zum Teil V

zum Teil VI (letzter Teil)

TEIL IV

Schulungstexte der Komintern-ML

1956 - 2006

50 Jahre Kommunismus

im Kampf gegen den modernen Revisionismus





    c) moderner Revisionismus in der westlichen kapitalistischen Welt – insbesondere Euro“kommunismus“



Der Eurokommunismus ist der europäische Revisionismus Nummer 3 (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 92).

Darunter verstehen die Euro“kommunisten“ den dritten Weg zum Sozialismus, den „demokratischen“ Weg zum „demokratischen“ Sozialismus, also eine Art „Sozialismus“, der nicht durch die sozialistische Revolution, sondern durch Reformen und durch das Erreichen der Mehrheit bei den Parlamentswahlen errichtet werden soll – ohne die Macht der Bourgeoisie zu stürzen und ihren bürokratisch-militärischen Apparat zu zerschlagen, ohne sozialistische Vergesellschaftung der Produktionsmittel – also der evolutionäre statt revolutionäre Weg zum Sozialismus. Dazu braucht man weder die Führung der Arbeiterklasse, noch die Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei – also ein Sozialismus ohne marxistisch-leninistische Partei, ohne Marxismus-Leninismus, ohne Diktatur des Proletariats, also ein Sozialismus mit bürgerlich-demokratischer, parlamentarischer Staatsform, ein Sozialismus des bürgerlichen Pluralismus, bürgerlicher statt proletarischer Sozialismus, bürgerliche statt proletarische Demokratie, der einzig wahren Demokratie.

Die italienischen, französischen und spanischen Revisionisten legten einen langen Weg zurück, bis sie schließlich bei der Leugnung des Sozialismus landeten. Am Anfang behaupteten sie, der Sozialismus in der Sowjetunion teile sich in zwei, in einen guten, richtigen, aber durch die besonderen historischen Verhältnisse des zaristischen Russlands bedingten und daher für die entwickelten kapitalistischen Länder ungeeigneten ´leninistischen Sozialismus`, und einen schlechten, weil den ersteren entstellenden, deformierten, bürokratischen usw. ´stalinistischen Sozialismus`. Diese Evolution in der Beurteilung kommt nicht von ungefähr. Würde die ´leninistische Erfahrung` auch nur mit ´Vorbehalt` akzeptiert, würde beispielsweise die Richtigkeit der Anwendung von revolutionärer Gewalt bei der Machtergreifung akzeptiert, dann gäbe es für das eurokommunistische ´Modell` des Sozialismus keinen Platz mehr. Lenins Theorie über die Revolution und den Aufbau des Sozialismus, eine Weiterentwicklung der Lehren von Marx, ist so umfassend, so in sich geschlossen, so wissenschaftlich und logisch, dass man sie entweder so akzeptieren muss, wie sie ist, oder überhaupt nicht. Man kann sie nicht in Stückchen zerlegen, ohne in unversöhnliche Widersprüche und logische Absurditäten zu verfallen.

So sind die Eurokommunisten inzwischen nicht mehr nur gegen Stalin, sondern haben sich auch vom Leninismus losgesagt, weil sie meinten, damit hätten sie sich aus der Affäre gezogen und den Weg gefunden, wie sie den ´eurokommunistischen Sozialismus` predigen können. Doch wenn sie auch den Leninismus über Bord geworfen haben, das Proletariat wendet sich vom Leninismus nicht ab. Der Leninismus ist eine lebendige Wissenschaft, er ist die kämpferische Ideologie des Proletariats, das Banner der Revolution und des Aufbaus des Sozialismus. Der Leninismus ist die starke Waffe, mit der die wahren Revolutionäre, all jene, die den Kommunismus wollen und nach dem Sozialismus streben, gegen alle Feinde, gegen die Bourgeoisie und ihre Helfershelfer kämpfen. Der Leninismus ist der Spiegel, der das wahre Gesicht der Eurokommunisten und aller anderen Revisionisten zeigt, der die Verlogenheit ihrer opportunistischen ´Theorien` enthüllt, der ihre reaktionäre Tätigkeit gegen das Proletariat, den Sozialismus und die Sache der Völker zeigt. (...)

Der ´Sozialismus`, den sich die Eurokommunisten ausmalen, ist eine Gesellschaft, in der in Wirtschaft und Politik, an der Basis und im Überbau, sozialistische und kapitalistische Elemente verflochten sind und nebeneinander existieren. In ihrem ´Sozialismus` soll es sowohl ´sozialistisches` als auch kapitalistisches Eigentum geben, also sowohl Ausgebeutete als auch Ausbeuterklassen.

Auf die erste Strömung, die dem modernen Revisionismus an der Macht vorausging, war – wie wir oben bereits mit dem Zitat von Enver Hoxha dargestellt haben, der Browderismus, weswegen wir hier darauf verzichten können, ihn noch mal aufzuführen. Zweifellos ist es kein Zufall gewesen, dass die Komintern ausgerechnet zum Zeitpunkt der Verbreitung des Browderismus ( der nicht nur eine amerikanische Erscheinung, sondern eine internationale Erscheinung des damaligen Revisionismus war! ) ihre alte marxistisch-leninistische Generallinie Lenins und Stalins revidierte und sie dem Browderismus unter vorgehaltener Hand anpasste. Es ist kein Geheimnis, dass Dimitroff mit Browder in Kontakt stand und eine opportunistische, versöhnlerische Haltung zu ihm eingenommen hatte, anstatt ihn als offenen Revisionisten vom internationalistischen, marxistisch-leninistischen Standpunkt aus zu bekämpfen. Die Beschlüsse zur Auflösung der RGI usw., die der Auflösung der Komintern vorausging, waren eindeutig den Einflüssen des Browderismus zuzuschreiben, der da forderte, die eigenständigen kommunistischen Organisationen aufzulösen. Die selbständigen kommunistischen Organisationen seien nach Auffassung der Komintern-Führung angeblich ein „Hindernis“ im Kampf gegen den Faschismus und zwar insofern, als sie nicht-kommunistische, aber demokratische, insbesondere die sozialdemokratischen Kräfte gegen den Faschismus „abschrecke“, was die Einheitsfront gegen den Faschismus „erschweren“ und „schwächen“ würde. Die Eigenständigkeit der kommunistischen Organisationen wurde auf dem VII. Weltkongress der Komintern in ellenlangen Erklärungen als „Sektierertum“ verurteilt. Seit wann aber verzichten die Kommunisten auf ihre selbständigen Organisationen ? Kein Klassiker des Marxismus-Leninismus hat jemals solchen Unsinn gefordert. Das war also 100% anti-marxistisch-leninistisch und von den Revisionisten in die Komintern eingefädelt. In diese Richtung ging die „neue“ Komintern- Taktik von der „Einheitsfront gegen den Faschismus“ als Rechtfertigung ihrer Kapitulation vor der sozialistischen Weltrevolution, ihrer Kapitulation vor der kommunistischen Weltbewegung. Daraus leiteten die Revisionisten die Rechtfertigung für ihren klassenversöhnlerischen und revisionistischen Kurs ab, daraus schöpften die Revisionisten, bis sie diese Linie der Kapitulation vor dem Weltkapitalismus auf dem 20. Parteitag schließlich offen zum Programm und zur Generallinie erhoben.

Vor 50 Jahren hat der 20. Parteitag der KPdSU in Fortsetzung der früheren revisionistischen Bernsteinschen Tradition und der Tradition Kautskys und der II. Internationale die marxistisch-leninistische Theorie über die gewaltsame Revolution und über das Zerschlagen des bürgerlichen Staatsapparates als allgemein gültiges Gesetz des Übergangs vom Kapitalismus zu Sozialismus, über die Diktatur des Proletariats, für veraltet erklärt und die revisionistische These über den „friedlichen Weg“ zum Sozialismus unter Benutzung des Parlaments und des bürgerlichen Staatsapparates aus dem Abfalleimer der Geschichte des Sozialdemokratismus geholt.

Die Euro-Revisionisten hatten ihre Angriffe gegen den Staat der Diktatur des Proletariats als den höchsten Typ der Demokratie, besonders auf die unteilbar führende Rolle der kommunistischen Partei konzentriert. Diese Rolle zu beseitigen und das bürgerliche Mehrparteiensystem im Kapitalismus und sodann auch im Sozialismus zu praktizieren, das betrachteten sie als eine Bedingung für die Entwicklung der Demokratie, als deren höchsten Ausdruck. Man verkauft die Massen aber für dumm, wenn man lediglich eine beliebige Zahl der vorhandenen Parteien als Gradmesser für eine tatsächlich vorhandene Demokratie heranzieht. Weder die Existenz vieler Parteien noch die Existenz einer einzigen Partei kann jemals Beweis für den demokratischen Charakter irgendeiner Gesellschaftsordnung sein. Es kann kapitalistische Länder, bürgerliche und revisionistische, mit vielen Parteien geben, so wie es auch welche mit einer einzigen Partei geben kann, aber trotzdem bleiben sie deswegen nichts als anti-demokratische Länder. Auch die Existenz einer einzigen Partei an der Macht kann, wenn diese Partei nicht eine marxistisch-leninistische Linie verfolgt, das heißt, wenn sie keine Partei des Proletariats ist, niemals zum Aufbau des Sozialismus führen. Im Gegenteil, eine solche Partei, wie man sie auch nennen mag, ob ´marxistisch` oder ´marxistisch-leninistisch` ist in Wirklichkeit eine Partei der Bourgeoisie oder eine faschistische Partei...“ (Enver Hoxha, „Die proletarische Demokratie ist die wahre Demokratie“, Albanien Heute, Nr. 5-1978, Seite 10, dt. Ausgabe).

Die chruschtschowianische These über den friedlichen Übergang zum Sozialismus auf parlamentarischem Weg ist nicht nur zu einer Quelle des Aufblühens verschiedener Varianten des heutigen Revisionismus, insbesondere der euro“kommunistischen“ Variante, geworden, die den bürgerlichen Staat und die bürgerliche Demokratie idealisieren, sondern umgekehrt ist der 20. Parteitag der KPdSU selber ein Produkt des alten sozialdemokratischen Einflusses auf die Sowjetunion im Besonderen und auf die gesamte kommunistische Weltbewegung, auf die Komintern, im Allgemeinen. Stalin hatte zunächst konsequent gegen den Trotzkismus gekämpft, hat die „linke“ Hauptgefahr beim Aufbau des Sozialismus ( und beim Aufbau der Komintern !) erkannt und gebannt, dass danach, als der Sozialismus (und die Komintern !) aufgebaut war, der Hauptkampf gegen die rechte Abweichung (Bucharin usw.) zu führen war, dass sich der „linke“ sozialdemokratische Flügel anschickte, sich dem rechten Flügel im Kommunismus ideologisch immer weiter anzunähern, sich zu versöhnen und schließlich sich mit ihm zu verschmelzen ( Volksfront, Verschmelzung der kommunistischen mit der sozialdemokratischen Partei zur revisionistischen Partei usw. usf.), das hatte Stalin alles vorausgesehen. Stalin hat daher korrekt gegen den wachsenden sozialdemokratischen Einfluss auf den Weltkommunismus gekämpft und den Marxismus-Leninismus und den proletarischen Internationalismus gegen den Revisionismus, gegen die drohende Hauptgefahr der Restauration des Kapitalismus, gegen die rechte Gefahr der Zerschlagung des Hebels und der Basis der Weltrevolution, jahrelang bis zu seinem Tode verteidigt. In der Komintern waren es vor allem bestimmte Vertreter der westlichen kommunistischen Parteien, die unter dem Druck der Bourgeoisie ihres eigenen Landes ins revisionistische Fahrwasser gerieten und schließlich ihre rechten Abweichungen zunächst versteckt, dann immer offener in die Komintern hinein zu schmuggeln versuchten. Diese Entwicklung war deswegen so schwerwiegend, weil es nicht gelang, die ganze Führung der Komintern, die zum Instrument der Rechten verkam, vollständig hinauszusäubern und schließlich nichts anderes übrig blieb als die Komintern schweren Herzens aufzulösen. Damit nahm die Komintern ein ähnliches Schicksal wie damals die I. Internationale. Diese „bestimmten Komintern-Vertreter“, Togliatti, Pieck und Ulbricht und wie sie alle hießen, entpuppten sich später als offene Revisionisten in ihrem eigenen Land, sogar teilweise an der Macht, also der späteren offen sozialfaschistischen und sozialimperialistischen Macht.

Der Verrat der Rechten innerhalb der Komintern, das ist ein Punkt, der beim Genossen Enver Hoxha, der bei der Partei der Arbeit Albaniens unbefriedigend behandelt wurde. Jedenfalls liegen uns keinerlei kritische Dokumenten, sondern nur lobende Kommentare vor. Die mutige Kritik des Genossen Enver Hoxhas ermutigt uns unsererseits, seine Kritik an den modernen Revisionisten aufzugreifen, fortzusetzen, zu vertiefen und zu den historischen Wurzeln vorzudringen. Er hat sich der Frage der Komintern nie verweigert, aber er hat sie nie so aufgehellt wie er das beispielsweise mit den verschiedenen revisionistischen Strömungen des modernen Revisionismus getan hat. Wir von der Komintern / ML stellen die Fragen, welche Vorreiterrolle die Komintern für das spätere Aufkommen des modernen Revisionismus gespielt haben musste, ganz offenherzig, denn wir haben weder etwas zu verbergen, noch etwas zu beschönigen. Wenn man die Wurzeln des Euro“kommunismus“ wirklich vollständig ausrotten will, muss man den Einfluss der westlichen kommunistischen Parteien auf die Ergebnisse des 20. Parteitags historisch mindestens bis zum VII. Weltkongress der Komintern zurückverfolgen, muss man die Linie aufdecken, die von dem verborgenen Ausgangspunkt zum offenen Endpunkt des modernen Revisionismus geführt hat.

