Teil 13


Das Herunterreißen (für sich genommen) von revisionistischen Masken macht noch keinen ernsthaften und ausreichenden marxistisch-leninistischen Kampf gegen den Revisionismus aus. Wenn man die Unvermeidbarkeit des Revisionismus beseitigen will, dann muss man dessen sozialdemokratische Wurzeln beseitigen. Da diese Wurzeln im kapitalistischen System ihren Nährboden finden, muss man den Weltkapitalismus beseitigen, um die Unvermeidbarkeit des Revisionismus beseitigen zu können.

In Hinblick auf die Beschlüsse des XX. Parteitags, Einheitsverhandlungen mit der westlichen Sozialdemokratie zu führen, verstießen die sowjetischen Revisionistenführer gegen die anti-sozialdemokratischen Einheitserklärungen der kommunistischen Weltbewegung von 1957 und 1960 und verwandelten sie schon allein dadurch zu einem Fetzen Papier.

Zwischen den Linken und Rechten in der Sozialdemokratie entwickelte sich der Zentrismus als verkappter Sozialdemokratismus (Kritik am Sozialdemokratismus in Wortenseine Verteidigung in Taten). Hier tummelte sich alles, was nicht Fisch noch Fleisch war, aber beides zugleich sein wollte – vor allem der Trotzkismus. In diesem opportunistischen Einheitsbrei kann sich die kommunistische Partei nicht herausbilden. Das ist die eigentliche Taktik der Weltbourgeoisie, nämlich den Revisionisten den Weg über den Sozialdemokratismus zurück zum Kapitalismus zu ebnen, indem die Eigenständigkeit der kommunistischen Organisationen sukzessive liquidiert wird. Ohne Sozialdemokratismus gäbe es keine Brücke für die Restauration des Kapitalismus der UdSSR hinüber zum kapitalistischen Weltsystem. Es darf also nicht vergessen werden, dass sich der XX. Parteitag mit Einheitsverhandlungen an die westliche Sozialdemokratie gewandt hatte. Diesen Brückenkopf stellte Berija illegal her. Und die Berijaner sorgen heute dafür, dass dieser Brückenkopf für alle Fälle erhalten bleibt, wenn die Zeit für die Restauration des Sozialismus gekommen ist. Die Arbeiterklasse muss sich aus diesem Einheitsbrei von Revisionisten und „linken“ Sozialdemokraten befreien. Damit die Entartung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung immer genügend helfende Hände findet, wird ihr dieser revisionistisch-sozialdemokratische Einheitsbrei immer in greifbarer Nähe zur Verfügung gestellt, zum Beispiel der Einheitsbrei mit der „demokratischen Bourgeoisie gegen den Faschismus der „reaktionären“ Bourgeoisie (Dimitroffs revisionistische Thesen des VII. Weltkongresses der Komintern). Der Kommunismus muss sich stets selbständig und unabhängig formieren, um den Sumpf des Einheitsbreis trocken zu legen. In der Sowjetunion musste sowohl der Kampf gegen den Menschewismus als auch gegen den verkappten Menschewismus geführt werden. Der Kampf gegen den verdeckten Menschewismus nahm in dem Maße zu, in dem die Überreste des offenen Menschewismus geschlagen waren.

Wir weisen auf Stalin hin, dass dieser an der philosophischen Front, einen Zweifrontenkampf gegen den Mechanizismus und den menschewisierenden Idealismus führte, die vorgaben, sich gegenseitig zu bekämpfen, aber in Wahrheit aus zwei verschiedenen opportunistischen Richtungen gegen den Marxismus-Leninismus aufgetreten waren. Im Dezember 1930 charakterisierte Stalin die philosophische Position Deborins (Menschewist) als menschewisierenden Idealismus“ , nachdem er einen konsequenten Kampf gegen den Mechanizismus der Bucharinisten geführt hatte. Deborin versuchte seinen Menschewismus hinter seiner Kritik an dem Mechanizismus Bucharins zu verbergen, um ihn zu retten, aber Stalin durchkreuzte dieses Täuschungsmanöver und unterzog der Philosophie Deborins eine gründliche Kritik. In der Resolution des ZK vom 25. 1. 1931 wurde Deborin entsprechend degradiert. Der menschewisierende Idealismus versuchte den dialektischen Materialismus vom Marxismus-Leninismus zu trennen und ihm der bürgerlichen Ideologie anzupassen und eben das versuchten die Anhänger des mechanischen Materialismus auf ihre Weise – nur aus entgegengesetzter Richtung. Deborin versuchte, die Philosophie Hegels und Spinozas zu restaurieren und damit die marxistisch-leninistische Dialektik einer bürgerlichen Revision zu unterziehen. Wer den DiaMat und HistoMat dem Marxismus-Leninismus „gegenüberstellt“ oder von ihm trennt, begibt sich ins Fahrwasser eben dieses menschwisierenden Idealismus, des Liebäugelns mit dem Menschewismus, des Hinübergleitens von Lenin zu Plechanow, des Hinübergleitens der Philosophie des Bolschewismus zur „Philosophie“ des Menschewismus.

Bolschewismus und Menschewismus aber sind unvereinbar und unversöhnlich. Man darf den Marxismus-Leninismus nicht von der Politik, von der Praxis trennen und umgekehrt nicht die Politik, die Praxis vom Marxismus-Leninismus trennen. Man darf die Philosophie der Sowjetunion nicht von der Philosophie des Weltproletariats trennen usw. usf.. Beides führt aus zwei Richtungen zum gleichen Ergebnis, zur praktischen Anpassung an die Politik der Bourgeoisie. Eben aus dieser Anpassung ist die Sozialdemokratie hervorgegangen. Die Trennung von Theorie und Praxis steht in der Tradition der II. Internationale, daher der Charakter des menschewisierenden Idealismus.

Und so haben sich auch Berija und Malenkow dem Menschewismus genähert und schließlich angepasst in dem Maße wie sie sich von ihrer Tarnkappe des „Marxismus-Leninismus“ lösten und diesen über Bord warfen – menschewisierender Idealismus, idealisierender Menschewismus. Die Revisionisten verurteilten Stalin nach seinem Tod, weil er angeblich die philosophische Polemik gegen Deborin, Karew, Sten und Co. „überspitzt“ habe, denen ledig „ein paar theoretische Fehler unterlaufen“ seien. Sie verurteilten Stalin, um diese Anti-Marxisten-Leninisten zu rehabilitieren und damit den Menschewismus wieder salonfähig zu machen.



Im Spätstalinismus wurde durchgängig der Begriff „Rechtssozialismus“ verwendet. Damit war die Jahrzehnte lange Wühl- und Verräterarbeit der Sozialdemokraten als Agentur des Imperialismus innerhalb der Arbeiterbewegung gemeint, also zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg. Nach dem zweiten Weltkrieg stand diese reaktionäre Ideologie direkt im Dienste des amerikanischen Imperialismus. Dieser Sozialdemokratismus hatte sich schließlich von seinen marxistischen Wurzeln völlig losgesagt, während die „Linkssozialisten“ den Marxismus noch als Feigenblatt zur Verdummung der Arbeiter weiter verwendeten. Im feucht-fauligen Klima der fließenden Übergänge von Sozialdemokratismus und Kommunismus gedeiht der Trotzkismus, aber der trotzkistische Sumpf innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ist trocken zu legen. Wir sind mit diesem Artikel gerade ein Stück wieder dabei, frischen ideologischen Wind hineinzublasen.

Wir halten den Begriff des „Rechtssozialismus“ wirklich nicht für sonderlich glücklich gewählt, denn auch einLinkssozialismus“ ist nicht weniger reaktionär als der Rechtssozialismus, nur in einer „linken“ Hülle verpackt und damit schwerer zu durchschauen, also viel gefährlicher, was sein Auftreten innerhalb der Arbeiterbewegung anbelangt. Mit dem Begriff „Rechtssozialismus“ darf man nicht die Illusion schüren, dass alles Andere in der Sozialdemokratie noch irgendetwas Fortschrittliches enthalten könnte, was zum Bündnis mit uns Kommunisten tauge oder vom Stalinismus verdaut werden könne. Genau in diese Falle ist die Komintern hinein getappt mit ihrer Volksfrontpolitik. In diese Falle darf man nicht noch einmal hinein tappen, sondern zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie müssen stets klare, unüberbrückbare Demarkationsverhältnisse herrschen. Jede Form der Sozialdemokratie, so „links“ sie sich auch gebärden mag, ist und bleibt eine feindliche, bürgerliche Ideologie gegen den Marxismus-Leninismus, auch wenn sie noch so sehr das Gegenteil beteuert. Und jene besondere Form des Sozialdemokratismus, die im Gewand des „Stalinismus“ auftritt, ist eine besonders gefährliche Form, die wir uns erst in der Kritik an Berija zu erschließen beginnen. An eine menschewistische Revision des Stalinismus haben wir bislang nie nachgedacht, allein diese Frage aufzuwerfen, wäre uns ohne die Berijaner gar nicht eingefallen. So gebührt ihnen allein das „Verdienst“, Berija als „Marxisten-Leninisten“ ins Verwirrspiel ihrer trotzkistischen Zersetzungs- und Zersplitterungspolitik und uns damit auf ihre Spur gebracht zu haben.

Gegenüber dem sozialdemokratischen Einfluss, der über die Schiene des verkappten Trotzkismus zur Revision des Stalinismus hinführt, müssen wir also wachsam sein, da darf es kein Schwanken geben ! Die Trotzkisten bedienen sich zum Beispiel des Personenkult-vorwurfs, um den Stalinismus mit offenem Visier anzugreifen, und gleichzeitig bedienen sie sich der vorgetäuschtenanti-revisionistischen, anti-trotzkistischen Entkräftung“ des Personenkult-vorwurfs, um den Stalinismus mit seinen eigenen Waffen zu schlagen und das stalinistische Lager zu spalten. Das Berijanertum von 1953 ist im Wesen nicht anders als das heutige Berijanertum, aber die Methoden haben sich verfeinert. Während Berija nach dem Mord an Stalin die „stalinistische“ Maske vollkommen abstreifte, behalten die Berijaner von heute sie auf. So ist es auch komplizierter, sich über das Berijanertum von heute ideologisch Klarheit zu verschaffen. Sie haben uns eine Weile täuschen können, aber genutzt hat es ihnen nun nichts mehr:

Definition: Das Berijanertum ist die Restauration des Sozialdemokratismus auf dem „Boden des Stalinismus“.

Einmal erkannt, wird das Weltproletariat sich vom Berijanertum nicht mehr blenden lassen, ist das Berijanertum ideologisch offengelegt und erledigt.

Um die marxistisch-leninistische Weltbewegung in den revisionistischen Sumpf zu ziehen und sie in eine revisionistische Weltbewegung zu verwandeln, ist heute der Chruschtschow-Revisionismus schon längst untauglich, seitdem sich die marxistisch-leninistische Weltbewegung gegen diesen immunisiert hatte. So holte die Bourgeoisie die Karte des Berijanertums aus dem Ärmel, die deswegen besser geeignet sein sollte, weil sie sich angeblich auf den Stalinismus und gegen den Chruschtschow-Revisionismus“ stütze.

Die marxistisch-leninistische Bewegung des Genossen Enver Hoxha entwickelte ihre Verteidigungsstrategie des Stalinismus insbesondere gegen den Chruschtschow-Revisionismus, um sie in eine Angriffsstrategie gegen den modernen Revisionismus zu verwandeln. Der sowjetische Revisionismus wurde als gefährlichster Feind im Lager der kommunistischen Weltbewegung erkannt und bekämpft, also als gefährlichster Feind des Stalinismus. Dabei

trachteten die Chruschtschow-Revisionisten auch mit allen Mitteln danach, sich den Sozialdemokraten und allen anderen anti-kommunistischen Kräften zu nähern, wobei sie diese Kräfte auch als Brücke zur Herstellung der Verbindung mit dem Imperialismus benützten. Das war die ideologische Schlussfolgerung ihres Verrats am Marxismus-Leninismus. Die Annäherung der Revisionisten an die Sozialdemokratie, diese erprobte Agentur der internationalen Bourgeoisie, stützte sich auf ihre gemeinsame anti-marxistische Ideologie, die ihre natürliche Basis bildete. Auf dieser Basis begann jetzt die vollständige Verschmelzung der modernen Revisionisten mit den Sozialdemokraten zu einer einzigen anti-marxistischen, anti-revolutionären Strömung“ (Geschichte der PAA, Seite 581, Tirana 1971).

Die natürliche Basis, aus der die Verschmelzung hervorgeht – das ist die natürliche Basis zur Verschmelzung des restaurierten Kapitalismus mit dem nicht-restaurierten Kapitalismus – ihre gemeinsame Brücke. Enver Hoxha hat das hier hervorragend herausgearbeitet, was ihm als 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus alle Ehre macht. Das ist für uns wieder einmal ein Beweis dafür, dass er den anti-revisionistischen Kampf auf eine höhere qualitative Stufe gehoben hat.

So haben ja die Chruschtschowianer den Sozialdemokratismus nicht vom Boden des Marxismus aus angegriffen, sondern vom bürgerlichen Standpunkt aus. Da wo die Sozialdemokraten ihre marxistische Maske abgeworfen hatten, da wurden sie als „Rechtssozialisten“ verurteilt, während man jene Sozialdemokraten, die ihre marxistische Maske zum Teil noch weiter benutzten, in die kommunistischen Parteien zu integrieren versucht hatte. Rechtssozialisten und Stalinisten wurden über den rechten bzw. linken Rand gestoßen, um zwischen ihnen Platz für die Etablierung der neuen Parteien des modernen Revisionismus zu schaffen – sozialdemokratischen Parteien „neuen Typs“.

Mit ihrer „Revisionismus-Kritik“ warfen die modernen Revisionisten den Sozialdemokraten ja nicht wirklich den Verrat am Marxismus vor, sondern vielmehr deren „Verrat“, die Maske des „Marxismus“ zum alten Eisen gelegt zu haben, solange die Aufgabe der Restauration des Kapitalismus noch nicht erfüllt war. Sie meinten also, den Verrat der Sozialdemokratie wieder „gut“ zu machen, indem sie das alte revisionistische Banner des Sozialdemokratismus wieder erhoben, dass von den „Rechtssozialisten“ in den „Dreck“ geworfen worden war. Nun ist der Revisionismus ja keine reine taktische Frage für sich, sondern überhaupt Ausdruck des objektiven Klassenkampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Es ist also ein unverrückbares Entwicklungsgesetz des Revisionismus, dass er beim Fortschreiten der Restauration des Kapitalismus unvermeidlich irgendwann die leninistischen Hüllen fallen lassen muss, um die sozialdemokratische Maske aufsetzen zu können, ob er es nun will oder nicht. Das aber erwies sich in der Sowjetunion Lenins und Stalins als ein ungeheuer schwieriger und langwieriger Akt, den jahrzehntelang aufzubringen, Berija nicht den Nerv hatte. Was wir Marxisten-Leninisten tun können, das ist, durch das Herunterreißen der Maske, den Klassenkampf zu beschleunigen und zu verschärfen, aber wir können damit nicht die Gesetzmäßigkeiten des Klassenkampfes „außer Kraft oder in Kraft“ setzen. Im Grunde ist die Zur-Hilfenahme des Sozialdemokratismus durch die modernen Revisionisten eine besondere Form der Restauration des Sozialdemokratismus unter den Bedingungen der Restauration des Kapitalismus. Und Berija war der Erste, der das sozialdemokratische Banner nach Stalins Tod erhob.

Das Berijanertum ist deswegen so gefährlich, weil es diesen Zusammenhang zwischen Sozialdemokratismus und modernem Revisionismus unter Phrasen des „Marxismus-Leninismus“ vertuscht. So schlägt man dem modernen Revisionismus scheinbar „den Kopf ab“, nur um damit seine sozialdemokratischen Wurzeln zu schützen, die dann jeder Zeit wieder neuen Revisionismus hervorbringen können. Es gibt also verschiedene Wege der Kritik am Chruschtschowismus, am modernen Revisionismus:

die eine Kritik richtet sich auf den konkreten modernen Revisionismus wie er zur Bewältigung der Restauration des Kapitalismus notwendig war; sozusagen betrachtet als historisch einzelner, einmaliger Fall, unter dem sich ein Schlussstrich ziehen lässt, um „Ruhe“ zu haben mit den zukünftigen Kritikern am Revisionismus, um dem Revisionismus für den nächsten Schlag noch ein Hintertürchen offen zu lassen.

Die andere Kritik betrachtet den modernen Revisionismus nicht nur konkret, sondern auch grundsätzlich, allgemein, mit Hilfe der dialektischen Methode. Nur im letzteren Fall kommt man auf die Kritik an der Unvermeidlichkeit des modernen Revisionismus, kommt man auf die Unvermeidlichkeit seiner sozialdemokratischen Wurzeln, kommt man zu der notwendigen Erkenntnis, dass man nicht nur diesen oder jenen modernen Revisionismus in dieser oder jenen Situation, sondern eigentlichseine Unvermeidlichkeit beseitigen muss, nämlich die Unvermeidlichkeit des Kapitalismus, der ihn unablässlich in immer neueren Formen (Neo-Revisionismus) hervorbringen muss.

Die eine Kritik verteidigt den Kapitalismus im alten sozialdemokratischen Sinne, nur in „anti-revisionistische“ Kritik gehüllt, die andere Kritik konzentriert sich auf seine wirkliche, auf seine endgültige, auf seine revolutionäre Beseitigung, die nicht mehr umkehrbar ist. So wie wir den Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus mit dem Ziel der Beseitigung seiner Unvermeidbarkeit führen, so tun wir das auch mit der Restauration des Sozialdemokratismus der Berijaner.

Der Kampf gegen den modernen Revisionismus zu führen, ist keine Sache, die man mit der vollendeten Restauration des Kapitalismus als erledigt betrachten darf. Zweifellos und unvermeidlich muss wieder der Kampf gegen den Revisionismus bei der nächsten Gelegenheit erneut entbrennen, wird er mit der Restauration des Kapitalismus von dem Augenblick an beginnen, wo wir mit der Restauration des Sozialismus angefangen haben. Der Kampf gegen den Revisionismus wird also nur richtig geführt, wenn man seine Unvermeidlichkeit beseitigt, wenn man den Kapitalismus im Weltmaßstab beseitigt – und das kann man nicht, ohne seine sozialdemokratischen Wurzeln, seine natürliche Basis, im Weltmaßstab auszureißen.

Wenn man den Stalinismus richtig studiert, wird man immer wieder auf die Frage des Kampfes zur Beseitigung der Unvermeidlichkeit kommen. Das ist ein hervorragender marxistischer Kompass, um die Demarkationslinie zu den Gegnern zu ziehen. Im Grunde hat Stalin hier aus der Schatzkammer des Marxismus geschöpft, hat er insbesondere Lenins Thesen über die Unvermeidbarkeit nicht nur verteidigt, sondern auf die besonderen Bedingungen des Klassenkampfes seiner Zeit angewandt, so zum Beispiel unter den Bedingungen der Unvermeidbarkeit der Maskierung des Faschismus durch den Sozialfaschismus, die Maskierung des Pazifismus durch den Sozialpazifismus, die Maskierung des Gewerkschaftsreformismus durch den Gewerkschaftsrevisionismus, die Maskierung des Imperialismus durch den Sozialimperialismus etc.

Natürlich ist das Prinzip der Unvermeidlichkeit der Beseitigung des Sozialdemokratismus mit der Unvermeidlichkeit des Marxismus-Leninismus dialektisch verknüpft, denn es geht ja nicht nur um die Unvermeidbarkeit der Beseitigung des Kapitalismus allein, sondern vor allem um die Unvermeidlichkeit seiner Ablösung durch den Sozialismus. Der Entwicklungsprozess der Unvermeidlichkeit ist also ein objektiver Prozess. So hat Stalin einmal in seinem „Brief aus Kutais“ richtig festgestellt , dass sich der Sozialismus spontan gegenüber dem Kapitalismus durchsetzen wird – wenn auch auf Umwegen und Irrwegen (also auch ohne unser Zutun als Kommunisten). Das gilt natürlich auch bezüglich der Unvermeidlichkeit des Sozialdemokratismus. Die Unvermeidbarkeit seiner Beseitigung ist ein objektiver Prozess. Aber eben, weil wir seine Gesetzmäßigkeit wissenschaftlich erkennen, können wir darauf auch wissenschaftlich einwirken, das heißt, dafür sorgen, dass er möglichst schnell auf dem Misthaufen der Geschichte landet und vorzeitig aufhört, die Hirne der Arbeiter zu vernebeln und sie vom revolutionären Weg abzuhalten. Das nennen wir, die Waffe des subjektiven Faktors einzusetzen. Was für den Sozialdemokratismus gilt, trifft natürlich genauso auf das Berijanertum zu, das den Sozialdemokratismus zu retten versucht und damit in den Fußstapfen der modernen Revisionisten hinterhertrottet.

