1935
70 Jahre
VII. Weltkongress der Komintern
Welche wichtigsten Lehren müssen wir Marxisten-Leninisten der ganzen Welt aus dem
Kampf gegen den Faschismus
ziehen?
(Auszug aus der Generallinie der Komintern/ML)
Man sagt, dass die alte These des Marxismus-Leninismus, dass der Imperialismus unvermeidlich Faschismus hervorbringe, “veraltet” sei und durch die Thesen Dimitroffs widerlegt seien, da eine mächtige antifaschistische Einheitsfront der Millionenmassen mobilisiert worden sei, die sich für den Schutz vor dem faschistischen Terror einsetzen bzw. für seine Beendigung eintreten würde.
Das ist falsch.
Die antifaschistische Einheitsfrontpolitik Dimitroffs hatte das Ziel, eine bürgerliche Volksfront z. B. mit der Sozialdemokratie, zum Kampf für die Beseitigung des Faschismus zu bilden. Diese Volksfront hatte NICHT zum Ziel, die Herrschaft der Bourgeoisie durch eine Revolution zu zerschlagen und auf den Trümmern der alten Ordnung die Diktatur des Proletariats zu errichten, also nicht das Ziel der klassischen sozialistischen Revolution des Proletariats. Dimitroff beschränkte sich vielmehr auf die demokratischen Ziele des antifaschistischen Kampfes, daran änderte sich nichts, wenn er diese Ziele in revolutionäre Phrasen kleidete. Insofern unterschied sich diese antifaschistische Bewegung beispielsweise von der revolutionären Bewegung der Bolschewiki gegen die brutale reaktionäre Konterrevolution des Zarismus, da diese Bewegung in Russland nicht mit der demokratischen Februar-Revolution aufhörte, sondern weiterging bis zur Oktoberrevolution, die eben nicht nur demokratische, sondern weitergehende sozialistische Ziele verfolgte und auch umsetzte. Man kann also die Ziele der Oktoberrevolution und die Ziele der Volksfront nicht gleichsetzen, ohne Augenwischerei zu betreiben. Das eine war der gewaltsame Weg zum Sozialismus - das war die Komintern Lenins und Stalins! Das andere war der »friedliche« Weg zum Sozialismus - das war die Komintern Dimitroffs. Man kann nur den einen Weg gehen, entweder den Weg Lenins und Stalins ODER den Weg Dimitroffs. Beide stehen sich diametral gegenüber und können nicht vereinigt werden. Für uns Marxisten-Leninisten gibt es im Gegensatz zu den Revisionisten keinen »friedlichen« Übergang zum Sozialismus. Deswegen kann es auch keinen solchen vereinigten Weg einer neuen Internationale geben, genauso wie es für uns keine Vereinigung zwischen der II. Und der III. Internationale geben kann. Es kann nur eine Internationale der Verteidiger der Fehler Dimitroffs ODER eine Internationale der Verteidiger Lenins und Stalins geben. Für ein Mittelding würden wir und niemals hergeben. Was wir mit Sicherheit wissen, ist dies: Es gibt wieder die Internationale Lenins und Stalins - und das ist die Komintern/ML! Was wir nicht wissen, ist, ob es wieder eine gehäutete Neuauflage der Komintern Dimitroffs gibt oder geben wird ( durch »Kritik« wieder geläuterter Dimitroff/kritisches Freisprechen seiner Sünden/Rehabilitierung usw. Wir rechnen stark damit, nachdem wir die Komintern/ML gegründet und die Dimitroff-Frage in den Mittelpunkt gestellt haben. Ja, wir haben auch schon ganz bestimmte Leute im Auge, die auf internationaler Ebene unter den Marxisten- Leninisten lautstark gegen die falsche Linie Dimitroffs - also in Worten - »kämpfen«, um mit diesem geschickten Ablenkungsmanöver ungestört die Einheitsfront der Marxisten-Leninisten mit den Neo-Revisionisten in der Praxis voranzutreiben, um die Einheitsfront der Marxisten-Leninisten, die sich jetzt herausbildet, besser spalten zu können. Es gibt also bereits diese Leute, die uns geradewegs in die Arme eines neuen Dimitroff (das Kind muss natürlich einen neuen Namen haben!) zu treiben versuchen. Im »Geiste Lenins und Stalins« sich von Dimitroff abgrenzen, um damit die Spur Dimitroffs zu verwischen, um die alte Dimitroff´sche Einheitsfrontpolitik als eine völlig neue, als eine gehäutete Einheitsfrontpolitik durch die Hintertür fortsetzen zu können, damit will man vermeiden, bei den Marxisten-Leninisten Verdacht zu schöpfen. Den alten Dimitroff begraben, um einen neuen zu schaffen - das sind die Methoden, mit denen unsere Gegner uns in die Irre zu leiten versuchen. Mit der Kritik an Dimitroff das schwächste Kettenglied angreifen, um im Grunde genommen die Position der Komintern, die Position Stalins Steinchen für Steinchen zu demontieren, um die Existenzberechtigung des ersten sozialistischen Staates überhaupt zu demontieren, um den Marxismus-Leninismus zu demontieren. Das ist ein langer Weg, aber nach Stalins Tod führte er zum Erfolg. Wenn wir heute nicht aufpassen, demontiert man uns den Marxismus-Leninismus heute vor unseren eigenen Augen. Das sind die demagogischen Methoden der falschen Identifizierung, deren Mechanismus und Basis darin besteht, geschichtliche, gesellschaftliche Verhältnisse zu abstrahieren, um sie beliebig zu missbrauchen im Namen des »Marxismus-Leninismus«. Mit der falschen Identifizierung kann man alles unter den Deckmantel des »Marxismus-Leninismus« verstecken: »Indem ich davon absehe, was ein Konkretes vom Abstrakten unterscheidet, ist natürlich das Konkrete das Abstrakte und unterscheidet sich überhaupt nicht davon« (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie [Rohentwurf], Dietz Verlag, 1953).
In dem Moment, wo die Tarnung der Revisionisten von den Marxisten-Leninisten aufgedeckt wird, spätestens dann, aber möglichst vorher, wenn sich so etwas andeutet, oder wenn damit in der nächsten Zeit zu rechnen ist, dass die Marxisten-Leninisten dabei sind, ein neues Betrugsmanöver aufzudecken, dann ist es an der Zeit für unsere feigen Gegner unterzutauchen, um dann zu gegebener Zeit wieder aufzutauchen und gefahrlos mit einem neuen Deckmantel ihren alten Dreck erneut als »Marxismus-Leninismus« aufzutischen, um uns Marxisten-Leninisten zum tausendsten Mal an der Nase herum zu führen. Dieses Spiel geht nun schon seit Marx und Engels und wird noch eine Zeit lang dauern, aber eben nur eine Zeit lang - nicht ewig!
Es war durchaus möglich - und hier widersprechen wir Dimitroff deswegen nicht, weil das ja in Wirklichkeit ein richtungsweisender Hinweis Stalins war, den Enver Hoxha unterstützt hat -, dass sich die Volksdemokratien zum Sozialismus entwickeln können - unter besonderer Entwicklung der Weltlage einerseits und unter besonderer Entwicklung des revolutionären Vorwärtsschreitens des Proletariats innerhalb der einzelnen betroffenen Länder andererseits (also nicht gesetzmäßig etwa durch den »endgültigen Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion«, was die Revisionist so gern behaupten), vor allem der besonderen Entwicklung der kommunistischen Partei - nämlich ihrer bolschewistischen Entwicklung! Dies konnte nur geschehen durch eine Volksrevolution, die das Ziel verfolgt, die Diktatur der Bourgeoisie zu zerschlagen und die Diktatur des Proletariats zu errichten. Aber das wäre schon nicht mehr die antifaschistische Volksfrontbewegung Dimitroffs, sondern das wäre schon eine auf den Sturz des Kapitalismus gerichtete Bewegung, eine Bewegung, die nicht nur in Worten sozialistisch, sondern auch in Taten sozialistisch gewesen wäre. Und hier entsteht auch die Frage, was Spaltung der Einheitsfront der Arbeiterklasse gegen Faschismus und Krieg überhaupt bedeutet. Damit meint Dimitroff nicht nur den »reaktionären Teil der Führer der Sozialdemokratie«, die die Einheitsfront spalten, sondern damit meint er auch uns Kommunisten, die nur ihre »sozialistische Revolution« im Kopf haben und mit ihrem »Dogmatismus« die Volksfront kaputt machen. Kann man die Lenin´sche Definition der Einheitsfront der Arbeiterklasse im Kampf für die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats gleichsetzen mit der Einheitsfront der Arbeiterklasse für eine demokratisch-bürgerliche Revolution? Kann man die erstere der zweiten unterordnen? Kann man die Einheitsfront der Arbeiterklasse für die vorübergehende Beseitigung von Krieg und Faschismus gleichsetzen mit der Einheitsfront der Arbeiterklasse für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit von Krieg und Faschismus? Wir denken, dass man das nicht gleichsetzen kann, weil das eine ein Kampf für den Kommunismus ist und das andere dafür noch nicht ausreicht. Niemals kann die Einheitsfront der Arbeiterklasse im Kampf für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit von Faschismus und Krieg ein spalterischer Akt sein für die Einheitsfront der Arbeiterklasse zur vorübergehenden Beseitigung von Faschismus und Krieg, weil das nämlich für uns Kommunisten insofern der gleiche Kampf ist, als wir den Kampf für die vorübergehende Beseitigung von Faschismus und Krieg nahtlos überleiten und verwandeln wollen in einen Kampf für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit von Faschismus und Krieg - und dieser Kampf ist nichts anderes als ein Kampf für die sozialistische Revolution (ohne Zwischenetappe - wie Lenin sagt). Daran darf man uns Kommunisten doch nicht hindern wollen. Als Marxist-Leninist kann man also diese revolutionäre Linie unmöglich als »spalterischen Akt« der Einheitsfront im Sinne der Volksfront und damit als »sektiererisch« bekämpfen - ohne aufzuhören, Marxist-Leninist zu sein. Und man hört auf, Marxist-Leninist zu sein, wenn man den Kampf für die vorübergehende Beseitigung von Faschismus und Krieg GEGEN den Kampf zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit von Faschismus und Krieg verteidigt und das Marxismus-Leninismus nennt. Wenn sich also Dimitroff auf das folgende Leninzitat stützt, so tut er es nicht im Kampf für die sozialistische Revolution - so wie Lenin es selbstverständlich gemeint hatte, sondern zur Vermeidung der sozialistischen Revolution, weil diese für Dimitroffs Volksfrontpolitik zu »doktrinär« war und als Störfaktor beiseite geschoben werden musste. Wenn Dimitroff also Lenins Auffassung von Einheit der Arbeiterklasse nur deswegen zitiert, um die Endinteressen den Augenblicksinteressen des Proletariats gegenüberzustellen , beides voneinander loszutrennen und die Endziele den Gegenwartszielen unterzuordnen, dann sind das Fälscher-Methoden, die wir nur von den Revisionisten her kennen („Einheit“, um die Einheit zu spalten):
»`Die Einheit ist für die Arbeiter tatsächlich notwendig ( für die Diktatur des Proletariats - die Red.). Und am notwendigsten ist es, zu begreifen, dass außer den Arbeitern selbst ihnen niemand die Einheit `geben` wird, niemand imstande ist, ihnen zu ihrer Einheit zu verhelfen ( auch nicht die fortschrittlichste Volksfront, die nicht für den Sozialismus zu kämpfen bereit ist - die Red.). Man kann die Einheit nicht `versprechen` - das wäre leere Prahlerei, Selbstbetrug; man kann die Einheit nicht aus einer `Verständigung` von Intellektuellengrüppchen `schaffen` ( auch nicht aus einem Bündnis zwischen Arbeiteraristokratie und intellektuellen Kleinbürgern - die Red.) - das ist der jämmerlichste, naivste und gröbste Irrtum.
Die Einheit (für die sozialistische Revolution - die Red.) muss erkämpft werden, und nur die Arbeiter selbst, die klassenbewussten Arbeiter selbst sind imstande, dies zu erreichen - in beharrlicher, hartnäckiger Arbeit ( nicht mit der Bourgeoisie, sondern gegen sie - die Red.).
Es gibt nichts Leichteres, als das Wort `Einheit` mit ellenlangen Buchstaben zu schreiben, sie zu versprechen ( mit der Volksfrontpolitik - die Red.), sich für ihren Anhänger zu `erklären´ ( wie alle Opportunisten und Revisionisten das tun - die Red.). In Wirklichkeit kann man jedoch die Einheit nur durch Arbeit und Organisierung der fortgeschrittenen Arbeiter, aller klassenbewussten Arbeiter ( ..die für die Ziele des Kommunismus kämpfen! - die Red.) vorwärtsbringen...
Das ist nicht leicht (...wenn es Leute gibt, die diese Einheit der Bourgeoisie opfern wollen - die Red.). Das erfordert Arbeit, Beharrlichkeit, Zusammenschluss aller klassenbewussten Arbeiter ( für die ungeteilte Arbeitermacht - die Red.). Aber ohne eine derartige Arbeit kann man überhaupt nicht von Einheit der Arbeiter sprechen`. (Ende des Leninzitats).
Der gesamte Verlauf der Ereignisse seit dem VII. Weltkongress der Komintern bekräftigt unwiderleglich die lebenswichtige Notwendigkeit der raschesten Durchführung seiner historischen Losungen über die Einheit der Arbeiterklasse und die Volksfront ...« (zitiert aus: Dimitroff, Bd. 3, Seite 56, »Die Volksfront zum Kampf gegen Faschismus und Krieg«, dt. Ausgabe Unterstreichung und Zwischenkommentare von uns - Red.).
Deswegen war der Revisionismus ein bewusstes Hindernis, das die Bourgeoisie aufbaute, um den tatsächlichen Willen des Proletariats, den Sozialismus aufzubauen, zu unterlaufen. Und das gelang der Bourgeoisie nur mit Hilfe der Revisionisten, die sich aus dem VII. Weltkongress später in großer Zahl als solche herausbildeten. So wurden die Proletarier von den Revisionisten um ihre Macht betrogen. Auf diese Folgen der Einheitsfrontpolitik Dimitroffs hat der VII. Weltkongress natürlich NICHT hingewiesen, sonst wären solche Beschlüsse gar nicht verabschiedet worden. Das wäre aber die Pflicht der internationalistischen Kommunisten gewesen. Und eben weil diese Pflicht versäumt wurde, kritisieren wir den VII. Weltkongress, müssen wir ihn kritisieren, weil wir das den wahren Kommunisten, den Proletariern dieser Länder schuldig sind, die unter dem Revisionismus, unter dem Sozialfaschismus bitter zu leiden hatten und weiterhin haben und im Grunde genommen nur vom Regen (=Faschismus) in die Traufe (=Sozialfaschismus) gerieten. Das war ein zweifaches Verbrechen, und wir mögen nicht beurteilen, welches schlimmer ist, das faschistische oder das sozialfaschistische, es hatte die gleich schlimmen Folgen! Diese Verbrechen am Proletariat und den Völkern in diesen Ländern können nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Aber wir würden den Namen Marxisten-Leninisten zu Unrecht tragen, wenn wir nicht alles tun, um so ein Verbrechen in Zukunft für immer zu vereiteln. Die antifaschistische Einheitsfront des VII. Weltkongresses trug dazu bei, den Hitlerfaschismus zu beseitigen, genauer: seinen zeitweiligen Aufschub zu bewirken. Die Dimitroff´sche Einheitsfrontpolitik leistet sicherlich auch gute Dienste, um eine faschistische Regierung zum Rückzug zu zwingen und durch eine Regierung zu ersetzen, die bereit ist, zeitweilig Formen der bürgerlichen Demokratie zu wahren. Das ist natürlich gut. Sehr gut, sogar. Aber das ist noch keine marxistisch-leninistische Einheitsfrontpolitik und darf auch mit dieser nicht gleichgesetzt oder gar als solche ausgegeben werden! Denn: das ist noch nicht hinreichend, um die Unvermeidlichkeit des Faschismus überhaupt zu beseitigen. Es bleibt nicht nur die Gefahr des Faschismus bestehen, solange es Imperialismus gibt, sondern diese Gefahr kann auch den Weltfaschismus bedeuten, und er bedeutet heute schon nicht mehr nur eine bloße Gefahr (das zu behaupten, wäre glatter Opportunismus - siehe z.B. türkischer Faschismus!), sondern hat bereits begonnen, sich international von den USA aus auszubreiten und den Hitlerfaschismus noch zu übertrumpfen. Das, liebe Verteidiger des VII. Weltkongresses von heute, sind die Auswirkungen der falschen Thesen Dimitroffs, denen ihr weiter folgt. Wer wird den Weltfaschismus verhindern und für immer beseitigen? Die internationale antifaschistische Einheitsfront des VII. Weltkongresses Dimitroffs oder die internationale antifaschistische Einheitsfront der Komintern Lenins und Stalins, die Komintern/ML? Um den Hitlerfaschismus zu beseitigen, hätte man den deutschen Imperialismus beseitigen müssen. Stalin hat dafür hervorragende Voraussetzungen geschaffen, aber die Revisionisten Ulbricht, Pieck und Co haben diese historische Chance des deutschen Proletariats vereitelt und statt dessen den deutschen Sozialfaschismus und Sozialimperialismus errichtet. Um die Unvermeidlichkeit des Faschismus zu beseitigen, muss man den Weltimperialismus beseitigen. Um die Unvermeidlichkeit des Sozialfaschismus zu beseitigen, muss man den Sozialimperialismus beseitigen. Das ist der Weg, den die Komintern/ML beschreitet. Der andere Weg ist der Weg der Weltbourgeoisie, das Überleben des Weltimperialismus hinauszuzögern durch sinnloses Vergießen von Blut der Völker der Welt bis zum nächsten (Sozial-)Faschismus. Der Hitlerfaschismus war geschlagen, aber nicht vernichtet. Ihm blieb die internationale Basis erhalten, das internationale Kapital, dessen Filiale der deutsche Imperialismus nach dem 2. Weltkrieg nicht nur verblieben ist, sondern der inzwischen zu einem der stärksten und gefährlichsten Zentren des Weltimperialismus heranwuchs, der sich als »vom Hitlerfaschismus kurierter«, »geläuterter«, »harmloser«, »demokratischer« und »friedlicher« Imperialismus ausgibt, der sich vom großen »US-Rambo« »wohltuend« abhebt und »vertrauenseinflößend« wirkt. Der alte Hitlerfaschismus ist nicht gestorben, weil der deutsche Imperialismus überlebte, der nur aus seinen Fehlern gelernt hat und nunmehr neue Formen des Faschismus entwickelt, der natürlich »harmlose« Etikette bekommen hat und sich nach außen »antifaschistisch« gibt - also Neo-Faschismus. Der alte deutsche faschistische Vampir hat »frisches Blut« aufgenommen, faschistisches Blut des großen amerikanischen Bruders, sozialfaschistisches Blut der Sozialdemokratie sowie frisches Blut des noch nicht so alten ostdeutschen Sozialfaschismus und nicht zu vergessen: ökologisch gereinigtes Blut des Öko-Faschismus. Dieses frische Blut wurde nun mit dem alten Blut des traditionellen Hitlerfaschismus vermischt, das immer noch stark in den Adern des imperialistischen deutschen Vampirs fließt und in Wallung kommt. Eine Mischung gefährlichster Art in der ganzen Welt, der mit den Beschlüssen des VII. Weltkongresses nicht beizukommen ist. Da muss man diesmal den Imperialismus vollständig d. h. Im Weltmaßstab! zerschlagen und eine sehr, sehr starke Diktatur des Proletariats errichten, die einen starken internationalen Charakter annimmt! Gerade seine Niederlage hat den deutschen Faschismus heute wieder tausendmal stärker und gefährlicher werden lassen. Das darf man nicht vergessen, wenn wir als Komintern/ML heute zum (revolutionären-sozialistischen!) Kampf gegen den Weltfaschismus aufrufen! Den heutigen Faschismus mit den Methoden des alten Faschismus schlagen zu wollen, würde in einer Katastrophe mit noch größeren Ausmaßen enden - also Antifaschisten und Anti-Imperialisten! Verlasst den Weg des VII. Weltkongresses und schließt euch der Komintern/ML an!
Der VII. Weltkongress trug - um es nochmals zu betonen - dazu bei, den Hitlerfaschismus zu schlagen, aber er trug nicht dazu bei, ihn zu vernichten mit dem Ziel der Diktatur des Proletariats, weil man sich mit der Bourgeoisie verbündete, die nur deswegen heute wieder einen neuen Faschismus hervorbringen konnte. Wir wollen gar nicht davon reden, dass der VII. Weltkongress dazu beigetragen hat, dass die Revisionisten ihren Sozialfaschismus errichten konnten. Und wenn die Neo-Revisionisten heute - im Erfolgsfall - dabei helfen würden, dass der Weltfaschismus aufgehalten wird, dann wird damit (auf dem historisch falschen Pfad des VII. Weltkongresses) nicht unbedingt der Weltsozialfaschismus verhindert, der nach (aufgeschobener) Beseitigung des Faschismus folgen könnte. Wir wollen aber den Neo-Revisionisten von heute nicht böswillig unterstellen, sie würden als Neo-Revisionisten Wegbereiter eines Weltsozialfaschismus von morgen werden. Diese Schande werden wir ihnen vorher ersparen!)
Die Unvermeidlichkeit des Sozialfaschismus zu beseitigen, beginnt mit der Vernichtung des Revisionismus in einem Land durch die sozialistische Revolution. Die Epoche des Revisionismus an der Macht endete als Epoche des Sozialfaschismus an der Macht. Wenn wir also vom antifaschistischen Kampf sprechen, dann unterscheidet dieser sich notwendigerweise vom anti-sozialfaschistischen Kampf, den man mit den alten Methoden des Kampfes gegen den Hitlerfaschismus nicht besiegen kann und damit um so weniger mit den Beschlüssen des VII. Weltkongresses. Der Faschismus unterscheidet sich vom Sozialfaschismus nur in der Form - im Wesen sind sie gleich. Die Frage des antifaschistischen Kampfes ist heute also viel komplizierter und umfangreicher geworden, wie sich das in der Einschätzung und im Kampf gegen den Sozialfaschisten Milosevic gezeigt hat. Der führenden Rolle der marxistisch-leninistischen Parteien und der Komintern/ML kommt also heute eine viel größere Bedeutung zu, wenn man den heutigen Faschismus im Zusammenhang mit dem US-Imperialismus, dem chinesischen Sozialimperialismus usw. also den Faschismus auf der ganzen Welt mit dem damaligen Hitlerfaschismus vergleicht. Die Beseitigung der Unvermeidlichkeit eines Weltfaschismus erfordert also einen anti-faschistischen Kampf neuen Typs, der direkt auf die Weltrevolution zugeschnitten ist. Diese Schlussfolgerungen hat der VII. Weltkongress nicht gezogen. Die Unvermeidlichkeit des Sozialfaschismus heute zu beseitigen, d.h. insbesondere seine Ausbreitung in der ganzen Welt zu beseitigen, bedeutet, den Neo-Revisionismus international zu vernichten. Das ist der revolutionäre Weg des Weltproletariats gegen den Sozialfaschismus. Wer also nicht aus den Fehlern des VII. Weltkongresses lernen will, wird unweigerlich den bürgerlichen Weg gegen den Sozialfaschismus, den kapitalistischen Weg gehen, wird untergehen, so wie die Komintern untergegangen ist.
Dieser Weg, der bürgerliche Weg zur zeitweiligen Beseitigung des Faschismus, wurde tatsächlich in allen vom Faschismus unterjochten Ostblock-Ländern beschritten... außer in Albanien, das als einziges Land den proletarischen Weg, gegangen ist (und etwa nicht allein deswegen, weil Albanien das schwächste Kettenglied war - im Vergleich zum Kräfteverhältnis gegenüber den Bourgeoisien in allen anderen Ländern war die albanische Bourgeoisie am schwächsten - , sondern weil ihre Partei, weil Enver Hoxha, den siegreichen Weg Stalins gegangen ist. Nur in Albanien wurde der Sieg im antifaschistischen Befreiungskrieg in einen Sieg der Diktatur des Proletariats verwandelt durch die Volksrevolution, in allen anderen Ländern stand die Diktatur des Proletariats nur auf dem Papier, weil man dort eben nicht den revolutionären Weg zu Ende ging. Die Albaner sind dann aber später in der gleichen Frage doch noch historisch gescheitert, nämlich in der Frage der Entstehung und der Beseitigung des Sozialfaschismus im eigenen Land, wo es eben auch einen bürgerlichen und einen proletarischen Weg gab, um diese Frage zu lösen: Da ging es um einen harten Klassenkampf »wer-wen?«. »Rettung« in den Kapitalismus durch bürgerlichen Parlamentarismus oder Rettung in den Sozialismus durch revolutionären Sturz des Neo-Revisionisten Ramiz Alia, der Enver lobte, aber in seinem Namen den Sozialfaschismus zum Sturz der Diktatur des Proletariats vorbereitete, der den modernen Revisionismus nach außen »bekämpfte«, um dem Neo-Revisionismus und damit der Bourgeoisie von innen unbemerkt zum Sieg zu verhelfen. Damals war das albanische Proletariat noch nicht in der Lage, dieses Manöver zu durchschauen, weil es noch nichts von der gesetzmäßigen Häutung des Revisionismus, von den Bedingungen der Entwicklung des Neo-Revisionismus im eigenen Land wusste und die Abkehr vom neo-revisionistischen Maoismus deswegen recht spät kam, bzw. weil diejenigen, die dies durchschauten - vor allem Enver Hoxha - , in die Minderheit gerieten, verfolgt oder getötet wurden. Bevor das Volk etwas davon erfuhr, war es bereits zu spät. Insofern steht die kommunistische Bewegung in Albanien noch immer vor der Aufgabe, dieses Problem im Nachhinein ideologisch zu lösen, d.h. ganz klar, den Neo-Revisionismus anzuprangern und ihn samt Zentrismus und Versöhnlertum aus den eigenen Reihen hinaus zu säubern, um endlich wieder eine wahre Partei Enver Hoxhas aufbauen zu können. Anders als durch eine selbstkritische Abkehr von Dimitroff können die albanischen Kommunisten, anders können die albanischen Proletarier und Werktätigen, anders kann das albanische Volk auf dem stolzen Weg Enver Hoxhas nicht vorwärts schreiten und den Sozialismus zurückerobern! Eben das heisst es, revolutionäre Konsequenzen aus den Beschlüssen des VII. Weltkongresses ziehen, eben das heisst es, auf dem revolutionären stolzen Weg der Komintern Lenins und Stalins vorwärts zu schreiten, eben das heisst es, den internationalen Sieg über den Neo-Revisionismus zu erringen, eben das heisst es, heute ein wahrer Marxist-Leninist zu sein, das Erbe der 5 Klassiker hochzuhalten und dem Faschismus heute mit der Weltrevolution zu begegnen.