Es ist nicht korrekt, den Euro“kommunismus“ einseitig als Produkt des 20. Parteitags der KPdSU, als Kind des Chruschtschow-Revisionismus zu definieren. Der Euro“kommunismus“ ist nicht aus der Restauration des Kapitalismus entstanden. Er ist nicht das Produkt des Revisionismus an der Macht, sondern stammt von Revisionisten aus jenen westlichen Ländern, die zwar über eine große proletarische Tradition verfügen, aber niemals den Sozialismus aufgebaut haben, folglich nie an der Macht waren, wenn man mal davon absieht, dass sie teilweise die Macht mit der Bourgeoisie teilten (Volksfront) – aber nicht im Sozialismus, sondern im Kapitalismus – wohlgemerkt. Die Wurzeln liegen historisch viel tiefer – nämlich im Sozialdemokratismus. Im Grunde sind die euro-kommunistischen Parteien eine Wiedergeburt der Parteien der II. Internationale auf fortgeschrittener Zergfsallsstufe. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen der revisionistischen Entwicklung in den westlichen kommunistischen Parteien und in der KPdSU. Die Sowjetunion Lenins und Stalins war das Produkt der siegreichen Oktober-Revolution. Die KPdSU [B] war die erste und lange Zeit auch die einzige kommunistische Partei auf der Welt, in der die sozialistischen Revolution wirklich siegte, wo der Sozialismus aus der Revolution der eigenen Arbeiterklasse hervorging. Dieses Modell konnte vom Westen so nicht verwirklicht werden, dort gab es keinen einzigen Sieg der sozialistischen Revolution , gab es keine kommunistische Partei, die auch nur annähernd die hohe Qualität und reiche Erfahrung im Kampf gegen den Revisionismus entwickelte. Die Sowjetunion ist und bleibt für immer das Mutterland des siegreichen Sozialismus auf der Welt, das Land, das im siegreichen Kampf gegen den Verrat am Marxismus entstanden ist. Die Frage, ob nun der moderne Revisionismus im Mutterland des Sozialismus entstanden ist und exportiert wurde oder umgekehrt, ob der moderne Revisionismus außerhalb der Sowjetunion entstanden ist und in sie hinein geschleust worden ist, wird man niemals richtig beantworten können, wenn man die tatsächlichen Ereignisse, die zur Auflösung der Komintern geführt haben, tabuisiert.. Es war der Opportunismus der II. Internationale, es war die Revision der Prinzipien der Lehren von Marx und Engels, die aus dem Westen kamen und es waren nicht die westlichen Länder, die an vorderster Front den Revisionismus des Marxismus bekämpften, sondern das war der Osten, das waren Lenin und Stalin. Es war der Sieg des Leninismus über den Revisionismus der II. Internationale. Was die bürgerliche Revision des Leninismus anbelangt, liegt die Sache anders, da ist so einiges von westlicher Seite im Spiel!

Was den so genannten Kampf der westeuropäischen Revisionisten gegen den „Stalinismus“ anging, so hatten diese das anti-weltrevolutionäre Ziel vor Augen, die Sowjetunion , also den Hebel und die Basis der Weltrevolution anzugreifen, um damit in Westeuropa die sozialistischen Revolutionen von der Unterstützung durch das weltrevolutionäre Zentrum abzuschirmen, loszulösen und schließlich abzukoppeln. Und umgekehrt: Ohne Solidarität des westeuropäischen Proletariats mit der Sowjetunion würde diese leichter in die Knie gezwungen werden können, würde die westeuropäische Bourgeoisie ruhiger schlafen können. Also ließ sich diese den revisionistischen Verrat ordentlich was kosten. So das Kalkül des europäischen Imperialismus. Ist eine sozialistische Revolution erst einmal vom proletarischen Internationalismus getrennt, ist es für die nationale Bourgeoisie wesentlich leichter, die eigene Arbeiterklasse für sich zu gewinnen und das Scheitern eines eventuellen Sieges der Arbeiterklasse zu erreichen. Die westeuropäischen Imperialisten wussten genau, was ihnen da blühte. Wäre es gelungen, auch nur ein einziges westeuropäisches Land aus der Kette des Weltimperialismus heraus zu reißen, dann hätte die Weltgeschichte eine ganz andere Wendung genommen. Auch die Bourgeoisie hat Stalins Artikel über den internationalen Charakter der Oktoberrevolution gelesen. Und Lenin und Stalin waren es, die erkannt hatten, dass das Schicksal der Sowjetunion davon abhing, ob die sozialistische Revolution in Westeuropa Fuß fasst oder nicht. Und die Revisionisten haben schließlich mit ihrem Verrat dafür gesorgt, dass die sozialistische Revolution in Westeuropa eben nicht Fuß fassen konnte, womit sie der Sowjetunion Lenins und Stalins das internationale Rückgrat brachen.

Der revisionistische Angriff auf Stalin diente den westlichen Bourgeoisien dazu, das Vertrauen des westeuropäischen Proletariats in die Sowjetunion als Hoffnungsträger des Weltkommunismus zu erschüttern, und das sowjetische Fanal für die revolutionäre Befreiung der westeuropäischen Proletarier auszulöschen. Der Anti-Bolschewismus basiert darauf, der Arbeiterklasse in den westlichen Ländern vor der Sowjetunion Furcht einzuflößen, den internationalen Charakter des Kommunismus als nationale Sache der Sowjetunion abzutun, wo der Kommunismus „für das russische Proletariat vielleicht Vorteile bringen mochte“, jedoch für das westliche Proletariat „völlig ungeeignet“ sei. Das Hauptziel der westeuropäischen revisionistischen Parteien war es also, zwischen Zentrum und Peripherie einen Keil zu treiben und damit den weltrevolutionären Prozess aufzuhalten, die Einheit des Weltproletariats zu spalten, das Vaterland des Weltproletariats zu schwächen und zu isolieren und seine imperialistische Einkreisung vor den Augen der westeuropäischen Arbeiter zu bekämpfen, aber hinter ihrem Rücken tatsächlich zu unterstützen. Es gelang den westeuropäischen Revisionisten im gewissen Grade, die Komintern in diesem Sinne gegen die Weltrevolution und ihr Zentrum zu instrumentalisieren und in die Führung der KPdSU einzudringen, um von dort Unterstützung für ihren Verrat zu bekommen.

Da in Westeuropa noch nicht eine sozialistische Revolution siegreich war, war es für die dortigen Revisionisten auch leichter, die Arbeiterklasse davon abzuhalten. Der Eurokommunismus konzentrierte sich als Erstes also darauf, insbesondere Stalin zu prügeln, um damit Lenin zu treffen und als zweites Lenin anzugreifen, denn er ist derjenige Klassiker, der als Führer der sozialistischen Revolution in Theorie und Praxis am gefährlichsten für Westeuropa war, der mit dem Sieg der Oktober-Revolution und der Gründung und Schaffung der Komintern das westeuropäische Proletariat nicht nur überzeugen, sondern auch konkret anleiten konnte:Der Bolschewismus ist eine Taktik für alle!“ Die westeuropäischen Revisionisten griffen also vor allem den Leninismus an, weil dieser die Lehre von der proletarischen Revolution im Imperialismus war und die historische Mission des Proletariats der imperialistischen Länder auf den Punkt brachte. Dass man zwischen Marx und Engels und Lenin und Stalin einen Graben zu ziehen versuchte, wobei die Euro-“kommunisten im Westen sich für die Taktik Marx und Engels gegen Lenin und Stalin und der Osten umgekehrt sich für die Taktik Lenin und Stalin gegen Marx und Engels erwärmt haben, ist ein alter Hut, den sich heute sogar die faschistischen Nationalbolschewisten in Russland wieder aufgesetzt haben.

Es gilt als historisch erwiesen, dass der Euro“kommunismus“ seine anti-sowjetischen Wurzeln aus dem Verrat der II. Internationale her hat, dass sich daraus später auch die spezifische Abgrenzung zum sowjetischen Revisionismus erklärt. Das hieß nicht, dass der sowjetische Revisionismus keine Agenturen in den westlichen Ländern unterhielt. Schließlich sind alle westlichen Parteien mit der Sowjetunion aufgewachsen, konnten die sowjetischen Revisionisten das alte Vertrauen zu Lenin und Stalin für ihre Zwecke sehr gut ausnutzen. Mit dem 20. Parteitag gingen schließlich alle westlichen Parteien offen zum modernen Revisionismus der neuen Kreml-Zaren über und nahmen am Feldzug gegen den „Stalinismus“ teil. Erst mit dem Ziel, den Leninismus zu „befreien“ und dann den Marxismus vom Leninismus zu „befreien“, bis sie dann noch nicht einmal mehr Marx in den Mund nahmen. Das war die hinterlistige Taktik der Bourgeoisie, hat man erst einmal das Zentrum zerschlagen, lässt sich der ganze Kommunismus leichter bekämpfen. „Hast du erst Mal einen Klassiker zu Fall gebracht, egal wo du anfängst, dann kannst du auch alle anderen einen nach dem anderen zu Fall bringen“ – das ist die alte anti-kommunistische Taktik der Bourgeoisie, an der sich die Revisionisten bis heute erfolglos ausprobiert haben und immer wieder erfolglos ausprobieren werden.

Es ist aber zweifellos so, dass es die Ideologie der westlichen Bourgeoisien war, die den Euro“kommunismus“ geprägt und ihr den charakteristischen Stempel aufgedrückt hatte, dass deren Einfluss immer stärker und der Einfluss der sowjetischen Revisionisten gleichermaßen schwächer wurde. So wie sich die beiden Supermächte nebst Anhang allgemein im „kalten Krieg“ befanden, befanden sich auch die revisionistischen Agenturen der Imperialisten innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung im „kalten Krieg“. Während die Sowjet-Revisionisten sich weiter hinter der Maske des Marxismus-Leninismus verbergen mussten ( sie wirkten ja in einem sozialistischen Land. Und es ist deswegen auch nicht verwunderlich, dass der Revisionismus in der Sowjetunion erstens viel gefährlicher war als andere anderen und zweitens länger brauchte als alle anderen, hatte er doch ein viel „größeres Werk“ zu vollbringen!), streiften die westlichen euro“kommunistischen“ Parteien Ende der 70er Jahre diese vollkommen ab und häuteten sich schnell als Nachfolger der Sozialdemokratie, die bereits vollkommen mit dem Imperialismus verschmolzen waren. De europäische Imperialismus suchte seinen eigenen Weg, Supermacht zu werden und geriet dadurch natürlich auch in Widerspruch zum amerikanischen und sowjetischen Imperialismus. Für seine hegemonistischen Ziele versuchte der europäische Imperialismus die europäische Arbeiterklasse vor seinen Karren zu spannen und schuf sich seine eigenen Agenturen innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung Westeuropas, die mit denen des sowjetischen Revisionismus in Konkurrenz standen und zu verschiedenen Spaltungen führte. Natürlich mussten die europäischen Imperialisten auch auf die Interessen des amerikanischen Imperialismus Rücksicht nehmen. Der moderne Revisionismus , ist ja nichts als nur die Fortsetzung der anti-marxistischen Theorien der Parteien der II. Internationale zur Anpassung an die Verhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg – sprich: die Anpassung an die Politik der Hegemonie des amerikanischen Imperialismus.

In einer Situation, da sich die europäische Bourgeoisie auf Grund der schweren wirtschaftlichen und politischen Krise in großen Schwierigkeiten befindet, da die Auflehnung der Massen gegen die Auswirkungen dieser Krise und der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung immer stärker wird, kann ihr nichts gelegener kommen als die anti-marxistischen Ansichten und die arbeiterfeindliche Tätigkeit der Eurokommunisten. Nichts kann der auf die Unterdrückung der Revolution, auf die Untergrabung der Befreiungskämpfe und auf die Weltherrschaft abzielenden Strategie des Imperialismus dienlicher sein als die kapitulantenhaften und kollaborationalistischen, pazifistischen, revisionistischen Strömungen, zu denen auch der Eurokommunismus gehört.

Die Bourgeoisie des Westens verhehlt nicht ihre Begeisterung darüber, dass heute auch die eurokommunistischen Revisionisten an die Seite der Sozialdemokratie und der Faschisten getreten sind, um mit ihnen gemeinsam mit allen Waffen die Revolution, den Marxismus-Leninismus, den Kommunismus anzugreifen“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Anti-Kommunismus, dt. Ausgabe, Seite 6).

Die Euro-“Kommunisten“ sind nicht nur ein Feigenblatt der kapitalistischen Ordnung, sondern tatsächlich deren Kettenhunde, sind integrierter Ordnungsfaktor innerhalb der europäischen Staaten, weswegen man sie auch als Vertreter des „weißen sozialistischen Europas“ bezeichnete, im Gegensatz zu den Marxisten-Leninisten, die „das rote sozialistische Europa“ durch die sozialistischen Revolutionen in den einzelnen europäischen Ländern anstreben. Die „Weißen“ wollten mit ihrem Europa ein Bollwerk gegen das Europa der Roten aufbauen. Die europäischen Kapitalisten fürchteten, dass die sozialistische Revolution von Ost nach West zurückschwappt, weswegen sie sich ihre Agenturen im „eigenen“ westlichen Lager heran bildeten. Sie machten der westlichen Arbeiterklasse Zugeständnisse, um ihnen den revolutionären Wind des Ostens aus den Segeln zu nehmen. Zuckerbrot für ihre revisionistischen Agenturen im Westen, die Peitsche für die Arbeiterklasse im Westen, das war das Konzept der westeuropäischen Bourgeoisie. Die Revisionisten im Westen nahmen dieses Angebot dankbar an. Die Schlüsselfigur spielte dabei die imperialistische Sozialdemokratie. Mit diesem Köder traten die Revisionisten dann ja auch konterrevolutionär gegen den Marxismus-Leninismus, gegen die Revolution auf, verzichteten auf die grundlegenden, revolutionären Interessen der Arbeiter für ein Ei und Butterbrot. Sie vertraten den „demokratischer Weg“ zum Sozialismus, d.h.,. „Sozialismus“ durch Reformen - ohne den Kapitalismus zu stürzen. Sie sollen dem Kapitalismus Europas vielmehr helfen zu überleben. Sie vertreten aber nicht nur die Interessen der Bourgeoisie in einem einzelnen europäischen Land, sondern auch die Gesamtinteressen der europäischen Bourgeoisie. Sie dienten deren Ziel, europäische Supermacht zu werden, d.h., die Welt dem europäischen Monopolkapital unterzuordnen, was sie in sozialistische Phrasen verkleiden wie „ pluralistischer Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ usw. usf.. Deswegen ist ja auch die „Einheitsfront“politik der europäischen Revisionisten voll in Gange, weil die Supermacht Europa nicht nur eine gut funktionierende Agentur innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung jedes Landes, sondern vor allem eine europäisch koordinierte revisionistische Agentur braucht, um die sozialistische Revolution Europas zu verhindern, um das sozialistische Europa zu verhindern. Also strategisch ging es dem Euro“kommunismus“ im ersten Schritt darum, den Kommunismus im Westen vom Kommunismus im Osten zu lösen, wo sich die Weltzentrale des Kommunismus befand. Hierzu benutzten die westlichen europäischen revisionistischen Parteien verschiedene Konzepte des Dezentralismus, der „uneingeschränkten Demokratie“, des Pluralismus, des „parlamentarischen Sozialismus“ usw. usf.. Der Erz-Revisionist, Togliatti, ein Führer der Komintern, hatte eine Variante, den Polyzentrismus, schon mehr oder weniger erfolgreich in der Komintern angewandt. Daraus entstand dann der „italienischen Weg zum Sozialismus“, der auch später seine Verbindungen zum chinesischen Revisionismus hatte (Treffen und Gespräche mit Deng Hsiao- ping und Hua Guo-feng in Peking, 1980). Die Treffen und die Gespräche in Peking zwischen den italienischen Revisionisten Berlinguers und den chinesischen Revisionistenführern gehörten zu den gemeinsamen konterrevolutionären Anstrengungen des Imperialismus und des modernen Revisionismus im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus.

