Teil 2

Da nun damals aber die militärische Einverleibung der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg scheiterte und stattdessen eine weitere Verbreitung, Festigung und Weiterentwicklung des Sozialismus folgte, bedeutete jeder Mistkübel, der über Stalin ausgeschüttet wurde, eine weitere Festigung der Verbindung der Partei Lenins und Stalins mit den Menschen der sowjetischen Gesellschaft, eine Festigung der Verbindung zwischen dem Weltproletariat und den unterdrückten Völkern mit dem neu entstehenden sozialistischen Lager. Anti-Stalinismus polarisiert die Kräfte des Stalinismus. Also blieb den Feinden Stalins, die identisch mit den Feinden der Sowjetunion und des Kommunismus waren, nichts anderes übrig als zu versuchen, Stalin „im Namen Stalins“ zu schlagen, u.a. mit Hilfe des „Personenkults“, den besonders die Gruppe Chruschtschows, Berijas usw. verbreitete. Der Weg der Restauration des Kapitalismus musste also gezwungenermaßen ins Gewand der Person und der Lehren Stalins gekleidet werden, was Stalin durchschaute. Und so lange Stalin lebte, scheiterte auch dieser Versuch der Saboteure – denken wir nur an das Werk Stalins „ Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“. Das war ein gezielter Schlag gegen die Restauration des Kapitalismus ! Auf dem XIX. Parteitag, vom 5. - 14. Oktober 1952, - hielt er vor seinen revisionistischen Feinden, die den Vorsitz führten – seinen letzten Redebeitrag. Kurz nach dem Parteitag rechnete er mit den Restauratoren des Kapitalismus ab und wies sie in ihre Schranken darunter auch Chruschtschow. Dieser wurde auf dem XIX. Parteitag gerügt zum Beispiel wegen seiner Propagierung der „Agrostädte“. Schon im Frühjahr 1951 wurde er deswegen in der „Prawda“ zurechtgewiesen. Wenn man sich den Rechenschaftsbericht von Malenkow, die Abänderungen am Statut der KPdSU (B) von Chruschtschow, den Diskussionsbeitrag von Bulganin, den Bericht Saburows über den Fünfjahrplan usw. auf dem XIX. Parteitag ansieht, dann wird einem kotzübel, denn ihre demonstrative „Treue zu und Einheit mit Stalin“ war auf dem XIX. Parteitag eine einzige Lüge, eine einzige Heuchelei, wie sie selber nach seinem Tod öffentlich zugaben und es in verbrecherischen Taten schließlich unter Beweis gestellt hatten. Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass die modernen Revisionisten schon im Beisein Stalins auf ihren verräterischen Kurs zusteuerten ! Es war aber noch nicht einmal eine Woche vergangen seit dem Tod Stalins, als sie begannen, aus ihren heuchlerischen und doppelzünglerischen Löchern zu kriechen, wo sie als Führer des modernen Revisionismus den Weg der Restauration offen beschritten - mit den heute bekannten Folgen. Sie trennten Wirtschaft von Politik, verstärkten die Wirtschaft unter Beeinträchtigung der politischen Ziele des Sozialismus usw. usf. Wir werden darauf noch im Einzelnen einzugehen haben. Kurz:

Die Revisionisten verbargen sich noch auf dem XIX. Parteitag hinter der von ihnen selbst aufgestellten Pappfassade des „Personenkults“ , die sie auf dem folgenden XX. Parteitag offiziell fallen ließen, um sich hinter ihrem neuen „leninistischen“ Pappschild zu verstecken. Eine „Entstalinisierung“ vermittels eines offenen, jähen und unvermittelten Bruchs mit dem Marxismus-Leninismus war zum damaligen Zeitpunkt so gut wie unmöglich, so dass Lenin schließlich für die Revisionisten herhalten musste, um ihren „Sündenbock“ Stalin „abzustrafen“. Die Revisionisten der UdSSR machten Chruschtschow zu ihrem Führer der so genannten „Entstalinisierung“.

Chruschtschowismus, das ist die bürgerliche Revision des Stalinismus unter Anwendung der konterrevolutionären Losung: Mit Lenin gegen Stalin“. Die Sowjetrevisionisten an der Macht vollzogen also mit der „Entstalinisierung“ einen entscheidenden Schritt zur bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus. Sowjetrevisionismus heißt bürgerliche Zweckentfremdung des Marxismus-Leninismus zur Ausbeutung und Unterdrückung der restaurierten ausgebeuteten Klassen der Arbeiter und Bauern im Kapitalismus, heißt Lohnsklaverei und kapitalistische Knechtung unter dem Banner des „Marxismus-Leninismus“. (Der Nationalbolschewismus bedient sich wiederum des Banners „Lenins und Stalins“ in seinem konterrevolutionären Kampf gegen den Marxismus, gegen den Weltsozialismus, gegen den proletarischen Internationalismus der UdSSR Lenins und Stalins).

Es handelte sich bereits um höher entwickelte Formen des Klassenkampfes, die aus niederen Formen, die irgendwann nicht mehr griffen, entwickelt werden mussten und diese schließlich ablösten. Es kam nicht nur darauf an, dass der Klassenkampf im Sozialismus gegen Leute geführt werden musste, die ihn offen oder versteckt abzuschaffen versuchten oder gegen Leute, die ihn missbrauchen oder zweckentfremden wollten, sondern dass seine Formen und Inhalte auf höherer Stufe weiter entwickelt wurden, das heißt gegen solche „Sozialisten“, die die Entwicklung des Sozialismus entweder bewusst und verdeckt hemmten oder ihr absichtlich vorauseilten – beides schädliche Formen, gegen die der Klassenkampf auf höherer Stufe geführt werden musste. Und es ist nun einmal einfacher, gegen den Kapitalismus und seine Überreste mit offenem Visier zu kämpfen als gegen zurückgebliebene oder vorauseilende „Genossen“, die nicht bereit oder nicht in der Lage waren, ihre Vorstellungen und Handlungen den Entwicklungsgesetzen des Sozialismus und des Marxismus-Leninismus anzupassen und mit ihrer „stalinistischen“ Tarnkappe einen viel größeren Schaden für die Weiterentwicklung der sozialistischen Gesellschaft anrichteten, als es der Kapitalismus je vermocht hätte.

Es gab Genossen, die waren einst hervorragende Klassenkämpfer im Kapitalismus, waren Stalins beste und treuste Mitstreiter, aber im Klassenkampf der sozialistischen Gesellschaft versagten sie in jenem Moment, wo die kapitalistischen Überreste im Sozialismus bereits beseitigt waren. Sie versagten in jenem Moment, wo Stalin gegen die Verbürokratisierung der sozialistischen Klassen, gegen die Herausbildung einer neuen privilegierten Schicht, gegen die Entstehung einer neuen „sozialistischen“ Bourgeoisie, gegen die eigene Degeneration des Sozialismus von Innen, nicht mehr nur gegen die Gefahr, sondern gegen die tatsächlich voranschreitende Restauration des Kapitalismus selbst zu kämpfen hatte.

Es gab auch solche Genossen, die leisteten an Stalins Seite einen heldenhaften antifaschistischen Kampf und besiegten im Großen Vaterländischen Krieg die wild gewordendsten und mörderischsten Horden faschistischer Großmächte, aber sie versagten im darauf folgenden Kalten Krieg, wo es um die Fortsetzung des weltrevolutionären Kampfes mit allen Mitteln gegen den gesamten „zivilisierten“, „vom Faschismus befreiten“, „demokratischen“ Weltimperialismus ging – mit den USA an der Spitze. Sie versagten im Kampf um den Sieg des sozialistischen Weltlagers über das kapitalistische Weltlager.

Und es gab wiederum Genossen, die waren die größten Helden und Pioniere in der Aufbauphase des Sozialismus, Erbauer einer starken Sowjetunion, aber als die Sowjetunion wieder nach dem Krieg erstarkt war, begriffen diese Genossen nicht, dass nun die Voraussetzungen für die Erreichung des Kommunismus herangereift waren und dass man zu neuen Ufern des Kommunismus noch viel weiter vorstoßen und neue Opfer bringen musste. Diese Genossen waren entweder müde oder selbstgenügsam geworden, oder wollten sich mit dem Erreichten, mit ihrer „Karriere“, ihrem Luxus usw. usf., zufrieden geben und nicht auf der nächsten opferreichen Stufe zum Kommunismus vorwärts schreiten. Diesen Genossen, deren internationalistischer Elan zu erlöschen drohte, deren revolutionärer Geist allmählich erschöpft war, deren Bewusstsein als Vorhut der sich weiter entwickelten Arbeiterklasse immer mehr zu wünschen übrig ließ, diesen Genossen ins Gewissen zu reden, sie notfalls degradieren zu müssen und eine neue Kaderauswahl zur energischen Umsetzung seiner Generallinie zu treffen, das war schließlich die schwierigste Aufgabe für den Genossen Stalin. Er war unmittelbar damit beschäftigt, auch diese schwierigste Aufgabe selbst noch im Alter von immerhin 73 Jahren zu meistern, als sich seine „engsten Kampfgefährten“ gegen ihn verschworen und ihn heimlich ermordeten. Solche extrem verschärften Klassenkampfformen bilden sich erst mit den höheren Entwicklungsformen des Sozialismus heraus – noch heute sind die mysteriösen Umstände der Ermordung Stalins und vieler kommunistischer Führer in der Sowjetunion und in den volksdemokratischen Ländern, ja selbst der Ermordung Enver Hoxhas im sozialistischen Albanien, nicht aufgeklärt, ist es den verbrecherischen Mörderbanden der modernen Revisionisten bis heute gelungen, ihre blutige Spur hinter einer Nebelwand verschwinden zu lassen. Nun, es tauchten Ärzteberichte auf, die zumindest unsere Vermutung untermauern, dass Stalin nicht eines natürlichen Todes gestorben sein konnte, dass seine Verletzungen nur durch das Herbeiführen eines gewaltsamen Todes verursacht worden waren. Wir sind davon fest überzeugt, dass die Namen der Mörder aus dem engsten, „vertrautesten“ Führungskreis um Stalin stammen, also Namen von den führenden Mitgliedern des Präsidiums des ZK der KPdSU, wer sonst hatte leichteren Zugang zu Stalin, kannte Stalins Gewohnheiten besser – als ein Berija! Doch dazu später.

Mit der Beseitigung der ausbeutenden Klassen war der Klassenkampf noch lange nicht beendet, er wurde vielmehr so heftig geführt wie nie zuvor. Welche Dimension ihre Worte einmal annehmen würden, war Marx und Engels damals noch nicht bewusst, als sie sagten:

Man schaffe den Klassenkampf ab, und die Bourgeoisie und ´alle unabhängigen Menschen` werden `sich nicht scheuen, mit den Proletariern Hand in Hand zu gehen`! Und wer dann geprellt, wären eben die Proletarier“ (MEW, Band 19, Seite 162).



Und es ist auch eine bürgerliche oder besser gesagt, rückschrittliche Haltung, den Klassenkampf beim Übergang zum Kommunismus „abzuschaffen“ und alles dem Selbstlauf zu überlassen. Den Zweifrontenkampf, den wir für die Befreiung vom Kapitalismus geführt haben, den müssen wir auch fortsetzen, wenn wir die erste Stufe des Sozialismus überwinden wollen. Um zum Kommunismus vorwärts zu schreiten, muss man alte, hinderlich werdende sozialistische Hüllen abstreifen, die noch gegen die Überreste der kapitalistischen Klasse richtig und notwendig waren, aber beim Übergang zum Kommunismus nicht mehr gebraucht werden und sich in einen Hemmschuh verwandeln. Der Übergang von der Phase des Sozialismus zum Kommunismus geht nicht ohne heftigen Klassenkampf ab. Zwischen der sozialistischen und der kommunistischen Phase gibt es keine „friedliche Koexistenz“ mit parteifeindlichen Elementen - die alten Hüllen fallen nicht im Selbstlauf, nicht automatisch. Das ist Spontaneismus, ein anarchistischer Weg zum Kommunismus, der alles wieder kaputt macht. Die sozialistische Gesellschaft muss sich nunmehr von ihren eigenen alten Hüllen befreien. Den Klassenkampf in diesem Sinne aufzufassen, verlangt ein hohes sozialistisches Bewusstsein, denn der Feind existiert in unserer eigenen Rückständigkeit, die wir nur uns selbst gegenüber überwinden können. Es muss ein konsequenter Kampf der Gegensätze von rückschrittlichen und fortschrittlichen Ideen, Gewohnheiten, Arbeitsweisen usw. usf geführt werden. Die sozialistische Gesellschaft darf sich nicht selbst untreu werden und sich weigern, zum Kommunismus zu schreiten. Und wenn sie nicht mehr bereit ist, die Revolution weiter voranzutreiben, wenn sie es nicht mehr für nötig hält, sich permanent zu revolutionieren mit Hilfe der Lehren Stalins, dann ist sie sich bereits untreu geworden. Trotzki hatte die Rolle der revolutionären Theorie bei der Schaffung und Entwicklung der Partei verachtet. Trotzki war tot, aber der Trotzkismus lebte fort unter der Maske des „Stalinismus“.

Stalinismus, das ist die Ideologie der bolschewistischen Partei gegen ihre revisionistische Entartung zu einer bürgerlichen Partei der Restauration des Kapitalismus und damit der Schlüssel zum erfolgreichen Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus.

Wenn der Stalinismus eine Weiterentwicklung des Leninismus ist, und davon gehen wir aus, dann führt jede „Verteidigung“ des Leninismus gegen den Stalinismus zur Verteidigung des Revisionismus. „Entstalinisierung“ ist „Entlenisierung“. Der Stalinismus entwickelte sich zu einer Zeit als der Leninismus bereits herrschte. Er begann mit dem Kampf über die Auslegung des Leninismus, dessen Entstellung und Vulgarisierung. Man kann von Stalinismus sprechen, genauso wie man vom Leninismus sprechen kann, denn beides ist im Grunde genommen dem Wesen nach dasselbe (Weiterentwicklungen des Marxismus). Was man aber nicht darf, ist, vom Stalinismus und (plus) Leninismus zu sprechen. Der Stalinismus ist nicht die „Lehre Stalins minus Leninismus“.

Der Stalinismus ist nichts anderes als Stalins internationalistische Lehre von jener sowjetischen Gesellschaftsordnung wie sie sich nach Lenins Tod tatsächlich, objektiv, wahrhaftig weiter entwickelt hatte.

Die Besonderheit des Stalinismus erklärt sich aus zwei Gründen:

erstens daraus, dass er nicht nur aus dem Sozialismus „in einem“ Lande hervorging, dessen Stempel er notwendigerweise tragen musste, sondern auch im Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus im Inneren den Übergang zum Kommunismus beschritt;

zweitens daraus, dass er über seine Grenzen hinaus erstarkte im Kampf gegen die Umkreisung des Imperialismus nach außen, also das neu entstandene Weltlager des Kommunismus anführte, um die Festung des Weltlagers des Kapitalismus zu erstürmen und den Sieg des Weltsozialismus herbeizuführen.

Die Komintern / ML formuliert den Stalinismus in zwei Sätzen:



Der Stalinismus

ist der Marxismus-Leninismus für den Übergang von der ersten Periode des Sozialismus in „einem“ Land zur zweiten Periode des Sozialismus im Weltmaßstab - im Allgemeinen.

ist der Marxismus-Leninismus in der Periode des Übergangs vom Sozialismus „in einem“ Land zum Kommunismus in „einem“ Land - im Besonderen.



Was charakterisierte die Haltung Stalins unmittelbar vor seinem Tod ?

Im Angesicht des Kalten Krieges niemals zu schwanken, keine Angst vor den Imperialisten zu haben, vor ihnen nicht zurück zu weichen, zum Kommunismus kühn voran zu schreiten und nicht die Imperialisten wieder aus dem Würgegriff herauszulassen, sondern sie noch fester zu packen, seine internationalistische Pflicht bis zum Ende zu erfüllen, die Partei von den Revisionisten zu säubern und ihren Putsch zu vereiteln !!!!! Kampf gegen das Kapitulantentum !!! Kampf gegen die Herabminderung der bolschewistischen Partei ! Kampf um Lenins Partei ! Kampf um den Bolschewismus ! Kampf zur Rettung der Sowjetunion vor ihren äußeren und inneren Feinden !

Im Umkehrschluss erklärt sich die „Entstalinisierung“ aus zwei Gründen: erstens daraus, den Kommunismus und schließlich Sozialismus „in einem“ Land in ein kapitalistisches Land zu verwandeln und damit zweitens, den Weltimperialismus vor der globalen Bedrohung zu retten, vom Kommunismus vernichtet zu werden. Damit ist aber der Stalinismus nicht zerstört. Es wird zwar schwer, ihn wieder aufzubauen und er wird auch nicht mehr so aufgebaut werden können wie einst, aber eins ist klar: die „Entstalinisierung“ geht niemals so weit, dass der Stalinismus dadurch völlig verschwindet. Dieser oder jene Teil, diese oder jene Überreste des Stalinismus sind nicht zu beseitigen. Die Schwierigkeiten werden lediglich darin bestehen, den Stalinismus wieder zur macht zu verhelfen.

Was trieb die Revisionisten zur „Entstalinisierung“ ? Kapitulantentum und nochmals Kapitulation !!!! Ihre Haut zu retten, zurückzuweichen, an der Notwendigkeit und Richtigkeit des offensiven Kampfes gegen den Weltimperialismus zu zweifeln, das Vertrauen in den Stalinismus zu erschüttern, Herabminderung der bolschewistischen Partei, sich in die Defensive einzu-igeln, sich von der Weltrevolution abzukoppeln, den Klassenkampf aufzugeben, den Rückzug anzutreten, den Marxismus-Leninismus zu verraten, zum Feind überzulaufen !!!!!

Das Zentrum des Kampfes gegen den Stalinismus war inzwischen von Deutschland nach Amerika und England verlegt worden. Für die Konterrevolution innerhalb der UdSSR bedeutete dies, das Zentrum ihrer Unterstützung von Deutschland nach Amerika und England zu verlegen. Entsprechend verlegte auch Stalin seinen Kampf gegen das neue feindliche Zentrum einschließlich gegen seine Agentur innerhalb der UdSSR. Das zentrale Ziel des Feindes war gerichtet auf die Liquidierung des sowjetischen Machtzentrums, war gezielt auf Stalin. Die Beseitigung Stalins wurde somit durch die von außen unterstützte Agentur der Imperialisten in der UdSSR, durch die Verschwörer des Präsidiums des ZK der KPdSU durchgeführt. Stalin konzentrierte sich vor seiner Ermordung also auf die Beseitigung seiner Verschwörer. Die Geschichte der KPdSU endete mit dem Kampf gegen ihre Verschwörer, endete mit dem Sieg dieser Verschwörer über die bolschewistische Partei Lenins und Stalins. Während die Verschwörung der „Rechten und Trotzkisten“, die vor allem eine Agentur der der Faschisten in Deutschland und Japan waren, von Stalin vernichtend geschlagen worden waren, trugen die Verschwörer von 1953 – als Agenten des angloamerikanischen Imperialismus – diesmal den Sieg davon.

Bürgerliche Historiker haben nicht ganz unrecht, wenn sie die Geschichte der UdSSR als eine Geschichte der Stalinisierung bezeichnen. Und wir Marxisten-Leninisten haben ebenso wenig unrecht, wenn wir die Geschichte des Anti-Stalinismus als eine Geschichte der vergeblichen Versuche der „Entstalinisierung“ bezeichnen, die natürlich letztendlich und sämtlich zum Scheitern verurteilt sind. Genauso wie die Weltbourgeoisie vor hundert Jahren mit ihrer Hetze gegen den Bolschewismus das Herz der Arbeiter der ganzen Welt für den Bolschewismus entfacht hat auf Grund ihres Hasses auf den Kapitalismus, so wird auch die anti-stalinistische Propaganda der Weltbourgeoisie eines Tages an den Arbeitern abprallen, die die Nase gestrichen voll haben vom Kapitalismus. Die Arbeiter werden den Stalinismus für sich neu entdecken als die Lehre, mit der sie sich von der Knechtschaft des Weltimperialismus befreien.

Nun wird von der Bourgeoisie die kühne Behauptung aufgestellt, dass die eigentliche „Entstalinisierung“ 1989 gar nicht richtig stattgefunden habe. So, so. Wir ahnen wohl, was damit gemeint ist. Aber auch hier müssen wir der Bourgeoisie in gewisser Hinsicht beipflichten, denn es wird niemandem auf der Welt jemals gelingen, die Welt zu „entstalinisieren“, denn die Wurzeln des Stalinismus kann man nicht mehr ausrotten, und ganz besonders nicht in Russland.

Den Stalinismus kann man nicht „entstalinisieren“ !

Die Bourgeoisie „definiert“ den Stalinismus als eine „Theorie und Praxis des terroristischen, sowjetischen Herrschaftssystems“. Nehmen wir ruhig einmal an, das würde stimmen: Aber als was muss man dann den Weltimperialismus definieren ? Etwa als Theorie und Praxis der anti-terroristischen, zivilisierten, demokratischen Weltordnung, als Befreier der Menschheit vom sowjetischen Herrschaftssystem ? - Also in Etwa so wie sich der Weltimperialismus so gerne selber darstellt ?

Die „Links“partei definiert den Stalinismus als „inhumanen Pfahl im Fleisch des Kommunismus“. Und wie definieren wir Stalinisten die revisionistische „Links“partei ? Die „Links“partei ist vom inhumanen Fleisch des verfaulten Kapitalismus, der Stalinismus aber der weltrevolutionäre Pfahl im Herz des Kapitalismus.

Gorbatschow meinte: „Stalinismus sei ein Terminus, den sich die Gegner des Kommunismus ausgedacht haben und der umfassend genutzt wird, die Sowjetunion und den Sozialismus als Ganzes zu verleumden.“ Auch unser lieber Herr Gorbatschow spricht hier ausnahmsweise die Wahrheit, was die Verleumdung der Sowjetunion und des Sozialismus angeht. Aber leider ist es nur die halbe Wahrheit, denn der Stalinismus ist ein Terminus, den wir Marxisten-Leninisten nicht nur umfassend genutzt hatten und weiter nutzen werden, um die Sowjetunion Lenins und Stalins und den Sozialismus als Ganzes gegen den Anti-Stalinismus zu verteidigen, sondern um seinen Sieg über den ganzen Erdball zu tragen. Der Terminus „Marxismus“, der Terminus „Leninismus-Stalinismus“, der Terminus „Stalinismus“ ist ebenso wenig eine Erfindung der Bourgeoisie wie der Terminus „Marxismus-Leninismus“ oder „Hoxhaismus“. Damit bezeichnen wir Kommunisten die Lehren der Klassiker, die zusammen die Weltanschauung des Proletariats begründet und weiter entwickelt haben. Wir haben uns hierüber bereits wiederholt ausgelassen. Für uns Kommunisten sind das ganz legitime Termini, während sie für die Bourgeoisie nur Termini zur „Legitimierung“ ihres Anti-Kommunismus sind – um mit den Worten des anti-marxistischen Intellektuellen Herrn Oskar Negt zu sprechen.