Insofern, und nur insofern, war der VII. Weltkongress auf lange Sicht eine Kapitulationserklärung gegenüber der Bourgeoisie, deren Herrschaft unangetastet blieb, eine Kapitulationserklärung gegenüber der Oktoberrevolution, gegenüber dem Sozialismus im Allgemeinen und gegenüber der Sowjetunion im Besonderen, denn es wurde nicht die Unvermeidlichkeit des Faschismus überhaupt beseitigt, ja nicht einmal dieses Ziel wurde auf dem VII. Weltkongress festgelegt. Der VII. Weltkongress war für den ganz bestimmten, für den gegebenen Hitlerfaschismus eine Kriegserklärung, die ihre positive historische Wirkung nicht verfehlt hat, nämlich bis heute einen zeitlichen Aufschub zum nächsten, zum kommenden Faschismus zu ermöglichen ( wobei wir der Meinung sind, dass der wesentliche Anteil der Vaterländische Krieg hatte im Kampf gegen den Hitlerfaschismus und nicht der VII. Weltkongress). Aber als zeitlicher Aufschub für die Ausbreitung der Oktoberrevolution, dazu wurde die Taktik der Einheitsfront gegen den Faschismus nicht genutzt, sondern im Gegenteil als »sektiererisch« bekämpft. Die Revisionisten nutzen die Atempause zur Verwirklichung ihres Sozialfaschismus und die neue bürgerliche Demokratie die Vorbereitung eines neuen, noch grausameren Faschismus! Die Sache mit dem zeitlichen Aufschub hat also nur diesen kleinen »Schönheitsfehler«:
An der Komintern Dimitroffs wird “n u r d a s” kritisiert, was ihrer abweichenden Linie vom Marxismus-Leninismus nicht schadet. Das ist aber keine marxistische Kritik, wenn sie von den Fehlern der Komintern abzulenken versucht, um ihre vollständige Aufdeckung und Beseitigung zu verhindern. Das ist eine Kritik, die nicht den marxistisch-leninistischen Geist der Komintern verteidigt, sondern nur ihre marxistisch-leninistische Hülle, ohne die sich die Abweichung der Komintern nicht häuten kann. Hinter der Kritik an der Komintern deren Fehler (oder zumindest so viel wie nur irgend möglich) zu verbergen heisst, nicht den Marxismus-Leninismus zu verteidigen, sondern den Revisionismus. Eben das ist die Entlarvung der neo-revisionistische Linie in der Behandlung der Frage der rechten Abweichung Dimitroffs und des VII. Weltkongresses. Und was lernen wir daraus? Wir lernen daraus, dass diese neo-revisionistische Linie nicht nur in der Frage der Komintern angewandt wird, sondern in allen Fragen des Marxismus-Leninismus. Worauf müssen wir also achten? Die Neo-Revisionisten kritisieren grundsätzlich nur das an allen Abweichungen des Marxismus-Leninismus, was ihr Schlupfloch niemals gefährlich werden kann, was die damit verbundene, also gleichzeitig notwendig gewordenen Häutung des Revisionismus nicht behindert, was den Häutungsprozess vielmehr fördert. Und alles, was den Häutungsprozess fördert, verlängert logischerweise nicht nur den Sterbeprozess des Revisionismus, sondern mit ihm den Sterbeprozess des Kapitalismus.
Atempausen, die den Sterbeprozess des Kapitalismus verlängern anstatt zu verkürzen sind reaktionär. Atempausen zur Beseitigung des Kapitalismus sind hingegen unverzichtbar und revolutionär. Die Weltrevolution ohne Atempausen in den Tod zu hetzen, ist sektiererisch. Die Revisionisten führen die revolutionäre Atempause im Munde, aber in Taten kämpfen sie für die reaktionären Atempausen. Das sind die zwei Linien in dieser Frage: die revisionistische ist die eine und die marxistisch-leninistische die andere. Die eine nützt der Bourgeoisie, die andere nützt dem Proletariat. So verhält es sich mit der Atempause, die dem Faschismus abgerungen wird. So verhält es sich mit der Atempause, die die Komintern dem Hitlerfaschismus abgerungen hat. Die bürgerliche Atempause durch die proletarische zu ersetzen, das ist die Lenin`sche Lehre aus der Geschichte und ist hier richtig anzuwenden. Diese beiden Linien nicht voneinander zu unterscheiden, sondern diese beiden Linien als eine Linie zu betrachten, eben das führte zur rechten Abweichung Dimitroffs und des VII. Weltkongresses. Diesen Fehler zu verteidigen, das ist die Aufgabe, die sich der Neo-Revisionismus angesichts des vor uns liegenden Kampfes gegen den Faschismus gestellt hat. Darin liegt die Gefahr des Neo-Revisionismus und darin liegt die Notwendigkeit, ihn zu bekämpfen als Voraussetzung für den Sieg über die Unvermeidlichkeit des (Sozial)Faschismus. Es versteht sich von selbst, dass wir damit auch den Sieg über die Unvermeidlichkeit des Sozialfaschismus meinen, wenn wir denn nicht verhindern konnten, dass er überhaupt noch mal die Bühne der Geschichte betritt. Neo-Revisionismus führt zu Neo-Sozialfaschismus - das wird passieren können, wenn wir gegen die Neo-Revisionisten nicht konsequent genug kämpfen. Es sind die Neo-Revisionisten, die heute vor keiner sozialfaschistischen Tat zurückschrecken, um uns aufzuhalten, noch ehe sie an die Macht gekommen sind!
Der VII. Weltkongress konnte als Grundlage des XX. Parteitags der KPdSU nur deswegen als Wegbereiter des Sozialfaschismus ausgenutzt werden (und er wurde von den Revisionisten waidlich dazu ausgenutzt und wird immer noch von den Revisionisten dazu ausgenutzt) , weil der VII. Weltkongress den historischen Fehler beging, die Beseitigung eines bestimmten, eines gegebenen Faschismus als eine Beseitigung der Unvermeidlichkeit des Faschismus überhaupt auszugeben. Die Unvermeidlichkeit beseitigen ist aber ohne Sieg der Diktatur des Proletariats nicht möglich. Einen wirklich sozialistischen Sieg haben nur die Sowjetunion und Albanien errungen, weil sie als einzige am revolutionären Kampf des Marxismus-Leninismus festhielten, ihre Diktatur des Proletariats festigten bzw. neu errichteten. Die entsprechenden Parteien der Komintern aber haben keinen sozialistischen Sieg über den Faschismus errungen. Wie sollte sie das auch können, wenn die Komintern zu einem Zeitpunkt vom geraden Weg des Marxismus-Leninismus abwich und sich auflöste, als der Faschismus noch tobte?! Ob dies vorsätzlich oder nicht geschah, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass damit insofern das Schicksal des Sozialismus besiegelt war, dass der Weltbourgeoisie IHRERSEITS ein zeitlicher Aufschub zuteil wurde, dass sie den Sozialismus »in einem Lande« dadurch erst beseitigen konnte. Was aber weder der Weltbourgeoisie noch ihrem Opportunismus jemals gelingen wird, ist, diese gewährte Atempause des Weltimperialismus auf Dauer zu verlängern, denn sie kann die Unvermeidlichkeit des Sozialismus überhaupt nicht beseitigen, die Unvermeidlichkeit des internationalen, des vollständigen Weltsozialismus ohne selber unterzugehen. Die Weltbourgeoisie kann nicht mehr mit einer zweiten Dimitroff´schen Komintern rechnen, ohne mit der Komintern/ML zu rechnen. Dieses Spiel ist jetzt historisch durchschaut und damit für immer beendet! Und wenn wir über den Sieg gegen die revisionistische Internationale Dimitroffs auch 60 Jahre gebraucht haben! Weder mit Faschismus noch mit Krieg kann die Weltbourgeoisie die Unvermeidbarkeit des Sozialismus beseitigen, wohl aber kann und wird das Weltproletariat die Unvermeidbarkeit der Herrschaft der Weltbourgeoisie beseitigen. Das ist die Grundlage unseres Kampfes und Sieges.
In einer Anweisung des EKKI vom 9. 5. 1941 an die jugoslawischen Kommunisten hieß es u.a. :
»Die kommunistische Weltrevolution muss als eine Reihe von Maßnahmen zur Erlangung der wahren Demokratie hingestellt werden.... 30% aller Führer der kommunistischen Bewegung müssen als `Frontkämpfer` für die Demokratie` auftreten... und sorgfältig darauf bedacht sein, bis zu ihrer Machtübernahme.... gute Beziehungen zu.... religiösen Kreisen zu unterhalten..« (Hoppe, Darium der Weltrevolution, Seite 261, 1967, Ilmgau Verlag Pfaffenhofen/Ilm)
Für diese historische Situation treffend formuliert ist der Ausspruch Lenins:
»Tatsache ist, dass `bürgerliche Arbeiterparteien` als politische Erscheinung schon in allen fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern entstanden sind, dass ohne entschiedenen, schonungslosen Kampf auf der ganzen Linie (einschließlich auf der antifaschistischen Einheitsfrontlinie - die Red.) gegen diese Parteien - oder auch Gruppen, Richtungen usw. - weder von einem Kampf gegen den Imperialismus ( noch von einem Kampf gegen den Faschismus- die Red.), noch von Marxismus, noch von einer sozialistischen (antifaschistischen - die Red.) Arbeiterbewegung die Rede sein kann« (Lenin Werke, Bd. 23, Seite 116, dt. Ausgabe).
»Die Opportunisten sind bürgerliche Feinde der proletarischen Revolution, die sich in Friedenszeiten in den Arbeiterparteien einnisten und ihre bürgerliche Arbeit im geheimen verrichten, sich in Krisenepochen ( also auch in der faschistischen Epoche- die Red.) aber sofort als offene Verbündete der gesamten vereinigten Bourgeoisie erweisen - von der konservativen, bis zur radikalsten und demokratischsten, von der freigeistigen bis zur religiösen und klerikalen.« (Lenin Bd. 21, alb. Ausgabe, Seite 106).
»Der innerlich verfaulte Liberalismus versucht, sich als sozialistischer Opportunismus neu zu beleben ...« (Lenin, Bd. 18, Seite 578, dt. Ausgabe).
Sicherlich, die Möglichkeit zum proletarischen Sozialismus war noch offen - und das hat Stalin erkannt. Aber nun wäre es darauf angekommen, diese Möglichkeit auch richtig zu nutzen und Stalin nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zu folgen: Aber auch diesmal das gleiche opportunistische Spiel, versperrt uns der Opportunismus den Weg, um die von Stalin eröffneten Möglichkeiten nutzen zu können! Sollten die Arbeiter der geschwächten kriegsmüden Bourgeoisie den Todesstoß versetzen, die revolutionären Gewehre zur Hand nehmen und ihre Macht erobern oder sollten sie das neue antifaschistische Volksfrontbündnis mit der Bourgeoisie fortsetzen, der Bourgeoisie wieder auf die Beine helfen und sich mit den sozialdemokratischen bürgerlichen Parteien verschmelzen. Die Chance war gegeben, aber sie wurde vertan! Stalin griff ins Ruder, aber er konnte es nicht mehr herum reißen, denn inzwischen waren die Revisionisten schon kräftemäßig herangewachsen und bereiteten ihren Machtwechsel vor. Und so geht es immer weiter, bis das Weltproletariat eben nicht mehr den Opportunisten ans Ruder lässt, sondern ihn über Bord wirft - und das ist die einzig richtige Lösung, um mit den Opportunisten fertig zu werden - runter mit ihnen vom kommunistischen Schiff! Man muss den VII. Weltkongress, man muss Dimitroffs Thesen über Bord werfen, man muss jede falsche Linie über Bord werfen, die nicht den Kurs der sozialistischen Revolution, nicht die Weltrevolution verfolgt. Heute ist nicht 1935. Die Uhr des Revisionismus ist jetzt abgelaufen, sie hat seit dem VII. Weltkongress genug Gelegenheit gehabt »für den Sozialismus zu ticken«. Es tickte aber nicht eine friedliche Uhr zum freundlichen Erwachen des Sozialismus, sondern die Zeitbombe für die Zerstörung des Sozialismus.
Die Übergangsperiode des Sozialismus vom Kapitalismus zum Kommunismus, ist eine Übergangsperiode, in der der Klassenkampf tobt, dessen Ausgang über die Frage entscheidet »wer - wen«? Dieser Klassenkampf wird vom Weltproletariat revolutionär entschieden und nicht reformistisch! Ein reformistischer Sieg über den Faschismus ist kein revolutionärer Sieg über den Faschismus. Der eine Sieg schafft den Faschismus für immer ab, der andere erzeugt erneut Faschismus. Wenn man den Reformismus also als Sieg über den Faschismus bezeichnet, muss man den Sieg des VII. Weltkongresses als reformistischen Sieg feiern. Dies würde aber gleichzeitig bedeuten, dass man die damit unweigerlich eintretende Niederlage des revolutionären Weges billigend in Kauf nimmt. Die Revolution billigend in Kauf zu nehmen, sie zu verschachern, das ist für uns Marxisten-Leninisten unmöglich. Lenin und die Komintern haben in ihrem Programm die Diktatur des Proletariats fest verankert, und gerade deswegen fallen die Opportunisten in der ganzen Geschichte des Kommunismus über diese von uns bereits genannte Formulierung von Marx her:
»Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andere. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts anderes sein kann, als die revolutionäre Diktatur des Proletariats« (Marx/Engels, Bd. 19, Seite 28, dt. Ausgabe).
Sehen wir, was Kautsky daraus gemacht hat und vergleichen wir Kautsky mit Marx anhand der Beschlüsse des VII. Weltkongresses und allem, was danach an reformistischen Volksstaat-Ideen, Volksfrontregierung, Staat der Zwischenetappe etc. entstand. Bemerkenswert ist, dass Dimitroff seine Kritik am Zwischenstaat, die er noch auf dem VII. Weltkongress aufrecht erhielt, nach dem VII. Weltkongress ohne Selbstkritik fallen ließ. Die Diktatur des Proletariats auf friedlichem Wege zu erreichen, war damit eindeutig revisionistisch:
»Zwischen der Zeit des rein bürgerlich und des rein proletarisch regierten demokratischen Staates liegt eine Periode der Umwandlung des einen in den anderen. Dem entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Regierung in der Regel eine Form der Koalitionsregierung bilden wird« (Karl Kautsky, »Die proletarische Revolution und ihr Programm«, Stuttgart 1922, Seite 106, dt. Ausgabe).
Die Klassiker haben allesamt solche Koalitionsregierungen abgelehnt:
»Die Klasse, die die politische Herrschaft erobert hat, tut dies in dem Bewusstsein, dass sie sie allein übernimmt« (Stalin, Fragen des Leninismus).
Wir Marxisten-Leninisten können niemals den revolutionären Weg irgendwelchen Zwischenzielen opfern, ohne aufzuhören, Marxisten-Leninisten zu sein! Der Geist des Opportunismus und des Versöhnlertums wurde in die Komintern getragen, an der sie zugrunde gegangen ist. So kam es dann auch zur Beerdigung der Komintern 1943 - in aller Stille - ohne Trauerfeier, ohne Trauergäste - nicht einmal die Kinder und Angehörigen waren geladen, - keiner weinte der Komintern eine Träne nach, alle ergaben sich dem Schicksal ihrer Auflösung, ohne dabei rot zu werden. Wir Marxisten-Leninisten sind die einzigen, die getrauert haben und mit uns das Weltproletariat und die Völker, die ihre Hoffnungen auf die Komintern begraben mussten. Aber wir wollen uns mit Trauern allein nicht abfinden und können uns auch nicht damit abfinden. Wir wollen, dass die Komintern lebt! Sie kann aber nur weiterleben in der neuen Komintern/ML. Und das rufen wir der Welt zu: schließt euch an, um mit uns den Verrat der Revisionisten zu beenden, denn er dauert noch an! Nur vereinigt können wir den Revisionismus schlagen. Spaltung ist das Geschäft des Revisionismus, Einheit ist unsere Sache. Manchmal muss man spalten (und dies nicht zu tun, war eine der menschewistischen Sünden der deutschen linken Sozialdemokraten), um sich vom Opportunismus zu befreien und um sich so als revolutionäre Kraft zu vereinigen. Das müssen wir auch diesmal tun. Wir müssen uns von den Neo-Revisionisten in unserer Bewegung abspalten, sonst werden wir die Einheit gegen den Revisionismus niemals erreichen, jedenfalls nicht die marxistisch-leninistische Einheit, und das ist die einzige Einheit, für die wir bereit sind zu kämpfen - dafür aber auch mit Hingabe unserer ganzen Kraft, und eben dafür brauchen wir jetzt die Hilfe von allen proletarischen Internationalisten der Welt!
In der Geschichte der Menschheit ist nicht das erste Mal der Fall eingetreten, dass eine neue herrschende Klasse wieder von der alten besiegt wurde, wodurch die alte Herrschaftsordnung für einen kürzeren oder längeren Zeitraum zurück erobert wurde und es den aufstrebenden Klassen erst im zweiten Anlauf gelang, die alten Klassen endgültig zu besiegen, d.h. zu vernichten und ihre Gesellschaftsordnung aufzubauen. Die Übergangsperiode des Sozialismus ist auf diese Weise auch in zwei Etappen zerrissen worden - zerrissen durch den REVISIONISMUS. Er hätte zweifellos besiegt werden können, wenn das noch junge sozialistische Schiff um alle gefährlichen Klippen ans andere Ufer gelenkt worden wäre mit der Unterstützung des Weltproletariats und der Völker der Welt. Gesiegt hat der Revisionismus. Warum? Weil er den bequemeren, den friedlichen, den ungefährlicheren Weg zum Sozialismus wählte, den es nicht gibt, weil er im Kapitalismus endet. Weil er für den »friedlichen« Weg zum Sozialismus Zugeständnisse an die Bourgeoisie machen musste, diese nicht zu vernichten und ihre Herrschaft nicht anzutasten. Weil er der alten Gesellschaftsordnung Gelegenheit gab, sich wieder zu erheben und das Ruder herum zu reissen und wieder Kurs auf das alte Ufer des Kapitalismus zu nehmen. Weil er versprechen musste, das Proletariat vom revolutionären Weg abzuhalten und vom Marxismus-Leninismus abzuschwören. Einige Kommunisten wurden schwach, bekamen Angst vor dem Faschismus, scheuten das Risiko der sozialistischen Revolution, gingen den Entscheidungsschlachten aus dem Wege, zogen sich in ruhigere Gewässer des Klassenkampfes zurück und landetet im SUMPF, im Sumpf des Opportunismus. Oder sie setzten dem Opportunismus nicht genügend Widerstand entgegen, klammerten sich an der sozialistischen Fahne fest in der Hoffnung, das allein ihr unerschütterlicher Glaube an den Sozialismus, an Stalin, dem Schiff Flügel verleihen würde und durch die Wolken ans andere Ufer fliegen würde. Anstatt das Ruder fest in der Hand zu behalten, überließen sie es den Opportunisten und die steuerten bekanntlich Ziele des Augenblickerfolges an, um das Endziel zu verraten und zu opfern. So war der Sieg gegen den Faschismus nur ein halber Sieg, ein Sieg auf Zeit, denn es war ein Sieg zusammen mit derjenigen Klasse, die heute erneut ihren Faschismus errichtet - ohne Sozialismus. Deswegen können wir uns mit so einem halben Sieg diesmal NICHT MEHR ABSPEISEN lassen, weil wir nicht den SOZIALISMUS AUF ZEIT wollen ( wir haben ihn immer abgelehnt!), der wieder im Kapitalismus endet, sondern wir Marxisten-Leninisten wollen DEN DAUERHAFTEN SOZIALISMUS ( ohne Bourgeoisie ), der im KOMMUNISMUS endet!! Wie aber hieß der Kapitän dieses stolzen Schiffes mit Namen »Komintern«? Er blieb sich als Kapitän treu und sank tapfer auf den Grund des Meeres, seine Mannschaften verhalf er dazu, die rettenden Häfen in den jeweiligen Ländern aufzusuchen - das waren aber nicht die sozialistischen Häfen, die hießen nur so. Es waren im Wesen kapitalistische Häfen, vor deren Hafeneinfahrten stolz der Name »Faschismus« ausradiert wurde, um es durch ein »neues« Schild - »Sozialfaschismus« zu ersetzen.
Wir sagen also nicht, der VII. Weltkongress sei schon revisionistisch gewesen, bereits entartet, nein, wer uns das unterstellt irrt sich gewaltig. Den positiven Teil des VII. Weltkongresses nicht zu verstehen, wäre ein großer Fehler. Aber wir sagen: Er bereitete auch den Boden für den Revisionismus. Er war bereits zu einer gefährlichen rechten Abweichung geworden. Und wir sagen, dass dieser Entartungsprozess bereits in der Komintern begonnen hatte, dass er Wurzeln schlagen konnte, dass er auf fruchtbaren Nährboden fiel, worauf der Revisionismus gedeihen und sich später zur Macht über den Sozialismus entfalten konnte, um dann zum Schluss in den heutigen Fäulnisprozess überzugehen. Das ist doch ein Unterschied! Wer die Abweichung hin zum Revisionismus mit dem bereits vollzogenen Revisionismus gleichsetzt, ist ein Sektierer. Und den werden wir bekämpfen. Wer diesen Unterschied nicht sehen will, macht einen großen politischen Fehler, denn wir schließen die Möglichkeit und die Notwendigkeit nicht aus - und dürfen das als Marxisten-Leninisten auch gar nicht - , den Kampf gegen die Abweichung siegreich zu beenden durch die Beseitigung der Abweichung. Das können wir, solange wir die Mehrheit haben. Dieser Kampf ist von der Komintern aber nie zu Ende geführt worden, konnte auch nicht zu Ende geführt werden, weil sie sich vorher auflöste. Das heisst aber nicht, dass dieser Kampf gegen die Abweichung heute getrost zusammen mit der Komintern im Grabe ruhen bleiben kann. Das könnte den Revisionisten so passen! Im Gegenteil, damit würden wir doch jeder neuen Abweichung immer wieder hilflos gegenüberstehen, würde uns das Gleiche passieren, was der Komintern passiert ist und alles was ihr folgte. Das können nur die Revisionisten wollen. Nein, dieser Kampf muss zu Ende geführt werden und hätte schon lange zu Ende geführt werden können, und da leisten wir Selbstkritik. Das Weltproletariat kann uns zu Recht vorwerfen, dass wir uns viel zu viel Zeit gelassen haben, aber keiner kann uns heute mehr den Vorwurf machen, wir hätten den Kampf gegen die Abweichung des VII. Weltkongresses aufgegeben und für immer fallen gelassen. Deswegen werden wir ja gerade von den Revisionisten kritisiert, weil wir die »Toten« nicht ruhen lassen! Wir können aber gar keine Toten ruhen lassen, denn die Komintern ist nie gestorben, sie ist nur zeitweilig aufgelöst worden (zeitweilig auflösen kann falsch sein, aber für immer auflösen ist falsch!). Diese Zeit haben wir nun mit der Gründung der Komintern/ML beendet, ob es den Revisionisten nun passt oder nicht! Jede neue Komintern oder wie auch immer sie heißen möge, wäre keine marxistisch-leninistische Internationale, wäre nicht die Fortsetzung der revolutionären Linie der Komintern, sondern nur die Fortsetzung ihrer rechten Abweichung, denn es hat nie zwei Kominterns nebeneinander gegeben und es wird auch keine zwei Kominterns oder mehrere nebeneinander geben können, weil das Weltproletariat nicht teilbar ist, weil es nur ein Weltproletariat gibt und nicht zwei oder mehrere nebeneinander!
Wer aber behauptet, der VII. Weltkongress hätte eine “feste marxistisch-leninistische Basis” , wäre die “Linie Stalins”; und wer also den VII. Weltkongress als “marxistisch-leninistischen Kongress” zu verteidigen versucht, ohne zu erkennen, dass er als rechte Abweichung den zentristischen Boden für den Revisionismus vorbereitete, der hat nicht begriffen, dass der heutige Kampf gegen die alte rechte Abweichung des VII. Weltkongresses ein Kampf gegen den Neo-Zentrismus darstellt, der den Boden für den Neo-Revisionismus in der Komintern/ML vorzubereiten versucht. Wer unsere berechtigte Kritik an Dimitroff abschwächt oder übertreibt, der verschließt nicht nur seine Augen vor der revisionistischen Ursache der Vernichtung des Sozialismus wie sie durch die Geschichte nun mal nicht geleugnet werden kann, sondern der betätigt sich - ob er will oder nicht - als Zentrist und damit als Verteidiger der Revisionismus. Wer aber den Revisionismus vermittels “Marxismus-Leninismus” zu verteidigen sucht, der ist ein NEO-REVISIONIST, der landet wieder im revisionistischen Sumpf, ob er das nun will oder nicht. Wir wollen aber nicht im revisionistischen Sumpf enden, wir wollen ihn trocken legen und gerade deswegen müssen wir auch den Neo-Revisionismus vernichten, vernichten und nicht nur schlagen. Das heisst, wir dürfen ihm keine Atempause gönnen, um wieder zu erstarken und uns ein zweites oder drittes Mal zu besiegen. Denn geben wir ihm durch das Versöhnlertum wieder Gelegenheit, eines Tages sein Unwesen zu treiben, dann haben wir wieder und immer wieder Revisionismus. Wer also den Revisionismus vernichten will, muss vor allem den Neo-Revisionismus vernichten, und zwar sowohl den ganz bestimmten Neo-Revisionismus, der dem bestimmten modernen Revisionismus historisch gefolgt ist, als auch jedem gesetzmäßig auftretenden, also dem generellen Neo-Revisionismus, der sich aus generell jedem vorangegangen Revisionismus häutet. Dass der Revisionismus sich immer wieder häutet, ist eben sein Entwicklungsgesetz, das solange wirkt, wie auch die Klassen wirken, die ihn zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft einsetzen. Kann man eine marxistisch-leninistische Haltung gegenüber dem VII. Weltkongress noch klarer definieren? Wir glauben kaum, dass noch Missverständnisse möglich sind, es sei denn sogenannte »Missverständnisse«, mit denen die Klarheiten wieder zerredet werden sollen. Unsere Meinung über den VII. Weltkongress halten wir für stichhaltig und überzeugend genug, um den Marxisten-Leninisten heute die notwendige Zeit zu geben, um die Vorwürfe sachlich zu prüfen und die Differenzen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Die marxistisch-leninistische Haltung und die neo-revisionistische Haltung zukünftig weiter als eine gemeinsame, als gleiche, übereinstimmende Haltung darzustellen, diesen lähmenden Zustand haben wir jetzt beendet und mussten wir beenden, damit wir auf geradem Kurs vorwärts schreiten können. Man mag uns durchaus vorwerfen, die Kritik am VII. Weltkongress nicht exakt genug vorgenommen zu haben, man mag uns durchaus Fehlerhaftigkeit und Schwächen unsrer Kritik vorwerfen können, aber man wird uns niemals vorwerfen können, die marxistisch-leninistische Weltbewegung auf die Fehler des VII. Weltkongresses aufmerksam gemacht zu haben und damit den Daumen auf die Wunde zu legen, die der internationale Revisionismus in die Komintern geschlagen hat, und an der sie verblutet ist.
