20. März 2004



Aufruf

der

Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten

zur Beteiligung am internationalen Aktionstag aus Anlass des verbrecherischen Raubkrieges gegen das irakische Volk, der vor genau einem Jahr begann:



Wir gedenken an diesem Tag der Opfer des irakischen Volkes, dessen Blut für den Raub ihres Öls geflossen ist. Wir gedenken der heldenmütig gefallenen Freiheitskämpfer des irakischen Volkes und allen Kämpfern, die dem irakischen Widerstandskampf aus aller Welt mit der Waffe in der Hand zur Hilfe geeilt sind. Das Blut ist nicht umsonst vergossen worden. Neue Kämpfer füllen die Reihen, um den gerechten Kampf für die Freiheit des irakischen Volkes dorch größte Kühnheit und Entschlossenheit siegreich zu Ende zu führen.

Sieg dem bewaffneten Widerstand gegen den Weltimperialismus!

Proletarier aller Länder – beendigen wir endlich das Abschlachten der Völker für den Profit des internationalen Finanzkapitals - versetzen wir dem US-Imperialismus empfindliche Schläge, unterstützen wir die Völker solidarisch bei der Vertreibung der imperialistischen Besatzungstruppen und vereinigen wir uns im Kampf zur endgültigen Zerschlagung des Weltimperialismus und der Vernichtung der internationalen Konterrevolution!

Es lebe die Weltrevolution!

Solidarisieren wir uns mit dem anti-imperialistischen heldenhaften Kampf des irakischen und des pälestinensischen Volkes, unterstützen wir den Befreiungskampf aller arabischen Völker vom kolonialistischen Joch des US-Imperialismus und all seiner Lakaien !

Imperialistische Besatzer raus aus dem Irak, raus aus Palästina, raus aus dem Nahen und Mittleren Osten!

Richten wir unsere gemeinsamen Waffen zum Widerstand gegen den internationalen Terrorismus der imperialistischen Konterrevolution!

Der proletarische Internationalismus wird über den US-Imperialismus siegen!

Innerhalb eines Jahres hat sich der irakische Widerstand zur Speerspitze des bewaffneten Kampfes gegen den Weltimperialismus entwickelt. Seine Ausweitung wird im gesamten arabischen Raum organisiert vorangetrieben und der 20. März 2004 ist ein Fanal der Globalisierung des Widerstandes gegen die Globalisierung der Konterrevolution. Das ist eine ausgezeichnete Entwicklung der anti-imperialistischen Bewegung in der ganzen Welt, der uns Kraft, Mut, Hoffnung und Siegeszuversicht gibt.

Der bewaffnete anti-imperialistische Kampf muss aber nicht nur vom gemeinsamen Willen und Handeln der internatuionalen Widerstandskämpfer getragen werden, sondern muss vor allem auf korrekter politische-ideologischer Grundlage aufgebaut sein. Als Kommunisten wissen wir, dass das Weltproletariat den Kampf an der Seite der Völker nur dann erfolgreich führen kann, wenn es sich vom Marxismus-Leninismus leiten lässt. Das heißt vor allem, dass das Weltproletariat sich eine revolutionäre internationale Avantgarde schmiedet, um seinen Kampf erstens in der Tiefe zu zentralisieren und zu konzentrieren und zweitens, um in allen Ländern revolutionäre Stützpunkte zu errichten, damit der anti-imperialistische Kampf auch in der Breite ausgeweitet werden kann. Hier liegt die gegenwärtige Schwäche des anti-imperialistischen Widerstandskampfes. Sowohl im Zentrum des bewaffneten Widerstandes – also im Irak – als auch überalls sonst in der Welt – sind die marxistisch-leninistischen Kräfte entweder gar nicht vorhanden oder zumindest äußerst schwach. Wenn man jedoch im bewaffneten anti-imperialistischen Kampf siegen will, kann man das nicht ohne eine starke Kommunistische Internationale und starke bolschewistische Parteien in allen Ländern der Welt. Was Stalin lehrt, gilt heute nicht nur für den Irak:

„Keine Armee vermag im Krieg ohne einen erfahrenen Stab auszukommen, wenn sie nicht einer Niederlage entgegengehen will. Ist es nicht klar, dass das Proletariat erst recht nicht ohne einen solchen Stab auskommen kann, wenn es sich nicht seinen Todfeinden mit Haut und Haar ausliefern will? Aber wo ist dieser Stab? Dieser Stab kann nur die revolutionäre Partei des Proletariats sein. Die Arbeiterklasse ohne revolutionäre Partei – das ist eine Armee ohne Stab. Die Partei ist der Kampfstab des Proletariats“ (Stalin, „Fragen des Leninismus“, Seite 88 deutsche Ausgabe, Moskau 1947).