Der Sozialdemokratismus, in welcher marxistischen Hülle er auch immer wieder auftauchen mag, wird vom revolutionären Weltproletariat erkannt, durchschaut und geschlagen werden. Der Sozialdemokratismus wurde in Russland geschlagen im Kampf der Bolschewiki gegen die Menschewiki. Der Menschewismus musste sich also in Russland zunächst dem Leninismus und sodann dem Stalinismus anpassen, musste sich als sozialdemokratische Strömung innerhalb des Stalinismus herausbilden, um diesen revidieren zu können. Insofern ist das Berijanertum eine Ideologie der Anpassung des Stalinismus an den Menschewismus, wobei der westliche Sozialdemokratismus bei der Versöhnung mit dem Berijanertum eine nicht unwesentliche Hilfsfunktion von außen übernahm, insbesondere nach Stalins Tod. Und Schröder und Putin profitieren heute davon, festigen ihr Bündnis, das von der sozialistischen Weltrevolution wieder hinweggefegt wird. Das wird jedoch nicht gelingen, wenn wir den Kampf der Bolschewiki gegen den Menschewismus vor der Oktoberrevolution nicht studieren, wenn wir diesen Kampf nicht auf eine höhere Stufe stellen, wenn wir ihn heute nicht als globale Erscheinungen begreifen. Wir Weltbolschewisten werden den Sieg über die Weltbourgeiosie nicht erringen können, wenn wir die Weltmenschewisten nicht besiegen, wenn wir die Berijaner nicht besiegen, die den Weltmenschewismus wieder dadurch in der weltproletarischen Bewegung salonfähig machen, indem sie ihm eine „marxistisch-leninistische“ Maske aufsetzen.



Worin bestand nun der Trick bei der Einheit zwischen den sozialdemokratischen und revisionistischen Parteien in den meisten neu entstanden Volksdemokratien ?

Dazu gab es gleich mehrere Tricks. Der erste Trick war es, das Paktieren mit der reaktionären Sozialdemokratie unter dem Deckmantel der „Einheitsfront zwischen kommunistischen Arbeitern und sozialdemokratisch eingestellten Arbeitern“ zu vertuschen. Die Einheit der Arbeiter schließt die Einheit mit der Bourgeoisie aus. Die Einheit der Arbeiter gründet sich auf ihren gemeinsamen, auf ihren vereinigten Kampf gegen die Bourgeoisie, gegen deren Spalterpolitik in der Arbeiterbewegung.

In den Augen der Berijaner muss die revolutionäre Arbeitereinheit gegen die sozialdemokratisch-revisionistische Spalterpolitik natürlich „sektiererischen“ Charakter annehmen, und so kritisieren sie heute die Arbeitereinheit gegen die sozialdemokratisch-revisionistische Spalterpolitik „auf dem Boden des Marxismus-Leninismus“, bedeutet das Berijanertum die Restauration der sozialdemokratisch-revisionistischen Spalterpolitik.

Das Berijanertum ist die Ideologie von der Wiedervereinigung des alten und neuen Revisionismus zur Spaltung der vereinigten, weltsozialistischen proletarischen Bewegung.

Stalin sagte zu Recht, dass die Aufgabe der Kommunisten darin bestehe, sich den Weg zu den sozialdemokratisch eingestellten Arbeitermassen, die sich in dem Labyrinth der sozialdemokratischen Wirrnis verirrt haben, zu bahnen und auf diese Weise die Mehrheit der Arbeiterklasse für die Kommunistische Partei zu gewinnen“ (Stalin, „Rede in der deutschen Kommission des VI. Erweiterten Plenums des EKKI am 8. 3. 1926“, Band 8, Seite 97 ff.).

Beim sozialdemokratischen Arbeiter waren die alten sozialistischen Wurzeln der marxistischen Arbeiterbewegung seiner Väter und Großväter noch längst nicht abgestorben, waren die revolutionären Traditionen des Marxismus noch nicht gänzlich vom Sozialdemokratismus vernichtet, war der Geist des proletarischen Internationalismus, das proletarische Klassenbewusstsein, noch lebendig. Eben darauf aufzubauen, diese alte marxistische Tradition der sozialdemokratischen Arbeiter zu restaurieren, dabei konnte niemand sonst als der kommunistische Arbeiter dem sozialdemokratischen Arbeiter die Hand entgegenstrecken. Wer Stalin wirklich begriffen hat, der weiß, dass dies etwas ganz Anderes ist als eine bürgerliche Koalition, als eine sozialdemokratische und revisionistische Einheitsfront mit der Bourgeoisie gegen die Arbeiter. Das macht die korrekte stalinistische Losung:Klasse gegen Klasse“ aus, die auf die Berijaner wirkt wie das Kreuz Christi auf den Vampir. Die Vereinigung dieser beiden politisch-ideologischen Richtungen ist ja nicht nur ein Angriff auf uns Kommunisten, sondern auch ein Angriff auf die revolutionäre Arbeiterklasse, ist eine Schädlingsarbeit gegen die nationalen und sozialen Interessen des Volkes, ist eine gefährliche Form des Klassenkampfes der Bourgeoisie gegen das Proletariat, ist ein konterrevolutionäres Bollwerk gegen die sozialistische Revolution.

Ein weiterer Trick: Man missbrauchte den Begriff des „Rechtssozialismus“, um die Sozialdemokraten von ihm „reinzuwaschen“ und sie als „revolutionäre Kraft“ einzuladen ( zum Beispiel mit dem Argument des „gemeinsamen Kampfes gegen den amerikanischen Imperialismus“), in die revisionistische Partei einzutreten. Und glaubt uns, Genossen, die Sozialdemokraten wären dieser Einladung bestimmt nicht freiwillig gefolgt, wenn sie nicht sicher gewesen wären, dass es hier in Wirklichkeit um den gemeinsamen Kampf gegen den Stalinismus ging: In Worten stalinistisch – in Taten revisionistisch-sozialdemokratisch, das war die SED, bevor sie ihre stalinistische Hülle auf Befehl Berijas und sodann Chruschtschows fallen lassen musste ! So verwandelten sich die revisionistischen Parteien in sozialdemokratische Parteien. Diese historische Tatsache bestätigt unwiderlegbar, dass die Sozialdemokraten genau wussten, warum sie in die revisionistischen Parteien eintraten.

Und noch ein Trick: Den modernen Revisionisten diente der Sozialdemokratismus als „Kampf gegen Rechts“ in ihrem revisionistischen „Zweifrontenkampf“ nur als Tarnkappe, denn Revisionisten können schlechterdings den Revisionismus als rechte Abweichung bekämpfen, dann müssten sie sich ja selbst bekämpfen. Also musste der Revisionismus zum „Verschwinden“ gebracht werden, indem sie in die Hülle des „Marxismus-Leninismus“ schlüpften. Da der Revisionismus bei den Revisionisten als überwunden“ verkündet wurde (übrigens genauso wie ihre überwundene Gefahr der Restauration des Kapitalismus“ [?!]), kommt also als rechte Abweichung nicht etwa der Revisionismus in Frage, sondern der Sozialdemokratismus (Reformismus). Mit der Tarnkappe des „Marxismus-Leninismus“ verzichteten die modernen Revisionisten des eigenen Landes durchaus nicht darauf, den Kampf gegen die Revisionisten anderer Länder als „anti-revisionistischen Kampf“ zu führen, da sie untereinander Rivalen waren. Es sei denn, dass es sich um „verbrüderte“ revisionistische Parteien handelte, die sich ihre Tarnkappe natürlich nicht gegenseitig vom Gesicht reißen.

So wurde die Vereinigung der Sozialdemokratismus mit dem Revisionismus (mit dem Kommunismus kann es wie gesagt prinzipiell keine Einheit geben!), die Bildung von Einheitsparteien, ein Bollwerk des bürgerlichen gegen den proletarischen Sozialismus, das die modernen Revisionisten gegen die Generallinie Stalins aufgebaut hatten. Anstatt die Sozialdemokraten für den Kommunismus ohne Verzicht auf bolschewistische Prinzipien einzuspannen (- die Taktik Stalins - ), spannten die modernen Revisionisten die Sozialdemokraten gegen den Stalinismus ein. Das ist die ganze Wahrheit über die konterrevolutionäre Vereinigung zwischen den revisionistischen und sozialdemokratischen Parteien Ende des Spätstalinismus, die nicht möglich gewesen wäre, wenn sie nicht schon heimlich hinter Stalins Rücken in der UdSSR vorbereitet gewesen wäre.

Stalin hat vor dem fließenden Übergang zwischen dem„linken“ Flügel der Sozialdemokratie und dem rechten Flügel der Kommunisten stets gewarnt - (auch die Komintern hat er davor gewarnt !!), hat er das Eindringen der bürgerlichen Ideologie des „linken“ Flügels der Sozialdemokratie in die KPdSU (B) sein ganzes Leben lang vehement entlarvt und bekämpft. Aber was der Sozialdemokratie nie gelang – die Sprengung der Front des Kommunismus von außen, das wurde ihr ermöglicht, indem die modernen Revisionisten den Sozialdemokraten den Weg in die revisionistische Partei öffneten, um mit ihnen gemeinsam die Kommunisten hinauszusäubern.

Aus ihren historischen sozialdemokratischen Wurzeln fließt also immer noch genügend Saft, um den heutigen sozialdemokratischen „Weltsozialismus“ zu nähren. Man schaue sich die Website an, um sich davon zu überzeugen „www. worldsocialism.org“. Diese „Weltsozialisten“ sind gerade dabei, überall in der Welt ihre anti-kommunistischen Propaganda-Filialen zu errichten, um die Komintern / ML auf ihrem Vormarsch zur sozialistischen Weltrevolution zu stoppen. Sie diffamieren den Bolschewismus als Irrweg, als unfähig, den Weltsozialismus zu schaffen, während wir die Entwicklung des Sozialismus in „einem“ Land“ nur als ersten und vorübergehenden Schritt des Sozialismus zum Weltsozialismus anerkennen, als Grundlage für unseren nächsten Schritt zum Weltsozialismus. Der Weltsozialismus kann nicht ohne die historischen Erfahrungen des Marxismus-Leninismus aufgebaut werden. Die sozialdemokratischen Weltverbesserer von heute tun gerade so als würden die Bolschewiki den internationalen Sozialdemokratismus beim „Aufbau des Weltsozialismus“ im 20. Jahrhundert „behindert“ und „zerstört“ haben (!!) . Nun, Berija hat ihnen den Weg geebnet und wenn der Weltbolschewismus siegen soll, muss der „Weltsozialismus“ der Sozialdemokratie samt Berijanertum geschlagen werden.

Die modernen Revisionisten versöhnten sich damals mit der Sozialdemokratie, um sich auf die Sozialdemokratie im Kampf gegen die Kommunisten stützen zu können, um ihren Verrat auf eine breitere, auf eine natürliche Basis zu stellen, um ihre Macht damit weiter auszubauen. Wir sagen es an dieser Stelle den Genossen in der Welt ganz klar und deutlich: diese Tür in die kommunistische Front öffnete der Menschewist Berija der Sozialdemokratie, indem er Stalins Kampf gegen den Menschewismus verhöhnte und verniedlichte. Mit der „Entstalinisierung“ bereitete er dem westlichen Eindringen des Sozialdemokratismus in die UdSSR den Boden zur Stärkung des Menschewismus, der durch ihn an die Macht kam.

Mit Stalins Tod trat Berija in einem Schlüsselmoment des Kampfes zwischen der Sowjetunion und dem Weltimperialismus auf die Seite des Weltimperialismus Wer wen? – der Weltsozialismus oder der Weltimperialismus? – das war damals die welthistorische, alles entscheidende Frage, an der sich die Geister Stalins und Berijas schieden.

Warum setzen die Berijaner immer noch ihr Pferd auf die Sozialdemokratie ? Die Frage ist leicht zu beantworten, weil sie genau wissen, dass der Einfluss der Sozialdemokratie immer noch nicht aus den Köpfen der Arbeiter verschwunden ist, weil ein nicht unbeträchtlicher Teil der Arbeiterbewegung immer noch sozialdemokratisch verseucht ist und das Berijanertum also auf genügend vorhandenem Nährboden gedeihen kann. Und sein Wachstum beschleunigt sich in dem Maße wie der moderne Revisionismus an Boden verliert, denn seine verbrecherische Vereinigung mit der Sozialdemokratie wurde durch die marxistisch-leninistische Weltbewegung diskreditiert, war mit der Restauration des Kapitalismus historisch erfüllt. Die Lücke, die der moderne Revisionismus in der Arbeiterbewegung also hinterlässt, wird somit vom Berijanertum wieder gefüllt, um die ideologische Front gegen die sozialistische Weltrevolution wieder auf die Beine zu stellen. Berijanertum ist Neo-Revisionismus.

Genossen ! Vor diesem fließenden Übergang zur Sozialdemokratie, vor dem Stalin die Kommunisten immer wieder gewarnt hatte, müssen wir uns also auch in der weltsozialistischen Bewegung der Gegenwart in Acht nehmen. Sehen wir uns zum Beispiel die Labouristen aus England an. Schon Lenin hatte Bauchschmerzen, diese Partei in die II. Internationale aufzunehmen, in der er seit 1905 die Interessen der SDAPR vertreten hatte. Auf der Tagung des Internationalen Sozialistischen Büros in Brüssel, vom 11. Oktober 1908, charakterisierte Lenin die Labour Party als eine Partei, die das Prinzip des Klassenkampfes nicht ausdrücklich und klar anerkennt“ (Lenin, Band 15, Seite 230). Die Auseinandersetzung über die Labour Party war unseres Wissens der erste Anlass, wo Lenin Kautsky widersprach, und Kautsky in der Folge als Renegaten entlarvte. Die Labour Party hatte die sozialistische, gewaltsame Revolution und die Diktatur des Proletariats kategorisch abgelehnt und dies entspricht auch definitiv der sozialdemokratischen Plattform der neuen, kleinbürgerlich-intelligenzlerischen so genannten „sozialistischen Weltbewegung“, die sich selber auf die Gründungserklärung der Labouristen vom Jahre 1904 gestellt hat: Sie propagiert in Worten zwar angeblich einen „demokratischen Weltsozialismus“ ( im Sinne eines populistisch-vulgären, kleinbürgerlichen Demokratismus– und Sozialismusverständnisses), tritt aber gegen die weltproletarische Demokratie, gegen den Klassenkampf des Weltproletariats und seine unvermeidliche sozialistische Revolution an und kämpft vor Allem gegen seine Weltdiktatur. Sie ist damit zu tiest feindlich gesinnt gegenüber dem Marxismus-Leninismus und dem Weltproletariat. Wer die Diktatur des Weltproletariats heute nicht anerkennt, kann sich nicht Weltsozialist nennen, der vertritt nicht die Interessen des weltdemokratischen Proletariats, der ist ein Verräter am proletarischen Internationalismus, am Weltsozialismus, der kämpft für die Verewigung der weltkapitalistischen Lohnsklaverei, ob er es nun will oder nicht. Vom Weltkommunismus wollen die neuen „Weltsozialisten“ nichts wissen, denn für sie ist mit dem Weltsozialismus die Endstufe der gesellschaftlichen Entwicklung abgeschlossen, während wir sie nur als Übergangsphase zum Weltkommunismus aufbauen, um sie zu überwinden. Wir empfehlen zur Auseinandersetzung mit der heutigen „Weltsozialistischen Bewegung“ der internationalen Labouristen die beiden Bücher Lenins „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“ und „Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution“. So formierte Lenin die bolschewistische Partei im Kampf gegen den Sozialdemokratismus in der Auseinandersetzung mit Kautsky und so formieren wir heute auch die weltbolschewistische Partei, die Komintern / ML, im Kampf gegen den globalisierten Einfluss der sozialdemokratischen Bewegung innerhalb der revolutionären Bewegung des Weltproletariats.



Die sozialdemokratisch-revisionistischen Vereinigungen tanzen heute nicht nur auf internationalen Hochzeiten der bürgerlichen Agenturen in der Arbeiterbewegung. Ihre „Einheitsfront von oben“ demonstrieren Schröder und Putin auf Schalkes Fußballplatz. Und die „Einheitsfront von unten“ ? Ja, wo sind sie denn geblieben, die sozialfaschistischen Berija – Jünglinge aus der DDR ? Die haben doch schon lange ihren Laden dicht machen müssen ? Denkste !

Sie sind untergekrochen beim runterhängenden „linken Flügel“ der Sozialdemokraten, haben der alten lahmen Ente, der sozialdemokratischen Partei, also den „linken Flügel“ gestutzt, um diesen mit der „Links“partei-Vereinigung wieder flugtauglich zu machen. Damit haben sich die „linken“ Sozialdemokraten ein schönes Kuckucksei ins Nest geholt, denn die Arbeiter werden es der SED niemals verzeihen können, was sie ihnen angetan hat. An dieser „Links“partei klebt Arbeiterblut, klebt das Blut des deutschen Volkes ! In ihr haben die Folterknechte Platz gefunden, die uns Kommunisten in den DDR-Gefängnissen gequält haben, die die Menschen im Arbeiter - und Bauerngefängnis unter ihre berijanische StaSi - Knute gehalten hatten. Wie soll sich ein Arbeiter für so eine Partei entscheiden können, das ist ein Ding der Unmöglichkeit und die Wahlergebnisse geben uns bis jetzt Recht. Zu dieser Partei kann ein klassenbewusster Arbeiter einfach kein Vertrauen haben. Diese Partei ist das Zuckerbrot in der Arbeiterbewegung mit dem die Bourgeoisie ihre Peitsche versüßt – Zuckerbrot und Peitsche erduldet die Arbeiterklasse nicht !!!

So haben sich Revisionisten und Sozialdemokraten wieder vereint, diesmal genau umgekehrt, nämlich nicht in einer revisionistischen Partei, sondern in einer „linken“ sozialdemokratischen Partei. Hatten sie sich damals ihrer „stalinistischen“ Tarnkappe entledigt, so rissen sie sich nun auch noch ihre „marxistisch-leninistische“ Maske vom Gesicht, um im westlichen Kapitalismus einheitstauglich, etabliert, salonfähig und seriös zu erscheinen. Sie präsentieren sich der Arbeiterklasse ganz offen als „echte“ Alternative für die „untersten Schichten der Massen“.

Das ist also die neue „Einheitsfront von unten“, die mit der neuen „Einheitsfront von oben“ geschickt verbunden wurde. Und die „linke“ Salondame Wagenknecht, dieses Mädchen für alles ? Sie ist am „linken“ Wagen der Bourgeoisie eben nur ein „marxistischer“ Knecht – deswegen heißt sie ja auch Wagenknecht, und sie macht ihrem Namen alle Ehre. Wozu dieses junge Feigenblättchen ? Auf ihrer alten PDS-Plattform soll alles links vom bürgerlichen Boot der „Links“partei ins Schlepptau genommen werden. Wir sind klug genug, um zu wissen, dass sich alles, was sich links von der „Links“partei tummelt nicht gleichbedeutend ist mit allen revolutionären Kräften des Volkes. Die „Links“partei ist eine kleinbürgerliche Partei und sie kann auch nur kleinbürgerliche Elemente (natürlich auch aus der Arbeiterklasse) in sich aufnehmen oder im Schlepptau halten. Aber ein Kleinbürgertum ist nur die kleine Bourgeoisie, ihre Klasse ist also zu klein, um mit einer großen revolutionären Arbeiterklasse fertig zu werden, und es ist ein Witz, diese gar ins Schlepptau nehmen zu wollen, auch nicht mit Hilfe der Bourgeoisie. Das funktioniert nur umgekehrt mit der revolutionären Bündnispolitik des Proletariats – und zwar gegen die Bourgeoisie !

Und wir wissen aus Erfahrung, dass die „linke“ Sozialdemokratie, dass die Revisionisten, dass ihre Vereinigung, stets dem rechten Rand des Kommunismus schöne Augen gemacht haben, um diesen zu sich ins Bett zu ziehen. Aber von einer Wagenknecht, wird sich ein Kommunist niemals „abschleppen“ lassen. Es führt kein Weg dran vorbei. Die Frage zur „Links“partei kann nicht anders stehen als: Wir sie – oder sie uns ? Einer wird über den anderen siegen, alles Andere führt in den opportunistischen Sumpf.

Die „Links“partei ist mit ihrem aufpolierten Sozialdemokratismus auf verlorenem Posten. Sie verfault schneller als der Köder, den sie an ihrer verlängerten Schnur auslegen musste, nachdem der Revisionismus an der Macht den Bach runter gelaufen war. Selbst durch ihre Vereinigung haben die Sozialdemokraten und Revisionisten nicht mehr ihre alte Stärke zurückgewonnen, die sie früher in ihrem jeweiligen Lager – also noch jeder für sich - gehabt hatten. In der Krise des Kapitalismus kann die Sozialdemokratie weder die Kapitalisten noch die Arbeiter retten. Ja, sie können sich noch nicht mal selber retten, denn auf die Dauer kann die alte Welt sie nicht mehr gebrauchen, wird der Faschismus sie wegputzen, und die neue Welt will sie nicht haben, wird sie mit der weltproletarischen Demokratie ins Museum der Geschichte verwiesen.