Es war eben dieser Oskar Negt, diese „linke Leuchte“ der bürgerlichen Ideologie, der von der so genannten Legitimationswissenschaft“ faselte, also vom Stalinismus als eine angeblich marxistische „Mogelpackung“. Oskar Negt wollte den fortschrittlichen Elementen der 68`er Bewegung „den Irrweg des Stalinismus“ ausreden. Mit seiner „Legitimationskritik“ meinte Negt, dass die Sowjetgesellschaft der Kritik der bürgerlichen Gesellschaft nicht standhalte“, dass die Sowjetgesellschaft nicht das einlöste, was sie auf ihre revolutionäre Fahne geschrieben habe, dass sie sich dem Marxismus nicht etwa entfremdet oder sich von ihm abgewendet habe, sondern ihr „totalitäres Herrschaftssystem“ von Anfang an nur mit roter Farbe übertüncht gewesen sei und Marx nur als Alibi missbraucht hätte. Stalin habe weder mit Marx noch mit Lenin irgendetwas gemein. Stalin habe im Gegenteil die revolutionäre Theorie von Marx und Lenin nur als „Legitimationswwerkzeug“ missbraucht und sie in eine Pseudo-Wissenschaft verwandelt, habe sich die marxistische Maske des Sozialismus nur aufgesetzt, um seinen „Despotismus“ dahinter zu verbergen. Meine Argumente richten sich gegen den Stalinismus, nicht gegen Lenin(Oskar Negt, „Antwort auf Josef Schleifstein“, Diskussionsbeitrag 1970 anlässlich des 100. Geburtstags von Lenin, Frankfurt,1970, Seite 127-132). Damit stellte er sich faktisch auf die Seite der modernen Revisionisten. Aber das wies er weit von sich. Nachdem die Revisionisten schon 15 Jahre an der Macht waren, faselten diese „Marxisten“ der neuen, westlichen Linken von der so genannten Legitimation der Entstalinisierung“. Darunter verstanden sie (ins einfache Deutsch übersetzt): Entstalinisierung in Worten – Fortsetzung des Stalinismus in Taten.“ Das war also im Grunde so, als wenn die „linke“ Intelligenz sich am 100. Todestag Lenins zum Sprachrohr des amerikanischen Imperialismus machte, den sie natürlich in Worten ebenfalls „verurteilten“ ! Den Vietnam-Krieg der Amis genauso verurteilen wie den Stalinismus, das war die Position der „Neuen Linken“. Als Kleinbürger fanden sie es modern und „links“, sich sowohl gegen die Herrschaft der Bourgeoisie als auch gegen die Herrschaft des Proletariats „aufzulehnen“. Die ach so progressiven intellektualistischen „Kritiker der Legitimationswissenschaft“ entpuppten sich als Legitimatoren des Kalten Krieges, als Legitimatoren der bürgerlichen Wissenschaft, der sie sich mit jedem Schritt unterwarfen, mit dem sie versuchten, die gegen den Kapitalismus eingestellten Intellektuellen von der Sowjetideologie Lenins und Stalins abzuschrecken ! Man nennt solche Leute zu Recht Handlanger und Lakai des Kapitals !

Sie wollten den progressiven Kräften weismachen, dass die Herren Chruschtschow, Ulbricht und andere Erzrevisionisten zwar vergeblich beteuern würden, dem Stalinismus abgeschworen zu haben, aber man habe dieses „Täuschungsmanöver“ durchschaut: „In Wirklichkeit“ hätten sie ihren „Stalinismus“ insgeheim nie abgelegt, sondern weiter fortgesetzt:; kurz: Restalinisierung hinter der Maske der „Entstalinisierung“. Der Revisionismus sei aus dem Stalinismus hervorgegangen“, sei eine Fortsetzung der Legitimation des „stalinistischen Despotismus – nur eben OHNE Stalin. Die Restauration des Kapitalismus sei also einimmanentes Gesetz“ des Stalinismus (Stalinismus = bürgerliche Revision des Marxismus-Leninismus).

Die modernen Revisionisten bekämpfen Stalin mit ihrem verkappten „Leninismus“. Die Bourgeoisie des Westens bekämpft den Stalinismus, indem sie den verkappten „Leninismus“ der modernen Revisionisten als verkappten „Stalinismus“ verfälscht. So stützt sich bis heute der ganze Anti-Stalinismus auf dem Zusammenspiel eben dieses verkappten „Leninismus“ der modernen Revisionisten und seine Verfälschung als verkappter „Stalinismus“ durch die westliche Bourgeoisie. Und so muss der Anti-Stalinismus in einem Zweifrontenkampf gegen dieses Zusammenspiel von uns Stalinisten auf der ganzen Welt entlarvt und besiegt werden.

Dies sind im Grunde genommen alte trotzkistische Papageienlosungen, entnommen aus der Trickkiste der Titoisten, deren sich auch diese APOlogeten der 68er-Bewegung bedienten ! Dass sie mit ihrer anti-stalinistischen Hetze unfreiwillig dem Stalinismus neue Kräfte zuführten, das ist das eigentlich positive Phänomen der 68er- Bewegung. Das war die Zeit, wo der Verfasser dieses Buches die Schriften Stalins auf seinem Büchertisch verbreitete, wo es vor fast 40 Jahren ohne seine Anstrengungen so nicht zur Herausgabe und Verbreitung der neuen Stalinwerke gekommen wäre.

Den Arbeiter vom Stalinismus abzuhalten, indem man ihn mit der Fratze der Sozialfaschisten verschreckt – das ist typisch kleinbürgerlich - und darauf baut sich der Anti-Stalinismus ein ganzes Stück weit auf. Das ist eben der alte Trick der Bourgeoisie, die Begriffe Revisionismus und Stalinismus einfach austauschbar zu machen, nämlich dem Revisionismus den abschreckenden Stempel des „Stalinismus“ aufzukleben und den Stalinismus als Dogmatismus in den Hinterhof der Geschichte der Philosophie vermodern zu lassen. Den Stalinismus für den Arbeiter so abschreckend wie möglich darzustellen, nämlich so, dass dieser nur noch zu einem einzigen Entschluss kommen soll: Stalinismus ? Nein danke, dann lebe ich doch lieber im Kapitalismus mit all seinen Eiterbeulen!“. So etwas im Hirn der Arbeiter zu fabrizieren, dafür werden diese Schreiberlinge der Bourgeoisie bezahlt – und nicht schlecht wie man an Oskar Negt sehen kann. Wenn diese Kleinbürger vom institutionalisierten Marxismus“ schreiben, dann meinen sie den Marxismus an der Macht, dann meinen sie die Arbeiter an der Macht. Kleinbürger erwärmen ihr Herz gern für den Kampf der Arbeiter gegen ihre Ausbeutung und Unterdrückung , solange diese halt noch nicht an der Macht sind. Arbeiter an der Macht sind für die Kleinbürger aber genauso ein Graus, wie die Bourgeoisie an der Macht. Ja, sie ziehen die Bourgeoisie an der Macht dem Arbeiter an der Macht vor, weil sie sich schon seit über hundert Jahren mit der Bourgeoisie an ihrer Seite arrangiert haben. Diese Kleinbürger hatten zur Zeit des Stalinismus an der Macht von ihrer Klassennatur her das Bedürfnis, den Marxismus zu „ent - institutionalisieren“, was nichts anderes heißt, als die Arbeiterklasse von der Herrschaft des Marxismus“ zubefreien“. In diesem Sinne betrieben die Kleinbürger ihre „Entstalinisierungs“-Bemühungen nach dem Tod Stalins. Seitdem sehen die Kleinbürger ihre revolutionäre“ Aufgabe darin, die Arbeiterklasse vor einer Restalinisierung“ zu retten.

Oskar Negt und Co. haben sich mehr damit beschäftigt, sich von der „Frankfurter Schule“ abzugrenzen, traten in die Fußstapfen Trotzkis, Titos, Deborins und Bucharins usw. usf., um die 68` er – Bewegung als eine kleinbürgerliche Bewegung zu entlarven, die sich in ihrem breiten linken Spektrum „bis hin zum Stalinismus“ verstieg, sprich: sich nur damit zu „legitimieren“ versucht hatte. Für diese Erkenntnis, dass sich die kleinbürgerliche Bewegung mit der Arbeiterbewegung schmückt, um sich damit größer zu machen als sie ist, brauchte man keinen Oskar Negt - das haben die Marxisten schon vor 100 Jahren kritisiert. Auch ein Oskar Negt konnte die 68`er Bewegung nicht vor ihrer Berührung mit dem Stalinismus retten. Im Ergebnis konnte er nicht verhindern, ja trug er unfreiwillig dazu bei, dass die 68`er Bewegung solche Intellektuelle hervorbrachte, die sich ernsthaft auf den revolutionären Standpunkt Stalins stellten, die sich ernstlich der revolutionären Arbeiterbewegung anschlossen und ihren eigenen kleinbürgerlichen Standpunkt allmählich überwanden und auf einen Oskar Negt nicht herein fielen, sondern ihn frontal als Anti-Kommunisten bekämpften. Er jedoch predigte den „wahren“ Marxismus“, die Kritik an der Ideologisierung der „reinen“ marxistischen Wissenschaft. Er im Besonderen – so wie die gesamte intellektualistische „Links“opposition insgesamt - betrachtete sich stets als „revolutionäre Vorhut“ für die „Entstalinisierung“ der Wissenschaft.

Der Anti-Stalinist Oskar Negt, der sich mit dem Marxismus höchstens „anfreunden“ kann, wenn dieser nicht an der Macht ist, wie es beim Sowjetmarxismus unter Lenin und Stalin der Fall war, ist ein wahrer Vorkämpfer“ für die Befreiung der Wissenschaft von ihrem Klassenkorsett. Wir Stalinisten stimmen also letztlich auch mit Oskar Negt und der ganzen intellektualistischen „Armada der `Links`opposition“ überein, die Wissenschaft von ihrer Klassenherrschaft, von ihrer klassenideologischen Bevormundung zu befreien (und damit ist er und sind sie natürlich noch viel, viel rrrrevolutionärer“ als wir Stalinisten). Es gibt nur einen „kleinen“ Unterschied zwischen uns und ihnen: für sie ist dieses Ziel schon in der bürgerlichen Gesellschaft verwirklichbar, während wir dieses Ziel erst mit der klassenlosen Gesellschaft erreicht haben werden. Für sie ist der Stalinismus ein nicht legitimes, sich unrechtmäßig legitimierendes „Hindernis“ für die klassenlose Wissenschaft, für uns aber eine unverzichtbare Voraussetzung dafür. Den Stalinismus von seinem Klassencharakter schon im Kapitalismus befreien“ zu wollen, kann nur zu einem Ergebnis führen, zu seiner Anpassung an und zur Unterordnung unter die bürgerliche Ideologie, zur Liquidierung des proletarischen Charakters des Stalinismus und zur Festigung der kapitalistischen Klassengesellschaft. Und damit ist auch der Begriff der „Entstalinisierung“ definiert, egal ob wir nun die Entstalinisierung im Osten oder die im Westen betrachten – im bürgerlichen Wesen stimmen beide Arten von Entstalinisierung überein, haben sie stets gegen den Kommunismus zusammengearbeitet und sich dabei ergänzt. Die Stärke des Stalinismus zeigt sich bis heute darin, dass sich die Bourgeoisie nach all ihren vergeblichen Anstrengungen gezwungen sieht, vor den Lehren Stalins zu kapitulieren. Wenn es die Bourgeoisie auch niemals zugeben wird, sie ist zu der Überzeugung gezwungen worden, dass sich der Stalinismus gar nicht „entstalinisieren“ lässt, dass gegen diese Ideologie einfach „kein Kraut gewachsen“ ist, dass jedes bürgerliche Kraut verwelkt, sobald es mit dem Stalinismus in Berührung kommt, dass der Kapitalismus überall dort eine Niederlage einstecken musste, wo er es wagte, sich mit dem Stalinismus in eine Auseinandersetzung einzulassen.



Kommen wir nun zum

Zweifrontenkampf:

Der Stalinismus lehrt, unter der Oberfläche eingewurzelter alter Gewohnheiten, politischer Intrigen, schlau ausgedachter Theorien und politischer Strömungen im Sozialismus den Klassenkampf , den Zweifrontenkampf, zu sehen, den Kampf zwischen den privilegierten Schichten aller Art, die sich nicht weiter entwickeln wollten und der Masse der Werktätigen, den sozialistischen Arbeitern, die an der Spitze aller Werktätigen stehen, um die gesellschaftliche Entwicklung ständig weiter zu revolutionieren. Stalin warf alle überalterten Formen des Sozialismus über Bord, half solidarisch allen überalterten Bolschewiki, die sich von diesen Formen nicht trennen konnten und degradierte jene, die sich weigerten, die überalterten Formen ihrer Denk- und Handlungsweise abzulegen. Genauso stellte er sich jenen neu entwickelten Ideen in den Weg, die vom Marxismus-Leninismus abwichen, um diesen schließlich zu ersetzen. Er half einerseits jenen unerfahrenen jungen Bolschewiki, die sich noch nicht richtig vom Marxismus-Leninismus leiten ließen und degradierte andererseits jene, die sich weigerten, sich von ihren abweichenden „erneuernden“ Ansichten zu trennen, die nichts anderes waren, als den Marxismus-Leninismus als etwas „Veraltetes“ über Bord zu werfen.

Parteiführer heranzubilden ist sehr schwer, dazu braucht man Jahre, 5 -10 Jahre, mehr als 10 Jahre. (...) Mit Büchern allein kann man keine Führer heranbilden. Das Buch hilft uns vorwärts, aber allein bildet es noch keinen Führer heran. Funktionäre wachsen nur im Laufe der Arbeit heran“ (Stalin, Band 5, Seite 193).

Und wenn man zum Kommunismus voranschreiten will, dann braucht man nicht nur neue Ideen, eine sich verjüngende kommunistische Theorie, die diesen neuen Kampfabschnitt beleuchtet, sondern auch einen kommunistischen Kader, den man mit dieser Theorie ausstatten muss, aber – so wie Stalin lehrt - nur den Kader aufopferungsvoller Arbeit, den Kader, der im jahrelangen Kampf für den weiteren Aufbau des Sozialismus zum Kommunismus tatsächlich zum kommunistischen Kader heranwächst.

Marschieren denn die Jugend und die alte Garde nicht stets in einheitlicher Front gegen innere und äußere Feinde? Bildet denn die Einheit der ´Alten` und der ´Jungen` nicht die grundlegende Kraft unserer Revolution? Woher dieser Versuch, die alte Garde zu diffamieren und sich in demagogischer Weise bei der Jugend anzubiedern, um zwischen diesen Haupttrupps unserer Partei ein Spältchen aufzureißen und es auszuweiten? Wer braucht all das, wenn man die Interessen der Partei, ihre Einheit, ihre Geschlossenheit im Auge hat und nicht auf einen Versuch aus ist, diese Einheit zu Nutz und Frommen der Opposition zu erschüttern?“ (Stalin, Band 5, Seite 338/339).

Stalin kämpfte nicht nur gegen den Sumpf der Revisionisten, sondern auch gegen diejenigen, die sich dem Sumpf zu wandten.

Es geht hier nicht einfach um die Auslegung des Stalinismus. Stalinismus nimmt nichts auf Treu und Glauben an. Stalinismus schließt nicht kritische Anwendung und Weiterentwicklung aus, sondern setzt sie voraus. Stalinismus darf nicht durch Formalismus und Dogmatismus verdunkelt werden. So gab es Leute, die sich unter dem Deckmantel des Stalinismus von seinem revolutionären Geist verabschiedeten., um ihn in die Verbannung – nicht nach Sibirien - , sondern schlimmer noch, in die Studierstuben zu schicken. Wenn sich Schüler Stalins dabei etwas zu Schulden kommen ließen, so kann man dafür nicht Stalin zur Rechenschaft ziehen oder gar die „Entstalinisierung“ damit begründen. Die Stalinisten lehnen nicht die Kritik an sich ab, sondern nur die Kritik der Gegner des Stalinismus. Die Stalinisten wollten konsequente Marxisten-Leninisten bleiben, indem sie die Grundthesen des Marxismus-Leninismus in Einklang mit den sich verändernden Verhältnissen des Sozialismus und mit den gegebenen Besonderheiten der Nachkriegszeit entwickelten und die Theorie des dialektischen Materialismus und der ökonomischen Lehre des Marxismus-Leninismus ausbauten. Die Gegner bedienten sich des Stalinismus, um ihre anti-marxistisch-leninistischen Ideen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens einzuschmuggeln. Die Revisionisten bedienten sich bei ihrer „Entstalinisierung“ des Eklektizismus. Dieser Eklektizismus wurde dann von den Revisionisten als „großer Beitrag der Weiterentwicklung des Stalinismus“ gefeiert. Die Geschichte hat bewiesen, dass nach dem Entstehen des Stalinismus jede andere ideologische Strömung, die mit sozialistischen Losungen auftrat, im Verlauf des Klassenkampfes zu einer reaktionären Strömung, zum Anti-Stalinismus verkommen musste. Man konnte den Kommunismus nicht aufbauen, ohne sich auf den Stalinismus zu stützen, ohne den Stalinismus im Kampf gegen seine Feinde zu festigen und zu entwickeln.

Lenin sagte:Jeder Opportunist zeichnet sich durch Anpassungsfähigkeit aus“ (zitiert bei Stalin, Band 5, Seite 338). Tun wir Stalinisten das nicht auch ? Zweifellos tun wir Stalinisten das auch, die Frage ist nur die Anpassungsfähigkeit an was ? Der Unterschied zwischen der Anpassungsfähigkeit der Opportunisten und der der Stalinisten ist ganz einfach der, dass die Opportunisten sich durch die Fähigkeit auszeichnet, den Kommunismus an den Kapitalismus anzupassen, während bei den Kommunisten die Fähigkeit der Anpassung darin besteht, die Lehren des Kommunismus auf die sich ändernden Bedingungen des proletarischen Klassenkampfes optimal anzupassen.

Und die Opportunisten der Stalin-Ära ? Sie zeichneten sich dadurch aus, den Stalinismus an die Bedürfnisse der Restauration des Kapitalismus anzupassen.

Der Opportunismus gegenüber dem Zweifrontenkampf bestand nun darin, dass sich die Opportunisten an den Zweifrontenkrieg der Bolschewisten anzupassen begannen und diese Anpassung im Hochstalinismus nicht nur bis zur Perfektion zu beherrschen, sondern sich selber in den Besitz dieses Instruments zu bringen, das heißt die Stalinisten mit ihrer eigenen Waffe zu schlagen. Es war Chruschtschow, der sich dieses Instruments zur Eroberung der Macht des Revisionismus perfekt bedienen konnte.

Wenn wir also den Klassenkampf in der spätstalinistischen Ära konkret untersuchen, dann müssen wir logischerweise untersuchen wie die bolschewistische Methode zur Führung des Klassenkampfes damals angewandt wurde und wie dieser Kampf verlaufen ist. Die bolschewistische Methode des Klassenkampfes besteht – wie wir alle wissen – vor allem in der Führung des ideologischen Zweifrontenkampfes, wobei dieser Zweifrontenkrieg nicht nur auf den ideologischen Klassenkampf beschränkt werden kann, sondern dass er auf ausnahmslos allen Schlachtfeldern des Klassenkampfes ausgetragen wurde..

Jetzt können wir nicht zuerst die rechte Gefahr mit Hilfe der ´Linken` überwinden, wie das in der Geschichte unserer Partei der Fall war, und dann die ´linke` Gefahr mit Hilfe der Rechten -, jetzt müssen wir den Kampf an beiden Fronten gleichzeitig führen und beide Gefahren zu überwinden suchen...“(Stalin, Band 5, Seite 277).

Unter den Kommunisten sind wir keine Linken und keine Rechten, wir sind einfach Leninisten. Lenin wusste, was er tat, als er an zwei Fronten kämpfte, sowohl gegen die linke Abweichung im Kommunismus als auch die rechte Abweichung“ (Stalin, Band 7, Seite 164).

Als Lenin (...) den Kampf gegen die russischen ´Ultralinken` führte und sie aufs Haupt schlug, fanden sich damals (...) Leute, die Lenin einer rechten Einstellung, der Rechtsschwenkung bezichtigten. Die ganze Welt weiß jetzt jedoch, dass Lenin damals Recht hatte (...) aber die russischen ´Ultralinken` , die sich damals in ´revolutionären` Phrasen ergingen, in Wirklichkeit Opportunisten waren. Man darf nicht vergessen, dass Rechte und ´Ultralinke` in Wirklichkeit Zwillingsbrüder sind, dass sie folglich auf dem opportunistischen Standpunkt stehen, mit dem Unterschied jedoch, dass die Rechten ihren Opportunismus nicht immer verbergen, während die Linken ihren Opportunismus stets mit ´revolutionären` Phrasen verhüllen [ ihn in revolutionäre Phrasen des „Stalinismus“ kleiden – Anmerkung der Redaktion ] “ (Stalin, Band 8, Seite 7-8).

Wir Stalinisten sind uns darüber bewusst geworden, dass dieser Zweifrontenkampf in der spät-stalinistischen Ära erbitterter als jemals zuvor in der ganzen Geschichte der bolschewistischen Partei geführt wurde, und dass es heute nach über 50 Jahren immer noch „versteckte“ Feinde gibt, die bislang ungeschoren davon gekommen sind mit der Parole. „Haltet den Dieb!“

Wenn Stalin es noch vermocht hätte, wäre sein „Kurze Lehrgang“ von 1938 – 53 ergänzt und vervollständigt worden. Das Erbe, dies nachzuholen, hat Stalin uns Stalinisten hinterlassen, und wir haben es bis heute nicht geschafft, diese Arbeit erfolgreich abzuschließen. Ja, bis 1953 – mit diesem Datum, mit Stalin starb auch die bolschewistische Partei Lenins und Stalins, mit 1953 endete die ruhmreiche Geschichte der KPdSU (B). Solange wir nicht den „Kurzen Lehrgang“ von 1938 – 1953 ergänzt haben, bedeutet dies, dass wir unsere Niederlage gegenüber den modernen Revisionismus auf diesem Schlachtfeld noch nicht in einen Sieg verwandelt haben. Es gibt aber eine ganze Reihe hervorragender Genossen, die hierzu bereits gute Beiträge geleistet haben und wir sind uns sicher, dass wir das mühselige Puzzle bald gemeinsam zusammengesetzt haben, um Stalins Geschichte der KPdSU (B) doch noch bis zum Jahre 1953 zu vervollständigen. Diese Arbeit steht uns auch noch in Albanien bevor, wo die Geschichte der PAA ebenfalls mit dem Tod des Genossen Enver Hoxha endete. Sie wurde jedoch unter Federführung Enver Hoxhas nur bis 1980 geschrieben. Da Enver Hoxha im Jahre 1985 starb, fehlen also noch 5 Jahre Parteigeschichte, die noch von uns Hoxhaisten zu schreiben ist. Auch hier wird es große Anstrengungen kosten, den Verlauf des Zweifrontenkriegs bis zur Restauration des Kapitalismus zu enträtseln. Das wir das alles bis heute noch nicht bewältigt haben, sagt eine Menge aus über den wahren Zustand der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung, sagt eine Menge aus über den tatsächlichen Einfluss des modernen Revisionismus, sagt eine Menge darüber aus, wie erbittert dieser Kampf noch zu führen ist.

