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TEIL VI (letzter Teil)
Schulungstexte der Komintern-ML
1956 - 2006
50 Jahre Kommunismus
im Kampf gegen den modernen Revisionismus
Die 5 Klassiker im Kampf gegen den Revisionismus
Wir haben uns hier redaktionell dafür entschieden, uns auf einige wichtige Zitate der Klassiker zu beschränken, damit der Schulungstext nicht zu lang wird. So wurde schon mit dem 8. Band der Stalin Werke leider ein ungewollter radikaler Zeitschnitt gemacht, damit die Schrift noch im alten Jahr 2006 herauskommt. Das war jedenfalls unser Planziel. Eine systematische, tiefer gehende Darstellung des Kampfes gegen den Revisionismus, den die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus geführt haben, kann dieser Schulungstext nicht leisten, aber die Sammlung kann nützlich sein, um sich in die Werke der Klassiker zu vertiefen. Die Zitate sind mit Quellenangabe versehen; Fehlerbitten wir zu melden.
Jeder Klassiker würde ein eigenes Buch füllen. Wir bemühen uns, diese Aufgabe an anderer Stelle und zu gegebenem Zeitpunkt zu bewerkstelligen.
a) Marx und Engels
Die Entwicklung und Festigung des Marxismus im Kampf gegen Opportunismus und Revisionismus
„Es versteht sich, dass bei den bevorstehenden blutigen Konflikten, wie bei allen früheren, die Arbeiter durch ihren Mut, ihre Entschiedenheit und Aufopferung hauptsächlich den Sieg werden zu erkämpfen haben. Wie bisher werden auch in diesem Kampfe die Kleinbürger in Masse sich solange wie möglich zaudernd, unschlüssig und untätig verhalten, um dann, sobald der Sieg entschieden ist, ihn für sich in Beschlag zu nehmen, die Arbeiter zur Ruhe und Heimkehr an ihre Arbeit aufzufordern, so genannte Exzesse zu verhüten und das Proletariat von den Früchten des Sieges auszuschließen“ (MEW, Band 7, Seite 246 – 254).
„Wer sich einigermaßen eingehend mit dem modernen Sozialismus beschäftigt, der muss auch die ´überwundenen Standpunkte` der Bewegung kennenlernen“ (MEW, Band 18, Seite 649-650).
„... findet ein gewisser kleinbürgerlicher Sozialismus seine Vertretung. Und zwar in der Weise, dass man zwar die Grundanschauungen des modernen Sozialismus und die Forderungen der Verwandlung aller Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum als berechtigt anerkennt, aber ihre Verwirklichung nur in entfernter, praktisch unabsehbarer Zeit für möglich erklärt. Damit ist man denn für die Gegenwart auf bloßes soziales Flickwerk angewiesen und kann je nach Umständen selbst mit den reaktionärsten Bestrebungen zur so genannten ´Hebung der arbeitenden Klasse` sympathisieren“ (MEW, Band 18, Seite 650). [Sozialismus in Worten, Kapitalismus in Taten = Revisionismus -. Anmerkung der Redaktion].
„Die radikalen Bourgeois sind verständig genug einzusehen, dass die Wahl von Arbeitern ins Parlament immer unvermeidlicher wird; es liegt also in ihrem Interesse, die voraussichtlichen Arbeiterkandidaten unter ihrer Leitung zu behalten und eben dadurch den Zeitpunkt ihrer wirklichen Wahl möglichst weit hinauszuschieben“ (MEW, Band 18, Seite 497).
„Die ganze Presse hat einstimmig bekennen müssen, dass die Internationale eine europäische Großmacht ist, mit der man rechnen muss, die man nicht beseitigt, indem man nicht von ihr spricht“ (MEW, Band 17, Seite 381). „Die Stellung der deutschen Arbeiter an der Spitze der europäischen Bewegung beruht wesentlich auf ihrer echt internationalen Haltung während des Krieges; kein anderes Proletariat hätte sich so gut benommen. Und jetzt soll dieses Prinzip von ihnen verleugnet werden im Moment, wo überall im Ausland die Arbeiter es in demselben Maße betonen, in dem die Regierungen jeden Versuch seiner Betätigung in einer Organisation zu unterdrücken streben!“ (MEW, Band 19, Seite 4).
„wenn diese Herren ( Lassalleaner) jetzt selbst kommen und Versöhnung bieten, so müssen sie in einer verdammten Klemme sein. Bei dem wohlbekannten Charakter dieser Leute ist es aber unsere Schuldigkeit, diese Klemme zu benutzen, um uns alle und jede mögliche Garantie auszubedingen, damit nicht jene Leute auf Kosten unserer Partei in der öffentlichen Arbeitermeinung ihre erschütterte Stellung wieder befestigen“ (MEW, Band 18, Seite 3). „Man sollte doch auch bedenken, was die Arbeiter anderer Länder zu diesem Programm sagen werden; welchen Eindruck diese Kniebeugung des gesamten deutschen sozialistischen Proletariats vor dem Lassalleanismus machen wird“ (MEW, Band 19, Seite 8).
„Die deutsche Partei ist mit dem Ausnahmegesetz in Bann und Acht getan worden, gerade weil sie die einzige ernsthafte Oppositionspartei in Deutschland war. Wenn sie in einem auswärtigen Organ Bismarck ihren Dank damit abstattet, dass sie diese Rolle der einzigen ernsthaften Oppositionspartei aufgibt, dass sie hübsch zahm auftritt, den Fußtritt mit leidenschaftsloser Haltung hinnimmt, so beweist sie nur, dass sie des Fußtritts wert war“ (MEW, Band 19, Seite 159).
„Man schaffe den Klassenkampf ab, und die Bourgeoisie und ´alle unabhängigen Menschen` werden `sich nicht scheuen, mit den Proletariern Hand in Hand zu gehen`! Und wer dann geprellt, wären eben die Proletarier“ (MEW, Band 19, Seite 162).
„Es sind die Repräsentanten des Kleinbürgertums, die sich anmelden, voll Angst, das Proletariat, durch seine revolutionäre Lage gedrängt, möge ´zu weit gehen`. Statt entschiedener politischer Opposition – allgemeine Vermittlung; statt des Kampfes gegen Regierung und Bourgeoisie – der Versuch gegen Misshandlungen von oben – demütige Unterwerfung und das Zugeständnis, man habe die Strafe verdient. Alle historisch notwendigen Konflikte werden umgedeutet in Missverständnisse und alle Diskussion beendigt mit der Beteuerung:: in der Hauptsache sind wir ja alle einig“ (MEW, Band 19, Seite 163). „Ebenso geht`s mit dem Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Auf dem Papier erkennt man ihn an, weil man ihn nicht mehr wegleugnen kann, in der Praxis aber wird er vertuscht, verwaschen, abgeschwächt“ (ebenda, Seite 163).
„Wo der Klassenkampf als unliebsame ´rohe` Erscheinung auf die Seite geschoben wird, da bleibt als Basis des Sozialismus nichts als ´wahre Menschenliebe` und leere Redensarten von ´Gerechtigkeit`“ (ebenda, Seite 164).
„Die Befreiung der Arbeiterklasse muss das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Wir können also nicht zusammengehen mit Leuten, die es offen aussprechen, dass die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu befreien, und erst von oben herab befreit werden müssen...“ (MEW, Band 19, Seite 165).
„Man redet sich und der Partei vor, ´die heutige Gesellschaft wachse in den Sozialismus hinein`, ohne sich zu fragen, ob sie nicht damit ebenso notwendig aus ihrer alten Gesellschaftsverfassung hinauswachse und diese alte Hülle ebenso gewaltsam sprengen müsse wie der Krebs die seine“ (MEW, Band 22, Seite 234).
„Gerade jetzt, wo alle faulen und eitlen Elemente sich ungestört vordrängen können, sei es endlich Zeit, die Vertuschungs- und Versöhnungspolitik fallenzulassen und, wo nötig, auch etwas Streit und Skandal nicht zu fürchten. Eine Partei, die sich lieber von jedem dummen Jungen auf der Nase tanzen lasse, als dass sie das Herz fasse, ihn öffentlich zu desavouieren, könne einpacken“ (MEW, Band 22, Seite 92).
„Herr Proudhon ist von Kopf bis Fuß Philosoph, Ökonom des Kleinbürgertums. In einer fortgeschrittenen Gesellschaft und durch den Zwang seuner Lage wird der Kleinbürger einesteils Sozialist, andererseits Ökonom, d.h., er ist geblendet von der Herrlichkeit der großen Bourgeoisie und hat Mitgefühl für die Leiden des Volkes. Er ist Bourgeois und Volk zugleich. Im Innersten seines Gewissens schmeichelt er sich, unparteiisch zu sein, das rechte Gleichgewicht gefunden zu haben, das den Anspruch erhebt, etwas anderes zu sein als das rechte juste-milieu. Ein solcher Kleinbürger vergöttlicht den Widerspruch, weil der Widerspruch der Kern seines Wesens ist. Er selber ist bloß der soziale Widerspruch in Aktion. Er muss durch die Theorie rechtfertigen, was er in der Praxis ist, und Herr Proudhon hat das Verdienst, der wissenschaftliche Interpret des französischen Kleinbürgertums zu sein, was ein wirkliches Verdienst ist, das das Kleinbürgertum ein integrierender Bestandteil aller sich vorbereitenden sozialen Revolutionen sein wird“ (MEW, Band 27, Seite 451 – 462).
„Die Bewegung soll unter die Leitung der bürgerlichen und gebildeten Elemente gebracht werden, einen durchaus friedlichen Reformcharakter tragen usw.“ (MEW, Band 34, Seite 104/105).
„Eine gesunde Partei schwitzt auf Dauer manches wieder aus, aber es ist ein langsamer und schwieriger Prozess, und die Gesundheit der Massen ist sicher kein Grund, ihnen ohne Not eine Krankheit einzuimpfen“ (MEW, Band 34, Seite 286).
„... dass wir nicht dran denken könnten, die proletarische Fahne fallenzulassen, die wir seit fast 40 jahren hochgehalten, und ebensowenig in den allgemeinen kleinbürgerlichen Verbrüderungsdusel einzustimmen, den wir ebenfalls seit beinah 40 Jahren bekämpft“ (MEW, Band 34, Seite 393).
„Wir werfen dem Most nicht vor, dass seine ´Freiheit` zu revolutionär ist; wir werfen ihr vor, dass sie keinen revolutionären Inhalt hat, sondern nur in Revolutionsphrasen macht“ (MEW, Band 34, Seite 411).
„... dass wir dafür nur das eine von der Partei verlangt haben, dass sie sich nicht selbst untreu werden soll“ (MEW, Band 34, Seite 421).
„Aber eben deswegen muss uns auch besonders daran liegen, dass die praktische Haltung der deutschen Partei und namentlich die öffentlichen Äußerungen der Parteileitung auch mit der allgemeinen Theorie im Einklang bleiben“ (MEW, Band 34, Seite 421).
„Es wird immer das Los des Kleinbürgers sein – in seiner Masse gesehen -, unentschieden zwischen den zwei großen Klassen zu treiben, wobei ein Teil durch die Zentralisation des Kapitals und der andere durch den Sieg des Proletariats erdrückt wird. Am entscheidenden Tage werden sie wie gewöhnlich schwankend, unschlüssig, und hilflos sein, se laisseront faire, und das ist alles, was sie wollen. Selbst wenn sie sich zu unseren Anschauungen bekennen, werden sie sagen: natürlich ist der Kommunismus die endgültige Lösung, aber es dauert noch lange, vielleicht 100 Jahre, bis er verwirklicht werden kann – mit anderen Worten: wir beabsichtigen nicht, für seine Verwirklichung zu arbeiten, weder zu unseren noch zu unserer Kinder Lebzeiten“ (MEW, Band 36, Seite 54=).
„Der Zutritt der Kleinbürger und Bauern ist zwar ein Kennzeichen des reißenden Fortschritts der Bewegung, aber auch eine Gefahr für sie, sobald man vergisst, dass diese Leute kommen müssen, aber auch nur kommen, weil sie müssen. Ihr Zutritt ist der Beweis, dass das Proletariat in Wirklichkeit die leitende Klasse geworden ist. Da sie aber mit kleinbürgerlichen und bäuerlichen Vorstellungen und Wünschen kommen, so darf man nicht vergessen, dass das Proletariat seine leitende geschichtliche Rolle verscherzen würde, wenn es diesen Vorstellungen und Wünschen Konzessionen machte“ (MEW, Band 34, Seite 425/426).
