TEIL III
Schulungstexte der Komintern-ML
1956 - 2006
50 Jahre Kommunismus
im Kampf gegen den modernen Revisionismus
(Fortsetzung des Kapitels: Die politische Ökonomie des modernen Revisionismus)
„Marx hat die Dialektik Hegels in ihrer rationellen Form auf die politische Ökonomie angewendet. (...) So wie die einfache Wertform, der einzelne Akt des Tausches einer einzelnen gegebenen Ware gegen eine andere schon in unentwickelter Form alle Hauptwidersprüche des Kapitalismus in sich einschließt – so bedeutet schon die einfachste Verallgemeinerung, die erste und einfachste Bildung von Begriffen (Urteilen, Schlüssen etc.) die immer mehr fortschreitende Erkenntnis des tiefen objektiven Weltzusammenhanges durch den Menschen““ (Lenin, Band 38, Seite 168/169).
Die politische Ökonomie untersucht die Gesetze der gesellschaftlichen Produktion und der Verteilung der materiellen Güter auf den verschiedenen Entwicklungsstufen der menschlichen Gesellschaft und ist also „die Wissenschaft von den Bedingungen und Formen, unter denen die verschiedenen menschlichen Gesellschaften produziert und ausgetauscht, und unter denen sich demgemäß jedesmal die Produkte verteilt haben“ (Engels„Anti-Dühring“).
„Gegenstand der politischen Ökonomie sind die Produktionsverhältnisse, die ökonomischen Verhältnisse der Menschen. Dazu gehören a) die Formen des Eigentums an den Produktionsmitteln; b) die sich daraus ergebende Stellung der verschiedenen sozialen Gruppen in der Produktion und ihre Wechselbeziehungen oder, wie Marx sagt, die Art, wie sie ´ihre Tätigkeiten gegeneinander austauschen`; c) die voll und ganz von ihnen abhängenden Formen der Verteilung des Produkts. Das alles zusammen bildet den Gegenstand der politischen Ökonomie (Stalin, Ökonomische Probleme der sozialistischen Wirtschaft in der UdSSR, Seite 88).
„Die verschiedenen Gesellschaftsformationen sind in ihrer ökonomischen Entwicklung nicht nur ihren spezifischen ökonomischen Gesetzen unterworfen, sondern auch den allen Formationen gemeinsamen ökonomischen Gesetzen, zum Beispiel solchen Gesetzen wie dem Gesetz von der Einheit der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse in der einheitlichen und gesellschaftlichen Produktion, dem Gesetz von den Beziehungen zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen im Entwicklungsprozess aller Gesellschaftsformationen. Somit sind die Gesellschaftsformationen nicht nur voneinander getrennt durch ihre spezifischen Gesetze, sondern auch miteinander verbunden durch die allen Formationen gemeinsamen ökonomischen Gesetze“ (Stalin, Ökonomische Probleme der sozialistischen Wirtschaft in der UdSSR, Seite 85/86).
Die marxistische Anschauung der Geschichte des modernen Revisionismus geht von dem Satz aus, dass die Produktion und der Austausch ihrer Produkte, die Grundlage der revisionistischen Gesellschaftsordnung ist; dass die Verteilung der Produkte und mit ihr die soziale Gliederung der revisionistischen Gesellschaft in Klassen sich danach richtet, was und wie produziert und wie das Produzierte ausgetauscht wurde. Hiernach sind die Ursachen für die Restauration des Kapitalismus und für die politischen Umwälzung aus der sozialistischen Gesellschaft in die revisionistische Gesellschaft und damit in die kapitalistische Gesellschaft, zu suchen, also in der revisionistischen Ökonomie und nicht in der revisionistischen Ideologie.
So wie die Gesetze der politischen Ökonomie beim Kapitalismus objektiven Charakter haben, welche die sich unabhängig von unserem Willen vollziehenden Prozesse des ökonomischen Lebens widerspiegeln, so sind auch die Gesetze der politischen Ökonomie beim Sozialismus, beim restaurierten Kapitalismus und beim restaurierten Sozialismus objektive Gesetze.
Im System der ökonomischen Gesetze und darüber hinaus aller gesellschaftlichen Gesetze spielte das ökonomische Grundgesetz in der Geschichte aller bisherigen Gesellschaftsformationen stets die dominierende und entscheidende Rolle und dies tut es auch in der gegenwärtigen und diese einmal ablösende zukünftige Gesellschaftsformation.
Das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus im Allgemeinen, des monopolistischen Kapitalismus im Besonderen, des Sozialismus, der Restauration des Kapitalismus und der Restauration des Sozialismus sind solche Gesetze, die nicht irgendwelche einzelnen Seiten oder irgendwelche einzelnen Entwicklungsprozesse der Produktion bestimmen, sondern alle wichtigsten Seiten und alle wichtigsten Prozesse dieser Entwicklung, die folglich das Wesen der Produktion, ihre Quintessenz bestimmen.
Was ist nun das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus, des monopolistischen Kapitalismus, des Sozialismus, der Restauration des Kapitalismus und das ökonomische Gesetz des restaurierten Sozialismus ? Wir kennen die ersten drei Definitionen von den Klassikern und leiten davon die beiden nächstfolgenden ab:
1. Das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus ist das Bewegungsgesetz der kapitalistischen Produktionsweise, das auf der privaten Aneignung der Produktionsmittel, auf der Triebfeder des Mehrwertgesetzes , auf Lohnsklaverei beruht zum Zwecke der Mehrung des Profits.
2. Das ökonomische Grundgesetz des monopolistischen Kapitalismus ist das Bewegungsgesetz, die Triebfeder der monopolistischen Produktionsweise zum Zwecke der Vermehrung des maximalen Profits. „Die wichtigsten Merkmale und Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des modernen Kapitalismus könnte man ungefähr folgendermaßen formulieren: Sicherung eines kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Bevölkerungsmehrheit des gegebenen Landes, durch Unterjochung und systematische Ausplünderung der Völker anderer Länder, insbesondere rückständiger Läner, schließlich durch Kriege und Militarisierung der Volkswirtschaft, die zur Sicherung von Höchstprofiten ausgenutzt werden“ (Stalin, ebenda Seite 47).
3. Das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus ist das Bewegungsgesetz der sozialistischen Produktionsweise, das sich darin ausdrückt, dass die Produktivkräfte mit dem vergesellschafteten Charakter der Produktionsverhältnisse in Übereinstimmung gebracht werden, um eine maximale Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft durch ununterbrochenes Wachstum und ununterbrochene Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchsten Technik zu sichern.
4. Das ökonomische Grundgesetz der Restauration des Kapitalismus ist das dialektische Bewegungsgesetz von der Umwandlung der sozialistischen in die kapitalistische Produktionsweise, insbesondere die Verwandlung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in kapitalistische Produktionsverhältnisse vermittels der Macht des Monopols des Staates der neuen Bourgeoisie. Der Parasitismus ist charakteristisch für jeden imperialistischen Staat, insbesondere auch für den sozialimperialistischen Staat ( Ausplünderung anderer Völker und Päppelung der sozialistischen Arbeiteraristokratie als soziale Stütze gegen die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen – Förderung des Fäulnisprozesses in der sozialistischen Arbeiterklasse), der nicht aus dem Kapitalismus, sondern aus dem Sozialismus entstanden ist. Dieser schränkt das Wirken des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus immer mehr ein, sanktioniert es, erstickt es, so dass es nicht mehr die Kraft zum Atmen und Gedeihen hat und sich in Fäulnis zersetzt, während gleichzeitig das ökonomische Grundgesetz des monopolistischen Kapitalismus, die Erzielung von Höchstprofiten aktiviert und in den Vordergrund gerückt wird, sich dabei der sozialistischen Errungenschaften bedient, um als kapitalistischer Parasit im sozialistischen Organismus zu gedeihen. Der sozialistische Fäulnisprozess wird erzeugt durch das Staatsmonopol der Bourgeoisie über die Produktionsmittel. Indem die neue Bourgeoisie der sozialistischen Gesellschaft das Volkseigentum raubt, werden die neuen kapitalistischen Produktionsverhältnisse zum Hemmschuh der Produktivkräfte des Sozialismus und verurteilen diese zum Dahinvegetieren und schließlich zumVerfaulen, zur Verelendung der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen. Mit der vollständigen Wiederherstellung der kapitalistischen Produktion stirbt die sozialistische Produktion schließlich vollständig ab. Damit stirbt auch die nicht-antagonistische sozialistische Klassengesellschaft, macht sie der antagonistischen Klassengesellschaft des Kapitalismus wieder Platz.
Der Marxismus-Leninismus ist die einzige Theorie, die auf wissenschaftlichen Grundlagen den Verfall der ökonomischen Gesellschaftsformation des Sozialismus, die Gesamtheit seines Fäulnisprozesses und alle die ihm innewohnenden Gesetzmäßigkeiten und Widersprüche erforschen, aufzeigen, erklären und deuten kann.
Die neue Bourgeoisie des Revisionismus an der Macht stützt sich auf die Erkenntnis und Erfahrung im Umgang mit dem Grundgesetz der sozialistischen Ökonomie, versteht es, diesem eine rückwirkende Richtung zu geben, seine Wirkungssphäre zu beschränken, es zu verletzen, um es zu entkräften und seine Prozesse zu stören und den zum Durchbruch drängenden kapitalistischen Gesetzen immer mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen, ohne sie dabei willkürlich aufheben oder ersetzen zu können. All das setzt voraus, dass die Überreste der Wirkungen des ökonomischen Grundgesetzes des Kapitalismus noch nicht vollkommen überwunden und noch nicht beseitigt sind. Das ist sogar die Grundvoraussetzung dafür, dass sich das kapitalistische Grundgesetz der Ökonomie wieder regenerieren kann. Dies ist vom dialektischen Standpunkt des Materialismus auch gar nicht anders möglich, denn es handelt sich bei der Gesellschaftsformation des Sozialismus ja um eine Gesellschaftsformation, die erstens aus dem Schoß der alten hervorgegangen ist und sich zweitens nur in einem einzelnen Land entwickeln konnte unter den Bedingungen der internationalen Vorherrschaft des Weltimperialismus. Das bedeutete, das sich die Muttermale im historischen Prozess nicht sofort und vor allem nicht völlig abschütteln ließen, dass es nicht nur notwendig war, einen permanenten, revolutionären Klassenkampf zur Überwindung der kapitalistischen Muttermerkmale im eigenen Land zu führen, sondern auch dem Druck der kapitalistischen Umkreisung standzuhalten, also gleichzeitig einen Klassenkampf gegen den internationalen Klassenfeind zu führen.
Die Warenproduktion und das Wertgesetz und die ihnen innewohnenden Gefahren der Restauration des Kapitalismus werden erhalten bleiben, wenn die kapitalistische Umkreisung eines sozialistischen Staates nicht beseitigt wird. Die Warenproduktion und das Wertgesetz und die ihnen innewohnenden Gefahren der Restauration des Kapitalismus werden nicht erhalten bleiben, sondern absterben, wenn die kapitalistische Umkreisung beseitigt, wenn sie durch eine sozialistische Umwelt abgelöst wird. Die Ablösung der kapitalistischen Umkreisung durch eine sozialistische Umwelt aber ist nicht anders möglich und verwirklichbar als durch die sozialistische Weltrevolution des Weltproletariats unter der Führung der Kommunistischen Internationale.
Stalin verneinte die These, dass die Warenproduktion fatalistisch wieder zum Kapitalismus führen müsse: „Warenproduktion führt nur in dem Fall zu Kapitalismus, wenn Privateigentum an den Produktionsmitteln besteht, wenn die Arbeitskraft als Ware auf den Markt kommt, die der Kapitalist kaufen und im Produktionsprozess ausbeuten kann, wenn also im Land das System der Ausbeutung von Lohnarbeitern durch Kapitalisten besteht. (...) Wenn die Produktionsmittel bereits nicht mehr Privateigentum, sondern sozialistisches Eigentum sind, wenn das System der Lohnarbeit nicht existiert und die Arbeitskraft keine Ware mehr ist, wenn das System der Ausbeutung schon längst abgeschafft ist – was dann? Kann man glauben, dass die Warenproduktion auch dann zum Kapitalismus führt? Nein, das kann man nicht. (...) Man darf die Warenproduktion nicht als etwas an und für sich, unabhängig von den ökonomischen Umweltbedingungen Bestehendes betrachten. Die Warenproduktion ist älter als die kapitalistische Produktion. Sie bestand bei der Sklaverei und diente dieser, führte jedoch nicht zum Kapitalismus. Sie bestand beim Feudalismus und diente diesem, führte aber, obwohl sie gewisse Bedingungen für die kapitalistische Produktion schuf, nicht zum Kapitalismus. Warum soll also die Warenproduktion nicht auch für eine bestimmte Periode unserer sozialistischen Gesellschaft dienen können, ohne zum Kapitalismus zu führen, wenn man berücksichtigt, dass die Warenproduktion bei uns keine so unumschränkte und allumfassende Verbreitung hat wie unter kapitalistischen Verhältnissen, dass ihr bei uns strenge Schranken gesetzt sind durch so entscheidende ökonomische Bedingungen wie das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln, wie die Abschaffung des Systems der Lohnarbeit und der Ausbeutung abgeschafft worden ist, habe die Warenproduktion ihren Sinn verloren, weswegen man die Warenproduktion abschaffen müsste. Das ist gleichfalls falsch. (...) Solange die zwei Hauptsektoren der Produktion bleiben [gemeint sind hier die staatliche und kollektivwirtschaftliche Produktion – Anmerkung der Redaktion], müssen die Warenproduktion und die Warenzirkulation in Kraft bleiben als notwendiges und höchst nützliches Element in unserem Volkswirtschaftssystem. (...) Folglich ist unsere Warenproduktion keine gewöhnliche Warenproduktion, sondern eine Warenproduktion ohne Kapitalisten, die es hauptsächlich mit den Waren der vereinigten sozialistischen Produzenten ( des Staates, der Kolchose, der Genossenschaft) zu tun hat, eine Warenproduktion, deren Wirkungssphäre auf die Gegenstände des persönlichen Konsums beschränkt ist, eine Warenproduktion, die sich offensichtlich unter keinen Umständen in eine kapitalistische Produktion entwickeln kann und der es beschieden ist, zusammen mit ihrer ´Geldwirtschaft` der Entwicklung und Festigung der sozialistischen Produktion zu dienen.
