Grußadresse vom 1. 2. 2003
an die
Neue Arbeiterpartei der Niederlande (Marxisten-Leninisten)
Liebe Genossen und Genossinen
der neuen Arbeiterpartei der Niederlande (Marxisten-Leninisten)!
Lieber Genosse J D Lange!
Liebe Genossin Vellekoop De Vries!
Im Namen der KPD/ML - Sektion der Komintern/ML - gratulieren wir euch herzlich zu eurer Entscheidung, der Komintern/ML beizutreten. Mit hoch erhobenen Fäusten begrüßen wir unsere neuen Mitstreiter im kampf für die Weltrevolution!
Wir geloben euch hiermit feierlich, dass für alle Zukunft der Kampf der Neuen Arbeiterpartei der Niederlande (Marxisten-Leninisten) auch der Kampf der Kommunistischen Partei Deutschlands/ Marxisten-Leninisten ist!
Wir geloben euch, treu an eurer Seite zu kämpfen und eure Genossen genauso hoch zu achten und zu schätzen wie unsere eigenen Genossen.
Wir geloben, Freud und Leid mit euch zu teilen, bis Holland vom Kapitalismus befreit ist und eure rote Fahne über eurem ganzen Land weht!
Zwar sind wir zur Zeit nur einzelne Genossen und wir lieben es nicht große Versprechungen zu machen, aber wir werden alles in unseren bescheidenen Kräften Stehende tun, damit sich zwischen unseren beiden Parteien eine enge, tiefe Freundschaft entwickelt.
Wir fühlen uns mit euch verbunden im Geiste des proletarischen Internationalismus!
Wir fühlen uns verbunden im Geiste Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!
Wir haben volles Vertrauen zu euch! Sorgen wir dafür, dass dieses Vertrauen niemals gebrochen wird! Das sind wir nicht nur dem Proletariat in Holland und Deutschland schuldig, sondern auch den Proletariern aller Länder, die auf unser Vertrauen ebenso bauen, wie wir.
Der Gründungsaufruf zum Wiederaufbau der Komintern kam nicht zufällig aus den Reihen deutscher Kommunisten. Die traditionellen Wurzeln der im Jahre 2000 gegründeten Komintern/ML liegen über hundert Jahre zurück. Die Väter unserer Idee waren Marx und Engels, die die erste Internationale gegründet hatten. Wir deutschen Kommunisten haben für den proletarischen Internationalismus historisch viele Opfer gebracht und große Anstrengungen unternommen, die uns Achtung und Anerkennung in der ganzen Welt einbrachten, aber auch Verpflichtungen, die wir nicht vergessen:.
Denn es gab nicht nur große Verdienste, sondern auch tiefschwarze Schattenseiten. Kaum in einem anderen Land hat es schlimmeren Verrat am eigenen Proletariat, an der eigenen Partei und an den eigenen Genossen, aber vor allem Verrat am proletarischen Internationalismus gegeben.
Es gab nicht nur Verräter an der Ersten Internationale, die aus unseren deutschen Reihen kamen. Es waren ferner nicht nur die Verräter der II. Internationale ( internationaler Verrat der deutschen Sozialdemokratie), nicht nur revisionistische Verräter an der Komintern, der Sowjetunion und der DDR, die aus den deutschen Reihen kamen, sondern es waren vor allem auch deutsche Verräter aus unseren eigenen Reihen, die zum Sturz der Dikatur des Proletariats in Albanien und zum Zerfall der marxistisch-leninistischen Weltbewegung nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha beigetragen haben.
Es ist kein Zufall, dass aus dem Geburtsland der kommunistischen Ideen, auch ein Land des Verrats am Kommunismus wurde, das einen der schlimmsten Formen des Sozialfaschismus hervorbrachte. Der revolutionäre Geist hat auch den konterrevolutionären Geist beflügelt, um das deutsche Proletariat von der sozialistischen Revolution, vom Sozialismus abzuhalten und den Weg zur Weltrevolution abzuschneiden.Unsere stolze KPD/ML wurde fast vollständig zerstört!