Sie übernehmen bis dahin (also nur vorübergehend) für Imperialismus und Faschismus die Funktion eines Überdruckventils für den Fall, dass es von unten an zu Brodeln anfängt. Und die Funktion dieses politischen Dampfablassens, die die Komprimierungskraft des Klassenkampfes verpuffen lassen soll, dürfen wir Kommunisten keinesfalls unterschätzen. Auf dieses Ventil muss die Arbeiterklasse stets ihren festen Daumen halten, damit der kapitalistische Deckel genügend Druck von unten kriegt, um vom Topf abzuspringen und herunterzufallen.

Für die Arbeiter wird es gefährlich, wenn sie den Boden ihrer Produktionsstätten verlassen müssen und ihren Arbeitsplatz verlieren. In einem solchen kritischen Zustand, wo sie aus der Bahn geworfen sind, stellen sich bei bestimmten Kollegen unvermeidlich gewisse Mentalitäten ein, die für die „Links“partei ein gefundenes Fressen sind. Der Einfluss der „Links“partei demoralisiert diese Arbeiter mit versöhnlerischen Flötentönen. Die „Links“partei schenkt den Arbeitern keinen klaren Wein ein, sondern in ihren neuen Schläuchen speist sie diese mit abgestandenem Wasser ab. Die „Links“partei springt auf den fahrenden Zug der Empörung der Arbeiter, um ihn wieder in den Bahnhof der Bourgeoisie zu lenken. Wir Kommunisten aber lenken die Empörung der Arbeiter zur sozialistischen Revolution und werfen die „Links“partei vom Zug, wobei wir nur solche ihrer Mitglieder mitfahren lassen, die uns nicht vom Kurs abhalten.

Die Vereinigung der Revisionisten mit den Sozialdemokraten ist also zur Zeit gefährlicher als die alten Revisionisten. Die „Links“partei ist somit zur Hauptgefahr geworden als Agentur in der Arbeiterklasse, denn sie setzt ihren Hebel da an, wo die Arbeiterklasse immer noch ihren wundesten Punkt hat, am sozialdemokratischen, bürgerlichen Bewusstsein. Die „Links“partei und mit ihr die Medien haben nicht wenig dazu beigetragen, in Zeiten der Krise das sozialdemokratische Bewusstsein der Arbeiter wieder zu beleben und hier und da mit zarten revolutionären Phrasen vollzustopfen , um ja keine für die Bourgeoisie gefährlich werdenden revolutionären Arbeitergedanken aufkommen zu lassen. Sie schmieren etwas Salbe auf die geketteten wunden Hände, damit sie nur noch fester geschmiedet werden können. Die „Links“partei hält den Arbeitern Predigten, „auf ihrer Seite“ zu stehen und „sie nicht in Stich“ zu lassen. Dabei schimpfen sie über den Kapitalismus wie es kleinbürgerliche Rohrspatzen schon immer getan haben, um rechtzeitig die Kurve zu kratzen, wenn` s denen da oben an den Kragen gehen sollte. Sie wollen in diesem kapitalistischen System für die „Ausgebeuteten und Unterdrückten“ alles „besser“ machen, wollen, dass ihren Sorgen und Nöten „Gehör verschafft“ wird, aber von der revolutionären Befreiung der Arbeiterklasse wollen sie nichts wissen. Sie können das auch gar nicht, denn sie fressen das Brot der Bourgeoisie, die sie nur bei der Stange hält, wenn für sie der dreckige Job erledigt worden ist: nämlich den Arbeitern Honig um den Bart zu schmieren, um sie an die Bourgeoisie zu verkaufen.

Die Kommunisten haben den wahren Zweck dieser neuen sozialfaschistischen Einheit erkannt, die sich aus der Vereinigung der Revisionisten und Sozialdemokraten entwickelt, nämlich das Proletariat in seinem Kampf gegen Faschismus und Krieg zu entwaffnen und es von der „Notwendigkeit“ zu überzeugen, den Karren der Bourgeoisie aus dem Dreck zu ziehen. Dafür soll der Arbeiter geopfert werden. Wir Kommunisten tun alles, um die Arbeiter hierüber aufzuklären und die Demagogie der „Links“partei klassenbewusst zu enthüllen., Wir führen sie an, um sich diese ganze hinterhältige Heuchelei vom Halse zu schaffen, und mit geradem Tritt auf die Festung des Kapitalismus zu marschieren und sie zu schleifen.

Beide haben sie die Arbeiter verraten - sowohl die Sozialdemokraten als auch die Revisionisten. Aus ihrer Vereinigung ist nur noch ein größerer Verrat hervorgegangen, der den Arbeitern teuer zu stehen kommt, wenn sie der „Links“partei Vertrauen schenken. Mit diesem „ letzten Strohhalm“ ist die Arbeiterklasse zum sicheren Untergang verdammt. Unsere Aktionen gegen die „Links“partei sind daher nur so weit wirksam, wie sie geeignet sind, der Arbeiterklasse jegliche Illusion über die „Links“partei zu nehmen. Man kann die abgewrackte Sozialdemokratie niemals erneuern, man kann sie nur auf den Müll werfen, denn sie hat sich mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts unwiederbringlich zum Werkzeug der Bourgeosie gegen die Arbeiterklasse gemacht, daran werden die einstigen Sozialfaschisten der DDR nichts ändern, im Gegenteil.

Wenn wir den Kommunismus in der Arbeiterklasse propagieren und Flagge zeigen, müssen wir der „Links“partei ihre „linke“ Maske von ihrem Gesicht reißen, damit ihre kapitalistische Fratze, ihre liebedienerische Katzbuckelei vor der Bourgeoisie vor den Arbeitern Ekel und Ablehnung erregt. Die Arbeiterklasse muss sofort erkennen können, dass wir Todfeinde der „Links“partei sind. Mit diesen Verrätern kann es niemals eine Einheit geben, weswegen wir sie mutig angreifen und ihren Einfluss auf die Arbeiterklasse mit Feuer und Schwert bekämpfen. Ihrem jämmerlichen Ladenhüter, dem eingestaubten Reformismus, diese immer stumpfer werdende Waffe in den Händen der Bourgeoisie, müssen wir unsere starken kommunistischen Ideale, die scharfe Waffe des Marxismus-Leninismus, die Vorteile der gut organisierten und disziplinierten Kommunistischen Partei, entgegenstrecken, müssen wir die Arbeiterklasse von der Notwendigkeit überzeugen , wie sie ihr Selbstbewusstsein zurückgewinnt und sich selber revolutionär befreit. Wir bereiten sie auf den Sturz des kapitalistischen Staates und seiner bürgerlichen Parteien, auf die Errichtung der Diktatur des Proletariats vor.

Wir machen den Arbeitern ganz anschaulich plausibel, warum wir mit dem Revisionismus nichts am Hut haben und dass wir von Anfang seine schärfsten Gegner waren und immer bleiben werden. Die „Links“partei wird mit der Revolution untergehen und nie wieder zurückkommen, dafür sorgt die sozialistische Arbeiterklasse schon ganz von selbst. Genossen, denkt immer daran: Es gibt keine Festung, die wir Kommunisten nicht einnehmen können – auch nicht die neu erbaute, revisionistisch-sozialdemokratische „Möchte-Gern-Festung“ der „Links“partei !



Warum sind wir hier noch einmal auf die historischen Wurzeln des Sozialdemokratie-Begriffes eingegangen ? Noch aus einem anderen Grund:

Weil es unter den Genossen immer noch Unklarheiten und verständliche, ehrlich nachvollziehbare Zweifel darüber gibt, wie sie sich zu den kommunistischen Parteien in der Kriegszeit und der unmittelbaren Nachkriegszeit verhalten sollen und zwar vom prinzipienfesten, bolschewistischen Standpunkt aus. Manche glauben immer noch, dass die meisten dieser Parteien „halbwegs“ kommunistische Partei geblieben wären, zumindest solange Stalin noch lebte. Aber jeder ehrliche Marxist-Leninist muss die revisionistische Nebelwand, den Schmerz gefühlt haben, dass in dieser Zeit der Losung von „Antifaschismus“, von „Demokratie und Frieden“, von „Volk“ usw. usf., kein revolutionärer, kein bolschewistischer Geist mehr zu spüren war – keine Spur mehr von der Propagierung des Klassenkampfes der Arbeiter, kein Wörtchen mehr von der Diktatur des Proletariats, nichts mehr über die sozialistische Revolution, von der Weltrevolution ganz zu schweigen... jedenfalls uns von der Komintern / ML hat das weh getan und das tut es auch noch. Wenn man dann noch als „Sektierer“ verhöhnt wird, dann läuten bei uns die Alarmglocken und die Revisionisten fangen an zu zittern. Wir waren davon überzeugt, dass etwas Schlimmes in der kommunistischen Weltbewegung passiert sein musste. Es war etwas faul und es stank `gen Himmel, aber wir konnten uns darauf nicht sofort einen Reim machen. Wir haben Jahre dafür gebraucht, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen und wir müssen gestehen, dass wir an diesem Puzzle immer noch weiter arbeiten. Die Rechtfertigungen, die dazu von allen Seiten über die Auflösung der Komintern geäußert worden waren, haben uns überhaupt nicht überzeugen können.

Sudoplatow, dieser Helfershelfer Berijas, behauptete beispielsweise, Stalin habe „hinter allem gesteckt“ und sich mit der Auflösung der Komintern die Unterstützung der Alliierten „erkauft“, aber einem Berijaner glauben wir nicht, wir glauben da eher Stalin: Amerika verlangt, dass wir grundsätzlich auf die Politik der Unterstützung der Befreiungsbewegung der Arbeiterklasse anderer Länder verzichten“ sagte Stalin und gibt daraufhin unmissverständlich zu verstehen, dass wir nicht auf diese und ähnliche Zugeständnisse eingehen können, ohne uns selbst aufzugeben“ (Stalin, Band 11, Seite 50).

Stalin blieb seinem Schwur bis in den Tod treu, den er gegenüber Genossen Lenin am 26. Januar 1924 abgelegt hatte:

Wir schwören dir, Genosse Lenin, dass wir unser Leben nicht schonen werden, um den Bund der Werktätigen der ganzen Welt, die Kommunistische Internationale, zu festigen und zu erweitern!“ (Stalin Werke, Band 6, Seite 46).

Die ruhmreiche Geschichte der Komintern verblasste in jenem Moment, als sie vor ihrer größten Bewährungsprobe stand. Kurz vor, im und kurz nach dem Krieg hätte das Weltproletariat, hätten die kommunistischen Parteien ihre Komintern mehr nötig gehabt als jemals zuvor ! Und ausgerechnet in diesem kritischsten Moment der kommunistischen Weltbewegung tauchte mitten in ihr ein Dimitroff mit seiner Zuneigung zur Sozialdemokratie auf und schon gab es keine Komintern mehr ! Ist das nicht merkwürdig ?

Wir dürfen dabei nicht außer Acht lassen, welche verheerende Rolle die Komintern seit ihrem VII. Weltkongress diesbezüglich gespielt hatte. Die Sozialdemokraten und mit ihr die ganze Bourgeoisie haben sich über die totale Wende der Komintern die Hände gerieben. So waren sie es, die auf die Komintern zugingen, um den Pakt zur Rettung der Bourgeoisie perfekt zu machen und nicht umgekehrt, wie es die modernen Revisionisten, sich auf ihre „kommunistische Brust“ klopfend, heraus posaunt haben. Das war kein großer Sieg der Arbeitereinheitsfront gegen den Faschismus, sondern ein großer Betrug am Kommunismus. Die bolschewistische Einheitsfrontpolitik des Weltproletariats wurde überrumpelt, das Proletariat ideologisch entwaffnet und der Bourgeoisie ausgeliefert worden. Eins der größten Verbrechen in der Geschichte der Arbeiter- und kommunistischen Bewegung. Noch heute wird die Komintern ausgerechnet in dieser einen Politik von den Revisionisten gelobt, wo sie am meisten hätte kritisiert werden müssen ! Die Lobhudelei des Paktierertums mit der bürgerlichen Sozialdemokratie unter dem Deckmantel der antifaschistischen Einheitsfront“ hatte natürlich einen weltbedeutenden Zweck zu erfüllen, nämlich den revisionistischen Verrat zu vertuschen, die revolutionäre Arbeiterklasse wieder an die Kette der Sozialdemokratie gelegt zu haben. Und so haben die modernen Revisionisten bis heute dafür gesorgt, diesen schwächsten Punkt der Komintern als ihren stärksten“ in den Hirnen der Arbeiterklasse wach zuhalten. Aber mit dem Rückzug der modernen Revisionisten ging auch deren „Stern“ Dimitroff unter und so musste neuer sozialdemokratischer Ersatz gefunden werden. Zur Zeit ihrer Auflösung war die Komintern schon weitestgehend von Revisionisten unterlaufen, aber die Auflösung war alles andere als ein „Trost“ für das Weltproletariat. Es hatte zwar seine Avantgarde verloren, aber das sein Weltzentrum, die UdSSR Lenins und Stalins erhalten. Leider hindern noch immer revisionistische Kräfte innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung uns daran, diesen größten Fehler der Komintern, der zu ihrer Auflösung führte, aufzuklären und endgültig zu überwinden. Aber wie treten diese revisionistischen Kräfte in der marxistisch-leninistischen Bewegung auf, etwa so offen wie die modernen Revisionisten ? Natürlich nicht. Denn so wären sie sofort von uns entlarvt worden. Sie mussten damit rechnen, dass wir die Komintern wieder aufbauen würden und dagegen musste neues Rüstzeug her, konnte man nicht mehr mit den alten Formeln der modernen Revisionisten hantieren, um gegen uns anzutreten. Hier tauchten nun die Berijaner auf !

Genossen, sagt selbst, haltet ihr es für einen Zufall, dass die Kritik an Dimitroff zum gleichen Zeitpunkt sowohl von uns Marxisten-Leninisten als auch von den Berijanern kam ?

Wir denken, dass das durchaus kein Zufall war. Zunächst waren wir ahnungslos. Im Gegenteil, wir freuten uns sogar, dass wir mit unserer Kritik an Dimitroff nicht allein auf der Welt waren. Das Verhältnis zur ISML begann aus unserer naiven Sicht „freundschaftlich“. Aber als wir deren Kritik an Dimitroff genauer analysierten, hatten wir nicht nur damit Bauchschmerzen, sondern die Dimitroff-Frage hatte uns zuvor schon von anderer Seite Kopfschmerzen bereitet, so dass wir uns nunmehr zweier abweichender Haltungen zur Dimitroff-Frage gegenübersahen. Wir haben als Hoxhaisten den Genossen Enver Hoxha seit 40 Jahren verteidigt, obwohl er sich stets nur lobend über Dimitroff geäußert hatte. So verteidigte Enver Hoxha im Gegensatz zu uns die Richtlinien des VII. Weltkongresses und kritisierte nur, dass die kommunistischen Parteien Westeuropas diese nicht richtig verstanden und umgesetzt hatten“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 57). Was sollten wir tun ? Wir schwiegen damals aus den gleichen Gründen wie wir bis jetzt gegenüber den Berijanern geschwiegen haben – wir wollten nicht unser Gesicht als aufrechte Hoxhaisten verlieren und wagten es nicht, eine Auffassung innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung zu vertreten, die die PAA niemals gebilligt hätte und also auch innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf Ablehnung gestoßen wäre. Der Einheit wegen, haben wir diszipliniert auf eine „Diskussion“ verzichtet, um damit nicht unseren Gegnern einen Anlass zu geben, die marxistisch-leninistische Weltbewegung zu spalten. Jetzt werden wir uns dem Vorwurf stellen müssen, dass wir uns gegen die Berijaner auf Enver Hoxha berufen, aber gleichzeitig mit den „Berijanern zusammen“ Enver Hoxha kritisieren. Sind wir wirklich so opportunistisch wie es hier scheinen mag ? Dieser Schein trügt. Unsere Zweifel verschwiegen zu haben, weil wir uns nicht sicher waren, wollen wir uns gefallen lassen und dem stellen wir uns auch selbstkritisch, obwohl es auf der anderen Seite ebenso falsch gewesen wäre, wenn man jeden Verdacht unbedacht an die große Glocke hängt, um sich wichtig zu tun, aber damit natürlich der marxistisch-leninistischen Weltbewegung genauso schadet wie mit dem Verschweigen. Es ist nicht leicht, hier immer die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt zu fällen, und das kann manchmal sehr wichtig sein. Man sehe sich die Tagebücher Enver Hoxhas an, wo er den chinesischen Revisionismus schon lange durchschaut hatte, aber noch Jahre des Zweifelns vergingen, bis er den geeigneten Zeitpunkt für gekommen sah, den offenen Bruch mit Mao zu vollziehen.

Was nun unsere angebliche „gemeinsame Sache“ mit den Berijanern gegenüber Dimitroff anbelangt, so haben wir uns schon im Jahre 2001 – also bereits zum Zeitpunkt der Gründung der Komintern / ML - und nicht erst jetzt kritisch von falschen Positionen zu Dimitroff unmissverständlich und öffentlich abgegrenzt, siehe unsere Dokumentation in der (Generallinie der Komintern / ML).

Die Berijaner sahen völlig richtig voraus, dass Dimitroffs spalterische, sozialdemokratische „Einheitsfrontpolitik“ irgendwann bei uns Kommunisten „auffliegen“ musste. Je mehr wir über Stalins kritische Haltung gegenüber Dimitroff erfahren würden, um so eher würden wir uns über die offizielle Verteidigung Dimitroffs durch Genossen Enver Hoxhas bewusst geworden sein. Und dann die ganze Sache ans Tageslicht zu bringen, wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen. Damit tauchte für die Bourgeoisie aber ein großes Problem auf. Warum ? Wer sollte diesem Lügenmärchen Dimitroffs denn noch weiterhin Glauben schenken ? Wie soll nach dem Sturz des Weltfaschismus für die Weltbourgeoisie noch das Hintertürchen geöffnet bleiben, durch das sie schlüpfen könnte, um zum zweiten Mal in der Geschichte ihre Haut zu retten, wenn, ja wenn der sozialdemokratische Einheitsfrontbetrug am Weltproletariat bereits entlarvt worden ist. Das Geheimnis über Dimitroffs Rolle als Retter der Bourgeoisie im Falle des faschistischen Sturzes, als sozialdemokratisches Schutzschild vor der drohenden Gefahr der Diktatur des Proletariats, von sich aus aufzudecken, war für die Bourgeoisie ein gewagtes Spiel, aber sie hatte gar keine andere Wahl, denn wir waren endlich in der Lage, den ganzen Betrug zu veröffentlichen. Hier mussten bürgerliche Spezialisten ran, die es verstehen, das ideologische Handwerk des Marxismus-Leninismus genauso meisterhaft zu gebrauchen (zu missbrauchen), wie das EKKI, das die verhängnisvollen Thesen des VII. Weltkongresses vorher ausgeheckt hatte. Mit der Entlarvung der modernen Revisionisten würde nicht nur deren verbrecherische Rolle Dimitroffs bei der Zusammenarbeit mit der deutschen Bourgeoisie, sondern auch die mit der angloamerikanischen Bourgeoisie (Browderismus) auffliegen. Wie also die Weltbourgeoisie vor dem unvermeidlich ausbrechenden antifaschistischen Kampf des Weltproletariats retten ?

Diese ideologische Lücke musste unbedingt rechtzeitig geschlossen werden durch ein neuerliches Betrugsmanöver. Dies haben die Imperialisten für den Tag „X“ sorgfältig vorbereitet. Es sind die taktischen und politischen Überlebensstrategien im Falle des Sieges des Weltproletariats über den Weltfaschismus. All dies liegt fertig in ihren geheimen Schubladen unter Verschluss. Sie wissen, dass die Situation diesmal noch brenzliger für sie sein wird, denn nun steht nicht mehr die deutsche, nicht nur die angloamerikanische Bourgeoisie, sondern die ganze Weltbourgeoisie mit dem Rücken an der Wand, wenn das Weltproletariat sich vom Weltfaschismus befreit hat. Die alte Formel zum Missbrauch der Einheitsfront der sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeiter gegen den Faschismus, mit der die Bourgeoisie auf dem Wege der Volksfront wieder auf die Beine kam, muss durch eine neue Formel ersetzt werden und zwar so glaubwürdig und überzeugend wie nur irgend möglich. Denn: Nur das Weltproletariat entscheidet darüber, ob die Weltbourgeoisie den Weltfaschismus überlebt oder nicht. Die Aufgabe bestand also darin, die alte, wertlos gewordene Formel „auf dem Boden des Anti-Revisionismus“ zu revidieren und sie durch eine neue „anti-revisionistische“ Formel zu ersetzen. Deswegen ist es also kein Zufall, wenn die Berijaner aus dem englischsprachigen Raum stammen und auch ihre Vorposten nach Deutschland schickten, um zu versuchen uns umzustimmen. Aber diese Leute, die von den verlorenen Posten der modernen Revisionisten zu den Berijanern übergelaufen waren ( und bis zum Sozialdemokratismus hinab sanken !), haben wir abblitzen lassen. Sie merkten sehr schnell, dass sie uns nicht das Wasser reichen konnten und zogen sich nach kurzen Gefechten wieder zurück, in der Hoffnung, wir würden sie vielleicht verschonen. Nun ist der Zeitpunkt, mit ihnen abzurechnen.