Stalin warnte schon 1928 - zu einer Zeit, wo er auf dem VI. Weltkongress sehr aktiv war - in seiner Schrift »Über die rechte Gefahr in der KPdSU (B)« vor Leuten , »die bestrebt sind, den Kommunismus dem Sozialdemokratismus anzupassen. Ein Sieg der rechten Abweichung in den Kommunistischen Parteien der kapitalistischen Länder würde den ideologischen Zusammenbruch der kommunistischen Parteien und eine gewaltige Stärkung des Sozialdemokratismus bedeuten . Es ist dies eine Stärkung und Festigung des Kapitalismus, denn die Sozialdemokratie ist die Hauptstütze des Kapitalismus in der Arbeiterklasse.« Und Stalin stellte den weitblickenden Zusammenhang mit der rechten Gefahr in der Sowjetunion her: «Die rechte Abweichung im Kommunismus bedeutet....,von der Generallinie unserer Partei zur bürgerlichen Ideologie hin abzuschwenken... Ein Sieg der rechten Abweichung ... bedeutet die Schwächung der proletarischen Diktatur und die Erhöhung der Chancen für die Wiederherstellung des Kapitalismus« (Stalin Werke, dt. Ausgabe, Bd. 11, Seite 199-201)
Diese Wahrheit lässt sich auch auf die Generallinie der Komintern übertragen. Dimitroff rechnete durch den Faschismus hingegen mit einem Revolutionsprozess innerhalb der Sozialdemokratie, teilte die Sozialdemokratie in einen fortschrittlichen und reaktionären Teil auf, ja sogar in einen reaktionären und einen fortschrittlichen Teil der Führung der Sozialdemokratie, um sich mit dem linken Flügel vereinigen zu können. Seit dem Verrat der II. Internationale hat es aber nie linke Führer mehr in der Sozialdemokratie gegeben und man wird darauf bis zum Sankt Nimmerleinstag warten müssen. Sich dem »linkesten« Flügel der Sozialdemokraten und dem »linkesten« Flügel der II. Internationale anzunähern, dass war die Ausgangsposition zur Klassenversöhnung - eine klassische zentristische Position der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses. Das Problem war, die Beschlüsse des VII. Weltkongresses einerseits so zu fassen, dass der Kommunismus dem Sozialdemokratismus angepasst werden konnte, und andererseits der Tradition der Komintern verbunden zu bleiben. Das aber konnte nur auf eine Versöhnung zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten hinauslaufen mit den verheerenden Folgen, vor denen Stalin 1928 gewarnt hatte. Ein wirklich revolutionärer Prozess innerhalb der Sozialdemokratie hätte den linken Flügel der Sozialdemokratie veranlasst, die sozialdemokratische Partei zu spalten, hätte die revolutionären sozialdemokratischen Arbeiter veranlasst, die Sozialdemokratische Partei aus Protest zu verlassen, um geschlossen zum Kommunismus überzulaufen. So wollte der VII. Weltkongress die Sache aber nicht verstanden wissen.
Die Einheitsfronttaktik ermöglicht den Kommunisten, ihre Einflussmöglichkeiten zu erweitern und breiteste Schichten zu gewinnen, aber man darf diese Taktik nicht auf die Ideologie übertragen. Es kann keine ideologische Einheitsfront geben. Das wäre ein schädlicher Irrtum. Einheitsfront in der Ideologie der Arbeiterklasse kann ja nur heißen, die proletarische Ideologie mit der Ideologie anderer Klassen zu teilen. Die Ideologie der Arbeiterklasse ist aber nicht teilbar, genauso wenig wie die Arbeiterklasse teilbar ist. Das heisst, dass wir in der Einheitsfronttaktik gegen Faschismus und Krieg niemals die Waffe des ideologischen Kampfes gegen die Bourgeoisie, gegen den Sozialdemokratismus, Revisionismus, Opportunismus usw. einstellen dürfen. Im Gegenteil, gerade in der Einheitsfrontsituation muss der volksfeindliche reaktionäre Charakter der bürgerlichen Ideologie verschärft werden, niemals darf er abgeschwächt werden. Erst wenn die revolutionären sozialdemokratischen Arbeiter den Standpunkt des Kommunismus gegenüber der Sozialdemokratie vertreten, kann man von Einheitsfront im kommunistischen Sinne sprechen und nicht, wenn die sozialdemokratischen Arbeiter und die kommunistischen Arbeiter die Ideologie des Kommunismus und des Sozialdemokratismus miteinander verschmelzen.
Einen revolutionären Standpunkt nahmen damals die Arbeiter der USPD ein, die sich mit dem Spartakusbund der Genossen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zur VKPD vereinigten und gemeinsam die KPD als größte Sektion der Komintern außerhalb der Sowjetunion aufbauten. Diese revolutionäre Einheitsfront stellte Ernst Thälmann her, der neben Stalin den Ehrenplatz in der Komintern erhielt. Ernst Thälmann hat diesen Ehrenplatz mit der Auflösung der Komintern niemals verloren - ihm gebührt dieser Ehrenplatz von nun ab in der Komintern/ML.
Man konnte zu Lenins und Stalins Zeiten nicht auf die Sozialdemokratie zugehen, ohne den Marxismus zu verlassen. Es war damals unmöglich, dem Faschismus den Garaus zu machen, ohne dem Sozialdemokratismus den Garaus gemacht zu haben. Faschismus und Sozialdemokratismus waren verwandte Brüder, die stets in enger Zusammenarbeit die Herrschaft des Imperialismus unterstützten:
»Durch die Entfaltung ihres unversöhnlichen Kampfes gegen die Sozialdemokratie, dieser Agentur des Kapitals in der Arbeiterklasse, durch die Zerschlagung aller und jeder Abweichungen vom Leninismus, die Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie sind, haben die Kommunistischen Parteien gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Es ist notwendig, dass sie auf diesem Wege endgültig festen Fuß fassen. Können sie doch nur unter dieser Bedingung darauf rechnen, die Mehrheit der Arbeiterklasse zu erobern und das Proletariat erfolgreich auf die kommenden Klassenschlachten vorzubereiten. Kann doch nur unter dieser Bedingung auf ein weiteres Steigen des Einflusses und Ansehens der Kommunistischen Internationale gerechnet werden.« (Stalin, »Politischer Bericht des Zentralkomitees an den XVI. Parteitag«, Band 12, Seite 222-223, 1930, dt. Ausgabe der KPD/ML). Es wird klar, was hier gemeint ist, der Kampf gegen den Faschismus. Und es wird auch klar, wer diesen Standpunkt Stalins verlassen hatte.
Die Partei der Bolschewiki kämpfte während ihrer ganzen Geschichte unermüdlich gegen den Sozialdemokratismus, so wie Enver Hoxha und die Partei der Arbeit in ihrer ganzen Geschichte unermüdlich gegen den Revisionismus kämpften. Das ist dieselbe historische Weltkampflinie, an der Marx mit der I. Internationale gegen den Anarchismus stand und die Komintern/ML heute gegen den Neo-Revisionismus. Stets wurde der Verlauf des Opportunismus vorausgesehen. So erkannte Stalin bei der Charakterisierung des Kominternprogramms nicht wie Dimitroff das Schwergewicht im Kampf gegen das »Sektierertum«, sondern ortete die Sozialdemokratie als Hauptfeind des Kommunismus:
»Der Entwurf richtet den Hauptangriff gegen die Sozialdemokratie als Hauptstütze des Kapitalismus in der Arbeiterklasse und als wichtigsten Gegner des Kommunismus, wobei er feststellt, dass alle übrigen Strömungen in der Arbeiterklasse (Anarchismus, Anarchosyndikalismus, Gildensozialismus usw.) ihrem Wesen nach besondere Erscheinungsformen dieses Sozialdemokratismus sind« (Stalin, Werke Bd. 11, Seite 203/204, russ.)
Nach dem Sieg der Oktoberrevolution und der Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion war die Sozialdemokratie gezwungen, eine anti-marxistische Haltung einzunehmen, wurde sie von der alten klassischen Position des Marxismus verdrängt. Als die Diktatur des Proletariats in Albanien über den Revisionismus siegte, war der Revisionismus gezwungen, seine marxistisch-leninistische Position zu verlassen, übernahm er die Position des Sozialdemokratismus, der nun seinerseits den offenen reaktionären imperialistischen Standpunkt vertritt. Nach dem Sturz der Diktatur des Proletariats in Albanien entstand eine neue Situation. Der Sozialdemokratismus und der Revisionismus haben ihre historische Aufgabe erfüllt. Jetzt, wo die Weltbourgeoisie wieder unumschränkt herrscht, wird sie gefahrlos mit dem Marxismus-Leninismus wieder kokettieren können, insbesondere was die Frage der Weltrevolution und die Kommunistische Internationale angeht. Es ist also zu erwarten, dass die Bourgeoisie eine neue Agentur innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung aufzubauen versucht, mit dem Ziel, sie durch Verfälschungen der marxistisch-leninistischen Theorie insbesondere in der Frage der Weltrevolution, der Weltdiktatur des Proletariats und der Kommunistischen Internationale irrezuleiten, denn das sind heute die wichtigsten Fragen der Bewegung, von deren Lösung alles andere abhängt. Die Weltbourgeoisie hat spätestens mit der Gründung der Komintern/ML begriffen, dass der Weltbourgeoisie eine neue Gefahr droht, und dass sie diese Gefahr im Siegesrausch gegen den Kommunismus bisher unterschätzt hat. Sie täuscht sich, wenn sie glaubt, dass ihr Sieg des »Unglaubens an den Sozialismus« ewig andauert, woran sie so angestrengt gearbeitet hat. Dies sind sehr wichtige Hinweise, die wir den Marxisten-Leninisten heute mit auf den Weg geben. Die Neo-Revisionisten haben das begriffen, und so versuchen sie fieberhaft, im Weltmaßstab Fuss zu fassen, um eine internationale »marxistisch-leninistische« Einheitsfront zustande zu bringen. Darin besteht eine große Gefahr, wie wir das in deren Haltung zum Kosova erlebt haben und noch an vielen anderen Kampffronten erleben werden. Sie sind nicht nur gefährliche Strömungen in ihren eigenen Ländern, sondern eine internationale Agentur im Lager des Weltimperialismus. Insbesondere dienen sie den Interessen der US-Imperialisten und ihren schärfsten Konkurrenten als Spalter und Desorganisatoren in der marxistisch-leninistischen Bewegung. Und deswegen müssen wir gegen diese Gefahr nicht nur mit aller Entschiedenheit, sondern auch mit der Ausarbeitung der marxistisch-leninistischen Theorie kämpfen. Mit unseren alten Schützengräben kommen wir nicht weiter, weil sie von der Bourgeoisie geschleift wurden. Wir müssen also neue ideologische Schützengräben ausgraben - internationale Schützengräben in einer internationalen Kampflinie, um den Feind von allen Seiten auf jedem Punkt der Erde anzugreifen. In diesem Licht müssen wir auch den Kampf gegen Dimitroff und seinen VII. Weltkongress erhellen. Gelingt es uns, in der Dimitroff- Frage einen Sieg davonzutragen, dann haben wir es den Neo-Revisionisten unmöglich gemacht, sich in diesem neuen Schützengraben bei uns einzunisten und uns als »Sektierer« rauszuwerfen. Nachdem sie schon lange mit dem Geist der Komintern gebrochen hatten, müssen sie nun auch das Banner der Komintern verlassen und sind gezwungen, offen gegen die weltrevolutionäre Generallinie der Komintern/ML aufzutreten. Man kann sich heute nicht mehr Marxist-Leninist nennen, ohne sich vom Neo-Revisionismus abzugrenzen, ohne die Komintern/ML zu unterstützen, denn sie ist zum einzigen Träger des Marxismus-Leninismus, zum einzigen Bollwerk der Weltrevolution geworden.
Wenn man die Warnungen Stalins trotzdem nicht Ernst nimmt und einen bürgerlichen mit einem sozialistischen Revolutionsprozess unbedingt verschmelzen will, dann kommt dabei kein proletarischer Sozialismus, sondern nur ein bürgerlicher Sozialismus heraus. Das aber wäre ein Betrug am Proletariat, ein Betrug an der sozialistischen Revolution, ein Betrug an der Diktatur des Proletariats. Die Volksfrontregierung konnte also nur eine Regierung auf Zeit sein, wo sich die Kommunisten verpflichten, auf die sozialistische Revolution zu verzichten, bis die Diktatur des Faschismus beseitigt und die bürgerliche Demokratie wieder hergestellt ist. Die bürgerliche antifaschistische Einheitsfront ist eine Front zur Beseitigung des konterrevolutionären faschistischen Terrors mit dem Zugeständnis, des Proletariats, seinerseits auf den roten Terror, also auf die revolutionäre Gewalt zu verzichten, d.h. nicht nur auf die Gewalt der sozialistischen Revolution, sondern damit auch auf die Gewalt der Diktatur des Proletariats. Das bedeutet zeitweilige Anerkennung der Herrschaft der Bourgeoisie. Die bürgerliche antifaschistische Einheitsfront ist ein Waffenstillstand, ein Burgfrieden zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf Zeit. Deswegen verpflichtete der VII. Weltkongress alle Sektionen mit ihren Beschlüssen, diesen Waffenstillstand diszipliniert einzuhalten. Deswegen wurde jeder als Sektierer und Verräter verurteilt, der diesen Waffenstillstand bricht und trotzdem zu den revolutionären Waffen greift. Wenn dieser Waffenstillstand dem Proletariat dazu verholfen hätte, seine Kräfte zu regenerieren, um besser gerüstet den Weg der Oktoberrevolution zu Ende zu gehen, könnten wir dieser Linie zustimmen - das hat auch Stalin so gesehen und später auch Enver Hoxha, und deswegen haben sie den VII. Weltkongress auch nicht öffentlich kritisiert. Die Verhältnisse zeigten sich tatsächlich nach dem 2. Weltkrieg als günstig für die Revolution - nicht nur dank der Roten Armee. Das heisst aber nicht, dass sie die rechte Abweichung der Komintern gebilligt hätten. Stalin und Enver Hoxha haben sich bis zu ihrem Tod niemals auf irgendeine Position der rechten Abweichung gestellt, sondern diese vehement bekämpft. Und hier muss man den feinen Unterschied beachten, um in der Dimitroff-Frage weder ins falsche Fahrwasser zu geraten, noch in eine rechte oder »linke« Ecke geschoben zu werden: Der VII. Weltkongress war - wenn man ihn nicht in einem Entwicklungsprozess betrachtet, sondern losgelöst und abstrakt - ein Weltkongress, den man noch hätte zum Marxismus-Leninismus wenden können, wenn man ihn radikal von seiner Rechtslastigkeit befreit hätte. Er enthielt »abgespeckt« ( oder besser gesagt hatte die marxistisch-leninistische Linie zu viel Fett angesetzt!) noch wesentliche Merkmale für eine revolutionäre Politik, aber die mit revolutionären Phrasen gespickte rechte Abweichung war absolut dominierend. Sie grenzte sich in Worten zwar ab gegen »links«, (Prinzipielle Ablehnung jeglicher Teilnahme an einer revolutionären Regierung), als auch gegen rechts ( Verzicht auf den bewaffneten Aufstand unter der Führung der kommunistischen Partei unter den Bedingungen der Teilnahme an einer revolutionären Regierung - wobei dies eben der Weg war, den die Komintern nach dem VII. Weltkongress tatsächlich praktisch eingeschlagen hat). Aber wenn man den historischen Entwicklungsprozess zum Revisionismus betrachtet, kann und muss man ihn als Sprungbrett zum aufkommenden modernen Revisionismus betrachten, denn alles, was im EKKI vorher geschah und alles was nachher geschah, deutete darauf hin, dass die rechte Abweichung gezielt dazu eingesetzt wurde, um sich vom Sozialismus zu verabschieden und ins bürgerliche Lager hinüberzuwechseln, und zwar in einer marxistisch getarnten Weise, weil es anders gar nicht ging, solange in der Sowjetunion die Diktatur des Proletariats unter der Führung des Genossen Stalin herrschte. Dieser »kleine« Unterschied ist es, aus dem man seine Lehren ziehen muss. Und dass Stalin später den VII. Weltkongress öffentlich kaum noch in den Mund nahm. Oder gibt es Dokumente darüber, dass er in aller Öffentlichkeit den VII. Weltkongress später irgendwann einmal als »Meilenstein« des Marxismus-Leninismus lobte? Weder auf dem XVIII. noch auf dem XIX. Parteitag der KPdSU[B]), auf denen Stalin auftrat, wurde die Komintern auch nur mit einem einzigen Wort erwähnt! Mit der Beurteilung der Beschlüsse allein, lässt sich dieser »kleine« Unterschied sicherlich nicht scharf genug erkennen. Der Verrat begann also nachweisbar und offensichtlich erst in dem Moment, wo man den friedlichen Weg praktisch einschlug. Es war schon während der Vorbereitungen des VII. Weltkongresses bei den meisten Führern Zweifel an dem Sieg des gewaltsamen Weges aufgekommen, fühlte sich das EKKI in Moskau sicher und geborgen, denn sie waren alle nicht aus dem alten bolschewistischen Holz geschnitzt wie Stalin, um den Anforderungen der Fortsetzung der Oktoberrevolution in der ganzen Welt nicht gewachsen. Sie spekulierten auf die Kraft der Sowjetunion, um die Opfer auf dem eigenen Weg der Oktoberrevolution zu umgehen. An der Vorbereitung des VII. Weltkongresses arbeiteten besonders diejenigen fieberhaft an dem neuen Einheitskurs, die später auch ihre Parteien in ihrem eigenen Land verrieten. Dass sich alle diese Führer schon vor dem VII. Weltkongress einig waren, zeigte die eingeschworene »Geschlossenheit« der rechten Abweichung auf dem VII. Weltkongress. Da hatte es keinen zu geben, der aus der Reihe tanzt und die rechte Abweichung offen kritisiert. Da ließ sich schon im Ansatz der typisch revisionistische Charakter der späteren revisionistischen Parteitage erahnen, die marxistisch-leninistische Kritik wütend und erbarmungslos als »Sektierertum« etc. bekämpften.
Die Bourgeoisie schafft den Weg nicht von allein aus dem Faschismus heraus. Dazu braucht sie das Proletariat und seine Verbündeten. Mehr als bürgerliche Demokratie kann dabei nicht herauskommen, selbst wenn sie sich ein sozialistisches Mäntelchen umhängt, bleibt sie im Wesen bürgerlicher Sozialismus.
»Die Praxis hat bewiesen, dass die Politiker innerhalb der Arbeiterbewegung, die der opportunistischen Richtung angehören, bessere Verteidiger der Bourgeoisie sind, als die Bourgeoisie selbst. Hätten sie nicht die Führung der Arbeiter in der Hand, so könnte sich die Bourgeoisie nicht behaupten (...) Hier steht unser Hauptfeind, und diesen Feind müssen wir besiegen« (Lenin, Bd. 31, Seite 219, dt. Ausgabe).
Wenn das Proletariat und seine Verbündeten unter der Führung der Kommunistischen Partei nicht weiter marschieren zum Sozialismus, indem sie die Diktatur der Bourgeoisie gewaltsam beseitigen, dann bleibt diese bis zum nächsten Faschismus erhalten und das Ganze beginnt wieder von vorn. Die Agenturen der Weltbourgeoisie in der Arbeiterweltbewegung bereiten den Weg für den Weltfaschismus wieder vor, um danach genauso den Weg für ein antifaschistisches Bündnis mit dem Weltproletariat zu suchen zur Überwindung des Weltfaschismus bei Aufrechterhaltung der Macht der Bourgeoisie. Wenn ihr das nicht gelingt, wird sie versuchen, in die Weltmacht des Proletariats einzudringen. Gelingt ihr das, wird sie den Weltsozialismus auf dem Wege des Weltsozialfaschismus zerschlagen, um der Weltbourgeoisie wieder zur Macht zu verhelfen. Die Bourgeoisie - mag sie die demokratischste und republikanischste der ganzen Welt sein, wird sich beim Proletariat niemals für die Befreiung vom Faschismus bedanken, wird sich niemals für deren zeitweiligen Verzicht auf die sozialistische Revolution bedanken, indem es dem Proletariat den Sozialismus auf friedlichem Wege erlaubt, denn sie wird immer die Interessen und die Macht ihrer eigenen Klasse verteidigen und sie niemals freiwillig an das Proletariat abgeben. Dem Proletariat aber Hoffnungen in dieser Richtung zu machen und dem Proletariat die Möglichkeit des friedlichen Übergangs zum Sozialismus zu versprechen, das wäre ein Verrat der Kommunisten an der Arbeiterklasse und dazu waren nur die Revisionisten fähig. Deswegen verfolgten und beseitigten sie die Kommunisten.
Die Speerspitze des Faschismus richtet sich gegen das revolutionäre Proletariat, dem Totengräber des sterbenden, faulenden und parasitären Kapitalismus. Daher muss sich der Kapitalismus, wenn er überleben will, mit Hilfe des Faschismus vor allem gegen das Proletariat an der Macht richten, weil der Sozialismus der schlimmste Feind des Faschismus ist. Das sozialistische Land gibt dem antifaschistischen Kampf der Arbeiterklasse die nötige Hilfe und Unterstützung, um sich vom Faschismus durch die sozialistische Revolution zu befreien. Das Weltproletariat und die unterjochten Völker der Welt kämpfen gemeinsam mit dem sozialistischen Land an der Spitze für die Verwirklichung der sozialistischen Revolution in den kapitalistischen Ländern und für den Sieg der antifaschistischen Volksrevolutionen in den unterjochten Ländern. Der gemeinsame Kampf richtet sich gegen alle faschistischen Länder und deren Verbündete. So verzweigt sich dieser Kampf gegen den Faschismus immer mehr, werden immer mehr in diesen Kampf hineingezogen, bildet sich eine riesige Weltfront gegen den Faschismus. Aus dem Kampf gegen einen bestimmten Faschismus wird ein Kampf gegen den Faschismus überhaupt, wird ein Kampf geführt für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus, wird ein Kampf für die Weltrevolution geführt, der auf die Beseitigung des Weltimperialismus gerichtet ist. Das ist der bolschewistische Weg, der Weg Lenins und Stalins. Dieser Weg aber wurde vom VII. Weltkongress verlassen. Je weiter dieser sich auf den rein demokratischen Kampf konzentrierte, desto mehr verlor er das Ziel der sozialistischen Weltrevolution aus den Augen. Für die Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse zu kämpfen, ist eine ehrenvolle und gerechtfertigte Aufgabe, Diese Aufgabe hat die Komintern erfüllt und dafür verteidigen wir sie, aber dies als Weg zum Sozialismus ausgegeben zu haben, dafür kritisieren wir den VII. Weltkongress. Beim jetzigen erneuten Kampf werden wir einen weiteren Schritt nach vorne tun und nicht eher auseinandergehen, bis wir gemeinsam der Weltrevolution zum Sieg verholfen haben. Worüber wir Marxisten-Leninisten allerdings prinzipiell niemals unterschiedlicher Meinung sein können, ist die Ehrlichkeit gegenüber dem Weltproletariat. Wir dürfen dem Weltproletariat keinen Sozialismus verkaufen, der sich in Wahrheit im Besitz der Bourgeoisie befindet. Der Sozialismus darf auch nicht so geschwächt werden, dass es der Bourgeoisie gelingt, ihn in Besitz zu nehmen. Das Proletariat hat die Lehren aus diesen Betrug durch den Sozialfaschismus teuer bezahlt. Es gibt keine Umstände und keinen Zeitpunkt, wo wir Kommunisten den ehrlichen Standpunkt gegenüber dem Weltproletariat verlassen dürfen. So betrachten wir diese prinzipielle Haltung nicht allein aus der damaligen Situation des VII. Weltkongresses heraus, sondern im Rückblick auf eine leidvolle Geschichte des revolutionären Weltproletariats, das durch den Verrat der Revisionisten betrogen wurde, deren Spuren wir verfolgten und die im VII. Weltkongress endeten. Auf dem Wege des VII. Weltkongresses konnte der Sozialismus nicht verwirklicht werden. Wenn wir das gelernt haben, dann haben wir schon sehr viel gelernt. Der Kommunistischen Internationale müssen Parteien angehören, die willens und fähig sind, ausschließlich auf dem Boden des Marxismus-Leninismus für die Weltrevolution zu kämpfen und die Fehler des VII. Weltkongresses nicht wiederholen. Eine Komintern wird diese ehrenvolle Aufgabe nur erfüllen, wenn sie von wahrhaft marxistisch-leninistischen Parteien geleitet wird, die nicht vom Marxismus-Leninismus abweichen, nicht schwanken und die nicht auf halbem Wege stehen bleiben und kapitulieren.