Vor allem im heutigen Irak zeigt sich die Schwäche der Bewegung im Fehlen eines marxistisch-leninistischen Zentrums. Wir müssen die irakischen Arbeiter für unsere revolutionären Ziele gewinnen. Wir müssen diejenigen Arbeiter gewinnen, die direkt an der vordersten Front im bewaffneten Widerstandskampf gegen die imperialistischen Besatzer stehen. Daher ruft die Komintern/ML dringend dazu auf, im Irak sofort mit dem Aufbau einer marxistisch-leninistischen Partei zu beginnen, die direkt im Widerstandskampf erstarken wird – genauso wie damals in Albanien – mitten im antifaschistischen Widerstandskrieg. In Albanien gelang es dadurch nicht nur die verhassten faschistischen Besatzer zu verjagen, sondern auch die eigene Bourgeoisie zu besiegen und die Diktatur des Poletariats zu errichten. Albanien hat bewiesen, dass dieser Weg möglich und richtungsweisend ist. Die irakische Arbeiterklasse hat glänzende ökonomische Bedingungen, um seine Diktatur zu errichten und den Sozialismus aufzubauen, wenn es die Macht über das irakische Öl errungen hat. Das hätte auch große Wirkung auf die ökonomische Basis der Weltrevolution, und ist daher für die Strategie und Taktik der Komintern/ML von außerordentlich großer Bedeutung! Ist das Weltproletariat im Besitz des Erdöls, dann kann den Weltimperialisten der Hahn endgültig zugedreht werden! Hiervon müssen wir die Massen heute konkret überzeugen, müssen wir weltweit die Massen mobilisieren, müssen wor ihnen diesen Ausweg aus der gegenwärtigen katastrophalen Lage des Weltproletariats und der Völker aufzeigen, müssen wir sie auf die Weltrevolution vorbereiten. Die Lage ist hervorragend, denn der irakische Widerstand hat mit dem heutigen Tag starke Impulse der internationalen Solidarität erhalten. Der Hass gegen den US-Imperialismus hat im vergangenen Jahr nicht nachgelassen, sondern hat sich weltweit vertieft und ausgebreitet, und das wird sich weiter positiv auf die endgültige Vertreibung des US-Imperialismus und seiner internationalen konterrevolutionären Truppen nicht nur aus dem Irak, sondern aus allen Ländern der Welt auswirken. Der Feind wird besiegt werden, weil der Hass auf den Feind weltweit anwächst.

Der irakische Widerstandkampf hat eine große Besonderheit aufzuweisen, die dem palästinensischen Widerstand sehr ähnelt: pausenloser Angriff, tägliche Erfolge und Schläge gegen den Feind – seien sie auch noch so gering. Das zermürbt den Gegner, hindert ihn, den Widerstandsherd einzudämmen oder gar mit Stumpf und Stiel zu vernichten. Der Weltimperialismus, offenbart täglich seine Verletzbarkeit und Schwächen trotz seiner militärischen Überlegenheit und weltweiter Unterstützung.

Kein fremder Besatzer, möge er noch so mächtig und waffenstrotzend sein, vermag ein Volk gegen das er eine Aggression entfesselt hat, für immer zu unterjochen. Überall, wo sie nur einfallen, schlägt den fremden Besatzern der Hass der Völker entgegen, die ihnen anfänglich einen sporadischen Widerstand leisten, auf den dann organisiertere Revolten und allmählich Volksaufstände und Befreiungskämpfe folgen. Der Kampf des irakischen Volkes erfreut sich heute der Unterstützung und Sympathie der freiheitsliebennden Völker und der revolutionären Kräfte auf der ganzen Welt. Der Kampf des irakischen Volkes ist ein gerechter Kampf, und er wird daher auch den Sieg davontragen. In dem vergangenen Jahr hat sich erneut erwiesen, dass sich die moslemischen Völker der arabischen und anderer Länder in die Vorhut der internationalen Befreiungsbewegung gestallt haben, voran das irakische und palästinensische Volk. Sicherlich ist es eine Realität, dass der Befreiungskampf unter moslemisch-religiösem Einfluss steht, aber im Laufe des Befreiungskampfes wird sich der religiöse Nebel verfliegen, werden sich die Massen dem Marxismus-Leninismus zuwenden, wenn es gelungen ist, starke marxistisch-leninistische Organisationen im Nahen und Mittleren Osten aufzubauen.

Die Frage der Macht über das Erdöl ist die Grundfrage der irakischen Revolution! Die Frage der Eroberung des Erdöls ist nur der Anfang. Eine irakische Befreiungsarmee ist nur der Anfang für die Organisierung der Befreiungsarmeen in allen Ländern der Welt, für die Organisierung einer internationalen Armee der Weltrevolution gegen den Weltimperialismus. Der Befreiungskampf des irakischen Volkes ist ein wichtiger Baustein im Kampf zur Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, das stärkste Bollwerk im internationalen Kampf gegen den Weltimperialismus. Die Völker haben noch viele anti-imperialistische Kriege zu bestreiten, um die Globalisierungsverhältnisse zu ändern, um sich selbst zu ändern und sich zur politischen Herrschaft zu befähigen. Schlagen die irakischen Erdölarbeiter den ausländischen wir inländischen Räubern auf die Hände, dann werden sie dabei solidarisch von allen Werktätigen der ganzen Welt unterstützt.