Wie sieht das neue Betrugsmanöver der Berijaner in der Frage des weltproletarischen, revolutionären Kampfes gegen den sich heute formierenden Weltfaschismus aus ?

Die Berijaner kritisieren mit einer ganz merkwürdigen und äußerst durchtriebenen Methode Dimitroff. Sie bauen sich für alle demonstrativ sichtbar vor dem Haupteingang des VII. Weltkongresses auf , um Dimitroff lauthals als Revisionisten „zu entlarven“, aber mit der Aufmerksamkeit, die sie dort veranstalten, lenken sie die Zuschauer ab, um Dimitroff unbemerkt durch die Hintertür entkommen zu lassen. Sie haben dieses Scheinmanöver arrangiert, um die Arbeiterklasse zu täuschen. Es wäre für sie ein Leichtes gewesen, die Hintertür vorher abzuschließen, aber sie brauchten ihn ja noch, um unsere marxistisch-leninistische Dimitroff-Kritik als „Sektierertum“ bekämpfen zu können. Um die Hintertür zu versperren, hätten die Berijaner Dimitroffs Angriff von rechts auf den Komintern-Kurs Lenins und Stalins entlarven müssen, aber das taten sie nicht aus einem einzigen Grund: Sie sind nämlich sehr wohl mit Dimitroff im entscheidenden Punkt einverstanden, nämlich mit seinem halb verdeckten, halb offenen verbrecherischen „Sektierertum- Vorwurf“ gegen die korrekte Komintern-Linie Lenins und Stalins. Wozu also dieses berijanische Manöver vom Totschweigen des „Sektierertum“-Vorwurfs in ihrer Kritik an Dimitroff? Die Antwort ist hart aber gerecht: aus dem nämlichen Grund, um davon abzulenken, dass sich die neue Formel der Berijaner über die antifaschistische Einheitsfronttaktik dem Wesen nach nicht vom alten Dimitroff-Kurs unterscheidet, nämlich diese vom Marxismus-Leninismus „zu befreien“ mit Hilfe des „Sektierertum“-Vorwurfs und so durch Sozialdemokratismus zu ersetzen. Das ist das Scheinmanöver, mit dem sie die Weltbourgeoisie vor dem Kommunismus retten wollen, das ist ihr konterrevolutionärer Auftrag, den die Berijaner innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auszuführen haben. Sie haben Dimitroff opfern müssen, denn ohne dieses Opfer hätten sie mit ihrem Scheinmanöver den Sozialdemokratismus nicht retten können – weder als Wegbereiter des Weltfaschismus, noch als „Befreier“ der Welt vom Weltfaschismus ! Die Berijaner haben Dimitroff kritisiert, um sich seine Taktik selber unter den Nagel zu reißen und zwar so unauffällig, dass man darauf heute wieder zum zweiten Mal hereinfallen kann.

Wieso konnte der VII. Weltkongress in der Einheitsfrontpolitik des Weltproletariats das Hauptfeuer gegen das „Linkssektierertum“ entfachen, wo weit und breit kein Linkssektierertum auszumachen war ? Diese Frage beantworten die Berijaner ganz bewusst nicht. Und sie dürfen sie auch nicht beantworten, weil nämlich die Rechten auf dem Kongress mittlerweile stark genug waren, um den marxistisch-leninistischen Kurs durch den sozialdemokratischen Kurs zu ersetzen und diesen – ohne mit nennenswertem Widerstand rechnen zu müssen - als „Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Einheitsfronttaktik“ ausgeben konnten, indem sie die marxistisch-leninistische Einheitsfrontpolitik Lenins und Stalins (hinter vorgehaltener Hand!!) als „sektiererisch“ vom Sockel stürzten. Dazu musste Dimitroff natürlich den ideologischen Zweifrontenkrieg neu definieren, denn das“marxistisch-leninistische“ Gesicht musste gewahrt bleiben, um die Sache nicht zu gefährden:

rechts = reaktionärer Sozialdemokratismus gegen Zusammenarbeit mit Kommunisten;

links“-sektiererisch = Stalins Kominternlinie, die „zu direkt kommunistisch“ sei und die sozialdemokratischen Arbeiter von der Einheit angeblich nur abschrecke“ (das wurde natürlich nicht offen ausgesprochen, aber darauf lief ja alles hinaus, um Stalin loszuwerdenschließlich tobte gerade der Kampf des Blocks der Rechten und Trotzkisten gegen Stalin und sie wollten mit Hilfe der Komintern die Sowjetunion stürzen und Stalin auf dem VII. Weltkongress erschießen !!! Das Attentat scheiterte);

und Dimitroffs fast einstimmige Mehrheit, die mit ihrem Versöhnungskurs mit der Sozialdemokratie den bolschewistischen Kurs der Komintern ablöste, um ihn zuersetzen. „Wer Dimitroff kritisiere, der mache sich als Helfershelfer der Faschisten schuldig, sei Spalter der Einheit der Arbeiter gegen den Faschismus.“ Mit diesem moralischen Mehrheitshammer in der Hand konnte Dimitroff mächtig auf das „Sektierertum“ Stalins einschlagen !!

Das Merkwürdige an der „Hauptgefahr des Sektierertums“ war nur, dass es keinen einzigen Kongressteilnehmer, geschweige denn eine sektiererische Gruppierung gegeben hatte und damit auch gar nicht namentlich genannt werden konnte. Wer die „Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen den Faschismus“ behindert, könne nur ein „Sektierer“ sein, dass man die revolutionäre Einheit aber durch den eigenen Rechtsopportunismus nicht nur behindert, sondern auch zerschlagen hatte, davon haben die Rechten natürlich abgelenkt mit der Methode „Haltet den („sektiererischen“) Dieb!“

Was war für Dimitroff das größte Hindernis für die Umsetzung des neuen, konterrevolutionären Komintern – Kurses auf dem VII. Weltkongresses? Das große Hindernis war der marxistisch-leninistische alte Kurs der Komintern Lenins und Stalins ! Deswegen griff Dimitroff zum „Sektierertum“-Vorwurf, so wie es ihm die Chruschtschowianer gleichgetan hatten im Kampf gegen Stalin und weswegen diese Dimitroff in den Himmel gehoben hatten.

Und was also war das größte Hindernis für die Umsetzung des neuen berijanischen Kurses ? Das größte Hindernis war die Gefahr, dass der revisionistische Kurses aufgedeckt werden konnte, den Dimitroff einschlug. So konnte Dimitroff nur noch dadurch „gerettet“ werden, indem man ihn beizeiten in Worten des „Revisionismus“ überführte, um dessen rechten Angriff auf den Marxismus-Leninismus in Taten zu verteidigen ! Das ist der ganze sozialdemokratische Verrat der Berijaner an der weltbolschewistischen Arbeitereinheitsfront gegen den Weltfaschismus zu dem einzigen Zweck, diese vom Kampf für den Weltsozialismus abzubringen und dem Weltproletariat zum wiederholten Male sozialdemokratische Ketten anzulegen, um den Weltkapitalismus, die bürgerlich „Demokratie“ zu retten ! Die Sozialdemokratie beschützt die bürgerlich „Demokratie“ vor der proletarischen Demokratie und die Berijaner sind ihre Agentur in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Weder die bürgerliche noch die proletarische Demokratie ist teilbar. Es kann nur die eine oder die andere geben. Bürgerliche und demokratische Demokratie lassen sich nicht vereinigen, weil sie klassen-antagonistische Erscheinungen sind. Das Gegenteil zu behaupten, ist Sozialdemokratismus. Das Weltproletariat ist letztendlich die einzige Kraft, die darüber entscheidet, wie lange sich die bürgerliche gegenüber der proletarischen Demokratie noch behaupten kann. Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass die proletarische Demokratie nur auf den Trümmern der bürgerlichen Demokratie aufgebaut werden kann, die nichts anderes zum Ausdruck bringen kann als die Diktatur der Bourgeoisie.

In seiner Beurteilung der „Socialist Labour Party“ führt Bill Bland ein paar Zitate von Lenin an, aber kein einziges Zitat von Stalin, der die weitere politische Entwicklung des „linken“ Flügels der Sozialdemokratie treffend entlarvt hatte, insbesondere in der antifaschistischen Einheitsfront. Warum ist Bill Bland darauf mit keiner Silbe eingegangen ? Warum entlarvt er nicht die Revisionisten mit ihrer Methode, die Marxisten-Leninisten mit dem „Sektierertum“-Vorwurf so weit zu isolieren, dass ihnen die Einheitsfront aus den Händen gerissen werden konnte, um diese ins bürgerliche Lager hinüber zu manövrieren ?

Warum konnten die Berijaner ihr neues Scheinmanöver so elegant über die Bühne ziehen ? Nur mit Hilfe der modernen Revisionisten, denn wann fand der VII. Weltkongress statt ? Das war von Juli – August 1935. Was aber hat Stalin in dieser Zeit gemacht ? In dem von uns veröffentlichten Stalinband 14 (KPD/ML, Dortmund 1976) konnten wir nur ganze 3 Texte aus dem Jahre 1935 abdrucken, mehr war nicht aufzutreiben (eine Rede vom 4. Mai 1935 vor Absolventen der Akademie der Roten Armee; eine Rede vor den Stachanowleuten am 17. November 1935 und dann noch eine Rede vom 1. 12. 1935 über die Mähdrescherfahrer/innen). Glaubt ihr Genossen, dass Stalin sich im gesamten Jahr 1935 nur mit drei solchen Reden beschäftigt hat und dass er vom VII. Weltkongress nichts gewusst und nicht gehandelt haben soll ? Wir glauben das auch nicht und das lässt nur einen Schluss zu: die modernen Revisionisten haben alle seine anderen Dokumente des Jahres 1935 fein säuberlich verschwinden lassen und warum: Weil sie gegen das angebliche Sektierertum“ Stalins gerade einen Krieg auf Leben und Tod führten. Sie verwandelten die Komintern gegen seinen Willen in eine internationale sozialdemokratische Waffe und richteten sie gegen die Weltrevolution und gegen die UdSSR Lenins und Stalins ! Hier liegen die sozialdemokratischen Wurzeln für die revisionistisch entarteten kommunistischen Parteien. Im August 1935 wurde Stalin von den revisionistischen Kominternführern frech vor die Tür gesetzt und nicht wieder ins EKKI gewählt. Das muss man sich mal vorstellen ! Im August 1935, also zum genau den gleichen Zeitpunkt (!!!) als der VII. Weltkongress tagte, führte Stalin den Prozess gegen das terroristische trotzkistisch-sinowjewistische Zentrum, auf dem die ehemaligen trotzkistischen Führer der Komintern (!!), Sinowjew und Kamenew, zum Tod durch Erschießen verurteilt wurden. Das war Stalins Antwort auf den Verrat des VII. Weltkongresses ! Stalin hat also nicht in Ruhe mit angesehen, was mit der Komintern geschah, hat seine Hände nicht in den Schoß gelegt, sondern als Revolutionär gehandelt und der revisionistisch entarteten Komintern 1943 schließlich den Hahn abgedreht und ihrer Paktiererei mit der Sozialdemokratie ein Ende gesetzt mit den lapidaren Worten : Die Auflösung der Komintern erfolgte gerade recht zum richtigen Zeitpunkt, da sie die Organisierung des gemeinsamen Angriffs aller freiheitsliebenden Nationen gegen den gemeinsamen Feind – den Hitlerfaschismus - erleichtert!“ (Stalin, „Antwort auf einen Korrespondenten von Reuter im Mai 1943“, Band 14, Seite 318, KPD/ML, Dortmund 1976)..

Das ist klar und deutlich: Hat das Weltproletariat seine schärfste Waffe an die Weltbourgeoisie verloren, muss sie für den Klassengegner untauglich gemacht, also aufgelöst werden. Stalin ist somit nur dem Rat von Marx gefolgt, der in einer ähnlichen Situation genau das Gleiche getan hatte mit der 1. Internationale – nämlich sie selber aufzulösen, um sie vor dem Zugriff der Bourgeoisie zu retten.

Wir sind der Überzeugung, dass Stalin angesichts der verloren gegangenen Komintern ihre Auflösung in diesem taktischen Sinne richtig begründete (wohlgemerkt im taktischen Sinne, nicht prinzipiell). Im Kampf gegen den Hitlerfaschismus über eine bolschewistische Weltpartei zu verfügen, ist besser als über keine zu verfügen. Das wusste auch Stalin und daran kann es ja wohl im Interesse der Befreiung des Weltproletariats keinen Zweifel geben. Niemals kann eine wahrhaft Kommunistische Internationale ein Hindernis im Kampf zur Befreiung des Weltproletariats sein, weder zur Befreiung vom Hitlerfaschismus, noch zur Befreiung vom Weltfaschismus !! Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wer das Weltproletariat daran hindert, sich die Kommunistische Internationale als Führungsstab für seinen Befreiungskampf zu schaffen, der verewigt seine weltkapitalistische Versklavung und hilft damit der Konterrevolution.

Also wenn Stalin der Auflösung zugestimmt hat, dann bedeutet das ja noch lange nicht, dass er gegen die Notwendigkeit einer Kommunistischen Internationale war. Das bewies er mit der Gründung der Kominform. Der Bourgeoisie muss man jedenfalls nicht mit einer Auflösung der Komintern beweisen, dass die KPdSU (B) sie nicht am Gängelband geführt hat. Das geht der Bourgeoisie nichts an. Die Komintern entscheidet selbständig und unabhängig von den Wünschen der Weltbourgeoisie, was sie zu tun und zu lassen habe. Stalin war nur gegen eine revisionistisch-sozialdemokratische Internationale in der Hand der Weltbourgeoisie, denn diese richtete sich akut und Brandt gefährlich gegen das kommunistische Weltlager. In der heutigen Situation des Weltfaschismus und des imperialistischen Kriegs „zur Rettung der zivilisierten Welt“ ist die Kommunistische Internationale ein MUSS, und wir denken, dass wir das hier nicht extra begründen müssen. Dafür gibt es genug Dokumente, die die Komintern / ML hierzu veröffentlicht hat. Was uns hier festzustellen bleibt, ist der Fakt, dass fast alle historischen Spuren Stalins verwischt worden sind , die zur Komintern führen. Eben auf diesem Spuren geglätteten revisionistischen Boden wächst das Berijanertum heran.

Tito behauptete, Stalin habe ihm einmal gesagt:

Wir werden die Internationale alten Typs nicht wieder herstellen. Sie wurde nach dem Beispiel von Marx geschaffen, der davon ausging, dass es in allen Ländern gleichzeitig zur Revolution kommt. Aber das stimmt heute mit unserer Ideologie nicht überein.“

Wir können nicht prüfen, inwieweit diese Aussage Titos der Wahrheit entspricht, aber selbst wenn Stalin dies gesagt haben soll, dann müssen wir Stalin Recht geben, dass man die alte Kommunistische Internationale, so wie sie damals konzipiert war, nicht blind kopieren darf. Auch die Komintern darf man bei ihrem Wiederaufbau nicht kopieren. Ihr alter Typus passt nicht mehr auf die heutigen Bedingungen der Globalisierung. Wir brauchen eine Kommunistische Internationale neuen Typs und es gibt zahlreiche Dokumente der Komintern / ML, in denen klar und deutlich dargestellt und begründet wird, um was für einen neuen Typ es sich dabei zu handeln hat. Jedenfalls ist aus Stalins Äußerung nicht zu entnehmen, dass er überhaupt gegen eine Kommunistische Internationale gewesen sein soll, sondern eben nur gegen eine alten Typs. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Genosse Enver Hoxha hat sich auch nicht über die konkrete Wiedergründung der Kommunistischen Internationale geäußert, sondern sich eher an der Kominform orientiert, nämlich dass die Kommunistischen Parteien miteinander kommunizieren und ihre Erfahrungen austauschen, was dann ja auch von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in die Tat umgesetzt wurde.

Jedenfalls die Sozialdemokratie, die der Sowjetunion vorwarf, sie würde die Komintern „dirigieren“, versäumte es ihrerseits nicht, im gleichen Atemzug ihre konterrevolutionäre Sozialistische Internationale als Auffangbecken wieder herzustellen, die vom Weltimperialismus dirigiert war. So gab es wieder eine gelbe Internationale, ohne dass ihr eine rote Internationale entgegen trat. Und die Kommunistischen Parteien ? Sie verzichteten damals sogar auf bilaterale oder gar multilaterale Beratungen. Und genau dies hatte Shdanow auf den Kominform-Sitzungen stets zu Recht kritisiert. Dieses Verhalten der Kommunistischen Parteien war klar ein Zurückweichen gegenüber dem Vormarsch der Sozialdemokratie.



In Worten den „anti-revisionistischen“ Kampf führen, aber in Taten die Komintern / ML des „Sektierertums“ bezichtigen (um im Grunde genommen unseren Stalinismus damit anzugreifen, denn Stalintreue heucheln kostet bekanntlich nichts!), darin besteht für die Berijaner der Zweck zur Restauration der Dimitroff`schen Sozialdemokratie, nämlich auf dem Boden des Anti-Revisionismus ! Es ist das Wesen der Rechten und das Wesen der Verteidiger der Rechten, die marxistisch-leninistische Linie stets als eine „sektiererische Linie“ zu ersetzen. Das ist des Pudels berijanischer Kern !!! Und so heißt es in der Generallinie unserer weltbolschewistischen Partei hierzu:

Es kann nicht länger vereinigt werden, was sich nicht vereinigen lässt: auf der einen Seite die marxistisch-leninistische Weltbewegung, auf der anderen Seite die neo-revisionistische Weltbewegung, die sich nun nicht mehr hinter der marxistisch-leninistischen Weltbewegung verstecken kann, um von innen heraus den Kampf des VII. Weltkongresses gegen die Marxisten-Leninisten, als Kampf gegen das »Sektierertum« heute fortzusetzen. Dafür wurde ihnen der historische Boden nun entzogen.“

Deswegen ist ja auch bekannt, dass unsere Gegner ein Interesse daran haben, Fehler in ihrer ganzen Dimension verborgen zu halten, denn gerade mit diesen Halbwahrheiten dringen sie wieder in unsere Reihen ein ohne bekämpft zu werden, haben sie wieder einen weiteren Ausgangspunkt für ihre liquidatorische Arbeit gefunden. Die Gegner haben also gar kein Interesse an der Lösung dieser wichtigsten Fragen der Bewegung, weil sie nur das kritisieren, was ihnen nicht schadet. Kritik der Opportunisten dient der Wahrheitsvertuschung, nicht der Wahrheitsfindung.“



Die Bolschewisierung der kommunistischen Parteien, ihre Ausrichtung vor und im Krieg und nach dem Krieg fand nicht statt, es gab keine bolschewistische Weltpartei mehr, die dabei die zentrale Führung hätte übernehmen können. Es ist daher dringend notwendig, die Geschichte der kommunistischen Weltbewegung zur Zeit des Krieges zu schreiben – und zwar ausschließlich vom bolschewistischen Standpunkt, vom Standpunkt Stalins aus – versteht sich. Es ist unserer Meinung nach noch ein recht(s) dunkles Kapitel, verdunkelt durch die Revisionisten ! Wir Marxisten-Leninisten müssen da unbedingt Licht rein bringen, denn da wurden bereits die Weichen gestellt in eine Richtung, unter der die marxistisch-leninistische Weltbewegung heute immer noch zu leiden hat. Der Zustand der marxistisch-leninistische Weltbewegung im Falle eines Dritten Weltkrieges hat sich heute gegenüber dem Zustand der kommunistischen Weltbewegung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges drastisch verschlechtert - ohne Sozialismus, ohne Rote Armee ohne Stalin. Genossen, das schreit geradezu nach einer Lösung. Die gegenwärtige Krise des Weltkapitalismus wird unvermeidlich zum Dritten Weltkrieg führen und das Weltproletariat zieht ohne revolutionären Führungsstab gegen den imperialistischen Krieg. Die Komintern / ML ruft euch auf: Wir müssen handeln und einschreiten ! Wir müssen uns dagegen organisieren ! Dies Problem werden wir in den Griff kriegen, wenn wir unserer Zersplitterung überwinden, wenn wir aufeinander zu gehen, wenn wir uns auf dem Boden des Marxismus-Leninismus zusammenschließen und uns gemeinsam organisieren für den Aufbau der Komintern / ML (Lenin „Was tun?“ im Weltmaßstab anwenden – nicht Föderation kommunistischer Parteien aller Länder, sondern internationale Einheit durch eine einheitlich-zentralistische Organisation!) . Wir sind der Meinung, dass das Weltproletariat seine historische Mission jetzt endlich in die eigene Hand nehmen wird und das wir alles tun, was ihm dabei hilft – den Aufbau unserer bolschewistischen Weltpartei ! Damals bestand die Losung des proletarischen Internationalismus darin, alles zur Befreiung vom Hitlerfaschismus zu tun und an der Seite der Sowjetunion Stalins zu kämpfen. Keine Frage: Viele Kommunisten haben im Krieg heldenhaft für die Verteidigung der Sowjetunion gekämpft und ihr Leben für die Sache des Proletariats gelassen, aber die Kommunistischen Parteien, haben sie sich während des Krieges und zumindest danach gründlich auf den weltrevolutionären Sturz der Kalten Krieger vorbereitet, die nun nicht mehr die verbündeten Alliierten der Sowjetunion im Kampf gegen den Hitlerfaschismus waren, sondern Klassenfeinde und Kommunistenfresser, die man mit der sozialistischen Revolution stürzen musste ? Schon Enver Hoxha sagte: ...“dadurch, dass sie als Alliierte gegen denselben Feind betrachtet werden, durfte niemals ihre Klassennatur außer Acht gelassen werden, ihre Ziele gegen unseren Kampf, die Sowjetunion und den Kommunismus“ (Enver Hoxha, „Anglo-amerikanische Machenschaften in Albanien-Erinnerungen“, Tirana 1982, Seite 47). „Wir wissen, wer die Anglo-Amerikaner sind und wir vergessen keinen einzigen Augenblick, dass sie Kapitalisten sind!“ (ebenda, Seite 62).