Lenin über den Kampf gegen die Revision des Marxismus durch die Revisionisten:
„Jedermann weiß, dass der wissenschaftliche Sozialismus eigentliche Zukunftsperspektiven niemals ausgemalt hat; er hat sich auf die Analyse der modernen bürgerlichen Gesellschaftsordnung beschränkt, auf die Erforschung der Entwucklungstendenzen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung – und nur darauf. Marx schrieb bereits 1843, und er hat dieses Programm treu eingehalten: ´Wir sagen ihr`(der Welt) ´nicht: Lass ab von deinen Kämpfen, sie sind dummes Zeug; wir wollen dir die wahre Parole des Kampfes zuschrein. Wir zeigen ihr nur, warum sie eigentlich kämpft, und das Bewusstsein ist eine Sache, die sie sich aneignen muss, wenn sie auch nicht will´“ [Lenin zitiert aus einem Brief von Karl Marx an Ruge, MEW, Band 1, Seite 345]; Lenin, Band 1, Seite179, „Was sind die ´Volksfreunde`“).
„sobald unsere Liberalen und Radikalen daran gehen, den Marxismus in den Spalten der legalen Presse darzustellen, er in ungeheurlichster Weise eingeengt und entstellt wird (...) Würden unsere Liberalen und Radikalen den Marxismus kennen (...), so würde ihnen das Gewissen nicht erlauben, ihn in den Spalten der zensurpflichtigen Presse derart zu verstümmeln. Kann man die Theorie nicht darlegen – dann schweige man oder mache den Vorbehalt, dass man bei weitem nicht alles darlege, dass man das Wesentlichste weglasse; warum aber nur Bruchstücke darlegen und dabei in ein Geschrei über Dürftigkeit ausbrechen?(...) Marx (...) erblickte den ganzen Wert seiner Theorie darin, dass sie ´ihrem Wesen nach kritisch` und revolutionär` ist [MEW, Bd. 23, S. 28]. Und diese letztgenannte Eigenschaft ist dem Marxismus tatsächlich restlos und unbedingt eigen, weil diese Theorie es sich direkt zur Aufgabe macht, alle Formen des Antagonismus und der Ausbeutung in der modernen Gesellschaft aufzudecken, ihre Entwicklung zu verfolgen, ihren vorübergehenden Charakter und die Unvermeidlichkeit ihrer Verwandlung in eine andere Form nachzuweisen und auf diese Weise dem Proletariat zu dienen, damit es möglichst bald und möglichst leicht jeglicher Ausbeutung ein Ende mache“ (Lenin, Band 1, Seite 333).
„... ich habe ganz ausdrücklich gesagt, dass ich unter Orthodoxie keineswegs die einfache Auslegung von Marx verstehe. Glauben wir nicht, dass die Orthodoxie gestatte, irgend etwas auf Treu und Glauben anzunehmen, dass die Orthodoxie eine kritische Anwendung und Weiterentwicklung ausschließe, dass sie es gestatte, historische Fragen durch abstrakte Schemata zu verdunkeln. Wenn es Schüler gibt, die sich dieser wirklich schweren Sünden schuldig gemacht haben, so fällt die Schuld ganz und gar auf diese Schüler, keineswegs aber auf die Orthodoxie, die sich durch diametral entgegengesetzt Eigenschaften auszeichnet (...) doch um anzuwenden und weiterzuentwickeln, ist ´einfache Auslegung` offenkundig nicht ausreichend. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Marxisten, die für die so genannte ´neue kritische Strömung` sind, und denjenigen, die für die so genannte ´Orthodoxie` eintreten, besteht darin, dass sie den Marxismus in verschiedener Richtung anwenden und entwickeln wollen: die einen wollen konsequente Marxisten bleiben, indem sie die Grundthesen des Marxismus in Einklang mit den sich verändernden Verhältnissen und mit den lokalen gegebenen Besonderheiten der verschiedenen Länder entwickeln und die Theorie des dialektischen Matrialismus und der ökonomischen Lehre von Marx weiter ausbauen; die anderen lehnen einige wesentliche Seiten der Marxschen Lehre ab, stellen sich z.B. in der Philosophie nicht auf die Seite des dialektischen Materialismus, sondern auf die Seite des Neukantianertums, in der politischen Ökonomie auf die Seite derer, die einigen Lehren von Marx ´tendenziösen Charakter` zuschreiben usw. Die ersten beschuldigen deshalb die zweiten des Eklektizismus (...). Die Zweiten nennen die ersten ´orthodox`; beim Gebrauch dieses Ausdrucks darf man jedoch niemals vergessen, dass er von den Gegnern in die Polemik geworfen wurde, dass die ´Orthodoxen` nicht Kritik überhaupt, sondern nur die ´Kritik` der Eklektiker ablehnen (...), deren eklektischen Ansichten einfach wiederholt werden, was gegenwärtig von vielen für einen großen Schritt vorwärts erklärt wird“ (Lenin, Band 3, Seite653, 654 und 655).“
„... der ´Marxismus` trat auf, als der unpolitische Sozialismus (´Owenismus`, `Fourierismus` der ´wahre` Sozialismus) herrschte, und das `Kommunistische Manifest` wandte sich sofort gegen den unpolitischen Sozialismus. Selbst als der Marxismus mit seinem ganzen theoretischen Rüstzeug auftrat ( ´Das Kapital`) und die berühmte Internationale Arbeiterassoziation gründete, war der politische Kampf keineswegs die herrschende Praxis (beschränkter Trade-Unionismus in England, Anarchismus und Proudhonismus in den romanischen Ländern)“ (Lenin, Band 4, Seite 168). „Die berüchtigte Bernsteiniade (...) bedeutete den Versuch, die revolutionäre Arbeiterpartei in eine Reformpartei zu verwandeln“ (Lenin, ebenda 169).
„Das Banner der Klassenbewegung der Arbeiter kann nur die Theorie des revolutionären Marxismus sein, und die (...) Sozialdemokratie muss für die Weiterentwicklung dieser Theorie und ihre Anwendung in der Praxis sorgen, wobei sie diese zugleich gegen jene Entstellungen und Verflachungen zu schützen hat, denen ´zur Mode gewordene Theorien` (...) so oft unterliegen“ (Lenin, Band 4, Seite 174).
„Sie ( die Marxsche Theorie) hat gelehrt, unter der Hülle eingewurzelter Sitten, politischer Intrigen, verzwickter Gesetze, schlau ausgedachter Lehren den Klassenkampf zu sehen, den Kampf zwischen den besitzenden Klassen aller Art und der Masse der Besitzlosen, dem Proletariat, das an der Spitze aller Besitzlosen steht“ Lenin, Band 4, Seite 204). „Außerhalb des Klassenkampfes ist der Sozialismus eine leere Phrase oder ein naiver Traum“ (Lenin, Band 9, Seite 447).
„... wenn man eine solche (revolutionäre) Theorie, die man nach bestem Wissen für richtig hält, vor unbegründeten Angriffen und Versuchen, sie zu verschlechtern, schützt, so heißt das noch keineswegs, ein Feind jeder Kritik zu sein“ (Lenin, Band 4, Seite 205).
„... Marxismus (...), der allein fähig ist, den weltumspannenden Befreiungskampf des Proletariats zu führen, und dem Vorstoß des so lärmend unter neuen Namen auftretenden, ewig alten Opportunismus die Stirn zu bieten“ (Lenin, band 5, Seite 328).
„Wir müssen unermüdlich gegen jede bürgerliche Ideologie kämpfen, in welch modisches und glänzendes Gewand sie sich auch hüllen mag“ (Lenin, Band 5, Seite 350).
„Der Marxismus ist eine außerordentlich tiefe und vielseitige Lehre. Kein Wunder darum, dass Bruchstücke von Marx-Zitaten – besonders wenn sie an unpassender Stelle angeführt werden – stets unter den ´Argumenten` derer anzutreffen sind, die mit dem Marxismus brechen. Eine militärische Verschwörung ist Blanquismus, wenn sie nicht von der Partei einer bestimmten Klasse organisiert wird, wenn ihre Urheber das politische Moment im Allgemeinen und das internationale im Besonderen nicht berücksichtigt haben, wenn diese Partei nicht die durch objektive Tatsachen bewiesene Sympathie der Mehrheit des Volkes genießt, wenn die Entwicklung der revolutionären Ereignisse nicht zur praktischen Widerlegung der kompromisslerischen Illusionen des Kleinbürgertums geführt hat, wenn die Mehrheit der als ´bevollmächtigt` anerkannten oder sonstwie wirksam gewordenen Organe des revolutionären Kampfes in der Art der ´Sowjets` nicht erobert ist, wenn in der Armee (in Kriegszeiten) nicht eine völlig ausgereifte Stimmunf gegen die Regierung vorhanden ist, die den ungerechten Krieg entgegen dem Willen des Volkes in die Läne zieht, wenn die Losungen des Aufstands ( wie ´Alle Macht den Sowjets`, ´Das Land den Bauern` , ´Sofortiges Angebot eines demokratischen Friedens an alle kriegführenden Völker, zugleich unverzügliche Aufhebung der Geheimverträge und Abschaffung der Geheimdiplomatie` usw.) nicht die größte Verbreitung gefunden und größte Popularität gewonnen haben, wenn die fortgeschrittenen Arbeiter nicht von der verzweifelten Lage der Massen überzeugt und nicht der Unterstützung der Landbevölkerung sicher sind, einer Unterstützung, die zum Ausdruck kommt in einer ernsthaften Bauernbewegung oder in Erhebungen gegen die Gutsbesitzer und die diese schützende Regierung, wenn die wirtschaftliche Lage des Landes die begründete Hoffnung auf eine glückliche Überwindung der Krise durch friedliche und parlamentarische Mittel bietet. Das genügt wohl?“ (Lenin, Band 26, Seite 200).
„Bekanntlich spekulieren nicht erst heute, sondern schon seit langem viele bürgerliche und kleinbürgerliche Philosophen und Strömungen mit der Idee des Sozialismus. Es hat viele utopische Entwürfe für den Sozialismus gegeben, endlose Spekulationen sind um ihn angestellt worden. Marx warf alle alten Formen des Sozialismus über Bord und lehrte das Weltproletariat, sich zu organisieren und zu kämpfen, um die auf dem wirklich wissenschaftlichen Sozialismus gründende neue Gesellschaft zu errichten.
Schon im ersten programmatischen Dokument des Marxismus, dem ´Kommunistischen Manifest` , unterzogen Marx und Engels die verschiedenen pseudo-sozialistischen Theorien – den ´feudalen Sozialismus`, den ´kleinbürgerlichen Sozialismus`, den ´deutschen oder wahren Sozialismus`, den ´konservativen oder Bourgeoissozialismus` - einer umfassenden Kritik. Sie deckten auf, dass sie ihrem Klassenwesen nach unwissenschaftliche Theorien waren, die den Interessen der Bourgeoisie dienten. Im Kampf gegen die bürgerlichen und kleinbürgerlichen opportunistischen und anarchistischen Theorien, die die Emanzipation des Proletariats und seinen Kampf behinderten, lehrte das ´Manifest` die Arbeiterklasse, dass sie sich nur durch die Revolution und die Diktatur des Proletariats von der bürgerlichen Unterdrückung und Ausbeutung befreien konnte, dass sie sich selbst nicht befreien konnte, ohne zugleich die ganze Gesellschaft zu befreien.
Die Geschichte hat bewiesen, dass nach dem Entstehen des Marxismus jede andere ideologische Strömung, die mit sozialistischen Losungen auftrat, im Verlauf des Klassenkampfes zu einer reaktionären Strömung geworden ist. Nur der Marxismus gibt eine genaue Vorstellung von der wahrhaft sozialistischen Gesellschaft. Kein Sozialismus kann verwirklicht und aufgebaut werden, ohne dass man sich auf diese Theorie stützt.
Die erste große Bestätigung der marxistischen Theorie, wie sie im ´Kommunistischen Manifest` formuliert ist, waren die revolutionären Ereignisse der Jahre 1848/49, die ganz Europa erschütterten. Die Revolutionen bahnten nicht nur dem gesellschaftlichen Fortschritt den Weg, sondern werden stets auch zum Grab für die utopischen, revisionistischen und anderen Irrlehren. So erging es auch den Lehren des ´bürgerlichen Sozialismus`, des ´kleinbürgerlichen Sozialismus` usw., die durch die Revolutionen der Jahre 1848/49 zu Grabe getragen wurden.
Das Hauptübel dieser angeblich sozialistischen Lehren war, dass sie den revolutionären Klassenkampf des Proletariats vollständig ignorierten und sich den Sozialismus als die Verwirklichung irgendeines von diesem oder jenem ´Theoretiker` ausgedachten Systems vorstellten. Hier hatten all die Illusionen ihren Ursprung, die Schaffung staatlich geförderter Genossenschaften, die Einschränkung des Erbrechts und eine progressive Besteuerung würden allmählich und auf friedlichem Weg zum Sozialismus führen. Diesen ´doktrinären Sozialismus` hatten Proudhon und Louis Blanc, die deutschen ´wahren` Sozialisten und die utopischen Kommunisten wie Weitling, Cabet, Dézamy und andere gepredigt.
