Teil 6

Das große Finale der Mingrelischen Verschwörung

oder das Märchen über Lenin,

der angeblich aus Stalin einen brutalen Dorfpolizisten“ machte



Die Leninwerke stehen mit der Mingrelischen Verschwörung in unmittelbarem Zusammenhang. Wie kann das möglich sein? Lenin war doch schon fast 30 Jahre tot ? Nun, Chruschtschow hat das unglaubliche Kunststück fertig gebracht, Lenin wieder zum Leben zu erwecken ! Lüften wir also das Geheimnis dieser „Wiederauferstehung“:

Chruschtschow war mit der Mingrelischen Verschwörung gewaltig unter Druck geraten. Kein Wunder: Erst der Tod des Georgiers Stalin und dann auch noch der Tod des Mingreliers Berija, erst die Beseitigung der berijanischen Posten durch Stalin, dann die Wiederbesetzung der Posten mit Berijanern durch Berija und schließlich die erneute Beseitigung der Berijaleute, diesmal durch Chruschtschow und die Besetzung der Posten mit Chruschtschowianern. Und dann mussten dabei auch noch seine Leichen des Tifliser Stalinaufstands von der Straße gefegt werden. Wer den turbulenten Transkaukasus kennt, der braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, was da los war!!! Das hat dort unter den aufgewühlten Massen Riesenwellen geschlagen und die wollten und wollten nicht wieder abebben. Den Tifliser Aufstand hatte er zwar gerade noch niederschlagen können, aber damit hatte Chruschtschow nur noch mehr Öl ins Feuer gegossen. Chruschtschow suchte Hände ringend nach einem Ausweg wie wieder Ruhe in den Transkaukasus reinzubringen wäre. Chruschtschow war nicht Stalin und damit unfähig, die nationale Frage zu lösen. Es half ihm alles nichts: Das völlig verwickelte Wollknäuel musste endlich und ein für alle Mal auf eine Weise entwirrt werden, die erstens plausibel klingen und die auch akzeptabel für alle sein würde. Dazu musste er das andere Ende des Fadens finden, nämlich womit alles begann. Und die Person, mit der alles begann, war Lenin, der zur Kaukasusfrage eine klare, bolschewistische Linie vertreten hatte, die endlich „alle zum Verstummen“ bringen konnte. Lenin wäre für Chruschtschow die einzige Autorität, mit der er glaubte, die hitzigen Gemüter im Transkaukasus wieder beruhigen zu können – so glaubte er, dem Transkaukasus einen „leninschen Maulkorb“ zu verpassen. Und so suchte er nach gegensätzlichen Auffassungen zwischen Lenin und Stalin in der Kaukasusfrage. Es musste doch irgendwo etwas bei Lenin zu finden sein, was sich gegen Stalin verwenden ließ. Chruschtschow suchte, suchte und suchte, aber so sehr er sich auch bemühte, er konnte leider nichts finden, was ihn aus der Klemme geholfen hätte. Ihm mussten die Knie geschlottert haben bei dem Gedanken, Lenin ein wenig „auf die Sprünge“ zu helfen, nämlich dass dieser einmal vor langer, langer Zeit ein „Testament“ geschrieben haben muss, von dem weder Lenin selber noch die ganze Partei jemals etwas wissen konnte. Die Nachwelt der an den Leninwerken interessierten Menschen hat es Chruschtschow zu „verdanken“, dass dieser die Werke Lenins durch einen plötzlich bei ihm aufgetauchten Brief um ein weiteres Dokument bereichern konnte. Was für ein Zufall, dass der Brief in dem Moment aufgefunden wurde, als der XX. Parteitag stattfand. Und was für ein noch größerer Zufall, dass darin etwas stand, was haargenau für das Vorbringen von Chruschtschows Herzensangelegenheit auf dem Parteitag zu gebrauchen war. Und, oh Wunder, mit „Lenins Brief“ wurde Chruschtschow seine „mingrelische Migräne“ endlich los.

Aber was stand denn nun so Geheimnisvolles in dem „Brief von Lenin“ drin ? Schauen wir einmal rein:


Mir scheint, hier haben Stalins Eilfertigkeit und sein Hang zum Administrieren wie auch seine Wut auf den ominösen `Sozialnationalismus` eine verhängnisvolle Rolle gespielt. Wut ist in der Politik gewöhnlich überhaupt von größtem Übel.“ (von Chruschtschow gefälschter Lenin-Band 36, Seite 591)


Was glaubt ihr Genossen, hat das Lenin geschrieben oder seine Gegner ? Hat Lenin jemals bei Stalin „Eilfertigkeit, Wut oder gar einen Hang zum Administrieren“ erwähnt ? Nie ! Wieso sollte er auch. Seitdem die Beiden sich kannten, haben sie bis in ihren Tod große Stücke voneinander gehalten und waren herzlich vereint durch das unzertrennliche Band der bolschewistischen Partei. Nur der Tod konnte sie trennen. Chruschtschow entlehnte den Vorwurf des „Administrierens“ in seiner Geheimrede übrigens direkt dem Trotzkismus. Administrieren, das tat Trotzki, aber den Vorwurf des Administrierens erhob dieser gegen Stalin.


Was Stalins und Lenins Haltung zum „Sozialnationalismus“ anging und wie sie damit umgegangen sind, da gab es nie irgendeine Dissonanz. Im Gegenteil, wir könnten `zig Leninzitate anführen, wo sich Lenin lobend und sogar voller Freude über Stalins Nationalitätenpolitik im Kaukasus geäußert hat - die zustimmenden Beschlüsse der Partei in dieser Frage wollen wir hier gar nicht extra als Beweise heranziehen.

In seinen Notizen über „Genosse Lenin in Erholung“ notierte Stalin Lenins Äußerungen über die Sozialnationalisten (Sozialrevolutionäre in Georgien) und Menschewiki am 15. September 1922:

Ja, sie haben sich zum Ziel gesetzt, Sowjetrussland zu diskreditieren. Sie erleichtern den Imperialisten den Kampf gegen Sowjetrussland. Sie sind in den Sumpf des Kapitalismus geraten und gleiten in den Abgrund. Mögen sie nur zappeln. Für die Arbeiterklasse sind sie schon lange tot“ (Zitat aus: Stalin, Band 5, Seite 120). Und tatsächlich erleichterte die Mingrelische Verschwörung der Sozialnationalisten den USA ihren Kampf gegen Sowjetrussland.


Wir wollen uns auch gar nicht auf eine Diskussion über den Sozialnationalismus einlassen, wenn in dieser Frage zwischen Lenin und Stalin völlige Übereinstimmung herrschte. Wer will, der findet in unserem Artikel über Georgien genug Material über Lenins Haltung während der Kaukasusperiode des Lebens und Schaffens des Genossen Stalin.


Was aber steht in dem „Brief von Lenin“ noch weiter drin?


Politisch verantwortlich für diese ganze wahrhaft großrussisch-nationalistische Kampagne müssen natürlich Stalin und Dzierzynski gemacht werden.“ (von Chruschtschow gefälschter Lenin-Band 36, Seite 595)


Wann haben Stalin und Dzierzynsky jemals in ihrem Leben eine „großrussisch-nationalistische“ Kampagne gemacht ?

Im Jahr, bevor Stalin zum Generalsekretär vorgeschlagen wurde, hatte dieser auf dem X. Parteitag über die nächsten Aufgaben der Partei in der nationalen Frage referiert – also mit vollster Unterstützung Lenins:

Wie die Geschichte ferner gezeigt hat, können einzelne Völker, auch wenn es ihnen gelingt, sich von ihrer eigenen nationalen Bourgeoisie sowie von der ´fremden` Bourgeoisie zu befreien, das heißt, auch wenn sie im eigenen Lande die Sowjetordnung errichtet haben, solange der Imperialismus besteht, kein Einzeldasein führen und einzeln ihre Existenz nicht erfolgreich verteidigen ohne die wirtschaftliche und militärische Unterstützung durch die benachbarten Sowjetrepubliken“ (Stalin Band 5, Seite 33). Soll das etwa großrussischer Nationalismus“ sein? Und was machte Lenin daraufhin? Schritt er dagegen ein ? Im Gegenteil: Er gab die Direktive, die Rote Armee auf den Weg nach Georgien zu schicken, was Stalin sofort praktisch umsetzte. Der Sieg des Sozialismus im Transkaukasus beruhte also unleugbar auf engster Zusammenarbeit zwischen Lenin und Stalin. Wer dies trotzdem leugnet, macht sich zum Erfüllungsgehilfen des angloamerikanischen Imperialismus, zum Verräter am Sozialismus in Georgien ! Und es waren Berija und Chruschtschow, die diesen Verrat an Lenin, an Stalin und am georgischen Volk verübten !


Stalin hat maßgeblichen Anteil an der Bildung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gehabt, was sich in ein paar kurzen Sätzen nachweisen lässt. Lenin hat den Weg zur Schaffung der Sowjetunion bereitet und Stalin war letztendlich der Vollstrecker, der tatsächliche Gründer der UdSSR, den Stalinismus als Grundlage für die Schaffung der zukünftigen Union der Weltsozialistischen Republiken.


Am 11. August 1922 und vom 23. - 24. September 1922 leitete Stalin eine Kommission zur Behandlung der Frage der gegenseitigen Beziehungen zwischen der RSFRS (...) und der Transkaukasischen Föderation. Am 27. September fährt er nach Gorki, um die Fragen mit Lenin abzusprechen. Am 6. Oktober hält er darüber ein Referat auf dem Plenum des ZK der KPR (B). Er wird vom Plenum des ZK zur Leitung einer Kommission zur Vorbereitung der Gründung der UdSSR eingesetzt. Am 16. Oktober teilt Stalin dem ZK der KP Georgiens den Beschluss des Plenums des ZK der KPR (B) mit, dass die Transkaukasische Föderation gegen den Willen der sozialnationalistischen Minderheit erhalten bleibt. Vom 21. - 28. November arbeitet die von Stalin geleitete Kommission einen Verfassungsentwurf der UdSSR aus. Im Politbüro berichtet er darüber am 30. November 1922, welches Stalins „Grundlegende Punkte der Verfassung der UdSSR“ bestätigt. Am 5. Dezember 1922 wird Stalin in der Sitzung der Kommission des Plenums des ZK der KPR (B) in die Unterkommission gewählt, um den Wortlaut der Verfassung und die Deklaration auszuarbeiten. Am 16. Dezember wird Stalins Entwurf angenommen. Darin heißt es:


Seit der Bildung der Sowjetrepubliken haben sich die Staaten der Welt in zwei Lager gespalten: das Lager des Kapitalismus und das Lager des Sozialismus. (hervorgehoben von der Redaktion als Gedankennotiz für die noch später vorzunehmende Gegenüberstellung zur Weltlagertheorie“ Shdanows) Nur im Lager der Sowjets, unter den Verhältnissen der Diktatur des Proletariats, die die Mehrheit der Bevölkerung um sich geschart und zusammengeschlossen hat, ergab sich die Möglichkeit, die nationale Unterdrückung radikal zu vernichten, eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen und das Fundament des brüderlichen Zusammenwirkens der Völker zu legen. Nur dank diesen Umständen ist es den Sowjetrepubliken gelungen, die Überfälle der Imperialisten der ganzen Welt, die inneren wie der äußeren, abzuwehren“ (Deklaration über die Bildung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, die auf dem I. Unionskongress der Sowjets am 30. Dezember 1922 bestätigt wurde). Dies sollte sich später auch im Sieg des Großen Vaterländischen Krieges bewahrheiten.


Stalin war im Gegensatz zu Berija niemals für einen nationalen sozialistischen Staat für sich allein genommen, sondern für einen internationalen Staat im Sinne des proletarischen Internationalismus. Von Stalin lernen heißt also, die zukünftigen Staaten des Sozialismus als weltsozialistische Staaten zu begreifen. Für Stalin war die sozialistische Nation niemals Selbstzweck, sondern dafür bestimmt, dazu beizutragen, dass auf dem ganzen Erdball sozialistische Nationen entstehen, weltsozialistische Staaten zum Unterschied von der „einen“ sozialistischen Nation. Jede sozialistische Nation, die nicht für die Weltrevolution kämpft, die den Kampf für die Weltrevolution aufgibt, ihn einstellt und ihn untergräbt, ist dem Schicksal der Restauration der bürgerlichen Nation geweiht, ist ein nationalistische und keine internationalistische Nation, verrät die Interessen des Weltproletariats, mit dem das Schicksal der Existenz einer jeden sozialistische Nation – ohne Ausnahme - verknüpft ist. Dies ist nicht nur bloße Theorie, sondern mit dem Tod Stalins wurde dies zur traurigen Tatsache. Man kann nicht für die sozialistische Nation sein, ohne für die Weltrevolution zu sein, ohne sich selber als Kommunist aufzugeben und ins bürgerliche Lager abzugleiten. Stalin hat – im Gegensatz zu den Behauptungen der Anti-Stalinisten – niemals den Grundsatz des Kampfes für die Weltrevolution unterschätzt, fallen gelassen oder gar verraten. Er hatte seinen Schwur an Lenins Grab, sein Leben lang für die Weltrevolution zu kämpfen, bis in seinen Tod die Treue gehalten. Als Lenin im Jahre 1924 starb, trat Stalin auf Vorschlag Lenins an seine Stelle als treuester Schüler und engster Kampfgefährte. Lenin und Stalin haben nie anders als Schulter an Schulter für die Weltrevolution gekämpft. In allen Fragen, in jeder ernsten Situation, bei jeder wichtigen Entscheidung standen Lenin und Stalin auf diesem internationalistischen Standpunkt. Gemeinsam schufen sie die organisatorischen und ideologischen Grundlagen der revolutionären Partei, die später imstande war, die Macht der Ausbeuterklassen zu stürzen. Sie führten gemeinsam einen unversöhnlichen Kampf gegen den Trotzkismus und andere Erscheinungen des Opportunismus und errichteten trotz der Opportunisten die Herrschaft der Arbeiterklasse. Was war denn Berija gegen einen Stalin ? Wo trieb Berija sich herum, als Stalin seine titanenhafte Rolle als Organisator der Oktoberrevolution erfüllte ? Wo war Berija, als Stalin den VI. Parteitag leitete (Lenin musste sich verborgen halten)? Um die Richtlinien Lenins zum bewaffneten Aufstand, zur sozialistischen Revolution hatte Stalin dort die Partei organisiert und mobilisiert. Es war Stalin, der Lenins Strategie gegen die Trotzkisten in der entscheidenden Stunde in die Tat umsetzte. Es war Stalin, der die trotzkistische Taktik des „Wartens“ auf die Revolution des Westens erfolgreich bekämpfte und auch gegen Bucharin den Kampf führte, der die Behauptung aufstellte, dass die Bauern die Revolution „nicht unterstützen“ würden. Auf wen konnte sich Lenin verlassen, um den entscheidenden Schlag gegen die Kapitulanten in den eigenen Reihen zu führen ? Auf Stalin ! Am 7. November ging die Macht an die Sowjets über und die erste Arbeiter- und Bauernregierung in der Geschichte wurde gebildet.

Die sozialistische Revolution siegte, weil an der Spitze der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen eine Partei stand, die 15 Jahre hindurch unter der Führung Lenins und Stalins in erbittertem Ringen alle anti-marxistischen und opportunistischen Elemente geschlagen hatte und in diesem Ringen zu einer einheitlichen und geschlossenen, fest auf dem Boden der revolutionären marxistischen Theorie stehenden Organisation geworden war, die sich durch eine eiserne Disziplin und eine zielbewusste Führung vor allen bisherigen sozialistischen Parteien unterschied. Die Lehre von der Rolle der revolutionären Partei, die von Lenin ausgearbeitet und von Stalin weiter entwickelt wurde, ist eine der grundlegenden und entscheidenden Lehren, ohne deren Aneignung keine Partei der Arbeiterklasse irgendeines Landes, keine Kommunistische Weltpartei, keine Kommunistische Internationale ihren Kampf erfolgreich zu führen vermag. Stalin führte die Sowjetunion auf den einzig möglichen Weg, der seine historische Bestätigung erfahren hat, zum Sozialismus. Diese Leistung ist zweifellos das größte und gewaltigste Verdienst, das er sich um die Sache der internationalen Arbeiterbewegung erworben hat. Die Lehre vom Sozialismus „in einem Land“ wurde von Lenin ausgearbeitet und von Stalin weiter entwickelt und in die Tat umgesetzt - gegen den Trotzkismus. Mit dem Sozialismus „in einem“ Land, entstanden neben dem Kapitalismus ein neues sozialistisches Lager, standen sich von nun an die kapitalistischen und die sozialistischen Nationen gegenüber.


Die Lehre Stalins über Schaffung des sozialistischen Weltlagers, des weltrevolutionären Übergangs von der Periode „einer“ sozialistischen Nation zur Periode der sozialistischen Nationen in der ganzen Welt, das ist eine der Grundlagen des Stalinismus.


Schon 1922 setzte Stalin also die welthistorische Leninsche These von den beiden Weltlagern - dem kapitalistischen und dem sozialistischen Lager- in die Tat um mit der Schaffung der UdSSR:


Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken hat sich bekanntlich im Jahr 1922 auf dem I. Sowjetkongress der UdSSR gebildet. Sie hat sich gebildet auf der Grundlage der Gleichheit und des freien Willens der Sowjetvölker. Die jetzt geltende, im Jahre 1924 angenommene Verfassung ist die erste Verfassung der Union der SSR. Es war dies eine Zeit, da die Beziehungen zwischen den Völkern noch nicht so geregelt waren, wie es sich gehört, das die Überreste des Misstrauens gegen die Großrussen noch nicht verschwunden war, da immer noch zentrifugale Kräfte weiter wirkten. Es galt, unter diesen Bedingungen die brüderliche Zusammenarbeit der Völker auf der Grundlage ökonomischer, politischer und militärischer gegenseitiger Hilfe zu organisieren, indem diese Völker zu einem Nationalitäten-Bundestaat vereinigt wurden. Die Sowjetmacht musste sich der Schwierigkeiten dieser Sache bewusst sein. Sie hatte vor sich die misslungenen Versuche von Nationalitätenstaaten in bürgerlichen Ländern. Sie hatte vor sich den gescheiterten Versuch des alten Österreich-Ungarn. Und dennoch entschied sie sich für den Versuch, einen Nationalitätenstaat zu schaffen, denn sie wusste, dass ein auf der Grundlage des Sozialismus entstandener Nationalitätenstaat allen und jeden Prüfungen standhalten muss.

Seitdem sind 14 Jahre verstrichen. Eine ausreichende Zeitspanne, um den Versuch einer Prüfung zu unterziehen. Und was ist das Ergebnis ? Die verflossene Periode hat unzweifelhaft gezeigt, dass der Versuch, einen Nationalitätenstaat auf der Grundlage des Sozialismus zu bilden, vollauf geglückt ist. Das ist ein unzweifelhafter Sieg der Leninschen Nationalitätenpolitik..

Wodurch ist dieser Sieg zu erklären ?

Das Fehlen von Ausbeuterklassen, die die Hauptorganisatoren der Zwietracht zwischen den Nationen sind; das Fehlen der Ausbeutung, die gegenseitiges Misstrauen züchtet und nationalistische Leidenschaften schürt; die Tatsache, dass die Arbeiterklasse an der Macht ist, die ein Feind jeglicher Versklavung und der treue Träger der Ideen des Internationalismus ist; die tatsächliche Verwirklichung der gegenseitigen Hilfe der Völker auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens; schließlich das Aufblühen der nationalen Kultur der Völker der Sowjetunion, der Form nach national, dem Inhalt nach sozialistisch – alle diese und ähnliche Faktoren haben dazu geführt, dass sich die Physiognomie der Völker der Sowjetunion völlig verändert hat, das Gefühl gegenseitigen Misstrauens in ihnen geschwunden ist, das Gefühl gegenseitiger Freundschaft sich bei ihnen entwickelt hat, und somit die wahrhaft brüderlichen Zusammenarbeit der Völker im System eines einheitlichen Bundesstaates zustande gekommen ist.

Das Ergebnis ist, dass wir jetzt einen völlig ausgebildeten sozialistischen Nationalitätenstaat haben, der allen Prüfungen standgehalten hat und den jeder Nationalstaat in jedem Erdteil um seine Festigkeit beneiden könnte.

Das sind die Veränderungen, die in der vergangenen Periode auf dem Gebiet der nationalen Beziehungen in der Sowjetunion vor sich gegangen sind. Das ist das Gesamtfazit der Veränderungen, die im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben der Sowjetunion in der Periode von 1924 bis 1936 vor sich gegangen sind“ (Stalin, „Über den Entwurf der Verfassung der UdSSR, Werke, Band 14, Seite 64-65, KPD/ML, Dortmund 1976).


Die Schaffung der UdSSR bedeutete eine gewaltige Stärkung der Sowjetmacht und einen großen Sieg der Lenin-Stalinschen Politik der Partei der Bolschewiki in der nationalen Frage.