Was taten die Kommunistischen Parteien, um Stalin zur Hilfe zu eilen als die Revisionisten 1953 putschten ? Sie taten nichts. Was machten die Kommunistischen Parteien in der Zeit der „Entstalinisierung“ ? Sie taten nichts. Sind die Kommunistischen Parteien genauso wie die KPdSU (B) gestärkt aus dem Krieg hervorgegangen ? Keine einzige (natürlich war die PAA die Ausnahme). Hat das Weltproletariat seine revolutionären Möglichkeiten ausgeschöpft, die sich durch den Krieg sowohl aus der geschwächten Situation der Imperialisten als auch aus der gestärkten Situation der Sowjetunion Stalins ergeben hatten ? Wie sollte es das Weltproletariat können mit revisionistisch verseuchten Kommunistischen Parteien, die gar kein Interesse hatten, das Weltproletariat in den entscheidenden Kampf für den Weltsozialismus zu führen ? Wie katastrophal sich die lahm gelegte kommunistische Weltbewegung auf den möglichen Übergang zum Weltsozialismus und insbesondere auf die Verteidigung der UdSSR durch die Bedrohung von innen ( Restauration des Kapitalismus) und von außen (Kalter Krieg der angloamerikanischen Imperialisten) ausgewirkt hat, darüber sind sich die meisten Genossen gar nicht richtig bewusst, von den Möglichkeiten der sozialistischen Revolution in den kapitalistischen Ländern unter Führung der kommunistischen Parteien ganz zu schweigen. Man kann unmöglich die Verschwörung gegen Stalin verstehen, wenn man nicht den damaligen zersetzten Zustand der kommunistischen Weltbewegung dazu heranzieht. Sudoplatow hatte kurz vor Berijas Erschießung von diesem noch den Auftrag erhalten, sich um die kommunistische Weltbewegung „zu kümmern“. Darüber schweigt er, und er hat dieses und viele andere Geheimnisse mit in sein Grab genommen, so dass wir uns diese Frage selber beantworten müssen. Warum gab Berija einem Geheimagenten einen solchen Auftrag, ohne dass davon die KPdSU etwas offiziell erfahren durfte ? Welche Rolle hat Malenkow, dieser Kumpane Berijas in der Kominform gespielt, nachdem sie beide den Genossen Shdanow erledigt hatten ? Die Beseitigung Shdanows als führender Kopf der Kominform – so begannen Berija und Malenkow mit der „Entstalinisierung“ der kommunistischen Weltbewegung nach dem Krieg ! Sie ist die nahtlose Fortsetzung der „Entstalinisierung“ der Komintern. Das wird uns nun immer klarer. Der Verrat an der Kominform begann nicht erst mit ihrer Auflösung durch Chruschtschow, sondern mit Berija und Malenkow und den Renegaten außerhalb der Sowjetunion. Chruschtschow erfüllte Titos Forderung, die Kominform aufzulösen, am 17. 4. 1956.

Im Spätstalinismus stand die Sowjetunion ohne bolschewistische Weltpartei und ihre Sektionen dem angloamerikanischen Imperialismus gegenüber. Wie sollte unter solchen Bedingungen das Weltlager des Sozialismus über das Weltlager des Imperialismus siegen können ? Mit den Losungen von „Demokratie und Frieden“ (allein genommen) kann das Weltproletariat nicht seine Weltdiktatur errichten. Den Weltkapitalismus stürzen kann nur das Weltproletariat, niemand sonst. Und ohne Führung der weltbolschewistischen Partei wird das Weltproletariat dabei der sicheren Niederlage entgegengehen. Ohne Kommunistische Internationale keine Weltdiktatur des Proletariats, kein Weltsozialismus, kein Übergang von der ersten zur zweiten Periode des Sozialismus, keine Überlebenschance für den Sozialismus in „einem“ Land diese welthistorische Erfahrung muss sich jedes Arbeiterhirn einhämmern, das müssen sich die Genossen heute zum Bewusstsein bringen ! Den Berijanern ist das nämlich schon seit langem bewusst und sie haben schon angefangen, dagegen zu handeln !!!

Man muss sich doch mal kritisch vor Augen halten, warum aus der Kriegs- und Nachkriegszeit so wenig Bolschewistisches aus der kommunistischen Weltbewegung dokumentarisch aufzufinden ist ? Oder anders herum gefragt: Warum ist später so viel Revisionistisches aus dieser Zeit verschwunden („worden“)? Der Einfluss des Revisionismus in der kommunistischen Weltbewegung hatte in dieser welthistorisch bedeutsamen Situation bereits negative Auswirkungen auf viele allein gelassene kommunistische Parteien. Und mit dem revisionistischen Fuß in der kommunistischen Weltbewegung wurde auch der Paktiererpolitik mit der Sozialdemokratie die Tür in die einzelnen kommunistischen Parteien geöffnet – eine Katastrophe für die Existenz jeder bolschewistischen Partei !

Wir fragen euch Genossen, was soll an einer „Kommunistischen“ Partei noch allen Ernstes Kommunistisches dran sein, wenn sie mit der Sozialdemokratie paktiert. Paktierertum bringt nur eine revisionistische Partei fertig. Das beweist die ganze Geschichte der kommunistischen Weltbewegung. Paktierertum ist der bolschewistischen Partei von je her völlig fremd gewesen. Dieses Paktierertum ist mit der Einheitsfront der Arbeiterklasse“ verpackt über den Ladentisch der Bourgeoisie gegangen. Auf Kosten der Arbeiterklasse, auf Kosten der kommunistischen Parteien hatte sich die Bourgeoisie die Revisionisten gekauft ! Tito war doch kein Einzelfall ! Das war eine internationale Erscheinung, die sich durch die gesamte kommunistische Weltbewegung durchzog. Nur Stalin und Enver Hoxha blieben unbestechlich. Die Arbeiterklasse kann ihre Einheit nicht durch Paktieren mit der Bourgeoisie erreichen, sondern im Gegenteil nur dadurch, dass sie das Paktierertum prinzipienfest bekämpft, ohne sich dabei die unverzichtbare Waffe der bolschewistischen Einheitsfrontpolitik von der Bourgeoisie aus der Hand reißen zu lassen bzw. sie den Revisionisten und Sozialdemokraten zu überlassen. Dieses Paktierertum der Revisionisten mit der Sozialdemokratie begannen sie unter dem Deckmantel des „antifaschistischen Kampf gegen Hitler“. Und dieses Deckmantels bedienten sie sich dann weiter im „Kampf gegen den angloamerikanischen Imperialismus“. Die Berijaner „zeichnen sich dadurch aus“, dass sie diesen Deckmantel auch im „anti-revisionistischen“ Kampf gegen die heutige marxistisch-leninistische Weltbewegung erfolgreich eingesetzt haben und damit das alte Paktierertum fortsetzen in neuem Gewand.

Wer hatte denn zum Beispiel die KPD nach dem Krieg in der Hand? Das waren die Revisionisten ! Das muss man irgendwann einmal verdauen. Nennt uns die Namen der Mehrheit von bolschewistischen Führern der Nachkriegs- KPD, die den Namen von Führern im Geiste des bolschewistischen Genossen Ernst Thälmanns auch nur annähernd verdient hätten. Die Meisten von ihnen hatten Ernst Thälmann schon zu dessen Lebzeiten verraten und der KPD existentiellen Schaden zugefügt !

Genossen, da könnt ihr lange suchen, diese bolschewistische Mehrheit gab es nicht mehr, denn die war vor dem Krieg schon längst liquidiert worden ! Was aber ist eine Kommunistische Partei wert, die nicht von Bolschewisten, sondern von Revisionisten geführt wird ? Es gab nur eine revisionistisch-sozialdemokratische Mehrheit, die Mehrheit von Heuchlern, Doppelzünglern und Karrieristen - was ihr wollt, aber keine ehrlichen Bolschewiki keine prinzipienfeste Mehrheit von Parteigenossen im Sinne Ernst Thälmanns, im Sinne Lenins und Stalins ! Wenn ihr dies nicht begreift, Genossen, dann werdet ihr auch den Menschewismus Berijas nicht begreifen, dann wird euer Anti-Revisionismus von den Revisionisten weiterhin im Schlepptau gezogen. Wir meinen dies nicht böswillig, sondern ganz solidarisch und aus ehrlichem Herzen, denn auch wir haben uns schwer getan, uns diese Wahrheit ungeschminkt einzugestehen. Unsere Seele und unser Herzensblut hinderten uns daran, uns von diesem belastenden Schlepptau der Revisionisten zu befreien. Wenn wir uns aus der revisionistischen Vergangenheit nicht befreien, was soll dann aus uns werden, Genossen ? Die Fehler unserer Vergangenheit holen uns unvermeidlich ein, wenn wir es versäumen, sie nicht schnellstens zu überwinden. Dazu ist ehrliche Selbstkritik notwendig, für die man sich innerlich frei machen muss. Ansonsten ist unsere Niederlage gegenüber den Revisionisten vorprogrammiert. Genossen, wer von uns will sich schon hinterher von den Arbeitern fragen lassen müssen, warum wir den Revisionisten wieder einmal auf den Leim gegangen sind ? Genossen, verbinden wir Wachsamkeit mit Prinzipientreue gegenüber solchen Stalinisten“, die uns hinters Licht führen wollen. Anders werden wir nicht über sie siegen und die Arbeiterklasse braucht diese Siege, um gerüstet in die Schlacht ziehen zu können.

Wir mussten also auf die Sozialdemokratie eingehen, um die Frage zu beantworten, in welcher Weise die Sozialdemokratie und der moderne Revisionismus eine Einheit bildeten, warum sie sich vereinigten, warum ihnen gar nichts Anderes übrig blieb, warum dies gesetzmäßig gar nicht anders sein konnte ? Die einen wollten verhindern, dass der Weltkapitalismus beseitigt wird, dass die Arbeiterklasse des Westens nicht von der stalinistischen Welle aus dem Osten erfasst wird. Die anderen wollten sich dem Westen angliedern und mussten vorher noch den Sozialismus in den Kapitalismus verwandeln. Die Eintrittskarte in den Westen erhielten sie nur, wenn sie der stalinistische Welle Einhalt geboten, damit diese nicht den Westen und damit die ganze Welt überschwemmt. Aber das Eine war ohne das Andere nicht zu verwirklichen, weil der Stalinismus bereits zu stark dafür geworden war – gegen den konnte man nur gemeinsame Sache machen. Deswegen war die Vereinigung von Sozialdemokratie und modernem Revisionismus der historische Ausweg zur Überwindung des Stalinismus. Der Sozialdemokratismus war aus dem Verrat am Marxismus hervorgegangen, während der moderne Revisionismus aus dem Verrat am Stalinismus hervorgegangen war. Beides sind sie Feinde des Marxismus-Leninismus, hatten sie gemeinsame Wurzeln: die bürgerliche Revision der revolutionären Ideologie des Proletariats eben „auf deren Boden.“ Beides sind revisionistische Ideologien, die aus dem Marxismus hervorgingen – voilà : die Vereinigung des alten und modernen Revisionismus gegen den Stalinismus !!! So und nicht anders ist Enver Hoxha zu verstehen, wenn er betonte: Der Revisionismus und die Sozialdemokratie sind zwei Erscheinungen ein und derselben bürgerlichen Ideologie“ (Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 221, April 1977, KPD/ML). Und eben auf dieser gemeinsamen ideologischen Grundlage war es ihnen überhaupt nur möglich, sich die Hand zu reichen, so wie das heute Putin und Schröder tun und so wie es Chruschtschow und Berija vor Stalins Tod im Verborgenen und nach seinem Tod offen taten. Chruschtschow benutzte die „Entstalinisierung“ als Tarnkappe zur Revision des Leninismus. Die Berijaner benutzen unseren anti-revisionistischen Kampf, die „Verteidigung“ des Stalinismus zur Revision des Stalinismus.

Stalin selbst hat in seiner Bescheidenheit - und also ganz unfreiwillig - dazu nicht wenig beigetragen, sich stets nur als Schüler Lenins zu begreifen. Stalin hat mit seiner vehementen Verurteilung des ihm aufoktruierten Personenkults selber in diese Richtung gegensteuern müssen, um den Revisionisten das Wasser abzugraben. Dies ist ein „unschätzbares Geschenk“ an die Berijaner, die den unschätzbaren Wert des Stalinismus niemals begreifen werden. Berija machte den „Stalinkult“ zu seinem Herrschaftsprinzip. Um nicht ins Kreuzfeuer des Kampfes zwischen modernen Revisionisten und Marxisten-Leninisten zu geraten, demontieren die Berijaner nun den Stalinismus unter der Maske des „anti-revisionistischen Kampfes“. Im Kampf zwischen den modernen Revisionisten und den Marxisten-Leninisten, die sich ideologisch „zerfleischen“ (und sich zumindest gegenseitig schwächen), geht dann der Sozialdemokratismus in ihren berijanischen Träumen wieder als Sieger hervor. Das entspricht ganz der Klasse des Kleinbürgertums, die davon träumt, dass das Proletariat und die Bourgeoisie sich ordentlich fetzen mögen – nach dem Motto: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“ Mit jedem Schritt, dem Stalinismus seine wahre Bedeutung für den heutigen Klassenkampf zu nehmen, glauben die Berijaner, ihrer Arbeit an der sozialdemokratischen Revision des Stalinismus näher zu kommen. Den Spiegel, in dem sie Ihren Selbstbetrug erblicken, werden wir Stalinisten ihnen gerne reichen. Jede Überschätzung und Unterschätzung des Stalinismus hilft der einen wie der anderen bei der bürgerlichen Restauration des Stalinismus. Das müssen wir Weltrevolutionäre, deren Aufgabe es ist, den Stalinismus heute richtig anzuwenden, immer im Auge behalten.

Stalin war als Nachfolger Lenins dessen Schüler, aber er war es nicht geblieben, sondern er hatte sich durch die Anwendung und Meisterung des Leninismus in Wirklichkeit zum vierten Klassiker des Marxismus-Leninismus weiter über Lenin hinaus entwickelt. Der Stalinismus ist die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus auf einer höheren qualitativen Stufenleiter. Mögen sie sich über die Person Stalins die Köpfe heiß reden, an der Tatsache des Stalinismus als Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus wird das nichts ändern, daran kommt keiner vorbei. Was für uns Marxisten-Leninisten selbstverständlich ist, nämlich die Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus in Übereinstimmung von Wort und Tat anzuerkennen und umzusetzen. Das ist die Nuss, die die Berijaner zu knacken haben. Sie sind die gefährlichste Kraft, um unser Streben nach vollkommener Übereinstimmung in eine Nicht-Übereinstimmung zu verwandeln. Diese Nicht-Übereinstimmung herzustellen, dazu ist das Berijanertum bei Strafe ihres Todes verurteilt.



Eisenhower sagte am welthistorischen Wendepunkt von 1953:

Die Welt weiß, dass mit dem Tode Stalins eine Epoche zu Ende ging ..., dass die neue Führergeneration den Lauf der Geschichte WENDEN muss“ (16. April 1953); [Hervorhebung von der Redaktion – Wende zur „Entstalinisierung“]. Und dieser Wendeführung gehörte Berija nicht nur an, sondern er war ihre treibende Kraft. Er hat die Wende entfesseln können, weil er sie von langer Hand vorbereitet hatte.

Um den Übergang zum Weltsozialismus zu verhindern, musste der Hebel unbrauchbar gemacht werden, mit dem dieser Übergang zu schaffen war – die UdSSR Lenins und Stalins! So bildeten die modernen Revisionisten und die Sozialdemokratie einen Schulterschluss mit der Weltbourgeoisie, mit dem amerikanischen Imperialismus, um den Machtantritt des Weltsozialismus zu vereiteln. Dieser reformistisch-revisionistische Schulterschluss mit Vertretern der Bourgeoisie wurde schon zur Zeit des Faschismus eingefädelt durch die Koalitionspollitik, die Volksfrontpolitik der rechten Abweichler in der Komintern. Die Komintern / ML hat hierzu bereits ausführlich in der von ihr veröffentlichten Generallinie der Komintern / ML“ Stellung genommen.

Nebenbei bemerkt, die Berijaner haben es uns von Anfang an übel genommen, dass wir Stalins Sozialfaschismustheorie verteidigen. Sie kritisieren uns, weil wir die so genannte „linke“, „sektiererische“ Periode StalinsKlasse gegen Klasse“, die Revolutionäre Gewerkschaftsinternationale, die Roten Gewerkschaften, die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO) usw. verteidigen, also all jenen positiven Einfluss, den Stalin und unsere Genossen Ernst Thälmann und Ernst Aust auf die sozialdemokratischen Arbeiter genommen haben, um sie für den Kommunismus, für die Kommunistische Partei zu gewinnen. Der nachhaltige Einfluss des Berijanertums zeigt, dass wir niemals vergessen, was Stalin zur KPD sagte, dass nämlich die Kommunistische Partei in Deutschland sich von den sozialdemokratischen Traditionen, die die rechte Gefahr in der KPD nähren, noch lange nicht befreit hat“ (Stalin, Band 11, Seite 275).

Ja, verehrte Berijaner lest, was Stalin über die Verteidigung seiner Losung Klasse gegen Klasse“ schrieb und zwar in jener Zeit, die ihr mehr scheut als der Teufel das Weihwasser und die ihr als Stalins „sektiererische Dritte Periode“ verteufelt habt. Was schrieb Stalin „Über die rechte Gefahr in der KPdSU (B)“ ? Stalin schrieb:

Wenn gewisse Kreise von Kommunisten die Zweckmäßigkeit der Losung `Klasse gegen Klasse` (...) leugnen (...), so bedeutet dies, dass es innerhalb der kommunistischen Parteien Leute gibt, die bestrebt sind, den Kommunismus dem Sozialdemokratismus anzupassen“ (Stalin, Band 11, Seite 199). Hier trifft Stalin das Berijanertum wie den Nagel auf den Kopf !

Immer da, wo die Kommunisten in der Arbeiterklasse ihre selbständige Taktik behaupteten gegenüber dem Einfluss der Sozialdemokratie und wo wir gegen diesen Einfluss mit unseren eigenständigen Organisationen auftreten, immer da, wo die Kommunisten versuchen, die Arbeiter aus dem Gefängnis der sozialdemokratischen Organisationen zu befreien ( indem wir sie bei uns organisieren), da fangen die Berijaner mit dem „Sektierertum“- Gekreische an, so wie es die modernen Revisionisten auch immer getan haben, von denen kein klassenbewusster Arbeiter mehr ein Brot nimmt. Das Berijanertum besteht darauf, dass die Kommunisten bei der Sozialdemokratie unter den Fittichen bleiben: „Wenn ihr Kommunisten unter `unseren` sozialdemokratischen Arbeitern Propaganda machen wollt, dann tut das gefälligst so, dass ihr euch dabei verbiegt und `kämpferische` Sozialdemokraten werdet, ansonsten bleibt ihr vor der Tür, wo ihr eure eigenen Arbeiter mit kommunistischer Propaganda vergraulen könnt!“

Deswegen haben die Berijaner auch nirgends auf der Welt eine eigene kommunistische Partei , geschweige denn eine Internationale, wozu auch ? Sie wollen ja gar keine eigenständigen kommunistischen Organisationen, denn die werden ja sozialdemokratische und revisionistische Organisationen zerschlagen müssen, wenn denn die Kommunisten ihren Prinzipien treu bleiben.

