10.

Lehren aus der Geschichte der Kommunistischen Internationale

und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung

( u.a. unter besonderer Berücksichtigung der kritischen Beurteilung des VII. Weltkongresses der Komintern

und der Rolle Dimitroffs)



    Die Geschichte der Kommunistischen Internationalen und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ist die Geschichte der Weltrevolution. Sie ist die Geschichte eines erbitterten Klassenkampfes zwischen dem Weltproletariat und der Weltbourgeoisie, zwischen der neuen Welt, die die alte Welt begraben wird, weil sie anders nicht mehr leben kann und der alten, die sich weigert, begraben zu werden, solange das Weltproletariat ihren Tod noch nicht herbeiführen konnte, um die alte Welt von ihrem aussichtslosen Überlebenskampf zu erlösen. Die Geschichte zeigt uns auf, wie die Kommunistischen Internationalen und die marxistisch-leninistische Weltbewegung für die neue Welt gekämpft haben und wie die bürgerlichen Parteien dagegen gekämpft haben, sie ist somit eine Geschichte der Weltrevolution im Kampf gegen die Weltkonterrevolution. Studieren wir von Anfang bis Ende und in den einzelnen Etappen der Weltrevolution den Verlauf der historischen Frontlinie zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat und ihre Parteien auf nationaler und internationaler Ebene, dann wissen wir, wie stark und wie schwach die Klassenkräfte und ihre Parteien in der Welt im allgemeinen und in den einzelnen Ländern im Besonderen an den einzelnen historischen Frontabschnitten waren, bis wohin das Weltproletariat mit seinen Parteien jeweils vorgedrungen ist, und an welcher Stelle des historischen Wendepunktes es dem Klassenfeind gelang, dieses Vordringen zu stoppen und bis wohin er das Weltproletariat und seine Parteien zurückschlagen konnte, also in welchem Verhältnis sich sich der Klassenkampf zwischen diesen beiden Weltkräften entwickelt hat und wie sich dieses Verhältnis zwischen ihren Parteien auf nationaler und internationaler Ebene ausgedrückt hat. Die Geschichte der Kommunistischen Internationalen und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ist die Geschichte des Kommunismus im Kampf gegen den Anti-Kommunismus. Dieser Kampf wurde offen und versteckt geführt. Der Revisionismus entstand, als der Marxismus schon über die offenen Feinde gesiegt hat. Der Neo- Revisionismus entstand, als der Marxismus-Leninismus über die offenen Feinde des modernen Revisionismus gesiegt hatten. Die historischen Lehren des internationalen Kommunismus können nur als gehärtete, unbesiegbare Waffe für eine starke neue marxistisch-leninistische Weltbewegung geschmiedet werden im lodernden Feuer des internationalen Kampfes gegen den Revisionismus, was nur auf eine Weise, auf marxistisch-leninistische Weise möglich - und zwingend notwendig - ist : Trennung zwecks Befreiung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung vom neo-revisionistischen Einfluss, der in Worten Anti-Revisionismus bedeutet, aber in Taten die Marxisten-Leninisten daran hindert, den Kampf gegen den Revisionismus international zu Ende zu führen.

    Das ist die wichtigste Lehre, die wir aktuell aus der Geschichte der Kommunistischen Internationalen und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ziehen können. Wir haben die Tür zu unserer Geschichte aber erst einen kleinen Spalt geöffnet. Das Meiste ist uns noch verborgen geblieben und die Wiederentdeckung der Komintern ist eine dringende, unaufschiebbare Aufgabe geworden, die über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Hätten diejenigen, die die Komintern aufgelöst haben, die Lehren daraus gezogen, dann hätten wir bereits seit über 50 Jahren wieder eine Kommunistische Internationale gehabt. Daran haben uns aber nicht allein die Revisionisten gehindert, sondern auch wir selbst haben dieser Frage nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet.

    Ein großer Fehler ist, die Auflösung der Komintern damit zu begründen, dass das Ziel der Oktoberrevolution nun bereits erreicht sei, und alle kommunistischen Parteien nun »reif« genug geworden seien, über soviel Einfluss auf die Millionenmassen zu verfügen, dass es möglich sei, von nun ab ohne Kommunistische Internationale, ohne die Oktoberrevolution, ohne die sozialistische Revolution im eigenen Land, den Sozialismus in den einzelnen Ländern, im sozialistischen Lager und dann in der ganzen Welt anzustreben. Es war eine Auflösung, die in Zukunft keine Verwendung mehr für die Internationale vorgesehen hatte. Kein Wort bei der Auflösung, ob die Komintern nur aus »momentanen Gründen«, »vorübergehend« überflüssig geworden sei oder überhaupt nicht mehr, also grundsätzlich nicht mehr gebraucht werden würde. Muss man das noch kommentieren oder wird daraus klar, was mit Auflösung gemeint war?! Wozu eine Komintern, wenn man eine starke Sowjetunion im »Sturmgepäck« hat? Wie sollte aber eine Sowjetunion eine für vollendet erklärte Oktoberrevolution überleben, wenn doch nur der internationale Sieg der Oktoberrevolution den Sozialismus in einem Lande garantieren kann? Jeder muss das bei der Auflösung der Komintern gewusst haben, denn darauf beruhten die Ideen Lenins und Stalins, darauf beruhten ALLE Beschlüsse der Komintern. Die Sowjetunion als Garant für die Zukunft zu sehen, die Oktoberrevolution nicht als Beginn, sondern als »Vollendung der Weltrevolution« anzusehen, das internationale Wesen der Oktoberrevolution zu entstellen im eigenen Land den friedlichen Weg zu propagieren auf einem friedlichen Weg zum Weltsozialismus zu gelangen in friedlicher Koexistenz mit der Weltbourgeoisie - das waren die Revisionisten, denn eine Komintern konnte ihrem Vorhaben nur schaden. Stalin hingegen bewies mit der Gründung der Kominform, dass er gar nicht an eine endgültige Auflösung der Komintern gedacht hatte.

    Was aber wäre die historische Aufgabe der Komintern gewesen, warum war ihre Auflösung zum damaligen Zeitpunkt so fatal?

    a) Es wäre die historische Aufgabe der Kommunistischen Internationale gewesen, den Revisionismus an der Machtübernahme zu hindern, den weltweiten Kampf gegen den Revisionismus zu entfalten, um den Sozialismus voranzutreiben und seinen Sturz zu verhindern.

    b) Es wäre die Aufgabe der Komintern gewesen, das revisionistische Lager zu zerschlagen und die Oktoberrevolution fortzusetzen als Weltrevolution durch die Vereinigung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung.

    c) Es wäre die Aufgabe der Komintern gewesen, die von den Revisionisten geschaffene Erholungsphase des Weltkapitalismus, die Unterbrechung des Sozialismus, seine Spaltung in eine erste und zweite Etappe, zu verhindern oder zumindest zur Fortsetzung der Oktoberrevolution nutzen müssen.

    Diese Aufgabe konnte die Komintern durch ihre Auflösung nicht erfüllen und so kam es wie es kommen musste. Das Aufbauwerk der Komintern wurde zerstört, bevor es dieses vor dem Revisionismus verteidigen konnte. Je stärker der Revisionismus heranwuchs, desto schwerer war es für die Marxisten-Leninisten, dieses Aufbauwerk der Komintern fortzusetzen, desto schwieriger wurde der Kampf gegen den Revisionismus, desto schwieriger wurde der Wiederaufbau der Komintern.

    Mit der Auflösung hat die Komintern den Weg der Oktoberrevolution vorübergehend aufgegeben, den die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha mit dem sozialistischen Albanien fortgesetzt hat. Aber es ist das Wesen des Marxismus-Leninismus, dass sich die marxistisch-leninistische Weltbewegung stets ihr neues bewusstes, revolutionäres Weltzentrum herausbildet und den Spontaneismus der Bewegung überwindet, denn ohne ein revolutionäres Weltzentrum kann das Proletariat in der Weltrevolution nicht endgültig siegen, wird die marxistisch-leninistische Weltbewegung zum Scheitern verurteilt. So wurde trotz des Revisionismus an der Macht die Fahne der Weltrevolution vorangetrieben, ebenso nach der Niederlage des sozialistischen Albaniens, und so wird es auch in Zukunft sein - stets wird das Banner der Weltrevolution durch ein neues Weltzentrum erhoben und vorangetrieben, wobei es gar nicht im Interesse dieser revolutionären Weltbewegung ist, »dass die Arbeiter irgendeiner einzelnen Nation an ihrer Spitze marschieren - aber doch einen ehrenvollen Platz in der Schlachtlinie einnehmen« (Engels, Bd. 18, Seite 516/517, dt. Ausgabe).

    Das wichtigste Kettenglied der neuen marxistisch-leninistischen Weltbewegung zur Fortsetzung des Weges der Oktoberrevolution war das Albanien des Genossen Enver Hoxha auf der Moskauer Beratung. Von da bildete es sich also als wichtigstes Kettenglied der Weltrevolution zur Durchbrechung der revisionistischen Kette heraus. Der Erbauer der anti-revisionistischen Weltkette war Enver Hoxha. In dieser Kette entpuppte sich aber ein solches revisionistisches Kettenglied, das erst versteckt und dann offen die anti-revisionistische Kette spaltete - der chinesische Revisionismus. Das hat die anti-revisionistische Kette mit dem Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats geschwächt durch den Neo-Revisionismus. Die Komintern/ML hat diese anti-revisionistische Kette des Genossen Enver Hoxha dem Neo-Revisionismus entrissen und wieder in die Hand genommen, um ein Kettenglied nach dem anderen wieder zurückzuerobern. Wir werden durch den Aufbau der Komintern/ML die revisionistische Kette an ihrem schwächsten Kettenglied durchbrechen, und den wahren Kommunisten in der Welt helfen, sich Schritt für Schritt vom Revisionismus zu befreien.

    Die marxistisch-leninistischen Parteien zur Konsultationen, zu Beratungen, zu Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit zu bringen, sie fähig zu machen für koordinierte Aktionen, ihr gemeinsames Band allmählich reifen zu lassen, das waren die Vorbereitungsarbeiten des Genossen Enver Hoxha für die Organisierung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, in der vor allem noch junge und unerfahrene Parteien herangebildet werden mussten. Enver Hoxha tat dies, um die zukünftige Kommunistische Internationale nicht überflüssig zu machen (das wäre revisionistisch!), sondern um in geduldiger Überzeugungsarbeit für ihre Gründung eine gemeinsame, solide Voraussetzung zu schaffen. Insofern betrachten wir nicht uns, sondern in Wahrheit den Genossen Enver Hoxha als Gründer der Komintern/ML, der diese Aufgabe aber nicht zu Ende führen konnte. Jeder kann sich davon überzeugen; - alles was er tat und dachte, diente nur dem einen Ziel, die Verschmelzung der Zusammenarbeit der marxistisch-leninistischen Parteien, was nichts anderes heisst als das Endziel einer Kommunistischen Internationale, die eng mit dem führenden Zentrum der Weltrevolution - Albanien verknüpft ist, so wie einst die Kommunistische Internationale mit der Partei der Bolschewiki verknüpft war, mit der Sowjetunion Lenins und Stalins. Dies von uns erkannt, wird die Neo-Revisionisten höchstwahrscheinlich veranlassen, Enver Hoxha »gegen uns« mit Buchstaben verteidigen zu müssen.

    Welche historische Etappen durchliefen die Internationalen?

    Die I. und II. Internationale wurden aufgebaut in der Zeit des aufstrebenden Weltproletariats, wobei die erste mit der Pariser Kommune endete und die Oktoberrevolution war ein Sieg über den Verrat der II. Internationale. Die III. Internationale wurde nach dem den Verrat der II. Internationale mit der Sowjetunion aufgebaut und wurde aufgelöst, als sich die rechte Abweichung breit machte, die für den späteren Verrat des Revisionismus ausgenutzt wurde. Die Komintern/ML wurde im Kampf gegen den Neo-Revisionismus errichtet, der die marxistisch-leninistische Weltbewegung zersetzte, die Albanien aufgebaut hatte. So blieb der Komintern/ML nichts übrig, als ihre weltrevolutionäre Aufgabe ohne sozialistisches Weltzentrum zu beginnen. Die Komintern/ML ist das anti-revisionistische Bollwerk der Weltrevolution in der heutigen Etappe des internationalen Klassenkampfes, indem sie

    a) die Sowjetunion Lenins und Stalins UND das sozialistische Albanien Enver Hoxhas verteidigt

    b) die ganze hinter uns liegende Etappe des Sozialismus »in einem Lande« verteidigt durch die Unterstützung der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats als wichtige Aufgabe zur Lösung der vor uns liegenden Etappe des Weltsozialismus

    c) den begonnenen Aufbau des sozialistischen Lagers fortsetzt und als vollendeter Sieg über den Revisionismus, der das sozialistische Lager zum Scheitern verurteilte.

    d) die Vollendung der Oktoberrevolution anstrebt, mit der die Weltrevolution erst begonnen hatte, was nichts anderes heisst, die Weltrevolution zum Sieg zu führen im Kampf gegen den Neo-Revisionismus.

    Was lehrt uns die Geschichte der Komintern?

    1. Sie lehrt uns, dass die Oktoberrevolution dem Weltproletariat die Aufgabe gestellt hat, die Weltrevolution zum Sieg zu führen, d.h. das Werk der Komintern zu vollenden, indem wir ihre Fehler überwinden, die zu ihrem Scheitern führten:

    2. Das Weltproletariat muss im Geiste des proletarischen Internationalismus zur Eroberung der Weltmacht erzogen werden.

    3. Es sind Reserven des Weltproletariats auszubilden und heranzuziehen.

    4. Es ist ein Bündnis der Proletarier einzelner Länder, benachbarter Länder, aller Kontinente, aller Länder der ganzen Welt herzustellen.

    5. Es sind feste Verbindungen zu den nationalen Befreiungsbewegungen der vom Weltimperialismus unterdrückten Völker zu schaffen.

    Um diese Aufgaben zu bewältigen, braucht man eine neue Kommunistische Internationale, die das Werk der Komintern fortsetzt, braucht man eine revolutionäre Weltpartei, »die kühn genug ist, die Proletarier in den Kampf um die Macht zu führen, die genügend Erfahrungen hat, um sich in den komplizierten Verhältnissen der revolutionären Situation zurecht findet, und genügend Elastizität besitzt, um Klippen jeder Art auf dem Wege zum Ziel zu umgehen« (Stalin, Geschichte der KPdSU(B), Seite 441, dt. Ausgabe).

    Ohne die Komintern/ML, ohne eine neue Weltpartei, die sich die Lehren der Komintern zu eigen gemacht hat, ist an einem Sturz des Weltimperialismus, ist an einem Sieg der Weltrevolution, ist an die Eroberung der Weltdiktatur des Proletariats gar nicht zu denken.