Den Stalinismus verteidigen heißt, diesen wichtigen Grundpfeiler zu verteidigen, nämlich die Lehre von der UdSSR und die Lösung ihrer nationalen Frage. Das heißt nicht, dass man an historisch überholten Lehrsätzen Stalins festhalten muss. So muss zum Beispiel die folgende These Stalins überdacht werden: ... können einzelne Völker, auch wenn es ihnen gelingt, sich von ihrer eigenen nationalen Bourgeoisie sowie von der `fremden` Bourgeoisie zu befreien, das heißt, auch wenn sie im eigenen Land die Sowjetordnung errichtet haben, solange der Imperialismus besteht, kein Einzeldasein führen und einzeln ihre Existenz nicht erfolgreich verteidigen ohne die wirtschaftliche und militärische Unterstützung durch die benachbarten Sowjetrepubliken“ (Stalin, Band 5, Seite 33). Stalin hat sich hier zum Teil – und das im positiven Sinne - „geirrt“, denn was er hier sagt, widerspricht dem Beispiel Albaniens, dass es wenigstens oder immerhin für einen jahrzehntelangen Zeitraum geschafft hatte, durchaus ein Einzeldasein“ zu führen (führen zu müssen !). Die Lehren Enver Hoxhas beweisen eindeutig, dass das Leuchtfeuer des Sozialismus auch in einem kleinen Land wie Albanien über die ganze kapitalistisch-revisionistische Welt erstrahlte, dass es trotz Verrats des jugoslawischen, chruschtschowianischen und chinesischen Revisionismus ein sozialistisches Einzeldasein führte, sich verteidigen und wirtschaftlich unabhängig entwickeln und sich trotz alledem zu einem blühenden sozialistischen Land entwickeln konnte, indem es die Lehre Enver Hoxhas erfolgreich anwandte und sich „auf die eigenen Kräfte“ stützte. Das macht das Wesen und die Stärke des Hoxhaismus aus. Enver Hoxha konnte alle Versuche Titos erfolgreich abwehren, mit dessen „Nationalitätenpolitik“ Albanien zu einer seiner jugoslawischen „Sowjetrepubliken“ (sprich: zu einer jugoslawischen Kolonie) geworden wäre. Der Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats scheiterte jedoch nicht etwa daran, dass sich Albanien nicht an Stalins These „gehalten“ hatte ( Albanien war gezwungen, seinen eigenen stalinistischen Weg des Sozialismus zu beschreiten oder unterzugehen !), sondern daran, dass sich in Albanien nach Enver Hoxhas Tod der Revisionismus breit machte, es sich unter derem Druck vom Stalinismus lossagte, und es - trotz Widerstand aufrechter albanischer Stalinisten - zuließ, wie die Konterrevolution das Stalin-Monument in Tirana umstürzte. Von Stalin lernen – heißt siegen lernen!“ Das galt nicht nur für das Aufblühen des sozialistischen Albanien, das gilt gegenwärtig und in Zukunft für den Sieg der Weltrevolution, für den Sieg des Weltsozialismus !


Was zeigt das albanische Beispiel ? Es zeigt, dass man den Stalinismus nicht unkritisch auf alle zukünftigen Bedingungen übertragen darf. Er muss im marxistischen Sinne modifiziert werden. Den Stalinismus kann man heute nicht verteidigen, wenn man am grünen Tisch eine „Kopie“ der UdSSR im Weltmaßstab konstruiert. Man muss das Wesen des Stalinismus begreifen und eine qualitativ völlig neue Weltunion von weltsozialistischen Staaten aufbauen, die unter den heutigen Bedingungen der Globalisierung die nationalen und sozialen Bedürfnisse der Werktätigen der ganzen Welt am optimalsten widerspiegelt und befriedigt. Die neue Form der Union der Weltsozialistischen Republiken entsteht im internationalen Klassenkampf selbst und zwar nach den Vorstellungen des Weltproletariats und nicht als Ergebnis schlauer Gelehrter, mit denen man nun einmal keine Formen „erdenken“ und „konstruieren“ kann. Diese Formen der Entwicklung des Weltsozialismus sind nicht vorausbestimmbar. Sie müssen im Klassenkampf wissenschaftlich erarbeitet werden. Das lehrt der Marxismus-Leninismus.


Die sozialistische Nation in der ersten Periode des Sozialismus musste sich gegenüber den kapitalistischen Nationen, die sie umkreisten, behaupten, musste sich gegen sie erwehren. Der Sozialismus wurde vom Weltkapitalismus ständig bedroht. Die Errichtung der Diktatur des Proletariats war der Grundpfeiler, auf dem sich die siegreiche Lösung der nationalen Frage in der UdSSR aufbaute. Die Geschichte der sozialistischen Nation war in dieser Periode die Geschichte von der Abwehr militärischer Überfälle und Kriege. Der imperialistische Klassenkrieg gegen den Sozialismus prägte den Typus der sozialistischen Nation in der ersten Periode des Sozialismus.

Wodurch wird die Lösung der nationalen Frage durch die sozialistische Weltrevolution des Weltproletariat also zu erklären sein ?

Der Weltkapitalismus scheitert, weil er nichts an seiner Kapitulation gegenüber der Lösung der sozialen und nationalen Frage zu ändern vermag, denn er hat seine Existenz nun einmal an Ausbeutung und Unterdrückung gekettet und damit sein eigenes Grab geschaufelt.

Der Weltsozialismus siegt, weil er sich im Kampf für die Lösung der sozialen und nationalen Frage herausbildet, weil er ohne internationale Befreiung der sozialen Welt nicht lebensfähig ist, weil er auf der ganzen Welt die Ausbeutung und Unterdrückung beseitigt. Im Weltsozialismus wird es etwa wie folgt aussehen:

Das Fehlen des Widerspruchs zwischen ausbeutenden und unterdrückenden sowie das Fehlen von ausgebeuteten und unterdrückten Nationen; das Fehlen der globalisierten, weltimperialistischen Ausbeutung; durch die Beseitigung ihrer imperialistischen Hauptorganisatoren, die den anti-imperialistischen und den gegenseitigen nationalistischen Hass schürten; die Tatsache, dass das Weltproletariat auf der ganzen Welt an der Macht ist, die ein Feind jeglicher Versklavung und der treue Träger der Ideen des Internationalismus ist; die tatsächliche Verwirklichung der gegenseitigen Hilfe aller Völker auf allen Gebieten des weltwirtschaftlichen und weltgesellschaftlichen Lebens; schließlich das Aufblühen der nationalen Kultur der Völker der sozialistischen Weltunion, der Form nach (noch) national (aber schon nicht mehr in der alten Form national), dem Inhalt nach weltsozialistisch – alle diese und ähnliche Faktoren werden dazu führen, dass sich die Physiognomie der Völker der sozialistischen Weltunion völlig verändern wird, dass das Gefühl gegenseitigen Misstrauens und vor allem dass das Gefühl, wieder von irgendeiner nächsten bürgerlichen Weltmacht beherrscht zu werden, in ihnen verschwinden wird, und somit die wahrhaft brüderliche Zusammenarbeit der Völker im Weltsystem eines einheitlichen Bundesstaates zustande kommen wird. Das werden die Veränderungen sein, die in Zukunft auf dem Gebiet der nationalen Beziehungen in der sozialistischen Weltunion vor sich gehen werden. Das Ergebnis wird sein, dass wir einen völlig ausgebildeten sozialistischen Nationalitätenstaat im Weltmaßstab haben, der allen Prüfungen standhalten wird und dessen Festigkeit die Festigkeit des alten Nationalitätenbundes, der UdSSR Lenins und Stalins bei Weitem überragen wird. In der zweiten Periode des Sozialismus bilden die sozialistischen Nationen gemeinsam ein Weltsystem sozialistischer Nationen unter den Bedingungen der Weltdiktatur des Proletariats. Der antagonistische Widerspruch der kapitalistischen Nationen lässt sich mit Hilfe der Weltdiktatur des Proletariats in einen nichtantagonistischen Widerspruch von sozialistischen Nationen verwandeln. Auch im sozialistischen Weltmaßstab wird es eine Periode der Überwindung der Überreste des Misstrauens gegen die dann „ehemaligen“ kapitalistischen Großmächte und in sozialistische Nationen verwandelte Nationen wie die USA, Russland, China, Europa, Japan, usw. usf. geben, deren zentrifugalen Kräfte noch eine Zeit lang weiter wirken werden und noch eventuelle militärische Gegenmaßnahmen unvermeidbar machen. Die Weltdiktatur ist die bewaffnete Weltmacht der Arbeiter gegen die Restauration des Weltkapitalismus, gegen die konterrevolutionären Überreste des Weltimperialismus.

In der zweiten Periode des Sozialismus gilt es, die brüderliche Zusammenarbeit der Völker auf der Grundlage, weltökonomischer, weltpolitischer gegenseitiger Hilfe zu organisieren, indem sich alle Völker der Welt zu einem weltweiten Nationalitäten-Bundesstaat, zur Weltunion der Sowjetrepubliken (deren eigentlichen, besonderen Formen sich noch erst herausbilden werden und sich also nicht am heutigen Reißbrett konstruieren lassen) vereinigt haben. Darüber muss sich die neue proletarische Weltmacht bewusst sein, denn sie hat vor sich den gescheiterten Versuch des ehemals revisionistischen Lagers, der revisionistisch entarteten, sozialimperialistischen Nationen und ihrer Wasallenstaaten. Und trotzdem werden die Arbeiter der ganzen Welt eine sozialistische Weltunion schaffen, die allen und jeden Prüfungen standhält. So werden die Völker der Welt aus eigenen Erfahrungen erleben, dass eine Weltunion auf Grundlage des Weltsozialismus, auf Grund ihrer Gleichheit und ihres freiwilligen Willens, sich zu vereinigen, vollauf glücken wird. Stalin hatte vollkommen Recht als er sagte, dass die internationale Bedeutung der neuen Verfassung der UdSSR kaum überschätzt werden kann“ (Stalin Werke Band 14, Seite 89, KPD / ML, Dortmund 1976).

Diese internationale Bedeutung der Stalinschen Verfassung als welthistorischen Sieg der Diktatur des Proletariats in ihrer praktischen Umsetzung unter den heutigen Bedingungen wieder zur Geltung zu bringen, das heißt, die Grundlagen des Stalinismus nicht nur zu verstehen, sondern auch korrekt anzuwenden.

Die zukünftige Verfassung der neuartigen UdWSR, der Union der Weltsozialistischen Republiken, wird unzweifelhaft den Sieg der Stalinschen Nationalitätenpolitik im Weltmaßstab krönen:

Die ersten 12 Artikel der Verfassung der UdSSR bedürfen lediglich eines einfachen Namenaustausches „UdSSR“ durch „UdWSR“ und können voll im Weltmaßstab wörtlich übernommen werden. Warum nicht ? Wir fügen nur noch – abgeleitet von Stalins Ausführungen über den Entwurf der Verfassung der UdSSR von 1936 – sieben weitere Punkte hinzu zur Illustration der grundlegenden Unterschiede zwischen den Verfassungen des kapitalistischen und des sozialistischen Weltsystems:

Dreizehntens.

Zum Unterschied der Verfassungen der Nationen der kapitalistischen Weltordnung stützen sich die Verfassungen der zukünftigen weltsozialistischen Nationen auf die sozialistischen Verfassungen der UdSSR Lenins und Stalins und der Sozialistischen Republik Albaniens Enver Hoxhas. Der Hauptunterschied besteht lediglich darin, dass sich die Verfassungen der Weltsozialistischen Nationen nunmehr genauso freiwillig der Verfassung der Union weltsozialistischer Nationen verpflichten.

Vierzehntens.

Zum Unterschied zu den Verfassungen der Nationen der weltimperialistischen Ordnung geht die Verfassung der Nationen der weltsozialistischen Ordnung von der Tatsache aus, dass die kapitalistische Ordnung der Weltgesellschaft beseitigt ist, von der Tatsache, dass die weltsozialistische Gesellschaftsordnung in der UdWSR gesiegt hat. Die Hauptgrundlage der Verfassung der UdWSR werden die Prinzipien des Weltsozialismus bilden, seine bereits errungenen und verwirklichten Grundpfeiler: das weltsozialistische Eigentum an Grund und Boden der gesamten Welt, Waldungen, Fabriken und Werke und andere Produktionsmitteln und – instrumente auf der gesamten Erde; die Aufhebung der weltweiten Ausbeutung und Beseitigung der Ausbeuterklassen in allen Ländern der Welt; die Beseitigung des Elends der Mehrheit der Weltbevölkerung und die Verschwendungssucht ihrer Minderheit, die die Weltreichtümer in ihren Händen hielt; die Beseitigung der Weltarbeitslosigkeit; die Arbeit als Aufgabe und Ehrenpflicht jedes arbeitsfähigen sozialistischen Weltbürgers nach der Formel: „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“; das Recht auf Arbeit, d.h., das Weltrecht jedes sozialistischen Staatsbürgers auf garantierte Beschäftigung; das Weltrecht auf Erholung; das Weltrecht auf Bildung usw. usf.

Fünfzehntens.

Gingen die bürgerlichen Verfassungen der weltimperialistischen Ordnung von ihrer Diktatur aus, dass die Weltgesellschaft aus antagonistischen Klassen besteht, aus Klassen die die Welt besitzen und die besitzlosen Klassen, so geht die Verfassung der UdWSR davon aus, dass es in der Weltgesellschaft keine antagonistischen Klassen mehr gibt, dass die Weltgesellschaft aus zwei befreundeten Klassen, aus Arbeitern und Bauern besteht, dass eben diese werktätigen Klassen an der Weltmacht sind, dass die Weltdiktatur der Arbeiterklasse - als der fortgeschrittenste Klasse der Weltgesellschaft - herrscht ( Hegemonie des Weltproletariats ), dass die Weltverfassung dazu notwenig ist, die weltsozialistischen Gegebenheiten und weltgesellschaftlichen Zustände zu verankern, die den Werktätigen auf der ganzen Welt genehm und vorteilhaft sind.

Sechzehntens.

Die bürgerlichen Verfassungen der kapitalistischen Weltordnung gehen stillschweigend von der Voraussetzung aus, dass die Nationen und Rassen nicht gleichberechtigt sein können, dass es voll berechtigte Nationen und nicht voll berechtigte Nationen gibt, dass außerdem noch eine dritte Kategorie von Nationen oder Rassen besteht, z. B. in den Kolonien, die noch weniger Rechte haben als die nicht voll berechtigten Nationen. Das bedeutet, dass alle diese Verfassungen in ihrer Grundlage nationalistisch sind, d.h., dass sie kapitalistische Verfassungen der herrschenden Nationen sind.

Zum Unterschied von diesen Verfassungen ist die Verfassung der UdWSR zutiefst internationalistisch. Sie geht davon aus, dass alle weltsozialistischen Nationen und Rassen gleichberechtigt sind. Sie geht davon aus, dass Unterschiede in der Hautfarbe oder in der Sprache, im Kulturniveau oder im Niveau der weltstaatlichen Entwicklung sowie irgendwelche andere Unterschiede zwischen den Nationen und Rassen nicht als Grund dazu dienen können, eine Rechtsungleichheit der Nationen zu rechtfertigen. Die Verfassung der UdWSR wird davon ausgehen, dass alle Nationen und Rassen, unabhängig von ihrer vergangenen und gegenwärtigen Lage, unabhängig von ihrer Kraft oder Schwäche, in allen Sphären der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, staatlichen und kulturellen Lebens der sozialistischen Gesellschaft gleiche Rechte genießen.

Siebzehntens.

In den Verfassungen der Nationen der weltimperialistischen Ordnung wurden große Worte von „Menschenrechten“, „Demokratie“, „Umweltschutz“ usw. hineingeschrieben, um sie in der Praxis zu missachten und mit Füßen zu treten. In jenen Nationen gibt es nur eine Demokratie für die Minderheit, über die Mehrheit herrscht die Diktatur der Bourgeoisie, die die Welt zerstört.

In der Verfassung der UdWSR gibt es bezüglich der Menschenrechte, der Weltdemokratie, der Erhaltung (und dem Wiederaufbau der zerstörten) Natur keinen Unterschied zwischen Wort und Tat gegenüber der Mehrheit der Weltbevölkerung. Um die Weltdemokratie und die Menschenrechte der Mehrheit der Weltbevölkerung, um die Beseitigung der Zerstörung der Welt zu garantieren, gründet sich die Verfassung der UdWSR auf die Weltdiktatur des Proletariats über die Minderheit der Weltbevölkerung, die sich nicht mit dem Weltsozialismus abfinden will, ihr den Krieg erklärt und sie mit konterrevolutionären Mitteln in die weltimperialistische Ordnung zurückverwandeln will.

Für die Verfassung der UdWSR wird es keine Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Staatsbürgern geben, für die UdWSR sind alle Staatsbürger politisch aktiv. In der Verfassung der UdWSR wird die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Wort und Tat garantiert. Mit der Verfassung unvereinbar sind ebenso Unterscheidungen wie „Ansässige“ und „Nichtansässige“, Besitzende und Nichtbesitzende, Gebildete und Ungebildete usw. Für die Verfassung der UdWSR sind alle Bürger auf der ganzen Welt und ihre Rechte und Pflichten gleich. Nicht der Standortvorteil eines Landes gegenüber einem anderen, nicht die Vermögenslage, nicht die nationale oder soziale Herkunft, nicht das Geschlecht, nicht die Dienststellung usw. usf., sondern die persönlichen Fähigkeiten und die persönliche Arbeit jedes Bürgers auf der ganzen Welt bestimmen seine Stellung in der Weltgesellschaft.

Achtzehntens.

In den Verfassungen der bürgerlichen Nationen auf der ganzen Welt wird zwar die Verwirklichung der Rechte ihrer Staatsbürger garantiert, aber das Papier ist es nicht wert, auf dem diese Rechte geschrieben wurden. In Wirklichkeit verwirklichen sich nur die Reichen, die Armen bleiben auf der Strecke. Im Gegenteil, wenn die Arbeiter und Bauern, die Werktätigen diese Rechte für sich in Anspruch nehmen wollen, werden sie daran gehindert, ja werden sie dafür ins Gefängnis gesperrt, wenn dadurch die Verwirklichung der „Rechte“ der Reichen (auszubeuten und zu unterdrücken!) eingeschränkt, angeprangert, in Frage gestellt oder gar beseitigt werden.

Im Gegensatz dazu hebt die Verfassung der UdWSR diese reine Formalität der Selbstverwirklichung der sozialistischen Staatsbürger auf. Sie stellt in der Praxis alle Mittel zur Entfaltung des sozialistischen Menschen zur Verfügung, schafft für alle Arbeitsplätze, befreit alle von Ausbeutung, von Arbeitslosigkeit, von kapitalistischen Krisen, schafft die notwendigen materiellen Mittel zur Verwirklichung der Weltdemokratie, Gesundheit und Wohlstand für jeden Bürger der Welt. Der Weltsozialismus ist ein einziges Büro und eine einzige Fabrik mit gleicher Arbeit und gleichem Lohn.

Neunzehntens.

In der kapitalistischen Welt galt das Recht des Stärkeren, wurde das Recht der Nation auf Selbstbestimmung mit Füßen getreten, den imperialistischen Militärstiefeln und den Profitinteressen der „großen“ Nationen unterworfen, die sich noch dazu der UNO und anderer internationaler Organisationen und Vereinigungen bedienten.

Wir haben es aber noch mit der Überwindung vieler anderer Eiterbeulen des kapitalistischen Staatensystems zu tun. So betätigen sich die einzelnen kapitalistischen Staaten als Hemmschuh für alle jene Interessen, die über die bornierten nationalistischen Interessen hinausgehen. Sowie ein Bürger von einem Land ins andere wechselt, wird er konfrontiert mit den jeweiligen nationalen Gesetzen, findet ein wahres Spießrutenlaufen bei den jeweiligen bürokratischen Staatsapparaten statt, gibt es keine Gerechtigkeits- und Sicherheitsinstanz über diesen nationalen Instanzen, werden die Rechte globaler Bürger mit Füßen getreten, wird der globale Bürger als Mensch zweiter Klasse behandelt, muss er sich hinter dem spießbürgerlichen, „nationalen“ Bürgern hinten anstellen, wird er diskriminiert, von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus gar nicht zu reden. Die bürgerlichen Staaten betrachten alle menschlichen Bedürfnisse außerhalb ihrer 4 Staatswände für „nicht zuständig“ oder gegen „nationales Recht“ verstoßend. Diese menschenfeindliche Willkür der nationalen Staaten gegenüber den „Rest der Welt“, die Kriminalisierung und Diskriminierung von Ausländern, muss global zerschlagen werden. Hierzu sind die bürgerlichen Staaten selbst nicht fähig und nicht willens. Hier bedarf es einer globalen Machtinstanz, die die Willkür der bürgerlichen Staaten für immer beendet. Diese ausgleichende, regulierende und kontrollierende Machtinstanz kann nur die Weltdiktatur des Proletariats garantieren, da sie zutiefst internationalistisch ist und jeden Nationalismus, jede Borniertheit bürgerlicher Staaten im Keim ersticken kann. Der globale Bürger braucht einen globalen Staat, einen sozialistischen Staat, der nicht dem Profit, der Ausbeutung und Unterdrückung dient, sondern den Bedürfnissen aller Weltbürger gleichermaßen. Das kann nur eine Union von Weltsozialistischen Staaten sein. Die politische Macht gehört dem internationalistischen Weltproletariat. Nur diese weltpolitische Macht der Arbeiter und Bauern garantiert den Werktätigen in jedem Land Gerechtigkeit und Freizügigkeit. Die Bedürfnisse der Menschheit, das Bedürfnis nach national übergreifender Freiheit, nach Weltfreiheit, die Überwindung der Diskriminierung durch bornierte politische Grenzen der nationalen Bourgeoisien und ihren globalen Oberherren kann zukünftig nur eine Union Weltsozialistischer Republiken befriedigen. Das internationale Recht des Arbeiters ist der Schlüssel zu seinem nationalen Recht. Und dieser Schlüssel hält er erst in Händen, wenn er den Schlüssel des internationalen „Rechts“ der Bourgeoisie zerbricht, wenn er über die Klasse der Weltbourgeoisie herrscht, wenn er diese Klasse der globalen Unterdrückung und Ausbeutung in jedem einzelnen Land für immer beseitigt.

Da es sich bei der Union der Weltsozialistischen Republiken um einen freiwilligen Bund gleichberechtigter Nationen handelt, darf in der Verfassung nicht das Recht einer jeden Weltsozialistischen Republik fehlen, über ihren Austritt aus der Union frei zu entscheiden.

Was unterscheidet die Union von Nationalitätenstaaten vom sozialistischen Weltstaat?