Die Berijaner haben gelernt, sich den Anstrich von „Parteilosen“ zu geben, um sich freien Zugang zur marxistisch-leninistischen Weltbewegung zu erschließen, ohne darin gefangen genommen zu werden, ohne darin untergehen zu müssen, ohne „vor ihren Karren“ gespannt werden zu können ( ohne kommunistische Disziplin üben zu müssen, ohne sich an den demokratischen Zentralismus zu halten, ohne revolutionäre Arbeit unter den Massen zu machen, ohne sich der Arbeiterklasse UNTERZUORDNEN). Sie betätigen sich darin sozusagen als „freischaffende Künstler“. Ihr lieben Berijaner, genießt noch eure Freiheit, solange ihr sie genießen könnt. Im Weltsozialismus ist dann keine Gelegenheit mehr dazu. Dafür werden wir sorgen. Und wir werden selbstverständlich dafür sorgen, dass es auf der Welt keine einzige bürgerliche Partei mehr geben wird. Also auch die sozialdemokratischen und revisionistischen Parteien werden wir in der Weltdiktatur des Proletariats beseitigt haben. Es wird dann nur noch die Kommunistische Partei, kommunistische Gewerkschaften usw, usf. geben. Wir wissen, dass den Berijanern so was gar nicht schmeckt. Sie wollen uns daran hindern, die bürgerlichen Organisationen, zu denen auch die gelben Gewerkschaften gehören, zu zerschlagen. Wer will oder kann den revolutionären Arbeitern das verbieten ? Lenin hat gesagt, dass wir dort aktiv sind, wo die Massen sind, also auch in den Gewerkschaften, natürlich hat er damit Recht. Er hat aber nicht gesagt, dass wir die gelben Gewerkschaften mit in den Sozialismus hinüberretten sollen. Wie will sich die Arbeiterklasse ihre Diktatur aufbauen, wenn sie die gelben Gewerkschaften nicht zerschlägt ? Lenin hat nur gesagt, dass wir die Massen für den Kommunismus gewinnen sollen und das kann man nun mal nicht ohne kampfstarke rote Gewerkschaften, das kann man nicht ohne kommunistische Arbeiterorganisationen, deren Türen für die sozialdemokratischen Arbeiter selbstverständlich weit offen stehen. Die revolutionäre Massenbewegung kann man nicht mit sozialdemokratisch-revisionistischen Organisationen führen. Eine Massenbewegung ist nur insofern revolutionär als sie willens und in der Lage ist, den konterrevolutionären sozialdemokratisch-revisionistischen Organisationsballast abzuwerfen. Ohne starke kommunistische Massenorganisationen kann man die revolutionären Massen nicht zur sozialistischen Revolution führen, selbst mit der Avantgarde kann die revolutionäre Klasse allein nicht auskommen, ist das Ziel des Sozialismus unmöglich zu erreichen – und das widerspräche ja vollkommen den Lehren des Marxismus-Leninismus und den Erfahrungen der revolutionären Arbeiterbewegung.

Die Berijaner sagen es nicht direkt, aber sie meinen es doch : Jede Partei, die neben der sozialdemokratischen Partei beansprucht, eine Arbeiterpartei zu sein, ist von Haus aus sektiererisch“ und spaltet“ die Einheit der Arbeiter usw. usf., aber die Berijaner gehen gar nicht zu den Arbeitern, dafür haben sie keine Zeit, sie widmen sich wichtigeren Dingen in ihren Studierstuben, in denen sie ihre „marxistisch-leninistischen“ Studien betreiben, die sie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung freundlicherweise zur Verfügung stellen: „Ordnet euch unseren verstaubten Vorstellungen von „Marxismus-Leninismus“ unter, dann machen wir euch in unseren Studierstuben etwas Platz. Ansonsten konzentrieren sich die Berijaner darauf, die kommunistischen Parteien mit dem Gift des Berijanertums zu lähmen, ganz besonders, was die Unantastbarkeit der Sozialdemokratie angeht. Da werden sie richtig giftig. Die Berijaner wollen den Kommunismus als Anhängsel an der Sozialdemokratie verewigen, um ihn am Gängelband zu halten und ihnen fallen tausend Zitate von Lenin ein, um diesen Verrat an der Arbeiterklasse als Überwindung von Kinderkrankheiten“ und Sektierertum“ zu rechtfertigen. Wir kämpfen dafür, die Arbeiter aus dem Einfluss der Sozialdemokratie herauszulösen, ohne dabei auf unsere eigenständigen Organisationen zu verzichten. Was wäre das sonst für eine Befreiung der Arbeiterklasse ? Das wäre eine „Ausflug“ mit Rückfahrkarte in die Sozialdemokratie, so wie auch der „Ausflug“ zu den modernen Revisionisten einer mit Rückfahrkarte war. Den Aufbau unserer eigenen kommunistischen Organisationen wegen angeblichem Sektierertum“ zu unterlassen, bedeutet, sich als Kommunisten selber aufzugeben und diesen offensichtlich all zu liquidatorischen Gefallen werden wir den Berijanern und ihren sozialdemokratischen Auftraggebern auf keinen Fall tun.

Stalin kämpfte gegen den Einfluss der Sozialdemokratie auf den Kommunismus, Berija kämpfte umgekehrt für den Einfluss der Sozialdemokratie auf den Kommunismus. Ein mit Sozialdemokratismus verseuchter Kommunismus verliert für die Bourgeoisie seinen Schrecken und in diese Richtung wurde Berija vom Westen gelenkt. Die Reinhaltung des Leninismus von bürgerlichen Einfluss war Stalins Lebenswerk. Seine Feinde hatten dafür nur ein müdes Lächeln übrig. Revolutionäre, das waren für sie Träumer, die nie auf einen grünen Zweig kämen, weil ihre „idealistischen“ Vorstellungen vom Kommunismus sie daran hindern würden. „Man muss mit dem Kommunismus Geld scheffeln und Macht erobern können, sonst taugt er nichts“. Mit Marxismus-Leninismus eine kommunistische Gesellschaft aufbauen mitten in einer imperialistischen Welt , das hielten solche staatskapitalistischen Pragmatiker wie Berija für „sektiererisch“, „dogmatisch“ und „lebensfremd“ oder „unrealistisch“ wie man heute so schön sagt. Der Weltimperialismus, „bei dem kommt man schneller und leichter zu etwas“, der war für Berija attraktiver geworden als der Weltkommunismus: „Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach“. Als Geheimdienstler wusste Berija, was wer auf der Welt für Geld scheffelte, kannte er die Gehaltsliste Titos und das dicke Gehalt, das dieser von Onkel Sam kassierte und was Tito konnte, das glaubte er schon lange zu können! Die Macht ist da, wozu noch an den alten revolutionären Zeiten, an den alten bolschewistischen Gewohnheiten festhalten ? „Weg mit diesem idealistischen Ballast und praktische Politik gemacht, die sich auch lohnt !“ „Ich bin wer, mir kann keiner was“das war der gefährliche Größenwahn Berijas, der ihn zu Fall brachte ! Der Bolschewismus war sein Trittbrett zur Macht, genauso wie der Anti-Bolschewismus für ihn nur ein Trittbrett war. Er hätte zu jedem anderen Trittbrett gewechselt, wenn er damit erfolgreicher sein konnte. Und so ist er dann bei den angloamerikanischen Imperialisten gelandet. Mit Bolschewismus und Menschewismus zu spielen, um sie beide auszunehmen, das hatte Berija nicht von Stalins, sondern von Trotzki gelernt. Er war durch und durch ein skrupelloser Mensch. Wenn man mit der „Entstalinisierung“ mehr Geld verdienen konnte als mit Stalinismus, dann war er der Erste, der diese „Chance“ für sich zu nutzen verstand. Nun brauchte er den „veralteten“, von ihm „kopflosen“ gemachten Bolschewismus nur noch als lästigen Ballast abwerfen und das war schließlich das Werk, das er zwischen Stalins Tod und seinem Tod in großer Eile angepackt hatte. Wie „tragisch“ für ihn, das ihn ausgerechnet diejenigen bestraften, die von seinen „Heldentaten“, von seiner Drecksarbeit, profitierten – die Chruschtschowianer.

Berija war wild entschlossen, diesen Schulterschluss mit dem Westen von der Sowjetunion aus zu vollziehen, wollte unter den Weltimperialisten ein „Wörtchen mitreden“, meinte sie mit seiner List in seine „Tasche stecken“ zu können. „Argumente“, die den Westen „überzeugten“, hatte er – die Atombombe ! Er folgte dem Weg des Titoismus, nämlich die Sowjetunion und das sozialistische Lager zu zersetzen, und er machte sich damit zum ersten Erfüllungsgehilfen der Strategie des amerikanischen Imperialismus in der UdSSR nach Stalins Tod. Er hatte sich vorgenommen, die Einheit der Kommunisten zu untergraben, die Kommunisten zu spalten und sie schließlich zu entmachten. Berija versuchte, die Generallinie Stalins durch die kleine Strategie der laufenden Tagesfragen zu ersetzen, die er verabsolutierte und zu seiner politischen und ideologischen Linie, zu einer pragmatischen Linie erhob. Berija ist Sozialpragmatiker: In Worten für die Verteidigung der UdSSR, in Taten Auflösung der UdSSR und Schaffung einer sozialimperialistischen Supermacht vermittels seines sozial-imperialistischen Pragmatismus.

Die Einheit von Sozialdemokratismus und Revisionismus begann nach dem Vorbild Jugoslawiens mitten in der Sowjetunion, mitten in der KPdSU, in ihrem führenden Zentrum, im Präsidium: Berija war das Trojanische Pferd, um den Sozialdemokratismus in die KPdSU zu tragen – und Chruschtschow hat sich dieses Trojanischen Pferdes bedient, um den modernen Revisionismus zu stärken - Einheit mit dem Sozialdemokratismus, um die kommunistische Partei zu spalten, um die kommunistische Weltbewegung zu spalten!! Leitbild des modernen Revisionismus war Tito, Djialas, dieser jugoslawische Anti-Kommunist, ebnete den Weg zur völligen Abkehr vom Kommunismus. Zur Festigung der Glaubwürdigkeit seiner „kommunistischen“ Gesinnung benutzte Tito den schließlichen Bruch mit Djilas als vorgetäuschte Abgrenzung nach rechts“. Das gleiche Spielchen, das Chruschtschow mit Berija trieb ! Die Evolution der Restauration folgt ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit. Sie gewann ihre Kraft zur eigenen Profilierung nicht nur durch ihren Kampf um die Abgrenzung vom Stalinismus, sondern auch in der vorgetäuschtenAbgrenzung vom Sozialdemokratismus“. Berijas Reformismus war im Augenblick der Machtübernahme nützlich, aber er durfte nicht zur Haupttriebfeder des Restaurationsprozesses werden, weil das zu einem riskanten, schroffen Bruch der Umwandlung des Sozialismus zum Kapitalismus geführt hätte. Die Restauratoren des Kapitalismus sind heute von der Bildfläche verschwunden. Wo kein Sozialismus ist, da braucht er auch nicht mehr in den Kapitalismus verwandelt werden. Wir haben überall auf der Welt kapitalistische Verhältnisse und da favorisiert die Weltbourgeoisie natürlich ihre alte, erfahrene und bewährte sozialdemokratische Agentur in der Arbeiterbewegung, die die arbeitslos gewordenen modernen Revisionisten nun nach Kräften unterstützen, um wieder wer zu sein. In der Verfolgung der Kommunisten haben sie die besseren Erfahrungen, was ihre Infiltrationspotentiale anbelangt, aber ihre alten Schlichen verfangen bei den Marxisten-Leninisten schon lange nicht mehr. Das Berijanertum soll das nun „zum Positiven wenden“. Warten wir es ab.

Die Kräfte des Sozialismus hätten sich in der UdSSR gegen einen all zu voreiligen offenen Reformismus formieren und regenerieren können, womit der ganze Restaurationsprozess auf längere Sicht gefährden wäre. Der Sozialismus war noch viel zu stark, um ohne eine Periode der revisionistischen Paralysierung der sozialistischen Massen, ohne eine stufenweise Restauration des Kapitalismus auszukommen. Das Wesen des moderne Revisionismus der Chruschtschowianer bestand ja eben in der Ideologie der Abgrenzung vom Stalinismus auf der Grundlage der Wahrung einer „leninistischen“ Maske – und die verlangte – wie wir es bereits hervorgehoben haben - eine Vortäuschung der leninistischen Ideologie des Zweifrontenkrieges: sprich: Stalin - „linker“ Opportunismus, Dogmatismus, Sektierertum usw. auf der einen und auf der anderen, rechten Seite Berija - Reformismus, Sozialdemokratismus, Menschewismus usw. Nur durch Abgrenzung nach „links“ und rechts konnte Chruschtschow das revisionistische Schiff auf den Kurs zum kapitalistischen Ufer lenken. Zur Abgrenzung nach rechts“ wurde der Kampf gegen Berija gebraucht, obwohl sich Berijas Verrat am Marxismus-Leninismus dem Wesen nach nicht vom Verrat Chruschtschows am Marxismus-Leninismus unterschieden hatte. Klar war, dass der Weg der Restauration des Kapitalismus nur auf dem gleichen Wege durchführbar war, auf dem der Kommunismus bis 1953 aufgebaut werden sollte. Weder durften die Etappen übersprungen, noch auf ihnen all zu lange stehen geblieben werden. Berija wurde geopfert, weil er die Etappen überspringen wollte und Chruschtschow wurde geopfert, weil er den Reformkurs aufhielt. Den ersten Schritt unternahm Berija, den zweiten Schritt Chruschtschow, den dritten Breschnew usw. bis zu Gorbatschows letzten Schritt. Was Stalin also in 3 Jahrzehnten aufgebaut hatte, dazu bedurfte es einer ganzen Reihe von Führern des modernen Revisionismus, die sich gegenseitig vom Sockel stießen, um das gewaltige Werk von Stalin dem Erdboden gleich zu machen.

Putin / Schröder- Berijanertum = Sozialdemokratismus – Einheit zwischen modernem Revisionismus und Sozialdemokratismus und gleichzeitig Kampf um die Führung. Muss man sich vom Marxismus-Leninismus trennen, um die „Entstalinisierung“ durchzuführen oder erreicht man dieses Ziel besser mit Hilfe des „Marxismus-Leninismus“ ? Braucht man für die „Entstalinisierung“ eine ganze Periode des modernen Revisionismus an der Macht oder konnte man diese Periode überspringen ? Die Geschichte hat diese Fragen eindeutig beantwortet.

Was hat nun aber das Berijanertum mit dem Chruschtschowianertum, mit dem modernen Revisionismus zu tun ? Sie sind – wie wir gesehen haben - wesensgleich und ergänzen einander. So zu sagen ist die Kritik am modernen Revisionismus unvollständig, wenn man nicht die Kritik an seiner natürlichen Basis – dem Sozialdemokratismus – einbezieht. Im Laufe seiner Geschichte hat es der Sozialdemokratismus mehr oder weniger verstanden, sich der Masken des Marxismus und auch des Leninismus zu bedienen. Ja, der Sozialdemokratismus hat es sogar dazu gebracht, sich sowohl hinter der Maske des Stalinismus als auch hinter der Maske des Hoxhaismus zu verbergen. So ist in Albanien die sozialdemokratische Partei nicht vom Himmel gekommen, als sie die Macht der PAA zerschlug und ihre Stelle einnahm !! Wie konnte der Sozialdemokratismus, der Menschewismus all diese Höhen der Macht erobern über einen Zeitraum von über150 Jahren ? Wieso konnte das Berijanertum trotz ( oder gerade deshalb ?) Liquidierung Berijas überleben und sich ausbreiten ? Dies ist eine wichtige Frage, zu der wir folgende Antwort geben wollen.

Chruschtschow und der moderne Revisionismus mussten unbedingt damit rechnen, dass die Marxisten-Leninisten Stalin nicht nur verteidigen würden, sondern auch ihren Kampf gegen Chruschtschow, gegen den modernen Revisionismus fortsetzen und verstärken würden. Kurz: Er musste mit der Restauration des Sozialismus, mit der erneuten sozialistischen Revolution des Proletariats unter Führung einer stalinistischen Partei rechnen. Er musste damit rechnen, dass die Diktatur des Proletariats wieder über ihn hereinbrechen würde.

Und tatsächlich entwickelte sich aus dem Kampf zur Verteidigung Stalins gegen die neuen Kreml-Zaren von Chruschtschow bis Gorbatschow eine starke marxistisch-leninistische Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus unter der Führung des 5. Klassikers, Genosse Enver Hoxha. Dies stellte eine direkte Bedrohung für die modernen Revisionisten dar. Sie konnten sich das Lager der Marxisten-Leninisten aber nur vom Leibe halten, indem sie in dieses Lager eindrangen. Als moderne Revisionisten konnten sie dies natürlich nicht offen tun, sondern mussten sich entsprechender Verkleidungen bedienen, um nicht erkannt zu werden. Dazu mussten sie sich natürlich auch wie „Marxisten-Leninisten“ benehmen, um unerkannt zu bleiben. Immerhin hatten sie darin jahrelange Übung als Stalin noch lebte.

Nun war der moderne Revisionismus ja angetreten, die Marxisten-Leninisten ideologisch in Ecke deslinken“ Opportunismus zu drängen, sie zu assimilieren bzw. anderweitig loszuwerden. Aber einmal durchschaut, entlarvt und geächtet, hatten die modernen Revisionisten kaum eine nennenswerte Chance, in die prinzipienfeste marxistisch-leninistische Weltbewegung einzudringen (jedenfalls nicht so lange Enver Hoxha lebte, den dann ein albanischer Berija vermittels Ärzte ermorden ließ!), für die die Generallinie Stalins die Demarkationslinie zwischen Marxisten-Leninisten und modernen Revisionisten darstellt. Wenn der moderne Revisionismus irgendwo in der Welt wieder an die Macht kommt, dann niemals in in seinen alten Formen. Da werden wir es weder mit Chruschtschowianern, mit Breschnewisten, mit Maoisten, Titoisten, Browderisten und dessen natürlichen Basen des Sozialdemokratismus mit ihren alten Namen wie Kautskianer, Bernsteinianer usw. usf. zu tun haben, sondern das Wesen all dieser bürgerlichen Ideologien wird in neuen Hüllen verpackt sein, wenn sie gegen uns antreten, in Hüllen, die wir bereits abgestreift haben werden und deren Namen wir heute vielleicht noch gar nicht kennen.

Studieren wir die Geschichte des modernen Revisionismus, so wissen wir, dass die Macht des moderne Revisionismus darauf beruhte, die Diktatur des Proletariats zu stürzen. Wir wissen auch, dass es der Arbeiterklasse bislang nicht gelungen ist, sich seine Diktatur wieder zurück zu erobern. Das wissen natürlich auch die Revisionisten. Was also sollte sie davon abhalten, ihre revisionistische Macht nicht nur zur Beseitigung der Diktatur des Proletariats zu errichten, sondern diese auch für die Verhinderung einer neu entstehenden Diktatur des Proletariats zu verwenden ? In der ersten Periode des Sozialismus „in einem“ Land war das noch nicht möglich (und nicht nötig), aber warum sollte das zur Verhinderung des Weltsozialismus heute nicht möglich sein ? Es wird sogar ganz bestimmt zur Verlängerung der Epoche des Imperialismus nötig sein, denn: Die Macht der Revisionisten VOR der Macht des Proletariats ist viel wirkungsvoller als NACHHER. Dafür gibt es historische Beweise. Wenn wir nämlich das sozialistische Weltlager des Genossen Stalin etwas genauer betrachten, dann finden wir darin schon die Anwendung dieser Vorbeugetaktik der Weltbourgeoisie vorgezeichnet, denn in den meisten Volksdemokratien fiel den Revisionisten die Macht in die Hand, bevor die Diktatur des Proletariats unter der Führung einer starken stalinistischen Partei überhaupt erst errichtet werden konnte. Mit dieser Taktik soll der Aufbau der Diktatur des Proletariats von vorn herein verhindert werden und nicht etwa hinterher die Diktatur des Proletariats in eine bürgerliche Diktatur zurück verwandelt werden, und wie es uns manche „Anti-Revisionisten“ weismachen wollen. Allein an diesen historischen Lehren unseres Kampfes gegen den modernen Revisionismus ist zu erkennen, dass wir unsere Anstrengungen im weltproletarischen Kampf gegen den Revisionismus erhöhen müssen, wenn wir denn wirklich den Weltsozialismus erreichen wollen. Historisch stellt der Sozialismus „in einem“ Land keine so große Gefahr mehr da, wie noch zu Lenins und Stalins Zeiten. Das hat man schon an der Existenz des sozialistischen Albaniens beobachten können. Dort war es für die Bourgeoisie schon viel leichter, die Diktatur des Proletariats zu stürzen als in der Sowjetunion. Das sieht man an dem viel kürzeren Verwandlungsprozess des Sozialismus in den Kapitalismus. Gefährlich ist vielmehr das Weltproletariat, wenn es zur Macht greift. Deswegen braucht die Weltbourgeoisie den Weltrevisionismus, dessen Macht wir zu schlagen haben, bevor wir an die Weltmacht kommen. Auf Grund des derzeitigen Kräfteverhältnisses ist diese Taktik nicht akut, aber wir werden eines Tages mit ihr konfrontiert werden, und deswegen müssen wir schon jetzt unsere Theorie und Taktik der Diktatur des Weltproletariats darauf einstellen, und genau das tut die Komintern / ML.

