; sie sind nicht verschwunden, sie haben nicht aufgehört, den Klassenkampf fortzusetzen, und den Widerstand der Bourgeoisie gegen die Zurückeroberung der Diktatur zu brechen.
Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist nicht nur Gewalt gegenüber den Kapitalisten,den neuen und alten Revisionisten , also diejenigen, die dem Proletariat die Macht einst entrissen haben und sogar nicht einmal hauptsächlich Gewalt. Die ökonomische Grundlage dieser revolutionären Gewalt, die Bürgschaft ihrer Lebensfähigkeit und ihres Erfolges bestehen darin, dass das Proletariat in Russland und Albanien einen höheren Typus der gesellschaftlichen Ordnung der Arbeit im Vergleich zum Sozialismus in der ersten Phase repräsentiert und verwirklicht. Die Verhinderung der erneuten Restauration des Kapitalismus durch diese Diktatur des Proletariats neuen Typs ist das Wesentliche. Darin liegt die Quelle für den unausbleiblichen, vollen Sieg des Kommunismus. Die Russen und Albaner haben die besten revolutionären Führer des Sozialismus hervorgebracht, und sie werden weiter hervorragende Führer des neuen Sozialismus hervorbringen. Es wird noch sehr viel in den Schubladen verborgen gehalten sein, was den Ruhm dieser Führer noch vergrößern wird. Davon sind wir fest überzeugt. Nur durch unseren Klassenkampf werden wir diese verborgenen Dokumente als historische Schätze unserer neuen Revolution zuführen können. Die Verdienste der sozialistischen Gesellschaft sind unauslöschlich und wir werden sie durch unsere neuen Siege ehren. Zurückgreifend auf die Worte Lenins über die Diktatur des Proletariats können wir zur zurückeroberten Diktatur des Proletariats sagen:
Der Kampf um die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist ein zäher, blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf für die Wiederherstellung der Macht und Tradition der alten sozialistischen Gesellschaft. Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen Menschen der ehemaligen Sowjetunion und des ehemaligen Albaniens sind die unüberwindlichste Macht, mit der der restaurierte Kapitalismus zu kämpfen hat. Ohne eine eiserne und im anti-revisionistischen Kampf gestählte Partei, ohne eine Partei, die das Vertrauen alles dessen zurückgewinnt, was in der Klasse ehrlich dem Sozialismus treu geblieben ist, ohne eine Partei, die es nicht verlernt hat, die alten sozialistischen Stimmungen der Massen zu reaktivieren und zu festigen und zu erneuern, ist es unmöglich, einen Kampf zur Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats zu führen. Es ist tausendmal leichter, den alten Zarismus oder den westlichen Kapitalismus oder gar einen alten Chruschtschowianer zu besiegen, als die Neo-Revisionisten, die tagtäglich, unmerklich, unfassbar jene zersetzende Tätigkeit vorantreiben, die ihrem Ziel der erneuten Restauration des Kapitalismus dienen werden. Deswegen kann nur eine Revolution höheren Typs siegen, die gegen die Theorie des Neo-Revisionismus gewappnet ist.
Also: Besser eine neue Theorie der Revolution höheren Typs, die sich mit der Zeit vielleicht als unrichtig erweisen sollte, als gar keine Theorie, und außerdem besser als eine alte Revolutionstheorie, die aus den Köpfen der Revolutionäre nicht weichen will und der Entwicklung der neuen Revolutionstheorie nicht Platz macht. Gegenwärtig ist es ja leider nicht so, dass wir uns mit 1000 neuen marxistisch-leninistischen Revolutionstheorien tot schmeißen könnten, sondern die Realität sieht eher so aus, dass wir gegen 1000 verschiedene anti-revolutionäre, konterrevolutionäre Theorien zu kämpfen haben, die sich zum Teil als »Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus« präsentieren - ohne dass wir dabei selber die eigene marxistisch-leninistische Revolutionstheorie halbwegs befriedigend weiter entwickelt haben. Wie kann sich aber die Welt vermittels einer Weltrevolutionstheorie umwälzen, wenn diese Weltrevolutionstheorie »sich nicht selbst« umwälzen lassen will, wenn sie zum Dogma erstarrt, also tot ist?