Erst einmal mit Hilfe der Dezentralisation losgelöst, kam dann im zweiten Schritt, die Linie der „Einheitsfront“ aller revisionistischen Parteien Westeuropas. Mit Hilfe der Zentralisation wird diese Linie schrittweise in die osteuropäischen Länder getragen, wo man logischerweise auf die revisionistischen Agenturen der osteuropäischen Bourgeoisien stößt, vor allem der russischen Agentur, die zweifellos dominiert und ihrerseits versucht, nicht nur ihre revisionistischen Schäfchen in den osteuropäischen Ländern einzuhüten, sondern auch in den Westen vorzustoßen, insbesondere zum belgischen Zentrum Ludo Martens`, mit dem seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts enge Beziehungen geknüpft wurden. Die belgische Partei der Arbeit mauserte sich zu einem internationalen Zentrum des europäischen Revisionismus, der der europäischen Bourgeoisie bei der Verwirklichung ihrer imperialistisch-hegemonistischen Pläne in der ganzen Welt tatkräftig zur Hand geht und den europäischen Neo-kolonialismus unterstützt, insbesondere in Afrika, wo auch die belgischen Kolonialisten ihre Hände im Spiel haben. Die belgische „Arbeiter“partei stützt sich auch auf den Maoismus.

Die Sowjet-Revisionisten kritisierten die Euro-“Kommunisten“ nicht vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus, sondern natürlich von ihrem Großmacht-chauvinistischen, sozialimperialistischen Standpunkt aus. Der XX. Parteitag forderte schließlich die Unterordnung unter die sowjetische „Mutterpartei“, duldete weder Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Selbstständigkeit der anderen Länder, sondern vollkommene Unterwerfung unter die sowjetische Supermacht. Und umgekehrt kritisierten die Euro-“Kommunisten“ nicht den sowjetischen Revisionismus vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus. Das war eine Kritik, die vom westlichen Kapital, von den westlichen kapitalistischen Ländern bevormundet war, die den sowjetischen Konkurrenten schwächen sollten:

Natürlich konnten die hegemonistischen und expansionistischen Absichten der sowjetischen Sozialimperialisten den amerikanischen Imperialisten und ihren Verbündeten unmöglich gefallen. Doch auch die revisionistischen Parteien der verschiedenen Länder konnten mit der sowjetischen Politik nicht einverstanden sein. Aufgestachelt auch von der Bourgeoisie ihrer Länder, begannen sie immer offener, eine eigenständige und von der revisionistischen Partei der Sowjetunion unabhängige Tätigkeit zu entfalten.

Die revisionistischen Parteien Westeuropas, Lateinamerikas und Asiens begehrten nacheinander, die eine mehr, die andere weniger, gegen die Chruschtschow-revisionistische sowjetische Hegemonie auf und brachten zugleich neue anti-marxistische Theorien in Umlauf. Zu den komplettesten und am meisten gepriesenen unter ihnen wurden sehr rasch die ´Theorien` der großen revisionistischen Parteien Westeuropas, die den Namen Eurokommunismus erhielten. Wie der Tito – und der Chruschtschow-Revisionismus nahm auch der Eurokommunismus gleich bei seinem Auftreten den frontalen Kampf gegen den Marxismus-Leninismus auf mit dem Ziel, seine Grundprinzipien zu revidieren und in den Augen der Werktätigen zu diskreditieren.

Vom revisionistischen Opportunismus zum bürgerlichen Anti-Kommunismus

Der Eurokommunismus ist eine Spielart des modernen Revisionismus, eine Anhäufung von Pseudo-theorien im Widerspruch zum Marxismus-Leninismus. Sein Ziel besteht darin zu verhindern, dass die wissenschaftliche Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin eine scharfe und unfehlbare Waffe in den Händen der Arbeiterklasse bleibt, eine Waffe, um den Kapitalismus, seine Basis und seinen Überbau, bis in die Fundamente zu zerschlagen, die Diktatur des Proletariats zu errichten und die neue, sozialistische Gesellschaft aufzubauen.

Nach der Definition der italienischen Revisionisten ist der Eurokommunismus ´ein dritter Weg, der sich von den Erfahrungen der Sozialdemokratien und dem, was nach der Oktoberrevolution in der Sowjetunion und in anderen sozialistischen Ländern entwickelt wurde, unterscheidet`. Präsentiert wird dieser ´dritte Weg` , wie es in den Thesen des XV. Parteitages der Kommunistischen Partei Italiens heißt, als eine ´Lösung, die den nationalen Eigenheiten und den Bedingungen der heutigen Epoche, den essentiellen Merkmalen und Forderungen entspricht, welche den entwickelten Industriegesellschaften gemeinsam sind, die sich, wie heute die Länder Westeuropas, auf parlamentarisch-demokratische Einrichtungen stützen`.

Dieser ´dritte Weg`, dieser so genannte Eurokommunismus, hat also, wie die Eurokommunisten selber zugeben, mit dem wirklich wissenschaftlichen Kommunismus, den Marx und Lenin ausarbeiteten, der in der Oktoberrevolution und den anderen sozialistischen Revolutionen danach materielle Gewalt annahm und durch den Klassenkampf des Weltproletariats bestätigt wurde, nicht das Geringste zu tun. Genau und richtig könnte man den Eurokommunismus als europäischen Revisionismus Nummer drei bezeichnen.

Heute sind die kommunistischen Parteien Frankreichs, Italiens und Spaniens nur noch dem Namen nach kommunistisch, denn die drei schwimmen in der stinkenden Moderbrühe der Bourgeoisie, in deren Dienst sie stehen. Die Programm der revisionistischen Parteien der Länder Westeuropas sind typisch reformistische Programme, sie unterscheiden sich in nichts von den Programmen der sozialistischen und sozialdemokratischen bürgerlichen Parteien, die den gleichen Kehrreim singen. Genau sie sind es, die auch die Revisionisten inspirieren. (...)

Der klassische Revisionismus sozialdemokratischen Typs ist in den modernen Revisionismus integriert worden. Die Theorien Bernsteins und Kautskys finden sich in unterschiedlicher Form, einmal offen, einmal abgewandelt, beim Revisionisten Browder, beim Chruschtschow-Revisionismus, beim Tito-Revisionismus, beim französischen Revisionismus und beim italienischen Togliatti-Revisionismus, bei den so genannten Mao – Tsetung – Ideen und allen anderen revisionistischen Strömungen wieder. Diese unzähligen anti-marxistischen Strömungen, die sich in der heutigen kapitalistischen und revisionistischen Welt entwickeln, sind die fünfte Kolonne in den Reihen der Weltrevolution. Sie haben den Zweck, das Ende des Weltkapitalismus hinauszuschieben, indem sie die Revolution von innen heraus bekämpfen.

Den Marxismus-Leninismus der Unglaubwürigkeit zu überführen, ist das Ziel, das der Kapitalismus und der Imperialismus schon immer erreichen wollten. Dabei hilft ihnen heute der moderne Revisionismus mit allen Mitteln und Methoden, offenen und getarnten, mit allen möglichen Theorien und pseudo-wissenschaftlichen philosophischen Schlagworten.

Auf dem XXII. Parteitag der Kommunistischen Partei Frankreichs erklärte Marchais, man könne ohne Klassenkampf zum Sozialismus gelangen, und um ihn aufzubauen, sei die Diktatur des Proletariats nicht mehr nötig. (...) Mit anderen Worten, wenn sowieso alle spontan zum Sozialismus schreiten, wie die Revisionisten predigen, dann braucht kein Mensch mehr den Marxismus-Leninismus als Wissenschaft der Revolution und des Sozialismus, dann ist er inzwischen überholt und muss folgerichtiger Weise fallen gelassen werden“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 90 – 94).

Dass die Revisionisten aus ihren Statuten, Programmen und anderen Dokumenten jeden Hinweis auf den Marxismus-Leninismus entfernt haben, ist nicht nur eine formale Maßnahme, die das verankert, was sie in der Praxis schon lange getan haben. Dieser Akt bedeutet auch nicht nur, dass man den Willen der Bourgeoisie ausführt, ihre Forderungen an die revisionistischen Parteien erfüllt, das ´Gespenst des Kommunismus` nicht mehr zu erwähnen. Ebenso ist dies nicht nur ein Schritt, der den offenen Übergang des modernen Revisionismus auf die ideologischen Positionen der europäischen Sozialdemokratie auch offiziell zum Ausdruck bringt. Wenn die revisionistischen Parteien nun sogar den bloßen Hinweis auf den Marxismus-Leninismus unterlassen, den sie bis heute als Tarnung benutzten, um die Werktätigen zu täuschen, dann beweist dies, dass sie von den Positionen des bürgerlichen Anti-Kommunismus aus zum offenen Kampf gegen ihn übergegangen sind. Tatsächlich sind heute auf ideologischem Gebiet gerade die Eurokommunisten die Fahnenträger des Kampfes gegen den Marxismus-Leninismus, den Sozialismus und die Revolution. (...) Diese ganze Reklame, dieser ganze Rummel zeigt, wie sehr sich die Bourgeoisie darüber freut, zu einem Zeitpunkt, da ihre Waffen des offenen Antikommunismus verrostet und schartig geworden ist, so eifrige Lakaien gefunden zu haben, die den Kommunismus, wie man sagt, von links bekämpfen. In der schwierigen Situation, die es durchmacht, hätte es für das Kapital gar nichts Besseres und Effektiveres geben können als den Dienst, den ihm die Revisionisten anbieten. Deshalb sind die Lobgesänge der Bourgeoisie auf die Demagogie, den Betrug, die theoretischen Spekulationen und die praktische Tätigkeit, mit denen die Revisionisten operieren, um die Werktätigen zu täuschen und zu verwirren, vollkommen verständlich und gerechtfertigt“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Anti-Kommunismus, Seite95 – 97).







d) Chinesischer Revisionismus

Wir beginnen hier wieder mit einem Ausschnitt aus dem Bericht an den 8. Parteitag der PAA, wo Enver Hoxha 1981 eine seiner letzten Einschätzungen über den chinesischen Revisionismus vorgetragen hat:

Unsere Partei hat einen großen, offenen und prinzipienfesten Kampf gegen den chinesischen Revisionismus, gegen die Ideologie, die Politik, die Haltungen und Handlungen der Kommunistischen Partei Chinas geführt. Der chinesische Revisionismus ist eine opportunistische Strömung in der kommunistischen Weltbewegung, und die Mao Tsetung-Ideen seine Grundlage, sind eine Ideologie mit archaischen Zügen, ein Amalgam aus alten chinesischen Theorien von Konfuzius und Menzius und neuen, völlig unzusammenhängenden paraphrasierten [=Umschreibung mit anderen Worten – Anmerkung der Redaktion] Theorien, überpinselt mit marxistischer Phraseologie. Die Mao Tsetung-Ideen vertreten eine hegemonistische Ideologie der Weltherrschaft, die auf einer Unmenge von heterogenen, widersprüchlichen und pragmatischen Theoremen und Gedanken basiert. Auf den Gewässern dieser Ideologie kreuzte die chinesische Dschunke auf einem wirren Kurs, mal nach Backbord, dann wieder nach Steuerbord abdriftend, als China mit dem Aufbau des neuen, aus dem Befreiungskampf hervorgegangenen chinesischen Staat begann. Daraus stammten die Schwankungen Chinas und der vage Charakter seines politischen und wirtschaftlichen Systems.

Die Theorie, von der sich das neue China leiten ließ, war nicht der Marxismus-Leninismus. Die marxistischen Pinselstriche auf der Fassade erweckten den falschen Eindruck, dass einige Merkmale des wissenschaftlichen Sozialismus existierten. Sie verhinderten, dass man die ständigen Abweichungen deutlich unterscheiden konnte.

Als in China die Rolle der Diktatur des Proletariats hervorgehoben wurde, so versteckte und entfaltete sich darunter, die Diktatur der rivalisierenden Gruppen und Persönlichkeiten. Als die führende Rolle der Partei hervorgehoben wurde, so versteckte sich darunter eine chaotische Organisation sowie die Tatsache, dass es diese Führung nicht gab. Als über die Hegemonie der Arbeiterklasse gesprochen wurde, so überließ man in Wirklichkeit die führende Rolle der Bauernschaft, weil es ihre kleinbürgerliche Ideologie war, die in China herrschte. Als über die Veränderung der Klassenstrukturen gesprochen wurde, rührte sich im Kern rein gar nichts von der Stelle.

