Proletarier aller Länder – vereinigt euch im Kampf gegen den Trotzkismus!



Die Generallinie

zur

Verteidigung des Marxismus-Leninismus

gegen den Trotzkismus und Zentrismus,

gegen das Spaltertum und Versöhnlertum

(Auszüge aus der Generallinie der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten – http://ciml.250x.com/general.html



aus dem Kapitel :

12 ideologische Richtlinien



(11. Richtlinie)

    Die Generallinie der Komintern/ML basiert - und dies im dialektischen Zusammenhang mit dem Kampf gegen rechts und »links« - auf dem Kampf gegen das Versöhnlertum, das die Opportunisten unter seine Fittiche nimmt, das vorgibt, den Opportunismus zu überwinden, aber ihm in Taten den Weg bereitet. Versöhnlertum ist eine Form der Vorbereitung und Ermöglichung der Spaltung der Einheit des Proletariats und verschafft den Klassengegner in den eigenen Reihen die Möglichkeit, innerhalb des Proletariats, innerhalb der Komintern/ML und ihrer Sektionen leichter schädlichen Einfluss zu gewinnen. Von allen Formen des Versöhnlertums ist diejenige am gefährlichsten, die glaubhaft zu machen versucht, das Versöhnlertum » selber bekämpfen zu wollen« - das ist das Neo-Versöhnlertum. Schützen kann sich das Proletariat aber nur durch sich selbst, nicht etwa durch Versöhnung mit dem Klassengegner. Die Komintern/ML kämpft gegen den Zentrismus, der eine Ideologie der Anpassung, eine Ideologie der Unterordnung der proletarischen Interessen unter die Interessen des Kleinbürgertums innerhalb der Komintern/ML und ihrer Sektionen ist. Sehr gefährlich ist das Versöhnlertum gegenüber dem Trotzkismus ( siehe Beschlüsse des V. Kongresses der Komintern).

    Der Trotzkismus ist auch heute noch von allen bestehenden oppositionellen Strömungen die ausgeprägteste Strömung des Opportunismus und eine kleinbürgerliche Abweichung, die die Liquidierung der Grundlagen des Marxismus-Leninismus zum Ziel hat. Die Komintern/ML bekämpft den kleinbürgerlichen, intelligenzlerischen Trotzkismus und alle Formen der schwankenden Linie des Zentrismus, auch wenn er sich als Neo-Zentrismus tarnt, der sich aus dem alten Zentrismus gehäutet hat und vorgibt, diesen zu bekämpfen. Mit ihren verschiedensten rechten und »linken« Zick-Zack-Manövern versuchen sie zwischen den Fronten der revisionistischen »Einheitsfronttaktik« der Bourgeoisie und der Einheitsfronttaktik des Proletariats prinzipienlos hin und her zu lavieren ( sprich: die proletarische Einheitsfrontpolitik zu irritieren, vom Weg abzubringen und sie allmählich über den Weg des Kleinbürgertums schließlich ins bürgerliche Lager zu schaukeln, um es der Bourgeoisie leichter zu machen, sie zu assimilieren und damit zu liquidieren). Den Zentrismus zwischen Marxismus-Leninismus und Neo-Revisionismus und jede Form des Strebens nach seiner Vereinigung lehnt die Komintern/ML ab. Erst eine »anti-revisionistische« Einheitsfront aufbauen, um dann die Marxisten-Leninisten als »Sektierer« heraus zu katapultieren, das ist die hinterhältige Aufgabe der Erfüllungsgehilfen der Neo-Revisionisten. Damit schüren die Zentristen unter dem Deckmantel der »anti-revisionistischen Einheit« spalterische Strömungen und Abweichungen, um durch Fraktionsbildungen die Einheit des Weltproletariats, ihrer marxistisch-leninistischen Parteien und der Komintern/ML zu schwächen und die notwendige, prinzipielle organisatorische Abgrenzung und Loslösen von der opportunistischen Linie des sogenannten »Anti-Revisionismus« zu unterlaufen. Der Spagat des Kleinbürgertums zwischen Proletariat und Bourgeoisie kann und wird niemals gelingen. Die Schädlingsarbeit der bürgerlichen/kleinbürgerlichen Intellektuellen ist eine der gefährlichsten Formen des Widerstands gegen die Arbeiter, gegen ihre Ideologie. Diese Schädlingsarbeit ist um so gefährlicher, als sie mit dem internationalen Kapital und mit der Arbeiteraristokratie verbunden ist. Deswegen muss sich die Arbeiterklasse in der ganzen Welt das nötige Wissen aneignen, muss sie sich mit dem Rüstzeug der Theorie des Marxismus-Leninismus wappnen, um nicht nur diesen intellektuellen Angriffen des Klassenfeindes gewachsen zu sein, sondern sie zurückzuschlagen und zu vernichten, muss die Arbeiterklasse auch ihre geistige Kraft, ihre geistigen Waffen einsetzen, um sich und die ganze Welt von der Vorherrschaft der bürgerlichen Ideologie zu befreien. Es ist die Aufgabe der Komintern/ML, das Weltproletariat entsprechend zu schulen und zu lehren, wobei sie selber die Verhältnisse des existierenden Klassenkampfes durch Teilnahme daran studieren und von den Arbeitern lernen muss, um nicht in die ausgeklügelten Fallen hinein zu tappen, die die bürgerliche und kleinbürgerliche Intelligenz gegen die Komintern/ML und ihre Sektionen immer wieder aufs neue aufstellt.

    (12. Richtlinie)

    Bevor man sich vereinigt und um sich zu vereinigen, muss man sich zuerst entschieden und bestimmt voneinander abgrenzen.

    Es ist klar, dass nach jeder Abgrenzung alle Pseudo-Marxistisch-Leninistischen Strömungen gezwungen sind, sich neu zu tarnen, neu zu häuten, nachdem sie enttarnt und entlarvt wurden und damit ihren schädlichen Einfluss in der Arbeiterbewegung verloren haben. Es ist klar, dass der Klassengegner darüber sehr wütend ist und sich sein anti-marxistisch-leninistischer Widerstand dort erneuert und verschärft, wo die Marxisten-Leninisten den Opportunisten empfindliche Schläge versetzt haben. Es ist klar, dass die Generallinie der Komintern/ML sich also nicht nur damit begnügen darf, den Neo-Trotzkismus, das Neo-Sektierertum, den Neo-Revisionismus und alle anderen aufs neue getarnten Ideologien nur einzeln abzuwehren. Es ist erstens erforderlich, den dialektischen Zusammenhang und das Zusammenspiel aller feindlichen Strömungen zu erkennen, den gemeinsamen Klassencharakter, der sich hinter dem Gewand des Marxismus-Leninismus verbirgt, zweitens prinzipienfest und taktisch klug alle diese ideologischen Klippen zu umschiffen und drittens zum richtigen Zeitpunkt diesen Feinden allesamt schwer aufs Haupt zu schlagen und ihre Machenschaften vor den Augen und mit Hilfe der Massen zu verurteilen. Es ist klar, dass die Generallinie der Komintern/ML nur dann ihren bolschewistischen Charakter bewahren und festigen kann, wenn sie STETS das lebendige Wesen, die Verwandlungsfähigkeit des Opportunismus und die Manöver gründlich, im richtigen Augenblick, kompromisslos und umfassend durchschaut durchkreuzt und unschädlich macht und den opportunistischen Unrat, der auf die Arbeiterklasse abgelassen wird, gemeinsam mit den Massen beseitigt. Die Komintern/ML und ihre Sektionen sammeln ihre Erfahrungen, d.h. sie systematisieren ihren Kampf gegen nichtkommunistische Strömungen, und nur in diesem Kampf erstarken sie, verhindern sie, dass das Proletariat diesen Strömungen schutzlos ausgesetzt ist. Man kann aus der Lehre des Marxismus-Leninismus nicht eine einzige grundlegende These, nicht einen einzigen wesentlichen Bestandteil wegnehmen oder die eine durch die andere These willkürlich ersetzen, ohne sich von der objektiven Wahrheit zu entfernen, ohne den bürgerlich-reaktionären Winkelzügen - und gerade wenn sie schön »marxistisch« verpackt sind - in die Fänge zu geraten. Was drauf steht, muss nicht drin sein!

    Gegen die Strategie und Taktik des

    Versöhnlertums und des Zentrismus`

    Die Trotzkisten verbreiten die irrige These von der Unmöglichkeit des Sozialismus »in einem Lande«. Sie trennten damit die Weltrevolution vom weltrevolutionärem Zentrum, von der Sowjetunion. Ohne dieses Zentrum, ohne Sozialismus »in einem Lande« ist aber an die Entwicklung der Weltrevolution nicht zu denken, weil beides durch ein untrennbares dialektisches Band verbunden ist. Eine »reine internationale« Weltrevolution, eine Weltrevolution, die »gleichzeitig« in allen Ländern stattfindet, gibt es nicht und kann es nicht geben auf Grund der ungleichmäßigen Entwicklung des Kapitalismus in den verschiedenen Ländern. Also ist die These des Trotzlismus »Weg mit der Weltbourgeoisie, her mit der Weltrevolution!« Falsch.Damit sind die Trotzkisten nicht nur Gegner des »Sozialismus in einem Land«, nicht nur Gegner der Weltrevolution, sondern auch Gegner jeder anderen Revolution auf der Welt, dienen sie der internationalen Konterrevolution durch ihre revolutionären Phrasen, durch ihre Verwirrung, die sie in der kommunistischen Bewegung gezielt betreiben. Trotzky vertrat die falsche Auffassung, dass der Sozialismus in einem Lande nur eine Überlebenschance durch die »staatliche Unterstützung« des europäischen Proletariats hätte. »Das bedeutet, dass ohne vorhergehenden Sieg des Proletariats im Westen, ohne vorhergehende Machtergreifung durch das Proletariat im Westen das Proletariat der UdSSR nicht nur nicht imstande ist, seine Bourgeoisie zu überwinden und den Sozialismus aufzubauen, sondern nicht einmal seine Macht zu behaupten vermag« (Stalin, Bd. 9, Seite 37, »VII. Erweitertes Plenum des EKKI«, dt. Ausgabe).

    »Es ist unzweifelhaft, dass die Universaltheorie des gleichzeitigen Sieges der Revolution in den ausschlaggebenden Ländern Europas, die Theorie der Unmöglichkeit des Sieges des Sozialismus ´in einem Lande´ , sich als künstliche, lebensunfähige Theorie erwiesen hat... Diese Theorie ist nicht nur als Entwicklungsschema der Weltrevolution unannehmbar, denn sie steht im Widerspruch zu offenkundigen Tatsachen. Sie ist noch unannehmbarer als Losung, denn sie fördert nicht, sondern hemmt die Initiative der einzelnen Länder, die infolge gewisser historischer Bedingungen die Möglichkeiten erhalten, die Front des Kapitals selbständig zu durchbrechen, denn sie spornt nicht zum aktiven Angriff auf das Kapital in den einzelnen Ländern an, sondern veranlasst zum passiven Abwarten des Augenblicks der `allgemeinen Entscheidung´ , denn sie pflegt unter den Proletariern der einzelnen Länder nicht den Geist revolutionärer Entschlossenheit, sondern den Geist Hamletscher Zweifel -´wie aber, wenn uns die anderen plötzlich in Stich lassen?´ Lenin hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass der Sieg des Proletariats in einem Lande den ´typischen Fall` darstellt, während eine ´gleichzeitige Revolution in einer Reihe von Ländern´ nur eine ´seltene Ausnahme´ sein kann« (Stalin, Bd. 6, Seite 354, »Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten«, dt. Ausgabe).

    Seit der letzten Revolution in Albanien sind nun schon 50 Jahre vergangen, so dass wir ganz sicher mit einer Renaissance der trotzkistischen Auffassungen über die Weltrevolution (in neuem Gewand) rechnen müssen. Trotzkisten fiel es noch nie schwer, 180 Grad-Schwenks in Szene zu setzen und ihre Strategie mit der Taktik kurzerhand zu vertauschen. Und so werden sie ihre »Universaltheorie« revidieren müssen und sie neu verpackt vermarkten. Eins dürfen wir nicht vergessen: Über 12 Jahre ohne Sozialismus »in einem Lande« (Albanien bis 1990 = sozialistisch) auch das hemmt die Arbeiter in ihrer Initiative, »selbständig durchzubrechen«. Ein Grund mehr für die Komintern/ML, das Proletariat zu bestärken durchzuhalten und ihm Mut zu machen, sich in der Welt zu finden, sich zu sammeln, gemeinsam zu arbeiten und die Strecke bis zum »Durchbruch« gemeinsam zu gehen. Auf den Sozialismus in einem Land zu »warten« ist im Prinzip genauso schädlich, wie auf den großen »Kladderadatsch« zu »warten«. Deswegen müssen wir dem Proletariat klar machen, dass warten und warten nicht dasselbe ist. Wenn man beim Warten nicht den Fahrplan studiert, landet man im richtigen Moment im falschen Zug. Da muss der Klassenkampf im Mittelpunkt stehen, da müssen international koordinierten Aktionen vorangetrieben werden, müssen die Marxisten-Leninisten ihre Studierstuben verlassen, zu den Kollegen gehen, auf die Strasse in die Betriebe und die Arbeiter in ihrem schwierigen Kampf solidarisch unterstützen und ihnen helfen, sich marxistisch-leninistisches Rüstzeug anzueignen, Arbeiterschulungen durchführen, das Vertrauen in den Kommunismus zurückgewinnen durch harte Arbeit usw. Wir können den Arbeitern keinen Sozialismus mehr zum Anfassen bieten, aber sie werden die Gründe verstehen und begreifen, dass sie es selber ändern werden. Was wir allerdings auf keinen Fall machen dürfen, den Abgrund zwischen Revisionismus und Sozialismus zu überbrücken und Mitleid für den stinkenden Leichnam der restlichen revisionistischen Länder zu wecken oder gar als nachahmenswertes Beispiel, als »kleineres Übel« anzupreisen, »weil nichts Besseres auf dem Markt ist«. Ja, es gibt sie leider, diese »Marxisten-Leninisten«, denen Verzweiflung den Verstand geraubt hat. Das wirft ein bedenklich trauriges Bild auf die gegenwärtigen Zustand und auf die Perspektivlosigkeit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, aber auch auf Rückfälligkeit in Richtung Revisionismus und eben auch auf Rückfälligkeit in Richtung Trotzkismus. Man kann nur in zwei Richtungen schwanken, nicht nur in eine. Die Lage der Marxisten-Leninisten wird schamlos von den Neo-Revisionisten ausgenutzt, um sie den revisionistischen Ländern vor den Karren zu spannen, um die Revisionisten dort aus dem Dreck zu ziehen. Darüber empört und davon abgeschreckt geraten manche Intellektuelle nun durch uns in Gewissenskonflikte und beginnen den nächsten Fehler, nämlich ins Gegenteil überzuschwenken und den Trotzkisten in die Fänge zu geraten. Das Versöhnlertum sorgt nicht nur dafür, dass aus dem Hinschwanken auch wieder ein Herschwanken in der Strategie und Taktik der Weltrevolution ermöglicht wird, sondern auch ein Hochschaukeln mit tödlichem Absturz. Das Versöhnlertum gegenüber der Strategie und Taktik der Weltrevolution dient der Liquidierung der Strategie und Taktik der Weltrevolution. Und der Trotzkismus ist die zentristische Schaltzentrale aller hohlen Phrasen über die Strategie und Taktik der Weltrevolution. Die Strategie und Taktik des Trotzkismus endet in der Verschwörung und im »linken« Terrorismus gegen die Weltrevolution. Das kennen wir tausendfach aus der Geschichte, und wir können in Anbetracht der Moskauer Prozesse daraus lernen, das diese Spielchen bewusst und planmäßig betrieben worden sind und weiter so betrieben werden, wenn nicht noch ausgebuffter: Trotzkistisches Ziel ist, die marxistisch-leninistische Weltrevolutionstheorie zu »knacken« und die Marxisten-Leninisten in der Frage der Strategie und Taktik zwischen »links« und rechts aufzureiben. Wir werden den mühseligen Weg Lenins und Stalins gegen den Trotzkismus nicht vermeiden können, aber wir werden ihn dank der Klassiker und der Erfahrungen der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung verkürzen. Allein darin liegt die Erleichterung für unsere schwere Aufgabe: Wir werden den Trotzkismus schlagen, wenn wir ihn dialektisch als neo-trotzkistische Häutung begreifen und dementsprechend seiner Taktik zuvorkommen. Voraussetzung für den Beginn der Weltrevolution ist der Sieg der Revolution in einem Lande, durch den jener Grad des Zerfalls des Weltimperialismus und jener Zeitpunkt »X« angezeigt wird, wo die bereits gärenden Revolutionen in den anderen Ländern nicht mehr auf sich warten lassen, wo sie ihrerseits in Bewegung kommen und sich gegenseitig beschleunigen und ausbrechen. Je nachdem wie weit das Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung wirkt, führt die Sprunghaftigkeit des Kapitalismus entweder in dem einen Land zum »Sprung« zurück in Richtung Restauration, Regeneration, langsam wieder ansteigender relativer Stabilisierungsperiode usw. und die Bourgeoisie behauptet ihre Macht oder in dem anderen Land wird dieser »Sprung« zu einem Todessprung in den endgültigen Abgrund, der mit der Macht des Proletariats endet. Eben deswegen können die Trotzkisten nichts anderes tun, als eine solche Universaltheorie »für alle Gelegenheiten« zu fabrizieren, die aber im entscheidenden, besonderen Augenblick ihrer Anwendung versagt und sich entpuppt als eine völlig realitätsfremde und unbrauchbare Theorie- eben als leere Phrase. Es ist eine »Theorie und Taktik«, in der sich jede Verabsolutierung der Weltrevolution zwanglos mit dem Relativismus der Weltrevolution vermischt und ein fröhliches Stelldichein der Verwirrung feiert, an dem sich alle Strömungen des Versöhnlertums und des Zentrismus tummeln können, um das Proletariat aufs glatte Parkett zu locken. Für jeden etwas und aber stets darauf bedacht -nicht zu viel fürs Proletariat, sonst wird es diesem Katz und Maus Spiel ein Ende bereiten. Die Weltrevolution verhindern, indem sie die »Unmöglichkeit des Sozialismus in einem Lande« anhand der historischen revisionistischen Entartung zu »beweisen« suchen und dies als Bestätigung für Trotzkis »Voraussage« verbuchen, das ist der Wunschtraum der Trotzkisten. „Liebe“ zum Proletariat ist das Ventil ihres Hasses auf das Proletariat, den sie anders nicht raus lassen können, ohne daran zu Grunde zu gehen - das ist es was die Trotzkisten in ihren Revolutions-Wahnsinn treibt. Erst mit unserem erneuten Sieg des »Sozialismus in einem Land« werden wir den alten Trotzkismus und den alten Revisionismus doch noch widerlegen können, nämlich dass der Kapitalismus eben nicht stärker ist als der Sozialismus. Und mit dem internationalen Sozialismus werden wir den Neo- Trotzkismus und dem Neo-Revisionismus widerlegen, nämlich dass der Sozialismus in der Welt nicht wieder in den Weltkapitalismus zurück verwandelt wird. Wir werden sie besiegen, denn diese Ideologien werden mit der Klasse und ihren Lakaien, die sie geschaffen haben, unweigerlich untergehen und aus der Welt verschwinden.