Während des Ausbruchs der Revolution bleibt nicht genug Zeit für die gründliche Ausarbeitung der Theorie. Diese Arbeit muss vorher abgeschlossen sein. Unter diesem praktischen Gesichtspunkt heisst das: Sehen wir auf Grund der neu zu entwickelnden Theorie der Revolution höheren Typs die revolutionären Ereignisse voraus, dann ist das bereits ein Beweis für ihre Richtigkeit, ein entscheidender Beweis sogar. In diesem neuen Licht müssen wir die Klassiker immer mit einer aktuellen Brille wieder und immer wieder studieren auf der Suche nach Antworten für unsere heutigen Fragen, um daraus das wichtige Kettenglied zu entnehmen, das uns den Weg zur Revolution höheren Typs öffnet. Wir müssen als dialektische und historische Materialisten begreifen, dass der Unterschied zwischen der Oktoberrevolution und der Weltrevolution nicht nur ein reines quantitatives oder geographisches Hinüberwechseln von der »nationalen« zur internationalen Ebene darstellt, wo man die Erfahrungen und die Theorie der Oktoberrevolution nur mechanisch auf eine internationale Ebene zu projezieren braucht, sondern als Marxisten-Leninisten erkennen wir die neue Aufgabe der zu entwickelnden Theorie der Weltrevolution darin, dass es sich hier um einen qualitativen Sprung handelt, um eine qualitativ höhere Theorie der Revolution, durch die sowohl die »nationale« als auch die internationale Ebene qualitativ nicht mehr die gleichen Ebenen sein können, wie sie es noch zu Lenins, Stalins und Enver Hoxhas Zeiten waren. Genauso haben die Klassiker ihrerseits neue Hinweise aus den historischen Erkenntnissen herauslesen und das Wesen der Sache heraus arbeiten können, um mit den so gewonnenen Verallgemeinerungen wieder die ungelösten konkreten Fragen der Gegenwart theoretisch neuartig zu beantworten. So gab Lenin z.B. als historisches Kriterium für die Rechtmäßigkeit einer Revolution folgendes, erstaunlich hartes Urteil ab:
»Ob wir die Macht zu halten verstehen werden? Wenn nicht, dann war die Eroberung der Macht historisch unrechtmäßig« (Lenin, Bd. 29, Seite 6).
Was heisst das heute für die Weltrevolution? Wenn wir es nicht verstehen, die Macht des Weltproletariats zu halten, dann wird die Eroberung der Weltmacht des Proletariats historisch zum Scheitern verurteilt sein. Die Eroberung ist historisch nicht maßgebend, sondern die Macht zu halten, ist das Wesentliche und schwieriger zu Bewerkstelligende. Dass diese Frage vor der Weltrevolution und nicht nach der Eroberung der Macht völlig geklärt sein muss, das hat die Niederlage des Sozialismus in ihrer ersten, in ihrer vergangenen Periode leidvoll bewiesen. Deswegen muss die Theorie der Revolution höheren Typus, die Theorie der Weltrevolution, eben diese Fehler vermeiden, die dazu führen, dass sich das im Weltmaßstab wiederholt, was bereits durch die Niederlage des Sozialismus »in einem Lande« leidvoll bewiesen wurde. Das ist es eben, was wir aus dem harten Urteil Lenins über die Eroberung der Macht entnehmen, und woraus wir lernen. Lenin kann uns keine fertigen Antworten geben, aber er hilft uns, die Antworten zu finden, die ganz allein nur wir Marxisten-Leninisten heute erarbeiten. Wir werden eine Theorie der Weltrevolution entwickeln, die sich nicht nur mit dem Beweis der hohen Wahrscheinlichkeit der Eroberung der Macht zufrieden gibt, sondern wir werden es zu »verstehen« lernen (im Sinne von » vorzeitig plausibel darzulegen«), wie denn überhaupt die Macht besser als in der Vergangenheit gehalten werden kann. Eben darin liegt die historische Rechtfertigung der marxistisch-leninistischen Theorie vor der Weltrevolution, wird diese historisch tatsächlich erst gerechtfertigt. Um also die Rechtmäßigkeit der Oktoberrevolution historisch rechtfertigen zu können, sind wir Marxisten-Leninisten heute verpflichtet, die Oktoberrevolution dadurch zu Ende zu führen, dass wir den Sieg der Weltrevolution erringen. Den bürgerlichen Historikern haben wir gar nichts zu beweisen, denn sie sind so oder so im Unrecht, aber zu beweisen haben wir uns Marxisten-Leninisten, dem ganzen Weltproletariat zusammen mit den ehemaligen Sowjetvölkern und dem albanischen Volk, dass es durch den Kampf für die Weltrevolution gerechtfertigt ist, die Macht in Russland und Albanien zurückzuerobern und dass sie es deswegen auch verstehen werden - trotz des Verrats der Revisionisten - die verlorene Macht zurückzugewinnen und sie endgültig halten.