Die chinesische Wirtschaft bewegte sich stark hinkend, ohne klare Orientierung und Perspektive, unabhängig davon, dass es einen gewissen Plan gab, der allerdings weit davon entfernt war, wissenschaftliche Merkmale zu haben, geschweige denn die Merkmale eines auf einem zentralisierten System beruhenden Plans. Er hat noch nicht einmal die Merkmale eines dezentralisierten Plans. Die chinesische Wirtschaft bewegte sich nach dem Trägheitsgesetz fort.

In dieser rückgratlosen Organisierung und Ideologie dominierte die Idee des Hegemonismus des chinesischen Großstaats, der ´von der Geschichte dazu berufen worden war`, das neue Modell der sozialistischen Gesellschaft zu repräsentieren, den ´Marxismus-Leninismus der neuen Zeit` zu repräsentieren, nämlich die Mao Tsetung-Ideen.

In dieser Entwicklung Chinas haben wir feststellen müssen, dass sich unter dem Deckmantel der Mao Tsetung – Ideen der Anti-Marxismus, eine Strömung des modernen Revisionismus verbarg, die nach für den ´chinesischen Kontinent` und seine kapitalistischen und imperialistischen Bestrebungen geeigneten, politischen, ideologischen, organisatorischen und staatlichen Formen und Strukturen verlangte.

Der `Anti-Imperialismus`, ´Anti-Sowjetismus` und ´Anti-Amerikanismus` des Chinas Mao Tsetungs, die sich untereinander abwechselten, waren konjunkturbedingt. Es waren weder ideologische Überzeugungen noch prinzipielle Haltungen, es waren vielmehr Manöver zur Ausbalancierung der Mächtigen auf der Welt, ein Spiel mit den politisch-militärischen imperialistischen Mächten im Interesse des Erstarkens Chinas auf dem weltweiten Schachbrett.

Mit diesen Weltanschauungen, mit diesen eklektischen und opportunistischen Haltungen sowohl im Innern Chinas, als auch nach außen gesehen, entfaltete sich die ´Proletarische Kulturrevolution` der Hongweibings, entfaltet sich gegenwärtig die revanchistische ´Revolution` der reaktionären Greise und allen Gerümpels des alten China. Auf diesen Grundlagen wurde die glücklose Theorie der ´drei Welten` und der ´Allianzen dieser drei Welten` ausgearbeitet, vollzogen sich die heftigen chinesischen Umschwünge in der internationalen Politik mit ihren überaus gefährlichen Folgen für den Weltfrieden.

Unsere Partei brauchte eine gewisse Zeit, um diesem anti-marxistischen Weg der Kommunistischen Partei Chinas und des chinesischen Staates zu durchschauen, mit denen wir gute, freundschaftliche Beziehungen unterhielten. Für unsere Partei war der theoretisch-politische Kern dieser Freundschaft von großer Bedeutung, war die Frage des Kampfes für die Reinhaltung des Marxismus-Leninismus, die Sache des Sozialismus und der Revolution von Bedeutung.

Wir führten zunächst einen prinzipienfesten Kampf durch Debatten, wie unter Genossen, doch allmählich verschärfte er sich wegen der anti-marxistischen Haltung Chinas. Es war ein unnnachgiebiger Kampf von Seiten der Partei der Arbeit Albaniens, aber ein ungleicher und schwieriger Kampf. Wäre dieser Kampf nicht durchgeführt worden, wäre der Aufbau des Sozialismus in Albanien gefährdet gewesen.

Die Bedeutung des Kampfes der Partei der Arbeit Albaniens bestand darin, dass er zwei Mythen stürzte: den Mythos Chinas als Land, wo der Sozialismus aufgebaut wurde, und den Mythos der Mao Tsetung – Ideen als Marxismus-Leninismus unserer Zeit. In diesem Kampf zur Verteidigung der Prinzipien hat unsere Partei alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten berücksichtigt, die unserem Land entstehen könnten.

Die als `wissenschaftliche Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus` propagierten Mao Tsetung-Ideeen vermochten die internationale kommunistische Bewegung und insbesondere einige marxistisch-leninistische Parteien zu beeinflussen. Wegen verschiedener Umstände waren diese Parteien dadurch, dass sie nicht imstande waren, diese revisionistische ideologische Strömung einer gründlichen Analyse zu unterziehen, der Auffassung, sie hätten im großen China und in Mao Tsetung die Führer der proletarischen Revolution, die entschlossenen Helfer im Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus und die natürlichen Verteidiger der gerechten nationalen Befreiungskämpfe der Völker.

Es galt also, einen entschlossenen und prinzipienfesten Kampf zu führen, um die Betrogenen zu ernüchtern. Die Partei der Arbeit Albaniens nahm diesen Kampf auf. Das ist eine sowohl noch zu Mao Tsetungs Lebzeiten als auch nach seinem Tod erlebte und bewiesene Tatsache. Das sozialistische Albanien wurde durch diesen Kampf in der Welt nicht isoliert, wie die jugoslawischen Revisionisten behaupten. Das Gegenteil geschah, die Partei der Arbeit Albaniens und die Sozialistische Volksrepublik Albanien haben ihre inneren und internationalen Positionen noch mehr verstärkt.

An diesem Kampf für die Verteidigung des Marxismus-Leninismus und der Revolution und für den Widerstand gegen die pseudo-marxistische Ideologie der Mao Tsetung-Ideen nahmen auch andere marxistisch-leninistische Bruderparteien mit Klugheit und revolutionärer Entschlossenheit teil und leisteten einen wertvollen Beitrag.

Die Entlarvung Chinas als nicht-sozialistisches Land und der Mao Tsetung-Ideen als anti-marxistische Theorie beseitigte eine gefährliche Illusion in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, genauso wie es mit dem sowjetischen und dem jugoslawischen Revisionismus sowie mit den anderen reaktionären revisionistischen Strömungen geschehen war.

Keine Tarnung, keine Fälschung, keine Abweichung von der wissenschaftlichen Theorie des Marxismus-Leninismus ist imstande, längere Zeit zu leben. Sie werden früher oder später entlarvt, denn sie stehen im Gegensatz zu den Idealen der Arbeiterklasse und der Völker, die für Befreiung, für wirkliche Demokratie, für den Sozialismus, für eine Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausgebeutete kämpfen. Die heutigen Entwicklungen in China, die ganze Innen- und Außenpolitik der chinesischen Führung beweisen, dass die Analysen und Schlussfolgerungen der Partei der Arbeit Albaniens vollkommen präzis und richtig waren. Die chinesische Führung ließ die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft freie Bahn, sie öffnete dem Einströmen des versklavenden ausländischen Kapitals Tür und Tor, schloss sich mit dem amerikanischen Imperialismus und mit der schwärzesten internationalen Reaktion zu einem engen Bündnis zusammen. China trat offen als aggressive imperialistische Macht mit Weltherrschaftsansprüchen auf. Es ist zu einem der wichtigsten Zentren der weltweiten Konterrevolution geworden und kämpft mit allen Mitteln, um die Befreiung der Völker zu verhindern und die Revolution zu ersticken. Der chinesische Revisionismus ist mittlererweile als offen reaktionäre Strömung aufgetreten, er hat jede Verbindung nicht nur zu den revolutionären und Befreiungsbewegungen abgebrochen, sondern auch zu jeder demokratischen und fortschrittlichen Bewegung. Er steht in allen Fällen auf der Seite der finstersten, obskurantistischsten und faschistischen Kräfte der Welt.

Durcheinander, Verwirrung, Konfusion und Zusammenstöße, die nach wie vor in China passieren, sind unmittelbare Folgen der Mao Tsetung-Ideen. Die Kritik, die die chinesischen Führer heute an Mao Tsetung üben, hat mit der von uns geübten marxistischen Kritik nichts zu tun. Sie knüpft nicht am Inhalt seiner Ideen an, die von den heutigen chinesischen Führern bewahrt und praktisch angewandt werden. Ihre Kritik ist Ausdruck des Machtkampfes zwischen den verschiedenen rivalisierenden maoistischen Gruppen. Diese Gruppen können Mao Tsetung nicht über Bord werfen, denn in einen Ideen finden sie alle eine Untermauerung und Rechtfertigung für ihr Handeln. Das chinesische Proletariat und das chinesische Volk werden, ohne sich von den Mao Tsetung-Ideen zu befreien, den richtigen Weg zum Sozialismus vergeblich suchen.

Die Partei der Arbeit Albaniens wird auch in Zukunft den prinzipienfesten Kampf für die vollständige Enmtlarvung des chinesischen Revisionismus konsequent fortsetzen, um eine klare und scharfe Grenze zwischen dem Marxismus-Leninismus und den anti-marxistischen Ideen Mao Tsetungs zu ziehen. Ohne die Mao Tsetung-Ideen anzuprangern und zu verwerfen, ohne ihren ganzen Einfluss in der revolutionären Bewegung zu bekämpfen und auszumerzen, kann weder vom Kampf gegen den chinesischen Revisionismus noch vom Kampf gegen den modernen Revisionismus insgesamt die Rede sein, kann sich die marxistisch-leninistische Bewegung nicht im erforderlichen Maße konsolidieren und entwickeln, kann die Sache der Revolution nicht erfolgreich vorangetrieben werden. (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 283 – 290; dt. Ausgabe).

Früher, als die Mao Tsetung-Ideen ihren Einfluss auf zahlreiche Parteien ausübten, waren die Imperialisten und die Sozialimperialisten noch ruhiger, denn sie wussten, dass diese revisionistische Strömung ihre Wühlarbeit in der marxistisch-leninistischen Bewegung machte. Heute aber, da diese Strömung entlarvt worden ist, bemühen sich die Feinde durch die Verbreitung der verschiedensten pseudo-marxistischen Theorien Konfusion zu säen, die Parteien durch Fraktionskämpfe zu spalten und zu schwächen sowie schwache und ungefestigte Elemente in verschiedenen Formen zu manipulieren und auf revisionistische Positionen zu drängen (...)

Angesichts der koordinierten Tätigkeit der Imperialisten und Revisionisten gegen den Marxismus-Leninismus und den revolutionären Kampf des Proletariats und der Völker ist die weitere Festigung der Einheit der marxistisch-leninistischen Bewegung eine unabdingbare Notwendigkeit.

Die Stärke der kommunistischen marxistisch-leninistischen Weltbewegung besteht in der Richtigkeit der Ideen, für die sie kämpft, und in ihrer Einheit. Die marxistisch-leninistischen Parteien lassen sich in ihrem Kampf von den Lehren der großen Klassiker leiten, nutzen das reiche und allseitige Erbe der Komintern aus, stützen sich auf die Erfahrung ihres Kampfes gegen den revisionistischen Verrat und halten sich die negativen Erfahrungen der revisionistisch entarteten Parteien vor Augen. Alle diese Lehren und Erfahrungen sind ein sehr großer ideologischer, politischer, organisatotischer, theoretischer und praktischer Schatz, um die marxistisch-leninistischen Parteien und die marxistisch-leninistische Bewegung in jeder Hinsicht zu stählen und zu festigen“ (ebenda, Seite 311 – 313); [Unterstreichungen von der Redaktion].

Die Frage des Kampfes gegen den chinesischen Revisionismus erörterte das 2. Plenum des ZK der PAA im Juni 1977. Auf der Grundlage der Direktiven des 7. Parteitags gab das Plenum die Ausrichtung, die Kritik gegen die reaktionäre `Theorie der drei Welten` , die den Kern der revisionistischen Auffassungen und der konterrevolutionären und hegemonistischen Politik der chinesischen Führer darstellte, weiterzuentwickeln. Der Artikel von ´Zeri i Popullit` vom 7. Juli 1977, ´Theorie und Praxis der Revolution`, der ein breites Echo in der Welt hervorrief, unterzog diese Theorie mit wissenschaftlichen Argumenten einer vernichtenden Kritik. Das ZK-Plenum, das die Entschlossenheit, den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus fortzusetzen, zum Ausdruck brachte, machte Partei und Volk darauf aufmerksam, dass die chinesischen Führer nicht auf ideologischem Gebiet zurückschlagen würden, da sie sich hier außerstande fühlten, die PAA zu bekämpfen, sondern auf anderen Gebieten, im Rahmen der zwischenstaatlichen Beziehungen, insbesondere auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet, wo sie sich einbildeten, dem Sozialismus in Albanien Schaden zu können. Zu diesem Zweck würden sie die Sabotagetätigkeit in Wirtschaft und Verteidigung der SVRA Schritt für Schritt verstärken. Sie würden die wirtschaftlichen und militärischen Verträge und Vereinbarungen nicht einhalten, um schließlich die im Rahmen dieser Verträge vorgesehenen Kredite und Hilfen ganz einstellen. Und so war es tatsächlich“ ( „Geschichte der PAA, 1966-1980, Seite 259/260, dt. Ausgabe):

Anschließend ein Kommentar zu Enver Hoxhas Werken über den chinesischen Revisionismus in der „Geschichte der PAA, 1966-1980, Seite 295 – 297, dt. Ausgabe):

Auch den chinesischen Revisionismus unterzieht Genosse Enver Hoxha (...) einer allseitigen Analyse.

Der chinesische Revisionismus zeigte sich offen Anfang der siebziger Jahre, doch er entstand nicht zu dieser Zeit, geschweige denn erst nach dem Tod von Mao Tsetung. Er wurzelt ideologisch-theoretisch in den so genannten ´Mao Tsetung-Ideen` , die insbesondere nach 1935, als Mao Tsetung an die Parteispitze kam, Gestalt anzunehmen begannen [nicht rein zufällig das gleiche Jahresdatum wie die Abweichung des VII. Weltkongresses vom revolutionären, marxistisch-leninistischen Kurs der Komintern – Anmerkung der Redaktion]. Anfänglich stellten sie sich als `Chinesierung des Marxismus-Leninismus` dar, dann als ´Marxismus-Leninismus der heutigen Zeit` und schließlich als ´höchste Phase des Marxismus-Leninismus`! Die ´Mao Tsetung-Ideen` , legt Genosse Enver Hoxha dar, sind grundverschieden vom Marxismus-Leninismus. Sie sind ein Amalgam von Ansichten, wo dem Marxismus entlehnte Ideen und Thesen sich mit konfuzianischen, buddhistischen, anarchistischen, trotzkistischen, titoistischen, chruschtschowianischen und eurokommunistischen Ideen und Thesen und mit ausgeprägt nationalistischen und rassistischen Einschlag vermengt haben.