Aber eins hat die Geschichte bewiesen: der Marxismus-Leninismus ist stärker als jeder Opportunismus und wird diesen überleben und für immer besiegen. Die revolutionären Traditionen des proletarischen Internationalismus wurden in Deutschland schwer angegriffen, aber niemals zerstört, wofür die Gründung der Komintern/ML ein lebendiger Beweis ist.
Nur wer sich über die Tragweite und Konsequenzen dieses jahrhundetelangen Verrats aus den kommunistischen Reihen Deutschlands bewusst wird, kann ermessen, welche Schuld wir deutschen Marxisten-Leninisten abzutragen, und welche Verpflichtungen wir uns gegenüber dem proletarischen Internationalismus aufladen. Wir ermahnen die Genossen in der Welt daher eindringlich, diesen deutschen Verrat niemals zu vergessen, und gerade uns deutschen Genossen solidarisch zu helfen, wenn wir mit den Verrätern in unseren eigenen Reihen eines Tages wieder nicht allein fertig werden sollten. Von deutschem Boden darf nie wieder ein Verrat an der Kommunistischen Internationale ausgehen oder gar begünstigt werden. Wir deutschen Genossen haben uns verpflichtet, die besten Traditionen des proletarischen Internationalismus für den Wiederaufbau der Internationale ehrenvoll fortzusetzen, hochzuhalten und vor Verrat zu verteidigen.
Seit unsere Partei vom Genossen Ernst Aust im Jahre 1968/69 gegründet wurde - als der Nachfolgeorganisation der 1918/19 gegründeten ruhmreichen KPD Rosa Luxemburgs, Karl Liebknechts und Ernst Thälmanns - waren wir der alten Komintern-Tradition der KPD verpflichtet, die damals eine der ersten und gleichzeitig bis zum Schluss die stärkste Sektion der Komintern war (- außerhalb der Sowjetunion). Wir pflegten im Geiste des proletarischen Internationalismus freundschaftliche Beziehungen zu unseren Bruderparteien, voran die Partei der Arbeit Albaniens mit Enver Hoxha an der Spitze. Unsere Beziehungen zur KP China brachen wir ab und verurteilten den Maoismus, so wie das die PAA und alle anderen marxistisch-leninistischen Parteien auch taten. Es kam nicht nur zu wichtigen bilateralen Begegnungen, sondern auch zu multilateralen gemeinsamen Erklärungen, Konferenzen, Veranstaltungen und Aktionen wie das internationale Jugendlager.Wir diskutierten mit den Genossen auch über das Für und Wieder einer höheren Qualität der internationalen Zusammenarbeit sprich: über die Schafung einer Kommunistische Internationale. - das Ergebnis war nicht sehr ermutigend, weil man allgemein die Zeit noch nicht für gekommen hielt. Jahrzehntelang fand die Frage der Komintern unserer Meinung nach viel zu wenig Beachtung, wurde sie nicht genügend ernst genommen. Ein folgenschwerer Irrtum, der dem internationalen Revisionismus eine Atempause zur Häutung verschaffte. Wir nennen nicht nur den Namen Ramiz Alia, sondern solche Ramit Alias gab es auch in den meisten anderen marxistisch-leninistischen Parteien in der Welt, die sich einst treu um Enver Hoxha geschart hatten. Nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha zerfiel die marxistisch-leninistische Bewegung infolgedessen immer mehr und es ging uns nun darum, dieser Tendenz radikal und mit aller macht entgegenzuwirken. Unsere Idee von der Wiedergründung der Komintern hatten wir also niemals begraben, sahen in der Verwirklichung dieser Idee unsere wichtigste Aufgabe - erst recht nach der Zerschlagung der Diktatur des Proletariats in Albanien und dem damit verbundenen Niedergang der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die ja ihres führenden Zentrums beraubt worden war.