    Die Komintern/ML und ihre Sektionen sind gegen das künstliche Schüren sowohl der Weltrevolution als auch der revolutionären Bewegungen in den einzelnen Ländern. Der Reifegrad der revolutionären Situation, der Charakter und die Entwicklung der Revolution sind weder gleich, noch können sie künstlich gleichgemacht werden. Die trotzkistische Theorie der permanenten Revolution, die Theorie des Überspringens der Etappen der Revolution, sind völlig anti-revolutionär und anti-marxistisch. Die Verflechtung der nationalen und internationalistischen Aufgaben im revolutionären Weltprozess leugnet die Entwicklung der revolutionären Bewegungen und der nationalen Befreiungskämpfe in einem jeden Land nicht nur keineswegs als eine politisch unabhängige Bewegung, die keine Befehle und Direktiven von auswärts erhält, sondern setzt sie vielmehr voraus. Die Sektionen der Komintern/ML lassen sich von dem Prinzip leiten, dass die Revolution, ihre Organisierung und ihr Ausbruch Sache der inneren revolutionären Kräfte ist. Die Theorie der Überschätzung des äußeren, internationalen Faktors und die Unterschätzung bzw. Leugnung des inneren, nationalen Faktors läuft auf die Theorie des »Exports der Revolution« heraus. In ihrem programmatischen Dokument » Dialektik der Weltrevolution« leugnet die trotzkistische IV. Internationale die Möglichkeit der Revolution in einem Lande, »verbietet sich ein Zurückgehen der Revolution auf nationale Grenzen durch die Entwicklung der Produktivkräfte«. Das bedeutet nichts anderes, als auf die »Kettenweltrevolution« bis auf den Sankt Nimmerleinstag zu warten, begehen die Trotzkisten Verrat an der Weltrevolution ebenso wie an den Revolutionen in den einzelnen Ländern.

    Die Trotzkisten verneinen die Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in einem Land, das über eine bäuerliche Mehrheit verfügt. Trotzki hält dies nur im »Rahmen der proletarischen Weltrevolution« für möglich. Die Trotzkisten halten auch die nationale Befreiungsbewegung in den neo-kolonialen und vom Imperialismus abhängigen Ländern nur NACH dem Sieg der proletarischen Revolution in den imperialistischen Metropolen für möglich. Das trifft für die heutigen Trotzkisten ebenfalls zu, die den revolutionären Befreiungskampf vom Sozialfaschismus und Sozialimperialismus ebenfalls ablehnen . Es ist klar, dass der Trotzkismus in Wahrheit Konterrevolution bedeutet. Die bevorzugte Taktik des Trotzkismus bedient sich ultralinker Phraseologie, und die Trotzkisten geben sich mittlerer Weile nicht mehr allein als Leninisten und Bolschewisten aus, sondern auch als Verfechter Stalins und Enver Hoxhas (jedenfalls ein Teil der Trotzkisten), zu dem einzigen Zweck, das Proletariat, die bolschewistische Partei, die Komintern/ML, die Marxisten-Leninisten zu isolieren und die revolutionäre Bewegung somit ins trotzkistische, konterrevolutionäres Fahrwasser gleiten zu lassen.

    Um Lenins Worte zu gebrauchen, ist es für den Trotzkismus charakteristisch, »mit der Machtergreifung zu spielen«, um sie zu verspielen.





Gegen das

Versöhnlertum und den Zentrismus

in der organisatorischen Frage der proletarischen Weltpartei

An die Komintern/ML werden sich zunächst einige Gruppen wenden, die sich bisher an den Neo-Revisionisten und deren internationalen Zusammenschlüssen orientiert haben, damit unzufrieden sind und dort die hoffnungslose Lage erkannt haben. Sie sind noch keine bolschewistischen Organisationen und werden noch die Spuren der Neo-Revisionisten mit sich herumschleppen. Wenn sie merken, dass die Komintern/ML erstarkt und Sympathien bei den klassenbewußten Arbeitern erlangt, werden sie »Selbstkritik« üben und sich an uns anlehnen, in der Hoffnung, ihre bisherige »Autonomie« mit hineinzuretten, die ihnen die Möglichkeit geben soll, ihre frühere opportunistische und zentristische Politik fortzusetzen. Man muss diesen Organisationen den Zahn ziehen und ihnen solidarisch helfen, ihre Fehler zu überwinden. Die verlogenen Trotzkisten werden mit ihrer entristischen Taktik jedenfalls KEINE Eintrittskarte in die Komintern/ML bekommen, und es wird auch keine Vereinigung von Komintern/ML und IV. Internationale oder mit sonst irgendeiner anderen »Internationale« geben. In alle marxistisch-leninistischen Organisationen, ob in die Parteien einzelner Länder oder in die Weltpartei, in alle marxistisch-leninistischen Bewegungen, ob in einzelnen Ländern oder in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, nisten sich ihre Gegner zunächst als »ehrliche« Marxisten-Leninisten ein und bilden darin durch das Zusammenspiel ihrer Kritik von »links« und von rechts einen Keim für eine neue, zweite Partei oder Bewegung unter der Haut der marxistisch-leninistischen Bewegung oder Partei, um darunter unsere Bewegung, unsere Partei zu entarten und nach ihrem Sieg die nur noch von unserer Bewegung und unserer Partei übriggebliebenen Hülle abzustreifen, unsere Bewegung und unsere Partei in eine bürgerliche Bewegung und eine bürgerliche Partei zu verwandeln, sie aufzulösen und ihre Überreste in die bestehenden bürgerlichen Parteien zu integrieren. Die Theorie von der »Neugründung« der Partei, die Theorie von der »Erneuerung der Partei«, der »neuen« Linie usw. usf. - ergibt sich aus der Verneinung der Möglichkeit des Sieges der Partei, ergibt sich aus der Perspektive ihrer Entartung, die sie mit »Neugründung«, »Erneuerung«, »neuer« Linie usw. usf. tarnt. Eine tatsächliche Neugründung, tatsächliche Erneuerung, tatsächliche neue Linie ergibt sich nur unter der Voraussetzung, wenn die Partei bereits entartet ist und wenn alle Möglichkeit erschöpft sind, »das Ruder wieder herum zu reißen«. Die bolschewistischen Parteien und ihre bolschewistische Weltpartei sind stärker als alle ihre Liquidatoren! Es wird nur eine wahre, eine anti-trotzkistische IV. Internationale geben - frei vom Trotzkismus- , eine marxistisch-leninistische Internationale, die sich auf die 5 Klassiker stützt - die Komintern/ML, so wie es auch nur ein Weltproletariat geben kann, das ihr das vollste Vertrauen schenkt und die Komintern/ML niemals mit einer anderen Klasse teilt und seine Führung in ihr niemals freiwillig abgeben wird. Sollte es dem Klassengegner - wie auch immer - gelingen, die Komintern/ML zu zerstören, wird sich das Weltproletariat eine neue revolutionäre Kommunistische Internationale schaffen, die in die Fußstapfen der bisherigen Kommunistischen Internationalen tritt und den Kampf bis zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution fortsetzt. Zeitweilige, taktische Bündnisse und Kompromisse hält sich die Komintern/ML selbstverständlich offen - sie werden sogar unverzichtbar sein -, aber sie dienen der Strategie der Komintern/ML, nämlich die Führung und Selbständigkeit auch in einer möglichen Einheitsfronttaktik niemals anzutasten und ihre Prinzipien zentristisch zu verschachern. Die Tür der Komintern/ML steht dem Weltproletariat offen, aber nicht den Gegnern des Weltproletariats.





Gegen

Versöhnlertum und Zentrismus

in der kommunistischen Weltbewegung

Zentrismus innerhalb der kommunistischen Weltbewegung (Lenin spricht dabei vom »Sumpf« innerhalb der marxistischen Bewegung) begann mit dem Zusammenbruch der II. Internationale und einer ihrer übelsten Vertreter war Kautsky. Das war vor der Oktoberrevolution und kein anderer als Lenin hat dieses Kautskyanertum besser entlarvt als Lenin. Lenin bezeichnete den Zentrismus während des ersten Weltkrieges als Sozialpazifismus, d. h. Sozialismus in Worten und in der Tat Wortführung der bürgerlich-pazifistischen Heuchelei. Lenin bezeichnete außerdem das »Zentrum« als Revolutionäre in Worten, Reformisten in der Tat; Internationalisten in Worten, Helfershelfer des Sozialchauvinismus in der Tat:

»Das sogenannte `Zentrum` besteht aus Leuten, die zwischen den Sozialchauvinisten und den wirklichen Internationalisten schwanken. Alle Anhänger des `Zentrums` beteuern hoch und heilig, sie seien Marxisten, Internationalisten, sie seien für den Frieden, für jederlei `Druck` auf die Regierungen, für jederlei `Forderungen` an die eigene Regierung, sie solle `den Friedenswillen des Volkes kundtun` , sie seinen für alle möglichen Kampagnen zu Gunsten des Friedens, für einen Frieden ohne Annexionen usw. usf. - und für den Frieden mit den Sozialchauvinisten. Das `Zentrum` ist für die Einheit, das `Zentrum` ist ein Gegner der Spaltung. Das `Zentrum`ist das Reich der gefälligen kleinbürgerlichen Phrase, des Internationalismus in Worten, des feigen Opportunismus und der Liebedienerei gegenüber den Sozialchauvinisten in der Tat. Der Kern der Sache ist, dass das `Zentrum` von der Notwendigkeit der Revolution gegen die eigenen Regierungen nicht überzeugt ist, sie nicht propagiert, dass es gegen ihn die allerplattesten - und erz`marxistisch` klingenden - Ausflüchte erfindet. Die Sozialchauvinisten sind unsere Klassengegner, sie sind die Bourgeois innerhalb der Arbeiterbewegung. Sie vertreten jene Schichten, Zwischenschichten und Gruppen der Arbeiterschaft, die von der Bourgeoisie objektiv bestochen sind (bessere Löhne, Ehrenämter usw.) und die der eigenen Bourgeoisie behilflich sind, kleine und schwache Völker auszuplündern und zu unterdrücken und den Kampf um der Teilung der kapitalistischen Beute willen zu führen. Das `Zentrum` - das sind die Leute der Routine, zerfressen von der faulen Legalität, korrumpiert durch die Atmosphäre des Parlamentarismus usw., Beamte, gewöhnt an warme Pöstchen und an `ruhige` Arbeit. Historisch und ökonomisch gesehen vertreten sie keine besondere Schicht, sie sind lediglich eine Erscheinung des Übergangs von der hinter uns liegenden Periode von 1871 bis 1914 - einer Periode, die viel Wertvolles geschaffen hat, besonders in der für das Proletariat notwendigen Kunst der langsamen, beharrlichen, systematischen Organisationsarbeit auf breiter und breitester Grundlage -, zu einer neuen Periode, die seit dem ersten imperialistischen Weltkrieg, der Ära der sozialen Revolution eingeleitet hat, objektiv unumgänglich geworden ist. (...) Selbstverständlich gehen mitunter einzelne Personen, ohne es selbst zu merken, von der Position des Sozialchauvinismus zur Position des `Zentrums` über und umgekehrt. Jeder Marxist weiß, dass die Klassen sich voneinander unterscheiden, unbeschadet des freien Hinüberwechselns einzelner Personen von einer Klasse zur anderen; genauso unterscheiden sich die Strömungen des politischen Lebens voneinander, unbeschadet des freien Hinüberwechselns einzelner Personen von der einen Strömung zu andern, unbeschadet der Versuche und Anstrengungen, die Strömungen zu vereinigen« (Lenin, Bd. 24, Seite 61-63, dt. Ausgabe).

Die Schaffung der Komintern war im Grunde genommen die revolutionäre Antwort auf das Kautskyanertum, die Antwort auf den Zentrismus. Damit war aber der Zentrismus noch nicht endgültig besiegt. Er setzte seine Wühlarbeit nach der Oktoberrevolution weiter in der kommunistischen Weltbewegung fort. Der Zentrismus wurde sozusagen in den Sozialismus hinübergerettet, wurde zum Kautskyanertum des Sozialismus »in einem Lande« und damit auch im Weltmaßstab, indem er z.B. später den VII. Weltkongress infizierte. Die Losung der »einfachen« Wiederherstellung der Komintern ist durch den Zentrismus, d.h. durch die marxistische Bemäntelung der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses unmöglich gemacht worden. Darin liegt der eigentliche Schaden, denn dieser Zentrismus ist bis heute nicht überwunden. Ohne Lostrennung vom Zentrismus liefe die Komintern/ML Gefahr, sich selbst untreu zu werden, bevor sie den ersten Schritt getan hätte. Der Zwiespalt zwischen Worten und Taten hat die II. Internationale zugrunde gerichtet. Auch der Komintern drohte der Zwiespalt zwischen Worten und Taten von Anfang an, aber Lenin und Stalin haben diese Bedrohung stets abwenden können. Am stärksten aber wurde diese Bedrohung manifestiert durch den VII. Weltkongress. Deswegen sieht die Komintern/ML ihre dringendste Aufgabe darin, den Zentrismus innerhalb der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung hinauszusäubern und sie vom Zentrismus zu befreien. Darin sehen wir den heutigen Prüfstein des proletarischen Internationalismus, daran messen wir die Übereinstimmung von Worten und Taten der Komintern/ML.

Der Zentrismus breitet sich durch Versöhnlertum gegenüber den Abweichungen nach »links« oder rechts in allen Phasen der Entwicklung der bolschewistischen Partei aus und entsprechend auch in den Entwicklungsphasen der Kommunistischen Weltbewegung und nimmt diesen Phasen entsprechend besondere charakteristische Formen an. Vor allem ist der Zentrismus eine verdeckte und darum gefährliche Abart des Opportunismus, durch den die meisten Parteien der II. Internationale zu jenem überlebten Typus einer sozialistischen Partei wurden, die in ihrer Mitte einen Opportunismus duldete, der sich in den Jahren der«friedlichen« Periode der Revolution immer mehr ausbreitete, aber im Verborgenen blühte, der sich den revolutionären Arbeitern anpasste, von ihnen ihre marxistisch-leninistische Ideologie übernahm ( Mao: »proletarische Denkweise«; »lasst 1000 Blumen blühen« ) und jeder klaren, prinzipiellen Abgrenzung aus dem Weg ging.