Wir stützen uns dabei in erster Linie auf die Lehren des Hoxhaismus, also auf jene Lehren, die bewiesen hat, dass die sozialistische Gesellschaftsformation trotz der Bedingungen des Revisionismus an der Macht, also unter den Bedingungen der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung, aufgebaut worden ist. Die Lehre des 5. Klassikers des Marxismus-Leninismus, des Genossen Enver Hoxha, entwickelte sich im Kampf gegen den Titoismus, der eben so eine Präventivtaktik des Weltimperialismus darstellte, den Revisionismus als Bollwerk gegen die Herausbildung der Diktatur des Proletariats aufzubauen. In Jugoslawien hat es nie einen Sozialismus gegeben, war der Stalinismus nie an der Macht, hat es nie eine bolschewistische Partei stalinistischen Typs gegeben, folglich auch keinen Sturz der Diktatur des Proletariats wie das in der Sowjetunion Lenins und Stalins der Fall war, sondern Jugoslawien wurde mit Dollars aufgebaut als ein revisionistisches Herrschaftssystem, das der Weltimperialismus als Speerspitze gegen das sozialistische Lager Stalins gerichtet hatte. Wer diese doppelte Taktik des Revisionismus im Kampf gegen die Diktatur des Proletariats nicht verstanden hat, der wird auch nicht die Notwendigkeit einer doppelten Taktik der Marxisten-Leninisten im Kampf für die Diktatur des Weltproletariats begreifen. Die Gefahr des Revisionismus besteht heute – nach dem Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats - nicht mehr darin, dass er die Diktatur des Proletariats stürzt, nicht mehr darin, dass er sich auf die Verhinderung der Errichtung der Diktatur des Proletariats „in einem“ Land beschränkt, sondern vor allem darin, dass er den Kampf für seine Errichtung im Weltmaßstab zu verhindern sucht. Der Revisionismus muss sich heute unvermeidlich – d. h. bei Strafe seines Untergangs - gegen die Diktatur des Weltproletariats richten, weil sie die einzige Form der Herrschaft des Proletariats ist, mit der die Unvermeidbarkeit des Revisionismus beseitigt werden kann; und eben deshalb - und nur deshalb – muss der Revisionismus auch mit den anti-revisionistischen Waffen des Weltproletariats geschlagen werden.

Nun kam nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Albaniens und der revisionistischen Sowjetunion das Berijanertum zum Zuge.

Das Berijanertum ist eins der vielen Trojanischen Pferde des modernen Revisionismus innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Auf die gleiche Weise wie sich Berija bei Stalin einschmeichelte, so tun das auch die Berijaner in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung – natürlich auf eine äußerst „solidarische“ behutsame und einschmeichelnde Weise. War der Zweck der Tätigkeit Berijas, die „Entstalinisierung“ einzuleiten, so wird es unvermeidlich das Ziel des Berijanertums sein, die marxistisch-leninistische Weltbewegung zunächst ideologisch zu entwaffnen, um sie dann ganz praktisch ( mit Berijas verbrecherischen Terror-Methoden!!!) auf den Weg des Weltrevisionismus zu zwingen. So wie Berija den modernen Revisionisten die Türen öffnete, so versucht heute das Berijanertum dem Weltrevisionismus die Tür zur marxistisch-leninistischen Weltbewegung zu öffnen, um sie zu spalten und Verwirrung zu stiften. Die Berijaner haben alle ihre Anstrengungen darauf konzentriert, die weltrevolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse und insbesondere ihre Führer zu diskreditieren. Hauptkennzeichen des Berijanertums ist es, ein Lippenbekenntnis zum Anti-Revisionismus abzugeben, aber die marxistisch-leninistische Weltbewegung mit diesem Schwert zu spalten, zu sabotieren und zu verunglimpfen, ja unseren ureigenen anti-revisionistischen Kampf zu paralysieren, um uns diese Waffe aus der Hand zu nehmen und sie gegen uns zu richten, ja gegen den Anti-Revisionismus selbst zu richten. Dazu war der Chruschtschowismus nicht in der Lage und konnte er auch nicht in der Lage sein, da er sich deutlich von Stalin abgrenzen musste. Seine vorgetäuschte angebliche „Abgrenzung zum Revisionismus“ (Sozialdemokratismus) wurde von uns durchschaut und entlarvt und blieb unglaubwürdig. In den Händen der Berijaner aber wirkt die Abgrenzung vom Revisionismus“ glaubwürdiger. Also mit wesentlich mehr Erfolg kann dies das Berijanertum verkaufen, weil es sich die Tarnkappe des Kampfes gegen den modernen Revisionismus“ viel besser aufsetzen konnte. Warum ? Chruschtschows Mord an Berija, das war die beste „anti-revisionistische“ Eintrittskarte in die marxistisch-leninistische Weltbewegung. Wohlgemerkt, das WAR sie, IST sie aber von nun ab nicht mehr ! Wir haben das Feuer gegen das Berijanertum eröffnet und werden ihn bis in den hintersten Winkel der Welt verfolgen und ihn überall aufspüren, wo er sich blicken lässt.





Berija wurde aus dem Weg geräumt, weil es ihm mit der Restauration des Kapitalismus nicht schnell genug ging. Chruschtschow wiederum wurde abgesetzt, weil es Breschnew bei der Restauration des Kapitalismus zu langsam ging.

Reformprogramm Berijas: Amnestie, Rehabilitierung von Verbrechern, außenpolitische „Entspannung“, Lockerung in der Landwirtschaft, Eigenständigkeit und Autonomie der Republiken, Priorität der Konsumgüterindustrie gegenüber der Schwerindustrie und der Rüstungsindustrie (!Entwaffnung der Sowjetunion)

alsobürgerlicher Reformsozialismus – das ist eine Rückwärtsbewegung des Sozialismus, das ist Zerstörung des Sozialismus!

27. Juni 1953 Säuberung derjenigen, die er gesäubert hat durch Schukows Armee in Moskau

Der Widerstand von Berijas MWD-Truppen wurde gebrochen. Terror der Geheimpolizei.

Klar, dass diejenigen, die die Sache all zu lasch oder all zu forsch angingen, dieses Ziel gefährden mussten. Da war Gewalt unumgänglich. Die neue Bourgeoisie suchte sich also ihre geeignetsten Führer aus und sie war auch bereit und in der Lage, verdiente Führer wie Chruschtschow auszutauschen, wenn dies im fortgeschrittenen Verlauf der Restauration des Kapitalismus notwendig erschien, wie mit Breschnew usw. usf. Die neue Bourgeoisie war alles Andere als einheitlich und geschlossen. Es gab verschiedene Richtungen, verschiedene Interessen innerhalb der Bourgeoisie, die sich widersprachen, sich bekämpften, um die Vormachtstellung zu behaupten bzw. zu erobern. Vor allem waren die Kräfte gespalten in eine Großmacht-chauvinistische Gruppe, die die Konfrontation mit dem Westen suchte, um die Hegemonie des russischen Sozialimperialismus in der Welt zu errichten und eine kosmopolitische Gruppe, die die Zusammenarbeit mit dem Westen suchte, um von der Macht des Westens mit zuprofitieren. Einig waren sie sich „nur“ gegen die Sache des Kommunismus und so tat die bürgerliche Sowjetführung alles, um die Stalinära Schritt für Schritt zu beseitigen, und ihre Wiederkehr, ihre Wiedergeburt, Schritt für Schritt zu vereiteln, was sie weiter auf den Weg des Sozialfaschismus, auf den Weg ihres eigenen Untergangs führte.

Die kapitalistischen Parole des materiellen Anreizes“ nahm in Chruschtschows „Gulaschkommunismus“ einen zentralen Platz ein. Dabei hatte er den Missbrauch der bolschewistischen Losung:Einholen und überholen!“ vom alten Block der Rechten und Trotzkisten übernommen, der damit seinerzeit z. B. gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft verheerende Schäden angerichtet hatte. Die Konterrevolution führte in den 30er Jahren Terrorakte gegen die Stachanowbewegung aus, aber Chruschtschow bediente sich des Deckmantels der leninistischen Prinzipien des sozialistischen Wettbewerbs“, um die werktätigen Massen noch schärfer auszubeuten und zu unterdrücken und sie dabei in dem Glauben zu lassen, ihre Anstrengungen würden ihren eigenen, sozialistischen“ Interessen dienen. „Einholen und überholen!“ wurde dann später zu einer sozialimperialistischen Parole pervertiert: „Den Imperialismus einholen, um ihn mit dem Sozialimperialismus zu überholen“ - Den imperialistischen Rivalen im Westen ihre imperialistische Weltherrschaft entreißen und stattdessen das russische Reich auf den weltimperialistischen Thron zu hieven. An diesen Träumen halten die russischen Imperialisten heute noch fest und die Nationalbolschewisten vertreten das „russische Eurasien“ ganz offen in ihren faschistischen Programmen (siehe Artikel über die Kritik an den Nationalbolschewisten ).

Heute wird der Weltsozialismus schneller aufgebaut sein als der Sozialismus in „einem“ Land, heute würde der Revisionismus also wesentlich länger brauchen für die Restauration des Weltkapitalismus, wenn ihm denn zum zweiten Male die Restauration gelänge – wo die Revisionisten sich aber ohne imperialistisches Hinterland etwas mehr anstrengen müssten als beim ersten Mal. Auf jeden Fall kann dies aber ein Grund sein, die Gefahr des Weltrevisionismus für den Weltsozialismus zu unterschätzen.





Wie Shdanow die 2 - Welten -Theorie von Lenin und Stalin revidierte

(und Mao sie in seine 3-Welten-Theorie verwandelte)



Wir kritisieren Shdanows revisionistische Auffassung von den zwei Lagern der Weltpolitik, die er in der Kominform vorgetragen hatte und damit auf die gesamte kommunistische Weltbewegung einen negativen und schädlichen Einfluss ausübte. Die falsche Linie Shdanows bedeutete eine Gefahr der Verwandlung des sozialistischen Weltlagers Stalins in ein revisionistisches Weltlager gegen Stalin, gegen die Sowjetunion. Stalin wird dies erkannt haben und sein unvermeidliches Gegensteuern hat der Gruppe Berija/Malenkow ebenso unvermeidlich Auftrieb verschafft, hat deren Verschwörungspläne gegen Stalin beflügelt. Die falsche Shdanow-Linie in der Weltpolitik hat die weltproletarische Position Stalins auf jeden Fall geschwächt. Das ist sicher.

So wurde Shdanows falsche „Theorie“ von den zwei Lagern in der Weltpolitik seiner Zeit in den Kommunistischen Parteien geschult und als Richtlinie für ihr politisches Handeln ausgegeben, was dem kommenden Machtantritt des Revisionismus den Weg ebnete und ihm enormen Auftrieb gab, nicht zuletzt in der Sowjetunion selbst. Man kann die Kominform nicht los getrennt von der Verschwörung von 1953 betrachten. Die Kominform war nicht das Gleiche wie eine reorganisierte alte Komintern. Sie diente der Festigung und Ausbreitung des sozialistischen Weltlagers Stalins, diente als internationales Kampfinstrument zur Bekämpfung des revisionistischen Einflusses in der Kommunistischen Weltbewegung, war ein errichtetes Bollwerk gegen diesen Einfluss, insbesondere gegen den Titoismus, dem es gelungen war, sich zu einer Weltbühne des Revisionismus zu mausern, die gegen die Sowjetunion Stalins und das sozialistische Weltlager gerichtet war. Die Kominform war ein Versuch, den revisionistischen Einfluss in den revisionistischen Parteien zurück zu drängen und die revolutionären Kräfte in der Welt zu stärken und damit auch die Sowjetunion und ihr sozialistisches Lager.

Mit der Kominform öffnete Shdanow dem Geist der II. Internationale ein (großes) Hintertürchen, genauso wie es seiner Zeit Dimitroff mit der III. Internationale gemacht hatte. Das beflügelte auch den Sozialdemokratismus, verstärkt Einfluss auf die kommunistische Weltbewegung zu nehmen. Beide, sowohl die Komintern als auch die Kominform sind auf die gleiche Weise durch den revisionistischen Einfluss von der Bildfläche des internationalen Marxismus verschwunden. Einzig die Komintern / ML hat das weltrevolutionäre Banner der Komintern Lenins und Stalins und das der Kominform Stalins wieder aus dem Staub des Revisionismus erhoben und es gegen die rechte Abweichung von Dimitroff und Shdanow prinzipienfest verteidigt. Wir dürfen niemals die Tatsache außer Acht lassen, dass Shdanows falsche Theorie“ von den zwei Weltlagern den Vormarsch der Titoisten gegen die stalinistische Weltbewegung und schließlich die Auflösung der Kominform durch die Chruschtschowianer begünstigt hatte.

Betrachten wir nun die Zwei Lager in der Weltpolitik etwas genauer. Wir stimmen mit Shdanows Kominform-Linie genauso wenig überein wie mit der Komintern-Linie Dimitroffs. Sie weichen von der stalinistischen Generallinie des proletarischen Internationalismus, von der Generallinie der kommunistischen Weltbewegung Lenins und Stalins prinzipiell ab, ja beide waren anti-stalinistisch und haben ihre gemeinsamen Wurzeln im Kautskyanertum. Wir sehen Parallelen zwischen diesen beiden Linien Dimitroffs und Shdanows, ihre gemeinsamen revisionistischen Wurzeln des Versöhnlertums und des Kapitulantentums gegenüber der Bourgeoisie, die in ihrem Zusammenwirken zum revisionistischen Verrat an der kommunistischen Weltbewegung Lenins und Stalins erheblich beigetragen haben. Daraus folgt, dass uns heute weder die Komintern Dimitroffs, noch die Kominformlinie, die Shdanow vertrat, weiterhilft, um die Generallinie der Komintern / ML auf eine korrekte stalinistische Grundlage zu stellen. Beides sind es revisionistische Wege, die nicht zum Weltsozialismus, sondern direkt in die Arme des Weltkapitalismus führten. Deswegen lehnen wir beide Wege als falsch und gefährlich ab.

Für das revolutionäre Proletariat hat ein Weltlager der bürgerlichen Demokratie zwar unbestreitbar erzieherischen und schulischen Charakter zum Erlernen des Handwerks für die Errichtung seiner eigenen Weltdemokratie, seiner weltproletarischen Demokratie, aber das revolutionäre Weltproletariat ist sich dabei sehr wohl bewusst, das dieses bürgerliche demokratische Weltlager dem Wesen nach ein Weltlager für die Reichen und ein Betrug am Weltlager der Arbeiter ist, dass das Weltlager der proletarischen Demokratie nur das Lager der Weltdiktatur des Proletariats und nicht das der Diktatur der Weltbourgeoisie sein kann. Dazwischen kann es kein „Weltlager“ geben.

Wenn man die Regierungsform der bürgerlichen Demokratie und die Regierungsform des Faschismus gegenüberstellt, so zieht das Weltproletariat selbstverständlich die erste der zweiten Regierungsform vor, aber nicht um sich damit abzufinden, sondern damit die Bedingungen seiner revolutionären Befreiung zu verbessern. Man darf also niemals den Fehler machen und bei diesen beiden entgegengesetzten bürgerlichen Regierungsformen deren gemeinsamen ausbeuterischen und unterdrückenden Klassencharakter übersehen: beides sind Herrschaftsformen der Klasse der Bourgeoisie über die Klasse des Proletariats. Die bürgerliche Demokratie ihrerseits lehnt die Marxsche Lehre von der Diktatur des Proletariats ab, da sie angeblich dem Demokratismus widerspreche“ ( siehe: Lenin, „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“, Band 28, Seite 96).

Ein demokratisches Weltlager, so sehr es auch mit „linken“ Phrasen ausgeschmückt sein mag, um es dem Weltproletariat schmackhaft zu machen, ist beschränkt, heuchlerisch, verlogen und falsch, denn es lehnt das Weltlager der proletarischen Demokratie, das Weltlager der Diktatur des Proletariats, das sozialistische Weltlager ab und tritt ihm feindlich gegenüber.

Das demokratische Weltlager-Modell geht von der „Aufrechterhaltung des Gleichgewichts“ der internationalen Klassenkräfte zwischen den beiden Polen - Weltproletariat und Weltbourgeoisie – aus, während das sozialistische Weltlager die Beseitigung des kapitalistischen Lagers anstrebt. Angeblich soll das demokratische Weltlager in Koalition mit der Bourgeoisie gegen Reaktion und Faschismus ein „Bollwerk“ bilden, womit nur die Vernichtung des Bollwerks der proletarischen Weltrevolution gerechtfertigt werden soll. Die funktionelle Bedeutung der Schaffung eines demokratischen Weltlagers liegt darin, jene Arbeiter zu betrügen, die dem sozialistischen Weltlager zuströmen, die sich von der UdSSR Lenins und Stalins angezogen fühlen, die der proletarischen Weltrevolution und dem Kommunismus zustreben. Das demokratische Weltlager tritt hierzu als „Alternative“, als „friedlicher Übergang“ (usw. usf.), also in Worten als Wegbereiter des Sozialismus auf, aber in Taten entpuppt es sich vollkommen als Feind des sozialistischen Weltlagers, welches auf der Diktatur des Proletariats zur Zerschlagung der Diktatur der Bourgeoisie basiert. Deswegen ist das demokratische Weltlager (genauso wie das weltdemokratische Lager) als der größte Irrweg für die Diktatur des Weltproletariats so gefährlich.

Vorweg formulieren wir also erst einmal unsere eigene politische Einschätzung über die zwei Weltlager:

Natürlich ist es richtig von zwei Lagern in der Weltpolitik zu sprechen, das sind in der Epoche des Imperialismus selbstverständlich das sozialistische Lager und das kapitalistische Lager, andere „Lager“ (Zwischenlager) sind unserer Meinung nach mit den Lehren des Marxismus-Leninismus unvereinbar und daher als falsch abzulehnen und zu bekämpfen. Wir verteidigen Lenin, der die Welt zu seiner Zeit wie folgt aufteilte:

Es gibt jedoch heute auf der Welt zwei Welten: die alte – den Kapitalismus, der in eine Sackgasse geraten ist und niemals nachgeben wird, und die heranwachsende neue Welt, die noch sehr schwach ist, die aber stark und groß werden wird, denn sie ist unbesiegbar“ (Lenin, Werke, Band 33, Seite 132).

Und das Programm der Komintern von 1928 spricht eindeutig von der Weltkoalition des Kapitals“. Ihr „steht eine einheitliche und geschlossene Weltkoalition der Arbeit gegenüber. So erwuchs aus der ersten Folge imperialistischer Kriege ein neuer Grundwiderspruch, weltgeschichtlich nach Ausmaß und Bedeutung: der Widerspruch zwischen der Sowjetunion und der kapitalistischen Welt“ (Programm der Komintern).

Der zweite Weltkrieg endete mit einer Schwächung des Kapitalismus und mit der Stärkung des Sozialismus. Das Pendel des Kräfteverhältnisses schlug also zu Gunsten des Sozialismus und zu Ungunsten des Imperialismus aus. Das hatte Auswirkung auf die Umkreisungstaktik der Imperialisten – sie wurde zwar nicht gesprengt, aber genug gelockert und brüchig, was Stalin zu seinen Gunsten optimal ausschöpfte. Der Vormarsch der Sowjetmacht und der sich öffnende Weg zum Weltsozialismus wurde auf Grund des neuen Kräfteverhältnisses in der internationalen Lage deutlich erkennbar. War nach dem Ersten Weltkrieg die weltimperialistische Kette durch die Oktoberrevolution zum ersten mal durchbrochen worden mit dem Ergebnis der Schaffung des ersten sozialistischen Staates, so wurden durch den Zweiten Weltkrieg eine ganze Reihe weiterer Glieder aus der imperialistischen Kette heraus gebrochen, war die Sowjetunion als Hebel und Basis der Weltrevolution von Volksdemokratien umgeben, war die Umkreisung des sozialistischen Lagers durch den Weltimperialismus weiter zurückgedrängt worden und damit neue Möglichkeiten für die bessere Entfaltung der sozialistischen Weltrevolution geschaffen. Die Imperialisten verloren durch die revolutionären Befreiungskämpfe der unterdrückten Völker und durch die Tatsachen, die die Rote Armee historisch geschaffen hatten, große Teile ihres Hinterlandes und waren dadurch ihrer Reserven beraubt. Hinzu kam der Sieg der chinesischen Revolution und das Anwachsen der demokratischen Kräfte auf dem ganzen Erdball. All das waren hervorragende Voraussetzungen für die endgültige Vernichtung des Weltimperialismus. Als Ergebnis der militärischen Zerschlagung schieden Deutschland, Japan und Italien aus der Zahl der imperialistischen „Großmächte“ aus. Frankreich verlor seine Bedeutung als „Großmacht“. Es blieben im Grunde genommen nur noch zwei „große“ imperialistische Mächte übrig: die USA und England – wobei die Macht Englands bedeutend geschwächt war.