    Der Kampf gegen den Opportunismus um die Schaffung der marxistischen Lehre der Weltrevolution, der internationalen historischen Mission des Weltproletariats, begann schon im Kommunistischen Manifest in der I. und II. Internationale. Die III. Komintern wurde zum Schluss ihres Wirkens in verkappter Weise durch rechte Abweichler missbraucht, um den revolutionären Kurs der Komintern Lenins und Stalins zu unterlaufen, zwischen Lenin und Stalin einen Keil zu treiben und sie gegeneinander auszuspielen. Die soziale Basis war hierfür das internationale konterrevolutionäre Bündnis zwischen alter Arbeiteraristokratie und kleinbürgerlicher Intelligenz des Weltimperialismus in Kollaboration mit dem konterrevolutionären Bündnis der neuen Arbeiteraristokratie und der kleinbürgerlichen Intelligenz, die sich im sozialistischen Land herausbildeten, also die soziale Basis des Bündnisses der äußeren und inneren Feinde gegen die Diktatur des Proletariats. Trotz erbitterten Widerstandes setzten sich später die Revisionisten mit der Stärkung dieser sozialen Basis an die Macht, liquidierten die Komintern, zerschlugen das revolutionäre Zentrum des Weltproletariats, die Sowjetunion Lenins und Stalins und stellten sich an die Spitze der Volksdemokratien, um deren Weg zum Sozialismus, den Weg des sozialistischen Lagers zu verhindern. Die III. Komintern wurde aufgelöst, ebenso die Kominform, u.a. das internationale Bündnis Stalins gegen den Tito-Revisionismus. Aus dem Kampf gegen den modernen Revisionismus ging das kleine Albanien mit Enver Hoxha an der Spitze als einziges konsequent, sozialistisches Land erfolgreich hervor, weil es die Revolution tatsächlich vollzogen hatte, sich dabei treu auf den Marxismus-Leninismus stützte und Stalin und die Sowjetunion gegen die Revisionisten verteidigte. Dass Albanien als einziges, übriggebliebenes sozialistisches Land trotz revisionistischer Übermacht heldenhaft die Prinzipien des Marxismus-Leninismus auf den Moskauer Beratungen verteidigte, machte es sich dadurch zum führenden Zentrum des Weltproletariats - insbesondere in seinem konsequenten Kampf gegen alle Zweige des modernen Revisionismus. Schon allein durch die neu entstandene Weltsituation mit dem Revisionismus an der Macht, dem Sozialimperialismus und Sozialfaschismus, mit der Schwächung der kommunistischen Weltbewegung, mit der aufgelösten Komintern, mit dem Fehlen der einstigen Stärke der Sowjetunion Lenins und Stalins, fühlten sich die chinesischen Revisionisten ermuntert, sich der Führung zu bemächtigen und die Albaner aus dem Weg zu räumen. Aber das sozialistische Albanien besiegte auch den Maoismus, der sich hinter dem »Anti-Revisionismus« versteckte und immer offener seine sozialfaschistische und sozialimperialistische Fratze zeigte.

    Als Ergebnis baute Albanien nicht nur seinen Sozialismus als vorerst letztes Leuchtfeuer des Weltproletariats hervorragend gegen revisionistische und imperialistische Umkreisung und gegen die bürgerlich-revisionistischen Klassenfeinde im eigenen Land aus, sondern setzte sich als führendes Zentrum an die Spitze bei der Konsolidierung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und der Stärkung und Hilfestellung beim Aufbau neuer marxistisch-leninistischer Parteien in der ganzen Welt, die bereits eine neue qualitative Stufe erreichen konnten. Durch Albanien erhielt die marxistisch-leninistische Weltbewegung einen großen Aufschwung und Enver Hoxha erwies sich als herausragender Führer des Weltproletariats, weswegen die Komintern/ML ihn zum 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus erhoben hat und sich von seinen Lehren leiten lässt. Mit dem Kampf gegen den modernen Revisionismus schrieben die albanischen Kommunisten, die PAA mit Enver Hoxha an der Spitze eines der herausragendsten Kapitel in das Buch der Geschichte des proletarischen Internationalismus.

    Nachdem der Verräter Ramiz Alia das letzte Weltzentrum der Marxisten-Leninisten zerschlug, ist es zur vordringlichen Pflicht der Marxisten-Leninisten der ganzen Welt geworden, ein neues Zentrum auch ohne die Existenz einer Diktatur des Proletariats aus der Mitte der marxistisch-leninistischen Parteien wieder aufzubauen. Jede Versöhnung mit den noch bestehenden revisionistischen Ländern durch Einheitsmacherei und Verschachern der Prinzipien würde nicht nur die neue internationale Einheit der Marxisten-Leninisten schwächen und tiefer spalten, sondern das Streben der Revisionisten, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen, um die marxistisch-leninistische Bewegung zu erwürgen, nur noch weiter begünstigen. Man kann internationale Zentren der Revisionisten nicht »bolschewisieren«, man muss sie nur ununterbrochen zäh und unerbittlich bekämpfen, um sie schließlich zerschlagen zu können. So war es mit den Menschewiki, so war es mit den Trotzkisten und dem Rechten Block in der KPdSU(B), so war es später mit dem modernen Revisionismus, so ist es mit dem Maoismus heute noch und so wird es mit den Neo-Revisionisten sein, die vorgeben, gegen alle revisionistische Strömungen zu kämpfen, sie aber in der Praxis verteidigen und neue dazu entwickeln. Das revolutionäre Weltzentrum kann sich nur im schärfsten prinzipiellen, unversöhnlichen Kampf gegen den Opportunismus herausbilden. Dabei ist es kein Zufall, dass sich das Proletariat in der ehemaligen Sowjetunion und das albanische Proletariat erheben zur Rückeroberung ihrer verlorenen Diktatur des Proletariats, weil sie das meiste Lehrgeld bezahlt und am eigenen Leib zu spüren bekommen haben, was es heißt, von den Opportunisten, von den Revisionisten verraten und verkauft zu werden. Der Hass gegen Revisionismus, Sozialfaschismus und Sozialimperialismus ist dort am größten, wo sie am grausamsten wüten. Man denke an den anti-sozialimperialistischen Sieg des Afghanischen Volkes. Das entspricht der gesetzmäßigen Entwicklung des anti-revisionistischen Klassenkampfes. Die Komintern/ML sieht sich daher besonders verpflichtet, das revolutionäre Weltproletariat zur tatkräftigen Unterstützung nicht nur aufzurufen, sondern es auch zu organisieren an den Brandherden aller Revolutionen in der Welt.

    Im 19. Jahrhundert stand die Mobilisierung des erwachenden Proletariats in den Ländern Europas und Amerika im Mittelpunkt der Generallinie, um das Fundament zum internationalen proletarischen Kampf für den Sozialismus, für den Marxismus, zu legen durch die Gründung der I. Internationale. Die II. Internationale war die Epoche, in der in einer Reihe von fortgeschritteneren Ländern der Boden für eine weite Ausbreitung der Bewegung unter den Massen bereitet wurde. Die III. Komintern übernahm die Früchte der I. und II. Internationale und befreite sie vom opportunistischen Unrat, um die Diktatur des Proletariats von Russland aus in der ganzen Welt zu verwirklichen bis in die kolonialen Länder. Die Gründung der III. Internationale bedeutet die Vorstufe für die internationale Republik der Sowjets. Die Komintern/ML wird eines Tages die Stufe für den Sieg des Kommunismus auf der ganzen Welt bedeuten. Die Generallinie der Komintern/ML ist also die Synthese der Erfahrungen der Generallinien aller 3 vorangegangenen Kommunistischen Internationalen. Hätte die Diktatur des Proletariats in Deutschland (sozialistisches Weltzentrum zwischen 1871 und 1914) in Europa, in der ganzen westlichen Welt unmittelbar nach der Oktoberrevolution gesiegt, dann wäre es dem Weltimperialismus damals nicht möglich, sich zu erholen und doch noch die Sowjetunion, die Volksdemokratien und das sozialistische Albanien zu zerschlagen. Vielmehr wäre dann der Weltsozialismus vermutlich schon längst Wirklichkeit. Diese Hoffnungen des revolutionären Verschmelzungsprozess mit der westlichen kommunistischen und Arbeiterbewegung, die Lenin und Stalin damals vergeblich hegten, die aber leider ausblieben, werden sich eines Tages erfüllen. Wir leben in einer Zeit, wo es dem Weltimperialismus immer schwerer fällt, sich vor der voranschreitenden Weltrevolution zu retten. Die Generallinie der Komintern/ML fängt also nicht wieder bei der Oktoberrevolution an, sondern auf einer höheren Stufe, der Phase ihrer internationalen Vollendung. Auf höherer Stufe konnte sich bereits eine Beziehungen neuen Typs heraus bilden zwischen dem sozialistischen Albanien und dem führenden Zentrum des Sozialismus, der Sowjetunion Stalins. Diese Beziehungen neuen Typs beruhten auf vollständiger Gleichberechtigung beider Seiten, der gegenseitigen kameradschaftlichen Hilfe, der Achtung der nationalen Souveränität und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, auf den Prinzipien des sozialistischen und proletarischen Internationalismus, auf den Prinzipien der Unterstützung des führenden Zentrums des Sozialismus und dessen Unterstützung nicht nur des sozialistischen Albaniens, nicht nur der Länder, die sich auf dem Weg zum Sozialismus befanden, sondern auch Hilfe und Unterstützung mit den Proletariern der kapitalistisch entwickelten Länder und der vom Imperialismus unterdrückten, neo-kolonialen Länder. Die Beziehungen neuen Typs und der sozialistische Internationalismus waren lebensnotwendig, um sich und die ganze Welt vor den Angriffen des imperialistischen Lagers zu schützen und weitere Kettenglieder der imperialistischen Kette zu durchbrechen. Es ist also kein Zufall, dass der heutige bewaffnete Befreiungskampf des albanischen Proletariats Zielscheibe, Dreh- und Angelpunkt des vereinten Kampfes des Weltopportunismus geworden ist und sich der vereinte Kampf der Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt gegen den Weltopportunismus durch die solidarische Unterstützung der albanischen Kommunisten immer stärker herausbildet, was u.a. die Gründung der Komintern/ML bewirkt hat und in dieser Generallinie der Komintern/ML ihren klaren Ausdruck findet.

    Das dafür notwendige führende Zentrum, der Motor der Bewegung, die vorderste Kampffront, der »Stoßtrupp«, wird nicht etwa in den Studierstuben und Internet-Diskutierklubs von irgendwelchen Schlauköpfen herausgebildet, sondern das führende Zentrum des internationalen Kampfes entsteht immer dort, wo auch die besten objektiven und subjektiven revolutionären Voraussetzungen gegeben sind, wo der Kampf des Proletariats am weitesten fortgeschritten ist, wo sich eine starke kommunistische Partei entwickelt hat, wo sich die bewaffnete sozialistische Revolution am stärksten entfaltet, wo die proletarische Revolution gesiegt hat, wo die Diktatur des Proletariats errichtet wurde, wo sie am weitesten gefestigt und entwickelt ist, wo die nächste Stufe zum Kommunismus auf der Tagesordnung steht, wo der proletarische Internationalismus zuerst in den sozialistischen Internationalismus übergeht, wo der Weltbolschewismus seinen Weg über den ganzen Erdball fortsetzt usw.. und dieses Führungszentrum wird erst in der klassenlosen Weltgemeinschaft seine Bedeutung verlieren. Bis dahin wird die Bedeutung des kommunistischen Weltzentrums immer mehr zunehmen. Erinnern wir uns an die Gründe, die dazu führten, dass die Sowjetunion sich als führendes Zentrum herausbildete, das jahrzehntelang eine herausragende, internationale Rolle für das Weltproletariat spielte. In den Beschlüssen des VII. Weltkongresses ist von dieser Rolle der Sowjetunion nicht mehr viel zu spüren - der Rolle als führendes Zentrum der Weltrevolution. Ganz anders die Stoßrichtung in der Grußadresse des Delegierten der Großbetriebe der roten Hauptstadt des Weltproletariats an den VII. Weltkongress. Was den Kampf gegen den Faschismus anbelangt, stellt der Genosse Sokolow die Weltrevolution in den Vordergrund. So spricht ein wahrer revolutionärer Führer der Stoßbrigade des Weltproletariats:

    »Genossen, gestattet mit dem Stab der proletarischen Weltrevolution, dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale, und in seiner Gestalt allen Parteien der Arbeiter, der Arbeiterklasse der ganzen Welt von den Proletariern der roten Hauptstadt des Weltproletariats, flammende, heiße Grüße zu überbringen. Unter der Führung unserer bolschewistischen Partei, unter der Leitung des Führers unserer Partei, des Genossen Stalin, haben wir gewaltige Erfolge auf allen Fronten des sozialistischen Aufbaus errungen. (...) Diese Siege haben wir errungen, weil wir die Partei Lenins und Stalins haben. Wir wissen, Genossen, dass auch in anderen Ländern Revolutionen vor sich gehen. Auch in Deutschland und Österreich waren Revolutionen. Aber sie alle sind unterdrückt worden, weil die Feinde der Arbeiterklasse, die reaktionären sozialdemokratischen Führer, diese Revolutionen verraten haben. Die Proletarier kämpfen jetzt gegen den Faschismus. In unserem Lande haben nach dem Sturz des Kapitals, nachdem die Arbeiterklasse zur Macht gekommen war, die Feinde der Arbeiterklasse, die Trotzkisten, die Opportunisten aller Sorten den Kampf gegen unsere Partei geführt. Die Leute wollten unserer Partei, unser Land zum Kapitalismus zurück zerren. Weil aber an der Spitze unserer Partei der größte Führer der Partei und der Arbeiterklasse, der Genosse Stalin steht, der uns rüstete, der die ganze Partei rüstete, zerschlugen wir die Trotzkisten und alle Opportunisten, und deshalb haben wir die gewaltigen Erfolge in unserem Lande errungen. Genossen, alles was wir tun, dient einer Aufgabe: DER AUFGABE, DEN HORT DER WELTREVOLUTION ZU FESTIGEN.

    Die Worte des Genossen Stalin, dass wir die Stoßbrigade des Weltproletariats sind, hat jeder Werktätige unseres großen sozialistischen Vaterlandes im Gedächtnis (...) Das Unterpfand unseres Sieges ist, dass wir eine Kommunistische Internationale haben« (Protokolle des VII. Weltkongresses, Begrüßungsansprachen, Genosse Sokolow, Nachdruck Verlag Neuer Weg, Stuttgart 1976, Bd. I. Seite 17-18, dt. Ausgabe).

    Und Genosse Penkin rief den Delegierten zu:

    »Wir rufen die proletarische Jugend der ganzen Welt zum erbitterten Kampf für die proletarische Weltrevolution, für das Vaterland der Werktätigen auf. Wir entbieten unseren Klassenbrüdern, den Opfern des faschistischen Terrors, den Gefangenen des Kapitalismus proletarische Grüße. Es lebe die III. Kommunistische Internationale, der Organisator der internationalen proletarischen Revolution!« (ebenda Seite 29).

    Die Komsomolz- Vertreterin Nina Kamnewa bezeichnete in ihrer Begrüßung Stalin als »eisernen Feldherrn der Weltrevolution« und endete mit dem Aufruf: »Es lebe die proletarische Weltrevolution! Es lebe die die Hochburgen des Kapitalismus stürmende Kommunistische Internationale mit Genossen Stalin an der Spitze« (ebenda, Seite 23).