Als sich beispielsweise der Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus immer mehr zuspitzte, da entwickelte sich als zweite Strömung der Zentrismus heraus, der sich dem Anti-Revisionismus anpasste, um ihn mit dem modernen Revisionismus zu versöhnen, und ihn letztlich an ihn zu binden, ohne aber seine revolutionäre Fassade abzulegen, was der moderne Revisionismus tat. Die bekannteste zentristische Strömung dieser Art innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ist der Maoismus. Der Maoismus bekennt sich zum Kampf gegen den Revisionismus in Worten, aber hintertreibt diesen Kampf in Taten durch Opportunismus. Der Zentrismus ebnet dem Opportunismus den Weg in die marxistisch-leninistische Weltbewegung. Wir gehen davon aus, dass Ramiz Alia auch ein Zentrist war, und damit dem Opportunismus sowohl von innen als auch von außen die Türen im sozialistischen Albanien öffnete. Die Zentristen verschleiern den Kampf der proletarischen Linie gegen die bürgerliche Linie, indem sie sich in Worten für den prinzipienfesten Kampf gegen den Revisionismus stark machen, um dem Opportunismus in Taten zur Macht zu verhelfen. Die Zentristen vermeiden, im bürgerlichen Lager offen aufzutreten. Sie arbeiten verdeckt im proletarischen Lager. Sie halten »flammende«, »radikale« Reden und organisieren revolutionäre Scheinaktionen wie in einem Theaterstück, die der Bourgeoisie also nicht weh tun, die sie tolerieren kann, solange damit ihre Macht nicht ernsthaft angetastet wird. Der Zentrismus innerhalb der Kommunistischen Weltbewegung wurde vor der Zeit des Sozialismus durch Kautsky verkörpert, während des Sozialismus saßen die rechten zentristischen Vertreter mehrheitlich auf dem VII. Weltkongresses der Komintern, von wo aus sie ihren Zentrismus in die einzelnen Parteien trugen und nach dem Revisionismus an der Macht war es insbesondere Mao Tsetung und Ramiz Alia, die den Zentrismus in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung verbreiteten. Die Zentristen sind mit ihren »revolutionären« Phrasen Befürworter, aber in Taten Gegner der Kommunistischen Internationale, des proletarischen Internationalismus und der Weltrevolution. Ziel der zentristischen Taktik ist eine Ermattungstaktik, eine Entwaffnungs- und Entmobilisierungstaktik innerhalb des revolutionären Proletariats, seiner Parteien und vor allem der proletarischen Weltpartei. Die Massen wurden in »friedlichen« Zeiten, wo also keine unmittelbare Gefahr für die Bourgeoisie bestand zur »Revolution angefeuert«, um in der revolutionären Situation die Massen durch fadenscheinige »süßliche« Vertröstungen mit irgendwelchen Ausreden abzuspeisen und sie vom tatsächlichen Schritt zur Revolution abhalten zu können (vergleichbar den Gewerkschaftsbossen, die sich mit »kämpferischen Reden« an die Spitze der Streikführung stellen, um den Streik unter ihrer Kontrolle zu halten und ihn um so leichter abzuwürgen). Der Zentrismus greift die revolutionären Positionen des Kommunismus niemals all zu offen an, trennt sich nicht von der »revolutionären« Phrase, denn dann würde er Gefahr laufen, sich zu isolieren und ins Abseits geraten, könnte er keinen Einfluss mehr innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ausüben. (... und um beim Beispiel der Gewerkschaftsbonzen zu bleiben, hätte das Ignorieren oder gar die Totalverweigerung gegenüber dem Streikwillen der Arbeiter deren Abkehr von der reformistischen Gewerkschaft zur Folge, und es bestünde für die Bourgeoisie die Gefahr der Gründung der RGO. Deshalb wurde sie gemäß Beschlüsse des VII. Weltkongresses später ja auch aufgelöst).

Der Zentrismus ist wie der Neo-Revisionismus eine Abart des verdeckten Opportunismus, arbeiten die Zentristen den Neo-Revisionisten in die Hände, aber man darf sie beide nicht miteinander verwechseln. Beide unterscheiden sich insofern, als der Zentrismus seine aktive Rolle und seinen festen Platz innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung beizubehalten versucht, bis die Gefahr für die Bourgeoisie vorüber ist, während der Neo-Revisionismus eine Häutung des modernen Revisionismus ist, d.h. Teile der revolutionären Bewegung werden abgespalten ( durch Einheitsfronttaktik), um sie dem Lager des Revisionismus zuzuführen und sie damit allmählich als einen immer festeren Bestandteil innerhalb des kapitalistischen Systems zu integrieren, wo der Marxismus-Leninismus als Hüllenrest schließlich vollständig abgeworfen wird. Der »linke« Zentrismus - wie er z.B. von den Trotzkisten zur Zeit Lenins eingenommen wurde, hielt sich meistens im bolschewistischen Lager auf, weil er dort seinen liquidatorischen Einfluss am besten entfalten konnte. Trotzki trat als »Menschewiki bei den Bolschewiki und als Bolschewiki bei den Menschewiki auf, und füllte seine Rolle als Verräter zwischen diesen beiden Strömungen aus, ohne sich von der einen oder anderen Strömung prinzipiell abzugrenzen. Er wollte diese beiden Strömungen, die nichts miteinander Gemeinsames haben, versöhnen. Sich nicht prinzipiell abzugrenzen im Namen des »höheren Prinzips«, prinzipienlose Taktik zum »marxistisch-leninistischen« Prinzip erheben, das ist die Taktik des Zentrismus, ist die Rechtfertigung des Opportunismus im revolutionären Gewand. Während entweder der »linke« ODER der rechte Zentrismus, die marxistisch-leninistische Weltbewegung in Schwingungen zu versetzen sucht, bis sie zusammenstürzt, ist die maoistische Bewegung nur eine nachgebaute Bewegung, bei der die marxistisch-leninistische Bewegung sozusagen »Modell gestanden« hat, d.h. sie befindet sich voll und ganz in den Händen der Bourgeoisie. Dies ist in der Geschichte nichts Neues. Erinnern wir uns an Lenin, als er ein Beispiel aus der deutschen sozialdemokratischen Partei anführte. Unter dem Pseudonym »Monitor« plauderte ein Opportunist der SPD aus dem Nähkästchen, indem er die Taktik der Bourgeoisie innerhalb der marxistischen Bewegung offen preisgab. Lenin charakterisierte diese Taktik als eine Enthüllung der Wahrheit des

»Wesens der Politik der gesamten internationalen Bourgeoisie gegenüber der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts. Man kann diese Bewegung jetzt nicht mehr mit einer Handbewegung abtun, man kann sie auch nicht mehr mit brutaler Gewalt unterdrücken. Man muss sie von innen heraus korrumpieren, indem man ihre Oberschicht kauft. (...) Der `Prozess der Regeneration` der sozialdemokratischen Partei in eine nationalliberale Arbeiterpartei schreitet großartig vorwärts. Es wäre jedoch gefährlich für die Bourgeoisie, wenn diese Partei sich noch nach rechts entwickeln würde: `Ihr Charakter als Arbeiterpartei mit sozialistischen Idealen muss von ihr behütet werden, denn an dem Tage, an dem sie diesen aufgeben würde, entstände eine neue Partei, die das verleugnete Programm in radikalerer Fassung zu dem ihrigen machen würde`(`Preußische Jahrbücher` - konservative deutsche Zeitschrift, 1915, Nr. 4, Seite 50/51). In diesen Worten ist unverhüllt ausgesprochen, was die Bourgeoisie immer und überall im Verborgenen getan hat. Für die Massen braucht man `radikale` Worte, damit die Massen an diese Worte glauben. Die Opportunisten sind bereit, sie heuchlerisch zu wiederholen. Ihnen sind solche Parteien nützlich und notwendig, wie es die sozialdemokratischen Parteien der II. Internationale waren, deren Frucht die Verteidigung der Bourgeoisie durch Sozialisten in der Krise von 1914/1915 ist!« (Lenin, Bd. 21, Seite 453).

Lenin bezeichnete Monitor als »offenen oder zynischen Opportunist. Man sehe sich die andere Spielart an, den versteckten oder `ehrlichen`Opportunismus. (Engels sagte einmal zu Recht, die `ehrlichen`Opportunisten seien für die Arbeiterbewegung die gefährlichsten). Ein Muster von dieser Sorte ist Kautsky. (...) Kautsky möchte die `goldene Mitte` vertreten, er möchte diese `zwei Extreme`, die nichts Gemeinsames haben` , miteinander versöhnen!! (...) Soll die Minderheit ebenso wie Kautsky revolutionäre Aktionen verurteilen und sie als Abenteuer bezeichnen, die Massen aber mit linken Worten füttern - dann wird in der Partei Eintracht und Friede herrschen (...). Der Opportunismus Kautskys unterscheidet sich von dem Opportunismus Monitors nur in Worten, nur in Nuancen, nur durch die Methoden zur Erreichung des einen Ziels, den Einfluss der Opportunisten (d.h. der Bourgeoisie) auf die Massen aufrechtzuerhalten, die Unterordnung des Proletariats unter die Opportunisten (d.h. die Bourgeoisie) aufrechtzuerhalten! Pannekoek und Gorter haben Kautskys Haltung sehr treffend als `passiven Radikalismus` bezeichnet. Ich würde allerdings vorziehen, das als versteckten, schüchternen, heuchlerischen, süßlichen Opportunismus zu bezeichnen (Lenin, ebenda, Seite 354/355).

Gerade vor dem Hintergrund dieser Aussagen Lenins sollte man die »bolschewistische« Phraseologie bei Dimitroff und dem VII. Weltkongress einmal beiseite legen. Dann kann man die Spuren Kautskys besser verfolgen: Versöhnung der rechten Abweichung mit dem Bolschewismus durch eine »einheitliche kommunistische Einheitsfronttaktik«, die sich vom Sektierertum »befreit« hat! Kommunismus einerseits als »Sektierertum« und »Abenteuertum« zu verurteilen, ihm die Schärfe zu nehmen, in einem zugespitzten Moment, wo er sich anschickt, sich vom Wort in die Tat zu verwandeln und es also der Bourgeoisie tatsächlich ans Leder geht - gleichzeitig aber eine Taktik der »revolutionären« Phraseologie aufrechtzuerhalten, indem man sich vor den Massen tunlichst abgrenzt gegen den offen verräterischen Sozialdemokratismus, gegen den Rechtsopportunismus, damit die revolutionierten und desillusionierten Massen, sich nicht vom Reformismus der Bourgeoisie betrogen fühlen müssen - das verstand Lenin unter zentristischer (bürgerlicher!) Entwaffnung des kämpfenden revolutionären Proletariats. Und auch in der Situation des Faschismus kann die Bourgeoisie die Radikalisierung und Revolutionierung der Massen nur verhindern, indem sie diese Versöhnlertaktik anwendet. Dimitroff sprach deshalb von der »bolschewistischen« KP Chinas, weil es Mao verstand, die beiden Extreme des »linken« und rechten Opportunismus in einer Partei vereinigt aufrechtzuerhalten, damit die Partei nicht zerfällt und die Neugründung einer tatsächlichen bolschewistischen Partei infolgedessen nicht mehr hätte verhindert werden können.

Während der »linke« Zentrismus innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung die Marxisten-Leninisten der rechten Abweichung von den Prinzipien des Marxismus-Leninismus beschuldigen, bezichtigen die rechten Zentristen die Marxisten-Leninisten des »Sektierertums«, also der »linken« Abweichung vom Marxismus-Leninismus. Die eine Linie vertrat Trotzki und die andere Dimitroff, während Mao Tsetung als Zentrist an der Macht, sowohl den »linken« als auch den rechten Zentrismus miteinander verknüpfen konnte, um daraus ein eigenständiges politisches Regierungssystem zu entwickeln. Dies geschah zu einer Zeit, als die internationale Bourgeoisie feststellen musste, dass man mit den herkömmlichen Methoden des Zentrismus nicht mehr weiterkam, als sich der Kampf der Marxisten-Leninisten gegen den modernen Revisionismus dank Enver Hoxha und der PAA weiter formierte und sich zu einer eigenständigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung entwickelte. Das war die Zeit, wo die internationale Bourgeoisie sich selber „bolschewistische“ Parteien zulegte, um damit als Konkurrenz gegenüber den wahren marxistisch-leninistischen« Parteien aufzutreten und um damit Verwirrung und Spaltung zu erzeugen, um die marxistisch-leninistische Weltbewegung zu zersetzen und zu liquidieren. Diese Linie wurde vor allem durch Mao und die KP Chinas initiiert und fand Zustimmung bei der internationalen Bourgeoisie, nachdem sie bereits volles Vertrauen zu Maos Politik in der chinesischen Revolution gefasst hatte. Der Zentrismus führt gegen den rechten und den«linken« Opportunismus nur einen Scheinkampf unter der Maske des „Marxismus-Leninismus“. Daher ist die »goldene Mitte« beim Zentrismus nicht der Marxismus-Leninismus gegen »linke« und rechte Abweichungen, sondern »allen Extremen fremd«. Das bezeichnete Lenin als den schlimmsten Betrug und das ist heute auch das Haupthindernis der Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung.

Versöhnlertum ist also in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung kein Kavaliersdelikt, auch wenn er »gut gemeint« ist. Durch Versöhnlertum wird die Gefahr der Abweichung unterschätzt. Versöhnlertum ist eine bürgerliche Einschläferungs- und Beschwichtigungstaktik. Durch Versöhnlertum gegenüber der zeitweiligen opportunistischen Mehrheit lässt sich eine Minderheitensituation nicht überwinden, weil das einer Kapitulation gegenüber der opportunistischen Mehrheit gleichkäme. Man kann durch Versöhnlertum auch nicht erreichen, dass sich Opportunisten und Marxisten-Leninisten im Interesse »der Einheit« aufhören zu bekämpfen. So ein Waffenstillstand würde die Marxisten-Leninisten daran hindern, die Opportunisten hinauszusäubern, wäre ein Waffenstillstand, der die Marxisten-Leninisten zur Duldung der Opportunisten in ihren eigenen Reihen zwingt.

Man darf den Kampf gegen das Versöhnlertum auf keinen Fall übertreiben, weil sonst die Abweichung dadurch Entfaltungsfreiraum erhält, dass sie nachweisen kann, zu hart angegriffen worden zu sein. Damit wären die Marxisten-Leninisten kompromittiert.

Auch im Kampf gegen den Zentrismus hat Lenin davor gewarnt, diesen Kampf zu »übertreiben«:

»Übertreiben aber, wenn auch nur ein klein wenig, heisst eben den Sieg ( über den Zentrismus - die Redaktion) verhindern. Der Kampf gegen den Zentrismus übertreiben heisst, den Zentralismus retten, seine Stellung, seinen Einfluss auf die Arbeiter festigen. Den siegreichen Kampf gegen den Zentrismus zu führen, haben wir im internationalen Maßstab in der Zeit vom II. Und III. Kongress gelernt. Das ist durch die Tat bewiesen. Diesen Kampf werden wir konsequent fortsetzen« (Lenin, Bd. 32, Seite 546, dt. Ausgabe - Unterstreichung von uns - die Red.).

Wir haben längst noch nicht alle Fehler des VII. Weltkongresses aufgedeckt; diese Arbeit muss noch geleistet und zu Ende geführt werden. Was wir aber bezwecken wollten, ist erreicht, nämlich den Neuaufbau der Komintern/ML auf marxistisch-leninistischer Linie auszurichten, indem wir die Komintern von der Linie des VII. Weltkongresses befreien, die alte Kominternlinie seit der Gründung wieder in Kraft setzen und den Stalin´schen Kurs der Komintern, den Kurs des VI. Weltkongresses fortsetzen.

Bei der Abgrenzung vom VII. Weltkongress haben wir den »linken« Fehler vermieden, die Komintern für revisionistisch entartet zu erklären, um eine »linke« Komintern aufzubauen. Wir haben von Anfang an die Komintern verteidigt, wir verteidigen sie auch weiter. Was wir nicht verteidigen, ist die rechte Abweichung auf dem VII. Weltkongress. Insofern setzen wir die alte - von der rechten Abweichung befreite, korrigierte Kominternlinie fort, indem wir diese rechte Abweichung heute auch in der marxistisch-leninistischen Bewegung bekämpfen, ohne den rechten Abweichlern ein Argument zu liefern, mit dem man uns tatsächlich Linksabweichlertum vorwerfen könnte. Das wäre dann für die Versöhnler ein gefundenes Fressen. Wir wollen aber in der Komintern/ML keine Dimitroff-Leute, weil wir die Korrektur der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses zu einem Zeitpunkt leisten, wo inzwischen offensichtlich historisch erwiesen ist, dass diese rechte Abweichung unbedingt zur revisionistischen Entartung geführt hatte. Wir hätten uns die Arbeit dieser Generallinie sparen können, wenn wir die heutigen Dimitroffleute in den Reihen der Komintern/ML herzlich willkommen heißen würden, um dort den maoistischen Kampf zweier Linien auszutragen. Diesen zentristischen Kampf werden wir in der Komintern/ML nicht zulassen, denn damit würden wir die Komintern/ML dem Liquidatorentum des Opportunismus ausliefern. Wir sind aber im Kampf gegen den Zentrismus verpflichtet, die Marxisten-Leninisten zur Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, zur Weiterentwicklung der Generallinie der Komintern/ML, zur Weiterentwicklung der daraus resultierenden Aufgaben zu ermutigen, ohne Angst vor Fehlern zu haben. Der Kampf gegen den Zentrismus fällt nicht fertig vom Himmel; er ist nicht ohne Fehler möglich. Sollten wir uns also Übertreibungen gegenüber dem Zentrismus nähern, müssen wir dies rechtzeitig korrigieren.

Die Lehren aus dem Zentrismus innerhalb der Komintern ziehen, heisst vor allem, den Fehler zu vermeiden, den rechten Zentrismus Dimitroffs losgelöst vom »linken« Zentrismus Trotzkis zu betrachten. Beide haben in dem jeweiligen Entwicklungsprozess der Komintern eine gemeinsame Rolle gespielt, wobei der »linke« Zentrismus den rechten Zentrismus vorbereitete und der rechte Zentrismus den »linken« Zentrismus ablöste. Wenn wir das auf unsere heutige Situation übertragen, müssen wir den Kampf gegen den Zentrismus in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung von Anfang an konsequent in beiden Richtungen führen, denn die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung wird sonst sowohl mit dem »linken« Zentrismushebel der »Einheitsfront der Marxisten-Leninisten« als auch mit dem rechten Zentrismushebel der »Einheitsfront der Marxisten-Leninisten« liquidiert. Deswegen bekämpfen wir sowohl das Versöhnlertum gegenüber der »linken« Abweichung als auch gleichzeitig das Versöhnlertum gegenüber der rechten Abweichung innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung.