Deswegen sind die Genossen völlig im Unrecht, die erklären, insofern als die sozialistische Gesellschaft die Warenformen der Produktion nicht abschaffe, müssten bei uns alle dem Kapitalismus eigenen ökonomischen Kategorien wiederhergestellt werden [kursiv und unterstrichen von der Redaktion]: Arbeitskraft als Ware, Mehrwert, Kapital, Kapitalprofit, Durchschnittsprofitrate u. Dgl. mehr. Diese Genossen verwechseln die Warenproduktion mit der kapitalistischen Produktion und sind der Ansicht, wenn schon einmal eine Warenproduktion da sei, so müsse es auch eine kapitalistische Produktion geben. Sie begreifen nicht, dass sich unsere Warenproduktion grundlegend von der Warenproduktion beim Kapitalismus unterscheidet. (...) Ich glaube, unsere Ökonomen müssten mit diesem Missverhältnis zwischen den alten Begriffen und der neuen Sachlage in unserem sozialistischen Lande aufräumen, indem sie die alten Begriffe durch neue, der neuen Lage entsprechende Begriffe ersetzen. Wir konnten dieses Missverhältnis bis zu einem gewissen Zeitpunkt dulden, aber jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir dieses Missverhältnis endlich beseitigen müssen“ (Stalin, ebenda, Seite 18 - 23).
Hier liegen zwei Knackepunkte.
Erstens widerlegt Stalin die Behauptung, dass die sozialistische Wirtschaft den Kapitalismus wiederherstellt, weil sie die Warenformen der Produktion nicht abschaffe ( was sehr interessant ist, das aus dem Munde der modernen Revisionisten zu hören, die damit natürlich ihre wahren Absichten verbargen!)
und zweitens sagte Stalin zwar formal , dass man nicht mehr das Missverhältnis zwischen den alten und neuen Begriffen dulden könne, aber er meinte inhaltlich damit natürlich, dass man das Missverhältnis zwischen der sozialistischen Wirtschaft und der mit ihr gleichzeitig vor sich gehenden Tendenz zur Restauration des Kapitalismus nicht mehr dulden darf ! Die Revisionisten zogen, nachdem sie von Stalin eins mit der Keule verpasst gekriegt hatten, den Kopf ein. Sie hielten sich der Form halber an das, was Stalin gefordert hatte, aber unter dem Deckmantel, mit dem Missverhältnis zwischen den alten und neuen Begriffen aufzuräumen, stellten sie die sozialistischen Verhältnisse in Wirklichkeit auf den Kopf, um kapitalistische Verhältnisse zu schaffen. Sie stellten Stalins Linie auf den Kopf, nämlich die Missachtung der politischen Ökonomie des Sozialismus mittels durchgreifender Maßnahmen nicht etwa zu überwinden, sondern die politische Ökonomie des Kapitalismus wieder herzustellen. Anstatt die Schwächen der sozialistischen Wirtschaft zu beseitigen wie Stalin es forderte, nutzten die modernen Revisionisten diese für ihr konterrevolutionären Vorhaben aus - „im Auftrage Stalins“ selbstredend. Die Sowjetrevisionisten identifizierten die sozialistische Warenproduktion mit der kapitalistischen Warenproduktion, machten das Wertgesetz zum Regulator der sozialistischen Wirtschaft und verwandelten die Arbeitskraft in eine Ware, der Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft.
Stalin zeigte mit dem Finger auf die Wunde des immer gefährlicher werdenden Umgangs mit dem Wertgesetz, das bekanntlich - im Gegensatz zum Kapitalismus - im Sozialismus nicht mehr Regulator der Produktion ist und auch nicht wieder werden durfte. Zwischen den Zeilen lässt sich unschwer erkennen, dass Stalin zu der beunruhigenden Schlussfolgerung gekommen sein musste, dass sich die sozialistische Wirtschaft schon auf revisionistischem Kurs befand, :
„Das Unglück besteht nicht darin, dass das Wertgesetz bei uns auf die Produktion einwirkt. Das Unglück besteht darin, dass unsere Wirtschaftler und Planer mit wenigen Ausnahmen mit den Auswirkungen des Wertgesetzes schlecht vertraut sind, sie nicht untersuchen und es nicht verstehen, sie bei ihren Aufstellungen zu berücksichtigen. Damit ist eigentlich auch der Wirrwarr zu erklären, der bei uns immer noch in der Frage der Preispolitik herrscht. (...[Stalin liefert im Folgenden einige Beispiele bevor er zusammenfassend feststellte: – Anmerkung der Redaktion]) All dies führt in seiner Gesamtheit dazu, dass die Wirkungssphäre des Wertgesetzes bei uns streng beschränkt ist und dass das Wertgesetz in unserem System nicht die Rolle eines Regulators der Produktion spielen kann. Damit ist eigentlich auch die ´frappante` Tatsache zu erklären, dass das Wertgesetz bei uns trotz des steten und stürmischen Wachstums unserer sozialistischen Produktion nicht zu Überproduktionskrisen führt, während das gleiche Wertgesetz, das beim Kapitalismus eine weite Wirkungssphäre hat, trotz des niedrigen Tempos des Wachstums der Produktion in den kapitalistischen Ländern zu periodischen Überproduktionskrisen führt.
Man sagt, das Wertgesetz sei ein ständiges, für alle historischen Entwicklungsperioden unerlässliches Gesetz, und wenn das Wertgesetz in der Periode der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft auch als Regulator der Tauschbeziehungen außer Kraft trete, so werde es in dieser Entwicklungsphase als Regulator der Beziehungen zwischen den verschiedenen Produktionszweigen, als Regulator für die Verteilung der Arbeit zwischen den Produktionszweigen in Kraft bleiben. Das ist absolut falsch. Der Wert ist ebenso wie das Wertgesetz eine historische Kategorie, die mit dem Bestehen der Warenproduktion zusammenhängt. Verschwindet die Warenproduktion, so verschwinden auch der Wert mit seinen Formen und das Wertgesetz. In der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft wird die für die Herstellung der Erzeugnisse aufgewandte Arbeit nicht auf den Umwegen, nicht vermittels des Wertes und seiner Formen gemessen werden, wie es bei der Warenproduktion der Fall ist, sondern direkt und unmittelbar, durch die Menge der Zeit, durch die Zahl der Stunden, die die Herstellung der Erzeugnisse in Anspruch genommen hat. Was die Verteilung der Arbeit angeht, so wird die Verteilung der Arbeit zwischen den Produktionszweigen nicht durch das Wertgesetz reguliert werden, das zu jener Zeit nicht mehr in Kraft sein wird, sondern durch den wachsenden Bedarf der Gesellschaft an Erzeugnissen. Das wird eine Gesellschaft sein, wo die Produktion durch den Bedarf der Gesellschaft reguliert wird und wo die Erfassung des Bedarfs der Gesellschaft für die Planungsorgane erstrangige Bedeutung gewinnen wird.
Völlig falsch ist auch die Behauptung, dass das Wertgesetz bei unserem heutigen ökonomischen System, in der ersten Entwicklungsphase der kommunistischen Gesellschaft, die ´Proportionen` reguliert, in denen sich die Arbeit auf die verschiedenen Produktionszweige verteilt. (...) Offenbar müssten wir, wenn wir diesen Genossen folgen wollten, zu Gunsten der Produktion von Konsumzinsmitteln auf das Primat der Produktion von Produktionsmitteln verzichten“ (Stalin, ebenda, Seite 23 -29).
Und in der Tat, war das dann ja auch unmittelbar nach Stalins Tod die Linie der modernen Revisionisten mit Chruschtschow an der Spitze , wurde die Arbeitskraft in eine Ware verwandelt und die alte Lohnsklaverei wieder hergestellt, wurden die Produktionsmittel in Waren verwandelt, usw. usf. Der sozialimperialistische Staat eignete sich die Rechte des Monopolbesitzes über die Produktionsmittel, über den Boden, die Rohstoffe, Gebäude und der Arbeitskraft an. Der sozialimperialistische Staat der Sowjetrevisionisten verfügte über das Staatskapital, den Kapitalexport usw. usf., über alles, was er zur Wiederherstellung des Kapitalismus und zur Vernichtung des Sozialismus brauchte.
Den alten Überresten der Ausbeuterklasse war die sozialistische Wirtschaft ein Dorn im Auge, denn sie untergrub ihnen die materielle Möglichkeit der Restauration des Kapitalismus. Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus ist daher die Geschichte des bislang am schärfsten geführten Klassenkampfes, die Geschichte des stärksten Widerstandes aller bisher abgelösten alten Gesellschaftsformationen. Eine neue Bourgeoisie ist nicht mehr die alte Bourgeoisie, und sie baut ja auch nicht die alte Gesellschaft wieder auf dem alten Stand des Kapitalismus, sondern auf dem Stand des monopolistischen Kapitalismus auf, wobei sie sich ihrer gemachten Erfahrungen bei der Restauration des Kapitalismus bedient, aber auch der Erfahrungen des Weltkapitalismus ebenso wie der Erfahrungen des Sozialismus und auf all diesen Erfahrungen zusammengenommen baut sie darauf eine neue Qualität des monopolistischen Kapitalismus auf, trug die politische Ökonomie des Revisionismus an der Macht zur Veränderung der Entwicklung des Weltkapitalismus bei, nahm sie Einfluss auf diesen, was den Restaurationsprozess des Sozialismus erheblich erschwert.
Die sozialistischen Wirtschaftsformen, die sozialistischen Eigentumsverhältnisse stellten für die Umsetzung der politischen Ökonomie des Revisionismus an der Macht nur noch eine Hülle dar, die dem Inhalt der neuen staatsmonopolistischen Produktionsverhältnisse nicht mehr entsprachen und daher die sozialistische Wirtschaft in Fäulnis übergehen musste. Dieser Fäulnisprozess wurde durch den ideologischen Klassenkampf im Sozialismus hinausgezögert, wodurch die Hülle noch verhältnismäßig langen erhalten blieb. So musste der Widerspruch zwischen dem bürokratischen Zentralismus des Staatsmonopolismus und dem ökonomischen Liberalismus an der Basis, in den Betrieben usw. schrittweise durch „Reformen“ gelöst werden. Die staatsmonopolistische Organisation der Wirtschaft musste aber schließlich der Anarchie der revisionistischen Wirtschaft weichen und den neuen privatkapitalistischen Organisationsformen Platz machen. Die sozialistische Planwirtschaft wich dem „freie Spiel“ der Kräfte des kapitalistischen Marktgesetzes, genauer: den Gesetzen des Weltimperialismus, die von den Weltimperialisten beherrscht wurden.
Die Formen der sozialistischen Produktionsweise werden als Hülle solange beibehalten, bis sich die neue kapitalistische Produktionsweise zur Reife herausgebildet hat, wodurch dann die alte Hülle der sozialistischen Wirtschaft abfällt und sich staatskapitalistische und schließlich privatkapitalistische Formen herausbildeten, die von den Formen der monopolistischen Produktionsweise des Weltkapitalismus assimiliert und von diesem brockenweise verschlungen wurden.
Restauration des Kapitalismus bedeutet Beseitigung der maximalen Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft zum Zwecke der Profitmaximierung.
Der Kapitalismus wird dabei nicht neu erschaffen wie beim Übergang vom Feudalismus, sondern der monopolistische Kapitalismus übernimmt in seiner Endphase noch mal das Ruder, weil die Überlebensbedingungen des Sozialismus noch nicht ausreichten, weil der Kapitalismus sich noch als zu stark erwies, um auf internationaler Ebene geschlagen zu werden.
Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus lehrt, dass die Gesetze der politischen Ökonomie des Sozialismus in „einem“ Land nicht von ewiger Dauer sind, solange der Weltkapitalismus herrscht, weswegen sie den Gesetzen der politischen Ökonomie des Weltkapitalismus wieder unvermeidlich Platz machen mussten. Aber die Gesetze der politischen Ökonomie des Sozialismus konnten nicht einfach willkürlich „aufgehoben“ oder „ersetzt“ werden, sondern verloren ihre Kraft durch die neu entstandenen ökonomischen Verhältnisse der restaurierten alten Gesellschaft. Durch den weiter existierenden Weltkapitalismus verfügten die modernen Revisionisten über die notwendigen Kenntnisse, die ökonomischen Gesetze des Kapitalismus in ihrem Land auszunutzen und ihnen einen fruchtbaren Boden für ihr Gedeihen zu bereiten. Dies gelang ihnen nur dadurch, dass sie auch genau Bescheid wussten über die sozialistischen Gesetze der Ökonomie (vor allem über deren Lücken und Schwächen bei ihrer mangelhaften Anwendung in Theorie und Praxis: „Man kann nicht sagen, dass unsere Jahres- und Fünfjahrespläne den Forderungen dieses ökonomischen Gesetzes vollkommen Rechnung tragen“ (Stalin, die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR, Moskau 1952, Seite 11, dt. Ausgabe).), dass sie folglich vermittels ihrer politischen Macht ihre Wirkungssphäre beschränken und einengen und im Interesse der neuen Bourgeoisie paralysieren konnten, ohne dabei die alten sozialistischen Formen sofort beseitigen zu müssen. So wie die modernen Revisionisten die Formen des Marxismus-Leninismus als Hülle beibehielten, um darunter die bürgerliche Ideologie im Verborgenen zu entwickeln, genauso behielten sie zumindest schrittweise die ökonomischen Formen des Sozialismus bei, um die kapitalistische Wirtschaft ebenso schrittweise ( oder in verschiedenen „Phasen“ - wie sie Genosse Bill Bland eingeteilt hat – siehe Hyperlink Bill Bland) zunächst im Verborgenen und schrittweise immer offener zu entwickeln, die durch den Sozialismus aufgehobene kapitalistische Ausbeutung wieder in Kraft zu setzen. Die Produktionsmittel des Volkseigentums in das Eigentum der neuen Bourgeoisie zu überführen, das war für die modernen Revisionisten eine schwierige Aufgabe, für die es keinen Präzedenzfall gab. Würden die modernen Revisionisten sich nicht im Inneren auf die Gesetze der politischen Ökonomie des Kapitalismus gestützt haben und würden sie sich außerdem nicht auf den Weltkapitalismus von außen stützen können, so wären sie nicht imstande gewesen, ihre konterrevolutionäre Aufgabe zu erfüllen.
Das Wesen der Restauration den Kapitalismus besteht nicht darin, irgendwelche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sondern darin, wie, von welchen Klassen und mit welchen Methoden sie bewerkstelligt wurde und welche reaktivierende Rolle dabei die Wurzeln und Überreste der alten Gesellschaft gespielt hatten. Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus ist die Geschichte der Verwandlung der sozialistischen in kapitalistische Produktionsverhältnisse. Die revisionistischen Auffassungen der neuen Bourgeoisie in der Sowjetunion waren bestimmt von der absterbenden und nicht wiederkehrenden sozialistischen Vergangenheit. Ganz anders die NÖP. Die Opposition Sinowjews erhob damals den unberechtigten Vorwurf, die NÖP sei Kapitalismus. Sie war aber eben nicht eine einfache Wiederherstellung des Kapitalismus, keine einfache „Rückkehr“ des Kapitalismus, sondern wie Stalin richtig feststellte:
„In Wirklichkeit vollzieht sich bei uns jetzt nicht der einseitige Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus, sondern der doppelseitige Prozess der Entwicklung des Kapitalismus und der Entwicklung des Sozialismus, der widerspruchsvolle Prozess des Kampfes der sozialistischen Elemente gegen die kapitalistischen Elemente, der Prozess der Überwindung der kapitalistischen Elemente durch die sozialistischen Elemente. (...) Eine einfache Wiederherstellung des Kapitalismus ist schon deswegen unmöglich, weil bei uns die Staatsmacht proletarisch ist“ (Stalin, Band 8, Seite 75/76).
Nichts anderes als so einen – wie Stalin sagt - „doppelseitigen Prozess“ - nur im vergößerten Weltmaßstab – wird es auch im widerspruchsvollen Prozess des Kampfes der sozialistischen Weltelemente gegen die kapitalistischen Weltelemente, der noch schwierigere und noch kompliziertere Prozess der Überwindung der kapitalistischen Weltelemente durch die sozialistischen Weltelemente, geben. Auch in diesem internationalen Fall ist eine einfache Wiederherstellung des Weltkapitalismus schon deswegen unmöglich, weil die politische Weltmacht bereits in den Händen des Weltproletariats liegen wird.
5. Das ökonomische Grundgesetz der Restauration des Sozialismus ist das dialektische Bewegungsgesetz der Verwandlung des Weltkapitalismus in den Weltsozialismus, das heißt die Bedingungen für die Wirkung des ökonomischen Grundgesetzes des Kapitalismus global zu beseitigen und die Bedingungen für die Wirkung des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus auf globaler Stufe wieder herzustellen. Es weist folgende wesentlichen Merkmale auf:
statt globalisierte Sicherung von Maximalprofiten globalisierte Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der globalen Gesellschaft; statt Entwicklung der Weltproduktion mit Unterbrechungen vom Aufschwung zur Krise und von der Krise zum Aufschwung – ununterbrochenes Wachstum der Weltproduktion; statt periodischer Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik, begleitet von globaler Zerstörung der Produktivkräfte der Weltgesellschaft – ununterbrochene Vervollkommnung der Weltproduktion auf der Basis einer höheren Technik. Die Triebfeder für das Wirken des ökonomischen Grundgesetzes der sozialistischen Weltwirtschaft ist die Befreiung der Weltproduktivkräfte aus den Fesseln der weltkapitalistischen Produktionsverhältnisse, die Schaffung weltsozialistischer Produktionsverhältnisse durch die Weltdiktatur des Proletariats vermittels der sozialistischen Weltrevolution. Die sozialistische Weltrevolution ist die politische Grundvoraussetzung, um für die völlige Übereinstimmung der Weltproduktivkräfte und der Weltproduktionsverhältnisse zu sorgen, ohne die das ökonomische Grundgesetz der sozialistischen Weltwirtschaft jede Wirkung verlieren würde. Auch hier haben wir es im Prinzip wieder mit dem oben erwähnten Stalinschen „doppelseitigen Prozess“ des Kampfes zwischen dem kapitalistischen und sozialistischen Elemente zu tun.
Gestützt auf diesem ökonomischen Grundgesetz des Weltsozialismus wirkt sich das Gesetz der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft nur positiv zwei Bedingungen erfüllt sind a) wenn sie die Forderungen des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft richtig widerspiegelt, b) wenn sie in allem mit den Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des Weltsozialismus übereinstimmt (von Stalin abgeleitet, Seite 50 ebenda...). Man kann mit der Restauration des Sozialismus nicht noch mal auf der Entwicklungsstufe des ersten Sozialismus anfangen, denn er entstand unter anderen Bedingungen als heute. Heute befinden sich die entscheidenden Macht- und Produktionsmittel in den Händen des globalen Monopolkapitals. Die Restauration des Sozialismus wird daher nur möglich sein durch die Vergesellschaftung des Weltkapitals, zunächst der Schlüsselbereiche, die der Versorgung der Weltbevölkerung und der Erzeugung der Produktionsmittel für die Weltproduktion dienen. Der Marxismus-Leninismus ist die einzige Theorie, die auf wissenschaftlichen Grundlagen die Wiederherstellung der ökonomischen Gesellschaftsformation des Sozialismus, die Gesamtheit seines Regenerationsprozesses und alle die ihm innewohnenden Gesetzmäßigkeiten und Widersprüche erforschen, aufzeigen, erklären und deuten kann, ist die einzige Theorie, die die Notwendigkeit der Restauration des Sozialismus wissenschaftlich begründen kann. Aus der Notwendigkeit der Restauration des Sozialismus „an sich“ wird die Notwendigkeit der Restauration des Sozialismus „für uns“. Die revolutionären Auffassungen des Weltproletariats werden bestimmt von der unvermeidlich wieder auflebenden und wiederkehrenden sozialistischen Vergangenheit. Die Geschichte der Restauration des Sozialismus hat begonnen. Sie wird eine Geschichte eines Klassenkampfes zwischen international organisierten Klassen sein, die die Welt vorher noch nie gekannt hat. Es hat keinen Klassenkampf bisher gegeben, der in Schärfe, Breite und Tiefe an den Kampf für die Restauration des Sozialismus heranreicht. Der Klassenkampf gegen die Restauration des Kapitalismus ist ein Sandkorn im Vergleich zum Felsbrocken des Klassenkampfes für die Restauration des Sozialismus. In diesem Klassenkampf geht es nicht minder um den Sieg über den Revisionismus, den wir in 50 Jahre Kampf für den Kommunismus vorbereitet haben. Die Restauration des Sozialismus ist weiter nichts als der Gedankenreflex jenes historischen Konflikts, also der Unverträglichkeit von sozialistischer Produktion und kapitalistischer Aneignung, den die Restauration des Kapitalismus in den klügsten Köpfen des revolutionären Proletariats auslösen musste, das mehr als alle anderen darunter gelitten hatte und weiter leidet, den Sozialismus an den Kapitalismus verloren zu haben, denn aus dem Widerspruch zwischen sozialistischer Produktion und kapitalistischer Aneignung tritt der Gegensatz von Proletariat und Bourgeoisie schärfer als nirgends sonst hervor und damit auch der Widerspruch zwischen der sozialistischen und der kapitalistischen Ideologie. Es ist klar, dass die Verschärfung auf der Stufe der Restauration des Sozialismus eine noch höhere Qualität erhält als zur Zeit der Restauration des Kapitalismus, denn die Wiederherstellung des Sozialismus bedeutet auch die Wiederherstellung des Revisionismus auf höherer Stufenleiter oder mit Lenins Worten ausgedrückt: Wenn sich der Klassenkampf im Sozialismus verzehnfacht, so verhundertfacht er sich im Klassenkampf des restaurierten Sozialismus usw. usf. solange bis der Klassenkampf den Revisionismus zur Aufgabe zwingt. Der Revisionismus stirbt ab im Weltkommunismus, sobald ihm (gewaltsam durch die Arbeiterklasse) der letzte Rest seiner ökonomischen Basis entzogen wurde.
Wir haben gesehen: Die Ökonomie des modernen Revisionismus ist die bürgerliche Ökonomie des faulenden, parasitären und sterbenden Sozialismus, ist die Ökonomie des bürgerlichen Sozialismus, ist die Ökonomie des staatsmonopolistischen Kapitalismus neuen Typs. Bürgerlicher Sozialismus endet aber nur dann nicht im Kapitalismus, wenn die Arbeiterklasse mit einer erneuten sozialistischen Revolution ihre Diktatur des Proletariats zurückerobert hat und dadurch den bürgerlichen zurück in den proletarischen Sozialismus verwandelt, um die Fäulnisprozesse der sozialistischen Wirtschaft zu unterbinden und sie schließlich zu beseitigen. Kehrt der Sozialismus zur alten Reaktion zurück, dann geschieht dies in verschärfter Form durch den Fäulnisprozess, was wiederum den revolutionären Nährboden fruchtbar macht und wodurch die Revolutionierung in verschärfter Form hervorrufen wird, scharf und gut genährt genug jedenfalls, um internationale Gestalt anzunehmen und die Quantität der revolutionären Bewegung in Qualität zu verwandeln.
.Die Restauration der Ökonomie des Sozialismus gelingt folglich nur auf der Grundlage der Zertrümmerung des faulenden, parasitären und sterbenden Sozialismus, auf der Grundlage der Beseitigung dieses ruinierten Sozialismus und seiner Überreste sowie durch die revolutionäre Überwindung der Fehler und Schwächen jener ersten Form der Ökonomie des Sozialismus, die es den modernen Revisionisten erlaubten, den Sozialismus zum Sterben zu verurteilen und den Kapitalismus zu restaurieren.
Es gibt eine marxistisch-leninistische und eine revisionistische Auffassung zur Restauration des Sozialismus. Die revisionistische Auffassung geht aus – oder besser gesagt – bleibt stehen auf der alten Stufe des Sozialismus in „einem“ Land, der den Revisionismus unvermeidlich erzeugte und im Kapitalismus endete, weil er auf dieser Entwicklungsstufe noch nicht international reif dazu war, die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung zu durchbrechen. Man kann den Sozialismus heute deswegen unmöglich wieder auf seiner alten Entstehungsstufe restaurieren, weil wir nicht mehr die alten Bedingungen vorfinden, unter denen er einst entstanden war. Der Sozialismus lässt sich nur auf einer höheren Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung restaurieren, auf der Stufe der globalisierten Welt. Das entspricht dem Gesetz der Negation der Negation des Sozialismus, nämlich: Den Sozialismus auf höherer Entwicklungsstufe wieder herzustellen, das ist die Aufgabe der sozialistischen Weltrevolution. Wenn man heute den Kapitalismus beseitigen will, dann hat man es mit dem globalisierten Kapitalismus zu tun, kann aus dem Schoß des globalisierten Kapitalismus der Sozialismus nicht anders wiedergeboren werden, als der globalisierte Sozialismus. Die Dialektik des Internationalismus des revolutionären Weltproletariats - das ist das weltrevolutionäre Element, der weltrevolutionäre Geist, die weltrevolutionäre Idee, das ist das Licht der neuen Welt, mit dem der neue Sozialismus ausgebrütet werden wird. Was ist demnach die Restauration des Sozialismus ? Die Restauration des Sozialismus bedeutet nichts anderes als die Wiedergeburt des Sozialismus auf seiner globalisierten, höheren Stufenleiter, auf der Stufe des Weltsozialismus ! Das ist die Quintessenz: Der heutige Marxismus-Leninismus ist die globalrevolutionäre Theorie, mit der das Weltproletariat den Weltsozialismus verwirklicht. Der Marxismus-Leninismus kann sich nur in diese Richtung entfalten und erstarken, wenn er alle dieser Richtung widersprechenden Strömungen und Tendenzen im ideologischen Klassenkampf überwindet. Der Marxismus-Leninismus wird dieser Aufgabe gerecht, wenn es ihm gelingt, die gegenwärtigen revolutionären Bewegungen auf der ganzen Welt richtig zu analysieren, ihren zukünftigen Verlauf vorauszusehen, ihre internationalen Beziehungen, Entwicklungen und Tendenzen zu synthetisieren und zwar zu einer einheitlichen, schlüssigen, universellen Theorie der großen, globalrevolutionären, sozialistischen Weltbewegung gegen den globalisierten Weltimperialismus.