    Mit diesen richtungsweisenden sowjetischen Bekenntnissen zur Weltrevolution begann der VII. Weltkongress und wir werden noch sehen wie er und schließlich die ganze Komintern endete.

    Wo auch immer auf der Welt die proletarische Bewegung zum führenden Zentrum heranreift, immer und prinzipiell wird sich das Weltproletariat mit seiner Kommunistischen Internationale einheitlich herum gruppieren, sich solidarisieren, es unterstützen und die Fahne des internationalistischen, proletarischen Zentrums der Weltrevolution durch die ganze Welt tragen. Die Kommunistische Internationale kann auch von sich aus notwendige Voraussetzungen schaffen und Impulse geben, damit sich am schwächsten Kettenglied des Imperialismus und dort, wo der revolutionäre Kampf am weitesten fortschreitet, wieder ein starkes Führungszentrum entwickeln kann. Das hängt von den besonderen Bedingungen der Weltsituation, vom Zustand der Kommunistischen Weltbewegung und von der Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung ab. Da die Opportunisten der II. Internationale sich weigerten, das sich vom Westen nach Russland verlagernde revolutionäre Zentrum international zu unterstützen, schuf Lenin die III. Internationale von der Sowjetunion, vom führenden Zentrum aus und die II. Internationale landete auf dem Misthaufen der Geschichte, aus dem sich die heutigen Opportunisten immer noch ihre antimarxistisch-leninistischen Ideen herausfischen. Sich auf die Unterstützung des revolutionären Zentrum des internationalen Klassenkampfes zu konzentrieren - allem Opportunismus zum Trotz -, das ist immer die Linie der Kommunistischen Internationale gewesen, das war so bei der Pariser Kommune, bei der Oktoberrevolution und bei Albanien so und wird es immer bleiben. Die Stärkung des Bolschewisierungsprozesses der Sowjetunion hatte auch Rückwirkung auf die Stärkung des Bolschewisierungsprozesses der III. Komintern, aber auch umgekehrt. Wer diese Dialektik der Generallinie des internationalen Kommunismus nicht begreift, wer nicht bereit ist, das führende Zentrum zu fördern und zu unterstützen, wer den Aufbau der Kommunistischen Internationale zur Unterstützung des revolutionären Zentrums verhindert oder schwächt, wer die Kommunistische Internationale mit dem führenden Zentrum des proletarischen Klassenkampfes verwechselt, gleichsetzt oder willkürlich voneinander trennt, wer die unterschiedliche Rolle und gleichzeitig das sich ergänzende Zusammenwirken von Kommunistischer Internationale und revolutionärem Zentrum, diese Gesetzmäßigkeit des internationalen sozialistischen Klassenkampfes leugnet, vernachlässigt und nicht meisterhaft beherrscht, d. h. den Veränderungen des internationalen Klassenkampfes optimal anzupassen versteht und darauf korrekt und flexibel ausrichtet, der wird nicht verhindern können, dass sich das gemeinsame Schicksal der III. Komintern und der Sowjetunion durch Spaltung beider zentraler Organisationen wiederholt und damit der Weltrevolution großen Schaden zufügt. Jede Schwächung der III. Komintern bedeutete auch eine Schwächung der Sowjetunion und umgekehrt. Niemals darf man das revolutionäre Weltzentrum der Weltrevolution opfern und umgekehrt: niemals darf man die Weltrevolution dem revolutionären Weltzentrum opfern. Als die deutsche Revolution nach der Oktoberrevolution auf der Tagesordnung stand, da verlagerte die Komintern ihren Generalstab für den konkreten Einsatz direkt vor Ort, wurde Berlin die konspirative Metropole der Komintern (WEB=Westeuropäisches Sekretariat unter der Leitung von Dimitroff und Genossen aus Westeuropa, die die Lage besser kannten als die russischen Genossen des revolutionären Weltzentrums), von wo aus auch der gesamte illegale Kampf in allen kapitalistischen Ländern gesteuert wurde. Um also beim Durchbruch des nächsten Kettengliedes gezielt die notwendige internationalistische Unterstützung zu geben, operierte die Komintern gerade in diesem Land unter der generellen Führung des revolutionären Weltzentrums, aber zusammen mit den Führern aus dem nächsten weltrevolutionären schwächsten Kettenglied. So wird die Weltrevolution systematisch vorangetrieben, und das sind Lehren, die ihre strategische und taktische Bedeutung prinzipiell bis heute nicht verloren haben: die Kommunistische Internationale als Bindeglied der Länder der Diktatur des Proletariats und der Sektionen aller Länder als vereinigter internationaler äußerer Faktor zur Unterstützung des führenden inneren Faktors der Revolution - die kommunistische Partei des schwächsten Kettengliedes. Das revolutionäre Weltzentrum ist nicht nur durch die Komintern sowohl mit dem Sprengen des schwächsten Kettengliedes in den kapitalistischen Ländern und in den unterjochten Ländern verbunden, sondern sie gibt den Revolutionen in den unterdrückenden und unterdrückten Ländern die gemeinsame Perspektive des real existierenden Sozialismus.

    Jede Schwächung des Weltproletariats bedeutet auch eine Schwächung des Zentrums des proletarischen Klassenkampfes, bedeutete eine Schwächung des sowjetischen, des fortgeschrittensten Teils des Weltproletariats. Opportunistische Einflüsse wirkten natürlich auch in die einzelnen Sektionen hinein. Daraus sind Lehren zu ziehen, damit der Opportunismus nicht mehr eine erneute Chance bekommt, die revolutionäre Generallinie in eine opportunistische Generallinie, in eine bürgerliche Generallinie zu verwandeln. Das ist ja der Grund, weswegen sich die Generallinie der Komintern/ML die Mühe der sorgfältigsten historischen ideologischen Abgrenzung machen muss, ohne die sich das Weltproletariat gegen diese Gefahr des Verrats zukünftig nicht ausreichend schützen kann.

    Wir müssen zukünftig verhindern, dass der Opportunismus in die Kommunistische Internationale eindringt, denn je mehr wir uns der Weltrevolution nähern, desto wichtiger wird die proletarische revolutionäre Weltpartei. Als Marx und Engels die I. Internationale gründeten und auch selber auflösten, war das zwar eine schmerzliche Entscheidung, war sie schwer vermeidbar, aber wären Marx und Engels mit der Auflösung den Opportunisten nicht zuvorgekommen, hätte man den Opportunisten die I. Internationale auf dem Silbertablett serviert, dann wäre es den Opportunisten möglich, unter Missbrauch der I. Internationale auf die revolutionären Entwicklungen der Bewegung in den einzelnen Ländern negativ einzuwirken. Es war eine Minderheitssituation für die Internationalisten gegenüber den Opportunisten. Marx und Engels taten das einzig Richtige. Sie entzogen den Opportunisten die Grundlage und sicherten sich dadurch eine Grundlage, die Internationale zum bald möglichsten Zeitpunkt wieder aufzubauen, was auch geschah. Weil sie für die Internationale waren, haben sie sie aufgelöst. Das widerspricht der formalen Logik, aber entspricht der marxistischen Dialektik. Indem Marx und Engels die gesunden Elemente in den einzelnen Ländern vor dem internationalen Einfluss des Opportunismus retteten, retteten sie im Grunde die I. Internationale durch ihre Auflösung, diente dies auch der Weltrevolution und dem Aufbau der II. Internationale auf marxistischen Grundlagen auf nächst höherer Stufe. Es konnte eine Schwächung durch eine Spaltung vermieden werden. Es konnte durch die Auflösung eine Spaltung in den einzelnen Ländern vermieden werden. Es gab also taktische Erwägungen, die nicht willkürlich waren, sondern der Situation der kommunistischen und Arbeiterbewegung der Welt richtig entsprachen, deren Entwicklung damals objektiven Entwicklungszwängen des vormonopolistischen Kapitalismus unterlag. Die II. war ihrerseits schon zu stark entwickelt und verankert, dass sie dem Parasitismus genug Nahrung bot, um zerfressen zu werden. Sie war nicht mehr zu retten, und eine Spaltung war unvermeidbar, war zwingend notwendig. Die Kommunisten konnten die II. Internationale nicht einfach auflösen, selbst wenn sie es wollten - sie waren in der Minderheit gegenüber dem überstarken Opportunismus, insbesondere dem Opportunismus der deutschen Sozialdemokratie, dem Zentrum des Weltopportunismus, das aus dem Zentrum der Weltrevolution hervorging. Es gab keine Möglichkeit, die II. Internationale von innen heraus auf revolutionären Kurs zurückzubringen. Sie war bereits verfault und musste begraben werden. Die II. Internationale konnte somit nur durch die Gründung der III. Internationale gerettet werden, konnte man die kommunistische Weltbewegung nur auf diese Weise vom Opportunismus befreien. Die Komintern ist diesem Schritt zuvor gekommen durch ihre Auflösung. Sie wurde nicht wie die II. Internationale begraben, die schon gestorben war, sondern die Komintern wurde durch ihre Auflösung lebendig begraben, doch: »Die Kommunistische Internationale ist nicht untergegangen und sie wird nicht untergehen!« das prophezeite Lenin. Die Komintern konnte erst in dem Augenblick wieder auferstehen, als sich mutige Marxisten-Leninisten finden würden, die sie ausgraben und befreien würden. Das war »nur« eine Frage der Zeit, einer Zeit die über ein halbes Jahrhundert auf sich warten ließ! Und damit tauchten gesetzmäßig die Neo-Revisionisten auf den Plan, die das Wiederaufleben der Kommunistischen Internationale als Signal erkannt haben, den Kampf des Revisionismus gegen die Kommunistische Internationale unvermindert fortzusetzen.

    Es ist einmalig in der Geschichte der kommunistischen Weltbewegung, dass erst heute eine Abrechnung mit der rechte Abweichung des VII. Weltkongresses erfolgt, die als Abgrenzung für die Gründung einer neuen marxistisch-leninistischen Komintern herangezogen wird. Daraus wuchs die Erkenntnis, dass sich die Auflösung der I. Internationale durch Marx und Engels qualitativ von der Auflösung der Komintern unterscheidet. Das eine war ein revolutionärer Akt, das andere ein opportunistischer Akt. Die II. Internationale konnte unmittelbar die Arbeit der I. Internationale fortsetzen. Die Fortsetzung der III. Internationale nahm über 60 Jahre in Anspruch, weil die Widersprüche bis in unsere Zeit nicht gelöst werden konnten. Es ist das historische Verdienst der Komintern/ML, dass sie mit ihrer Gründung endlich die überfällige Verurteilung der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses vollzogen hat, damit sich die marxistisch-leninistische Weltbewegung aus der neo-revisionistischen Umklammerung befreit. Es war Enver Hoxhas Verdienst, die revisionistischen Strömungen in den einzelnen Ländern ideologisch zu besiegen solange er lebte, und damit dem albanischen Sozialismus das historische Siegel des siegreichen anti-Revisionismus aufdrückte. Damit wurde der Welt durch Tatsachen bewies, dass der Sozialismus stärker ist als der Revisionismus. Mit Hilfe der Lehren des Genossen Enver Hoxha werden wir den Kampf fortsetzen, um zu beweisen, dass der Sozialismus »in einem Land« durch die Weltrevolution doch noch endgültig über den Revisionismus siegen wird. Wir haben geholfen, die Komintern von ihrer rechten Abweichung zu befreien und dass die marxistisch-leninistischen Weltbewegung ihren Weg organisiert fortsetzen kann mit der Komintern/ML. Damit werden die Marxisten-Leninisten mutig ihren Kampf fortsetzen, den Sozialismus »in einem Land« wieder neu zu schaffen. Wir haben die Voraussetzungen für den Sieg über den Neo-Revisionismus verbessert, indem wir ihm von vornherein, den Weg in die Komintern/ML versperren. Jetzt kann sich kein Revisionist mehr ungehindert mit der Komintern tarnen, kommen sie nicht mehr ungeschoren davon. Lenin durchkreuzte den Opportunismus der II. Internationale. Wir durchkreuzen den Rückgriff der Revisionisten auf den VII. Weltkongress der Komintern - damit haben wir den Ehrennamen und die Verdienste der Komintern gerettet, können wir die Komintern für die Zukunft nutzen, weil wir sie den Revisionisten entrissen haben! Ja, es ist uns klar. Mit der Dimitroff-Frage spaltet sich die marxistisch-leninistische Weltbewegung, aber nicht um unsere zersplitterten Kräfte noch mehr zu schwächen, sondern im Gegenteil, um unsere Schwäche in Stärke zu verwandeln und den Einfluss des Neo-Revisionismus zu schwächen. Es gab keine andere Alternative als diesen Schritt bewusst zu vollziehen. Wenn wir diesen Weg nicht gegangen wären, dann hätten es irgendwann andere Marxisten-Leninisten getan, denn es ist das getan worden, was getan werden musste. Jetzt, da alle Marxisten-Leninisten am Scheideweg stehen, ist es an ihnen selbst, sich für die eine oder die andere Seite zu entscheiden. Dem Zentrismus ist der Weg verbaut. Die zentristische Einheit des VII. Weltkongress ist von uns beseitigt worden. Es kann nicht länger vereinigt werden, was sich nicht vereinigen lässt: auf der einen Seite die marxistisch-leninistische Weltbewegung, auf der anderen Seite die neo-revisionistische Weltbewegung, die sich nun nicht mehr hinter der marxistisch-leninistischen Weltbewegung verstecken kann, um von innen heraus den Kampf des VII. Weltkongresses gegen die Marxisten-Leninisten, als Kampf gegen das »Sektierertum« heute fortzusetzen. Dafür wurde ihnen der historische Boden nun entzogen. Die marxistisch-leninistische Weltbewegung führt sich jetzt selbst mit einer neuen weltrevolutionären Linie (und dies ist eben die alte revolutionäre Linie der Komintern Lenins und Stalins, auf die wir uns stützen!), mit einer neuen Organisation, die Komintern/ML, mit einer neuen Perspektive. Es ist an jedem Marxisten-Leninisten, sich im alten Arbeitsstil herumzuquälen oder von nun an aus freien Stücken mit allen anderen organisiert zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu helfen, die Arbeit untereinander aufzuteilen, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen. und systematisch im Gleichschritt voranmaschieren.

    Das Kettenglied, das zuerst ausbrach, war für den Imperialismus das schwächste Glied - eins unter vielen anderen, aber für den Kommunismus war dieses »schwächste« Glied das erste und einzige, greifbare, lebendige, vor den Augen der Welt entstehende Glied. Es war gleichzeitig das stärkste Zentrum der kommunistischen Weltbewegung, das sich aus diesem abgeschlagenen Kettenglied der imperialistischen Kette herausgebildet hatte. Damit dieses Zentrum Keimzelle für neue Kettenglieder, neue Zentren, stärkere Zentren werden konnte, war die Komintern die einzig richtige und ideale Organisation. Für das erste Zentrum war klar: es hatte die Kette als erste durchbrochen, und dieses historische Verdienst kann niemals und von niemandem streitig gemacht werden.