Bleiben wir beim Zweifrontenkampf. Als die Opportunisten in der UdSSR noch offen auftreten konnten, war es noch relativ „leicht“, ihre Positionen zu bestimmen, zu durchschauen und zu entlarven. Umgekehrt war es in jener Zeit auch für die Opportunisten relativ „leicht“, die bolschewistische Taktik des Zweifrontenkampfes zu durchschauen, sich ihr anzupassen und sie zu unterlaufen . Als diese aber so sehr geschwächt wurden, dass sie es sich nicht mehr erlauben konnten, offen aufzutreten, als sie also völlig in die Illegalität gedrängt worden waren, durften die Opportunisten die Generallinie Stalins nicht mehr offen angreifen, sondern waren dazu verdammt, diese als ihr Schutzschild zu benutzen – und das bedeutete, dass sie zur Aufbauarbeit am Kommunismus gezwungen worden waren, wenn sie unerkannt bleiben wollten, was ihre konterrevolutionäre Arbeit erheblich einschränkte. Mit der Zeit aber beherrschten die Konterrevolutionäre die veränderte Klaviatur des Zweifrontenkampfes immer besser, so dass sie Position für Position eroberten – natürlich unter großen Opfern, denn Stalin musste nicht nur mit größter Geschicklichkeit, sondern auch mit größter Härte gegen das konterrevolutionäre Treiben vorgehen. Viele schreckten tatsächlich davor zurück, ihre konterrevolutionäre Subversionstätigkeit fortzusetzen, aber es gab genug, die sie fortsetzten – nicht zuletzt unter dem Druck von außen, vom imperialistischen Westen.

Der Zweifrontenkampf gegen Stalin wurde in der spätstalinistischen Ära unterirdisch geführt. Erst nachdem er hier und da an der Oberfläche auftauchte, kamen die Dinge an die Öffentlichkeit, wurde er entlarvt und bekämpft, um danach wieder in den Untergrund zu gehen und erneut an anderer Stelle aufzutauchen. Dieses Katz und Maus-Spiel der Konterrevolutionäre macht es uns heute so schwer, den unterirdischen Frontlinienverlauf historisch aufzufinden und kontinuierlich zu verfolgen. Diese Arbeit wird dadurch erschwert, dass einige historisch tätige Genossen dabei Fehler machten, „Freund“ und Feind richtig zu unterscheiden. Da wurden Revisionisten als „Marxisten-Leninisten“ ausgemacht und umgekehrt Marxisten-Leninisten als „Revisionisten“ gebrandmarkt. Wir selbst nehmen uns von diesen Fehlern nicht aus. So etwas rächt sich früher oder später. So verfolgen unsere Gegner unsere mangelnde Prinzipienfestigkeit im anti-revisionistischen Kampf nicht nur mit Schadenfreude, sondern sie nutzen unsere Schwächen gegen uns aus. Grundsätzlich gilt:

«Die rechte Abweichung im Kommunismus bedeutet....,von der Generallinie unserer Partei zur bürgerlichen Ideologie hin abzuschwenken... Ein Sieg der rechten Abweichung ... bedeutet die Schwächung der proletarischen Diktatur und die Erhöhung der Chancen für die Wiederherstellung des Kapitalismus« (Stalin Werke, dt. Ausgabe, Bd. 11, Seite 199-201).

In der Periode einer heranreifenden Kriseerheben die Rechten stets das Haupt. Das ist ein allgemeines Gesetz der revolutionären Krise. Die Rechten erheben das Haupt, denn sie fürchten die revolutionäre Krise und sind deshalb bereit, alles zu tun, um die Partei zurückzuzerren und die heranreifende Krise nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“ (Stalin, Band 8, Seite 91). So war es auch in der Periode des heran gereiften Kalten Krieges der angloamerikanischen Imperialisten.

Der Ausschluss ist nicht das entscheidende Mittel im Kampf gegen die Rechten. Das Wesentliche ist, die rechten Gruppierungen im Verlauf eines prinzipiellen Kampfes ideologisch und moralisch zu zerschlagen, wobei die breiten Parteimassen in diesen Kampf hineingezogen werden müssen. Das ist eins der wesentlichsten Mittel, um die Partei im Geiste des Bolschewismus zu erziehen. Der Ausschluss muss, wenn er wirklich notwendig ist, das natürliche Ergebnis der ideologischen Zerschmetterung des Gegners sein“(Stalin, Band 7, Seite 57).

Die kapitalistischen Elemente führen den Kampf nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet. Sie sind bemüht, den Kampf auf das Gebiet der Ideologie des Proletariats zu tragen, indem sie versuchen, die am wenigsten standhaften Teile der Partei mit Unglauben an die Sache des sozialistischen Aufbaus, mit Skepsis gegenüber den sozialistischen Perspektiven unserer Aufbauarbeit zu verseuchen, und man kann nicht sagen, dass ihre Bemühungen absolut fruchtlos geblieben wären“ (Stalin, Band 7, Seite 142).

´Ultralinker`(...), die, in schülerhafter Weise alte Losungen wiederholend, es nicht verstanden hat oder nicht willens ist, sich den neuen Kampfbedingungen, die neue Arbeitsmethoden erfordern, anzupassen. Daher die ´Ultralinken`, die die Partei durch ihre Politik daran hindern, sich den neuen Kampfbedingungen anzupassen und sich den Weg zu den breiten Massen (...) zu erschließen. Entweder bricht die (...) Partei den Widerstand der ´Ultralinken` , und dann wird sie den breiten Weg der Gewinnung der Mehrheit der Arbeiterklasse beschreiten, oder aber sie tut dies nicht, und dann wird sie die gegenwärtige Krise in eine chronische und für die Partei verderbliche Krise verwandeln“ (Stalin, Band 8, Seite 2).

Können wir in den Fragen des ideologischen Kampfes in der Partei und der politischen Erziehung der Massen ein faules diplomatisches Spiel, eine Vertuschung von Fehlern zulassen? Nein, das können wir nicht. Das wäre ein Betrug an den Arbeitern (...) Es gibt nur einen Ausweg: die Fehler der ´ultralinken` Führer aufzudecken und auf diese Weise den ehrlichen revolutionären Arbeitern zu helfen, auf den richtigen Weg zu gelangen“ (Stalin, Band 8, Seite 7).

Ja das sind Revolutionäre der Tat, denn sie stellen das Wesen der Sache höher als deren Form“ (Stalin, Band 6, Seite 26).

Leute, die tatsächlich davon überzeugt sind, dass sie den Marxismus-Leninismus weiter entwickeln, würden niemals jene (Un)Freiheit dulden, die alten Auffassungen noch weiter neben den neuen bestehen zu lassen und aufrecht zu erhalten. So lassen sich niemals alte Auffassungen überwinden. Es gab im Spätstalinismus eine Menge Leute, die mit den auf dialektischem Weg gewonnenen Methoden ganz in der alten, beschränkten, metaphysischen Weise weiter operierten“ (MEW, Band 20, „Anti-Dühring“, Seite 113).

Marxisten-Leninisten entwickeln den Marxismus-Leninismus weiter, indem sie ihn an die sich verändernden realen Kampfbedingungen anpassen. Was heißt das – anpassen? Passt der Marxist-Leninist den Marxismus-Leninismus evolutionär an, indem er dem Alten quantitativ immer Neues HINZUFÜGT? Nein, der Marxismus-Leninismus ist keine eklektizistische Lehre. Der Marxismus-Leninismus ist eine revolutionäre Lehre, die sich nur in dem Maße verjüngt wie sie ihre Überalterung im Kampf der Gegensätze überwindet, wieviel Mut sie aufbringt, um sich von alten Lehrsätzen zu befreien. 1958 wurde dies von den Revisionisten als „Einseitigkeit“ kritisiert. Auf diese Weise die stalinistische Einseitigkeit“ des Marxismus-Leninismus „beweisen“ zu wollen, bedeutet nichts Anderes als den Marxismus-Leninismus durch den Eklektizismus zu ersetzen. Die Revisionisten bedienten sich der Methode der „friedlichen Koexistenz“ zwischen dem dialektischen Materialismus und dem Idealismus, die Shdanow seiner Zeit an Alexandrows „Lehrbuch der Geschichte der Philosophie“ entlarvt hatte. Da wurden die Philosophen in der Geschichte in den Himmel gelobt, um dann zum Schluss ein paar kritische Bemerkungen anzufügen, die dem Marxismus-Leninismus entnommen wurden. Bis 1958 leugneten die Revisionisten „nur“ die Namen Stalin und Shdanow, „erkannten“ aber ihre ZK-Beschlüsse von 1946-1948 formal „an“.

Die bolschewistische Methode der Ersetzung des Alten durch das Neue heißt Kritik und Selbstkritik. Die Opportunisten beschränkten sich darauf, den Weg vom Sozialismus zum Kommunismus zu interpretieren, propagierten den evolutionären Selbstlauf der sozialistischen Entwicklung. Hingegen der Stalinismus beleuchtete diesen revolutionären Weg. Die Stalinisten gingen diesen beleuchteten Weg, begriffen ihn als qualitative Veränderung ( nicht zu verwechseln mit dem „qualitativen Sprung“, der nicht die einzige Form der Verwandlung von Quantität in Qualität ist – wir werden darauf noch einzugehen haben)..

Die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, das heißt, ihn auf die Höhe der tatsächlichen Veränderungen in der gesellschaftlichen Entwicklung auf revolutionäre Weise zu heben – das eben heißt Stalinismus – oder mit den Worten Stalins ausgedrückt: Die marxistisch-leninistische Theorie besitzen, heißt, diese entwickeln und vorwärts bewegen können. Neue Auffassungen müssen sich von den alten Auffassungen durch Kritik und Selbstkritik im Kampf BEFREIEN. Hier findet ein Kampf zwischen den alten und neuen Auffassungen statt. Hier findet ein KLASSENKAMPF gegen bürgerliche Überreste im Bewusstsein der fortgeschrittenen sozialistischen Gesellschaft statt, an dem die Arbeiter nicht nur beteiligt sind, sondern die führende Stellung einnehmen. Allein schon die Arbeiterklasse und die Massen aus der philosophischen Diskussion, aus der Ausarbeitung und Weiterentwicklung der bolschewistischen Theorie auszuschließen oder nur „am Rande dran schnuppern zu lassen“, bedarf des konsequenten Klassenkampfes, damit die revolutionäre Theorie nicht von der revolutionären Klasse getrennt wird. Hier findet der ZWEIFRONTENKAMPF zwischen Rückschritt und Fortschritt in der sozialistischen Gesellschaft selbst statt !! Und eben diesen Kampf führte Stalin in der Periode des Aufbaus des Kommunismus nach dem Großen Vaterländischen Krieg bis zu seinem Tod im März 1953. Aus dieser Sichtweise und nur aus ihr, kann man erkennen, wer damals wirklich ein Stalinist war, was stalinistisch war und wer sich nur hinter der Maske des „Stalinismus“ verbarg, um der Restauration des Kapitalismus zum Sieg zu verhelfen.

Marx sagte zur Dialektik Hegels: Man muss sie umstülpen, um den rationellen Kern in der mystischen Hülle zu entdecken“ (MEW, Marx: „Das Kapital“, Band 23, Seite 27).

Und was machten die modernen Revisionisten daraus ? Sie stülpten Marx um, wodurch sie unerkannt den Weg zurück zur bürgerlichen Ideologie einschlagen wollten. Sie restaurierten die Dialektik Hegels, indem sie die marxistische Dialektik zurückstülpten, um den Kern ihrer revisionistischen Entartung in der marxistisch-leninistischen Hülle zu verdecken ! In der revisionistischen „Theorie“ wird das wirkliche Verhältnis des Marxismus-Leninismus auf den Kopf gestellt, ist das Spiegelbild für seine ureigenste Form genommen und bedarf daher einer restaurativen, reaktionären Umstülpung (angelehnt an Marx und Engels, „Über die Dialektik“, MEW Band 20, Seite 335). So wie sich der moderne Revisionismus zum Marxismus-Leninismus verhält, so verhält sich die Hegelsche Dialektik zur Marxistischen Dialektik.

Der Marxismus-Leninismus lässt sich niemals an die veränderte Wirklichkeit anpassen, das kommunistische Sein kann niemals das kommunistische Bewusstsein BESTIMMEN, wenn sich dieses Bewusstsein weigert, veraltete Denkweisen, veraltete Formeln über Bord zu werfen, wenn es sich nicht rücksichtslos von einmal lieb gewonnenen Gewohnheiten trennt, kurz: wenn das alte Bewusstsein nicht restlos durch das neue Bewusstsein, das stalinistische Bewusstsein ersetzt wird. Anders kann man kommunistisches Sein und kommunistisches Bewusstsein nicht in harmonische Übereinstimmung bringen. Je besser es uns gelingt, dieses Ziel der Harmonisierung zu erreichen, desto stärker ist der Kommunismus im Kampf gegen seine Feinde. Und so wird auch im Zweifrontenkrieg der Kampf gegen rechts und „links“ in Einklang miteinander gebracht, ohne dabei zu vergessen, dass es eine Hauptfront und eine Nebenfront gibt, dass ihre dialektische Umkehr im richtigen Moment erkannt und entsprechend gehandhabt wird.

Nun ist die Frage von Stalin klar beantwortet worden, dass die Harmonisierung der revolutionären Kräfte und der revolutionären Verhältnisse kein endgültiger, starrer Vorgang ist, sondern dass es sich hierbei um einen permanenten dialektischen Prozess handelt, dass sowohl die revolutionären Kräfte als auch die revolutionären Verhältnisse einer historischen Verwandlung ihrer Rolle als Hemmschuh und Triebfeder, ihrer Wechselwirkung unterworfen sind, dass bei der Harmonisierung die Identität und der Kampf der Gegensätze eine wichtige Rolle spielt, dass die Harmonisierung ein objektiver Prozess ist, dem wir uns durch Kenntnisse und Anpassung an seine Gesetzmäßigkeiten immer weiter, aber das eben nur relativ, nähern – nicht mehr und nicht weniger.

Der Stalinismus materialisiert sich auf höherer Stufe. Aber heißt die Ersetzung alter Lehrsätze durch neue, dass die alten Lehrsätze dadurch für immer verloren sind, wertlos geworden sind, das sie sich in Luft auflösen ? Das würde ja bedeuten, dass der Stalinismus ein Vakuum hinterlässt, das unvermeidlich vom Opportunismus ausgefüllt wird. Das wäre ein zum Sterben verurteilter Stalinismus. Deswegen bewahren die Stalinisten alle ihre Lehrsätze, ohne auch nur einen Millimeter davon preiszugeben, wobei es keine Rolle spielt, ob sie nun in dieser oder jener Situation veraltet sind oder nicht. Für die Anpassung an die neue Situation ist das Über-Bord-Werfen veralteter Formeln sicherlich richtig und unvermeidlich, aber welche Situation bleibt schon unverändert ? Mit jeder Anpassung wird die höhere Qualität vorbereitet. Dabei entwickelte sich der Stalinismus nicht in einem qualitativen Sprung. Der Stalinismus ist ja einer Weiterentwicklung des Leninismus, sprengt nicht den Leninismus, um ihn zu ersetzen, sondern der Stalinismus ist der in der Stalinära qualitativ weiter entwickelte Leninismus. Die so veränderte Situation verlangt sofort nach einer erneuten Anpassung auf höherer Stufenleiter. In diesem so historisch entstehenden Erfahrungsschatz können die veralteten Lehrsätze auf neue Weise wieder bei der Lösung von Problemen lehrreich werden, tauchen sie auf höherer Stufe der Entwicklung des Stalinismus in verwandelter, modifizierter Form wieder auf und materialisieren sie sich somit erneut in einer neuen Situation. Wenn man so will, kann man auch vom Recyclingsprozess des Stalinismus sprechen: Nichts wird weggeworfen, alles wird sorgsam gepflegt und wieder weiter verwertet, in eine verallgemeinernde Rohstoffform - die wir marxistisch-leninistische Prinzipien nennen - verwandelt, aus der sich wieder neue, konkrete Ideen produzieren lassen. Auch Prinzipien verfügen über ein lebendiges Wesen, sind Veränderungen unterworfen usw. usf. Das dialektische Gesetz der Negation der Negation gilt also auch für veraltete Lehrsätze und das besagt eindeutig, dass alte Lehrsätze nun einmal nicht aus der Schatzkammer des Stalinismus für immer zu verbannen sind. Über Bord werfen und „über Bord werfen“ sind zwei ganz verschiedene Dinge, die eine dialektische Einheit bilden, aber die sich gegenüberstehen. Und indem wir sie bewusst gegenüberstellen, können wir sie auch aufeinander wirken lassen, wird ihre jeweilige Brauchbarkeit für diesen oder jenen Zweck erkannt, erprobt und genutzt. Deswegen dürfen wir als Stalinisten diese Dinge weder gleichsetzen noch miteinander verwechseln, wenn wir nicht wollen, dass den Revisionisten dadurch neue Hintertürchen geöffnet werden. Also: Alte Lehrsätze sind zwar ersetzt worden, aber dadurch nicht für alle Zeiten verloren gegangen. Genosse Shdanow hat diese Wahrheit einmal sehr schön mit ganz einfachen Worten ausgedrückt:

Wenn man die Werke unserer Führer, ihre Schriften und Reden liest und immer wieder liest, dann gewinnt dieses oder jenes Kapitel, dieser oder jener Hinweis oder Satz, diese oder jene These im Lichte unserer Praxis immer wieder neue Bedeutung... Wie der Geologe nicht alle Schätze, die im Schoße unseres Landes liegen, erschöpfen kann, so finden auch wir in den Werken unserer großen Lehrer immer wieder neue Ideen“ (A.A. Shdanow, aus: „Anschauungsmaterial der Geschichte der KPdSU (B) – Kurzer Lehrgang, Dietz, Berlin 1954, Seite 101).



Wie sah der ideologische Zweifrontenkrieg des Bolschewismus im Spätstalinismus aus ?

Zunächst müssen wir uns darüber bewusst werden, dass alles, was wir oben über die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus im Allgemeinen gesagt haben, auch zutrifft auf den ideologischen Zweifrontenkrieg gegen die Sowjetfeinde, gegen die Antistalinisten. Mit dem Fortschreiten der sozialistischen Gesellschaft, mit dem Übergang zum Kommunismus vollzog sich eben auch eine Veränderung des Zweifrontenkrieges, passte er sich dieser Entwicklung an, nahm er neue Kampfformen an und verwarf veraltete Formen ohne dabei seinen wesentlichen Charakter, sein Ziel, die Sowjetfeinde ideologisch zu schlagen, aufzugeben. Wenn es Berija darum ging, diesen Zweifrontenkrieg durch reines Aus-dem-Weg-Räumen, durch staatliches Administrieren überflüssig zu machen und zu unterlaufen, so ging es Stalin darum, den Zweifrontenkrieg auf eine höhere Stufe zu stellen, um die neuen Gefahren, die seit dem Ende des Krieges in der Sowjetunion auftauchten, auf bolschewistische Weise abzuwenden. Der Umstand, dass das persönliche Eingreifen des Genossen Stalin erforderlich war, um das Absterben des Marxismus-Leninismus und das Aufkeimen der idealistischen, reaktionären Erscheinungen zu bekämpfen, zeigt, in welchem theoretisch kritischen Zustand sich die UdSSR nach dem Kriege befunden hatte. Die traurigen Ergebnisse der theoretischen ZeitschriftUnter dem Banner des Marxismus“ sind allen bekannt (Kampf gegen die falsche Linie Deborins)..

Die Gefahren drohten aus zwei ideologischen Richtungen:

Erstens. Das Bestehen lassen der alten Formeln, sich daran zu klammern, die Angst, sie über Bord zu werfen und loszulassen, das bringt die Dogmatiker auf den Plan. Denn sie sind es, die aus diesem Fehler, aus dieser Schwäche eine Tugend machen, indem sie ihr Beharren auf Dogmen unter dem Deckmantel der „Verteidigung der Prinzipien des Stalinismus“ rechtfertigen.

Der Marxismus erkennt keine unveränderlichen Schlussfolgerungen und Formeln an, die für alle Epochen und Perioden obligatorisch wären. Der Marxismus ist ein Feind jeglichen Dogmatismus“ (Stalin, „Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft, Rot Front Verlag Kiel, Seite 66).

Die Dogmatiker besetzten in vielen Institutionen einflussreiche Posten und bildeten um ihre geistigen „Führerpersönlichkeiten“ herum ein Araktschejew-Regime auf (Dogmatiker an der „Hausmacht“), das Stalin ans Licht brachte und in Trümmer zerschlug [Graf Araktschejew errichtete ein Regime, das eine ganze Epoche hemmungslosen Polizeidespotismus und Militärwillkür im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts charakterisierte. Und es gab keinen in der UdSSR, der das Araktschejew-Regime so wiederbelebte wie der aristokratische Geheimdienstler Berija]:

Die Diskussion hat vor allem klargestellt, dass in den sprachwissenschaftlichen Organen sowohl im Zentrum als auch in den Republiken ein Regime herrschte, das weder der Wissenschaft noch Wissenschaftlern ansteht. Die leiseste Kritik am Stand der Dinge in der sowjetischen Sprachwissenschaft, selbst die zaghaftesten Versuche einer Kritik an der so genannten 'neuen Lehre` in der Sprachwissenschaft, wurden von den führenden Kreisen der Sprachwissenschaft verfolgt und unterbunden. Wegen kritischer Einstellungen zum Erbe Marrs, wegen der geringsten Missbilligung der Lehre Marrs wurden wertvolle Fachkräfte und Forscher (...) ihrer Posten enthoben oder auf niedrigere Posten versetzt (...)

Es ist allgemein bekannt, dass keine Wissenschaft ohne Kampf der Meinungen, ohne Freiheit der Kritik sich entwickeln und gedeihen kann. Aber diese allgemein anerkannte Regel wurde in unverfrorenster Weise ignoriert und mit Füßen getreten. Es bildete sich eine abgekapselte Gruppe unfehlbarer leitender Persönlichkeiten heraus, die, nachdem sie sich gegen jede Möglichkeit einer Kritik gesichert hatte, eigenmächtig zu wirtschaften und ihr Unwesen zu treiben begann“ (Stalin, „Der Marxismus und Fragen der Sprachwissenschaft“, Rot Frontverlag Kiel, Seite 38).

Diese scholastischen „Eliteschulen“ nahmen für sich in Anspruch, den Marxismus-Leninismus gepachtet zu haben. Sie allein fühlten sich dazu autorisiert, den Marxismus-Leninismus richtig zu interpretieren und auszulegen. Stalin geißelte sie als Buchgelehrte und Talmudisten. Damit verhinderten sie bewusst und organisiert, dass sich neue stalinistische Ideen Bahn brechen konnten, dass sie sich in eine Anleitung zum revolutionären Handeln verwandeln konnten. Dogmatiker, das waren in der Zeit des Spätstalinismus verbrecherische, eigensüchtige und privilegierte Saboteure gegen die Revolutionierung des Stalinismus, Restauratoren der bürgerlichen Wissenschaften. Ihr Verbrechen bestand darin, den Stalinismus zu konservieren. Und indem sie darüber entscheiden wollten, was und wie zu seinem Gebrauch zugelassen ist und was nicht, versuchten sie, den Stalinismus aus den Händen der revolutionären Massen und ihrer revolutionären Vorhutpartei zu entreißen und damit zum Absterben zu verurteilen, ihn zu liquidieren, der Diktatur ihre geistige Macht zu entziehen. Marr wurde 1957 von den Revisionisten rehabilitiert [sic !!] und Stalin erstens des „Dogmatismus“ beschuldigt und zweitens, dass er sich in die Diskussion „eingemischt“ und diese mit „seinem Personenkult unterbrochen“ habe. Die Trennung der philosophischen Arbeit von der praktischen Tätigkeit der KPdSU (B), die krasse Zurückgezogenheit vom Leben wurden als die Grundlage der Fehler an der philosophischen Front während der philosophischen Diskussion von 1947 völlig aufgedeckt. Stalin wies die Philosophen von Neuem auf den radikalen Fehler in ihrer Arbeit hin, den sie trotz der ihnen früher erteilten Anweisungen nicht zu überwinden vermochten. Dies betraf vor allem die Zeitschrift „Unter dem Banner des Marxismus“, um die sich die KPdSU (B) insbesondere im Jahre 1931 intensiv bemüht hatte, aber die im Krieg völlig versagte und 1944 sogar eingegangen war.