Die Weltunion der sozialistischen Republiken ist eine Union von Nationalitätenstaaten und noch kein einheitlicher sozialistischer Weltstaat. Dies entspricht in etwa der Sowjetunion, die ihrerseits auch noch kein Nationalstaat war, sondern wie der Name sagt, eben eine Union. Aus diesem Grund hob Stalin hervor:

Wir haben ein oberstes Organ, in dem die gemeinsamen Interessen aller Werktätigen der Sowjetunion unabhängig von ihrer Nationalität vertreten sind. Das ist der Sowjet der Union. Aber die Nationalitäten der Sowjetunion haben außer den gemeinsamen Interessen noch ihre besonderen , spezifischen Interessen, die aus ihren nationalen Besonderheiten hervorgehen. Kann man diese spezifischen Interessen missachten ? Nein, das kann man nicht. Braucht man ein spezielles oberstes Organ, das gerade diese spezifischen Interessen zum Ausdruck bringen würde ? Unbedingt ja. Es kann keinen Zweifel geben, dass es ohne ein solches Organ unmöglich wäre, einen solchen Nationalitätenstaat wie die Sowjetunion zu verwalten. Dieses Organ ist die zweite Kammer, der Sowjet der Nationalitäten der UdSSR“ (Stalin, Werke Band 14, Seite 85, KPD/ML, Dortmund 1976).

Die UdWSR wird also auf das Zweikammersystem gemäß der Lehren Stalins nicht verzichten. Das Einkammersystem tritt erst in Kraft, wenn sich ein einheitlicher sozialistischer Weltstaat herausgebildet hat.

Braucht der Weltkommunismus noch eine Verfassung?

Nein, im Weltkommunismus hat die Verfassung im herkömmlichen Sinne keine Verwendung mehr, so wenig wie für den Staat, der sie sich gegeben hat. Das schließt nicht aus, dass die Verfassung noch eine kürzere Weile in bestimmten Punkten noch im Weltkommunismus Anwendung finden kann. Im voll ausgereiften Weltkommunismus sind die Menschen jedoch längst reif genug, um ohne Staaten und ihre Verfassungen auszukommen. Verfassungen sind Instrumente der Klassendiktatur, die im Weltkommunismus abgeschafft sein werden.

Die Globalisierung der imperialistischen Weltordnung ist bereits dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wirklich alle Menschen die Welt gemeinsam regieren können, dass sie gemeinsam kommunizieren und produzieren können, dass sie ihre Produkte austauschen und verteilen können, dass sie ihr Zusammenleben und Zusammenarbeiten selber regeln können ohne Staat ohne Rechtsnormen „von oben“.

Die in der Verfassung der UdWSR garantierten Rechte können jedoch nie höher sein als die weltsozialistischen Produktionsverhältnisse und die dadurch bedingte globale Kulturentwicklung der weltsozialistischen Gesellschaft. Im Weltsozialismus ist das „bürgerliche Recht“ noch nicht vollständig abgeschafft, abgeschafft ist das Recht auf Privateigentum, der Grundpfeiler der kapitalistischen Weltgesellschaft. Lenin sagte in „Staat und Revolution“:

Das ´bürgerliche Recht` sieht in ihnen [Lenin meint hier die Produktionsmittel] das Privateigentum einzelner Individuen. Der Sozialismus macht sie zum Gemein eigentum. Insofern – und nur insofern – fällt das `bürgerliche Recht` fort“ (Lenin, Band 25, Seite 481)

Der Weltsozialismus beseitigt noch nicht die Zuweisung faktisch ungleicher Arbeitsmengen an ungleiche Individuen.

Lenin lehrt:

Das ist ein `Missstand` sagt Marx, aber er ist in der ersten Phase des Kommunismus unvermeidbar, denn will man nicht in Utopien verfallen, so darf man nicht annehmen, dass die Menschen sofort nach dem Sturz des Kapitalismus lernen werden, ohne alle Rechtsnormen für die Allgemeinheit zu arbeiten, sind doch die ökonomischen Voraussetzungen für eine solche Änderung durch die Abschaffung des Kapitalismus nicht sofort gegeben“ (ebenda).

Weltsozialismus ist noch kein Weltkommunismus, sondern eine besondere Vorform des Weltkommunismus auf einer niederen Stufe. Wenn Lenin im Folgenden Zitat vom Kommunismus spricht, so vom Sozialismus als erste oder niedere Phase des Kommunismus. Insofern ist der Weltsozialismus anfangs in bestimmter Hinsicht noch nicht so weit entwickelt, wie die UdSSR Lenins und Stalins, die sich bereits auf dem Wege zur höheren Phase, zum Kommunismus entwickelte. Trotzdem ist der Weltsozialismus dem Kommunismus in „einem“ Land dadurch überlegen, dass der Weltkapitalismus beseitigt und damit der Weg zum Weltkommunismus garantiert ist. Erst der Weltsozialismus schafft die Voraussetzungen für die Garantie des Kommunismus in einem Land. Im Weltsozialismus ist der Gefahr der Restauration des Kapitalismus also der Boden entzogen worden, was unter den Bedingungen des Übergangs zum Kommunismus in „einem“ Lande noch nicht der Fall sein konnte, weil der Weltkapitalismus dabei im Weg war.

So ergibt sich, dass im Kommunismus nicht nur das bürgerliche Recht eine gewisse Zeit fortbesteht, sondern sogar auch der bürgerliche Staat ohne Bourgeoisie ! Das mag paradox oder einfach als dialektisches Gedankenspiel erscheinen, wie das vielfach dem Marxismus von Leuten zum Vorwurf gemacht wird, die sich nicht im Geringsten die Mühe genommen haben, seinen überaus tiefen Gehalt zu ergründen“ (Lenin, ebenda, Seite 485-486).

Das „bürgerliche Recht“ und damit die Verfassung der UdWSR wird erst vollständig abgeschafft sein mit der Vollendung des Weltkommunismus, wenn die Weltbevölkerung auch ohne zwingende Rechtsnormen ihr Zusammenleben überall auf dem Erdball selber regeln können.

Im Weltkommunismus löst sich die nationale Frage von selbst. Der Kommunismus ist sowohl in seiner Form als auch in seinem Inhalt nach international. Im Kommunismus fallen die nationalen Hüllen der Weltgesellschaft, folgt der Verschmelzung der Nationen das Absterben der Nationen. Die Menschen können erst frei sein, wenn sie sich vom jenem erzwungenen Dasein befreit haben, nicht nur dieser oder jener Nation, sondern überhaupt einer Nation anzugehören.

Die Verschmelzung der Nationen setzt ihre revolutionäre Lostrennung vom kapitalistischen Weltsystem voraus, setzt die globale Schaffung des Weltsozialismus voraus. Der Zerfallsprozess der bürgerlichen Nationen ist direkt verknüpft mit dem Zerfallsprozess des Weltkapitalismus. Das Schicksal der Nationen wird vom weltkapitalistischen System selbst besiegelt. Sie wurden zwangsvereinigt als Sklavennationen des Weltkapitals und hängen an dessen Tropf. Die Befreiung des Weltproletariats bedeutet auch die Befreiung der Nationen von ihrer Zwangsversklavung, bedeutet die Schaffung der Union der Weltsozialistischen Republiken. Die Lostrennung aus dem weltkapitalistischen System ist die Voraussetzung für die freie und freiwillige Vereinigung von weltsozialistischen Nationen, die wiederum Voraussetzung für die Verschmelzung der Nationen bilden. Am Wesen des Stalinismus hat sich also nichts geändert, aber der Weg zum Ziel, die Formen der Verschmelzung haben sich durch die Globalisierung des Kapitalismus völlig geändert und werden sodann durch die Globalisierung des Sozialismus forciert.

Ohne Mingrelische Verschwörung wären wir mit diesem Ziel schon etwas weiter als heute. Die Mingrelische Verschwörung hat dazu beigetragen, dass der Nationalismus wieder Auftrieb gewonnen, dass die Reaktion die Welt heute wieder verfinstert hat.

An der welthistorischen Nahtstelle der Mingrelischen Verschwörung können wir also klar die Grundlage des Stalinismus studieren und auf die heutige Zeit anwenden.

Was ist die Grundlage des Stalinismus in der nationalen Frage ?

Die Grundlage des Stalinismus in der nationalen Frage ist der Aufbau der UdSSR unter den Bedingungen der proletarischen Diktatur.

Die Beseitigung des antagonistischen Gegensatzes zwischen den Nationen, der Ausbeutung der einen Nationen durch andere Nationen, die Herstellung der Gleichheit der Nationen, die solidarische und freundschaftliche Zusammenarbeit und Vereinigung von Nationen, die Überwindung der durch das kapitalistische Gesetz der Ungleichmäßigkeit bedingten Rückständigkeiten der einen Nationen gegenüber den anderen Nationen - all das ist eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus.

Die Beseitigung der nicht-antagonistischen Widersprüche zwischen den Nationen - und damit überhaupt die Beseitigung dieser Widersprüche zwischen den Nationen, die Verschmelzung der Nationen bis hin zur allmählichen Abschaffung der Nationen an sich – all das ist eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus, womit die natürlichen Unterschiede zwischen Menschen dieser oder jener ehemaligen Nation noch weitestgehend unberührt bleiben.

Wie wenden wir die Grundlagen des Stalinismus in der nationalen Frage auf die heutigen Verhältnisse korrekt an ?

Der Stalinismus lehrt, dass man die nationale Frage der ersten Epoche des Sozialismus (in „einem“ Lande) und der zweiten Epoche des Sozialismus (Weltmaßstab) nicht in einen Topf werfen darf, da diese sich beide wesentlich unterscheiden. Wir empfehlen dazu das vertiefende Studium der Werke Stalins, in denen dieser Unterschied präzise herausgearbeitet worden ist und der den Sturm der Entrüstung bei den Revisionisten hervorgerufen hatte.

Heute kann die nationale Frage nur mit Hilfe der sozialistischen Weltrevolution gelöst werden. Denn erst mit der globalen Befreiung vom Weltkapitalismus wird die Grundlage für die Gleichheit und die Entfaltung des freien Willens der Völker der ganzen Welt, die Befreiung jeder einzelnen Nation von Ausbeutung und Unterdrückung, geschaffen.

Stalinismus in der nationalen Frage heißt heute globale Befreiung vom Weltkapitalismus, heißt Kampf für die sozialistische Weltrevolution, heißt Befreiung jeder einzelnen Nation.

Der Stalinismus, die stalinistische UdSSR, ist somit Grundlage für den Aufbau der Weltunion aller Sowjetrepubliken dieser Erde.

So wie der Stalinismus die Lehre der Lösung der nationalen Frage am Beispiel der UdSSR war, so ist der Stalinismus heute die Lehre von der Lösung der nationalen Frage im Weltmaßstab, die Lösung der nationalen Frage im Kampf für den Weltsozialismus, für die Weltdiktatur des Proletariats.

Die UdSSR Lenins und Stalins gibt es nicht mehr und wird es – so wie sie war - nie wieder geben (können) – das zu Gehör derer, die davon träumen, die alte UdSSR Lenins und Stalins wieder so errichten zu wollen, wie sie einst existierte mit all ihren großen Opfern, die der Weltimperialismus ihnen zugefügt hatte und unvermeidlich wieder zufügen würde. Wir wollen eine neue UdSSR als Teil der UdWSR. Morgen entsteht eine UdSSR von neuem und nicht vom alten Leninschen-Stalinschen Typ. Die alte UdSSR Lenins und Stalins behält ihren Ehrenplatz in der Geschichte. Davon werden wir alle Genossen geduldig überzeugen, denn nur wer heute für die UdWSR kämpft, der kämpft auch für die Verteidigung der großen Errungenschaften der Sowjetvölker unter Führung Lenins und Stalins, für das Aufblühen der neuen UdSSR. Die alte UdSSR Lenins und Stalins war das erste Vaterland des Weltproletariats, aber inzwischen ist das vaterländische Herz des Weltproletariats so groß geworden, dass es die ganze Welt zu seinem Vaterland braucht. Es gibt zwar kein Vaterland des Weltproletariats mehr, aber es gibt noch ein Weltproletariat und zwar ein sich zu einer eigenständigen gigantischen globalen revolutionären Kraft entwickelndes Weltproletariat, ein Proletariat wie es die Welt vorher noch nie gesehen und erlebt hat. Was ist heute das Vaterland des Weltproletariats ? Heute beschränkt sich das Vaterland nicht mehr auf irgendein Land der Welt wie in der ersten Periode des Sozialismus, sondern das Vaterland des Weltproletariats erstreckt sich über den gesamten Erdball. Das proletarische Vaterland von morgen wird das Weltvaterland des Proletariats sein. Das unterscheidet das Vaterland des Weltproletariats in der ersten Periode des Sozialismus vom Vaterland des Weltproletariats in der zweiten Periode, in der Periode des Weltsozialismus. Das zukünftige Vaterland des Weltproletariats – das Weltvaterland, das ist die Union Weltsozialistischer Republiken, das ist nicht mehr die UdSSR, sondern die zukünftige UdWSR. Die Lehre vom Aufbau der UdWSR – das ist der Stalinismus von heute und morgen.

Wir erstreben die engste Vereinigung und völlige Verschmelzung der Arbeiter und Bauern aller Nationen der Welt zu einer einheitlichen Welt-Sowjetrepublik“ (Lenin, Band 30, Seite 283).

Stalin hat für die einheitliche Welt-Sowjetrepublik des Leninismus gekämpft. Und wir setzen diesen Kampf Lenins und Stalins nur weiter fort – sonst nichts.

Also: Es lebe die neue UdWSR im Geiste von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha !

Was war Sowjetpatriotismus zur Zeit Stalins ? Das war die uneingeschränkte und bedingungslose Aufopferungsbereitschaft und Liebe des Weltproletariats und der Sowjetvölker zu ihrem großen Vaterland der UdSSR Lenins und Stalins, das war die Form des proletarische Internationalismus gegenüber der UdSSR Lenins und Stalins, die der ersten Periode des Sozialismus ihren besonderen und charakteristischen Stempel aufgedrückt hat.

Was ist Sowjetpatriotismus heute ? Sowjetpatriotismus ist heute nicht mehr der gleiche wie zur Zeit Lenins und Stalins. Den wird es nämlich mit Sicherheit in seiner alten Form in Zukunft nie wieder geben. Was es aber geben wird, das ist eine höhere Form des Sowjetpatriotismus - nämlich der Weltpatriotismus. Was hat es mit dieser weiteren neuen Wortschöpfung der Komintern / ML auf sich ?

Weltpatriotismus von heute, das heißt, seine Heimatverbundenheit und Liebe zur ganzen Welt höher zu stellen, als die Heimatverbundenheit und Vaterlandsliebe zu seinem eigenen Land, heißt globale Bereicherung des eigenen Patriotismus. Die Menschen beginnen zu begreifen, die Welt als ihr gemeinsames Vaterland kennen, lieben und verteidigen zu lernen. Der Weltpatriotismus betrachtet die Welt als Vaterland der Völkergemeinschaft. Das Weltproletariat betrachtet den Weltpatriotismus als globalen Patriotismus, der den Patriotismus eines jeden Landes prägen wird. Der Weltpatriotismus entfacht den Kampf der Proletarier eines jeden Landes, gemeinsam mit den Proletariern aller anderen Länder für das Wiederaufblühen dieser vom Kapitalismus zerstörten Welt zu sorgen, das ist der heroische Kampf der Völker, ihre gemeinsame Welt vor dem Weltimperialismus zu retten, diesem Weltfeind Nr. 1, den Kapitalismus, gemeinsam zu vernichten - unter der Führung des Weltproletariat für die Weltdiktatur des Proletariats zu kämpfen ! Weltpatriotismus ist der Kampf für die Freiheit aller Menschen, die Welt nicht mehr als ihr Privateigentum zu betrachten, sondern als einen gemeinschaftlichen Lebensraum, den sich alle Lebewesen auf dieser Erde friedlich miteinander teilen, ihn beschützen, pflegen und kultivieren, statt zu zerstören und zu vernichten, heißt, Mensch und Natur global in Einklang zu bringen im Kampf gegen jeden, der sich dieser gemeinsamen Aufgabe in den Weg stellt.

Sowjetpatriotismus unserer Zeit, das ist der globale Kampf für den Schutz vor dem Weltkapitalismus in jedem Land der Welt, das ist der Kampf für den Schutz der Völker, ist der Kampf für die Errichtung und den Schutz der UdWSR, das ist die höchste, die globale Form des proletarischen Internationalismus, der den proletarischen Ländern von Morgen ihren besonderen, ihren charakteristischen Stempel aufdrückt.

Zurück nach Georgien, zurück ins Jahr 1923.


Wir fragen: Wer hat denn auf dem XII. Parteitag der KPR (B) im April 1923, auf dem ersten Parteitag, dem Lenin nicht mehr beiwohnen konnte, die Vertreter der georgischen nationalistischen Abweichung entlarvt, die Trotzki angeleitet hatte ? Wer wurde auf dem XII. Parteitag zum Generalsekretär wieder gewählt ? Stalin. Stalins Politik zur nationalen Frage wurde absolut gebilligt und unterstützt. Trotzkis Freunde in Georgien erlitten gegenüber Lenin und Stalin in der nationalen Frage eine empfindliche Niederlage. Das sind Fakten, und sie wurden historisch durch Stalins Taten sein Leben lang erhärtet, nicht nur im Kaukasus. Es waren die Trotzkisten, die seine Wahl 1923 als Generalsekretär hintertrieben und es waren ebenfalls die Trotzkisten, die ihn 1952 als Generalsekretär abzulösen versuchten !

Stalin wies auf dem XII. Parteitag bei der nationalen Frage vor allem auf die gewaltige internationale Bedeutung hin, betrachtete sie als Triebfeder für die revolutionäre Befreiung aller unterdrückten Völker im Osten und im Westen. Stalin wies auf die Notwendigkeit hin, energisch an der Beseitigung der Ungleichheit in der wirtschaftlichen und kulturellen Lage der Völker der Sowjetunion zu arbeiten. Stalin rief die gesamte Partei zum entschlossenen Kampf gegen den großrussischen Chauvinismus und den lokalen Nationalismus auf, die sich im Zusammenhang mit der teilweisen Belebung des Kapitalismus (NÖP) verstärkt hatten. Und eben diese bolschewistische Politik in der nationalen Frage des XII. Parteitags der KPR (B) hat Stalin gegen die Mingrelische Verschwörung, hinter der Berija steckte, prinzipienfest fortgesetzt. Und wie „löste“ der „Marxist-Leninist“ Berija die nationale Frage? Mit dem Mord an Stalin ! Berija beteiligte sich maßgeblich am Mord an Trotzki, um später Trotzkis Henker von Stalin werden zu können. Und Chruschtschow rehabilitierte Trotzki mit Lenins angeblichen „Testament“. So schließt sich der Kreis: Chruschtschow rechtfertigte Berijas Mingrelische Verschwörung mit Lenins „Fakten“ und verschloss mit dem Siegel „Lenins“ für immer die Akte der Mingrelischen Verschwörung ! Aber lassen wir sie noch geöffnet.


Hier noch weitere Perlen aus dem „Brief Lenins“, über die sich jeder weitere Kommentar erübrigt::


Persönlich ist er (Trotzki) der fähigste Mann im gegenwärtigen ZK!“ Man könne „Trotzki den Nichtbolschewismus“ nicht „als persönliche Schuld anrechnen.“ (von Chruschtschow gefälschter Lenin-Band 36, Seite 579). Wenn die Komintern / ML die Leninwerke wieder herausgibt, wird alles selbstverständlich wieder rausbefördert, was Chruschtschow reinbefördert hat ! Einen Nichtbolschewisten an die Spitze der bolschewistischen Partei setzen, weil man Trotzki das nicht persönlich vorwerfen dürfe ? Kann diese Perle des Opportunismus in der Geschichte der leninschen Partei noch getoppt werden ??? !!! Ja, sie konnte 1956 noch getoppt werden, nämlich dadurch, dass Chruschtschow diesen Opportunismus dem XX. Parteitag als Leninismus“ servierte:Persönlich ist er (Chruschtschow) der fähigste Mann im gegenwärtigen ZK!“ Man könne Chruschtschow den Nichtbolschewismus nicht als persönliche Schuld anrechnen.“ So hat sich also Chruschtschow auf dem XX. Parteitag zum neuen Kremlzaren vorschlagen lassen – ganz korrekt in Erfüllung vonLenins Testament“Chruschtschow - fürwahr der würdige und legitime Nachfolger Lenins !


Worum handelte es sich bei dem angeblichen Brief Lenins“ ?

Es handelt sich angeblich um einen „Brief an den Parteitag“.

Nun geht man normalerweise davon aus, dass sich so ein Brief von den Genossen in einem Guss lesen lassen sollte, vielleicht sogar beschließen lassen sollte. Aber das ist völlig unmöglich. Der Brief ist ein einziges Durcheinander, vollkommen auseinander gerissen bzw. zerstückelt und künstlich zusammengeflickt, sowohl formal als auch inhaltlich. Die Daten wurden nachweislich nachträglich manipuliert und gefälscht und die Fälscher sind außerordentlich stümperhaft vorgegangen mit „Ergänzungseinträgen“, die nicht mit den laufenden Tagebuch- Eintragungen von Lenins Sekretärinnen übereinstimmen, ganz im Gegensatz zu deren bis dato außergewöhnlich sorgfältiger Arbeitsweise. Hierzu gehörte auch die erste Frau Stalins, N.S. Alllujewa, zu der Lenin ja wohl volles Vertrauen gehabt hatte.