Diesen doktrinären Sozialismus, sagt Marx, überlässt die Arbeiterklasse dem Kleinbürgertum. Dagegen
´(...) gruppiert sich das Proletariat immer mehr um den revolutionären Sozialismus, um den Kommunismus (...). Dieser Sozialismus `fährt er fort, ´ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschide überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen.`
Gegenwärtig versuchen Neo-proudhonisten wie Georges Marchais, Enrico Berlinguer, Santioago Carillo und andere dem westeuropäischen Proletariat in unterschiedlichem Gewand die alten, von Marx widerlegten Philosophien aufzunötigen. Alle Revisionisten wollen mit ihren `Theorien` die Massen irreführen, indem sie den Marxismus gerade seiner wissenschaftlichen Grundlagen berauben.. Es ist nichts als Betrug, wenn sie sagen, sie seien ´bei einer Erkenntnis der Gesetze, die die Gesellschaft vorantreiben, objektiv!` In Wahrheit sind sie zu Lakaien der ´Konsumgesellschaft` geworden, die von der kapitalistischen und imperialistischen Bourgeoisie geschaffen wurde, um sich durch die Ausbeutung der Arbeiterklasse und der gesamten werktätigen Massen Maximalprofite zu verschaffen. Diese Revisionisten wollen selbst ebenfalls etwas von dem Mehrwert abbekommen, der aus dem Proletariat ihrer Länder heraus gepresst wird“ (Eurokommunismus ist Antikommunismus, Enver Hoxha, Seite 113 – 116).
„Gerade jetzt, wo alle faulen und eitlen Elemente sich ungestört vordrängen können, sei es endlich Zeit, die Vertuschungs- und Versöhnungspolitik fallenzulassen und, wo nötig, auch etwas Streit und Skandal nicht zu fürchten. Eine Partei, die sich lieber von jedem dummen Jungen auf der Nase tanzen lasse, als dass das Herz fasse, ihn öffentlich zu desavouieren, könne einpacken“ (MEW, Band 34, Seite 92)
b) Lenin
- der Führer des Kampfes gegen die Revision des Marxismus
Lenin teilte die Literatur über den Marxismus anfangs in drei Hauptgruppen ein: „Marxisten, die im Wesentlichen auf dem Marxschen Standpunkt stehen, bürgerliche Autoren, die dem Marxismus im Wesentlichen feindlich gegenüberstehen, und Revisionisten, die angeblich die einen oder anderen Grundsätze des Marxismus anerkennen, ihn aber faktisch durch bürgerliche Anschauungen ersetzen. Als ausgeprägt russische Spielart des Revisionismus ist die Stellungnahme der Volkstümler zu Marx zu betrachten“ (Lenin, Band 21, Seite 74).
Lenin legte das Wesen des Revisionismus bloß, seine ökonomischen und sozialen Grundlagen sowie seine erkenntnistheoretischen Quellen, zeigte seinen internationalen Charakter und seine Erscheinungsformen unter den verschiedenen historischen Bedingungen und in den verschiedenen Ländern, zeigte und entlarvte die ganze Schädlichkeit des Revisionismus für die Arbeiterbewegung der gesamten Welt. „Der Revisionismus oder die ´Überprüfung` des Marxismus“, schrieb Lenin, „ist gegenwärtig eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Erscheinungsform des bürgerlichen Einflusses auf das Proletariat und der bürgerlichen Demoralisierung der Proletarier“ (Gegen den Revisionismus, Lenin, Seite 177, dt. Ausgabe, 1959).
Der Revisionismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als nach dem Tode Friedrich Engels` der Kampf gegen den revolutionären Marxismus die Form von „Berichtigungen“ und „Ergänzungen“ zur Theorie des Marxismus annahm. Damals entwickelten sich starke internationale Tendenzen des Opportunismus, die im Revisionismus ihren theoretischen Niederschlag fanden. In der russischen Sozialdemokratie hat der Revisionismus seit dem Beginn der proletarischen und sozialdemokratischen Massenbewegung, seit den Jahren 1895/1896, Einfluss besessen. Lenin zeigte, dass man die Erscheinung des Revisionismus , insbesondere die russische Spielart des internationalen Revisionismus, weder mit Zufälligkeiten noch mit Fehlern einzelner Personen und Gruppen, noch mit nationalen Besonderheiten oder Traditionen der Arbeiterbewegung in den verschiedenen Ländern erklären kann. Seine eigentliche Ursachen liegen in der ökonomischen Struktur der kapitalistischen Gesellschaft selbst und in der Ideologie einer internationalen Klasse, also einer internationalen Ideologie. Die Unvermeidlichkeit des internationalen Revisionismus ist vor allem Folge davon, dass der kommunistischen und Arbeiterbewegung in der ganzn Welt ständig klassenfremde Elemente zuströmen, die die bürgerliche und kleinbürgerliche Weltanschauung hineintragen.
„Die Differenzen in der europäischen Arbeiterbewegung, dass die Gewinnung immer neuer ´Rekruten` , die Einbeziehung neuer Schichten der werktätigen Masse unvermeidlich von Schwankungen in Theorie und Taktik, von Wiederholungen alter Fehler, und veralteten Methoden usw. begleitet sein muss“ (Lenin, Gegen den Revisionismus, Seite 122, dt. Ausgabe, Dietz Verlag Berlin, 1959).
Eine der Bedingungen, die den Revisionismus entstehen lassen, ist die privilegierte Stellung der Oberschicht der Arbeiter, der ´Arbeiteraristokratie`, mit der sich die Bourgeoisie einen Teil ihrer Extraprofite aus der Ausbeutung ( zum Beispiel durch die Globalisierung) teilt. Diese nach Lebensweise, Gewohnheiten und Weltanschauung bürgerliche Schicht stellt aus ihren Reihen gewerkschaftliche, parlamentarische, sozialdemokratische und revisionistische Funktionäre – die Agenten der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung, die das Bewusstsein der Arbeiter mit der verlogenen Predigt vom Klassenfrieden vergiften. Das sind „jene Schichten, Gruppen und Teile der Arbeiterschaft, die von der Bourgeoisie objektiv bestochen sind ( bessere Löhne, Ehrenämter usw.) und die der eigenen Bourgeoisie behilflich sind, kleine und schwache Völker auszuplündern und zu unterdrücken und den Kampf um die Teilung der kapitalistischen Beute zu führen“ (Lenin, ebenda, Seite 340).Das traf voll und ganz auch auf die revisionistische Gesellschaft zu.
Lenin zeigte, dass der Revisionismus nichts anderes ist als eine Fortsetzung des Kampfes der bürgerlichen Ideologie gegen den Marxismus auf dem Boden der formalen Anerkennung des Marxismus. „Die Dialektik der Geschichte ist derart“, schrieb Lenin, „ dass der theoretische Sieg des Marxismus seine Feinde zwingt, sich als Marxisten zu verkleiden. Der innerlich verfaulte Liberalismus versucht, sich als sozialistischer Opportunismus neu zu beleben“ (Lenin, ebenda, Seite 135).
Auf dem Gebiet der Theorie stellten die Revisionisten von ihren ersten Schritten aus dem revolutionären Marxismus ein opportunistisches System von Anschauungen gegenüber. Die Revisionisten stellten die demagogische Losung der „Freiheit der Kritik“ auf, wagten es jedoch nicht, den Marxismus offen und vollständig abzulehnen, aber sie „widerlegten“ ihn Stück für Stück, wobei sie sich den Anschein gaben, Marx` Theorie zu verbessern (= verwässern!). Ihre Angriffe auf die Grundlagen des Marxismus versuchten sie damit zu rechtfertigen, dass viele Leitsätze des Marxismus veraltet, durch die Praxis widerlegt seien usw. Lenin schrieb darüber, dass mit den heuchlerischen Phrasen von der „Freiheit der Kritik“ die Revisionisten die Freiheit, die Sozialdemokratie in eine Partei der Reformen zu verwandeln, die Freiheit der opportunistischen Richtung in der Sozialdemokratie zu bemänteln suchten. Die Revisionisten waren bemüht, „unter der Flagge einer ´Kritik am Marxismus` die Sozialdemokratie durch bürgerliche Ideologie und eine Politik der Zahmheit und Fügsamkeit gegenüber den bis an die Zähne bewaffneten Feinden ( den bürgerlichen Regierungen) zu korrumpieren“ (Lenin, Band 4, Seite 378).
„Leute, die tatsächlich davon überzeugt sind, dass sie die Wissenschaft vorwärts gebracht haben, würden nicht Freiheit für die neuen Auffassungen neben den alten fordern, sondern eine Ersetzung der alten durch die neuen“ (Lenin, Band 5, Seite 364).
Die Marxisten haben „die Freiheit, nicht nur gegen den Sumpf zu kämpfen, sondern auch gegen diejenigen, die sich dem Sumpf zuwenden“(ebenda, Seite 365).
Unter den Bedingungen des Imperialismus, der alle Widersprüche des Kapitalismus verschärfte, begann der Revisionismus zu einer besonders großen Gefahr zu werden. Der Kampf für die sozialistische Revolution wurde in dieser Periode zur praktischen Aufgabe. Der Sieg des Revisionismus bedeutet die Kapitulation der Arbeiterklasse vor der Bourgeoisie. Eben deshalb zeigte Lenin im Kampf gegen den Revisionismus eine solche Leidenschaftlichkeit und Unversöhnlichkeit. Die Versuche, den Marxismus durch den Reformismus zu ersetzen, die revolutionäre Partei in eine reformistische Partei zu verwandeln, betrachtete Lenin als gleichbedeutend mit politischem Selbstmord. Die Hauptgegner der Schaffung der einheitlichen politischen Arbeiterpartei waren in dieser Periode anfangs die „Ökonomisten“. Sie verneinten die Notwendigkeit einer solchen Partei. Sie förderten die Zersplitterung und Handwerkelei der einzelnen Zirkel-Gruppen. Und gegen sie gerade richtete Lenin und die von ihm organisierte „Iskra“ ihre Schläge: die Arbeiter wollen nicht nur für bessere Bedingungen des Verkaufs ihrer Arbeitskraft an die Kapitalisten kämpfen, sondern für die grundsätzliche Abschaffung der Lohnsklaverei, für die revolutionäre Beseitigung des Kapitalismus. Sie wollen nicht die Trennung von politischen und ökonomischen Kämpfen (nicht den Intellektuellen und Liberalen die Politik überlassen, die dafür den Arbeitern den ökonomischen Kampf übrig lassen!), sondern deren Vereinigung mit dem Kampf für die revolutionäre Theorie zum revolutionären Klassenkampf, indem der Kampf Macht der Arbeiterklasse, also der politische Kampf um die Macht, die Hauptseite ist. Die Arbeiter wollen nicht den spontanen Prozess der Arbeiterbewegung anbeten, sondern ihre politischen Bestrebungen zentralisieren und konzentrieren zur eigenen Befreiung verwirklichen und ihre revolutionären Ideen in die Praxis umsetzen (Lenin gehörte eben dieser Gruppe der „Befreiung der Arbeit“ an) :
„Die ganze Bewegung auf die Interessen des Augenblicks reduzieren heißt, auf die Unentwickeltheit der Arbeiter spekulieren, heißt, ihre schlechtesten Neigungen begünstigen, das heißt, die Verbindung zwischen Arbeiterbewegung und Sozialismus zwischen den völlig klar herausgebildeten politischen Bestrebungen der fortgeschrittenen Arbeiter und den spontanen Erscheinungsformen des Massenprotestes künstlich zerreißen“ (Lenin, Band 4, Seite 278).
Die revolutionären Arbeiter wollen nicht in Nachtrabpolitik verharren, sondern sich zum Sturz der Bourgeoisie rüsten mit einer revolutionären Partei, und diese Partei soll sich durch die revolutionäre Theorie leiten lassen. Sie wollen die Vereinigung der Arbeiterbewegung mit dem Sozialismus und nicht beides dem Kapitalismus ausliefern. Sie wollen den Marxismus als Schrittmacher des Sozialismus und nicht den „Ökonomismus“, den Schrittmacher des bürgerlichen Einflusses in der Arbeiterbewegung. In „Was tun?“ legte Lenin den Opportunismus bloß und entwarf die theoretischen Leitsätze der bolschewistischen Partei und darauf aufbauend das Parteiprogramm und -statut auf dem II. Parteitag der SDAPR in Abgrenzung zu den „Ökonomisten“.
In „Was Tun?“ sagte Lenin, dass „jede Anbetung der Spontaneität der Arbeiterbewegung, jede Herabminderung der Rolle des ´bewussten Elements`, der Rolle der Sozialdemokratie, zugleich . ganz unabhängig davon, ob derjenige, der diese Rolle herabmindert, das wünscht oder nicht – die Stärkung des Einflusses der bürgerlichen Ideologie auf die Arbeiter bedeutet“ (Lenin, zitiert bei Stalin, Band 1, Seite 83).