Es ist grundfalsch zu glauben,im Krieg gäbe es wichtigere Dinge als die Philosophie“. Natürlich rückt die Philosophie in einer Kriegssituation zurück ins militärische Glied, gab es nicht wenige sowjetische Philosophen, die ihre philosophische Waffe mit der militärischen Waffe austauschten, aber die Philosophie ist als geistige Waffe der militärischen Kriegsführung unverzichtbar und hat, wie an allen Kriegsfronten auch, an der „philosophischen Front“ ihre Aufgabe zu erfüllen. Es gibt keine Situation des Klassenkampfes, in der die Philosophie des Marxismus einfach von der Bildfläche verschwinden darf. Das ist philosophisches Kapitulantentum. Das widerspricht völlig der marxistischen Weltanschauung und die Gründe dürften bekannt sein und müssen hier wohl nicht extra benannt werden. Auch der Stalinismus selbst musste sich schließlich unter den Bedingungen des Kampfes gegen die Umkreisung der bürgerlichen Ideologie entwickeln, gab es auch ein „Stalingrad an der philosophischen Front“. Das heißt, der Große Vaterländische Krieg war natürlich auch ein ideologischer Krieg, so wie auch der darauf folgende Kalte Krieg ein Krieg gegen den Stalinismus an der ideologisch-philosophischen Front war . Wir Stalinisten treten heute an gegen die gesamte Philosophie der Bourgeoisie, die sich auf eine viel längere Tradition stützen kann als die marxistische. Wir befinden uns mitten im Krieg gegen die bürgerliche Philosophie, und die kann man nicht mit leichten Waffen vernichten, sondern da muss man schon schwere Geschütze auffahren. Wir brauchen doch nur den „Frontabschnitt“ des Anti-Stalinismus auf unserem philosophischen Schlachtfeld betrachten, um zu sehen, mit was für einem Gegner wir Stalinisten es zu tun haben. Die Frage - „wer – wen?“ also Stalinismus oder Anti-Stalinismus ? - ist noch längst nicht entschieden. An dieser Front stehen uns noch große Schlachten bevor, bis wir den Anti-Stalinismus besiegt haben, ganz zu Schweigen vom Sieg über die ganze bürgerliche Philosophie.

Sozusagen ist der Stalinismus die Basis und der Hebel der Theorie von der Weltrevolution, also eine Anleitung zum Handeln, eine Anleitung zur Befreiung des Weltproletariats vom bürgerlichen Bewusstsein gewesen und durch seine Weiterentwicklung ist er es heute selbstverständlich immer noch. Die Verteidigung des Stalinismus war sozusagen auch ein außenpolitischer ideologisch-philosophischer Krieg der UdSSR gegen die imperialistischen Aggressoren, war ein Kampf zur Verteidigung der ideologischen Interessen des Weltproletariats.

Jede Beibehaltung veralteter marxistisch-leninistischer Formeln und Schulen setzt jede neue marxistisch-leninistische Initiative, jeden neuen marxistisch-leninistischen Denker nach dem Zweiten Weltkrieg einem verderblichen Fäulnisprozess aus – ein Dschungel, indem man sich nur mit der Machete den Weg frei schlagen konnte. Viele revolutionäre Kräfte wurden im Spätstalinismus vom Dschungel der Würdenträger-Schulen verschlungen, so dass sie ihre gesellschaftliche Kraft nicht entfalten konnten und einen Maulkorb tragen mussten. Sich gegen die etablierten scholastischen Schulen zu stellen, war gleichbedeutend mit Ketzerei und Hochverrat und konnte den Verlust de eigenen Existenz bedeuten, konnte einem den Kopf kosten. Die bürokratischen Auffassungen vom Marxismus-Leninismus waren typischer Ausdruck dieses Fäulnisprozesses des Marxismus-Leninismus zu damaliger Zeit, Ausdruck seiner zunehmenden Verknöcherung und institutionalisierten Verselbständigung, seiner Lostrennung von den Massen. Die ideologische Entwaffnung der Massen war für die Existenz der UdSSR nach dem Großen Vaterländischen Krieg von allergrößter Gefahr. Das war eine Schwäche der Partei, die Stalin als erster erkannt hatte. Und diese Schwäche nützte genau der Vorbereitung der Machtergreifung der modernen Revisionisten, um die Restauration des Kapitalismus ohne revoltierende Massen durchzuziehen. Der Stalinismus verliert immer mehr an Bedeutung, je weiter man ihn den Massen entzieht, je mehr man ihn von der Straße und vom Betrieb in die Hörsäle und Studierstuben umsiedelt.

Neue gesellschaftliche Ideen und Theorien entstehen im Grunde genommen eben darum, weil sie für die Gesellschaft notwendig sind, weil es ohne ihr organisierendes, mobilisierendes und umgestaltendes Wirken unmöglich ist, die herangereiften Aufgaben der Entwicklung des materiellen Lebens der Gesellschaft zu lösen. Entstanden auf der Basis der neuen Aufgaben, welche die Entwicklung des materiellen Lebens der Gesellschaft stellt, bahnen sich die neuen gesellschaftlichen Ideen und Theorien den Weg, werden sie zum Gemeingut der Volksmassen, mobilisieren diese, organisieren sie gegen die absterbenden Kräfte der Gesellschaft, die die Entwicklung des materiellen Lebens der Gesellschaft, die die Entwicklung des materiellen Lebens der Gesellschaft hemmen“ (Stalin, „Geschichte der KPdSU (B); „Über den dialektischen und historischen Materialismus“, Seite 146/147).

Und es war Stalin, der in der Zeit des Spätstalinismus den Staub hinweg pustete, der sich auf den Marxismus-Leninismus zu einer gefährlich dicken Schicht abgesetzt hatte. Stalin stellte sich schützend vor alle Neuerer, vor alle revolutionären Kräfte in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, die von den scholastischen Schulen, von den Kathederkommunisten und von der Inquisation in den staatlich-wissenschaftlichen Instituten wie ketzerische Verbrecher gejagt wurden. Das ist aber nur die eine Front an der Stalin kämpfte. Welches ist nun die andere, die zweite Front ?

Zweitens. Die andere Front, die sich gegen Stalin und die KPdSU (B) richtete, das war die Ersetzung der Denkweise des dialektischen Materialismus durch die metaphysische Denkweise der Bourgeoisie bei der für die Anpassung an die Verwirklichung des Aufbaus des Kommunismus notwendigen Revision des Marxismus-Leninismus. Das heißt mit einfachen Worten, dass die rückschrittlichen Elemente der Sowjetgesellschaft die Anpassung an ihre reaktionäre Ideologie als „Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus“ verkaufen mussten. Diese rückschrittlichen revisionistischen Ideen wurden konformistisch als Beitrag des „Neuerertums“ gepriesen, als „schöpferische Ideen“ für den Aufbau des Kommunismus. Wenn also diese reaktionären Elemente die Restauration des Kapitalismus betreiben wollten, dann brauchten sie noch eine zweite Front, nämlich hinter Stalins Rücken ihre revisionistischen Anschauungen zu kultivieren, um seine kommunistische Generallinie Schritt für Schritt durch ihre rückschrittliche, ihre bürgerliche Ideologie zu ersetzen – Stalin führte an der zweiten Front einen Kampf gegen die Anpassung des Leninismus an den Revisionismus, gegen die Restauration der bürgerlichen Ideologie. Im Kampf gegen den Formalismus warfen diese Leute die Prinzipien des Marxismus-Leninismus gleich mit über Bord. So wies Stalin Marrs „Formalismus“-Vorwurf gegen die marxistische Sprachwissenschaft zurück, womit der Revisionist Marr seine „neue Lehre“ zu einer „marxistischen“ Sprachwissenschaft erheben wollte. Auf allen Gebieten führte Stalin einen entschiedenen Kampf gegen alle jene Abweichung die die Prinzipientreue zum Marxismus-Leninismus verletzten und Anleihen bei den alten Revisionistenhäuptlingen machten. Er führte den Kampf gegen alle jene, die den Stalinismus als etwas „Veraltetes“ ansahen, die sich vom Stalinismusverfolgt, eingeengt, bevormundet und in Stich gelassen“ fühlten, die ihre Befreiung vom Stalinismus durch die bürgerliche Ideologie herbeisehnten, die den Stalinismus hassten und ihn endlich loswerden wollten. Stalin wandte sich gegen den bürgerlichen „Modernismus“, der nicht zufällig vom Westen verbreitet wurde. Hier lassen sich dann auch die Zweifrontenkämpfe gegen den Kosmopolitismus, Zionismus usw. einordnen, worauf wir später noch eingehen werden.

Es wäre etwas zu vereinfachend und zu schematisierend dargestellt, wenn bei der älteren sowjetischen Generation eher die Gefahr des Formalismus, der Verknöcherung des Marxismus-Leninismus, des Einrostens ihres alten revolutionären Kampfgeistes, ihre Müdigkeit im Klassenkampf, ihr Verharren in eingefahrenen Gleisen im Vordergrund stand, während sich die Gefahr bei der jüngeren Generation eher in der Unerfahrenheit des Marxismus-Leninismus, ihrer noch nicht ausreichend entwickelten Prinzipienfestigkeit, in ihrer mangelnden Disziplin, in ihrem Liebäugeln mit dem Westen, der „friedlichen Koexistenz“ und der Verlockungen der Restauration des Kapitalismus ausdrückte. Aber das berühmte „Fünkchen Wahrheit“ an derlei generationsabhängigen Einflüssen wird sicherlich nicht zu leugnen sein. Jedenfalls ist uns Marxisten-Leninisten nicht unbekannt geblieben, dass es die Trotzkisten waren, die das permanente künstliche Schüren des Generationskonfliktes zur Schwächung der Einheit zwischen Führern, Partei und Massen demagogisch ausnutzten. Wir gehen davon aus, dass dies im Spätstalinismus nicht anders war. Dass der Zweifrontenkrieg auch etwas mit der Abwehr der versuchten Spaltung der gemeinsamen Front der Generationen zu tun hatte, ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen (Konkurrenz der Kader der „alten Garde“ und der Kader der jungen Garde). Sicherlich gehörte der Generationsunterschied zu den vielen anderen Erscheinungsformen des Spätstalinismus, aber das Argument, dieser sei die eigentliche Ursache für die Restauration des Kapitalismus, kann auf keinen Fall einleuchten.

Die Frage der Generationen ist eine zweitrangige Frage“, sagte Stalin in der Auseinandersetzung mit Trotzki. Gegen die Auffassung Trotzkis richtete sich Stalin folgendermaßen:

Nur wer die Kader als ein in sich abgeschlossenes Ganzes, als einen privilegierten Stand betrachtet, der keine neuen Mitglieder in seine Mitte aufnimmt, nur wer alle übrigen Parteimitglieder als `unter seiner Würde stehend` ansieht, nur wer eine Kluft zwischen den Kadern und den jungen Parteimitgliedern aufreißen will – nur der kann die Frage der Demokratie auf die Frage der Generationen in der Partei zuspitzen. Das Wesen der Demokratie läuft nicht auf die Frage der Generationen hinaus, sondern auf die Frage der Selbsttätigkeit, der aktiven Teilnahme der Parteimitglieder an der Führung der Partei“ (Stalin, Band 6, Seite 202-203).

Der ideologische Zweifrontenkrieg richtete sich auf der einen Seite gegen den Objektivismus und auf der anderen Seite gegen den Subjektivismus. Der Stalinismus vertritt die Auffassung, dass man Objektives und Subjektives nicht metaphysisch gegenüberstellen darf, sondern dass beides eine Einheit bildet, wobei das (objektive) Sein das (subjektive) Bewusstsein bestimmt (Harmonisierung des objektiven und subjektiven Faktors beim Aufbau des Kommunismus in „einem“ Land). Objektivismus und Subjektivismus sind die zwei bürgerliche Seiten einer Medaille, die die Lehren Stalins, die Lehren des Marxismus-Leninismus, insbesondere in der spätstalinistischen Ära verfälschten und verzerrten: Die Objektivisten unterschätzten den subjektiven Faktor und überschätzten den objektiven Faktor in den Lehren Stalins. Die Subjektivisten überschätzten den subjektiven Faktor und unterschätzten den objektiven Faktor in den Lehren Stalins.

Erstens. Objektivismus: Der Objektivismus verneint kommunistische Parteilichkeit. In der spätstalinistischen Ära vertraten die Objektivisten den Standpunkt, dass sich in der Phase des Aufbaus des Kommunismus, in der Phase des Absterbens der Klassen, die Ideologie des Marxismus-Leninismus in eine „über den Klassen stehende“ Ideologie verwandelt habe und sich auflöse. Die Objektivisten machten den Fehler, die besonderen Bedingungen beim Aufbau des Kommunismus „in einem“ Land außer Acht zu lassen, dass nämlich der Klassenkampf so lange weiterbesteht, wie es Klassen in den umkreisenden kapitalistischen Ländern gibt, die eben gegen die Sowjetunion einen Klassenkampf führten. Erst im Weltmaßstab des Kommunismus hört der Marxismus-Leninismus auf, die Ideologie der Arbeiterklasse zu sein, dann nämlich wenn es keine Arbeiterklasse mehr gibt. Der Objektivismus, dieser spezifische Wesenszug der bürgerlichen Ideologie, war vorzufinden in der Zeit der Ablösung des Feudalismus, als die bürgerliche Ideologie sich als eine „über den Klassen stehende“ Ideologie darstellte, die das gesamte „Volksinteresse“ widerspiegele. Bis heute leugnet die Bourgeoisie den Klassencharakter der kapitalistischen Gesellschaft eben mit Hilfe des Objektivismus. Hinter dem Objektivismus in der UdSSR versteckte sich die „Begründung“, dass die Ideologie der Arbeiterklasse „wertlos“ und „überflüssig“ geworden sei, da im Kommunismus „in einem“ Land angeblich gar kein Klassenkampf mehr zu führen sei. Der Objektivismus verneint den verschärften Kampf zwischen dialektischen Materialismus und Idealismus – wie er bis in alle Zeiten fortbesteht. Shdanow verurteilte den Objektivismus in der spätstalinistischen Ära als die Hauptgefahr, als Herabminderung der Bedeutung der Parteilichkeit der marxistischen Wissenschaft.

Zweitens. Umgekehrt der Subjektivismus. Der Subjektivismus leugnet die Bedeutung des objektiven Heranreifens des Kommunismus . Der Subjektivismus ist das Gegenteil von Stalins Lehre von der Einheit objektiver Möglichkeiten und aktiver zielgerichteter Tätigkeit der Sowjetmenschen als entscheidender Faktor bei der Umwandlung der Möglichkeit des Kommunismus in Wirklichkeit des Kommunismus. Die Subjektivisten hegten Zweifel an Stalins Lehre, dass die Tätigkeit der Sowjetmenschen nicht nur die Möglichkeit in die Wirklichkeit umwandelt, sondern auch die Möglichkeit als solche vorbereitet. Die Subjektivisten verbreiteten das, was sie unter dem Stalinismus verstehen wollten oder zu verstehen glaubten, vor allem was ihrer Meinung nach die Massen darunter verstehen sollten, nämlich eine subjektivistische Lehre, die unfähig sei, den Sowjetmenschen die objektive Wahrheit zu vermitteln, schon allein deswegen, weil eine objektive Wirklichkeit angeblich gar nicht existiere. Ihr mangelndes Vertrauen beim Übergang zum Kommunismus beruhte auf ihrem mangelnden Vertrauen zum Sozialismus. Sie unterschätzten oder überschätzten den Stalinismus willkürlich, um das Spiegelbild der real existierenden Stalinära zu verzerren. Der Kommunismus entspricht der objektiven Wahrheit, der wir uns relativ nähern. Stalin machte aus dem Kommunismus „an sich“ einen Kommunismus „für uns“. Der Subjektivismus verneint die objektive Wahrheit des Stalinismus und damit, dass wir uns dem Kommunismus nähern. Dabei hatte die Sowjetgesellschaft in der spätstalinistischen Ära ein großes Interesse an der wissenschaftlichen Bestimmung der objektiven gesellschaftlichen Vorgänge und Gesetzmäßigkeiten des kommunistischen Aufbaus, das Stalin in Schrift und Tat hervorragend zu befriedigen wusste. Wissenschaftichkeit und Parteilichkeit bedingen einander und die Partei führte den ideologischen Kampf gegen den Subjektivismus an, brachte ihn ans Licht, um ihn zu zerschlagen. Man kann den Stalinismus nicht von Stalin trennen, der seine Lehre im realen Klassenkampf entwickelte, darf den Stalinismus nicht idealisieren. Stalin war der führende subjektive Faktor der realen revolutionären, gesellschaftlichen Veränderungen in der UdSSR, die er gegründet hatte. Die Quelle des Stalinismus darf man nicht im Stalinismus selbst, sondern muss sie in den Bedingungen des kommunistischen Lebens der Sowjetgesellschaft, in ihrer realen Existenz suchen, deren Abbild der Stalinismus ist.

Ein Beispiel für den Subjektivismus jener Zeit war der von den revisionistischen Ökonomen verwendete Begriff des „materiellen Anreizes“ als „Triebfeder“ der sozialistischen Produktivität. Hinter diesem Subjektivismus verbergen sich alle möglichen kapitalistischen Formen einer bornierten Selbstsucht und einer beschränkten, vulgären Konsumentenideologie. Ein weiteres Beispiel: Auch hinter dem Personenkult verbirgt sich der Subjektivismus, die Übertreibung des subjektiven Faktors der Persönlichkeit des bolschewistischen Führers. Die Vorstellungen der Subjektivisten waren Wunschvorstellungen elitärer Gruppen, die mit der realen Situation des Spätstalinismus überhaupt nicht übereinstimmten. Ihre Ideen, Meinungen und Ansichten gaben sie aber als „übereinstimmend“ mit dem Stalinismus aus, obwohl diese von den revolutionären Massen weit entfernt waren. Die Subjektivisten versuchten der Sowjetgesellschaft ihre Ansichten aufzuzwingen und den Stalinismus zu verfälschen und zu leugnen.

Der ideologisch-philosophische Zweifrontenkrieg Stalins war ein Angriff gegen die Überbleibsel des Kapitalismus im Bewusstsein der Sowjetmenschen. Er führte einen Offensivkrieg gegen die Überreste der faulen bürgerlichen Ideologie nicht nur im Bewusstsein der Massen, sondern auch im Bewusstsein von Partei, Staat und Armee. Er führte diesen Offensivkrieg auch nach außen gegen den Obskurantismus und die Reaktion im Ausland und zwar in allen ihren Erscheinungen.

Stalin hat die Hauptgefahr in der spät-stalinistischen Ära genau erkannt: Die Hauptgefahr, die zum bedrohlichen Anwachsen der revisionistischen Kräfte führte, das war die Herabminderung der revolutionären Theorie, die Herabaminderung der Rolle der Partei als revolutionäre Vorhut beim Aufbau des Kommunismus, die Herabminderung der Rolle der revolutionären Kader, die alles entscheiden, wenn der theoretische Weg zum Kommunismus beleuchtet, das Programm des Aufbaus des Kommunismus, der Fünfjahrplan erarbeitet und festgelegt ist. Die politische Tätigkeit wurde in den Händen kleiner Führungsgruppen monopolisiert, während die Partei als Ganzes nicht zur führenden politischen Arbeit herangezogen wurde. Damit wurde der bolschewistische Charakter der Partei verletzt. Die Unterschätzung der Weiterentwicklung des Stalinismus konnte nur zur Herabsetzung der Rolle der bolschewistischen Partei führen, so wie umgekehrt die Herabsetzung der bolschewistischen Partei auch zur Unterschätzung der Weiterentwicklung des Stalinismus führte. Es war Stalin, der sich dieser bedrohlichen Entwicklung entgegen stemmte.

Stalin lehrte, dass die „linken“ und die rechten Opportunisten Hand in Hand arbeiten, dass beide gemeinsam auftreten und entsprechend gemeinsam bekämpft werden mussten. Während die „linken“ Opportunisten ihr rechtes Gedankengut hinter den Lehren Stalins verbargen, vertraten die rechten Opportunisten ihr bürgerliches Denken ganz offen. Sie trauten sich nicht die Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus offen anzugreifen, weswegen sie begannen, ihre Ideen ungestört an der seichten „Front“ der Peripherie zu entwickeln, wo sie nicht weiter auffielen als „Provinzphilosophen“. Als nun aber der revisionistische Versuchsballon in einer so großen Stadt wie Leningrad gestartet wurde, da war die Schmerzgrenze überschritten und dem revisionistischen Ansturm auf das Zentrum musste genauso Einhalt geboten werden wie dem Angriff der Revisionisten innerhalb des Zentrums auf die Stalinisten. Nur so kann man die so genannte „Leningrader Affäre“ ideologisch korrekt beurteilen. Was sich in Leningrad an der Front der politischen Ökonomie, an der Kulturfront abspielte, das spielte sich fast parallel – zumindest unmittelbar danach - in der Mingrelischen Verschwörung ab. Da besteht ein ideologisch-politischer Zusammenhang, den man nicht übersehen darf.

Im Zweifrontenkrieg gegen Großmacht-Chauvinismus und lokalem Nationalismus war die Hauptgefahr der Großmacht-Chauvinismus, so zu sagen wurde der lokale Nationalismus durch den sich breit machenden Großmacht-Chauvinismus erst richtig hervorgerufen und gegen-kultiviert. Im Zweifrontenkrieg gegen den bürokratischem Zentralismus der UdSSR und den bürokratischen Dezentralismus Leningrads ging die revisionistische Hauptgefahr vom Moskauer Zentrum selber aus, wurde er von dort aus provoziert und geradezu herausgefordert. Wenn man die „Leningrader Affäre“ richtig beurteilen will, dann darf man nicht den Fehler machen und Haupt- und Nebengefahr vertauschen, darf man nicht von der Hauptgefahr ablenken (da steckten nämlich Berija und Malenkow hinter, die man nicht in Schutz nehmen darf!) Ohne die Ausuferung der Macht des bürokratischen Zentralismus im Zentrum der UdSSR hätte es auch keine „Leningrader Affäre“ gegeben, jedenfalls nicht in ihrer historisch materialisierten Dimension.

Die Dogmatisierung des Stalinismus ist die verkappte Variante der „Entstalinisierung“, ihre erste Phase – noch zu Lebzeiten Stalins, also die „Entstalinisierung“ unter den Bedingungen des Stalinismus an der Macht. Gleichzeitig wurde der Kampf gegen den Stalinismus auch mit einer verkappten Dogmatismus“kritik“ verbunden, d.h. , Kampf gegen den Dogmatismus in Worten, um dahinter in Wirklichkeit sein weiteres Praktizieren zu verbergen.

