Teil 14
Ein demokratisches Weltlager ist längst nicht hinreichend für das Ziel der Weltdiktatur des Proletariats, füllt nicht allein die stalinistische Außenpolitik aus, um beispielsweise nicht nur den Hitlerfaschismus zu besiegen, sondern die Unvermeidlichkeit von Krieg und Faschismus überhaupt aufzuheben [Wir haben diese ganze Problematik des prinzipiellen Unterschieds zwischen dem Kampf gegen den Faschismus und dem Kampf zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus bereits ausführlich dargelegt, was in unserer Generallinie der Komintern / ML nachgelesen werden kann]. Dieser Kampf gegen die Unvermeidlichkeit des Faschismus kann doch nicht der demokratische, sondern das kann nur der sozialistische Kampf sein. Erst mit der Weltdiktatur des Proletariats ist die Unvermeidbarkeit des Faschismus beseitigt – nicht vorher, also nicht durch ein „demokratisches Weltlager“. Um die Unvermeidlichkeit vom Faschismus zu beseitigen, um die demokratischen Grundsätze der Nachkriegszeit konsequent zu verwirklichen, hätte Shdanow für die revolutionäre Vernichtung des Weltimperialismus durch die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats kämpfen müssen – und das geht nur, wenn man das sozialistische Weltlager mit aller Kraft in die Waagschalewirft, anstatt sie tot zuschweigen, wie es Shdanow in seiner Rede in der Kominform getan hat.
„Noch keine einzige Frage des Klassenkampfes [auch nicht die Frage des demokratischen bzw. anti-faschistischen Kampfes – Anmerkung der Redaktion] ist in der Geschichte anders als durch Gewalt entschieden worden“ (Lenin, Band 26, Seite 459).
Über die Weltgeschichte kann die revolutionäre Gewalt - allein in einem einzigen Land angewandt - rein gar nichts entscheiden. Die Frage des internationalen Klassenkampfes kann nicht anders als durch revolutionäre Gewalt im Weltmaßstab, durch die gewaltsame proletarische Weltrevolution, entschieden werden, während die demokratische Weltfront diesen Kampf nur erleichtern kann.
Das Wesen des proletarischen Antifaschismus ist es niemals gewesen, der Wiedererrichtung der bürgerlichen Demokratie zu dienen, denn aus keiner anderen als der bürgerlichen Demokratie ist der Faschismus entstanden und daraus wird stets nur wieder unvermeidlich neuer Faschismus entstehen, aber niemals Sozialismus. Wer für die Wiedererrichtung der Diktatur der Bourgeoisie kämpft, kann also nicht zum Lager des Sozialismus gehören und damit auch nicht zum Kämpfer für die proletarische Demokratie, kann kein wahrer Antifaschist sein. Nur proletarischer Antifaschismus ist wahrer Antifaschismus, ist der einzige Antifaschismus auf der Welt, der die Geißel des Faschismus durch den Weltsozialismus für immer vom Erdball beseitigt. Der Weltbourgeoisie kommt es in erster Linie darauf an, ihre ökonomische Weltmacht in den Händen zu behalten, die Frage der politischen Form ist dem untergeordnet; da ist die Weltbourgeoisie „flexibel“, ist sie sogar bereit und in der Lage, dem Proletariat gewisse Zugeständnisse in Fragen der Demokratie zu machen, die das Proletariat seinerseits für seine sozialistische Revolution auszunutzen versteht.
„ ... bei einem starken Druck `von unten` hat sich die Bourgeoisie immer und überall mit der Republik ´abgefunden` , wenn sie nur ihre ökonomische Herrschaft behielt“ (Lenin, Band 26, Seite 36). [oder diese zurück erhielt].
Was also die demokratischen Fragen anbelangt, da darf man keine gefährlichen Illusionen schüren, damit beseitigt man nicht die kapitalistische Klassengesellschaft wie Lenin richtig festgestellt hat. Es geht um die Beseitigung der politischen Macht der Weltbourgeoisie, um ihr die weltökonomische Macht überhaupt entreißen zu können – und das ist eine sozialistische, keine demokratische Frage des Klassenkampfes.
Die konsequentesten Antifaschisten können nur die Proletarier als revolutionäre Klasse sein, können nur die Kommunisten sein, denn sie kämpfen als einzige Antifaschisten nicht nur gegen diesen oder jenen konkreten, besonderen Faschismus, sondern darüber hinaus gegen seine Unvermeidbarkeit, gegen den Faschismus generell und überhaupt, gegen das sozialdemokratische Paktierertum gegenüber der Bourgeoisie als die andere Seite der Medaille des Faschismus.
Das Weltproletariat in ein demokratisches Lager um den Preis hinein zwängen zu wollen, wohlgemerkt: auf Kosten des sozialistischen Lagers -, ist also revisionistisch, bedeutet, auf den Spuren der revisionistischen Einheitsfronttaktik Dimitroffs im bürgerlichen Lager des Sozialdemokratismus zu landen.
Die Menschewisten haben gegenüber dem Stalinismus nie etwas Anderes getan als zu schwanken. Und die heftigsten Schwankungen des Menschewismus fanden mit dem Entstehen des Klassenkampfes zwischen dem sozialistischen und des kapitalistischen Weltlager nach dem Großen Vaterländischen Krieg statt. Die als „Stalinisten“ verkappten Menschewiki konnten sich weder für das eine, noch für das andere Lager konsequent entscheiden. Sie nahmen keinerlei selbständigen Standpunkt ein, sondern Zuflucht zum Phantom des „demokratischen Weltlagers“. Das bedeutete für Stalin ganz und gar nicht, dass ihm diese kleinbürgerliche Pufferzone zwischen dem bürgerlichen und dem proletarischen Weltlager egal war. Er verstand es meisterlich, diese Neutralisierungskräfte in Kräfte gegen den Weltimperialismus zu verwandeln, wenn auch nur im begrenzten Rahmen und nur für eine begrenzte Zeit. Wie sah diese Taktik aus ?
Es gab nicht Wenige, die bereit waren, die Sowjetunion nicht etwa deswegen zu unterstützen, weil sie kommunistisch war, sondern weil sie den Untergang der Welt befürchteten, wenn das „internationale Gleichgewicht“ durch eine Schwächung der Sowjetunion gestört sei. Diese Kräfte stellten sich also auf die Seite der Sowjetunion, weil sie die Weltversklavung durch den amerikanischen Imperialismus kommen sahen. Ihre Angst gegenüber den USA war größer als die gegenüber der UdSSR. Diese Wendehälse erschraken jedoch nicht schlecht, als sie plötzlich erkannten, dass der Stalinismus ansetzte, die Welt zu erobern. In diesem Augenblick stellten sich diese demokratischen Neutralisten gegen die Sowjetunion, also auf die Seite des Weltimperialismus. Damit war Stalins Taktik zwar hinfällig geworden, aber sie erfüllte für einen entscheidenden Augenblick ihren weltrevolutionären Zweck und muss als sehr erfolgreich und lehrreich beurteilt werden, insbesondere was den taktischen Umgang mit den Menschewisten anbelangte. So hatte Stalin ja auch den Menschewisten Berija unter strenger Kontrolle eine Zeit lang für die proletarische Sache arbeiten lassen. Wie oft hat Stalin Berija zurück gepfiffen, wenn dieser auf der schiefen Bahn in den Menschewismus abzutauchen versuchte ? Als Berija jedoch zu stark und damit zur Gefahr zu werden drohte, versuchte sich Stalin dieses Menschewisten zu entledigen, was leider umgekehrt endete. Es war der Fehler Shdanows, dass er Stalins demokratische Welt-Taktik mit Stalins sozialistischer Welt-Strategie verwechselte, was einem Berija nie passiert war. Und eben das war es, was ihn gegenüber Stalin so gefährlich machte. Daran wird zudem deutlich, wie unterschiedlich die Charaktere von Berija und Shdanow waren. Der eine machte schwere Fehler im Glauben, ein guter Stalinist zu sein und der andere vermied als Anti-Stalinist schwere Fehler in berechnender Weise, nämlich Stalin damit um so leichter zu stürzen. Der eine wäre nie auf die Idee gekommen, den anderen zu liquidieren, während der andere diese Idee skrupellos in die Tat umsetzte.
Die schwankende Haltung zwischen dem Lager der Bourgeoisie und dem Lager des Proletariats ist weit entfernt vom Klassenstandpunkt des Weltproletariats und entsprach stets dem Wesen des Menschewismus, ja brachte den Klassenstandpunkt des Kleinbürgertums immer besonders dann zum Ausdruck, wenn diese beiden Lager unversöhnlich und mit gigantischen Kräften aufeinander prallten. Es ist klar: Zu keiner Zeit in der Geschichte des Sozialismus prallten die beiden Lager, Bourgeoisie und Proletariat, so gewaltig aufeinander wie gerade in der Zeit des kapitalistischen und sozialistischen Weltlagers, war die schwankende Haltung des Menschewismus nie zu einem so großen Hemmschuh geworden wie mit dem Eintritt in die Übergangsphase von der kapitalistischen in die sozialistische Welt, also unter den Nachkriegsbedingungen des Stalinismus. So gab es auch in der ganzen Geschichte der KPdSU (B) keinen vergleichbareren erbitterterten Kampf gegen den Menschewismus wie gerade zu dieser Zeit.
Es ergibt sich:
Die Losung vom „demokratischen Weltlager“ ist eine klassenversöhnlerische Losung, die vom Sozialismus weg und zurück zum Kapitalismus führt, dieder Restauration des Kapitalismus den Weg ebnet . Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass der Kapitalismus durch die sozialistische Revolution zerschlagen werden muss, dass die revolutionäre Zerschlagung des Faschismus mit dem direkten Ziel der Errichtung der Diktatur des Proletariats verbunden werden muss – und zwar so wie es die Albaner vorgemacht haben. Es ist das Verdienst von Stalin und Enver Hoxha, dass sich ihre marxistisch-leninistische These des revolutionären Übergangs vom Faschismus zum Sozialismus in der Praxis bestätigt und bewährt hat (und also gültig bleibt im Weltmaßstab !! ) und dass dieser Übergang unmöglich durch eine reformistische Volksfrontpolitik oder reformistische Weltdemokratiepolitik gewährleistet werden kann, in welcher Form auch immer. Was also heißt heute, Gültigkeit dieser marxistisch-leninistischen These unter den Bedingungen der Globalisierung ?
Die Stalinisten von heute, wir Weltbolschewisten, kämpfen für den Übergang des Weltfaschismus in den Weltsozialismus unter Zuzr-Hilfenahme des demokratischen Weltkampfes. Der heutige antifaschistische Kampf ist dem Wesen nach ein weltrevolutionärer Klassenkampf unter Führung des Weltproletariats zur Zerschlagung des Weltfaschismus und zur Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats. Das ist unsere Demarkationslinie, das ist die Grundlage unserer Bündnispolitik für unsere globalisierte Einheitsfront gegen den Weltfaschismus. Für uns gibt es nur eine anti-weltfaschistische Einheitsfront, nämlich die vom revolutionären Weltproletariat angeführt wird und direkt zur Eroberung seiner politischen Weltherrschaft über den Weltimperialismus führt.
Wer dies leugnet und stattdessen mit der revisionistischen „Zweistadientheorie“ der Wiederherstellung gemäßigterer, moderater, „noch erträglicher“ Regierungsformen der Diktatur der Bourgeoisie befolgt, um „von dort aus“ auf den friedlichen Weg zum Weltsozialismus zu gelangen, der lässt es zu, dass sich aus der bürgerlichen Demokratie unvermeidlich wieder Faschismus entwickelt. Dies mit „Marxismus-Leninismus“ begründen zu wollen, das ist Sozialfaschismus, nämlich Sozialismus in Worten und Faschismus in Taten. Wir Marxisten-Leninisten sind nicht nur Gegner dieser „Stadientheorie“ des friedlichen Weges zum Sozialismus im nationalen Maßstab, wir sind es als Internationalisten um so mehr im Weltmaßstab. Es gibt keinen friedlichen Weg eines demokratischen Weltlagers zum sozialistischen Weltlager, es gibt keinen friedlichen Weg zum Weltsozialismus solange der Weltimperialismus die Welt beherrscht.
Der Kommunist kämpft nur für die eine Demokratie, nämlich für die proletarische Demokratie, für die Diktatur des Proletariats, was Bündnisse und Kompromisse auf dem Weg dorthin nicht ausschließt, aber solche faulen Bündnisse und Kompromisse sehr wohl ausschließt, die vom Ziel der Diktatur des Proletariats wegführen. Im antifaschistischen Kampf kann man für wahre Demokratie nur auf dem Boden des Marxismus-Leninismus kämpfen und das heißt nichts Anderes, als für die proletarische Demokratie, für den Sozialismus, für die Diktatur des Proletariats und eben nicht für die Fortsetzung oder die Wiedererrichtung der Diktatur der Bourgeoisie zu kämpfen. Die proletarische Demokratie ist nicht mit der Bourgeoisie teilbar; sie schließen einander aus. Der Zerfall und schließlich die Beseitigung der bürgerlichen Demokratie ist nicht etwa eine bolschewistische Erfindung, sondern eine absolute historische Notwendigkeit und genauso unvermeidlich wie der Sieg der proletarischen Demokratie. Das ist eine unwiderlegbare Lehre der Geschichte, eine Bestätigung der Lehre des Marxismus. Das ist eine Demarkationslinie gegenüber dem Revisionismus, der die Demokratie des Proletariats an den Kapitalismus anzupassen, sie diesem unterzuordnen versucht, die bürgerliche Demokratie zu retten und zu restaurieren versucht, um sie gegen das Weltproletariat zu richten.
Und die Demokratie des Weltproletariats zu errichten, muss es in der sozialistischen Weltrevolution den Sieg erringen. Dies zu unterstützen und voranzutreiben, das ist und kann nur Sinn und Zweck der internationalistischen Außenpolitik eines marxistisch-leninistischen Staates sein. Wenn von den angloamerikanischen Imperialisten die Hauptgefahr ausging, so hätten die Kominform gerade in diesen Ländern die Arbeiterklasse in den Kampf für die sozialistische Revolution führen müssen. Das wäre nicht nur eine große Tat des proletarischen Internationalismus, sondern auch eine Verpflichtung gegen über dem Weltproletariat gewesen, und Shdanow hätte diesen revolutionären Kampf der Arbeiterklasse in den USA und in England mit aller Kraft unterstützen müssen, aber er schwieg, was das anging. Stattdessen propagierte Shdanow, sich in Amerika und England, also den Hauptkriegsbrandstiftern, dem anti-kommunistischen Weltzentrum (!!), mit der „Verwirklichung demokratischer Grundsätze“ zu begnügen, anstatt für ihren Sturz unter dem Siegesbanner des Kommunismus zu kämpfen (natürlich nicht ohne Ausnutzung des Kampfes für die proletarische Demokratie – damit wir hier nicht falsch verstanden und in die sektiererisch-dogmatische Ecke gestellt werden !). Sehen wir, was Shdanow den kommunistischen Bruderparteien Frankreichs, Italiens, Englands und der anderen Länder als „besondere Aufgabe“ zuwies:
„Sie müssen das Banner der Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit und Souveränität ihrer Länder [wohlgemerkt bürgerlichen, imperialistischen Länder – Anmerkung der Redaktion] hochhalten (...), dann wird kein Plan zur Versklavung Europas verwirklicht werden können“ (Shdanow, ebenda, aus: Tägliche Rundschau“, 24. Oktober 1947).
Für die nationale Unabhängigkeit und Souveränität der Imperialisten kämpfen, um damit die Welt von der Versklavung des Imperialismus zu befreien ???? Na bestens ! Die USA, der Hauptfeind Nr. 1, wo der Kommunistischen Partei, wo der Arbeiterklasse eine besonders wichtige Aufgabe zugekommen war, nennt Shdanow „eigenartiger Weise“ überhaupt nicht. Und warum nicht ? Weil der Klassenkampf in den USA für ihn gar nicht existierte, weil er die Bedeutung der revolutionären Haupttriebkraft des Weltproletariats in seiner „Weltpolitik“ völlig außer Acht gelassen hatte und sie stattdessen durch geopolitische Gesichtspunkte ersetzte, die seine „Weltpolitik“ bestimmten. Und eben hierauf stützte sich ganz besonders Maos „Drei-Welten-Theorie“. Wer wie Shdanow und Mao den Klassenkampf als Grundlage und Ausgangspunkt für die Theorie der Weltpolitik leugnet, der betreibt Klassenversöhnung. Mit der Klassenversöhnung aber konnte weder Shdanows „demokratisches Weltlager“, noch Maos Lager der „Dritten Welt“ zur Demokratie, geschweige denn zum Sozialismus führen. Beide „Theorien“ lenken von der Hauptaufgabe der sozialen Befreiung ab, wie Enver Hoxha es hervorgehoben hat:
„Wir sind (...) gegen jene revisionistischen Theoretiker, die predigen, der gesamte revolutionäre Kampf müsse jetzt auf den Kampf für die nationale Unabhängigkeit reduziert werden, um sie zu erringen und sie vor der Aggression der imperialistischen Mächte zu beschützen, und damit den Kampf für die soziale Befreiung leugnen. Allein der Sieg dieses Kampfes sichert auch die vollständige und wahre nationale Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 318).
Wir sehen heute, wohin diese „Verwirklichung demokratischer Grundsätze“, wohin die „Verteidigung nationaler Unabhängigkeit und Souveränität“ (wohlgemerkt in den Ländern der Hauptkriegsbrandstifter !!! - nicht in den vom Imperialismus unterdrückten Ländern) geführt hat – nämlich genau zur jener Versklavung Europas, die dadurch angeblich verhindert werden sollte !! Was da verwirklicht wurde, ist kapitalistische Weltversklavung, ist imperialistischer Krieg und Weltfaschismus. Ist diese heutige Tatsache nicht Beweis genug dafür, dass man mit der Shdanowschen Kominform -Taktik keinen Weltimperialismus in die Knie zwingen und dass sich das Proletariat damit überhaupt nicht von kapitalistischer Sklaverei befreien kann ? Wenn man in den Ländern der Kriegsbrandstifter das Proletariat zur „Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit“ und „Souveränität“ aufruft, dann ist das im Grunde genommen Verrat an den revolutionären Interessen des Weltproletariats, an den Interessen der vom Weltimperialismus unterdrückten Völker, dann spricht daraus der Geist der II. und nicht der III. Internationale Lenins und Stalins.
Und Malenkow? In seinem Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag nimmt er auf dem Gebiet der Außenpolitik der UdSSR die Haltung von „Friede, Freundschaft, Eierkuchen“ ein, anstatt wie Lenin und Stalin am Kommunistischen Manifest festhaltend, den Klassenkampf der Proletarier aller Länder, die Weltrevolution, hochzuhalten und für die Zerschlagung des Kapitalismus und des Weltimperialismus einzutreten. Ganz anders der Genosse Stalin. In seinem Rechenschaftsbericht auf dem XVII. Parteitag sagte er:
„Während aber die Bourgeoisie den Weg des Krieges wählt, beschreitet die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder (...) den Weg der Revolution“ (Stalin, Band 13, Seite 265).
Im Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag hat Stalin die Frage von Krieg und Revolution allerdings nicht mehr ausdrücklich hervorgehoben, das ist eine Tatsache, die man nicht unter den Teppich kehren darf, wenn man sich Malenkows Rechenschaftsbericht anguckt.
Es ist das Wesen des Imperialismus, immer wieder, und zwar unvermeidlich, Krieg und Faschismus zu erzeugen. Und wie wir in den revisionistischen Ländern gesehen haben, zeigte auch der moderne Revisionismus seine blutige sozialfaschistische und Völker mordende sozialimperialistische Fresse, die nur von der revolutionären Arbeiterklasse poliert werden kann - und Stalin würde uns sicherlich zustimmen, wenn er noch lebte.
Die Komintern / ML bleibt also mit ihrer heutigen Weltpolitik fest auf dem revolutionären Boden des Leninismus:
„Der Leninismus ist die Theorie und Taktik der proletarischen Revolution im Allgemeinen, die Theorie und Taktik der Diktatur des Proletariats im Besonderen“ (Stalin, Die Grundlagen des Leninismus). Demnach hat Lenin die Welt in ein kapitalistisches und in ein sozialistisches Lager aufgeteilt.
Bei Stalin könnten wir ein ganzes Dutzend Zitate anführen und wir haben bereits einige davon zitiert. Nehmen wir ein Zitat aus Stalins Schrift „Über die nächsten Aufgaben des Kommunismus in Georgien und Transkaukasien“ vom 6. Juli 1921:
„Es bedarf wohl kaum eines Beweises, dass sich die Welt mit Beginn des Bürgerkriegs in zwei entgegengesetzte Lager gespalten hat, das Lager des Imperialismus mit der Entente an der Spitze und das Lager des Sozialismus mit Sowjetrussland an der Spitze, dass im ersten Lager sich alle möglichen kapitalistischen, `demokratischen` [sic!!] und menschewistischen Staaten befinden, während zu dem zweiten Lager die Sowjetstaaten, darunter auch Georgien (...) , gehören“ (Stalin, Band 5, Seite 76).
Nehmen wir das andere Zitat von Stalin. 1924 schrieb er in dem gleichen Werk `Über die Grundlagen des Leninismus`:
`a) die Welt ist in zwei Lager geteilt: in das Lager einer Handvoll zivilisierter Nationen, die über das Finanzkapital verfügen und die die gewaltige Mehrheit der Bevölkerung des Erdballs ausbeuten, und in das Lager der unterdrückten und ausgebeuteten Völker der Kolonien und der abhängigen Länder, die diese Mehrheit bilden` (Stalin, Bd. 6, Seite 148, alb. Ausgabe). Wir haben dieses Zitat bewusst ausgewählt: Aus diesen beiden Lagern von ausbeutenden und unterdrückenden Nationen und den ausgebeuteten und unterdrückten Nationen hat Mao nämlich seine berüchtigte „3 – Welten-Theorie“ zusammen gezimmert.
Und Stalin hat nicht nur in seinen „Frühschriften“, sondern noch 1952 in seiner letzten Schrift „Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ klar definiert, worum es sich handelt, nämlich um ein „sozialistisches Lager, das dem Kapitalismus gegenübersteht“ (Moskau, 1952, Seite 37, dt. Ausgabe). Von einem „demokratischen Weltlager“ kann also weder bei Lenin noch bei Stalin die Rede sein.
Aus all den von uns angeführten Gründen lehnen wir die Shdanowsche „Theorie von den zwei Lagern in der Weltpolitik“ ab. Dem Wesen nach ist die Shdanowsche „Zweiteilung der Welt“ nicht anders als Maos „Drei-Welten-Theorie“ = anti-marxistisch. Die eine wie die andere „Theorie“ leugnet die Existenz, die Eigenständigkeit des Sozialismus, wobei Shdanows „Theorie“ sich nur dadurch von Maos „Theorie“ unterscheidet, dass bei ihm der Sozialismus mit dem „demokratischen Weltlager“ identifiziert wird, um darin zu verschwinden, während bei Mao der Sozialismus mit dem Lager der „Dritten Welt“ identifiziert wird, um darin zu verschwinden. Wir lehnen beide als revisionistische Aufteilungen der Welt ab. Und noch einmal: Es gibt keinen „dritten Weg“ Weg“ (Dritte Welt) zum Sozialismus, genauso wenig wie es ein „demokratisches Weltlager“ geben kann, das „friedlich“ zum Weltsozialismus führt. Teilt man die Welt in ein anti-demokratisches und ein demokratisches Lager, wie es Shdanow getan hat, dann ist da kein Platz mehr für ein sozialistisches Lager ! Und so kam es denn ja auch !