Wir treten hier also entschieden dem Trotzkismus entgegen, der der Abweichung zum rechten Zentrismus des VII. Weltkongresses den »linken« Zentrismus entgegenstellt, um den Zentrismus zu retten. Was den Entrismus der Trotzkisten in den reformistischen Parteien anbelangt, so verbreiten gerade die Trotzkisten die Illusion, dass es möglich sei, innerhalb der Sozialdemokratie eine revolutionäre Politik durchsetzen zu können. Davon war Dimitroff weit entfernt. Dimitroff stand nicht in der Tradition des Trotzkismus, sondern in der Tradition des Marxismus-Leninismus. Die Kritik der Trotzkisten am VII. Weltkongress (»das Bewusstsein der Arbeiterklasse sei angeblich durch »Faschismus und Stalinismus zerstört« worden; »alle Nachkriegskämpfe = Misserfolge der Arbeiterklasse«= Stalinistische Degeneration«) kann also nicht die gleiche sein wie die Kritik der Marxisten-Leninisten (rechte Abweichung vom korrekten Kurs der Vertiefung der Einheitsfronttaktik in Richtung Diktatur des Proletariats auf revolutionärem Wege, korrekte Umsetzung durch die Sowjetunion und Albanien mit Stalin und Enver Hoxha an der Spitze). Diese beiden entgegengesetzten Ausgangsstandpunkte zu vermengen und nicht strikt auseinanderzuhalten, würde Versöhnlertum gegenüber dem Trotzkismus bedeuten, würde den Neo-Trotzkismus gegenüber dem Marxismus-Leninismus stärken, wäre ein Verrat am Marxismus-Leninismus. Wer die Generallinie der Komintern/ML aufmerksam studiert, wird feststellen, dass wir die Kritik an der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses und an Dimitroff nicht geübt haben, um der Komintern Lenins und Stalins gegen die IV. Internationale der Trotzkisten einzutauschen oder uns der IV. Internationale anzunähern. Das würden wir tun, wenn wir die rechte Abweichung des VII. Weltkongresses NICHT vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus kritisieren würden, sondern vom Standpunkt der IV. Internationale. Vielmehr versuchen wir nachzuweisen, dass sich seit dem VII. Weltkongress die rechten Kräfte gegen den Stalin`schen Kurs verstärkt haben, die sich auf den VII. Weltkongress stützten oder daraus hervorgegangen sind. Wir fanden bei Stalin bis zum VII. Weltkongress eine Fülle wertvollster richtungsweisender Unterstützung der Komintern mit Höhepunkt VI. Weltkongress. Seit Lenins Tod erwies sich Stalin als herausragendster Führer der Komintern. Für die Zeit zum VII. Weltkongress, und alles was danach in der Komintern passierte, haben wir selten Dokumente von Stalin gefunden, womit sich hätte erhärten können, dass er diese Politik offen aktiv unterstützte, förderte und verteidigte. Es sprechen viele Hinweise dafür, dass Stalin vom Kurs der Komintern nach dem VII. Weltkongress nicht unbedingt überzeugt war, um es einmal gelinde auszudrücken. Insbesondere wird mit der Stalin´schen Kominformpolitik deutlich, dass er eine zentrale Position im Kampf gegen den Trotzkismus einnahm, den Tito vertrat. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Trotzkisten Tito gegen die Sowjetunion unterstützten, und es ist auch kein Zufall, dass ausgerechnet der vom VII. Weltkongress gefeierte Renegat Togliatti die trotzkistische Haltung Titos unterstützte und Stalins Kurs verurteilte, den er auf dem VII. Weltkongress noch in so hohen Tönen gelobt hatte. Man kann also nicht den Togliatti Stalins gegen den Togliatti Titos verteidigen, ohne vom Marxismus-Leninismus Abschied zu nehmen. Und sicherlich war Togliatti nicht der einzige, der seit dem VII. Weltkongress dem Weg zum Revisionismus folgte. Indem wir uns von der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses klar abgrenzen, wird es den Trotzkisten und allen antimarxistischen Kräften zukünftig schwerer fallen, uns mit der rechten Abweichung zu identifizieren, um den Marxismus-Leninismus zu schwächen und anzugreifen. Das klärt vielmehr die Fronten und ist ein wichtiger Beitrag, unsere Gegner ideologisch aus ihrem Hinterhalt zu locken und offener zu bekämpfen. Damit wird nicht Verwirrung geschaffen, sondern sie wird damit überwunden. Wenn die antimarxistischen Kräfte nun ein wildes Geschrei gegen den Komintern/ML anstimmen anstatt uns zu diesem Schritt zu gratulieren, dann liegen wir mit unseren Vermutungen richtig.

Wir wollen die Einheit der Arbeiterklasse dadurch stärken, dass wir die Einheitsfrontpolitik des VII. Weltkongresses vom Einfluss der rechten Abweichung befreien. Die Trotzkisten benutzen die Kritik am VII. Weltkongress zur Vertiefung nicht der Einheit, sondern der Spaltung der Arbeiterklasse. Mit der Auflösung der Komintern und der Gründung der IV. Internationale kann der falsche Eindruck entstehen, dass die Marxisten-Leninisten die Lösung der internationalen Frage durch die Weltrevolution den Trotzkisten überlassen hätten und sich auf ihre proletarische Revolution im eigenen Lande zurückziehen und Stalins Losung des »Sozialismus in einem Land« gegen die Trotzkisten »verteidigen« würden, indem sie die Bedeutung der Weltrevolution der proletarischen Revolution in einem Lande unterordnen würden usw. Weltsozialismus und Sozialismus »in einem Land« darf man nicht als Gegensätze betrachten, undialektisch voneinander lostrennen, gegeneinander ausspielen. Das war nie die Auffassung der Marxisten-Leninisten. Wenn jemand die internationalistische Lehre des Marxismus-Leninismus in Theorie und Praxis korrekt angewandt und schöpferisch weiterentwickelt hat, wenn jemand das Verhältnis von Weltsozialismus und Sozialismus in einem Land richtig bestimmt und angewandt hat, dann waren es Lenin und Stalin, aber sicherlich war es nicht Trotzki. Die Trotzkisten geben sich als Verteidiger der »Weltrevolution« Lenins aus. Den Trotzkisten war aber das Schicksal des Sozialismus in einem Lande egal. Sie waren bereit, es zu verraten und opferten ihn auch tatsächlich »im Namen der Weltrevolution«. Das war nicht nur eine kleinbürgerliche Kapitulation gegenüber dem Sozialismus in einem Land, sondern auch gleichzeitig eine Kapitulation gegenüber der Weltrevolution, denn das eine lebt nur durch das andere. Sie unterschätzten die Rolle des Faktors der proletarischen Revolution in einem Land für die Entwicklung der revolutionären Weltbewegung und haben deswegen das einzige Land des Sozialismus bekämpft. Wenn der Sozialismus im einzelnen Land Voraussetzung für den Sieg in allen Ländern ist, so wird klar, dass man dieses einzelne Land bekämpfen muss, wenn man den Weg zum Weltsozialismus abschneiden will. Folglich schätzen die Trotzkisten auch die Rolle der bolschewistischen Partei eines Landes gering und sprechen - aus diesem Grund und an deren Stelle(!) - für die Notwendigkeit der »Weltpartei«. Sie behaupten, dass das Instrument der Weltrevolution ausschließlich die »Weltpartei« sei, solange es »keinen Sozialismus in einem Land gibt«. Letztendlich bedeutet dies, auf die Rolle der bolschewistischen Partei zu verzichten, die sie nicht nur für das eigene Land, sondern gleichzeitig auch für die Weltrevolution spielt. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen der Entwicklung in den einzelnen Ländern kann sich die Weltrevolution nur durch die siegreichen Revolutionen in den einzelnen Ländern entfalten, die ohne Führung der bolschewistischen Parteien, ohne Errichtung der Diktatur des Proletariats in den einzelnen Ländern, unmöglich ist. Deswegen erfanden die Trotzkisten die Theorie von der Unmöglichkeit der Diktatur des Proletariats in einem Land. Das ist altbekannt und gehört zum ABC des Marxismus im Kampf gegen den Trotzkismus. Die trotzkistische Vorstellung vom proletarischen Internationalismus leugnet den nationalen Aspekt und Form der Revolution und predigt die Weltrevolution außerhalb jeglicher nationaler Grenzen, predigen die Exportieren der Revolution unter Preisgabe (!) der Interessen des Landes bzw. der Länder, in denen die Arbeiterklasse die Macht ergriffen hat. Die erste Forderung einer wahrhaft internationalistischen Haltung ist also nicht ultralinke Phraseologie über die Weltrevolution, sondern die Erfüllung der revolutionären Aufgaben im eigenen Land als Voraussetzung für das tatsächliche Gelingen der Weltrevolution. In dieser korrekten Abgrenzung zum Trotzkismus dürfen die Marxisten-Leninisten jedoch nicht in das andere Extrem verfallen, nämlich die Weltrevolution als passives »Abfallprodukt« der Revolutionen in allen einzelnen Ländern abzuwerten oder gar als Selbstlauf, als Hineinwachsen usw. zu verstehen wie das die Rechten tun. Die Losung »Proletarier aller Länder, vereinigt euch« ist die Losung: »Einer für alle, alle für einen« und nicht »Ich helfe dir nur, wenn du mir hilfst«. Das ist in Wirklichkeit das nationalistische Konzept des Neo-Revisionismus, das sich darauf beschränkt, den proletarischen Internationalismus als willkommene Gelegenheit zu betrachten, sich gleichgesinnte und verbündete, »anti-revisionistische« Bruderparteien zu halten, um die eigene Politik mit Internationalismus zu schmücken und seinen beschränkten Nationalismus dahinter zu tarnen, d.h. dem nationalen »Kommunismus« internationalen Charakter zu verleihen. In der Tat ist es das Wesen des Revisionismus, sich der Einheit, sich des Internationalismus lediglich zu bedienen, weil der Revisionismus eine Ideologie der Bourgeoisie, eine Ideologie der Spaltung und Zwietracht, des Kapitalismus und Nationalismus, eine ausgeklügelte Ideologie der Ausbeutung und Unterdrückung ist, die mit dem proletarischen Internationalismus, mit dem Marxismus-Leninismus, mit der Ideologie des Weltproletariats unvereinbar ist. Der Kampf zwischen dem Marxismus-Leninismus und den Revisionismus ist eine Erscheinung des internationalen Klassenkampfes zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen Kapitalismus und Sozialismus. In diesem Kampf kann es keine »mittlere« Linie geben. Der »goldene Mittelweg« ist, wie die Erfahrungen zeigen, die Linie der Versöhnung von antagonistischen Widersprüchen, die niemals versöhnt werden können. Die Spaltung des internationalen Proletariats ist die Folge von »Einheitsmacherei« zwischen Proletariat und Bürgertum, die Einheit mit den Abweichlern. Der Trotzkismus ist die im Wesentlichen verdeckt gehaltene, versöhnlerische Theorie des Nebeneinander-Lebens von Revolutionären und opportunistischen Gruppierungen und Fraktionen in einer gemeinsamen Partei mit dem Ziel, die bolschewistische Partei zu zerstören. Die Arbeitersache braucht die Einheit der Marxisten und nicht die Einheit der Marxisten mit den Gegnern. Es ist der Trotzkismus, der zu verhindern sucht, dass die Partei die Opportunisten nicht in ihren Reihen belässt, sondern hinaus säubert. Es ist der Mittelweg, der Zentrismus, der der Maskierung der Abweichung von den marxistisch-leninistischen Prinzipien dient, Hilfestellung zur Regeneration und Häutung des Revisionismus unter neuem Deckmantel. Der Zentrismus ist die erste Stufe im Häutungsprozess einer neuen Form des Revisionismus. Die Generallinie kann niemals eine Art »Mittellinie« sein, durch die die Prinzipien mit dem Ziel einer »breiteren Einheit« verschachert werden. Dies gilt nicht nur für die Ausarbeitung, sondern auch für die Umsetzung der Generallinie. Sowohl insgesamt als auch im Einzelnen müssen wir stets an der prinzipienfesten Generallinie festhalten, sonst werden wir unaufmerksam und können nicht mehr erkennen, wenn Divergenzen verdeckt oder absichtlich geschürt werden. Eine solche Generallinie, die einerseits ihre Prinzipien verschachert und andererseits ihre Divergenzen versteckt, um immer »blitzsauber« da zustehen, aber die praktische Umsetzung durch Ausschmücken der Prinzipienfestigkeit ( um seiner selbst willen) erschwert und vernachlässigt, taugt nichts, endet früher oder später in einer Niederlage und kommt einem Todesurteil gleich. Die Zentristen und Versöhnler stützen sich auf die rechte Abweichung, um angeblich die »linke« Abweichung zu bekämpfen und sie stellen sich auf die Seite der »linken« Abweichler, wenn es um den Kampf gegen den rechten Opportunismus geht, um diesen in Wirklichkeit zu retten. Sie schwanken mal nach rechts und mal nach »links«, aber auf den Standpunkt der Komintern/ML stellen sie sich höchstens nur aus taktischen Gründen, um früher oder später die Generallinie der Komintern/ML um so mehr zu verraten. Die Trotzkisten selber stellen die Sache so dar, dass ihrer Ansicht nach unser Zweifrontenkampf »zentristisch« sei, denn sie bezeichnen sich als die wahren »Marxisten-Leninisten« und es gibt Rechte - das sind alle Übrigen also auch wir Marxisten-Leninisten. So können nur Leute reden, die alle Begriffe verwirrt und schon längst mit dem Marxismus-Leninismus gebrochen haben. Diese Begriffsverwirrung ist es, die heute die kommunistische Bewegung desorientiert und es der Arbeiterklasse erschwert, noch durchzublicken, was leider oder beabsichtigter Weise dazu führt, sich von der marxistisch-leninistischen Bewegung überhaupt abzuwenden. Genau deswegen müssen die Komintern/ML und ihre Sektionen dieses eklektische Begriffsverwirrspiel, das zur Vulgarisierung des Marxismus-Leninismus, das heißt zur Verschwommenheit, Unbestimmtheit und »Unangreifbarkeit« führt, beenden und Klarheit schaffen nicht nur für sich, sondern auch und vor allem für die kämpfende Masse. Die Politik der Trotzkisten - wie aller Opportunisten auch - besteht ja gerade darin, die Meinungsverschiedenheiten künstlich am Kochen zu halten und neue zu erfinden, um heimlich Wühlarbeit zu betreiben, die tatsächlichen Meinungsverschiedenheiten zu vertuschen, die eigenen Positionen hinter anderen Positionen zu verschleiern und es dem Proletariat und seiner Partei unmöglich zu machen, sich Klarheit zu verschaffen, so wie das jetzt in der Situation im Balkan der Fall ist. Die Trotzkisten »unterwerfen« sich der Generallinie, wenn es ihnen opportun erscheint, nur um die vereinten Kräfte um so besser zu spalten und die Umsetzung der Generallinie zu paralysieren und zu zersetzen. Hinter dem Deckmantel der »Einheit«, nur seine eigene Linie (gegen die Einheit!) zu verfolgen - das ist die trotzkistische Methode des Entrismus innerhalb der bolschewistischen Partei. Lenin sagte: »Noch niemals... hatte Trotzki eine feste Meinung, stets `kroch er in die Spalten` zwischen den verschiedenen Meinungen und pendelte von einer Seite zur anderen«. ( Lenin Bd. 20, Seite 453, dt. Ausgabe). Lenin bezeichnete Trotzki zutreffend als »Abenteurer, der sich permanent herauswinden muss« (»Ihr habt mich nicht richtig verstanden«/«So habe ich das aber nicht gemeint«). Die Trotzkisten missbrauchen die offene Kritik und Selbstkritik der Marxisten-Leninisten, um Misstrauen, Pessimismus und Zweifel zu säen und betreiben damit das anti-kommunistische Geschäft der Imperialisten, sind deren 5. Kolonne. Die Trotzkisten suchen nach Argumenten, mit denen sie doppelzünglerisch die Schwächen und Fehler der Marxisten-Leninisten als »Beweise« heranziehen für deren »vorprogrammiertes Scheitern«, deren »falsche, abweichlerische, Linie«, deren diktatorische Macht über die Mehrheit«, deren »bürokratischer Apparat« usw. Die Trotzkisten sind es, die machtgierig und nicht bereit sind, sich der proletarischen Disziplin unterzuordnen, die Zwang ausüben, die Beschlüsse unterwandern und Sabotage und Schädlingsarbeit betreiben und nicht Stalin, dem sie genau dies unterjubeln wollen. Die Trotzkisten treten als »100%ige Kommunisten« auf, die die Kritiker am Marxismus-Leninismus durch Fraktionismus gegen die marxistisch-leninistische Führung politisch und organisatorisch formieren bis hin zur schließlichen Schaffung einer offenen oppositionellen »Vereinigung aller Kritiker« zu einem »Mehrheiten«-Block, um sich entweder an die Macht zu putschen bzw. bei deren Mißlingen durch Entrismus allmählich - über einen längeren Zeitraum - das gleiche Ziel zu verfolgen, nämlich die marxistisch-leninistische Führung zu Fall zu bringen, von der Parteibasis, von den Proletariern, von den Werktätigen zu isolieren, um der Revolution, dem Kommunismus, den Marxisten-Leninisten die Luft abzuwürgen und der Reaktion auszuliefern. Es ist eines der Hauptmerkmale des Trotzkismus, dass er die Feindschaft der Marxisten-Leninisten gegenüber den opportunistischen Elementen nicht nur verurteilt, sondern auch deren Konsequenzen zu verhindern sucht. Die Theorie der »Überwindung« der opportunistischen Elemente durch ideologischen Kampf INNERHALB der Komintern/ML beschwört die Gefahr herauf, die Komintern/ML und ihre Sektionen zu einem Zustand der Lähmung und des Siechtums zu verurteilen, sie mit Haut und Haar den Opportunisten auszuliefern. Opportunisten darf man niemals in seinen eigenen Reihen halten, schon gar nicht im Generalstab des Weltproletariats.