Die halboffene „Entstalinisierung“ versuchten die Sowjetfeinde noch zu Lebzeiten anzukurbeln. So wurde mit der Entideologisierung unter der Losung „Freiheit der Wissenschaft“ versucht, die Diktatur des Proletariats abzukoppeln, sie als repressive, als störende politische Einmischung in die „Weiterentwicklung der Wissenschaft“ zu verurteilen. Das war eine Variante, mit der die reaktionären Elemente der Intelligenz die alten Privilegien der Intelligenz zu restaurieren versuchten, das heißt, die nichtantagonistischen Widersprüche zu Arbeitern und Bauern in antagonistische Klassenwidersprüche zu verwandeln. Es war ein Angriff auf die Diktatur des Proletariats unter der Führung der reaktionären Elemente der Intelligenz. Sie beabsichtigten damit, den Kapitalismus zu restaurieren

Kurz: Der ideologische Zweifrontenkrieg des Stalinismus richtete sich sowohl gegen Engstirnigkeit, Verknöcherung und eingefahrene Gleise als auch gegen die revisionistische Entartung des Stalinismus durch Versöhnlertum gegenüber und Liebäugeln mit der bürgerlichen Ideologie, der von diesen beiden Seiten in die Zange genommen wurde und somit drohte, erdrosselt zu werden. Worauf es hier ankommt, das ist zu begreifen, dass dieser Zweifrontenkampf von den verschiedenen revisionistischen Fraktionen auf ihre ganz bestimmte Art und Weise paralysiert wurde, das heißt: der Zweifrontenkampf wird in Worten geführt von den jeweiligen Positionen der revisionistischen Gruppierungen aus – so zu sagen versuchten sie von allen Positionen aus, den bolschewistischen Zweifrontenkrieg mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Das ist ein recht komplizierter Vorgang gewesen, der heute schwer zu durchschauen ist – das Ganze gleicht einem Puzzlespiel. Das Gesetz des Zweifrontenkampfes besagt, dass der Kampf gegen ihn sich nicht nur verschärft, sich nicht nur differenziert und verzweigt, sondern auch mit immer verdeckteren Karten geführt wird und zwar im gleichen Maße wie sich der Zweifrontenkrieg des Stalinismus verstärkt, differenziert und verzweigt – und auch selber tarnt, um die Maskerade der Revisionisten aufzudecken, um die Revisionisten ihrer getarnten Verbrechen zu überfuhren und ihnen aufs Haupt zu schlagen. Der Stalinismus lehrt, dass der bolschewistische Zweifrontenkampf nicht etwa allmählich abnimmt bis er schließlich ganz abstirbt, sondern dass er unvermeidlich an Intensität und Kompliziertheit zunehmen muss, dass er immer erbitterter, entschlossener und konsequenter, ja auch mit illegalen Mitteln unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats geführt werden muss, damit er überhaupt absterben kann – ganz nach den allgemeinen Lehren und Gesetzen des Klassenkampfes im Sozialismus.

Nehmen wir Stalins Wachsamkeitskampagnen, wovon bereits in seinem 13. Band die Rede ist. Auch diese Kampagnen waren Ausdruck des Zweifrontenkampfes. Die Rechten hatten damit nicht viel am Hut. Sie durften sich ja nicht selber angesprochen fühlen. Sie beteiligten sich also nur halbherzig an diesen Kampagnen: In Worten „wachsam“ - in Taten ließen sie diese im Sande verlaufen und deckten die konterrevolutionäre Elemente, bzw. nahmen ihnen gegenüber eine versöhnlerische, neutrale Haltung ein. Die „Linken“ schrien „Verrat! Verrat“ Sie überschlugen sich in ihrer angeblichen „Entlarvungsarbeit“ und versetzten die Sowjetmenschen in Angst und Schrecken, verbreiteten Misstrauen unter ihnen. Hinter ihrem Denunziantentum verbarg sich nicht nur ihr für jene Zeit typisch aufkeimender Karrierismus, sondern damit lenkten sie geschickt von ihren eigenen Verbrechen ab und lieferten dafür unschuldige Opfer ans Messer. Von der Entlarvung wahrer Volksfeinde keine Spur. Die reaktionären Elemente von „links“ und rechts deckten sich untereinander und nutzten die Wachsamkeitskampagnen ihrerseits gemeinsam gegen die Marxisten-Leninisten, gegen die revolutionären Kräfte der Sowjetvölker, gegen die Werktätigen und die bolschewistische Partei aus. Gegen diese konterrevolutionären Erscheinungen, die bei den Wachsamkeitskampagnen auftauchten, musste das stalinistische ZK einen prinzipienfesten und entschlossenen Zweifrontenkampf führen. Das lässt sich an Hand zahlreicher ZK-Beschlüsse dokumentieren.

Wir haben den Kampf Stalins – wie er in den 13 Bänden niedergeschrieben ist - Jahrzehnte lang studiert, aber haben es versäumt, diesen Zweifrontenkampf auch auf die späte Ära Stalins anzuwenden, insbesondere auf die Zeit kurz vor seinem Tod. Da verschwindet der Zweifrontenkampf im Verschwörungsnebel. Dass damals hierüber die Dokumente im Verborgenen gehalten wurden oder später vernichtet wurden, darf nicht als Ausrede für unsere Versäumnisse herhalten. Hier haben wir Marxisten-Leninisten Selbstkritik zu üben und das Versäumte nachzuholen.

Dieser Zweifrontenkampf zwischen der stalinschen Generallinie und der revisionistischen Linie, die sich hinter ihr im Verborgenen zu entwickelte, tobte hin und her, bevor sie schließlich über Stalin, über den Stalinismus siegte. Die gealterten theoretischen Würdenträger bildeten eine terrorristische Front gegen die Erneuerer des Marxismus-Leninismus, von denen die weiter fortschreitende Sowjetgesellschaft von unten herauf eine Riesenmenge hervorragender Kader hervorgebracht hatte. Die Alten waren auf ihrem Stuhl „festgewachsen“, die Neuen konnten sie nicht entfernen. Auch hier der Zweifrontenkampf: DieTrennung der Spreu vom Weizen bei den „Alten“ und die Trennung von Spreu und Weizen bei den „Neuen“, um daraus eine vereinigte revolutionäre Front der Neuen und der Alten zu schmieden gegen die konterrevolutionäre Front der alten und neuen reaktionären Elemente. Die konterrevolutionären Kräfte, die rückschrittlichen Elemente aus den Schichten der Intelligenz, die den Marxismus-Leninismus auf jede Art und Weise schwächten - das waren die ideologischen Steigbügelhalter des modernen Revisionismus, der bürgerlichen Ideologie der neuen herrschenden Bourgeoisie der Sowjetunion nach Stalins Tod.

Stalin war sich darüber bewusst, dass eine Nation nach dem praktischen Wiederaufbau der Kriegsschäden ohne theoretisches Denken nicht auskommen kann, wenn die Sowjetunion wieder auf der Höhe der Wissenschaft stehen will. Das Niveau des Marxismus-Leninismus zu heben, das war eine Aufgabe, die vor allem die bolschewistische Partei selber zu erarbeiten hatte, die eine bolschewistische Partei niemals - in eigener Passivität erstarrend - an irgendwelche staatlichen Institute delegieren darf, denn die Partei muss die revolutionäre Theorie nicht nur wie ihren eigenen Augapfel hüten, sondern sie entwickelt diese auch weiter mit Hilfe des demokratischen Zentralismus, mit Hilfe des bolschewistischen Prinzips von Kritik und Selbstkritik, wobei sie sich natürlich sowohl der Unterstützung von außen, von den Massen, bedient als auch die revolutionäre Theorie mit Hilfe ihrer bolschewistischen Agitation und Propaganda in die revolutionäre Bewegung trägt, um wieder aus den neu gewonnenen Erfahrungen der Massen zu schöpfen, die diese bei der Anwendung der revolutionären Neuerungen der Theorie machen. Die Partei ist der Führer dieses dialektischen Prozesses der Weiterentwicklung der revolutionären Theorie und diese Rolle darf nicht herabgemindert werden. Die Partei ist die Hüterin der marxistisch-leninistischen Theorie:

Die Kraft der marxistisch-leninistischen Theorie besteht darin, dass sie der Partei die Möglichkeit gibt, sich in der jeweiligen Situation zu orientieren, den inneren Zusammenhang der rings um sie vor sich gehenden Ereignisse zu verstehen, den Gang der Ereignisse vorauszusehen und zu erkennen nicht nur, wie und wohin sich die Ereignisse gegenwärtig entwickeln, sondern auch wie und wohin sie sich künftig entwickeln müssen.

Nur eine Partei, die die marxistisch-leninistische Theorie gemeistert hat, kann mit Zuversicht vorwärts marschieren und die Arbeiterklasse vorwärts führen.

Und umgekehrt – eine Partei, die die marxistisch-leninistische Theorie nicht gemeistert hat, ist genötigt, tastend umher zu irren, verliert die Zuversicht in ihre Handlungen, ist nicht fähig, die Arbeiterklasse vorwärts zu führen.

Es könnte scheinen: die marxistisch-leninistische Theorie gemeistert haben bedeute, einzelne Schlussfolgerungen und Leitsätze aus den Werken von Marx-Engels-Lenin gewissenhaft auswendig zu lernen, um sie zur rechten Zeit zu zitieren, und sich damit zufrieden geben in der Hoffnung, dass die auswendig gelernten Schlussfolgerungen und Leitsätze für jede Situation, für alle Wechselfälle des Lebens tauglich seien. Aber ein solches Herangehen an die marxistisch-leninistische Theorie ist völlig unrichtig. Man darf die marxistisch-leninistische Theorie nicht als eine Dogmensammlung, als einen Katechismus, als eine Glaubensformel betrachten, noch die Marxisten selbst als Wortklauber und Schriftgelehrte.

(...) Die marxistisch-leninistische Theorie meistern heißt verstehen, diese Theorie durch neue Erfahrungen der revolutionären Bewegung zu bereichern, sie durch neue Leitsätze und Schlussfolgerungen zu bereichern heißt verstehen, sie zu entwickeln und weiterzuführen, und nicht davor zurückschrecken, ausgehend vom Wesen der Theorie, einzelne ihrer Leitsätze und Schlussfolgerungen, die bereits veraltet sind, durch neue, der neuen historischen Situation entsprechende Leitsätze und Schlussfolgerungen zu ersetzen.

(...) Es gilt, sich die unbestreitbare Wahrheit zu eigen zu machen, dass der Marxist mit dem lebendigen Leben, mit den exakten Tatsachen der Wirklichkeit rechnen muss, statt sich an die Theorie von gestern zu klammern“ (Stalin, Geschichte der KPdSU (B), Seite 441/42 und 446).

Was wäre aus der Partei Lenins und Stalins geworden, aus dem Leninismus geworden, wenn Stalin sich gescheut hätte, den Buchstaben des Leninismus anzutasten, wenn es ihm an dem theoretischen Mut gefehlt hätte, eine der alten Schlussfolgerungen von der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus „in einem“ Land fallenzulassen und sie zu ersetzen durch die neue, der neuen historischen Situation entsprechende Schlussfolgerung von der Möglichkeit des Sieges des Kommunismus in „einem“ Land ?

Was würde aus dem Stalinismus werden, wenn er von uns nicht weiter entwickelt worden wäre, wenn sich die Komintern / ML gescheut hätte, den Buchstaben des Stalinismus anzutasten, wenn es ihr an dem theoretischen Mut gefehlt hätte, einer der alten Schlussfolgerungen von der Möglichkeit des Sieges des Kommunismus „in einem“ Land fallenzulassen und sie zu ersetzen durch die neue, der globalisierten revolutionären Situation des Weltproletariats entsprechende Schlussfolgerung von der Möglichkeit des Sieges des Weltkommunismus ? Kann man denn angesichts der gegenwärtigen kapitalistischen Weltkrise gegenüber dem vor uns zusammenbrechenden Weltkapitalismus die Augen verschließen ? Kann man sich angesichts der hieraus entstehenden neuen weltrevolutionären Situation noch weiter Stalinist nennen, wenn man davor Angst hat, die Möglichkeit des Sieges des Weltkommunismus realistisch ins Auge zu fassen ?

Es war klar, dass Stalins kommunistische Initiative alles aufwühlte und an die Oberfläche beförderte, was sich allmählich auf dem theoretischen Grund des Sozialismus in der UdSSR abgelagert hatte, ein Schlick und Morast, der das revolutionäre, wissenschaftliche Denken nicht mehr atmen ließ und es zu ersticken drohte. Das ZK musste mit mehreren Beschlüssen hart durchgreifen und eine neue Kulturfront aufbauen. Diese Kulturfront eröffnete den Klassenkampf gegen die Restauration des Idealismus. Die spätstalinistische Ära war eine Ära der Kulturrevolution, ein Kampf zur Schaffung eines kommunistischen Überbaus, dem viele bolschewistische Führer wie der Genosse Shdanow zu Opfer fielen. Die Ermordung Shdanows durch Berija bringt die Schärfe zum Ausdruck, mit der die Konterrevolution auf die Kulturrevolution antwortete.

Es begann ein historischer Zeitabschnitt, wo erstens der Marxismus-Leninismus zwar schon angeschlagen war, aber stark genug war, um noch nicht besiegt werden zu können und zweitens der moderne Revisionismus auf dem Vormarsch, aber noch zu schwach, war, um den Marxismus-Leninismus abzulösen. Dieses Nebeneinanderbestehen zweier entgegengesetzten Ideologien, dieser Übergang von einem Aggregatzustand in den anderen, war alles andere als eine friedliche Koexistenz, es war ein Kampf auf Leben und Tod, der Moment des Sprungs zum Weltsozialismus oder der Absturz in die Finsternis der Alleinherrschaft der Weltreaktion. Es war ein Wendepunkt über die Entscheidung, die Generallinie Stalins, den Marxismus-Leninismus über dem Erdball siegen zu lassen, konsequent weiter zu führen oder auf halbem Wege stehen zu bleiben, zu kapitulieren und umzukehren zum Kapitalismus. Die Einheit des Marxismus-Leninismus, seine Überlebensfähigkeit, besteht in seinem Internationalismus. Diese Einheit zu spalten und zu zerschlagen bestand in der Umkehr zum Nationalismus, zum Großmacht-Chauvinismus, zur Nationalisierung des Marxismus-Leninismus zwecks Verhinderung seiner fortschreitenden Internationalisierung. Es ist die marxistisch-leninistische Weltbewegung, die von ihr freigesetzte weltproletarische Kraft, die über die Zukunft des Sozialismus entscheidet. Seine Beschneidung auf die Sowjetunion musste zu ihrem Untergang führen. Als Stalin und Shdanow sich gegen die ideologische Invasion des imperialistischen Westens richteten und das Bollwerk des Sowjetpatriotismus an der ideologischen Front errichteten, da war dies für die Nationalisten ein gefundenes Fressen, den Marxismus-Leninismus auf seine nationale Bedeutung für die Sowjetunion zu beschneiden, diesen dem Nationalismus anzupassen und seinen internationalistischen Geist zu brechen. Sie untertunnelten den stalinschen Schutzwall gegen die ausländische bürgerliche Ideologie, um die inländische-russische bürgerlichen Ideologie aufzuwerten, salonfähig zu machen und einfließen zu lassen und als Nebeneffekt alles Fortschrittliche des Auslands mit über Bord zu werfen, sehr zum Schaden der Sowjetunion. Hier wird deutlich wie sich die Konterrevolution an den bolschewistischen Zweifrontenkrieg nach innen und außen anpasste, um ihn gegen sich selbst zu richten. Es war ein Kampf der Kräfte der Internationalisierung des Stalinismus und der Kräfte der nationalistischen, verbürgerlichten Isolierung der Sowjetunion.

Die Globalisierung des Weltimperialismus siegte über die Globalisierung des Sozialismus. Die Niederlage der Globalisierung des Sozialismus besiegelte die Niederlage des Sozialismus „in einem“ Land. Die Kräfte des Weltsozialismus erwiesen sich historisch noch zu schwach, um in der ersten Schlacht über die Kräfte des Weltimperialismus zu siegen. Das Ende der Stalinära wurde damit zum Neuanfang der Ära des Weltsozialismus, die noch eine schwere und langwierige Geburt durchmacht und noch schmerzvolle Vehen durchzustehen hat. Die momentane Weltkrise des Kapitalismus betätigt sich zur Zeit als Geburtshelfer. Der Weltsozialismus wird das Licht der Welt also in nicht all zu ferner Zukunft erblicken und der Stalinismus wird seine Niederlage in einen Sieg verwandeln.



Die „Entstalinisierung“ erfolgte in zwei Etappen.



Aber wenn es nach Berija gegangen wäre – alles gleich in einem Abwasch. So setzte er sich eigenmächtig über Beschlüsse der Partei hinweg, in Wolynsko ein Stalinmuseum zu errichten und verwandelte es kurz entschlossen in ein Kinderheim. Was ist nun wichtiger, ein Kinderheim oder ein Museum ? Berija war schlau und berechnend, denn es ging ihm in Wirklichkeit weder um ein Kinderheim noch um ein Museum, sondern die Dinge so miteinander zu kombinieren, dass er daraus einen Vorteil für sich ziehen konnte und die Erinnerung an Stalin in den Sowjetvölkern auszulöschen. Eigenmächtiges Übergehen von Parteibeschlüssen wurde stets von ihm durch Taten gerechtfertigt, „gegen die sich nichts einwenden“ ließ, denn im Grunde genommen wollten die Revisionisten ja vom Personenkult Stalins wieder wegkommen. Berija war in seinem Wesen nie ein Marxist, sondern verstand es, sich des Marxismus zu bedienen. Aus seiner bürokratisch-pragmatischen Sichtweise, würde er dem Zweifrontenkrieg am liebsten per Staatsbefehl die Flügel stutzen, sah er darin einen Klotz am Bein zur Durchsetzung seiner Interessen. Ganz anders die Chruschtschowianer. Sie wollten und konnten auf den Zweifrontenkrieg gegen den Stalinismus nicht verzichten.. Berija führte seinen eigenen „Zweifrontenkrieg“, den berijanischen Zweifrontenkrieg, nämlich sich auf jeweils diejenige Front zu stützen, die im gegebenen Augenblick über die größere Macht verfügte, einerlei, ob sie nun revolutionär oder konterrevolutionär war – Hauptsache, dass sie ihn auf seiner Karriereleiter weiter brachte. Er war also ein durch und durch prinzipienloser Mensch, aber ein prinzipienloser Mensch von ganz besonderer Art, nämlich jemand, der die Prinzipienlosigkeit zu seinem berechnenden Prinzip erhob. Er war prinzipienlos, nicht weil er von der Prinzipienlosigkeit überzeugt war, sondern er tarnte sich mit der jeweiligen „Prinzipienfestigkeit“ der gerade herrschenden Macht, um diesee mit ihren eigenen Prinzipien zu erobern. Auf deutsch: Er verfügte über die „Gabe“, mit eiskaltem Kalkül jedes Mal auf das „richtige Pferd“ zu setzen, um auf ein anderes Pferd zu wechseln, wenn er dafür den geeigneten Moment für gekommen sah. Die Zeit des Menschewismus an der Macht war eingeläutet, allerdings durch Berija noch nicht gekommen, so dass er sich mit seiner Prinzipienlosigkeit, mit seinem Menschewismus, viel zu früh das eigene Grab schaufelte. Sein Anti-Stalinismus war seiner Zeit zu weit voraus. So überlebte der Menschewismus Berijas den Menschewist Berija.

Zunächst waren sich die modernen Revisionisten darüber natürlich bewusst, dass sich das kolossale Lebenswerk des Genossen Stalin nicht von heut ` auf morgen aus den Herzen und Köpfen der Sowjetmenschen verbannen ließ. Das war völlig illusorisch und objektiv gar nicht möglich. Sie hatten dem überhaupt nichts entgegenzusetzen und mussten sich darauf beschränken, den Personenkult, den sie betrieben hatten, zunächst hinter vorgehaltener Hand Schritt für Schritt zu entsorgen. Erst nach dem XX. Parteitag konnten sie ihre Hüllen endlich fallen lassen und mit der formalen „Entstalinisierung“ beginnen. Kurz nach Stalins Tod schmückten sich die neuen Kremlzaren noch mit den Lorbeeren der Leistungen Stalins, schoben sie sich dessen Verdienste selber zu.

Während Molotow es in seinem Bericht über „Die Internationale Lage und die Außenpolitik der Regierung der UdSSR“, - vorgetragen auf der Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR am 8. Februar 1955 -, tatsächlich fertig gebracht hatte, nicht ein einziges Wort über Stalins Außenpolitik fallen zu lassen, geschweige denn den Namen Stalin überhaupt in den Mund zu nehmen, so als hätte es ihn nie gegeben, erwähnte Bulganin den Namen Stalin zwar immerhin einmal in seiner Rede, die er am 9. 2. 1955 als Vorsitzender des Ministerrats hielt, aber er stellte sich inhaltlich voll hinter Molotow und Chruschtschow. Hingegen war ausgerechnet Chruschtschow derjenige, der sich in seinem Referat auf dem Plenum des ZK der KPdSU vom 25. Januar 1955 (sic!), „Neue Erfolge in der Entwicklung der Volkswirtschaft der UdSSR“, des Personenkults weiter bediente, wie zum Beispiel: „Weisungen des genialen Lenin und Stalin, des treuen Fortsetzers seines Werkes“; „Stalin, der Lenins Weisungen weiterentwickelte“ (und Chruschtschow zitierte Stalins „Weisungen“ sogar in seinem Referat !). Oder nehmen wir zum Beispiel diese Stelle in Chruschtschows Referat:Die richtige Linie ,(...) die der große Lenin vorgezeichnet hatte, setzte die Partei unter Führung Stalins unbeirrt in die Tat um. Sie verfolgt diese Linie gegenwärtig konsequent weiter und wird sie auch in Zukunft unbeirrt weiter verfolgen!“ (, Broschüre, Herausgeber KPD, Düsseldorf, Seite 42 und 43, ohne Angabe des Erscheinungsjahres). Die „Zukunft dieser richtigen Linie“ beendete derselbe Chruschtschow genauso „unbeirrt“ ein Jahr später mit dem XX. Parteitag, auf dem er sich in abscheulicher Weise nicht nur in Taten, sondern auch in Worten offiziell von Stalin verabschiedete. Diese antistalinistische Linie setzen die Revisionisten von heute nicht mehr so offen fort: Heute versuchen nicht wenige Revisionisten, den anti-marxistischen Mantel, den die Nationalisten, Faschisten, Chauvinisten usw., dem Genossen Stalin umgehängt haben, in rote Farbe zu tauchen.

So wie diese revisionistischen Parasiten sich bereits zu Lebzeiten Stalins am Paradies der UdSSR gütlich getan hatten, das sich die werktätigen Sowjetmenschen im Schweiße ihres Angesichts aufgebaut hatten, so schwammen sie nach seinem Tod noch eine Weile auf der „Stalinwelle“ - nur den von ihnen betriebenen Personenkult hatten sie behutsam abgestreift – den brauchten sie nun nicht mehr.

Wenn wir die „Entstalinisierung“ in zwei Abschnitte aufteilen - inhaltliche und formale – dann nicht weil wir einer mechanistischen Methode erlegen sind. Die „Entstalinisierung“ ist ein dialektischer Vorgang, genauso wie daraus wieder eine „Restalinisierung“ auf höherer Stufe entsteht – die Stalinisierung im Weltmaßstab (Negation der Negation). Und dieser Prozess wird auch nicht mit der Wiederbenennung Stalingrad und Leningrads beginnen, sondern mit der globalen Verankerung des Marxismus-Leninismus als herrschende Weltideologie, als Ideologie des befreiten Weltproletariats.