Der ganze Brief ist ein einziges Rätsel mit vielen Puzzleteilchen und Fragezeichen. Zum Beispiel ist reichlich merkwürdig, dass „Lenins Brief“ in völlig zusammenhanglosen „Niederschriften“ aufgegliedert ist. Die erste Niederschrift ist vom 23. 12. 1922 (Kapitel I). Die Fortsetzung ist mit dem 24. 12. 1922 datiert, aber ohne Niederschriftsvermerk, ohne Initialien der Sekretärinnen. Die Niederschrift vom 25. 12. 1922 taucht mitten in der Niederschrift vom 24. 12. 1922 auf – hat also gar keinen Anfang. Warum folgt eine „Ergänzung zum Brief vom 24. Dezember 1922“ erst nach dem Abschnitt der Aufzeichnung vom 25. 12. 1922 und nicht direkt nach dem 24. 12. 1922, was doch zeitlich logisch wäre? Aus ärztlichen Notizen der Doktoren ist nachweisbar, dass Lenin aus gesundheitlichen Gründen gar nicht an jenen Tagen arbeitsfähig war, an denen er angeblich die Ergänzungen diktiert haben soll [sic !!!].


Inhaltlich beschäftigt sich diese „Aufzeichnung“ des Kapitel II mit einerReihe von Erwägungen rein persönlicher Natur.“ Nanu ??Wahl des Generalsekretärs = Erwägung rein persönlicher Natur?? Reichlich „nebulös“ für einen Berufspolitiker wie es Lenin war ??

Und auf Seite 584 steht genau das Gegenteil (?!): Mir scheint, dass hier mit der prinzipiellen Frage gegenwärtig allzu eng die persönliche Frage verflochten ist – (sic ! ). Das Gegenteil in einem einzigen Atemzug zu behaupten – so etwas hat Lenin noch nie gemacht.

Stalin sei Generalsekretär geworden, aber Lenin soll in dem Brief Zweifel geäußert haben, ob es mit ihm gut gehen wird. In der Ergänzung zum Brief vom 24. Dezember 1922 liest sich das völlig anders. Da heißt es plötzlich: Stalin kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden“. Lenin schlägt darin angeblich seine Ablösung vor. Zuerst heißt es : Stalin Generalsekretär = ja, kann, wenn auch mit Bauchschmerzen, geduldet werden. Aber ganz anders in der „Ergänzung“: Da steht unmissverständlich: Stalin als Generalsekretär ist unbedingt abzulösen, kann nicht geduldet werden !! Was sind das ? Das sind zwei grundverschiedene, sich widersprechende Haltungen so mal eben von heut` auf morgen ?? Ist das Leninismus ?


Das sieht uns doch viel eher danach aus, dass hier mit einer „Ergänzung“ nachgebessert wurde, aber bestimmt nicht von Lenin ! Dass Stalin von Trotzki abgelöst werden sollte, das sieht uns eher nach Trotzkis (Krupskaja) und nicht nach Lenins Diktat aus. Was ist das für ein „Brief an den Parteitag“, in dem Lenin zwei entgegengesetzte Standpunkte der Einschätzung Stalins nebeneinander unvermittelt stehen lässt ? Beides zusammen ließ sich vom Parteitag überhaupt nicht umsetzen. Sollte der Parteitag sich nun nach dem einen oder anderen Standpunkt Lenins zukünftig richten ?? Das passt nicht zu Lenins Geradlinigkeit, denn erst am 3. April 1922 hatte das Plenum des ZK der KPR (B) Stalin zum Generalsekretär des Zentralkomitees der Partei gewählt - und wer machte ausgerechnet den Vorschlag hierzu ? Der Genosse Lenin selbst ! Wieso sollte Lenin einen Generalsekretär vorschlagen, um nach 8 Monaten diesen Vorschlag wieder über den Haufen zu werfen ? Man muss sich das mal vorstellen: An dem Tag als Lenin angeblich die Ablösung Stalins vorgeschlagen haben soll, wurde von Stalin die UdSSR ins Leben gerufen – und zwar mit dem Willen und der vollen Unterstützung Lenins und der gesamten bolschewistischen Partei !!!!


Und Trotzki ?

Mit Rykow und anderen parteifeindlichen Oppositionellen verwickelte er die Partei in endlose Diskussionen über den GOELRO-Plan, um Zeit zu gewinnen, Zersetzungsarbeit zu betreiben und die eigenen konterrevolutionären Kräfte zu sammeln, um den GOELRO-Plan zu Fall zu bringen. Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“ - Trotzki besaß sogar die Frechheit, in aller Öffentlichkeit anzuzweifeln, dass diese berühmte Formel von Lenin stammt !!

. Der IX. Parteitag erteilte der parteifeindlichen Gruppe des „demokratischen Zentralismus“ eine Abfuhr, die gegen die individuelle Leitung und die persönliche Verantwortung der Direktoren in der Industrie auftrat und eine schrankenlose „Kollegialität“ und Unverantwortlichkeit in der Leitung der Industrie verfocht. Die Hauptrolle in dieser parteifeindlichen Gruppe spielten Sapronow, Ossinski und W. Smirnow. Sie wurden auf dem Parteitag von Rykow und Trotzki unterstützt“ („Geschichte der KPdSU (B) – Kurzer Lehrgang“, Seite 300).


Kurz bevor Lenin Stalin als Generalsekretär vorschlug, erhielt Lenin von Stalin einen Brief, in dem dieser den Leninschen GOELRO-Plan lobte, sich auf seine Seite stellte und ihn gegen Trotzki verteidigte:


Genosse Lenin! Erinnern Sie sich des vorjährigen `Planes` Trotzkis (seiner Thesen) ? (...) Welche Armseligkeit, welche Rückständigkeit im Vergleich zu dem GOELRO-Plan ! Ein mittelalterlicher Handwerker, der ein Ibsenscher Held zu sein vermeint und sich berufen fühlt, Russland durch eine altertümliche Saga, `zu retten`“ (Stalin, Band 5, Seite 43).


Wenn Stalin ihm so etwas über Trotzki schrieb, wieso schlug Lenin dann im selben Augenblick trotzdem Stalin und nicht Trotzki als Generalsekretär vor ? Wieso entscheidet sich Lenin ausgerechnet für Stalin, wenn er sich angeblich in seinem „Brief“ für den Weg Trotzkis in der Frage der staatlichen Plankommission umentschieden hätte? Es gibt unzählige Dokumente Lenins, in denen er die Kritik der Trotzkisten am GOELRO-Plan alsLiteratengeschwätz“ abqualifizierte.


Einen anderen einheitlichen Wirtschaftsplan als den von der `GOELRO` bereits ausgearbeiteten gibt es nicht und kann es nicht geben“ (Lenin, „Über den einheitlichen Wirtschaftsplan“, Band 32, Seite 139, vom 21. Februar 1921). „Gerade dieses Durcheinander der Meinungen ist gefährlich, denn es zeigt die Unfähigkeit zur Arbeit, das Dominieren von Intellektuellen- und Bürokratendünkel über wirkliche Arbeit“ (Lenin, ebenda, Seite 137).


Und wenn Stalin damals nicht gegen Trotzki den Leninschen Standpunkt über die staatliche Plankommission verteidigt hätte, was wäre dann passiert? Dann hätte Trotzki die NÖP Lenins durch einen Plan der Restauration des Kapitalismus ersetzt !! Und genau darum ging es auch den Verschwörern von 1953. Sie setzten Trotzkis „Plan“ von 1922 schließlich erfolgreich um, indem sie mit den gleichen verbrecherischen Methoden arbeiteten wie Trotzki, nämlich sich hinterhältig auf Lenin zu „berufen“! Weil Trotzki sich 1922 nicht gegen Stalin und die Partei durchsetzen konnte, bemächtigte dieser sich des Stempels Lenins, um sein teuflisches „Lenin-Dokument“ von Krupskaja testieren zu lassen !



Dass Lenin zur Klärung der Georgienfrage ausgerechnet Trotzki (!) beauftragt haben soll, um gegen Stalin vorzugehen, das passt doch nun wirklich nicht zu Lenins prinzipienfester und kritischer Haltung gegenüber der liquidatorischen Rolle, die Trotzki in Georgien von Anfang an gespielt hatte. Lenin wollte doch nicht etwa den Bock zum Gärtner machen ! Trotski, Mdivani und Makharadze waren seperatistische Autonomistenführer einer Minigruppe, die in Georgien gegen Stalins Nationalitätenpolitik hetzte und dort konterrevolutionäre Terrorakte verübte, wie es später dokumentarisch beweisbar ist. Sie versuchten, sowohl die Gründung der UdSSR als auch die Gründung der Transkaukasischen Föderativen Sowjetrepublik zu verhindern ! Und kein Geringerer als Lenin hatte gegen diese trotzkistische Gruppe gerade deswegen schon seit langem einen prinzipienfesten Kampf geführt ! Nirgends und zu keinem Zeitpunkt hat Lenin auch nur im Entferntesten daran gedacht, Stalins Georgienpolitik in Frage zu stellen, geschweige denn diesem seine Unterstützung zu versagen. Worum ging es ?

Chruschtschow fand in dem „Brief von Lenin“ eine Stelle, aus der hervorgeht, dass Stalin in seiner Nationalitätenpolitik sich angeblich des „Verrats am proletarischen Internationalismus“ schuldig gemacht habe [„auf dem Standpunkt des Kleinbürgertums stehengeblieben“ sei], indem er die Georgier mit seinem angeblichen „Großmachtchauvinismus“ „gekränkt“ [mit dem Schimpfwort „Kapkaser“ verhöhnt] haben soll. Und genau so versuchte Berija mit seiner Mingrelischen Verschwörung die Georgier gegen Stalin aufzuhetzen !!


Ausgerechnet Lenin wolle Trotzki damit beauftragt haben, Stalin wieder auf den Kurs des proletarischen Internationalismus zurückzuführen ? Das ist doch `ne Lachnummer ! Trotzki wäre der letzte gewesen, den Lenin damit beauftragt hätte, denn dieser war der größte Feind des proletarischen Internationalismus im Lager der Bolschewiki. Stalins Nationalitätenpolitik beruht auf nichts Anderem als auf dem proletarischen Internationalismus, so wie Lenin ihn lehrte. Chruschtschow macht Lenin zum Sprachrohr Trotzkis gegen Stalin – kann man sich denn noch schlimmer am Leninismus, am proletarischen Internationalismus, vergreifen ?!

Chruschtschow verteidigt also nicht Lenin gegen Trotzki, sondern Lenin gegen Stalin. Lenin gegen Stalin verteidigen, heißt aber nichts Anderes, als den verbrecherischen Weg Trotzkis zu Ende zu gehen, heißt den proletarischen Internationalismus zu verraten.



In „Lenins Brief“ findet sich dann eine Fortsetzung vom 26. 12. 1922 als Kapitel III. Dann folgt ein Kapitel IV mit der „Fortsetzung der Aufzeichnungen“ vom 27. 12. 1922.; Kapitel V = Fortsetzung des Briefes über den gesetzgeberischen Charakter der Beschlüsse der Staatlichen Plankommission (28. 12. 1922); Kapitel VI, Fortsetzung der Aufzeichnung (29. 12. 1922); Kapitel VII (Zum Abschnitt über die Erhöhung der Zahl der ZK-Mitglieder) ebenfalls (!) vom 29.12. 1922. Nun folgen keine Kapitel mehr, sondern nur noch „Fortsetzung der Aufzeichnungen Zur Frage der Nationalitäten oder der „Autonomisierung“ (diesmal ohne Klammern); 30.12.1922. An diesem Tag - als die UdSSR von Stalin gegründet wurde (!!!) bezichtigt Lenin also angeblich Stalin der „Eilfertigkeit, seinem Hang zum Administrieren und seiner Wut“ und das ausgerechnet, nachdem Stalin die Konstituierung der UdSSR monatelang und äußerst sorgfältig - also absolut nicht eilfertig – kollektiv vorbereitet hatte. Er bereitete die Gründung der UdSSR auch nicht administrierend vor, sondern alle seine Vorbereitungen entsprachen korrekt dem demokratischen Zentralismus, holte sich Stalin die Meinung Lenins ein und vertrat er voll dessen Standpunkte. Wenn Stalin die Standpunkte Lenins in der Partei vor brachte und sich für deren politische Umsetzung kümmerte, warum sollte Lenin dann Trotzki beauftragen, die Nationalitätenpolitik Stalins umzuwerfen, wo es doch seine eigenen Standpunkte waren ? Soll Lenin Trotzki beauftragt haben, die Gründung der UdSSR zu vereiteln ? Das ist ja wohl kaum anzunehmen.

Stalin wurde von den Parteigremien in die Kommissionen ordentlich gewählt, so wie wir das oben in ein paar kurzen Sätzen beschrieben haben.


Am 31. 12. 1922 Fortsetzung der Aufzeichnungen (Fortsetzung zur Frage der Nationalitäten oder der „Autonomisierung“). Hier polemisiert Lenin angeblich gegen Stalin, dieser sei „selbst ein wahrer und echter `Sozialnationalist`, ja mehr noch, ein brutaler großrussischer Dershimorda“ (Seite 594). Auf deutsch: Ein prügelnder Dorfpolizist“ also – das soll Lenin in Gorki diktiert haben, als Stalin gerade einen Tag zuvor mit dem ausdrücklichen Willen Lenins in Moskau vom I. Unionskongress der UdSSR ins Präsidium und in das ZEK gewählt wurdeHallo???????????? So eine Ungeheuerlichkeit ausgerechnet Lenin unterzuschieben – dazu ist nur ein Trotzki fähig !!! Und so etwas - 34 Jahre danach - aus dem trotzkistischen Misthaufen auszugraben – dazu ist nur ein Chruschtschow fähig !


Fortsetzung der Aufzeichnungen. 31. 12. 1922; Wohl als Kritik auf Stalin gemünzt soll es im vorletzten Satz heißen: „Eine andere Sache ist es, wenn wir selbst, sei es auch nur in Kleinigkeiten, in imperialistische Beziehungen zu den unterdrückten Völkerschaften hineinschlittern und dadurch unsere ganze prinzipielle Aufrichtigkeit, unsere ganze prinzipielle Verteidigung des Kampfes gegen den Imperialismus völlig untergraben“ (Seite 596). Sehr schön, nur dass dies leider genau auf Berijas „Entstalinisierung“, auf seine „friedliche Koexistenz“ zutrifft, dass dies leider auch auf Chruschtschow zutrifft, der als Kremlzar in Tiflis einmarschiert, um den Tifliser Aufstand von 1956 nieder zu metzeln so wie später der Prager Aufstand 1968 blutig nieder zumetzelt wurde. Das hat also rein gar nichts zu tun mit Stalins Befreiung unterdrückter Völkerschaften im Großen Vaterländischen Krieg, nichts zu tun mit seinem prinzipienfesten Kurs gegen den Kalten Krieg der Imperialisten !!!!


Den Kopf kann man auch über eine kleine redaktionelle Anmerkung schütteln, die da lautet: „Offenbar ein Schreibfehler: statt ´ihm´ muss es sinngemäß ´ ihnen´ heißen.“ (Seite 579). Will man damit etwa noch die „wissenschaftliche Seriosität“ der dreisten Verlogenheiten in „Lenins Brief“ schmücken ?


Genossen, was meint ihr, reicht das jetzt ? Muss man diese peinliche Zitiererei eines solchen „Testament“-Schwachsinns noch weiter treiben? Es lohnt wirklich nicht ! Es ist schon schlimm genug, wenn Chruschtschow den Genossen Lenin dazu missbraucht, die „Entstalinisierung“ zu „rechtfertigen“. Das ist doch typisch für Opportunisten. Heute sagen sie so, um morgen genau das Gegenteil zu behaupten. Vor seinem Tod heben sie Stalin in den Himmel, um ihn dann nach seinem Tod in der Hölle schmoren zu lassen – gerade so wie es ihnen in den Kram passt. Prinzipientreue stand bei Opportunisten noch nie hoch im Kurs. Die Wahrheit ist:


Nicht Lenin änderte seine Meinung über Stalins Georgienpolitik um 180 Grad, sondern Chruschtschow bediente sich einer Verfälschung der Leninwerke. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Verfälschungen und „Ergänzungen“ der Leninwerke ursprünglich überhaupt nicht im Band 36 enthalten waren, dessen Veröffentlichung der IX. Parteitag der KPR (B) beschlossen hatte. Wo kommen dann diese merkwürdigen „Ergänzungen“ her und aus welcher Zeit stammen sie ? Zur Zeit Stalins gab es keine Verfälschungen und „Ergänzungen“ der Werke Lenins. Stalin gab die Leninwerke korrekt heraus - Chruschtschow hingegen die Verfälschungen und die hinzu gedichteten „Ergänzungen“. Im Band 36 - wie er 1962 (!) in erster Auflage erschien - wird eine Veröffentlichung neu aufgenommen, die aus dem Jahre 1956 (sic!) stammt, also ausgerechnet dem Jahre des antistalinistischen XX. Parteitags (natürlich reiner Zufall !). Es handelt sich um genau diesen angeblichen „Brief Lenins an den Parteitag“- „Zur Frage der Nationalitäten oder der „Autonomisierung“, der angeblich zwischen Dezember 1922 und Januar 1923 diktiert worden sei und der von den Trotzkisten bis heute als „Lenins Testament“ verkauft wird. Es ist doch merkwürdig, dass dieser „Brief“ Lenins erst 1956 (also 33/34 Jahre danach!!) „entdeckt“ worden und zum ersten Mal 1956 in der Zeitschrift „Kommunist“ Nr. 9 veröffentlicht worden war. Und wieso enthielt dieser „Brief“ Lenins ausgerechnet die Forderung zur Ablösung Stalins ? Die Antwort lässt keinen Zweifel offen:Lenins Testament“ ist das Werk Trotzkis, nicht Lenins Werk. Und es war Bestandteil der konterrevolutionären Tätigkeit des Blocks der Rechten und Trotzkisten, der Ende der 30er Jahre zerschlagen wurde. Und davon lassen wir uns von der Komintern / ML nicht abbringen. Nicht wir Marxisten-Leninisten müssen nachweisen, dass es sich nicht umLenins Brief“ handelt, sondern es muss erst einmal von denjenigen die Authentizität Lenins BEWIESEN werden, die dies behaupten.


Der Historiker V.A. Sacharow hat wissenschaftlich nachgewiesen, dass Lenin gar nicht der Autor vonLenins Testament“ sein KONNTE, sondern das es von Trotzki geschrieben wurde. Es gab zu jenem Zeitpunkt einen „zufälligen“ Austausch der Schriftführerin, der jedoch gar nicht nicht von Lenin angeordnet war, so dass an einigen Tagen in Lenins Tagebuch leere Seiten entstanden waren. Das hatte Trotzki auf seine verbrecherische Idee gebracht. Es bot sich ihm also geradezu an, diese leeren Seiten nachträglich vom neuen Schriftführer ausfüllen zu lassen mit eben Trotzkis Lenin-Brief. Lenins Sekretärin Fotijewa hat Trotzki dabei unterstützt (Veröffentlichung in der Zeitschrift „Molniya“ von der Bewegung „Trudovaja Rossija“). Fotijewa, dieser Name einer trotzkistischen Agentin am Krankenbett Lenins, taucht nicht zufällig plötzlich in der von den Chruschtschowianern im Jahre 1956 [sic !] erstelltenListe der noch lebenden alten bolschewistischen Garde“ wieder auf [sic !]. Die damit vorgenommene Rehabilitierung der Trotzkisten gehört nicht zufällig zur der von den modernen Revisionisten durchgeführten „Entstalinisierung“. Klar, dass im Gegensatz hierzu die Fotijewa in der von Stalin im Jahre 1947 erstelltenListe der alten bolschewistischen Garde“ gar nicht aufgetaucht war [sic!!], was die Antistalinisten – wie kann es anders sein - auf Stalins angebliche Säuberungswut“ zurückführten. Das Gegenteil war also der Fall: Fotijewa hat noch den Sturz Stalins erlebt, wofür sie historisch mit verantwortlich war als sie den sogenannten Brief Lenins“ im Auftrage Trotzkis diktierte und den die Chruschtschowianer nun dankbar gegen Stalin verwerten konnten. An der Fotijewa wird deutlich, dass die Chruschtschowianer die alte bolschewistische Garde mit der alten trotzkistischen Garde vertauscht hatten.


Jedenfalls ist es Fakt, dass Krupskaja der konterrevolutionären trotzkistischen Verschwörung gegen Stalin als aktives Mitglied angehört hatte und sie deswegen Stalins Zugang zu Lenin strikt verboten hatte – kurz vor seinem Tod. Anders ließ sich die ganze Wahrheit über Lenin nicht verschleiern. Nur so konnte Kurupskaja als „Lenin“ auftreten und ihn durch Trotzki ersetzen, ohne dass einer was merkte.. Angeblich habe Lenin darum gebeten, dass dieser „Brief“ nicht veröffentlicht wird. Beweise dafür gibt es nicht, so dass man ungeniert in der Gerüchteküche solche „Wahrheiten“ zusammenbraute, wie man sie gegen Stalin brauchte. Dass dies aber bedeutet hätte, dass Lenin sich vom Parteitag verleugnen ließ, dass der Inhalt des Briefes“ Lenin selbst schwer belasten und kompromittieren würde, das störte die Gerüchtemacher nicht, denn sie arbeiteten ja schon zu Lenins Zeiten daran, den Leninismus durch den Trotzkismus zu ersetzen. Für uns ist es völlig abwegig, dass Lenin überhaupt ein „Testament“ diktiert haben soll, zudem ein solches, das er vor den Augen der Arbeiterklasse zu verbergen gewünscht hätte. Lenin hat die Arbeiterklasse nie hintergangen und schon gar nicht in einer so wichtigen Entscheidung wie über die Wiederwahl des Generalsekretärs nach seinem Tod. Selbst, wenn dies zu träfe, was wir für unmöglich halten, hätte sich Chruschtschow mit dieser Veröffentlichung an Lenin bereits zweimal schuldig gemacht:

erstens hätte er gegen den letzten Willen Lenins und gegen die Beschlüsse eines Parteitags offensichtlich verstoßen und

zweitens hätte er als „aufrechter Leninist“ Stalin nicht Jahrzehnte lang als „größtes Genie des Universums“ kultivieren dürfen – nämlich genau aus den selben Gründen wie sie Lenin in der „Ergänzung“ des Briefes vom 24. 12. 1922 angeblich diktiert haben soll, und zwar wegen der angeblichen Ablösung Stalins zwecks Vermeidung einer Spaltung“ (Chruschtschows gefälschter Leninband 36, Seite 580).