Die konterrevolutionäre trotzkistische IV. Internationale richtete sich gegen die Führer des Bolschewismus, um angeblich ZB. die III. Komintern vor ihnen zu »schützen«. Die Trotzkisten behaupteten, nach dem IV. Kongress 1922 hätte der `stalinistische Verfall` der Komintern eingesetzt:

»Das Programm von 1938 enthielt eine weitere Bereicherung gegenüber den Lehren der Komintern: die stalinistische Degeneration der Sowjetunion stellte die Aufgabe einer politischen Revolution gegen die bürokratische Macht... Die IV. Internationale setzt im Übergangsprogramm und in seiner Anwendung und Weiterentwicklung, die Arbeiten der ersten vier Kongresse der Kommunistischen Internationale fruchtbar fort« (Pierre Frank, »Zur Bedeutung des Übergangsprogramms der IV. Internationale«, In: »Das Übergangsprogramm der IV. Internationale«, hrgs von GIM, Deutsche Sektion der IV. Internationale, Seite 6).

Damit sollte also der Weg Lenins, den Stalin fortsetzte in Richtung Trotzkismus fortgesetzt werden. Historisch wissen wir, welchen Einfluss die Trotzkisten auf diesen ersten Weltkongressen hatten. An diesen Einflüssen wollten sie mit der IV. Internationale anknüpfen. Die konterrevolutionäre internationale Linie der Trotzkisten, ihre Schädlingsarbeiten bestehen darin, den Marxismus-Leninismus vor den Marxisten-Leninisten »schützen« zu wollen, Heute spielen sich die Trotzkisten nicht wie früher allein als »Marxisten« oder als »Bolschewisten-Leninisten« wie noch zu Zeiten Trotzkis auf, sondern bedienen sich frech SOWOHL der Argumente Stalins als AUCH Enver Hoxhas. Das eben ist das Ergebnis des ideologischen Häutungsprozesses des Neo-Trotzkismus, der im Zuge der ideologischen Niederlage des Trotzkismus durch die Marxisten-Leninisten notwendig wurde, um ihren Modergeruch los zu werden und als getarnte »Marxisten-Leninisten« gefährlich zu bleiben INNERHALB der internationalen marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Die Komintern/ML ist sich dieser Gefahr bewußt, ist gewappnet und wird sich nicht überrumpeln lassen. Der Neo-Trotzkismus wagt nicht, als militante Kraft offen gegen den Marxismus-Leninismus aufzutreten, er zieht es vor, unter der Flagge des Marxismus-Leninismus zu wirken und sich unter der Losung der »unsektiererischen«/ »anti-revisionistischen« Diskussion und Auslegung zur »Verbesserung« des Marxismus-Leninismus zu betätigen. Die Neo-Trotzkisten bedienen sich dabei der Methode der »Zweiteilung«, mit der sie einen Teil der Lehren Marx, Engels, Lenins, Stalins und Enver Hoxhas »anerkennen«, um gleichzeitig den anderen Teil für historisch »unbrauchbar« zu erklären bzw. eine »Fehlerdiskussion« der Klassiker bei gleichzeitiger grundsätzlicher »Anerkennung« zu entfachen. So kommen sie dann leichter zum nächsten Schritt, nämlich den »annehmbaren Teil« auch zu »des-interpretieren«. Es kann festgestellt werden, dass die Trotzkisten gerne den ersten Teil der historischen Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus als »sektiererisch« charakterisieren, der sich im Laufe der Entwicklung, im zweiten Teil zum »Revisionismus« und schließlich zur zwangsläufigen, gesetzmäßigen Entartung entwickelt, um darauf alternativ aufbauend den trotzkistischen »Marxismus-Leninismus« an den Mann zu bringen, der sowohl »Lehren« aus den sektiererischen als auch aus den revisionistischen Fehlern zieht. Was sich entwickelt hat nach Ansicht der Trotzkisten ist also nicht der Marxismus-Leninismus, der sich im Kampf gegen »links« und rechts gestärkt hat, sondern ist einer Entwicklung zwischen »links« und rechts und von rechts nach »links« OHNE marxistisch-leninistische Linie. »Marxistisch-Leninistisch« ist in ihren Augen nur diejenige Linie, die sich MIT und nicht GEGEN den Opportunismus entwickelt. So beurteilen die Neo-Trotzkisten ( in Worten Anti-Trotzkismus, in Taten Trotzkismus) auch die III. Komintern. Der alte Trotzkismus wird zwar offiziell »kritisiert«, aber die erste Periode der III. Komintern sei »sektiererisch« und die zweite Phase »revisionistisch«. Bei der Gründung der Komintern/ML geht das dann auch gleich wieder mit der Kritik am »Sektierertum« los. Für den Trotzkismus gibt es keine einheitliche und geschlossene Geschichte der III. Komintern, sondern ein Schema zur Untergrabung der Einheit der Komintern. Die Neo-Trotzkisten versuchen, den Marxismus-Leninismus als eine eklektische Theorie hinzustellen, um sie leichter auseinander pflücken zu können. Die Theorie von der Zweiteilung des Marxismus-Leninismus ist die Theorie der Zerstörung des Marxismus-Leninismus, die Ersetzung des Marxismus-Leninismus durch den Trotzkismus. Der Marxismus-Leninismus ist aber eine geschlossene Theorie, die die Prüfung vieler Revolutionen, und nicht zuletzt der Oktoberrevolution, bestanden hat und die von der Komintern/ML als Kampfbanner des Weltproletariats voran getragen, und eines Tages von der Weltrevolution bewiesen wird - nicht auf der Basis des Trotzkismus, sondern auf seinen Trümmern.

Das Wesen und die Stärke der Generallinie der Komintern/ML und ihre Sektionen bestehen ja gerade darin, zwischen dem Trotzkismus, dem »linken« und rechten Opportunismus der Vergangenheit und dem Trotzkismus, dem »linken« und rechten Opportunismus der Gegenwart UNTERSCHEIDEN und seine Häutungen VORAUSSEHEN zu können und mögliche Spaltungen und daraus entstehende fraktionistische Blöcke zu verhindern bzw. aufzulösen. Die Generallinie der Komintern/ML und ihrer Sektionen wissen darüber hinaus sehr wohl zu unterscheiden, dass es ein Versöhnlertum gegenüber dem »linken« Opportunismus und ein Versöhnlertum gegenüber dem rechten Opportunismus gibt und dass der Trotzkismus versucht, hieraus seine »Theorien« und »Taktiken« der Spaltung mit dem Ziel der Blockbildung gegen den Sozialismus, gegen die proletarische Linie, gegen die marxistisch-leninistische Führung, gegen ihre revolutionäre Verbindung zu den Massen, selbst gegen den revolutionären Kampf der Massen abzuleiten und zurecht zu zimmern. Alles und jeden vom Kommunismus loszutrennen, um alles und jeden gegen den Kommunismus zu vereinigen im Namen des »Anti-Trotzkismus«, das ist die neo-trotzkistische Linie des Liquidatorentums, das ist die Linie des äußersten Vorpostens der Verteidiger des Kapitalismus. Lenin entlarvte die Zentristen als »Lakaien des Opportunismus«. Heute sind die Zentristen Lakaien des Neo -Revisionismus. Im Bemühen, eine internationale Koordinationszentrale für die verschiedenen Gruppen zu schaffen, in die sich die Trotzkisten teilten und zerfaserten, propagierten sie die These, dass »der proletarische Internationalismus abstrakt bleibt, wenn er nicht mit einer Internationale verbunden ist.« Natürlich steht militanter, aktiver Internationalismus keineswegs immer in Verbindung mit der Schaffung eines Weltzentrums. Dieses Problem hängt von einigen historischen Bedingungen ab. Von 1873 bis 1889 existierte keinerlei Internationale, woraus aber nicht der Schluss gezogen werden kann, dass der Internationalismus »verschwand«. Um so weniger traf das zu für die Jahre 1917 bis 1918, als es ebenfalls keine Internationale gab, aber der proletarische Internationalismus war in dieser Zeit sehr wohl lebendig, um der Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion zu unterstützen. Auch später, nach der 1943 erfolgten Auflösung der III. Internationale verschwand der proletarische Internationalismus nicht. Seine Entschlossenheit drückt sich in der Unterstützung der Sowjetunion im Kampf gegen den Hitlerfaschismus aus, in der Verurteilung der nordamerikanischen Aggression gegen Korea, in der Hilfe, die ganz allgemein den Völkern der ganzen Welt gegeben wurde. Das, was in Wirklichkeit den Internationalismus bestimmt, ist die revolutionäre Haltung der Proletarier in den Klassenkämpfen im eigenen Land - aber auch darüber hinaus, mit denen sie ihren Beitrag leisten, um das Weltsystem des Kapitalismus zu erschüttern und zu beseitigen, ist die Verteidigung des Sozialismus wie auch die entschlossene Unterstützung der Befreiungsbewegungen in den verschiedenen Länder. Der Aufruf von Marx und Engels »Proletarier aller Länder, vereinigt euch!« beinhaltet nicht automatisch, schematisch die Schaffung von Internationalen (selbst die Begründer des Marxismus nahmen teil an der Auflösung der Internationale). Ein wahrhaftes Verständnis dieses historischen Aufrufs besteht darin, dass sich die Proletarier in ihrem revolutionären Kampf für die Zerschlagung des Kapitalismus und für den weltweiten Aufbau des neuen, sozialistischen, kommunistischen Lebens zusammenschließen. Das unhaltbare Argument der Trotzkisten in dieser Frage hat den einzigen Zweck, die immer wieder gescheiterte Wiederbelebung ihrer verkommenen, anti-kommunistischen IV. Internationale zu rechtfertigen und den Aufbau der Komintern/ML »überflüssig« zu machen.

Der maoistische Zentrismus

Wenn wir von der Feststellung Enver Hoxhas ausgehen, dass die KP Chinas im Grunde genommen in ihrer ganzen Geschichte keine bolschewistische Partei war, dass sie sich nie vom Marxismus-Leninismus hat leiten lassen, dass sie nie die revolutionäre Partei des chinesischen Proletariats war, dann können wir das nicht auf sich beruhen lassen, sondern müssen wir Rückschlüsse auf die Komintern und die ganze kommunistische Weltbewegung ziehen und auch auf die marxistisch-leninistische Weltbewegung, denn wir alle betrachteten die KP Chinas in unseren eigenen Reihen als bolschewistische Partei, ja sogar als eine der größten bolschewistischen Parteien neben der KPdSU (B), und sind einer Sache hinterhergelaufen, die nur scheinbar mit unserer Sache übereinstimmte, aber sich gar nicht vereinbaren lassen konnte. Erst 50 Jahre nach Gründung der KP Chinas zogen wir Marxisten-Leninisten den Trennungsstrich, wobei es Genossen gab, die kritisch waren. Aber wir haben nicht auf sie gehört. Unser gesamtes revolutionäre Denken muss auf eine völlig neue Stufe gehoben werden, wenn wir zukünftig die Geschicke der Weltrevolution in die Hand nehmen wollen. Wenn wir uns fragen, warum denn der Sozialismus vom Kapitalismus vorübergehend besiegt wurde, dann war einer der wichtigsten Gründe, dass die meisten von uns in unserer kommunistischen Weltbewegung nicht konsequent genug waren, um das Werk der Oktoberrevolution siegreich zu Ende zu führen, sonst hätten wir nicht zugelassen, dass eine bürgerliche Partei nicht nur bei uns »mitschwimmt«, sondern bis heute ihren schädlichen konterrevolutionären Einfluss in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in gewissem Umfang immer noch aufrechterhalten kann. Wir schimpfen wie die Rohrspatzen auf die Revisionisten einschließlich auf Mao, auf die Verräter am Kommunismus, aber wir schimpfen nicht über uns selber, obwohl wir es in der Hand haben, ob jemand den Sozialismus verrät oder nicht, denn wir WAREN sogar an der Macht, wir hätten den Revisionismus von vornherein verhindern können, wenn wir konsequent und treu auf der Linie des Marxismus-Leninismus vorangeschritten und nicht abgewichen wären. Nur die Schwäche der Marxisten-Leninisten hat den Revisionismus an die Macht gebracht, nur wir selbst, Genossen - wir und sonst keiner. Wir selber sind die Ursache dafür, dass sich der Revisionismus ausbreiten konnte, weil wir seine Ausbreitung zugelassen haben, und von dieser Verantwortung dürfen wir uns niemals freisprechen. Ursache für die Hilflosigkeit in der Beurteilung der eigenen Lage ist immer der Mangel an Selbstkritik, um nicht zu sagen die Kapitulation vor der Selbstkritik. Deswegen kann man die Lehren aus der kommunistischen Weltbewegung nur als Selbstkritik auffassen. Nur wer zu dieser klaren Erkenntnis kommt, wird den entscheidenden ernsthaften und glaubwürdigen Schritt machen, um diesen Fehler niemals zu wiederholen. Was der Revisionismus angerichtet hat, muss uns eine unvergessliche Lehre sein. Um so dringender ist es, die Lehre Enver Hoxhas nicht nur gegen den Maoismus zu verteidigen, sondern sie weiterzuentwickeln und zwar in Richtung: »Feuer auf den revisionistischen Verrat!«. Was heisst also, die Lehre Enver Hoxhas weiterzuentwickeln? Das heisst, die Irrtümer die wir gegenüber Mao begangen haben, auf Enver Hoxhas Weise auf allen Gebieten gründlich auszuräumen, Irrtümer, die wir heute immer noch »im guten Glauben« und »voller Überzeugung« verteidigen und mit uns herumschleppen, von denen wir uns aber befreien müssen. Eine Geschichte der KPdSU (B) wurde geschrieben, aber was fehlt, ist die Geschichte der kommunistischen Weltbewegung, insbesondere der Komintern. Wenn wir erkennen, welche gigantische Bedeutung die Kritik Enver Hoxhas an Mao hat, dann bekommen wir davon eine leise Ahnung, was uns bei der ernsthaften Suche nach der Wahrheit über die kommunistische Weltbewegung alles noch erwartet, und welchen wertvollen Beitrag das für unser gemeinsames Vorwärtskommen bedeuten wird. Anders können wir aber die alten Zöpfe nicht abschneiden, die uns am mutigen Voranschreiten zur Schaffung einer neuen marxistisch-leninistischen Weltbewegung hindern. Wir stellen den Marxismus-Leninismus niemals in Frage, aber uns selbst müssen wir permanent in Frage stellen, ob wir den Marxismus-Leninismus nicht nur richtig angewandt, sondern vor allem ob wir ihn auch richtig weiterentwickelt haben, denn auf die Weiterentwicklung kommt es vor allem an. Das heisst eben auch, dass wir unseren bisherigen Einschätzungen über unsere eigene Geschichte, über die kommunistische Weltbewegung kritischer als bisher hinterfragen und vor allem korrigieren müssen mit dem Ziel, den alten Bolschewismus Lenins und Stalins wieder zu wecken, und ihn im neuen, frischen Geist wiederzubeleben. Wir wollen nur diejenigen Marxisten-Leninisten in der Welt zusammenführen und vereinigen, die mit uns diesen Weg zur Schaffung eines neuen Bolschewismus beschreiten wollen.

Die bürgerliche Subversion in unseren Reihen hat gigantische Ausmaße. Schickte die Bourgeoisie noch zur Zeit des Zarismus ihre Spione in die russische revolutionäre Bewegung, so wurde die Systematik der subversiven Tätigkeit der Bourgeoisie mittlerer Weile perfektioniert, wenn wir uns nur das Beispiel der KP Chinas vor Augen halten. Die Weltbourgeoisie hat ihre eigenen »bolschewistischen« Parteien, hat ihre eigenen »marxistisch-leninistischen« Parteien, hat ihre eigene »Strategie und Taktik der proletarischen Weltrevolution«, hat all das aufgebaut, um es im Kampf GEGEN uns einzusetzen!! Natürlich verfolgt sie auch die alten Taktiken weiter, solange sie wirkungsvoll gegen uns anwendbar bleiben. Aber worum es hier geht, ist festzustellen, dass wir uns völlig neu rüsten müssen, um die bürgerliche Subversion gegen die Bourgeoisie selbst zu richten und sie zu besiegen.

Was in diesem Zusammenhang den Zentrismus betrifft, so sind die Methoden des Zentrismus seit Kautskys Zeiten noch viel gefährlicher geworden, ist es dem Zentrismus sogar in China gelungen, an die Macht zu gelangen. Enver Hoxha spricht von einem Amalgam verschiedenster ideologischer Strömungen, die den chinesischen Zentrismus speisen. Relativismus und Eklektizismus sind die wesentlichen bürgerlichen philosophischen Grundelemente. Die Entwaffnung des Marxismus-Leninismus wird von innen her vorgenommen. Es wird mit den Prinzipien des Marxismus-Leninismus so jongliert, dass sie sich gegenseitig widersprechen bzw. sich in ihrer Wirkung und Aussagekraft neutralisieren, so wie wir das bei der Einheitsfronttaktik des VII. Weltkongresses aufzudecken versucht haben. Diese gegenseitige Neutralisierung der Prinzipien des Marxismus-Leninismus wird dann in »Marxismus-Leninismus« verpackt, um diese Entwaffnungstaktik süßlich zu verschleiern. Und eben diese Konstruktion von Widersprüchlichkeiten durch falsche und willkürliche Gegenüberstellungen von Prinzipien des Marxismus-Leninismus bis zum äußersten herauszubilden, um größten effektiven Nutzen für die Bourgeoisie daraus zu ziehen, und dann diesen Nutzen dem revolutionären Proletariat, den Marxisten-Leninisten zu verkaufen, das ist die Taktik der Bourgeoisie, sie als Richtschnur für die bürgerliche »marxistisch-leninistische Weltbewegung« auszugeben wie das bei den Mao Tsetung Ideen der Fall ist. Die Aufrechterhaltung der Schwächung der Einheit der »marxistisch-leninistischen« Weltbewegung ( Aufrechterhaltung = taktisch klügste »Vernichtung«, denn vernichten kann die Bourgeoisie die marxistisch-leninistische Weltbewegung natürlich nicht, auch wenn sie sich noch so ausgefeilte eigene Konkurrenzunternehmen schafft!) durch die subversive »Einheitsfronttaktik« in Permanenz, das macht das permanente Liquidatorentum des Zentrismus in der bürgerlichen »marxistisch-leninistischen Weltbewegung« aus. Also diese Taktik will auf keinen Fall die eigene bürgerliche »marxistisch-leninistische Weltbewegung« zerstören, damit sich daraus keine wahre, neue revolutionäre Bewegung in der Welt lostrennen kann. Eine losgetrennte Bewegung, die sich verselbstständigt ist für die Weltbourgeoisie schwieriger kontrollierbar und damit viel gefährlicher. Dieses Problem hat die Weltbourgeoisie nun mit der Komintern/ML am Hals, denn dieser ist es gelungen, sich aus der bürgerlichen Umklammerung der sogenannten »marxistisch-leninistischen« Weltbewegung zu befreien. Es steckt nichts Besonderes hinter der heutigen nebulösen »marxistisch-leninistischen« Bewegung. Mit der wahren marxistisch-leninistischen Weltbewegung zur Zeit Enver Hoxhas darf man sie keinesfalls vergleichen, so sehr sie sich auch bemüht, vorzutäuschen, aus ihr hervorgegangen zu sein. Je eher man sich aus der Scheinwelt der bürgerlichen »marxistisch-leninistischen Weltbewegung« verabschiedet und einen klaren Schlussstrich zieht und mit ihr abrechnet, um so besser.