    Als die stärksten revolutionären Kräfte ausserhalb des revolutionären Zentrums des Weltproletariats unter faschistischen Druck gerieten und in den imperialistischen Krieg hineingezogen wurden, als das revolutionäre Zentrum des Weltproletariats drohte, selber Opfer des imperialistischen Krieges zu werden, und damit für den Weltkommunismus insgesamt eine ernsthafte existentielle Situation entstand, als der geschwächte Weltimperialismus - an der Schwelle seines Unterganges - den letzten Ausweg im Krieg suchte und diese angeschlagene wilde Bestie zuschlug, um das Weltproletariat in seinem Vormarsch zu stoppen, da kam es in dieser welthistorischen Stunde auf dem gesamten Erdball zur Frage: »Wer - Wen?«. Es ist klar, dass es hierbei ganz besonders auf das Zusammenwirken der Kommunisten in der ganzen Welt und dem Zentrum der revolutionären Kraft des Weltproletariats ankam, insbesondere auf die Zusammenarbeit der Kommunistischen Internationale und der Kommunistischen Partei des führenden Weltzentrums. Gerade vor, während und nach Krieg und Faschismus steht die Weltrevolution nicht zur Debatte, sondern stets zur Organisation und Durchführung auf der Tagesordnung, denn von einer relativ stabilen Lage des Kapitalismus kann in dieser Zeit wohl kaum die Rede sein. Wann sind in der Weltgeschichte revolutionärere Situationen entstanden, die zum Sieg der Revolution führten und die Arbeiter die Macht erkämpfen konnten? Russland 1. Weltkrieg, Albanien 2. Weltkrieg - ansonsten keine sozialistische Revolution, die zur Diktatur des Proletariats führte! Und es war zuerst der Sozialdemokratismus und danach der Revisionismus, der den Weltimperialismus rettete und ihm wieder auf die Beine half. Und es war auch der Revisionismus, der Wegbereiter eines neuen Weltfaschismus und Weltimperialismus wurde. Heute kommt noch der Neo-Revisionismus dazu.

    Nachdem sich die Nahziele der Weltrevolution, zumindest der europäischen Revolution, nicht übergreifend realisieren ließen und die Sowjetunion jahrzehntelang das einzige Land blieb, das im Sinne der Komintern sozialistisch war, nachdem erst noch der Aufbau des Sozialismus »in einem Land« unter riesigen Schwierigkeiten vollzogen werden musste, nachdem gerade die Sowjetunion angesichts der weltweiten krisenhaften gesellschaftlichen Situation zwischen den beiden Weltkriegen und der Schwächung durch die konterrevolutionäre Gewalt der Faschisten das Ziel der Weltrevolution trotz alledem aufrechterhielt und es somit galt, diese einzige Bastion unter allen Umständen zu halten, wurde die Bindung der Komintern und der ihr angeschlossenen Parteien an die Geschicke dieses einzigen sozialistischen Landes immer stärker. Die Imperialisten versuchten, einen Anti-Kominternpakt auf die Beine zu stellen, denn sie wussten, was ihnen blühte: Die Komintern war damals das Instrumentarium, um die russische Revolution auszuweiten und direkt ins Herz des Imperialismus vorzudringen. Der Imperialismus ging zum Gegenangriff über, um sich zu verteidigen. Da wurde es geschichtlich notwendig, die Komintern zum Instrumentarium des Schutzes der Sowjetunion selbst zu machen - angesichts der faschistischen Zerschlagung der revolutionären Arbeiterbewegung insbesondere der physischen Vernichtung ihrer revolutionären Führer, bzw. angesichts des Verrats und des Bündnisses der sozialdemokratischen Reformisten und »kommunistischen« Revisionisten in Europa, denn dort brannte die Flamme der Weltrevolution weiter. Die Komintern richtete ihr Ziel darauf, nicht nur die Oktoberrevolution, sondern damit auch die Weltrevolution zu retten, denn ihr war klar, dass das Schicksal der Weltrevolution direkt und unmittelbar mit dem Schicksal der Oktoberrevolution verknüpft war. Die UdSSR, Stalin, das Weltproletariat und alle anti-imperialistischen und anti-faschistischen Kräfte der ganzen Welt haben damals unter großen Opfern mehr als ihre Pflicht getan und haben gesiegt. Aber sie wurden alle um ihre Früchte betrogen durch den Verrat der Revisionisten. Diese hatten die Komintern aufgelöst, um zur Belohnung später als Arbeiterfürsten die Volksdemokratien in Volksgefängnisse zu verwandeln und ihren arbeiteraristokratischen Sozialfaschismus zu errichten. nachdem sie ihren Verrat zur Zufriedenheit der Weltbourgeoisie erledigt hatten und alsdann von ihrem Posten berufen wurden, nachdem man sie nicht mehr als Schutzschild gegen die Sowjetunion und die Weltrevolution brauchte. All diese revisionistischen Herren entstammten der Komintern oder waren durch sie gelenkt, um diesen Verrat zu organisieren und durchzuführen, anstatt den 2. Weltkrieg in einen Bürgerkrieg zu verwandeln und ihn mit der sozialistischen bewaffneten Revolution zu krönen - wie Lenin es mit der Oktoberrevolution im ersten Weltkrieg gemacht hatte, und wo die Bolschewiki die Rätemacht der Arbeiter, Bauern und Soldaten errichteten und umgehend die Komintern gründeten (und die entartete II. Internationale ideologisch »auflöste«!!). Mitten im ersten Weltkrieg = Lenins Kampf gegen die II. Internationale mit dem Ergebnis der Vorbereitung der Gründung der III. Internationale und umgekehrt, mitten im Zweiten Weltkrieg: Dimitroffs rechte Abweichung mit dem Ergebnis der Auflösung der III. Internationale! Eine revolutionäre Welt ohne revolutionären Generalstab bis zum Jahr 2000! Und so nahm denn das Schicksal seinen Lauf: der Imperialismus nahm wieder die Geschicke in die Hand, zog die Zügel an, und vom Trab in den Galopp hinein in den nächsten Faschismus, auf zum nächsten imperialistischen Krieg. Und genau in diesem Augenblick wurde die Komintern/ML gegründet, die wieder die Weltrevolution verteidigt, die Zügel anziehen will und vom Trab in den Galopp hinein in den Sozialismus, vorwärts zur Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, vorwärts mit der Welträterepublik!

    »Friede, Freundschaft, Eierkuchen!« existiert nur zwischen den Kriegen! Das Weltproletariat steht vor der Entscheidung: Entweder die Weltrevolution verhindert den 3. Weltkrieg oder der 3. Weltkrieg endet mit der Weltrevolution!

    Wer diese Dialektik der Weltrevolution auf den Kopf stellt, die Rolle des revolutionären Weltzentrums verzerrt, entstellt, verharmlost oder als »Sektierertum« abtut, ist kein wahrer Internationalist. Wir halten nichts von der These des Monozentrismus ( d.h. gleichzeitig auch nichts von der These des Polyzentrismus, die ihr »entgegengesetzt« wurde), nach der der Sieg des Weltzentrums über den Faschismus automatisch die Revolutionen außerhalb des Zentrums oder gar die Weltrevolution selbst überflüssig macht. Es ist auch falsch, dass der Sieg eines Zentrums über den Faschismus zwangsläufig den friedlichen Weg zum Sozialismus für alle außerhalb des Zentrums automatisch ermöglicht. Und der Sieg des Zentrums, das entweder ein einziges Land oder ein sozialistisches Lager umfasst, führt auch nicht automatisch von der Stufe des Sozialismus zum Kommunismus. Dies ist vielmehr eine sozialimperialistische These, die heute den Weltimperialismus stärkte. Sie wurde genährt aus der systematisch betriebenen revisionistischen Propaganda a) von der »übermächtigen Rolle« des Sozialismus in einem Land, der »übermächtigen Rolle« des Weltzentrums, wodurch der Imperialismus nicht mehr durch die Weltrevolution zerschlagen werden braucht, der Sieg des Sozialismus »endgültig« ist b) einer Hochsterilisierung des Großen Vaterländischen Krieges, der zukünftige Kriege verhindern kann, und die Welt den Frieden getrost dem Weltzentrum überlassen kann, c) Hochsterilisierung des Personenkults gegen Stalin, um ihn zu stürzen, weil das Weltzentrum so stark geworden ist, dass es keine bolschewistischen Führer des Klassenkampfes, sondern nur noch kollektive Verwaltungsleitungen, braucht; d) Hochsterilisierung der Mutterpartei, die ihre Kinder besser ernähren kann als eine Komintern e) Hochsterilisierung des Weltzentrums als Staat, der weiss, was für die Satellitenstaaten am besten ist usw. usf. Keine Theorie der Welt kann und darf uns von der Weltrevolution wegführen - auch nicht die revisionistische Theorie von der »Allmacht« des revolutionären Weltzentrums dem sich alle willenlos zu fügen haben!

    Die Weltrevolution kann weder auf dem Weg des Monozentrismus, noch auf dem Weg des Polyzentrismus zum Sieg führen, sondern nur auf dem monolithischen Weg der marxistisch-leninistischen Weltpartei und ihrer Sektionen. Auch lassen sich diese beiden Wege nicht zu einem gemeinsamen Weg vereinigen. Diese revisionistischen Wege enden allesamt wieder im Kapitalismus. Was sie vereint, ist das gemeinsame Ziel, auf die Weltrevolution zu pfeifen, weil sie das Ende ihrer monozentristischen und polyzentristischen Herrschaft bedeuten würde. Genauso wie der rechte und der »linke« Opportunismus die Partei von ihrer revolutionären Linie abzubringen versuchen durch ihr Zusammenspiel, genauso spielt auch der Monozentrismus und der Polyzentrismus zusammen, um die Kräfte des Weltzentrums und die Kräfte ausserhalb des Weltzentrums von ihrer gemeinsamen Linie der Weltrevolution abzubringen.

    Wir stehen also weder auf der Seite der Monozentristen wie Chruschtschow, noch auf der Seite der Polyzentristen wie z.B. Tito. Wir stehen auf der Seite des Marxismus-Leninismus und gehen den Weg der Weltrevolution, der durch den dialektischen und historischen Materialismus beleuchtet wird.

    Die Weltrevolution wird durch jede Revolution ein Stück vorangetrieben, insbesondere durch die Revolution eines führenden Zentrums - wie es die durch die Oktoberrevolution geschaffene Sowjetunion der Bolschewiki war -. Und diese Vorreiterrolle so eines führenden Zentrums wiederum inspiriert, entfacht und erleichtert letztendlich auch die Möglichkeit des Sieges jeder folgenden Revolution in diesem oder jenen Land. Es ist klar, dass der Anfang am schwierigsten ist, die imperialistische Kette an der schwächsten Stelle zu zerreißen. Aber danach erhöhen sich die Chancen für den Sieg der Revolution in jedem weiteren Land, kann eine Kettenreaktion, angefangen beim schwächsten bis hin zum stärksten Glied, hervorgerufen werden, ist eine weltrevolutionäre Situation heute nicht mehr ausgeschlossen, der es allen Ländern gemeinsam ermöglicht, sich vom Weltimperialismus zu befreien. Genau das wissen die Revisionisten und versuchen das mit allen Mitteln zu verhindern, indem sie diesen möglichen Weg mit den antimarxistisch-leninistischen Theorien über die Weltrevolution des Trotzkismus in einen Topf werfen, um uns des Trotzkismus zu bezichtigen . Sie wissen aus Erfahrung, dass es um so schwerer für sie ist, die Restauration des Kapitalismus in einem sozialistischen Land zu erreichen, je schneller es den Marxisten-Leninisten gelingt, diese weltrevolutionäre Kettenreaktion auszulösen. Je stärker die Weltrevolution, desto schwächer die Revisionisten. Das hat man an der Sowjetunion gesehen, wie lange sie gebraucht haben, um das einzige sozialistische Land in ihre Hand zu bekommen. Immerhin vollzog sich die Restauration des Kapitalismus in Albanien bereits viel schneller als in der Sowjetunion, lernt auch die Weltbourgeoisie aus ihren Niederlagen, um ihrem Untergang zu entgehen, wobei die Bedingungen auch anders waren. Der Sieg der Weltrevolution ist zwar unausbleiblich, aber es gibt keine Garantien gegen mögliche Niederlagen. Gerade die Weltrevolution ist ein viel komplizierterer Prozess als jede andere Revolution, sind Rückschritte daher nicht auszuschließen, ist ein um so langwierigerer, zäherer und aufopferungsvollerer Kampf zu führen. Darüber müssen sich die Marxisten-Leninisten im Klaren sein, wenn sie sich mit dem Aufbau der Komintern/ML auf die Reise machen. Aber sie haben auch einiges im Gepäck, sowohl die Erfahrungen des führenden Zentrums der Sowjetunion als auch die Erfahrung des nachfolgenden führenden Zentrums Albaniens und die Erfahrungen der bisherigen Kommunistischen Internationalen.

    Die Generallinie muss dieses Prinzip des Zusammenschlusses der revolutionären Weltkräfte richtig anwenden entsprechend der historischen Bedingungen, der veränderten Weltlage und daraus entstehende neue Aufgaben festlegen. Dabei darf den Opportunisten keinen Interpretationsspielraum offen gelassen werden, weder auf theoretischer noch auf praktischer Ebene. Die Generallinie muss ständig neue Formen der Verbindungen und der internationalen Zusammenarbeit zwischen den marxistisch-leninistischen Parteien entwickeln und einen neuen »monolithischen Block«, eine weltbolschewistische Führung, aus der gemeinsamen Mitte heranbilden. Wer den Befreiungskampf der Albaner, wer Enver Hoxha also auf regionale Bedeutung reduziert, verhindert die Herausbilden eines neuen internationalen führenden Klassenkampfzentrums und dessen international verbunden und koordinierten Transmissionsriemen. Es darf nicht tatenlos zugeschaut werden wie in schändlicher Weise das albanischen Proletariat als bewaffneter Teil des Weltproletariats dem Weltimperialismus erneut als Beute überlassen wird. Damit werden die Hoffnungen des Weltproletariats auf seine endgültige Befreiung zurückgeworfen und dem wieder erwachenden und erstarkenden proletarischen Internationalismus ein großer Schaden zugefügt.