Der bewaffnete Widerstand gegen die imperialistischen Besatzer im Irak ist äußerst lehrreich für das revolutionäre Weltproletariat, zeigt dieser doch anschaulich, wie morsch das ganze weltimperialistische System im grunde genommen ist, das es verletzlich ist, das man es in ernsthafte Schwierigkeiten bringen kann, dass sich internationale Solidarität in eine starke Waffe gegen den Imperialismus verwandeln lässt. Der Irak ist nicht nur Quelle der Macht der Imperialisten durch das Erdöl, sondern zu einer Quelle der Zersetzung des Imperialismus geworden, zu einer Quelle seiner Niederlage. Die Moral der Besatzungssoldaten ist schlechter als vor einem Jahr. Unter ihnen wächst nicht nur Zweifel, sondern auch Widerstand. „Dreht die Gewehre um!“ Das ist die einzig richtige Konsequenz, der einzige Weg, um die Besatzermacht auch von innen her nicht nur zu zersetzen, sondern sie in eine Speerspitze gegen den Imperialismus im eigenen Land zu verwandeln.

Ami go home!

Jede internationale Solidarität wird gegenstandslos, wenn sie nicht mit der tatsächlichen Widerstandsaktion verbunden wird. Und umgekehrt wird der bewaffnete Widerstand niedergerungen, wenn er nicht mit den revolutionären Zielen des Marxismus-Leninismus verbunden ist und von einer marxistisch-leninistischen Organisation geführt wird.. Der Marxismus-Leninismus wird sich als eine unbesiegbare Kraft der Weltrevolution erweisen, wenn er sich im internationalen bewaffneten Klassenkampf herausbildet. Es ist der Marxismus-Leninismus, der dem irakischen Widerstandskampf Sicherheit, Orientierung und Verständnis für den Zusammenhang vom irakischen Widerstand und allen weltweiten Kampfschauplätzen des anti-imperialistischen Widerstands verschafft. Es ist ja eben die Aufgabe der Marxisten-Leninisten, heute am 20. März 2004, den Zusammenhang zwischen dem anti-imperialistischen bewaffneten Kampf des irakischen Volkes und dem Kampf des Weltproletariats für die sozialistische Weltrevolution aufzuzeigen, um daraus einen direkt praktischen Zusammenhang herzustellen – Angriffe auf amerikanische Waffenstützpunkte, Waffenlager, Waffentransporte in der ganzen Welt – nur um ein konkretes Beispiel zu nennen, dass gleichzeitig an dervordersten Front und im tiefsten Hinterland gekämpft werden muss. Ohne Marxismus-Leninismus kann weder die irakische Revolution noch die Weltrevolution siegreich voranschreiten, wird jeder Kampf mit einer Kapitulation und Niederlage enden. Hat das irakische Volk zur Waffe gegen die inneren und äußeren Feinde gegriffen, so darf es auf keinen Fall die Waffen wieder aus der Hand legen, solange nicht alle Feinde besiegt und vetrieben sind. Wir wissen, wovon wir sprechen – vom internationalen Einfluss des Revisionismus! Unter dem Einfluss der Revisionisten ist es unmöglich, im anti-imperialistischen, bewaffneten Widerstandskampf zu siegen.

Der spontaneistische Befreiungskrieg wendet sich gegen die Führung der bolschewistischen Partei, wendet sich dagegen, den bewaffneten Kampf der Massen auf das Niveau des proletarischen Klassenbewusstseins zu heben, wendet sich gegen den Kampfstab der bolschewistischen Partei. Der spontaneistische Volkskriegstheorie ist dafür, dass die Marxisten-Leninisten die Bewegung nicht „hindern“, nicht „indoktrinieren“ sollen, dass die Volkskriegsbewegung ihren eigenen Weg gehen soll, hinter der die bolschewistische Partei hinterherzutrotten hat. Diese militärische Nachtrabpolitik ist die Grundlage jeder Art von Opportunismus in allen militärischen Fragen, die das Proletariat zu lösen hat. Der spontane bewaffnete Kampf, die Theorie der Anbetung der Spontaneität des bewaffneten Kampfes ist eine Theorie der tatsächlichen Leugnung der führenden Rolle der Avantgarde der Arbeiterklasse. Nur jener bewaffnete Kampf , der von einer bolschewistischen Partei geführt wird, kann den Kapitalismus besiegen. Die Beseitgung der Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege ist nur durch die bolschewistische Weltpartei und ihre Sektionen möglich!





Wolfgang Eggers

EKKI der Komintern/ML