Mao Tsetungs Mythos als »Marxist-Leninist« muss von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, vom revolutionären Weltproletariat, von den revolutionären Völkern und nicht zuletzt vom chinesischen Volk selbst gestürzt werden, um den Weg der Weltrevolution siegreich fortsetzen zu können. »Mao Tsetung ist kein Marxist-Leninist, sondern ein fortschrittlicher revolutionärer Demokrat, und unter diesem Blickwinkel (...) muss sein Werk studiert werden« (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China, Bd. II, Seite 802, Tirana 1979, dt. Ausgabe).

Warum taucht Mao hier ausgerechnet im Abschnitt des Zentrismus innerhalb der kommunistischen Weltbewegung auf? Weil er bis heute die zentrale Figur des Weltzentristen ausfüllt, d.h. sich »über den Marxismus-Leninismus« stellt. Warum sonst hängt sein Bild sowohl in den Luxusvillen der chinesischen Sozialimperialisten als auch in den primitiven Guerilla-Unterständen der entlegensten Winkeln Perus und wiederum neben dem Bild Enver Hoxhas in amerikanisch-russischen Studierstuben usw.? Mao Tsetung unterscheidet sich von allen Zentristen in der Welt dadurch, dass er den Zentrismus von einer bloßen Strömung, hin zu einer eigenständigen, »geschlossenen«, eklektischen Lehre ausgearbeitet hat, mit der er über den Weg verschiedener Revolutionen und Konterrevolutionen ein großes Sozialimperium aufbaute. Damit ist der Maoismus der erste Zentrismus an der Macht - und dies über einen relativ langen Zeitraum. Wir müssen also unser eigenes theoretisches Bild sowohl über Mao Tsetung als auch über den Zentrismus schlechthin neu überdenken. Genosse Enver Hoxha hat der marxistisch-leninistischen Weltbewegung einen ungeheuren Dienst erwiesen, indem er den Maoismus einer gründlichen marxistisch-leninistischen Analyse und Kritik unterzog, die er erst über einen Zeitraum von 20 Jahren absichern konnte, weil der Maoismus von seinem Wesen her nur äußerst schwer zu durchschauen war. Enver Hoxha hat uns die Aufgabe hinterlassen, die absteigende Linie der Entwicklung des Maoismus weiter auszuleuchten:

»Die Ansichten Mao Tsetungs werden heute, in der Epoche der Fäulnis des Imperialismus, im letzten Stadium des Kapitalismus entwickelt, in der Epoche also, da die proletarische Revolutionen auf der Tagesordnung stehen und das Beispiel und die großen Lehren der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, die Lehren von Marx und Lenin für uns ein unfehlbarer Wegweiser sind. Mao Tsetungs Theorie, die »Mao Tsetungideen«, die unter diesen neuen Bedingungen entstanden, würden sich in das Gewand der revolutionärsten und wissenschaftlichsten Theorie der Zeit, des Marxismus-Leninismus zu kleiden versuchen, im Kern aber bleiben sie eine anti-marxistische Theorie, denn sie steht im Gegensatz zu den proletarischen Revolutionen und kommt dem in Fäulnis begriffenen Imperialismus zur Hilfe. Deshalb haben in der Ideologie Mao Tsetungs alle Aspekte der Ideen ihren Niederschlag gefunden, die der Kapitalismus und Imperialismus während der ganzen vieljährigen Periode seines Niedergangs und seiner Fäulnis hervorgebracht hat. Die »Mao Tsetungideen« sind ein Amalgam von Ideologien vom Anarchismus, Trotzkismus, über den modernen Revisionismus à la Tito, à la Chruschtschow, den Euro-Kommunismus à la Marchais-Berlinguer-Carillo bis hin zur Verwendung marxistisch - leninistischer Formeln. In diesem ganzen Amalgam müssen wir auch noch die alten Ideen des Konfuzius, des Menzius und der anderen chinesischen Philosophen unterscheiden, die die Herausbildung der Ideen Mao Tsetungs, seine kulturelle und theoretische Entwicklung ausserordentlich stark beeinflussten. So ist es schwierig, eine einzige oder, sozusagen, klare Linie der chinesischen Ideologie zu bestimmen« (Enver Hoxha, ebenda, Seite 802-803).

Von dem Tag an, als der Marxismus-Leninismus chinesischen Boden betrat, hat sich die KP China nie - also zu keinem Zeitpunkt - zu einer echten bolschewistischen Partei Lenin´schen und Stalin´schen Typs entwickelt, die

a) die proletarische Wissenschaft tatsächlich mit der proletarischen Klasse verschmolzen hätte,

b) das Proletariat mit den verbündeten Bauern zur sozialistischen Revolution und sozialen Befreiung geführt hätte

c) und ihr zur Diktatur des Proletariats verholfen hätte.

Diese Ziele des revolutionären chinesischen Proletariats und der chinesischen Bauern wurde bis heute nicht erreicht, blieben unerfüllt, wurden durch die Mao Tsetungideen und der bürgerlichen Klasse verhindert, der sie heute noch dienen. Dies ist auch ein Verrat an den Gesamtzielen des Weltproletariats und aller Werktätigen der ganzen Welt. Damit wurde nicht nur dem Marxismus-Leninismus, dem Sozialismus, sondern wurde gleichzeitig auch der Weltrevolution und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ein riesiger Schaden zugefügt, spalten die Mao Tsetungideen weiter unsere Reihen, droht uns die endgültige Zerschlagung, werden wir in alle Winde verstreut. Deswegen wollen wir mit der Generallinie der Komintern/ML alle Genossen wachrütteln, führen wir alle Marxisten-Leninisten an den Kampf gegen die Mao Tsetungideen heran - ein Kampf auf Leben und Tod. Marxisten-Leninisten der ganzen Welt - erkennt die Maoisten als Feinde des Marxismus-Leninismus und vernichtet sie als Feinde des Marxismus-Leninismus, wenn ihr uns retten, wenn ihr den Marxismus-Leninismus retten, wenn ihr die Weltrevolution retten wollt! Entscheidet euch zwischen den beiden anti-revisionistischen Wegen: entweder für Enver Hoxhas oder Mao Tsetung, entweder für den proletarischen oder den bürgerlicher Weg. Diese beiden Wege führen nicht in die gleiche Richtung, sie führen in zwei entgegengesetzte Richtungen, die sich gegenseitig ausschließen, die entweder mit der Vernichtung der Ideen Maos oder mit der Vernichtung der Ideen Enver Hoxhas enden werden. Man bezichtigt uns des »Alleinherrschafts-Anspruchs«. Jawohl, der Marxismus-Leninismus kann nur den Marxisten-Leninisten gehören, niemandem anders als dem Weltproletariat, wir werden ihn mit niemandem teilen, werden uns über jede »Einheitsfront« hinwegsetzen, die den Anspruch hat, den Marxismus-Leninismus mit Anti-Marxisten zu teilen. Der Marxismus-Leninismus ist unteilbar. Entweder man stellt sich auf seine Seite oder gegen ihn, So einfach ist das! Die Schwankenden werden wir kameradschaftlich überzeugen, die Feinde aber gnadenlos bekämpfen.

Mao Tsetung hatte immer das pragmatisch parat, was gerade aktuell gebraucht wurde und der mit seiner Führerpersönlichkeit das Gleichgewicht zwischen »Linken« und Rechten ausbalancieren konnte im Dienste der zentristischen Einheit aller Opportunisten. Zentrismus kann immer nur da wirken, wo die Marxisten-Leninisten in der Minderheit sind oder wo sie kaum Einfluss hatten, wie in China. Mao hat es verstanden, dieses Gleichgewicht jahrzehntelang aufrechtzuerhalten, und es damit geschafft, dass niemals die Marxisten-Leninisten eine Chance hatten, in der Führung der KP Chinas eine Rolle zu spielen, und diese Partei war immerhin Sektion der Komintern, von der Dimitroff behauptete, sie sei eine der besten Sektionen der Komintern! Seit Enver Hoxha wissen wir, dass das eine große Lüge war. Wie hat Mao das angestellt? Das funktionierte so, dass der Zentrist Mao sich auf den gerade im Augenblick vorherrschenden »linken« oder rechten Trend der Abweichung stützend, den entsprechenden »linken« oder rechten Minderheitstrend als Mülleimer für den Marxismus-Leninismus benutze. Ist die rechte Abweichung vorherrschend, dann warf er den Marxismus-Leninismus in den »Sektierer-Mülleimer« und wenn er die »linke« Abweichung vorherrschen ließ, dann beförderte er den Marxismus-Leninismus zur Abwechslung in den rechten Mülleimer, je nach der tatsächlichen Lage der Dinge in der chinesischen Revolution. Dabei stellte er sich aber immer als Marxisten-Leninisten dar. Nichts anderes ist im Grunde genommen der sogenannte Kampf zweier Linien, bei dem weder die eine, noch die andere Linie eine wahre marxistisch-leninistische Linie sein kann - wo der Marxismus-Leninismus lediglich als Pingpongball »im Kampf zweier Linien« hin und her geschlagen wurde! Und die Chinesen haben sich mit diesem Pingpongspiel immerhin zu einer sozialimperialistischen Supermacht hochgearbeitet. Die Marxisten-Leninisten müssen also in diesem Spiel immer in der Minderheit gehalten oder am besten völlig aus dem Spiel rausgehalten werden, sonst funktioniert diese zentristische Taktik nicht. Nur durch die von Zeit zu Zeit in Szene gesetzte »revolutionäre« Wachablösung der beiden Abweichungen - die natürlich vom Zentrismus, also von oben durch den »weisen Steuermann« gelenkt wird - kann das Betrugsmanöver unerkannt bleiben, und jeder soll dann glauben, hier habe »die marxistisch-leninistische« Linie im »revolutionären Kampf zweier Linien« dank des großen Steuermanns im Kampf gegen die jeweils vorherrschende Abweichung gesiegt. Einmal lässt man die rechte Abweichung gegen die »linke« Abweichung »gewinnen«, um das nächste Spiel dann nach einiger Zeit (wenn das Gleichgewicht aus dem Ruder zu geraten drohte) vom »linken« Gegenspieler gewinnen. Ein Pingpongball aber hat niemals die Chance, zu gewinnen, denn seine Bestimmung ist es, hin und her geschlagen zu werden. Dafür brauchte Mao den Marxismus-Leninismus. Da bleibt nur eins, das Spielfeld zu verlassen, um eine neue marxistisch-leninistische Partei aufzubauen, und KEINERLEI Abweichung zuzulassen. Mit dieser Generallinie ist das Pingpongspielen in der Komintern/ML also von vornherein streng untersagt.

Ist der Marxismus-Leninismus die vorherrschende Taktik der kommunistischen Partei, so laufen die beiden Abweichungen auf den Revisionismus einerseits und das »linke« Sektierertum andererseits hinaus. In China war der Marxismus-Leninismus aber nie vorherrschende Taktik der KP Chinas, sondern deren beiden Abweichungen. Das hing nicht zuletzt mit der Entwicklung der Arbeiterbewegung in diesem Land zusammen:

»Rückständige oder in ihrer Entwicklung zurückbleibende ökonomische Verhältnisse führen stets dazu, dass Anhänger der Arbeiterbewegung auftauchen, die sich lediglich einige Seiten des Marxismus, lediglich einzelne Teile der neuen Weltanschauung oder einzelne Losungen und Forderungen zu eigen machen, ohne imstande zu sein, mit alten Traditionen der bürgerlichen Weltanschauung im allgemeinen und der bürgerlich-demokratischen Weltanschauung im besonderen entschieden zu brechen« (Lenin, Bd. 16, Seite 354, dt. Ausgabe).

Im Grunde genommen haben die Chinesen mit der revisionistischen Taktik des sogenannten »Kampfes zweier Linien« den alten bolschewistischen Zweifrontenkampf gegen »links« und rechts geschickt zu knacken versucht, und es war erst Enver Hoxha, der dies in mühseliger Puzzlearbeit entlarvte. Ein »Kampf zweier Linien« kommt erst richtig zur Entfaltung durch einen »weisen« Steuermann wie es Mao war (der sich niemals auf die rechte und niemals auf die »linke« Seite festlegte, um für beide Seiten die Schirmherrschaft aufrechterhalten zu können). Das war das ganze Geheimnis, weswegen nur unter der Kontrolle einer chinesischen Generallinie dieser »Kampf zweier Linien« innerhalb der marxistisch-leninistischen Parteien funktionieren und die Kontrolle des Revisionismus über die marxistisch-leninistische Weltbewegung gewährleistet werden konnte. Die Bolschewisierung bedeutet nicht, sich den opportunistischen Sparringspartner in der Partei zu halten, um immer fit zu sein im »Kampf zweier Linien«. Der »Kampf zweier Linien« ist nicht das Entwicklungsgesetz der Bolschewisierung, sondern der scharfe Kampf um die monolithische Einheit des Willens und Handelns der proletarischen Partei. Bolschewisierung heisst offensiv für die Festigung und Beständigkeit der Partei zu kämpfen, indem man die Träger der rechten und der »linken« Abweichung, der Abweichung von der marxistisch-leninistischen Linie, isoliert und beiseite drängt und wirkliche standhafte proletarische Marxisten-Leninisten in die Führungsspitze der Partei setzt und dass man sowohl die ganze Partei als auch die Massen in diesen Kampf einbezieht. Bolschewisierung heisst weder Vertuschung und Kittung von Meinungsverschiedenheiten oder gar Einheit um der Einheit willen, noch künstliches Schüren des inneren Kampfes in der Partei. Beides gefährdet und schadet der Einheit der Partei und ebenso das zentristische Ausbalancieren verschiedener opportunistischen Strömungen in der Partei. Es darf nicht einmal ansatzweise irgendeine opportunistische Erscheinung in der Partei geduldet werden, muss vielmehr ein entschiedener prinzipienfester Kampf gegen sie geführt werden. Im Zweifrontenkrieg entwickelt sich nicht etwa die Partei, sondern dadurch wird sie geschwächt, zermürbt und zerrieben, wird sie handlungsunfähig und lahmgelegt. Das Entwicklungsgesetz der Partei ist vielmehr die vollständige, vollentfaltete Kritik und Selbstkritik. Nur wenn die bolschewistische Partei sich zu einer geschlossenen Einheit zusammenschließt, wenn sie eine eiserne proletarische Disziplin aufrechterhält, bleibt sie in der Lage, ihre revolutionäre Aufgabe zu erfüllen. Gerade dieser Zweifrontenkrieg hat die einzelnen Parteien in der jungen marxistisch-leninistischen Bewegung, die unter maoistischem Einfluss standen, geschwächt, gespalten oder gar liquidiert. Schwankungen, kleinbürgerliche Elemente der Unbeständigkeit, hatten seinerzeit die bolschewistische Entwicklung dieser jungen marxistisch-leninistischen Parteien gehemmt bzw. unmöglich gemacht, war es zur Zersplitterung der gesamten Bewegung gekommen. Und diese Schwankungen auf zentristische Art und Weise unter einen arbeiteraristokratischen Hut zu bringen, anstatt sie auszumerzen, hat genau das Gegenteil bewirkt.

Wie lautet also die Definition des Neo-Revisionismus in der Frage der Bolschewisierung?

Den korrekten bolschewistischen Kampf gegen die «linke« und die rechte Abweichung von der Linie der marxistisch-leninistischen Partei, der marxistisch-leninistischen Weltpartei und der marxistisch-leninistischen Bewegung - im Munde führen, aber die marxistisch-leninistische Linie mit dem zentristischen »Kampf zweier Linien« zu liquidieren, das ist die neo-revisionistische Taktik des Maoismus in der Frage der Bolschewisierung der marxistisch-leninistischen Partei, der marxistisch-leninistischen Weltpartei und der marxistisch-leninistischen Bewegung -.

Erst durch die Abkehr von diesem zentristischen »Kampf zweier Linien« - also von der revisionistischen Gegenvariante zum bolschewistischen Kampf gegen »links« und rechts - wurde es für den Revisionismus und damit für den Weltimperialismus brenzlig - und in diesem Augenblick da schlug dann die internationale Konterrevolution brutal in die marxistisch-leninistische Weltbewegung zersetzend und liquidatorisch hinein, kaum dass sie sich vom Maoismus befreit hatte. Enver musste sterben und so manche Führer der marxistisch-leninistischen Führer folgten ihm! Wer also die Bolschewisierung vorantreiben will, muss seine neo-revisionistische Entstellungen vernichten, muss den Maoismus in der Frage der Bolschewisierung zerschlagen.