Es ist gerade diese Vermischung allerlei idealistischer, pragmatischer und revisionistischer Philosophien, die die ´Mao Tsteung-Ideen` zu einer Waffe aller fraktionistischen Strömungen und Linien in China im Kampf jeder gegen jeden oder im Rahmen vorübergehender Koexistenz gemacht haben.

Aus diesen Gründen schaffte es die KP Chinas zu keiner Zeit, von Ideologie, Politik, Zusammensetzung und vom organisatorischen Aufbau her, eine wahrhaft proletarische Partei zu werden; aus diesen Gründen wuchs die bürgerlich-demokratische Revolution in China nicht in die sozialistische Revolution hinüber, führte nicht zur Errichtung der wahrhaft proletarischen Diktatur und brachte das Land nicht auf den wahren Weg der sozialistischen Entwicklung.

Mao Tsetung, schilderte Genosse Enver Hoxha, hatte den Ruf eines großen Marxisten-Leninisten und bezeichnete sich selbst als Kommunist. Das war er aber nicht. Er war lediglich ein demokratischer Revolutionär, der einige Elemente der marxistisch-leninistischen Philosophie mit dem Idealismus, mit der bürgerlich-revisionistischen Philosophie und mit der alten chinesischen Philosophie auf eklektische Weise vereinigte.

Eine der charakteristischsten Erscheinungsformen des chinesischen Revisionismus als Ideologie und Politik ist die Theorie der ´drei Welten`. Genosse Enver Hoxha entlarvt alle Versuche der chinesischen revisionistischen Führer, sie als marxistisch-leninistische Theorie hinzustellen. Er begründet wissenschaftlich, dass sie eine durch und durch konterrevolutionäre Theorie ist, die in der Absicht geschaffen worden ist, der Strategie der Umwandlung Chinas in eine imperialistische Supermacht eine ´theoretische Grundlage` zu verschaffen, seine Bündnispolitik mit den USA, Japan und Westeuropa zu rechtfertigen und über die Länder der so genannten ´dritten Welt` seine Hegemonie zu errichten.

Der chinesische Revisionismus verfolgte die Bündnispolitik mit dem amerikanischen Imperialismus und der gesamten internationalen Bourgeoisie mit dem Ziel, von ihren wirtschaftlichen, militärischen und politischen Hilfen zu profitieren. Die USA und die übrigen entwickelten kapitalistischen Mächte zeigten sich bereit, China diese Hilfe zu gewähren, denn Chinas Politik stellt eine Unterstützung für ihre strategischen Pläne dar“ (aus: Geschichte der PAA 1966 – 1980, Seite 295-297, dt. Ausgabe).

Unsere Partei vertritt den Standpunkt, dass die Befürworter der Theorie der ´drei Welten` Renegaten des Marxismus-Leninismus, gefährliche Feinde der Völker sind, weil sie das Ziel verfolgen, die Befreiungskämpfe der Völker und die proletarische Weltrevolution zu sabotieren“ (Enver Hoxha, Wahlrede am 8. November 1978, Seite 14, dt. Ausgabe).

Die ´Theorie der drei Welten` , die die Klassengrenzen bei der Einteilung der Welt verwischt, zieht keine Schlussfolgerung in Bezug auf die Revolution. Sie ignoriert sie vielmehr. Dieser ´Theorie` zufolge gehören z.B. zu den Ländern der so genannten ´dritten Welt` sowohl die abhängigen kapitalistischen Länder oder die Länder, die vom Faschismus beherrscht sind, als auch die sozialistischen Länder. Der Widerspruch zwischen Sozialismus und Kapitalismus, der Grundwiderspruch unserer Epoche im nationalen und internationalen Maßstab, existiert für diese ´Theorie` nicht, für sie ist er erloschen. (...) Die wahren Marxisten-Leninisten teilen die Welt nicht nach Blöcken ein, sondern nach den sozialökonomischen Systemen. An diesem Kriterium war und ist nichts zu rütteln, wenn auch nur ein einziges sozialistisches Land auf der Welt existiert. Lenin selbst hatte eine ganze kapitalistische Welt und ihr gegenüber ein einziges sozialistisches Land vor Augen, das damalige Sowjetrussland, als er sagte: ´Auf der Welt gibt es heute zwei Welten`. Die so genannte ´Theorie der drei Welten` akzeptieren heißt, in offenkundigster Weise die Lehren Lenins entstellen und kein Vertrauen in den unausbleiblichen Sieg des Sozialismus haben.

Diese ´Theorie` in einem sozialistischen Land befolgen und anwenden heißt, die Diktatur des Proletariats schwächen und die Errungenschaften des Sozialismus unterhöhlen. Diese ´Theorie` im internationalen Proletariat propagieren heißt, es auffordern, nicht zu kämpfen, sich nicht zur Revolution zu erheben und nicht für die Errichtung der Diktatur des Proletariats zu kämpfen, sondern sich der Herrschaft und Ausbeutung durch die kapitalistischen Großmonopole zu unterwerfen“ (Nexhmije Hoxha, Einige grundlegende Fragen der revolutionären Politik der PAA zur Entfaltung des Klassenkampfes,Seite 53-54, dt. Ausgabe).

Im Rahmen des Kampfes zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus und des Sozialismus im Weltmaßstab hat die PAA die KP Chinas und die VR China in den schwierigsten Augenblicken, die Letztere durchmachten, verteidigt, ohne dabei zu fürchten, dass sie damit die Wut und das Feuer der amerikanischen Imperialisten, der sowjetischen Sozialimperialisten und des modernen Revisionismus auf sich ziehen konnte. Als aber der Verrat der chinesischen Führer, als der bürgerlich-revisionistische Charakter ihrer Ideologie und Politik, ihre Absicht, China in eine sozialimperialistische Supermacht zu verwandeln, ans Licht kam, zögerte die PAA nicht, dem chinesischen Revisionismus und Sozialimperialismus einen unversöhnlichen Kampf zu erklären, mit der gleichen Entschlossenheit wie gegenüber dem sowjetischen Revisionismus und Sozialimperialismus“(aus: Geschichte der PAA 1966 – 1980, Seite 337/338, dt. Ausgabe).

Der revisionistische Verrat war die Ursache für die Entstehung allerlei ´neuer` Theorien und Doktrinen zum Schutz der kapitalistischen Ordnung, für die Belebung allerlei anti-marxistischer, trotzkistischer, anarchistischer und maoistischer Strömungen, die in die Jugend, insbesondere in die Schuljugend, und in die Reihen der Intellektuellen der kapitalistischen Länder eingedrungen waren. Ein nicht gerade geringes Durcheinander hatten auch die Mao-Tsetung-Ideen und die chinesische Kulturrevolution angerichtet.

Unter diesen Bedingungen, betonte der [6.] Parteitag, nahm der Kampf aller Marxisten-Leninisten für die Befreiung der Arbeiterklasse und der werkätigen Massen von den Einflüssen der bürgerlichen Ideologie, dem Marxismus-Leninismus, überaus große Bedeutung an“ (aus: Geschichte der PAA 1966 – 1980, Seite 146, dt. Ausgabe).

Die Maoisten erheben den Anspruch, Lenin zu verteidigen, indem sie den so genannten „Marxismus-Leninismus-Maoismus“ predigen. In deren Augen gehören WIR und nicht etwa SIE zu den Neo-Revisionisten. Alle internationalen Strömungen, die sich gegen den so genannten „Marxismus-Leninismus-Maoismus“ richten, werden unter dem Sammelbegriff Neo-Revisionismus zusammengefasst. Darunter fallen auch diejenigen Maoisten, die den heutigen Sozialimperialismus und Sozialfaschismus in China unter den Begriff des Maoismus fassen. Die einen Maoisten verlagern den revisionistischen Verrat nach den Tod Maos und versuchen ihn vergeblich als „Marxisten-Leninisten“ zu verteidigen. Sie bezeichnen solche Maoisten, die Deng und Hua verteidigen, als „Neo-Revisionisten“. Die sogenannten „Marxisten-Leninisten-Maoisten“ betrachten ihre eklektische Lehre als eine „wirkungsvolle“ Waffe gegen den Neo-Revisionismus. In Wahrheit ist es umgekehrt: der „Marxismus-Leninismus-Maoismus“ = Neo-Revisionismus, und damit eine Waffe gegen den Marxismus-Leninismus. Das ist nicht nur ein Verwirrspiel, welches mit dem Begriff „Neo-Revisionismus“ betrieben wird, sondern widerspiegelt die unterschiedlichen Auffassungen der Revisionisten, wie offen oder wie verdeckt der Revisionismus jeweils taktisch definiert werden soll. Es ist der Streit unter den Revisionisten, welche Form, wie offen oder wie getarnt der Revisionismus zum gegebenen Augenblick notwendig ist, um ein Maximum an Sand zu erzeugen, dass man dem Proletariat, den Völkern, den Revolutionären in die Augen streuen muss, um den größten Effekt zu erzielen. Je feiner gestreut wird, desto wirkunsvoller das Ergebnis. Das sind also rein taktische Differenzen im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, der sich von Zeit und Ort, von den Bedingungen in der Welt und in den einzelnen Ländern unterscheidet und sich ständig verändert. Dieses Phänomen charakterisiert die großen Anpassungsschwierigkeiten des Revisionismus an die veränderte Lage des Klassenkampfes zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie. Dem Wesen, dem Sinn und Zweck dienen alle diese differenzierten neo-revisionistischen Strömungen, - dem Kampf gegen den Marxismus-Leninismus. Die anderen halten China nach Mao weiterhin für ein sozialistisches Land. China ist aber nie sozialistisch gewesen, genauso wenig wie Mao jemals ein Marxist-Leninist gewesen ist, auch wenn dagegen lauthals protestiert wird. Alle maoistischen Bewegungen, ob der revolutionäre Befreiungskampf in Nepal oder anderswo auf der Welt werden früher oder später zerfallen und im Sumpf der Bourgeoisie enden, wenn sie nicht dazu willens oder in der Lage sind, sich kompromisslos vom Maoismus zu trennen und den Weg Enver Hoxhas zu gehen. Man kann nicht den leninistischen Weg gehen und gleichzeitig den maoistischen Weg – beides schließt sich einander aus, lässt sich nicht miteinander vereinbaren, ist zum Scheitern verurteilt, denn Maoismus ist Anti-Leninismus. Auch wer meint, den Weg der sogenannten „Viererbande“ zu gehen, könne den revisionistischen Verrat in China überwinden, liegt solange falsch, wie er sich wie der „Viererbande“ selbst auf Mao stützt. Weder mit Mao, noch mit Kim Il Sung, Che Guevara, Catsro usw. usf. kann man weder den einen noch den anderen Revisionismus, noch den Revisionismus überhaupt überwinden. Man kann den einen Revisionismus niemals durch einen anderen überwinden. Man kann sich niemals unter den Schutzschild eines Revisionismus stellen, um sich vor einem anderen zu retten. Man kann sich nur mit dem Schutzschild des Marxismus-Leninismus vor dem Revisionismus schützen, so wie es Stalin und Enver Hoxha getan haben.

Solange Enver Hoxha China gegenüber den sowjetischen Revisionismus nach außen verteidigte und dabei Mao nicht offen angriff, galt er bei den Maoisten als „treuer Verbündeter des Maoismus“. Als Enver Hoxha aber den Maoismus als das entlarvte, was er wirklich ist – nämlich anti-leninistisch – wurde Enver Hoxha als Neo-Revisionist beschimpft. Dazwischen gibt es bis heute eine Reihe verschiedener versöhnlerischer und zentristischer Strömungen, die mehr zu Enver oder mehr zu Mao tendieren, aber einer Meinung sind, dass sie beide gleichermaßen „Marxisten-Leninisten“ sind. Diese Einheitsfrontbewegung zwischen Neo-Revisionismus und Marxismus-Leninismus erleichtert in der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung nicht gerade die Trennungslinie zwischen Marxismus-Leninismus und Maoismus. Das eine ist eine proletarische Lehre, das andere eine bürgerliche Lehre. Beide zusammengenommen erhöhen ihre Effektivität nur für die Bourgeoisie und nicht für das Proletariat . Niemals können diese beiden Lehren vermixt werden oder beiden antagonistischen Klassen gemeinsam nützlich sein. Das hat der Leninismus bereits tausendmal widerlegt. Revisionismus trat immer an den Nahtstellen zwischen den Klassikern auf. Zu Lenins Zeiten Revisionismus unter dem Deckmantel „zurück zu Marx und Engels!“ Zu Stalins Zeiten: „Zurück zu Lenin!“ zu Envers Zeiten : „Zurück zu Lenin und Stalin!“ und nach Envers Zeiten: „Zurück zu Enver Hoxha!“. Aber in Wirklichkeit wollen sie alle zurück zum Revisionismus, so lautstark sie sich dabei auch auf die Klassiker berufen! Es wird der Bourgeoisie niemals gelingen - auch nicht mit Apellen: „zurück zu den Klassikern!“ - den Marxismus-Leninismus aufzuhalten. Der Marxismus-Leninismus ist die Ideologie des Weltproletariats, die Ideologie der aufstrebenden, siegenden Klasse. Niemals wird es der untergehenden, sterbenden Klasse gelingen, mit der Ideologie des Marxismus-Leninismus ihren endgültigen Zerfall und Untergang zu verhindern. Die Revisionisten können sich mit den Klassikern abmühen so viel sie wollen, in ihren Händen wird der Marxismus-Leninismus sie verbrennen.

Die revisionistischen Rosstäuscher geben vor den Massen als „Marxisten-Leninisten“ aus, während sie die wahren Marxisten-Leninisten vor den Augen der Arbeiter als „Maoisten“ verteufeln.