Vor allem müssen die Marxisten-Leninisten damit endlich beginnen, ihre Furcht zu überwinden, jene für dieses Vorhaben unbrauchbar gewordenen Vorstellungen zu überdenken, die ihnen bei der globalen Revolutionierung des Marxismus-Leninismus entgegenstehen. Die bislang noch nicht vollzogene, aber dringend notwendige Negation der Negation des Marxismus-Leninismus ist fraglos das gegenwärtige Haupthindernis für die Entfaltung der sozialistischen Weltrevolution!
Das Gesetz der Negation der Negation die Herrschaft des Marxismus-Leninismus in der sozialistischen Gesellschaft „in einem“ Land lautet: die Macht Marxismus-Leninismus auf höherer Entwicklungsstufe der sozialistischen Gesellschaft wieder herzustellen, auf der Stufe des Weltsozialismus - das ist die heutige Aufgabe der Revision des Marxismus-Leninismus zur Revolutionierung des Marxismus-Leninismus. Der Marxismus-Leninismus kann sich nur auf fortgeschrittener Stufenleiter seiner Entwicklung reproduzieren, sonst verliert er seinen theoretischen Anschluss.
Man wendet die Dialektik (und auch das viel zu wenig!) auf alles Mögliche an, nur nicht auf den Marxismus-Leninismus selbst. Der heutige Marxismus-Leninismus ist die Dialektik der Einheit der Gegensätze von der Theorie des alten, niederen Sozialismus in „einem“ Land und von der Theorie des neuen, höheren Weltsozialismus. Anstatt das zu begreifen, stößt und reibt man sich lieber an der angeblich „provokativen“ Bezeichnung „alter Sozialismus“ und „niedere Entwicklungsstufe“ des Sozialismus, so als würde man sie geringschätzen oder verachten. Das ändert nichts an der Tatsache, das man den Marxismus-Leninismus nicht retten kann, wenn man ihn nicht weiter entwickelt. Wie soll man ihn aber weiterentwickeln können, wenn man sich nicht von veralteten Lehrsätzen verabschiedet? Man kann umgekehrt die Theorie des Weltsozialismus nicht schaffen, wenn man die Theorie des Sozialismus in „einem“ Land nicht darin (auf richtige Weise!) verteidigt. Nur wie man ihn verteidigt, da trennen sich die Geister und das muss schließlich unvermeidlich ausgefochten werden, sonst kommen wir nicht vom Fleck.
Die revolutionäre Restauration der politischen Ökonomie des Sozialismus ist ergo: Schaffung einer globalisierten politischen Ökonomie des Weltsozialismus. Das ist die heutige marxistisch-leninistische Grundthese zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit der politischen Ökonomie des Revisionismus.
zurück zur Ökonomie der modernen Revisionisten:
Die politische Ökonomie des modernen Revisionismus ist die in die politische Ökonomie des Kapitalismus umgewandelte politische Ökonomie des Sozialismus. Die Politische Ökonomie des modernen Revisionismus ist die sozialistische Verwirrung der wahren kapitalistischen Verhältnisse, die dazu diente, die Täuschung der sozialistischen politischen Ökonomie zu verbergen. Die modernen Revisionisten zwängten die konkrete sozialistische Wirtschaft einseitig in solche „Lehrsätze“, mit denen sich die Widerlegung aus den sozialistischen Wirtschaftserfahrungen am besten beseitigt ließ. In dieser Unterordnung der konkreten sozialistischen Wirtschaftserfahrungen unter die von der politischen Ökonomie der Revisionisten festgelegten bürokratischen Bestimmungen wurde die Grundlage und Theorie der politischen Ökonomie des Sozialismus verdunkelt und nur nach der Seite gezeigt, welche dem Revisionismus gemäß war. Sie ließen nur das an der politischen Ökonomie des Sozialismus pro forma gelten, was der eigentlichen Restauration des Kapitalismus nicht weh tat. Die Revisionisten sammelten allmählich immer mehr Erfahrungen aus ihrer revisionistischen Wirtschaftspraxis. Und diese immer tiefer beschrittene Praxis der revisionistischen Wirtschaft diente wiederum als Kriterium für neue „Erkenntnisse“ der politischen Ökonomie des Revisionismus, mit denen sie den Prozess der Restauration des Kapitalismus von einer „Reform“ zu nächst „höheren“ vorantrieben. Das revisionistische Bewusstsein der Wirtschaftler widerspiegelte nicht nur die Wirklichkeit der revisionistischen Wirtschaft, sondern trug dazu bei, dass sich die sozialistische in die kapitalistische Wirtschaft verwandeln konnte und half schließlich bei der Beseitigung der revisionistische Wirtschaft !
Die Ökonomie des modernen Revisionismus ist also – wie bereits dargestellt - nicht aus der Ökonomie des Kapitalismus, sondern aus der Ökonomie des Sozialismus hervorgegangen und ist die Ökonomie der Restauration des Kapitalismus.
„Die Rückkehr der Sowjetunion zum Kapitalismus musste unweigerlich seine eigenen Besonderheiten hervorbringen; die dortige kapitalistische Ordnung musste unweigerlich besondere Formen annehmen. Diese Besonderheiten und Formen definieren sich von daher, dass der dortige Kapitalismus als Ergebnis des Sturzes des Sozialismus, als regressiver Prozess wiederhergestellt wurde, anders als der Kapitalismus klassischen Typs, der nach dem Sturz der Feudalordnung als progressiver Prozess kommt“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 272-273).
Wir verweisen hier nochmals auf das gründliche Studium der Schrift von Stalin hin: “Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, Moskau 1952, Verlag für fremdsprachige Literatur, dt. Ausgabe. Hier in seiner hervorragendsten Verteidigung der Ökonomie des Sozialismus der Sowjetunion finden sich bereits die Grundzüge der Stalinschen Kritik an der Ökonomie des modernen Revisionismus und zugleich der Schlüssel für den Wiederaufbau der sozialistischen Ökonomie und der Schaffung internationaler sozialistischer Wirtschaftsformen. Solange Stalin die Sowjetunion führte hat er gegen alle diejenigen siegreich gekämpft, die bemüht waren, den Sozialismus „auf den ´üblichen` kapitalistischen Entwicklungsweg hinunterzuzerren“ (Stalin, Band 15, Seite 48, KPD/ML, Dortmund 1979). Von Stalin lernen, heißt von seinem Kampf lernen, den er gegen alle Feinde des Sozialismus geführt hatte, welche versuchten, den Sozialismus auf den „üblichen“ kapitalistischen Entwicklungsweg hinunterzuzerren; heißt heute folglich zu lernen, den restaurierten Kapitalismus durch die erneute sozialistische Revolution wieder in den Sozialismus zu verwandeln (Restauration des Sozialismus). Die Albaner haben das von Stalin formulierte ökonomische Gesetz des Sozialismus direkt in die Verfassung aufgenommen und zwar im Artikel 25.
Die Ökonomie des Sozialismus wies eine entscheidende historische Besonderheit auf, die der Genosse Stalin mit den folgenden Worten umschrieb:
„Die besondere Rolle der Sowjetmacht ist mit zwei Umständen zu erklären: erstens damit, dass die Sowjetmacht nicht eine Form der Ausbeutung durch eine andere Form zu ersetzen hatte, wie es bei den alten Revolutionen war, sondern jegliche Ausbeutung aufheben musste; zweitens damit, dass sie, da es im Lande keinerlei fertige Keime einer sozialistischen Wirtschaft gab, sozusagen `aus dem Nichts` neue, sozialistische Wirtschaftsformen schaffen musste.
Es war dies unbedingt eine schwierige und komplizierte Aufgabe, für die es keinen Präzedenzfall gibt. Nichtsdestoweniger hat die Sowjetmacht diese Aufgabe mit Ehre erfüllt. Aber wenn sie sie erfüllt hat, so nicht etwa, weil sie die bestehenden ökonomischen Gesetze aufgehoben und neu ´formiert` hätte, sondern nur, weil sie sich auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte stützte. Die Produktivkräfte unseres Landes hatten, besonders in der Industrie, einen gesellschaftlichen Charakter, das Eigentum hingegen hatte eine private, kapitalistische Form. Gestützt auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte, vergesellschaftete die Sowjetmacht die Produktionsmittel, machte sie zum Eigentum des gesamten Volkes und vernichtete damit das System der Ausbeutung, schuf sozialistische Wirtschaftsformen. Wäre nicht dieses Gesetz, und hätte die Sowjetmacht sich nicht auf es gestützt, so wäre sie nicht imstande gewesen, ihre Aufgabe zu erfüllen.
Das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte drängt in den kapitalistischen Ländern seit langem zum Durchbruch. Wenn es noch nicht zum Durchbruch gekommen ist und noch Bewegungsfreiheit erlangt hat, so deswegen, weil es bei den ablebenden Gesellschaftskräften auf stärksten Widerstand stößt“ (Seite 8-9).“
Wie sich historisch zeigte, handelte es sich nicht nur um den Widerstand der ablebenden Gesellschaftskräfte in den umkreisenden kapitalistischen (plus hinzugekommenen, revisionistischen) Ländern, sondern auch um die ablebenden Gesellschaftskräfte im sozialistischen Land selbst – . Die modernen Revisionisten vertuschten die Wahrheit, dass es überhaupt eine Gefahr der Restauration des Kapitalismus gäbe, auf die Lenin, Stalin und Enver Hoxha zu Lebzeiten nicht nur hingewiesen, sondern sie auch theoretisch und praktisch erfolgreich bekämpft hatten. Ausgehend von der falschen, anti-marxistischen These, dass der Sozialismus in einem Land „garantiert“ sei, verbreiteten die modernen Revisionisten insbesondere die Sowjetrevisionisten die falsche, anti-marxistische These, dass allein durch die Wirtschaft der sozialistischen Länder, das kapitalistische Weltwirtschaftssystem „zurückgedrängt“, „besiegt“ und „überwunden“ werden könne (– also ohne sozialistische Revolution!). Im Nachhinein hat sich diese „Theorie“, dass allein die quantitative Stärke eines sozialistischen Landes automatisch den Kapitalismus in den kapitalistischen Ländern „erdrücken“ und „überrollen“ könne, ja dass der Weltsozialismus aus dem „friedlichen Wettbewerb“ zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen ökonomischen System hervorgehen müsse, als eine geplatzte Seifenblase erwiesen. Es hat sich vielmehr gezeigt, dass unter den Bedingungen der weltkapitalistisch-revisionistischen Umkreisung in einem sozialistischen Land das Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte nicht auf ewige Dauer anwenden ließ, dass dieses Gesetz in einem sozialistischen Land erst unwiderruflich und auf Dauer anwendbar ist unter entsprechenden Bedingungen im Weltmaßstab. Um die Wirkungskraft des Gesetzes der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte für jedes sozialistische Land zu garantieren, bedarf es der Voraussetzung des Sieges der sozialistischen Weltrevolution. Erst die Anwendung dieses ökonomischen Gesetzes im Weltmaßstab ermöglicht den vollständigen Sieg über den Weltkapitalismus, erhält der Weg zum Kommunismus sein festes, ökonomisches Fundament. Und umgekehrt werden dadurch erst die Erkenntnis der Wirkungsweise des ökonomischen Grundgesetze der sozialistischen Weltwirtschaft vertieft, wird man in die Lage versetzt, diese neuen Erkenntnisse in der Praxis erneut anzuwenden und diese auf eine nächst höhere Stufe heben, um dadurch wiederum noch tiefer in die Dialektik der ökonomischen Gesetze einzudringen usw. usf. Der Globalisierung wird diesen Entwicklungsprozess begünstigen und beschleunigen. Wir stehen also relativ kurz vor dem Durchbruch dieses ökonomischen Gesetzes im Weltmaßstab. Diese objektive Entwicklung muss sich in unser Bewusstsein einpflanzen. Das Weltproletariat braucht nicht mehr wie damals das russische Proletariat - wie Stalin sagte - „aus dem Nichts“ neue sozialistische Wirtschaftsformen schaffen, denn die Keime der sozialistischen Wirtschaft wurden bereits vom russischen und albanischen Proletariat angelegt. Was schon mal aufgebaut worden ist, lässt sich schneller und leichter wieder aufbauen, wenn man sich denn auf die gemachten Erfahrungen stützt und Fehler zukünftig vermeidet. Genauso wie es für das Weltproletariat deswegen leichter und schneller gelingen wird, den Sozialismus zu restaurieren, so dürfte es den Neo-Revisionisten auf jeden Fall schwerer fallen, einen restaurierten Sozialismus kapitalistisch zu restaurieren, als den modernen Revisionisten die Restauration des Kapitalismus eines nicht restaurierten Sozialismus, zumal er dann nicht mehr nur „in einem Lande“, sondern im internationalen Maßstab aufgebaut sein wird.
Was die modernen Revisionisten durchzogen, war die Trennung des dialektischen Verhältnisses von Wirtschaft und Politik, die Abkehr von der revolutionären, von der proletarischen Politik, des Nachlassens des revolutionären Klassenkampfes im Sozialismus, das Abgleiten in den Ökonomismus, des Technokratismus, der Erfindung neuer „Theorien“ wie die der „Theorie der Produktivkräfte“, Leugnung der marxistisch-leninistischen Theorie über die gesellschaftlich-wirtschaftliche Entwicklung durch Einteilung der 5 - gliedrigen Kette der sozioökonomischen Formationen( Sklavenhaltergesellschaft, Feudalsimus...) und der bürgerlich-revisionistischen „Theorie“ vom „Marktsozialismus“ usw. usf.