Zuerst verfault der revolutionäre Geist. Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken, dann verfaulen die inneren Organe und dann vergeht die äußere Hülle bzw. man benutzt sie zur Füllung bürgerlichen Inhalts. So hatte Berija die „Entstalinisierung“ in Wort und Tat umgesetzt, indem er nicht nur Stalin offen verurteilte, sondern auch diejenigen beseitigte, die den Weg Stalins fortsetzten. Er stellte sich dabei aber nicht vor `s Volk, um „Nieder mit Stalin!“ zu schreien, aber er stellte sich zum Beispiel vor ein Politbüro der KP Ungarns, um dort Stalin und dessen Politik zu verdammen und den Bruderparteien seinen „Entstalinisierungskurs“ mit bürokratischer Gewalt und Erpressungen aufzuzwingen. Selbst auf dem XX. Parteitag waren die Hüllen noch nicht ganz gefallen, handelte es sich immerhin noch um eine „Geheimrede“ Chruschtschows. Also sowohl der inhaltliche als auch der formale Prozess der „Entstalinisierung“ konnte sich nur in Etappen vollziehen.

Mit dem XX. Parteitag gingen die modernen Revisionisten dazu über, Stalin öffentlich - „inhaltlich-politisch, ideologisch-erzieherisch“ zu überwinden, indem sie zur ideologischen „Entstalinisierung“ beim „Leninismus“ Zuflucht suchten. Jedes zweite Wort, das fiel, hieß „Personenkult“. Als der Leninismus dann später auch nicht mehr herhalten konnte, weil die Restauration des Kapitalismus dafür bereits all zu weit vorangeschritten war, ließen sie ihre Maske des „Leninismus“ allmählich fallen, um die bürgerliche Ideologie offen zu etablieren, wobei sie sich noch in feierlichen Momenten an Lenin „erinnerten“ und ihrem Kapitalismus das scheinheilige Etikett der „schöpferischen Weiterentwicklung des Leninismus“ aufdrückten.

Diesen zweiten Abschnitt der „Entstalinisierung“ bezeichnen wir als die legalisierte, formvollendete „Entstalinisierung“ , die sich charakterisieren lässt mit der Streichung des Namens Stalins aus dem öffentlichen Leben der UdSSR, aus dem öffentlichen Leben ihres Einflussgebietes in anderen Ländern. Es gab keine Stalinbilder, keine Stalindenkmäler, keine Stalinstätten mehr, keine Straßen- und Ortsnamen, keine Bücher mehr, in denen er erwähnt worden war, nicht mal mehr die Stalinwerke selbst. Betriebe, Institutionen in Staat, Partei und Armee, in Schulen, in Literatur und Kunst – alles wurde umbenannt. Der Name Stalin sollte systematisch und mit bürokratischer Gründlichkeit aus dem Gedächtnis der Sowjetmenschen verbannt werden. Natürlich ging es nach dem XX. Parteitag weiter mit den Umbenennungen. Stalinabad wurde 1962 umbenannt; Stalingrad im Jahre 1961. Mit der Sowjetunion verschwanden dann auch die Leninnamen - hieß Leningrad wieder Petersburg. Wir Marxisten-Leninisten sind davon felsenfest überzeugt, dass diese Umbenennerei den modernen Revisionisten nichts nützen wird, denn wir werden siegreich aus dem Kampf gegen den modernen Revisionismus hervorgehen. Wenn wir erst einmal auf der ganzen Welt den Sozialismus errichtet haben, werden die alten Lenin- und Stalinnamen nicht nur wieder hergestellt in Russland und Albanien, nicht nur in den ehemaligen Sowjetrepubliken, in den ehemaligen Volksdemokratien, sondern diese Umbennenungen wird selbstverständlich das siegreiche Weltproletariat auf der ganzen Welt vornehmen. Die „Entstalinisierung“ der modernen Revisionisten wird abgelöst durch unsere Restalinisierung auf dem gesamten Erdball ! Wie anders kann man als Marxist-Leninist die „Dialektik der Entstalinisierung“ verstehen, als ihre Ersetzung in die globale Stalinisierung. Die globale Stalinisierung – das ist Programm der Komintern / ML.

Die Nazifaschisten hatten antifaschistische Bücher zu propagandistischen Zwecken auf öffentlichen Scheiterhaufen verbrannt. Dies mit den Werken Stalins nachzuahmen, war für die modernen Revisionisten damals natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, denn es strömten ja immer noch die Millionenmassen zum Trauern an den Sarg Stalins. So vollzog sich die Gehirnwäsche der modernen Revisionisten als eine qualvolle und demütigende Selbstverleugnung der Sowjetvölker. Diese Wunde in der Seele der Sowjetmenschen konnte bis heute nicht verheilen. Sie kann erst verheilen, wenn die ehemaligen Sowjetvölker wieder ihr Vertrauen in den Stalinismus zurückgewonnen haben. Erst in dem Maße wie sie den Verrat der modernen Revisionisten begreifen, werden sie den Weg zurück zu Stalin wieder finden. Es reicht nicht, dass wir Marxisten-Leninisten das begriffen haben. Unsere Pflicht ist es, den Sowjetvölkern dabei zu helfen, wieder den Weg des Stalinismus zu beschreiten, und zwar den fortgeschrittenen Weg des Stalinismus auf höherer Stufenleiter – im Schritt von der eigenen Oktoberrevolution zu ihrer Einbindung in die Revolution des Weltproletariats ! Nicht mehr Einbindung der Revolution anderer Länder in die Oktoberrevolution, sondern umgekehrt, die Einbindung des Sturzes der russischen Bourgeoisie in den Sturz der Weltbourgeoisie ! Das ist der leninsche-stalinsche Weg der Zukunft – und um es immer wieder einzuhämmern: der vor uns liegende Weg, das ist die globalisierte Restalinisierung.

Wir müssen an dieser Stelle daran erinnern, dass zum Beispiel bereits im Januar des Jahres 1951 mehr Stalinwerke unter den Massen verbreitet waren als Leninwerke. Um sich einmal eine Vorstellung von der Dimension der Gesamtauflagen zu machen, liefern wir hier ein paar eindrucksvolle Zahlen über die bis 1951 herausgegebenen Werke Lenins und Stalins:

Erste Ausgabe der Leninwerke (1920-1926) = 2 670 000

Zweite und dritte Ausgabe der Leninwerke (1925 – 1932) = 20 743 000

Vierte Ausgabe der Leninwerke (1941 – 1951) = 21 791 000

Stalinwerke (seit 1946 waren 12 Bände erschienen) = 10 367 000

Stalin, „Fragen des Leninismus“ = 17 334 000

Geschichte der KPdSU (B) – Kurzer Lehrgang“ = 38 756 000

Stalin, „Über Lenin“ = 8 921 000

Insgesamt erschienene Werke Lenins = 204 300 000 (!!!!)

Insgesamt erschienene Werke Stalins = 570 200 000 (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!)

570 200 000 Werke Stalins konnten die modernen Revisionisten nun mal nicht „von heut auf morgen“ aus der Welt schaffen !!! Sie waren im Volk verbreitet und verankert ! ( Dagegen muten die von uns Marxisten-Leninisten nach dem Tod Stalins herausgegebenen Stalinwerke eher winzig an. Aber wir versprechen, dass dies in nicht all zu ferner Zukunft bald wieder anders sein wird. Das Interesse an den Stalinwerken wächst im gleichen Tempo wie der Kampf gegen den Weltimperialismus. Die Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus werden im globalisierten Sozialismus milliardenfach verbreitet sein, wenn der Marxismus-Leninismus die herrschende Ideologie in der Welt geworden ist! ).



Solange Stalin noch lebte, so lange die Macht also in den Händen der Marxisten-Leninisten war, griffen die Trotzkisten den Stalinismus von „links“ an ( nach dem Vorbild des Blocks der Rechten und der Trotzkisten). So hing Tito den Stalinismus zum Beispiel das Prädikat des „modernen Revisionismus“, des „bürokratischen Staatskapitalismus“, des „Imperialismus“ und des „Faschismus“ usw. an. Wir , als marxistisch-leninistische Weltbewegung, die sich gegen den XX. Parteitag der KPdSU herausgebildet hatte, griffen die modernen Revisionisten als moderne Revisionisten erst zu einer Zeit an als diese schon an die Macht gelangt waren, während die modernen Revisionisten den Stalinismus bereits zu einer Zeit als „moderne Revisionisten“ angegriffen hatten, als Stalin noch an der Macht war. Nachdem sie Stalin beseitigt hatten, nachdem der Revisionismus an der Macht war, schwenkten die Opportunisten um 180 Grad, um von rechten Positionen aus den Stalinismus als „Sektierertum“, „Links“opportunismus und als „Dogmatismus“ usw. anzuprangern. In den 60er Jahren betrachtete die Sowjetrevisionisten den Stalinismus als „Links“opportunismus und zwar als eine Strömung, die es als Hauptgefahr zu bekämpfen galt. An dieser historischen Wende wechselte also der moderne Revisionismus seine Fronten im Zweifrontenkrieg, wurde die Hauptfront zur Nebenfront und die Nebenfront zur Hauptfront gegen den Stalinismus.

Heute setzen die Berijaner die „Entstalinisierung“ Berijas wie folgt fort: Sie versuchen die Restalinisierung dadurch aufzuhalten, dass sie uns Marxisten-Leninisten als „Dogmatiker“ und „Sektierer“ abstempeln mit Hilfe ihrer konterrevolutionären Losung: „Mit Stalin den Stalinismus, die Stalinisten, bekämpfen“.

Die „Entstalinisierung“ erfolgte durch das Zusammenspiel der Zusammenbruchskräfte und der Deformierungskräfte. Die Abrissbirne - ( zu Stalins Zeiten noch hinter Verschwörungen, Intrigen und Ränkeschmieden verborgen eingesetzt) - betätigten Berija und Malenkow , die Deformierungsmaschinerie setzte Chruschtschow in Gang. Und die Berijaner heute? Sie schlagen auf uns Stalinisten ein, um damit überall ihre bürgerliche Revision des Stalinismus an den Mann zu bringen und umgekehrt deformieren sie den Stalinismus, um damit gegen uns Stalinisten zu hetzen. Der Kampf zwischen Stalinismus und Berijanertum wird sich weiter verschärfen und ausgefochten werden ! Berija konnte Stalin ermorden, aber gegen den Stalinismus sind die Berijaner machtlos.

Folglich besteht die Aufgabe der heutigen Stalinisten darin, das Zusammenwirken der Wiederaufbaukräfte und der Neuformierungskräfte des Stalinismus sicherzustellen. Alles, was sich am Stalinismus als gut und richtig erwiesen hat, muss wieder hergerichtet, vom Antistalinismus ( einschließlich vom Berijanertum) gereinigt und marxistisch-leninistisch gepflegt werden. Die Anwendung des Stalinismus auf unsere heutige Zeit, das ist durch unsere marxistisch-leninistische Neuformierung des Stalinismus zu gewährleisten. Zu den alten, noch brauchbaren Bausteinen müssen nur noch neue Bausteine hinzugefügt werden, und schon kann unser neues, noch viel stabileres stalinistische Gebäude wieder errichtet und bezogen werden.

Historisch betrachtet begann die „Entstalinisierung“ nicht (!) zuerst mit Chruschtschow, also nicht erst mit dem XX. Parteitag, insbesondere mit seiner so genannten „Geheimrede“. Nein, schon wenige Tage nach Stalins Tod war befohlen worden, die Erwähnung Stalins in Presse und Rundfunk drastisch zu reduzieren. Berija ordnete eine begrenzte Trauerzeit für 3 Tagen an. Er gestattete nicht – wie üblich – Gedenkartikel zu veröffentlichen. Es gibt keinen einzigen Gedenkartikel – von keinem Präsidiumsmitglied, von keinem! Die einzige Ausnahme, Gedenkartikel von ausländischen Parteiführern zu veröffentlichen – wurde nur Enver Hoxha und Wilhelm Pieck gestattet.

Es gab sogar einen Befehl, auf Kundgebungen nur noch die Portraits von Marx, Engels und Lenin zu tragen – also die zukünftigen „3 Köpfe“ , dieses antistalinistische Erkennungszeichen aller revisionistischen Parteien, die den Sowjetrevisionisten folgten und die heute noch existieren. Die Befehle zur Entstalinisierung kamen von dem angeblich „treuesten Gefährten“ Stalins – von BERIJA!!! Die „3 Köpfe“ sind das Markenzeichen von Berija ! Das „Tauwetter-Periode“ leitete Berija ein. Er war der führende Kopf dieser sofort in die Tat umgesetzten antistalinistischen Linie – und nicht Chruschtschow.

Aber Vorsicht: Die heutigen Berijaner verstecken sich hinter den „4 Köpfen“, um Berijas Markenzeichen zu retten! Berija hingegen hat Stalin den Kopf abgeschlagen, um ihn sich selber aufzusetzen – eben ein neu aufgepfropfter Stalinkopf zur Tarnung der 3 Köpfe – das ist die Taktik der heutigen Neo-Revisionisten, die sich in verschiedene Strömungen aufgespalten haben, aber vereint gegen den Stalinismus kämpfen. Die „Tauwetter-Periode“ in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung nach dem Tod Enver Hoxhas leiteten auch die Berijaner mit ein. Viele marxistisch-leninistischen Parteien infizierten sich mit dem neu in Umlauf gebrachten trotzkistischen Virus, um dann im Neo-Revisionismus zu landen – immer weniger Revolution, aber dafür immer mehr Reformismus ! So ist der Großteil unserer marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf rechte Abwege geraten und nur noch ein kleiner Rest aufrechter marxistisch-leninistischer Genossen ist in vielen Ländern leider nur noch übrig geblieben. Es ist aber deutlich erkennbar, dass sich die wahrhaften Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt wieder zusammenfinden und an ihrer Zusammenarbeit und Vereinigung arbeiten angesichts der großen revolutionären Aufgaben, die heute vor dem Weltproletariat stehen.

Der Reformkurs zur Restauration des Kapitalismus von Berija war es, die Restauration des Kapitalismus in einem „Handstreich“ übers Knie zu brechen. Nicht die Restauration des Kapitalismus selbst, sondern der Weg dorthin, machte den Unterschied zwischen Berija und Chruschtschow aus. Chruschtschows „Tauwetter“-Kurs war für eine längere Periode konzipiert – teilweise mit Umwegen und Zick-Zackwendungen. Den eigentlichen Anstoß, sich vom Marxismus-Leninismus abzukehren und die Lehren Stalins – samt Marxismus-Leninismus, in den Mülleimer zu werfen, lieferte Berija mit Hilfe Malenkows. Insofern war Berija Chruschtschows Wegbereiter, der Wegbereiter des modernen Revisionismus in der Sowjetunion. Berija hat sich nicht für Stalin, sondern für den modernen Revisionismus geopfert. Berija war sogar bereit, nicht nur den Stalinismus, sondern auch den ganzen Marxismus-Leninismus über Bord zu werfen, während Chruschtschow den Weg wählte, den Stalinismus mit dem „Leninismus“ zu bekämpfen.

Während Berija ungeschminkten Sozialdemokratismus, Nationalismus, Sozialimperialismus usw. auf die Fahne schrieb, hüllte sich Chruschtschow zunächst im „linken“ Gewand der marxistischen Ideologie. Und damit dieses „linke“ Gewand auch an Glaubwürdigkeit gegenüber den Massen gewinnen konnte, wurde der rechte Parteifeind Berija von „links“ „entlarvt“. Ohne diesen taktischen Schachzug nämlich der so genannten formalen „Abgrenzung vom Rechtsopportunismus“ hätte Chruschtschow den modernen Revisionismus nicht so überzeugend als „Marxismus-Leninismus“ verkaufen können, hätte er keine fundierte ideologische Plattform gehabt, von der aus der Angriff auf den Stalinismus hätte gestartet werden können – nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in der kommunistischen Weltbewegung. Wenn Bill Bland postulierte, dass Berija angeblich „Stalinist“ gewesen sei, wie reimt sich dann die Tatsache zusammen, dass Chruschtschow Berija nicht des stalinschen „Dogmatismus und Sektierertums“ angeklagt, sondern des Rechtsopportunismus beschuldigt hatte ? Wer liegt hier falsch – Bill Bland oder Chruschtschow ?

Im Grunde beruhte dies auf dem Kautskyanertum, nur, dass hier nicht Kautsky gegen Bernstein, sondern Chruschtschow gegen Berija angetreten war, um sich als Marxist zu verkaufen und den rechten Opportunismus zu verhüllen mit „linken“ Phrasen. Der Zweifrontenkrieg von Chruschtschow, also der „Zweifrontenkrieg“ des modernen Revisionismus in der Sowjetunion wurde nach Stalins Tod wie folgt „marxistisch-leninistisch“ maskiert:

  1. a) Berija: – rechts, Reformismus, Sozialdemokratismus (=“Revisionismus“); b) Stalinismus: – personenkultig, dogmatisch, sektiererisch, „links“opportunistisch; c) Chruschtschowkurs „marxistisch-leninistisch“.

  2. Dieses revisionistische Überstülpen des alten bolschewistischen Zweifrontenkampfes spielte für die Entwicklung des modernen Revisionismus als ideologischer Kompass bei der „Entstalinisierung“ eine Schlüsselrolle, weswegen wir uns dieses Schema nicht nur fest einprägen müssen, sondern davon auch die Position der Revisionisten vor dem Tod Stalins abzuleiten und nachzuweisen haben ! Wir gehen also davon aus, dass die Revisionisten dieses Schema bereits zu Stalins Lebzeiten kannten und anwandten – nur eben in verhüllter, verkappter Form. Dieses Schema dient übrigens heute noch den Revisionisten und - wen wundert`s ? – den Berijanern im Kampf gegen uns Stalinisten: a) moderne Revisionisten (Chruschtschow, Mao, Tito usw.); b) Dogmatiker, Sektierer, „Links“opportunisten ( also wir): c) Berija, Malenkow (Marxisten-Leninisten). Wir dürfen also nicht vergessen, dass sowohl die Chruschtschowianer als auch die Berijaner die „Entstalinisierung“ unter dem Banner des Kampfes gegen den Dogmatismus und das Sektierertums durchgezogen, nur das die einen Stalin offen verurteilten, während die anderen ihn zur Tarnung aufrecht erhalten.



Gab es einen Zweifrontenkrieg gegen die „Entstalinisierung“ ?

Wir sind sehr wohl dieser Meinung, denn es handelt sich dabei um einen Klassenkampf gegen die Liquidierung des Stalinismus, der unvermeidlich sowohl gegen rechts als auch gegen „links“ geführt werden musste. Wo aber steckt die zweite Front gegen die „Entstalinisierung“? Kann diese zweite Front die Front gegen die „Stalinisierung“ gewesen sein? Ja, das klingt paradox, aber ist dialektisch vollkommen folgerichtig.

Ziehen wir das Beispiel der Bolschewisierung zum Vergleich heran. Erinnern wir uns an den VII. Weltkongress der Komintern, wo Dimitroff seine revisionistischen Kurs der Einheitsfronttaktik ausgerechnet als einen Ausdruck der „Bolschewisierung“ gepriesen hatte. Dabei stand der Bolschewisierungskurs der Einheitsfronttaktik der Komintern durch die Beschlüsse der vorangegangenen Weltkongresse bereits längst fest. Eine Kursänderung, die mit dem Ettikettenschwindel der „Bolschewisierung“ herbeigeführt wurde, konnte also gar nichts anderes sein, als eine Abkehr von der alten bolschewistischen Komintern Lenins und Stalins. Hier wurde der Begriff der „Bolschewisierung“ dazu missbraucht, die Bolschewisierung, wie sie vorher von Lenin und Stalin in die Komintern hineingetragen und verankert wurde, zu neutralisieren, sie aufzuheben, sie in Wirklichkeit zu ersetzen durch den Revisionismus. Man durfte so etwas damals aber nicht offen sagen, sondern musste das in einer Phrase verpacken, musste dem neuen Kominternkurs einen neuen Namen geben und nannte ihn „Bolschewisierung“, um diese revisionistische Kehrtwende der Komintern als etwas auszugeben, was in Etwa wie eine „Weiterentwicklung des Bolschewismus“ aussehen sollte. „Bolschewisierung“ der Bolschewisierung ist also nicht doppelt gemoppelt zu verstehen, sondern als eine Form der Aufhebung der Bolschewisierung. Was Dimitroff also tatsächlich damit erreichen wollte, war die „Entbolschewisierung“ der Komintern.

Das kann in unserem Falle mit der „Entstalinisierung“ natürlich nicht anders sein. Was heißt denn, den Stalinismus „stalinisieren“ zu wollen ? Minus multizipliert mit Minus ergibt PLUS. Stalinismus mal Stalinismus = Aufhebung des Stalinismus. Ideologisch ergibt sich aus dieser Rechnung ein mit sich selbst multiplizierter Stalinismus, bei dem das Gegenteil herauskommt - nämlich Revisionismus. Genauso wenig, wie man den Stalinismus „entstalinisieren“ kann, kann man ihn auch nicht „stalinisieren“. Was man aber kann und auch tun muss, das ist die Weiterentwicklung des Stalinismus (ausschließlich) auf den Grundlagen des Stalinismus. Weiter entwickeln heißt, ihn auf ein solches Niveau zu heben, damit er unter den gegebenen globalen Verhältnissen wieder anwendbar wird und seinen Zweck erfüllen kann. Wir machen also nichts verkehrt, wenn wir die Globalisierung des Stalinismus anstreben. Nicht „stalinisieren“, sondern den Stalinismus globalisieren - das, und nur das, hilft uns weiter bei der Losung: Von Stalin lernen, heißt siegen lernen!“ Diese Losung hilft überhaupt nicht weiter, wenn man alte Lehrsätze des Stalinismus auswendig lernt. Als Stalinist muss man seinen eigenen Kopf benutzen – abders lässt er sich für uns Stalinisten nicht richtig anwenden.

Was hatte sich am Zweifrontenkampf nach Stalins Tod geändert ?

Nehmen wir an, dass der „Entstalinisierungskurs“ der Revisionisten nach Stalins Tod einseitig vorgenommen worden wäre – also ohne zur Hilfenahme einer zweiten Front - , dann wäre das äußerst riskant gewesen, weil der Stalinismus zwar geschlagen, aber noch längst nicht beseitigt war. Die Stalinisten leisteten Widerstand. Solange man also noch mit dem Auftrumpfen und dem Zurückschlagen des Stalinismus rechnen musste, war es für die Revisionisten unvermeidlich, noch eine Weile das Pappschild des „Stalinismus“ als counterpart bereit zu halten. Dieses Pappschild bekam die so genannte „parteifeindliche Gruppe“ Molotow, Kaganowitsch usw. in die Hand gedrückt, um die Stalinisten in dieser „parteifeindlichen Gruppe“ in der Funktion eines Auffangbeckens zu kontrollieren. Dieser bolschewistische Leichnam bildete also die zweite Front der so genannten „Stalinisten“. Als die Chruschtschowianer an zu schwächeln anfingen, da setzten diese bolschewistischen Leichnahme nicht etwa zum Umsturz an, um den Stalinismus zu retten, sondern im Grunde eilten sie den Chruschtschowianern zu Hilfe, um den Revisionismus zu retten. So ergänzte sich die erste Front der „Entstalinisierung“ mit der zweiten Front der „Stalinisierung“ zu einer gemeinsamen Front des modernen Revisionismus, arbeitete die zweite Front der ersten Front in die Hände. Wir sind sicher, dass die Stalinisten dieses Zusammenspiel durchschaut haben mussten und dass sie in irgendeiner Form gegen beide anti-stalinistischen Fronten einen stalinistischen Zweifrontenkrieg geführt haben. Es ist deswegen für uns heute außerordentlich wichtig zu erfahren, wer diesen Zweifrontenkrieg gegen die „Entstalinisierer“ und „Stalinisierer“ geführt hat und wie er konkret geführt worden war. Das sind diejenigen Dokumente, für die wir Stalinisten uns interessieren. Aber sie uns vor zu enthalten, hierüber sind sich die Anti-Stalinisten im Westen und im Osten aus uns bekannten Gründen natürlich völlig einig. Sie haben kein Interesse an der Wahrheit über die wahren Stalinisten, die nach dem Tod Stalins gegen den modernen Revisionismus gekämpft haben.