Lenin entlarvte die „Ökonomisten“ als Bundesgenossen der deutschen Revisionisten, der Anhänger des Opportunismus Bernsteins. Ja er wies nach, „dass der ´Ökonomismus` die russische Form des Revisionismus, des Opportunismus ist“ (Lenin, Band 20, Seite 324). Lenin fasste zusammen, „dass der ´Ökonomismus der Jahre 1895-1902, der ´Menschewismus` der Jahre 1903-1908, das Liquidatorentum der Jahre 1908 – 1914 nichts anderes sind als die russische Form oder Spielart des Opportunismus und Revisionismus“ (ebenda, Seite 324).
Lenin hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der Revisionismus sowie die anderen Arten des Opportunismus keine nationale, sondern eine internationale Erscheinung darstellen, die Ende des 19. Jahrunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts in allen Ländern Europas weite Verbreitung fand: in Deutschland (die Bernsteinianer), in Frankreich ( die Ministerialisten), in England (die Fabier) und in Russland die „legalen Marxisten“(Struvisten), die Ökonomisten, die Menschewisten und die Trotzkisten. Lenin schrieb über die russischen Sozialdemokraten, dass sie seit Struve (1894) die „´Manier`der gebildeten russischen Bourgeoisie (haben), ihre Ansichten und Wünsche unter dem Deckmantel eines ´Marxismus` durchzuschmuggeln, der von jedem revolutionären Geist gesäubert ist... Im Struvismus äußert sich nicht nur die russische, sondern auch (...) das internationale Bestreben der Theoretiker der Bourgeoisie, den Marxismus ´durch Milde` zu töten, ihn in der Umarmung zu ersticken – durch vorgebliche Annerkennung ´aller` ´wahrhaft wissenschaftlichen` Seiten und Elemente des Marxismus außer seiner ´agitatorischen`, ´demagogischen`, ´blanquistisch-utopischen` Seite“ (Lenin, Band 21, Seite 215/216).
Der Kampf gegen den Ökonomismus, den Lenin führte, hat später auch im Klassenkampf gegen den modernen Revisionismus seine historische Bedeutung nicht verloren. Noch heute treten die Ökonomisten in Erscheinung, nämlich den politischen Klassenkampf zu ersetzen durch rein ökonomische Forderungen – und das mit marxistischer Phraseologie zu bemänteln. Die Rolle der „Ökonomisten“ übernahmen später die Menschewisten.
Im „Vorwort zum Sammelband ´Zwölf Jahre`“ zeigte Lenin den organischen Zusammenhang zwischen dem Opportunismus in organisatorischen Fragen und den programmatischen Anschauungen der Revisionisten, ihrer Politik und Taktik. Dieser Zusammenhang fand klaren Ausdruck in der meschewistischen Linie in der Periode der ersten russischen Revolution 1905: „Die Bolschewiki wiesen dem Proletariat die Rolle des Führers in der demokratischen Revolution zu. Die Menschewiki beschränkten seine Rolle auf die Aufgaben einer ´äußersten Opposition`“ (Lenin, ebenda, Seite 104).
„In allen kapitalistischen Ländern ist das Proletariat unvermeidlich durch Tausende von Übergangsstufen mit seinem Nachbarn von rechts, der Kleinbourgeoisie, verbunden. In allen Arbeiterparteien bildet sich unvermeidlich ein mehr oder minder deutlich umrissener rechter Flügel, der in seinen Auffassungen, in seiner Taktik, in seiner organisatorischen ´Linie` die Tendenz des kleinbürgerlichen Opportunismus zum Ausdruck bringt In einem so kleinbürgerlichen Lande wie Russland, im Zeitalter der bürgerlichen Revolution, im Zeitalter der ersten Ansätze der jungen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, mussten diese Tendenzen schroffer, bestimmter und auffallender in Erscheinung treten als irgendwo sonst in Europa. Man muss unbedingt die verschiedenen Erscheinungsformen dieser Tendenz innerhalb der russischen Sozialdemokratie in ihren verschiedenen Entwicklungsperioden kennenlernen, um den revolutionären Marxismus zu festigen, um die russische Arbeiterklasse für ihren Befreiungskampf zu stählen“ (Lenin, ebenda, Seite 106).
Die historische Bedeutung Lenins bestand darin, dass er die kleinbürgerliche taktische Einstellung der Menschewiki ideologisch zertrümmerte, die Arbeiterklasse Russlands für die weitere Entfaltung der bürgerlich-demokratischen Revolution für den neuen Ansturm gegen den Zarismus wappnete und den russischen Sozialdemokraten die klare Perspektive von der Notwendigkeit des Hinüberwachsens der bürgerlichen Revolution in die sozialistische Revolution gab. Insbesondere verteidigte er gegenüber den Revisionisten den bewaffneten Aufstand, die diesen einzudämmen und zu vereiteln suchten, um stattdessen den Zarismus zu „reformieren“ (zu retten).
Nach der Niederlage der Revolution von 1905, die bei ihren Mitläufern Zerfall und Zersetzung hervorrief, wurde es Mode, den Marxismus zu kritisieren und als untauglich abzutun, gingen die Menschewiki damit offen auf die Seite des konterrevolutionären Liberalismus über, begannen sie gegen den revolutionären Kampf zu lästern, zeterten, die Arbeiterbewegung habe keine Perspektive, und sie strebten danach, indem sie bewusst die Parteiorganisationen zerstörten die proletarische Partei zu liquidieren, sie in einer Masse parteiloser kleinbürgerlicher Elemente, in der formlosen Organisation eines sogenannten „Arbeiterkongresses“ aufgehen zu lassen.
Die ´linken` Kommunisten versuchten, ihrerseits, der proletarischen Partei den Boden unter den Füßen wegzuziehen, indem sie die Avantgarde von den Massen loszureißen versuchte: „Mit der Avantgarde allein“, sagte Lenin, „kann man nicht siegen. Die Avantgarde allein in den entscheidenden Kampf werfen, solange die ganze Klasse, solange die breiten Massen nicht eine Position eingenommen haben, wo sie die Avantgharde entweder direkt unterstützen oder wenigstens wohlwollende Neutralität ihr gegenüber üben..., wäre nicht nur eine Dummheit, sondern auch ein Verbrechen“ (zitiert bei Stalin, Band 6, Seite 144).
Die Liquidatoren fanden ihre Helfershelfer in den Versöhnlern und dem Zentristen Trotzki. Dabei agierten sie unter der heuchlerischen Losung eines Kampfes um die „Einheit“, wobei sie die prinzipielle Einheit gleichgesinnter Kommunisten durch einen prinzipienlosen Zusammenschluss von Marxisten, Halbreformisten und offenen Reformisten ersetzten. So führte die Abkehr vom revolutionären Marxismus in der Theorie und Praxis zum Liquidatorentum. So ging es auch der Komintern, und die marxistisch-leninistische Weltbewegung nach Enver Hoxhas Tod schlug gleichsam diesen liquidatorischen Weg ein.
Auf dem Gebiet der Philosophie mehrten sich nach der Konterrevolution im Jahre 1905/06 die Versuche einer Revision des Marxismus, um die Massen von der Fortsetzung der Revolution abzubringen.. Die Revisionisten wollten den Marxismus „verbessern“. In Wirklichkeit aber waren sie dem Marxismus feindlich gesonnen, denn sie bemühten sich, die theoretischen Grundlagen des Marxismus zu untergraben, obwohl sie in Worten ihre Feindseligkeit gegen den Marxismus heuchlerisch leugneten und fortfuhren, sich doppelzünglerisch als Marxisten zu bezeichnen. Die Gefährlichkeit einer solchen heuchlerischen Kritik bestand darin, dass sie auf den Betrug der einfachen Parteiarbeiter berechnet war und sie in die Irre führen konnte. Und je heuchlerischer diese Kritik zur Untergrabung der theoretischen Grundlagen des Marxismus betrieben wurde, desto gefährlicher wurde sie für die Partei, denn um so fester verband sie sich mit der Reaktion in ihrem allgemeinen Feldzug gegen die Partei, gegen die Revolution. Dem stellte sich Lenin entgegen mit seinem berühmten Buch: „Materialismus und Empiriokritizismus“, das im Jahre 1909 erschien. Dieses Buch ist nicht nur eine Kritik an Bogdanow, Juschkewitsch, Basarow, Valentinow und an ihren philosophischen Lehren – Avenarius und Mach -, die in ihren Werken versucht hatten, einen verfeinerten und zurecht frisierten Idealismus aufzutischen als Gegengewicht zum historischen Materialismus. Lenins Buch ist zugleich die Verteidigung und Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen des Marxismus – des dialektischen und des historischen Materialismus – und eine materialistische Verallgemeinerung alles Wichtigen und Wesentlichen, was die Wissenschaft, und vor allem die Naturwissenschaft, in einer ganzen historischen Periode, in der Periode von Engels` Tod bis zum Erscheinen von Lenins Buch gefunden hatte. Im Vorwort zur ersten Auflage im September 1908 hieß es:
„Allen diesen Leuten kann nicht unbekannt geblieben sein, dass Marx und Engels dutzendemal ihre philosophischen Anschauungen als dialektischen Materialismus bezeichnet haben. Und alle diese Leute, die, trotz scharfer Differenzen in den politischen Ansichten, durch ihre Feindschaft gegen den dialektischen Materialismus geeinigt sind, erheben gleichzeitig den Anspruch, in der Philosophie Marxisten zu sein! Die Engelssche Dialektik sei ´Mystik` , erklärt Berman. Die Ansichten von Engels seien ´veraltet` , wirft Basarow so nebenbei, als etwas Selbstverständliches hin. Unsere wackeren Streiter glauben den Materialismus widerlegt zu haben und berufen sich stolz auf die ´moderne Erkenntnistheorie` , die ´neueste Philosophie` (oder den ´neuesten Positivismus`), auf die ´Philosophie der modernen Naturwissenschaft` oder gar die ´Philosophie der Naturwissenschaft des 20. Jahrhunderts`. Gestützt auf alle diese angeblich neuesten Lehren, versteigen sich unsere Vernichter des dialektischen Materialismus furchtlos bis zum direkten Fideismus ( das tritt bei Lunatscharski am klarsten hervor, aber durchaus nicht bei ihm allein!). Handelt es sich aber darum, unmittelbar ihre Stellung zu Marx und Engels zu bestimmen, so verlieren sie plötzlich allen Mut und alle Achtung vor ihren eigenen Überzeugungen. In der Tat sagen sie sich vom dialektischen Materialismus, d.h. vom Marxismus, völlig los. In ihren Worten machen sie endlose Ausflüchte, versuchen das Wesen der Frage zu umgehen, ihre Abtrünnigkeit zu verdecken, an die Stelle des Materialismus überhaupt wird irgendein einzelner Materialist gesetzt; sie verzichten entschieden auf eine direkte Analyse der zahllosen materialistischen Äußerungen von Marx und Engels. Eine wahre ´Meuterei auf den Knien`, wie sich ein Marxist treffend ausdrückte. Es ist der typische philosophische Revisionismus, denn nur die Revisionisten haben eine traurige Berühmtheit dadurch erlangt, dass sie, den Grundanschauungen des Marxismus abtrünnig geworden, zu ängstlich oder unfähig sind, offen, direkt, entschieden und klar mit ihren aufgegebenen Anschauungen ´Abrechnung zu halten`“ [Unterstrichen von der Redaktion].
Lenin gelangte zu folgenden Schlussfolgerungen gegen den philosophisch-theoretischen Revisionismus:
1. „Eine immer raffiniertere Verfälschung des Marxismus, immer raffiniertere Unterschiebungen von anti-materialistischen Lehren unter den Marxismus – das kennzeichnet den modernen Revisionismus [unterstrichen, da hier das erste Mal als Begriff aufgetaucht – Anmerkung der Redaktion] sowohl in der politischen Ökonomie als auch in den Fragen der Taktik und in der Philosophie überhaupt“ (Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus, dt. Ausgabe, Seite 334).
2. „Die ganze Schule von Mach und Avenarius marschiert immer entschiedener zum Idealismus, in trauter Eintracht mit einer der reaktionärsten idealistischen Schulen, mit den so genannten Immanenzphilosophen“ (ebenda, Seite 362).
3. „Unsere Machisten stecken alle tief im Idealismus“ (ebenda, Seite 353).