Dieser anti-marxistische Kurs führte zum Aufweichen der sozialistischen Grundlagen der Wirtschaft, zur ideologischen und politischen Entartung, öffnete die Türen für alle möglichen revisionistischen Konzepte außerhalb der revisionistischen Länder wie des friedlichen Hinüberwachsens des Kapitalismus in den Sozialismus durch Reformen (ohne natürlich die politischen und ökonomischen Grundlagen der bürgerlichen Ordnung anzutasten!), sowie den so genannten „nichtkapitalistischen“ und „nichtsozialistischen“ Entwicklungsweg, pluralistischer, selbstverwalteter „Sozialismus“ usw. usf. Bezüglich der Änderungen in der Organisation der Wirtschaft gingen die Revisionisten offener in Richtung der Liquidierung der sozialistischen Wirtschaft und ihrer Umwandlung in eine kapitalistische Wirtschaft vor. Und es musste unvermeidlich so kommen, weil man die Wirtschaft nicht so maskieren kann wie die Politik. Das verlangte die Objektivität der Schaffung der neuen kapitalistischen, revisionistischen Klasse, verlangte das Interesse der herrschend Clique, verlangten die neuen Allianzen mit dem Weltkapitalismus, vor allem mit dem amerikanischen Imperialismus, sowie ihre bürgerliche Diktatur, welche die Volksmassen und die Revolution im Inneren unterdrückte.
Wir haben nachfolgend einen vollständigen Artikel als Zitat ausgewählt, in dem zum Teil mit Hilfe der Stalinschen Lehren über die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR die Grundzüge der tatsächlich vollzogenen Restauration des Kapitalismus herausgearbeitet wurden.
In dem Artikel mit der Überschrift „Die sowjetische Wirtschaft – eine vollständig und endgültig kapitalistische Wirtschaft“, geschrieben von Aristotel Pano, einem Ökonom, Journalist, Dozent und Professor an der Universität Tirana, hieß es:
„1
Das Vorspiel zur Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion bildete natürlich der große ideologische Verrat und die Usurpierung der Führung der KPdSU durch eine Verrätergruppe, was auf dem berüchtigten 20. Parteitag der KPdSU offene Form annahm. Diese Verrätergruppe mit Chruschtschow an der Spitze leitete den Prozess der Entartung der damals in der SU bestehenden Diktatur des Proletariats in eine Diktatur der aufkommenden sowjetischen neuen Bourgeoisie ein. Der gesamte Überbau der sowjetischen Gesellschaft entartete. Die einstige Diktatur des Proletariats wurde zu einer wilden faschistischen Diktatur der revisionistischen, neuen Bourgeoisie, der sowjetische sozialistische Staat wurde zu einem sozialimperialistischen Staat. Obwohl der Beginn des Entartungsprozesses des sowjetischen Überbaus auch der Anfang der Wiederherstellung des Kapitalismus war, hätte die Entartung des Überbaus ohne die Entartung der ökonomischen Basis nicht fortschreiten können. Darum begann mit dem Entartungsprozess des Überbaus auch der Entartungsprozess der ökonomischen Basis. Es handelte sich dabei um eine dialektische und komplizierte Wechselwirkung zwischen der Entartung des Überbaus und der Entartung der Basis, die einander anregten und vorantrieben, bis sie schließlich ihre endgültige kapitalistische Form annahmen. Zur Entartung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in kapitalistische Verhältnisse haben die verräterischen Chruschtschowschen Führer, wie unsere Partei in ihren Dokumenten betont, einige Mängel ausgenutzt, die besonders in den Verteilungsverhältnissen existierten (das starke Lohngefälle, das von unserer Partei mit Recht als ein gefährliches Übel bezeichnet worden ist).
Der Kapitalismus ist bekanntlich das höchste und allgemeine Stadium der Warenproduktion. Mit wissenschaftlicher Genialität bewies Marx im `Kapital` , dass dort, wo die Warenproduktion allgemein und blühend wird, von selbst die kapitalistische Ausbeutung entsteht. Deshalb hat Marx die gesamte Analyse des Kapitalismus im ´Kapital` mit der Analyse der Ware begonnen. Lenin verteidigte die Wirtschaftstheorie von Marx und entwickelte sie weiter. Er betonte:
„Ein wesentliches Kennzeichen ist nach seiner Lehre: 1) Die Warenproduktion als allgemeine Form der Produktion. Das Produkt nimmt in den verschiedensten gesellschaftlichen Produktionsorganismen Warenform an, aber nur in der kapitalistischen Produktion ist sie die allgemeine Form des Arbeitsprodukts und nicht Ausnahme, nicht Einzelerscheinung oder Zufall. Das zweite Kennzeichen des Kapitalismus. 2) Besteht darin, dass nicht nur das Arbeitsprodukt, sondern auch die Arbeit selbst, d.h. die menschliche Arbeitskraft, Warenform annimmt. Der Entwicklungsgrad der Warenform der Arbeitskraft charakterisiert den Entwicklungsgrad des Kapitalismus“ (Lenin, Band 1, Seite 453-454, dt. Ausgabe).
Nachdem die sowjetrevisionistischen Verräter die Partei – und Staatsführung in der Sowjetunion an sich gerissen hatten, schufen sie in verhüllter Weise die objektiven Bedingungen, damit in der sowjetischen Wirtschaft genau die beiden oben erwähnten Kennzeichen entstanden und sich entwickeln. Da jede praktische Tätigkeit ideologisch vorbereitet werden muss, griffen die Sowjetrevisionisten nach dem Jahre 1953 als erste These der marxistischen Wirtschaftstheorie die These über die Warenproduktion und das Wertgesetz im Sozialismus an.
Der Marxismus-Leninismus leugnet bekanntlich nicht die unbedingte Notwendigkeit der Existenz der Warenproduktion nach der Ergreifung der Staatsmacht durch die Arbeiterklasse. Im Gegenteil, die Warenproduktion ist in der ersten Etappe objektiv vorhanden; als ´Überrest` des Kapitalismus darf sie sich aber nie erweitern und nicht aufblühen, im Gegenteil, der Bereich der Warenproduktion und des Wertgesetzes muss in dem Maße eingeengt und eingeschränkt werden, wie sich der sozialistische Wirtschaftssektor erweitert und festigt und die sozialistischen Produktionsverhältnisse heranreifen, bis schließlich die objektiven Bedingungen entstehen, um sie vollständig zu beseitigen. Die wahrhaft marxistisch-leninistische Partei und der sozialistische Staat der Arbeiterklasse, die die Warenproduktion eine bestimmte Zeit lang für unvermeidlich halten, kennen die Gefahr, die sie in sich birgt, und ergreifen bewusst Maßnahmen, durch die die objektiven Bedingungen geschaffen werden, um sie in Zukunft endgültig zu liquidieren.
Doch im Gegensatz dazu haben die sowjetrevisionistischen Verräter und ihre Lakaien nach dem Jahr 1953, um den Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus mit demagogischen Phrasen zu verschleiern, ihre teuflische These aufgebracht, dass die alten, vom Kapitalismus geerbten Kategorien ( also auch die Warenproduktion und das Wertgesetz), bevor sie aufhören zu wirken, vollständig und allgemein entfaltet sein und erblühen müssen [auf diese Weise erblüht heute auch die chinesische kapitalistische Wirtschaft – Anmerkung der Redaktion].
Da nicht alle „wissenschaftlichen Argumente“ dieser teuflischen These hier aufgezählt werden können, sei nur erwähnt, dass sie im ganzen auf dem 22. Parteitag der KPdSU angenommenen so genannten ´Programm` der Kommunistischen Partei der Sowjetunion verschleiert zum Ausdruck kamen. Im Programm heißt es:
´Beim kommunistischen Aufbau ist es notwendig, die Beziehungen Ware-Geld vollständig auszunutzen...`
Im Gegensatz zur gesamten marxistisch-leninistischen Theorie, die auf die unbedingte Notwendigkeit der Einschränkung und Verringerung der Warenproduktion in der Etappe des Übergangs zum Kommunismus hinweist, reden die Sowjetrevisionisten, als bewusste Verräter am Marxismus und weil sie den Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus verschleiern wollen, von der ´vollständigen Ausnutzung` der Ware-Geld-Beziehungen für den Aufbau des Kommunismus. Was diese ´vollständige Ausnutzung` heißt, das hat man klar an allen von ihnen getroffenen praktischen ökonomischen Maßnahmen gesehen, die Maßnahmen zur Umwandlung der sozialistischen Produktion in kapitalistische Warenproduktion sind. Alle ´theoretischen` Erfindungen und praktischen Maßnahmen dieser Renegaten stellen einen offenen Verrat an den Lehren des Marxismus-Leninismus dar, die sie zu ´entwickeln` behaupten.
Lenin unterstrich:
´Der Marxismus lehrt, dass eine Gesellschaft, die sich auf die Warenproduktion gründet, auf einer bestimmten Entwicklungsstufe unvermeidlich auch selbst den Weg des Kapitalismus beschreitet“ [leider ohne Zitatangabe – Anmerkung der Redaktion].
Und die von den Sowjetrevisionisten nach 1953 auf dem Gebiet der Wirtschaft getroffenen Maßnahmen schufen neben dem Entartungsprozess des Überbaus objektiv auch eine bestimmte Entwicklungsstufe der Warenproduktion, die zur Entstehung des Kapitalismus in der Wirtschaft führte, der sich jetzt vollständig und endgültig herausgebildet hat. Alle konkreten ökonomischen Maßnahmen der Sowjetrevisionisten nach 1953, die 1965 mit der so genannten ´Wirtschaftsreform` einen Höhepunkt erreichten, hatten nur ein Ziel: die kapitalistische Wirtschaft der Warenproduktion wiederherzustellen. Unabhängig davon, mit welchen ´marxistischen` Phrasen diese Maßnahmen gerechtfertigt wurden oder wie ihr kapitalistisches Wesen vor den Werktätigen verschleiert wurde, handelt es sich im Wesentlichen um Maßnahmen zur Wiederherstellung des Kapitalismus, ein Prozess, der heute abgeschlossen ist. Diese Maßnahmen betrafen in verschiedenen Etappen jeweils die Produktion, die Verteilung, den Austausch, die Leitung der Wirtschaft usw., doch insgesamt drücken sie eines aus: die Entartung der der sozialistischen Wirtschaft, die grenzenlose Ausdehnung der Ware-Geld-Beziehung, die Schaffung der kapitalistischen Wirtschaft der Warenproduktion, die Schaffung der Bedingungen für die Entstehung und das Wirken aller Kategorien der kapitalistischen Wirtschaft, worauf wir im Folgenden eingehen werden.
Das wichtigste Element im gesamten Prozess der Erweiterung und des Gedeihens der kapitalistischen Warenproduktion in der Sowjetunion war die Verwandlung auch der Arbeitskraft in eine Ware. Der Marxismus lehrt, dass der ´Kapitalismus das Entwicklungsstadium der Warenproduktion ist, in dem auch die Arbeitskraft zur Ware wird`. Da in der Sowjetunion dieser Prozess der Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware heute vollständig abgeschlossen ist, ist es verständlich, dass es sich hier um eine vollkommen kapitalistische Wirtschaft handelt.
Damit die Arbeitskraft zur Ware wird, muss der Arbeiter aller Produktionsmittel beraubt und gezwungen sein, seine Arbeitskraft zu verkaufen. Der Prozess, durch den die sowjetische Arbeitskraft der Produktionsmittel beraubt wurde, war gleichzeitig der Prozess, in dem die Diktatur des Proletariats zur Diktatur der sowjetischen neuen Bourgeoisie wurde. Mit der Entartung des Sowjetstaates, mit seiner Umwandlung in eine Diktatur der sowjetischen neuen Bourgeoisie, wurden auch die Produktionsmittel, die Staats- oder Genossenschaftseigentum waren, zum Eigentum der revisionistischen neuen Bourgeoisie, die die Macht ursupiert hat. Die sowjetische Arbeiterklasse wurde der Produktionsmittel beraubt, sie hat nichts weiter als ihre Arbeitskraft zu verkaufen, die so, wie alle anderen Produktionsfaktoren, zur Ware geworden ist.
Um sich zu überzeugen, dass der Charakter des Staatseigentums vom Charakter des Staates selbst abhängt, davon, in wessen Händen sich der Staat befindet, braucht man nur die heutige Realität der westlichen kapitalistischen Staaten zu betrachten, in denen sich in den letzten Jahren das Staatseigentum sehr erweitert hat. Niemandem würde es einfallen, das Staatseigentum, das heute in den westlichen kapitalistischen Ländern existiert, sozialistisches Eigentum, Eigentum der Arbeiter zu nennen. Warum? Weil das Staatseigentum Eigentum der Klasse bleibt, die die Macht hat. Solange also die Bourgeoisie, die Kapitalisten, die Macht haben, ist das Staatseigentum eine Form des kapitalistischen Eigentums, ist es staatsmonopolistischer Kapitalismus.
Das Gleiche finden wir im Wesentlichen auch in der Sowjetunion. Es ist bestimmt nicht überflüssig, hier darauf hinzuweisen, dass Engels vor einem Jahrhundert in seinem Werk ´Anti-Dührung` unterstrichen hat, dass der Charakter des Staatseigentums davon abhängt, in wessen Händen sich der Staat befindet.