    Die historische Phase der Rückeroberung des Sozialismus in der Endperiode des Weltimperialismus, die Phase der Vollendung der Weltrevolution, die Errichtung der Diktatur des Proletariats auf der ganzen Welt, bringt drei Hauptströmungen in der Arbeiterbewegung weltweit hervor:

    a) die klassenkämpferische Arbeiterbewegung, die marxistisch-leninistische Bewegung des Proletariats und seine Bündnispartner, die Bauern und andere Werktätigen, die durch die Weltwirtschaftskrise millionenfach dem Weltproletariat Jahr für Jahr zugeführt werden.

    b) die revisionistische, reformistische, sozialimperialistische und sozialfaschistische Bewegung der Arbeiteraristokratie, die soziale Basis und Agentur der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung

    c) die Bewegung der Zentristen, die zwischen beiden Zentren der Bewegung hin und her schwankt und deren Schichten die klassische intelligenzlerische, kleinbürgerliche Zerfahrenheit verkörpert, die ins Proletariat abgesunken oder davon bedroht sind, aber deren schillernde Bewegung sich letztendlich nur in Worten zum Proletariat bekennt und in Wirklichkeit der Bourgeoisie folgt im Wesentlichen durch loses Eingehen eines Bündnisses mit der Arbeiteraristokratie.

    a) richtet seinen Kampf gegen die vereinigte Strömung von b) und c) in folgender Weise:





Gegen den rechten Opportunismus in der kommunistischen Weltbewegung

Der Marxismus war der Sieg über den Reformismus, über den Sozialdemokratismus. Der Oktober ist der Sieg des Marxismus über die Ideologie.

Der Marxismus-Leninismus ist der Sieg über den Revisionismus. Das sozialistische Albanien ist der Sieg des Marxismus-Leninismus in der Ideologie.

Wenn wir hier aus dem Kampf gegen die rechte Gefahr Lehren ziehen, setzen wir voraus, dass jeder weiss, dass aus diesem Kampf stets der Marxismus gestärkt hervorging und dass trotz aller Niederlagen jedesmal historisch bewiesen werden konnte, dass der Marxismus der bürgerlichen Ideologie überlegen bleibt und dies in dem Maße, je tiefer diese versucht, in die Arbeiterbewegung und in den Marxismus einzudringen. Das entbindet uns aber nicht von der Verantwortung, unsere Schwächen zuzugeben, gemachte Fehler aufzudecken und zu korrigieren, um zukünftige zu vermeiden und den Rechten die nächste Niederlage beizubringen.

Der Angriff von rechts auf die Kommunistische Internationale begann nicht erst mit den modernen Revisionisten auf die Generallinie der III. Komintern. Immer sind die Kommunistischen Internationalen an der »Einigung« mit dem Opportunismus, durch anarcho-syndikalistische, sozialreformistische oder revisionistische Entartung usw. historisch kaputtgegangen, zeigten sich Schwächen gegenüber der Bourgeoisie und ihrer Ideologie, zeigten sich Schwächen auf Seiten der Marxisten und in der marxistischen Ideologie, in die der Klassengegner vordrang. Der rechte Opportunismus ist von Anfang an bis heute stets die Hauptgefahr für die Kommunistische Internationale geblieben, und deswegen richtet sich die Generallinie der Komintern/ML folgerichtig hauptsächlich gegen den rechten Opportunismus, ohne die Gefahr des »linken« Opportunismus und des Zentrismus zu unterschätzen, sondern vielmehr ihr Zusammenspiel dialektisch zu begreifen und ihr internationales Eindringen in die revolutionäre Theorie, in die praktische Bewegung und die Organisationen der Proletarier aller Länder zu verhindern. Die Kommunistischen Internationalen endeten mit der Unterordnung der Klasse des Weltproletariats unter die Klasse der Weltbourgeoisie. Die Generallinie der Weltrevolution wurde durch die Häutungen des Revisionismus stets wieder zurückverwandelt in die Generallinie der Agentur der Weltbourgeoisie innerhalb der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung, in den Weltreformismus, des Zurückweichens gegenüber dem Sozialdemokratismus und folglich die Annäherung in der antifaschistischen Einheitsfronttaktik durch die rechten Abweichler der Komintern und dann auch später durch die Chruschtschowianer. Das ist also eine fortlaufende Linie, die in den verschiedenen Phasen des Klassenkampfes lediglich ihre Form, nicht aber ihr Wesen geändert hat, weil sie vom gleichen Feind, von der gleichen Klasse, von der Bourgeoisie stammen. So begünstigte beispielsweise die Linie des Renegaten Togliatti usw. die spätere Linie des Euro-«Kommunismus« , infizierten die rechtsopportunistischen Volksfrontideen dieser westeuropäischen Führer auch die Komintern bereits vor dem VII. Weltkongress. Die feindliche Haltung Titos gegenüber der Komintern ist ebenfalls hinlänglich bekannt, der Stalins korrekte Kominternpolitik als »dogmatisch und sektiererisch« beschimpfte und die Sowjetunion bezichtigten, die Komintern für ihre eigenen Zwecke zu »missbrauchen«. So wie von allen Revisionisten der Welt, wurde die Komintern wegen Stalins Einfluss kritisiert, der die Komintern angeblich nur vor »seine sowjetische Großmachtpolitik« spannen wollte, aber in Wirklichkeit der Bannerträger der Weltrevolution war d.h. mit dem Sieg der Sowjetunion hervorragende Bedingungen für die Verbreitung des Sozialismus auf der Welt schuf wie kein anderer vor ihm. Im Kampf gegen die marxistisch-leninistische Linie der Komintern waren sich alle Gegner einig, aber als die Trotzkisten geschlagen wurden, und keine Aussicht mehr bestand, die Komintern in eine trotzkistische Organisation zu verwandeln, wo sie Trotzki als den »wahren« Führer der III. Internationale hätten feiern können, da gründeten sie ihre eigene trotzkistische Internationale und nannten sie frech »IV. Internationale«, um sich als »Fortsetzer« der Komintern Lenins aufzuspielen. Um mit den Trotzkisten nicht verwechselt zu werden, war es uns heute unmöglich, unsere marxistisch-leninistische Nachfolgeorganisation der Komintern ebenfalls »IV. Internationale«. Wir die marxistisch-leninistische Linie der Komintern fortzusetzen beabsichtigten, war es klar, dass wir uns zur sichtbaren Abgrenzung von der trotzkistischen IV. Internationale den Namen Komintern/Marxisten-Leninisten zulegten.

Übrigens sind die Titoisten nicht die Einzigen, die der Komintern vorwerfen, sie »behindere« grundsätzlich die Entwicklung der marxistisch-leninistischer Parteien. Es spricht für die alte, korrekte, revolutionäre Linie der Komintern, wenn nicht nur die ganze bürgerliche, reaktionäre, anti-kommunistische Welt bis hin zu den Revisionisten, »linken« Opportunisten und Trotzkisten über sie heute immer noch herfallen und sie verurteilen. Sie alle haben Angst davor, dass das Gespenst »Komintern« wieder aufersteht und zurückschlägt.

Aber nicht jeder, der die Komintern verteidigt, tut dies in ehrlicher Absicht oder vom Boden des Marxismus-Leninismus aus. Am gefährlichsten sind bekanntlich diejenigen Feinde der Komintern, die Lobeshymnen über sie verbreiten, um sie in Wahrheit besser bekämpfen zu können. Mit ihren Lügenmärchen über die Komintern will man heute die Marxisten-Leninisten treffen, die ihre Nachfolge angetreten haben. Das entspricht dem Wesen aller revisionistischer Taktiken. Und so entspricht es auch dem Wesen des Marxismus-Leninismus, diese Heucheleien ans Tageslicht zu bringen und die Lügen der Revisionisten über die Komintern zu entlarven. Dies ist wesentlicher Bestandteil der Aufgabe, die sich Komintern/ML in ihrer Generallinie gestellt hat, nämlich nicht dabei stehen zu bleiben, was an Verrat bereits aufgedeckt wurde, sondern dort weiter zu kämpfen, wo der Verrat noch im Verborgenen existiert. Und diese Aufgabe wird die Komintern/ML nicht erfolgreich lösen können, wenn es ihr nicht gelingt, auch die neo-revisionistische Variante der sogenannten »anti-revisionistischen Kritik« an der Komintern zu entlarven.

Das sozialistische Albanien, das zweite führende Zentrum der Weltbewegung, setzte die Generallinie Stalins gegen den modernen Revisionismus siegreich fort und entwickelte sie auf höherer Stufe weiter. Sie ist Grundlage für die heutige Generallinie, die auf der Trennung vom Neo-Revisionismus basiert. Die Komintern wurde von den rechten Abweichlern erobert und wurde schließlich aufgelöst. Trotzdem setzte die Sowjetunion ihren proletarischen Internationalismus Lenins und Stalins fort. Er gipfelte im Sieg des Großen Vaterländischen Krieges, an dem die Völker der Welt großen Anteil nahmen, und der die Weltrevolution stärkte. Die Nachfolgeorganisation, die Kominform, die Stalin u. a. gegen den Titoismus aufbaute, um das revolutionäre Weltzentrum - die Sowjetunion - und damit die schärfste Waffe des proletarischen Internationalismus zu verteidigen, wurde von Chruschtschow liquidiert, womit er nicht nur die Tito-Revisionisten rehabilitierte. Dies rechtfertigte Chruschtschow mit der revisionistischen Theorie vom Hinüberwachsen des proletarischen Internationalismus in den sozialistischen Internationalismus v o r dem Sieg der Weltrevolution, also noch in der Periode der Herrschaft des Weltimperialismus. Damit wollte er das Absterben des proletarischen Internationalismus theoretisch rechtfertigen, bräuchten sich die Proletarier aller Länder und ihre revolutionären Parteien und Massenorganisationen nicht mehr zur Weltrevolution zusammenschließen, um den Weltsozialismus, um den Sozialismus in ihren eigenen Ländern durch die sozialistische Revolution zu erringen, um schließlich die Weltdiktatur des Proletariats zu errichten. Dank des revisionistischen Sieges in der Sowjetunion würde sich die gemeinsame Zerschlagung des Weltimperialismus erübrigen und könnte sich die historische Rolle des Weltproletariats darauf beschränken, auf den sowjetischen »Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus« zu vertrauen, also in Wahrheit auf den »Sankt Nimmerleinstag«. Das war ein Geschenk an den Weltimperialismus, den das Weltproletariat teuer bezahlen musste. Im »friedlichen Wettbewerb« mit dem Weltkapitalismus würde sich die Überlegenheit des Sozialismus und seiner Wirtschaftskraft schon bald automatisch erweisen und die Imperialisten in die Knie zwingen, bis ein Land nach dem anderen die Seite ins sozialistische Lager wechseln würde. Dieser scheinheilige,fromme Wunsch führte natürlich nicht in den Sozialismus, sondern geradewegs in den restaurierten Kapitalismus, in die Knechtung durch den sowjetischen Sozialimperialismus, der in Konkurrenz zum US-Imperialismus zur zweiten Supermacht aufsteigen konnte und dabei seinen hegemonistischen Weg mit dem Blut der Völker pflasterte. Die Proletarier und Werktätigen der sowjetischen Satellitenstaaten hatten am meisten unter dem Chruschtschow´schen »sozialistischen Internationalismus« zu leiden. Sie wurden ja auch noch von der eigenen Bourgeoisie ausgebeutet und von deren sozialfaschistisches Herrschaftssystem unterdrückt; und es war nicht nur das tschechoslowakische Volk, dass 1968 zu spüren bekam, was » die Prinzipien der freundschaftlichen Beziehungen unter sozialistischen Staaten«, was »sozialistischer Internationalismus« in Wahrheit zu bedeuten hatte. So wurden von Chruschtschow und seinen Nachfolgern - mit Ausnahme Albaniens - die Volksdemokratien nicht ins sozialistische Lager, sondern in ein sozialfaschistisches Konzentrationslager verwandelt und der proletarische Internationalismus, wie auch der sozialistische Internationalismus zwischen der Sowjetunion und Albanien zu Grabe getragen. Jeder, der den proletarischen Internationalismus gegen den revisionistischen Internationalismus verteidigte, wurde als Verräter, als Nationalist, als Feind der Sowjetunion, als Feind der »sozialistischen Gemeinschaft«, als Spalter der kommunistischen Weltbewegung bekämpft, als Agent des »Kalten Krieges«, als »Dogmatiker« und »Sektierer«. Dies betrieben sie auch gegenüber dem revisionistischen China, um das Weltproletariat und die wahren Marxisten-Leninisten zu täuschen. Auch die Union der Sowjetrepubliken, die erste sozialistische Völkergemeinschaft der Welt, wurden zerschlagen und unter dem Deckmantel der »fortschreitenden Sowjetisierung« zwangsweise russifiziert, verwandelte sich die Union sozialistischer Republiken in ein großes Völkergefängnis, verloren sie alle ihre nationalen Rechte wie im alten Zarenreich. Noch heute haben die ehemaligen Sowjetrepubliken unter dem russischen Großmachtchauvinismus der ehemaligen Sozialimperialisten zu leiden, die deren nationalen Interessen an den Weltimperialismus verschachert haben und somit auch von diesem rücksichtslos ausgebeutet werden und in bitterer Armut leben. Tito verwandelte Jugoslawien mit der revisionistischen Volksfrontkonzeption des VII. Weltkongresses der III. Komintern schon vorher in ein sozialfaschistisches Völkergefängnis, dass er vor dem sogenannten »Großmacht-Chauvinismus« der UdSSR Stalins »retten« wollte. Dabei war er als Verräter am Marxismus-Leninismus, am proletarischen Internationalismus, an der Solidarität der Kommunistischen und Arbeiterbewegung, an der Komintern, an der Einheit des sozialistischen Lagers, am Aufbau des Sozialismus, einer der übelsten Drahtzieher, die die damals noch sozialistische Sowjetunion angriffen und die Volksdemokratien gegen die Sowjetunion Stalins aufhetzten, sie isolierten und schwächten, und die den Weg Chruschtschows zum neuen russischen Großmacht-Chauvinismus begünstigten. So wie sich die Komintern als internationale marxistisch-leninistische Arbeiterorganisation auflöste, so löste auch Tito mit der Volksfront die marxistisch-leninistische Partei in eine parteilose Arbeiterselbstverwaltung auf, die durch und durch trotzkistisch war. Tito und andere Revisionisten, und diejenigen, die sie objektiv begünstigten - so auch Dimitroff, stellten der marxistisch-leninistischen Lehre vom führenden Zentrum den revisionistischen »Polyzentrismus« entgegen, um das noch im Aufbau befindliche sozialistische Lager zu unterwühlen und das gesamte kommunistische Weltlager unter der Führung der Sowjetunion zu spalten, zu schwächen und zu liquidieren. Chruschtschow gelang es schon vor Stalins Tod, die kommunistische Weltbewegung revisionistisch zu beeinflussen, so wie es auch die Titoisten und andere Revisionisten wie Ulbricht in Deutschland taten. Schließlich wurde das revisionistisch beeinflusste sozialistische Lager um so leichter den revisionistischen Beschlüssen des XX. Parteitags unterworfen, während Tito selber Herr im Hause bleiben wollte ( sonst müsste er auf die US- Dollars verzichten).

So entwickelte sich aus der kommunistischen Weltbewegung eine konterrevolutionäre Weltbewegung, deren Banner nur deswegen so rot war, weil es vom Blut des revolutionären Weltproletariats und von den hunderttausenden Revolutionären auf der ganzen Welt getränkt war, die sich dem revisionistischen Verrat nicht beugten.