In jahrelanger Vorarbeit entwickelten wir Genossen der KPD / ML konkrete Vorstellungen, wie die Komintern fortgesetzt werden könnte und betrieben systematisch ihren Wiederaufbau auf gesicherten Erkenntnissen. In unserer Erklärung Über den proletarischen Internationalismus riefen wir seit Mitte der 90er Jahre zum Wiederaufbau der Komintern auf und setzten uns dabei bereits mit den Gegnern unserer Idee aktiv auseinander. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass es heute falsch wäre, einfach da weiterzumachen, wo die Komintern aufgehört hatte. Ohne Aufarbeitung der Geschichte der Komintern war an einen Neuanfang auf solider marxistisch-leninistischer Basis nicht zu denken. Es galt, die Ursachen derr Auflösung der Komintern vorurteilsfrei zu studieren und Mittel und Wege aufzeigen, wie eine neuerliche Auflösung vermieden werden kann.
Wir stießen im Internet zufällig auf die ISML/Alliance, die zeitgleich an diesen Fragen arbeitete. Insbesondere die kritische Haltung der Alliance zu Dimitroff stimmte uns sehr hoffnungsvoll, da wir unabhängig von der ISML zu ähnlichen Ergebnissen gekommen waren. Es entwickelte sich eine Zusammenarbeit, und es kam auch zu einem gemeinsamen Treffen. Die ISML führte uns - und dafür waren wir sehr dankbar - mit der britischen Communist League und ihrem Genossen Bill Bland zusammen, der später - etwa einem Jahr nach unserem einzigen Treffen verstarb. Im April 1999 wurde mit der CL also ein historisch wichtiges gemeinsames Kommunique veröffentlicht, in dem u.a. folgende Zielsetzungen vereinbart wurden:
Die beiden Organisationen müssen gemeinsame Anstrengungen unternehmen, mit den marxistisch-leninistischen Kräften in den einzelnen Ländern zusammenzuarbeiten und deren Vereinigung in einer einzigen marxistisch-leninistischen Partei solidarisch zu unterstützen.
Ferner:
Die beiden Organisationen stimmen darin überein, gemeinsam für den Wiederaufbau einer internationalen marxistisch-leninistischen Organisation zu arbeiten gemäß den Prinzipien der alten Komintern. Wir würden uns freuen, wenn wir zwischen unseren beiden Parteien ein ähnliches Kommunique abzuschließen, um damit unsere Einheit zu demonstrieren. Wir fügen den Wortlaut in einem weiteren email bei.
Wir gingen damals davon aus, dass die ISML sich dieser Zielsetzung verpflichten würde, der sowohl die CL als auch die KPD/ML angehörte. Unsere Mitgliedschaft in der ISML diente dem Ziel, gemeinsam die Komintern wieder aufzubauen. Dies blieb leider erfolglos. Anstatt uns dabei zu unterstützen, das Kommunique zwischen der CL und der KPD/ML in die Tat umzusetzen und für seine Verbreiterung zu sorgen, wurde die KPD/ML massiv von der ISML angegriffen. Die ideologischen Widersprüche zwischen der ISML und der KPD/ML spitzten sich von Jahr zu Jahr zu und führten im Jahre 2000 zur Gründung der Komintern/ML ohne die ISML. Von dieser Position aus führten wir in der ISML einen Kampf gegen den immer offener zu Tage tretenden Opportunismus, der damit endete, dass wir nach 3 Jahren Zugehörigkeit wegen linkssektiererischen Verhaltens ausgeschlossen wurden. Dies wird durch Dokumente belegt, die veröffentlicht sind. Auch von der CL haben wir nach dem Tode Bill Blands keinerlei solidarische Unterstützung bezüglich der ISML- Angriffe gegen uns bekommen. Im Gegenteil. Soweit uns bekannt, hat die CL dem Ausschluss der KPD/ML aus der ISML zugestimmt. Wir müssen also davon ausgehen, dass damit auch das Kommunique vom April 1999 zwischen CL und KPD/ML von der CL einseitig gebrochen wurde.