Die Umwandlung des sozialistischen Eigentums in staatskapitalistisches Eigentum eines besonderen Typs und der Arbeitskraft in eine Ware erfolgte in der Sowjetunion nicht wie mit einem Zauberstab auf einen Schlag, sondern über einen ganzen Prozess der Entartung der Diktatur des Proletariats in die Diktatur der revisionistischen neuen Bourgeoisie.
Als sich die Prozesse der Entartung des Überbaus, der Veränderung des Charakters des Eigentums, der Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware, der Erweiterung und des Gedeihens der kapitalistischen Warenproduktion vollzogen hatten, vollzog sich in der Sowjetunion von selbst auch in seiner ganzen Breite und Tiefe der Prozess der Wiederherstellung der kapitalistischen Ausbeutung. Das war das unvermeidliche Ergebnis der Wiederherstellung der kapitalistischen Warenproduktion. Karl Marx lehrte dazu:
´Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgenen Potenzen. Sagen, dass die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, dass die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. [Dazu wollen wir hier die für die Sowjetrevisionisten sehr bezeichnende Anmerkung von Karl Marx nicht vorenthalten – Anmerkung der Redaktion]: Anmerkung 24: Man bewundere daher die Pfiffigkeit Proudhons, der das kapitalistische Eigentum abschaffen will, indem er ihm gegenüber – die ewigen Eigentumsgesetze der Warenproduktion geltend macht!` (Marx, Engels, Werke Band 23, Seite 613), dt. Ausgabe).
2
Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass die Hauptform des Kapitalismus in der Sowjetunion staatsmonopolistischer Kapitalismus eines neuen Typs ist. Das ´Neue` besteht nur in seiner Entstehung und Rolle, seinem Wesen nach ist er aber der gleiche Kapitalismus wie in allen kapitalistischen Ländern.
Der Staatskapitalismus entstand in den Westländern vor allem durch die vom bürgerlichen Staat vorgenommenen Verstaatlichungen gegen Entschädigung. In der Sowjetunion entstand er allein durch den Prozess der Entartung der Diktatur des Proletariats in die Diktatur der neuen Bourgeoisie. In den westlichen kapitalistischen Ländern spielt der Staatskapitalismus eine zweitrangige Rolle gegenüber dem Privatkapital, als Werkzeug des Privatkapitals [indem sich die mächtigen multinationalen Monopole insbesondere infolge ihrer Globalisierung der bürgerlichen Staaten als Werkzeuge bedienen – Anmerkung der Redaktion], in der heutigen Sowjetunion spielt er hingegen eine hauptsächliche, vorrangige Rolle.
Wenn wir unterstreichen, dass die Hauptform des Kapitalismus in der Sowjetunion ein neuer Typ des staatsmonopolistischen Kapitalismus ist, müssen auch die anderen Formen des Kapitals und des Kapitalismus erwähnt werden, die es heute dort gibt.
Da die sowjetische neue Bourgeoisie im staatlichen und genossenschaftlichen Sektor hohe Gehälter bekommt, führt sie ein märchenhaftes Leben und kann außerdem große ´Ersparnisse` in Form von Depositen machen, die durch Zinsen neues Geld ´erzeugen`. Wir sprechen uns hier nicht gegen die Möglichkeit aus, im Sozialismus Ersparnisse zu machen. Bei wachsendem allgemeinen Wohlstand können die Werktätigen auch Ersparnisse machen, um ihre Bedürfnisse in Zukunft besser befriedigen zu können. Wenn aber nur ´Menschen mit besonderen Fähigkeiten` sparen können, wenn die Ersparnisse aus äußerst hohen Gehältern und Prämien stammen, dann tragen sie natürlich sehr hohe Zinsen und sind keine Ersparnisse mehr, sondern verleihbares Kapital, Geld das Geld zeugt.
Lenin sagt dazu:
´Der Ausgangspunkt jedes Kapitals – sowohl des Industrie- als auch des Handelskapitals – ist die Bildung freier Geldmittel in Händen einzelner Personen (als frei werden Geldmittel angesehen, die nicht unbedingt für die individuelle Konsumtion usw. aufgewandt werden müssen)` (Lenin, Band 3, Seite 365, dt. Ausgabe).
Die sowjetischen neuen Bourgeois und ein Teil der Arbeiteraristokratie besitzen heute als Depositen etwa 60 Milliarden Rubel, die ihnen jährlich 2 Milliarden Zinsen einbringen, ohne nur einen Finger dafür zu rühren brauchen. Die von Marx vor einem Jahrhundert aufgestellte Formel des verleihbaren Kapitals G-G` ist genau die Formel dieser ´Ersparnisse` der sowjetischen neuen Bourgeoisie.
Das ist aber nicht die einzige Form des privaten Geldkapitals, das die neue sowjetische Bourgeoisie besitzt. Es gibt noch andere Formen, so die Staatsobligationen, Versicherungen usw. Schließlich muss unbedingt noch eine andere Form der Warenproduktion erwähnt werden, die täglich neue Kapitalisten in der Sowjetunion zeugt, das ist der ´Eigenhof der Genossenschaftsbauern` . Kein Marxist hat jemals geleugnet, dass die Genossenschaftler, solange die Landwirtschaftlichen Genossenschaften nicht alle Bedürfnisse ihrer Mitglieder befriedigen können, einen Eigenhof haben dürfen, um einige Bedürfnisse ihrer Familie zu erfüllen. Wenn aber dieser ´Hof` maßlos vergrößert wird und seine Erzeugnisse nicht nur dazu dienen, den Eigenbedarf zu decken, dann wird er zu einem Betrieb der einfachen Warenproduktion, der, wie Lenin gesagt hat, unausgesetzt, täglich, stündlich Kapitalismus erzeugt. Das ist der Wirtschaftstyp einer großen Zahl der ´Kolchoshöfe` in der heutigen Sowjetunion. Diese Höfe liefern heute 60 Prozent des Gemüses, 80 Prozent des Obstes usw. Als Betriebe der Warenproduktion erzeugen sie täglich neue Kapitalisten.
3
Die Analyse des kapitalistischen Charakters der sowjetischen Wirtschaft darf nicht auf Grund der äußeren Erscheinungen der Demagogie der Verräter am Marxismus, der Gesetze und juristischen Formen, die noch eine ´sozialistische` Hülle haben, vorgenommen werden, sondern, wie die Klassiker des Marxismus-Leninismus, unsere Partei und Genosse Enver Hoxha lehren, gestützt auf die realen ökonomischen Verhältnisse.
In einer Kritik an den Volkstümlern lehrt Lenin die Marxisten:
´Um den ´Typ` ( einer Wirtschaft – A. Pano) zu bestimmen, muss man natürlich die wirtschaftlichen Hauptkennzeichen und nicht die juristischen Formen nehmen` [wieder ohne Zitatangabe – Anmerkung der Redaktion]
Die ökonomische Realität der Sowjetunion zeigt heute, dass die revisionistische Bourgeoisie, ohne eine notariell beglaubigte Eigentumsurkunde für die Produktionsmittel des Landes in der Tasche zu haben, sich doch dank ihrer realen Position der Produktionsmittel bedienen, um die Arbeiterklasse auszubeuten, um sich auf kapitalistische Weise den durch die unbezahlte Arbeit der einfachen Werktätigen geschaffenen Mehrwert anzueignen.
Wie alle anderen Elemente der Produktionsverhältnisse sind auch die Verhältnisse der Verteilung vollständig entartet. Deshalb erlauben die sowjetischen neuen Bourgeois den Arbeitern ganz gern, im Schubfach ein Exemplar der sowjetischen Verfassung liegen zu haben, in der gesetzlich das Gemeineigentum verbürgt ist, während die Bourgeois nur in ihrem Schubfach die Kontoauszüge haben, auf denen sich die Summen der hinterlegten Rubel ständig vermehren.
Der insgesamt von der sowjetischen Bourgeoisie angeeignete Mehrwert nimmt verschiedene Formen an. Einen großen Teil dieses Mehrwertes verwandelt die Bourgeoisie als Kollektiveigentümer der Produktionsmittel auf verschiedenen Wegen in Kapital der Form des staatsmonopolistischen Kapitalismus. Diesen Teil sowie die Produktionsmittel besitzt sie als Klasse und nicht als Individuum. Einen weiteren Teil des von ihr angeeigneten Mehrwerts verteilt sie individuell unter die Angehörigen der eigenen Klasse, in Form fetter Gehälter und unzähliger Prämien, die die neuen sowjetischen Manager in den letzten Jahren eingeführt haben und ununterbrochen erhöhen.
Ein Vergleich des zweiten Teils des Mehrwertes, den sich die Angehörigen der sowjetischen Bourgeoisie in Form von Gehältern und Prämien aneignen, mit dem Lohn eines einfachen Arbeiters genügt schon, um den ganzen Ausbeutungscharakter der kapitalistischen Verteilungsverhältnisse in der Sowjetunion zu verstehen. Die Löhne und die Prämien der hohen sowjetischen Manager (ganz abgesehen von der Elite der Partei, des Staates, der Armee und der Wissenschaft) sind 15 – 20 mal so groß wie der Grundlohn eines einfachen Arbeiters. Um ihre Herrschaft leichter zu erhalten, korrumpiert die sowjetische Bourgeoisie natürlich durch Prämien auch einen kleinen Teil der Arbeiterklasse und verwandelt ihn genau wie in der kapitalistischen Gesellschaft, in die Arbeiteraristokratie.
Das heutige Verteilungssystem in der Sowjetunion, die Unzahl der manchmal uneingeschränkten Prämien, hat mit dem sozialistischen Verteilungsprinzip nach der Leistung nichts zu tun, doch unter dem Aushängeschild der ´Anerkennung für besondere Verdienste der Betriebsleiter` dient es der neuen Bourgeoisie dazu, sich individuell einen Teil des durch die unbezahlte Arbeit der sowjetischen Arbeiter erzeugten Mehrwerts anzueignen. Auf diesem Hintergrund nehmen die gesellschaftlichen Unterschiede zu: auf der einen Seite die Klasse der sowjetischen neuen Bourgeoisie, die ein märchenhaftes Luxusleben führt, auf der anderen die einfachen Werktätigen, die in einer derartigen Armut leben, dass sie, wie vor einigen Jahren die sowjetische Zeitschrift ´Sozialistitscheskaja industrija` feststellte, heute nur die Holzlöffel durch Metalllöffel ersetzt haben. Anders konnte es auch nicht sein. Als Chruschtschow an die Macht kam, versprach er allen goldene Löffel, unter ´allen` verstand er aber nur die sowjetische Bourgeoisie, die die Macht und die Produktionsmittel an sich riss, die anderen sollten Lohnsklaven werden, was sie auch geworden sind.
Der Grad der Ausbeutung der Arbeiter in jeder kapitalistischen Gesellschaft berechnet sich durch die Mehrwertrate, die das Verhältnis zwischen Mehrwert und variablem Kapital ausdrückt. Die sowjetische Statistik dieser Kategorien behält zwar noch die ´sozialistischen` Bezeichnungen bei, verfälscht aber die Größe des variablen Kapitals und rechnet auch die Gehälter eines Teils der neuen sowjetischen Bourgeoisie dazu, die jedoch, wie gesagt, einen Teil des Mehrwertes darstellen. Doch auch die von der sowjetischen Statistik ´frisierten` Angaben zeigen, dass der Ausbeutungsgrad der sowjetischen Arbeiterklasse 1972 um 23 Prozent größer als 1960 war. Das ist der ´Gewinn` der sowjetischen Arbeiterklasse beim so genannten Aufbau des Kommunismus (lies: bei der Wiederherstellung des Kapitalismus).
4
Mit der Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion wurden auch alle sozialistischen ökonomischen Gesetze und Kategorien durch kapitalistische ersetzt. Der Prozess der Restauration des Kapitalismus dauerte mehrere Jahre, die gleichzeitig Jahre der Erweiterung der kapitalistischen Gesetze und Kategorien waren, bis sie ihren endgültigen Zustand erreicht hatten.
Das Grundgesetz der heutigen sowjetischen Wirtschaft ist, Höchstprofite zu erzielen. Ein Aspekt seines praktischen Wirkens ist, dass die gesamte Tätigkeit der sowjetischen Betriebe nach einer Hauptkennziffer bewertet wird, nach der so genannten ´Rentabilität des Fonds` (lies: Rentabilität des Kapitals). Die Sowjetrevisionisten können so viel Demagogie, wie sie wollen, betreiben und behaupten, das Ziel ihrer Produktion bleibe nach wie vor die Befriedigung der Bedürfnisse der werktätigen Massen; doch nicht die Worte, sondern die Taten zählen. Solange die fetten Prämien der sowjetischen Manager allein von der ´Rentabilität des Fonds` abhängen, kann jedermann verstehen, dass sie alles daran setzen, nicht die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Werktätigen zu befriedigen, sondern ihre eigenen Taschen zu füllen, ihre eigenen Prämien zu erhöhen. Ihr Motto ist genau das alte Sprichwort: ´Das Hemd ist mir näher als der Rock`.
Der Regulator der sowjetischen Produktion sind allein das Wertgesetz und die Spontaneität des Marktes. Die zweite Kennziffer zur Bewertung der Arbeit der sowjetischen Betriebe ist das Absatzvolumen. Doch das Absatzvolumen wird unmittelbar von der Marktkonjunktur bestimmt, so dass also die sowjetische Produktion durch die Spontaneität des Marktes reguliert wird und nicht durch den ´Plan` , wie sie daherfaseln. Pro forma spielen die Sowjetrevisionisten Komödie und ´kritisieren` den so genannten Marktsozialismus eines gewissen Ota Šik, sie selbst aber haben seit langem den Marktkapitalismus eingeführt.