Mit reiner Buchstabengelehrsamkeit können wir uns also nicht in die Klassiker hineinversetzen, wie sie an die theoretische Lösung der Frage der Revolution herangegangen sind - das können wir erst in Verbindung mit dem marxistisch-leninistischen Studium der gegenwärtigen Bedingungen begreifen. Die Revolution höheren Typs induktiv beweisen durch Tatsachen können wir selbstverständlich noch nicht, aber wir können ihre Gesetzmäßigkeit deduktiv aus der marxistisch-leninistischen Revolutionstheorie weiter entwickeln, indem wir ihren historischen Bezug zur Gegenwart über den Weg des Herausarbeitens des Wesensgehaltes herstellen. Insofern ist die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats eine abgeleitete, höhere Form der Eroberung der Diktatur des Proletariats, eine höhere Form des Weges zur Weltrevolution und damit schließt sich der Kreis. Wenn die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats der Hauptinhalt der Revolution höheren Typs ist, dann besteht die notwendige Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus darin, die Zurückeroberung als praktische Aufgabe theoretisch auszuarbeiten, zu begründen und zu konkretisieren. Nur durch die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist es möglich, in der Sowjetunion und Albanien und in der ganzen Welt den Weg in die klassenlose Gesellschaft fortzusetzen. Die Frage der Weltdiktatur des Proletariats kann nicht ohne die Frage der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats gelöst werden, auch umgekehrt nicht. Beide Fragen sind Bestandteil der Lösung der Aufgabe durch alle Proletarier, nämlich ihre Diktatur in jedem Land zu errichten, damit sie in einem Lande doch noch gehalten werden kann, womit die Oktoberrevolution historisch endgültig gerechtfertigt sein wird.
Die Theorie der Revolution höheren Typs gründet sich auf der marxistisch-leninistischen Lehre von der Permanenz, von der ununterbrochenen Revolution, indem sie die von den Revisionisten hergestellte Phase der Beendigung des Sozialismus »in einem Lande« überwindet und überleitet in die neue Phase des Sozialismus »in allen Ländern«. Insofern ist die Revolution höheren Typs die Fortsetzung der Oktoberrevolution und der albanischen Volksrevolution im Weltmaßstab und nicht nur eine Revolution zur Fortsetzung des Sozialismus in Russland und Albanien; wird sie ein unverzichtbares Kettenglied zwischen dem untergegangenen Sozialismus »in einem Lande« und dem erwachenden Sozialismus auf internationaler Ebene.
»Die Oktoberrevolution war eine Probe für die proletarische Weltrevolution«, sagte Lenin 1919 (Lenin, Bd. 29, Seite 138, dt. Ausgabe).
Die Revolution neuen Typs wird somit eine zur Weltrevolution hinüber wachsende Revolution. Damit löst diese neue Revolution die Vollendung der Oktoberrevolution und der Volksrevolution in Albanien sozusagen »nebenbei«, auf dem Weg zur Weltrevolution. Die Hauptaufgabe der Revolution höheren Typs besteht darin, eine Diktatur des Proletariats höheren Typs hervorzubringen, die fähig und willens ist, die verlorengegangene Ökonomie des Sozialismus nicht nur wieder herzustellen, sondern sie auf eine höhere Stufe zu entwickeln. Nur die fertigen Formen, die aus dem Schoß dieser neuen sozialistischen Ordnung heranreifen, werden durch die Weltrevolution zur Grundlage jener Formen des Weltso