Enver Hoxha stellte fest:

Früher, als die Mao Tse-tung-Ideen ihren Einfluss auf zahlreiche Parteien ausübten, waren die Imperialisten und die Sozialimperialisten noch ruhiger, denn sie wussten, dass diese revisionistische Strömung ihre Wühlarbeit in der marxistisch-leninistischen Bewegung machte. Heute aber, da diese Strömung entlarvt worden ist, bemühen sich die Feinde durch die Verbreitung der verschiedensten pseudo-marxistischen Theorien Konfusion zu säen, die Parteien durch Fraktionskämpfe zu spalten und zu schwächen sowie schwache und ungefestigte Elemente in verschiedenen Formen zu manipulieren und auf revisionistische Positionen zu drängen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 311).

Eben dieses Drängen auf revisionistische Positionen wird verdeckt gemacht, wird verborgen gehalten unter dem Deckmantel des Anti-Revisionismus – und eben das bezeichnen wir von der Komintern / ML als Neo- Revisionismus.

Die Mao Tsetung-Ideen haben dem Imperialismus geholfen, weil sie den Revisionisten zur Restauration des Kapitalismus „unter Beibehaltung der Diktatur des Proletariats“ dienten ( von der sich die Sowjetrevisionisten auf dem 20. Parteitag der KPdSU offziell verabschiedet hatten!) und darauf abzielten, die ununterbrochene Entwicklung der sozialistischen Revolution bis zum Sieg des Kommunismus im weltweiten Maßstab aufzuhalten. Den chinesischen Theoretikern zufolge gäbe es im Sozialismus „antagonistische“ Klassen, womit sie in Wirklichkeit nur ihre falsche, opportunistische Linie zu rechtfertigen versuchten, in deren Folge nicht nur die alten Ausbeuterklassen nicht beseitigt worden waren, sondern auch eine neue bürgerliche Klasse entstanden war. Diese Klassen hielten in Maos China die Macht in ihren Händen. Der Marxismus-Leninismus lehrt genau das Gegenteil: Mit der sozialistischen Revolution beseitigt die Arbeiterklasse die Ausbeuterklassen. Im Sozialismus gibt es keinen antagonistischen Klassen mehr, aber sehr wohl wird bis zum Übergang zum Kommunismus ein heftiger Klassenkampf im Sozialismus gegen die Überreste der antagonistischen Klassen geführt, wird ein unerbittlicher Klassenkampf geführt gegen die Herausbildung einer neuen antagonistischen Klasse, gegen die revisionistische Entartung des Sozialismus, gegen die Gefahr der Restauration des Kapitalismus.

Den Mao Tsetung-Ideen zufolge haben die antagonistischen Klassen im „Sozialismus“ auch ihre proletarischen und bürgerlichen Stäbe, gäbe es zwei Linien“ in der Partei, die die Interessen der antagonistischen Klassen zum Ausdruck bringen würden. Das hat natürlich nichts mit einer marxistisch-leninistischen Partei zu tun, wo nur Kämpfer für den Kommunismus zusammengeschlossen sind. Wer die Ideale und Ziele der revolutionären Arbeiterklasse etwa verletzt, wird hinaus gesäubert und bleibt unmöglich als Fraktion in der Partei. Die marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse hat nur eine Linie, die Linie der revolutionären Arbeiterklasse. Darin unterscheidet sie sich von den revisionistischen Parteien. Natürlich ist der Klassenkampf in der Partei unvermeidlich, ist er objektiv vorhanden, denn er spiegelt den gleichen Klassenkampf in der Gesellschaft nur eben konzentrierter wider, der in der sozialistischen Gesellschaft tatsächlich stattfindet, aber der Kampf „zweier Linien“ ist deswegen noch lange nicht unvermeidlich, wie es Mao Tsetung „lehrte“. Mit dieser fatalistischen Unvermeidbarkeitslehre vom Kampf zweier Linien wird nur der Bourgeoisie der Platz in der Partei reserviert, um die Diktatur des Proletariats von dort aus zu zerschlagen und den Übergang vom Sozialismus in den Kapitalismus zu lenken. Damit wird nur Fatalismus gepredigt, werden die anti-revisionistischen Kräfte der Partei und der Arbeiterklasse gelähmt und zersetzt und dem Kapitalismus der Weg geebnet. Unter den Bedingungen des Kapitalismus führen die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen den Klassenkampf nur von unten aus, im Sozialismus hingegen wird dieser Kampf sowohl von unten als auch von oben geführt. Jede Einseitigkeit in dieser Frage hat für die Sache des Sozialismus schädliche Folgen, wie man es in den revisionistischen Ländern gesehen hat. Die modernen Revisionisten versuchten zwei unterschiedlichen Vorstellungen zu folgen, was die Einheit und des Kampfes der Gegensätze im Klassenkampf anbelangte. Die Chruschtschowianer leugneten die Klassenwidersprüche, betrachteten sie als ein Übel, beschönigten und verherrlichten die revisionistische Wirklichkeit, den „realen Sozialismus“, wobei sie alle Dinge, Prozesse und Erscheinungen der sozialistischen Gesellschaft im Lichte der Einheit betrachteten und die Einheit verabsolutierten. Das ist die Position der Opportunisten, der Versöhnung der Gegensätze, der Abkehr vom Klassenkampf im eigenen Land und in der Welt, womit sie ihre revisionistische Konterrevolution kaschierten. Nur die nichtantagonistischen Widersprüche zu akzeptieren und die Existenz antagonistischer Widersprüche unter der Diktatur des Proletariats zu leugnen, widerspricht dem Marxismus-Leninismus und der objektiven Realität des Klassenkampfes im Sozialismus.

Ganz anders Mao: Er leugnet die Einheit und lässt nur die Widersprüche gelten; er versuchte in allem Widersprüche zu finden und zu schaffen; er betrachtete die Einheit als etwas, das die konservative Seite darstelle und die Entwicklung behindere. Mao Tsetung machte „Eins teilt sich in Zwei“ zu einem absoluten Prinzip, womit er seinem Kurs der Legitimierung und Duldung antagonistischer Klassen im Sozialismus und der zwei Linien in der Partei, der Koexistenz bürgerlicher und reaktionärer Parteien „unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats“ , der Kulturrevolution, die von Zeit zu Zeit zu wiederholen sei usw. usf., eine theoretische Grundlage zu geben versuchte. Mao hat die dialektischen Gesetze unter den Bedingungen des Sozialismus entstellt und verabsolutiert. Es ist absolut falsch, die antagonistischen und nichtantagonistischen Widersprüche auf die gleiche Stufe zu setzen. Die antagonistischen Widersprüche sind typisch, charakteristisch für die in feindliche Klassen aufgeteilten Gesellschaftsordnungen, zu der auch die chinesische revisionistische Ordnung gehört. In der sozialistischen Gesellschaft der Sowjetunion Lenins und Stalins und Albaniens waren hingegen die feindlichen Klassen beseitigt worden, entsprangen die antagonistischen Widersprüche keineswegs der Natur der sozialistischen Ordnung selbst. Sie entstanden und existierten als Produkt der Überbleibsel der alten bürgerlichen Gesellschaft im Innern und durch den Druck der kapitalistisch(-revisionistischen) Einkreisung von außen her, als Produkt der Faktoren also, die objektiv existieren, die aber der sozialistischen Ordnung und ihrer Ideologie fremd sind. Die nichtantagonistischen Widersprüche sind die charakteristischen Widersprüche in der sozialistischen Gesellschaft – nicht so in China. Wie der moderne Revisionismus in der Sowjetunion und in Albanien in der Praxis bewiesen hatte, verwandelten sich die nichtantagonistischen Widersprüche in antagonistische Widersprüche. Jene modernen Revisionisten verbreiteten hierzu ihre dekadente Ideologie, Kultur und Lebensweise, führten die der kapitalistischen Länder ein, ebneten dem Liberalismus und Bürokratismus den Weg, schürten Streitigkeiten und Unzufriedenheit, Diebstahl, Kriminalität usw, usf. Das gelang den modernen Revisionisten überall dort, wo es an revolutionärer Wachsamkeit mangelte, wo sich Fehler und Schwächen im sozialistischen System zeigten, das es in China allerdings nie gegeben hat. Dort herrschat das Dschungelgesetz der kapitalistischen Welt.







e) albanischer Revisionismus

Alle bisher abgehandelten Spielarten des Revisionismus und insbesondere die nicht abgehandelten Spielarten lassen sich studieren mit dem albanischen Studienmaterial, weswegen wir hierauf nicht so ausführlich eingegangen sind. Was den albanischen Revisionismus anbelangt, verfügen wir erstens nicht über so reiche Quellen und zweitens handelt es sich um die weitest entwickelte und historisch gesehen jüngste Form des Revisionismus, weswegen wir uns hier etwas ausführlicher damit beschäftigen müssen. Beginnen wir mit einem „schicksalhaften“ Ausspruch Enver Hoxhas, der deutlicher als alles andere auf das aufmerksam macht, was in Albanien tatsächlich eingetreten ist:

Zugleich mit dem Kampf gegen die äußeren Feinde `Imperialisten und Revisionisten` (darf man) auch den Klassenkampf im Innern des Landes nicht beiseite lassen und niemals vergessen. Andernfalls würde uns die Geschichte schwer bestrafen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, 1966, dt. Ausgabe, Seite 184). ... und die Geschichte hat Albanien, hat das zweite und vorläufig letzte sozialistische Land auf der ganzen Welt, sehr schwer bestraft; das einst so blühende sozialistische Albanien, das einzige sozialistische Land auf der Welt, die Hoffnung und die Quelle der Kraft des revolutionären Weltproletariats, ist zu einem Armenhaus Europas degradiert worden !

Das sozialistische Albanien war zu Enver Hoxhas Zeiten das einzige revolutionäre Land in der Welt, das die modernen Revisionisten restlos geschlagen, aus Albanien hinausgejagt und das die unterirdischen Verbindungen zu den modernen Revisionisten anderer Länder gekappt hat. Die Geschichte des sozialistischen Albaniens ist die ruhmreiche Geschichte der siegreichen Führerin des internationalen Kampfes gegen den modernen Revisionismus an der Macht. Als solche geht die Geschichte des Sozialismus Albaniens in die gesamte Geschichte des Sozialismus ein, nämlich als Schrittmacher des Weltsozialismus.

Es ist eine historische Wahrheit, dass der Kampf gegen den Revisionismus in der Sowjetunion und der Kampf gegen den modernen Revisionismus in Albanien nirgendwo auf so höchster Stufe geführt werden konnte, und zwar nicht zuletzt deswegen, weil hierzu auch die materielle und geistige Basis der sozialistischen Gesellschaft vorhanden war, um dort hervorragende Bedingungen für die Meisterung des anti-revisionistischen Kampfes zu schaffen, was auch für das gesamte Weltproletariat von unschätzbarem und bleibendem Wert ist: Das Niveau der materiellen Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft bestimmt das sozialistische Niveau der Entwicklung des anti-revisionistischen Bewusstseins. Das Niveau der Entwicklung des anti-revisionistischen Bewusstseins fällt mit dem Sturz der sozialistischen Gesellschaft – und zwar nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Maßstab, was nichts anderes heißt, dass das Niveau der Entwicklung des anti-revisionistischen Bewusstseins der gesamten marxistisch-leninistischen Weltbewegung dann rapide abfällt, wenn die letzte sozialistische Gesellschaft, der Hebel und die Basis der Weltrevolution, gestürzt ist. Und so ist es auch tatsächlich dazu gekommen, denn Hebel und Basis der Weltrevolution heißt nichts anderes als Hebel und Basis des internationalen Kampfes gegen den modernen Revisionismus. Daraus wird deutlich, welchen kolossalen, qualitativen Sprung wir im anti-revisionistischen Kampf mit dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution zurücklegen, wenn also das Wissen über den Revisionismus endlich in den allgemeinen Besitz von Milliarden Weltmassen übergegangen sein wird. Daraus wird ferner deutlich, dass das sozialistische Albanien, dass die Lehren des 5. Klassikers des Marxismus-Leninismus, Genosse Enver Hoxha, die Grundlage geschaffen haben, damit dieser qualitative Sprung zum Weltsozialismus gelingt und das Weltproletariat sich bei seinen heldenhaften albanischen Klassenbrüdern dadurch bedanken wird, dass sie die erneute sozialistische Revolution der albanischen Arbeiterklasse, den wiederhergestellten albanischen Sozialismus auf höherer Stufe garantiert durch die Errichtung der proletarischen Weltdiktatur, denn dann wird es keinen zweiten Ramiz Alia mehr geben.

Das sozialistische Albanien mit Enver Hoxha an der Spitze führte als Bannerträger des weltweiten Anti-Revisionismus ein Höchstmaß dessen durch, was für ein sozialistisches Land für die Entwicklung, Unterstützung und Entfachung des Kampfes gegen den modernen Revisionismus in allen Ländern der Welt durchführbar war. Mit dem Tod des Genossen Stalin, mit dem Tod des Genossen Enver Hoxha, starben auch die sozialistische Sowjetunion und das sozialistische Albanien, obsiegte der moderne Revisionismus.

Die ersten , die hinter dem albanischen Kampf gegen den modernen Revisionismus mitsegelten, um ihren eigenen Revisionismus zu retten, das waren die chinesischen Revisionisten mit Mao Tsetung an der Spitze. Als der chinesische Revisionismus von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die von Enver Hoxha angeführt wurde, enttarnt, entlarvt und demaskiert worden war, trat Ramiz Alia nach dem Tode Enver Hoxhas an die Spitze, um – unter dem Segel des „anti-Revisionismus“ den Marxismus-Leninismus im eigenen Land und in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha zu entwaffnen.