Und Titos „blockfreie Welt?“ Diese im Dienst des amerikanischen Imperialismus stehende Weltpolitik hat Tito von Browder abgeguckt. Und wir wissen nicht wer alles von wem abgeguckt hat, aber eins ist für uns klar: Zwischen der Weltpolitik Shdanows, Maos, Titos, Browders, Dimitroffs usw. ist der Geist der II. Internationale und der gemeinsame anti-bolschewistische Kurs durchgehend derselbe: Aufhebung der Trennungslinie zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Alle diese Arten von Weltpolitik arbeiteten Hand in Hand gegen die Weltpolitik Stalins, so verhielt es sich ganz besonders mit der Weltpolitik Shdanows und der Weltpolitik Titos ! Sie sind wesensgleich.
Und heute ? Nachdem das letzte sozialistische Bollwerk Albanien im Jahre 1990 gefallen war, herrscht der Weltimperialismus über alle Länder der Welt. Heute ist die Welt nicht nur reif für die Wiedererrichtung eines neuen sozialistischen Lagers, sondern sogar für die Errichtung des Weltsozialismus. Die Komintern / ML kämpft daher für die völlige Zerschlagung des gesamten Weltimperialismus zur Schaffung einer neuen sozialistischen Weltordnung. Damit wollen wir die imperialistische Epoche beenden und die Unvermeidbarkeit der Spaltung der Welt in ein kapitalistisches und sozialistisches Lager für immer beseitigen. Die Komintern / ML vertritt die Theorie von dem politischen Lager des Weltproletariats und dem politischen Lager der Weltbourgeoisie. Das weltrevolutionäre Lager wird angeführt vom Weltproletariat und seiner Vorhutpartei, die Komintern / ML. Die Komintern / ML vertritt die Weltpolitik des Proletariats, die Eroberung der politischen Macht des Weltproletariats vermittels seiner proletarischen Weltrevolution, die darin besteht, die Weltdiktatur der Bourgeoisie zu stürzen und die Weltdiktatur des Proletariats zu errichten. Unsere Definition der beiden heutigen Weltlager lautet:
Die heutige Welt ist gespalten in das Lager der proletarischen Weltrevolution und das Lager ihrer Gegner, das Lager der imperialistischen Konterrevolution.
Genossen, kann man die Generallinie der Komintern / ML, die Linie des Lagers der proletarischen Weltrevolution, noch klarer und unmissverständlicher ausdrücken ? Wir denken, nein. Entweder man ordnet sich unserem stalinistischen Lager der proletarischen Weltrevolution unter oder man stellt sich gegen unser Lager. Ein „revisionistisches Zwischending“ á la Shdanow oder à la Dimitroff kann und wird es nicht wieder geben.
Wie stellte Stalin die Frage von den beiden Weltlagern ?
Stalin sah die beiden Weltlager so, dass „sich im Laufe der weiteren Entwicklung der internationalen Revolution und der internationalen Reaktion zwei Zentren im Weltmaßstab herausbilden: ein sozialistisches Zentrum, das eine Anziehungskraft auf die Länder ausübt, die zum Sozialismus tendieren, und ein kapitalistisches Zentrum, das eine Anziehungskraft auf die Länder ausübt, die zum Kapitalismus tendieren. Der Kampf dieser beiden Lager wird das Schicksal des Kapitalismus und des Sozialismus in der ganzen Welt entscheiden“ (Stalin, Werke, Band 10, Seite 118).
Diese beiden Zentren im Weltmaßstab, die Stalin oben benennt, sind heute – unter den Klassenverhältnissen der Globalisierung - klar definiert: und zwar das Weltzentrum des Weltproletariats und das Weltzentrum der Weltbourgeoisie.
Der weltrevolutionäre Sieg des sozialistischen Weltzentrums über das kapitalistische Weltzentrum - das ist heute die Grundlage des Stalinismus für die Errichtung des Weltsozialismus.
Und Stalin hat auf dieser theoretischen Grundlage den Kampf um die praktische Verwirklichung der Errichtung des Weltsozialismus konsequent geführt mit einem überwältigenden welthistorischen Ergebnis. Stalin hat das „alte Gleichgewicht“ der beiden Weltlager auf den Kopf gestellt. Stalin baute die revolutionäre Weltfront zur Zerschlagung des Weltimperialismus auf – eine welthistorische Tat, die die Interessen des Weltproletariats zu jenem Zeitpunkt optimal zum Ausdruck brachten. Stalin entwickelte eine ideologische Basis für eine neue, marxistisch-leninistische, eine aktive, offensive weltproletarische Politik, die die bisherige Isolation des Sozialismus „in einem“ Land in eine Isolation des Kapitalismus in „zwei“ Ländern, des angloamerikanischen Kapitalismus, zu verwandeln begann. Es war die neue stalinsche Weltpolitik der Umkreisung des Kapitalismus durch den Sozialismus, die wir im letzten Kapitel ganz besonders würdigen wollen. Der Kalte Krieg der Imperialisten war der erste Krieg in der Geschichte des Imperialismus, wo die Frage entschieden werden musste: Welche Umkreisung wird siegen, die kapitalistische oder die sozialistische ? Wer umkreist wen ? In diesem Sinne unterscheidet sich zum Beispiel auch die Umkreisung der UdSSR durch die Imperialisten in Georgien, war die Mingrelische Verschwörung also qualitativ mit allen anderen vorausgegangen Verschwörungen in Georgien nicht mehr vergleichbar, war es ein Präventivschlag der Imperialisten, nicht nur den Vormarsch des Sozialismus in der Welt zu stoppen, sondern eine Art Vorwärtsverteidigung der alten Umkreisungsstrategie auf dem Territorium des Sozialismus.
Man muss nämlich mal an dieser Stelle mit dem Ammenmärchen aufräumen, die USA hätten die „Welt vom Faschismus“ befreit. Dieser Mythos muss von uns Kommunisten endgültig entlarvt werden. Hier ein vernichtendes Zeugnis der US-imperialistischen Selbstentlarvung:
In der „New York Times“ wurde am 24. Juni 1941 die folgende Erklärung abgegeben:
„Wenn wir sehen, dass Deutschland gewinnt, so sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, so sollten wir Deutschland helfen, sollen sie nur auf diese Weise möglichst viele totschlagen“ - ein Kommentar erübrigt sich, zynischer lassen sich die Blut triefenden Weltherrschaftspläne der US-Imperialisten nicht beschreiben.
England und die USA hatten die deutschen und italienischen Kettenhunde des Faschismus gegen die Sowjetunion Lenins und Stalins in den Krieg gehetzt und zugeguckt wie sie sich alle gegenseitig zerfleischen – ist das etwa antifaschistisch ? Diese hegemonistische Weltpolitik diente dazu, eine „Weltordnung der demokratischen Zivilisation“, also in Wahrheit ihre imperialistisch-faschistische Herrschaft über die Welt zu errichten, denn sie bedienten sich dieser faschistischen Kettenhunde ja auch im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion und nicht nur dieser.
„Bekanntlich versprachen die Alliierten des Westens, dass sie die zweite Front schon 1942 in Europa eröffnen würden. Doch handelten sie noch nicht einmal 1943, sondern erst im Juni 1944, als es mit Hitlerdeutschland endgültig abwärts ging“ (Enver Hoxha, „Anglo-amerikanische Machenschaften“, Tirana 1982, Seite 377).
Und am 6. November 1941 führte Stalin die zeitweiligen Misserfolge der Roten Armee genau hierauf zurück:
„Eine der Ursachen für die Misserfolge der Roten Armee besteht darin, dass es in Europa keine zweite Front gegen die faschistischen deutschen Truppen gibt. Es handelt sich darum, dass auf dem europäischen Festland gegenwärtig keine Armeen Großbritanniens oder der Vereinigten Staaten von Amerika stehen, die gegen die faschistischen deutschen Truppen Krieg führen würden; in Anbetracht dessen brauchen die Deutschen ihre Kräfte nicht zu zersplittern und müssen nicht an zwei Fronten, im Westen sowohl wie im Osten, Krieg führen. Nun, und dieser Umstand hat zur Folge, dass die Deutschen, die ihr Hinterland im Westen für gesichert halten, die Möglichkeit haben, alle ihre Truppen und die Truppen ihrer Verbündeten in Europa gegen unser Land einzusetzen. Die Lage ist jetzt derart, dass unser Land den Befreiungskrieg allein, ohne von jemand militärische Hilfe zu erhalten, gegen die vereinigten Kräfte der Deutschen, Finnen, Rumänen, Italiener und Ungarn führt“ (Stalin, „Der 24. Jahrestag der Oktoberrevolution“, Band 14, Seite 249, KPD/ML, Dortmund 1976).
Das war also in Wirklichkeit die historisch entscheidende Schützenhilfe, die der angloamerikanische Imperialismus dem Hitlerfaschismus gab, um den Sozialismus vom Erdball zu fegen. Als was muss man das also bezeichnen, wenn die angloamerikanischen Imperialisten ihren rechtzeitigen Eintritt in die Westfront verweigerten ? Das war nicht nur feige, sondern Ausdruck ihrer nackten Weltherrschaftsstrategie: sie wollten im Grunde zwei Fliegen mit einer Klappe „erledigen“, nämlich einfach zuschauen, wie sowohl der Sozialismus als auch der ihnen im Weg stehende deutsche Imperialismus sich gegenseitig zerfleischen. Sie billigten nicht nur, sondern beteiligten sich indirekt am Völkermord der Hitlerfaschisten, indem sie deren Raubkrieg gegenüber Stillhalten bewahrten. Jeder zweite Soldat an der Ostfront ist durch die nicht vorhanden gewesene Westfront, durch die von Weltherrschaftsträumen bestimmte Unterlassungssünde der USA und ihren englischen Verbündeten, im Krieg gefallen. Ihre heimlichen Hoffnungen, als lachender Dritter aus dem Zweiten Weltkrieg hervor zu gehen, wurden zunächst von Stalin durchkreuzt. Erst mit dem Mord an Stalin, erst mit Hilfe der Machtübernahme der modernen Revisionisten, ging die Rechnung des angloamerikanischen Imperialismus auf. Die angloamerikanischen Imperialisten hatten sich mit der Verweigerung ihrer Westfront eindeutig auf die Seite Hitlers und gegen Stalin gestellt. Das sieht man auch daran, dass der Hitlerkrieg ohne Finanzspritzen der USA gar nicht gegen die Sowjetunion geführt werden konnte, während die westlichen Waffenlieferungen an die Sowjetunion dagegen ziemlich mickerig aussahen. Im Gegensatz zu Hitler, hat sich die Sowjetunion einzig und allein auf ihre eigene Kraft stützen müssen. An dieser historischen Tatsache beißt die Maus keinen Faden ab und wir werden auf diesen Schandfleck Englands und der USA stets mit Fingern zeigen, wenn diese sich mit ihrem Invasions-Glorienschein als die „Friedensretter der Welt“ aufplustern: Die Verweigerung der Westfront war einer der größten konterrevolutionären imperialistischen Akte im Kampf gegen den proletarischen Befreiungskrieg, wodurch der Vormarsch des Weltsozialismus aufgehalten wurde, wodurch der Weltimperialismus seiner Niederlage entging. Die Weltherrschaft des amerikanischen Imperialismus ist nicht zuletzt dadurch zu erklären, dass dieser seine Kräfte so lange schonte, bis die Kräfte der Krieg führenden Länder bereits so sehr geschwächt und gegenseitig aufgerieben waren, dass es für seine daraus resultierende militärische Überlegenheit im Grunde keine Rolle mehr spielte, wer als Sieger daraus hervorging. Wie sich zeigte, ging Stalin als Sieger der Krieg führenden Länder hervor. Somit übernahmen die USA die historische Rolle der Rettung des kapitalistischen Weltlagers, die Rolle der Vernichtung des sozialistischen Weltlagers, die Rolle des konterrevolutionären Feuerlöschers der sozialistische Weltrevolution, machte er sich als Retter der Weltbourgeoisie bis heute zum Hauptfeind des Weltproletariats, zum Hauptgegner unseres weltproletarischen Befreiungskrieges. Bis heute lassen sich die USA ihren welthistorischen Rettungsdienst des kapitalistischen Weltlagers, ihre Weltfront gegen den Kommunismus, von der gesamten kapitalistischen Welt teuer bezahlen. Sowohl in polit-ökonomischer Hinsicht als auch in jeder anderen Hinsicht hatte fast die ganze Welt ihre Rechte und Unabhängigkeit für Dollars verkauft, begann die größte Versklavung des Weltproletariats, die größte Weltversklavung der Völker in der Geschichte der Menschheit. Unter diesen schwierigen Bedingungen bauten die Albaner ihren Sozialismus auf – eine historische Glanzleistung.
Als die USA mit Entsetzen feststellen mussten, dass die Sowjetunion die Imperialisten einen nach dem anderen zum Frühstück verspeiste, da kriegten sie es mit der Angst zu tun und so mussten sie sich zu guter Letzt doch noch ihre Hände schmutzig machen. Schon während des Einmarsches der amerikanischen Besatzungstruppen in Europa wurden die reaktionärsten Kräfte angeheuert und unterstützt, um sie unter amerikanischer Führung als anti-kommunistischen Weltfront aufzubauen. Die Westfront war für die Amis schon viel mehr eine Front des neuen Kalten Krieges gegen Stalin als noch eine Front gegen Hitler, der von der Roten Armee schon so gut wie geschlagen worden war. Der Einmarsch der Westalliierten in Europa diente dem Weltimperialismus als Pufferzone gegen den Weltkommunismus und als Aufmarschgebiet des Krieges, den sie an Stelle Hitlers gegen das neue sozialistische Weltlager fortzusetzen gedachten. Das neue anti-kommunistische Weltzentrum der USA und Englands zerschlug nicht etwa das alte anti-kommunistische Weltzentrum Deutschland, sondern stellte es in seinen Dienst (zunächst Westdeutschland) !!
Warum hatten sie es plötzlich so eilig, doch noch in den Krieg zu ziehen und nicht als Befreier, sondern als imperialistische Besatzungsmacht in Europa einzufallen ? Um die europäische Bevölkerung vom Hitlerfaschismus zu befreien (?!). Das behaupten sie, um vom wahren Grund abzulenken, nämlich selber Europa zu beherrschen und zu versklaven.
„Die völlige Zerschlagung des deutschen Faschismus gehörte nicht zu ihren Plänen. Sie waren daran interessiert, Deutschlands Macht zu untergraben, vor allem Deutschland als einen gefährlichen Konkurrenten auf dem Weltmarkt auszuschalten, wobei sie von ihren engstirnigen, eigennützigen Zielen ausgingen. Es gehörte dagegen durchaus nicht zu ihren Absichten, Deutschland und andere Länder von der Herrschaft der reaktionären Kräfte zu befreien, die ständige Träger der imperialistischen Aggression und des Faschismus sind, ebenso wie die durchgreifende demokratische Umgestaltungen nicht zu ihren Absichten gehörten“ („Geschichtsfälscher“, eine historische Richtigstellung, veröffentlicht vom Informationsbüro der Sowjetunion, Seite 58).
Der angloamerikanische Einmarsch in die Normandie diente der angloamerikanischen Kolonialisierung Europas, diente als Wiedererrichtung jenes deutschen Bollwerks gegen den Weltsozialismus, das Stalin geschleift hatte. Mit der Landung in der Normandie wurden die Weichen des Bollwerks gegen den Weltbolschewismus neu gestellt. Da wird in Worten der Sieg über den Hitlerfaschismus gefeiert, aber in Wirklichkeit feiern die Weltimperialisten die Restauration ihres europäischen Bollwerks gegen den Weltbolschewismus, nicht den Sieg über Hitler, sondern den Sieg über Stalin, den Beginn des Sieges des kapitalistischen Weltlagers über das sozialistische Weltlager. Mit der Landung in der Normandie verhinderte der angloamerikanische Imperialismus, dass Europa ins sozialistische Weltlager abzufallen drohte. Mit einem sozialistischen Europa wäre das ganze Gebäude des Weltimperialismus nämlich endgültig eingestürzt. Solange es den Hitlerfaschismus gab, fühlte sich der Weltimperialismus vor dem sozialistischen Weltlager sicher, denn der Hitlerfaschismus galt bislang als stärkstes antibolschewistisches Bollwerk des Weltkapitalismus. Nach Stalins Sieg über Hitler aber war das alte „Gleichgewicht der friedlichen Existenz der beiden sich antagonistisch gegenüberstehenden Weltsysteme gestört“ - entstand ein welthistorisches Machtvakuum, das in der Zukunft nur noch aufgefüllt werden konnte entweder mit dem Sieg des Weltkapitalismus über den Weltsozialismus oder den Sieg des Weltsozialismus über den Weltkapitalismus. So war die Frage Geschichte der Menschheit gestellt. Die modernen Revisionisten waren es schließlich, die mit ihrem Verrat innerhalb des sozialistischen Weltlagers das historische Blatt zu Gunsten des Weltkapitalismus wendeten. Es wird klar, welch große Bedeutung Stalin dem Kampf gegen die modernen Revisionisten bei maß und welche titanischen Anstrengungen er unternahm, um die weltsozialistische Front gegen den Weltkapitalismus nicht nur nach außen, sondern auch nach innen zusammen zuschweißen. Der Sieg des Weltsozialismus über den Weltkapitalismus setzt den Sieg an zwei Weltfronten voraus – die innere und die äußere Front ! Die stalinistische Strategie und Taktik an beiden Fronten - das sicherte den Sieg des Stalinismus!
Die so genannte „Invasion in die Normandie“, der so genannte „D-Day“, war also nichts anderes als einer der letzten Zuckungen des Weltkapitalismus vor der Weltherrschaft des Kommunismus, nachdem Stalin Hitlers Niederlage in Stalingrad besiegelt hatte. Die damit eingeleitete Wende des Zweiten Weltkriegs zwang die Angloamerikaner zu ihrer existentielle Vorausverteidigung, um den drohenden Sieg des Stalinismus im Weltmaßstab zu verhindern und damit ihren eigenen Untergang. Die Invasion in die Normandie war der verzweifelte Versuch des Weltkapitalismus, sich aus dem Würgegriff Stalins zu befreien. Der Kampf um Europa entschied über Sieg und Niederlage von Weltkapitalismus und Weltsozialismus.
Der wahre Grund der Invasion an der Atlantikküste war also schlicht und ergreifend die durch Stalin veränderte Weltlage: Stalin zwang den Kapitalismus dazu, seine nackte Haut zu retten ! ! Die Amis mussten schnellstens über den Großen Teich, um den Vormarsch der sowjetischen Armee zu stoppen, die nämlich bereits ins kapitalistische Kerngebiet Europas vorgedrungen waren und im wichtigsten Hinterland des amerikanischen Imperialismus operierten – in Zentraleuropa !!! Sie hatten nicht Angst vor Hitler – sie hatten Angst vor Stalin !!! Und warum ? Weil Stalin den Spieß umgedreht hatte, denn nun war zum ersten Mal in der Geschichte nicht mehr die Sowjetunion umkreist, sondern plötzlich waren es die Amis selbst, war es zum ersten Mal in der Geschichte des Sozialismus, der das Machtzentrum des Weltimperialismus einzukreisen begann !!! Mit allem hatten sie gerechnet, nur damit nicht: eine Umkehrung der Intervention des Kapitalismus in die Intervention des Kommunismus ! Im Stalinismus ging es bereits um das schrittweise Niederringen aller imperialistischen Großmächte durch den Vormarsch des Weltsozialismus ! ! Das ging zweifellos weit über den Leninismus hinaus ! ! Läutete Lenin das Herausbrechen eines einzigen Kettengliedes aus der imperialistischen Kette ein, so befand sich Stalin bereits auf den Vormarsch zur weltrevolutionären, historischen Epoche des Auseinanderbrechens der weltimperialistischen Kette.
Der Stalinismus ist die weltrevolutionäre Lehre vom Auseinanderbrechen der weltimperialistischen Kette nicht mehr am schwächsten Glied, sondern am damals stärksten Glied (Hitlerdeutschland), vom Sieg des weltsozialistischen Lagers über das kapitalistische Weltlager.
Das hätte bedeutet, dass die USA von da an vom Weltsozialismus eingekreist waren, und so zwang ihnen Stalin den Kalten Krieg auf- nicht umgekehrt. Ohne gegen Stalin in den Kalten Krieg zu ziehen, wäre die angloamerikanische, diese letzte Bastion des Weltimperialismus schneller gefallen, als es sich diese hätte vorstellen können. Stalin hat der Welt den Weg gewiesen, dass der amerikanische Imperialismus, dass das neue Weltzentrum des Kapitalismus, besiegbar war, und der Stalinismus beweist uns heute, dass er besiegbar geblieben ist – eben auf weltrevolutionärem Wege. Stalin bringt seine weltrevolutionäre Schlüsselstrategie in folgenden mächtigen Worten zum Ausdruck, die er an Mao Tsetung richtete:
„Nach meiner Ansicht sollten wir nicht, da wir zusammen stärker als die USA und England sein werden, während die anderen europäischen kapitalistischen Staaten (mit Ausnahme Deutschlands, welches nicht in der Lage ist, jetzt irgendwelche Hilfe den USA zu geben) keine ernsthaften Streitkräfte unterhalten. Wenn ein Krieg unvermeidlich ist, dann sollten wir ihn jetzt führen und nicht in einigen Jahren, wenn der japanische Militarismus als einem Alliierten der USA wieder entstanden ist und wenn die USA und Japan über einen vorbereiteten Brückenkopf auf dem Kontinent in der Form des geeinten Korea unter der Regierung von Syngman Rhee, verfügen“ (aus Rosa Luxemburg-Stiftung; Manuskript 43 „Der Tod des Diktators“, Seite 72, Dietz Verlag, Berlin 2003).
Dies hielt Stalin nicht davon ab, von Mao Tsetung eine Stellungnahme zu verlangen, warum die sowjetischen Spezialisten in China als chinesische Agenten angeworben wurden (1952).
Und was den angloamerikanischen Kalten Krieg anbelangt, bringen wir Stalins weltrevolutionäre Haltung zum Krieg in folgendem Zitat zum Ausdruck:
„Wir sind g e g e n den imperialistischen Krieg als konterrevolutionären Krieg. Aber wir sind f ü r den Befreiungskrieg, den anti-imperialistischen, revolutionären, ungeachtet der Tatsache, dass ein solcher Krieg bekanntlich nicht frei ist von den `Schrecken des Blutvergießens`, sondern diese sogar reichlich aufweist“ (Stalin, Band 12, Seite 155/ 156).
Stalin war nicht nur für den anti-imperialistischen Krieg, sondern er führte ihn auch siegreich. Für ihn war klar, dass der Sieg über Hitlerdeutschland noch nicht den vollständigen Sieg über den Weltimperialismus bedeuten konnte, dass dieser anti-imperialistische, weltrevolutionäre Krieg gegen den angloamerikanischen Imperialismus fortgesetzt werden musste.
Der Stalinismus ist die Lehre vom weltrevolutionären Befreiungskrieg gegen den Krieg des Weltimperialismus, von der Beseitigung der Unvermeidbarkeit der weltimperialistischen Kriege, ist die Lehre vom Krieg zur endgültigen Befreiung vom Weltimperialismus, ist die Lehre vom sozialistischen Weltkrieg, vom weltsozialistischen Krieg.