4. „Man kann nicht umhin, hinter der erkenntnistheoretischen Scholastik des Empiriokritizismus den Parteienkampf in der Philosophie zu sehen, einen Kampf, der in letzter Instanz die Tendenzen und die Ideologie der feindlichen Klassen der modernen Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Die neueste Philosophie ist genauso parteilich wie die vor zweitausend Jahren. Die kämpfenden Parteien sind dem Wesen der Sache nach, das man durch gelahrt-quacksalberische neue Namen oder durch geistesarme Unparteilichkeit zu verhüllen sucht, der Materialismus und der Idealismus. Der letztere ist nur eine verfeinerte, raffinierte Form des Fideismus, der in voller Rüstung gewappnet dasteht, über gewaltige Organisationen verfügt und nach wie vor unausgesetzt auf die Massen einwirkt, wobei er sich das geringste Schwanken im philosophischen Denken zunutze macht.
5. „Objektiv, klassenmäßig besteht die Rolle des Empiriokritizismus auschließlich in Handlangerdiensten für die Fideisten in deren Kampf gegen den Materialismus überhaupt und gegen den historischen Materialismus insbesondere“ (ebenda Seite 363).
6. „Der philosophische Idealismus ist ... ein Weg zum Pfaffentum“ (Lenin, Ausgewählte Werke, Band 11, Seite 84, russ.)
Lenins Buch „Was tun?“ war die ideologische Vorbereitung für die bolschewistische Partei. Lenins Buch „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“ war die organisatorische Vorbereitung der Partei neuen Typs. Lenins Buch „Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution“ war die politische Vorbereitung der Leninschen Partei. Lenins Buch „Materialismus und Empiriokritizismus“ war schließlich die theoretische Vorbereitung einer solchen Partei.. In allen diesen Büchern setzte sich Lenin mit dem Revisionismus auseinander, wurde der Leninismus formuliert, verteidigte er den Marxismus, indem er ihn schöpferisch anwendete und auf eine höhere Stufe hob – den Marxismus-Leninismus.
„Es wurde darauf hingewiesen, dass an der Spitze der Spaltungen gewöhnlich Intellektuelle standen. Dieser Hinweis ist sehr wichtig, er löst aber die Frage nicht ... Ich denke, die Sache muss weiter gefasst werden. Arbeiter in die Komitees aufzunehmnen, ist nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine politische Aufgabe. Die Arbeiter haben Klasseninstinkt, und bei einiger politischer Übung werden sie ziemlich schnell standhafte Sozialdemokraten. Ich wäre sehr dafür, dass in unsere Komitees auf je 2 Intellektuelle 8 Arbeiter kämen“ (Lenin zitiert von Stalin, Werke Band 6, Seite 18).
Der Artikel „Über die Verletzung der Einheit, bemäntelt durch Geschrei über die Einheit“ ist der Entlarvung der Linie Trotzkis gewidmet, der unter dem Aushängeschild „Fraktionslosigkeit“ danach trachtete, die Bolschewiki mit den im Ausland befindlichen parteifeindlichen Fraktionen und Gruppen zu vereinigen, die keinen Boden in der Arbeiterbewegung Russlands besaßen. Dabei berief sich Trotzki – wie auch die Liquidatoren – auf die westeuropäischen Parteien, in denen sich die revolutionären Elemente in einer Partei mit den Opportunisten „vertrugen“. Lenin schrieb im Zusammenhang damit: „Den Liquidatoren und Trotzki sind nur die europäischen Vorbilder des Opportunismus ´sympathisch` , keineswegs aber die Vorbilder europäischen Parteigeistes“ (Lenin, Band: Gegen den Revisionismus, Seite 194).
Trotzki maskierte sein Liquidatorentum durch Zentrismus, das heißt durch Versöhnlertum, indem er vorgab, außerhalb der Bolschewiki und der Menschewiki zu stehen und angeblich ihre Versöhnung anzustreben. Der unversöhnliche, konsequente Kampf Lenins gegen das Liquidatorentum war ein Kampf für den revolutionären Marxismus, da das Liquidatorentum in Russland, wie Lenin betonte, „natürlich mit dem Renegatentum, mit der Lossagung vom Programm und der Taktik, mit dem Opportunismus ideologisch verbunden war.(Lenin, ebenda, Seite 139).
Hätten die Bolschewiki mit Lenin an der Spitze die revisionistischen Verräter an der Arbeitersache, die menschewistischen Paktierer mit der Bourgeoisie, nicht aus der Partei vertrieben, so hätte die proletarische Partei im Jahre 1917 die Massen nicht zur Erkämpfung der Diktatur des Proletariats führen können ( „Die Partei entwickelt sich fort, indem sie sich von den Revisionisten reinigt“).
Eine sehr große Rolle im Kampf gegen den Revisionismus spielte Lenins bekannte Arbeit „Marxismus und Revisionismus“. In diesem Aufsatz übte Lenin scharfe Kritik am Revisionismus auf dem Gebiet der Philosophie, der politischen Ökonomie und des wissenschaftlichen Sozialismus. Für das Studium des Revisionismus und Grundlage für den Kampf gegen ihn ist dieses Werk ein herausragendes und unverzichtbares Musterwerkzeug. Auf dem Gebiet der Philosophie trotteten die Revisionisten, die gegen den dialektischen und historischen Materialismus auftraten, hinter der bürgerlichen Wissenschaft einher. In den Fragen der politischen Ökonomie zogen die Revisionisten gegen die Grundleitsätze der ökonomischen Lehre von Marx zu Felde – gegen die marxistische Werttheorie, gegen Marx` Leitsätze über die Konzentration der Produktion, über die Unvermeidlichkeit der Krisen und des Zusammenbruchs des Kapitalismus. Die Revisionisten traten gegen die marxistische Theorie des Klassenkampfes auf, gegen die Theorie der sozialistischen Revolution und die Diktatur des Proletariats, wobei sie erklärten, der Kampf für die Endziele des Proletariats, d.h. für den Sozialismus, sei unnötig, was ja heute weiter – nur in noch raffinierterer Hülle verpackt als zu Lenins Zeiten - von den Revisionisten propagiert wird. Auch die modernen Revisionisten haben sich der westlichen, kapitalistischen „Wissenschaft“ immer mehr angenähert, und vor den amerikanischen Professoren gekatzbuckelt, die imperialistische Ideologie als eigenes Vorbild hingestellt, um sich in deren Nachtrab zu begeben.
„ Auf dem Gebiet der Philosophie segelte der Revisionismus im Kielwasser der bürgerlichen professoralen ´Wissenschaft`. Die Professoren gingen ´zurück zu Kant` - und der Revisionismus trottete hinter den Neukantianern her; die Professoren kauten die abgedroschenen pfäffischen Banalitäten gegen den philosophischen Materialismus wider – und die Revisionisten murmelten mit nachsichtigem Lächeln (Wort für Wort nach dem letzten Handbuch), der Materialismus sei längst ´widerlegt` ; die Professoren behandelten Hegel als ´toten Hund`, zuckten über die Dialektik verächtlich die Achseln, obwohl sie selber den Idealismus predigten, aber einen tausendmal seichteren und vulgäreren als den Hegelschen – und die Revisionisten folgten ihnen in den Sumpf, der philosophischen Verflachung der Wissenschaft, indem sie die ´raffinierte` ( und revolutionäre) Dialektik durch die ´schlichte` und ruhige) ´Evolution` ersetzten... (Lenin ebenda, Seite 109).
„´Die Bewegung ist alles, das Endziel nichts` - dieses geflügelte Wort Bernsteins bringt das Wesen des Revisionismus besser zum Ausdruck als viele langatmige Ausführungen. Festlegung der Haltung von Fall zu Fall, Anpassung an Tagesereignisse, an das Auf und Ab im politischen Kleinkram, Hinwegsehen über die Grundinteressen des Proletariats, über die Grundzüge der ganzen kapitalistischen Ordnung und über die gesamte kapitalistische Entwicklung, Opferung dieser Grundinteressen um wirklicher oder vermeintlicher Augenblicksvorteile willen – das ist die revisionistische Politik. Und aus dem eigentlichen Wesen dieser Politik folgt augenfällig, dass sie unendlich mannigfaltige Formen annehmen kann und dass jede einigermaßen ´neue` Frage, jede einigermaßen unerwartete und unvorhergesehene Wendung der Ereignisse, die auch nur im allergeringsten Maße und für allerkürzeste Zeit die grundlegende Entwicklungslinie ändert, stets und unvermeidlich diese oder jene Abart des Revisionismus ins Leben rufen wird.“ (Aus ´Marxismus und Revisionismus` - geschrieben nicht nach dem 3. April 1908, ebenda, Seite 113).
„Die Unvermeidlichkeit des Revisionismus ist durch seine Klassenwurzeln in der modernen Gesellschaft bedingt. Der Revisionismus ist eine internationale Erscheinung. (...) Die ´Scheidung` innerhalb des heutigen internationalen Sozialismus verläuft eigentlich in den verschiedenen Ländern der Welt heute schon auf einer Linie und dokumentiert damit einen gewaltigen Fortschritt im Vergleich mit der Lage vor 30 bis 40 Jahren, als in den verschiedenen Ländern innerhalb des einheitlichen internationalen Sozialismus verschiedenartige Tendenzen miteinander kämpften. Und jener ´Revisionismus von links`, der heute in romanischen Ländern als ´revolutionärer Syndikalismus` auftritt, passt sich ebenfalls dem Marxismus an und ´korrigiert` ihn: Labriola in Italien, Lagardelle in Frankreich appellieren auf Schritt und Tritt vom missverstandenen an den richtig verstandenen Marx. (...)
Worin besteht seine Unvermeidlichkeit in der kapitalistischen Gesellschaft? Warum ist er tiefer als die Unterschiede infolge der nationalen Besonderheiten und des verschiedenen Entwicklungsgrades des Kapitalismus? Weil in jedem kapitalistischen Land neben dem Proletariat immer auch breite Schichten des Kleinbürgertums, der Kleinbesitzer stehen. Der Kapitalismus ist entstanden und entsteht immer wieder aus dem Kleinbetrieb. Eine ganze Reihe von ´Mittelschichten` werden vom Kapitalismus unausbleiblich neu geschaffen (...) Diese neuen Kleinproduzenten werden ebenso unausbleiblich wieder in die Reihen des Proletariats geschleudert. Es ist ganz natürlich, dass die kleinbürgerliche Weltanschauung in den Reihen großer Arbeiterparteien immer und immer wieder zum Durchbruch kommt. Es ist ganz natürlich, dass es bis zu den Peripetien der proletarischen Revolution so sein muss und stets so sein wird; denn es wäre ein großer Fehler zu glauben, die ´volle` Proletarisierung, der Mehrheit der Bevölkerung sei notwendig, um diese Revolution durchführen zu können. Was wir heute oft nur auf ideologischem Gebiet erleben: Auseinandersetzungen mit theoretischen Korrekturen an Marx . Was heute in der Praxis nur in einzelnen Teilfragen der Arbeiterbewegung zum Durchbruch kommt, als taktische Meinungsverschiedenheiten mit den Revisionisten und Spaltungen auf dieser Grundlage -, das alles wird die Arbeiterklasse fraglos in noch viel größerem Maßstab durchzumachen haben, wenn die proletarische Revolution alle Streitfragen verschärfen, alle Meinungsverschiedenheiten auf Punkte von unmittelbarster Bedeutung für die Bestimmung der Haltung der Massen konzentrieren, wenn sie das Proletariat zwingen wird, im Feuer des Kampfes Feind von Freund zu scheiden und die schlechten Bundesgenossen von sich abzuschütteln, um entscheidende Schläge gegen den Feind zu führen. Der ideologische Kampf des revolutionären Marxismus gegen den Revisionismus Ende des 19. Jahrhunderts ist nur eine Vorstufe der großen revolutionären Schlachten des Proletariats, das trotz aller Schwankungen und Schwächen des Spießbürgertums dem vollen Sieg seiner Sache entgegenschreitet“ (Lenin, ebenda, Seite 115).
Wenn man diese Worte Lenins auf den geführten Kampf gegen den modernen Revisionismus und den heutigen Kampf gegen den Neo-Revisionismus anwendet, dann wird uns bewusst, was uns Marxisten-Leninisten, was dem Weltproletariat noch für gewaltige ideologische Schlachten mit der Weltbourgeoisie bevorsteht.
Einen großen Platz in den Werken Lenins nimmt der Kampf gegen den Anarchosyndikalismus ein. Den Anarchosyndikalismus betrachtete er als Produkt und Erscheinungsform des bürgerlichen Einflusses auf das Proletariat, als eine Abart des Revisionismus. Lenin deckte die Gemeinschaft der Anarchosyndikalisten und der Revisionisten auf. „Die einen wie die anderen“, schrieb Lenin, „hemmen die wichtigste, die dringendste Arbeit: den Zusammenschluss der Arbeiter zu großen, starken, gut funktionierenden Organisationen, die imstande sind, unter allen Bedingungen gut zu funktionieren, vom Geist des Klassenkampfes durchdrungen sind, klar ihre Ziele erkennen und in wahrhaft marxistischer Weltanschauung erzogen werden“ (Lenin, ebenda, Seite 123).