Wie kann der Revisionismus ausgerechnet in dem anti-revisionistischsten Land der Welt, im Land des Genossen Enver Hoxha, des Führers des weltweiten Kampfes gegen den modernen Revisionismus, überhaupt an die Macht gelangen ???? Man suchte und fand die Spuren des Revisionismus überall, sogar in China, aber im eigenen Land schien alles von jeglichem revisionistischen Einfluss blitzblank gesäubert zu sein, sei alles zum Besten bestellt. Da kann nicht sein, was nicht sein darf. Wer nicht sucht, kann auch nichts finden. Man versteckte sich hinter Enver Hoxha, um als anti-revisionistische Saubermänner auftreten zu können, verwischte die eigenen revisionistischen Spuren hinter seiner eigenen anti-revisionistischen Fassade. Als Enver Hoxha starb, versteckte man sich hinter einem Heiligenschein, in den man ihn hüllte. Als man an der Macht war und sich nicht mehr verstecken brauchte, riss man dann das Enver Hoxha Denkmal ungeniert vom Sockel und errichtete auf seinen Trümmern die Diktatur der neuen Bourgeoisie. Der moderne Revisionismus wurde in Albanien genauso schnell beerdigt wie er an die Macht kam. Die modernen Revisionisten kamen aus ihren Rattenlöchern gekrochen , um sich an den sozialistischen Köstlichkeiten die Bäuche vollzuschlagen – und als nach kürzester Zeit nichts mehr übrig war, ließ man es sich vom ausländischen Kapital gut ergehen, an das sie Albanien verscherbelten.

Nun, das ist natürlich noch lange nicht die ganze traurige Geschichte. Die wissenschaftliche Aufklärung der Frage, warum ausgerechnet das anti-revisionistische Land Albanien dem modernen Revisionismus zum Opfer fiel, interessiert jeden revolutionären Arbeiter brennend. Bis sich der Revisionismus von innen heraus zur Macht in Albanien entfalten konnte, um den Sozialismus zu stürzen, hatte Albanien stets, und über Jahrzehnte hinweg, einen siegreichen Kampf gegen alle Revisionisten geführt. Der Druck eines revisionistischen Landes wurde nicht nur durch den Druck eines anderen revisionistischen Landes abgelöst, sondern der Druck erhöhte sich auch durch deren Zusammenarbeit gegen Albanien. Sie zentralisierten ihren Druck von außen, so dass wir von der vollständigen revisionistischen Umkreisung Albaniens sprechen können, die sich über Jugoslawien, die Sowjetunion und China zu einem eisernen Ring verdichtete. Die revisionistischen Kräfte dieser Länder wirkten aber nicht nur von außen, sondern auch von innen, indem sie versuchten, in Albanien ihre Agenturen zu errichten, ebenfalls nicht nur in einer sich ablösenden Reihenfolge, sondern auch zentralisiert und koordiniert( Absprachen zum gegenseitigen Vorteil). So wirkten die Revisionisten von außen UND von innen gleichzeitig und zwar nicht parallel sondern ebenfalls koordiniert und zentralisiert, soweit diese Politik unter den Bedingungen ihrer eigenen Rivalitätswidersprüche praktisch umsetzbar war. Jedenfalls waren sie sich einig, dass das sozialistische Albanien ihr gemeinsamer Klassenfeind war, und das zwang sie dazu, gegen Albanien gemeinsame Sache zu machen.

Wer die Geschichte des sozialistischen Albaniens studiert hat, der weiß, dass die erste revisionistische Hauptagentur in Albanien die Nachbar-Agentur des revisionistischen Jugoslawiens war, also die enge und damit intensivere Verbindung von äußerer und innerer Zersetzungspolitik direkt über die Grenze lief. Das revisionistische Jugoslawien hatte ihre Leute nach Albanien geschickt, um albanische Verräter anzuheuern, um die albanische Regierung zu stürzen, durch eine jugoslawienfreundliche albanische Regierung zu ersetzen und Albanien zur einer jugoslawischen, revisionistischen Republik zu machen. Diese konterrevolutionären Ziele gab Jugoslawien bis zum Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats nie auf, verfolgte sie permanent und zwar in verschärfter Form, wofür die von den Jugoslawen angeheizte Krise im albanischen Kosova konzentriertester Ausdruck des sich zuspitzenden Konflikts war. So musste das sozialistische Albanien permanent und mit immer größerem Kräfteaufwand gegen den jugoslawischen Revisionismus ankämpfen.

Mit der Machtübernahme Chruschtschows bekam Jugoslawien Konkurrenz, bekam der sowjetische Sozialimperialismus Appetit auf Albanien, und nahm von seiner Potenz her noch größere Anstrengungen als Jugoslawien, um Albanien in die Knie zu zwingen, und es sich seinerseits unter den Nagel zu reißen. Albanien stand nunmehr einem revisionistischen Räuberbündnis von Tito und Chruschtschow gegenüber. Auch die sowjetischen Revisionisten versuchten, innerhalb Albaniens ihre Agentur zu errichten. Das waren schon zwei Agenturen, gegen die sich Albanien mannhaft zur Wehr setzte. Damit aber nicht genug. Viel gefährlicher war die Agentur des chinesischen Revisionismus, weil sie sich als marxistisch-leninistischer Kampfgefährte gegen die Revisionisten verkleidet hatte. Aber die PAA wurde auch mit diesem Problem fertig, indem sie den Kampf gegen den modernen Revisionismus auf eine noch höhere Stufe hob und befreite sich erfolgreich von den Verrätern in den eigenen Reihen, die mit den Chinesen gemeinsame Sache gemacht hatten. Insofern ging Albanien aus dem Kampf gegen den internationalen revisionistischen Feind siegreich hervor, zumindest so lange Enver Hoxha noch maßgeblichen Einfluss auf die PAA hatte. Es blieben bis zu seinem Tod nur noch 5 Jahre. Warum hat trotz allem dann der revisionistische Bazillus das sozialistische Albanien zur Strecke bringen können ? Um diese Frage zu beantworten, muss man die internationale Entwicklung des modernen Revisionismus analysieren, deren Zerfallsprozess schon sehr weit vorangeschritten war. Der internationale moderne Revisionismus war faktisch ein ´lebendiger Leichnam` . Als Albanien 1990 fiel, da hingen die Sowjetunion und ihre einstigen Vasallen-Staaten in Osteuropa, ebenso wie Jugoslawien am Tropf. Entscheidend ist die Frage: An wessen Tropf? Natürlich am Tropf des Weltimperialismus, insbesondere am Tropf des amerikanischen Imperialismus. Es ist deswegen auch kein Wunder, warum sich die albanischen Revisionisten zum Beispiel auf Westeuropa konzentrierten, von dort Kredite und „Hilfen“ annahmen, Tourismus-Devisen einkassierten usw., die westeuropäischen Imperialisten zu sich nach Albanien einluden anstatt wie bisher die Bruderparteien usw. usf. Die albanischen Revisionisten verschacherten Albanien nicht an Jugoslawien, nicht an die Sowjetunion, nicht an China, nein, sie verschacherten es direkt an die europäischen Imperialisten, an den Weltimperialismus, womit bewiesen ist, dass sie nicht die Agentur irgendeines revisionistischen Landes, sondern direkt eine Agentur des Weltimperialismus waren. Hinter den Agenturen der revisionistischen Länder verbargen sich in Wirklichkeit die Agenturen des Weltimperialismus und wirkten auch als solche indirekt auf Albanien ein. Die imperialistische Agentur wirkte über ihre revisionistischen Agenturen, die sie von Jugoslawien aus über alle anderen revisionistischen Länder ausbreitete. Das revisionistische Lager war der vorgeschobene Posten des Weltimperialismus im Lager des Sozialismus, im Lager der kommunistischen Weltbewegung. Der Weltimperialismus verwandelte die revisionistischen Länder direkt seine soziale Stütze. Wer also hinter den albanischen Revisionisten die Fäden zog, das waren im Grunde genommen die westlichen Imperialisten. Wie kam es dazu? In der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung Albaniens hatte sich eine allmähliche Wandlung vollzogen. War die Hauptseite zuerst die revisionistische Seite, so wurde sie mit der Restauration des Kapitalismus in den revisionistischen Ländern logischerweise zur Nebenseite und entwickelte sich die kapitalistische Seite zur Hauptseite. Das sozialistische Land Albanien konnte mit der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung solange fertig werden, wie diese Umkreisung sich so zusagen „gegenseitig behinderte und schwächte“ ( bis zu einem gewissen Grade neutralisierte) und zwar hauptsächlich durch die Rivalität der beiden Supermächte USA und Sowjetunion. So konnte die Oktoberrevolution den gleichen entscheidenden Vorteil nutzen, dass sich die imperialistischen Mächte untereinander uneins und in ihre Widersprüche untereinander verwickelt waren, sich gegenseitig schwächten und damit der Revolution die entscheidende Atempause verschaffen konnte, um siegreich den Sozialismus aufzubauen. In dem Moment, wo sich die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung in eine kapitalistische Umkreisung verwandelte, wurde ihr Druck auf Albanien spürbar größer, wirkte auch die Agentur des Westens innerhalb Albaniens viel stärker. Das Vorhandensein des bürgerlichen Einflusses in der PAA war die innere Quelle des Revisionismus, während das Kapitulantentum vor dem Druck seitens des Imperialismus seine äußere Quelle darstellte. Es waren diese Agenturen, ehemalige, abtrünnige und verräterische Mitglieder der Bruderparteien aus den Ländern des Westens, die die albanischen Revisionisten dazu verhalfen, mit den Kapitalisten und ihren Regierungen Kontakte anzubahnen. Die albanischen Revisionisten öffnete eben vermittels dieser Agenturen dem Weltimperialismus die Türen und die Weltimperialisten traten ein und nahmen sich, was sie schon lange wollten, nicht nur ein Land mit reichen und wichtigen Bodenschätzen, sondern den letzten weltproletarischen Posten des Sozialismus in „einem“ Land, eroberten sie den letzten Sozialismus in „einem“ Land, beseitigte die Zweiteilung der Welt und stellte die alte Weltordnung wieder her- die unangefochtene Herrschaft des Weltimperialismus. Diese Entwicklung vollzog sich nicht zufällig, sondern gesetzmäßig. Und das ist auch die Antwort auf die oben gestellte Frage. Aus dem Sturz des sozialistischen Albanien bleibt uns nichts anderes übrig als die wichtigste Lehre des 50 Jahre langen Kampfes gegen den modernen Revisionismus zu ziehen:

Die Voraussetzung für den garantierten Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab, das ist der Sieg über den Revisionismus im Weltmaßstab. Auf die Dauer kann ein sozialistisches Land - auf sich allein gestellt - ohne den Sieg über den Revisionismus in mindestens einer Reihe weiterer sozialistischer Länder nicht den Sieg über den Revisionismus im eigenen Land garantieren, da es sich beim Revisionismus um die Ideologie des herrschenden Weltimperialismus handelt. Der Sieg über den Revisionismus ist nicht nur die entscheidende und zentrale Frage in einem einzelnen sozialistischen Land, sondern die Schlüsselfrage der proletarischen Weltrevolution und diese damit wiederum die Schlüsselfrage des garantierten Sieges über den Revisionismus in einem einzelnen Land. Wer den Sozialismus in einem Land garantieren will, der muss die politische Weltmacht erobern. Damit steht und fällt das Schicksal des Sozialismus „in einem“ Land.

An dieser Schlüsselfrage muss man den Neo-Revisionismus unter die kritische Lupe nehmen und ihn dingfest machen. Beschränkt sich der zukünftige Kampf gegen den Revisionismus auf diese oder jene Spielart dieses oder jenes revisionistischen Landes an der Macht usw. usf. ? Wenn es in jedem Land verschiedene Marxismen-Leninismen geben würde, wäre die Sache damit erledigt, beim Marxismus-Leninismus handelt es sich jedoch um eine internationalistische Theorie des Weltproletariats und eben das bedeutet, dass die Weltbourgeoisie dieses internationalistische proletarische Instrument in ein bürgerliches Instrument verwandeln muss, nicht nur als Instrument seiner Agenturen in diesem oder jenen Land, sondern vor allem als Instrument der Agenturen innerhalb des international organisierten Weltproletariats, innerhalb der international organisierten Marxisten-Leninisten usw. usf. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus ist nicht beendet, nachdem die Restauration des Kapitalismus in Albanien erledigt ist. Nachdem die modernen Revisionisten den letzten Hebel und die letzte Basis der Weltrevolution, die Diktatur des Proletariats in Albanien, zerschlagen haben, muss der Revisionismus sich dort zwar weiter darauf konzentrieren, dass diese nicht wieder zurückerobert wird durch die erneute sozialistische Revolution in Albanien, muss die nationale albanische Bourgeoisie also ihre alten und gegebenenfalls neuen Agenturen aufrecht erhalten, aber die zukünftige, erneut sozialistische Revolution in Albanien wird durch die Globalisierung nicht den alten prägenden Charakter der nationalen Befreiungsbewegung hervorbringen, wird sich nicht bloß wiederholen, sondern sich auf einer höheren revolutionären Stufe entfalten. Die erneute sozialistische Revolution in Albanien wird einen völlig neuen Charakter, den Charakter einer revolutionären Abteilung der gesamten sozialistischen Weltarmee annehmen. Sie wird, so wie alle neuen Revolutionen in allen Ländern der Welt, nicht mehr ein eingekreister und isolierter Hebel und einzige Basis des revolutionären Weltproletariats, sondern Teil des großen internationalen Hebels, Teil der internationalen Basis und somit auch Produkt des gesamten weltrevolutionären Prozesses sein. Und das kann auch gar nicht anders sein, denn die kapitalistische Globalisierung schweißt die Proletarier aller Länder ganz von allein zu EINER Klasse, zum Weltproletariat, zusammen und liefert gesetzmäßig die internationalen materiellen und geistigen Instrumente, die das Weltproletariat braucht, um sich als internationale Klasse zu befreien und den Weltsozialismus aufzubauen. Das kann auch der Revisionismus nicht verhindern. Aus den nationalen Spielarten des Revisionismus werden sich in dem Umfang internationale Spielarten entwickeln, sobald es dem Weltproletariat gelingt, seine internationalistische Ideologie, den Marxismus-Leninismus weiter zu globalisieren, ihn als zentralisierte Anleitung seines einheitlichen, geschlossenen, INTERNATIONALEN revolutionären Handelns einzusetzen. Die Globalisierung schafft die Voraussetzungen für die letzte, die internationale Schlacht zwischen dem Weltproletariat und der Weltbourgeoisie, zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus.