Unter dem Banner des proletarischen Internationalismus kämpfte die PAA mit Enver Hoxha an der Spitze mit den aufrechten Marxisten-Leninisten der ganzen Welt gegen die Spaltung und für die Festigung des sozialistischen Lagers. Ausdruck des entschlossenen Kampfes war die Moskauer Deklaration von 1957, die im Ergebnis mit einem Kompromiss endete unter dem Druck und Diktat der sowjetischen modernen Revisionisten. Sie kann daher nicht unkritisch in Bausch und Bogen als Grundlage für die heutige Generallinie übernommen werden, da der Keim des Revisionismus in der Deklaration nicht ausgemerzt werden konnte. In der Deklaration konnten zwar eine Reihe wichtiger marxistisch-leninistischer Prinzipien verteidigt werden, aber im Wesentlichen beinhaltete die Deklaration im Grunde nicht tragbare Zugeständnisse an die Revisionisten, waren die versöhnlerischen Inhalte unverkennbar. Der nicht zu übersehene Einfluss des Diktats der sowjet-revisionistischen Generallinie Chruschtschows setzte sich in den Moskauer Beratungen von 1960 fort und erreichte unter Breschnew ihren Höhepunkt in der Moskauer Beratung von 1969. Es war insgesamt also eine Generallinie, die sich mit der Abgrenzung von Stalin immer weiter vom Marxismus-Leninismus entfernte bis zur vollständigen Kapitulation vor dem Weltimperialismus. Das Ergebnis sehen wir heute. Bezeichnenderweise stützen sich die Moskauer Erklärungen auch auf die Linie der Einheitsfronttaktik des VII. Kongresses der III. Internationale, die den Ausgangspunkt der Wende zur Entartung darstellte und ebenso wie der XX. Parteitag der KPdSU ein entscheidender historischer Trennungsstrich zum Verlassen des Marxismus-Leninismus bedeutete. Die Schriften der später herausgegebenen Gesammelten Werke Stalins enden zeitlich plötzlich vor dem VII. Weltkongress - heute wissen wir, dass die Revisionisten dafür natürlich einen Grund hatten, und wir wissen heute mit Sicherheit, dass Stalin bis zum letzten Augenblick ein alter, unbeugsamer und prinzipienfester Bolschewik geblieben ist, während andere ihre Fahne nach dem Wind gedreht haben, um dem revisionistischen Weg bis hin zum XX. Parteitag zu folgen, das heißt Stalins marxistisch-leninistische Linie unter dem Deckmantel des Personenkult-Vorwurfs erst nach seinem Tode offen zu verurteilen, die sie vorher schon längst unter ihren »Hurra!«-Rufen auf Stalin revidiert hatten. Wenn`s nach Stalin gegangen wäre, würde das den Revisionisten schlecht bekommen! Auch ein Chruschtschow konnte es sich gegenüber der sowjetischen Arbeiterklasse nicht erlauben, die Kominform vor Stalins Tod offiziell für aufgelöst zu erklären. Wir werden aufdecken, was die Revisionisten heute noch unter Verschluss halten, um ihren Verrat zu tarnen.

Wie ist mit der Dimitroff- Frage umzugehen?

Wir wollen die Dimitroff-Frage nicht auf seine Person zuspitzen, sondern wir meinen damit die Frage der rechten Abweichung auf dem VII. Weltkongress, die zwar nicht nur allein von Dimitroff vertreten, aber von ihm maßgeblich geprägt wurde:

Wir folgen damit der Auffassung des Genossen Stalin, der da sagte: »Im Unrecht sind auch jene Genossen, die bei der Erörterung des Problems der rechten Abweichung die Frage auf die Person zuspitzen, die die rechte Abweichung vertreten. Zeigt uns die Rechten oder die Versöhnler, sagen sie, nennt die Personen, damit wir mit ihnen abrechnen können. Das ist eine falsche Fragestellung. Personen spielen natürlich eine gewisse Rolle. Doch handelt es sich hier nicht um Personen, sondern um die Umstände, um die Verhältnisse, die die rechte Gefahr in der Partei erzeugen. Man kann die Personen entfernen, aber das bedeutet noch nicht, dass wir dami die rechte Gefahr in unserer Partei mit der Wurzel ausgerottet haben. Die Personenfrage entscheidet daher die Sache nicht, wenn sie auch zweifellos von Interesse ist« (Stalin, Bd. 11, Seite 198, dt. Ausgabe).

Sicherlich ist es für alle Marxisten-Leninisten (vor allem nach einem so langen Zeitraum!) schmerzlich, ohne Rücksicht auf seine Verdienste in der Vergangenheit die folgenschweren Fehler Dimitroffs ans Licht zu bringen. Aber man kann die Komintern/ML nicht auf ein festes Fundament stellen, wenn man unter falscher Rücksichtnahme auf die Verdienste, die gemachten Fehler unter den Teppich kehrt und anfängt zu taktieren, um sein Gesicht vor den Anderen zu wahren oder um sich vor peinlicher Selbstkritik zu drücken. Das ist nicht bolschewistisch, das entspricht nicht der wahren Treue zum proletarischen Internationalismus. Wenn man der Sache des brüderlichen Bundes der Proletarier aller Länder wirklich treu bleiben will, dann muss man nach der Wahrheit forschen, muss man die Fehler mutig aufdecken, muss man die Frage beantworten, warum die Komintern endete, und der internationale Klassenkampf, der proletarische Internationalismus, ohne sie voranschreiten musste. Man muss bereit sein, einmal gewonnene Überzeugungen in Frage zu stellen. Man darf sich vor neuerlichen Argumenten nicht verschließen, nur weil man nicht einsehen will, dass man sich vielleicht geirrt haben könnte. Daran zeigt man nur Schwäche seiner Überzeugungen, nicht etwa Stärke. Fehler machen, Fehler übersehen - egal nach wieviel Jahren, ist nicht schlimm, sondern nur, Fehler nicht zugeben, sondern rechtfertigen zu wollen, sie selbsttrügerisch zu ignorieren und vor allem, sie nicht zu korrigieren. Das kann dem Weltproletariat, das kann der Weltrevolution Kopf und Kragen kosten! Es ist doch die Stärke der Marxisten-Leninisten, ihre proletarische Erziehung, dass sie ihre Fehler zugeben, selbst wenn sie von den Feinden geäußert werden, die damit die Unglaubwürdigkeit des Marxismus-Leninismus »beweisen« wollen oder sich damit besser als »Marxisten-Leninisten« tarnen. So ist es ein schwerer histographischer Fehler, alles in Bausch und Bogen zu verteidigen, was vor dem XX. Parteitag passierte- einschließlich der letzten Periode der Komintern bis zu ihrer Auflösung und einfach zu »übersehen«, dass sich seit dem VII. Weltkongress eine rechte Linie breit machte, die vom ursprünglichen Komintern-Programm, von der ursprünglichen Strategie und Taktik, von den Beschlüssen der vorherigen Weltkongresse abwich und als »neuer Kurs« ausgegeben wurde. Dimitroff vertrat seine abweichende Linie zunächst nicht offen und nicht von Anfang an. Er genoss Zeit seines Lebens uneingeschränkte Sympathie und Vertrauen bei den meisten Marxisten-Leninisten - bis heute noch. Er ist durch die bolschewistische Schule gegangen und war Schüler von Stalin. Aber es gibt gute Schüler und schlechte Schüler, die sich versöhnlerisch gegenüber denjenigen Kräften verhielten, die in der III. Internationale einen heimlichen anti-bolschewistischen Kurs verfolgten. Sie schworen auf Stalin, aber hinter seinem Rücken operierten sie gegen ihn, gegen die Sowjetunion, gegen den proletarischen Internationalismus, gegen die Weltrevolution und gegen die Komintern. Sie streuten ihr antimarxistisch-leninistisches Gift in die Kommunistischen Weltbewegung, bis in den letzten Winkel jeder Sektion. Unter dem legalen Deckmantel des »demokratischen Zentralismus« trieben sie ihre Keile, um ihren rechten Opportunismus immer offener vorzutragen und Druck auf die Sektionen auszuüben. Dimitroff erleichterte es diesen Kräften vor allem mit seinem Bericht auf dem VII. Weltkongress, ihren Revisionismus unbemerkt als »Marxismus-Leninismus« zu tarnen, um sich zu häuten, wofür er von allen revisionistischen Seiten, ob von Tito, Chruschtschow oder anderen Revisionisten gelobt wurde, aber von Stalin wurde er kritisiert. Da sich Dimitroff nach seinem Tod nicht wehren konnte, strichen die Revisionisten alles, was ihn mit Stalin verband, um diese Spur zu verwischen. Deswegen dürfen wir auf diese revisionistischen Geschichtsfälschungen der Revisionisten über Dimitroff genauso wenig hereinfallen, wie ihre Geschichtsfälschungen gegenüber der Komintern insgesamt. Die Revisionisten wollten damit nur die Lüge verbreiten, dass die ganze Komintern, so auch Dimitroff, unter die Macht von Stalin gezwungen worden sei. Die Revisionisten lassen Dimitroff in einem Licht erscheinen, als hätte er »in Wahrheit« Stalins Linie abgelehnt, als wäre Dimitroff einer von »ihnen« gewesen. Den Revisionisten zum Trotz dürfen wir nun nicht unsererseits ebenfalls zu Geschichtsfälschungen greifen, und Dimitroff von jeglicher Schuld befreien und ihn als unfehlbaren Schüler Stalins verteidigen. Damit würden wir den Revisionisten nur einen Gefallen tun, würden sie uns Dimitroffs tatsächliche Fehler vor Augen führen, um zu beweisen, dass nicht wir, sondern sie die »wahren« Marxisten-Leninisten seien. Wenn auch die Dokumente zur Wahrheitsfindung unter Verschluss gehalten werden, so müssen wir uns zur Zeit noch mit dem begnügen, was vorliegt. Darum geben wir unsere Einschätzung zu den vorliegenden Dokumenten des VII. Weltkongresses. Dimitroff hat unserer Meinung tatsächlich Fehler gemacht, die wir kritisieren müssen, aber deswegen muss man seine Verdienste, seine aufopferungsvolle Arbeit für die Komintern - eben auch um eine breite Front gegen Faschismus und Krieg zu schaffen , verteidigen. Nur sind seine Verdienste natürlich nicht dieselben, die ihm die Revisionisten zuschreiben. Es sind eher die Verdienste, die die Revisionisten verschweigen, und die hängen mit dem Namen Stalin zusammen, dessen Namen sie aus der Geschichte der Komintern ausradiert haben. Wenn die Revisionisten den Namen Dimitroff mit dem VII. Weltkongress in Verbindung bringen, dann müssen wir den Namen Dimitroff mit der gesamten Tätigkeit der Komintern VOR dem VII. Weltkongress hervorheben - und das sind nicht wenige Jahre herausragender Arbeit gewesen.

Stalin trat nicht das erste Mal gegen rechte Abweichler auf und sah voraus, wohin deren Reise führen würde - zur Restauration des Kapitalismus. Das war 1928! 4 Jahre zuvor, auf dem V. Weltkongress 1924, war es ihm dank seines Präsidiumssitzes im EKKI möglich, die rechte Abweichungen auf dem IV. Weltkongress 1922 zu korrigieren (»Arbeiterregierung mit nichtkommunistischen Arbeiterparteien«). Deswegen war Stalin besonders wachsam gegenüber dem Versöhnlertum in der Frage der rechten Abweichung, und das ist auch das was Stalin ZUMINDEST an Dimitroff kritisiert haben müsste. Dafür gibt es aber keine eindeutigen Beweise. Jedenfalls sind sie uns derzeit nicht bekannt.

Die Diskussion der Dimitroff-Frage ist für uns ein deutliches Zeichen des ideologischen Reifungsprozesses der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Die Bereitschaft, sich von überflüssigem Ballast zu befreien, ist nicht etwa ein Zeichen für Entartung oder Zersetzung. Nur weil die Komintern unterging, muss sie deswegen nicht verdammt werden. Im Gegenteil, wir müssen uns von Falschem trennen, um das Richtige bewahren zu können. So vorzugehen, heisst korrekt vorzugehen, um sich bewusst auf alles in der Komintern zu stützen, was wertvoll war und heute noch wertvoll ist. Die Komintern war im wesentlichen eine korrekte marxistisch-leninistische Internationale und deswegen brauchen wir keine neue Kommunistische Internationale, deren Linie sich gegen die Linie der Komintern richten muss, sondern wir brauchen eine Nachfolgeorganisation, die das ruhmreiche Erbe der Komintern antritt und fortsetzt.

In der Stalinfrage ging es darum, Stalin als Klassiker des Marxismus-Leninismus zu verteidigen. Er hat in allen entscheidenden Fragen stets eine richtige bolschewistische Haltung eingenommen. Von Stalin lernen, heisst siegen lernen. In der Stalinfrage haben wir über den modernen Revisionismus einen glänzenden Sieg errungen, den wir vor allem dem Genossen Enver Hoxha verdanken. Dazu gehört auch der Sieg über den Maoismus in der Stalinfrage. Bei der Dimitroff-Frage müssen wir anders herangehen. Er hat als Führer der Komintern nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen gezeigt, die sich auf dem VII. Weltkongress offenbarten, die sich nach dem VII. Weltkongress weiter fortsetzten und insbesondere dann nach der Auflösung der Komintern bis zu seinem Tod immer offener zu Tage traten. Nicht der Text des Dimitroff- Berichtes selbst brachte uns auf die Kritik, sondern dessen Nichtübereinstimmung in der Konfrontation mit unserer Analyse der Ergebnisse des tatsächlich verlaufenen historischen Prozesses. Das, was der VII. Weltkongress versprach, ist historisch nicht eingetreten und hat sich deswegen als falsch erwiesen. Es wäre ein folgenschwerer Fehler von uns gewesen, wenn wir die Dimitroff-Frage losgelöst hätten von ihrer praktischen Bedeutung im Rückblick der Geschichte der Komintern und des Sozialismus überhaupt. Nur durch die Ursachenforschung für die Niederlage des Sozialismus haben wir die Wahrheit erkannt, dass sich aus einer rechten Abweichung heraus der Revisionismus überhaupt erst hat zur Macht entwickeln können. Deswegen kritisieren wir die rechte Abweichung der Komintern, um daraus für die Komintern/ML zu lernen und diesen Fehler zukünftig zu vermeiden. Wir kritisieren Dimitroff, um den Marxismus-Leninismus, um Stalins Position zu stärken, und Dimitroff nicht zuletzt auch vor den Revisionisten in Schutz zu nehmen, nämlich überall dort, wo er eine marxistisch-leninistische Haltung eingenommen und die Linie Stalins und der Komintern Lenins und Stalins vertreten hat. Wer anders an die Dimitroff-Frage herangeht, ist unserer Auffassung nach kein Marxist. Solange die Dimitroff-Frage nicht gelöst ist, müssen wir also unseren Vorwurf aufrecht erhalten und zu erhärten versuchen. Letztendlich bewiesen haben werden wir unseren kritischen Standpunkt gegenüber Dimitroff erst dann, wenn historisch vollendete Tatsachen geschaffen wurden. Bis dahin gilt es, für unseren Standpunkt zu kämpfen.