Angesichts dieses Satzes sehe man sich an, welchen welthistorischen Verrat Berija und Malenkow mit ihrem Schwanz-Einziehen nach Stalins Tod betrieben hatten. Was Stalin als Atempause zwischen Großem Vaterländischen und Kalten Krieg nutzte, das missbrauchten seine Gegner im eigenen Lager als Gelegenheit zur Kapitulation, zum Verrat am proletarischen Internationalismus, zum Verrat am Weltsozialismus, zum Verrat an der Weltdiktatur des Proletariats: Im Kalten Krieg die Kapitulation des Sozialismus zu erzwingen, nämlich von der ersten in die zweite Periode überzugehen und zu verhindern, dass in Folge des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg aus dem Sozialismus „in einem“ Land ein Weltsozialismus entsteht, der das kapitalistische Lager endgültig vom Erdball fegt - das ist die ganze Wahrheit über den Anti-Stalinismus, dessen Sieg die Weltimperialisten mit Hilfe der modernen Revisionisten errangen, mit Hilfe solcher Verbrecher für Berija, Malenkow, Chruschtschow usw. usf..
Der Stalinismus ist die Lehre des Klassenkampfes des Weltproletariats in der Periode, als der Sozialismus „in einem“ Land sich von seinen Anführungsstrichen zu befreien versuchte.
Der Stalinismus als Lehre vom Übergang des Sozialismus zum Kommunismus „in einem“ Land ist daher nur der halbe Stalinismus. Der ganze Stalinismus beinhaltet den Kampf zur Überwindung der Anführungsstriche „in einem“ Land, beinhaltet den Kampf für den Sieg über das kapitalistische Lager, den Kampf für die Beseitigung des kapitalistischen Lagers, zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit des kapitalistischen Lagers.
Stalinist kann nur derjenige sein, der sich heute im Klassenkampf vom GANZEN und nicht vom HALBEN Stalinismus leiten lässt. Sich vom HALBEN Stalinismus leiten zu lassen, heißt im Grunde, den Stalinismus sterben zu lassen, ist anti-stalinistisch, dient der Aufrechterhaltung der Macht des Weltkapitalismus, bedeutet ideologische Entwaffnung der Weltrevolution des Proletariats, ist Wasser auf die Mühlen des Revisionismus.
Es wird Zeit, diese Wahrheit einmal nach über 60 Jahren in aller Konsequenz auszusprechen, was nichts anderes heißt, als die notwendigen, weltrevolutionären Schlussfolgerungen daraus für die aktuelle Situation des zusammenbrechenden Weltimperialismus zu ziehen ! Bevor wir Weltbolschewisten weltpolitisch handeln lernen, müssen wir erst einmal weltpolitisch denken lernen, richtig, konsequent stalinistisch denken lernen, stalinistisch zu Ende denken lernen und unser halb-stalinistisches Denken zu überwinden ! Und wir haben es schon tausend Mal gesagt, dass man dies nicht kann, wenn man sich nicht von Denkschablonen der ersten Periode des Sozialismus befreit hat – und zwar gründlich und vollständig, so wie es uns Stalin vorgemacht hat, so wie es der Stalinismus tatsächlich lehrt. Es führt heute kein Weg mehr zurück zum alten Sozialismus. Er kann uns nicht mehr retten, sondern nur den Weltimperialismus. Wir müssen uns voll auf den weiter entwickelten, auf den neuen, den nicht mehr restaurierbaren Sozialismus konzentrieren, auf den Weltsozialismus, auf einen globalisierten Sozialismus ohne Kapitalismus, so wie Stalin es getan hat !
Die Weltrevolution ist nicht mit der Beseitigung der bürgerlichen Welt beendet, sondern dies ist nur die unvermeidliche Notwendigkeit zur Schaffung einer weltproletarischen Welt, dem eigentlichen Zweck der Weltrevolution.
Es ist NICHT der Zweck der Weltrevolution, die erste Periode des Sozialismus mechanisch zu reproduzieren. Sich nicht nur vom Weltimperialismus zu befreien, sondern sich eine eigene proletarische Welt aufzubauen, das setzt voraus, die weltrevolutionäre Theorie des Marxismus-Leninismus aus ihrer eigenen Geschichtsstereotypie zu befreien; d.h., aus der weltrevolutionären Theorie der ersten Periode des Sozialismus eine weltrevolutionäre Theorie der zweiten Periode des Sozialismus zu schmieden. Wir wollen ja nicht das Abbild eines vergangenen Sozialismus als hübschen Scherenschnitt reproduzieren, um es in unser Album zu kleben. Wir wollen einen neuen Sozialismus, einen Weltsozialismus mit Händen und Füßen schaffen, und dazu müssen wir die Lehren des Marxismus-Leninismus richtig ausschöpfen, unser sozialistisches Denken und Bewusstsein auf eine globalisierte Stufe heben, was nichts anderes heißt, als den proletarischen Internationalismus, die proletarische Weltanschauung in eine Anleitung zur Erschaffung einer real existierenden proletarischen, internationalistischen Welt zu verwandeln. Und die Komintern / ML wird nicht aufhören, dem Weltproletariat dabei zu helfen, sein marxistisch-leninistisches Bewusstsein auf die nötige globale Höhe zu heben, um sich seine eigene Welt aufzubauen.
Die Weltanschauung des Proletariats ist heute zur Anschauung einer neu entstehenden globalen Klasse geworden. Aus dieser neu entstandenen globalisierten Klasse entwickelt sich ein neues weltrevolutionäres Bewusstsein, das mit weiter entwickelten Ideen des Marxismus-Leninismus ausgestattet sein wird. Das Sein der globalisierten Arbeiterklasse bestimmt ihr neues globalisiertes Bewusstsein, das sich vom alten weltrevolutionären Bewusstsein gewaltig unterscheidet. Wenn die neue, globalisierte Arbeiterklasse, ihr weltrevolutionäres Bewusstsein nicht globalisiert, wird es eine Niederlage erleiden, wird es über die Weltbourgeoisie nicht siegen können. Was ist das Neue an dem revolutionären Bewusstsein der Arbeiterklasse unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus ?
Es ist nicht mehr das Sein der Diktatur des Proletariats „in einem“ Land, das das Bewusstsein des Weltproletariats bestimmt, sondern das Sein der Weltdiktatur des Proletariats. Es ist die internationale Klasse, die über die Macht im Weltmaßstab verfügt, auf dieser Basis sein weltsozialistisches Bewusstsein voll entfaltet und es zum vorherrschenden Bewusstsein im Weltmaßstab macht. Sozusagen stimmt zum ersten Mal in der Geschichte der proletarischen Bewegung globalisiertes Sein und internationalistisches Bewusstsein der Arbeiterklasse vollkommen überein – die Basis des Aufbaus des Weltsozialismus ohne kapitalistisches Lager. Das internationalistische Bewusstsein der Proletarier einzelner Länder, insbesondere des sozialistischen Proletariats „eines Landes“, ist nicht mehr das vorherrschende Bewusstsein, das die Proletarier aller Länder vereint (und das dadurch charakterisiert ist, dass dieses internationalistische proletarische Bewusstsein vom täglichen Einfluss des bürgerlichen Bewusstseins „umkreist“ wird), sondern umgekehrt:
In der ersten Periode des Sozialismus war das Vorherrschen des sozialistischen Bewusstseins nur „in einem“ sozialistischen Land möglich, während das sozialistische Bewusstsein in der zweiten Periode des Sozialismus in allen Ländern der Welt vorherrscht. Die objektiven und subjektiven Faktoren des Weltsozialismus kommen in Übereinstimmung und verwandeln sich zur Basis und zum Hebel des Weltkommunismus. Das Weltproletariat, bereits als globale revolutionäre Klasse herangewachsen, erweitert sein internationalistisches Bewusstsein zur Schaffung der klassenlosen Weltgesellschaft. Das sozialistische Bewusstsein des Weltproletariats ist darauf gerichtet, das Klassendasein der Arbeiter auf der ganzen Welt zu beenden, ist darauf gerichtet, die kommunistische Weltgesellschaft, durchdrungen mit weltkommunistischem Bewusstsein, zu schaffen. Mit diesem neuen Bewusstsein befreien sich die Menschen vom Hemmschuh des Klassencharakters des Marxismus-Leninismus, befreien sie sich von der Vorherrschaft des Marxismus-Leninismus, verwandeln die klassenlosen Menschen den Marxismus-Leninismus in ihre klassenlose Weltanschauung, machen sie ihn zur geistigen, zur klassenlosen Triebfeder der kommunistischen Weltgesellschaft.
Ohne Europa in ihren Klauen wäre Onkel Sam und John Bull eingegangen wie eine Primel, würde nichts mehr von ihnen übrig bleiben, hätten wir heute nicht den ganzen Ärger und das ganze Elend in der Welt mit ihnen zu ertragen !
Mit der Umkreisung des Kapitalismus durch den Sozialismus - mit der weltrevolutionären Losung: „Dreht die Waffe der kapitalistischen Umkreisung um !“ - hatten die Revisionisten jedoch nichts am Hut. Sie waren dafür viel zu feige. Und dass sie dafür zu feige waren, das hat ihnen Stalin offen ins Gesicht gespien! ER hat sie als Kapitulanten entlarvt und ihnen den Kampf angesagt. In den „ökonomischen Problemen“ erinnerte Stalin an die weltrevolutionäre Lehre Lenins: „Um die Unvermeidlichkeit von Kriegen zu beseitigen muss man den Imperialismus vernichten“ (Stalin, „ökonomische Probleme“..., Moskau 1952, Seite 45). Das ist die Aufgabe, die heute konkret zur Lösung ansteht.
Der Arbeiter nimmt das revolutionäre Gewehr seit über 150 Jahren auf die Schulter, aber schießen wird er heute zum ersten Mal über alle Landesgrenzen hinweg.
Und erinnern wir uns an Lenins Zitat:
„... die Aufgabe eines Vertreters des revolutionären Proletariats ist es dann, die proletarische Weltrevolution vorzubereiten als einzige Rettung vor den Schrecken des Weltgemetzels...“ (Lenin, Werke, Band 28, Seite 324-325).
Weder Shdanow in der Kominform noch Malenkow in seinem Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag haben auf diese weltpolitische Aufgabe des Weltproletariats, nämlich die Unvermeidbarkeit des Imperialismus revolutionär zu vernichten, hingewiesen, haben sie die kommunistische Weltbewegung auf dieses wichtigste weltstrategische Ziel nicht ausgerichtet. Weder die eine (Shdanow), noch die andere Gruppierung (Berija, Malenkow, Chruschtschow) hat hierüber auch nur ein Wort verloren, und so sind sie vom Weg Stalins und Lenins abgewichen, haben sie sich ins revisionistische Fahrwasser begeben.
Gehen wir an die Zwei-Weltlager-Politik Stalins dialektisch heran, so bedeutet dies, dass sich seine Gegner im eigenen Land gegen diese einzig korrekte, weltproletarische Zwei-Weltlager-Politik Lenins und Stalins stellen mussten. Und eben das kann logischerweise nur bedeuten, dass sie objektiv gesehen eine Agentur der Politik des kapitalistischen Weltlagers im eigenen Land waren. Wer waren diese Gegner ? Es waren nicht nur Shdanowleute, sondern auch die Berija-, Malenkow-, Chruschtschowleute. Beide Gruppierungen verleugneten diese Zwei-Weltlager-Politik Lenins und Stalins vom kapitalistischen und sozialistischen Lager. Und Berija und Malenkow schworen ihr ab sogar in ihren Grabreden (!), wo sie die „friedliche Koexistenz“ als ihren „neuen“ (antistalinistischen!) Kurs verkündeten. Schon im Rechenschaftsbericht Malenkows auf dem XIX. Parteitag vertrat dieser übrigens die gleiche revisionistische Weltlager-Einteilung wie Shdanow:
„Auf politischem Gebiet war die Nachkriegsperiode durch die Bildung der zwei Lager gekennzeichnet – des aggressiven antidemokratischen Lagers mit den USA an der Spitze und des friedliebenden demokratischen Lagers“ (Malenkow, Rechenschaftsbericht des ZK der KPdSU (B) an den XIX. Parteitag, herausgegeben vom Parteivorstand der KPD, Stuttgart, Seite 4).
Doch damit nicht genug: Dreist finden wir, dass Malenkow im Rechenschaftsbericht Stalins Einteilung des kapitalistischen Lagers und des sozialistischen Lagers nicht nur verschweigt, sondern so tat als ob die revisionistische, demokratisch-antidemokratische Lagertheorie ausgerechnet von Stalin selbst stammen würde. Malenkow wagte es in seinem Rechenschaftsbericht, dem Stalinismus ungeniert einen revisionistischen Inhalt unter zu jubeln – was Stalin veranlasste, das neue Präsidium vor den Kopf zu stoßen. Malenkow verfälschte den Stalinismus wie folgt:
„Das ökonomische Ergebnis der Bildung der beiden gegensätzlichen Lager war, wie Genosse Stalin lehrt [sic !!!], dass sich der einheitliche umfassende Weltmarkt geteilt hat und zwei parallele Weltmärkte entstanden: der Markt der Länder des friedlichen demokratischen Lagers und der Markt der Länder des aggressiven, imperialistischen Lagers“ Malenkow, (ebenda, Seite 8/9).
Das soll Stalin gelehrt haben ???!!!! Unverschämtheit !Stellen wir im Originalton Stalin dagegen, wird diese betrügerische Fälschung sofort für den Leser überzeugend sichtbar, kommt hinter dem „marxistisch-leninistische Malenkow“ der frech auftretende Revisionist Malenkow hervor. Stalin sagte:
„Aber gleichzeitig fielen China und die anderen volksdemokratischen Länder, die in Europa, von kapitalistischen System ab und bildeten zusammen mit der Sowjetunion ein einheitliches und mächtiges sozialistisches Lager, das dem Lager des Kapitalismus gegenübersteht. Das Bestehen zweier entgegengesetzter Lager führte ökonomisch zu dem Ergebnis, dass der einheitliche allumfassende Weltmarkt zerfiel, und als Resultat haben wir jetzt zwei parallele, einander gleichfalls gegenüberstehende Weltmärkte“ ( Stalin, „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, Moskau 1952, Seite 37).
Also Stalin spricht nicht von der Parallele eines antidemokratischen und demokratischen Weltmarktes, sondern vom Gegenüberstehen eines kapitalistischen und eines sozialistischen Weltmarktes – eben diesen „kleinen Unterschied“ hat Malenkow in seinem Rechenschaftsbericht nicht nur „übersehen“, sondern kackfrech als „Lehre Stalins“ ausgegeben. Malenkow hätte für diese Verleumdung Stalins unserer Meinung nach sofort vom Rednerpult heruntergeholt und auf direktem Wege in die Gefängniszelle abgeführt werden müssen – und das wäre nur die mildeste Strafe für ihn gewesen !! Solch einen Verbrecher heute noch als „Marxisten-Leninisten“ zu verkaufen, dazu können nur Berijaner fähig sein !
Es ist unter Marxisten-Leninisten unstrittig, dass sich die eigenen Revisionisten gern mit dem so genannten „anti-revisionistischen Kampf“ gegen die anderen Revisionisten tarnen, dass sich die eine revisionistische Fraktion gegenüber der anderen tarnt, um den anti-revisionistischen Zweifrontenkrieg der Marxisten-Leninisten zu paralysieren. Dieses Phänomen finden wir nicht nur gegenüber anderen Ländern vor, sondern auch im eigenen Land selbst. Das erklärt das Phänomen der zwei revisionistischen Gruppierungen im revisionistischen Lager innerhalb der Sowjetunion, die sich beide hinter der stalinistischen Generrallinie versteckten, nicht um vordergründig den Revisionismus, sondern in Wahrheit den Stalinismus zu bekämpfen. Das war bei den Chruschtschowianern genauso wie bei den Maoisten und auch die Shdanowleute haben davon nicht wenig Gebrauch gemacht. Und wenn Shdanow gegen den Westen vorging, dann bliesen die Nationalisten natürlich in sein Horn, um damit den proletarischen Internationalismus ebenso zu attackieren wie die Kosmopoliten, nur von der anderen Richtung her. Und bei den Berijanern ist es auf dem „linken“ Flügel nicht anders: Man kritisiert das Sektierertum der anderen Sektierer, um das eigene Sektierertum zu tarnen und den anti-dogmatischen Zweifrontenkampf der Marxisten-Leninisten zu paralysieren. Die beiden fraktionistischen Gruppen bekämpften einander. Aber indem sie sich bekämpften, bildete sich daraus ihre Einheit gegen den Stalinismus. Das scheint paradox zu sein, ist aber zutiefst dialektisch, wie es die Geschichte zeigt.
Wenn dort in Leningrad tito-freundliche Elemente aufgetreten waren, wie Bill Bland es in seinem Artikel über die „Leningrader Affäre“ betonte, dann darf man niemals die tito-freundlichen Elemente der anderen Fraktion Berijas, Malenkows unter den Tisch wischen, darf sie nicht in Schutz nehmen und gar als „Marxisten-Leninisten“ hoch-stilisieren – und eben das hat Bill Bland getan. Wie Berija, Malenkow und Chruschtschow und all die anderen ihrer Fraktion nach Stalins Tod Tito um den Hals gefallen sind, das hätte Bill Bland nicht verschweigen dürfen, sondern anprangern müssen. Es war Stalin, der wirklich konsequent gegen den modernen Revisionismus, sowohl nach außen (Titoismus) als auch gegen deren Verbindungen mit innen im eigenen Land gekämpft hat. Es ist vor allem dem Genossen Stalin zu verdanken, dass das Kominformbüro im Juni 1948 Jugoslawien verurteilte, vom Marxismus-Leninismus abgewichen zu sein, den Weg des Revisionismus eingeschlagen und den Sozialismus verraten zu haben, den Weg des proletarischen Internationalismus verlassen zu haben, auf die Position des bürgerlichen Nationalismus übergegangen zu sein und eine anti-sowjetische und anti-albanische Haltung eingenommen zu haben.
Wer taucht denn da alles im demokratischen Lager auf ? Kommunisten und Sozialdemokraten vereint (?!) In Wirklichkeit hat Shdanow mit seiner „Theorie vom demokratischen Lager“ den Sozialdemokratismus auf unzulässige und sträfliche Weise in zwei Lager aufgeteilt. Er hat den rechten Flügel in das imperialistische Lager und den linken Flügel der Sozialdemokratie in das „demokratische“ Lager verfrachtet. Wir dürfen gegenüber Bill Blands Auffassung vom „marxistisch-leninistischen“ Malenkow nicht unerwähnt lassen, dass gerade Malenkow es war, der diese revisionistische Auffassung in seinem Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag vertreten hat und das war 1952 !! Auf dem XX. Parteitag von 1956 war es dann Chruschtschow, der diese revisionistische Auffassung von Dimitroff aufgriff und Malenkows Kurs von 1952 fortsetzte.
Man kann als Marxist-Leninist aber nicht den Sozialdemokratismus vernichten, wenn man seinen „linken“ Flügel rettet – das ist eine revisionistische Weltpolitik. Natürlich ist es richtig, den Rechtssozialismus zu entlarven, aber nicht von der Position des linken Flügels der Sozialdemokratie aus, sondern nur vom bolschewistischen Standpunkt aus – also den Sozialdemokratismus insgesamt zu zerschlagen, insbesondere dessen „linken“ Flügel, dessen Einfluss in der kommunistischen Weltbewegung, dessen Einfluss in der Sowjetunion. Diese Aufgabe hat Shdanow nicht korrekt geleistet und der kommunistischen Weltbewegung dadurch Schaden zugefügt, insbesondere der stalinistischen Generallinie im eigenen Land. Man darf hinter dem Kampf gegen den Rechtssozialismus nicht sein Versöhnlertum, seine Kapitulation gegenüber dem Sozialdemokratismus verbergen, eben das ist Revisionismus, der sich damit seine natürliche Basis des Sozialdemokratismus sichern kann. So ist Dimitroff auch mit seiner angeblichen „Einheitsfront“ gegenüber den Faschismus aufgetreten und gescheitert. Shdanow hätte nicht nur auf die Gefahr des Rechtssozialismus, sondern auch und viel mehr (!) auf die Gefahr des „linken“ Sozialdemokratismus hinweisen und diesen entlarven und bekämpfen müssen als dessen notwendigen gemeinsamen Antipoden als sozialdemokratische Agentur im sozialistische Lager. Das aber hat er nicht getan und das macht unsere Kritik an ihm aus, denn damit hat er die kommunistische Weltbewegung gegenüber dem Sozialdemokratismus entwaffnet, hat er damit insofern dem Weltimperialismus und nicht dem Weltsozialismus einen Dienst erwiesen, hat er dem Revisionismus – ob er es nun wollte oder nicht - an der Macht den Weg bereitet ..
Die Kominform ist also nicht erst auf Titos Forderung hin von Chruschtschow aufgelöst worden, sondern in ihr hatte sich revisionistisches Gedankengut breit gemacht, das ihr Scheitern nach Anfangserfolgen (durch Stalins Initiativen) also von innen heraus hervorgerufen hat. Sie wurde in ein Instrument der revisionistischen Entartung, in ein Instrument gegen den Stalinismus verwandelt, bevor sie sich auflöste. Das sind ganz wichtige Dinge, die man sich stets klar vor Augen halten muss, wenn man das Scheitern der Komintern und der Kominform kritisch analysieren will. So hatten sich beide, die Komintern und die Kominform in Instrumente des Weltimperialismus verwandelt, schon bevor sie aufgelöst worden waren. Hier unterscheiden wir uns auch von der Haltung des Genossen Bill Blands. Der Unterschied ist nur der, dass die Auflösung der Komintern nicht mit der Auflösung der Sowjetunion Lenins und Stalins verbunden war, während die Auflösung der Kominform im Jahre 1956 mit dem XX. Parteitag der KPdSU zusammenfiel, wo die Sowjetunion Lenins und Stalins offiziell begraben wurde. Das hatte einerseits auf die kommunistische Weltbewegung eine katastrophale Wirkung, andererseits die Chance, eine neue marxistisch-leninistische, eine anti-revisionistische Weltbewegung. Und diese Chance wurde genutzt und verwirklicht mit dem Genossen Enver Hoxha an der Spitze. Die Aufgabe, eine neue Kommunistische Internationale zu schaffen, ohne die die marxistisch-leninistische Weltbewegung ohne Generalstab bleibt, wurde aber erst im Jahre 2000 mit der Gründung der Komintern / ML in die Tat umgesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Rechtssozialisten den Verrat der II. Internationale dadurch überboten, dass sie sich in eine Agentur des angloamerikanischen Imperialismus verwandelten und zwar in jenem welthistorischen Augenblick als der endgültige Untergang des Weltkapitalismus zum Greifen nahe war (!!) In diesem Moment ereilte sie eine solche panische Angst vor dem Kommunismus, dass sich die Sozialdemokratie zum eifrigsten Laufburschen des Kosmopolitismus machte. Empfehlenswert für das Studium des Rechtssozialismus ist M.D. Zebenkos Vorlesung in der Parteihochschule beim ZK der KPdSU (B): „Die reaktionäre Ideologie der Rechtssozialisten im Dienste des amerikanischen Imperialismus“, erschienen in Moskau, 1950 und im Dietz Verlag 1953, hier kurz Auszüge auf Seite 8: „Der Genosse Stalin rüstete die kommunistischen Parteien mit der revolutionären Wachsamkeit aus, dank der die Gefahr der rechtsopportunistischen und nationalistischen Abweichungen rechtzeitig verhindert und die konterrevolutionären Verschwörungen in der Tschechoslowakei, in Polen, Ungarn und Bulgarien aufgedeckt wurden“ und auf Seite 11: „Die Überreste der ideologisch und organisatorisch zerschlagenen Rechtssozialisten in den Ländern der Volksdemokratie haben den Weg der offenen Konterrevolution beschritten, sie beteiligten sich an Verschwörungen und Diversionsakten, wovon die Prozesse zeugen, die die konterrevolutionäre und verschwörerische Tätigkeit der Mietlinge des amerikanischen Kapitals und der Agentur der faschistischen Tito-Clique – der Rajk, Petkoff und anderer – enthüllen“ und auf Seite 16: „Die Rechtssozialisten treten in ihrer gesamten Innen- und Außenpolitik als `amerikanische Parteien` auf: Sie verraten die nationalen Interessen der Völker Europas und predigen den bürgerlichen Kosmopolitismus – die reaktionäre Ideologie der amerikanischen Imperialisten, die deren Kampf für die Unterordnung der Länder Westeuropas unter die Interessen der USA dient“ – siehe auch die Beschlüsse der Beratungen der Kominform vom September und November 1949.