In der zunehmend schärferen Auseinandersetzung mit dem Opportunismus sowohl im täglichen Kampf als auch in der intensiver gewordenen historisch - kritischen Rückschau gegenüber der Auflösung der Komintern, reifte unser Entschluss, die Gründung der Komintern/ML auszurufen, immer zwingender heran. Es lag eine knisternde Spannung in der Luft. Der kommende große Knall war zu spüren. Es musste nun also eine historische Entscheidung fallen und das so schnell wie möglich. Da passierte, was passieren musste: Enver Hoxhas Fehler wurden auf der ISML-Liste von Opportunisten zur Diskussion gestellt, und das war für uns das entscheidende Signal, den Genossen Enver Hoxha im Gegenzug zum 5.Klassiker des Marxismus-Leninismus zu erheben und dies ausführlich zu begründen. Für uns stand fest:
Entweder die marxistisch-leninistische Weltbewegung geht weiter den Bach runter, oder sie grenzt sich jetzt klipp und klar vom Neo-Revisionismus ab, befreit sich von deren Einfluss und steht unverrückbar fest zu den Lehren des Genossen Enver Hoxha. Wir hatten eine einsame Demarkationslinie gezogen, um die marxistisch-leninistische Weltbewegung aus ihrer neo-revisionistischen und zentristischen Umklammerung zu befreien:
Entweder Anerkennung Enver Hoxhas als 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus oder nicht? Das war die Frage, die wir aufwarfen, und zu der sich die Bewegung nun stellen musste.
Die Darlegung der Notwendigkeit und Dringlichkeit der Gründung der Komintern/ML hatte zunächst reinen Aufrufcharakter. Aber schnell bildete die Komintern/ML bereits in den ersten zwei Jahren ein eigenständiges ideologisch-politisches Profil heraus, das durch die Generallinie manifestiert wurde. Diese Generallinie hat ihr Echo in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung nicht verfehlt - böse Polemik gegen die Komintern/ML seitens der Opportunisten einerseits und Zustimmung und Unterstützung bei einigen Marxisten-Leninisten andererseits. Die Komintern/ML trug insbesondere mit ihrer Generallinie dazu bei, den aufrichtigen Marxisten-Leninisten in der Welt, die sich nicht vom Opportunismus vergiften ließen, eine gemeinsame, prinzipienfeste ideologische Heimat zu geben.
Was den Aufbau und die Arbeit der Komintern/ML als führender Kampfstab des internationalen Klassenkampfes anbelangt, so sind dieser Entwicklung solange unüberwindliche Grenzen gesetzt, bis nicht weitere Sektionen hinzustoßen: Zumal die KPD/ML zur Zeit eine ganz kleine Mini-Partei ist, und der Herausforderung, die die Komintern/ML stellt, allein kaum gewachsen ist.
Euer Beitritt hat uns Mut gemacht, auf dem begonnenen Weg voranzuschreiten.
Was auch immer Böses an Reaktionen folgen würde, aus welchem Lager und aus welchem Munde auch immer. Das ficht uns nicht an. Wir stehen zu dem, was wir geschrieben haben.
Wir sind ehrliche Genossen, und freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit euch.
Vorwärts im Geiste des proletarischen Internationalismus!
Vorwärts im Geiste Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!
Es lebe die Weltrevolution!
Es lebe die sozialistische Revolution in Holland und Deutschland!
Es lebe die Marxistisch-Leninistische Weltbewegung!
Es lebe die Freundschaft zwischen der Neuen Arbeiterpartei der Niederlande (Marxisten-Leninisten) und derzeitigen Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten!
Es lebe die Komintern!
Es lebe die Komintern/ML und ihre Sektionen!
Rot Front
Wolfgang Eggers