Wer ist denn nun der Spalter der Partei – Stalin oder Trotzki ? Und Lenin ist ja wohl der Letzte, der das nicht aus über 10 Jahren Parteierfahrung wissen würde. Wir wollen uns das Zitieren von Lenins Entlarvungen der trotzkistischen Fraktionsmacherei und Spalterei in der bolschewistischen Partei hier ersparen, denn damit kann man ganze Bücher füllen. Ob nun Chruschtschow oder alle, die sich heute noch hinter diese trotzkistische Erfindung und Veröffentlichung eines angeblichen „Lenin-Testaments“ stellen, sie sinken damit nur noch tiefer in den opportunistischen Sumpf. Aus diesem Grund halten wir es für alles Andere als ratsam, wenn der Genosse Bill Bland hier von einem umstrittenen Dokument“ spricht:Das umstrittene Dokument, das unter dem Namen 'Lenins Testament' bekannt ist“ (Bill Bland). Wieso umstritten ? Für Marxisten-Leninisten ist und war dieses „Dokument“ noch nie umstritten und wird es auch in Zukunft nie sein.


Für uns ist die prinzipienfeste Haltung der Verurteilung solcher trotzkistisch inszenierter Testamentvollstreckereien ein Prüfstein für jeden aufrechten Marxisten-Leninisten. Nichts auf der Welt kann die Verdienste Stalins erschüttern, nichts auf der Welt kann widerlegen, dass es keinen besseren Nachfolger für Lenin geben konnte als Stalin – auch nicht ein von Stalinfeinden UND (!!) von Leninfeinden geschriebenes und verbreitetes angebliches „Lenin-Testament“. Das trotzkistische Hintertürchen der „Diskussion über ein umstrittenes Lenin-Testament“ wird hiermit von der Komintern /ML vorerst geschlossen.


Wer allerdings immer noch nicht überzeugt ist, für den ziehen wir unsere letzte Trumpfkarte aus dem Ärmel und dem empfehlen wir als allerletzte Gelegenheit, Stalins Rede nachzulesen, die er in der Sitzung des vereinigten Plenums des ZK und der ZKK der KPdSU (B) am 23. Oktober 1927 gehalten hatte – insbesondere über Lenins „Testament“ in Kapitel I, „Einige Kleine Fragen“. Die Rede trägt den Titel: „Die Trotzkistische Opposition früher und jetzt“ und findet sich in Band 10 der von der KPD/ML herausgegebenen Stalinwerke auf Seite 150 – 155. Darin verlas Stalin Trotzkis persönliche Stellungnahme, die im „Bolschewik“ Nr. 16, 1. September 1925 auf Seite 68 veröffentlicht worden war – hier Trotzkis Originalton: Alle Redereien über ein verheimlichtes oder verletztes `Testament` sind bösartige Erfindungen und sind ganz und gar gegen den faktischen Willen Wladimir Iljitschs sowie gegen die Interessen der von ihm geschaffenen Partei gerichtet.“ Was kann man diesem Trotzki abgerungenen „Selbstbekenntnis“ noch hinzufügen? Nichts. Uns fällt dazu jedenfalls für dieses Mal nichts mehr ein.


Es gab und gibt keine „Testamente“ der Klassiker, und es wird nie „Testamente“ der Klassiker geben. Dies widerspricht völlig der Lehre des Marxismus-Leninismus. Wir sind keine kommunistische Dynastie, in der die Thronfolger weiter vererbt werden. Am Marxismus-Leninismus gibt es weder einen Privatbesitz, noch einen Privatanspruch. Sowas gibt es nur im Kapitalismus, der auf Privateigentum aufbaut und dieses durch Missbrauch des Marxismus-Leninismus am Leben zu erhalten versucht. Eine revisionistische Klasse, die sich den Marxismus-Leninismus privat aneignet, um damit die von ihr getäuschte Arbeiterklasse auszubeuten und zu unterdrücken, wird von dieser enteignet und revolutionär beseitigt !

Privateigentum wird vom Weltsozialismus vergesellschaftet – wie es im „Kommunistischen Manifest“ von Marx und Engels niedergeschrieben worden ist. Der Marxismus-Leninismus, die Werke von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha gehören dem Weltproletariat und sie werden diesem solange gehören wie es ein Weltproletariat gibt – und danach wird der Marxismus-Leninismus der klassenlosen, kommunistischen Weltgesellschaft gehören, die das bürgerliche Erbrecht längst begraben hat!



Den Angriff, den Berija mit der Mingrelischen Verschwörung auf Stalin begann, setzte Chruschtschow fort und er beendete ihn mit der „vernichtenden“ Anklage „aus dem Munde“ Lenins höchstpersönlich. Die Mingrelische Verschwörung dient der Komintern / ML als unwiderlegbarer Beweis dafür, dass Chruschtschow nicht davor zurückschreckte, auf die verbrecherische Methode Trotzkis, - den Leninismus durch den Trotzkismus zu ersetzen - zurückgreift, um den Stalinismus durch den Chruschtschowismus zu ersetzen – im Namen „Lenins“.

Zwischen Lenin und Stalin kann man so viele trotzkistischen Keile treiben wie man will, ihre gemeinsamen welthistorischen Leistungen in der ersten Periode des Sozialismus beruhen auf ihrer absoluten Einheit, die sich von niemandem und niemals auseinander dividieren lässt:

Die UdSSR Lenins und Stalins und mit ihr die sozialistischen transkaukasischen Republiken - das ist nun mal Fakt – können nicht aus der Geschichte ausradiert oder verfälscht werden – auch nicht mit der Geschichtsfälschung der Mingrelischen Verschwörung, die mit Unterstützung des amerikanischen CIA betrieben, und von Bill Bland „marxistisch-leninistisch“ gerechtfertigt wurde.

Mit dem „Testament“ scheiterte der Versuch der trotzkistischen Sowjetfeinde, die Gründung der UdSSR und insbesondere die Gründung der Republiken im Transkaukasus zu vereiteln, aber mit Berijas Mingrelischer Verschwörung und mit Chruschtschows „Wiederentdeckung des Testaments“ wurde es von den modernen Revisionisten doch noch vollstreckt, erfüllte sich der darin niedergeschriebene Wille Trotzkis, den er als Willen Lenins ausgab. Das „Testament“ hat nicht verhindern können, dass Stalin zum Führer des Weltproletariats, zum Führer der UdSSR, zum Führer der bolschewistischen, leninschen Partei wurde, aber es hat den Feinden der Sowjetunion Lenins und Stalins dazu gedient, das Vaterland des Weltproletariats von den Stalinisten zu „befreien“ und dadurch doch noch zu zerstören. Und damit sich die Geschichte nicht wiederholt, müssen wir die Geschichtsfälschung über die Mingrelische Verschwörung entlarven und der Wahrheit zu ihrem Recht verhelfen.

In ihr ging es nicht um die „Russifizierung Georgiens“ wie Berija behauptete, sondern um die Beseitigung des sozialistischen Georgiens, um dort den kapitalistischen Nationalismus durchzusetzen. Man braucht sich nur die Ereignisse im August 2008 anzusehen, um die Frage richtig zu beantworten, wer Recht behalten hatte, Berija oder Stalin.

Das georgische Volk und andere kaukasische Völker mussten den ungerechten und räuberischen Krieg zwischen dem russischen Imperialismus und dem vom Westen geschürten georgischen Nationalismus mit ihrem Blut bezahlen. Wir hoffen, dass mit diesen Zeilen ein kleiner Beitrag geleistet werden kann, dass nicht noch mehr Blut von den Bergen des Kaukasus ins Meer des Weltimperialismus fließt.






IV. Kapitel



Über die ökonomischen

Grundlagen des Stalinismus






Enver Hoxha:

Stalin hat bis zu seinem Tod entschlossen gegen die offenen und verkappten Feinde gekämpft. Was war denn mit Leningrad nach dem Krieg? Was waren denn das für Reformen im Zentralkomitee? Was war es denn, als eine große Zahl von neuen Leuten in die Führung gebracht wurde? Was bedeutete denn die Verurteilung Schukows, der sich bald darauf als das erwies, der er war? Was war denn Kossygins Entfernung, der sich ebenfalls als der erwies, der er war? Was hatte es denn zu bedeuten, dass Chruschtschow zugab, Stalin habe kein Vertrauen zu ihnen gehabt und ihnen gesagt: Ìhr werdet vor dem Imperialismus kapitulieren`? Und alles, was Stalin sagte, hat sich bestätigt. (3. Januar 1967, aus seinem politischen Tagebuch)

Enver Hoxha hat also Stalin gegen seine offenen und verkappten Feinde verteidigt. Und tatsächlich handelt es sich auch in der sogenannten „Leningrader Affäre“ um offene und verkappte Feinde, gegen die Stalin kämpfte, wie Enver Hoxha das richtig feststellte. Davon gehen wir auch in unserer kritischen Analyse grundsätzlich aus,. Wir lassen uns von den kritischen Fragen des Genossen Enver Hoxhas leiten.

Wenn wir uns hier zum ersten Mal näher mit der so genannten „Leningrader Affäre“ beschäftigen, dann dürfen wir nicht den gleichen Fehler machen wie Bill Bland, nämlich voreilige Schlussfolgerungen ziehen, bevor wir nicht genau Bescheid wissen. Wir wissen noch nicht genau Bescheid. Und deswegen sind unsere hier geäußerten Vermutungen selbstkritisch zu beurteilen, solange nicht alles aufgeklärt und hieb- und stichfest bewiesen ist durch Dokumente von Stalin und der Partei. Das vorweg.

Es wäre einfacher gewesen, sich auf gesicherte Erkenntnisse stützen zu können, aber die gibt es weit und breit leider nicht. Wir müssen unseren eigenen Kopf anstrengen, uns selber darüber klar werden und dürfen unsere Meinung hierzu nicht hinterm Berg halten, müssen falschen oder gefälschten Darstellungen versuchen entgegenzutreten, so weit wir das irgend können - selbst auf die Gefahr hin, selber Fehler dabei zu machen. Fest steht, dass Bill Bland auch bei der „Leningrader Affäre“ seine Schlussfolgerungen auf Quellen bürgerlicher Schreiberlinge stützt wie zum Beispiel der anti-kommunistische amerikanische Journalist Sulzburger; R. Conquest, der für die Hoover-Institution über den „großen Stalinterror“ recherchiert hatte. Roy, Medwedjew war ein Antistalinist, der sich bei der „Entstalinisierung“ hervor tat. Bill bediente sich ferner der Zitate von dem Titoisten V. Dedijer, usw. usf....

Ferner lastet Bill Bland den Leningradern ausgerechnet jene ökonomischen Ansichten an, die Stalin selber noch vertreten hatte, bevor er 1952 die SchriftDie ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ herausgab. Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR kann man nicht ausschließlich und absolut an dieser Schrift Stalins festmachen, sondern als Marxist-Leninist muss man die Dokumente der KPdSU (B), die Dokumente Stalins in ihrem historischen Kontext, in ihrer jeweiligen Situation, in ihrem Entwicklungsprozess beurteilen – und zwar ohne irgendein Dokument dabei außen vor zu lassen. So maß Stalin im Januar 1933 dem ersten Fünfjahrplan eine ganz andere Bedeutung bei (Stalin, Werke Band 13, Seite 145 – 192) als beispielsweise dem fünften Fünfjahrplan ( siehe seine Schrift, „ökonomische Probleme...“). Dazwischen hat eine lange Entwicklung stattgefunden, die man studieren und richtig bewerten muss. Man darf diese ökonomischen Entwicklungsetappen weder gleichsetzen, noch einander entgegenstellen, man muss die ökonomischen Probleme der UdSSR in ihrer dialektischen Entwicklung sehen, um die dabei gemachten Fehler auf korrekte Art und Weise zu bestimmen und zu überwinden, muss sich auf die Gesetzmäßigkeiten der Ökonomie des Sozialismus stützen, bzw. diese korrigieren, weiter entwickeln, modifizieren usw. usf. Erst dann kann man die historische Entwicklung des Kampfes gegen die Restauration des Kapitalismus wissenschaftlich korrekt darlegen. Tut man das nicht, dann gelangt man – ob man nun will oder nicht - unvermeidlich auf die Pfade des Ökonomismus als Grundlage der revisionistischen Lehre von der Restauration des Kapitalismus. Eben der Ökonomismus war die eigentliche Wurzel der so genannten „Leningrader Affäre“, eine Wurzel, die der Bolschewismus bereits mit seiner Entstehung vehement bekämpfte und der schließlich mit dem Tode Stalins die Oberhand gewann und den Sieg über die Ökonomie des Sozialismus besiegelte. Was Stalin in der „Geschichte der KPdSU (B) – Kurzer Lehrgang auf Seite 31 hervor gehoben hatte, trifft auch auf die „Leningrader Affäre“ zu:

Lenin verstand besser als sonst jemand, dass der `Ökonomismus` die Grundzelle des Paktierertums, des Opportunismus war, dass der Sieg des `Ökonomismus` in der Arbeiterbewegung die Untergrabung der revolutionären Bewegung des Proletariats, die Niederlage des Marxismus bedeuten würde.“

Später auf dem XIX. Parteitag verfolgten die Revisionisten den ökonomistischen Kurs, dass die Arbeiter den Kampf zur Erhöhung ihrer Produktivität führen sollen, was aber den politischen Kampf betreffe, so möge ihn Staat und Partei führen, was sie natürlich hinter stalinistischen Phrasen verbargen. Dass Berijas und Melenkows Kampf gegen die „Leningrader Affäre“ nur eins ihrer Scheinmanöver gewesen war, beweist eben gerade Malenkows Auftritt auf dem XIX. Parteitag. Im Grunde bedeutete der Ökonomismus, dass die Arbeiterklasse auf ihren politischen Kampf und ihre bolschewistische Partei verzichten könne. Das Streichen des (B)s aus dem Namen der KPdSU war sozusagen ein Symbol der Kapitulation des Bolschewismus gegenüber dem Ökonomismus. Die ökonomistische Herabminderung des Bolschewismus bedeutet die Stärkung des revisionistischen Einflusses auf die Arbeiter. Die Politik habe sich aus der Ökonomie herauszuhalten und den ökonomischen Zielen zu unterwerfen. Hieraus entspringt die ökonomische Handwerkelei, die Nachtrabpolitik der modernen Revisionisten und ihr Gruppierungskampf um die größten Futtertröge, während sie die Arbeitern aus der Gulaschkanone essen ließen. Ökonomismus heißt Lohnsklaverei, heißt Verrat an den sozialistischen Arbeitern. Die Ökonomisten aber waren nicht nur ein hausgemachtes Problem, sondern gleichzeitig die Schrittmacher des westlichen Einflusses, gegen den Stalin anzukämpfen hatte. Ökonomismus bedeutet „Wirtschaftsreformen“, die der Restauration des Kapitalismus dienen.

Und Stalin erkannte, dass der Ökonomismus der Motor der Restauration des Kapitalismus war. Also musste er den Ökonomismus schlagen und er schrieb dieÖkonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“.

Der Stalinismus ist aber „nicht irgendeine Lehre“ zum Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus, sondern eine Lehre über den Kampf zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit der Restauration des Kapitalismus. Das ist ein Riesenunterschied, das ist ein qualitativer Unterschied – der Unterschied zwischen Revisionismus und Stalinismus. Bill Bland hat diese Frage übrigens noch nicht einmal aufgeworfen, geschweige denn sich damit befasst. Zu jener Zeit, als der Stalinismus an der Macht war, wagte es kein Gegner, offen für die Restauration des Kapitalismus einzutreten. So führten die Gegner einen so genanntenKampf gegen die Restauration des Kapitalismus“, nämlich diesen Kampf abzukoppeln vom Kampf für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit der Restauration des Kapitalismus, ja diesen sogar gegen den Letzteren zu richten.

Was ist das Entscheidende an der Überwindung der ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR ? Entscheidend an den ökonomischen Grundlagen des Stalinismus ist es, eben für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit der Restauration des Kapitalismus zu kämpfen und das heißt: ein Höchstmaß dessen zu leisten, was für den proletarischen Internationalismus auf dem Gebiet der Ökonomie notwendig ist, nämlich den Weltimperialismus nicht nur ideologisch und politisch, sondern auch ökonomisch zu schlagen. Das war die zentrale ökonomische Aufgabe, die sich Stalin stellte und die er mit so großen Anstrengungen zu verwirklichen anstrebte und mit außergewöhnlichen Erfolgen krönte. Vor allem war für Stalin klar, dass die Lösung der ökonomischen Probleme der UdSSR für die Weltrevolution von überaus großer Bedeutung war. Stalin ließ sich also von der Weltpolitik des Weltproletariats leiten. Gab es etwas Überzeugenderes für das Weltproletariat, als den Kommunismus nach seinen ökonomischen Leistungen zu bemessen und sie mit dem Weltkapitalismus zu vergleichen ? Nur das Weltproletariat kann den endgültigen Sieg über die Restauration des Kapitalismus herbeiführen, niemand sonst. Nur unter diesen weltpolitischen Voraussetzungen konnte Stalins Übergang zum Kommunismus „in einem Land“ garantiert werden , um damit die besten ökonomischen Voraussetzungen für den Weltkommunismus zu schaffen.

Marx und Engels hatten einen hohen Stand der wirtschaftlich-technischen Entwicklung nicht nur als Bedingung der proletarischen Weltrevolution, sondern gerade auch für den danach aufzubauenden Weltsozialismus im Auge. Russland war mit seiner Oktoberrevolution noch weit entfernt von diesem hohen Stand der kapitalistischen Entwicklung. Was sollten die siegreichen Bolschewiki also mit der von ihnen eroberten proletarischen Macht anfangen in einem Land mit überwiegend bäuerlicher Wirtschaft ? Sie taten das einzig Richtige: den Sozialismus mit einer ökonomischen Weltmacht auszustatten. Und dieses „Wunder“ basiert auf den ökonomischen Grundlagen des Stalinismus. Die Kraft des Stalinismus besteht eben darin, dass der ökonomische Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern sogar der ökonomische Entwicklungsstand der kapitalistischen Länder in einer ganzen Reihe industrieller Zweige überboten wurde, so dass die damals als entwickeltste Militärmacht des kapitalistischen Lagers geltende Militärmacht Hitlers von der sozialistischen Militärmacht Stalins vernichtend geschlagen wurde, was nicht zuletzt auf den hohen Stand der ökonomischen Entwicklung der UdSSR Stalins basierte. Stalin schuf somit letztlich doch jene ökonomischen Voraussetzungen der Weltrevolution, von denen Marx und Engels in ihrer Zeit ausgegangen waren.

Ob wir nun die Frage des Krieges, des Faschismus, der Ökonomie im Sozialismus oder sonst eine Frage nehmen, auf jeden Fall hat Stalin stets gelehrt, dass all diese Probleme nicht nur in einer bestimmten Situation eines Landes „aus den Weg geräumt“ werden müssen, sondern dass man sie an den Wurzeln anpacken muss, dass man gegen ihre Unvermeidbarkeit kämpfen muss – und das heißt nichts anderes als für die Weltrevolution, für die Beseitigung des Weltkapitalismus, für die politische und ökonomische Macht des Weltproletariats zu kämpfen. Denn: Solange der Weltkapitalismus existiert, solange nicht die Weltdiktatur des Proletariats existiert, ist die Restauration des Kapitalismus in „einem“ sozialistischen Land eben unvermeidlich, kann ihre Gefahr grundsätzlich nicht beseitigt werden. Das Ziel des Kampfes gegen die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR war also von Stalin auf die Zerschlagung des Weltkapitalismus ausgerichtet. Die Mission des Weltproletariats kann nur vom Weltproletariat erfüllt werden und nicht von der UdSSR allein. Die UdSSR war „nur“ die Basis, der Hebel der Weltrevolution, sie ersetzt sie nicht und kann sie nicht ersetzen. Aber Stalin war es, der mit einer starken UdSSR dem Weltproletariat zum Erreichen seines Zieles ein Höchstmaß an Unterstützung geleistet hatte.

Die ökonomischen Probleme der UdSSR konnten nur durch die Vereinigung des internationalen Klassenkampf mit dem Klassenkampf in der UdSSR gelöst werden, konkret:

Erstens musste die sozialistische Ökonomie sich gegenüber der kapitalistischen Ökonomie aus eigener Kraft als überlegen ERWEISEN, mussten hierzu im Klassenkampf alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Zweitens musste sich das Weltproletariat als diejenige politische Kraft ERWEISEN, die dem Weltimperialismus durch seinen (nicht nur ökonomischen) Klassenkampf in jedem Land genügend schwere Schläge versetzt, dass ihm keine nennenswerte Kraft mehr bleibt, die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion von außen zu unterstützen.

Ohne Weltkapitalismus kann es auch keine Gefahr der Restauration des Kapitalismus mehr geben. Je geschwächter die Ökonomie des Weltimperialismus durch den Klassenkampf des Weltproletariats, desto besser die Bedingungen für die UdSSR, mit der Gefahr der Restauration des Kapitalismus im eigenen Land fertig zu werden, desto leichter die Schaffung ökonomischer Voraussetzungen für den Übergang zum Kommunismus „in einem“ Land. Und umgekehrt: Je größer die ökonomische Stärke der Sowjetunion, um so leichter der Weg zur Diktatur des Proletariats in allen anderen Ländern der Welt, desto schneller und stärker der darauf folgende ökonomische Aufbau des Weltsozialismus. So internationalistisch stellte sich die Frage der Weltökonomie in der ersten Periode des Sozialismus.