„Die Rechtssozialisten, die auf der schiefen Ebene des Verrat an der Arbeiterklasse, an der Demokratie und am Sozialismus immer weiter hinab gleiten, die sich von der marxistischen Lehre völlig losgesagt haben, treten jetzt als Verteidiger und Propagandisten der räuberischen Ideologie des amerikanischen Imperialismus auf. Ihre Theorien des „demokratischen Sozialismus“ und der „dritten Kräftegruppe“, ihr kosmopolitisches Gefasel von der Notwendigkeit eines Verzichts auf die nationale Souveränität stellen nichts Anderes dar als die ideologische Bemäntelung der Aggression des amerikanischen und englischen Imperialismus“ („Beratung des Informationsbüros Kommunistischer Parteien“, Seite 14).
Stalin hatte den Sozialdemokratismus als ideologische Stütze des Kapitalismus angeprangert, in seiner Anfangszeit beginnend in Georgien, in Russland, in der UdSSR und schließlich in der Komintern und in der Kominform – also leistete Stalin eine weltrevolutionäre Kritik am Sozialdemokratismus – und zwar sein ganzes Leben lang.
„Der Faschismus ist eine Kampforganisation der Bourgeoisie, die sich auf die aktive Unterstützung der Sozialdemokratie stützt. Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus“ (Stalin, Band 6, Seite 253). Bei diesen Worten bekommen Berijaner eine Gänsehaut !
Vor allem aber entlarvte Stalin jene opportunistischen Kräfte im eigenen Land, die zum Sozialdemokratismus hin neigten – und zwar bis zu seinem letzten Atemzug. Die stalin´sche These vom Sozialfaschismus, vom sozialdemokratischen Wegbereiter und Verbündeten des Faschismus, von seinem imperialistischen Wesen und seiner Rolle als Stütze der schlimmsten Reaktion, von der Unversöhnlichkeit zwischen Bolschewismus und Sozialdemokratismus, all das ist – wie wir alle wissen – den heutigen Berijanern immer noch ein Dorn im Auge. Das Berijanertum ist jene konterrevolutionäre Ideologie, die den Marxismus-Leninismus durch den Sozialdemokratismus zu ersetzen versucht und zwar unter dem Deckmantel einer „stalinschen“ Phraseologie. Es sei hier angemerkt, dass der ideologische Zusammenhang zwischen dem menschewistischen britischen Agenten Berija und dem COMISCO, dem „Komitee der Internationalen Konferenzen der Sozialistischen Parteien“ nicht rein zufällig bestand, denn diese internationale Vereinigung der Sozialdemokratie, wurde zwar von den Amerikanern finanziell unterstützt, aber vor allem durch die Anstrengungen der englischen Labouristen organisiert – und zwar als verlängerter Arm bis nach Moskau und Georgien. Shdanow richtete sich nicht nur allgemein gegen den Rechtssozialismus außerhalb der Sowjetunion, sondern konkret gegen die heimlich operierende sozialdemokratische Agentur im eigenen Land, nannte sie Verräter an den nationalen Interessen und verurteilte sie als „Speichellecker des Westens“.
Klar, dass der Menschewist Berija darüber vor Wut schäumte und Shdanow musste nun sofort und unbedingt aus dem Verkehr gezogen werden. Was wir auf jeden Fall wissen, ist, dass Shdanow die Verbrecher Malenkow und Berija zutiefst verabscheute und sie schon seit vielen Jahren bekämpft hatte.
Die Prawda gab in ihrer Ausgabe vom 13. Januar 1953 bekannt, dass am 9. 1. 1953 jüdische Ärzte verhaftet wurden, die unter dem Verdacht standen, Shdanow ermordet zu haben. Berija und Malenkow hatten die Ärzteverschwörung inszeniert, um zu vertuschen, dass sie selber die Shdanowgruppe umgebracht hatten. Die Prozesse sollten im März 1953 beginnen. War es ein Zufall, dass Stalin in diesem Augenblick starb? War es ein Zufall das Wlasik und Postkrebyschew gerade in diesem Moment aus dem Verkehr gezogen wurden ? Wer stellte die Prozesse ein, die den Mord an Shdanow aufdecken sollten ? Genossen, das war Berija !!! Berija hatte begriffen, dass Stalin ihm nicht mehr traute und lockte Stalin in eine Falle. Hatte Berija jahrelang mit dem Vertrauen Stalins gespielt, so musste er nun stattdessen mit dem Misstrauen Stalins spielen, nachdem dieser Berija das Vertrauen entzogen hatte. So versetzte Berija heimlich das ganze Verteidigungsministerium in Panik. Zu diesem Zweck wurden den inhaftierten Ärzten am 13. 1. 1953 öffentlich die Mordpläne gegen Marschall Goworow, General Schtschemenko und Admiral Lewtschenko angedichtet. Den Zweck der Ärzteaffäre hatte der deutsche Franz Borkenau sofort erkannt. Schon am 23. 1. 1953 veröffentlichte er im „Rheinischen Merkur“ folgenden Kommentar: „Die Inhaftierung von Stalins Leibärzten sei eine Verschwörung seiner von Malenkow geführten Mitstreiter gegen ihn. Sie wollten Stalin ihre Ärzte unterschieben, um sein Schicksal zu besiegeln.“ Stalin wusste, dass es bei der „Ärzteverschwörung“ nicht mit rechten Dingen zugegangen war, dass sich die eigentlichen Verschwörer nur der Ärzte bedienten, um ihm nach dem Leben zu trachten. Faktisch brachten die Verschwörer ihn so weit, überhaupt keinem Arzt mehr zu trauen und sich also jeglicher ärztlicher Fürsorge zu verweigern.
Der Kampf gegen die Speichellecker des Westens brachte die „Großmacht“ - chauvinistischen, nationalistischen Elemente auf den Plan, die den „Kampf gegen den Westen“ als Tarnschild für ihre nationalistischen und sozial-imperialistischen Ziele auszunutzen verstanden. Der Kampf gegen den Kosmopolitismus wurde im Geiste des proletarischen Internationalismus geführt. Die „Großmacht“ - chauvinistischen Kräften in der UdSSR führten diesen Kampf hingegen zur Herausbildung des russischen Imperialismus auf dem „Boden des Stalinismus“. Hier finden wir wieder den verkappten Zweifrontenkrieg der Revisionisten vor, der sich in der vereinfachten Formel ausdrücken lässt: „Ausland alles schlecht – Inland alles gut!“ (siehe Maos angebliche „Große Proletarische Kulturrevolution“). Auf diese Weise wurde natürlich kein Unterschied mehr gemacht zwischen dem revolutionären Ausland ( die kommunistische und Arbeiterbewegung, der anti-imperialistische Kampf der Völker, revolutionäre Kultur im Westen, proletarischer Internationalismus usw.) und dem reaktionären Ausland. Und im eigenen Land wurde gleichermaßen kein Unterschied mehr gemacht zwischen der revisionistischen und der bolschewistischen Linie, die nun unter dem heimatlichen Dach „friedlich miteinander koexistieren“ sollten. Mit proletarischem Internationalismus hat die Versöhnungsfeier von Bolschewismus und Menschewismus herzlich wenig zu tun, aber sehr viel mit der Restauration des Kapitalismus, vor deren Karren nun die Menschewisten an der Macht die Bolschewisten zu spannen versuchten.
VII. Kapitel
Über die welthistorische Bedeutung des Stalinismus
Zusammenfassung, historische Lehren, Schlussfolgerungen
Revolutionäre Gerechtigkeit ist Grundlage der korrekten Führung des Klassenkampfes. Wer auf dem Weg der Revolution schwach wird oder zurückbleibt, wer Fehler gemacht hat, braucht solidarische Unterstützung und Hilfe, braucht Korrektur und Kontrolle durch das Kollektiv, durch die Grundorganisation der Partei, durch die Erziehung durch die Massen, aber nicht durch opportunistische Milde. Solche Genossen müssen auf die Probe gestellt werden und müssen sich erneut bewähren. Zu unterscheiden sind diese solidarischen Methoden von Zwangsmethoden gegenüber Unverbesserlichen. Arbeiterklasse und Partei verjüngen sich durch die Revolutionierung ihrer Ideologie und ihres Handelns. Um die Gesellschaft zu revolutionieren, muss die Arbeiterklasse frisches Blut aufnehmen. Dies kann nicht funktionieren ohne Säuberungen. Aufnahme frischen Bluts und Abstoßen alten Blutes sind ein einheitlicher, dialektischer Prozess. Der Marxismus-Leninismus hat Säuberungen in den eigenen Reihen stets als Entwicklungsgesetz der revolutionären Partei und der revolutionären Arbeiterklasse betrachtet. Hier darf man auf der einen Seite nicht liberal sein, auf der anderen Seite aber auch nicht dogmatisch-sektiererisch. Auch bei der richtigen Anwendung der unverzichtbaren Methode von Säuberungen ist der Zweifrontenkrieg gegen die „linke“ und rechte Abweichung sowie gegenüber der versöhnlerischen Haltungen zu führen. Säuberungen sind Ausdruck des objektiv existierenden Klassenkampfes. Massensäuberungen sind nur dann unvermeidlich, wenn es in der Partei bereits zu feindlichen,fraktionistischen Strömungen gekommen ist, wenn sich innerhalb der Partei eine feindliche oder mehrere feindliche Linien gebildet haben, um dort ihre Schädlingsarbeit zu betreiben. Die Frage der Säuberung ist also auch eine Frage des bewusst geführten revolutionären Klassenkampfes. Es gibt Normen und Prinzipien des Parteiaufbaus, es gibt ein Statut und eine klare proletarische Linie, die, wenn sie stets korrekt eingehalten und befolgt werden, Massensäuberungen vermeidlich machen. Massensäuberungen sind also kein Entwicklungsgesetz der Partei, sondern eher eine Art Notbremse, wenn es bereits zu einer Entwicklung gekommen ist, die hätte vermieden werden können.
Fehler und Schwächen bei den Säuberungen waren zum Teil Inkompetenz oder Amtsmissbrauch bei der Ausführung der Aufgaben. Was aber war der größte Fehler ? Der größte Fehler war, dass es den Parteifeinden gelingen konnte, diese Fehler und Schwächen so für ihre konterrevolutionären Ziele auszunutzen, dass sie sie in parteifeindliche Stärke verwandelten und die Führung bei der Säuberung selber in die Hand nahmen (Jagoda, Jeschow, Berija). Es stellte sich also heraus, dass führende Funktionäre der Sicherheitsorgane ausgerechnet parteifeindlichen Gruppierungen angehörten, wodurch die Arbeiterklasse und ihre Partei an diesem empfindlichen Nerv der Sicherheit der Sowjetunion einen besonders scharfen Klassenkampf führen mussten, der sich in den nie aufhörenden Säuberungsaktionen und Bolschewisierungsprozessen widerspiegelte. Das hat der Partei, der Arbeiterklasse und den Sowjetvölkern große Opfer gekostet und höchste Anstrengungen abverlangt, um Herr der Lage zu werden und als Sieger aus dem Klassenkampf hervor zugehen. So wie Stalin zu Beginn seiner politischen Tätigkeit beispielsweise im Transkaukasus die Ochana infiltrierte, so infiltrierten nun die Sowjetfeinde Stalins NKWD, der sich ab 1946 bis Stalins Tod MGB und danach KGB nannte. Wenn Parteifeinde sich in die Partei einschlichen, so war es logischerweise besonders effizient für sie, sich gerade in die Sicherheitsorgane einzuschleusen, um von dort aus Sabotageakte, Morde und andere Verbrechen zu begehen - „ völlig legal“ und unter Ausnutzung aller Werkzeuge der Diktatur des Proletariats , die die Arbeiterklasse ja eigentlich zum Schutz vor Parteifeinden eingerichtet hatte. Die „legalen“ Verbrechen ließen sich bestens vertuschen, weil man dazu auch den Apparat in der Hand hatte. Ja sie konnten sogar die einen Sicherheitsorgane gegen die anderen ausspielen und sie untereinander in zermürbende Kämpfe verwickeln, sie gegenseitige schwächen, sie an der Nase herum führen, mit ihnen Katz und Maus spielen usw. usf.. Sie bedienten sich also der Machthebel der Diktatur des Proletariats, um damit die Diktatur des Proletariats selbst auszuhebeln. Stalin ließ solche konterrevolutionären Elemente erschießen, so auch verschiedene Leiter von Sicherheitsorganen, die sogar vom Zentralkomitee der Partei, von Stalin für die Säuberungen eingesetzt waren. Er war bis zu seinem Tode bereit, die Waffe gegen jeden zu richten, der die Sowjetunion antastete – auch gegen den neuen Feind der „sozialistischen“ privilegierten Schichten in Partei, Staat und Armee, gegen die modernen Revisionisten, die „in seinem Namen“, „im Namen der Sowjetunion“ gegen die Sowjetunion auftraten.
„Erwischte Banditen, Raffer, Abenteurer erschießen wir und werden wir erschießen!“ (Dieses Zitat stammt nicht von Stalin, sondern von Lenin (Band 29, Seite 218). Und 1917 schrieb Lenin, zur Zeit der Kerenskiregierung, dass keine revolutionäre Regierung ohne die Todesstrafe auskommen wird und dass es sich lediglich darum handelt, gegen welche Klasse die betreffende Regierung die Waffe der Todesstrafe richtet“ (Lenin, Band 30, Seite 10).
Es wurden zu viele Unschuldige und zu wenig Schuldige erschossen. Das wird sich im Weltsozialismus ändern, weil die kapitalistische Infiltration von außen aufgehört hat zu existieren!
Während 1919 die sozialistischen Lagerhäuser von Saboteuren in Brand gesetzt wurden, eigneten sich nach Stalins Tod Staatskapitalisten die Lagerhäuser an und verwandelten die Werktätigen in Lohnsklaven, die für sie die Lagerhäuser zu füllen hatten. Der Unterschied zwischen 1919 und 1953 bestand vor allem darin, dass diese Banditen, Raffer und Abenteurer die Revisionisten selber waren, die die Schießbefehle gegen die wahren Marxisten-Leninisten erteilten, die sie als angebliche „Banditen, Raffer und Abenteurer“ exekutierten, ins Lager schickten oder in die Gefängnisse steckten, - während Verbrecher, die von der Diktatur des Proletariats verurteilt waren, freigelassen wurden. Nicht wenige von diesen Verbrechern wurden von den Revisionisten angeheuert und auf Posten gesetzt, um die Kommunisten physisch und psychisch zu vernichten. Die Schädlinge rekrutierten sich nicht wie früher direkt aus Überresten der alten Bourgeoisie vor der Oktoberrevolution, sondern aus der emporsteigenden Arbeiteraristokratie und anderen parteifeindlichen Elementen des fortgeschrittenen Sozialismus, aus den obersten, hierarchisch aufgebauten Schichten der Partei, des Staates, der Armee – und vor allem aus den Chefetagen der Wirtschaft. Diese „sozialistische“ Kaste bildete die soziale Basis der revisionistischen Macht, Parasiten, die über das gesellschaftliche Eigentum der Werktätigen, über ihre mühsam erkämpften Errungenschaften des Sozialismus wie Parasiten herfielen und es sich staatskapitalistisch einverleibten. Die neue Bourgeoisie begnügte sich nicht mehr mit Diebstahl und Veruntreuung zum Schaden des gesellschaftlichen Eigentums, sondern sie nahm es den Arbeitern und Bauern weg, und beuteten sie in ihren „eigenen“ Werken und Betrieben aus.
„Die größte Sorge der revolutionären Gesetzlichkeit in unserer Zeit gilt folglich dem Schutz des gesellschaftlichen Eigentums und nichts Anderem. Deshalb ist der Kampf für den Schutz des gesellschaftlichen Eigentums ein Kampf, der mit allen Maßnahmen und Mitteln geführt wird, die uns die Gesetze der Sowjetmacht zur Verfügung stellen, eine der Hauptaufgaben der Partei“ (Aus Stalins Rede über die Ergebnisse des ersten Fünfjahresplans am 7. Januar 1933)
Und bei „allen Maßnahmen und Mitteln“ schloss Stalin den Gebrauch von Schusswaffen nicht aus. Die 'Ehemaligen' verkrochen sich in den Werken und Betrieben und einige schlichen sogar in die Partei ein als „Arbeiter“ und „Bauern“. So wurde allmählich nicht nur mehr Schaden am gesellschaftlichen Eigentum angerichtet, um die sozialistische Gesellschaftsordnung zu erschüttern, sondern man übernahm schließlich Schritt um Schritt das gesellschaftliche Eigentum, beseitigte die sozialistische Gesellschaftsordnung, restaurierte den Kapitalismus und errichtete die Diktatur der Bourgeoisie. Kurz nach Stalins Tod wurden die Richtlinien gemäß Kritik Stalins in „Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der Sowjetunion“ offiziell verworfen - u.a. wurden Stalins MTS-Stationen aufgelöst.
Stalin: “Was bedeutet (...) die MTS durch Verkauf an die Kolchose zu übereignen? Das bedeutet, die Kolchose in große Verluste zu stürzen und sie zu ruinieren, der Mechanisierung der Landwirtschaft Abbruch zu tun und das Tempo der Kolchisproduktion zu verringern“ („Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der Sowjetunion“, Seite 109, Broschüre, Moskau 1952). Und genau das, was Stalin vorausgesagt hatte, passierte tatsächlich schon im Jahre 1954, also zu einer Zeit, als Wjatscheslaw Molotow, Lasar Kaganowitsch noch nicht aus allen einflussreichen Positionen entfernt worden waren, was nichts anderes heißt, das sie dafür mit verantwortlich waren.
Der Konsumgüterindustrie wurde der Vorrang vor der Schwerindustrie eingeräumt und damit das ökonomische Schicksal des Stalinschen Weges zum Kommunismus besiegelt. Statt der von Stalin vertretenen allmählichen Ersetzung des Handels durch einen direkten Güteraustausch wurde die Erweiterung des Handels proklamiert, insbesondere des Kolchoshandels.
Stalin: „Aber man muss es beharrlich einführen, ohne Schwanken, indem man Schritt für Schritt die Wirkungssphäre der Warenzirkulation einengt und die Wirkungssphäre des Produktenaustausches ausdehnt. Dieses System erleichtert den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus“ (Stalin, 28. September 1952; „Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der Sowjetunion“, Broschüre, Moskau 1952, Seite 113).
Die Forderung Stalins , das Kolchoseigentum zügig in Volkseigentum zu verwandeln, wurde damit zu den Akten gelegt. Anstatt den Privatbesitz der Kolchosbauern zu reduzieren (Chruschtschow 1951 (!), wurde dieser erweitert (Chruschtschow 1953 (!) und der „materielle Anreiz“ forciert. Stalins Fünfjahrplan (1950-1955) wurde völlig über den Haufen geworfen. Mikojan förderte den Import von Nahrungsmittel und Massenbedarfsartikeln – Stalin hätte ihn dafür verhaften lassen. 1954 wurde der Zentralismus der sowjetischen Wirtschaftsleitung beseitigt – ein Kernstück des bolschewistischen Wirtschaftssystems usw. usf.
Die Diktatur des Proletariats war gezwungen, sich gegen illegale Methoden mit ebensolchen Methoden zu schützen, so dass bis zu einem gewissen Grade insgeheim - also ohne Wissen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit - vorgegangen werden musste, um die Diktatur des Proletariats zu schützen. Das wurde natürlich sowohl von der ausländischen Bourgeoisie als auch von den innerparteilichen, feindlichen Gruppen gegenüber den Sowjetbürgern, gegen Staat und Partei , gegen Stalin und die Stalinisten“ propagandistisch ausgenutzt. Wie sich herausstellte, wurde sich oftmals nicht auf authentische Informationen gestützt, sondern auf konstruierte oder erpresste Geständnisse von Verhafteten. Schädlinge in führenden Positionen konnten sich unliebsamer Leute entledigen, da sie sich das Vertrauen der Partei ergaunerten oder die Partei hinters Licht führten. Kam aber Stalin zu Ohren, dass sich jemand etwas zu Schulden kommen ließ, ließ er ihn hart bestrafen. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Stalin in bestimmten Fällen hinters Licht geführt wurde und somit Unschuldige überwacht, verfolgt, bestraft, inhaftiert oder gar ermordet wurden. Jede Rücksichtnahme auf den Klassenfeind bezüglich der Vermeidung von unschuldigen Opfern wurde von diesem eiskalt ausgenutzt. So haben die Restaurateure des Kapitalismus in der Sowjetunion ein Vielfaches der Anzahl unschuldiger Opfer billigend in Kauf genommen als dies zur Verteidigung des Sozialismus in der Sowjetunion unvermeidlich war. Diese anti stalinistischen Zaren im Kreml waren es doch, die die Sowjetvölker, die Volksdemokratien und Länder in der ganzen Welt schließlich faschistisch unterdrückt und imperialistisch ausgebeutet haben, und das – wohlgemerkt - , nicht unter Stalin, der die Völker vom Faschismus und imperialistischer Ausbeutung im Zweiten Weltkrieg befreit hatte, sondern eben im Namen des Antistalinismus !! Und diese Verbrechen des russischen Sozialimperialismus an Stalin, am Kommunismus, an der Revolution, am Weltproletariat und an den Völkern der Welt sind bis heute nie bestraft worden. Im Gegenteil, diese Verbrechen werden unvermindert und verschärft fortgesetzt durch den heutigen Imperialismus und nicht zuletzt durch den russischen, der lediglich aufgehört hat, sich „sozialistisch“ zu nennen.