Die Lösung solcher Kardinalfragen ist immer sehr wichtig sowohl für die ganze Bewegung, als auch für einen ganzen Zeitabschnitt. In der revolutionären Praxis sieht das meistens so aus, dass wir unsere Fehler an der falschen Durchführung festmachen, an den Bedingungen, die sich geändert haben usw. , weil wir weiterhin von der Richtigkeit eines neuen Kurses überzeugt sind. Was von allen für richtig erachtet wurde, ist auszuführen und umzusetzen mit strenger proletarischer Disziplin. Es wird ein harter Kampf geführt. Alles sah so aus, als würden sich die Dimitroff-Thesen bestätigen. Doch nun kommen Zweifel nach dem Verrat der Revisionisten. Man macht weiterhin alles Mögliche für das Scheitern verantwortlich, nur nicht die Beschlüsse des VII. Weltkongresses. Das haben wir Jahrzehnte so gemacht. Man versucht es immer wieder von vorne, sucht Schwachstellen bei sich selbst, aber man verteidigt dabei immer noch den neuen Kurs und seine Beschlüsse des VII. Weltkongresses. Erst sehr spät werden die Zweifel so unerträglich stark, dass man beginnt, die Richtigkeit mit dem dialektischen und historischen Materialismus zu analysieren und zu überprüfen, und dies ist auch der einzig richtige Weg, um seine Zweifel entweder zu bestätigen oder fallen zu lassen. So ist Enver Hoxha auch bei der Beurteilung Maos vorgegangen, und nicht zuletzt war es Enver Hoxha, der uns damit geholfen hat, methodisch auch in der Dimitroff-Frage vorzugehen - hat er uns bestärkt, so vorzugehen.

Dann ringt man sich häufig dazu durch, das Scheitern anzuerkennen, aber rechtfertigt die Beschlüsse trotzdem weiter, als richtige Beschlüsse »zu der damaligen Zeit« in der sie gefasst wurden. Mit historischen Gegebenheiten kann man sich »leichter abfinden« und riskiert deswegen nicht so leichtfertig die Einheit durch weiteres Nachbohren - und alle sind »zufrieden« - wird die Kardinalfrage damit fataler Weise als »gelöst« und erledigt abgehakt. Klar, dass man auf diese Weise nur bis zu einer halben Wahrheit vordringen kann, dass man in Wirklichkeit die Frage noch gar nicht gründlich genug untersucht hat, sondern mit den ersten besten Ergebnissen der Untersuchung nur einen historischen Kompromiss eingegangen ist, der »der Vergangenheit« angehört. Aber hierin besteht der folgenschwere Irrtum. So kann man aus der Geschichte keine richtigen Lehren ziehen; das ist trügerisch und rächt sich eines Tages, denn eben aus diesen »kleinen« Fehlern entstehen große Fehler, wenn man sie nicht gründlich und vollständig genug ausgeräumt hat. Deswegen ist ja auch bekannt, dass unsere Gegner ein Interesse daran haben, Fehler in ihrer ganzen Dimension verborgen zu halten, denn gerade mit diesen Halbwahrheiten dringen sie wieder in unsere Reihen ein ohne bekämpft zu werden, haben sie wieder einen weiteren Ausgangspunkt für ihre liquidatorische Arbeit gefunden. Die Gegner haben also gar kein Interesse an der Lösung dieser wichtigsten Fragen der Bewegung, weil sie nur das kritisieren, was ihnen nicht schadet. Kritik der Opportunisten dient der Wahrheitsvertuschung, nicht der Wahrheitsfindung. Mao war ein Gegner Stalins, wagte es aber nicht, ihn zu dessen Lebzeiten zu kritisieren. 1956, zum XX. Parteitag der KPdSU, lobte er Chruschtschows Feldzug gegen Stalin. Mao war mit einer 70% und 30% - Kritik an Stalin »einverstanden«. Das war Ausdruck seiner Versöhnung mit dem sowjetischen Revisionismus. So was ist völlig falsch, und das ist genau, was wir meinen, wenn wir versuchen, die Dimitroff-Frage prinzipiell zu lösen: entweder vollständig und gründlich oder gar nicht - soweit es eben möglich ist. Da kann man keine Kompromisse machen. Man darf in keiner Frage, auch nicht in der Dimitroff-Frage, seinen Standpunkt dazu nach dem opportunistischen Wind drehen und heute dies und morgen genau das Gegenteil sagen. Es ist doch 1000 Mal bekannt, dass diejenigen, die eine Kritik zu verhindern suchten, hinterher als erstes laut Beifall klatschen, wenn sie gemerkt haben, dass sie erfolglos blieben. Es gibt nur einen Weg, die Dimitroff-Frage zu lösen, den Weg des Marxismus-Leninismus, den Weg des proletarischen Internationalismus. Dieser Weg wird sich als richtig erweisen, und wird zeigen, wie notwendig es ist, den internationalen Kampf gegen den Revisionismus vom Standpunkt der Internationale zu führen. Vor allem war es bei den Klassikern üblich, bereits die Abweichungen vom Marxismus Leninismus seitens führender Genossen der Bewegung offen und mutig aufzudecken und damit nicht »hinterm Berg zu halten« wegen falscher Rücksichtnahme irgendwelcher Verdienste. Man lerne aus der Kritik Lenins an Plechanow oder Kautsky, die das Lager gewechselt haben. Mao hat nie das Lager gewechselt, weil er nie Marxist war, wird aber bei aktiven Maoisten immer noch als »Klassiker des Marxismus-Leninismus« gefeiert. Aber im Gegensatz zu Mao waren Plechanow und Kautsky früher einmal Marxisten, sehr gute sogar. Deswegen hat Lenin einen harten, leidvollen Kampf zur Rettung seines ehemaligen Kampfgefährten Plechanow geführt, hat er um ihn gerungen und nicht leichtfertig aufgegeben. Wir verteidigen die Genossen für die Zeit, in der sie in unserem Lager standen. Wir kritisieren sie dafür, dass sie das Lager wechseln. Wir kritisieren sie in ihrem feindlichen Lager härter als alle andern. Man sehe, wie unerbittlich Lenin den Renegaten Kautsky gegeißelt hat und wie fruchtbar dies für die theoretische Weiterentwicklung des Marxismus war und ist. Jeden Tag bleibt es für uns wichtig, alle diejenigen zu kritisieren, die auf den Spuren Kautskys auf unsere Bewegung bürgerlichen Einfluss zu nehmen versuchen. Deswegen sind Lenins Lehren unvergänglich. Deswegen werden wir siegen, wenn wir differenzieren zwischen Lenins Kritik an Kautsky und Lenins Verteidigung von Kautskys als ehemaliger Streiter gegen den Anti-Marxismus. So wollten wir auch an die Dimitroff-Frage herangehen, wobei wir wert darauf legen, dass wir nicht beabsichtigten, vereinzelt gemachte Fehler zu kritisieren, sondern mit der Aufdeckung der rechten Abweichung auf dem VII. Weltkongress wollten wir unbedingt eine direkte Verbindungslinie zum späteren Revisionismus an der Macht ziehen, aus denen dann entsprechende prinzipielle Lehren für die Komintern/ML gezogen werden sollten.

Wir vermuten, dass Stalin einen ähnlichen Kampf um Dimitroff geführt hatte, aber uns fehlen hierzu die historischen Dokumente. Die aber haben die Revisionisten, bzw. mittlerweile die Weltbourgeoisie. Diese Dokumente gehören dem Weltproletariat und den Völkern der Welt. Keiner hat das Recht, sie ihnen vorzuenthalten. Wir müssen entschieden für die Herausgabe dieser Dokumente kämpfen, bevor sie vernichtet werden, um unsere Vergangenheit auszulöschen, um irgendwann einmal so zu tun, als hätte es den Sozialismus gar nicht gegeben. Ohne der Bourgeoisie die Dokumente in der Dimitroff-Frage zu entreißen, werden wir auch in der Dimitroff-Frage auf unsere Grenzen stoßen. Es muss jedem Genossen klar sein, dass die Verteidigung des Marxismus-Leninismus in der Dimitroff-Frage nicht nur ein theoretisches, sondern auch ein ganz praktisches Problem des internationalen Klassenkampfes ist. Der Bourgeoisie hält ein großes Stück Marxismus-Leninismus in seiner Gewalt und verwendet diese Waffe gegen uns Marxisten-Leninisten. Die Zurückeroberung des Sozialismus bedeutet also auch Zurückeroberung der historischen Dokumente, um Licht ins Dunkel zu bringen, in das man uns absichtlich gehüllt hat. Nun, ob mit oder ohne Dokumente kann man uns nicht hindern, richtige Schlussfolgerungen zu ziehen, kann man uns durch nichts aufhalten. unseren marxistisch-leninistischen Weg fortzusetzen und zu Ende zu gehen. Erinnern wir uns an Lenin. Als er auf dem Gebiet des dialektischen und historischen Materialismus neue wissenschaftliche Entdeckungen machte, ahnte er nicht, dass sie schon bereits von Engels entdeckt waren, nur auf einem anderen Wege und unter anderen Umständen. Erst später erhielt Lenin Kenntnis von diesen, ihm damals unbekannten Werken von Engels, wurden die philosophischen Erkenntnisse von Engels bestätigen. Es gab Dokumente von Engels, die die sozialdemokratischen Verräter in Deutschland der ganzen Welt 30 Jahre vorenthielten, um damit ihre schmutzige Politik zu vertuschen!

Hier wird deutlich, wie wichtig in dieser Frage die moderne Kommunikationstechnik geworden ist, um die Ideen der Marxisten-Leninisten auf dem ganzen Erdball zu einem gemeinsamen Strom zusammenfließen lassen muss, um den Marxismus-Leninismus gemeinsam weiter zu entwickeln und diese Entwicklungen auch wieder über den ganzen Erdball zu verbreiten, um sie direkt in die revolutionäre Praxis vor Ort einzubinden. Da haben wir heute viel mehr Möglichkeiten als die Komintern. Warum nutzen wir sie nicht richtig? Das ist ein Grund mehr für den notwendigen Aufbau der Komintern/ML. Auf diesem Wege kommen wir auch der Lösung der Dimitroff-Frage näher und damit werden wir allen Genossen gleichzeitig den praktischen Beweis für die Notwendigkeit und den Vorteil einer Komintern/ML erbringen, dass der Marxismus-Leninismus allen Marxisten-Leninisten gehört, dass man ihn allen Marxisten-Leninisten zugänglich machen muss, dass wir verhindern müssen, dass irgendwelche Leute den Marxismus-Leninismus in der Schublade verschwinden lassen, um die Weltrevolution aufzuhalten.

Es hat lange Zeit gebraucht, die Mao Tsetungideen als antimarxistisch öffentlich anzuprangern, weil die Chiensen sich sehr lange Zeit hinter der Kritik am Revisionismus verbergen konnten. Die Lösung der Stalinfrage und die Lösung der Mao-Frage haben erst die Voraussetzung schaffen können für die Lösung der Dimitroff-Frage. Ging es in der einen Frage um die Verteidigung Stalins, bedeutete dies einen Sieg über den modernen Revisionismus. In der anderen Frage ging es um die Verurteilung Maos als Antimarxist, und seine Verteidigung als bürgerlich-revolutionären Demokraten neuen Typs, ging es um den Kampf gegen den Neo-Revisionismus, der die marxistisch-leninistische Bewegung gespalten hatte. Er begann mit einem Sieg Enver Hoxhas. Bei Dimitroff geht es um einen Führer, der vom Weg des Marxismus-Leninismus abgewichen ist und damit den Revisionisten den Weg bereitete, geht es um den Kampf zur Fortsetzung der Komintern auf dem Boden des Marxismus-Leninismus.

Wenn wir uns erst 65 Jahre nach dem VII. Weltkongress mit der rechten Abweichung Dimitroffs beschäftigen, so ist es vertretbar, wenn wir die richtigen Schlüsse für die neue Einheitsfronttaktik gegen den herannahenden Weltfaschismus des US-Imperialismus ziehen. Aber es wäre nicht vertretbar, wenn wir statt der richtigen, nur die falschen Schlüsse ziehen würden. Das macht die Klärung der Dimitroff-Frage so aktuell und dringend notwendig, damit wir den richtigen Weg im Kampf gegen den Faschismus einschlagen können. Die andere Seite der Dimitroff-Frage ist an die Frage der Existenz der Komintern geknüpft. Insofern knüpft die Komintern/ML ihre Existenz auch an diese Frage. Entweder wir lösen die Dimitroff-Frage oder die Komintern/ML geht unter. Darin liegt der lehrreiche Kern der Dimitroff-Frage, und darauf müssen wir uns konzentrieren. Wir halten es also für unser Recht und unsere Pflicht, über Dimitroffs Schwächen offen und ehrlich unsere Meinung zu äußern und begrüßen die Beteiligung aller Genossen an einer offenen Aussprache. Was wir vermeiden wollen ist, seine Verdienste durch unsere Kritik zu schmälern. Wir erheben auch keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit unserer Kritik. Wenn wir Fehler in der Dimitroff-Frage machen, wenn wir seine Schwächen überbewertet oder unterbewertet haben sollten, dann sind sie durch den Zeitpunkt bedingt, zu dem wir unsere Kritik geäußert haben und durch den Mangel an Dokumentenmaterial. Wir sind davon überzeugt, und das hat die Geschichte öfter gezeigt, dass man später - auf unsere begonnene Kritik aufbauend - zu viel klareren und objektiveren Beurteilungen über Dimitroff kommt, als wir es in diesem Augenblick können. Damit wollen wir aber eventuelle Fehler unserer Kritik nicht entschuldigen, sondern genauso unsere Selbstkritik üben, wie wir das in der Dimitroff-Frage auch von allen anderen Marxisten-Leninisten erwarten können, sollten sie ihrerseits eingesehen haben, dass sie sich geirrt haben.

Wir verteidigen richtige Haltungen Dimitroffs, aber im Wesentlichen kritisieren wir hier seine falsche Haltung. Wir bitten das nicht zu vergessen, wenn wir uns hier vorwiegend mit der falschen Haltung Dimitroffs beschäftigen. Sicherlich ist es genauso notwendig, das herauszuarbeiten, was tatsächlich fortschrittlich und revolutionär war in Abgrenzung zu seinen Fehlern. Fortschrittliches enthielt auch der VII. Weltkongress, den wir so beharrlich kritisieren. Den marxistisch-leninistischen Anspruch aber, den Anspruch der Verwirklichung der Oktoberrevolution im Weltmaßstab, hat der VII. Weltkongress unserer Meinung nach nicht mehr ausdrücklich in den Vordergrund gestellt, wie das bisher auf allen vorangegangenen Weltkongressen der Fall war. Dieser Anspruch wurde nur noch halbherzig erhoben, ja zum Teil ging er in der allgemeinen Kritik am »Sektierertum« gegenüber der Verbreiterung der Einheitsfront unter. Und das war der eigentliche historische Schaden der Dimitroff-Thesen. Die Komintern wurde als marxistisch-leninistische Internationale aufgebaut, die ihre »linken« und rechten Fehler überwand. Sie glitt mit dem VII. Weltkongress allerdings ins zentristische Fahrwasser ab, und nur ihre Auflösung hat sie wohl vor der revisionistischen Entartung bewahrt. Sie wäre sicherlich als revisionistische Internationale geendet und auseinandergefallen. So wurden ihre Direktiven dann ja auch in die einzelnen Sektionen gegeben, die zu deren Verselbstständigung und zur Abnabelung von der Komintern führen sollten, wo man sich des Zugriffs Stalins und der Sowjetunion besser entziehen konnte. So ging z.B. die opportunistische Weiterentwicklung zur Volksfronttaktik von Frankreich aus und nicht von der Sowjetunion. Der ultrarechte Geist, der auf dem VII. Weltkongress noch vorsichtig in revolutionäre Watte gepackt war, kam also erst in den einzelnen Parteien zum Tragen, wo sich der offene Revisionismus dann zur vollen Reife entfaltet hatte. Diesen Weg des VII. Weltkongresses wollen wir heute nicht wiederholen. Das wollen nur die Neo-Revisionisten, indem sie ihm einen neuen »marxistisch-leninistischen« Anstrich geben und verteidigen.