Alles was in der UdSSR unter Lenin und Stalin geschah, war diesem Kampf der Zerschlagung des Weltkapitalismus untergeordnet, diente diesem internationalistischen Ziel. Das ist der eigentliche Kern des Stalinismus, seine Treue zu den internationalistischen Lehren des Marxismus-Leninismus. Es geht also darum, die ökonomischen Probleme nicht etwa als Selbstzweck, ausschließlich als Angelegenheit der UdSSR zu betrachten, sondern stets so zu behandeln, dass ihre Lösung dem Ziel des Weltkommunismus am nächsten kommt, weil die ökonomischen Probleme der UdSSR letztendlich erst durch den Weltsozialismus endgültig gelöst werden können. Wenn Stalin die ökonomischen Probleme des Sozialismus „in einem“ Land der Lösung zuführte, dann war er sich stets über die Relativität dieser Lösung bewusst. Und alles dafür zu tun, dass die Probleme des Sozialismus „in einem“ Land möglichst schnell und gründlich im Weltmaßstab gelöst werden können, genau das entspricht der marxistischen, weltrevolutionären Lehre, der Lenin und Stalin entschlossen und sicher folgten. Und genau darin unterschieden sich die Revisionisten, die zwar auch fleißig vom „Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus“ faselten, aber nur, um ihn um so mehr zu untergraben, um damit vorteilhaftere Bedingungen für die Restauration des Kapitalismus zu schaffen. Wir sind der Auffassung, dass es verschiedene revisionistische Gruppierungen gab, die gegeneinander auf dem Weg zum Kapitalismus auftraten und sich gegenseitig bekämpften und diesen ihren Konkurrenzkampf sogar über den Kampf gegen den Stalinismus stellten, ja unvermeidlich stellen mussten. Eben dies hat Stalin im Kampf gegen die verschiedenen revisionistischen Gruppierungen korrekt ausgenutzt. In diesem Zusammenhang sehen wir Stalin und die Ereignisse, die sich in Leningrad zugetragen hatten und die allgemein als „Leningrader Affäre“ bezeichnet worden sind.

Eins darf dabei auf keinen Fall passieren: Wir dürfen weder die Marxisten-Leninisten versehentlich als „Revisionisten“ beschuldigen, noch dürfen wir die Revisionisten unbeabsichtigt zu „Marxisten-Leninisten“ erklären. Beides nützt dem Revisionismus und beides schadet dem Marxismus-Leninismus. Wir müssen verantwortungsbewusst urteilen und nicht vorschnell verurteilen. Man muss die verbrecherischen Revisionisten von Genossen unterscheiden können, die nach rechts oder „links“ abgewichen sind und revisionistische, bzw. „linke“ Fehler begangen haben. Diese Genossen darf man nicht umbringen wie Berija und Malenkow es getan haben, sondern man muss wie Stalin dafür solidarisch kämpfen, sie wieder auf den bolschewistischen Kurs zu bringen. So weinen wir um den Tod Shdanows, der nicht wenig Fehler gemacht hat, aber beim Tod Chruschtschows oder Berijasvergießen wir nicht eine einzige Träne.

Wir sind inzwischen davon überzeugt, dass Shdanow schwerwiegende Fehler gemacht hat und dass die Shdanowgruppe rechte Abweichungen beging und der Restauration des Kapitalismus damit tatsächlich Vorschub geleistet hatte. Wir verurteilen Shdanow und seine Gruppe aber nicht in Bausch und Bogen, denn er und die meisten seiner Genossen haben sich auch große Verdienste erworben, die man als aufrechter Bolschewik anerkennen und verteidigen muss. Wir streiten auch nicht ab, dass Malenkow und Berija positive Beiträge geleistet haben, so wie Stalin dies auch Trotzki testiert hatte, was dessen Beitrag in der Oktoberrevolution anbelangte. Trotzdem hatte es Stalin zu verhindern vermocht, dass der Leninismus in der UdSSR durch den Trotzkismus ersetzt wurde. Aber mit seinem Tod wurde der Stalinismus vom modernen Revisionismus ersetzt.

Bei Malenkow und Berija sind wir uns ziemlich sicher, dass es sich bei ihrem „Einsatz“ in Leningrad nicht um eine „marxistisch-leninistische“ Tat gehandelt haben kann. Bei der „Leningrader Affäre“ sehen wir einen Zusammenhang mit den Morden an Stalin und Shdanow. Das Leningrader Blutbad hätte auf jeden Fall vermieden werden müssen. Und es war schließlich Stalin, der versuchte, mit seiner „Friedenspolitik nach innen“ Schaden für die UdSSR abzuwenden und diejenigen vom richtigen Kurs kameradschaftlich zu überzeugen, die davon abgewichen waren. Stalin war gegen eine Politik des Liquidierens, war für eine Politik, das Liquidieren möglichst zu vermeiden. Ihm ging es vor allem um die Liquidierung der parteifeindlichen Ideologie. Blutige Fraktionskämpfe unter den Restauratoren des Kapitalismus waren für die weitere Entwicklung der UdSSR äußerst gefährlich. Stalin erkannte, dass es hier um mehr ging als um den Kampf von „ein paar Streithälsen“ zwischen Leningrad und Moskau. Es ging um die Existenz der Sowjetunion. In Wirklichkeit war die „Leningrader Affäre“ also Ausdruck des sich drastisch verschärfenden Klassenkampfes unter den Bedingungen des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus. Die Gefahr der Restauration des Kapitalismus nimmt zu, je mehr sich der Sozialismus „in einem“ Land dem Kommunismus nähert. Das ist eine wichtige Lehre des Stalinismus.

Der Klassenkampf vom Übergang des Kapitalismus zum Sozialismus war in der UdSSR schärfer als je zuvor und der maskierte Klassengegner im eigenen Lager äußerst schwer nieder zu ringen. Der Klassenkampf während des sozialistischen Aufbaus war noch viel schärfer, der Klassengegner im eigenen Lager noch viel schwerer auszumachen. Der Klassenkampf beim Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus war allerdings auf seiner höchsten Stufe angelangt. Er war der schärfste aller in der UdSSR jemals geführten Klassenkämpfe, der Gegner im eigenen Lager am allerschwersten auszumachen und letztlich nicht nieder zu ringen. Der Grund ? Vom Übergang des Kapitalismus bis zum Übergang zum Kommunismus hatte sich der Klassengegner immer besser angepasst und getarnt, wozu er unvermeidlich gezwungen war angesichts der materiellen und sozialen Basis, der er immer weiter entzogen wurde. Seine anfängliche Maskierung als „Leninismus“ konnte durch Stalin vereitelt werden, aber seine Maskierung als „Stalinismus“ endete historisch mit der Niederlage des Stalinismus, nicht etwa weil „der Stalinismus schwächer gewesen wäre als der Leninismus“, sondern weil zu Lenins Zeiten die Frage: „wer-wen?“ im nationalen Maßstab, sie zu Stalins Zeiten aber schon im internationalen Maßstab zur Lösung an stand.Mit dem Ende der Maskierung des „Leninismus“ endete auch die Maskierung des „Marxismus“.

Somit hatten sich die objektiven Bedingungen des Klassenkampfes grundlegend verändert, wurden neue Faktoren wirksam, wie zum Beispiel der Faktor der Ausbreitung des Sozialismus über die Grenzen der UdSSR hinaus, seine sich internationalisierende ökonomische Basis, der Faktor der unmittelbaren existentiellen Bedrohung des Weltimperialismus, der Faktor der Ausweitung der Befreiungsbewegungen im Weltmaßstab etc. - All das hat dazu geführt, dass sich die reaktionären Weltkräfte gegen den Kommunismus dermaßen aufgebäumt hatten, dass dies nicht ohne Einfluss auf die Verschärfung des Klassenkampfes innerhalb der UdSSR bleiben konnte. Der internationale Klassenkampf verschärfte sich nicht nur, er weitete sich nicht nur aus, sondern im Zeitalter des Stalinismus begann er, eine neue Qualität anzunehmen – den Anti-Stalinismus, der schärfsten Form des Klassenkampfes gegen den Kommunismus.

Der schärfste Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus, den die Bolschewiki vom Anfang bis zum Ende der Diktatur des Proletariats durchzustehen hatten, das war der Kampf Ende der 40er Jahre, Anfang der 50er Jahre, insbesondere bis zum Mord an Stalin. Der Mord an Stalin war der Höhepunkt und gleichzeitig der Wendepunkt des schärfsten Klassenkampfes, den die Sowjetunion jemals durchlebt hatte. Das sind Tatsachen, die die Lehren des Stalinismus historisch belegen und seine Richtigkeit vollauf bestätigen. Je höher die Stufe der Entwicklung des Sozialismus „in einem“ Land unter den Bedingungen der Vorherrschaft des Weltkapitalismus, desto schärfer der Klassenkampf, desto mehr internationalisiert er sich, desto mehr greift die internationale Konterrevolution ein. Das ist eine unumstößliche Lehre des Marxismus-Leninismus, die durch das Leningrader Blutbad bestätigt wurde. Die Stärke des Stalinismus gegenüber dem Weltimperialismus liegt darin, dass sich die Restauration des Kapitalismus noch bis hin zum Übergang zum Kommunismus vereiteln ließ.

Und deswegen sagen wir: Der gescheiterte Übergang zum Kommunismus ist trotz alledem als ein Sieg des Stalinismus zu bewerten. Das mag paradox und unlogisch klingen, aber es ist schließlich eine unumstößliche Wahrheit, dass die Restauration des Kapitalismus beim Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus ziemlich schnell zum Verlust der Diktatur des Proletariats, zum Verlust der sozialistischen Errungenschaften geführt hätte, die Hoffnungen des Weltproletariats auf seine Befreiung schneller enttäuscht worden wären. Aber als Stalin starb, war der Siegeszug des Kommunismus über den Erdball bereits so weit fortgeschritten, dass die Restauration des Kapitalismus zu einer der größten Herausforderungen in der Geschichte des Kapitalismus wurde, dass der Kapitalismus Jahrzehnte dran zu knacken hatte, dass der Kommunismus der weltproletarischen Nachwelt viel tiefere und breitere Spuren hinterlassen konnte, die bis heute nicht verwischt werden konnten und die uns immer noch klar und deutlich den Weg zum Kommunismus weisen. Und das bezeichnen wir Stalinisten natürlich zu Recht als ein historisches Verdienst Stalins, bezeichnen wir als Ausdruck der Stärke des Stalinismus – trotz der historischen Niederlage hat er tiefe Spuren hinterlassen – nicht zuletzt bei seinen Gegnern (Spuren der Angst wegen der Gefährlichkeit des Kommunismus !). Der Stalinismus läutete den Siegeszug des Sozialismus im Weltmaßstab ein und damit löste er auch einen globalen Klassenkampf aus, wie ihn die Welt vorher noch niemals erlebt hatte und wie er heute lehrreicher nicht sein kann. Der Klassenkampf in der ersten Periode des Sozialismus ist also mit dem Klassenkampf in der zweiten Periode des Sozialismus nicht zu vergleichen. Die Heftigkeit des Klassenkampfes bei der Ausbreitung des sozialistischen Lagers zur Zeit Stalins ist ein Vorgeschmack dessen, was wir in der kommenden Weltrevolution noch an globalen Klassenstürmen zu erwarten haben.

Wenn sich in der UdSSR verschiedene Fraktionen der Restauration des Kapitalismus bis aufs Blut bekämpfen und hinter dem Rücken der schaffenden Sowjetmenschen einen illegalen Krieg um die Macht untereinander führen, so finden wir darin Stalins Lehren über das Verhältnis der Gegensätze zwischen den sozialistischen und den kapitalistischen Kräften einerseits und zwischen den Fraktionen der Kräfte des Kapitalismus andererseits bestätigt. Sehen wir uns zunächst die außenpolitische These Stalins an, die wir danach auf die innenpolitische Situation, auf die „Leningrader Affäre“, dialektisch anwenden wollen:

In „Die ökonomischen Probleme ...“ betonte Stalin:

Äußerlich scheint alles in ´bester Ordnung` (...) Aber es wäre falsch anzunehmen, dass diese ´beste Ordnung` sich auf ´ewige Zeiten` erhalten könnte (...)

Man sagt, die Gegensätze zwischen Kapitalismus und Sozialismus seien stärker als die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Ländern. Theoretisch ist das natürlich richtig, das war auch vor dem Zweiten Weltkrieg richtig. Und das verstanden die Leiter der kapitalistischen Länder auch mehr oder minder. Dennoch brach der Zweite Weltkrieg nicht als Krieg mit der UdSSR aus, sondern als ein Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern. Warum ? Erstens, weil ein Krieg mit der UdSSR als dem Land des Sozialismus für den Kapitalismus gefährlicher ist als ein Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern, denn wenn es bei einem Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern nur um das Übergewicht der und der kapitalistischen Länder über andere kapitalistische Länder geht, so steht bei einem Krieg mit der UdSSR unbedingt die Existenz des Kapitalismus selber auf dem Spiel.“

Folglich erwies sich der Kampf der kapitalistischen Länder und die Märkte und der Wunsch, ihre Konkurrenten zu ersäufen, praktisch als stärker denn die Gegensätze zwischen dem Lager des Kapitalismus und dem Lager des Sozialismus“. (...)

Daraus folgt aber, dass die Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den kapitalistischen Ländern in Kraft bleibt.“

(Stalin, Moskau 1952, Seite 40, 42 und 43).

Der Zweite Weltkrieg brach nicht aus auf Grund des Gegensatzes zwischen Sozialismus und Kapitalismus, sondern auf Grund der Gegensätze im imperialistischen Lager, der sich dann auf den Gegensatz zwischen Sozialismus und Kapitalismus ausweitete, ohne dass dabei die bestimmenden kriegerischen Gegensätze im imperialistischen Lager aufgehoben worden wären. Im Gegenteil, im Krieg verbündeten sich die einen kapitalistischen Länder mit der UdSSR im Kampf gegen die anderen kapitalistischen Länder. Ein gefährliches Bündnis des gesamten kapitalistischen Lagers gegen das sozialistische Weltlager der Sowjetunion hat Stalin zu seinen Lebzeiten erfolgreich unterbunden. Diese Gefahr war objektiv nicht ausgeschlossen, musste also bekämpft werden, obwohl ein geschlossenes Auftreten durch die objektive wirkenden Widersprüche im imperialistischen Lager eher nicht wahrscheinlich war. Im Ergebnis siegten die Alliierten und der Sozialismus wurde so stark, dass er sich jetzt nicht nur gegen die einstigen Bündnispartner richtete, sondern gegen die Existenz des Kapitalismus – und das heißt, dass nun der Gegensatz zwischen Sozialismus und Kapitalismus bestimmend wurde in Form des Kalten Krieges. Die Lösung der Frage: „Wer-wen?“ stand somit unvermeidlich im Weltmaßstab auf der Tagesordnung. Aus diesem Gegensatz folgt jedoch nicht, dass das Gesetz von der Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den imperialistischen Ländern fortan außer Kraft gesetzt ist.

Was bedeutet das bezüglich der „Leningrader Affäre“ ?

Die „Leningrader Affäre“ ereignete sich nicht auf Grund der Gegensätze zwischen den bolschewistischen Kräften mit Stalin an der Spitze und den vereinigten Kräften der Restauration des Kapitalismus, sondern bestimmend war zunächst der Gegensatz der Moskauer und Leningrader Kräfte im Lager der Restauration des Kapitalismus. Der Kampf im uneinheitlichen Lager der Kräfte der Restauration des Kapitalismus weitete sich vom Leningrader Zentrum aus. Der eingeleitete Prozess des Übergangs zum Kommunismus wurde nicht nur in Worten befolgt, sondern auch theoretisch lautstark propagiert, um in Wirklichkeit von dort aus die Maßnahmen zur Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion zu tarnen. In Worten Stärkung der kommunistischen Elemente der Wirtschaft – in Taten Begünstigung der Triebkräfte der kapitalistischen Elemente der Wirtschaft - zunächst im Leningrader Wirtschaftsraum. Das Tauziehen zwischen den Leningrader und Moskauer Restaurationskräften ging schon einige Jahre. Nun waren die Moskauer Restauratoren herausgefordert und gezwungen, die bolschewistischen Kräfte des Genossen Stalin in diesen Konflikt hineinzuziehen, ohne dass dadurch der bestimmende Faktor des Konflikts im Lager der Restauratoren des Kapitalismus aufgehoben worden wäre. Im Gegenteil, die Moskauer Kräfte versuchten Stalin zu täuschen, und bedienten sich der sozialistischen Staatsmacht, entfremdeten die Macht des Staates unter dem Vorwand, wieder Ordnung zu schaffen, um in Wirklichkeit die Position ihrer eigenen restaurativen Kräfte gegenüber den Leningradern zu stärken. Im Ergebnis schlugen die Moskauer die Leningrader blutig nieder. Aber das war nur ein Pyrrhussieg, denn dadurch wurde die Position Stalins gestärkt, der seine revolutionären Kräfte mobilisiert hatte und die entbrannten Widersprüche unter den Restauratoren des Kapitalismus genauso nach innen ausnutzen konnte wie nach außen die Widersprüche der imperialistischen Länder untereinander. So wandte Stalin die Dialektik des Kampfes gegen die Restauration des Kapitalismus an. Und nachdem die Leningrader Restauratoren aufs Haupt geschlagen waren, richtete sich die bolschewistische Generallinie Stalins nicht nur gegen die Moskauer Restauratoren, sondern damit gegen die Existenz des ganzen Lagers der Restauratoren des Kapitalismus. Und das hieß, dass der Gegensatz zwischen den Kräften des Sozialismus und den Kräften des Kapitalismus zum bestimmenden Gegensatz wurde und die Frage: „wer-wen?“ unvermeidlich auf die Tagesordnung geriet, die nicht nur über das Schicksal der UdSSR im nationalen Maßstab entscheiden sollte, sondern über das ganze Schicksal des Sozialismus im Weltmaßstab, denn die Restauratoren des Kapitalismus waren mit tausenden Fäden mit dem Weltimperialismus verbunden und erhielten von diesem immer stärkere Unterstützung:

Spielt sich der Klassenkampf mit einem Ende innerhalb der UdSSR ab, so reicht das andere Ende in das Gebiet der uns umgebenden bürgerlichen Staaten“ (Stalin Werke, Band 14, Seite136 f, KPD/ML).

So wurde auf Stalin enormer Druck von außen und innen ausgeübt, je stärker seine Position wurde. Aber auch die Unvermeidlichkeit der nun anwachsenden Gegensätze im Moskauer Lager der modernen Revisionisten wurden immer deutlicher bis sie unmittelbar nach Stalins Tod zum Ausbruch kamen als Kampf um die Verteilung der eroberten Machtpositionen in der UdSSR, von der die Leningrader weitestgehend ausgeschlossen waren, bis auf Kossygin, der zum Moskauer Revisionistenlager überlief.

Was lehrt uns also der Stalinismus ? Er lehrt uns, dass die Frage des Gegensatzes zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen Lager und sein spezifisches Verhältnis zu den Gegensätzen im kapitalistischen Lager sich auch in der sowjetischen Gesellschaft selbst widerspiegelte und vom Stalinismus erkannt und taktisch korrekt ausgenutzt wurde. Durch Herausarbeitung der Dialektik des modernen Revisionismus wird die Gesetzmäßigkeit des Kampfes dieser Gegensätze aufgedeckt und erkennbar. Was ist die Dialektik des modernen Revisionismus ?

Die Dialektik des modernen Revisionismus verstehen, heißt, die Wissenschaft von den allgemeinen Gesetzen der Restaurationsbewegung des Kapitalismus zu erarbeiten. Die Restauration ist die ökonomische Basis des modernen Revisionismus. Hierzu stellen die Arbeiten Bill Blands für uns zwar eine gewisse Quellenhilfe dar, was uns aber nicht von der Pflicht entbindet, die Restaurationsbewegung des Kapitalismus wissenschaftlich zu erklären im Sinne des Kapitals von Karl Marx.

Diese Bewegung muss die bereits durchlaufenen Stadien des Kapitalismus zum Sozialismus und des Sozialismus zum Kommunismus gleichsam noch einmal durchmachen, aber rückwärts, auf immer niedrigerer Stufe, bis die Demontage des Sozialismus abgeschlossen, bis der Zustand des Kapitalismus vollkommen wieder hergestellt ist. Daraus folgt nicht, dass der Kapitalismus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückverwandelt wird, sondern jene Stufe des Kapitalismus erreicht, auf dem sich sein Entwicklungsstand gerade befand, d. h., sich bereits als Imperialismus herausgebildet hatte (Herausbildung des Sozialimperialismus der UdSSR).

Die Herausbildung des Imperialismus im Verlauf der Restaurationsbewegung des Kapitalismus haben wir Marxisten-Leninisten also als „Sozialimperialismus“ definiert: „Sozialismus in Worten – Imperialismus in Taten.“ Die Eroberungskonkurrenz als wichtigstes Merkmal der Außenpolitik der imperialistischen Großmächte wirkte schließlich auch in der UdSSR nach Stalins Tod. Die russischen Sozialchauvinisten bemäntelten die Raubinteressen- und das Ringen um die Welthegemonie der neuen Sowjetbourgeoisie mit den Phrasen „des Schutzes des sozialistischen Vaterlandes“, des „Schutzes des sozialistischen Lagers“ usw. usf. Die Weltlage wurde fortan bestimmt durch die Widersprüche zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR im Kampf um die Weltvorherrschaft, den die USA schließlich gewannen – nicht zuletzt an der ökonomischen Front.

Die Entwicklung der Restauration des Kapitalismus verläuft nicht geradlinig, sondern ging spiralförmig in fortschreitenden Formen der Degeneration vor sich; eine sprunghafte, mit politischen Katastrophen und Wirtschaftskrisen verbundene konterrevolutionäre Rückentwicklung, Umschlagen der Quantität in Qualität; innere Entwicklungsantriebe, ausgelöst durch den Widerspruch zum Sozialismus, durch den Zusammenprall der verschiedenen Tendenzen und Kräfte der Restauration des Kapitalismus, die in der von Stalin aufgezeigten Weise sowohl aufeinander als auch auf den Sozialismus einwirken und so in der sozialistischen Gesellschaft unterschiedlich wirksam sind; gegenseitige Abhängigkeit und engster, unzertrennlicher Zusammenhang aller Seiten jeder Erscheinung der Restauration des Kapitalismus ( wobei die Geschichte immer neue Seiten der Restauration des Kapitalismus erschließt ); ein Zusammenhang, der einen einheitlichen, gesetzmäßigen Weltprozess der Bewegung zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen Lager ergibt – das sind einige Züge der Dialektik der Restauration des Kapitalismus, die mit der herum stochernden „Zitaten-Kritik“, des Berijanertums, seiner Inkonsequenz, Unzulänglichkeit und Einseitigkeit zu verwechseln Unsinn wäre. (Vergleiche Lenin, Band 21, Seite 43).