Unter den Klassenkampfbedingungen des Sozialismus in „einem“ Land - bei gleichzeitiger Herrschaft des Weltkapitalismus – waren aber Fehler bei notwendigen Säuberungen unvermeidlich. Sollte man etwa wegen möglicher Fehler auf Maßnahmen zum Schutz des Proletariats grundsätzlich verzichten? Das kann man genauso wenig wie man deswegen auf die Revolution, auf den Bürgerkrieg, auf den anti-imperialistischen Krieg usw. verzichten kann. Es gibt ja wohl einen wesentlichen Unterschied zwischen den Opfern, die durch die Befreiung verursacht wurden und jenen Opfern, für die die Sklaverei verantwortlich ist. So wie Stalin, so kämpfen auch wir Kommunisten heute für eine zukünftige Gesellschaftsform, in der die Unvermeidbarkeit unschuldiger Opfer abgeschafft ist. Wir sind für die Abschaffung von jeder Klassengesellschaft, in der Menschen für Menschen unschuldig geopfert werden, einschließlich der sozialistischen Gesellschaft. Wir sind für die kommunistische Gesellschaft, die aber nicht direkt nach dem Kapitalismus, sondern nur durch das Durchlaufen einer Übergangsperiode, auf dem Wege der sozialistischen Gesellschaft, erreicht werden kann. Das Weltproletariat ist die einzige Kraft in der Welt, die das Problem der Unvermeidbarkeit unschuldiger Opfer für immer lösen kann. Das kann sie aber nur, wenn sie den Kapitalismus beseitigt , wenn die Klassengesellschaft abgeschafft – wir Marxisten sagen auch – „abgestorben“ ist. Eine Beseitigung der Unvermeidbarkeit unschuldiger Opfer ist also in jeder Klassengesellschaft unmöglich – auch nicht in der sozialistischen Klassengesellschaft. Die gesamte sozialistische Gesellschaft der Restauration des Kapitalismus zu opfern nur für den Preis zur Vermeidung unschuldiger Opfer - das wäre ein Verbrechen am Weltproletariat, an den Sowjetvölkern, an den Völkern der ganzen Welt gewesen. Wenn wir die Chance der Machtergreifung, die Chance der Machterhaltung haben, dann sind wir bereit, 49 % von uns selbst zu opfern, damit 51 % von uns noch gerade den Sieg erringen können, um in Zukunft Opfer vermeiden zu können. Wenn der Weltkapitalismus an der Macht ist, kann man Opfer nicht ohne Opfer vermeiden. Das ist eine Illusion. Die permanente Bedrohung durch die Restauration des Kapitalismus und die Intervention des Imperialismus war die geballte, vereinigte Konterrevolution von innen und außen. Das ist ein sich immer mehr verschärfender Krieg zwischen den beiden Systemen, wobei jeder entweder gegen den anderen vorgehen oder untergehen muss. Diese Situation blieb Stalin nicht erspart. Er musste diesen harten Weg gegen die Übermacht des Weltkapitalismus gehen, sonst hätte der sozialistische Staat keine 5 Minuten überlebt. Die Weltbourgeoisie, um ihre Macht aufrecht zuerhalten, ist im Grunde für alle Verbrechen verantwortlich -, vor allen an Verbrechen an unschuldigen Opfern. Mit dem Antistalinismus versucht die Konterrevolution bis heute von ihren Verbrechen abzulenken und sie uns Kommunisten, dem Genossen Stalin, der Revolution, dem Proletariat und seiner Diktatur in die Schuhe zu schieben , die nichts anderes tat, als sich vor den offenen und verdeckten Verfechtern des Kapitalismus zu schützen. Unter diesem enormen moralischen Druck war das erste sozialistische Land auf der Welt gezwungen, den Sozialismus aufzubauen. Es gab keinerlei Erfahrungen, um mit dem Problem der Konterrevolution im ersten sozialistischen Land fertig zu werden, die immerhin massiv von außen unterstützt und gelenkt wurde von der kapitalistischen Weltkonterrevolution. Allein dadurch waren Fehler und Schwächen in einem isolierten sozialistischen Land vorprogrammiert. Die Partei sah sich in ihrer ersten Periode des Sozialismus also gezwungen, auf die brutalen wie hinterhältigen parteifeindlichen Elemente ebenso brutal und hinterhältig zu antworten, sie sich vom Leibe zu halten, sie abzuschrecken. Stalin sagte in einer Unterredung mit dem englischen Schriftsteller H.G. Wells, am 23. Juli 1934:
„Sie (wir Kommunisten) würden sehr gerne auf Gewaltanwendung verzichten, wenn die herrschende Klasse bereit wäre, ihren Platz der Arbeiterklasse zu räumen. Aber die historische Erfahrung spricht gegen eine solche Annahme“ (Stalin, Band 13, KPD/ML). Bezogen auf die modernen Revisionisten hieße das: Wir Kommunisten würden gerne auf Gewaltanwendung gegen die modernen Revisionisten verzichten, wenn die Restaurateure des Kapitalismus in der Sowjetunion darauf verzichten würden, der Arbeiterklasse ihren Platz streitig zu machen, wenn sie darauf verzichten würden, sie von ihrem Platz zu verdrängen. Aber die historische Erfahrung mit dem modernen Revisionismus sprach gegen eine solche Annahme.
Die Unvermeidbarkeit unzähliger unschuldiger Opfer gehörte zur ersten Periode des Sozialismus, war eine Begleiterscheinung, die wir Kommunisten nicht leugnen.
Auch in der zweiten Phase des Sozialismus bleibt die Reinigung der (Welt)Partei von parteifeindlichen Elementen ein unumstößliches bolschewistisches Prinzip, findet dieses Prinzip weiterhin Anwendung unter der Weltdiktatur des Proletariats, aber auf höherer Stufe, denn wir wenden dieses Prinzip in Verbindung mit dem anderen bolschewistischen Prinzip an: Kritik und Selbstkritik. Wir werden also aus den Schwierigkeiten, die kurz vor und nach Stalins Tod auftraten, aus den Erfahrungen der KPdSU [B], lernen und Fehler in Zukunft vermeiden. Es wird bessere Möglichkeiten geben, mit parteifeindlichen Elementen fertig zu werden: Die Zeiten haben sich seit damals geändert und sie werden sich weiter verändern – und zwar zu Gunsten der Weltrevolution, zu Gunsten der zweiten Periode des Sozialismus, zu Gunsten des Weltsozialismus und zu Ungunsten der Konterrevolution, die im ersten sozialistischen Staat noch wüten konnte. Zum Unterschied zum Sozialismus der Sowjetunion ist das Weltproletariat nunmehr in der Lage, die permanente Bedrohung durch Infiltration des Weltimperialismus von außen zu beseitigen und damit der verbrecherischen inneren Konterrevolution ihrer wichtigsten kapitalistischen Kraftquelle zu berauben, ohne die die Restauration des Kapitalismus in einem Land unmöglich ist. Im Weltsozialismus verwandelt sich die weltimperialistische Umkreisung in die konterrevolutionäre Subversion, die von einzelnen Ländern ausgeht. Ihr zu begegnen, ist für das Weltproletariat, für die sozialistischen Nachbarländer viel leichter und effektiver als für eine sozialistische Arbeiterklasse, die nur von Feinden umzingelt und infiltriert ist. Dadurch können Opfer – und vor allem unschuldige Opfer – unter Bedingungen des globalen Sozialismus unbedingt viel besser vermieden werden. Der Hass gegen den Kommunismus, gegen die Kommunisten, wird vom besiegten Weltimperialismus keine Nahrung mehr erhalten, werden die antagonistischen Widersprüche in nicht-antagonistische Widersprüche unter den Menschen verwandelt.
Zurück zur Zeit vor und nach Stalins Tod. Gesunde Elemente opponierten logischerweise weder gegen die Partei und gegen Stalin, und die Partei wie auch Stalin bekämpften sie ihrerseits nicht – warum sollten sie der Konterrevolution diesen Gefallen tun? Das waren also nur spekulative Versuche der modernen Revisionisten, den Mythos zu schaffen, Stalinisten würden gegen Stalin – und umgekehrt – Stalin gegen Stalinisten opponieren. Zwischen Stalin und den Stalinisten gab es eine monolithische Einheit im Kampf gegen parteifeindliche Elemente – das ist historisch durch Tatsachen bewiesen.
Parteifeindliche Ereignisse wurden notwendigerweise politisch ausgenutzt – manchmal auch dadurch, dass unterschiedliche Versionen und Motive in Umlauf gebracht wurden. Es wurden im Einzelfall gezielt Desinformationen über Säuberungen von der Partei gestreut, um dadurch parteifeindliche Elemente abzuschrecken, zu verunsichern und zu täuschen, sie dazu zu bringen, ihre Rattenköpfe zu zeigen und ihrer dadurch leichter habhaft zu werden. So wie der Klassenfeind innerhalb der Partei tarnte, täuschte und trickste, so geschah dies natürlich auch umgekehrt gegenüber den klassenfeindlichen Elementen in den eigenen Reihen, denn anders als von innen, war es in der Sowjetunion dank Stalin unmöglich, die Macht zu erobern. Der Schutz des Sozialismus vor dem Klassenfeind verlangte in komplizierten und heiklen Situationen, selbst Wahrheiten vor den eigenen Genossen zurückzuhalten, damit sie nicht gegen die Partei, also von innen heraus, missbraucht werden konnten. Was grundsätzlich die Notwendigkeit der Wahrung von Geheimnissen im Krieg gegen die äußeren Feinde anbelangte, galt nicht minder im Klassenkampf gegen den inneren Feind in den eigenen Reihen der Partei, des Staates und der Armee. So wie im Krieg hinter den feindlichen Linien Helden des Kommunismus durch kommunistische Granaten getroffen wurden, so konnte dies auch im Krieg gegen die inneren Feinde nicht verhindert werden.
Vermeintliche „Verräter“ waren manchmal in Wirklichkeit heimliche Beauftragte von Stalin und umgekehrt entpuppten sich solche Leute, die vorgaben, im Auftrag Stalins zu handeln, tatsächlich als Verräter. Freund und Feind lassen sich bei der Verschärfung des Klassenkampfes, egal ob er nun nach außen oder innen geführt wird, auf höherer Stufenleiter immer schwieriger unterscheiden, muss man den Klassenkampf vorantreiben, denn solange der Feind in unseren eigenen Schützengräben bekämpft werden müssen, sind Opfer unter den eigenen Genossen unvermeidlich. Erst mit dem verschärften Klassenkampf kriegen wir unseren Feind aus unsere Schützengräben getrieben und damit vor die Flinte, können wir unsere eigenen Genossen vor unnötigen Opfern schützen. So waren Fehler bei der Unterscheidung von Freund und Feind in den eigenen Reihen immer schwieriger zu vermeiden, gab es dabei Rückschläge und Niederlagen. Das war ein äußerst komplizierte Form des Klassenkampfes unter der Diktatur des Proletariats – mit den Klassenkampfformen im Kapitalismus überhaupt nicht zu vergleichen und für einen Außenstehenden schwer zu verstehen. Aber diese neuen Formen des Klassenkampfes gegen den Klassengegner in den eigenen Reihen der sozialistischen Gesellschaft wurde in einem schwierigen und opfervollen Lernprozess gemeistert – nicht zuletzt dank Stalin. Das verlangte ein hohes revolutionäres Bewusstsein und enorme Verantwortung wie Vertrauen zum Kommunismus und seinen Führern, Vertrauen zu den Massen, zur Arbeiterklasse, aber auch gehöriges Misstrauen gegenüber der Hinterhältigkeit und Doppelzüngigkeit des Feindes in den eigenen Reihen. Warum beschwerte sich Chruschtschow so bitterlich über Stalins angeblich „krankhaften Argwohn“, über Stalins angeblichen „paranoiden Verfolgungswahn“ ? Weil die Feinde mit ihrer Hinterhältigkeit und Doppelzüngigkeit Stalin zu immer höherer Wachsamkeit und Misstrauen zwangen. Der Terror des Klassenfeindes konnte und kann nicht anders als mit Terror der Diktatur des Proletariats beantwortet werden. Wir sind keine Pazifisten, die nicht auch noch ihre andere Backe hinhalten, wenn sie auf die eine Backe geschlagen werden ! Nur macht es einen Unterschied, ob die Terroristen von außen oder von innen agierten.
Es sei zum wiederholten Male daran erinnert, dass Lenin lehrte, dass der Klassenfeind mit zunehmender Entwicklung des Sozialismus seine konterrevolutionäre Tätigkeit „verzehnfacht“ und mit allen Mitteln, also auch mit allen verbrecherischen Täuschungsmanövern versucht, die Macht an sich zu reißen. Genossen, all das ist tatsächlich eingetreten, der Feind erwies sich stärker als wir, er hat uns die Macht aus der Hand gerissen, hat uns getäuscht und besiegt, weil wir die Warnungen Lenins und Stalins nicht ernst genug genommen haben, weil wir sorglos waren, weil wir uns unseres Sieges und unseres Erfolges all zu sicher waren, weil uns gerade der so hoch entwickelte Sozialismus blind davor gemacht hatte, dass wir es nicht mehr für möglich gehalten hatten, dass alles, was wir erkämpft und geschaffen hatten, wieder geraubt werden kann. Es wurde uns alles geraubt, alles, was uns Kommunisten lieb und teuer war!!! Nur unseren Glauben an unsere eigene Kraft, unseren Glauben an die Wiedergeburt des Sozialismus, unseren Glauben an den Sieg des Weltproletariats, an den Sieg des Marxismus-Leninismus, unseren Glauben an Stalin, an den Glauben, unsere gemachten Fehler niemals zu wiederholen, den haben wir nicht verloren und werden ihn nicht verlieren !!
Der Feind war im Sozialismus also nicht verschwunden, er hatte nie aufgehört uns zu bekämpfen, sondern er wurde von uns nur gezwungen, seinen Klassenkampf gegen uns immer besser zu tarnen. Fliegt die Tarnung des Feindes auf, muss er eine höhere Form seiner Tarnung erlernen und anwenden. Lernen tun auch die wachsamen Genossen in Partei , Staat und Armee. Auch diese höhere Form der Tarnung fliegt wiederum auf, eine noch höhere Form der Tarnung wird daraufhin eingesetzt; sie wird entdeckt und der Feind schlüpft unter eine noch raffiniertere Maske, um seine konterrevolutionäre Schädlingsarbeit zu intensivieren ... und so kommt es schließlich und endlich doch dazu, dass der Feind plötzlich unerkannt in die höchsten Partei- und Staatsorgane eingedrungen ist - also auch ins Politbüro. Der Feind wird daraus unter unseren gnadenlosen Schlägen vertrieben, seine Vertreter liquidiert. Es wird ein neues Politbüro gewählt, in das der Feind eindringt. Wieder gibt es einen Kampf auf Leben und Tod – diesmal auf einer noch höheren Stufenleiter des Klassenkampfes. Das ist die verzehnfachte Kraft des Klassengegners, die der Sozialismus wiederholt und in immer größerem Ausmaß niederzuringen hat. Das war zu Lenins Zeiten so – das war zu Stalins Zeiten so – das ist überhaupt eine Gesetzmäßigkeit des Verlaufs des Klassenkampfes im Sozialismus, der Weg, auf dem sich der Sozialismus nicht nur weiterentwickelt und stärkt, sondern auch auf dem er sich zum Weltsozialismus, also zur zweiten Periode des Sozialismus entwickelt – oder bei seinem ersten Versuch scheitert, um immer wieder von Neuem den Kampf aufzunehmen und auszufechten bis der Sieg schließlich doch errungen ist.
Wenn Lenin von „Verzehnfachen“ spricht, so ist damit also nicht gemeint, dass da irgendein Objekt nunmehr von „10 Agenten“ statt von einem Agenten zu überwachen ist – das wäre viel zu naiv !! Nein, – um bei dem Beispiel zu bleiben, bedeutet das vielmehr : ein Agent wird von einem anderen Agenten überwacht, der Leiter des einen Agenten wird vom Leiter des anderen Agenten überwacht, der Kampf zur Entlarvung der illegal operierenden Konterrevolution in den eigenen Reihen wird bis ganz nach oben und von oben bis ganz nach unten verfolgt und geführt. Der Klassenkampf wird also bis und von der „10. Stufe“ der Leiter der Hierarchie von Partei, Staat und Gesellschaft geführt, also schließlich bis hinein ins Politbüro und hinaus aus dem Politbüro !! Dort im Politbüro wird ja nicht nur der Klassenkampf gegen den Feind zentral geleitet , sondern von hier aus wurde der Klassenkampf gegen die Partei von der Konterrevolution ebenso zentral geleitet – nur eben illegal. Stalin musste lernen, dass die Parteispitze unvermeidlich sowohl der Revolution als auch der Konterrevolution diente, um den Klassenkampf in der Sowjetunion zu führen. Und ebenso illegal führte die Partei im Politbüro den Klassenkampf gegen die illegal operierende Konterrevolution innerhalb des Politbüros. Was meint ihr denn, Genossen, was da 1952/53 im Präsidium der KPdSU vor sich ging, was sich da Dramatisches abgespielt hat – ein Kampf auf Leben und Tod, ein Kampf, der mit dem Mord an Stalin entschieden wurde !!! Es wurden gegenseitig Fallen aufgestellt, falsche Spuren gelegt, es wurden Todeslisten von Präsidiumsmitgliedern aufgestellt sowohl von Seiten Stalins als auch von Seiten seiner Mörder. Beiden Seiten waren diese Todeslisten nicht nur bekannt, sondern sie wurden auch als Druckmittel eingesetzt und schließlich auch ausgeführt !!!. Sowohl Stalin als auch die Verschwörer im Politbüro wussten voneinander, dass sie beiderseits mit illegalen, ja mit allen Mitteln gegeneinander kämpften ! So sah der verschärfte Klassenkampf auf der Stufe des Übergangs von der ersten zur zweiten Periode des Sozialismus im Präsidium der KPdSU aus ! Hier ging es um alles oder nichts – um hin zum Weltsozialismus oder zum Ende des Sozialismus „in einem“ Land – einen anderen Weg gab es nicht.
Stalin ist es nicht vergönnt gewesen, uns ein Lehrbuch darüber zu schreiben wie der Klassenkampf im Politbüro geführt werden muss, wenn dieses sowohl das Zentrum der Revolution als auch das Zentrum der Konterrevolution war. Und wir sind davon überzeugt, dass dieses Lehrbuch eines Tages geschrieben sein wird, aus dem wir alle lernen können. Im Präsidium stand Stalin zum Schluss der geballten Macht der gesamten Weltbourgeoisie gegenüber. Das ist schier unvorstellbar, aber so war es – wahrhaftiger Ausdruck des Höhepunkts eines eskalierten Klassenkampfes kurz vor Stalins Tod. Eine solche Form des Klassenkampfes hatte die Welt noch nie erlebt und sie braucht Zeit, bis sie vollständig begriffen werden kann. Das Weltproletariat begreift am schnellsten, vor allem, wenn es seine globalen Klassenschlachten gegen die Weltbourgeoisie führen muss. Aber wirklich richtig begreifen, was Stalin für das Weltproletariat in seinen letzten Tagen, Wochen und Monaten geleistet hat, wird das Weltproletariat erst dann können, nachdem es seinen Sieg über die Weltbourgeoisie errungen hat.
All das hat – wie gesagt - noch nie in den Lehrbüchern des Marxismus-Leninismus gestanden, aber das war die Realität, das waren die tatsächlichen Bedingungen, unter denen Stalin zum Schluss zu kämpfen hatte. Daran gemessen bleibt uns nur die Wahrheit zu sagen wie sie war:
In diesen seinen letzten Jahren wurde Stalin zum Titan - fiel Stalin, der Titan ! !
Das wurde noch nie so deutlich ausgesprochen, aber wir mussten das hier unbedingt tun, schon allein deswegen, um uns alle vor großen Illusionen im Kampf gegen die Revisionisten zu bewahren, denn wir Marxisten-Leninisten müssen die Dinge stets so nehmen wie sie sind und nicht wie wir sie uns vorstellen oder wünschen ! Diese Lehre hat uns Genosse Stalin hinterlassen, damit wir daraus lernen !
Man muss sich das noch einmal richtig vorstellen : ein Politbüro, ein Präsidium !!! - auserwählt aus tausenden von den besten der besten Kader einer über Jahrzehnte gewachsenen und gestählten bolschewistischen Millionenpartei! Ja, Genossen, aber es stimmt auch, dass es kaum eine Situation in der Geschichte der KPdSU (B) gab, wo es überhaupt keine Feinde im Politbüro gab. Wie ist es überhaupt möglich, dass die da reinkommen können? Ist denn die KPdSU (B) so schwach gewesen, dass sie es zuließ, dass Feinde ins Politbüro eindrangen. Ist denn der Marxismus-Leninismus etwa schwächer als die bürgerliche Ideologie? Ist der Sozialismus etwa schwächer als der Kapitalismus ? Sind die konterrevolutionären Kräfte stärker als die revolutionären Kräfte ? Genossen, so lange wir kämpfen, ist unsere Sache niemals aussichtslos, niemals verloren, das Weltproletariat hat nichts zu verlieren als seine Ketten. Es gibt keine Hürde, die wir Weltbolschewisten nicht überwinden könnten. Natürlich sind wir stärker als unsere Gegner, natürlich gehört der Sieg letztendlich dem Weltproletariat, werden wir Kommunisten siegen, weil wir auf Seite des Weltproletariats kämpfen, aber jeder Sieg muss nicht nur errungen, sondern auch verteidigt werden und solange der Weltkapitalismus existiert, solange er die herrschende Weltmacht darstellt, wird er sie auch nutzen und garantiert er uns auch nicht freiwillig den endgültigen Sieg des Sozialismus. Das haben uns Lenin und Stalin immer wieder eingeimpft und das dürfen wir nicht außer Acht lassen! Wir müssen also mit Niederlagen rechnen, müssen damit rechnen, dass wir nicht nur zurückgeworfen werden, sondern auch wieder ganz von vorne anfangen müssen. Wir leben in der Epoche des Imperialismus und genau das bedeutet für das Weltproletariat, diese ganze Epoche lang proletarische Revolutionen gegen den Imperialismus durchzukämpfen, um diese Epoche durch die Epoche des Weltsozialismus abzulösen. Lenin lehrte, dass bis zum letzten Sieg es Proletariats auf dem Erdball wechselnde Situationen der schon begonnenen sozialistischen Revolution zu bewältigen sind (Lenin, Band 23, Seite 64).
Uns muss klar sein, dass wir es mit einer ganzen historischen Periode von Siegen und Niederlagen zu tun haben, die wir tapfer und siegesgewiss durchzustehen haben und zwar solange bis der Kapitalismus endgültig nieder gerungen ist und er uns dann nicht mehr unsere Früchte des Sieges rauben kann. Genossen, was erwartet ihr von der allerersten Periode des Sozialismus, der Umkreisung durch eine Übermacht des Weltkapitalismus, welcher alle Fasern und Poren des Sozialismus „in einem“ Land durchdringt ? Wo das Weltproletariat noch nicht gesiegt hat, muss das Proletariat, das in seinem Land die Macht übernommen hat, damit rechnen, sie wieder an den Kapitalismus zu verlieren. Trotzdem diesen Kampf aufzunehmen und alles dafür zu tun, dass der Kapitalismus in anderen Ländern besiegt wird, dass das Weltproletariat den Weltkapitalismus besiegt, das liebe Genossen, lehrte uns Stalin und er hat rausgeholt, was rauszuholen war und was unvermeidlich heraus geholt werden musste, denn alles Andere hätte den Untergang des Sozialismus bedeutet – manche nennen das „rücksichtslos“, wir nennen das bolschewistisch und zutiefst revolutionär ! Wir gehen sogar so weit zu sagen, dass es ohne das unnachgiebige und hartnäckige Drängen Stalins auf Beschleunigung und Erhöhung der Anstrengungen bei der Entwicklung und Verteidigung des Sozialismus überhaupt keine Chance für den Sozialismus „in einem“ Land gegeben hätte, dass darin eine grundlegende Eigenschaft des Stalinismus zum Ausdruck kommt, ein Unterpfand seiner Unbesiegbarkeit, die auf uns alle übergehen muss.