Die Restauration des Kapitalismus beginnt mit der Restauration der Partei.

Die „Entstalinisierung“ begann nicht erst nach Stalins Tod, sondern wurde bereits zu seinen Lebzeiten vorbereitet und betrieben, ja das ging schon los, bevor Stalin überhaupt Generalsekretär der Partei wurde, also schon zu Lebzeiten Lenins.

Der Entartungsprozess der Partei, ihre Restaurationsversuche in eine bürgerliche Partei, müssen wir uns in der letzten Phase des Stalinismus etwas genauer ansehen. Die KPdSU war bis zum Tod Stalins noch nicht entartet, aber sie befand sich bereits auf dem Wege dort hin. Es erlaubten sich zu viele Führer, sich ungestraft aufzuspielen und der stalinschen Partei auf der Nase herumzutanzen. Man braucht sich nur den Bericht Chruschtschows über „Abänderungen und Ergänzungen des Statuts“ auf dem XIX. Parteitag anzusehen, um darüber verblüfft zu sein, dass er sich zu 80% des gesamten Berichts mit Entartungsdelikten von Parteimitgliedern beschäftigen musste, die in jeder anderen bolschewistischen Partei der Welt ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wären. Wir wollen hierzu nur kurz zwei Beispiele heraus greifen: In der ruhmreichen Partei Lenins und Stalins wird im Paragraf 1 des Statuts von Chruschtschow eingeführt, dass nur jemand Mitglied der Partei werden kann, „der nicht fremde Arbeit ausbeutet“ .Sowas stand noch nicht mal 40 Jahre vorher in der Auseinandersetzung mit Martow über den Paragraf 1 zur Debatte. Hat es jemals eine Kommunistische Partei auf der Welt gegeben, die etwa Ausbeuter in ihre Partei aufgenommen hatte ? Aber so abwegig ist das eigentlich aus historischer Sicht gar nicht, denn schon zur Zeit Stalins hätte die Hälfte der Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen werden müssen, weil sie bereits mit Methoden der Ausbeutung und Unterdrückung vertraut war, deren massenweise Verbreitung von Chruschtschow in seinem Bericht selber zugeben werden musste. Und tatsächlich existierte bereits zu Stalins Zeiten eine parasitäre Schicht in der sowjetischen Gesellschaft, die man mit Fug und Recht „Ausbeuter“ nennen konnte. Nach Stalins Tod verwandelte sich dann das ganze System der Sowjetunion in ein kapitalistisches System der Ausbeutung von fremder Arbeit, war es die Partei selbst, die den Kapitalismus vollständig restauriert hatte und sich ja auch tatsächlich selber an den Beschluss des XIX. Parteitags diszipliniert hielt, nämlich sich selbst aufzulösen. Ein weiteres „Ding der Unmöglichkeit – und ebenso bezeichnend für die entartende Partei - war die Rolle, die man dem Marxismus-Leninismus beimaß. Hier taucht der Marxismus-Leninismus doch tatsächlich erst zum Schluss „Über die Präzisierung der Aufgaben der örtlichen Parteiorganisationen“ [sic !!] auf, nämlich dass die ideologische Arbeit unterschätzt und seine Propagierung immer noch unbefriedigend organisiert sei. Das sei aber nur bei den örtlichen Parteiorganisationen der Fall, also ab örtlicher Parteiorganisationen aufwärts - bis zur Spitze der Partei-Hierarchie anscheinend wohl nicht – muss man das noch kommentieren ?

Die höchste Stufe des Kampfes gegen bedrohlich angewachsene Entartungserscheinungen war erreicht. Die alles entscheidende Frage in diesem Moment stand bereits auf der Tagesordnung unter Punkt 1 : Leben oder Tod der Partei ? Sieg oder Niederlage Stalins. Bis zum Schluss weigerte sich Stalin zu kapitulieren, blieb er der Partei der Bolschewiki treu, sprengte er alle Ketten der Revisionisten, an die sie ihn zu fesseln versuchten, versuchte er die größte Säuberung in der Geschichte der Partei durchzuführen gegen den Widerwillen der entartetenden Elemente in der Parteiführung.

Und in der Tat war die Existenz der Partei von Liquidatoren massiv bedroht, stellten die Stalinisten in der Periode des Spätstalinismus zwar noch die dominierende, die herrschende Fraktion in der KPdSU, aber eben nur noch eine Fraktion unter anderen, eine Fraktion, der es immer schwerer gemacht worden war, sich zu behaupten und durchzusetzen. Die KPdSU bestand kurz vor Stalins Tod aus verschiedenen Gruppierungen, deren Machtkämpfe Stalin noch gerade so unter Kontrolle zu halten vermochte. Im Grunde genommen hatte Stalin in seinem hohen Alter eine titanische Anstrengung zur Reinhaltung und Einheit der Partei aufbringen müssen. Das war unserer Meinung nach sein allergrößtes Verdienst in seinem ganzen Leben. Ohne Stalin wäre die Partei schon lange den Bach runtergelaufen. Es gab „Einheit“, aber es war eine trügerische Einheit, eine nach außen von Stalin zusammengekittete Einheit, unter deren Oberfläche der Zersetzungskampf unter den Gruppierungen brodelte. Für Stalin war die Einheit der Partei stets für die Arbeiterklasse da und nicht für die Partei als Selbstzweck. Und er wusste genau: Hört die Einheit der Partei auf, der Arbeiterklasse zu dienen, ist sie für die Arbeiterklasse keinen Cent mehr wert, verwandelt sich die Einheit der proletarischen Partei in eine Einheit ihrer Entartung, reißen die revisionistischen Führer die Einheit an sich, um sie gegen die Arbeiterklasse zu richten.

Was ist die Einheit in einer marxistisch-leninistischen Partei wert, wenn sie nicht der Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung dient ? Was nützt die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, wenn sie nicht der Einheit der Kommunistischen Internationale dient ? Was nützt die Einheit der Kommunistischen Weltpartei, wenn sie nicht dem Weltproletariat, nicht der Einheit seiner Klasse dient ? Rein gar nichts !!

Die Revisionisten benutzten die Einheit, solange sie sich noch nicht stark genug glaubten, auf sie verzichten zu können, während Stalin die Einheit brauchte, um die Revisionisten damit zu zügeln, sie unter seine Fittiche zu nehmen und sie damit zu kontrollieren. So wurde die Einheit der Partei auf die härteste Probe ihrer Geschichte gestellt. Jede Gruppierung wollte das Machtinstrument der Einheit in den Dienst eigener Interessen stellen. Die Gruppierungen wollten sie nicht „zerschlagen“, sondern „nur“ in Besitz nehmen, um sie als mächtige Tarnkappe für den Putsch zu verwenden. Wenn es so etwas geben würde wie eine „Einheit“, die eine Partei – statt sie zu stärken - unter ihrer Last begräbt, dann wären wir geneigt, dies für den letzten Augenblick in der Geschichte der KPdSU (B) Lenins und Stalins nicht auszuschließen. Es war so als wenn Stalin diese Last auch noch mit seinen letzten Atemzügen auf seinen eigenen Schultern trug:

Vergessen Sie nicht, dass jede Unstimmigkeit oben sich im Lande als ein Minus gegen uns auswirkt. Vom Ausland rede ich gar nicht erst“ (Das sagte Stalin - an die Opposition gerichtet - zum Schluss seiner Rede auf dem XIV. Parteitag 1925, Stalin Werke, Band 7, Seite 340).

Was Stalin zum Schluss nicht mehr vermochte, das war, diese parteifeindlichen Fraktionen, dieses Treiben der Cliquenwirtschaft in der Partei zu zerschlagen und die alte bolschewistische Einheit auf den Trümmern des Fraktionismus wieder herzustellen. Daran hinderte ihn einzig und allein sein gewaltsamer Tod. Je stärker die Position Stalins wurde, desto mehr verstärkte sich der Druck der parteifeindlichen Cliquen, desto mehr spitzte sich die Frage um die Macht in der Partei zu. Das zeigte sich insbesondere auf dem XIX. Parteitag, der nach außen Geschlossenheit demonstrierte, aber bereits im Innern angefressen war. Die Partei war drauf und dran, entweder revisionistisch zu entarten oder sich des gefährlich angehäuften revisionistischen Rosts zu entledigen und die Partei von ihrem revisionistischen Befall zu befreien.

Genossen, hier entpuppt sich die ganze Physiognomie der trotzkistischen Prinzipienlosigkeit ihrer Grundauffassungen vom Fraktionismus. Der Trotzkismus lehnt den „Alleinvertretungsanspruch“ des Stalinismus ab, nicht aber eine „stalinistische“ Fraktion, wenn sie sich im Rahmen der trotzkistischer Spielregeln bewegt – den Spielregeln eines ideologischen Pluralismus in der Partei, den Spielregeln der Gruppierungen in der Partei. Die Trotzkisten vertraten also eine prinzipienlose Einheit im Gegensatz zur bolschewistischen Einheit, die sich ausschließlich auf die Grundlagen des Marxismus-Leninismus stützt und damit eine prinzipienfeste Einheit ist. Die Verschwörer Stalins von 1953 aber hatten sich von der prinzipienfesten Einheit der bolschewistischen Partei endgültig losgesagt, um sie zu zerstören. Für sie war der Stalinismus nur eine leere Hülle, hinter der sie ihre konterrevolutionäre Tätigkeit vorantrieben. Ihrer ganzen Natur nach ist die lenin-stalinsche Partei durch ihre monolithische Einheit geprägt , die die Existenz von Gruppen und Fraktionen in ihren Reihen ausschließt. So wie Trotzki widersetzten sich auch die Verschwörer Stalins dieser monolithischen Einheit der Partei. Sie waren Fraktionisten und liquidierten die Partei, indem sie sie in eine bürgerliche Partei verwandelten, aber sich ihrer alten Hülle bedienten, um ihr Verbrechen zu verbergen. Sie waren deswegen schlimmer als Liquidatoren, weil sie ihre liquidatorischen Absichten nicht offen darlegten, sondern die Partei und die Sowjetmenschen hinterrücks betrogen, um ihre Entlarvung möglichst unmöglich zu machen.

Trotzki gab sich als Anhänger Lenins aus, so als gäbe es nur Meinungsverschiedenheiten mit Stalin. Die Berijaner geben Berija als Stalinisten aus, so als gäbe es nur Meinungsverschiedenheiten mit Chruschtschow. Die gleiche trotzkistische Methode, um das konterrevolutionäres Gesicht zu verbergen.

Nehmen wir Lenins Charakterisierung Trotzkis im Dezember 1911, um sie mit Berija zu vergleichen:

Mit Trotzki kann man nicht prinzipiell diskutieren, denn er hat keinerlei feste Anschauungen. Mit überzeugten Liquidatoren und Otsowisten kann und soll man diskutieren, aber mit einem Menschen, der sein Spiel damit treibt, die Fehler sowohl der einen wie der anderen zu bemänteln, diskutiert man nicht, ihn entlarvt man ... als einen Diplomaten allerniedrigster Sorte“ (Lenin, Werke, Band 17, Seite 351). Eben ein Geheimdiplomat allerniedrigster Sorte – das war Berija.

Trotzki war für die Durchrüttelung der Leninschen Kader. Er forderte die Methode des Zwangs, da wo der Methode der Überzeugung (Gewerkschaftsfrage) der Vorrang einzuräumen war. Die trotzkistischen Verschwörer von 1953 begannen die Durchrüttelung (Liquidierung) der Stalinschen Kader von oben und setzten sie dann fort von unten.

Die Prager Parteikonferenz der SDAPR im Januar 1912, an der auch Stalin teilnahm, hatte gelehrt, dass es zwischen Bolschewiki und Menschewiki in einer Partei niemals mehr eine Einheit geben kann. Jedoch: Die Menschewisten bauten sich im Spätstalinismus innerhalb der Partei eine Position nach der anderen auf, stärkten sie ihren Fraktionismus im Kampf gegen die Stalinisten bis sie schließlich in der Lage waren, die Partei durch einen Putsch zu übernehmen. Sie brauchten sie nicht mehr zu zerschlagen, sondern sie fiel ihnen geradezu in den Schoß mit dem Auslöschen Stalins. Nun brauchten sie die verbliebenen Stalinisten nur noch umdrehen oder hinaussäubern, denn die dazu benötigte zentrale Macht hielten sie bereits in Händen.

So war es auch kein Wunder, dass der XIX. Parteitag beschloss, die Bezeichnung „Avantgarde des Proletariats“ an den Nagel zu hängen und sich von nun ab den elitären wie sektiererischen Titel:Kampfbund gleichgesinnter Kommunisten“ zu verleihen. Die KPdSU wurde auf das Niveau einer Liga ( englisch: Communist League) herabgedrückt, deren Sinn und Zweck mit einer bolschewistischen Partei nichts mehr zu tun hat und an die alten Zeiten des Kampfes gegen den Gründungsopportunismus, gegen die Liga-Konzeption der Anti-Leninisten erinnern. Was sich hinter dem Adjektiv „gleichgesinnt“ verbarg, erkennt man schnell, wenn man Chruschtschows Bericht auf dem XIX. Parteitag der KPdSU (B) studiert:

Darin begründete Chruschtschow die Umbenennung vonKPdSU (B)“ in nur noch KPdSU“ [also das verbrecherische Weglassen des (B) = Bolschewiki]

erstens damit, dass sie eine Staatspartei geworden sei, die über Bolschewiki und Menschewiki stehe. Das war durchaus kein formaler Akt, sondern von politisch-ideologischer Tragweite. Damit meinte er nämlich, dass der Klassenkampf der Bolschewiki gegen die Menschewiki nun für immer begraben sein müsse und dass der Bolschewismus und der Menschewismus in der UdSSR aus „Staatsräson“ nicht mehr existieren würden: „Es kann nicht sein, was nicht sein soll“. Das war die staatlich verordnete Entwaffnung des bolschewistischen Charakters der Partei, die tatsächlich vorher schon in Gange und weit fortgeschritten war. Das war die statutgemäß verordnete Bewaffnung des Menschewismus in der Partei. Fakt ist, dass der Kampf gegen den Menschewismus, also der Kampf gegen die Vertreter des Kapitalismus in der Partei, einzustellen sei, da sie sowieso die Mehrheit in der Partei erobert hätten.

Zweitens: mit dem XIX. Parteitag war man „Kommunist“, egal ob man sich als Mitglied dem Bolschewismus oder dem Menschewismus verpflichtet fühle. Damit wurden die historischen Beschlüsse der Prager Parteikonferenz von 1912 , auf dem sich die Bolschewisten als selbständige Partei formiert hatten, stillschweigend aufgehoben. Der Menschewismus war nicht nur salonfähig geworden, sondern stark genug, um sich „über die Partei“ zu stellen und großzügig auf seine Eigenheit und Abgrenzung vom Bolschewismus namentlich verzichten zu können. Die KPdSU (B) sollte nicht nur nach Chruschtschows, sondern nach der Auffassung aller Verschwörer gegen Stalin mit dem XIX. Parteitag für immer aufhören, eine bolschewistische Partei, eine Klassenkampfpartei zu sein. Der Abgesang an den Stalinismus ertönte lautstark als „Lobeshymne“ auf Stalin. Der stürmische Beifall galt nicht mehr ihm, dem Gott“, sondern war vielmehr zum Ausdruck der Genugtuung darüber geworden, sich von Stalin, vom Stalinismus, befreit“ zu haben. Und diese Provokation konnte Stalin nicht länger mit Stillschweigen begegnen, mit der er bislang diszipliniert die Einheit gewahrt hatte . Mit dem XIX. Parteitag zog er alle ihm zur Verfügung stehenden Register, um sich der Liquidierung der Partei entgegenzustemmen, so dass der ganze verschwörische Haufen auseinander stob und wie ein Kartenhaus zusammenfiel. Stalin hatte nach dem XIX. Parteitag seine Position wieder stärken können.

Hätten die Bolschewiki, hätte Stalin, die Verräter am Kommunismus, die menschewistischen Paktierer, aus der Partei vertrieben, so hätte die Liquidierung der bolschewistische Partei, ihre Verwandlung in eine revisionistische Partei im Jahre 1953 überhaupt nicht stattgefunden, hätten die Massen die Diktatur des Proletariats behauptet und den Kommunismus in der UdSSR weiter aufgebaut, wäre der Weltimperialismus in eine aussichtslose Lage geraten.

Was wäre nach Stalins Tod zu tun gewesen ? Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass Stalin nach dem XIX. Parteitag das Plenum des ZK darauf vorbereitet hatte, so dass diese Frage gar nicht erst gestellt zu werden bräuchte. Stalin hatte allen klar gemacht, was zu tun sein würde. Nun, wir wissen nicht, was Stalin der Parteiführung damals eingebläut hatte.

Darüber können wir höchstens Vermutungen anstellen. Allerdings kommt man mit Spekulationen wie „hätte, würde, könnte, sollte“ usw, usf. nicht weit.

Was „hätten“ wir an Stalins Stelle getan ?

In den Jahren nach 1953 reorganisieren sich die stalinistischen Kräfte selbständig, um die Niederlage durch die modernen Revisionisten in einen revolutionären Sieg zu verwandeln. In einer Partei, die von den Revisionisten erobert wurde, versuchen die stalinistischen Kräfte Einfluss zu nehmen. Die Stalinisten setzen die Generallinie Stalins fort und bilden eine geschlossene Widerstandsfront gegen die „Entstalinisierungs“-Kampagne der Revisionisten. Wo „entstalinisiert“ wird, muss Widerstand geleistet werden. Notfalls als illegale Organisation rufen die Stalinisten die Massen zur revolutionären Erhebung auf, bereiten sie die Reorganisierung der sozialistischen Revolution zur Rückeroberung der Diktatur des Proletariats vor. Wenn es nicht mehr möglich ist, die revisionistisch entartete Partei zurückzuerobern, dann verpflichten sich die Stalinisten, eine neue stalinistische Partei aufzubauen und notfalls in die Illegalität zu gehen. Auf jeden Fall führen die Stalinisten den Klassenkampf gegen den modernen Revisionismus im eigenen Land. Sie suchen Kontakt zur marxistisch-leninistischen Weltbewegung im Ausland und arbeiten mit dem Albanien Enver Hoxhas zusammen. So wie die Bolschewiki in der Oktoberrevolution gesiegt hatten, zerschlagen sie vollständig in einer zweiten Oktoberrevolution die politische Macht der modernen Revisionisten und stellen die Macht des Stalinismus ohne Stalin wieder her.

Der Putsch der Verschwörer hätte vermieden werden können, wenn sich die Partei geschlossen hinter Stalin gestellt und ihn bei der Säuberung der Verschwörer besser unterstützt hätte, wenn sie ihren alten bolschewistischen Parteigeist nicht eingebüßt hätte. Der moderne Revisionismus ist deswegen so gefährlich, weil er sein liquidatorisches Wesen vertuscht und nicht offen gegen den Stalinismus antritt, sondern ihn von hinten überrumpelt.

So verbarg sich der Chruschtschow-Revisionismus hinter seiner „marxistisch-leninistischen Kritik“ am jugoslawischen Revisionismus, genauso wie sich der chinesische Revisionismus mit seiner „marxistisch-leninistischen Kritik“ am sowjetischen Revisionismus im Verborgenen hielt, und so versteckt sich auch das Berijanertum hinter seiner „marxistisch-leninistischen Kritik“ an uns Marxisten-Leninisten, um die marxistisch-leninistische Weltbewegung im Auftrag des Weltimperialismus zu spalten und zu liquidieren und durch eine sozialdemokratisch-revisionistische Weltbewegung mit „anti-revisionistischem Antlitz“ zu ersetzen.

Der chruschtschowsche moderne Revisionismus war besonders gefährlich, weil er genau das verkörperte, was er vorgab zu „demaskieren“ und zu „bekämpfen“: – die Maske des Revisionismus, die sich hinter der Kritik am Sektierertum, am Dogmatismus, am „linken“ Opportunismus verbarg, um den Marxismus-Leninismus zu diskreditieren. So heißt es in der revisionistischen „Geschichte der Philosophie“:

Das Wiederaufleben und die Ausbreitung des Revisionismus in der zweiten Hälfte der 50er Jahre war mit Versuchen der internationalen Bourgeoisie verbunden, die Kritik am Personenkult Stalins und die Überwindung seiner Folgen dafür auszunutzen, die kommunistische Bewegung zu diskreditieren und zu unterminieren“ („Geschichte der Philosophie“, Band VI, Berlin 1967, Seite 330).

Es war genau umgekehrt: Die „Kritik am Personenkult“ erfolgte in Zusammenarbeit von Imperialisten und Revisionisten und die „Überwindung seiner Folgen“ diente den gemeinsamen imperialistischen und revisionistischen Interessen dazu, der Restauration des Sozialismus, der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, der Rückkehr zum Stalinismus, den Riegel des modernen Revisionismus vorzuschieben.

Personenkult“ und „Entstalinisierung“ - Vergötterung und Verteufelung Stalins – das sind zwei Seiten einer Medaille. Ihr Zweck heiligt die Mittel : „Erhebung“ zur bürgerlichen Staatsdoktrin und deren Demontage bis hin zur opportunistischen und schließlich völligen Abkehr vom Marxismus-Leninismus.







II. Kapitel





Man kann über Stefan Heym denken, was man will, aber am 21. Dezember 1953 hat er die Wahrheit über den angeblichen „Personenkult“ Stalins gesagt – und er hat durchaus den „Nagel auf den Kopf“ getroffen:

Und dann waren da die Lobhudler, die sich gar nicht genug tun konnten mit schönen Adjektiven. Als ob er das nötig gehabt hätte ! Der Mann war von solchem Format als Mensch, als Parteiführer, als Wissenschaftler, Historiker, General und Staatsmann – dass weder der Dreck, noch die künstlichen Lorbeerblätter, die man ihm in den Weg warf, auch nur an seine Schuhsohlen reichten.“

Den wenigsten Genossen dürfte bekannt sein, dass Berija einen eigenen Personenkult um sich aufgebaut hatte, vor allem in Georgien. Wir kommen darauf noch bei der Behandlung der „Mingrelischen Verschwörung“ zu sprechen. Berija, der „treue Kampfgefährte“ Stalins, war der größte Speichellecker, Heuchler und Liebediener innerhalb der Sowjetunion, der „untertänigste Diener“ Stalins, die perverseste Figur des „Personenkults“ um Stalin, einer der sich am geschicktesten des Personenkults bediente und am brutalsten den Anti-Stalinismus in die Tat umsetzte. Er war derjenige, der am meisten darin investierte und am meisten davon profitierte und schließlich selber Opfer seiner „Entstalinisierung“ wurde. Der Personenkult war Berijas gefährlichste Waffe, um die „Entstalinisierung“ durchzusetzen, die er nach dem Mord an Stalin sofort offen und direkt einleitete. Personenkult – das war das Mörderbeil, das Berija mit schmiedete, um damit Stalin, uns Stalinisten abzuschlachten, um damit den Stalinismus zu zerschlagen! Berija tat alles, um sich Stalin privat anzueignen, um sich den Stalinismus privat anzueignen - zwecks weltkapitalistischer Verwertung – das war die Privatisierung der stalinistischen Gesellschaftsordnung zum Zwecke ihrer Ausbeutung und Unterdrückung. Der Personenkult war die perfideste Methode der „Entstalinisierung“.Entstalinisierung“ bedeutet die Beseitigung des Marxismus-Leninismus unter dem Deckmantel der Beseitigung des so genannten „Personenkults“.