Werden wir mal konkret:

Die „Leningrader Affäre“ betrachten wir als eine der vielen verbrecherischen Taten von Malenkow und Berija, den Stalinismus zu beseitigen und den Sozialismus abzuschaffen. Sie und mit ihnen Chruschtschow und andere Revisionisten waren es schließlich, die der Macht der Restauration des Kapitalismus zum Durchbruch verholfen haben, indem sie Stalin stürzten.

Mit der verkappten „Kritik“ an revisionistischen Erscheinungen in Leningrad, die wir nicht abstreiten, sind aber leider nicht ehrbare, marxistisch-leninistische Absichten verfolgt worden, sondern dahinter verbergen sich viel größere und gefährlichere Revisionisten, nämlich Revisionisten, die mit diesem Manöver nur von ihrem eigenen Revisionismus abgelenkt hatten. Wie sich nämlich hinterher mit Tatsachen belegen lässt, wurden die Leningrader Parteigenossen nicht von Marxisten-Leninisten liquidiert oder ersetzt, sondern von Moskauer Revisionisten( !!! ), die nach Stalins Tod nicht nur wichtige Posten in Wirtschaft, Staat und Partei einnahmen, um die Restauration des Kapitalismus umzusetzen, sondern die sich zu den absoluten Herrschern der UdSSR gemacht hatten. Dies dem Leser nicht nur zu verschweigen, sondern diese verkappten Revisionisten, Berija und Malenkow auch noch als „Marxisten-Leninisten“ zu verteidigen, das ist eine Sünde des Genossen Bill Bland. Die Argumente, die Bill Bland bei seiner Untersuchung über die Restauration des Kapitalismus in Leningrad anführt, treffen ausgerechnet auf die Verschwörer Stalins zu, auf Berija, Malenkow, Chruschtschow und wie sie alle heißen, die das, was sie in Leningrad vorgaben, „gesäubert“ zu haben, selber in die Tat umsetzten. Berija und Malenkow waren unmittelbar nach Stalins Tod die eifrigsten Restauratoren des Kapitalismus in der Sowjetunion und mit der allergrößten politischen Macht ausgestattet !! Die Maßnahmen in der Landwirtschaft fielen überhaupt nicht in Berijas Ressort. Stalin hätte ihm solche Eigenmächtigkeiten niemals gestattet. Berija führte sich auf, als wenn er der Herr im Haus sei. Er handelte pragmatisch, über die Köpfe der Partei, über die Köpfe des Informbüros, über die Köpfe der marxistisch-leninistischen Parteien in der ganzen Welt, so als wenn die das gar nichts anginge. Zu jener Zeit stand Chruschtschow hinter ihnen noch in der zweiten Reihe der mächtigen revisionistischen Riege.

Wir können und wollen nicht begreifen, warum Bill Bland diese historische Wahrheit verschwiegen hat ! Die Verschwörer Berija und Malenkow haben ihr blutiges Handwerk als „heldenmütige Wachsamkeit“ an Stalin verkaufen wollen, um diesen in Leningrad und überall im Land zu isolieren und das Heft selber in die Hand zu nehmen, bevor sie an die Beseitigung Stalins herangingen. Sie waren im Glauben, dass sie „mit Stalins Segen“ ihre verschwörerischen Ziele am besten tarnen könnten. Stalin war klar, wie hier hinter seinem Rücken intrigiert wurde, und tat das einzig Richtige: die revisionistischen Elemente zu neutralisieren, um sie besser vernichten zu können und um die drohende Gefahr der Restauration des Kapitalismus abzuwenden. Leider siegten Berija und Malenkow in Leningrad, wurden sie immer einflussreicher und rückten sie ihrer Verschwörung von 1953 wieder ein Stück näher. Aber Stalin war nun gewarnt und blieb wachsam.

Nun hat sich Bill Bland mit der „Leningrader Affäre“ schon 1995 beschäftigt und wir haben seine Schrift auf unserer homepage veröffentlicht in der Absicht, dieses Kapitel der Geschichte durch eine neue Diskussion zu erhellen, welches die modernen Revisionisten verdunkelt und verfälscht hatten. Dabei stach uns ins Auge, dass Bill Bland den Jahre langen erbitterten Kampf zwischen Shdanow und seinen Anhängern auf der einen Seite und Berija und Malenkow auf der anderen Seite mit keiner Silbe erwähnt hat, was zwangsläufig zu fälschlichen Schlussfolgerungen Bill Blands führen musste. Wir müssen also kritisch hinterfragen, warum und von wem dieser scharfe Kampf schließlich einige Jahre geführt wurde und mit der Ermordung Shdanows seinen ersten Höhepunkt erreicht hatte. Wie kann es sein, dass Bill Bland diesen Kampf verschwieg ? Er musste dies verschweigen, um Berija und Malenkow das Prädikant von „Marxisten-Leninisten“ anheften zu können. Bill Bland schätzte den Genossen Shdanow als Marxisten-Leninisten ein, um aber gleichzeitig Berija und Malenkow als „Marxisten-Leninisten“ zu verteidigen, wie reimt sich das zusammen ? Das Blutbad in Leningrad vor Augen ist es der Klassenfeind im eigenen Lager gewesen, der unzählige Marxisten-Leninisten umgebracht hat. Niemals bringen sich Marxisten-Leninisten gegenseitig um, ob sie nun aus Moskau oder aus Leningrad sind. So etwas können nur bürgerliche Historiker behaupten.

Das ist für einen wahren Marxisten-Leninisten undenkbar. In unserer Betrachtung der Mingrelischen Verschwörung haben wir auf dieses Ding der Unmöglichkeit schon einmal hingewiesen. Wieso taucht der gleiche Fehler hier schon wieder bei Bill Bland auf ? Zufall ? Shdanow verbreitete nicht nur rechte Ansichten. Er war ein Marxist-Leninist und kein Revisionist. Shdanow war kein Klassenfeind. Er wurde nicht wegen seiner rechten Sünden (von denen es durchaus nicht wenig gab!), sondern wegen seiner marxistisch-leninistischen Ansichten ermordet. Und Stalin wurde nicht wegen seines von Berija getäuschten Vertrauens von Marxisten-Leninisten bestraft, sondern von Klassenfeinden, wie Berija, ermordet, weil Stalin der größte Marxist-Leninist seiner Zeit und damit der gefährlichste un ad stärkste Gegner des Weltimperialismus war. Wie kann man das verwechseln ?

Treten wir den Beweis an und stellen wir den Kampf zwischen Shdanow und Berija / Malenkow in seiner historischen Entwicklung kurz im Überblick dar nach den spärlichen Informationen, die wir vorliegen haben:

Mit dem Jahr 1943 begann Malenkow mit der Anfeindung gegen Shdanow, die Shdanow souverän zurückwies. Damals gab es ein Komitee zur Wiederherstellung der Volkswirtschaft in den befreiten Sowjetgebieten, das Malenkow leitete. Diesem Komitee gehörten an Berija, Mikojan, Wosnessinski und Andrejew. Parallel dazu gab es eine Kommission, die von Dimitroff und Manuilskis geleitet worden war. Shdanow nahm die führende marxistisch-leninistische Stellung ein nicht Malenkow.

A.A. Kusnezow , der schon vom Genossen Kirow als revolutionärer Genosse empfohlen worden war, war ein Genosse Shdanows in Leningrad gegen den Malenkow kämpfte und sich dabei eine Niederlage nach der anderen einhandelte.

Und auch 1946 konnte sich Malenkow nicht durchsetzen. Die Angriffe auf Shdanow mussten gravierend genug gewesen sein, um einen Malenkow, einen einflussreichen Parteiführer zurückzupfeifen. Stalin musste Malenkow nach Kasachstan degradieren, doch dazu später. Berija und Malenkow arbeiteten Hand in Hand, und sie ließen diese bislang größte Niederlage gegen Shdanow nicht auf sich sitzen. Sie verstiegen sich sogar zu wilden Beschimpfungen und bezichtigten Shdanow der „Shdanowschtschina“. Sie warfen Shdanow vor, „sich gegen Stalin gestellt und mit den Titoisten gemeinsame Sache gemacht zu haben“. Dass es in Leningrad Genossen gab, die sich mit Titoisten besser verstanden als Stalin, soll hier gar nicht in Abrede gestellt werden. Aber was beweist das gegenüber Berija und Malenkow. Die wollten doch nur damit von ihren eigenen Sünden ablenken. Man muss wissen, dass Malenkow sein Stellvertreter in der der Kominform und auch damals mit Shdanow in der Kominform in Konflikt geraten war. Es waren Berija und Malenkow, die nach dem Tode Stalins den Konfrontationskurs gegen den Tito-Revisionismus sofort eingestellt hatten und mit Tito gemeinsame Sache machten, lange bevor Chruschtschow ihnen diese Arbeit abnahm. Diese historische Tatsache wird aber von Bill Bland verschwiegen. Warum nur?

Berija und Malenkow warfen Shdanow ferner vor, er habe „das zaristische Russland verteidigt“. Können die einen Marxisten-Leninisten anderen Marxisten-Leninisten derartige Vorwürfe machen ? Auch hier stimmen wir mit Bill Bland nicht überein. Anders ergibt das eher einen Sinn. Nämlich als Agenten des Westens mussten sie Shdanows Anti-Kosmopolitismus- Kampagne angreifen, indem sie ihn als „Nationalisten“ abstempelten.

1949 nahm Malenkow einen erneuten Anlauf und beschuldigte Kusnezow, Rodionow und Popkow, sie hätten die Großhandelsmesse in Leningrad „nicht vom ZK genehmigen lassen“. Dabei hatte der Ministerrat dies schon lange vorher beschlossen gehabt. Und wer war Vorsitzender des Ministerrats ? Das war natürlich Malenkow höchstpersönlich !

Malenkow hatte sich wegen einer angeblichen „Verherrlichung der Verteidigung Leningrads“ beschwert. Dies würde angeblich die „Verdienste Stalins herab würdigen“. Ohne Kommentar.

Protokolle, die über seine Nachforschungen in Leningrad angefertigt wurden, hatte Malenkow gefälscht, um die Leningrader ungerechtfertigter Weise zu belasten. So setzte Malenkow mit gefälschten Protokollen einen Politbürobeschluss durch, in dem plötzlich von „parteifeindlichen Aktivitäten“ die Rede war. Malenkow konnte Shdanows Kurs nicht anders bekämpfen, als eine blutige Säuberung der Leningrader Partei- und Wirtschaftskader durchzuführen. Man muss wissen, dass Berija und Malenkow zum damaligen Zeitpunkt für Wirtschaft und Rüstung zuständig waren und die starke Leningrader Wirtschaft mit ihren ebenso starken Wirtschaftsführern ihnen dabei ein mächtiger Dorn im Auge war. So starben die Leningrader Parteiführer, die Leningrad verteidigt hatten, nicht etwa durch faschistische Kugeln Hitlers, sondern durch die sozialfaschistischen Kugeln Malenkows und Berijas !! Kossygin überlebte wahrscheinlich nur deshalb, weil seine Tochter mit einem Berija-Mann verheiratet war.

Entlarvt haben sich die Verschwörer von 1953 letztlich durch ihre verbrecherischen Taten, die sie vor Stalins Tod verbargen, aber nach seinem Tod ganz offen begangen hatten. Wie und warum Berija und Malenkow in der „Leningrader Affäre“ so vorgingen und nicht anders, ihre Verbrechen, die sie begingen, all das lässt sich für uns erst richtig nach Stalins Tod erkennen.

Man nehme zum Beispiel den Personenkult Malenkows am 10. 3. [sic! ] 1953, gerade als Stalin tot war: An diesem Tag war Malenkow in der Prawda auf einem Photo zu sehen, das noch vom 14. 2. 1950 stammte, also noch zu einer Zeit, als der Freundschaftsvertrag mit Mao abgeschlossenen worden war. Dabei war Malenkow auf dem originalen Photo, das in der Prawda im Februar 1950 veröffentlicht worden war, überhaupt nicht mit abgebildet gewesen – ganz einfach, weil Malenkow da gar nicht war !!! Malenkow ließ sein Konterfei nach Stalins Tod einfach nachträglich mit einer plumpen Montage ins Titelbild hinein arbeiten. Kann man denn noch dreister den eigenen Personenkult inszenieren - 4 Tage nach Stalins Tod ? Was für ein hervorragender „Marxist-Leninist“, dieser Malenkow, der gegen den „Personenkult“ Stalins wettert, um sich selber als Thronfolger zu inszenieren !

Die Chruschtschowianer rehabilitierten 1953/54 die Opfer des Leningrader Blutbads, nachdem sie Malenkow kalt gestellt hatten. Wegen seiner Wirtschaftspolitik wurde dann Malenkow auf dem Januar-Plenum des ZK der KPdSU sogar der gleichen Abweichungen beschuldigt, weswegen Malenkow die Leningrader umgebracht hatte. Und die Chruschtschowianer selber wurden dann später von den Breschnewisten beiseite geschoben, um eben diesen Wirtschaftsreformen der Restauration des Kapitalismus noch freieren Raum zu lassen. Es waren stets die gleichen Leningrader Futtertröge geblieben, nur die Schweine wechselten. Sie wetteiferten untereinander, der Welt zu beweisen, dass sie die „menschenfreundlichen“ Kapitalisten seien „im Gegensatz“ zu den menschenverachtenden Kapitalisten des Westens. Sie wollten einen ökonomischen Aufbau des „Sozialismus“ ohne Stalin, ohne den Stalinismus, ohne den Marxismus-Leninismus. Sie wollten einen Kapitalismus mit „sozialistischem Antlitz“, das sie an die Arbeiter verkauften: Wenn ihr ordentlich produktiv seid (ihr euch schön ausbeuten lasst!), dann fallen auch ein paar Krümel für euch ab.“ Die Revisionisten wollten den Sieg des eigenen Kapitalismus über den westlichen Kapitalismus als Sieg des „Sozialismus“ feiern und die neuen Herren über die Welt werden – den alten Weltkapitalismus durch einen neuen Weltkapitalismus ersetzen – davon träumten die modernen Revisionisten, bis dieser Traum 1991 endgültig zerplatzt war. Was natürlich die heutigen Revisionisten in Russland nicht daran hindert, das alte Paradies des „sozialistischen“ Parasitentums wieder her stellen zu wollen.

So erschöpft sich dann auch das volkswirtschaftliche Kapitel des Rechenschaftsberichts Malenkows an den XIX. Parteitag der KPdSU (B) in langen Erklärungen über die mechanistische Organisierung der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Von der Bewältigung der sozio-ökonomischen Probleme des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus fällt ihm erst ganz zum Schluss noch etwas ein. Sozusagen war sein Rechenschaftsbericht eigentlich schon fertiggestellt, aber mit dem plötzlichen Auftauchen von Stalins Schrift ökonomische Probleme..“ musste noch eine Nachrede dazu hinein frisiert werden, so wie er es immer machte. In Worten für die stalinsche Schrift ökonomischen Probleme“ - nach Stalins Tod in Taten schreitet Malenkow in den Fußstapfen Jaroschenkos, den Stalin in seiner Schrift kritisiert hatte. Interessant ist Malenkows Bemerkung zu Stalins Hinweis (weil die Chruschtschowianer sich später des „Dogmatismus“-Vorwurfs gegen den Stalinismus ganz offen bedient hatten); dass jegliches dogmatische Herangehen an die Theorie unzulässig ist“ ( (Malenkow, Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag der KPdSU (B), herausgegeben vom Parteivorstand der KPD, Seite 107).

Genau diesen Vorwurf hatte Malenkow gegenüber der Theorie Stalins erhoben, als dieser beseitigt war ! „Dogmatische Überspitzungen, so ging der Opportunist Malenkow zu Lebzeiten gegen den Stalinismus vor. Auf dem XX. Parteitag fiel das Wort „Überspitzung“ schon nicht mehr – von da an wurde der Stalinismus direkt und offen als „Dogmatismus“ bekämpft. Die Lehren des Stalinismus für den Übergang zum Kommunismus in Worten anzuerkennen, aber bei ihrer praktischen Anwendung und Umsetzung vor „Voreiligkeit oder Überspitzung“ zu warnen, um den Übergang zum Kommunismus zum Scheitern zu verurteilen, das ist die charakteristische revisionistische Haltung Malenkows gewesen: „Stalinismus in Worten – Kapitalismus in Taten!“

Weil Überspitzungen in der Durchführung einer richtigen Politik vorkommen, so muss man, wie sich herausstellt, diese richtige Politik aufgeben. Das ist die gewöhnliche Manier der Opportunisten: da Überspitzungen bei der Durchführung einer richtigen Linie vorgekommen sind, ist diese Linie aufzugeben und durch eine opportunistische Linie zu ersetzen (...) Ersetzung der revolutionären Politik der Partei durch die opportunistische Politik der rechten Abweichler“ (Stalin, Band 12, Seite 80 und 81). So formulierte Stalin seine Kritik an der rechten Abweichung der Bucharinisten noch in den 20er Jahren.

Im Januar 1934 sprach Stalin auf dem XVII. Parteitag zu Recht noch vom ultralinken Geschwätz der Einführung des Produktenaustausches. Das waren fast 20 Jahre bevor Stalin die Schrift:Ökonomischen Probleme...“ veröffentlichte. Damals waren die Bedingungen für den Produktenaustausch tatsächlich noch längst nicht reif und diese Losung daher anti-marxistisch. Nun aber, 1952, als diese Bedingungen inzwischen objektiv herangereift waren, benutzte Malenkow die Gelegenheit, auf dem XIX. Parteitag ausgerechnet vordogmatischen Überspitzungen“ bei der Einführung des Produktenaustausches zu warnen und Stalins Zitat aus dem historischen Zusammenhang zu reißen, um den Stalinismus durch den rechten Opportunismus zu ersetzen, wie es zuvor Bucharin versucht hatte. Was sagte Stalin – 18 Jahre vor dem XIX. Parteitag – also im Januar 1934 ?

Man muss ferner Vorurteile anderer Art überwinden. Ich meine das ultralinke Geschwätz, das unter einem Teil unserer Funktionäre in Umlauf ist, dass nämlich der Sowjethandel ein überholtes Stadium sei, dass wir den direkten Produktenaustausch organisieren müssten, dass das Geld bald abgeschafft werden würde, weil es zu einem bloßen Rechenschein geworden sei, dass man den Handel nicht zu entwickeln brauche, da doch der direkte Produktenaustausch bereits vor der Tür stehe. Es muss betont werden, dass dieses kleinbürgerliche ultralinke Geschwätz, das den kapitalistischen Elementen, die bestrebt sind, die Entfaltung des Sowjethandels zu vereiteln, in die Hände arbeitet, nicht nur bei einem Teil der ´roten Professoren`, sondern auch bei manchem Funktionären des Handels in Umlauf ist. Es ist natürlich lächerlich und drollig, dass diese Leute, die nicht fähig sind, die überaus einfache Sache des Sowjethandels zu organisieren, von ihrer Bereitschaft schwatzen, die kompliziertere und schwierigere Sache des direkten Produktenaustausches zu organisieren. Aber die Don Quichottes heißen gerade deswegen Don Quichottesm weil ihnen der elementare Sinn für die Wirklichkeit abgeht. Diese Leute, die vom Marxismus ebenso entfernt sind wie der Himmel von der Erde, verstehen offenbar nicht, dass das Geld bei uns noch lange bestehen wird, bis zum Abschluss des ersten Stadiums des Kommunismus, des sozialistischen Entwicklungsstadiums. Sie verstehen nicht, dass das Geld ein Instrument der bürgerlichen Ökonomik ist, das die Sowjetmacht in ihre Hände genommen und den Interessen des Sozialismus angepasst hat, um den Sowjethandel voll zu entfalten und dadurch die Bedingungen für den direkten Produktenaustausch vorzubereiten. Sie verstehen nicht, dass der Produktenaustausch nur als Ablösung und Ergebnis eines ideal organisierten Sowjethandels kommen kann, von dem bei uns noch nicht die leiseste Spur vorhanden ist und den wir nicht so bald haben werden. Es ist klar, dass die Partei, die bestrebt ist, den voll entfalteten Sowjethandel zu organisieren, es für notwendig gehalten hat, auch diese ´linken` Missgestalten hart anzupacken, ihrem kleinbürgerlichen Geschwätz aber ein Ende zu machen.“ (Stalin, Band 13, Seite 304/305).

Malenkow fürchtete beim Übergang zum Produktenaustausch, dass dadurch die Restauration des Kapitalismus erschwert sein würde. Und damit hatte er natürlich völlig Recht ! Worauf Stalin hier aufmerksam machte, war nichts Neues in der Geschichte der bolschewistischen Partei. Das führte schon einmal zu einer schweren Niederlage an der ökonomischen Front. Lenin wies 1921 auf den strategischen Rückzug hin, der wegen dieses Fehlers zur Zeit des Bürgerkriegs und der NÖP eingeschlagen werden musste, alsleider“ beschlossen wurde, den unmittelbaren Übergang zur kommunistischen Produktion und Verteilung zu vollziehen“ (Lenin, Band 33, Seite 42).