Keiner hat den Feinden des Sozialismus mehr das Fürchten gelehrt als unser Genosse Stalin. Keiner ist dem Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab näher gekommen als unser Genosse Stalin. Er hat den Feind richtig bekämpft, er hat den Sozialismus richtig gegen seine Feinde verteidigt und gestärkt. Er hat im Wesentlichen alles richtig gemacht und darauf kommt es an. Aber wir wissen, dass Sieg und Niederlage gegenüber dem Feind dicht beieinander liegen, dass die Frage „wer-wen?“ jeden Tag, und zwar von Anfang bis Ende der gesamten Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus, existiert. Was heißt es aber „wer-wen?“ Das heißt, dass weder Siege noch Niederlagen auszuschließen sind, dass sich dieser historische Übergang nicht linear, sondern dialektisch,vollzieht, dass der Sozialismus sich als noch zu schwach erweisen kann, um seine nächste qualitative Entwicklungsstufe mit einem Mal zu erreichen, dass er eine Periode von Siegen und Niederlagen durchmachen muss. Was sich also 1952/53 im Präsidium der KPdSU abgespielt hatte, war Ausdruck des mit äußersten Mitteln geführten Klassenkampfes zwischen dem Sozialismus und seiner kapitalistischen Restauration, was ganz der Gesetzmäßigkeit des von Stalin korrekt geführten Klassenkampfes entspricht.
Man sehe es sich an, wie der Feind bekämpft wurde vom ersten Tag der Existenz der Partei bis zum letzten Tag ihrer Entartung, ihrer Auflösung: - Der Feind wurde besiegt in der Oktoberrevolution, die Macht der Bourgeoisie wurde zerschlagen; - die Überreste des Klassenfeindes zerschlägt die Diktatur des Proletariats; – feindliche Klassen sind mit dem Kulakentum endgültig vernichtet;. - vernichtet wird die legale parteifeindliche Opposition in der Partei; und nun? Endgültige Einheit und Geschlossenheit der Partei - alle Feinde vernichtet? Endlich die Hände frei, um mit voller Pulle vorwärts zum Kommunismus zu marschieren, ohne sich mit den Feinden noch weiter herumplagen zu müssen? Mitnichten! Der Feind schläft nie!! Aber wo soll der Feind nun noch hin? Ihm bleibt als letzten Ausweg nur die Illegalität in Partei, Staat und Gesellschaft, also wie sieht nun die Physiognomie des Klassenfeindes aus? - der Feind wurde in die Zwangsjacke gesteckt und muss den „mustergültigen Kommunisten“ mimen. Aber dass er nun gezwungen ist, entweder für den Aufbau des Sozialismus zu kämpfen oder aufgedeckt zu werden und seinen Kopf zu verlieren, das ist nur die eine, die positive Seite der Medaille. Die negative Seite der Medaille ist die, dass sein konterrevolutionärer Hass in dem Maße wachsen muss als die Zwangsjacke durch das Erstarken des Sozialismus immer strammer und unerträglicher für ihn wird, dass er seine illegalen Anstrengungen gegen das System und seine Führer eben „verzehnfachen“ muss, dass er noch viel gefährlicher wird, weil es ihn drängt, sich aus der Zwangsjacke, also vom Sozialismus zu befreien; - der Feind muss sich im Angesicht seines Todes Vertrauen erwerben, Vertrauen schließlich sogar in führenden Positionen; der Feind übernimmt schließlich unter ungeheuren Anstrengungen die Leitung jener Organe, die die Partei, den Staat und die ganze sozialistische Gesellschaft vor Feinden wie ihn beschützen soll; - der Feind bereitet seinen Befreiungsschlag vor und entscheidet schließlich über das Schicksal der Führer, der Partei, des Staates, der Gesellschaft, des Kommunismus ...
.Und so tauchen Chruschtschow und seine Bande 1953 auf in „kritischer Distanz“ oder „zurückhaltender Gefolgschaft“ zu Stalin, ab 1956 in schroffer, offen demonstrierter Feindschaft und 1991 lassen die Revisionisten schließlich ihre allerletzte Maske fallen, um das Kapitel des „Kommunismus in der Sowjetunion“ im Auftrag des Weltkapitalismus „erfolgreich“ abzuschließen. Was ist das, Genossen? Das ist die ganze „Physiognomie der Kunst“, den Sozialismus in Kapitalismus zu verwandeln, das ist der Weg, den die Restauration des Kapitalismus gegangen ist ! Das ist der äußerst beschwerliche und und von schwersten Verlusten begleitete Weg unseres Klassenfeindes gewesen. Wundert es uns da, dass sein „Sieg über den Stalinismus“ bis heute von allen Feinden des Stalinismus beklatscht wird ? Ist es nicht verständlich, dass der Weg zur Rettung der Bourgeoisie von den Flüchen gegen den Stalinismus begleitet ist, der ihr diesen dramatischen Überlebenskampf aufgezwungen hatte ?
Und wir befinden uns weiter mitten im Klassenkampf !!! Der Stalinismus ist ebenso wenig besiegt wie der Kapitalismus. Das war noch lange nicht alles, das dicke Ende kommt noch !!! Haben sich die Revisionisten denn wirklich entschlossen, von ihrer Verkleidungskammer endgültig keinerlei Gebrauch mehr zu machen? Glaubt ihr, dass der Auftrag der Revisionisten mit der Restauration des Kapitalismus beendet ist ? Wenn man nicht an den Weltsozialismus glaubt, mag das stimmen. Aber wir Kommunisten wissen ebenso wie die Weltbourgeoisie, dass die großen Entscheidungsschlachten erst noch bevor stehen, dass die erste Schlacht der Restauration des Kapitalismus in „einem“ sozialistischen Land von der Weltbourgeoisie gewonnen wurde, aber es steht noch nicht fest, ob die Restauration des Sozialismus über die Restauration des Kapitalismus gesiegt hat oder nicht. Und eben zur Verteidigung des Sieges der Restauration des Kapitalismus gegen die drohende Gefahr der Restauration des Sozialismus braucht die Weltbourgeoisie die Neo-Revisionisten heute. Das trügerische „Dahinscheiden“ der modernen Revisionisten ist nur eines ihrer üblichen Täuschungsmanöver. Die Wahrheit ist, dass sie weiter gebraucht werden, gebraucht werden zum Vereiteln unserer sozialistischen Wiedergeburt. Sie sollen diesmal nicht nur den Weltsozialismus verhindern, sondern notfalls den Weltkapitalismus restaurieren. Im Weltsozialismus kann der Revisionismus weder als „Sozialismus `in einem` Land“, noch als „sozialistisches Weltlager“ auftreten. Er wird zum ersten Mal in seiner Geschichte im Weltmaßstab gezwungen sein, sich ausschließlich hinter der Maske der „Weltdiktatur des Proletariats“ zu verbergen. In dieser Periode wird der Weltrevisionismus versuchen, sich als „Herrschaft des Weltproletariats“ zu präsentieren, wird er eine besondere Form seiner globalen Gestalt annehmen, um den Kapitalismus restaurieren zu können. Aber in seinem kapitalistischen Wesen wird sich der Revisionismus nicht ändern.
Der Kampf gegen den Revisionismus unter den Bedingungen des Weltsozialismus wird also auf der einen Seite noch viel komplizierter und schwieriger sein als unter den Bedingungen des Stalinismus. Auf der anderen Seite wird dieser Kampf gegen den Revisionismus auch viel einfacher und leichter sein, weil der Weltsozialismus über viel wirksamere Möglichkeiten verfügt, viel mehr „Trümpfe in der Hand“ hält als der Sozialismus „in einem“ Land“, um die Unvermeidbarkeit der Restauration des Kapitalismus für immer zu beseitigen. Was die Klassiker des Marxismus-Leninismus über die Fortsetzung des Klassenkampfes im Sozialismus im Allgemeinen gelehrt haben, trifft natürlich im Besonderen auch auf den Klassenkampf unter den Bedingungen des Weltsozialismus zu. Der Widerstand der Überreste des Kapitalismus gegen den Übergang zum Kommunismus „in einem“ Land reichte historisch noch aus, um die Oberhand zu behalten. Ob der Widerstand der Überreste des Weltkapitalismus ausreichen wird, um den Übergang zum Weltkommunismus zu vereiteln, das wird davon abhängen, ob wir den Stalinismus gemeistert haben werden oder nicht. Wir sind der Meinung, dass die Klassenkämpfe unter den Bedingungen des Weltsozialismus weiter zunehmen und sich verschärfen werden, nicht mehr „verzehnfachen“ - sondern vertausendfachen, im Weltmaßstab. Die Beseitigung der antagonistischen Klassenwidersprüche in der ersten Periode des Sozialismus haben den Klassenkampf nicht beseitigt und auch in der zweiten Periode des Sozialismus ist die Frage „wer – wen ?“ noch nicht endgültig entschieden. Der Klassenkampf ist genauso unvermeidlich wie sich verschärfend innerhalb der gesamten Periode zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Das ist eine unumstößliche Lehre des Marxismus, die wir Marxisten bis zum endgültigen Sieg niemals vergessen dürfen.
In der Sowjetunion Stalins war die Gesellschafts- und Staatsordnung schließlich so gut gegen Putschs von außen abgesichert worden, dass es nur noch möglich war, die Partei von innen her in einem langjährigen, ja jahrzehntelangen Versteckspiel zu täuschen. Die unvorstellbare Verschärfung des Klassenkampfes, seine Auswüchse im Sozialismus erwies sich als eine bittere historische Wahrheit, und mit dieser Herausforderung hatten sich nicht nur die Sicherheitsorgane des Staates und der Partei, sondern die ganze sowjetische Gesellschaft auseinander zusetzen. Auf der einen Seite war die Partei permanent gezwungen, die Posten durch die Säuberungen ständig neu zu besetzen, was sich auf die Kontinuität und Verlässlichkeit der Arbeit nicht immer positiv auswirkte. Andererseits wurde durch die Rotation der Posten die Gefahr minimiert, dass dieser missbraucht werden könnten. All das beweist, dass Stalin mit dem langwierigen Kampf der schleichenden, liberalisierenden Degeneration des sozialistischen Systems, der Aufweichung des proletarischen Charakters der Apparate und dem Einlullen von Partei, Klasse und Massen rechnete und entsprechende Maßnahmen gegen die allmählich vor sich gehende Deformierung der sozialistischen Gesellschaft ergriff. Stalin nahm die Drahtbürste, um den Rost zu entfernen, der den Sozialismus zu befallen drohte. Er sorgte dafür, dass das bolschewistische Pulver auch in seiner letzten Schlacht stets trocken blieb.
Stalins taktisches Ziel bei der Säuberung der parteifeindlichen Elemente war es, ihre Bewegungen führungslos zu machen und diese Verbrecher dazu zu bringen, sich im Kampf um den Führungsanspruch gegenseitig auszulöschen. Dazu musste man die Schwächen der Führer kennen, und es gab keinen, der diese besser kannte und auszunutzen verstand als Stalin. Stalin wusste von den Feindschaften der miteinander gegen ihn konkurrierenden Gruppen, die vielleicht noch größer waren als zu Stalin. Die Konkurrenz um die Nachfolge Stalins trieb diese Gruppen zu immer waghalsigeren Aktivitäten an, weil sie befürchten mussten, dass ihnen die anderen Gruppen vorauseilen könnten und sich somit mehr Vorteile für bessere Ausgangspunkte bei der Machtübernahme verschaffen würden. Gleichzeitig versuchten sie, um die Gunst Stalins zu buhlen und ihn von ihren „Leistungen“, vor allem aber über die Untauglichkeit der anderen Gruppierungen zu blenden. Das muss für Stalin eine zutiefst verletzende und ekelerregende Situation gewesen sein, aber trotzdem war er Herr der Lage und zögerte nicht, den Kampf gegen seine Verschwörer siegreich zu Ende zu führen und sie zu vernichten. Stalin wusste, was in solch einer kritischen Situation zu tun war. Wenn man als Bolschewist selber in eine Minderheitensituation gerät, dann ist das Ausbalancieren der verschiedenen opportunistischen Kräfte natürlich nur auf prinzipienfester Grundlage erfolgreich. Niemals in der Geschichte des Bolschewismus haben sich die Bolschewiki unter den Schutzschirm der einen opportunistischen Gruppe gestellt, um eine andere zu besiegen. Stets haben sich die Bolschewiki auf ihre eigene Kraft gestützt, war der Marxismus-Leninismus der einzige Schutzschirm, den sie niemals verlassen oder durch einen fremden Schutzschirm eingetauscht hatten. Das Ausbalancieren der gegnerischen Kräfte dient aus taktischen Gründen der Verringerung ihrer Kraft, dient der Verhinderung der Blockbildung gegen die Marxisten-Leninisten, dient ihrer Zersplitterung und Schwächung usw., aber damit allein lässt sich der moderne Revisionismus nicht besiegen. Dazu ist ausschließlich der prinzipienfeste Kampf mit der ideologischen Waffe des Marxismus-Leninismus in der Lage, nämlich die Entlarvung, Anprangerung und Verurteilung der modernen Revisionisten durch die Partei, die Arbeiterklasse und die Massen, nämlich: Die modernen Revisionisten waren mit dem Mord an Stalin (und die Imperialisten, insbesondere die Angloamerikaner haben nicht unwesentlich dazu ihren Beitrag geliefert - sind zweifellos mitschuldig an Stalins Tod !!) zum konterrevolutionärsten Vortrupp der Weltbourgeoisie - mit den USA an der Spitze - geworden, der den Übergang von der ersten Periode zur zweiten Periode des Sozialismus verhinderte und damit das Überleben des Weltimperialismus sicherte. Mit Stalins Tod wandelte sich somit der Charakter des Kalten Krieges grundlegend, nämlich vom mit äußersten Mitteln geführten Klassenkampf zweier antagonistischer Weltsysteme zum Kampf um die Hegemonie in der kapitalistischen Welt, der sich zu einer ganzen Ära des Kampfes der beiden Supermächte ausdehnte.
Wenn Stalin auch nicht die Gefahr, die der Sowjetunion nach seinem Tod drohen würde, beseitigen konnte, so hielt er doch das Kräfteverhältnis der sich feindlich gegenüberstehenden Gruppierungen einigermaßen im Gleichgewicht. Das war Stalins allerletztes Vermächtnis – nämlich mit seinem Tod und selbst noch nach seinem Tod für die Sache des Proletariats und seine Verteidigung gegen die Machtübernahme der modernen Revisionisten – selbst unter allerschwersten Bedingungen der Führungslosigkeit - doch noch die bestmöglichsten Voraussetzungen für einen späteren Sieg der Marxisten-Leninisten zu hinterlassen! Tatsächlich war es so wie Stalin es vorausgesehen hatte – nach seinem Tod brachten sich die Gruppierungen fast gegenseitig um, schwächten sich so sehr, dass es 1957 zum Greifen möglich war, die Mehrheit der Marxisten-Leninisten in der KPdSU wieder herzustellen. Stalin wusste, wenn der Abgrund zwischen den Verschwörern und ihm sich noch weiter vertieft, mussten diese Kraft der Logik der Tatsachen zu defaitistischen Positionen übergehen. So war der von Stalin gezielt ausbalancierte Machtkampf um den Führungsanspruch auch nach seinem Tod eine reale Gelegenheit für die Marxisten-Leninisten, aus dieser geschwächten Situation der modernen Revisionistenführer zur Verteidigung der Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion Vorteile zu ziehen und zum Gegenangriff überzugehen. Es stellte sich aber heraus, dass es keinen stalinistischen Führer gab, der diese Schwäche hätte siegreich ausnutzen und - so wie er selbst es getan hatte - sie ausbalancieren und kontrollieren zu können. Trotz dieser durch ihre eigene Konkurrenz geschwächten Lage der modernen Revisionisten gab es niemanden, der Stalins Rolle ebenbürtig ersetzen konnte. Keiner passte in Stalins Schuhgröße , um dem ganzen revisionistische Gesindel so kräftig in den fetten Arsch zu treten, dass es sich nicht mehr vom selbigen hätte wieder erheben können. Jedenfalls gab es nur einen einzigen uns bekannten Versuch im Jahre 1957, um die Chruschtschowianer abzusetzen, aber dieser „Versuch“ scheiterte kläglich – vordergründig an der inneren Uneinigkeit und Heterogenität dieser putschistischen Gruppe, aber hauptsächlich, weil ihr einst revolutionärer Geist und Schwung seit langem erloschen war. Sie wussten zwar, welcher Weg zu gehen war, durchschauten die revisionistischen Verbrecher, aber sie kapitulierten vor ihren hinterhältigen Machenschaften. Sie waren nicht mehr konsequent bolschewistisch - das heißt, sie führten nicht den bolschewistischen Kampf auf Leben und Tod. Auch das hatte Stalin vorausgesehen als er die alte Bolschewistengarde ganz bewusst ins zweite Glied zurückstellte und sie aus dem Gerangel um die Führung heraushielt. Er wollte sie schützen und stabilisieren, damit sie auf den günstigsten Augenblick warten konnte, um die marxistisch-leninistische Führung wieder zu übernehmen, nachdem sich die modernen Revisionisten gegenseitig genug geschwächt hatten. Aber diese Kapitulanten hatten Stalins Hoffnungen begraben.
Die Übergriffe jener Vertreter der Sowjetmacht, die bewusst „im Namen Stalins“ gegen die Sowjetunion operierten, waren Ausdruck einer bürokratischen Vorgesetztenpolitik. Es wurde immer weniger vom Standpunkt der Partei und der Massen aus gehandelt, sondern gegen sie im Namen der Staatsmacht, „im Namen Stalins“. Der wesentliche Unterschied ist der, dass Stalin mit verdeckten Methoden die Feinde des Kommunismus, da hingegen die Revisionisten mit verdeckten Methoden die Kommunisten aus dem Weg zu schaffen suchten – ein Klassenkampf mit verdeckten Mitteln. Es kommt dabei also nicht auf die verdeckte Methode selbst an, sondern darauf, in wessen Klassenhänden sie zu welchem Zweck angewandt wurden. Wahrheit ist, moralisch ist, was dem Schutz der Klasseninteressen der Arbeiter dient. Der Kampf um die Wahrheit im Sozialismus ist ein Kampf in einer Klassengesellschaft und damit vom Klassenkampf nicht zu trennen, selbst wenn man es denn gewollt hätte. Der Klassenkampf um die Wahrheit ist einfach ausgedrückt ein Kampf, der es dem einem Teil der sozialistischen Gesellschaft erlaubt, sich die Wahrheit des anderen Teils an zueignen. Es ist ein Kampf der vergesellschafteten Wahrheit gegen die Restauration der privaten Aneignung der Wahrheit. In der sozialistischen Gesellschaft ist das wahr, was der Niederhaltung und Zerstörung der Überreste der alten kapitalistischen Gesellschaft dient, was der Niederhaltung und Zerstörung aller Kräfte dient, die die Restauration des Kapitalismus betreiben. Das gilt auch für die Geschichtsauffassung vor und nach Stalins Tod. Nur die Arbeiterklasse ist jene wahrhaftige Kraft, die die Wahrheit (z.B. über die Geschichte Stalins und der Sowjetunion) von ihren Klassenfesseln befreien kann. Der Kommunismus ist der Prozess, die diese Fesseln der Wahrheit aufhebt.
Nachdem es Molotow, Kaganowitsch, Malenkow, Bulganin und Schepilow auf der Präsidiumssitzung vom 18. Juni 1957 versucht hatten, Chruschtschow abzusetzen – und die Stimmenverhältnisse standen dafür nicht schlecht , gelang es Chruschtschow im letzten Augenblick doch noch die Mehrheit auf seine Seite ziehen. Das Zünglein an der Waage war Shukow. Und so wurde die Opposition, die sich gegen Chruschtschows Kurs gebildet hatte, als „parteifeindliche Gruppe“ auf dem XXI. Parteitag ausgeschlossen. Kaum war Shukow von einem Besuch in Albanien nach Moskau zurückgekehrt, setzte Chruschtschow ihn ab, weil dieser ihm im Weg war und von Seiten des Militärs Gefahr für ihn drohte. Aus Georgien wurde dann der Chruschtschowianer Mshawanadse ins Präsidium der KPdSU geholt und Mgeladse wurde abgesetzt. Der korrupte Chruschtschowianer Mshawadnadse war 1954 zum ersten Parteisekretär der KP Georgiens gewählt worden.
Eins ist klar: Genauso wie es im Lager der Revisionisten treue Stalinanhänger gab, die dort unter schwierigsten Bedingungen gegen den Revisionismus kämpften, befanden sich auch im Lager der Stalinanhänger eingeschleuste Revisionisten, um der treu gebliebenen Bolschewisten, von denen Gefahr für Chruschtschow drohte, besser habhaft zu werden, um sie entweder für sich zu gewinnen oder sie zu liquidieren. Bekanntlich hat Chruschtschow nicht nur ununterbrochen die „Personenkult“keule geschwungen, sondern auch gemäßigtere Töne gegenüber der Rolle Stalins angeschlagen, ja ihn (dosiert) sogar öffentlich geehrt und gelobt – und das kurz vor und kurz nach seiner Geheimrede ! Selbst ein Revisionistenführer wie Chruschtschow war nicht wenige Male gezwungen worden, Selbstkritik üben zu müssen, wurde sogar zum Landwirtschaftsminister degradiert, „weil er so gut Mais anbauen konnte“. Chruschtschow musste auf die verschiedenen Stimmungen und Verhältnisse Rücksicht nehmen. Hätte er das nicht gemacht, wäre er nicht an die Macht gekommen, und er hätte diese um so weniger ausbauen und festigen können.
Wäre es beispielsweise der so genannten „parteifeindlichen Gruppe“ gelungen, Chruschtschow in Schach zu halten, wäre das nicht automatisch gleichbedeutend mit der Fortsetzung der alten Stalinära. Was die wirkliche Treue zu Stalin anbelangt, so darf man nicht den Fehler machen, die wahre Gesinnung dieser Gruppe zu überschätzen. Enver Hoxha sagte die volle Wahrheit über diese „Leichen des Bolschewismus“ in seiner Schrift: „Die Chruschtschowianer“ richtig ein:
„Die Stellung der revisionistischen Reaktionäre festigte sich, und ihre Gegner im Präsidium – Malenkow, Molotow, Kaganowitsch, Woroschilow und andere – begannen nun die revisionistische Intrige und die teuflischen Pläne, die Chruschtschow gegen die Kommunistische Partei der Sowjetunion und den Staat der Diktatur des Proletariats betrieb, deutlicher zu durchschauen. Auf einer Sitzung des Präsidiums des ZK der Partei im Sommer 1957 im Kreml blieb Chruschtschow nach zahlreichen Kritiken in der Minderheit und wurde (...) von seiner Funktion als Erster Sekretär entbunden (...) Aber das galt nur für ein paar Stunden. Chruschtschow und Konsorten gaben heimlich Alarm, die Marschälle ließen den Kreml mit Panzern und Soldaten umstellen und gaben Befehl, noch nicht einmal eine Maus aus dem Kreml herauszulassen. Außerdem wurden überallhin Flugzeuge ausgeschickt, um die Plenumsmitglieder des ZK der KPdSU zusammen zuholen. 'Wir ( Mit „wir“ gemeint ist die Person Poljanski – ein ukrainischer Chruschtschowianer, damals Mitglied des ZK der KPdSU, der Enver Hoxha später höchstpersönlich über diese Vorfälle berichtete. Zur Belohnung wurde Poljanski übrigens 1958 von Chruschtschow als Kandidat ins Präsidium befördert – Anmerkung der Redaktion) gingen in die Sitzung und sorgten dafür, dass sich das Blatt wendete. Chruschtschow holte sich die Macht zurück`.