Am Vorabend und während des ersten imperialistischen Weltkrieges von 1914-1918 schlüpften die Feinde des Marxismus in das Gewand des Sozialchauvinismus. Lenin erklärte: „Die II. Internationale ist tot, vom Opportunismus besiegt“ (Lenin, ebenda, Seite 206). Der Opportunismus der sich in den sozialdemokratischen Parteien im Verlauf von Jahrzehnten entwickelt hatte, wuchs hinüber in den Sozialchauvinismus. „Die privilegierte Stellung einer ´höheren Schicht` von Kleinbürgern oder der Aristokratie ( und Bürokratie) der Arbeiterklasse behaupten und festigen – das ist die natürliche Fortsetzung der kleinbürgerlich-opportunistischen Hoffnungen und der entsprechenden Taktik während des Krieges, das ist die ökonomische Grundlage des Sozialimperialismus unserer Tage“ (Lenin ebenda, Seite 248), schrieb Lenin in seinem Aufsatz „Der Zusammenbruch der II. Internationale.“
Lenin zeigte, dass sich die Chauvinisten und die zentristischen Kautskyaner mit Hilfe von Sophismen bemühten, den „imperialistischen, kolonialen, räuberischen Krieg ... als Volks- und Verteidigungskrieg ... darzustellen“ und „aus dem Gebiet historischer Beispiele von nicht-imperialistischen Kriegen eine Rechtfertigung für diesen Krieg“ (Lenin, ebenda, Seite 216).
Die kleinbürgerlichen Parteien der Sozialrevolutionäre und Menschewiki, maskiert durch die Flagge des Sozialismus, halfen der Bourgeoisie vom ersten Kriegstage an, das Volk zu betrügen, den imperialistischen, den räuberischen Charakter des Krieges zu verheimlichen. Sie predigten die Notwendigkeit der „Vaterlandsverteidigung“ gegen die „preußischen Barbaren“, unterstützten die Politik des „Burgfriedens“ und halfen auf diese Weise der Regierung des russischen Zaren, den Krieg zu führen, ebenso wie die deutschen Sozialdemokraten der Regierung des deutschen Kaisers halfen, den Krieg gegen die „russischen Barbaren“ zu führen. Sie verseuchten die Proletarier ihrer Länder mit dem Gift des Chauvinismus und Nationalismus, damit sich diese für die Kriegsgewinnler gegenseitig abschlachten. Daran hat sich heute prinzipiell nichts geändert, nur das nicht mehr das Vaterland, sondern die Verteidigung der gesamten „zivilisierten ( sprich: imperialistischen) Welt gepredigt wird.
Lenin entlarvte die Führer der II. Internationale als Verräter der Arbeiterklasse und als Mitverschworene des imperialistischen Banditentums. Er rief die Arbeiter aller Länder auf, sich der ganzen Tiefe des politischen Sturzes der Sozialdemokraten bewusst zu werden, die sich zum Schutz ihrer imperialistischen Bourgeoisie erhoben hatten. Nur eine kleine Minderheit in der II. Internationale verblieb auf der Position des proletarischen Internationalismus und der Verwandlung des imperialistischen Krieges in den revolutionären Bürgerkrieg. Lenin forderte von diesen linken, internationalistischen Elementen die Lostrennung von „ihren“ Sozialchauvinisten und von den Zentristen, einen konsequenten Kampf gegen den ungerechten Eroberungskrieg, einschließlich des Sturzes der imperialistischen Bourgeoisie, d.h. die Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen revolutionären Bürgerkrieg. Lenin kritisierte die Fehler der inkonsequenten Internationalisten, linker Sozialdemokraten wie Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, aber gleichzeitig half er ihnen, den marxistischen Standpunkt einzunehmen, d.h., die Gewehre umzudrehen und mit der sozialistischen Revolution, mit dem Sturz der imperialistischen Regierungen in ausnahmslos allen Ländern den Krieg zu beenden. Die Revisionisten aber gedachten, die Revolution dazu auszunutzen, um den Krieg fortzusetzen. Der Kampf Lenins um die Reinheit der marxistischen Theorie stieß auf die erbittertsten Ausfälle gegen ihn seitens der offenen Opportunisten und der Zentristen. Diese Ausfälle nahmen besonders heftigen Charakter während des ersten Weltkrieges an. Lenin schrieb damals: „Das ist eben mein Schicksal. Ein Waffengang nach dem andern – gegen politische Dummheiten, Banalitäten, Opportunismus usw. So geht das seit 1893. Daher auch der Hass der Flachköpfe. Nun, ich würde trotzdem mein Schicksal nicht gegen den ´Frieden` mit den Flachköpfen eintauschen“ (Lenin, ebenda, Seite 396).
In seinen im Herbst 1914 verfassten „Thesen über den Krieg“ wies Lenin darauf hin, dass der Zusammenbruch der II. Internationale kein Zufall war. Die II. Internationale wurde zu Grunde gerichtet von den Opportunisten, gegen die die besten Vertreter des revolutionären Proletariats schon lange ihre warnende Stimme erhoben hatten – allen voran Lenin.
„Die Opportunisten machten die Notwendigkeit, den bürgerlichen Parlamentarismus und die bürgerliche Legalität auszunutzen, zu einem Fetisch dieser Legalität und vergaßen dabei an die in der Krisenzeit obligatorischen illegalen Formen der Organisation und Agitation.“ (Thesen über den Krieg, Lenin, Band 36, Seite 268). Die II. Internationale wollte nicht gegen den Opportunismus kämpfen, sie wollte mit ihm Frieden halten, verkroch sich ängstlich hinter ihrer Legalität, und verwandelte das revolutionäre Instrument des Weltproletariats in ein „Friedens“- (sprich:Kapitulations)instrument, entwaffnete damit das Weltproletariat und opferte es auf den Schlachtfeldern des weltimperialistischen Krieges. Verschwindet im Antikriegskampf der revolutionäre Klassenkampf des Arbeiters gegen das Kapital, so verschwindet der proletarische Internationalismus und was übrig bleibt ist ein verknöcherter kleinbürgerlicher Nationalismus. So sah es Lenin. Indem sie gegenüber dem Opportunismus eine versöhnlerische Politik betrieb, wurde die II. Internationale selbst opportunistisch. Eine Lehre des Marxismus-Leninismus besagt: Versöhnlertum führt zum Revisionismus. Und die Opportunisten wurden zu Sozialchauvinisten, weil sie sich von ihrer Bourgeoisie und deren Kriegsbeute bestechen ließen, indem sie zum Beispiel die Kriegskredite bewilligten. Nicht weniger gefährlich waren die versteckten Sozialchauvinisten, die so genannten Zentristen. Die Zentristen Kautsky, Trotzky, Martow und andere rechtfertigten und verteidigten die offenen Sozialchauvinisten, wobei sie das verschleierten. Indem sie sich beispielsweise bei der Kriegskreditbewilligung lediglich der Stimme enthielten, unterstützten sie somit auch den Krieg.
Am Vorabend der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, als die Frage der Rolle und Aufgaben des proletarischen Staates nicht nur in theoretischer, sondern auch in praktisch-politischer Hinsicht besondere Wichtigkeit erlangte, stellte Lenin in seiner Arbeit „Staat und Revolution“ die durch Kautsky und andere Opportunisten der II. Internationale entstellten und verflachten Anschauungen von Marx und Engels über den Staat wieder her und entwickelte sie weiter. Lenin betonte, dass die Lehre von der Diktatur des Proletariats das Wesentliche am Marxismus ist. „Ein Marxist ist nur, wer die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats erstreckt“ (Lenin, Ausgewählte Werke in 2 Bänden, Band II, Dietz Verlag, Berlin, 1955, Seite 182). „Der Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus muss natürlich eine ungeheure Fülle und Mannigfaltigkeit der politischen Formen hervorbringen, aber das Wesentliche wird dabei unbedingt das Eine sein: die Diktatur des Proletariats“ (Lenin, ebenda, Seite 183).
Schauen wir uns die politische Form der Volksdemokratien nach dem II. Weltkrieg mit den Lehren Lenins an. Wo bildete sich da tatsächlich die Diktatur des Proletariats heraus, wo herrschte sie? Unserer Meinung nach nur in Albanien, wo es eine wahrhaft marxistisch-leninistische Partei gab, während in allen anderen Ländern die Revisionisten zu herrschen begannen bzw. ihre Herrschaft mit der Bourgeoisie, mit der Sozialdemokratie, teilten.
Nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution begann Kautsky den Kampf gegen die Diktatur des Proletariats in Russland. In dem Buch „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“ entlarvte Lenin das Renegatentum Kautskys, der die Marx´sche Lehre vom proletarischen Staat, von der Diktatur des Proletariats entstellte. Lenin widerlegte die Versuche von Kautsky, Marx als einen Verfechter des friedlichen Hineinwachsens des Kapitalismus in den Sozialismus hinzustellen. Und genau diesen Kautsky nutzten die modernen Revisionisten für das friedliche Hineinwachsens des Sozialismus in den Kapitalismus, der so „friedlich“ nicht war, wie sich in Wahrheit herausstellte.
„Bei der Definition des Begriffs Diktatur bemühte sich Kautsky nach Kräften, dem Leser das Hauptmerkmal dieses Begriffs vorzuenthalten, nämlich: die revolutionäre Gewalt. Nun aber tritt die Wahrheit zu Tage: Es handelt sich um den Gegensatz zwischen friedlicher und gewaltsamer Umwälzung. Hier liegt der Hund begraben. Alle Ausflüchte, Sophismen und Taschenspielertricks braucht Kautsky ja gerade, um über die gewaltsame Revolution hinwegzureden, um seine Abkehr von ihr, seinen Übergang auf die Seite einer liberalen Arbeiterpolitik, d.h. auf die Seite der Bourgeoisie, zu verhüllen“ (Lenin,„Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“).
„Kautsky entnimmt dem Marxismus das, was für die Liberalen, für die Bourgeoisie annehmbar ist ( die Kritik am Mittelalter, die fortschrittliche historische Rolle des Kapitalismus im Allgemeinen und der kapitalistischen Demokratie im Besonderen), und streicht, verschweigt und vertuscht vom Marxismus all das, was für die Bourgeoisie unannehmbar ist ( die revolutionäre Gewalt des Proletariats gegenüber der Bourgeoisie, um diese zu vernichten). Darum eben erweist sich Kautsky infolge seiner objektiven Stellung, wie immer seine subjektive Überzeugung auch sein mag, unvermeidlich als Lakai der Bourgeoisie“ (Lenin, „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“).
Die raffinierteste Theorie des Sozialchauvinismus, bei der am geschicktesten Wissenschaftlichkeit und Internationalität vorgetäuscht sind, ist die von Kautsky aufgestellte Theorie des ´Ultra-Imperialismus`, der sich auch der moderne Revisionismus bediente, u.a. Mao Tsetung als einer seiner Nachbeter.
„Diese ´Theorie` läuft darauf und nur darauf hinaus, dass Kautsky mit der Hoffnung auf eine neue Friedensära des Kapitalismus den Anschluss der Opportunisten und der offiziellen sozialdemokratischen Parteien an die Bourgeoisie und ihre Absage an die revolutionäre ( das heißt proletarische) Taktik während der gegenwärtigen stürmischen Ära rechtfertigt, trotz aller feierlichen Erklärungen der Basler Resolution!“ (Lenin, Band 21, Seite 219). „Was Kautsky als ökonomische Tendenz zum ´Ultra-Imperialismus` bezeichnet, ist in Wirklichkeit nichts anderes, als dass den Finanzkapitalisten auf kleinbürgerlicher Manier gut zugeredet wird, das Böse zu vermeiden“ (ebenda, Seite 223).
Das war zur Zeit des I. Weltkrieg nicht anders als zur Zeit des II. Weltkrieg: Der Revisionismus entwickelt stets seine Ideen in Richtung Zusammenarbeit der Klassen. Und Dimitroff ging noch weiter, indem er die Komintern auf ein Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bourgeoisie, insbesondere mit der imperialistischen Sozialdemokratie, einschwor - gemeinsam „gegen die die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ (Protokoll des VII. Weltkongresses), woraus dann die revisionistischen Länder entstanden, wo natürlich nicht etwa „das Böse vermieden“, sondern das Böse, der Sozialfaschismus, errichtet wurde. Ein imperialistischer Krieg bedeutet eine direkte Fortsetzung und die Krönung des Revisionismus nämlich, dass ein Teil der Arbeiter mit der Bourgeoisie tatsächlich ein Bündnis gegen die Masse des Proletariats eingeht. Beide Weltkriege machten dieses Bündnis besonders anschaulich und zwingend: Kautskys `Ultra-Imperialismus` stand Pate bei der Entstehung des Sozialimperialismus. Lenin schrieb: „Der Opportunismus stand – im gesamteuropäischen Rahmen gesehen – vor dem Kriege so zu sagen im jugendlichen Alter. Mit dem Krieg ist er endgültig zum Manne geworden, und man kann ihn nicht wieder ´unschuldig` und jung machen“ (Lenin, Band 21, Seite 245). Für das Linsengericht des demokratischen Bündnisses mit der Bourgeoisie wurde das Recht des Proletariats auf Revolution verkauft.