So waren es nicht die “Helden des VII. Weltkongresses” mit ihrer Anbiederung an den Sozialdemokratismus, sondern Stalin und eben die BEWAFFNETE (!) Rote Armee, die nicht nur den imperialistischen Krieg beendete, sondern auch den Faschismus siegreich schlug - für die Vernichtung des gesamten Weltimperialismus hatte die Weltlage noch nicht gereicht, sonst hätte Stalin diese Aufgabe auch gelöst und wäre mit seinen Truppen bis zum Atlantik marschiert! Es war - trotz der rechten Abweichung der Führer des VII. Weltkongresses - das Sowjetvolk unter der Führung von Stalin, es war die BEWAFFNETE Diktatur des Proletariats, die das wahre Fundament für den Sieg der Einheitsfront aller antifaschistischen Kräfte der Welt legte, auf dem neue sozialistische Staaten, ein sozialistisches Lager entstehen konnte. Das zeigt, dass der bewaffnete (!) Kampf für die Diktatur des Proletariats, die Errichtung der Diktatur, den Faschismus beseitigen kann. Alles andere führt auf die eine oder andere Weise wieder im Laufe der Zeit zu neuen Formen des Faschismus - und diesmal ist da keine Rote Armee in Sicht, müssen also neue Diktaturen des Proletariats erst einmal geschaffen werden, möglichst in den Ländern, in denen sich der Faschismus entwickelt- und eben das heisst, den Weg des VII. Weltkongress zu verlassen und den Weg der sozialistischen Revolution zu beschreiten, um gegen den Faschismus, gegen die Faschisierung, gegen die imperialistischen Kriege und ihre Vorbereitung usw. endgültig zu siegen. So setzte Stalin also die revolutionäre, bewaffnete Einheitsfronttaktik des Weltproletariats und der Völker der revisionistischen Einheitsfronttaktik, der Unterordnung der revolutionären Einheitsfront unter die reformistische Einheitsfront entgegen.
Es muss sich jeder die Frage stellen, was wäre aus den Beschlüssen des VII. Weltkongresses geworden OHNE den Sieg der Sowjetunion Stalins im Vaterländischen Krieg? Das ist durchaus keine spekulative oder nur rein theoretische Frage, denn heute sind wir gezwungen, genau dieses Problem des Weltfaschismus OHNE die Sowjetunion Stalins zu lösen - und ausgerechnet führen die Spuren der Ursachen für diese schwierige Lage auf den VII. Weltkongress zurück, der in verhängnisvoller Weise den »endgültigen Sieg der Sowjetunion« ausrief, was dann ja den Sozialismus »in einem Lande« vom Erdboden vertilgen musste !
Wenn sich der gesamte VII. Weltkongress der Komintern der Einheitsfront gegen den Faschismus »verschrieb«, warum löste sich die Komintern ausgerechnet 1943 auf, als der Faschismus noch wütete und tobte, der Kampf um die Einheitsfront also noch gar nicht beendet war und die Komintern zur Beendigung ihrer Aufgabe, die sie sich noch auf dem VII. Weltkongress gestellt hatte, dringend gebraucht wurde??? Darauf sind uns die Verteidiger des VII. Weltkongresses eine Antwort schuldig. Die Fahne der antifaschistischen Einheitsfront schwenken, sich mit der Bourgeoisie verbünden und die Auflösung der eigenen revolutionären Organisationen zu beschließen (z.B. Die RGO/RGI usw. ) - bis hin zum Beschluss über die Auflösung der Komintern selbst, das ist Kapitulation vor dem Faschismus, das ist Kapitulation vor der Bourgeoisie. Wollen wir einen konsequenten und prinzipiellen Kampf gegen den Faschismus führen, so darf die Komintern ihre Einheitsfronttaktik nicht von den Augenblickssituationen bestimmen lassen. In den taktischen Beschlüssen des VII. Weltkongresses hätte die richtige Einschätzung der gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben des revolutionären Proletariats an die Treue zu den Grundsätzen des Marxismus, an die Durchführung der auf dem VI. Weltkongress beschlossenen Aufgaben gebunden bleiben müssen. Statt dessen hat man die Beschlüsse des VI. Weltkongresses den Gegenwartsproblemen geopfert. Man kann den Faschismus nicht besiegen, wenn man sich dabei auf die Bourgeoisie stützt. Man kann ihn nur besiegen, wenn man die Bourgeoisie besiegt, denn Faschismus ist und bleibt eine Form der bürgerlichen Herrschaft. Wenn man mit der Einheitsfronttaktik das gegnerische Lager schwächt und die Schwankenden neutralisiert, wenn man die sozialdemokratischen Arbeiter für die Einheitsfront gewinnen will, darf man die eigene Desorganisation nicht zulassen, darf man den Sozialdemokratismus nicht dazu einladen, das kommunistische Lager zu destabilisieren und auf seine Eigenständigkeit und Führung in der Einheitsfront zu verzichten. Wenn man uns des Führungsanspruchs der Kommunisten in der Einheitsfront anklagt, dann antworten wir: Jawohl, die Einheitsfront gegen den Faschismus nur unter der Führung der Kommunisten! Dabei bleiben wir, und diesen Boden werden wir niemals verlassen, weil das die Komintern ist und die Sektionen sind, die sich im Laufe von Jahrzehnten die Stellung als Avantgarde des gesamten Weltproletariats erobert hat. Womit sonst, als mit dem Kommunismus, schaffen wir unsere Massenbasis, doch nicht mit bürgerlicher Politik wie es die Sozialdemokratie tut. Nur für den Fall, wo wir zu schwach sind, nicht in den Massen verankert sind, nicht die Avantgarde des Proletariats herangebildet haben in den Klassenkämpfen, nur da kämpfen wir unter der Bedingungen, dass wir frei unsere Parteiarbeit unter den Massen entfalten können, müssen wir einen Kampf um die Führung in der Einheitsfront erst einmal führen, denn die kommt nicht von allein. Niemals werden wir dabei unsere Polemik gegen alle bürgerlichen Kräfte und Strömungen einstellen, besonders nicht, wenn sie sich als »Marxisten« verkleiden. Das war aber nicht die Situation der Komintern. Sie verfügte über Masseneinfluss und hat ihre alleinige Führungsrolle von sich aus aufgegeben, hat sie mit der Bourgeoisie geteilt und die eigenen Massenorganisationen liquidiert, um dann die Partei zu liquidieren mit der sozialdemokratischen Parteiverschmelzung.
Ausgehend von der Ideologie der Klassenversöhnung wurde die Notwendigkeit der revolutionären Klassenpartei der Arbeiter geleugnet. In den USA begann zuerst Browder mit der Auflösung der Kommunistischen Partei in den USA bereits 1944. Viele lösten sich früher oder später durch Verschmelzungen mit den sozialdemokratischen Parteien auf oder entarteten auf andere Weise - bis nur noch eine einzige Partei übrig blieb, die den Sozialismus in Treue zum Marxismus-Leninismus und gegen die ganze revisionistische Verräterbande aufbaute - das sozialistische Albanien des Genossen Enver Hoxha.
Eben im Kampf gegen den Faschismus auf den Kampf gegen den Sozialdemokratismus zu verzichten, ja sich mit ihm zu verbünden und sogar unterzuordnen - genau das ist eine verantwortungslose, verhängnisvolle Dummheit, wenn man die sozialdemokratischen Arbeitermassen gegen den Faschismus mobilisieren will und muss. Und sich dieser Dummheit entgegenzustellen ist eben nicht etwa »Sektierertum«, zumindest nicht, wenn man im Kampf gegen den Sozialdemokratismus den Kampf gegen das »linke« Sektierertum mit einbezieht. Diese historische Dummheit darf sich heute bei der notwendigen antifaschistischen Einheitsfront gegen die Anti-Terror-Welt-Allianz des US- Imperialismus nicht wiederholen! Wenn man die proletarische Einheitsfronttaktik der bürgerlich- antifaschistischen Einheitsfront UNTERORDNET, dann entsteht daraus keine sozialistische vereinigte Einheitsfront, auch nicht wenn das Proletariat und seine Verbündeten zahlenmäßig überlegen sind, deswegen müssen sie noch nicht die Macht haben. Mittels Masse kann man die kleinere bürgerliche und kleinbürgerliche antifaschistische Einheitsfront nicht schlucken, wenn die Bourgeoisie dabei die Macht behält. Die wichtige marxistisch-leninistische Lehre ist doch, dass man die Herrschaft der Bourgeoisie nicht verschlucken, sondern nur zerschlagen kann oder das Proletariat wird selber verschluckt, und wenn es Millionen sind, da hat die Bourgeoisie keine Probleme mit, sie hat die ganze Welt verschluckt. Man darf den bürgerlichen Einfluss nicht einladen, man muss ihn zerschlagen, sonst endet das Proletariat in einer Niederlage. Sozialdemokratismus ist genauso wie Revisionismus = Anti-Kommunismus, und daran wird sich nie etwas ändern. Besonders schädlich ist es, wenn man sich der Demagogie des Massenkampfes bedient. Niemals dürfen wir zulassen, dass man unter unserer sozialistischen Fahne die Massen zurück in den Kapitalismus führt. In Worten die Massen durch die Einheitsfront auf den revolutionären Weg führen zu wollen, aber im Gegenteil praktisch das Bündnis mit der Bourgeoisie eingehen, sich mit der Bourgeoisie zu verschmelzen, das ist die revisionistische Linie in der Frage des Massenkampfes und der Einheitsfront. Sowohl in den revisionistischen Ländern des Ostblocks, als auch in China, teilte die Kommunistische Partei durch Verschmelzung mit der Sozialdemokratie die Macht der Arbeiterklasse mit der Macht der Bourgeoisie, verwandelte sie diese neue Macht niemals wirklich in eine Diktatur des Proletariats. Folglich konnten die sogenannten »Revolutionen« dort niemals sozialistische Revolutionen sein. Da es sich nicht um marxistisch-leninistische Parteien handelte, konnte die Revolution dort nicht zu Ende geführt werden, konnte die Umwandlung des revolutionären Befreiungskampfes vom Hitlerfaschismus in die sozialistische Revolution nicht gewährleistet werden. Aber auch in den Ländern des Kapitalismus verstanden die Kommunistischen Parteien die VII. Weltkongress-Beschlüsse wie sie es verstehen wollten. Die Komintern konnte unter der Führung Stalins nicht weiter gehen, musste es den Sektionen selber überlassen den Schritt des Verrats zu machen. Enver zählte alle die Parteien Westeuropas auf, die nach dem heldenhaften antifaschistischen Kampf ins Lager der Bourgeoisie gewechselt waren, hier sei nur eine Kommunistische Partei stellvertretend erwähnt, die den Volksfrontgedanken in die Komintern getragen hatte, der bislang von der Komintern abgelehnt worden war:
»Die Kommunistischen Parteien Westeuropas (...) erwiesen sich als unfähig, die durch den 2. Weltkrieg und den Sieg über den Faschismus geschaffenen günstigen Verhältnisse auszunutzen. Das zeigte, dass sie die Richtlinien des VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale nicht richtig verstanden und umgesetzt hatten. Gemäß den Weisungen dieses Kongresses konnten im Widerstand und Kampf gegen den Faschismus unter bestimmten Bedingungen auch die Voraussetzungen für die Bildung von Einheitsfrontregierungen geschaffen werden, die völlig anders aussehen sollten als die sozialdemokratischen Regierungen. Sie sollten den Übergang von der Etappe des Kampfes gegen den Faschismus zur Etappe des Kampfes für Demokratie und Sozialismus dienen. Doch in Frankreich und Italien führte der Kampf gegen den Faschismus nicht zur Bildung von Regierungen des Typs, den die Komintern gefordert hatte. Nach Kriegsende kamen dort Regierungen bürgerlichen Typs an die Macht. Die Beteiligung der Kommunisten an ihnen änderte nichts an ihrem Charakter« (Enver Hoxha, »Eurokommunismus ist Anti-Kommunismus«, Seite 57, KPD/ML, 1980, dt. Ausgabe).
In den Ländern der Volksdemokratien kamen dann Regierungen revisionistischen Typs an die Macht. Die ehemaligen Kominternvertreter Frankreichs und Italiens waren gleichzeitig die Führer der Kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien. Das darf man nicht vergessen. Sie waren gar nicht so dumm, um etwa nicht zu verstehen, dass sie die Revolution zu Hause hätten machen müssen, dass man dort nicht den friedlichen Weg gehen durfte. So stand das ja ja auch nicht in den Beschlüssen des VII. Weltkongresses drin. Es hat aber sehr viele Treffen zwischen ihnen und Dimitroff gegeben, sie saßen größtenteils viele Jahre zusammen im EKKI, wo das taktische Vorgehen und die Umsetzung der Beschlüsse intensiv und ausführlich besprochen und vorbereitet wurden, aber von Dimitroff kam damals und auch hinterher nie eine Kritik, dass die Beschlüsse des VII. Weltkongresses etwa nicht richtig umgesetzt wurden. Oder gibt es hierüber irgendwelche Dokumente. Wir haben sie nicht gefunden. Er schien also zufrieden zu sein wie man seine Thesen umsetzte und umgesetzt hatte. Kritik kam von niemandem anders, als von Stalin. Man möge unsere Argumente durch Dokumente entkräften, dann wäre uns wohler zumute ( Wir gehen davon aus, dass die Kritik auf dem VII. Weltkongress von der Kominternführung untersagt wurde, dass kritische Beiträge in die Rednerliste nicht aufgenommen wurden, denn Fakt ist: es gab nicht einen einzigen kritischen Beitrag!). Wir fragen, wie sollte die Komintern ihre eigenen Beschlüsse kontrollieren, wenn sie sich vorher auflöst? Sie hätte doch zumindest solange bestehen bleiben müssen, bis die Beschlüsse auch tatsächlich umgesetzt waren. Man kann doch keine Beschlüsse herausgeben und sagen: »Was ihr daraus macht, ist eure Sache, was kümmert`s uns noch, wir machen den Laden dicht? Das ist doch eine Missachtung des Prinzips des demokratischen Zentralismus, wonach diejenigen rechenschaftspflichtig sind, die die Beschlüsse gefasst und umzusetzen haben? Kann man das eine ernsthafte Komintern nennen, die ihre Auflösung begründet mit der Reife der Kommunistischen Parteien? Wir fragen, wozu waren diese Parteien reif, waren sie etwa reif für den Bolschewismus? Sie waren nicht bolschewistisch, sie waren reif für den Verrat! Das ist doch nicht in Ordnung! Auf dem »Brüsseler« Parteitag der KPD, der in Wirklichkeit in Moskau unmittelbar nach dem VII. Weltkongress stattfand und der mit Dimitroff persönlich abgesprochen war und wo auch Vertreter der Komintern teilnahmen, wurden die Weichen für den friedlichen Weg bereits festgelegt von den Revisionisten Ulbricht und Pieck, die die KPD nach rechts führten. Das ist bis heute aber von niemandem kritisiert worden, nachdem man die damaligen kritischen Genossen als »Sektierer« aus dem Wege geräumt hatte. Sie ALLE sind es gewesen, die selber die Weltkongressbeschlüsse gefasst hatten, aber sie nicht »beachteten«, »falsch verstanden«, sie »vergessen« haben - ein Paar Tage nach dem VII. Weltkongress!! Eine schöne Geschichte! Diese Genossen des Weltkongresses, waren also die gleichen Personen, die ihre Parteien führten. Es muss doch gestattet sein nachzuforschen, warum nicht eine einzige Partei, nicht eine einzige Sektion der Komintern, die sozialistische Revolution durchgeführt hat, ja dies geschweige denn ansatzweise überhaupt versucht hatte, um die Beschlüsse richtig umzusetzen. Keiner dachte im entferntesten daran, die Herrschaft der Bourgeoisie GEWALTSAM durch eine sozialistische Revolution zu zerschlagen, die Diktatur des Proletariats zu errichten, wo das möglich war, wo die Bedingungen dafür gegeben waren, um die Beschlüsse des VII. Weltkongresses entsprechend umzusetzen? KEINE EINZIGE dieser Parteien hat die günstigen Voraussetzungen für den Sieg der sozialistischen Revolution genutzt! Warum nicht? Wir fragen, wie man also einen Weltkongress einschätzen soll, wenn ausnahmslos ALLE diejenigen Vertreter, die in ihrem Land den Hitlerfaschismus »besiegten« (?!), sich NICHT an die Beschlüsse des VII. Weltkongresses gehalten haben. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein? Da stehen doch nicht nur die betroffenen Parteien unter Verdacht, sondern diejenigen, die ihnen den Auftrag dafür gaben: den Führern des EKKI - Präsidiums! Es gab eine Reihe kommunistischer Parteien, die nicht zum Revisionismus übergelaufen sind, wie z.B. die brasilianische, um nur eine zu nennen. Wir halten ihre Treue zu Stalin und den aufopferungsvollen und mutigen Kampf dieser Parteien gegen den Revisionismus in Ehren und wollen und dürfen nicht alle über einen Kamm scheren. Aber wir meinen, da, wo es möglich gewesen wäre, den Kampf gegen den Hitlerfaschismus in den Kampf für die sozialistische Revolution zu verwandeln, auf diesem Weg den Sieg des Sozialismus zu erringen, da wurde diese Chance nicht genutzt und später sogar sozialfaschistische Regime errichtet, die heute noch z. T. gegen die Arbeiterklasse wüten. Das sind historische Tatsachen. Und man muss nach den Gründen forschen. Schön, die an die Sowjetunion grenzenden osteuropäischen Parteien konnten nicht so offen vorgehen, wie die westeuropäischen. Sie waren gezwungen, ihren revisionistischen Verrat eine Zeit lang nicht ganz so offen zu entwickeln, sie mussten den Tod Stalins abwarten, aber sie unterschieden sich alle nicht in ihrem revisionistischen Wesen. Auch sie waren diejenigen, die an den Beschlüssen des VII. Weltkongresses genauso mitwirkten wie am Verrat an der Diktatur des Proletariats im eigenen Land und an der Sowjetunion. Dies bekräftigt unsere Zweifel nicht nur an der Nichteinhaltung der Beschlüsse, sondern auch an der kritischen Betrachtung der politischen und ideologischen Inhalte der Beschlüsse des VII. Weltkongresses. Und es gibt viele Hinweise, die so oder so ausgelegt werden konnten, die nicht eindeutig mit der bisherigen Linie der Komintern übereinstimmten, die sich sehr wohl von allen Beschlüssen der vorangegangenen Weltkongress-Beschlüsse unterschieden.
Genau ein Jahr vor dem VII. Weltkongress, wo Dimitroff dafür schon fieberhaft Pläne schmiedete, sprach Stalin in der Unterredung mit H. G. Wells von der Unverzichtbarkeit des revolutionären Sturzes des Faschismus, weil dieser mit Gewalt die bürgerliche Gesellschaft aufrechtzuerhalten versuchte. Es muss dabei die Bourgeoisie als Klasse zerschlagen werden einschließlich der Sozialdemokratie, die die alte Gesellschaft durch Klassenversöhnung durch die Hintertür des Faschismus aufrechtzuerhalten versucht und sich somit als Steigbügelhalter des Faschismus betätigte im Kampf gegen den Kommunismus:
»Der Faschismus ist eine reaktionäre Kraft, die unter Anwendung von Gewalt die alte Welt zu erhalten sucht. Was wollen Sie mit den Faschisten machen? Mit ihnen diskutieren? Sie zu überzeugen versuchen? Aber damit erreichen Sie bei ihnen nicht das geringste. Die Kommunisten verherrlichen keineswegs die Anwendung von Gewalt. Aber sie, die Kommunisten, sind nicht willens, sich überrumpeln zu lassen, sie können sich nicht darauf verlassen, dass die alte Welt freiwillig von der Bühne abtritt, sie sehen, dass das alte System sich gewaltsam verteidigt, und deshalb sagen die Kommunisten der Arbeiterklasse: Beantwortet Gewalt mit Gewalt, tut alles, was in euren Kräften steht, um zu verhindern, dass die alte, sterbende Ordnung euch zermalmt, lasst nicht zu, dass sie Fesseln um eure Hände legt, um die Hände, mit denen ihr das alte System niederreißen werdet! Sie sehen also, die Kommunisten betrachten die Ablösung eines Gesellschaftssystems durch ein anderes nicht einfach als einen spontanen und friedlichen Prozess, sondern als einen komplizierten, langwierigen und gewaltsamen Prozess.« (Stalin Bd. 14, dt. Ausgabe, Seite 17).
Der VII: Weltkongress hat seine Ohren vor Stalin verschlossen. Im heutigen Kampf gegen den Faschismus können wir Genossen der Komintern/ML die Augen vor diesen Tatsachen nicht verschließen. Dimitroff wandelte auf den Spuren Kautskys, der den revolutionären Aufstand gegen die kapitalistische Diktatur auch dann verwarf, wenn diese Diktatur die Form des Faschismus annimmt. Zum Unterschied dazu verwarf Dimitroff den revolutionären Aufstand gegen die kapitalistische Diktatur , nachdem sie die Form des Faschismus verloren hatte durch den Sieg der Roten Armee. Das war zur Zeit Kautskys natürlich noch nicht möglich, aber im Wesen ist es nichts Anderes. Das ernste Problem, von dem wir hier sprechen ist klar: die Volksdemokratien haben das alte System gar nicht vollständig niedergerissen, weil sie die dafür notwendige Diktatur des Proletariats nicht Schritt für Schritt konsequent aufgebaut haben wie in Albanien, sondern im Wesentlichen nur die Trümmer der abziehenden Okkupanten durch demokratische Reformen beseitigt, die sie in eine sozialistische Hülle kleideten, um sich der Unterstützung der Sowjetunion sicher zu sein. Warum sonst haben sie die Sowjetunion Stalins verraten? Die Volksdemokratien haben eigentlich gar keine Volksrevolution, keine eigene sozialistische Revolution erlebt, die diese Aufgabe hätte erfüllen und lösen müssen. Statt dessen hat die Sowjetunion die Hitlerfaschisten für sie aus ihrem Land vertrieben und den von ihr befreiten Staaten jegliche erdenkliche Hilfe gegeben, um den Sozialismus aufzubauen. Was die Sowjetunion aber nicht konnte: die Revolution, die Diktatur des Proletariats, den Sozialismus exportieren. Es waren gerade die Kominternführer, die vom Weg des Marxismus-Leninismus abgekommen waren, die diese Aufgabe in ihren eigenen Länder nicht nur versäumten, sondern sie sogar verhinderten und auch zum Entstehen des Revisionismus an der Macht beigetragen haben, die nicht nur die Sowjetvölker, sondern auch die eigenen Völker parasitär ausnutzten, was sie nur in sozialistische Worte hüllten und woraus sich dann das ganze sozialimperialistische und sozialfaschistische System des Revisionismus ausgeformt hatte - bis es verrottete und zerfiel. Dabei scheuten sich die Revisionisten nicht, Dollars entgegenzunehmen für die Abkehr und Lostrennung von der Sowjetunion Stalins. Eben dies ist es, was wir als indirekte Folge der rechten Abweichung des VII. Weltkongresses kritisieren. Deswegen müssen in diesen Ländern diese revolutionären Aufgaben zu Ende geführt werden - eben im Kampf gegen den Revisionismus, eben im Kampf gegen die rechte Abweichung des VII. Weltkongresses. Wenn man den VII. Weltkongress nicht kritisiert, drehen wir uns im Kreis und nichts ändert sich. Wie können wir Lehren aus der Komintern ziehen, wenn wir alles beim Alten lassen? Was sind wir für Führer des Weltkommunismus, wenn wir das Weltproletariat wieder in die gleiche Sackgasse führen. Und der Weltkongress war dadurch ja so gefährlich, weil er das vorherige Richtungsschild der Weltrevolution nicht offen abgerissen hat, sondern seinen Wortlaut unangetastet ließ, um »nur« seine »weiterführenden« (=abweichenden) Kursänderungen hinzuzufügen, was die Weltrevolution zwar nicht in Worten, aber so doch in Taten in eine Sackgasse führen musste, was durch die Geschichte bewiesen ist. Mit dem VII. Weltkongress legten sich seine Führer doch nicht selber Steine in den Weg. Mit dem VII. Weltkongress räumten sie nur die Steine der Sowjetunion Stalins aus dem Weg - so weit es ihnen unter den herrschenden Gegebenheiten mitten in Moskau irgendwie möglich war, ohne bei ihrem Vorhaben aufzufliegen. Da gehörten Lobgesänge auf die Sowjetunion Stalins zum Geschäft.
Stalin gab in seinem Rechenschaftsbericht an den XVII. Parteitag zur Verschärfung der politischen Lage in den kapitalistischen Ländern am 26. 1. 1934 folgende Einschätzung:
»Die Volksmassen sind noch nicht dahin gelangt, zum Sturm auf den Kapitalismus überzugehen, es kann aber wohl kaum daran gezweifelt werden, dass die Idee des Sturmes im Bewusstsein der Massen heranreift. Davon zeugen eindringlich solche Tatsachen wie die spanische Revolution, die das Regime des Faschismus gestürzt hat, und die Ausdehnung der Sowjetgebiete in China, der die vereinigte Konterrevolution der chinesischen und ausländischen Bourgeoisie nicht Einhalt zu gebieten vermag. Daraus erklärt sich auch die Tatsache, dass die herrschenden Klassen der kapitalistischen Länder die letzten Überreste des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie, die von der Arbeiterklasse in ihrem Kampf gegen die Unterdrücker ausgenutzt werden können, geflissentlich vernichten oder auf ein Nichts reduzieren, die kommunistischen Parteien in die Illegalität treiben und zu offen terroristischen Methoden der Aufrechterhaltung ihrer Diktatur übergehen. Chauvinismus und Kriegsvorbereitungen als Hauptelemente der Außenpolitik, Niederhaltung der Arbeiterklasse und Terror auf dem Gebiet der Innenpolitik als notwendiges Mittel zur Stärkung des Hinterlandes der künftigen Kriegsfronten - das ist es, was die heutigen imperialistischen Politiker jetzt besonders beschäftigt. Kein Wunder, dass der Faschismus jetzt zum gangbarsten Modeartikel unter den kriegslüsternen bürgerlichen Politikern geworden ist. Ich spreche nicht nur vom Faschismus überhaupt, sondern vor allem von dem Faschismus deutschen Schlages, der sich zu Unrecht Nationalsozialismus nennt, denn selbst bei gründlicher Prüfung ist es unmöglich, in ihm auch nur eine Spur Sozialismus zu entdecken. In diesem Zusammenhang darf man den Sieg des Faschismus in Deutschland nicht nur als Zeichen der Schwäche der Arbeiterklasse und als Ergebnis der Verrätereien an der Arbeiterklasse seitens der Sozialdemokratie betrachten, die dem Faschismus den Weg ebnete. Man muss ihn auch als Zeichen der Schwäche der Bourgeoisie betrachten, als Zeichen dafür, dass die Bourgeoisie nicht mehr imstande ist, mit den alten Methoden des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie zu herrschen, und in Anbetracht dessen gezwungen ist, in der Innenpolitik zu terroristischen Regierungsmethoden zu greifen - als Zeichen dafür, dass sie nicht mehr imstande ist, einen Ausweg aus der jetzigen Lage auf dem Boden einer friedlichen Außenpolitik zu finden, weshalb sie gezwungen ist, zur Politik des Krieges zu greifen. Das ist die Lage« (Stalin, Bd. 13, Seite 261-262, dt. Ausgabe der KPD/ML).