So wurden diese ehemaligen Kampfgefährten Stalins, die sich den Verleumdungen gegen sein ruhmreiches Werk angeschlossen hatten, nach diesem gescheiterten Versuch als `parteifeindliche Gruppe` bezeichnet und von Chruschtschowianern endgültig abserviert. Niemand weinte ihnen eine Träne nach, niemandem taten sie Leid. Sie hatten ihren revolutionären Geist eingebüßt, waren Leichen des Bolschewismus, keine Marxisten-Leninisten mehr. Sie hatten sich mit Chruschtschow zusammengetan und zugelassen, dass Stalin und sein Werk mit Schmutz beworfen wurden; sie versuchten etwas zu tun, aber nicht auf dem Parteiweg, denn auch für sie gab es die Partei nicht“ (Enver Hoxha, „Die Chruschtschowianer“, Seite 206-207, Tirana 1980).
Die Tatsachen hatten bewiesen, dass die einen von ihnen den Genossen Stalin mehr, die anderen weniger in Stich gelassen, sich also von ihren eigenen alten bolschewistischen Positionen, von der stalinschen Generallinie abgewandt hatten und zuschauten wie sie mit Dreck beworfen wurde.. Aber die Gruppe insgesamt tendierte im Großen und Ganzen eher zu einem zurückhaltenderen, gemäßigteren, versöhnlerischen, opportunistischen Kurs, sowohl gegenüber dem Kurs Stalins als auch gegenüber dem Kurs von Chruschtschow. Sie wollten nichts überstürzen und lehnten insbesondere Chruschtschows hitziges Tempo bei der Restauration des Kapitalismus ab. So waren sie sich zwar gegenüber Chruschtschows Kurs einig, aber das hieß längst nicht, dass sie sich über Stalin und seinen marxistisch-leninistischen Kurs zur Zerschlagung des Revisionismus, insbesondere zur Führung des verschärften Klassenkampfes der gesamten sowjetischen Arbeiterklasse, zur massenrevolutionären Erhebung und Beseitigung der Konterrevolution; kurz zur Rebolschewisierung, zur Rettung der Partei einig waren. Sie gaben – und da hat Chruschtschow ausnahmsweise einmal Recht gehabt – ein „jämmerliches“ und für alte Bolschewisten unwürdiges Schauspiel ab als sie von den Chruschtschowianern auf dem XXI. Parteitag angegriffen, verspottet wurden und eine Niederlage erlitten. Das hatten sie sich selber zuzuschreiben. Ihr alter Kampfgeist, ihre alte Siegeszuversicht war schon lange vor Stalins Tod verblasst. Gerade die alten Bolschewiki hätten nach Stalins Tod das Ruder herumreißen müssen – zumindest hätten sie das versuchen müssen. Die Bolschewiki gerieten nicht nur einmal in der Minderheit gegenüber den Menschewiki. Das beste Beispiel gab Stalin im siegreichen Kampf gegen die Menschewiki im Kaukasus. Aber dieser Sieg kam nicht von selbst, er wurde von Stalin erkämpft – und das unterschied ihn nun einmal grundsätzlich von der so genannten „parteifeindlichen Gruppe“ im Jahre 1956-57.
Wir müssen uns immer wieder klar vor Augen halten, dass schon zu Lenins Zeiten, nach seinem Tod, dann Ende der 20er Jahre, also vor den Säuberungswellen der 30er und 40er Jahre, insbesondere bis zu Stalins Tod – also Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre – parteifeindliche Elemente in nicht unbeträchtlicher Zahl im Politbüro, im ZK und auf den Parteitagen aktiv waren, dass diese parteifeindlichen Elemente sich also von Anfang an durchgängig des Parteiapparates und nach der Oktoberrevolution auch des Staatsapparats der Sowjetunion bedienen konnten, um ihre konterrevolutionäre Organisation hierarchisch von oben nach unten aufzubauen, ja diesen Apparat nicht nur unterwandern, sondern auch direkt als Werkzeug für ihre konterrevolutionären Zwecke ausnutzen konnten, um ihn schließlich ganz für sich zu erobern für die erfolgreiche Umwandlung des Sozialismus in den Kapitalismus. Deswegen wird ja auch das Lügenmärchen verbreitet, Stalin hätte die alte bolschewistische Garde Lenins umgebracht, um sie durch neue stalintreue Kader zu ersetzen. Nur wer waren diese alten „Bolschewiki“ wirklich? Es waren führende Köpfe der Konterrevolution in der Parteispitze, Verbrecher, die nicht nur an Terroranschlägen gegen Stalin, sondern auch schon vorher an Terroranschlägen gegen Lenin beteiligt waren und eben auch an vielen anderen alten bolschewistischen Führern der Partei. Die konterrevolutionären Morde an Kommunisten in der Geschichte des Kommunismus in Russland, in der Sowjetunion sind ungezählt. Die Prozessberichte 1936-1938 sind da nur ein kleiner historischer Abschnitt und lassen die Gesamtzahl noch nicht einmal annähernd erahnen. Von dem Terror der Bourgeoisie gegen das Proletariat, gegen die Bauern, gegen die Massen, von den Millionen Sowjetmenschen, die im faschistischen Krieg gegen die UdSSR abgeschlachtet wurden, davon wollen die antistalinistischen Schreiberlinge nichts wissen.
Selbst Trotzki, der in die Verbannung geschickt wurde und später im Ausland lebte, formierte mit dem Block der Rechten und Trotzkisten eine konterrevolutionäre Einheitsfront gegen die kommunistische und Arbeiterweltbewegung, wobei er sich führender Mitglieder des Politbüros, des ZK und des ganzen Partei- und Staatsapparates bedienen konnte. Mit Hilfe ihrer 5. Kolonne reichte der Einfluss des Weltimperialismus bis in die Parteispitze hinein. Bei der Verschwörung von 1953 waren die Bedingungen im Wesen die Gleichen. Der Apparat wurde von den konterrevolutionären Oberschichten aus Partei und Staat missbraucht, um die UdSSR mit Hilfe und Unterstützung der äußeren Konterrevolution auf den kapitalistischen Weg zu führen. Mit den Säuberungswellen wurde die Konterrevolution zwar gestutzt, wurde ihr Wirkungskreis beschnitten, aber sie wurde nie völlig ausgeschaltet und konnte es auch objektiv gar nicht. Die Geschichte des Kampfes gegen die Parteifeinde ist mit der Geschichte des Kampfes der Feinde gegen die Partei dialektisch eng miteinander verwoben, ist in dialektischer Weise identisch, ist die Geschichte des Klassenkampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie unter den Bedingungen des Sozialismus in „einem“ Land. In der Entwicklungsgeschichte des Kampfes gegen die innere Konterrevolution und ihre Zusammenarbeit mit der äußeren Konterrevolution zeigten sich nicht nur allgemeine Übereinstimmungen, sondern auch besondere Unterschiede. So unterschied sich die Säuberungswelle von 1936 – 1938 von derjenigen Ende der 40er Jahre bis zum Tod Stalins u.a. :
erstens durch die Länge. Die erste wurde nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen, die zweite wurde unvollendet abgebrochen mit dem Mord an Stalin (also von den Verschwörern, gegen die sie gerichtet war),
zweitens dadurch, dass die Erstere gegen die Anhänger der letzten Überreste der sterbenden Kapitalistenklasse gerichtet war (gegen die so genannten „Ehemaligen“, die den alten Kapitalismus durch einen Sturz der Sowjetmacht wieder herstellen wollten), während die darauf Folgende gegen die aufstrebenden Elemente der neuen, „sozialistischen“ Oberschichten, gegen die modernen Revisionisten gerichtet war, die, weil sie den Sozialismus nicht auf einen Schlag beseitigen konnten, den längeren Umweg der Degeneration des Sozialismus in Kauf nahmen, seinen langsamen Tod organisierten, seine schrittweise, schleichende Anpassung an den Kapitalismus betrieben, den Kapitalismus „von oben“, den Staatskapitalismus einzuführen, also den Sozialismus allmählich dem (neuen) Kapitalismus anzupassen. Bei der Säuberungswelle gegen den Block der Rechten und Trotzkisten ging es um den Überlebenskampf bzw. die Vernichtung der letzten alten Ausbeuterklasse im Sozialismus – das Kulakentum. Bei der Verschwörung der mo(r)de(r)n(d)en Revisionisten ging es 1953 um die Eroberung der Macht der aus dem Sozialismus, aus dem Partei- und Staatsapparat neu herauswachsenden bürgerlichen Klasse bzw. der Liquidierung ihrer Führer durch Stalins letzte, und leider unvollendet gebliebene Säuberungswelle.
drittens, dass die modernen Revisionisten aus der ersten Säuberungswelle gelernt hatten wie sie sich ihrerseits der Säuberungswelle bedienen und von innen unterwandern und aushöhlen konnten, um sie umgekehrt gegen Stalin und die Partei, gegen den Staat, gegen die Diktatur des Proletariats, gegen die ganze sozialistische Gesellschaft, gegen die kommunistische Weltbewegung und das Weltproletariat zu richten; die Methoden sind heimtückischer und raffinierter geworden - Anwendung der Dialektik von der Negation der Negation der konterrevolutionären Restaurationsvesuche des Kapitalismus.
viertens , dass die Partei in der ersten Säuberungswelle den Sieg davontrug, während in der zweiten Säuberungswelle die Parteifeinde über die Partei siegten und damit der neuen Bourgeoisie zur Macht verhalfen, um deren neue Diktatur über das Proletariat zu errichten und nunmehr Säuberungswellen gegen die Kommunisten veranstalteten. In den 30er Jahren gestanden die Verbrecher ihre Taten und wurden erschossen. Die modernen Revisionisten aber verschwiegen ihre Verbrechen und sie wurden dafür weder mit Gefängnis bestraft noch erschossen.
fünftens dadurch, dass zwischen beiden Säuberungen der Große Vaterländische Krieg zu führen war und dass sich notwendigerweise alle patriotischen Klassen auf den Kampf gegen den äußeren Feind konzentriert vereinigen mussten. Die Säuberung vor dem Krieg war notwendig, um die 5. Kolonne zu zerschlagen, deren Existenz Bestandteil der Kriegsvorbereitungen der Kapitalisten gegen die Sowjetunion war. Stalin war es klar, dass man mit inneren Feinden im Rücken keinen Sieg im Große Vaterländische Krieg hätte erringen können. Nach dem Krieg war es vor allem Churchill, der den organisierten Antibolschewismus anheizte und den Kalten Krieg vorbereitete. Die zweite Säuberung war eben gegen diese neue antibolschewistische Kampagne des westlichen Imperialismus, gegen dessen „Kalten Krieg“ gerichtet, der zu kapitulantenhaften, entwicklungshemmenden Haltungen, zur politischen Apathie und Indeterminismus, zu Haltungen der „friedlichen Koexistenz“ und des Müdewerdens, den Klassenkampf im Inneren der Sowjetunion (schon wieder alle Kräfte anspannen zu müssen!) zu verschärfen. Im Krieg waren viele revolutionären Kräfte in Partei und Staat gefallen, gab es Kriegsmüdigkeit, Trauer, Kraft, die an die Heilung der Kriegswunden gebunden war usw., was die innere Konterrevolution - wie übrigens auch die äußere Konterrevolution (gemeinsam mit ihr) - auszunutzen versuchte, um die kriegsgeschwächte Sowjetunion unter Druck zu setzen.
sechstens dadurch, dass die erste Säuberungswelle die Schatten der wirtschaftlichen Erfolge der 30er Jahre, die Gefahr der äußeren Umkreisung, die zweite Säuberungswelle die Schatten der militärischen Erfolge der 40er Jahre, die innere Gefahr der Restauration des Kapitalismus zu überwinden hatte. Beides hängt natürlich dialektisch zusammen, so dass auch die Gefahren im entgegengesetzten Extrem – wenn auch in der Nebenseite, so doch auch dynamisch aufeinander einwirkend - auftraten. Jede Säuberung birgt in sich die Gefahr, dass auch das mit weggeräumt wird, was man mit der Säuberung eigentlich schützen wollte (Reibungsverluste). Im Ergebnis trifft das auf beide Säuberungen gleichermaßen zu, aber inhaltlich richteten sich die beiden Säuberungswellen nicht auf die gleichen Schwierigkeiten.
siebtens dadurch, dass auf einer höheren Entwicklungsstufe des Sozialismus auch die zweite Säuberungswelle eine weiter fortgeschrittene, höhere Qualität hatte. Da ging es nicht nur mehr darum, sich dieses und jenes eingeschleusten Feindes in den eigenen Reihen zu entledigen, also parteifremde Elemente hinauszusäubern. Das war relativ „einfach“, barg aber die Gefahr, mit undifferenzierten Methoden alle über einen Kamm zu scheren. Schließlich gab es durchaus Genossen, die einst zum Trotzkismus geschwankt waren, aber daraus mehr Lehren im Kampf gegen den Trotzkismus gezogen hatten, als solche Genossen, die nie zum Trotzkismus tendiert hatten. Es wäre selbstzerstörerisch, solche „Ehemaligen“, die ihre Fehler überwunden haben, hinterher weiter in Verruf zu bringen. Wenn alle Klassen der sozialistischen Gesellschaft nunmehr immer weiter zusammenwuchsen und eine höhere Einheit bildeten, wo war dann der Klassenfeind? Hatte der sich in Wohlgefallen aufgelöst? Brauchte man also die Klassenkampfformeln nicht mehr? Musste man mit der Überwindung der Klassengegensätze auch die leninistische Klassenkampftheorie im höher entwickelten Sozialismus fallen lassen? Das wäre ein fataler, selbstbetrügerischer Irrtum. Es trat nun ein neuer, viel gefährlicherer Feind auf die Bühne des Klassenkampfes und Stalin schob ihn ins Blickfeld des höheren bolschewistischen Bewusstseins: der Feind der eigenen Sorglosigkeit, der eigenen Selbstgerechtigkeit, der eigenen Gleichgültigkeit, der eigenen Überheblichkeit, der Demobilisierung, der Entwaffnung und des Einschläfern des eigenen Klassenkampfes, die eigene Angst vor Selbstkritik und Selbstkontrolle. Der größte Feind war nunmehr der Bolschewik in seiner Verantwortung sich selbst und der sozialistischen Gesellschaft gegenüber. Nie zuvor hatte der Bolschewik solcher Herausforderung des Klassenkampfes gegenübergestanden, nämlich dass das Leben und der Tod des Sozialismus nunmehr unmittelbar von der Überwindung des eigenen „Schweinehundes“ abhängig wurde. Die Säuberung lief auf einer höheren Stufe der sozialistischen Klassengesellschaft unvermeidlich auf eine innere Selbstsäuberung der Partei hinaus, die sich von allen äußeren parteifeindlichen Elementen bereits gereinigt hatte – also der Kampf gegen Parteifeinde, die in der Partei verdeckt arbeiteten und nach außen hin ihrer „ganz normalen“ Partei- und Regierungsarbeit nachgingen, der Kampf gegen das Doppelzünglertum in Partei und Staat, eine illegale Kampfmethode, die die modernen Revisionisten schließlich perfektionierten und die zur späteren Kampfmethode von Sozialimperialisten und Sozialfaschisten wurde ( wie bei Sudoplatow)..
Wer zurückbleibt und sich am Bestehenden festklammert, wer sich nicht mit der ganzen sozialistischen Gesellschaft revolutionär weiterentwickeln wollte, wer die Früchte der sozialistischen Errungenschaften lieber verkonsumieren wollte, anstatt sie zum Erreichen einer höheren Stufe des Sozialismus zu verwenden, wer Konzessionen und Abstriche an der Weltrevolution, dem Internationalismus machte, wer vor dem Wettlauf mit dem Kapitalismus schlapp machte oder kapitulierte, konnte zu einer viel größeren Gefahr für den Kommunismus werden als der Kapitalismus selbst. Unter den Bedingungen der kapitalistischen Umkreisung bedeutet jede kleinste Abweichung von der bolschewistischen Generallinie des Strebens zu immer höheren Formen des Sozialismus die Gefahr der Restauration des Kapitalismus, sowohl was die Trägheit des Tempos als auch die Überstürzung der revolutionären Bewegung ausmachte. Beides würde eine Rückkehr zum Kapitalismus bedeuten, ob nun verursacht durch Entartung oder Kollabierung der überstrapazierten revolutionären Kräfte. Auf halbem Wege der Revolution und der Entwicklung des Sozialismus stehen zu bleiben – diese Gefahr war die eigentliche Gefahr der Restauration des Kapitalismus. Die Gefahr der Restauration des Kapitalismus bedeutete ja nicht nur die Niederlage des sozialistischen Weges „eines“ Landes, sondern auch des Weges zum Weltsozialismus. Darüber war sich Stalin im Klaren als er die zweite Säuberungswelle Ende der 40er Jahre einläutete. Stalins Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus im eigenen Land bedurfte der Unterstützung durch das internationale Proletariat. Dazu diente nicht zuletzt auch das von ihm gegründete Kominformbüro. Und er ließ es sich auch nicht nehmen, noch 4 Monate vor seinem Tod auf dem XIX. Parteitag das Schlusswort zu ergreifen:
„Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass unsere Partei, die zu einer mächtigen Kraft geworden ist, keine Unterstützung mehr brauche. Das wäre falsch. Unsere Partei und unser Land brauchten stets das Vertrauen, die Sympathie und die Unterstützung der Brudervölker jenseits der Grenzen unseres Landes und werden sie stets brauchen. (...) Die Besonderheit der gegenseitigen Unterstützung erklärt sich daraus, dass die Interessen unserer Partei nicht nur den Interessen der friedliebenden Völker nicht widersprechen, sondern im Gegenteil mit ihnen verschmelzen“ (Stalin Werke Band 17, Seite 186 und 187).
Stalin meinte damit: der Kampf gegen die Gefahr der Restauration des Kapitalismus in einem sozialistischen Land verschmilzt mit dem Kampf für die sozialistische Revolution in den kapitalistischen Ländern. Im siegreichen Falle entstünden einerseits neue sozialistische Staaten mit Unterstützung der Sowjetunion und andererseits bleibt die Existenz des Sozialismus in der Sowjetunion erhalten durch die Unterstützung der neu entstehenden sozialistischen Staaten. Das war Stalins Weg zum Weltsozialismus, für den er bis zu seinem Tode kämpfte – der marxistisch-leninistische Weg.
Es bleibt nicht unwesentlich zu erwähnen, dass die Säuberungswelle nicht auf das Gebiet der Sowjetunion beschränkt war. Studiert man die Parteidokumente der damaligen Kommunistischen Parteien in der Welt, stößt man überall auf Säuberungskampagnen. Ganz besonders wurde der jugoslawische Revisionismus Titos angeprangert, der Vormarsch seines Einfluss in den einzelnen Kommunistischen Parteien zurückgedrängt und seine eingeschleusten Elemente entlarvt ausgeschlossen und bestraft. Dass dieser Kampf gegen den ersten Revisionismus an der Macht in der gesamten Kommunistischen Weltbewegung erfolgreich geführt werden konnte, das haben wir vor Allem Stalin, aber auch dem Genossen Enver Hoxha zu verdanken. Das war die erste große Bewährungsprobe im Kampf gegen den revisionistischen Einfluss in den Kommunistischen Parteien, die zu Stalin hielten. Aber selbst dort, wo die Revisionisten schon mehr oder weniger am Ruder waren, sahen sie sich gezwungen, sich nicht offen von dem von Stalin gewiesenen Weg abzuweichen. Das war ein bedeutender Hinweis darauf, dass unter Stalin der proletarische Internationalismus als streitbare Waffe gegen den Revisionismus geschärft wurde. Heute lernen wir Weltbolschewisten daraus, dass die Frage des Sieges über den Revisionismus letztendlich nur auf dem Wege des proletarischen Internationalismus gelöst werden kann.
Man kann nicht Stalinist sein und gleichzeitig die Säuberungswellen ablehnen oder gar verurteilen. Man kann höchstens oder muss unbedingt die damit aufgetretenen Fehler und Machenschaften hinter Stalins Rücken korrigieren und Mängel beseitigen, also die richtigen Lehren daraus ziehen. Es war stets der Klassenfeind, der in Worten für die Säuberung der Parteifeinde eintrat, um damit die tatsächliche Säuberung und Liquidierung der Kommunisten, der Revolutionäre, der revolutionären Massen zu maskieren. Die Geschichte des Klassenkampfes gegen den Kommunismus beweist, dass „im Namen des Kommunismus“ mehr Kommunisten ums Leben gekommen sind als Antikommunisten. Diese historische Wahrheit ist für uns Kommunisten zwar schmerzlich, aber grundsätzlich unvermeidlich. Je konsequenter wir Kommunisten unseren Klassenkampf führen, desto schärfer antwortet uns die Konterrevolution. Säuberungen der Klassen von klassenfremden Elementen sind sowohl im Kapitalismus als auch im Sozialismus systemimmanent und verschwinden erst in der klassenlosen Weltgesellschaft. Sie sind sowohl in Gesellschaften mit antagonistischen Klassen als auch mit nichtantagonistischen Klassen unvermeidlich. Säuberungen sind notwendig, um den Verschmelzungsprozess der verbündeten Klassen in der sozialistischen Gesellschaft zu festigen und zu beschleunigen. Nicht, dass wir Säuberungen so toll finden, im Gegenteil, wir würden gerne auf Gewaltanwendungen und Wachsamkeitskampagnen verzichten, würden uns lieber auf „reine“ Aufbauarbeit für den Sozialismus konzentrieren, würden uns am liebsten gar nicht mit den feindlichen Plagegeistern abgeben müssen, die unsere friedliche Aufbauarbeit gewaltsam zu zerstören versuchen. Aber der Klassenfeind – selbst wenn er es denn wollte - kann uns diesen Gefallen unmöglich tun, ohne sich als Klasse selber das Grab zu schaufeln. Die Paradoxie, oder besser die Dialektik des Klassenkampfes im Sozialismus, besteht darin, dass die Verschärfung des Klassenkampfes im Sozialismus nicht ein Ausdruck der Stärke des Kapitalismus, sondern Ausdruck seines unvermeidlichen Todeskampfes ist, wie Stalin lehrte. Der Kapitalismus stirbt. Er landet auf dem Misthaufen der Geschichte. Als lebensfähig wird sich nur der Kommunismus erweisen können. Unsere Aufgabe ist es, Exempel zu statuieren, unsere Macht und unseren Willen zu demonstrieren, damit sich der Klassengegner fürchtet und davon abgeschreckt wird, uns zu rauben, was wir uns mit eigenen Händen aufgebaut haben. Die Geschichte hat bewiesen, dass der Kapitalismus weder bereit noch in der Lage ist, mit dem Sozialismus friedlich zu koexistieren, d.h., sich gegenüber einer Gesellschaft, die sich gegen den Kapitalismus und für den Sozialismus entschieden hat, friedlich und tolerant zu verhalten. Diese Manieren kann ihm nur ein starker Sozialismus beibringen, während die modernen Revisionisten an der Macht dem Sozialismus kapitalistische Manieren beizubringen versuchten – nicht ohne Erfolg wie wir gesehen haben.