Wer sich also mit Hilfe dieser beiden antagonistischen Ideologien eine zentristische = übergeordnete, eklektizistische Ideologie (mit einer entsprechenden Weltdachorganisation) zusammenflickt ( und dazu werden hundert andere »linke« Ideologien herzlich eingeladen - einschließlich der Verfälschungen der Ideen Enver Hoxhas! - , sie brauchen sich nur »anti-revisionistisch« und »marxistisch-leninistisch« nennen - und je mehr desto besser für die »Einheit« und desto größer das Gegengewicht gegen die Marxisten-Leninisten!!!!) , der verschafft dem Maoismus und nicht nur ihm, sondern allen anderen antimarxistisch-leninistischen, »anti-revisionistischen« Strömungen einen Ausweg zum Überleben, der hilft ihnen, sich zu häuten und als NEO-Maoismus etc. ihre aktive Rolle in der Einheitsfront gegen den Marxismus-Leninismus fortzusetzen - auf internationaler Ebene und dann auch in den einzelnen Ländern. Befreien wir die Einheit der Marxistisch-Leninistischen Weltbewegung aus der Umklammerung der zentristischen Weltbewegung!

Maos Erfolgsrezept war es ja gerade, nicht den Marxismus-Leninismus offen anzugreifen, um ihn mit einem Schlag zu vernichten, sondern diesen »auf dem langen Marsch« zu schwächen und aufzuteilen in einen domestizierten »sektiererischen« Kettenhund und in einen domestizierten rechten Kettenhund, die man nach politischer Wetterlage sowohl aufeinander hetzt, um sie danach wieder zu beruhigen, und dann erneut wieder aufeinander loszulassen. Werden die »linken« Kettenhunde zu stark ( man darf nicht sektiererisch sein, man darf nicht dogmatisch sein, man muss den Patienten heilen, um ihn zu retten, Einheit - Kritik - Einheit, man darf keine Verschwörungen anzetteln, man muss sich solidarisch gegenseitig erziehen, man muss den Kampf zweier Linien in der Partei fortsetzen usw.), lässt man die rechten Kettenhunde los und umgekehrt (Kulturrevolution, gegen den revisionistischen Machthaber, gegen die Ultrarechten, gegen die Renegaten, gegen die Revisionisten usw.). So hält man die Macht nach beendeten Fraktionskämpfen schließlich wieder unter Gleichgewichtskontrolle, nachdem einige unliebsame Links- und Rechtsextremisten zur Zufriedenheit der Gegenfraktion gefeuert wurden, wenn diese sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatten. Alle stimmten in ihrer treuen Ergebenheit zu Maos »schöpferischen Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus« überein. Wer daran zweifelte, war weg vom Fenster. Durch den im Volk propagierten Personenkult durfte keiner Mao widersprechen, geschah alles auf Weisung der großen Vorsitzenden, und der sorgte für die Aufrechterhaltung der Diktatur der Bourgeoisie »im Namen der Diktatur des Proletariats« wie ein chinesischer Kaiser über sein Reich.

Am Fehlen eines neuen zentristischen Führers im Stile Maos ist die Übertragung dieser Taktik auf internationaler Ebene bis jetzt gescheitert. Aber die marxistisch-leninistische Bewegung erwacht und bringt neue Führer hervor. Also werden die Zentristen versuchen, sich eine Einheitsfront zu schaffen, in der sie die Führung bekommen und in die sie dann die Marxisten-Leninisten zu integrieren versuchen, was nichts anderes heisst, als sie mit Hilfe des zentristischen Zentralismus zu disziplinieren und unterzuordnen. Wenn dies nicht gelingt, werden sie als Sektierer isoliert, aber zum Zweck der Domestizierung immer wieder ins (zentristische) Zentrum gelockt, wirbt man um sie, weil man sie als Gegenspieler braucht im zentristischen Machtspiel. Die jetzige Zeit dafür ist günstig, denn die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist noch durch den Verlust des Sozialismus gelähmt, geschwächt, gespalten, uneinheitlich, zerstreut. In diesem Moment, wo die marxistisch-leninistische Weltbewegung sich erholt, wo wir uns sammeln, vereinheitlichen, gegenseitig stärken und ein gemeinsames Zentrum schaffen, kann dieses neue marxistisch-leninistische Zentrum dem Zentrismus nützlich sein, um Einfluss auf die Führung der Marxisten-Leninisten auszuüben, sie zu manipulieren und sie sich gefügig zu machen bzw. sie zu beseitigen, um an ihre Stelle zu treten. Zu diesem Zweck muss man den Marxisten-Leninisten überzeugende Taten liefern, um ihr Vertrauen zu gewinnen, damit sie sich allmählich an zentristische Spielregeln gewöhnen. Der Revisionismus will nicht sterben. Er ist sogar bereit, Opfer zu bringen, wenn es sein muss. Er lässt sich also von den Marxisten-Leninisten im Rahmen des Zentrismus taktisch »angreifen«. Es dürfen Köpfe rollen, aber der Platz der Revisionisten in der Einheitsfront, in der gemeinsamen Organisation darf nicht geräumt werden. Er wird von neuen Revisionisten aufgefüllt. Der Zentrismus bleibt im anti-revisionistischen Kampf verdeckt und dadurch geschützt = die Lebensversicherung des Revisionismus. Den Marxisten-Leninisten wird suggeriert, sie dürften den Revisionismus in den eigenen Reihen, in der Einheitsfront usw. bekämpfen - aber eben nur so weit, wie die Existenz des Revisionismus nicht gefährdet wird. Mit diesem Kampf gegen Windmühlen sollen sich die Marxisten-Leninisten gegen die Revisionisten aufreiben. So ist auch Ramiz Alia vorgegangen, indem er mit Hilfe des Personenkults um Enver Hoxha und als sein »bester Kampfgefährte« die wahren Anhänger Envers täuschte, um sie in die sektiererische, dogmatische Ecke zu drängen und sie dort besser zu verprügeln. Wenn das nicht fruchtet, werden sie an die kurze Leine genommen oder beseitigt (Sozialfaschismus).

Wir werden uns niemals zum Werkzeug dieser Häutungen machen lassen - ob gehäutet oder nicht, wir werden den Zentrismus vernichten oder wir werden untergehen. Anders kann man die Lehren des heutigen Marxismus-Leninismus, die Lehren des Genossen Enver Hoxha nicht auf revolutionäre Weise verstehen und anwenden. Häuten kann sich der Maoismus nur vermittels der falschen Anwendung der Kritik Enver Hoxhas auf die Mao Tsetungideen und andere feindliche Ideologien. Wenden wir die 5 Klassiker korrekt an im Kampf gegen den Maoismus und andere antimarxistische Ideologien, können sie sich unmöglich häuten, finden sie bei uns keine Nahrung zum Häuten. Bis Stalins Tod durften die Revisionisten sich nicht aus ihren Löchern wagen, das war bei Enver Hoxha nicht anders. Der moderne Revisionismus konnte sich damals auch nur dadurch häuten, weil wir den Maoismus nicht nur unterstützten, sondern auch aktiv dafür gesorgt haben, dass er sich in der neuen marxistisch-leninistischen Weltbewegung so breit machen konnte.

Darin liegt unsere Selbstkritik und darin liegt auch unsere Schwäche, die wir nun überwinden müssen. Ohne Enver Hoxhas Kritik am Maoismus, ohne den Bruch mit der KP Chinas ,wären wir noch nicht so weit damit gekommen, denn der Maoismus erweist sich wegen seiner opportunistischen, elastischen Universalität als äußerst schwer zu durchschauen und zu bekämpfen. Obwohl wir gerade dem Genossen Enver Hoxha im Kampf gegen den Maoismus, die Entlarvung Maos als Zentrist, so sehr zu danken haben, gibt es in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung Stimmen, die ihm gerade dies zur Last legen, ja ihm vorwerfen, er habe die Tagebücher erst nach dem Bruch mit den Chinesen geschrieben. Diese Beschuldigung weisen wir zurück. Dem Verräter Ramiz Alia ist gegenüber Enver Hoxha alles Schlechte zuzutrauen, aber Enver Hoxha verteidigen wir. Es redet sich leicht daher, hinterher von einer Unterschätzung des Maoismus zu sprechen. Ja, sicherlich wäre es im Interesse der Weltrevolution besser gewesen, den Maoismus eher zu entlarven und sich des Maoismus schneller zu entledigen, um ihn gar nicht erst so weit zur Entfaltung kommen zu lassen. Sicherlich hat das geschadet, muss man in Zukunft aus Fehlern schneller lernen. Aber ausgerechnet Enver Hoxha dafür verantwortlich zu machen, diese Meinung können wir nicht teilen, obwohl wir uns selber ernsthaft gefragt haben, warum Enver den chinesischen Braten schon auf der Moskauer Beratung gerochen hat und erst 20 Jahre später den Bruch vollzogen hat. Wir haben mit Enver Hoxha hierüber nicht persönlich sprechen können, aber wir haben sein Tagebuch gelesen vom 8. September 1977, woraus wir entnehmen konnten, dass er sich schwer tat, das Rätsel der »Chinesiade« zu lösen. Er hat sich auch über das taktische Vorgehen gegen die Chinesen an vielen Stellen seines Tagebuches geäußert,

»... wir könnten mit unseren Anschauungen auf die Kommunistische Partei Chinas Einfluss nehmen. Weder die Genossen noch ich haben es in öffentlichen Reden an positiven und sogar sehr positiven Äußerungen über China mangeln lassen, obwohl wir die chinesische Wirklichkeit kannten und bei vielen verschiedenen Fragen und Problemen Chinas unsere Zweifel hatten (...) .. doch beabsichtigten wir auch, auf kameradschaftliche Weise, d.h. indirekt (...) auf die chinesischen Genossen zugunsten des marxistisch-leninistischen Wegs Einfluss zu nehmen. Und unsere Darlegungen verstanden wir als kritische Stellungnahme zu vielen ihrer Handlungen« ( Enver Hoxha, »Revisionistische Manöver. Antimarxistische Struktur«, Aus dem politischen Tagebuch, Bd. II, Seite 643-644).

Meinungsverschiedenheiten posaunt man nicht in die Welt, um den Gegnern nicht in die Hände zu spielen, sondern man versucht sie unter Freunden intern auf kameradschaftliche Weise zu lösen. Das ist die gängige prinzipielle und proletarisch-internationalistische Haltung unter Genossen verschiedener Bruderparteien. Von dieser Haltung ist Enver Hoxha niemals abgewichen. Die Komintern/ML und ihre Sektionen gehen auch von diesem Prinzip aus, dass zwischen verschiedenen Parteien und Staaten, auch wenn enge freundschaftliche Beziehungen zwischen ihnen bestehen, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse aufkommen können. Unabhängig davon, welche Seite Schuld trägt, erfordern diese Meinungsverschiedenheiten gemeinsame Gespräche, um sie zu beseitigen. Um so mehr muss dieses Prinzip zwischen sozialistischen Ländern und kommunistischen Parteien angewendet werden. Normen, wie Konsultationen und gegenseitige Klarstellungen unter Genossen, sind absolut notwendig, denn diese marxistisch-leninistischen Normen schützen die reine Freundschaft vor scheinheiliger Freundschaft mit schlechten Absichten, sie schützen die Reinheit unserer wissenschaftlichen Theorie, des Marxismus-Leninismus, sie stärken die proletarische Weltrevolution und den Befreiungskampf der Völker.

Genauso hat sich die Mehrheit in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegenüber Albanien nach Enver Hoxhas Tod verhalten, als immer offensichtlicher wurde, dass Zweifel an Ramiz Alia angebracht waren. Da man sich aber weigerte, uns zu empfangen, um unsere Sorgen intern auf kameradschaftliche Weise vorzubringen, veröffentlichten wir unsere Kritik auf »diplomatische« Weise und schickten sie an die Adresse von Ramiz Alia - natürlich wurde sie mit Stillschweigen beantwortet. Erst als in Tirana das Monument Envers vom Sockel gestürzt wurde, griffen wir die Konterrevolutionäre offen an.

»Es kam auch vor, dass wir mit Tschou En-lai und mit Li Hsiän-niän direkt aneinander gerieten und ihnen gegenüber in vielen wichtigen Problemen, in denen sie uns ihre falschen Standpunkte aufzwingen wollten, offen Kritik übten. Wir befanden uns in erstrangigen politischen Fragen in offenem Gegensatz zu den chinesischen Genossen, besonders in der Stalinfrage. Wir verteidigten Stalin, sie griffen ihn heftig an (...) Was all diese Widersprüche, was auch ihre schwankende Haltung gegenüber den Sowjets, anbelangt - von Bukarest bis heute - haben wir gekämpft ( Die chinesischen Führer - auch Mao Tsetung - waren für die Einstellung der Polemik (...) wollten sie freundschaftliche Kontakte zu den Sowjets entwickeln (...) gegen diese Verhältnisse müssen wir ungeachtet der zeitweiligen Niederlagen, die wir erlitten haben, mit größter Härte kämpfen (...) ebenso zwang ihn ( die kurzfristige Korrektur des versöhnlerischen Referats Deng Hsiao Pings über Chruschtschow auf der Moskauer Beratung wegen dessen Angriffe auf China - die Redaktion) dazu auch die entschlossene Haltung unserer Partei, und das ist eine lange Geschichte« (Ebenda, Seite 646-647).

Wir kennen diese »lange Geschichte« nicht, aber uns ist mit diesem Zitat klar geworden, dass die Albaner immerhin soviel Einfluss auf die Chinesen auszuüben vermochten, dass diese trotz oder gerade wegen ihrer Schwankungen gegenüber den Sowjetrevisionisten, gezwungen waren, ihre Polemik im Sinne des Marxismus-Leninismus von Neuem wieder aufzunehmen, um nicht Gefahr zu laufen, sich die Blöße der Selbstentlarvung zu geben und diskreditiert zu sein. Diesen Trumpf behielten die Albaner lange in der Hand, und sie waren auch bereit, ihn auszuspielen, wenn der Zeitpunkt gekommen war! Das war gut. Das war sogar sehr gut; ein Sieg im Kampf gegen den gefährlichsten Feind in der kommunistischen Bewegung - gegen die Sowjetrevisionisten; ein Sieg zur Stärkung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus. Die chinesischen Führer wussten natürlich, dass die Albaner gefährlich werden könnten, wenn man ihnen all zu viel ausplappert. Deswegen hielten sie sich bedeckt und hüteten vor den Albanern ihre Geheimnisse. Es war aber nicht Enver Hoxhas Taktik, die Chinesen sozusagen als anti-revisionistisches »Sprachrohr in der Welt« zu benutzen, sondern ein viel wichtigerer Aspekt drängt sich uns auf. Enver Hoxha forcierte die Festigung der Diktatur des Proletariats in Albanien - warum? Er musste nach dem polemischen Eiertanz der Chinesen damit rechnen, dass die ausgeprägten chinesischen Tendenzen zur versöhnlerischen Einheit mit den Chruschtschowianern führen würden und damit eine bedrohliche Situation für das letzte sozialistische Bollwerk der Welt entstehen könnte. Über diese Folgen eines zu frühen Bruchs der Albaner muss man sich als Marxist-Leninist ernsthaft klar werden. Wir ziehen also die Schlussfolgerung daraus, dass für Enver Hoxha und Albanien zumindest viel davon abhing, die Widersprüche zwischen China und Russland weiter auszunutzen und aufrecht zu erhalten, um deren gemeinsames Vorgehen gegen Albanien zu verhindern. Heute gehen wir von der Einschätzung aus, dass der chinesische und der sowjetische Revisionismus, dass der moderne Revisionismus und der Neo-Revisionismus gemeinsam seine Konterrevolution gegen das sozialistische Albanien und die marxistisch-leninistische Weltbewegung gerichtet hat und weiterhin richtet, um unserer Bewegung zu liquidieren. Dies geschieht im Auftrag und in Abhängigkeit zum Weltimperialismus mit den US-Imperialisten an der Spitze. Tito war übrigens auch in der Pingpong-Taktik Chinas verwickelt und das war vor Albaniens Haustür ebenfalls eine gefährliche Situation. Den chinesischen Verrat der Freundschaft zwischen Mao und Tito haben die Albaner entschieden und erfolgreich abgewehrt. Auch damit ist jeder Zweifel an der korrekten marxistisch-leninistischen Haltung Enver Hoxhas auszuschließen.