Lenin schrieb in der Periode der Reinigung der Partei über die Menschewiki:
„Jeder Opportunist zeichnet sich durch Anpassungsfähigkeit aus... und die Menschewiki als Opportunisten passen sich sozusagen ´aus Prinzip` an die unter den Arbeitern herrschende Richtung an, nehmen eine Schutzfarbe an wie der Hase, der im Winter weiß wird. Diese Besonderheit der Menschewiki muss man kennen, und man muss sie in Rechnung stellen. Sie in Rechnung stellen heißt aber, die Partei reinigen von ungefähr neunundneuzig von hundert aller menschewiki, die sich nach 1918 der KPR angeschlossen haben, das heißt zu einer Zeit, als der Sieg der Bolschewiki zunächst wahrscheinlich, dann unzweifelhaft zu werden anfing“ (zitiert bei Stalin, Band 5, Seite 338).
Die Vorstellung der modernen Revisionisten vom friedlichen Übergang des Sozialismus zurück zum Kapitalismus auf parlamentarischem Wege unter Ausnutzung der bürgerlichen Freiheiten, der bürgerlichen Demokratie, wie sie vom berüchtigten 20. Parteitag der KPdSU und von Ramiz Alia nach dem Tod Enver Hoxhas auf den Tisch gebracht wurden, ist nicht neu. Er entspricht den Vorstellungen der II. Internationale vom friedlichen Übergang des Kapitalismus zum Sozialismus, die ihre Fortsetzung in den ´theoretischen Überlegungen` von Bucharin , Mao Tsetung, Tito, Togliatti und Berlinguer, von Carillo und Marchais und anderen fanden. Alle diese Vorstellungen sind so alt wie der Revisionismus, gegen den Lenin einen konsequenten, prinzipienfesten Kampf führte, wobei er das konterrevolutionäre Wesen dieser Vorstellungen entlarvte. Genosse Stalin und Genosse Enver Hoxha haben die leninistische Theorie der proletarischen Revolution entschlossen gegen die nachfolgenden Revisionisten verteidigt und haben aufgezeigt, dass jede Abweichung von dieser Theorie verhängnisvolle Folgen für die Arbeiterklasse hat. Lenin sprach von all denjenigen mit Verachtung und nannte sie wütende Feinde der Arbeiterklasse, die auf diese oder jene Weise das Grundproblem der sozialistischen Revolution, die Diktatur des Proletariats, verfälschten oder leugneten, ohne die, so sagte Lenin, die Arbeiterklasse den Widerstand der gestürzten Bourgeoisie nicht niederhalten und die neue Gesellschaft nicht aufbauen kann. Die Diktatur des Proletariats, betonte Lenin, ist für die gesamte Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus unbedingt notwendig, also trifft das auch für die Restauration des Sozialismus zu. Die jugoslawischen Revisionisten und die Chruschtschow-Revisionisten, die eurokommunistischen, chinesischen und albanischen Revisionisten haben, jeder auf seine Weise, Lenins große Idee von der Diktatur des Proletariats für „überholt“ erklärt, genauso wie heute die Neo-Revisionisten die sozialistische Weltrevolution und die Restauration der Diktatur des Proletariats für überholt erklären. Deshalb verband Lenin den Kampf für den Sieg der proletarischen Revolution und die Errichtung der Diktatur des Proletariats eng mit dem Kampf gegen die verschiedenen reformistischen und opportunistischen, revisionistischen und anarchistischen Tendenzen. Wer heute den Weg Lenins geht, muss daher den Kampf für die erneute sozialistische Revolution, für die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats im Weltmaßstab ebenfalls eng mit dem Kampf gegen die neuen reformistischen und opportunistischen, revisionistischen und anarchistischen Tendenzen verbinden. Jede Schwäche und Inkonsequenz in dieser Hinsicht bedeutet einen schweren, nicht wieder gut zu machenden Fehler.
Der Revisionismus nährt sich aus den noch lebendigen Wurzeln des alten Sozialdemokratismus und Reformismus, aus dem Bernsteinianertum, aus dem Opportunismus der Zweiten Internationale und aus dem Kautskyanertum der „2 1/2 Internationale“
Die Losung Lenins, dass, ohne den Opportunismus zu bekämpfen, der Imperialismus nicht bekämpft werden kann, bleibt für den Kampf gegen den Neo-Revisionismus ebenso aktuell wie unabdingbar. Lenins anti-revisionistischen Lehren werden heute verteidigt, indem die Wurzeln des Neo-Revisionismus herausgerissen werden, die Wurzeln des gehäuteten modernen Revisionismus.
Stalin – Führer des Kampfes gegen die Revision des Leninismus
(zeitlich haben wir es nur bis zur Auswertung des 8. bandes geschafft – wir bitten das zu entschuldigen -Redaktion)
rechte Gefahr, rechte Abweichung, Rechtsopportunismus, offener Revisionismus, Einfluss des Sozialdemokratismus im kommunistischen Lager
„Drohen die Rechten durch ihre Nachgiebigkeit...“(Stalin, Band 5, Seite 273).
„Mit beißendem Spott überschüttete er [Lenin – Anm. Red.] die Delegierten, die leichtsinnig versicherten: ´Von nun an ist es aus mit den Menschewiki`. Es war ihm ein Leichtes zu beweisen, dass die Menschewiki noch immer in der Arbeiterbewegung Wurzeln haben, dass man sie geschickt bekämpfen muss, wobei man die Überschätzung der eigenen Kräfte und besonders die Unterschätzung der Kräfte des Gegners auf jede Weise zu vermeiden hat“ (Stalin, Band 6, Seite 52).
„Die Theorie der ´reinen` Demokratie ist die Theorie der Oberschicht der Arbeiterklasse, die von den imperialistischen Räubern gezähmt wurde und gefüttert wird. Sie wurde geschaffen, um die Eiterbeulen des Kapitalismus zu verdecken, den Imperialismus zu übertünchen und ihm moralische Kraft im Kampf gegen die ausgebeuteten Massen zu verleihen“ (Stalin, Band 6, Seite 102).
„Im Westen ist eine Theorie in Umlauf, nach der die Arbeiter die Macht nur in dem Lande ergreifen und behaupten können, in dem sie die Mehrheit bilden, oder wo auf jeden Fall die in der Industrie beschäftigte Bevölkerung die Mehrheit bildet. Aus diesem Grunde stellen denn auch die Herrn Kautsky die ´Rechtmäßigkeit` der proletarischen Revolution in Russland, wo das Proletariat eine Minderheit bildet, in Abrede. Diese Theorie geht stillschweigend von der Voraussetzung aus, das Kleinbürgertum, vor allem die Bauernschaft, könne den Kampf der Arbeiter um die Macht nicht unterstützen, die Bauernschaft in ihrer Masse bilde die Reserve der Bourgeoisie, nicht aber des Proletariats“ (Stalin, Band 5, Seite 105).
„Jetzt können wir nicht zuerst die rechte Gefahr mit Hilfe der ´Linken` überwinden, wie das in der Geschichte unserer Partei der Fall war, und dann die ´linke` Gefahr mit Hilfe der Rechten -, jetzt müssen wir den Kampf an beiden Fronten gleichzeitig führen und beide Gefahren zu überwinden suchen...“(Stalin, Band 5, Seite 277).
«Die rechte Abweichung im Kommunismus bedeutet....,von der Generallinie unserer Partei zur bürgerlichen Ideologie hin abzuschwenken... Ein Sieg der rechten Abweichung ... bedeutet die Schwächung der proletarischen Diktatur und die Erhöhung der Chancen für die Wiederherstellung des Kapitalismus« (Stalin Werke, dt. Ausgabe, Bd. 11, Seite 199-201).
„Es besteht die Gefahr der Überschätzung der Teilforderungen auf Kosten der Grundforderungen, der Überschätzung der parlamentarischen Tätigkeit und der Arbeit in den Gewerkschaften. Das ist eine Gefahr von rechts, denn sie führt zur Anpassung an die Bourgeoisie“ (Stalin, Band 7, Seite 51).
„Erstens. Der Übergang vom Aufschwung zur Stille vermehrt an und für sich, schon seiner ganzen Natur nach die Chancen der Gefahr von rechts. (...) .. erzeugt die Periode der Stille (...) sozialdemokratische, reformistische Illusionen und ruft als Hauptgefahr die rechte Gefahr hervor. Ich glaube, wenn Lenin noch am Leben wäre, so würde er jetzt eine neue Schrift über `Die rechte Abweichung, die Alterskrankheit` verfassen, denn jetzt, in der Periode der Stille, da die kompromisslerischen Illusionen zwangsläufig zunehmen, ist die rechte Gefahr die ernsteste Gefahr. (...) Zweitens. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, dass dieser Umstand [70 % der tschechoslowakischen Partei bestand aus ehemaligen Sozialdemokraten – Anmerkung der Red.] die Gefahr von rechts nur noch verstärken muss.
Drittens. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, dass dieser Umstand [ neuer tschechoslowakischer Nationalstaat erzeugte Illusionen des nationalen Friedens zwischen den Klassen- Anm. - der Red.] seinerseits zur Entstehung und Verschärfung der Gefahr von rechts führt““ (Stalin, Band 7, Seite 52).
„Denn was ist der Trotzkismus anderes als der rechte Flügel im Kommunismus, als die Gefahr von rechts?“ (Stalin, Band 7, Seite 53).
„Anstatt des Kampfes gegen die Rechten ergab sich eine Beschützung der Rechten. (...) Und die Rechten blieben unversehrt, und das ´Parteiprestige` blieb gewahrt. Das nennt sich Kampf gegen die Rechten!“ (...) Um den Preis eines kleinen Opfers (Ausschluss Bubniks) hat er die Gruppe der Rechten vor der Zertrümmerung bewahrt“ (Stalin, Band 7, Seite 54 und 55).
„Der Ausschluss ist nicht das entscheidende Mittel im Kampf gegen die Rechten. Das Wesentliche ist, die rechten Gruppierungen im Verlauf eines prinzipiellen Kampfes ideologisch und moralisch zu zerschlagen, wobei die breiten Parteimassen in diesen Kampf hineingezogen werden müssen. Das ist eins der wesentlichsten Mittel, um die Partei im Geiste des Bolschewismus zu erziehen. Der Ausschluss muss, wenn er wirklich notwendig ist, das natürliche Ergebnis der ideologischen Zerschmetterung des Gegners sein“(Stalin, Band 7, Seite 57).
„Sie werden ohne Mühe verstehen, dass die Komintern das Hauptfeuer gegen die rechten Elemente im Kommunismus richtete“ (Stalin, Band 7, Seite 163).
„Unter den Kommunisten sind wir keine Linken und keine Rechten, wir sind einfach Leninisten. Lenin wusste, was er tat, als er an zwei Fronten kämpfte, sowohl gegen die linke Abweichung im Kommunismus als auch die rechte Abweichung“ (Stalin, Band 7, Seite 164).
„Dieser Standpunkt, dass die Schläge gegen die Rechten und die ´Ultralinken` unter allen Umständen und in jeder Situation der Gerechtigkeit halber gleichmäßig verteilt werden müssen, ist ein kindischer Standpunkt (...) Die Frage des Kampfes gegen die Rechten und die ´Ultralinken` darf man nicht unter dem Gesichtswinkel der Gerechtigkeit betrachten, sie muss unter dem Gesichtswinkel der politischen Bedürfnisse der Partei in jedem gegebenen Augenblick betrachtet werden“ (Stalin, Band 8, Seite 1).
„... wurde der Kampf im Rahmen der Legalität, mit ihren ausschließlich legalen Kampfmethoden, geführt. (...) Jetzt aber macht sich (...) eine Krise bemerkbar. (...) eine Krise, die von der Partei die Verbindung legaler und illegaler Kampfbedingungen erfordert ... die Gruppe der Rechten - , die es nicht verstanden hat oder nicht willens ist, sich den neuen Kampfbedingungen anzupassen, und die mechanisch weiterhin auf den alten Kampfmethoden als die einzig richtigen beharrt (...) Daher die Aufgabe, gegen die Rechte Gefahr zu kämpfen...“ (Stalin, Band 8, Seite 2-3).
„In der Periode einer heranreifenden Krise erheben die Rechten stets das Haupt. Das ist ein allgemeines Gesetz der revolutionären Krise. Die Rechten erheben das Haupt, denn sie fürchten die revolutionäre Krise und sind deshalb bereit, alles zu tun, um die Partei zurückzuzerren und die heranreifende Krise nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“ (Stalin, Band 8, Seite 91).