Es gibt nicht wenig Beispiele dafür, dass die Anti-Stalinisten mit Stalinzitaten den Stalinismus dadurch zu entkräften versuchten, dass sie diese Stalinzitate aus ihrem historischen Zusammenhang rissen und auf Bedingungen anzuwenden versuchten, die entweder noch nicht herangereift oder bereits als überholt galten. Ferner gibt es genug Beispiele dafür, dass die Anti-Stalinisten den Stalinismus, also die differenzierte Lösung der Probleme des sozialistischen Aufbaus und des Übergang zum Kommunismus unter den Bedingungen der Umkreisung des kapitalistischen Lagers durch Missbrauch von Stalinzitaten erschwerten. So sind die Betriebsdirektoren nicht Eigentümer der Produktionsmittel. Sie haben die Produktionsmittel nicht vom Staat erhalten, um sie wie Waren zu verkaufen, sondern die Produktionsmittel wurden vom Staat an sie verteilt als Bevollmächtigte der Diktatur des Proletariats, um damit die Fünfjahrpläne des Sowjetstaats zu erfüllen. Wenn man also die Produktionsmittel in der Sowjetgesellschaft nicht in die Kategorie der Waren einreihen kann, so sprach Stalin dennoch vom „Wert der Produktionsmittel, von ihren Selbstkosten, ihrem Preis“. Er sprach davon „aus zwei Gründen:

Erstens ist das notwendig für die Kalkulation, für die Verrechnung, für die Feststellung, ob die Betriebe rentabel oder verlustbringend sind, für die Revision und Kontrolle der Betriebe. Aber das ist nur die formale Seite der Sache.

Zweitens ist das notwendig, um im Interesse des Außenhandels den Verkauf von Produktionsmitteln an ausländische Staaten abwickeln zu können. Hier auf dem Gebiet des Außenhandels, und nur auf diesem Gebiete, sind unsere Produktionsmittel tatsächlich Waren und werden tatsächlich verkauft (ohne Anführungsstriche). Somit ergibt sich, dass auf dem Gebiete des Außenhandels die von unseren Betrieben erzeugten Produktionsmittel sowohl dem Wesen nach als auch formal die Eigenschaften von Waren behalten, während auf dem Gebiete des ökonomischen Inlandsumsatzes die Produktionsmittel die Eigenschaften von Waren verlieren, aufhören, Waren zu sein, die Wirkungssphäre des Wertgesetzes verlassen und lediglich die äußere Hülle von Waren behalten (Kalkulation usw.). (...) Geht man an die Sache vom formalen Standpunkt heran, vom Standpunkt der Prozesse, die sich an der Oberfläche der Erscheinungen abspielen, so kann man zu dem falschen Schluss gelangen, dass die kapitalistischen Kategorien in unserer Ökonomik ihre Gültigkeit beibehalten. Geht man jedoch an die Sache mit einer marxistischen Analyse heran, die den Inhalt und seine Form, die sich in der Tiefe abspielenden Entwicklungsprozesse und die Erscheinungen an der Oberfläche, streng unterscheidet, so kann man zu dem einzig richtigen Schluss gelangen, dass von den alten kapitalistischen Kategorien bei uns hauptsächlich die Form, das Äußere, erhalten geblieben ist, dass sie sich aber ihrem Wesen nach bei uns von Grund aus verändert haben, so wie es den Entwicklungsbedürfnissen der sozialistischen Volkswirtschaft entspricht“ (Stalin, Ökonomische Probleme..., Seite 64, 65, 66).

Der Übergang zum Kommunismus erfolgt also nicht in Form von revolutionären Umwälzungen (qualitativer Sprung), sondern in Form von allmählichen Veränderungen der sozialistischen Verhältnisse, wo der Sozialismus nicht etwa abgeschafft wird, um dem Kommunismus Platz zu machen. Und so ist Stalin unter den Bedingungen der kapitalistischen Umkreisung auch nicht vom Kapitalismus zum Sozialismus in Form von Umwälzungen übergegangen, sondern wurden alte Formen beibehalten, um sie für die Entwicklung des Sozialismus auszunutzen:Die Sache ist die, dass die ökonomische Entwicklung unter unseren sozialistischen Verhältnissen nicht in der Form von Umwälzungen, sondern in Form von allmählichen Veränderungen vonstatten geht, wo das Alte nicht einfach völlig abgeschafft wird, sondern sein Wesen so verändert, wie es das Neue erheischt, und nur seine Form behält, und wo das Neue das Alte nicht einfach vernichtet, sondern das Alte durchdringt, dessen Wesen, dessen Funktionen verändert, dabei aber nicht dessen Form zerbricht, sondern sie ausnutzt, um das Neue zu entwickeln. So verhält es sich in unserem ökonomischen Umsatz nicht nur mit den Waren, sondern auch mit dem Geld und auch mit den Banken, die zwar ihre alten Funktionen verlieren und neue gewinnen, dabei aber die alte Form beibehalten, die von der sozialistischen Ordnung ausgenutzt wird“ (ebenda, Stalin, Seite 64).

Von Anhängern der Restauration des Kapitalismus konnte man also nur in den Fällen sprechen, wo rein formal, also oberflächlich „neuen sozialistischen Veränderungen unter Beibehaltung alter Formen“ zwar das Wort geredet wurde, aber dies in Wirklichkeit nur in der Absicht geschah, um am Wesen des Alten nichts zu ändern, um das Wesen des Alten zu bewahren, um den Prozess der sozialistischen Veränderungen aufzuhalten und rückgängig zu machen. Ist aber der Kapitalismus erst einmal restauriert, kann er nur noch revolutionär umgewälzt werden. Die Restauration des Sozialismus ist also heute ein weltrevolutionärer Prozess.

Es ist klar, dass Stalin mit den kapitalistischen Staaten gar keine Produkte austauschen konnte, sondern dass der Sozialismus auf dem Gebiet des Außenhandels Waren an die Kapitalisten verkaufen musste, um den Sozialismus zu stärken und um schließlich dazu beizutragen, die Bedingungen für die Einführung des Produktaustausches im Inland zu erleichtern. Daraus darf man aber nicht den falschen Schluss ziehen, dass der Stalinismus „nach außen zum Kapitalismus und nach innen zum Kommunismus neige“. Ebenso absurd ist es, solche Genossen, die auf dem Gebiet des Außenhandels Gewinne aus dem Warenverkauf an die kapitalistischen Staaten erzielten, als „revisionistische Wirtschaftsführer“ zu bezeichnen.

Es ist kein Zufall, dass die Berijaner die Malenkow-Fraktion aus Moskau gegen die Leningrader in Schutz nehmen, die schließlich nicht wenig Waren für den Westen produzierten und dort hin verkauften. Nur weil die Leningrader einen bedeutenden Platz auf dem Gebiet des sowjetischen Außenhandels einnahmen, kann man sie nicht deswegen zu „Restauratoren des Kapitalismus“ abstempeln. Man darf nur solche Leningrader Genossen als Wirtschaftsreformisten verurteilen, die die kapitalistischen Kategorien nicht nur der Form nach, sondern hauptsächlich ihrem Wesen nach beibehalten (bzw. diese wieder herstellen) wollten, eben zu dem Zweck, den Kapitalismus zu restaurieren, um noch mehr in die eigenen Taschen zu wirtschaften. Die guten Leningrader Wirtschaftskader sind also von den schlechten Leningrader Wirtschaftskadern unbedingt zu unterscheiden ( ebenso sind die guten zentralen Wirtschaftskader von den schlechten zu unterscheiden). Man darf sie nicht zusammen in einen Topf stecken, um drauf zu hauen wie es die Malenkow-Fraktion aus Moskau getan hat und wie es die Berijaner als eine zu lobende „marxistisch-leninistische Tat“ heute noch hinzustellen versuchen. Das diente nicht, sondern schadete nur der Einheit der bolschewistischen Partei – nicht nur in ökonomischen Fragen.

Stalin verband nicht nur mit den Leningrader Genossen Kirow und später Shdanow eine tiefe Freundschaft im Besonderen, sondern auch zu den Leningradern im Allgemeinen, was natürlich nicht ausschloss, dass er der Opposition in Leningrad gehörig den Kopf wusch. So trägt seine berühmte Schrift: „Zu den Fragen des Leninismus“ nicht zufällig den Untertitel in Großbuchstaben:

DER LENINGRADER ORGANISATION DER KPdSU (B) GEWIDMET – J.Stalin“.

Das war insbesondere sowohl gerichtet gegen die Abweichler in Leningrad, die den LENINISMUS IN FRAGE gestellt hatten (folglich Stalins Titel: Zu den Fragen des Leninismus“ !!!) als auch als eine Anleitung für die Leningrader Marxisten-Leninisten zu verstehen, um ihnen beim Kampf gegen die Abweichler zu helfen. Diese unscheinbare Widmung - das sind alles so Dinge, die Stalin ganz bewusst tat, die an der Oberfläche ganz unauffällig und unbedeutend erscheinen, aber im Kampf zur Verteidigung des Leninismus in der Stadt, die nach Lenin benannt worden war, eine enorme Bedeutung hatte. Die leninistische Einheit der Partei an der Wirtschaftsfront beim Aufbau des Sozialismus, das war es, was Stalin bewog, diese Leningrader Widmung seiner berühmten Schrift voran zu stellen. Deswegen ist es für uns so lehrreich, den kleinsten, unbedeutendsten und versteckten Hinweisen Stalins sorgfältig nachzugehen, um deren tieferen Sinn heraus zu arbeiten.

Die spätere Schrift Ökonomische Probleme...“ ging ihm übrigens in die gleiche politische Richtung: Diesmal im Kampf um die leninistische Einheit der Partei an der Wirtschaftsfront beim Übergang zum Kommunismus - Auch wenn Stalin diese Schrift nicht ausdrücklich mit einer Widmung für die Leningrader versehen hatte, so ist der Bezug zur „Leningrader Affäre“, zu den Fehlern Wossnessinskis, zum ökonomistischen Fraktionskampf zwischen Leningrad und Moskau usw. usf... nicht zu übersehen.

Stalin hat sich gegenüber den Leningradern stets solidarisch verhalten, auch in den Tagen als Leningrad noch das Zentrum der Sinowjewschen Opposition war und wo ein Kampf gegen deren kapitulantenhafte Politik bei der Industrialisierung geführt wurde. Dieser Kampf tauchte in Leningrad später auch in den ökonomischen Fragen des Übergangs zum Kommunismus auf (Frage des Verhältnisses zwischen Schwerindustrie und Leichtindustrie – Kossygin, Mikojan; später von Berija, Malenkow, Chruschtschow usw. in den Ländern der Volksdemokratie fortgesetzter revisionistischer Wirtschaftskurs, usw. usf.). Was die Leningrader kommunistischen Arbeiter anbelangte, so sagte Stalin:

Was die Leningrader kommunistischen Arbeiter anbelangt, so zweifle ich nicht daran, dass sie stets in den ersten Reihen unserer Partei stehen werden. Gemeinsam mit ihnen haben wir die Partei aufgebaut, gemeinsam mit ihnen haben wir sie großgezogen, gemeinsam mit ihnen haben wir das Banner des Aufstands im Oktober 1917 entrollt, gemeinsam mit ihnen haben wir die Bourgeoisie besiegt, gemeinsam mit ihnen haben wir gekämpft und werden wir kämpfen gegen die Schwierigkeiten auf dem Weg unseres Aufbaus. Ich zweifle nicht daran, dass die Leningrader kommunistischen Arbeiter nicht hinter ihren Freunden in den anderen Industriezentren zurückstehen werden im Kampf um die eherne, Leninistische Einheit der Partei“ (Stalin Band 7, Seite 340).

Stalin sagte dies in der Zeit des Aufbaus des Sozialismus und er wiederholte dies beim Übergang zum Aufbau des Kommunismus, also in der Zeit der so genannten „Leningrader Affäre“. Von dieser solidarischen Haltung gegenüber den Leningradern ist Stalin nie abgewichen, aber er wusste dabei sehr wohl zwischen Freund und Feind zu unterscheiden und handelte danachim Kampf um die eherne, Leninistische Einheit der Partei“, den er in Leningrad auch zur Zeit der so genannten „Leningrader Affäre“ fortgesetzt hatte.

Ein sauberer, ehrlicher sozialistischer Wettbewerb zwischen Moskau und Leningrad war zu begrüßen – jedoch deren Übergang in einen „Wettbewerb“ bei der Restauration des Kapitalismus wurde von Stalin nicht geduldet und ist von uns Marxisten-Leninisten unbedingt zu verurteilen. „Wettbewerb“ bei der Restauration des Kapitalismus – was heißt das ? Das heißt: untereinander einen parasitären Raubkrieg zu führen und sich die sozialistischen Reichtümer eines proletarischen Industriezentrums, wie Leningrad es war, gegenseitig abzujagen. Und dies wurde noch obendrein mit „marxistisch-leninistischen“ Phrasen gerechtfertigt unter Anwendung der verbrecherischen Methode „Haltet den Dieb!“ Die „Leningrader Afffäre“ war Ausdruck von so einem „Wettbewerb“ von zwei räuberischen Fraktionen, einer lokalen und einer zentralen räuberischen Fraktion. Zwischen denen pendelten solche Leute hin und her, die in der jeweiligen Situation den größten Vorteil bei der favorisierten Fraktion heraus zu ziehen verstanden – solche ökonomistischen Kreaturen wie Kossygin eine war.

Und die Berijaner ? Die Berijaner haben die Aufgabe übernommen, die Gewinnmaximierung im Leningrader Außenhandel in unzulässiger Weise pauschal als „verderblich“ zu verurteilen. Stalin hat jedoch – wie wir es oben mit dem Stalinzitat belegt haben - die unvermeidbare Notwendigkeit dieser Ausnahme- Wirtschaftsform des Sozialismus „in einem“ Land ausdrücklich gutgeheißen und verteidigt. Was bedeutet das ? Das bedeutet, nicht mehr zu unterscheiden, ob die Gewinne nach Vorgaben des Staates in lokale und zentrale Kassen gerecht aufgeteilt werden (was völlig korrekt ist) oder ob sie etwa einerseits nach Leningrader „Spielregeln“ verteilt worden sind, also zu Gunsten der Leningrader auf Kosten der Zentrale oder andererseits nach den Moskauer „Spielregeln“ zu Gunsten der Moskauer Zentrale auf Kosten der Leningrader Wirtschaft. Beide „Spielregeln“ gehen jedesmal auf Kosten der Arbeiter, auf Kosten der UdSSR. Beides sind ökonomistische „Spielregeln“ der neuen Sowjetbourgeoisie gewesen. Berija und Malenkow wollten sich an den Gewinnen des Leningrader Außenhandels bereichern, um ihre verschwörerische Macht zu stärken, das ist die ganze Wahrheit, die die Berijaner heute nicht mehr verdunkeln können.

Malenkows Darstellung in seinem Rechenschaftsbericht ist nur ein Aufguss der Bogdanowschen und Bucharinschen Formeln der Restauration des Kapitalismus, daran ändert sich auch nichts an seinem „stalinistischen“ Schwänzchen am künstlich verlängerten Ende seines Rechenschaftsberichtes (Malenkow hätte am liebsten seinen ganzen Rechenschaftsbericht umgeändert, aber Stalin ließ ihm nur Zeit für einen eiligst zurecht gezimmerten „stalinistischen Anhang“). Woran zeigte sich das ? Das zeigte sich daran, dass Malenkow sich über die Meisterung, über die richtige Behandlung des sich gesetzmäßig entwickelnden Widerspruchs zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen in der sozialistischen Gesellschaft unmittelbar nach Stalins Tod mit offenen Taten hinwegsetzte. Wie kurz Malenkows „stalinistisches Schwänzchen“ in seinem Rechenschaftsbericht war, wie sehr er Stalins Übergang zum Kommunismus als leichtsinnige Voreiligkeit“ in Wahrheit wieder in seinen restaurierten kapitalistischen Sack zuschnürte und - auf die lange Bank geschoben – verhungern ließ, sagt er selbst:

Genosse Stalin warnte nachdrücklich vor leichtsinniger Voreiligkeit und davor, zu höheren ökonomischen Formen überzugehen, bevor die notwendigen Voraussetzungen für einen solchen Übergang geschaffen sind“ (Malenkow, Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag der KPdSU (B), herausgegeben vom Parteivorstand der KPD, Seite 106).

Nach Stalins Tod setzte Malenkow sich über eben diese entscheidende Tatsache hinweg, dass die Wirtschaft für den Übergang zum Kommunismus bereits reif gewesen war , obwohl er nur einige Monate vorher im Rechenschaftsbericht verkündete:Wir haben alle Voraussetzungen für den Aufbau der vollendeten kommunistischen Gesellschaft“ (Malenkow, ebenda, Seite 112). Wenn Malenkow diese Lehre Stalins nach seinem Tod unter den Tisch kehrt, dann schwor er wider besseren Wissens unvermeidlich jene Konflikte des Widerspruchs zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen herauf, vor denen Stalin gewarnt hatte und dessen Warnung Malenkow doppelzünglerisch in seinem Rechenschaftsbericht sogar selber hervorgehoben hatte ! Kommunismus in Worten – Kapitalismus in Taten – das ist die doppelzünglerische Physiognomie des „Marxisten-Leninisten“ Malenkow !!

Für Malenkow hieß das Lippenbekenntnis, nichts tun und abwarten, bis Stalin beseitigt ist. Für Stalin war die Gefahr „leichtsinniger Voreiligkeit“ nicht größer als die Gefahr, die Anpassung der Produktionsverhältnisse und den direkten Produktionsaustausch unnötig hinauszuzögern, wenn die Bedingungen dafür bereits erfüllt sind – also genau umgekehrt, wenn man seine Schrift aufmerksam studiert hat !! Mit der vorgetäuschten Warnung vor der „leichtsinnigen Voreiligkeit“ hatte Malenkow in Wirklichkeit die unnötige Hinauszögerung sanktioniert. Stalin würde dazu sagen: Wer unseren Vormarsch bewusst hinauszögert, versündigt sich an unserer proletarischen Sache, ist ein Feind der Arbeiterklasse, ist ein Saboteur der ökonomischen Maßnahmen für den Übergang zum Kommunismus „in einem“ Land.

Stalin sagte,

es stimmt zwar, dass unsere heutigen Produktionsverhältnisse sich in einer Periode befinden, wo sie dem Wachstum der Produktivkräfte vollauf entsprechen. Es wäre aber falsch (..) zu glauben, es gebe (..) keinerlei Widersprüche“ (ebenda, Seite 81, Moskau 1952).

Diese tauchen nämlich beim Übergang zum Kommunismus unvermeidlich auf, wenn man die Produktionsverhältnisse nicht entsprechend an die dafür bereits heran gereiften Produktivkräfte anpasst. Löst man diesen Widerspruch auf stalinistischem Wege, nämlich die zurückbleibenden Produktionsverhältnisse den Produktivkräften anzupassen, so bedeutete das, den Weg zum Kommunismus zu beschreiten. Löst man diesen Widerspruch falsch, etwa auf dem Wege Bucharins (Das System der Arbeitsverhältnisse ist eine Funktion der Produktivkräfte“ [Bucharin aus: „Theorie des historischen Materialismus“, Verlag der Komintern, Seite 237, 1922]), dann kommt es zum Konflikt, der zurück auf den Weg zum Kapitalismus führt. Und so ist Malenkow dann ja auch mit seiner „Wirtschaftspolitik“ nach Stalins Tod voll auf den Bauch geflogen. Er war kein Dialektiker, und so war er nicht in der Lage, zu erkennen, dass die Übereinstimmung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen ihre gemeinsamen, gegenseitigen Widersprüche nicht aufhebt, sondern dass dies nur eine entwicklungsbedingte Momentaufnahme in der gesellschaftlichen Produktion darstellt. Die Degeneration der Entwicklung der Produktivkräfte ist vorprogrammiert, wenn die Produktionsverhältnisse zu sehr hinterherhinken, ja wenn man ihre Rückwärtsentwicklung sogar noch planmäßig betreibt und sie obendrein noch als „Vorwärtsentwicklung“ etikettiert.

Bei einer richtigen Politik der leitenden Organe brauchen sich diese Widersprüche nicht in Gegensätze zu verwandeln“ (Stalin, ebenda, Seite 81).

Eben in dieser Verwandlung des nichtantagonistischen Widerspruchs in einen antagonistischen Gegensatz zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen manifestiert sich die Restauration des Kapitalismus. Malenkow ging den kapitalistischen Weg und wollte also gar keinen Übergang zum Kommunismus, sonst hätte er sich in seinem Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag auf den Boden des Marxismus gestellt und wäre Stalin gefolgt, denn mit seiner Politik der „Steigerung der Produktivkräfte“ für sich allein genommen, ist der Kommunismus unmöglich zu erreichen, wie Stalin richtig feststellte. Unter den Bedingungen des Krieges musste die Produktionsmenge um jeden Preis (also vorübergehend und zwangsläufig) gesteigert werden. Und diese Notsituation ökonomischer Maßnahmen traf auch auf die Beseitigung der Kriegstrümmer zu. Das darf aber nicht zum Prinzip einer sozialistischen Ökonomie erhoben werden, sondern blieb eine unumgängliche Notwendigkeit aus rein militärischen Folgen. Es gibt also Bedingungen, wo politisch-militärische Maßnahmen in den Vordergrund rücken, denen ökonomische Erwägungen untergeordnet werden müssen (ein typisches Problem der ersten Periode des ökonomischen Aufbaus des Sozialismus, das in der zweiten Periode des ökonomischen Aufbaus vorteilhafter Weise wegfällt !!!!). Genauso ergibt sich umgekehrt aus der ausgereiften ökonomischen Entwicklung des Sozialismus keinen Grund, nicht zum Kommunismus überzugehen. Dann haben Maßnahmen zum kommunistischen Übergang Priorität, dürfen sie nicht hinten an gestellt werden. Wer unter ausgereiften Bedingungen auf dem Stand des Sozialismus stehen bleiben will und nicht zum Kommunismus vorwärts schreitet, ist kein Kommunist, sondern ein Revisionist, der den Sozialismus in Kapitalismus verwandelt.

Fortsetzung Teil 7