Kommen wir allmählich unserer Kritik an Dimitroffs Faschismus-Definition näher . Hierzu versuchen wir mit Zitaten der Klassiker den Begriff des Faschismus mit Inhalt zu füllen und seine wesentlichen Merkmale und Eigenschaften, seine Ziele und Zwecke kurz darzustellen, um Dimitroffs Definition vergleichen zu können.
Insbesondere wird gegenüber Dimitroff nachzuweisen sein, dass Faschismus und Sozialdemokratie zusammenarbeiten müssen, und dass man den Faschismus also nicht bekämpfen kann, wenn man sich mit der Sozialdemokratie verbündet. Hierzu das folgende Stalinzitat (»Über die Ergebnisse des Juniplenums des ZK der KPdSU (B), Stalin, Bd. 11, Seite 178-179):
»Und das wichtigste bei all dem ist, dass die Sozialdemokratie der Hauptschrittmacher des imperialistischen Pazifismus in der Arbeiterklasse ist - dass sie folglich bei der Vorbereitung neuer Kriege und Interventionen die Hauptstütze des Kapitalismus innerhalb der Arbeiterklasse ist. Um aber neue Kriege vorzubereiten, genügt der Pazifismus allein noch nicht, auch wenn er, dieser Pazifismus, von einer so bedeutenden Kraft wie der Sozialdemokratie unterstützt wird. Dazu bedarf es noch gewisser Mittel der Unterdrückung der Massen in den Zentren des Imperialismus. Man kann nicht für den Imperialismus Krieg führen, ohne das Hinterland nicht festigen, ohne die Arbeiter zu unterdrücken. UND GERADE DAZU IST DER FASCHISMUS DA.
Daher die Zuspitzung der inneren Gegensätze in den Ländern des Kapitalismus, der Gegensätze zwischen Arbeit und Kapital. Einerseits durch den Mund der Sozialdemokratie Pazifismus predigen, um sich desto erfolgreicher auf neue Kriege vorbereiten zu können; andererseits durch Anwendung FASCHISTISCHER Methoden die Arbeiterklasse im Hinterland, die kommunistische Partei im Hinterland unterdrücken, um dann desto erfolgreicher Krieg führen und die Intervention betreiben zu können - das ist der Weg der Vorbereitung neuer Kriege.
Daraus ergeben sich für die kommunistischen Parteien folgende Aufgaben: Erstens, unermüdlicher Kampf gegen den Sozialdemokratismus auf allen Gebieten (...) mit dem Ziel, die Mehrheit der Arbeiterklasse (!!!) FÜR DEN KOMMUNISMUS (!!! nicht für die bürgerliche Demokratie- die Red.) zu gewinnen. Zweitens, Herstellung der EINHEITSFRONT der A R B E I T E R (!!!) der fortgeschrittenen Länder ( nicht mit der Bourgeoisie, sondern - die Red.) mit den werktätigen Massen der Kolonien, um die Kriegsgefahr abzuwenden oder, wenn ein Krieg ausbricht, den imperialistischen Krieg in den BÜRGERKRIEG umzuwandeln, DEN FASCHISMUS ZU ZERSCHLAGEN (mit revolutionärer Gewalt! - die Redaktion), den Kapitalismus ZU STÜRZEN (mit revolutionärer Gewalt (!!!) - die Red.) , die Sowjetmacht zu errichten ( Arbeiter, Bauern und Soldatenräte!!! und nicht die Volksfront mit der »friedlichen« Bourgeoisie- die Red.), mit allen Mitteln die Verteidigung der ersten Sowjetrepublik der Welt zu organisieren« ( Wozu ist das für den VII. Weltkongress noch wichtig? Schließlich hat dieser gemäß seiner Resolution den Beschluss gefasst, dass der Sozialismus dort bereits “ENDGÜLTIG” gesiegt?! habe - die Red.).
Die Komintern/ML kann daraus nur die eine Schlussfolgerung ziehen: Dieser Kampf zur Umsetzung des Komintern-Programms von 1928 muss zu Ende geführt werden, wobei wir es heute mit Revisionisten zu tun haben, die sich auf Dimitroff und den VII. Weltkongress offen stützen, und wir haben es gleichzeitig mit Neo-Revisionisten zu tun, die sich auf Dimitroff und den VII. Weltkongress stützen - aber nicht offen ( d.h. sie distanzieren sich nur mit kritischen Worten von Dimitroff und dem VII. Weltkongress, aber in Taten setzen sie deren Politik gegen die Komintern/ML fort!). Weder offen, noch versteckt darf ein Marxist-Leninist die demokratische Umwälzung mit einer sozialistischen Umwälzung verwechseln oder gar gleichsetzen. Ein Marxist-Leninist darf die unvermeidlich gewaltsame sozialistische Revolution des Proletariats gegen die Bourgeoisie und die Kleinbourgeoisie, mögen sie noch so demokratisch und republikanisch sein, nie und nimmer vergessen, sonst droht ihm früher oder später der politische Bankrott - und das wäre Verrat der proletarischen Sache an die Bourgeoisie. Der VI. Weltkongress erwähnte im Kominternprogramm nicht nur den Kampf gegen den offenen Sozialdemokratismus auf allen Gebieten, sondern auch gegen die gefährlichen verkappten Formen der Sozialdemokratie:
»Die Führer der deutschen und österreichischen Sozialdemokratie übertünchen diese Theorie (den amerikanischen Reformismus - die Red.) mit einer marxistischen Phraseologie und verschleiern so ihren schnöden Verrat am Marxismus. Als Hauptfeind des revolutionären Kommunismus in der Arbeiterbewegung ist der `sozialistische` Reformismus, der eine breite organisatorische Basis in den sozialdemokratischen Parteien und durch diese in den reformistischen Gewerkschaften hat, in seiner ganzen Politik und Theorie eine Kraft, die der proletarischen Revolution entgegenwirkt. (...) Eine besondere Form des sozialdemokratischen Reformismus ist endlich der Austromarxismus. Als Bestandteil der Ideologie des `linken` Flügels der Sozialdemokratie ist der Austromarxismus eine besonders fein gesponnene Art des Betrugs an den Arbeitermassen. Er prostituiert die marxistische Terminologie und bricht gleichzeitig mit den Grundlagen des revolutionären Marxismus... Die `funktionelle Rolle` des Austromarxismus ist, die dem Kommunismus bereits zustrebenden Arbeiter zu betrügen; deshalb ist er ein ganz besonders gefährlicher Feind des Proletariats, gefährlicher als die offenen Anhänger des räuberischen Sozialimperialismus` (Programm der Komintern, In: Protokoll des VI. Weltkongresses der Komintern, Berlin 1928, Bd. 4, Seite 88 und 91, dt. Ausgabe).
Hierüber schweigt der Bericht Dimitroffs auf dem VII. Weltkongress! Warum? Hat sich der »ganz besonders gefährliche Feind des Proletariats von selbst aufgelöst? Auf dem ganzen VII. Weltkongress war es nur der österreichische Delegierte, der im Zusammenhang mit dem Austromarxismus sagte: » (...) wäre es falsch, sämtliche Führer der Sozialdemokratie als Verräter zu bezeichnen« (Protokolle des VII. Weltkongresses Bd. I, Seite 301, Achter Verhandlungstag, Dreizehnte Sitzung, Redebeitrag des österreichischen Genossen Wieden). Wir fragen uns: Welche Führer der Sozialdemokratie waren zum damaligen Zeitpunkt keine Verräter? Etwa die Führer des Austromarxismus? Auf dem VII. Weltkongress werden sie jedenfalls nicht mehr als Verräter erwähnt, weil man sich dem `linken`Flügel der Sozialdemokratie ideologisch annähern wollte und das mit der Einheitsfrontpolitik »verwechselte«. Als die revisionistischen Parteien z.B. in den kapitalistischen Ländern später die Positionen der Sozialdemokratie übernahmen, die sich von den Positionen des Marxismus vollkommen verabschiedet hatten, war dies vor allem die Ideologie des Austromarxismus, des `linken` Flügels der Sozialdemokratie.
Was das Komintern-Programm anbelangt, gab der VII. Weltkongress zwar vor, er würde auf dem Boden des Programms stehen, aber wer das Programm mit den Beschlüssen des VII. Weltkongresses vergleicht, wird feststellen, dass davon nicht mehr viel übrig geblieben ist. Die Ernsthaftigkeit einer Weltpartei, die auf einem Weltkongress ein Programm verabschiedet, um es auf dem nächsten Weltkongress nur noch als Lippenbekenntnis betrachtet und Beschlüsse eines neuen Kurses fasst, der sich vom Programm entfernt, muss man unserer Meinung nach in Frage stellen. Die Komintern/ML jedenfalls verteidigt das Programm der Komintern nicht nur in Worten, sondern auch in Taten gegenüber dem VII. Weltkongress. Die Kampfansage gegen Sozialdemokratismus und Revisionismus - diese klare Linie zieht sich wie ein roter Faden durch das Komintern-Programm. Diese klare Linie wird durch die Einheitsfrontpolitik des VII. Weltkongresses in den Hintergrund gedrängt. Es hätte aber aufgrund der Entwicklung der politischen Weltlage zur Zeit des VII. Weltkongresses in den zentralen VORDERGRUND gerückt werden müssen.
Enver Hoxha spricht vom Faschismus, wenn die Grundlagen der kapitalistischen Macht bedroht werden und wies in seinem Rechenschaft auf dem 7. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens 1976 darauf hin:
»Wenn es unmöglich ist, mit der Auflehnung der Arbeiter und des Volkes mit pseudodemokratischen Formen und den Schwatzmethoden der Parlamente fertig zu werden, greift der bürgerliche Staat mit Gesetzen, Gewalt und der Peitsche ein. Dies geschieht gegenwärtig in den meisten Ländern, wo die Krise die Widersprüche zwischen Arbeit und Kapital zugespitzt hat und wo die Empörung der Werktätigen über die entstandene Lage immer stärker wird. In dieser Situation wird die Gefahr des Faschismus immer drohender. Es ist bekannt, dass das Kapital, wenn es in eine Sackgasse gerät und den starken Schlägen der Arbeiterklasse ausgesetzt ist, entweder gezwungen ist, seinen Bankrott zu erklären oder die faschistische Diktatur zu errichten und auf den Krieg hin zu steuern« Und Enver Hoxha ergänzt diese Aussage mit einem Leninzitat aus seinen Werken Bd. 24, Seite 201, dt. Ausgabe):
»Denn die große Bedeutung jeder Krise besteht darin, dass sie das Verborgene offenkundig macht, das Bedingte, Oberflächliche, Kleinliche beiseite schiebt, den politischen Schutt wegräumt, die wahren Triebfedern des wirklich vor sich gehenden Klassenkampfes aufdeckt«.
»Wenn die arbeitenden Massen, die marxistisch-leninistischen Parteien und die fortschrittlichen Menschen nicht begreifen, dass die faschistische Diktatur das Produkt der schwierigen Situationen ist, in denen sich die Macht des Kapitals befindet, und sie nicht bekämpfen, wird der Faschismus über kurz oder lang errichtet werden« (Enver Hoxha, »Die marxistisch-leninistische Bewegung und die Krise des Weltkapitalismus«, Social Studies, Bd. 3, 1986, Tirana, engl. Ausgabe).
Weitere Zitate Enver Hoxhas zur Faschismus-Definition:
»Der Faschismus ist der letzte Trumpf des ausbeutenden Kapitals« (Enver Hoxha, Social Politics, Bd. 3, page 23, 1986, Tirana, engl. Ausgabe).
»Der Faschismus ist die brutalste Diktatur der Bourgeoisie« (Enver Hoxha, ebenda).
»Sobald die Kapitalisten sehen, dass ihre Sache verloren ist, werfen sie die Maske ab und errichten eine faschistische Diktatur« (Enver Hoxha, Rede des 1. Sekretärs des ZK der PAA am 3.10.1974 vor seinen Wählern im Wahlkreis 209 von Tirana, Verlag Roter Morgen, dt. Ausgabe).
Fügen wir diesen Zitaten zur Abrundung noch einige markante Züge und Merkmale des Faschismus hinzu und fassen wir dann den Begriff zu einem Resultat zusammen:
Der Faschismus ist sowohl die Weiterentwicklung der Herrschaft der Bourgeoisie als auch die Ablösung des zerfallenden Parlamentarismus (ob als Putsch oder in einem längeren bzw. kürzerem Zeitraum). Diese Weiterentwicklung und Ablösung einer Form der bürgerlichen Herrschaft durch eine andere, ist nicht nur auf die Schwäche, sondern auf das höchste Stadium der Degeneration der Bourgeoisie zurückzuführen, die schließlich an ihrer eigenen Herrschaft zugrunde geht. Der Faschismus ist grausamste Ausbeutung und Unterdrückung in der Menschheitsgeschichte. Der Faschismus ist das terroristischste Herrschaftssystem des verfaulenden, parasitären und sterbenden Kapitalismus. Der Faschismus ist das letzte ausweglose Mittel, die brutalste Form der Klassenherrschaft der Bourgeoisie, um dem drohenden Untergang des Imperialismus durch ökonomischen, politischen und militärischem Terror zur äußersten Steigerung von Ausbeutung und Unterdrückung zu entgehen. Der Faschismus ist Produkt der schärfsten Krise des Weltkapitalismus. Die menschenfeindlichste Form der Ausnutzung der kapitalistischen Wolfsgesetze hat in der faschistischen Gesellschaft immer einen klassenmäßigen Hintergrund, wobei als Triebkraft der Ausnutzung des imperialistischen ökonomischen Gesetzes nach Maximalprofit die Monopolbourgeoisie auftritt, während die von ihr ausgebeuteten Klassen sich dem mit revolutionärer Gewalt widersetzen.
Der Faschismus richtet sich dabei insbesondere gegen die Arbeiterklasse, weil diese als einzige revolutionäre Klasse die Herrschaft der Bourgeoisie stürzen und die Unvermeidlichkeit des Imperialismus für immer beseitigen kann. Faschismus ist das brutalste Mittel der Herrschaft des Weltkapitals, den Sozialismus gewaltsam zu zerschlagen. Der Faschismus ist das durch die höchste Zuspitzung des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit zwingend notwendige gewordene Mittel der Konterrevolution, um die proletarische Revolution niederzuschlagen bzw. ihren Ausbruch zu verhindern, denn da, wo die Ausbeutung und Unterdrückung unerträglich wird, steigert sich gesetzmäßig im gleichen Ausmaß und in gleicher Stärke der organisierte revolutionäre Widerstand als roter Terror, beschleunigt und erhöht sich der Zusammenstoß der antagonistischen Triebkräfte des Klassenkampfes zwischen Lohnarbeit und Kapital aufs entschiedenste. Der Faschismus ist der verzweifelte Versuch der alten Welt, die neue Welt mit aller Macht und mit den gewalttätigsten Methoden daran zu hindern, die alte Welt abzulösen, weil diese sich weigert, freiwillig von der Bühne der Geschichte zu treten. Der Faschismus dient der Vorbereitung imperialistischer Kriege. Faschistischer Pakt = Antikominternpakt.
Der Faschismus ist Ausdruck und Ergebnis des aus dem Wesen des Finanzkapitals herauswachsenden Drangs zur schwärzesten reaktionären Herrschaft auf der ganzen Linie, gleichviel, unter welchem politischen System sich die inneren Gegensätze des Monopols aufs äußerste zuspitzen. Wird das Monopolkapital zur Fessel der Produktionsweise, so legt das Monopolkapital den Produktivkräften faschistische Fesseln an. Wenn die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt, schlägt der Faschismus zu. Die blutige Herrschaft spielt bei der Ausdehnung und Sicherung der in die tiefe Krise geratenen ökonomischen Macht der Monopolherren eine nicht unwichtige Rolle, aber nicht der Faschismus bildet die Grundlage des Imperialismus, sondern das monopolistische Privateigentum. Der Faschismus muss sich gesetzmäßig der bürgerlichen Staatsgewalt bemächtigen, um damit das durch und durch verfaulte und von innen zerfressene und krisenerschütterte imperialistische System vor seinen Totengräbern, (»Expropriation der Expropriateure« [Marx]) zu retten, das sich in den Händen einiger weniger mächtiger Finanzkapitalisten und Vertretern der Monopolbourgeoisie befindet. Diese sind bei Strafe ihres Untergangs selber gezwungen, sich als Monopolkapitalisten über das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate hinwegzusetzen, dem Gesetz der Akkumulation des Kapitals Folge zu leisten und durch immer aggressivere und brutalere Ausplünderung der werktätigen Massen, durch kriegerische Expansion nach außen, durch Enteignung selbst größerer, mittlerer und kleinerer Kapitalisten ( »Je ein Kapitalist schlägt viele tot« usw. usf..) , nach Maximalprofit zu streben und sich durch brutales Ausräubern der Völker der ganzen Welt Höchstprofite zu sichern. Zur Jagd nach Maximalprofit braucht der Kapitalismus den Faschismus, um den Reichtum bis ins Gigantische vermehren und anhäufen zu können - bis zu dem endgültigen Punkt, wo der Kapitalismus sich selber vernichtet (»Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst und damit ein sich selbst aufhebender Widerspruch« [Karl Marx, Das Kapital, Bd. III, Seite 454, dt. Ausgabe] ). Das revolutionäre Proletariat wird auf diesen Punkt jedoch nicht warten können, bis er herangereift ist, weil das auch seine eigene Existenz in Mitleidenschaft zieht als bedrohliche Zerstörung der Produktivkräfte. Es wird gezwungen sein, vorher die Macht zu ergreifen, um sich aus den Fesseln der kapitalistischen Produktionsverhältnisse zu befreien, die sich vermittels faschistischer Gewalt immer fester zuschnüren - und genau davor fürchtet sich die Handvoll Finanzmagnaten, die die Welt unbedingt in ihrem Besitz halten wollen. Sie wehren sich gegen die drohende Enteignung und sei es mit brutalstem faschistischen Terror. Das internationale Finanzkapital, die Weltmonopolisten, haben sich durch die immer tiefere Weltwirtschaftskrise, in die sie geraten sind, längst ihre eigene extrem reaktionäre »neue Weltordnung« zu schaffen versucht, und beherrschen die Welt mit eisernem Griff. Sie nimmt immer offener die Züge eines neuen Weltfaschismus an, der vor allem vom US-Imperialismus ausgeht. Durch die Ungleichmäßigkeit der sprunghaften Entwicklung der kapitalistischen Länder sind die anderen Imperialisten aufgrund des verschärften Konkurrenzkampfes gegen den US-Imperialismus ihrerseits gezwungen, ihre eigenen faschistischen Regimes zu errichten und zu verschärften Ausplünderung und Unterdrückung zu greifen. Um ihr Bedürfnis nach Maximalprofiten befriedigen zu können gerade auf Kosten der anderen Imperialisten, brauchen sie den Faschismus. Sie zetteln imperialistischen Kriege an, um die Welt neu unter sich aufzuteilen und ihre eigene neue Weltherrschaft gewaltsam zu errichten - und vor den anderen gewaltsam zu verteidigen. Die faschistischen Staaten richten ihre Gewalt also nicht nur gegen die Ausgebeuteten und Unterdrückten, sondern auch gegeneinander, weil die kapitalistischen Länder ihren mörderischen Gesetzen selber unterworfen sind. Deswegen ist es der Imperialismus, der die Unvermeidlichkeit von Faschismus und Krieg niemals selber beseitigen kann, sondern immer mehr Völker der Welt in ihren Kampf hineinziehen. Dies kann nur das Weltproletariat durch die Weltrevolution verhindern, indem es den Weltimperialismus für immer beseitigt. »Nie wieder Faschismus!«. »Kapitalismus führt zu Faschismus!«. Kapitalismus muss weg!«
Was ist also - »kurz« gesagt - Faschismus?
In Worten spielt sich der Faschismus nach dem Bankrott des Parlamentarismus demagogisch als »der große Retter aus der Not« auf und ködert die Massen mit Zuckerbrot, um sie als Basis gegen den Einfluss des Kommunismus zu missbrauchen, in Taten aber ist der Faschismus die reaktionärste, aggressivste, totalitärste und ausgebildetste Maschinerie der imperialistischen Bourgeoisie in ihrer schärfsten Krisensituation, die ihr zur rücksichtslosesten Ausbeutung, Ausplünderung, Versklavung, Vertreibung, und Völkermord, zur Unterwerfung, Verwertung und Gleichschaltung allen Lebens auf der Erde, (einschließlich allen geistigen Lebens) zu einem einzigen Sinn und Zweck dient: - zur Steigerung des Profits durch das Monopol der Kapitalisten ... und im Umkehrschluss ist Faschismus dementsprechend die bedingungslose Bezwingung und Vernichtung aller Kräfte der ganzen Welt, insbesondere ihrer kommunistischen, proletarischen Führung, deren einziger Sinn und Zweck es ist, sich dieser Herrschaft des Maximalprofits in den Weg zu stellen, ihr Widerstand gegenüber zu leisten, sie anzugreifen, sie zu stürzen, sie zu vernichten durch die Zerschlagung der Fesseln der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, um alle Produktivkräfte (einschließlich der geistigen) zu befreien, wobei nur eine einzige Herrschaftsform die Vermeidbarkeit des Faschismus für immer garantiert: die Diktatur des Proletariats, die jegliche Klassenherrschaft beseitigt, einschließlich die eigene.
Hier haben wir alles, was den Faschismus ausmacht und wie man ihn bekämpft, in einem einzigen Satz programmatisch komprimiert.
Welchen Weg schlägt das Proletariat gegen den Faschismus ein? Das hängt von seinen Bedingungen und Voraussetzungen ab, ist aber auch eine grundsätzliche Frage. Für uns Kommunisten gibt es nur eine klare Antwort, die wir dem Proletariat geben müssen. Der Übergang der faschistischen Staatsmacht aus den Händen einer Klasse in die einer anderen ist das erste, wichtigste, grundlegende Merkmal einer anti-faschistischen Revolution, sowohl in der streng wissenschaftlichen wie auch in der praktisch-politischen Bedeutung dieses Begriffs: Es gibt keinen anderen Weg als die sozialistische Revolution. Ob sie früher oder später kommt, in welcher Form sie vonstatten geht, welchen Weg sie in welchen Schritten nimmt, hängt von den zu schaffenden Bedingungen und Voraussetzungen ab, muss die konkrete ökonomische und politische Situation in jedem besonderen Zeitabschnitt des faschistischen Prozesses zwangsläufig modifiziert werden, aber sie ist unvermeidlich und sie wird kommen. Wenn ein Weg über die Volksregierung genommen wird, dann muss sie auch abgeschlossen werden mit der Diktatur des Proletariats, mit der direkten Bewaffnung des Volkes, mit der Befreiung vom bürgerlichen und kleinbürgerlichen Einfluss in der Volksfront. Es ist die Aufgabe der Kommunisten, dies der Mehrheit der Massen klar zu machen, das revolutionäre Bewusstsein der Massen zu heben, damit sich die Mehrheit zu revolutionären Aktionen erhebt und die Herrschaft übernimmt. Nur dieser Weg bewahrt uns davor, als Minderheit die Machtergreifung in ein Abenteuer zu verwandeln. Es ist die Frage, ob die Beschlüsse des VII. Weltkongresses diese präzise Antwort gaben oder ob sie ihr ausgewichen sind? Wir sind der Meinung, dass sie ihr ausgewichen sind, denn: weder die Weltrevolution und ihre Umsetzung im Geiste der Oktoberrevolution, noch ausführliche Erörterungen des bewaffneten Aufstands gegen die Bourgeoisie, noch die dafür erforderliche Agitation und Propaganda, geschweige denn deren organisatorische Vorbereitung standen nach dem VII. Weltkongress im Mittelpunkt der Kominternarbeit. Sie spielten praktisch überhaupt keine Rolle mehr, sondern gingen im allgemeinen Einheitsfronttaumel der anti-faschistischen Klassenversöhnung unter. In so einem Moment die proletarische Linie als »Sektierertum« verächtlich zu machen, nur weil sie sich als Minderheitslinie dem kleinbürgerlichen Einheitstaumel entgegenstellte, heisst, sie der »Massenlinie« gegenüberzustellen, um sich von ihr loszusagen. Und das vor dem Hintergrund jener erschwerten illegalen Bedingungen von Faschismus und Krieg, die die Bourgeoisie schuf, um das revolutionäre Proletariat mundtot zu machen und die Agitation und Propaganda der Revolutionen in den Ländern zu verbieten.
Als brutalste Form der Diktatur der Bourgeoisie beschleunigt der Faschismus den revolutionären Umwälzungsprozess der kapitalistischen Gesellschaftsordnung durch gewaltsamen Eingriff in den Zerfallsprozess des Kapitalismus. Er richtet sich mit der Niederschlagung des revolutionären Proletariats, mit der Vernichtung und Vergeudung der Produktivkräfte, durch die Rüstungsindustrie durch den imperialistischen Krieg usw. usf. in bedrohlicher Weise insgesamt auf die Vernichtung der Lebensgrundlagen derjenigen Klasse, die sie allein aus dieser Lage befreien kann. Ohne Ausbeutung der Arbeiterklasse ist die Bourgeoisie zum Sterben verurteilt, ohne Ausbeutung ist die Bourgeoisie nicht überlebensfähig, kann sie die faschistische Diktatur nicht auf Dauer aufrechterhalten. Ohne Kapitalismus ist aber auch die Arbeiterklasse als ausgebeutete Klasse nicht überlebensfähig. Wenn das Proletariat als Proletariat der kapitalistischen Gesellschaft für den nächsten Augenblick weiterleben will, muss sie der Bourgeoisie helfen, aus dieser schwersten Krise herauszukommen - trotz des Proletarierblutes, das der Faschismus vergossen hat, und trotz der schweren Last, die ihm aufgebürdet wurden, trotz der Zerstörung, die er hinterlassen hat, trotz des Elend, in das es der Faschismus gestürzt hat. Dieser Weg ist für die Bourgeoisie nur gangbar, wenn sie sich ihrer Agenturen im Proletariat bedient. Diese sollen das Proletariat mit einem Stück Zucker zu einer Einheitsfront bewegen, und verspricht dem Proletariat am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitzuwirken, die sich für Frieden, Freundschaft und Fortschritt einsetzt, bla.. bla.. Diese Gesellschaft beruht auf Klassenversöhnung, so wie man das im wahrsten Sinne des Wortes nach der Beseitigung des Faschismus nur auffassen kann. Doch dieser neuen Gesellschaft kann nichts anderes als Kapitalismus eingehaucht werden, weil jede sozialistische Forderung des Proletariats unweigerlich den Widerstand der Bourgeoisie zur Folge hat. Also Stillhalten oder Revolution machen. Das ist die Entscheidung der Einheitsfronttaktik, vor der das Proletariat steht:
»Und darin, dass die grundlegenden Aufgaben des Proletariats den halbschlächtigen und konfusen Aufgaben des Liberalismus zum Opfer gebracht werden, besteht eben das Wesen des Opportunismus in der Taktik« (Lenin, Bd. 12, Seite 170, dt. Ausgabe).