„Es ist völlig richtig, dass die Partei den Kampf weder gegen die rechte Gruppe noch gegen die ´ultralinke`Gruppe führen kann, wenn es in der führenden Gruppe der Partei keine kompakte Mehrheit gibt, die an einem Strang zieht. (...) Den Kampf gegen die Rechten damit zu beginnen, dass man die eigenen Kräfte zersplittert, ist unklug, ist unvernünftig. Sie können sowohl sich selbst schwächen, als auch den Kampf gegen die Rechten verlieren, wenn die Kräfte nicht konzentriert werden“ (Stalin, Band 8, Seite 92).
„linke“ Gefahr, „linke“ Abweichung, „linker“ oder „verkappter“ Opportunismus, die „Linken“ Kommunisten,, Dogmatismus, Sektierertum,
„... droht von den ´Linken` (die Gefahr), von ihrem versimpelten und überstürzten `Kommunismus` hingerissen, (sich) von der Bauernschaft und den breiten Schichten der einheimischen Bevölkerung los(zu)lösen“ (Stalin, Band 5, Seite 273).
„Aber die Sünden der ´Linken` bestehen darin, dass sie es nicht verstehen, gegenüber den bürgerlich-demokratischen und den einfach loyalen Elementen der Bevölkerung elastisch zu sein, dass sie bei der Heranziehung dieser Elemente der Bevölkerung nicht manövrieren können und wollen, dass sie die auf die Gewinnung der Mehrheit der werktätigen Bevölkerung im Lande gerichtete Linie der Partei entstellen“ (Stalin, Band 5, Seite 272).
„von oben eine Politik der Teilung in Schichten praktizieren (...) Vorbilder ... mechanisch ... verpflanzen, ohne ... den konkreten Bedingungen Rechnung zu tragen ...im Kampf gegen den Nationalismus gleichzeitig alles Nationale über Bord werfen... ... unverbesserlich , die „linke“ Gefahr sich als größere Gefahr erweisen kann“ (Stalin, Band 5, Seite 273).
„Die „Linken“ sündigen dadurch, dass sie vom Sektierertum angesteckt .... komplizierten Aufgaben der Partei verkennen“ (Stalin, Bandf 5, Seite 272).
„Entweder entartet die Partei zu einer Sekte, zu einer philosophischen Schule, denn nur in so engen Organisationen ist eine völlige Gesinnungsgleichheit möglich oder sie verwandelt sich in einen ständigen Diskussionsklub, der ewig berät und ewig räsoniert, der sich bis zur Bildung von Fraktionen, ja bis zur Spaltung der Partei versteigt“. „Keine dieser Möglichkeiten kann von unserer Partei akzeptiert werden. Darum bin ich der Meinung, dass eine Beratung der Fragen notwendig, dass eine Diskussion notwendig ist, dass der Diskussion aber auch Grenzen gezogen werden müssen, die die Partei, diesen Kampftrupp des Proletariats, vor Ausartung in einen Diskussionsklub bewahren“ (Stalin, Band 5, Seite 324).
„Die Gefährlichkeit der Taktik der ´linken` Kommunisten bestand darin, dass sie die Partei aus der Führerin der proletarischen Revolution in ein Häuflein hohlköpfiger Verschwörer ohne Boden unter den Füßen zu verwandeln drohte“ (Stalin, Band 6, Seite 143).
„Die größte Frage, sagt Trotzki, besteht in einer Bürokratisierung des Parteiapparats. Das ist ebenfalls falsch. Nicht darin liegt die Gefahr, sondern in der Möglichkeit einer wirklichen Loslösung der Partei von den parteilosen Massen. (...) Die Partei ist ein Teil der Klasse, sie ist für die Klasse, nicht aber für sich selbst da“ (Stalin, Band 6, Seite 203). „Denn was bedeutet es, dem Parteiapparat den Krieg zu erklären? Es bedeutet, die Partei zu zerstören“ (Stalin, Werke Band 6, Seite 227).
„Lenin erklärte auf dem X. Parteitag, dass eine Abweichung etwas noch nicht Abgeschlossenes, nicht endgültig Geformtes ist. Wenn Sie, Genossen von der Opposition, auf dieser kleinbürgerlichen Abweichung, auf diesen Fehlern, die keine großen Fehler sind, nicht beharren, dann wird alles behoben werden, und die Arbeit der Partei wird vorangehen. Wenn Sie aber darauf beharren, so kann sich die kleinbürgerliche Abweichung zu einer kleinbürgerlichen Politik entwickeln“ (Stalin, Band 6, Seite 208).
„Wie muss unsere Politik gegenüber solchen Oppositionellen oder, genauer, früheren Oppositionellen sein? Sie muss äußerst kameradschaftlich sein. Es müssen alle Maßnahmen getroffen werden, um solchen Genossen den Übergang zum Grundkern der Partei, eine gemeinsame und einträchtige Arbeit mit diesem Kern, zu erleichtern“ (Stalin, Band 6, Seite 228). „Nachdem wir die Führer der Opposition völlig zerschlagen haben, sind wir (...) verpflichtet, gegenüber den einfachen und mittleren Oppositionellen den Ton zu mildern, um ihnen die Abkehr von den Führern der Opposition zu erleichtern. (...) So und nur so kann man die Opposition vollends zerschlagen, nachdem ihre Führer vor der ganzen Welt blamiert da stehen“ (Stalin, Band 6, Seite 245).
„... der direkte Kampf, den die ´Ultralinken` gegen die heutigen Gewerkschaften von außen her führen, von den breiten Arbeitermassen als Kampf gegen ihre Hauptfestungen gewertet wird, an denen sie jahrzehntelang gebaut haben und die die ´Kommunisten` jetzt zerstören wollen. Dieser Besonderheit keine Rechnung tragen heißt, die ganze Sache der kommunistischen Bewegung im Westen zu Grunde richten“ (Stalin, Band 7, Seite 40).
„Andererseits besteht die Gefahr der Unterschätzung der Teilforderungen, der parlamentarischen Tätigkeit, der Arbeit in den Gewerkschaften usw. Das ist eine Gefahr von links, denn sie führt zur Loslösung von den Massen und zum Sektierertum“ (Stalin, Band 7, Seite 51).
„... der Aufschwung (erzeugt) revolutionäre Illusionen und (ruft) als Hauptgefahr die linke Gefahr hervor...“ (Stalin, Band 7, Seite 52).
„Die Theorie und Praxis der Komintern besteht in der Organisierung der revolutionären Massenbewegungen gegen den Kapitalismus. Das stimmt. (...) Nur Ignoranten und Idioten können Verschwörungen und individuellen Terror durcheinander bringen mit der Politik der Komintern in der revolutionären Massenbewegung“ (Stalin, Band 7, Seite 254).
„´Ultralinker`(...), die, in schülerhafter Weise alte Losungen wiederholend, es nicht verstanden hat oder nicht willens ist, sich den neuen Kampfbedingungen, die neue Arbeitsmethoden erfordern, anzupassen. Daher die ´Ultralinken`, die die Partei durch ihre Politik daran hindern, sich den neuen Kampfbedingungen anzupassen und sich den Weg zu den breiten Massen (...) zu erschließen. Entweder bricht die (...) Partei den Widerstand der ´Ultralinken` , und dann wird sie den breiten Weg der Gewinnung der Mehrheit der Arbeiterklasse beschreiten, oder aber sie tut dies nicht, und dann wird sie die gegenwärtige Krise in eine chronische und für die Partei verderbliche Krise verwandeln“ (Stalin, Band 8, Seite 2).
„Können wir in den Fragen des ideologischen Kampfes in der Partei und der politischen Erziehung der Massen ein faules diplomatisches Spiel, eine Vertuschung von Fehlern zulassen? Nein, das können wir nicht. Das wäre ein Betrug an den Arbeitern (...) Es gibt nur einen Ausweg: die Fehler der ´ultralinken` Führer aufzudecken und auf diese Weise den ehrlichen revolutionären Arbeitern zu helfen, auf den richtigen Weg zu gelangen“ (Stalin, Band 8, Seite 7).
schwankender Opportunismus, Zentrismus, „verkappter“ Zentrismus, Trotzkismus, Opposition, Blockbildung gegen die Partei, Versöhnlertum, Zank und Streit als Prinzip, Prinzipienlosigkeit
„Es gab Momente in der Geschichte unserer Partei, da die Meinung der Mehrheit oder die Augenblicksinteressen der Partei mit den Grundinteressen des Proletariats in Konflikt gerieten. In solchen Fällen trat Lenin ohne Bedenken entschlossen für die Prinzipientreue ein und wandte sich gegen die Mehrheit der Partei (...) wobei er davon ausging dass ´prinzipienfeste Politik die einzig richtige Politik ist`“ (Stalin, Band 6, Seite 52).
„Verwirrung der Fragen ist ein Charakterzug der Opportunisten!“ (Stalin, Band 1, Seite 53).
„Lernt es, Genossen, die Menschen an ihren Taten und nicht an ihren Worten zu erkennen!“ (Stalin, Band 2, Seite 224).
„Verfolgt den Lügner bis zur Schwelle der Lüge!“ (Stalin, Band 1, Seite 33)
.„Sie wollen die Wurzeln unserer Meinungsverschiedenheiten nicht ans Tageslicht bringen. Warum? Weil in der Fraktion der Menschewiki selbst tiefe Meinungsverschiedenheiten über diese Fragen bestehen; weil der Menschewismus keine einheitliche Strömung ist, der Menschewismus – das ist ein Mischmasch von Strömungen, die während des Fraktionskampfes gegen den Bolschewismus nicht bemerkbar sind, aber sofort zum Durchbruch kommen, sobald die Fragen der gegenwärtigen Lage und unserer Taktik prinzipiell gestellt werden“ (Stalin, Band 2, Seite 49).
„Ein Opportunist heißt eben deshalb Opportunist, weil Prinzipientreue bei ihm nicht hoch im Kurse steht“ (Stalin, Band 1, Seite 108).
„Welchen anderen Namen als Opportunismus aber kann man dafür finden, wenn sie ihre eigenen Worte abschwören, wenn sie sich von einer Seite auf die andere werfen, wenn sie ewig schwanken und wanken?“ (Stalin, Band 1, Seite 1109/110).
„Diese Herrschaften nehmen, einem Sargtischler ähnlich, an einem längst Verstorbenen Maß und messen damit die Lebenden“ (Stalin, Band 1, Seite 129).
„Trotzkis Fehler besteht darin, dass er den Unterschied zwischen Armee und Arbeiterklasse unterschätzt, die militärischen Organisationen und die Gewerkschaften auf die gleiche Stufe stellt und – wohl aus Gewohnheit – versucht, die militärischen Methoden aus der Armee auf die Gewerkschaften, auf die Arbeiterklasse zu übertragen“ (Stalin, Band 5, Seite 5).
„Anstatt zu kritisieren, umgeht er die Frage, vielleicht deshalb, weil er sich von seinem Irrtum überzeugt hat, nur kann er sich nicht entschließen, diesen Irrtum zuzugeben“ (Stalin, Band 1, Seite 141)
„Die politische Charakterlosigkeit des Opportunismus fällt nicht vom Himmel. Sie entspringt aus dem unaufhaltsamen Bestreben, sich dem Geschmack der Bourgeoisie anzupassen“ (Stalin, Band 2, Seite 118).
„Trotzkis Block ist faule Prinzipienlosigkeit, ein Manilowsches Amalgam verschiedenartiger Prinzipien, die ohnmächtige Sehnsucht eines prinzipienlosen Menschen nach einem ´guten` Prinzip“. Die Logik der Dinge ist ihrer Natur nach streng prinzipiell und wird kein Amalgam dulden“ (Stalin, Band 2, Seite 189).
„Verkleisterung der Klassengegensätze, Verschweigen des Klassenkampfes, Fehlen einer Physiognomie, Bekämpfung des Programmprinzips, Streben nach Chaos und Vermengung der Interessen – das ist die Parteilosigkeit“ (Stalin, Band 2, Seite 208).
„Ohnmächtige pflegen sowieso den Weg des Paktierertums zu beschreiten, haben sie aber außerdem noch nicht-revolutionäre Bestrebungen, so gleiten sie um so schneller zum Paktierertum ab“ (Stalin, Band 1, Seite 229).
„Aber dies ist nun einmal das Schicksal der Menschewiki: sie bleiben nicht das erste Mal hinter dem Gang der Ereignisse zurück, und wir nehmen an, dass es nicht ihr letzter Versuch ist, in abgetragenen bolschewistischen Hosen herumzustolzieren...“ (Stalin, Band 4, Seite 122).
„Nicht selten beschuldigen unsere Genossen ( nicht nur die Menschewiki!) Lenin der übermä