Früher war das anders. Die gesamte imperialistisch-revisionistische Welt übte auf das kleine Land Albanien Druck aus. Mit dem äußeren feindlichen Druck verschmolz der innere feindliche Druck zu einer einzigen Front mit dem gemeinsamen Ziel, dem Rechtsopportunismus insbesondere nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha den Weg zu ebnen, der dem bereits vorhandenen revisionistischen Einfluss Nährboden lieferte und diesem schließlich die nötige Kraft für die Machtübernahme gab. Die Frage des Durchbrechens der internationalen imperialistisch-revisionistischen Einkreisung konnte von Albanien, dem letzten wirklich sozialistischen Land, in dem der Marxismus-Leninismus herrschte, nicht allein gelöst werden. Dies ist eine Aufgabe, die die Albaner nur zusammen mit den Proletariern aller Länder hätten lösen können. Vor der Globalisierung war das nur sehr schwer möglich wie sich herausstellte. Erst die Globalisierung versetzt das Weltproletariat in die Lage, die imperialistisch-revisionistische Einkreisung in einer Weise an seiner schwächsten Stelle zu durchbrechen, der die sozialistische Einkreisung im Weltmaßstab siegreich nach sich ziehen kann. Erst, wenn die Proletarier durch die Globalisierung zu einer einzigen internationalen Klasse zusammengewachsen sind, die von einer einzigen Weltpartei geleitet wird, die sich ihrerseits ausschließlich vom Marxismus-Leninismus leiten lässt, werden sie in der Lage sein, die imperialistisch-revisionistische Einkreisung global, also vollständig und für immer zu beseitigen. Erst dann, wenn die Imperialisten und Revisionisten eingekreist sind, wenn das Weltproletariat Druck von außen ausübt und sich dieser Druck mit dem Druck der Proletarier innerhalb Albaniens zu einer gemeinsamen Front vereinigt, wird das zurückeroberte sozialistische Albanien für immer garantiert in den Händen der albanischen Arbeiterklasse, in den Händen des albanischen Volkes, verbleiben. Das sozialistische Albanien ist also nicht gestorben, es lebt weiter in den Herzen der Revolutionäre, der Arbeiter und Werktätigen der ganzen Welt, die Enver Hoxha über seinen Tod hinaus die Treue geschworen haben – der Siegeszug des Sozialismus – auch in Albanien - ist auf Dauer nicht aufzuhalten.

Beschränkten sich die Albaner auf die Kritik an Ramiz Alia, auf den albanischen Revisionismus, ginge die sozialistische Revolution dort erneut in die Hose. Enver Hoxha ist der 5. Klassiker des internationalen Marxismus-Leninismus, der vom gesamten Weltproletariat gegen den gesamten Revisionismus auf der Welt verteidigt werden muss. Beschränkt man die Kritik am Revisionismus auf seine nationalen Spielarten, dann gibt man dem modernen Revisionismus auf seiner internationalen Entwicklungsbasis einen Riesenvorsprung – und das ist ja auch heute die Situation, mit der wir fertig zu werden haben.

Die gefährlichste Strömung des Neo-Revisionismus ist nach Auffassung der Komintern (ML) heute jene Strömung, die in Worten Enver Hoxha gegen den Revisionismus zu verteidigen vorgibt , aber in Taten genau das Gegenteil tut, nämlich Enver Hoxha zu verraten mit Hilfe der „marxistisch-leninistischen“ Phraseologie, mit Hilfe der „hoxhaistischen“ Phraseologie. Ramiz Alia und seine revisionistische Clique müssen hier an erster Stelle genannt werden, aber auch Strömungen in der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die in Worten den Verräter Ramiz Alia entlarvt haben, aber in der Praxis in seine Fußtapfen getreten sind: das heißt: die marxistisch-leninistische Weltbewegung vom Weg Enver Hoxhas wegzudrängen und in revisionistische Bahnen zu lenken unter dem Vorwand, Enver Hoxha verteidigen zu wollen. Die Neo-Revisionisten gehen diesen verräterischen Weg aus dem einzigen Grund, um die Lehren der Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha zu verfälschen, um die Prinzipien des Marxismus-Leninismus zu verwerfen, den Klassenkampf, die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats zu verurteilen und sich durch ihre anti-marxistischen Auffassungen zu ersetzen, die sie mit anti-revisionistischen Phrasen tarnen.

Nach unserer Kritik am gefährlichen Revisionismus eines Ramiz Alia sind einige Neo-Revisionisten gezwungen worden, auf einen angeblich „hoxhaistischen“ Kurs zu schwenken. In Worten Kritik an Ramiz Alia, aber in Taten betreiben sie dessen Rehablitierung. Die Komintern / ML hat die internationale Quito-Gruppe entsprechend kritisiert und als neo-revisionistisch enttarnt, da sie die Kritik an den revisionistischen Verrätern an Enver Hoxha im Besonderen und am Revisionismus im Allgemeinen eingestellt haben. Sie haben also die Ideologie des albanischen Revisionismus nur ohne Ramiz Alia fortgesetzt. Sie unterstützen auch die neuen revisionistischen Gruppierungen in Albanien, die sich zu einer Partei vereinigt haben.

Der albanische Revisionismus befand sich nur scheinbar im Widerspruch zu den anderen revisionistischen Strömungen, insbesondere zu der des chinesischen Revisionismus. Aber die Fakten zeigen, dass es zwischen dem chinesischen und dem albanischen Revisionismus keinen prinzipiellen Unterschied gegeben hat, denn beide waren Feinde Enver Hoxhas, waren Feinde der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, waren revisionistische Spalter, beide standen sie auf gemeinsamer opportunistischen und konterrevolutionärer ideologischer Basis, haben sich gegenseitig gestärkt im Kampf gegen die Marxisten-Leninisten.

Es wurde von den albanischen Revisionisten so getan, als hätte man nun „alles“ gegen den modernen Revisionismus und alle seine Spielarten unternommen, und nun sei der moderne Revisionismus „für immer“ besiegt, könne man sich zufrieden zurücklehnern. Im Kampf gegen den eigenen Revisionismus, gegen den Revisionismus im eigenen Land stellten sich die albanischen Revisionisten - nicht anders wie die Revisionisten in allen anderen Ländern - blind und taub. Jedoch: Anti-revisionistische Festungen werden bekanntlich von innen genommen – nach dem Motto – „Überall“ muss man gegen den modernen Revisionismus kämpfen, nur nicht im eigenen Land, im Land des Genossen Enver Hoxha. Dank des „Erbes“ von Enver Hoxha hat man den eigenen Revisionismus „unter Kontrolle“, hat er „keine Chance mehr“, kann er als „besiegt“ und „nicht mehr“ als akut gefährlich abgehakt werden! Man kann im Kampf gegen den Revisionismus aber nicht von der Erbschaft wie von einem Freifahrtschein leben, man darf den Kampf nicht deswegen einstellen, sondern muss ihn fortsetzen. „Garantien“ gibt es selbst für das anti-revisionistischste Land wie Albanien nicht, solange der Revisionismus nicht im Weltmaßstab besiegt ist. Darüber hat sich Ramiz Alia hinweggesetzt, hat den anti-revisionistischen Kampf eingestellt und ihn in einen anti-marxistisch-leninistischen Kampf verwandelt, hat sich auf den gleichen Weg begeben, den Dimitroff auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale gegangen war [Dimitroffs These vom „garantierten“ Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion steht in direktem Zusammenhang mit der These eines Ramiz Alia vom „garantierten“ Sieg über den Revisionismus – dazu einiges im nächsten Kapital].

Was für den Sozialismus in einem Land gilt, nämlich Garantie des Sozialismus erst im Weltmaßstab, das gilt auch für den Sieg über den Revisionismus in einem Land – eine Garantie gegen die Restauration des Kapitalismus gibt es erst im Weltmaßstab !! Hier schließt sich der revisionistische Kreis von Dimitroff bis Ramiz Alia !! Der revisionistische Feind drang genau dort in die marxistisch-leninistische, albanische Festung ein, wo die Marxisten-Leninisten die Tür noch nicht oder nicht mehr fest genug geschlossen hielten. Das trifft auch auf den Zentrismus der letzten Kominternführer, insbesondere auf Dimitroff zu, über den die Revisionisten in Albanien logischerweise bis zum Schluss ihre schützende Hand hielten. Folgerichtig benutzten die Revisionisten in Albanien (verdeckt) u.a. Dimitroffs Linie, um sich den Weg zur Macht zu öffnen. Da die albanischen Revisionisten dies bis heute verschweigen, ist es um so notwendiger, Licht hierauf zu werfen, um dieser Gefahr in Zukunft Herr zu werden. Die Aufdeckung des Verrats der letzten Kominternführer, insbesondere die liberalistische Haltung und des Zentrismus´ Dimitroffs, die Unterschätzung der Gefahr seines Versöhnlertums gegenüber dem Revisionismus, das war eine Lücke, ein schwacher Punkt, der sich von Anfang bis Ende wie ein roter Faden durch Albaniens sozialistische Geschichte verfolgen lässt, ein kleiner Türspalt, durch den die albanischen Revisionisten ungehindert hineinschlüpfen konnten : Die These vom „garantierten“ Sieg über den Revisionismus in Albanien - das ist der Dimitroffsche Schlüssel zur Geheimkammer der albanischen Revisionisten, wo sie unter Beibehaltung des „anti-revisionistischen“ (Schein)Kampfes den Revisionismus an die Macht bringen konnten !! Der „garantierte“ Sieg des Sozialismus und der „garantierte“ Sieg des Anti-Revisionismus in einem Land sind zwei Seiten einer Medaille! Gegen beide revisionistischen „Theorien“ hat die Komintern / ML nunmehr eine geschlossene, einheitliche Frontlinie gezogen.

Im lauten Siegestaumel auf die Person Enver Hoxhas und in dröhnenden Lobeshymnen auf das heldenhafte Albanien Enver Hoxhas, auf Enver Hoxhas Kampf gegen den modernen Revisionismus, wurde diese revisionistische These insbesondere seit Enver Hoxhas Tod stillschweigend untergejubelt und damit alle bisherige Wachsamkeit gegenüber die anhaltende, sich sogar verstärkende revisionistische Gefahr im eigenen Land Schritt für Schritt fallen gelassen. Enver Hoxha hat bis zum Schluss, und da muss man seine letzten Schriften sehr aufmerksam studieren, davor eindringlich gewarnt, die Gefahr der Restauration des Kapitalismus im eigenen Land niemals zu unterschätzen. Er rief dazu auf, im Kampf gegen den Druck der revisionistischen Einkreisung von außen nicht nachzulassen und gleichzeitig dem Druck des inneren Feindes nicht nachzugeben. Ramiz Alia und Co aber taten so, als wenn es im eigenen Land alles zum Besten bestellt sei, dass der Feind im eigenen Land keinerlei Chance mehr habe, dass gegen den albanischen Sozialismus kein Kraut gewachsen sei und der Klassenkampf gegen den inneren Feind allmählich eingestellt werden könne. In Wirklichkeit waren sie zu schwach, hatten sie Angst vor dem Feind, machten sie ein Zugeständnis nach dem anderen und kapitulierten schließlich vor ihm. Der Sieg über den Revisionismus kann von einem einzelnen Land allein niemals garantiert werden. Garantiert werden kann der Sieg über den Revisionismus nur im Weltmaßstab, durch die anti-revisionistische Weltrevolution, durch den Sieg über den Revisionismus zumindest in einer Reihe von Ländern usw. usf..

Die Absicht des Weltimperialismus, die hinter dieser revisionistischen These steckt, ist erstens die, dass wenn in Albanien der Sieg über den Revisionismus bereits wirklich „garantiert“ wäre, man folglich keinen internationalen Sieg mehr über den Revisionismus bräuchte, dass er demnach überflüssig geworden wäre und abstirbt. Das aber würde es dem Weltproletariat unmöglich machen, die Unvermeidbarkeit des Revisionismus für immer zu beseitigen. Und zweitens bedeutete die anti-revisionistische „Garantie“ für Albanien, dass sie den solidarische Unterstützung des Weltproletariats im gemeinsamen Kampf gegen den Revisionismus entbehren könne, dass der Sieg über den Revisionismus in einem Land, „gestützt nur auf die eigenen Kräfte“, auch ohne anti-revisionistisches Bündnis mit dem Weltproletariat garantiert werden könne, man also auf den proletarischen Internationalismus, auf die marxistisch-leninistische Weltbewegung in Zukunft verzichten könne. In dieser revisionistischen These findet sich also auch der Schlüssel für die Rechtfertigung der ideologischen Entwaffnung der Diktatur des albanischen Proletariats, und die Rechtfertigung dafür, der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ade zu sagen und ihr die wichtigste Waffe im anti-revisionistischen Kampf, das sozialistische Albanien, zu entziehen.

Ohne den Kampf des sozialistischen Albaniens gegen den modernen Revisionismus hätte es auch nicht solchen internationalen Kampf gegen den modernen Revisionismus gegeben wie er tatsächlich stattgefunden hat. Hätte Albanien etwa passiv auf den Kampf gegen den modernen Revisionismus in den anderen Ländern warten und auf den Kampf gegen den modernen Revisionismus im eigenen Land so lange verzichten sollen ? Wenn es sich dabei nicht auf die eigenen Kräfte gestützt hätte und von sich aus nicht initiativ geworden wäre, was wäre dann noch vom internationalen Kampf gegen den modernen Revisionismus übrig geblieben, was wäre von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung übrig geblieben?

Die Geschichte hat bestätigt, dass der Sieg über den modernen Revisionismus in einem Land, selbst wenn dieses Land noch nicht so weit sozialistische entwickelt war wie die Sowjetunion, nicht nur möglich oder wahrscheinlich, sondern auch durchführbar war. Albaniens Kampf gegen den modernen Revisionismus war ein Musterbeispiel der praktischen Anwendung und Verteidigung der marxistisch-leninistischen Theorie des revolutionären Klassenkampfes in der sozialistischen Klassengesellschaft. Wer diese Besonderheit des albanischen Anti-Revisionismus nicht begriffen hat, wird seinen internationalen Charakter , seine große Bedeutun