Das Proletariat kann nicht auf Dauer im Kapitalismus überleben. Es kann letztendlich nur durch die Abschaffung des Kapitalismus durch den Sozialismus überleben. Dieser Entwicklung wird sich das Proletariat spontan auf qualvollem Wege irgendwann von alleine nähern und wir Kommunisten sagen, dass es den Weg verkürzen kann, wenn es den Faschismus mit einer sozialistischen Revolution beseitigt, d,h, nicht mit der Beseitigung einer Form der Diktatur der Bourgeoisie durch eine andere Form (ob mit sozialistischem Antlitz oder sonst eine neue Form), sondern durch die Beseitigung jeglicher Formen der Diktatur der Bourgeoisie, durch die grundsätzliche Beseitigung der Herrschaft der Bourgeoisie mit dem Ziel der klassenlosen Gesellschaft. Dazu braucht das Proletariat seine eigene Einheitsfront, in der sie als führende revolutionäre Klasse alle diejenigen Klassenkräfte zur äußersten Entschlossenheit vereint, um mit der Zerschlagung des Faschismus, die Beseitigung jeglicher Herrschaft der Bourgeoisie die Diktatur des Proletariats zu errichten, die stark genug ist, um die Zurückeroberung der Herrschaft der Bourgeoisie wirkungsvoll zu verhindern. Hätte der VII. Weltkongress auf die Anerkennung der existentiellen Notwendigkeit jeglicher Herrschaftsform der Diktatur der Bourgeoisie ausdrücklich verzichtet, wäre es niemals zur Verschmelzung mit der bürgerlichen Sozialdemokratie gekommen, denn diese war nicht nur eine Agentur der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung unter einer bestimmten Herrschaftsform der Bourgeoisie, sondern jeder Herrschaftsform, also auch der faschistischen. Dem Wesen nach verhält es sich genauso mit dem Revisionismus in der bürgerlichen Herrschaftsform des Sozialfaschismus. Sozialismus nach den kapitalistischen Spielregeln, das war die Bedingung, die die Sozialdemokratie im Kampf gegen den Faschismus von den Kommunisten verlangten. Und heute wissen wir, dass diese Spielregeln eingehalten wurden bis zur offenen Eingliederung in das System des Weltimperialismus. Die Bourgeoisie hat aus der Komintern gelernt und es verstanden, ihre Instrumente zur Integration revolutionärer Kräfte in das kapitalistische System perfekt einzusetzen. Wir dürfen der Bourgeoisie daher niemals erlauben, unter dem sozialistischen Dach Schutz zu suchen oder sich darunter erneut zu formieren, denn sie wird nicht eher ruhen, bis sie sich das ganze Haus des Sozialismus einverleibt und in Profit verwandelt hat. Deswegen sagen wir, Sozialfaschismus ist Sozialismus in Worten und Faschismus in Taten. Wobei die Besonderheit dieses Faschismus darin besteht, das er nicht direkt aus dem Kapitalismus hervorgeht, sondern aus der entarteten Form eines Sozialismus, des bürgerlichen Sozialismus, dessen Verwandlung - auf Zeit - mit dem Weg in offenere Formen des Kapitalismus endet oder der sich auf dem Weg einer sozialistischen Revolution in einen proletarischen Sozialismus verwandelt. Bis heute ist es dem Proletariat nicht gelungen, den Sozialfaschismus durch eine sozialistische Revolution höheren Typs zu stürzen, d.h. wo die Diktatur des Proletariats erobert wurde. Jeder Sozialfaschismus endete bisher vermittels des Proletariats in einer offenen Herrschaftsform der Bourgeoisie, wurde ihr eine Atempause gewährt, die die Wiedererrichtung des Sozialfaschismus nicht ausschließt, denn sie ist ein Produkt des Kapitalismus und wird immer ein Produkt des Kapitalismus bleiben, bis der Kapitalismus für immer beseitigt ist.
Für uns Marxisten-Leninisten ist also eine indifferente Benutzung des Begriffes »Antifaschismus« nicht zulässig, seitdem wir wissen und historisch erfahren haben, dass es neben dem proletarischen auch einen bürgerlichen Antifaschismus gibt, die sich beide diametral d.h. antagonistisch, gegenüberstehen und sich nicht versöhnen, vereinheitlichen oder sich gegenseitig auflösen lassen in einem übergeordneten allgemeinen “Antifaschismus”, der “über” den Klassen steht, den man nicht von den Klassen lostrennen kann. Die Bourgeoisie verbarg ihre Klasseninteressen hinter dem Aushängeschild des “Antifaschismus” und gab sie als “Allgemeininteresse” aus - eben auf Kosten des Proletariats und der Werktätigen und damit gegen sie. Nur der proletarische Antifaschismus ist ein sozialistischer Antifaschismus, der einzige Antifaschismus, der sich mit dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft deckt, nämlich mit der Beseitigung aller Klassen, womit auch jede Form der Klassenherrschaft überhaupt beseitigt wird - sowohl der faschistische Terror als auch der “rote” Terror (Sozialfaschismus). Um diese Frage ging es auch auf dem VII. Weltkongress. Antifaschismus, der nicht unmissverständlich und ausschließlich auf die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats ausgerichtet ist, bleibt bürgerlicher Antifaschismus. Wenn er auch bürgerlich revolutionäre Merkmale aufweist, so bleibt er durch eine Volksfrontregierung gezwungen, nicht ultimativ auf seinen Alleinvertretungsanspruch all zu offen zu pochen. Erst wenn wir in einer indifferenten antifaschistischen Einheitsfront den Widerspruch zwischen »Diktatur des Proletariats« oder »Diktatur der Bourgeoisie« offen aufdecken und sie gegenüberstellen, löst sich die Indifferenz dieser Gegensätzlichkeit einer Volksfront auf, muss man sich für die eine oder andere Diktatur entscheiden, denn ein Mittelding propagiert nur die Sozialdemokratie, nicht aber der Kommunismus.
So ist von uns Marxisten-Leninisten der Begriff »Faschismus« genausowenig indifferent zu benutzen. Wir müssen jegliche theoretische Variante widerlegen, die versucht, ihn entweder als klassenlosen Begriff zu verwenden oder als einen klassenbezogenen Begriff zwar anzuerkennen, aber dabei sowohl das tatsächliche Bild derjenigen Klassen verzerrt widerzuspiegeln, die den Faschismus vertreten und mit ihm verbündet sind, als auch das Bild derjenigen Klassen falsch darzustellen, die den Faschismus bekämpfen bzw. das Bild des Klassenbündnisses in der antifaschistischen Einheitsfront schief darzustellen. Für die Sozialdemokratie bedeutet Faschismus also etwas ganz anderes als für die Kommunisten, so wie die Arbeiteraristokratie im Faschismus einen ganz anderen Stand hat als das Proletariat. Diesen Unterschied darf man nicht übersehen, wenn man sich auf eine Einheitsfront mit der Sozialdemokratie einlässt, es sei denn man nimmt die Folgen billigend in Kauf, um das Proletariat bewusst zu verraten. Der Faschismus hat für den Arbeiter, ob er der Sozialdemokratie angehört oder der Kommunistischen Partei, ob für jeden einzelnen oder für alle Arbeiter gemeinsam, eben für alle Angehörige des Proletariats die gleiche klassenmäßige Bedeutung und alle sprechen die gleiche antifaschistische Sprache. Sie müssen daher ihre Spaltung überwinden, um den Faschismus zu besiegen, und das ist nur auf einem einzigen Weg möglich, sich vollkommen von JEGLICHEM bürgerlichen Einfluss zu befreien. Alle anderen Klassenkräfte, die ebenfalls unter dem Faschismus zu leiden haben, muss das Proletariat unter seiner Führung, das heisst unter der Führung der Kommunistischen Partei, vereinigen. Nicht mehr und nicht weniger.
Die korrekte Faschismus-Definition des IV. Weltkongresses vom Dezember 1922 lautete:
»Internationaler Faschismus (...) Die Bourgeoisie (...) sucht deshalb überall Zuflucht in der Schaffung gewisser weissgardistischer Eingreifkommandos, um damit besonders jeden Versuch und alle Anstrengungen, die das revolutionären Proletariat zur Verbesserung seiner Lage unternimmt, mit immer brutalerer Gewalt niederzuschlagen... Das charakteristische Merkmal des italienischen Faschismus - des `klassischen` Faschismus - der zur Zeit über das ganze Land triumphiert - besteht darin, dass die Faschisten sich nicht nur eng auf die Bildung konterrevolutionärer Kampforganisationen beschränken, sondern mit ihrer sozialen Demagogie unter den Massen Fuß zu fassen versuchen - unter den Bauern, dem Kleinbürgertum und sogar unter einigen Schichten der Arbeiterklasse, wobei sie geschickt die unausbleibliche Enttäuschung über die so gepriesene bürgerliche »Demokratie« für ihre eigenen reaktionären Zwecke ausnutzen. Die Gefahr besteht bereits in vielen Ländern, in der Tschechoslowakei, Ungarn, praktisch in allen Balkanländern, Polen...« (Taktische Thesen,Protokolle des IV. Weltkongress der Komintern, 1922),
Auf diese Faschismus-Definition hat das Programm der Komintern von 1928 bezug genommen, in dem der Kampf gegen den Faschismus klar definiert wurde und worauf wir uns heute in erster Linie stützen. Hinweise in Hülle und Fülle finden sich zum Kampf gegen den Faschismus auch gerade auf dem VI. Weltkongress. Die Komintern stützt sich also im antifaschistischen Kampf nicht ausschließlich nur auf die Definition auf dem IV. Weltkongress.
Stellen wir nun die völlig neue Faschismus-Definition Dimitroffs dieser richtigen Definition des IV. Weltkongresses gegenüber:
»Der Faschismus an der Macht ist, wie ihn das XIII. Plenum des EKKI richtig charakterisiert hat, die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals« (Dimitroff, Protokolle des VII. Weltkongresses, Seite 322, dt. Ausgabe).
Bevor wir auf den Inhalt selber eingehen, sei vorweg eine formale Frage erlaubt, die sich auf die Gegenüberstellung beider Definitionen bezieht: Warum beruft sich Dimitroff auf die Definition des XIII. Plenums des EKKI und nicht auf die Definition des Faschismus, die auf dem IV. Weltkongress beschlossen wurde? Kannte er diese Definition des IV. Weltkongresses etwa nicht? Hatte er sie vergessen oder übersehen? War es etwa legitim, dass das EKKI sich nicht mehr an den alten Beschluss des IV. Weltkongresses zu erinnern brauchte? Wenn man einen alten Beschluss für falsch hält oder man ihn verbessern, aktualisieren, erneuern möchte, okay, aber warum erklärt und begründet man das dann nicht? Widerspricht das nicht den minimalsten Ansprüchen jeder halbwegs seriösen Organisation, wenn die einmal von ihr gefassten Beschlüsse einfach stillschweigend durch neue ersetzt werden? Wodurch kann man das rechtfertigen? Das kann man beim besten Willen nicht rechtfertigen. Also warum stellte man stillschweigend eine neue Faschismus-Definition auf? Das kann man sich nur dadurch erklären, dass man mit der alten Definition nicht mehr einverstanden war und nicht den Mut hatte, das öffentlich zuzugeben! Eine andere Erklärung für dieses offensichtliche Vertuschungsmanöver kann es für uns nicht geben. Wäre es aufgeflogen, dann hätte dies den ganzen neuen Kurs des VII. Weltkongresses gefährdet. Der Antagonismus der Widersprüche zwischen beiden Faschismus-Definitionen wäre sofort ins Auge gefallen, und eben das sollte vermieden werden. Deswegen hatte man vor dem VII. Weltkongress bereits alle Vorkehrungen getroffen, dass auf dem VII. Weltkongress selbst nichts Unvorhergesehenes passieren konnte, hatte man alle vorher darauf eingeschworen, und der tosenden Beifall, die Demonstration vollkommener Einheit muss einem zu denken geben. Es war also unumgänglich, auf das Prinzip von Selbstkritik und Kritik bezüglich der bestehenden Faschismus-Definition des IV. Weltkongresses zu verzichten. Das wäre eine Schraube ohne Ende geworden, denn so hätte man einen Weltkongressbeschluss nach dem anderen kritisieren und selbstkritisch zurücknehmen müssen, um ihren neuen Kurs zu rechtfertigen und dann wäre der ganze Betrug des VII. Weltkongresses aufgeflogen. So haben sie aber die Generallinie der Komintern nicht offen anzugreifen brauchen, sondern durch das Stillschweigen einerseits und durch wilde »Sektierertum« - Abgrenzungsorgien andererseits die Komintern als leere Hülle für ihren neuen Kurs übernehmen können. So konnte der neue Kurs als reibungslose und lückenlose Fortsetzung des alten Kurses »ausgegeben« werden, ohne ihn offen liquidieren zu müssen. Das ist die Taktik des verkappten Liquidatorentums oder - um es leicht verständlicher auszudrücken - die Geburtswehen des modernen Revisionismus. Mit dem VII. Weltkongress haben die Kominternführer also die Komintern lebendig begraben. Im Grunde genommen können wir also gar nicht mehr von einem VII. Weltkongress sprechen, er setzte nicht die anderen Weltkongresse fort, sondern wich von diesen ab. Klar, das nicht nur die Delegierten Beifall klatschten, sondern die gesamte Weltbourgeoisie, konnte sie ohne Komintern in die Sowjetunion einmarschieren. Würde sich die Generallinie der Komintern/ML an der Generallinie des VII. Weltkongresses orientieren, würde sie diese Generallinie nicht als abweichlerische Generallinie kritisieren, dann würden wir Verrat begehen. Die alte Generallinie der Komintern Lenins und Stalins können wir nur retten, wenn wir die Generallinie Dimitroffs als eine rechtsabweichende Generallinie verurteilen, die den Revisionismus vorbereitete. Es ist ein typisches Merkmal des Revisionismus, sich über alle Weltkongressbeschlüsse hinwegzusetzen und sie durch EKKI- Beschlüsse, ja später nur noch durch Präsidiumsbeschlüsse, und ab 1941 durch Beschlüsse von nur 3 Führern der Komintern (!) zu ersetzen. Wo ist bei diesem Zentralismus der demokratische Charakter noch zu erkennen? Bereits einen Monat nach dem VII. Weltkongress hob das Sekretariat des EKKI mit einem Reorganisationsbeschluss den demokratischen Zentralismus der Komintern auf. Er sollte angeblich den Sektionen mehr »Selbständigkeit« bringen, aber das hiess nicht nur, dass man sie vom leninistischen Prinzip des Zentralismus entbunden hatte, sondern von der Komintern isoliert wurden. Damit waren sie faktisch nicht mehr Sektionen, sondern nur noch einzelne, voneinander losgetrennte Parteien, verloren sie alle den wichtigsten Teil ihres internationalistischen Charakters, war ihnen das gemeinsame Instrument der Weltpartei aus der Hand geschlagen, waren sie ohne gemeinsame Führung - mitten im Faschismus!! Die antifaschistische Einheitsfront des Weltproletariats ausrufen und einen Monat danach die Komintern faktisch liquidieren - ist das noch der gleiche Dimitroff, der den Kommunismus auf dem Reichstagsbrandprozess gegen den Faschismus tapfer verteidigte? Man hätte das Triumvirat an der Spitze der Komintern zwar noch kritisieren können, aber der demokratische Zentralismus war außer Kraft gesetzt, und so wurde dann auch William Fosters Kritik an Browder von Dimitroff lapidar zurückgewiesen, und Browders klassenversöhnlerischer Kursgegenüber dem amerikanischen Imperialismus endete mit der Auflösung der Kommunistischen Partei der USA im Jahre 1944 - also zu einer Kriegszeit, wo das Weltproletariat die Hilfe gerade dieser Partei dringend gebraucht hätte im Kampf gegen den Weltimperialismus, in einer Zeit, als der amerikanische Imperialismus als Kriegsgewinnler sein mächtiges Imperium nach dem 2. Weltkrieg aufbauen konnte, und der zum gefährlichsten Feind der Menschheit herangewachsen ist - und gerade dort löst sich die kommunistische Partei auf mit dem Segen Dimitroffs! Man kann nicht so tun, als sei Dimitroff daran nicht mitschuldig. Das Beispiel beweist, dass der demokratische Zentralismus nach dem VII. Weltkongress demontiert und faktisch aufgehoben wurde. Somit folgte 1 Monat nach der theoretischen Erdrosselung der Komintern ihre praktische Erdrosselung - also längst bevor man ihr 1943 den Totenschein ausstellte. Das war also die tatsächliche Konsequenz der Dimitroff`schen Faschismus-Definition. Wir müssen aber auch ihren Inhalt widerlegen, weil sich sonst zu jeder Zeit eine ähnliche Situation wiederholt.
Kommen wir nun endlich zur inhaltlichen Kritik an der Faschismus-Definition des VII. Weltkongresses:
Der VII. Weltkongress geht in seiner Definition von den reaktionärsten, chauvinistischsten, und am meisten imperialistisch Elementen des Finanzkapitals aus. Uns ist nicht bekannt, dass Lenin oder Stalin diese Definition jemals auch nur im Entferntesten in ihrem Leben benutzt hätten, obwohl sie bis heute die marxistischen Theoretiker des Imperialismus überhaupt sind. Die Klassiker definieren Herrschaft, Macht, Faschismus usw. immer im Zusammenhang mit der Klassengesellschaft, mit der herrschenden Klasse, wobei sie den Begriff der Diktatur als Alleinherrschaft weder auf eine einzelne Person, noch auf eine Gruppe von Personen, oder eine Oligarchie (Finanzoligarchie) beschränken:
»Die Diktatur ist eine sich unmittelbar auf Gewalt stützende Macht, die an keine Gesetze gebunden ist. Die revolutionäre Diktatur des Proletariats ist eine Macht, die erobert wurde und aufrechterhalten wird durch die Gewalt des Proletariats gegenüber der Bourgeoisie, eine Macht, die an keine Gesetze gebunden ist« (Lenin, Bd. 28, Seite 234, dt. Ausgabe).
. Im Klassenkampf gegen den Imperialismus stehen sich zwei Klassen gegenüber: die Bourgeoisie und das Proletariat. Man prüfe, ob der Klassencharakter des Faschismus aus der Definition des VII. Weltkongresses - so wie sie nun mal formuliert wurde und ohne etwas hinein interpretieren oder rechtfertigen zu wollen - klar hervorgeht. Wir sind der Meinung, dass die Definition des VII. Weltkongresses nicht mit den Klassikern übereinstimmt, dass sie von den Klassikern abweicht, dass es keine Definition auf Klassenbasis ist, denn mit der Beseitigung der übelsten Elemente schafft man sich nicht den Kapitalismus samt Bourgeoisie vom Hals ohne bewaffnete, sozialistische Revolution, ohne Zerschlagung des bürgerlichen Staates. Wir wollen uns aber mit unserer eindeutig ablehnenden Haltung gegenüber der Definition des VII. Weltkongresses nicht zufrieden geben, sondern uns vertiefen:
Zunächst stellen wir die Frage: Warum wird hier die Monopolbourgeoisie als ganze Klasse ausgeklammert und nur der durch die Superlativform eingegrenzten und differenzierten Minderheit dieser Klasse die faschistische Diktatur zugeordnet? Wir Marxisten sprechen bekanntlich von Klassenherrschaft und nicht von der Herrschaft `einiger Elemente`. Sollte damit etwa hervorgehoben werden, dass in Kreisen des Finanzkapitals ein scharfer Konkurrenzkampf unter den größten Wölfen herrsche, in dem nur die stärksten und rücksichtslosesten die Macht in ihren Krallen hielten und dass alle anderen Finanzkapitalisten weniger gefährlich seien (bürgerliche Demokraten), ja vielleicht sogar bereit sind, durch ein Einheitsfrontbündnis die brutalste Konkurrenz (= Faschisten) vom Halse zu schaffen? Darf man aber etwas Richtiges hervorheben und dabei aber das Wesentlichste am Faschismus weglassen - nämlich Herrschaftsinstrument der Bourgeoisie als K l a s s e ? Eine Definition der Differenzierung von Klassen ist marxistisch, wenn sie auf einer marxistischen Klassenanalyse basiert und damit dem Proletariat im Klassenkampf zum Sieg verhilft, aber sie ist opportunistisch und dient dem Klassenfeind, wenn diese Definition das Wesentliche verschweigt oder verzerrt und das Proletariat in die Irre führt und in die Niederlage treibt, indem die »gemäßigteren« Feinde als Freunde definiert werden. Dies ist nichts anderes, als Klassenversöhnung, als eine Neuschöpfung des »Marxismus-Leninismus«. Diese falsche Definition wurde taktisch abgeschwächt, indem Dimitroff sie gleichzeitig mit richtigen Definitionen verband, so dass immer der Anschein bewahrt wurde: »Wer zweifelt, findet an anderen Stellen Hinweise wie es gemeint ist«. Auf diesem Wege hat sich diese Dimitroff `sche regelrecht »eingebürgert«. Wenn man heute etwas über die Geschichte der Komintern hört, dann ist es nicht Lenin und Stalin, sondern Dimitroff, dann ist es nicht die Verbreitung der Oktoberrevolution über den Erdball, sondern die Einheitsfronttaktik gegen den Hitlerfaschismus - der wurde besiegt und damit war die Arbeit der Komintern getan und abgehakt - nicht mehr nützlich. Und wenn man etwas von der Einheitsfronttaktik des VII. Weltkongresses hört, wird in erster Linie die Faschismus-Definition von Dimitroff zitiert, wird alles das zitiert, was im Referat abweicht von der Linie des Marxismus-Leninismus, während die richtigen, die marxistisch-leninistischen Hinweise, die ja unbestritten auch im Referat Dimitroffs genannt werden, eben nicht »hängen geblieben« sind. Das ist kein Zufall, sondern hat System. Lenin nannte so etwas: Taktik des Opportunismus = Missbrauch des Marxismus-Leninismus zur Tarnung des Abweichung. Die Definition des VII. Weltkongresses bereitete also den Weg zum Revisionismus, und wir haben deswegen keinen Zweifel mehr daran, weil genau diese Definition den Revisionisten historisch an die Macht geholfen hat. Die Definition des VII. Weltkongresses ist weder marxistisch noch leninistisch, denn was ist aber mit den anderen Kreisen des Finanzkapitals? Sind die etwa dem Wesen nach weniger reaktionär, weniger chauvinistisch, weniger imperialistisch? Sind die etwa nicht ganz so faschistisch ode etwa gar nicht faschistisch? Warum wird diese Frage , die die Definition aufwirft, nicht geklärt, warum bleibt sie offen stehen? Was wird damit beabsichtigt? Könnte man sich etwa mit den gemäßigteren Kräften des Finanzkapitals verbünden gegen die reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente? In der Epoche des Imperialismus, der Epoche des Finanzkapitals und der Monopole, gibt es für uns Marxisten-Leninisten keine Ausgrenzung bestimmter Elemente der Monopolbourgeoisie. Wenn wir von der faschistischen Herrschaft der Monopolbourgeoisie sprechen, dann verstehen wir darunter, die gesamte Monopolbourgeoisie, die gesamte Kapitalistenklasse, was nichts anderes heisst, als dass sie insgesamt reaktionär, insgesamt chauvinistisch, insgesamt imperialistisch ist. Wir wissen, dass die Sozialdemokratie ebenfalls dem Monopolkapital dient und zwar nicht nur den amerikanischen Monopolen , dass sie selber zu einem Teil der Monopolbourgeoisie geworden ist, dass hinter der Sozialdemokratie die Monopole und Banken der imperialistischen Großmächte stehen, dass die II. Internationale die Internationale des Monopolkapitals wurde, dass sie Sozialfaschismus gegen die revolutionären Arbeiter und Kommunisten ausübt, dass sie zu den brutalsten Feinde der für ihre Freiheit und Unabhängigkeit kämpfenden Völker gehören. Nur weil sie sich nicht faschistisch nennen, sondern sich »sozialpartnerschaftlich« und »reformistisch« geben, sind sie im Kern nicht weniger reaktionär, chauvinistisch und nicht weniger imperialistisch, wie der Faschismus. Und was ist mit den Sozialimperialisten? Sind sie nicht auch Monopolkapitalisten? Der Sozialfaschismus der Sozial-Monopolbourgeoisie, die der Revisionismus hervorgebracht hat, ist im Wesen nichts anderes, als der Faschismus der Monopolbourgeoisie. Ob nun Revisionismus oder Sozialdemokratismus, sie sind beides Agenturen der Weltmonopolbourgeoisie im nationalen und internationalen Maßstab, sind Vertreter der kapitalistischen neuen Weltordnung im Kampf gegen das Weltproletariat und gegen die unterdrückten Völker. Mit ihnen kann und wird es niemals eine Einheitsfront geben! Mit seinen Predigten vom »friedlichen« Weg zum Sozialismus , mit seinen Thesen vom Absterben des Klassenkampfes, mit den Losungen der Klassenversöhnung vereinigte sich der Revisionismus mit der Sozialdemokratie, und es bildete sich zwischen ihnen eine internationale konterrevolutionäre Allianz im Dienste der Weltbourgeoisie, während das Proletariat und die unterdrückten Völker in der antifaschistischen und anti-imperialistischen Einheitsfront mit leeren Händen da stehen. Übrig geblieben ist von II. Internationale nur ein Produkt des parasitären, faulenden und sterbenden Monopolkapitalismus, eine II. Internationale, in denen die »reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals« vereinigt sind. Es war die II. Internationale, die den Revisionisten bei der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und den kapitalistischen Kurs in den osteuropäischen Staaten - also auch im Staate Dimitroffs! - in der Einheitsfronttaktik zur Seite stand! Ja, es kam sogar zur Verschmelzung der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien, angeblich weil die Sozialdemokraten »ihren Fehler« gegenüber dem Kommunismus »eingesehen hätten«. Die Wahrheit ist, dass die Sozialdemokratie niemals ihren Antikommunismus aufgegeben hat - Antikommunismus ist auch heute noch ihr Programm. Sie hassen die Revolution und die Diktatur des Proletariats wie die Pest, denn sie sind ein Teil der Bourgeoisie. Ihnen angenähert haben sich nur die Revisionisten, und der VII. Weltkongress war dafür der Startschuss. Dessen Einheitsfronttaktik der Notwendigkeit der Vereinigung aller proletarischen Kräfte im Kampf gegen die Herrschaft der Monopole entpuppte sich als eine Vereinigung aller bürgerlichen Kräfte im Kampf gegen die Herrschaft des Proletariats im Interesse des Monopols, führte zur Beseitigung des Sozialismus. Für Lenin war die Grundvoraussetzung für den Sieg über das terroristische Zarenregime, über den imperialistischen Krieg eben gerade der Sieg über die II. Internationale. Warum sollte das für den Sieg gegen den Faschismus und den Sieg des Friedens über den zweiten imperialistischen Krieg anders sein? Man darf von der Linie des Lenin´schen Kampfes gegen die II. Internationale für die gesamte Epoche des Imperialismus NIEMALS abweichen, ohne den Boden des Marxismus-Leninismus zu verlassen.