Der Kult (lateinisch: Götterverehrung) ist so alt wie die Menschheit selbst. Er wurde schon betrieben, bevor sie sich in Klassen teilte. Der Personenkult (übersetzt: die Verehrung von einer Person wie ein Gott) ist also älter als die sozialistische Gesellschaft, in der er um Stalin betrieben wurde. Er ist sogar älter als die Klassengesellschaft. Mit Personenkult haben beispielsweise die rückschrittlichen Elemente der Jahrtausende alten Gesellschaft immer wieder versucht, fortschrittliche Menschen, besonders ihre Führer, in ein derart grelles Licht zu stellen, dass die Gesellschaft sie bei normalem Licht betrachtet nicht mehr als ihre fortschrittliche Menschen, als ihre fortschrittliche Führer zu erkennen vermochten, ja nicht einmal mehr sich selbst als fortschrittliche Gesellschaft erkannten. Wer die Massen blendet, kann sie damit blind machen, ihr Leben verdunkeln, die Massen damit entwaffnen, ihre Überzeugungen im grellen Lichterstrahl brechen, ja zerbrechen. Die Waffen der Blendung und Verblendung können sehr wohl in tödliche Waffen des Klassenkampfes verwandelt werden. Es sind die gleichen Waffen der Schönfärberei und der rosaroten Brille, nur viel schärfer geschliffen – so wie im Verlauf des sich zuspitzenden Klassenkampfes in der Sowjetunion und schließlich in der ganzen Welt. Was mit Schönfärberei und der rosaroten Brille um die Person Stalins begann, reichte bald nicht mehr aus, steigerte sich zur Anstiftung eines maßlosen, verbrecherischen Personenkults, der über den ganzen Erdball verbreitet wurde und endete mit der so genannten „Kritik am Personenkult“ als Todesurteil nicht nur über den Stalinismus im Besonderen, sondern überhaupt gegen den Kommunismus.

Was hier vom Personenkult im Besonderen gesagt wird das gilt natürlich ganz allgemein für den Kult, der zum Beispiel um Völker, Massen und Klassen betrieben wird ... wie zum Beispiel der „Proletkult“ bezogen auf die Arbeiterklasse. Kult ist Kult. Den kann man schließlich mit allem und jedem betreiben, selbst einen Kult um die Befreiung von Unrecht und Sklaverei, selbst einen Kult um die Befreiung von Krieg und Faschismus, selbst einen Kult um den Klassenkampf als solchen.

So ist der Klassenkampf weder ein verteufeltes „Gespenst“, noch ein „Kult, dem sich die Kommunisten opfern“, sondern der reale revolutionäre Prozess von Umwälzungen aller Formationen der Klassengesellschaft. In der Gesellschaftsformation des Kommunismus ist der Personenkult wie jeder andere Kult für immer nur noch als Kapitel im Geschichtsunterricht nachzulesen. Was Kommunismus und Kult verbindet, sind nur der erste Buchstabe beider Begriffe. Sie kann man genauso wenig mit Gleichheitszeichen versehen wie die Begriffe Proletkult und proletarische Kultur. Beides schließt einander aus.

Man braucht nur die Form über den Inhalt stellen, um damit den alten Inhalt unbemerkt durch einen neuen zu ersetzen, der sich dann der alten Hülle um so demonstrativer entledigt, um seine neue Form anzunehmen – so wurde der Personenkult um Stalin abgelöst durch den Personenkult um Chruschtschow, nachdem sich der Personenkult um Berija oder Malenkow nicht durchsetzen ließ. Personenkult trennt und entfremdet die Erscheinung des kommunistischen Weltführers von seinem menschlichen Wesen, schreibt ihm göttliche Attribute zu, die zu verehren der Marxismus bekanntlich ablehnt. So verschaffen sich dann diejenigen, die den Personenkult kultiviert haben, ein Alibi, gegen den revolutionären Führer aufzutreten und ihn durch eine Attrappe auszutauschen. Dies geschieht zur Täuschung der sozialistischen Gesellschaft, um sie unmerklich auf den Weg zurück in eine kapitalistische Gesellschaft zu führen – sie im Glauben lassend, sich weiter auf dem „sozialistischen Weg“ zu befinden – also sie so zu sagen „auf den Holzweg“ zu führen.

Die Erfahrungen lehren uns also zur Genüge, gegen die übertriebene Hervorhebung von Personen, insbesondere der eigenen Person, sehr auf der Hut zu sein. Der Marxismus-Leninismus drückt also kein Auge zu, wenn der Personenkult „im Rahmen“ bleibt, sondern lehnt den Personenkult absolut und strikt ab. Der Marxismus-Leninismus bekämpft den Personenkult, da er der Sache des Proletariats schadet.

Schon Marx und Engels traten gegen die Hervorhebung ihrer eigenen Personen auf. So schreibt Engels am 28. November 1891 in einem Brief an den Sängerverein des Kommunistischen Arbeiterbildungsvereins, Tottenham Street:

Sowohl Marx wie ich sind von jeher gegen alle öffentliche Demonstrationen gewesen, die sich an einzelne Personen knüpfen, es sei denn, im Fall ein großer Zweck dadurch erreicht werden kann; und am allermeisten gegen solche Demonstrationen, die sich zu unseren Lebzeiten um unsre eigenen Personen drehen würden“ (MEW, Band 22, Seite 264).

Wir (...) Kommunisten (...) haben selbst eine fast verbrecherische Abneigung dagegen, populäre Charaktere zu werden“ ( (Engels an Jenny Marx in London, 22. 12. 1859; MEW, Band 29, Seite 636).

Marx und Engels traten vehement gegen den Personenkult Lassalles auf, gegen den „Lassallekultus.“ Marx und Engels hatten diesen Kampf initiiert mit dem Ergebnis, dass sich deutsche revolutionäre Sozialdemokratie, die deutsche Arbeiterklasse vom Lassallianertum abgrenzte. Marx und Engels gabenkeinen Pfifferling für Popularität. Beweis z.B., im Widerwillen gegen allen Personenkultus, habe ich während der Zeit der Internationalen die zahlreichen Anerkennungsmanöver, womit ich von verschiednen Ländern aus molestiert ward, nie in den Bereich der Publizität dringen lassen und habe auch nie darauf geantwortet, außer hie und da durch Rüffel. Der erste Eintritt von Engels und mir in die geheime Kommunistengesellschaft geschah nur unter der Bedingung, dass alles aus den Statuten entfernt würde, was dem Autoritätsaberglauben förderlich (Lassalle wirkte später gerade in der entgegengesetzten Richtung)“ (MEW, Band 34, Seite 308, 10. 11. 1877, Brief von Marx an Wilhelm Blos in Hamburg).

Wir wollen an dieser Stelle nicht verschweigen, dass Engels 1881 nach dem Tod seines Freundes und Kampfgefährten Karl Marx an Eduard Bernstein schrieb ... zudem ist Marx uns allen durch sein Genie, seine fast übertriebene wissenschaftliche Gewissenhaftigkeit und seine fabelhafte Gelehrsamkeit so weit überlegen, dass, wenn sich einer aufs Kritisieren dieser Entdeckungen versteigen wollte, er sich zunächst nur die Finger verbrennen kann“ (Dietz Verlag Berlin 1925, Seite 31).

Aber Engels hat Marx hier nicht als Götzen hingestellt, den es anzuhimmeln gelte, sondern Engels hat nur Marx` herausragende Charaktereigenschaften hervorgehoben, was nicht nur legitim ist, sondern vollkommen der Wahrheit entspricht. Zu den seltenen Menschen, denen man wirklich Genialität testieren darf, gehört Marx an erster Stelle. Marx ist und bleibt als Begründer des Kommunismus der herausragendste und bedeutsamste unter den 5 Klassikern des Marxismus-Leninismus, gefolgt von Lenin, ohne damit die Bedeutung aller anderen Klassiker dadurch schmälern zu wollen.

Engels gibt seine große Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Offenherzigkeit mit folgenden – uns allen gut bekannten - Worten zum Ausdruck:

Was ich beigetragen, das konnte – allenfalls ein paar Spezialfächer ausgenommen – Marx auch wohl ohne mich fertig bringen. Was Marx geleistet, hätte ich nicht fertig gebracht. Marx stand höher, sah weiter, überblickte mehr und rascher als wir andern alle. Marx war ein Genie, wir andern höchstens Talente. Ohne ihn wäre die Theorie heute bei Weitem nicht das, was sie ist. Sie trägt daher auch mit Recht seinen Namen“ (Engels, „Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie“, Dietz Verlag Berlin 1946, Seite 35f, Anmerkung).

Marx` Verdienste würdigte Engels besonders in seiner Grabrede vom 17. März 1883:

Obgleich das ´Manifest` unser beider gemeinsame Arbeit war, so halte ich mich doch für verpflichtet festzustellen, dass der Grundgedanke, der seinen Kern bildet, Marx angehört“.

Den Gedanken, neben Marx nur „zweite Violine gespielt“ zu haben, äußerte Engels später in seinem Brief an Johann Philipp Becker vom 15. Oktober 1884.

Und Lenin kommentierte hierzu:

Engels hat stets – und im Allgemeinen durchaus mit Recht – Marx den Vorrang gegeben. Einem alten Freund schrieb er: `Bei Marx` Lebzeiten habe ich die zweite Geige gespielt.` Seine Liebe zum lebenden Marx und seine Ehrfurcht vor dem Andenken des Verstorbenen waren grenzenlos. Dieser harte Kämpfer und strenge Denker besaß eine tiefe liebende Seele“ (Lenin, „Marx-Engels-Marxismus“, Verlag für Fremdsprachige Literatur, Moskau 1947, Seite 45).





Wie das Wort „Personenkult“ schon sagt, handelt es sich um eine besondere Form des Kults (um reaktionären, Kultismus). Der Kult ist wiederum ein Begriff, den wir aus der Religion kennen. Fideismus ist so eine Lehre, die den Glauben an die Stelle des Wissens setzt. Der Fideismus der Revisionisten bezweckte, den Glauben an Stalin an die Stelle der Überzeugung vom Marxismus-Leninismus zu setzen. Es war die Absicht der Revisionisten, den Marxismus-Leninismus als Reliquie zum Bestaunen und zum Anbeten für die Massen in einem Heiligenschrein einzuschließen, über den der „Heilige Vater“ Stalin zu wachen habe. Sodann versuchten sie Stalin selber als Reliquie hineinzustellen.

Mit dem Personenkult legten die Revisionisten dem Marxismus-Leninismus religiöse Fesseln an. Schon die Otsowisten hatten nach der Niederlage der Revolution von 1905 vergeblich versucht, die Religion in die Partei einzuschmuggeln, um den Niedergang der revolutionären Bewegung in ihren theoretisierenden Gebetsstuben zu beweinen und Kraft aus der Anbetung des Sozialismus zu schöpfen. Wir erinnern uns an Lenins Kampf gegen das Gottbildnertum , an seine Schrift: „Materialismus und Empiriokritizismus“: „Das ist der typische philosophische Revisionismus, denn nur die Revisionisten haben eine traurige Berühmtheit dadurch erlangt, dass sie den Grundanschauungen des Marxismus abtrünnig geworden sind und Angst haben oder unfähig sind, offen, direkt, entschieden und klar mit aufgegebenen Anschauungen `Abrechnung zu halten`“ (Lenin, Band 14, Seite 10). (So bezeichnete Lunatscharski den „Anti-Dühring“ als „religiöse Ökonomik“, was bei Lenin Ekel hervorrief, ebenda, Seite 184). Die Otsowisten wollten die Leninsche Partei in eine religiöse Sekte verwandeln.

Die Verbindung von Sektierertum und Personenkult wurde nicht erst vor über 50 Jahren auf dem XX. Parteitag der sowjetischen Revisionisten hervor gekehrt. So geißelte bereits Lenin die bürgerliche Presse, die zum 25. Todestag von Karl Marx schrieb, Marx habe geradezu eine `Kirche` seiner sektiererischen Anhänger geschaffen“ (zitiert bei Lenin Bd. 13, Seite 501).

Marx und Engels verurteilten den Bakuninschen „Revolutionskatechismus“ als die Verkündigung eines Kommunismus, der autoritärer ist als der primitivste Kommunismus“. Dieser setzt an die Stelle der heiligen, katholischen, apostolischen und römischen Kirche ihr `heiliges Werk` der erzanarchistischen und allzerstörenden Revolution“ (MEW, Band 18, Seite 427).

Marx und Engels haben den Bakuninschen Revolutionskatechismus vollständig zitiert und danach den folgenden vortrefflichen Satz formuliert: Solch ein Meisterwerk kritisiert man nicht. Man verdürbe sich den Spaß an seiner Fratzenhaftigkeit“ (ebenda, Seite 431).

Wenn man die verbrecherische Rolle Bakunins mit Berija vergleicht, dann vergeht einem der Spaß, denn Bakunin war gegenüber Berija ein Waisenknabe.

Der Revolutionskatechismus von Bakunin kann bei Karl Marx und Friedrich Engels nachgelesen werden. Hier nur ein paar verkürzte Auszüge, die hier im Zusammenhang mit dem Personenkult von Interesse sind. Es wird darin nicht nur deutlich, dass dîe Nützlichkeit des Schürens des Hasses gegen den Personenkult russische Wurzeln im Anarchismus hat, sondern dass auch das Charakterbild Berijas in das von Bakunin passt. Wenn man den Revolutionskatechismus von Bakunin liest, dann drängt sich spontan der Eindruck auf, als ob Berija sich Bakunin als Vorbild genommen habe:

Paragraph 1: Der Revolutionär ist ein geweihter Mensch. Er hat keine persönlichen Interessen, Angelegenheiten, Gefühle oder Neigungen, kein Eigentum, nicht einmal einen Namen.

Paragraph 2: Wenn er in dieser Welt fortlebt, so geschieht es nur, um sie desto sicherer zu vernichten.

Paragraph 3: Er kennt nur eine Wissenschaft: die Zerstörung. Hierzu und nur hierzu studiert er Mechanik [Mechanismus der Massenvernichtung- Anmerkung der Redaktion], Physik [Atomphysik – Anmerkung der Redaktion], Chemie [Toxologie – Anmerkung der Redaktion] und vielleicht auch Medizin [Ärzteverschwörung – Anmerkung der Redaktion]. Der Zweck ist derselbe, die schnellste und sicherste Zerstörung dieser unflätigen Weltordnung [des Sozialismus – Anmerkung der Redaktion].

Paragraph 4: Er verachtet die öffentliche Meinung [er scheut und manipuliert die öffentliche Meinung – Anmerkung der Redaktion].

Paragraph 5: Der Revolutionär ist ein geweihter Mensch, der sich nicht mehr selbst angehört, er hat keine Schonung für den Staat überhaupt und für die ganze zivilisierte Klasse der Gesellschaft und er darf ebenso wenig Schonung für sich erwarten. Zwischen ihm und der Gesellschaft herrscht Krieg auf Tod und Leben, offener oder geheimer Kampf, aber stets ununterbrochen und unversöhnlich [sic !!!].

Paragraph 6 : Alle Gefühle der Neigung, die verweichlichenden Empfindungen der Verwandtschaft, Freundschaft, Liebe, Dankbarkeit, müssen in ihm erstickt werden durch die einzige, kalte Leidenschaft des revolutionären Werks. Während er diesen Zweck kaltblütig und unaufhörlich verfolgt, muss er selbst zu sterben bereit sein und ebenso bereit, mit eigenen Händen jeden zu töten, der ihn an der Erreichung dieses Zieles hindert [sic !!!].

Paragraph 7: Die Natur des wahren Revolutionärs schließt jede Romantik, jede Empfindsamkeit, jeden Enthusiasmus und jede Hinreißung aus“ (Marx, Engels, ebenda, Seite 427-428).

Bakunin stellte Mordlisten auf, die er in verschiedene Liquidierungskategorien aufteilte. Was auf Berijas Mord an Stalin und den anderen führenden bolschewistischen Genossen passt, lesen wir unter Paragraph 18 zur „dritten Kategorie“:

Zur dritten Kategorie gehört eine große Anzahl hochstehender Bestien, die weder durch Geist noch durch Energie sich auszeichnen, die aber vermittelst ihrer Stellung Reichtum, hohe Verbindungen, Einfluss und Macht besitzen. Man muss sie auf alle mögliche Art ausbeuten, man muss sie umgarnen und verwirren, und, indem man sich zum Herrn ihrer schmutzigen Geheimnisse macht, sie zu unseren Sklaven machen“ (Marx, Engels, ebenda, Seite 430).

Und hier noch das Verbindungsstück von Dogmatismus und Religion, von Personenkult und Proletenkult. Karl Marx erklärte gegen die dogmatische Willich-Schapper-Fraktion, die gegen den „Bund der Kommunisten“ auftraten:

Wie von den Demokraten das Wort Volk zu einem heiligen Wesen gemacht wird, so von euch das Wort Proletariat. Wie die Demokraten schiebt ihr der revolutionären Entwicklung die Phrase der Revolution unter“ (Karl Marx, „Enthüllungen über den Kommunistenprozess in Köln“, Seite 39).

Und tatsächlich bedeutet die Religion nichts Anderes als die Unterwerfung der Massen, die Unterwerfung der Partei unter unsichtbare Mächte, was sich hinter einer personifizierten Maske gut verstecken lässt. Nun handelt es sich in der Zeit des Spätstalinismus nicht um irgendeine imaginäre “unsichtbare Macht“ aus einem transzendentalen Himmelreich, sondern um die konterrevolutionäre Macht der Restauration des Kapitalismus mitten auf dem festen irdischen Boden der Sowjetmacht! Und die Konterrevolutionäre brauchten nicht lange nach der Idee des Personenkults zu suchen, denn mit dem Personenkult, den die Nazis um Hitler betrieben hatten, ließen sich die gleichen volksverdummenden Ziele mit dem sozialfaschistischen Stalinkult erreichen. Die Idee von der „Allmacht des Führers“ stützt sich nicht allein auf der Rassen“theorie“, auf dem Sozialdarwinismus, sondern beruht auch auf dem faschistischen Voluntarismus und anderer reaktionärer Ideologien. Der Personenkult Stalins sollte dessen übernatürliche Kraft ausdrücken, die jenseits der willentlichen Kontrolle der Massen existieren würde. Wenn die Sowjetmenschen ihr Äußerstes für den Großen Vaterländischen Krieg, „für Stalin“, getan hatten, blieben angesichts der millionenfachen Opfer und der zerstörter Heimat doch bei ihnen noch kriegstraumatische Zukunftsängste zurück, Umstände, die Gedanken an Schicksal und Glück, Zufall und Vorsehung erwecken sollten. Der Glaube an Stalin sollte den Glauben der Massen an sie selbst ersetzen.Nach Stalin ist alles verloren!“ - Auf diesen Massendefätismus wollte die Konterrevolution ihren Putsch „sozial vertretbar“ machen, um die Massen hinterher wieder in ihrem Sinne „aufzurichten“.

Der reaktionäre Okkasionalismus, der hinter dem Personenkult steckt, fordert die Sowjetmenschen auf, sich in ihr „Schicksal“ zu fügen und passive Zuschauer bei der Restauration des Kapitalismus zu werden – „ita est, ergo ita sit“ („es ist so, also sei es so.“). Alles Hinnehmen und erdulden wie zur Zeit des russischen Zaren.

Die Sowjetmenschen sollten von nun an nicht mehr für sich selbst, sondern „für Stalin“ kämpfen. Die Führer würden dann also nicht mehr für die Massen, sondern umgekehrt, die Massen für die Führer da sein, sie hätten dem Staat zu dienen und nicht der Staat den Massen usw. usf. Der Marxismus-Leninismus wäre dann nicht mehr die Ideologie zur Befreiung der Massen, sondern ein Herrschaftsinstrument, dem die Massen zu glauben (sprich: zu gehorchen und sich unterzuordnen) haben. Der Personenkult wurde der ganzen sozialistischen Gesellschaft des Spätstalinismus übergestülpt, um damit den Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus vorzubereiten.

Der reaktionäre amerikanische „Philosoph“ Dewey drückte das folgendermaßen aus: Religiös als Adjektiv bezeichnet Haltungen, die jedem Objekt und jedem gewünschten Zweck oder Ideal gegenüber eingenommen werden können“ (John Dewey, „A Common Faith“(Ein gemeinsamer Glaube); „Intelligence in the Modern World“, Seite 1010) . Dewey machte die Religion für die Imperialismus dadurch attraktiv, dass er forderte: Die Religion gehöre allen und nicht nur der Kirche (Globalisiertes Opium für die Völker der Welt-Weltrevisionismus – globalisiertes Opium für das Weltproletariat !). Damit sollte der religiöse Einfluss auch in solchen gesellschaftlichen Schichten neu erschlossen werden, die mit der Kirche nichts mehr zu tun haben wollten (Restauration der Religion). Dewey war übrigens ein Verehrer Roosevelts und das als Sozialdemokrat. Von allen Sozialdemokraten der ganzen Welt wurde Dewey in höchsten Tönen gelobt, weil er mit seiner Pragmatismus-“Philosophie“ der Sowjetunion und dem Vordringen des Kommunismus auf der Welt angeblich einen „empfindlichen Schlag versetzt“ habe. Er galt als ihr „Retter vor dem Kommunismus“. „Wahr ist alles, was uns vor der „roten Gefahr“ befreit, also ist auch der „Personenkult Stalins“ und seine „Kritik“ an ihm wahr. Und je mehr wir die Welt von der Existenz des „Personenkults Stalins“ überzeugen, desto wahrer wird auch die „Kritik“ daran. Wahr ist nur das, was die Massen glauben sollen – und zwar die Massen in der UdSSR den „Personenkult“ und die Massen in der übrigen Welt die „Kritik“ daran. Der Prüfstein, der Maßstab oder das Kriterium der Wahrheit ist die Kombination der praktischen Verwertungsmöglichkeit des Personenkults und der „Kritik“ an ihm. Wahr ist alles, was uns gegen den Kommunismus nützlich erscheint, was uns gegen ihn vereint.

Der Personenkult wurde somit zu einer der ersten wirkungsvollen propagandistischen Waffen der Zusammenarbeit zwischen Revisionisten und Imperialisten.

Und Berija und Chruschtschow waren zwei jener antistalinistischen Drahtzieher, die die Zusammenarbeit bezüglich des „Personenkults“ und seiner „Kritik“ mit dem Weltimperialismus bis 1953 pflegten, um danach ins gleiche imperialistische Horn des Antistalinismus zu blasen und Stalin öffentlich anzuprangern.

Fortsetzung Teil 3