Die Verteilung der Investitionen erfolgt in der Sowjetunion heute nach dem so genannten ´normativen Koeffizienten der Kapitalinvestitionen`, was nur der ´sozialistische` Name für die durchschnittliche Profitrate ist. In der gesamten sowjetischen Wirtschaft wirkt die Kategorie des kapitalistischen Produktionspreises. Für die die Revisionisten durch tausenderlei Tricks ´sozialistische` Namen und Argumente finden. Durch die Dezentralisierung der Preisfestlegung, die von den Betrieben selbst festgelegten Preise, die ´Preisstaffelung` usw. usf. wirkt vollständig, wenn auch in anderen Formen, das Spiel der freien Preise. In der gesamten Wirtschaft wurde die kapitalistische Kategorie des Kapitalzins eingeführt.
Der Kampf der einzelnen Betriebe, sich günstigere Bedingungen für den Stimulationsfonds, günstigere Kredite und Kapitalien, eine profitträchtigere Struktur der Sortimente usw. zu schaffen, ist weiter nichts als eine Form der Konkurrenz wie in der kapitalistischen Wirtschaft. Durch den Zusammenschluss, die Fusion und Verlegung der Aktivität einzelner Betriebe vertuschen die Sowjetrevisionisten in Wahrheit nur den Bankrott einzelner kapitalistischer Betriebe, dieser Bankrott existiert aber. Viele sowjetische Betriebe stehen heute vor dem finanziellen Bankrott. In der Zeitspanne 1965 – 1971 sind allein die von den Betrieben den Banken nicht fristgemäß zurückgezahlten Anleihen auf das 2 – 3 fache angestiegen.. Das Überschreiten der Tilgungsfrist durch die sowjetischen Betriebe nahm in den Jahren 1966 – 1977 im Durchschnitt um 25 Prozent zu, während sich die Gesamtsumme aller nicht fristgerecht zurückgezahlten Schulden um 79 Prozent erhöhte.
Die vollständige Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion konnte nur die märchenhafte Bereicherung der neuen Bourgeoisie, die Verarmung der werktätigen Massen, fortwährende Misserfolge der Wirtschaft, in verhüllten Formen auftretende Arbeitslosigkeit und Krisen und andere kapitalistische Erscheinungen mit sich bringen.
Als Beweis für die katastrophalen Folgen der Wiederherstellung des Kapitalismus in der sowjetischen Wirtschaft wollen wir nur den auffälligen Rückgang des Entwicklungstempos erwähnen im Vergleich zu der Zeit, als dort noch die sozialistische Wirtschaft existierte. Im Vergleich zur Zeitspanne 1945 – 1960 sank die Zuwachsrate des Nationaleinkommens in der Sowjetunion in den Jahren 1960 – 1965 um 44 Prozent, in den Jahren 1965 – 1970 um 35 Prozent und bis 1974 um weitere 58 Prozent. Es sei darauf hingewiesen, dass in den von den sowjetischen Statistiken angegebenen Kennziffern über die Entwicklung der sowjetischen Wirtschaft auch das gewaltige Wachstum der sowjetischen Militärproduktion in den letzten Jahren enthalten ist; wenn man dies ausklammerte, könnte man noch deutlicher die Krise und die tatsächliche Rückentwicklung der sowjetischen Wirtschaft erkennen.
Die Gesamtanalyse der vorhandenen Fakten zeigt jetzt sehr gut, dass die sowjetische Wirtschaft eine vollständig und endgültig kapitalistische Wirtschaft ist. Gerade diese kapitalistische Wirtschaft bildet die Basis des sowjetischen Sozialimperialismus, der im Innern durch eine grausame Ausbeutung der Werktätigen, durch die antagonistischen Klassenwidersprüche, durch Stillstand und fortwährende Krisen, durch noch nie da gewesene Militarisierung usw. und nach außen durch nicht nur politische und militärische, sondern auch durch wirtschaftliche Expansion, durch die Ausbeutung anderer Länder, in erster Linie der ´verbündeten` Osteuropas, gekennzeichnet ist“. (aus: „Albanien heute“, 1975, Ausgabe Juli-August, Seite 43-47, dt. Ausgabe).
Ausgeburt der Restauration des Kapitalismus und Abgesang des gealterten „modernen“ Revisionismus der Sowjetunion war schließlich „Glasnost“ und „Peristroyka“ von Gorbatschow. Die Perestroyka und Glasnost, die Ideologie der „Revolution von oben“, waren zwei der letzten Masken des modernen Revisionismus in der Sowjetunion: Aber ob nun „kapitalistischer Sozialismus“ oder „sozialistischer Kapitalismus“ - das war nur noch eine Frage der revisionistischen Kosmetik und machte keinen Unterschied mehr beim Versuch, die Krise und die Eiterbeulen des russischen Kapitalismus neuen Typs zu kaschieren. Es war die Maske der „Rekonstruktion“ des verfaulten bürgerlichen Sozialismus, ein Trostpflaster zur letzten Desillusionierung aller derjenigen Revisionisten, die dem bequemen Luxusleben im Sozialismus noch nachtrauerten und die davor Angst hatten, ihr altes Parasitendasein unter dem „neuen“ Kurs aufgeben zu müssen, alte Pfründe an das ausländische Kapital zu verlieren usw. usf. Perestroyka und Glasnost waren ein Stoßgebet des bürgerlichen Sozialismus, dass nun endlich der große Aufschwung der kapitalistischen Wirtschaft in Russland seinen Einzug hielte und alle Eiterbeulen des verfaulten bürgerlichen Sozialismus heilen würde. Die Prestroyka und Glasnost war der allen Revisionisten verliehene Orden zum Dank für die von ihnen getane Arbeit, aber auch der Freifahtsschein für die Intervention des westlichen Kapitals. Diese symbolische Schlüsselübergabe wars die Fortsetzung der wachsenden Misere der bisherigen kapitalistischen Herrschaft der russischen Bourgeoisie, nur dass dies nicht abging ohne ideologischen Kampf um die Neubesetzung der alten Futterkrippen im eigenen Land und Neuaufteilung der neuen Futterkrippen im Ausland. Mit Perestroyka und Glasnost wollte die alte riesige bürokratische Apparat-Schicht und die aus ihr hervorgegangene alte sozialistische Bourgeoisie ihren Anteil gegenüber den neu aufstrebenden, „weltoffenen“ und vom revisionistischen Plunder befreiten Kräften der Bourgeoisie sichern.
Der sowjetische Revisionismus wechselte somit, wie in allen anderen osteuropäischen Ländern, lediglich die Bank von der Regierung in die Opposition, die nunmehr mit ähnlichen Zielrichtungen und Formen und Bewegungen ausgestattet wurde wie bei den Eurokommunisten und wie bei vielen anderen revisionistischen europäischen Strömungen – wie die zum Beispiel von Ludo Martens in Belgien. Der russische Revisionismus von heute besteht aus unzähligen Strömungen, die alle auf ihre Weise versuchen, die russische Arbeiterklasse von der erneuten Revolution abzuhalten und ihren Kampf für die revolutionäre Restauration des Sozialismus zu unterhöhlen, indem sie den Weg der Klassenversöhnung, den Weg verfolgen zur weiteren Anpassung und Unterwerfung der russischen Arbeiterklasse unter die Bedürfnisse des Weltimperialismus und des Großmachtchauvinismus der herrschenden Klasse in Russland – unter der Maske „Führen wir die alten sozialistischen Zeiten wieder herbei“. Dieser Satz heißt ins Marxistisch-Leninistische übersetzt: Restauration des Sozialimperialismus an der Macht durch Revision des modernen Revisionismus, durch Neo-Revisionismus! Mit der „Beseitigung“ des Weltkapitalismus durch den Weltrevisionismus aber ist nur die Inschutznahme des Weltkapitalismus vor dem Weltsozialismus gemeint. Und es wird nicht die einzige und letzte Maske sein, die der sowjetische Revisionismus aufsetzen wird, um die Vollendung der Oktoberrevolution, die Sehnsucht der Arbeiterklasse nach der Wiederherstellung ihrer Macht und des Sozialismus der alten Sowjetvölker zu untergraben und den Marxismus-Leninismus zu bekämpfen. An der Spitze dieser revolutionären Bewegung werden aber nicht die Revisionisten stehen, sondern jene Marxisten-Leninisten, die das alte rote Banner der Bolschewiki und das Banner Enver Hoxhas gegen alle Strömungen des Neo-Revisionismus erheben!
Zum Weiterstudium empfohlen: Über die heutige und zukünftige Entwicklung des imperialistischen Russlands siehe der Artikel „National´bolschewismus` = Anti-Bolschewismus!“
Die hauptsächlichen Spielarten des modernen Revisionismus
a) Jugoslawischer Revisionismus
„Der Titoismus ist eine alte Agentur des Kapitals, eine bevorzugte Waffe der imperialistischen Bourgeoisie im Kampf gegen den Sozialismus und die Befreiungsbewegungen“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 60). „Vom Intelligence Service in aller Heimlichkeit beizeiten bearbeitet, hatte die jugoslawische revisionistische Führung mit Tito an der Spitze, die während der Zeit des Krieges so tat, als behielte sie die Merkmale einer Partei der III. Internationale bei, in Wirklichkeit ganz andere Ziele...“ (ebenda, Seite 61). „Der Titoismus war und bleibt eine Waffe der imperialistischen Bourgeoisie, eine Feuerwehr gegen die Revolution. Er steht in einer Reihe mit dem modernen Revisionismus im Allgemeinen und mit seinen verschiedenen Spielarten, verfolgt dieselben Ziele wie dieser und befindet sich in ideologischer Einheit mit ihm. Die Wege, Formen und Taktiken, derer sie sich im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, die Revolution und den Sozialismus bedienen, mögen verschieden sein, ihre konterrevolutionären Ziele aber sind die Gleichen“ (ebenda, Seite 72).
Die Strömung des jugoslawischen Revisionismus entstand schon zu Zeiten der Komintern, wirkte nicht nur von außen auf sie, sondern auch von innen. Dokumente der Komintern beweisen, dass sie gegen die trotzkistischen Anschauungen Titos einen Kampf geführt hat, dass jedoch Titos Anschauungen in rechten Kreisen der Komintern-Führung Anklang gefunden haben mussten, insbesondere was ihre verdeckten Anstrengungen anbelangte, Widersprüche zwischen Komintern und der Sowjetunion Lenins und Stalins zu schüren, um die Verbindung zwischen beiden zu schwächen mit dem Ziel, den wichtigsten Hebel der Weltrevolution, die kommunistische Basis des Weltproletariats zu isolieren und zu liquidieren. Das entsprach haargenau den strategischen Zielen des Weltimperialismus. Dieser Verrat Titos an der Komintern, an der Sowjetunion Lenins und Stalins, an der sozialistischen Weltrevolution, geschah also in Absprache mit den Alliierten, längst bevor er die Macht in Jugoslawien ergriff. Wir hätten uns auf Grund dieses schwerwiegenden historischen Verrats am proletarischen Internationalismus gewünscht, dass Genosse Enver Hoxha gerade diese im Zusammenhang mit der Komintern stehende dunkle Seite der Kommunistischen Partei Jugoslawiens besser aufgehellt hätte, aber vielleicht gab es Widerstände in den eigenen Reihen, die ihm dies erschwerten. Wir wissen es nicht und wollen nicht spekulieren. Wir verfügen nun mal leider nicht über das Parteiarchiv der PAA, was uns aber nicht davon abhält, Fragen zu stellen. Tatsache bleibt jedenfalls, dass der Verrat des Titoismus an der Komintern noch mehr ans Licht gebracht werden muss. Das ist die Meinung und Auffassung der Komintern / ML.
In seiner Schrift „Die jugoslawische „Selbstverwaltung“ - kapitalistische Theorie und Praxis, schreibt Enver Hoxha am Anfang:
„Heute ist genau bekannt, dass die Meinungsverschiedenheiten der jugoslawischen Führung mit Stalin tiefe Wurzeln hatten. Die revisionistischen Ansichten der jugoslawischen Führung hatten sich lange Zeit vor der Befreiung herauskristallisiert, möglicherweise schon zu der Zeit, als die Kommunistische Partei Jugoslawiens der Komintern angehörte und sich unter dem Regime der serbischen Könige noch in tiefster Illegalität befand. Schon damals hatte ihre Führung abweichlerische, trotzkistische Ansichten gehabt, die von der Komintern, als sie sich zeigten, verurteilt wurden. Die Verurteilung durch die Komintern hat Tito später ´gelöscht` , was so weit ging, dass er sogar den größten Abweichler, den Exgeneralsekretär der Kommunistischen Partei Jugoslawiens rehabilitierte“ (dt. Ausgabe, Seite 6).