Was ist also unterm Strich aus der Faschismus-Definition des VII. Weltkongresses historisch herausgekommen? Nichts als Kapitalismus - Kapitalismus, überall wo man heute hinsieht! Konnte man den VII. Weltkongress noch als Sieg des Sozialismus feiern, als sich das sogenannte sozialistische Lager entwickelte, so musste man spätestens dann stutzig werden, als die entarteten revisionistischen Parteien sich alle auf den VII. Weltkongress stützten. Aber heute noch von einem sozialistischen Sieg des VII. Weltkongresses zu sprechen, wo kein Sozialismus mehr auf der Erde übrig geblieben ist, muss jeden ehrlichen Marxisten-Leninisten dazu veranlassen, sich den VII. Weltkongress etwas kritischer anzusehen. Der Mythos, dass der VII. Weltkongress das letzte Wort im antifaschistischen Kampf der Marxisten-Leninisten ist, muss gestürzt werden.
In der Faschismus-Definition also einen Gegensatz durch die Superlativform herzustellen ist unmarxistisch und hat im historischen Rückblick erwiesenermaßen den Revisionisten nur dabei geholfen, die Bourgeoisie aufzuteilen, in einen weniger gefährlichen Hauptteil und einen kleinsten, gefährlichsten Teil. Wie vereinbaren sich die folgenden Definitionen des Dimitroff´schen Berichtes mit der oben genannten Definition:
»Der Faschismus ist die Macht des Finanzkapitals selbst« ( Dimitroff´scher Bericht Seite 322, Protokolle des VII. Weltkongresses, dt. Ausgabe). Also entweder »die Macht des Finanzkapitals selbst« oder die Macht der »reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals«?
Dimitroff hat in seinem Referat noch weitere verschiedene Faschismus-Definitionen eingebaut, auf die wir aber nicht im einzelnen eingehen wollen. Die Kombinationen all dieser Definitionen und deren Austauschbarkeit halten wir für mehr als zweifelhaft.
Die kapitalistische Gesellschaft beruht auf Klassenherrschaft und nicht auf der Diktatur von »Elementen«, sondern eben auf Klassen. Durch die Macht dieser »Elemente« verliert die Klasse der Bourgeoisie nicht ihre relative Beständigkeit. Die Bourgeoisie ist als Klasse sowohl veränderlich als auch relativ beständig in ihren Wesensmerkmalen. Die Einflüsse des Feudalismus verringerten sich im Laufe des Entwicklungsprozesses der Bourgeoisie, während in der Endphase der Einfluss der Arbeiteraristokratie immer stärker wird. Nur in ihrem wechselseitigen Verhältnis von Veränderlichkeit und relativer Beständigkeit kann man also den Umwandlungsprozess der einen bürgerlichen Herrschaftsform in die andere, deren Ablösung, begreifen. Sowohl im Faschismus als auch in der bürgerlichen Demokratie herrschen die reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals - der Faschismus hat sie nicht erst hervorgebracht, sondern sie haben den Faschismus hervorgebracht, so wie sie vorher auch die bürgerliche Demokratie hervorgebracht haben. Auf diese relative Beständigkeit der Monopolbourgeoisie geht auch Lenin ein:
»In den Ländern, die eine unerhörte Krise, eine Auflösung der alten Beziehungen, eine Verschärfung des Klassenkampfes nach dem imperialistischen Krieg 1914-1918 durchmachen - und das gilt für alle Länder der Welt -, ist es entgegen den Heuchlern und Phrasenhelden unmöglich, ohne Terror auszukommen. Entweder der weissgardistische, bürgerliche Terror auf amerikanische, englische (Irland), italienische (die Faschisten), deutsche, ungarische oder sonstige Manier oder der rote, proletarische Terror. Ein Mittelding gibt es nicht, ein »Drittes« gibt es nicht und kann es nicht geben« (Lenin, Bd. 32, Seite 370, dt. Ausgabe).
Und was den italienischen Faschismus anbelangt, orientierte Lenin den Kampf klar auf den Kommunismus:
»Die italienischen Kommunisten, die eine wirkliche Partei des revolutionären Proletariats in Italien heranbilden, werden den Arbeitermassen jetzt ein anschauliches Beispiel der politischen Schurkerei und des Menschewismus vor Augen führen können. Nicht auf einmal, nicht ohne vielfache Wiederholung des Anschauungsunterrichts wird sich die nützliche, die abstoßende Wirkung dieses Musterbeispiels zeigen, aber zeigen wird sie sich unweigerlich. Sich nicht von den Massen; bei der schweren Arbeit der praktischen Entlarvung aller Gaunereien Serratis vor den Augen des einfachen Arbeiters nicht die Geduld verlieren; sich nicht zu der allzu leichten und allergefährlichsten Entscheidung hinreißen zu lassen, wo Serrati »a« sagt, »minus a« zu sagen; die Massen unentwegt zur revolutionären Weltanschauung und zur revolutionären Tat erziehen; den Anschauungsunterricht des Faschismus, der unübertrefflich ist ( wenn er auch teuer zu stehen kommt), in der Praxis und durch die Praxis auswerten - und der Sieg ist dem italienischen Kommunismus sicher« (Lenin, Bd. 33, Seite 1995-196, dt. Ausgabe).
Sicherlich hat Dimitroff sich in seinem Referat auf diese Ausführungen Lenins gestützt - wie konnte es dann aber kommen, dass Togliatti, den man auf dem VII. Weltkongress nicht von der Seite Dimitroffs trennen kann, den italienischen Kommunismus - und damit die Anweisungen Lenins gegen den italienischen Faschismus - später so schändlich verraten hat? Das war nicht zuletzt auch die Folge des Versöhnlertums Dimitroffs. Dieser Frage darf man nicht ausweichen, und wir müssen bei der Beantwortung wieder auf die Faschismus-Definition des VII. Weltkongress zurückkommen:
Es ist richtig, dass eine kleine Minderheit des Weltfinanzkapitals die ganze Welt beherrscht - und damit hat Dimitroff auch korrekt denjenigen widersprochen, die meinten, dass der Faschismus in erster Linie dem Kleinbürgertum und dem Lumpenproletariat zuzuordnen sei. Er differenzierte auch die Bourgeoisie, und richtete sich gegen die Verabsolutierung der bürgerlichen Klasse. Wenn man aber differenziert, darf man nicht auseinander revidieren, was die Klasse ihrem Wesen und ihrer Erscheinung nach in ihrer Gesamtheit ausmacht. Man muss bei der Differenzierung von Klassen also dialektisch herangehen und kann die Monopolbourgeoisie des 20. Jahrhunderts nicht damit bekämpfen, dass man sich - sagen wir - mit der Bourgeoisie des 19. Jahrhunderts verbündet, die wesentlich »weniger reaktionär« usw. gewesen sei, und die man durch »friedliche Koexistenz« unter dem Druck der Mehrheit der Arbeiter im Kapitalismus so weit unter Kontrolle halten könne, dass sie nicht mehr so leicht diese reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals hervorbringen kann. Das führt zur Klassenversöhnung, führt auf Umwegen wieder zu den nächsten reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elementen des Finanzkapitals, denn auf nichts anderes läuft das Gesetz der Entwicklung des Kapitalismus hinaus, vom Hinauszögern bis zum endgültigen Untergang. Diese Minderheit der Monopolbourgeoisie herrscht nicht außerhalb, sondern innerhalb der Klassenherrschaft der Bourgeoisie, durch sie und nicht gegen sie. Sie erhebt sich nicht über die Mehrheit der Klasse, übt keine Diktatur über die Klasse der Bourgeoisie aus. Zwar befinden sich die reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals im Widerspruch zu anderen Elementen der Bourgeoisie, muss man die Widersprüche innerhalb der Bourgeoisie ausnutzen, müssen wir zur Spaltung, Schwächung und Zersetzung der Bourgeoisie aktiv in Aktion treten, müssen wir gerade die reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals angreifen, aber das tun wir nicht vom Standpunkt der Bourgeoisie aus, um sie zu retten, sondern um sie zu stürzen. Die Frage darf deshalb nicht so lauten, ob man diese Widersprüche ausnutzen solle oder nicht, sondern entscheidend ist die Antwort der Marxisten-Leninisten, wie diese Widersprüche in der Bündnispolitik der Einheitsfronttaktik von Seiten des Proletariats auf revolutionäre Weise umzusetzen sind. Wenn man seine Speerspitze gegen die reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals richtet, dann darf man dies nicht losgelöst vom allseitigen Sturz unter Einbeziehung ALLER Elemente der Bourgeoisie als Klasse tun, denn wenn wir die Bourgeoisie nicht als Ganzes bekämpfen, dann laufen wir Gefahr, dass sie sich mit gewissen Teilen , ja selbst mit verbliebenen Überresten, wieder auf die eine oder andere Weise von unseren Schlägen erholen und uns wieder besiegen kann. Ja denken wir nur an Lenins Lehre, dass gerade das Kleinbürgertum immer wieder neuen Kapitalismus hervorbringt (auch im Sozialismus!), wenn wir das nicht verhindern. Hier liegt die Gefahr der Dimitroff-These, weil daraus eben eine falsche Volksfront-Idee der gemeinsamen Herrschaft des »gemäßigten Flügels« der Bourgeoisie und des »gemäßigten Flügels« des Proletariats entwickelt wird: Treue Gefolgschaft des Proletariats bis in den Tod der Bourgeoisie als Preis für die Vermeidung des Faschismus - Kapitalismus als Grundlage des Überlebens des Proletariats und der Bourgeoisie gleichermaßen. In diesem Gefolgschaftsversprechen soll dann das Proletariat Kurskorrekturen vornehmen, falls es zum »Rechtsextremismus der Bourgeoisie« kommt, also Verhinderung der Macht der reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elementen des Finanzkapitals, und auf der anderen Seite greift die Bourgeoisie beim »Linksextremismus« des Proletariats ein, damit das Gefolgschaftsversprechen nicht durch die klassenbewusstesten, revolutionärsten, anti-chauvinistischsten und am meisten anti-imperialistischen Elemente des Weltproletariats gefährdet wird. Auf diesen Vertrag »Gegen den Terrorismus von rechts und von links«, gegen »Rechtsextremismus und Linksextremismus« beruht das imperialistische Konzept nach der Niederlage des Faschismus vor allem seitens der Sozialdemokratie und der Arbeiteraristokratie im Bündnis mit intellektuellen Schichten des Kleinbürgertums:
»Die Bourgeoisie ist für die Alleinherrschaft der Bourgeoisie. Die klassenbewussten Arbeiter sind für die Alleinherrschaft der Sowjets der Arbeiter-, Landarbeiter-, Bauern und Soldatendeputierten, für die Alleinherrschaft, die vorbereitet wird durch die Klärung des proletarischen Klassenbewusstseins, durch seine Befreiung vom Einfluss der Bourgeoisie, nicht aber durch Abenteuer. Das Kleinbürgertum - die `Sozialdemokraten` , die Sozialrevolutionäre usw. usf. - schwankt und behindert diese Klärung, diese Befreiung. Das ist das tatsächliche, klassenmäßige Kräfteverhältnis, die unsere Aufgaben bestimmt« (Lenin Bd. 24, Seite 23, dt. Ausgabe).
Was lernen wir aus dem VII. Weltkongress? Das Proletariat ist niemals in der Lage, die Herrschaft der Monopole und den Faschismus innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung endgültig zu beseitigen und es gibt auch keinen »friedlichen« Weg, auf dem die Unvermeidlichkeit der »reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals« Schritt für Schritt beseitigt werden kann. Nur die sozialistische Revolution kann den Faschismus für immer beseitigen. Anti-monopolistische Alternativen des Kapitalismus gibt es nicht, werden aber von den Revisionisten propagiert. So entstand die revisionistische Losung von der »Zurückdrängen der Monopole«. Man kann die Monopole nicht auf Dauer zurückdrängen IM KAPITALISMUS ( denn Kapitalismus endet gesetzmäßig immer wieder im Monopolismus), man kann sie mit der sozialistischen Revolution nur beseitigen, indem man die Klasse beseitigt, der die Finanzkapitalisten an g e h ö r e n. Sie stehen nicht über der Klasse der Bourgeoisie, sondern sind deren treibende Kraft im Imperialismus. Die Revisionisten haben daraus eine Zwischenetappe zum »friedlichen« Sozialismus gemacht, die sie »antimonopolistische Demokratie« nennen. Auf der einen Seite macht die Einheitsfront gegen den Faschismus die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten so stark, dass man die Bourgeoisie angeblich zwingen kann, die »friedliche« Errichtung des Sozialismus zuzulassen, und auf der anderen Seite hält man die Arbeiterklasse für nicht stark genug, um die sozialistische Revolution durchzuführen, weswegen eine Zwischenetappe erforderlich sei, um den Weg zum Sozialismus »zu öffnen«. Der Trick ist: Man trennt gemäß Bernstein den Weg vom Ziel, stellt die Frage des Weges demagogisch in den Mittelpunkt und erklärt angebliche »Zwischenstufen des Weges« zum Ziel und predigt so den Verzicht auf das sozialistische Ziel. Und so »beweist« man dann mit Lenin, der festgestellt hat, dass es »keinerlei Zwischenstufen« zwischen Kapitalismus und Sozialismus geben kann, dass eine Zwischenstufe gegen die reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals unumgänglich sei. Im Gegensatz zum VII. Weltkongress heisst es im Programm der Komintern von 1928 noch ganz klar und eindeutig:
»Hochentwickelte kapitalistische Länder (Deutschland) mit mächtig entfalteten Produktivkräften, weitgehend zentralisierter Produktion, verhältnismäßig geringem spezifischen Gewicht der Kleinbetriebe und mit einem bereits seit langen bestehenden bürgerlich-demokratischen politischen Regime. In diesen Ländern ist die Hauptforderung des Programms der unmittelbare Übergang zur Diktatur des Proletariats« (Programm der Kommunistischen Internationale, in: Internationale Presse-Korrespondenz Nr. 133, 1928, Seite 2641, dt. Ausgabe).
Haben sich diese Bedingungen durch den Faschismus geändert? Sie haben sich geändert, aber in eine Richtung der stärkeren Reife der Ablösung des staatsmonopolistischen Kapitalismus durch die Diktatur des Proletariats! Der staatsmonopolistische Kapitalismus bedeutet die verstärkte, ja auf die Spitze getriebene Unterordnung des Staates unter die Monopole. Stalin schrieb 1952 in » Die ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR« (S. 52, dt. Ausgabe, fremdsprachiger Verlag Moskau, 1952):
»...Die Frage des Verwachsens der Monopole mit dem Staatsapparat. Der Ausdruck »Verwachsen« passt nicht. Dieser Ausdruck konstatiert oberflächlich und beschreibend die Annäherung der Monopole und des Staates, deckt aber den ökonomischen Sinn dieser Annäherung nicht auf. Es handelt sich darum, dass im Laufe dieser Annäherung kein bloßes Verwachsen vor sich geht, sondern die Unterwerfung des Staatsapparates durch die Monopole. Deshalb sollte man das Wort »Verwachsen« streichen und durch die Worte »Unterwerfung des Staatsapparats unter die Monopole« ersetzen«.
Es ist klar, dass die Macht der Monopole nur durch die Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates vermittels der bewaffneten Revolution der Arbeiter beseitigt werden kann, und dass alles andere nur Illusionen über die Klassennatur des Staatsmonopolismus weckt, um die Notwendigkeit der Revolution zu leugnen:
»Der Kapitalismus erzeugt selbst seinen Totengräber, schafft selbst die Elemente der neuen Ordnung, aber diese einzelnen Elemente ändern ohne einen `Sprung` nichts an der Sachlage, rühren nicht an der Herrschaft des Kapitals« (Lenin, Bd. 16, Seite 354, dt. Ausgabe).
Auf nichts anderes läuft die Faschismus-Definition des VII. Weltkongresses hinaus, also: statt hin zur Diktatur des Proletariats, weg von der Diktatur des Proletariats, statt hin zur Weltrevolution, zur sozialistischen Revolution in den Ländern der Volksdemokratien - weg davon und hin zum Reformkurs bürgerlich-volksdemokratischer Nationen vermittels Aussöhnung mit der Sozialdemokratie. Wir Kommunisten sprechen von der Form des Übergangs und des Herankommens an die proletarische Revolution, von der Zerschlagung des Faschismus als Zerschlagung der Diktatur der Bourgeoisie und nicht von irgendeiner Übergangsform der Einheitsfrontregierung, die Dimitroff als Form der Diktatur des Proletariats ausgibt und die angeblich von Lenin stammen soll, und die Dimitroff demagogisch »im Namen Lenins« gegen »links« und rechts verteidigt. Unter Einheitsfront hat Lenin nichts anderes verstanden, als die Einheit der Arbeiter und deren Verbündete, wozu die sozialdemokratischen Arbeiter, aber niemals die bürgerliche Sozialdemokratie gehört hat.
Die Unversöhnlichkeit der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie in Worten anerkennen, aber in Taten eine klassenversöhnlerische Politik betreiben - das ist der Kern jeder revisionistischen Klassenanalyse. Unter konkreter Betrachtung der Einheitsfronttaktik des VII. Weltkongresses gegen den Faschismus trifft genau diese allgemeine Feststellung zu. In der Schlussbilanz der Einheitsfronttaktik hat sich nämlich in allen Ländern herausgestellt, dass die in den Beschlüssen vorgesehene »Selbstständigkeit der Führung in der Revolution, etc. « des Proletariats »im Kampf gegen die Bourgeoisie etc.« - insbesondere »gegen die Sozialdemokratie etc.« , gegen die rechten und »linken« Gegner der Einheitsfront etc.« - dennoch im Endergebnis als »Aufgehen« in der bürgerlichen Demokratie, bzw. in der Verschmelzung mit der Sozialdemokratie zur historischen Tatsache geworden ist - eben durch die Versöhnung der Klassen in der Einheitsfront gegen den Faschismus. Mit einem konsequenten unversöhnlichen, revolutionären Klassenkampf wären wir zu einem anderen historischen Ergebnis gekommen. Eben der bürgerlichen Demokratie in die Hände zu arbeiten, darin bestand die wirkliche Gefahr des VII. Weltkongresses zum damalig aktuellen Zeitpunkt. Man braucht sich nur den Charakter der Klassenkräfte ansehen, die an der Beseitigung des Faschismus mitwirkten. Objektiv war die Beendigung des Faschismus eine historisch gesetzmäßige Notwendigkeit. Es gäbe keine Kraft, die eine demokratische Umgestaltung der faschistischen Gesellschaft hätte verhindern können, aber es gab im Grunde nur zwei Arten dieser Umgestaltung, eine proletarische Demokratie (herbeigeführt durch eine Volksrevolution, die in die sozialistische Revolution übergeht unter Führung des Proletariats gegen die Bourgeoisie!) oder eine bürgerliche Demokratie (herbeigeführt durch die Volksrevolution mit der Hauptkraft des Proletariats zusammen mit der Sozialdemokratie!). Jede Einheitsfrontregierung kann nur entweder zu dem einen oder anderen Ergebnis kommen. Heute wissen wir, dass die Einheitsfrontregierung im bürgerlichen Lager endete und dass sich die Linie des VII. Weltkongresses historisch als eine falsche Linie erwies, dass diese Linie weder damals noch heute die Generallinie der Kommunistischen Internationale sein konnte und kann, dass wir diese Linie kritisieren, uns von ihr abgrenzen und die Linie der Komintern Lenins und Stalins vor dem VII. Weltkongress als Grundlage anerkennen und uns von ihr leiten lassen müssen - nämlich den bewaffneten Aufstand der Arbeiter nicht Schritt um Schritt herabzusetzen sondern voranzutreiben. Stalin ging den bewaffneten Weg, den sozialistischen Weg gegen den Faschismus und drückte die Rote Armee dem Antifaschismus ihren revolutionären Stempel auf. Der VII. Weltkongress ging den friedlichen Weg, drückte die Annäherung an die Sozialdemokratie und die spätere Verschmelzung mit ihr den bürgerlichen Stempel dem Antifaschismus auf. Das sind die beiden Wege, die historisch (Stalins Definitionen des Faschismus im Programm der Komintern von 1928 einerseits und Dimitroffs/Kuusinens Definition des Faschismus auf dem VII. Weltkongresses 1935 andererseits) beschritten wurden. Die Arbeiterklasse kann also ihre welthistorische Mission, - die kapitalistische Ordnung auf revolutionärem Wege zu zerschlagen und die neue sozialistische Gesellschaftsordnung aufzubauen-, nur dann erfüllen, wenn sie sich gegen den Opportunismus des VII. Weltkongresses unter der revolutionären Fahne der Komintern/ML und ihren marxistisch-leninistischen Parteien vereinigt.
Einige Genossen rechtfertigen die Zulässigkeit des antifaschistischen Bündnissen mit der Bourgeoisie, indem sie den Vergleich zu Stalins Bündnis mit den Alliierten im Vaterländischen Krieg heranziehen. Man muss in diesem Zusammenhang einmal ganz genau die Haltung Albaniens studieren, was da in diesem Bündnis gegen den Faschismus an »Angloamerikanischen Maschenschaften in Albanien« (Erinnerungen des Genossen Enver Hoxha) abgelaufen ist, und welche revolutionäre Haltung die Albaner hierzu eingenommen hatten. Da lassen sich auch Vergleiche mit der NATO-Allianz gegen den serbischen Sozialfaschismus ziehen im nationalen Befreiungskrieg im Kosova. Diese Genossen vergessen, dass es sich bei der Sowjetunion damals um einen Staat der Diktatur des Proletariats, um die sozialistische Welt handelte, während diese Voraussetzungen im antifaschistischen Kampf gar nicht gegeben sind. Unter dem Faschismus herrscht die Diktatur der Bourgeoisie. Dimitroffs Faschismus-Definition auf dem VII. Weltkongress war also eine eindeutige Revision der Lenin´schen Definition der Herrschaft der bürgerlichen Klasse auf dem IV. Weltkongress der III. Komintern. Es gibt Genossen, die meinen, dass die Faschismus-Definition des IV. Weltkongresses nicht ausreiche, »weil sie sich nur auf die anti-imperialistische Einheitsfront bezieht«. Diesen Genossen kann man nur sagen, dass sie den Zusammenhang und den wesentlichen Unterschied zwischen der anti-imperialistischen und der anti-faschistischen Einheitsfronttaktik der Bourgeoisie und des Proletariats nicht begriffen haben. Beide proletarischen Einheitsfronttaktiken, ebenso wie die Einheitsfronttaktik in der Gewerkschaftsarbeit dienen der Einheit des Weltproletariats, dienen der Strategie und Taktik der Weltrevolution und sind nicht voneinander zu trennen. Beide müssen auf den gleichen Prinzipien des Marxismus-Leninismus basieren. Die gleichen Lehren, die wir hier aus der anti-faschistischen Einheitsfronttaktik recht ausführlich ziehen, müssen auch sehr ausführlich aus der anti-imperialistischen Einheitsfronttaktik gezogen werden, sonst kann man weder den Faschismus noch den Imperialismus endgültig vernichten. Das heisst, dass die heutige marxistisch-leninistische Weltbewegung aus dem revisionistischen Verrat an der anti-imperialistischen Einheitsfronttaktik Lehren zu ziehen hat, und zwar derart, dass deren neo-revisionistischen Häutungen genauso restlos zerstört werden müssen wie in der anti-faschistischen Einheitsfronttaktik.
Dimitroff hat auch einige wertvolle Beiträge zum Kampf gegen den Faschismus in seinem Referat geliefert, die den Marxismus-Leninismus bereichert und dem Weltproletariat geholfen haben. Er spricht auch die Herzen der Genossen an. Wir hatten anfangs keinerlei Zweifel an der korrekten Linie des VII. Weltkongresses, und haben ihn verteidigt. Viele Feststellungen, die er traf, stimmen mit dem Marxismus-Leninismus überein. Und wir haben nicht vor, diese korrekten Positionen anzuzweifeln. Das wäre nur Wasser auf die Mühlen der Revisionisten. Was wir verwerflich finden ist, dass man mit diesen korrekten Positionen seine rechte Abweichung tarnt. Dimitroff baute neben korrekten marxistisch-leninistischen Gedanken gleichzeitig zentristisch abweichende Feststellungen und Definitionen geschickt ein, so dass man nach wirklich konzentriertem Studium klar zu dem Ergebnis kommen muss: Eine konsequente marxistisch-leninistische Linie wurde von Anfang bis Ende nicht verfolgt. Richtige Positionen werden durch falsche Positionen wieder aufgehoben, es bleiben Fragen und Widersprüche offen, die von unseren Gegnern zu deren Gunsten interpretiert werden können. Richtige Positionen werden durch ihre eklektizistische Aneinanderreihung wieder entkräftet. Der Bericht krankt daran, dass sich jeder ideologisch wiederfinden und bestätigt fühlen kann, denn die »große« Einheit gegen den »großen« Faschismus soll das kritische Augenmerk auf die verdeckte rechte Abweichung schwächen. Der Marxist-Leninist soll den Kürzeren ziehen, wenn er gegen die opportunistische Mehrheit zu rebellieren wagt - und ehe er es sich versieht, ist er auch schon im Lager des »Sektierertums« gelandet, das die Stirn hat, die »große« Einheit anzuzweifeln und ihr zu schaden als undisziplinierter »Hitzkopf oder Querulant, der nur Prinzipien im Kopf hat und nicht der »veränderten aktuellen Lage« ins Auge sehen will. Zu solchen Genossen möchte keiner gerne gezählt werden, und so kommt es vor, dass man gegenüber der Prinzipientreue schwach wird. Und genau damit begann der Auflösungsprozess der Komintern - in dem Augenblick wo sie vermeintlich ihre stärkste Einheit demonstrierte, demonstrierte sie in Wahrheit ihre größte Schwäche. Und weil sie zur Selbstkritik nicht fähig und willens war, war die Auflösung nur eine Frage der Zeit. Ursache für diese fatale Entwicklung ist das »gut gemeinte«, »ehrliche« Versöhnlertum gegenüber der rechten Abweichung, die Einheit in der Einheitsfronttaktik höher zu stellen als die Prinzipien der Weltrevolution und damit dem Revisionismus das Tor zur Macht zu öffnen. So wurde die rechte Abweichung der in die Praxis umgesetzten antifaschistischen Einheitsfrontpolitik der Komintern bereits durch die Einheit der rechten Abweichung in den Beschlüssen des VII. Weltkongresses vorexerziert, entsprach sie ihrem Spiegelbild, konnte sie gar nichts anderes sein, so wohlwollend man auch korrekte Zitate aus dem Zusammenhang der falschen Beschlüsse herauszureißen versucht. Wer sich aber weigert, zwischen dem Geist und den Buchstaben des VII. Weltkongresses zu unterscheiden - im Kontext der historischen Entwicklung des Revisionismus - der läuft Gefahr, früher oder später im Lager des Neo-Revisionismus zu landen .