Klassenkampf im Sozialismus gilt denjenigen, die sich dem Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus in den Weg stellen, um diesen Umwandlungsprozess zu verhindern - offen oder verdeckt. Das Wesen der Verschärfung des Klassenkampfes im Sozialismus besteht in seiner Maskierung, in seiner Häutung: Wird eine Maske von uns niedergerissen, entledigt sich der Revisionismus seiner unbrauchbar gewordenen Hülle, um sich unter einer neuen, angepassteren Hülle zu entfalten. Sind im Sozialismus die alten, feindlichen Klassen zerschlagen, bedeutet das nicht, dass damit die Gefahr der Restauration des Kapitalismus etwa beseitigt ist. Im Gegenteil, der Kapitalismus bedient sich nun der neuen sozialistischen Klassengesellschaft, um aus ihr selber privilegierte Schichten heranzuzüchten und daraus schließlich eine Klasse zu formen, die von innen die Restauration des Kapitalismus durch die systematische Degenerierung des Sozialismus betreibt – natürlich im Namen der „Weiterentwicklung“ des Sozialismus. Es ist klar, dass die Revisionisten diese Wahrheit vertuschen mussten, so wie in folgendem Beispiel:.
Die revisionistischen Philosophen Chruschtschows wendeten sich „gegen eine falsche Interpretation der Widersprüche, wie sie sich beispielsweise in Behauptungen äußert, wonach die antagonistischen Widersprüche in diesem oder jenem Land auch nach dem Sieg des Sozialismus erhalten bleiben. Daraus wird dann gefolgert, dass der Sieg des Sozialismus eine Verschärfung des Klassenkampfes, ein Aufbrechen der Klassenantagonismen verlange und dass innerhalb der sozialistischen Gesellschaft soziale Gruppen existieren, die Träger derartiger Antagonismen sind“ (revisionistische „Gechichte der Philosophie“; Band VI, Berlin, 1967).
Mit anderen Worten meinen diese philosophischen Lakaien Chruschtschows: Im Sozialismus sei es „unmöglich“, dass Revisionisten an die Macht gelangen könnten und daher sei es auch „unsinnig“, den Sozialismus durch eine anti-revisionistische Revolution, also durch die Zerschlagung der Macht der Revisionisten , das heißt, durch die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats auf den Trümmern der revisionistischen Gesellschaftsordnung, wieder herzustellen. Wer also für die Verschärfung des Klassenkampfes sei, der richte den Sozialismus – nach Ansicht der Revisionisten - zu Grunde, der sei ein „Feind“ des Sozialismus, ein „Feind“ des Marxismus-Leninismus, ein Störenfried, den man entweder zur Räson bringen oder liquidieren muss.
Es sind aber gerade die Revisionisten, die die Wurzeln von Stalins angeblichen „Terror“ ausgerechnet in der Theorie von der Verschärfung des Klassenkampfes im Sozialismus (die bekanntlich von keinem Anderen als Lenin aufgestellt worden war!) begründet sehen wollen. Gibt es denn noch besseres Anschauungsmaterial als diese revisionistische Selbstentlarvung? In Worten verkaufen sich die modernen Revisionisten als „Leninisten“, aber nicht nur in Taten, sondern – wie hier - auch mit ihren eigenen Worten entlarven sie sich selbst, begründen sie ihren Antistalinismus nicht nur mit „Leninismus“, sondern mit plattestem ANTI- Leninismus. Die Revisionisten zeigen mit ihren schmutzigen Fingern auf Stalin, aber abgesehen haben sie es auch auf Lenin, hinter dem sie sich verstecken !
Säuberungen waren übrigens nicht Stalins „Erfindung“, sie stammen noch nicht einmal von Lenin, sondern aus der revolutionären deutschen Sozialdemokratie des 19. Jahrhunderts: „Die Partei stärkt sich, indem sie sich purifiziert“. Die Geschichte der bolschewistischen Säuberungswellen in der Periode des Sozialismus in „einem“ Land, die Lehren Stalins, haben unwiderlegbar bewiesen, dass sie sich mit der fortschreitenden Entwicklung des Sozialismus nicht nur unvermeidlich verschärfen, sondern auch zwangsläufig an Umfang zunehmen (schon im Jahre 1921 – also noch zu Lenins NÖP-Zeiten - waren es bereits bis zu 200 000 Kommunisten, die aus der Partei entfernt werden mussten, um der Restauration des Kapitalismus einen Riegel vorzuschieben) Die gesamte sozialistische Klassengesellschaft – und nicht etwa stellvertretend der Apparat der Kommunistischen Partei, des Staates und der Armee – haben die Frage „wer- wen?“ praktisch zu lösen. Die Frage: „wer-wen?“ ist ohne Reinigung von Partei und Staat unmöglich zu lösen. Aber was unterscheidet die Säuberung durch die Arbeiterklasse von den Säuberungen aller anderen Klassen? Die Arbeiterklasse ist die einzige Klasse, die die klassenlose Gesellschaft verwirklichen kann und damit jede Klassensäuberung, jeglichen Klassenterror, jegliche Klassendiktatur (einschließlich der eigenen) für immer beseitigt. Die Unvermeidbarkeit der Säuberungswellen von Klassen selbst kann man nur durch eine klassenlosen Gesellschaft beseitigen. Eben deswegen ist der verschärfte Klassenkampf unvermeidlich. Der Marxismus-Leninismus versteht unter Säuberungen nicht die bloßen, repressiven Maßnahmen des Partei- und Staatsapparates, sondern vor allem die damit zu verbindende Heranziehung der Massen, ihre Beteiligung. Ohne Hebung des sozialistischen Bewusstseins der Parteimassen, ohne Hebung des kulturellen Niveaus der parteilosen Massen erkennen die Massen nicht die Notwendigkeit von Säuberungen, bleiben diese unwirksam oder gehen schlimmstenfalls nach hinten los, schaden den Massen mehr als zu nützen. Erst die Hebung des sozialistischen Bewusstseins des Weltproletariats, die Hebung der Weltkultur sichert schließlich und endlich das Absterben der Säuberungen im internationalen, globalen Maßstab. Man kann die Unvermeidbarkeit von Säuberungswellen nicht in einem Schritt oder einfach per Dekret, sondern nur im Laufe einer längeren Periode des Aufbaus des Weltsozialismus überwinden. Ohne Säuberungswellen konnte man weder der Restauration des Kapitalismus in der ersten historischen Periode des Sozialismus begegnen, noch kann man zu Beginn der zweiten historischen Periode des Sozialismus ohne sie auskommen. Mit anderen Worten: globale bolschewistische Säuberungswellen im Weltsozialismus sind für eine gewisse Zeit unvermeidlich und notwendig, und zwar solange die Gefahr der Restauration des Kapitalismus im Weltmaßstab besteht. Zwar beseitigt der Weltsozialismus die Gefahr der weltkapitalistischen Umkreisung des Sozialismus der ersten Periode, aber der Klassenfeind, die Weltbourgeoisie, wird deswegen nichts unversucht lassen, um die an den Sozialismus verlorene Weltmacht zurückzuerobern, indem er in der weltsozialistischen Bewegung untertaucht, um unbemerkt von innen heraus zu agieren. Der Antistalinismus der Weltbourgeoisie - und insbesondere, ihre darin zum Ausdruck kommende Verurteilung der Säuberungen - muss daher ideologisch zerschlagen werden durch intensivste kommunistische Überzeugungsarbeit unter dem Weltproletariat und den Weltmassen. Die Säuberung muss als ein Akt, als ein Instrument der revolutionären Befreiung von konterrevolutionärem Unrat, als Ausdruck der Stärke und des Fortschritt des Sozialismus begriffen werden und darf nicht als Fluch beklagt, als Schandfleck, als Schwäche des Sozialismus verurteilt werden. Es ist und bleibt das wirksamste bolschewistische Mittel, um unsere proletarische Sache zu stärken, zu festigen und zu schützen. Und wir werden aus diesem Grund niemals darauf verzichten dürfen. Der Feind, egal wo er wühlt, muss auf der ganzen Welt nicht nur aufgespürt werden, sondern auch zu spüren bekommen, dass es ihm schlecht ergeht, wenn er sich an der Diktatur des Weltproletariats, am Weltsozialismus vergreift. Ob man es nun bedauern mag oder nicht - anders kann sich das Proletariat nicht befreien, anders lässt sich der Kapitalismus nicht besiegen, kann man sich ihn nicht vom Leibe halten, kann man den Kapitalismus nicht wirklich überwinden.
Wenn das Proletariat aus der Geschichte seines Klassenkampfes etwas gelernt hat, dann ist es das: sich nie wieder die Macht über den Kapitalismus aus der Hand reißen zu lassen, nie wieder eine Restauration des Kapitalismus zuzulassen, sondern sie mit allen Mitteln, auch mit den äußersten Mitteln zu verteidigen, mutig die sozialistische Revolution fortzusetzen und den Kommunismus Schritt um Schritt aufzubauen – und den Gegner kalt zu stellen bzw. ihm unseren Willen, unsere Generallinie aufzuzwingen. Das lehrt uns der Stalinismus.
Nicht durch den Stalinismus hat die sowjetische Arbeiterklasse, haben die Sowjetvölker, das Weltproletariat und alle Völker der Welt den Sozialismus, ihre Macht, verloren, sondern genau umgekehrt, weil sie aufgehört hatten, ihre stalinistischen Waffen zu schärfen. Stattdessen hatten sie den Stalinismus verrosten lassen. Die Komintern / ML ist heute die stärkste Kraft, die diese wertvolle Waffe des Stalinismus wieder blank geputzt hat und sie wieder Einsatz tauglich machen konnte.
Die große Lehre des Kampfes gegen den modernen Revisionismus besagt, dass der Klassenkampf im Sozialismus nicht mit der Ausmerzung der Überreste des Kapitalismus beendet war, sondern seine Gefahr danach in dem Maße wuchs, je mehr sich die sozialistische Gesellschaft dem Kommunismus näherte. Ja, damit kam der Revisionismus sogar erst richtig zur vollen Entfaltung - nämlich dadurch, dass sich unter der Diktatur des Proletariats eine neue, aufstrebende bürgerliche Klassenkraft heran bildete, die schließlich die Oberhand gewann. Die Diktatur der Arbeiter und Bauern bedeutete Zwangsherrschaft, und diese erzeugte unvermeidlich Widerstand und Klassenkampf bei denjenigen, von deren Zwangsherrschaft sich die Arbeiter und Bauern einst befreit hatten und die ihre schwer errungene Freiheit zu verteidigen hatten. Je stärker die Diktatur des Proletariats, desto größer der Kampf jener Klasse, gegen die diese Diktatur errichtet wurde und desto stärker muss daraufhin die Diktatur des Proletariat wiederum sein. Die neuen Kapitalisten haben sich ihre neue Herrschaft errichtet und die Macht des Stalinismus gebrochen. Nun befinden sich wieder die Arbeiter und Bauern im Klassenkampf, um den Stalinismus zurück zu erobern. Die proletarische Revolution in der Epoche des Imperialismus an der Schwelle ihres Übergangs zum Weltsozialismus - das ist der gegenwärtige IST-Zustand, in dem sich der Kampf zwischen den Kommunisten und Revisionisten gegenwärtig abspielt. Wie lange der Kampf der Kommunisten und der Revisionisten um die Macht noch dauern wird, hängt jetzt einzig und allein vom Weltproletariat ab. Eins steht schon bereits mit Sicherheit fest:
Der anti-revisionistische Kampf ist und bleibt der wendevollste, widrigste, zähflüssigste, verschiedenartigste, komplizierteste, schwierigste, anstrengendste, aufopferungsvollste und der längste Kampf aller Klassenkämpfe, die die Menschen auf dieser Erde zu führen haben, bevor sie endlich und für immer vom Kapitalismus frei sind. Die endgültige Lösung dieser Frage: „wer – wen?“ wird zwischen den Marxisten-Leninisten und den Revisionisten entschieden werden. Die Revisionisten bleiben unsere letzten Klassenfeinde, die vom Kapitalismus noch übrig sein werden, gegen die wir unsere schwersten Klassenschlachten noch zu schlagen haben, bevor kommunistische Zustände herrschen.
Kurz: Woran erkennt man die Revisionisten ? Man erkennt sie an den letzten Muttermalen der alten Gesellschaft.
Zu welcher Gattung muss man die Revisionisten zählen ? Die Revisionisten gehören zur Gattung jener „armen Teufel“, die nicht nur dazu verurteilt sind, selbst dann noch das Muttermal der kapitalistischen Gesellschaft mit sich herum schleppen zu müssen, wenn die Mutter längst gestorben ist, sondern die dafür auch noch die größten Prügel kriegen, sowie dieses Muttermal von uns Kommunisten entblößt worden ist. Die Revisionisten gehören zu jener sterbenden Gattung in der sozialistischen Gesellschaft, denen wir den „letzten Rest geben“.
Die Restauration des Kapitalismus ist den Überresten der alten kapitalistischen Klassen nicht gelungen, wohl aber der neuen bürgerlichen Klasse, die der Sozialismus selber hervorgebracht hatte. Dies gilt es zu beachten, wenn wir den Weltsozialismus aufbauen. Die Restauration des Weltkapitalismus, bzw. in den einzelnen sozialistischen Ländern, muss nicht nur durch die Ausmerzung der Überreste der alten Klassen verhindert werden, also der Weltbourgeoisie und ihrer globalen Verflechtung mit den Überresten der Ausbeuterklassen in den einzelnen Ländern, sondern auch und vor Allem durch den schärfsten Klassenkampf gegen jene neuen Klassenkräfte, die sich aus der Weltdiktatur, bzw. den Diktaturen des Proletariats in den einzelnen Ländern, heraus zu bilden versuchen, also aus privilegierten Schichten der Partei- Staats-, Wirtschafts- und Militärapparate des Weltproletariats, bzw. derjenigen des Proletariats einzelner Länder. Dabei spielt der globale Klassenkampf gegen den globalen Bürokratismus, der durch den Bürokratismus in den einzelnen Ländern genährt wird – und umgekehrt – eine wesentliche Rolle. Mit anderen Worten:
Der Klassenkampf ist nicht mit der Zerschlagung der weltimperialistischen Umkreisung beendet, sondern findet seine Fortsetzung in der Ausmerzung solcher rückschrittlicher Elemente im Weltsozialismus, die sich dem Übergang zum Weltkommunismus in den Weg zu stellen versuchen, die also nicht mehr aus dem Weltkapitalismus, sondern aus dem Weltsozialismus selbst hervorgehen werden Wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass der Weltsozialismus eine Klassengesellschaft ist, in der notwendigerweise und unvermeidlich Klassenkampf weiter (und wie wir in Stalins Klassenkampf gegen die führenden Vertreter der neuen Bourgeoisie in der UdSSR erfahren haben, verschärft...!) stattfinden wird, wobei antagonistische Überreste Schritt um Schritt zu überwinden sind. Und das beinhaltet eben, dass die Gefahr der Restauration des Kapitalismus in der Gesellschaftsordnung des Weltsozialismus noch nicht vollständig beseitigt werden kann.
Schließlich wird auf dem Weg zum Weltkommunismus der Klassenkampf gegen den Klassenkampf selbst geführt werden müssen – da geht es dann umgekehrt um die Überwindung der Klassengesellschaft selbst, um die Beseitigung sämtlicher Klassenüberreste auf diesem Erdball, insbesondere und letztendlich die der proletarischen Klasse selbst. Dann sind die alten Überreste der Arbeiterklasse jene Elemente, die am meisten im Weg stehen werden, um die klassenlose Gesellschaft zu errichten.
Es wäre naiv zu glauben, dass dies eine einfache Sache sein werde, die sich so zu sagen „im Selbstlauf“ vollziehe und sich ganz spontan „von selbst“ erledige ! Was ist schwerer, sich von einer fremden Klassenherrschaft zu befreien oder von der eigenen ? Das verlangt nicht nur das „Brechen“ mit alten, lieb gewonnenen Traditionen der revolutionären Arbeiterklasse. Das ist nicht etwa in einem einmaligen Akt zu bewerkstelligen, sondern dafür ist eine ganze historische Epoche erforderlich, bis es der Arbeiterklasse endgültig gelungen ist, sich von ihrem eigenen Klassendasein, von ihrem eigenen revolutionären Klassencharakter für immer zu verabschieden! Von diesem Augenblick an hört der Marxismus-Leninismus nicht auf, sondern er befreit sich „lediglich“ aus seinen Klassenfesseln, um auf eine nächst höhere Stufe seiner Entwicklung zu klettern, nämlich der klassenlosen Weltgesellschaft zu dienen. Die klassenlose Weltgemeinschaft wird natürlich weiter aus dem Erfahrungsschatz der ganzen Menschheitsgeschichte lernen und nicht nur aus ihrem letzten Kapitel des Übergangs von der Klassengesellschaft zur klassenlosen Gesellschaft – vermittels der Lehren des Marxismus-Leninismus. Die Lehren Stalins beim Übergang zum Kommunismus im Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus, die Lehre der Überwindung kommunistischer Schwächen und ihre Umwandlung in Stärke, das macht den Stalinismus -insbesondere kurz vor Stalins Ermordung - unsterblich!
Was Tito in Jugoslawien vorexerziert hatte, nämlich den modernen Revisionismus außerhalb der Sowjetunion an die Macht zu bringen, das hat Berija mit Georgien nachzuahmen versucht. Was die Albaner mit Stalin zusammen im Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus vollbracht haben, hat Stalin gegen den georgischen Revisionismus nicht mehr erfolgreich zu Ende bringen können, denn er wurde durch die Mörderhand eines Georgiers dabei gewaltsam gehindert.
So wie wir Marxisten-Leninisten gegen jene Revisionisten gekämpft haben, die von den Randzonen aus, sowohl außerhalb (Jugoslawien) als auch von innerhalb (Georgien) das Zentrum der UdSSR in der ersten Periode des Sozialismus, dem Sozialismus in „einem“ Land, unter Beschuss genommen haben, so werden wir Marxisten-Leninisten auch den Weltsozialismus vor dem Weltrevisionismus zu verteidigen wissen, der sich in den einzelnen sozialistischen Ländern zu formieren versuchen wird, um von dort aus ins weltrevolutionäre Zentrum des Sozialismus vorzustoßen.
Kommen wir noch einmal auf jene Genossen zurück, die der irrigen Vermutung erlegen sind, dass die KPdSU (B) von Revisionisten nicht erst 1953, sondern schon von 1934 an beherrscht wurde. Nach allem, was wir bis hierhin an Belegen vorgebracht haben, irren sowohl jene Genossen, die das Datum schon auf 1934 festsetzen als auch diejenigen, die den Beginn der Herrschaft der Revisionisten erst auf das Jahr 1956 datieren.
Wir halten es erstens für unmarxistisch, einen so langen gesellschaftlichen Entartungsprozess wie den der Restauration des Kapitalismus auf eine Jahreszahl zu reduzieren und verteidigen vielmehr den jahrzehntelangen anti-revisionistischen Kampf der sowjetischen Marxisten-Leninisten, insbesondere deren Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus, sowohl vor als auch nach der Machtergreifung der Revisionisten, also sowohl vor als auch nach Stalins Tod. Der Fisch fängt bekanntlich immer am Kopf an zu stinken, also verging eine ganze Periode der Entartung der KPdSU von der obersten Parteiführung bis hinunter in ihre Grundorganisationen, dauerte es eine Zeit, bis von Moskau aus auch der letzte Winkel Sibiriens restauriert war usw. usf. So wie der Sozialismus der UdSSR nicht an einem Tage aufgebaut wurde, konnte er auch nicht an einem Tage wieder in den Kapitalismus verwandelt werden. So, wie jahrzehntelange Etappen beim Aufbau, gab es auch jahrzehntelange Etappen bis zur endgültigen Auflösung der Sowjetunion. Müssten die Revisionisten den Kapitalismus aus kapitalistischen Elementen restaurieren, so wäre ihre Aufgabe leicht gewesen. Sie mussten aber den Kapitalismus mit solchen Elementen aufbauen, die der Sozialismus ihnen als Erbe hinterlassen hatte. Und auch bis heute ist es dem restaurierten Kapitalismus nicht gelungen, die sozialistischen Überreste in den ehemaligen Sowjetvölkern, in der einst sozialistischen Arbeiterklasse, völlig zu vernichten – und wird es nie gelingen.
Erstens. Der russische Kapitalismus wird nie der Gleiche sein wie der Kapitalismus in anderen Ländern, in denen es vorher keinen Sozialismus gegeben hat. Das heißt nichts Anderes, als das Russland (und Albanien) – und ganz besonders das russische (und albanische) Proletariat - für den Stalinismus empfänglich bleibt und das weiß nicht nur die Bourgeoisie in Russland (und in Albanien), das weiß nicht nur die Weltbourgeoisie, sondern vor Allem das Weltproletariat, das zur sozialistischen Weltrevolution strebt.
Zweitens lässt sich (u.a. durch Stalinzitate) belegen, dass es gefährliche revisionistische Tendenzen schon lange vor dem Tod Stalins gegeben hat – und zwar nicht erst seit 1934, sondern im Grunde genommen schon mit Gründung der Sowjetunion als Lenin noch ihr Führer war.
Drittens stimmen wir nicht mit solchen Genossen überein, die die führende und herrschende Rolle Stalins ab 1934 bis zu seinem Tod - also 19 Jahre lang ! - leugnen, denn das wäre gleichbedeutend mit der Leugnung von 19 Jahren sowjetischen Sozialismus, wo er sich immerhin auf seiner bislang höchsten Stufe zum Übergang in den Kommunismus entwickelte. Dann würde man beispielsweise anerkennen müssen, dass der Sieg der Säuberung der Trotzkisten in den Jahren 1936 – 1938 der Herrschaft der Revisionisten zuzuschreiben wäre und nicht etwa Stalin, dann wäre der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg ein Sieg der herrschenden Revisionisten und nicht Stalins Sieg, würden die Nachkriegsjahre des sozialistischen Wiederaufbaus Stalins, würden die Fünfjahrpläne, die Verfassung Stalins usw. usf. der Herrschaft der Revisionisten „zu verdanken“ sein. Das wäre eine unstatthafte Überbewertung des tatsächlichen Einflusses, den die Revisionisten in diesen 19 Jahren gewonnen hätten und gleichzeitig eine völlig ungerechtfertigte Unterschätzung der Stärke des Sozialismus, die ihm nicht zuletzt durch Stalin verliehen wurde. Braucht man noch mehr Beweise für die Unhaltbarkeit dieser von den Genossen aufgestellten These, dass die Sowjetunion seit 1934 von einer revisionistischen Führung beherrscht worden sei? Vor 1934 konnte die Konterrevolution noch legal auftreten, sogar in der Partei (Opposition), nach 1934 musste sich diese verbergen, nicht weil sie so stark, sondern weil sie so schwach war, weil Stalin sie dazu zwang, in der Versenkung zu verschwinden, hatte Stalin also die Macht dazu und nutzte er sie diese auch siegreich.
Für Stalinisten ist unbestreitbar, dass die Arbeiterklasse und ihre Partei mit Stalin an der Spitze die Führung bis zu seinem Tode inne hatte, wenn diese Führung auch kurz vor Stalins Tod in einer äußerst kritischen Situation war.