Erst als sämtliche Versuche scheiterten, erst als die KP Chinas eine offen bedrohliche, feindliche, aggressive Haltung gegenüber Albanien einnahm, kündigte die PAA die Freundschaft, trat sie ihrerseits in ihrem Antwortschreiben prinzipienfest dem ZK der KP Chinas gegenüber. Dieser Brief des ZK der PAA ist ein historisches Dokument von außerordentlich weitreichender Bedeutung geworden und dient uns als Lehrstück für die korrekte Haltung Albaniens. Es ist für uns nicht unwesentlich, darauf hinzuweisen, dass es China war, das mit Albanien gebrochen hat, nicht umgekehrt. Wir denken, dass Albanien alles getan hat, um die Freundschaft zu einer Bruderpartei durch beharrliche kameradschaftliche Kritik unter Beweis zu stellen. Wir nehmen es Enver Hoxha ab, dass ihn 1000 Zweifel über die Chinesen plagten und dass er es sich nicht leicht gemacht hat, einen richtigen Weg aus dieser schwierigen Lage zu suchen. Wie man auch immer darüber urteilen mag, die Komintern/ML verteidigt Enver Hoxha: Er hat uns allen wie stets bewiesen - ob in diesem Fall verspätet oder nicht: er ist niemals von seiner prinzipienfesten marxistisch-leninistischen Haltung abgerückt, sondern hat Albanien und die ganze marxistisch-leninistische Weltbewegung vor dem Maoismus geschützt, hat den Marxismus-Leninismus rein gehalten. Das ist eine historische Tatsache und dafür gebührt ihm als 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus außerordentlicher Dank. Er hat uns eine scharfe Waffe gegen die Mao Tsetungideen in die Hand gegeben - nutzen und gebrauchen wir sie jetzt, um mit dem Maoismus abzurechnen. Diejenigen aber, die Kritik an Enver Hoxha geübt haben, sind jetzt gefordert zu beweisen, alles zu tun, um den Mythos Mao und den gefährlichsten Sozialimperialismus der Welt zu stürzen. Wir werden ihnen dabei solidarisch helfen. Man vergisst bei der Kritik in der Frage des Kampfes gegen den Maoismus all zu leicht, dass der Hauptfeind in der marxistisch-leninistischen Bewegung nicht der Maoismus war, sondern der sowjetische Sozialimperialismus. Vergesst nicht Genossen, dass diese Kampf damals erst begonnen hatte und dass er mit allen Mitteln geführt werden musste - und er wurde heldenhaft geführt - voran Enver Hoxha! Der Sowjetrevisionismus war noch lange nicht besiegt, stellten eine gefährliche Bedrohung nicht nur für Albanien dar. Albanien war also verpflichtet, China als Bündnispartner gegen die Chruschtschowianer zu gewinnen, so schwankend dieser auch sein mochte und so gefährlich dieser auch für Albanien selber war. Albanien war sich hierüber bewusst und handelte richtig. Alle anderen revisionistischen Staaten waren ja gegen Albanien. Mit einer falschen Taktik gegenüber dem chinesischen Revisionismus, wäre der albanische Sozialismus ( nicht zuletzt auch in ökonomischer Hinsicht) gefährdet gewesen. So aber hat Albanien dem Weltproletariat den leuchtenden Pfad zur Weltrevolution gewiesen: Der Sozialismus ist stärker als der Revisionismus an der Macht - dieser historisch wichtige Beweis wurde von Enver Hoxha erbracht. Auf Enver Hoxha bauen heisst, dem Sozialismus wieder eine Zukunft auf der Welt zu geben und mit dem Revisionismus fertig zu werden! Über das »Reagieren mit großer Verspätung« möchten wir abschließend Enver Hoxha selber zu Wort kommen lassen:

»Gründlich überlegen und einen richtigen Beschluss fassen, sei es auch mit Verspätung, ist eine sehr gute Sache, und so muss es sein. Doch mit Verspätung nachdenken und nicht zu einem reifen Beschluss gelangen, ist sehr schlecht.

Die guten Beschlüsse müssen der Gegenwart und der Zukunft dienen, müssen vorausschauend sein, also auch die Zukunft berücksichtigen, und der Beschluss von morgen muss konsequent aus dem gestrigen hervorgehen und auch mit dem von übermorgen in Zusammenhang gebracht werden, d.h. alle Beschlüsse müssen Glieder einer Kette sein. Das eine oder das andere Kettenglied mag schwach sein, was natürlich die Kette beeinträchtigt, doch sie geht dadurch nicht kaputt. Wenn sie allerdings überall, an allen Gliedern Risse und Sprünge hat, dann ist es keine Kette mehr.

Man muss die Völker, ihr Leben, ihre Entwicklung und ihre Gefühle genau kennen, damit man eine korrekte marxistisch-leninistische Politik mit ihnen entwickeln kann. Ansonsten begeht man Fehler oder entwickelt eine schablonenhafte oder schematische, auf Formeln, auf Zufallsmomenten und - ereignissen beruhende Linie. Folglich verpasst man den entscheidenden Augenblick der Situation, das Hauptkettenglied, das man ergreifen muss, um eine weitblickende, korrekte marxistisch-leninistische Linie zu entwickeln« (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China«, Seite 97-98, Tirana 1979, dt. Ausgabe).

Da müssen wir uns also an die eigene Nase fassen und beweisen, dass wir aus unserer Selbstkritik gelernt haben, müssen wir Enver Hoxha hochhalten, indem wir seinen begonnenen Kampf gegen den Maoismus zu Ende führen. Daran wird das Weltproletariat unsere Selbstkritik messen - an nichts anderem. Und unsere Versäumnisse werden uns ganz sicherlich dazu verhelfen, unserer Fehler um so gründlicher zu überwinden. Wenn sich die marxistisch-leninistische Weltbewegung retten will, dann muss sie diesen Weg konsequent weitergehen, darf sie nicht auf halbem Wege stehen bleiben, muss sie sich vom Einfluss des Maoismus vollständig befreien, darf sie mit ihm kein Einheitsbündnis eingehen, um ihn die Häutung zu ermöglichen. Wer den Revisionismus zusammen mit dem Maoismus bekämpfen will, wer sich in eine Einheitsfront mit dem Maoismus begibt, der läuft dem Revisionismus geradewegs in die Arme, der bekämpft nicht den Revisionismus, sondern den Marxismus-Leninismus. Die marxistisch-leninistische Weltbewegung wird zu einer zentristischen Weltbewegung entarten, wird liquidiert und nicht etwa »gerettet« werden. Der Revisionismus wird sich selbst als ein anti-revisionistisches Einheitsfrontgespenst an die Wand malen , als einen »großen gemeinsamen Überfeind« aller »Verräter an Mao«, aller »Verräter an Enver Hoxha«, aller »Verräter an der ML-Bewegung« usw.usf, , um nicht den Marxismus-Leninismus zu retten, sondern sich selbst zu häuten. Der sterbende Revisionismus will sich durch uns Marxisten-Leninisten weiter am Leben erhalten, indem er uns vergeblich davon zu überzeugen versucht, dass er angeblich dadurch »endgültig« besiegt werden kann, wenn der Marxismus-Leninismus mit den Mao Tsetungideen »wetteifert« in einer gemeinsamen Einheitsfront, wo im Kampf »zweier Linien« über den kapitalistischen und den sozialistischen Weg des Anti-Revisionismus »entschieden« wird. Diese zentristische Welteinheitsfront ist gerade dabei, die »einengenden« ideologischen »Hemmnisse« der Prinzipien des Marxismus-Leninismus als »Sektierertum« aus dem Weg zu räumen, um sich alsdann diejenige weltorganisatorische Hülle zu verschaffen, vermittels derer sie ihren Häutungsprozess ungestört vollziehen kann.

Lenin und Stalin, die KPdSU(B) und die Komintern nahmen die prinzipiell richtige marxistisch-leninistische Haltung ein. Mao Tsetung und seine »linken« und rechten Fraktionen nahmen eine falsche Haltung, eine anti-marxistisch-leninistische Haltung ein, die mit einem »Marxismus-Leninismus« als Fassade gerechtfertigt wurde, mit einem »Marxismus-Leninismus chinesischen Typs«, mit den Mao Tsetungideen als eine »Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus«, mit den Mao Tsetungideen als einen »Marxismus Leninismus der heutigen Zeit«. Ein Marxismus-Leninismus ohne Mao Tsetungideen gilt als »überholt«. Die Klassiker sind »veraltet« und dienen höchstens zur Rechtfertigung und zur »Beweisführung« der Richtigkeit der Mao Tsetungideen. Jeder Marxismus-Leninismus gilt als Hochverrat, wenn er den leisesten Zweifel am Maoismus aufkommen lässt und die Marxisten-Leninisten, die den Maoismus offen als Antimarxismus kritisieren, werden liquidiert, ob als »ausländische Agenten des Sowjetrevisionismus« oder als »Viererbande« oder was auch immer. So bezichtigte MaoTsetung Stalin auch des linken Abenteuertums, denn Stalin hatte kein Vertrauen in die Führung der Kommunistischen Partei Chinas:

»Als China befreit wurde, äußerte Stalin den Verdacht,, die chinesische Führung werde den titoistischen Weg gehen. Wirft man einen Blick auf alle wesentlichen Prinzipien der revisionistischen Linie Mao Tsetungs, dann kann man zu allem, was er gegen Stalin vorbringt, getrost sagen, dass Stalin wirklich ein großer Marxist-Leninist war und richtig voraussah, wohin China gehen würde, beizeiten sah, was Mao Tsetung für Ansichten hatte, dass er sie in vielerlei Hinsicht als revisionistische, titoistische Ansichten beurteilte - sowohl in der internationalen als auch in der Innenpolitik, in bezug auf den Klassenkampf, die Diktatur des Proletariats, die friedliche Koexistenz zwischen Ländern mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen usw. » (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China«, Bd. II, Seite 390, Tirana 1979, dt. Ausgabe).

Nur im Marxismus-Leninismus sah Mao das geeignete revolutionäre Lockfutter, um die armen Bauern und Proletarier in China dazu zu bewegen, der aufstrebenden Bourgeoisie zur Befreiung und Herrschaft zu verhelfen. Ohne die Arbeiter und Bauern war die aufstrebende Bourgeoisie allein nicht in der Lage, ihre Ziele zu erreichen. Darum schloss sie mit den Bauern und dem Proletariat ein Klassenbündnis und gaben die Interessen der Bourgeoisie als Interessen des ganzen Volkes, als Interessen der Arbeiter und Bauern aus. Die revolutionärste Klasse ist das Proletariat, sie wurde aber als Bündnispartner der Bauern untergeordnet, damit sich die führenden Rolle nicht zu stark entfalten und der Bourgeoisie zu gefährlich werden konnte.

Das Ziel des internationalen Kommunismus war die Errichtung der chinesischen Sowjetmacht der Arbeiter und Bauern, war der chinesische Weg zur Oktoberrevolution, zur Diktatur des chinesischen Proletariats im Bündnis mit der Bauernschaft. Aber Mao ist diesem sozialistischen Weg nur zum Teil in Worten, aber niemals in Taten gegangen. Er setzte vielmehr den revolutionär-demokratischen Weg Sun Yat-Sens fort mit dem nationalen Befreiungskampf gegen die Okkupation des japanischen Imperialismus, um in China die bürgerlich- demokratische Revolution durchzuführen und nach ihrem Sieg eine bürgerliche Gesellschaft, eine neue Demokratie, eine Volksdemokratie neuen Typs zu errichten, die einen »revolutionär - anti-revisionistisch, »proletarisch«, »sozialistisch«, »marxistisch-leninistisch« Anstrich erhielt.

Der Zentrismus der Mao Tsetungideen wäre unzureichend mit dem alten Richtungsstreit-Klischee vom Zentrismus zu bekämpfen, denn er bedeutet mehr, als zwischen dem »linken« und rechten Opportunismus nur hin und her zu schwanken. Dieses Schwanken als Prozess der kleinbürgerlichen Zerreibens und Wechsels zwischen Einverleiben und wieder Auskotzen der säuerlichen Vermischung von bürgerlicher und proletarischer Ideologie, des sich Aufhebens ihres wechselnden Machtzustands, der gezielten Kontrolle des revolutionären Zusammenstoßes von Proletariat und Bourgeoisie, des Austangierens ihres Machtgleichgewichts mit inszenierten revolutionären Ausbrüchen, war der Weg Chinas zwischen den Antipoden Sozialismus und Kapitalismus, zwischen der Sowjetunion und Albaniens einerseits und dem westlichen Kapitalismus mit den USA an der Spitze andererseits sowie vermittels der sogenannten »Dritten Welt« und verschiedenen revisionistischen Staaten wie z.B. Jugoslawien, Rumänien usw.

Mao erklärte die »Dritte Welt« zum Führungszentrum, und verzichtete damit auf die führende Rolle des internationalen Proletariats und ihre Weltrevolution. So konnte Mao einen Sozialimperialismus neuen Typs aufbauen. Er war der »große Steuermann« dieses Szenarios der verschiedensten Fraktionen der miteinander kämpfenden Klassen und das in einem Riesenreich - unvorstellbar und schwer zu durchschauen und nur dadurch praktikabel, dass er sich niemals auf eine der beiden Seiten stellte, sondern sein geheimes »Generalbüro« von treu ergebenen Dienern um sich scharte, in denen keiner der Fraktionsvertreter Zugang hatte. Bis der Kampf der »linken« sogenannten »Viererbande« und der Rechten Deng Hsia Ping und Hua Guo Feng nach Maos Tod ausbrach und zugunsten der Ultrarechten entschieden wurde. Mao blieb jedoch als großer »Steuermann« sowohl für die Rechten als auch für die »Linken« in der ganzen Welt erhalten, um sein Werk fortzusetzen gegen den Marxismus-Leninismus.

»Ihre Fehler und ihre Anmaßung gehen so weit, dass sie behaupten: `Mao ist es, der die Volkskriege geschaffen hat, er ist der Vater der Volkskriege`. Mit anderen Worten, die Völker, die seit Jahrhunderten (...) gekämpft haben, sie haben nichts getan. Folglich haben auch die Bolschewistische Partei und die Partei der Arbeit Albaniens, die den Volkskrieg geführt haben, nichts getan. Um Volkskriege zu sein, müssen diese Kämpfe den Stempel Maos und seiner Ideen tragen. So setzt man hinter die großen Klassiker einen Punkt, einen Punkt setzt man auch hinter die Theorie der Revolution und des Volkskriegs. Dieses Gehabe ist nicht nur inakzeptabel, sondern auch unerträglich« (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China«, Bd. I, Seite 391, Tirana 1979, dt. Ausgabe).

Die revisionistische Entstellung des Sozialismus ist die bürgerliche Hauptströmung in der kommunistischen Weltbewegung. Gleichfalls festzustellen ist die Strömung des Zentrismus, die zwischen dem Revisionismus und dem Marxismus-Leninismus schwankt, die für deren Einheit eintritt. In der Frage der Kommunistischen Internationale hat der Zentrismus sich stets bemüht, den Opportunismus der alten Kommunistischen Internationalen in die neue Kommunistische Internationale »hinüber zu retten«. Das trifft heute auch gegenüber der Komintern/ML zu. Die Komintern/ML rettet den bolschewistischen, revolutionären Geist der Komintern, während die Zentristen den Revisionismus in der Komintern zu neuem Leben erwecken. Führer des Proletariats im Kampf um seine internationale Befreiung ist nur die neue Komintern/ML, die faktisch durch die Bildung marxistisch-leninistischer Parteien aus den wirklich proletarischen Elementen der einzelnen Länder begründet wird. Nur eine solche Kommunistische Internationale, die sich vom Revisionismus vollständig befreit hat, d.h. sich gleichzeitig vom Zentrismus befreit hat, wird unter den breiten Massen Sympathien erwerben. Diese Komintern kehrt nicht nur ihrem Namen nach wieder zum Marxismus-Leninismus zurück, sondern sie verwirklicht auch mit ihrem ganzen ideologisch-politischen Inhalt, mit all ihren Aktionen die revolutionäre, von bürgerlich-opportunistischen Entstellungen gereinigte Lehre des Marxismus-Leninismus in der ganzen Welt.

Was die Lösung der heutigen revolutionären Aufgaben des chinesischen Proletariats betrifft, hat Enver Hoxha den richtigen Weg gewiesen:

»Der Marxismus-Leninismus und die proletarische Revolution werden in China siegen und diese Renegaten werden unterliegen. Diese Revolution kann natürlich nicht ohne Kampf und ohne Blut siegen, denn in China werden viele Anstrengungen nötig sein, um den subjektiven Hauptfaktor zu schaffen - die revolutionäre marxistisch-leninistische Partei, die es früher nicht gab und auch heute nicht gibt.

Ebenso müssen die Massen vorbereitet werden, damit sie verstehen, dass man nicht mit Illusionen leben kann. Die Massen müssen politisch begreifen, dass an ihrer Spitze keine marxistisch-leninistischen Revolutionäre stehen, sondern Elemente der Bourgeoisie, des Kapitalismus, die einen Weg eingeschlagen haben, der nicht das geringste mit Sozialismus und Kommunismus gemein hat. Doch um dies zu begreifen, müssen sich die Massen über die Grundfrage klar werden, dass nämlich die `Mao Tsetungideen` nicht der Marxismus-Leninismus sind, und dass Mao Tsetung kein Marxist-Leninist war. Er blieb sich sozusagen treu. Wir sagen, dass Mao Tsetung ein Renegat, ein Antimarxist ist, und das ist er tatsächlich. Wir sagen das, weil er versuchte, sich mit dem Marxismus-Leninismus zu tarnen, in Wirklichkeit jedoch niemals ein Marxist war.

Man kann sagen, dass die Revolution in China ganz allgemein in verschiedener Hinsicht einige Merkmale aufzuweisen hatte, die auf eine sozialistische Entwicklung angelegt waren, doch die Maßnahmen, die ergriffen wurden, blieben auf halbem Wege stecken oder wurden rückgängig gemacht, so wie das derzeit geschieht, und eine Maske nach der anderen wird fallen. All dies muss das chinesische Volk begreifen, aber auch außerhalb Chinas muss man das begreifen, denn leider ist die gesamte Entwicklung dieses Landes - der nationale Befreiungskampf des chinesischen Volkes, die Errichtung einer fortschrittlichen volksdemokratischen bürgerlichen Macht - in die Geschichte als proletarische Revolution eingegangen, die sie in Wirklichkeit nicht war, ist China in die Geschichte eingegangen als ein Land, in dem der Sozialismus aufgebaut wird, was ebenfalls nicht wahr ist« (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China«, Bd. II, Seite 801, Tirana 1979, dt. Ausgabe).

(Ende)



Empfehlung zum weiteren Studium des

Trotzkismus:

Agim Popa - „Present-day revolutionary movement and Trotzkyism“,

geschrieben 1972 und in englischer Sprache – Hyperlink einfach anklicken....

anschließend dazu ein kurzer Kommentar der Komintern/ML - ebenfalls in englischer Sprache)