Auf dem VII. Weltkongress, als die rechte Abweichung schon dabei war, ihre Linie der Komintern aufzuzwingen, war es schließlich Dimitroff, der die Rolle des »weisen Steuermanns« als Weltführer der Komintern übernahm, der sowohl gegen die rechten Opportunisten als auch gegen die »Sektierer« dem sicherem und erfahrenen bolschewistischen Kurs Stalins »folgte«.
Diese Vermischungstaktik ist außerordentlich schwer zu durchschauen und für uns Marxisten-Leninisten sehr gefährlich, weil sich diese versteckte Taktik hinter den Kulissen mit Hilfe von »marxistisch-leninistischen« Allerwelts-Phrasen elastischer Positionen bedienen kann: »Alles kann so oder so ausgelegt werden und bleibt dabei trotzdem immer »richtig« oder »falsch« (Relativismus). Der VII. Weltkongress verwarf z. B. durchaus nicht die Definition des Faschismus als besondere Herrschaftsform der Bourgeoisie als Klasse und beschränkte auch nicht den Klassenkampf gegen die Bourgeoisie, aber gleichzeitig schmuggelt Dimitroff auch falsche Positionen ein - so die Faschismus - Definition als Diktatur der »reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals«. Richtiges feststellen und Falsches mit diesen richtigen Feststellungen unmerklich immer wieder in Verbindung zu bringen, um dann das Richtige ebenso unmerklich fallen zu lassen und schließlich durch das Falsche zu ersetzen, dem man das Etikett »richtig« aufgeklebt hatte und dann falsche Beschlüsse fasst, die man als richtige ausgibt - das ist der Weg der Dimitroff´schen Faschismus-Definition und dieser rote Faden lässt sich durch alle Beschlüsse des VII. Weltkongresses verfolgen (wenn man denn dazu bereit ist und den Mut dazu hat).
Die falsche Faschismus-Definition heisst im Klartext, dass die Bourgeoisie als Klasse - nur eben unter Ausgrenzung dieser »Elemente« in das Einheitsfrontbündnis mit in die Einheitsfront einzubeziehen ist. Mit dem Segen der Bourgeoisie den »Sozialismus« aufbauen, mit der Bourgeoisie den bewaffneten Aufstand überflüssig machen, den friedlichen Weg gehen - nichts anderes hat auch Togliatti, Mao und wie die Revisionisten noch alle heißen, praktiziert und theoretisch gerechtfertigt als »schöpferische Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus«. An anderer Stelle spricht Dimitroff eindeutig von der Revolution und der Diktatur des Proletariats. Dieses schwer zu Fassende, die Möglichkeit, das Referat so zu fassen, dass es von keiner Seite angreifbar ist, dass es ein Leichtes ist, immer wieder auf korrekte Stellen zu verweisen - und trotzdem vom Marxismus-Leninismus abzuweichen - das hat Lenin eben als wesentliches Merkmal des Opportunismus bezeichnet.
Was Bucharin mit seinen heimlichen Thesen zum VI. Weltkongress der Komintern misslang (friedliches Hineinwachsen des Kapitalismus in den Sozialismus, um als restaurierter Kapitalismus wieder herauswachsen zu können, Leugnung des Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus= Abschlagen des imperialistischen Überbaus, um auf dem Kapitalismus den Sozialismus aufzubauen, anstatt den Kopf samt Rumpf zu vernichten, deswegen Dimitroffs Bündnis mit der Sozialdemokratie!), weil Stalin dies voraussah und verhindern konnte. Der Durchbruch der Rechten gelang erst auf dem VII. Weltkongress mit Dimitroffs Thesen - zwar noch nicht in der Sowjetunion, aber -schlimm genug- auf internationaler Ebene, was für die Sowjetunion tödliche Folgen haben sollte. Die versöhnlerische, sogenannte »Einheitsfronttaktik« auf dem VII. Weltkongress der Komintern beruhte auf dieser alten reformistischen Idee der Klassenversöhnung mit der Bourgeoisie, die folgerichtig vom XX. Parteitag der KPdSU aufgegriffen, verteidigt und offen fortgesetzt wurde, um auch der Sowjetunion das Genick zu brechen - also zuerst Liquidation der Komintern und dann die Liquidation der Sowjetunion und schließlich die Liquidation des Sozialismus in Albanien und die Liquidierung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung - das war die Taktik des Revisionismus und in seiner Häutung der Neo-Revisionismus, um den Imperialismus wieder zum Alleinherrscher über die Welt zu machen und zum ersten Mal vom Sozialismus zu befreien - Grund genug, um daraus Lehren zu ziehen, damit sich ein zweites Mal nicht wiederholt.. Diese Dimitroff`sche »Einheitsfronttaktik« hatte nichts mehr mit der alten, revolutionären Einheitsfronttaktik der Komintern zu tun, sie war eine rechte Abweichung, die zur bürgerlichen Demokratie mit sozialistischem Anstrich einleitete und sie endete im Sozialfaschismus. Vom Faschismus zum Sozialfaschismus - das war die Strecke die der Revisionismus historisch durchlief. Dadurch endeten die Dimitroff-Thesen wieder an der gleichen Stelle, wo sie begannen, »nur« mit dem Ergebnis einer tiefen Verletzung, ja Erschütterung des revolutionären Klassenbewusstseins des Weltproletariats. Die Revisionisten, die damals nicht verhindern konnten, dass der Sozialismus und der nationale Befreiungskampf gegen den Hitlerfaschismus siegten, haben dem Weltproletariat den Sozialismus entzogen, den es für die Vernichtung des neu herangewachsenen Faschismus heute dringend braucht. Deswegen muss der Sozialismus, der den neuen Faschismus verhindern oder besiegen soll, neu geschaffen werden auf dem Weg der Oktoberrevolution, auf dem Weg der Weltrevolution. So strebte der VII. Weltkongress offen das Bündnis mit der II. Internationale an bei allmählicher Auflösung der Komintern, die Lenin damals erbittert bekämpfte und deren Verrat ja eben zur Gründung (!) der Kommunistischen Internationale- zur notwendigen ABGRENZUNG - geführt hatte. Heute noch gibt es die II. Internationale, aber 67 Jahre lang keine Komintern! Dimitroffs Bündnisangebot an regierende Sozialdemokratien bei späterer Verschmelzung mit den sozialdemokratischen Parteien!; an die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale bei Auflösung der RGI/RGO (diese liquidatorische Losung wurde übrigens schon lange vorher vom führenden Flügel im Zentralrat der Gewerkschaften der Sowjetunion unterstützt!). Die Kritik, die wir daran knüpfen beruht nicht auf der Verknüpfung der Einheit »von unten« mit der Einheit »von oben« ( Lenin hat diese Kombination gegen »links« und rechts meisterhaft im Klassenkampf beherrscht), sondern darauf, die eigenen Kommunistischen Organisationen aufzugeben, die Positionen zu opfern im Bündnisangebot, die selbständige Führung der Arbeiterklasse abzugeben an die Bourgeoisie. Man darf die Strategie nicht der Taktik unterordnen, sondern die Taktik dient der Strategie. Wir gehen also Bündnisse ein, um unsere Position zu stärken, nicht zu schwächen. Wenn wir also die Gewinnung der Mehrheit der Arbeiterklasse durch die Einheitsfronttaktik erreichen wollen, wenn das der neue Kurs ist, okay, dann kann er dem Ziel der Sowjetmacht aber nur dadurch dienen, dass wir uns nicht auflösen und uns als Kommunisten verleugnen. Das ist nicht ehrlich gegenüber dem Weltproletariat. Das wird das Weltproletariat zu Recht als Zurückweichen kritisieren. Die Kritik des Proletariats an den Kommunisten bestand anfangs nicht darin, dass die Kommunisten Weltverbesserer und Träumer fernab der Realität seien und der Sowjetunion wie einem Paradies hinterherlaufen würden, sondern dass sie gegenüber der Bourgeoisie schwach wurden, wenn`s ans Eingemachte ging. Heute kritisieren die Arbeiter uns Kommunisten, wir seien noch schlimmere Ausbeuter und Unterdrücker als die Kapitalisten, weil wir uns nicht nur an die Kapitalisten verkauft hätten, sondern selber Kapitalisten geworden seien und das obendrein noch in proletarischer Mogelpackung. Die Wahrheit war doch die, dass die korrekte Linie des VI. Weltkongresses zur Verschärfung des Klassenkampfes beitrug, was zu großen Sympathien unter den Arbeitermassen führte, weil wir da unsere kommunistische Fahne klar und deutlich hochgehalten haben im Klassenkampf. Auf diese Erfolge aufzubauen und diese noch tiefer in den Arbeitermassen zu verankern, das war Stalins Idee von der neuen Einheitsfronttaktik. Auf dem VII. Weltkongress aber wurde die Fahne Stalins nur deswegen höher geschwenkt, um sie dann um so eiliger wieder einzurollen - in dem Augenblick als man in die Verhandlungen mit der Bourgeoisie eintrat. Das ist grundsätzlich ein Fehler, kein taktischer:
»Die Gesetze der Revolution (und für uns Marxisten-Leninisten ist die Befreiung vom Faschismus niemals etwas anderes, als ein Gesetz der Revolution - die sich der Einheitsfronttaktik lediglich als Hilfsmittel bedient [wenn auch eines entscheidenden], welches aber die Revolution niemals zwingen darf, sie zu unterwerfen und sie damit entbehrlich zu machen - die Redaktion) , des Klassenkampfes (und zwar nicht irgendeines Klassenkampfes, sondern jenes ganz bestimmten marxistisch-leninistischen Klassenkampfes der erst mit dem gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie endet und nicht vorher - zu dessen erfolgreichen Umsetzung eine Einheitsfronttaktik eben als Hilfsmittel dient und nicht umgekehrt - die Redaktion) , der Natur und der Rolle der marxistisch-leninistischen Partei (die sich als Führerin der Revolution des Hilfsmittels der Einheitsfront bedient, ohne sich als Partei diesem Hilfsmittel unterordnen zu lassen, ohne sich als Handlanger der Bourgeoisie zu degradieren - ohne diesem Hilfsmittel ihre ganzen Massenorganisationen zu opfern und sogar aufzulösen - die Redaktion) kann man nicht nach Belieben manipulieren, unter dem Vorwand einer `elastischen Politik` oder aus der Notwendigkeit durch die Umstände diktierter `richtiger Kompromisse` heraus. Wenn man die Prinzipien (der revolutionären Einheitsfronttaktik! - die Redaktion) nicht wahrt (d.h. sie zum revolutionären Sturz der Herrschaft der Bourgeoisie gebraucht! - die Redaktion) , nehmen die Bündnisse und Kompromisse einen krummen Weg und gefährden die Linie, die Partei, den richtigen Gang der Revolution« ( gefährden das Ziel der Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus) [Enver Hoxha, Seite 373 - 374, »Betrachtungen über China«, dt. Ausgabe, Tirana, 1979].
Dimitroffs Losungen waren relativistisch und damit in ihr Gegenteil verkehrbar und entwaffnend, waren in einigen Abschnitten seines Berichts ganz offen (!) , in anderen Abschnitten versteckt Losungen, in denen die alten Losungen Stück für Srück zurückgenommen und Stück für Stück durch neue ersetzt wurden. Aber lesen tun sie sich so, als wären es immer noch die gleichen alten Losungen, nur eben auf die »Einheitsfrontpolitik« zugeschnitten. Im Grunde diente die Einheitsfrontpolitik Dimitroffs der Revision des marxistisch-leninistischen Programms und der alten revolutionären Linie der Komintern, um den Weg der Abkehr von der Weltrevolution »unbemerkt« beschreiten zu können. Es ging in Wahrheit um die Auflösung (!) bestehender Roter Gewerkschaften, die »Volksfront-Regierung« MIT der Bourgeoisie als demokratische Zwischenetappe (!) zur sozialistischen Regierung, das Konzept eines Zwischenstaates (!) zwischen bürgerlichem und proletarischen Staat, seine wütenden Angriffe gegen die »Sektierer« in seinem eigenen Land - Bulgarien -, deren »Verbrechen« allein darin bestand, sich die »Aufgabe der Errichtung der Diktatur des Proletariats zu stellen« ( Dimitroff, Ausgewählte Werke, Band 3; Seite 558), während Dimitroff den Faschismus mit » der Freiheit und dem Frieden der Völker«, die die Sowjetarmee brachte, mit der einheimischen Bourgeoisie schlagen wollte ( ebenda Seite 561) d.h., unter Verzicht auf den revolutionären Sturz der alten kapitalistischen Ordnung die sozialistische Ordnung zu errichten. Nicht die Marxisten-Leninisten, sondern die Eklektizisten und Opportunisten ersetzen die Theorie und Praxis der Revolution durch die Theorie und Praxis von »Übergängen« und »Zwischenetappen«. Die Elastizität in der Frage der Bündnispolitik subjetiv angewandt, bedeutet eben Eklektizismus. Eine Volksfrontregierung, die die Notwendigkeit der sozialistischen Revolution ersetzt, anstatt dafür bessere Voraussetzungen zu schaffen, ist keine proletarische sondern eine bürgerliche Volksfront. Die Regierung des Proletariats ist ohne sozialistische Revolution nicht möglich. Würde der kapitalistische Staat revolutionäre Forderungen erfüllen können, bräuchte man keine sozialistische Revolution. Der faschistische Staat steht nicht über der Bourgeoisie, er ist der Staat der Bourgeoisie. Die bürgerlich-demokratische, parlamentarische Staatsform der Herrschaft der Bourgeoisie wurde abgelöst durch die faschistische Staatsform der Herrschaft der Bourgeoisie. Die faschistische Staatsform der Herrschaft der Bourgeoisie wird durch die proletarische Revolution zerschlagen und abgelöst von der Sowjetmacht, von der Diktatur des Proletariats und nicht von der bürgerlich-demokratischen Staatsform der Herrschaft der Bourgeoisie, in der man für eine gewisse Übergangszeit dem Proletariat am bürgerlichen Sozialismus Teilhabe einräumte, aber damit die Arbeiter um ihre Diktatur des Proletariats betrog. Also wenn wir den Faschismus nicht durch die Revolution verhindern können, müssen wir ihn wenigstens mit der Revolution beenden. Niemals werden wir wieder auf halbem Wege stehen bleiben. Das ist die Generallinie der Komintern/ML in der Faschismus-Frage.
Unter Verzicht auf den revolutionären Sturz des Kapitalismus wurden auch bereits Losungen formuliert, aus denen Tito später die kapitalistische Theorie und Praxis der Jugoslawischen `Selbstverwaltung`entwickeln konnte. In der These 8 der Resolution zum Referat Dimitroffs auf dem VII. Weltkongress der Komintern heisst es:
»Unter den Bedingungen der politischen Krise, wenn die herrschende Klassen bereits nicht mehr imstande sind, mit der mächtig anwachsenden Massenbewegung fertig zu werden, müssen die Kommunisten grundlegende revolutionäre Losungen (z.B. Kontrolle der Produktion, der Banken, Auflösung der Polizei und ihre Ersetzung durch eine bewaffnete Arbeitermiliz usw.) aufstellen, die darauf gerichtet sind, die wirtschaftliche und politische Macht der Bourgeoisie noch mehr zu erschüttern, die Kräfte der Arbeiterklasse zu steigern, die kompromisslerischen Parteien zu isolieren und die Arbeitermassen unmittelbar an die revolutionäre Machtergreifung heranzuführen« (Protokoll des VII. Weltkongresses der Komintern, Seite 991, dt. Ausgabe). Diese anti-leninistische Losung wurde wohlgemerkt und ausdrücklich ausgegeben ohne Bedingungen der Diktatur des Proletariats, ohne Bedingungen der Errichtung der Sowjetmacht, ohne Bedingungen Zerschlagung des Herrschaftsapparates der Bourgeoisie - also folglich unter den Bedingungen des Kapitalismus. Die von der Komintern aufgestellten Losungen sind im Kapitalismus nicht zu verwirklichen und deswegen auch nicht so revolutionär wie man sie proklamierte. Sie sind eine hohle revolutionäre Phrase, die man nicht bewusst aus dem Weltkongress hinausgeworfen, sondern hereingeholt hat. Es sind keine Losungen, die den Übergang der Macht der Sowjets fordern, sondern unter Bedingungen aufgestellt werden, wo die Massen noch nicht breit sind, für die Sowjetmacht zu kämpfen. Die Lehre des Marxismus-Leninismus von der Unvermeidlichkeit der gewaltsamen Revolution bezieht sich auf die Zerschlagung des bürgerlichen Staates. Im Kapitalismus kann er nicht friedlich absterben. An diese Lehre werden die Losungen der Komintern aber nicht geknüpft, sondern an die Volksfrontregierung mit der Bourgeoisie. Diese Losungen sind deswegen hohle revolutionäre Phrasen, weil sie den Druck auf die Bourgeoisie darauf beschränken, dass sie die Volksfrontregierung nicht behindern. Dafür, und nur dafür hat der VII. Weltkongress den Massenkampf gebraucht, nicht für die gewaltsame Revolution. Es sind also nur dann revolutionäre Losungen, wenn sie auf die Zerschlagung des bürgerlichen Staates gerichtet werden. Hiervon finden wir aber nichts in den Resolutionen des VII. Weltkongresses, weil diese »sektiererischen« Losungen beim Paktieren mit der Bourgeoisie nicht nur hinderlich gewesen wären, sondern eine Volksfrontregierung unmöglich gemacht hätten. Es war Kautsky, der diese marxistische Lehre vom Staat »vergessen« hatte und an den sich Dimitroff erinnerte, als er diese Losungen aufstellte. »Das Ersetzen des Konkreten durch Abstraktes ist einer der Hauptfehler, einer der gefährlichsten Fehler in der Revolution« (Lenin, Bd. 24, Seite 188, dt. Ausgabe). »Wir haben beschlossen, die III. Internationale zu schaffen. Das müssen wir allen Schwierigkeiten zum Trotz verwirklichen. Keinen Schritt zurück zu Übereinkünften zwischen Sozialimperialisten und Überläufern aus dem Lager des Sozialismus!« (Lenin, Bd. 24, Seite 247, dt. Ausgabe).
Stalin hat in seinem Aufsatz »Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten bezüglich des Paktierens mit der Bourgeoisie folgendes ausgeführt:
»Die Vorbereitung des Oktobers vollzog sich somit unter Führung einer Partei, der Partei der Bolschewiki. Wie aber wurde von der Partei diese Führung bewerkstelligt, auf welcher Linie vollzog sie sich? Diese Führung vollzog sich auf der Linie der Isolierung der Paktiererparteien als der gefährlichsten Gruppierungen in der Periode der höchsten Entfaltung der Revolution, auf der Linie der Isolierung der Sozialrevolutionäre und Menschewiki. Worin besteht die grundlegende strategische Regel des Leninismus? Sie besteht in der Erkenntnis,
1. dass die gefährlichste soziale Stütze der Feinde der Revolution in der Periode der herannahenden revolutionären Entscheidung die Paktiererparteien sind;
2. dass es ohne Isolierung dieser Parteien unmöglich ist, den Feind (den Zarismus oder die Bourgeoisie) zu stürzen;
3. dass infolgedessen in der Periode der Vorbereitung der Revolution die Hauptschläge darauf gerichtet sein müssen, diese Parteien zu isolieren und die breiten werktätigen Massen von ihnen loszulösen.
In der Periode der Vorbereitung des Oktobers verschob sich das Schwergewicht der kämpfenden Kräfte auf eine neue Ebene. Es gab keinen Zaren mehr. Die Partei der Kadetten verwandelte sich aus einer paktierenden Kraft, in die regierende, in die herrschende Kraft des Imperialismus... In dieser Periode waren die kleinbürgerlichen demokratischen Parteien, die Parteien der Sozialrevolutionäre und Menschewiki, die gefährlichste Stütze des Imperialismus. Warum? Weil diese Parteien damals Paktiererparteien waren, Parteien des Paktierens zwischen dem Imperialismus und den werktätigen Massen. Es ist natürlich, dass die Hauptschläge der Bolschewiki damals gegen diese Parteien gerichtet wurden, denn ohne diese Parteien isoliert zu haben, war es unmöglich, auf den Bruch der werktätigen Massen mit dem Imperialismus zu rechnen. Viele begriffen damals nicht diese Besonderheit der bolschewistischen Taktik und warfen den Bolschewiki `übermäßigen Hass` gegen die Sozialrevolutionäre und Menschewiki sowie `Außerachtlassung` des Hauptzieles vor. Doch zeugt die ganze Periode der Vorbereitung des Oktober in beredter Weise davon, dass die Bolschewiki nur durch diese Taktik den Sieg der Oktoberrevolution sicherstellen konnten« (Stalin, Fragen des Leninismus).
Das Proletariat und die werktätigen Massen haben in den kapitalistischen Ländern nicht zu wählen zwischen bürgerlicher Demokratie und Faschismus, sondern zwischen Diktatur des Proletariats und Diktatur der Bourgeoisie. Das Gegenteil vertrat Dimitroff auf dem VII. Weltkongress. Die antifaschistische bürgerliche Revolution kann das Proletariat mit der Bourgeoisie deswegen nicht auf Dauer zusammenschließen, weil die Proletarier und andere Werktätige Ausgebeutete sind und die Bourgeoisie Ausbeuter sind. In der antifaschistischen sozialistischen Revolution vereinigen sich alle Werktätigen und Ausgebeuteten mit dem Proletariat nicht zu einem vorübergehenden, sondern zu einem dauernden Bündnis, um die Festigung der Diktatur des Proletariats und die Errichtung der neuen, sozialistischen Ökonomie tatsächlich zu erreichen. Das ist in Albanien passiert, in allen anderen Volksdemokratien aber gescheitert, weil sie durch den Revisionismus entarteten, bevor sie sich zum Sozialismus richtig entwickeln konnten. Der bürgerliche Marxismus reduziert den antifaschistischen Kampf auf Klassenkampfformen, die die Vereinigung mit demokratischen Teilen der Bourgeoisie nicht verhindern. Wer nur den antifaschistischen Klassenkampf anerkennt, ist noch kein Marxist, sondern nur derjenige, der diesen Kampf auf die Diktatur des Proletariats ausdehnt und zwar nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Wäre es also den Kominternführern Ernst gewesen, den Volksdemokratien bei der sozialistischen Revolution zu helfen, anstatt sich nur von der Sowjetunion helfen zu lassen, (und zwar ununterbrochen von der antifaschistischen Revolution für Demokratie Fortschritt und Frieden bis zum gewaltsamen Sturz des bürgerlichen Staates bis hin zur tatsächlichen Errichtung der Diktatur des Proletariats) dann - aber nur dann - hätte die Komintern das Recht und die Pflicht, weiter zu bestehen. Aber weil die Komintern sich diese Aufgabe nicht mehr praktisch stellte, hatte sie sich diese theoretische Aufgabe auch auf dem VII. Weltkongress gar nicht gestellt. Sie begnügte sich damit, den Sektionen den friedlichen Weg zusammen mit der Sozialdemokratie in den einzelnen Ländern vorzubereiten, um demokratische Staaten mit sozialistischem Antlitz auf den Trümmern des Faschismus zu errichten. Danach war an eine Kommunistische Internationale nicht mehr zu denken und Dimitroff dachte am wenigsten daran. Mit der Auflösung war für ihn das ruhmreiche Kapitel Komintern abgeschlossen oder sollte ihn Stalin etwa daran gehindert haben, den marxistisch-leninistischen Weg der Komintern Lenins und Stalins siegreich bis zur Weltrevolution fortzusetzen? Für Stalin aber war das Ziel der Weltrevolution mit einer solchen Komintern, deren VII. Weltkongress dafür die denkbar schlechtesten Voraussetzungen geschaffen hatte, so gut wie unmöglich zu erreichen - zumal dies zum selben Zeitpunkt geschah, als der Krieg in Stalingrad seine Wende nahm, wo die Weltrevolution verteidigt wurde gegen die Okkupanten des Hitlerfaschismus, gegen den Weltimperialismus - vorrangig mit der Kritik der Waffen, ohne dabei die Waffe der Kritik gegen die rechte Abweichung in der Komintern außer Acht zu lassen.
Weder der Sieg im Vaterländischen Krieg, noch die neu entstandenen Volksdemokratien hätten an der korrekten Vorausschau Lenins und Stalins etwas ändern können, nämlich, dass das Schicksal der Oktoberrevolution, das Schicksal eines jeden sozialistischen Staates, das Schicksal der Volksdemokratien, stets vom Voranschreiten der Weltrevolution, vom Übergreifen der Revolution in andere Länder, abhängt, dass sich ein sozialistisches Land - und sei es so stark wir die Sowjetunion, niemals auf Dauer gegenüber der imperialistischen Umkreisung, gegenüber der herrschenden Weltbourgeoisie, behaupten kann, wenn sie nicht die notwendige Unterstützung durch das Weltproletariat erhält, nämlich die imperialistische Umklammerung Stück für Stück revolutionär zu zerschlagen.
(Auszug aus der Generallinie der Komintern/ML)