Man darf die Marxisten-Leninisten nicht verurteilen, die im ehrlichen Glauben Dimitroffs Fehler gegenüber den Revisionisten verteidigen oder verteidigt haben, sondern muss ihnen ihre Augen öffnen und sie solidarisch kritisieren, wie es unter Genossen üblich ist. Man darf sie nicht mit den Neo-Revisionisten in einen Topf werfen, die den Revisionismus in feindlicher Absicht durch die Hintertür des »anti-revisionistischen« Kampfes wieder in die marxistisch-leninistische Bewegung einzuschmuggeln versuchen. An die Neo-Revisionisten dürfen wir die ehrlichen Genossen, die nach der Wahrheit suchen, nicht durch unüberlegte »Hau-Drauf-Taktik« verlieren. Wir müssen sie geduldig zu überzeugen versuchen. Einige Neo-Revisionisten verteidigen Dimitroff heute noch gegenüber den Revisionisten Togliatti. Sehr geschickte Taktik! Wie kann man aber den Revisionisten Togliatti angreifen, und Dimitroff freisprechen, der ja mit Manuilsky und Togliatti zusammen die Komintern seit 1941 arbeitsteilig in einem Triumvirat führte.

Stalin hatte seinen vollen Einfluss auf die Linie des VI. Weltkongresses eingenommen, was ihm auf dem VII. Weltkongress nicht mehr im ausreichenden Maße zu gelingen schien. Die Linie des VII. Weltkongresses ist also in unseren Augen keine Stalin´sche Linie, sondern im Grunde genommen die Vorstufe einer Linie gegen Stalin, eine verdeckte und sehr gefährliche - worüber sich Stalin bewusst war. Schließlich war es Stalins eigene Initiative , die Kominform ins Leben zu rufen - OHNE ( und in Wirklichkeit gegen!) die Helden des VII. Weltkongresses. Er kritisierte Tito, aber das traf indirekt auch all die anderen Abweichler und Versöhnler innerhalb der Komintern! Offen konnte nur schwer Kritik an Stalin geübt werden. Den prinzipienfesten Weg des Marxismus-Leninismus fortzusetzen, war für Stalin der einzig richtige Weg, denn der offene Bruch mit der Komintern hätte zum damaligen historischen Zeitpunkt schwerwiegende Folgen gehabt, die der Weltimperialismus hätte ausnutzen können. Also müssen wir heute diese offene Kritik an der Komintern deutlicher denn je aussprechen. Die Kominform Stalins war seine Antwort auf das Entstehen des modernen Revisionismus, insbesondere des jugoslawischen Weges. Dieser Sieg rettete Albanien vor der Einverleibung Jugoslawiens und beweist, dass Stalin schon lange vor dem XX. Parteitag, seine führende Rolle im Kampf gegen die modernen Revisionisten nicht nur in der Sowjetunion, sondern in der Weltbewegung mehr als rechtfertigte und alle Beschuldigungen der Sektierer, er hätte den Revisionismus nicht oder zu spät bekämpft oder gar selber hervorgerufen, sind mehr als lächerlich (Revisionismus begann bereits mit dem ersten Tag der Sowjetunion - nämlich mit dem Versuch, den Kapitalismus zu restaurieren durch die Revision des Marxismus-Leninismus). Was zum Beispiel die konterrevolutionäre Verschwörung in Bulgarien anbelangt, heisst es in den »Beratungen des Informationsbüros Kommunistischer Parteien - November 1949«[Kominform], Dietz Verlag, Berlin 1951, Seite 69:

»Genosse Stalin erwies der internationalen kommunistischen Bewegung größte Hilfe. Mit genialem Scharfblick warnte er uns vor einer Reihe ideologischer Abweichungen und Konfusionen und half uns, erfolgreich dagegen anzukämpfen. Diese Hilfe des Genossen Stalin war für viele marxistische Parteien von unschätzbarem Wert. Dank dieser Hilfe konnten in der praktischen und theoretischen Tätigkeit der kommunistischen Parteien zahlreiche Fehler vermieden werden«.

Die Neo-Revisionisten finden einzelne Zitate in Dimitroffs Bericht, um seine »korrekte Haltung« auf dem VII. Kongress der III. Komintern zu belegen ( Dimitroff selbst beruft sich pausenlos auf Zitate des Genossen Lenin und Stalin!), aber sie verschließen die Augen davor, dass sich Dimitroffs neue Linie als vorherrschender rechter Kurs auf dem VII. Kongress ohne Widerstand durchsetzte, weil der rechte Charakter nur vermittels marxistisch-leninistischer Phrasen verdeckt werden konnte - mit den bekannten welthistorischen schädlichen Folgen des modernen Revisionismus, der eben nicht erst mit dem XX. Parteitag begannen. Es geht hier also nicht nur um die Person Dimitroffs, nicht nur um die heutige Einschätzung gegenüber der III. Komintern seit dem VII. Kongress, sondern es geht um die heutigen notwendigen Schlussfolgerungen, die die Komintern/ML aus dieser historischen, fatalen Entwicklung ziehen muss. Internationalist, d.h. Verteidiger der korrekten Linie der Komintern zu sein, schließt mit ein, die Abweichung des VII. Kongresses zu kritisieren und zu überwinden, statt sich davor zu fürchten, von den Neo-Revisionisten als »Sektierer« entlarvt zu werden.

Wir kritisieren an Dimitroff nicht, dass er das Sektierertum überhaupt anprangerte, sondern den politischen Inhalt und die Art und Weise, wie er das tat, aber vor allem gegen wen er es tat. Als rechter Abweichler war es notwenig, den Marxismus-Leninismus unter dem Deckmantel des »Sektierertums« anzugreifen, die Kritik am Sektierertum zu übertreiben und die Kritik am rechten Versöhnlertum zu untertreiben, anders könnte sich die rechte Abweichung grundsätzlich gar nicht entwickeln und zum Revisionismus etablieren. Und bei sorgfältigem Studium des Berichts in dieser Hinsicht bestätigt sich dies auch eindeutig. Keine einzige sektiererische Gruppierung, kein einziger sektiererischer Genosse wurde in dieser Hetzkampagne gegen das Sektierertum auf dem VII. Weltkongress benannt oder gar dingfest gemacht, geschweige denn ausgeschlossen. Nicht einmal sektiererische Abweichler wurden benannt, die man hätte kritisieren und auf den bolschewistischen Weg zurückholen müssen. Das ist schon merkwürdig!

Ultralinks bezeichnete Dimitroff in seinem Bericht auf dem VII. Weltkongress (und in ungerechtfertigter Weise!) ausgerechnet diejenigen Genossen, die nur bereit waren, eine » Arbeiterregierung anzuerkennen, die nur durch den bewaffneten Aufstand, nach dem Sturz der Bourgeoisie geschaffen werden kann.« ( Zitat aus Dimitroffs Berichts-Abschnitt »Über die Regierung der Einheitsfront«, Protokolle des VII. Weltkongresses). Ein bürgerlicher revolutionärer Demokrat mag dies so anerkennen, aber kein Marxist-Leninist, denn jegliche Arbeiterregierung erkennen die Marxisten-Leninisten nur als Diktatur des Proletariats an, die nun einmal gar nicht anders erreicht werden kann, als durch die gewaltsame sozialistische Revolution, durch den Sturz der Diktatur der Bourgeoisie, durch den Sturz des Faschismus, durch die Zerschlagung des Imperialismus.

In »Die Volksfront zum Kampf gegen Faschismus und Krieg« definiert Dimitroff denn auch die historische Mission des Proletariats als »Vorhut der unvollendeten demokratischen Revolution« und nicht der sozialistischen Revolution:

»Sie (die Volksfront - die Red.) schafft die günstigsten Voraussetzungen für die Erfüllung der historischen Rolle des Proletariats: an der Spitze des Kampfes des eigenen Volkes gegen das Häuflein der Finanzmagnaten, der Großkapitalisten zu stehen, die Vorhut der unvollendeten demokratischen Revolution und aller Bewegungen für Fortschritt und Kultur zu sein« (Dimitroff, Bd. 3, Seite 38, dt. Ausgabe) »Schaffung einer Weltvolksfront gegen Krieg und Faschismus« (Dimitroff, ebenda, Seite 41), und »ihr Programm der Verteidigung der Interessen der Werktätigen, der Verteidigung der Demokratie und des Friedens gegen den Faschismus und die faschistischen Kriegsbrandstifter« (ebenda, Seite 40) - In »Die Volksfront zum Kampf gegen Faschismus und Krieg!« vom November 1936 erklärt Dimitroff: »Wenn (...) die bestehende Regierung aus irgendeinem Grunde (...) den Weg des Zurückweichens (...) geht (...) dann wird die Arbeiterklasse, das Gefüge der Volksfront weiter festigend, die Ersetzung dieser Regierung durch eine solche Regierung anstreben, die das Volksfrontprogramm energisch durchführen wird (...)« (Dimitroff, Bd. 3, Seite 50-51, dt. Ausgabe).

Von Klassenkampf, geschweige denn von Sozialismus oder Revolution überhaupt kein Wort mehr bei Dimitroff. Jeder weiss, dass die Volksfrontregierung nicht auf friedlichem Wege in die Diktatur des Proletariats hineinwachsen kann, dass der Griff der Arbeiter zum Gewehr, dass die Volksbewaffnung einer Volksfrontregierung proletarischen Charakter verleiht, dass sie den Staat der Volksfrontregierung unterwerfen muss, indem sie den bürgerlichen Staat zerschlägt, um ihn durch einen neuen, proletarischen Staat zu ersetzen. Eine Regierung durch eine andere Regierung ersetzen zu wollen - ist ohne diese Voraussetzungen anti-marxistisch. Eben diese Voraussetzungen sind es, durch die sich das Proletariat Demokratie schafft, d.h. überhaupt über jene Macht verfügen kann, eine »schlechte« Regierung durch eine »bessere« zu ersetzen. Historisch hat der VII. Weltkongress seine Vorstellung von Volksfrontregierung noch nicht in reale Diktatur des Proletariats verwandelt:

»Nur Schufte und Einfaltspinsel können glauben, das Proletariat müsse zuerst durch Abstimmungen, die unter dem Druck der Bourgeoisie, unter dem Joch der Lohnsklaverei vor sich gehen, die Mehrheit erobern und können erst dann die Macht ergreifen. Das ist der Gipfel der Borniertheit oder Heuchelei, das hieße den Klassenkampf und die Revolution durch Abstimmung unter Beibehaltung der alten Gesellschaftsordnung, unter der alten Staatsmacht zu ersetzen« (Lenin, »Gruß den italienischen, französischen und deutschen Kommunisten«, Bd. 30, Seite 42, dt. Ausgabe).

Und die Volksfrontregierung an die Stelle des gewaltsamen Sturz des Weltimperialismus, an die Stelle der Weltdiktatur des Proletariats, an die Stelle des Weltkommunismus zu setzen, das ist die Linie Dimitroffs. Eine Weltfront gegen Krieg und Faschismus brauchen wir gewiss, gerade heute brauchen wir diese Front, aber das kann nur eine Weltfront des Kommunismus, kann nur die Front der Weltrevolution sein, denn ohne diese kommunistische Weltfront, ohne die Weltrevolution, wird JEDE Weltfront gegen Krieg und Faschismus niemals die Unvermeidlichkeit von Krieg und Faschismus beseitigen können, wird es immer wieder Faschismus und imperialistische Kriege geben, und kein noch so fortschrittliches Volksfront-Programm wird dies im Rahmen des Kapitalismus jemals verhindern können, aber davon will Dimitroff mit seiner Volksfrontpolitik nichts wissen - das ist ja »sektiererisch«. Deswegen darf es keine Wiederholung des VII. Weltkongresses geben, sondern die Komintern/ML sagt statt dessen: wir müssen die Weltfront des Kommunismus gegen Krieg und Faschismus aufbauen - dafür - und nur dafür brauchen wir die Welteinheitsfront der Proletarier aller Länder und der unterdrückten Völker, dafür brauchen wir die Millionenmassen - für die Weltrevolution! Und unsere Generallinie ist dafür die Richtschnur, damit diese Aufgabe verwirklicht werden kann.

Was also ist an der bewaffneten proletarischen Revolution, was ist an sämtlichen Weltkongress - Beschlüssen, die alle diese Linie der Oktoberrevolution verfolgten = »ultralinks«? Was ist daran »links«, dieses Prinzip auch im Kampf der Einheitsfront gegen den Faschismus anzuwenden, der Ausdruck für die Verschärfung der Klassenherrschaft der Bourgeoisie ist? Eben der gesamten(!) Klasse der Bourgeoisie und nicht allein ihrer reaktionärsten Elemente, um sich auf diese Weise der Bourgeoisie, der Sozialdemokratie, ihrem »linken« Flügel usw. unbemerkt anzunähern und die Komintern zu einem Werkzeug zur Unterordnung des Weltproletariats unter die Weltbourgeoisie zu machen, erst unter einem Teil von ihr und dann schließlich die vollständige Unterordnung. Eben das ist nicht der richtige und gerade Weg , nicht der konsequente, sondern der vorübergehende, halbherzige, nicht endgültige, sondern krumme Weg zur Befreiung vom Faschismus, nicht der Weg zum Sozialismus, sondern umgekehrt zwar für den Augenblick nicht, aber im Endeffekt doch der Weg in den Untergang, der Weg in die Kapitulation. Dimitroff hat die Binsenwahrheit außer Acht gelassen, dass man zwischen dem bürgerlich-demokratischen Begriff des Faschismus und dem sozialistischen Begriff des Faschismus unterscheiden muss. Einen bürgerlich demokratischen Begriff als sozialistischen Begriff auszugeben, das hat Lenin als Gründer und Führer der Komintern niemals getan, aber die Führer der II. Internationale. So wie es zwei Begriffe des Faschismus gibt, so gibt es auch zwei Wege, sich vom Faschismus zu befreien - einen bürgerlichen und einen proletarischen. Der bürgerliche Weg ist die Beseitigung des Faschismus »auf Zeit« bei Aufrechterhaltung de