Warum drückt Genosse Enver Hoxha sich hier so äußerst vorsichtig mit dem Wort „möglicherweise“ aus ? Diese Dokumente der Komintern, in denen die Machenschaften der jugoslawischen Revisionisten verurteilt wurden, sind von den Albanern unseres Wissens nirgends veröffentlicht worden – weil sie nicht über diese Dokumente verfügte oder warum ? Eigentlich dienen doch diese Komintern-Dokumente der Entlarvung des Titoismus. Wir wissen das nicht, aber wir möchten es gerne heraus bekommen, müssen es wissen, müssen Verbindungen zwischen Tito und der Komintern-Führung aufdecken, um dem Neo-Revisionismus das Wasser abgraben zu können und daraus Schlussfolgerungen für den heutigen Kampf der Komintern / ML gegen den Revisionismus zu ziehen. Tito und Dimitroff haben in ihrer Zeit aktive Verbindungen gehabt, während Genosse Enver Hoxha außen vor gehalten wurde. Warum hatte Enver eine marxistisch-leninistische Haltung gegenüber den Tito-Revisionismus, während Dimitroffs eine versöhnlerische Haltung den Titoisten gegenüber eingenommen hatte. Warum wurde diese versöhnlerische Haltung Dimitroffs gegenüber dem Titoismus nicht von der PAA kritisiert wie seinerzeit von Stalin? Warum hat die PAA Dimitroff bis zum Schluss verteidigt? Für die Komintern / ML steht fest, dass das dunkle Kapitel des Verrats der Revisionisten an der Komintern unbedingt beleuchtet werden muss, denn die Machtübernahme des modernen Revisionismus hat im Kampf gegen die Komintern und die Sowjetunion Lenins und Stalins ihre tiefen Wurzeln, was die sowjetischen Revisionisten ja übrigens auch selber ganz unverblümt zugegeben haben. Die Entlarvung des jugoslawischen Revisionismus ist also nach Meinung der Komintern / ML noch nicht vollständig abgeschlossen, sind offene Fragen, ernsthafte, bedeutende Fragen, übrig geblieben. Man kann den modernen Revisionismus nicht ausrotten, wenn man seine Wurzeln nicht vollständig ausrottet und genau diese hängen offensichtlich mit der Auflösung der Komintern zusammen !
Der jugoslawische Revisionismus hat tiefe Wurzeln im Anti-Sowjetismus. Bereits im jugoslawischen Nationalen Befreiungskampf gegen den Faschismus zeigten sich einerseits tiefe Widersprüche zur Sowjetunion Stalins einerseits und besondere „Neigungen“ zu den Anglo-Amerikanern andererseits. Also zu einer Zeit, wo der jugoslawische und der sowjetische Befreiungskampf besser hätte verbunden sein müssen, beruhigte Tito die westlichen Allierten, dass sie ein kommunistisches Jugoslawien nicht zu befürchten hätten. Und so war es denn ja auch. Tito entpuppte sich als „Anti-Stalinist“, was er sich in Dollars teuer bezahlen ließ. So sagte Tito (zitiert nach Savo Kerzovic, Dragan Markovic, „was ist das Kominformbüro?“ Prishtina 1977, Seite 207) :
„Wir mussten uns bis zum Letzten auch von den stalinistischen Rezepten, von der Lehre über den Sozialismus, die Revolution freimachen – den Staat und die Partei, bis hin zu allen Gebieten des Schaffens.“ Was Tito stattdessen bis zum Letzten musste war klar: die marxistisch-leninistischen Prinzipien durch einen spezifischen, „national jugoslawischen Marxismus“, eine eklektische anti-marxistische Lehre, ersetzen die zu seinen hegemonistischen und konterrevolutionären Zielen passte. Ihre hegemonistischen und expansionistischen Absichten setzten sie in der Praxis nicht nur gegen Albanien um, sondern versuchten auch anderen Ländern gegenüber ihren Willen aufzuzwingen, wie Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei.
„Nach 1948 befand sich Jugoslawien, das in einer schweren politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Krise steckte, infolge der anti-marxistischen Abweichungen seiner Führung an einem Kreuzweg. Die titoistischen Renegaten wollten so zu sagen auf zwei ´Stühlen` sitzen. Auf dem ´Stuhl` des Marxismus-Leninismus wollten sie sitzen, um den Schein zu wahren, nur pro forma, während sie sich auf den anderen, dem kapitalistisch-revisionistischen ´Stuhl` richtig niederlassen wollten. Um dies jedoch verwirklichen zu können, brauchten sie unbedingt eine gewisse Zeit. Die Periode nach 1948 war durch die große Krise, durch die Verwirrung und das Durcheinander stark getrübt und zerrüttet“ (Enver Hoxha, ebenda, Seite 12).
„Die titoistische Führung war sich über den Wunsch des Weltkapitalismus im Klaren, dass Jugoslawien als Werkzeug in seinen Händen möglichst geeignet sein sollte, die anderen zu betrügen. Folglich konnte er kein offen faschistisches Blutregime akzeptieren, wie es die Anti-Marxisten Tito- Kardelj-Rankovic errichtet hatten. Aus diesem Grund traf die Gruppe Tito-Kardelj 1967 Maßnahmen, und liquidierte die Gruppe um Rankovic, die sie für alle Übel des titoistischen Regimes, bis zu jener Periode verantwortlich machte“ (ebenda, Seite 20).
Der jugoslawische Revisionismus entwickelte sich zur ersten Strömung des Revisionismus an der Macht. Er trat nicht nur als Agentur der jugoslawischen Bourgeoisie, sondern auch als Agentur der internationalen Bourgeoisie auf, als Agentur der von den USA-Imperialisten angeführten kapitalistischen Welt gegen den Sozialismus. Als ältester Revisionismus an der Macht schuf er für alle anderen nachfolgenden revisionistische Strömungen Entfaltungsmöglichkeiten und einen gemeinsamen Nährboden. Wie alle Revisionisten an der Macht haben auch die jugoslawischen Revisionisten von Anfang an den zahlreichen Strömungen der bürgerlichen Ideologie Tür und Tor geöffnet und diese dabei dem Marxismus-Leninismus immer mehr verschlossen. Tito hatte ein „Herz für Amerika“ und übernahm von dort den Browderismus, den wir oben bereits kennen gelernt haben (Auflösung der KPJ / stattdessen „Bund der der Kommunisten“ als Propaganda- und Erziehungsverein nach amerikanischem, browderschen Vorbild):
„Die Ähnlichkeiten zwischen den Ansichten der Titoisten und denen Browders zeigt sich auch in der Haltung zur ´amerikanischen Demokratie`, die die Titoisten als Modell für den Aufbau des politischen Systems in Jugoslawien nahmen. Kardelj selbst hat erklärt, dass dieses System ´... der Organisation der Exekutivgewalt in den Vereinigten Staaten von Amerika ähnelt` [E. Kardelj, Die Entwicklungsrichtungen des politischen Systems der sozialistischen Selbstverwaltung, Rinlindja, Prishtina 1978, Seite 235]“, (Zitat aus Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 42, dt. Ausgabe).
Auf dem 5. Parteitag der KPJ im Jahre 1948 machte Tito unter der Losung der „schöpferischen Anwendung“ des Marxismus und der „Überprüfung der Werke der Klassiker“ der bürgerlichen Ideologie in Gestalt eines „spezifischen“, „unabhängigen Sozialismus“ usw. den Weg frei.
Der jugoslawische Revisionismus entstand in einem Schlüsselmoment des Kampfes zwischen Sozialismus und Imperialismus, als der Sozialismus sich anschickte, sich über die Grenzen der Sowjetunion auszudehnen, um die ganze Welt zu erobern, wo also nicht nur dieses oder jenes, einzelne kapitalistische Land, sondern der Weltkapitalismus insgesamt am Abgrund stand, wo er sich nur noch dadurch retten konnte, indem er die kommunistische Weltbewegung mit einer Hand voll Dollars spaltete, die Sowjetunion Lenins und Stalins isolierte usw., indem er sich hierzu soziale Stützen aus dem kommunistischen Lager selber schuf. Die wichtigste staatliche Stütze des Imperialismus im kommunistischen Lager war Jugoslawien. Der jugoslawische Revisionismus war der erste Stachel im Fleisch des Kommunismus schon zu Zeiten als er noch nicht an der Macht war. Das wurde vom kommunistischen Lager nicht nur erkannt, sondern auch bekämpft. Die Generallinie der kommunistischen Weltbewegung gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus wurde bereits unter Führung Stalins vom Informbüro festgelegt und schon lange bekämpft – bereits als die Komintern noch existierte. Die innigen Beziehungen zwischen Tito und Dimitroff, der revisionistische Einfluss Titos auf die Komintern, sind heute lange kein Geheimnis mehr und wurden von Stalin durchschaut. Diese historischen Zusammenhänge sind für die marxistisch-leninistische Weltbewegung und für die Komintern / ML heute noch Grundlage im Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus. Hierauf stützte sich auch die korrekte anti-revisionistische Kritik Albaniens und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegenüber Jugoslawien. Die PAA mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze hat den konsequentesten und prinzipienfestesten Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus geführt, den die Komintern / ML ebenso prinzipienfest weiter verteidigt. Für die Komintern / ML sind die Handlungen und die Haltung des einen oder anderen gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus nach wie vor ein Prüfstein, an dem sie unfehlbar misst, ob jemand ein wirklicher oder falscher Marxist-Leninist ist. Gerade dies war auch einer der wichtigsten Faktoren, durch den sich die PAA damals davon überzeugte, was Chruschtschow und die Chruschtschowianer wirklich waren.
Der jugoslawische Revisionismus, der so genannte „Selbstverwaltungs-Sozialismus“ war es, der als erster dem Weltkapitalismus zur Hilfe kam und mit hemmungslosem Eifer den Kampf gegen die Weltrevolution und die Ideologie des Weltproletariats aufnahm. Das Besondere an dem anti-marxistischen Programm des VII. Parteitags des BdKJ, war seine ideologische Plattform – ein Kodex des internationalen Revisionismus, in dem sämtliche bekannten Theorien der verschiedenen anti-marxistischen Strömungen aller Zeiten fleißig zusammengetragen worden waren. Insbesondere war dieses Programm die Reaktion des modernen Revisionismus auf die Moskauer Deklaration von 1957, in der der moderne Revisionismus korrekt entlarvt worden war. Die Titoisten „predigten das Absterben des Staates schon im Sozialismus, leugneten also die marxistisch-leninistische Grundthese von der Notwendigkeit des Bestehens der Diktatur des Proletariats während der ganzen Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 43).
Die Agenten der faschistischen Tito-Clique wirkten nicht nur in der Komintern, in der KPdSU (B) zersetzend und konterrevolutionär, sondern auch in den einzelnen, der Komintern angeschlossenen Kommunistischen Parteien. Es gilt als erwiesen, dass der jugoslawische Dezentralismus nicht wenig Einfluss auf die Dezentralisierung der Komintern gehabt hatte. Auch Titos Einfluss auf Dimitroff gilt als erwiesen (Frage der Balkanföderation). Während Tito beispielsweise Dimitroff als großen Marxisten-Leninisten lobpreiste, verurteilte er gleichzeitig Stalin als Massenmörder. Das mussten doch auch die Albaner gewusst haben, als sie Dimitroff bis zuletzt verteidigten ?? Der 20. Parteitag der KPdSU diente der Rehabilitierung des Titoismus, denn Tito hatte seinerseits nicht wenig Anteil daran, die ideologischen Weichen, die zum 20. Parteitag der KPdSU geführt hatten, zu stellen.
Die Titoisten wandten verbrecherische Methoden an, versorgten die Agentenzentralen in den einzelnen Ländern mit Geld aus Belgrad, richteten in Belgrad ein Spionagezentrum des amerikanischen Geheimdienstes und der anti-kommunistischen Propaganda ein. Die jugoslawischen Revisionisten griffen mit ihrem Anti-Sowjetismus auch die Kominform an. Die Kominform wurde eingerichtet im Oktober 1947 in Sklarska Poreba in Polen und zwar auf Initiative von Genossen Stalin, der damit eine internationale Organisation gegen den wachsenden revisionistischen Einfluss innerhalb der kommunistischen Weltbewegung schaffen wollte ( beginnend mit dem Browderismus), insbesondere gegen die revisionistischen Tendenzen bei den Franzosen und Italienern, später gegen den Revisionismus Titos. Es ist nicht überraschend, sondern von Stalin wohl durchdacht gewesen, dass die Führung nicht von Vertretern der alten EKKI der Komintern gebildet werden sollte. Stalin hielt Dimitroff - milde gesagt – für unfähig auf Grund seiner revisionistischen Abweichungen. Es wurden zuverlässige Genossen wie Shdanow eingesetzt, die fähig waren, den revisionistischen Saustall nach dem Sieg über den Faschismus gründlich auszumisten und nach der ideologischen Säuberung in der Perspektive wieder eine neue Komintern aufzubauen, die wieder auf festen marxistisch-leninistischem Boden stehen würde. Nach Stalins Tod löste Chruschtschow die Kominform 1956 auf und stellte damit die Führungslosigkeit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung her – ein brutaler, konterrevolutionärer Akt gegenüber dem revolutionären Weltproletariat und seiner Kommunistischen Internationale, ein übler Verrat an Stalin.
Genosse Enver Hoxha verurteilte Tito:
„Tito, das haben die Tatsachen und die Zeit bewiesen, war ein bösartiger Anti-Marxist, ein Nationalist, Chauvinist und Agent der Bourgeoisie und des Imperialismus, er war ein ´Trojanisches Pferd` im Lager des Sozialismus, in der internationalen kommunistischen Bewegung und erst recht auf dem Balkan. Die Idee der ´Balkanföderation aufgreifend, kämpfte er für das Ziel, Jugoslawien den ganzen Balkan anzuschließen und in diesem Rahmen auch Albanien“ (Enver Hoxha, „Die Titoisten“, dt. Ausgabe, Seite 319).
Enver Hoxha, der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, stützte sich in seiner Kritik am jugoslawischen Revisionismus auf Stalin. Nach Stalin gab es niemanden auf der ganzen Welt, der den jugoslawischen Revisionismus besser kritisierte als Genosse Enver Hoxha. Da es im Internet von der Komintern / ML noch keine Ver&o