Das waren also insgesamt genommen glänzende weltrevolutionäre Perspektiven für die weitere Ausbreitung des Sozialismus. Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte seines Befreiungskrieges war das Weltproletariat unter der Führung Stalins näher dran, im Weltmaßstab zu siegen, als im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges. Das ist ein Grund dafür, warum die Komintern / ML gerade aus diesem welthistorischen Zeitabschnitt für das Weltproletariat wichtige Lehren herausarbeiten möchte. Und es waren die modernen Revisionisten, die in jenem Augenblick die Notbremse zogen, um den Weltimperialismus vor seinem unausbleiblichen Untergang zu retten.

Leider hat Shdanow zu diesem wichtigen Zeitpunkt die Erwartungen, die man an einen bolschewistischen Führer des Weltproletariats stellen muss, in seiner Kominform-Politik unseres Erachtens nicht befriedigend erfüllt. Die Kommunistischen Parteien wurden davon abgehalten, sich gemeinsam auf die Weltevolution vorzubereiten durch die Abkoppelung von der stalinistischen Generallinie. Die beiden entstandenen Weltlager des Sozialismus und des Kapitalismus muss ein Marxist-Leninist immer im Blickfeld des Sozialismus im Weltmaßstab begreifen, muss man an das Ziel des Weltkommunismus knüpfen und nicht von diesem Ziel abkoppeln. Es geht uns Marxisten-Leninisten doch schließlich darum, die Unvermeidlichkeit der beiden Weltlager zu beseitigen, nämlich den Weltkapitalismus zu zerschlagen und den Übergang zum Weltsozialismus zu bewältigen. Die Situation der zwei Weltlager ist doch schließlich nur eine vorüber gehende Übergangssituation, in der sich entscheidet, welcher Weg siegt, der Weg zum Weltsozialismus oder der Weg zum Weltkapitalismus. Beides kann und wird nicht auf Ewigkeit bestehen bleiben. Und daruaf muss eine bolschewistische Weltpolitik ausgerichtet sein, die sich bei Shdanow leider vermissen lässt. Letztendlich wird die neue Welt die alte Welt besiegen und für immer die geteilte Welt beseitigen. Ein Zwischending gibt es nicht, einer Zwischenetappe bedarf es nicht. Die Verewigung der Politik der zwei Weltlager ist revisionistisch, denn sie führt stets zur Rettung des Weltkapitalismus.

Das sozialistische Weltlager ist also nicht der historische „Schlussstrich“ unter die Entwicklung des Sozialismus, sondern nur ein Schritt hin zur Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats, zur Beseitigung des Weltkapitalismus. Man darf politisch nicht auf der Stufe der beiden Weltlager stehen bleiben, darf sich nicht ein-igeln und diese Politik konservieren wollen, sondern muss die Entwicklung der Weltrevolution bewusst in Wort und Tat vorantreiben, muss die Erfüllung der Mission des Weltproletariats politisch in den Mittelpunkt seiner internationalistischen Außenpolitik der friedlichen Koexistenz stellen und sie diesem Klassenkampfziel unterordnen, sich an ihm orientieren und ausrichten. Das sozialistische Weltlager erleichtert zwar die Bedingungen zum Erreichen des Ziels, aber man darf nicht versuchen, die sozialistische Weltlagerpolitik in den Weltsozialismus „hinüberzuretten“. Im Weltsozialismus gibt es keine friedliche Existenz der beiden Gesellschaftsformationen mehr. Dadurch entscheidet sich ja gerade die erste von der zweiten Periode des Sozialismus. Im Das Wesen des Weltsozialismus unterscheidet sich vom Wesen des Sozialismus „in einem“ Land – also auch von dem des sozialistische Weltlagers – nur darin, dass die Teilung der Welt in zwei entgegengesetzte Gesellschaftsformationen aufgehoben ist.

Die Politik der zwei Weltlager ist der Politik der Weltrevolution untergeordnet, dient ihr und darf sie nicht ersetzen, darf sie nicht für überflüssig erklären. Entscheidend ist der kommunistische Charakter des sozialistischen Weltlagers:

´“Die Organisierung der Kräfte der Weltrevolution ist deshalb nur auf der Plattform des Kommunismus möglich“ (Programm der Komintern 1928).

Ziel ist zunächst die Zerschlagung des Weltkapitalismus und das kann nur das Weltproletariat, formiert als eine internationale Klasse. Wie die Geschichte bewiesen hat, reicht dafür die friedliche Koexistenz der zwei Weltlager - allein und für sich genommen - nicht aus, kommt das Weltproletariat nicht an die sozialistische Weltrevolution heran, verwandelt sich die friedliche Koexistenz Lenins und Stalins von einer Triebfeder zu einem Hemmschuh der Weltrevolution. Fazit: Mit einer solchen revisionistischen Auslegung der Politik des sozialistischen Weltlagers, mit der die Weltrevolution faktisch für überflüssig erklärt wird, kommt man nicht etwa zum Weltsozialismus, sondern endet geradewegs im Weltkapitalismus. Und diese falschen Auffassungen von den beiden Weltlagern waren im Endeffekt Auffassungen zur Liquidierung des sozialistischen Weltlagers, waren Auffassungen, die gegen die Weltrevolution des Weltproletariats gerichtet waren – konterrevolutionäre Auffassungen des modernen Revisionismus, Auffassungen der Agenturen der Weltbourgeoisie zur Restauration des Weltkapitalismus. Heute existiert nicht mehr das kapitalistische Lager, das dem sozialistischen Lager feindlich gegenübersteht, sondern die Weltordnung ist charakterisiert durch einen Weltkapitalismus, der seine Macht nicht mehr mit dem Sozialismus teilt, der das sozialistische Lager von sozialistischen Staaten (vorübergehend) beseitigt hat, der wieder die Position der absoluten Alleinherrschaft über die Welt eingenommen hat. Im Gegensatz zu damals ist heute das sozialistische Weltlager nur in Form seiner internationalen Bewegung vorhanden – als marxistisch-leninistische Weltbewegung. Das heutige sozialistische Weltlager existiert als marxistisch-leninistische Weltbewegung natürlich weiter, ist nicht beseitigt.

Man darf also die Koexistenz der beiden Gesellschaftsordnungen nicht zum „ehernen Gesetz“ erheben, sondern muss sie als eine unvermeidliche Stufe auf dem Weg zum Weltsozialismus begreifen, die man möglichst bald hinter sich lassen muss. Verabsolutiert man die friedliche Koexistenz, richtet man sich gemütlich auf ihr ein, verliert man dabei die Weltrevolution aus den Augen, begnügt man sich mit dem Erreichten, dann bedeutet das unweigerlich die Restauration des Kapitalismus. Die Phase der zwei Weltlager ist noch keine Garantie für den endgültigen Sieg des Sozialismus und kann es auch gar nicht sein. Wer das Gegenteil behauptet, ist ein Revisionist. Die Kommunistischen Parteien verließen den stalinistischen Kurs, um sich dem revisionistischen Kurs zuzuwenden und sich von einer bürgerlichen Politik leiten zu lassen. Sie passten sich an das kapitalistische Lager an, um sich später diesem anzubiedern, anstatt es revolutionär zu überwinden. Der subjektive Faktor versagte in diesem welthistorischen Augenblick der nahen politischen Machtübernahme des Weltproletariats insofern, als dieser von der Tagesordnung der Ziele und Prinzipien des proletarischen Internationalismus gestrichen wurde.

Und Stalin sagte :

Die Zerschlagung und die Liquidierung der Hauptherde des Faschismus und der Weltaggression führten zu tief greifenden Veränderungen im politischen Leben der Völker der Welt, zu einem bedeutenden Wachstum der demokratischen Bewegung der Völker. Durch die Kriegserfahrungen gereift, verstanden die Volksmassen, dass man das Schicksal der Staaten keinen reaktionären Lenkern anvertrauen darf, die enge Klassen- und selbstsüchtige, volksfeindliche Ziele verfolgen. Eben deshalb nehmen die Völker, die nicht mehr wie bisher leben wollen, das Schicksal ihrer Staaten in die eigenen Hände und errichten eine demokratische Ordnung und führen einen aktiven Kampf gegen die Kräfte der Reaktion, gegen die Brandstifter eines neuen Krieges“ (Stalin, Befehl des Ministers der Streitkräfte der UdSSR“ vom 1. Mai 1946).

Stalin spricht hier sehr richtig von Klasseninteressen der Weltreaktion. Hingegen muss man in der Kominform-Rede Shdanows die revolutionären, sozialistischen Klasseninteressen des Proletariats wie eine Stecknadel im Heuhaufen suchen. Das Wort „Klassenkampf“ kommt darin nicht ein einziges Mal vor, geschweige denn das Wort „Weltrevolution“, das weltproletarische Banner der einstigen Kommunistischen Internationale, und auch vom proletarischen Internationalismus ist in Shdanows Rede nichts – aber auch rein gar nichts - zu finden. Das Proletariat soll mit seiner Weltpolitik für alles Mögliche kämpfen, nur nicht für den Kommunismus, nur nicht für seine eigenen revolutionären Klasseninteressen. Stalin hat niemals vergessen, dass alle Teilungen in Weltlager, Teilungen in antagonistische Klassenlager und keine klassenversöhnlerische Weltlager sind, dass die Klasse des Weltproletariats der Klasse der Weltbourgeoisie im internationalen Klassenkampf feindlich gegenübersteht, dass dieser Klassenkampf mit der Beseitigung der Weltbourgeoisie beginnt und mit der klassenlosen Gesellschaft, mit dem Absterben der Klasse einschließlich des Weltproletariats im Kommunismus endet. Der Stalinismus lehrt, dass die beiden Weltlager einen Kampf auf Leben und Tod führen, dass der Klassenkampf des Weltproletariats gegen die Weltbourgeoisie dabei die Haupttriebfeder ist.

So spaltet sich die moderne Gesellschaft in zwei große Lager, jedes dieser Lager organisiert sich zu einer besonderen Klasse, der zwischen ihnen entbrannte Klassenkampf wird mit jedem Tag tiefer und stärker, und um diese beiden Lager scharen sich alle übrigen Gruppen zusammen“ (Stalin, Band 1, Seite 247).

Was ist aber nun mit dem Lager, das dem imperialistischen Lager damals - zur Zeit von Shdanows Auffassung von den beiden Weltlagern - gegenüberstand ? War es ein sozialistisches Lager ? War es ein demokratisches Lager ? War es ein anti-imperialistisches Lager oder gar ein anti-faschistisches Lager ? Hier hat Shdanow unserer Meinung nach für Verwirrung in der kommunistischen Weltbewegung gesorgt, was wir vom korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt aus unbedingt kritisieren müssen.

Doch überzeugt euch selbst, Genossen:

Shdanow spricht in seiner bekannten Rede, die er vor der Kominform Ende September 1947 in Polen gehalten hatte, nicht mehr vom sozialistischen Weltlager, sondern vom „Entstehen von zwei Lagern, des imperialistischen und anti-demokratischen Lagers einerseits, und des anti-imperialistischen und demokratischen andererseits.“ An anderer Stelle sagt er in seiner Rede:

Die anti-imperialistischen und antifaschistischen Kräfte stellen das andere Lager dar.“

Und wieder an einer anderen Stelle spricht er von den Kräften „des demokratischen Lagers“ (Was denn nun für ein Lager ? Er eiert hier genauso herum wie Dimitroff in seiner Rede auf dem VII. Weltkongress der Komintern).

Die Außenpolitik der Sowjetunion und der demokratischen Länder“ bezeichnet Shdanow alsPolitik des Kampfes um eine konsequente Verwirklichung der demokratischen Grundsätze der Nachkriegswelt(alle diese Zitate aus: Shdanow, Rede vor der Kominform“, Ende September 1947“). Wir denken, das braucht man als Marxist-Leninist nicht zweimal zu lesen, um zu erkennen, dass diese Politik nicht die weltrevolutionäre Klassenpolitik zur Befreiung des Proletariats sein konnte. Als Marxist-Leninist konnte man damals nur für eine sozialistische Nachkriegswelt kämpfen, die eben nicht anders als durch sozialistische Grundsätze zu verwirklichen war. Mit einer Aufteilung in ein imperialistisches und ein demokratisches Weltlager sind wir also ganz und gar nicht einverstanden, denn im Grunde genommen ist beides Bestandteil ein und desselben Lagers, nämlich des weltkapitalistischen Lagers. Das Weltproletariat, die Kommunisten, die Sowjetunion Lenins und Stalins, sie alle standen außerhalb dieses Weltlagers, bildeten ihr eigenes Weltlager, wenn man so will, höchstens das sozialistische Lager der proletarischen Weltdemokratie. Das Lager der bürgerlichen Demokratie und das Lager der proletarischen Demokratie stehen sich klassenmäßig unversöhnlich gegenüber, weswegen sie gar nicht in einem Lager zu vereinigen sind. So etwas ist Revisionismus, denn im Lager der bürgerlichen Demokratie hat sich noch nie proletarische Demokratie entwickelt und wird sie sich niemals entwickeln können. Proletarische Demokratie ist nur unter der Diktatur des Proletariats zu verwirklichen, also nur auf den Trümmern der bürgerlichen Demokratie. Die Diktatur des Proletariats ist nur auf dem Wege der gewaltsamen Revolution des Proletariats, nur durch den Sturz der Bourgeoisie samt ihrer bürgerlichen Demokratie herzustellen. Und nur auf dieser prinzipienfesten Grundlage kämpft das sozialistische Weltlager gegen das kapitalistische Weltlager. Hier kommen wir zum entscheidenden Argument Lenins, das wir gegen das so genannte demokratische Weltlager ins Feld führen:

Die Marxisten aber wissen, dass die Demokratie die Klassenunterdrückung nicht beseitigt, sondern lediglich den Klassenkampf reiner, breiter, offener, schärfer gestaltet, und das ist es, was wir brauchen“ (Lenin, Band 23, Seite 68).

Mit „lediglich“ meinte Lenin jedoch nicht „verzichtbar.“ Im Genteil, Lenin betont:

Der Sozialismus ist in zweifachem Sinne ohne die Demokratie unmöglich: 1. das Proletariat wird die sozialistische Revolution nicht durchführen können, wenn es sich nicht durch den Kampf für die Demokratie auf die Revolution vorbereitet; 2. ohne restlose Verwirklichung der Demokratie kann der siegreiche Sozialismus seinen Sieg nicht behaupten und das Absterben des Staates für die Menschheit nicht Wirklichkeit werden lassen“ (Lenin, Band 23, Seite 69).

Diese Lenin´ sche Lehre ist sowohl gültig im nationalen wie auch im internationalen Maßstab und das kann nur heißen:

Nicht das demokratische, sondern das sozialistische Weltlager beseitigt die Klassenunterdrückung des weltimperialistischen Lagers – Der Weltsozialismus ist nicht ohne restlose Verwirklichung der Weltdemokratie möglich. Nur beides zusammengenommen führt zum gewünschten Ergebnis. Trennt man beides, hat das die unvermeidliche Niederlage zur Folge. Shdanows Fehler liegt eben darin, dass er mit seinem demokratischen Weltlager die Lehre Lenins nicht begriffen hatte, dass das Letztere nicht ohne das Erstere verwirklichbar ist.

Obwohl die Entfaltung der Demokratie unter den Bedingungen des Weltimperialismus eng begrenzt und formal ist, obwohl sie nur bedingt verwirklicht werden kann, proklamieren wir Marxisten-Leninisten deshalb noch lange nicht den Verzicht auf die Organisierung unserer demokratischen Weltfront, denn ein Verzicht auf die demokratische Weltfront des sozialistischen Weltlagers hieße, überhaupt auf den Kampf für den Weltsozialismus zu verzichten, bedeutet im leninschen Sinne die Unmöglichkeit des Weltsozialismus. Und diese Unverzichtbarkeit des demokratischen Kampfes traf gebieterisch auf die besonders günstige Situation nach dem Zweiten Weltkrieg zu, nämlich jene günstige Situation, den ansonsten eng begrenzten Rahmen der bürgerlichen Demokratie zum schwächsten Zeitpunkt der Weltbourgeoisie bis zu einem gewissen Grade zu sprengen und mit der Niederlage des Faschismus dem Weltproletariat den Weg zur proletarischen Demokratie zu öffnen und ihm das Erreichen des Zieles der Diktatur des Proletariats zu erleichtern.

Dort wo der Krieg die ökonomische Basis der Herrschaft der Bourgeoisie erschüttert und fast völlig zerstört hatte, mochte allein der demokratische Wille der Massen ausgereicht haben, um den Wiederaufbau in die eigene Hand nehmen zu können , ohne dass mit einem nennenswerten Widerstand der Fabrik- und Grundbesitzer gerechnet werden musste. Mit dem Sturz des Faschismus, mit dem Ende des Krieges und dem unmittelbaren Beginn der Nachkriegszeit gab es tatsächlich für ganz kurze Zeit eine solche friedliche und demokratische Phase als die letzte Chance, nach bestialischem Krieg und Faschismus erneut Opfer eines drohenden Weltbürgerkriegs zu vermeiden und die friedliche Entwicklung der Weltrevolution auszunutzen auf Grund des tiefen Friedenswunsches und des überwältigenden Bedürfnisses nach Demokratie bei den Millionenmassen in der ganzen Welt. Das war eine ähnliche (nur diesmal im Weltmaßstab) Situation wie zwischen der Februar- und der Oktoberrevolution, wo Lenin auf Grund der verheerenden Situation am Ausgang des Ersten Weltkrieges die Ausnutzung der Möglichkeiten für eine friedliche Entwicklung der Revolution hinarbeitete, um den drohenden Bürgerkrieg in Russland zu verhindern (siehe Lenin, Band 26). Auch bei noch so geringer Chance war diese demokratische Taktik der Weltrevolution auf Grund des vorhandenen sozialistischen Weltlagers, auf Grund der Massenbasis einerseits und der geschwächten Lage der Bourgeoisie andererseits nicht unbedingt aussichtslos, wäre es gegen die Grundbedürfnisse der Massen gerichtet, auf einen taktischen Friedensversuch von vornherein zu verzichten oder den Zeitpunkt dieses Versuchs zu versäumen und nutzlos verstreichen zu lassen.

Demokratische Grundsätze der Nachkriegswelt zu verwirklichen, das brauchte das sozialistische Weltlager, das war also natürlich gut. Sogar sehr gut. Dagegen haben wir nichts. Im Gegenteil. Es gab nach dem Zweiten Weltkrieg vielleicht für kurze Zeit eine friedliche Möglichkeit von Zugeständnissen insbesondere gegenüber dem demokratischen Kleinbürgertum

(nicht gegenüber der Großbourgeoisie, an deren Regenerierung Stalin nach dem Krieg natürlich überhaupt nicht interessiert sein konnte. Allerdings sprach Stalin auch von konkreten Bedingungen, unter denen man die patriotische Bourgeoisie“ ausnutzen könne, so äußerte sich Stalin zum Beispiel in einem Gespräch mit Enver Hoxha – März/April 1949:

Lenin lehrt uns, dass die Kommunisten dort, wo die Revolution anti-imperialistischen Charakter trägt, während der ersten Phase der Revolution die Hilfe der patriotischen Bourgeoisie ausnutzen können. Dies hängt natürlich von den konkreten Bedingungen, von der Haltung dieser Bourgeoisie selbst zu den brennendsten Problemen, vor denen das Land steht, ab. In den volksdemokratischen Ländern zum Beispiel hatte sich die Großbourgeoisie mit den deutschen Besatzern eingelassen und ihnen geholfen. Als die Sowjetarmee diese Länder befreite, wählte die gekaufte Bourgeoisie den Weg in die Emigration“ [Stalin, zitiert von Enver Hoxha, in: „Begegnungen mit Stalin, Seite 94, KPD/ML, 1980])



, das sich hinter der geschwächten Weltbourgeoisie nicht mehr so recht sicher fühlte und zum sozialistischen Weltlager hinüber zu schielen begann. Hinzu kam, dass sich mit dem Großen Vaterländischen Krieg das Kleinbürgertum unter dem Wüten des Hitlerfaschismus zunächst voll auf die Seite des Sowjetpatriotismus gestellt hatte. In der Nachkriegszeit verblasste der Sowjetpatriotismus wieder im Kleinbürgertum. Insbesondere die Intelligenz begann auf den „demokratischen“ (im Gegensatz zum faschistischen) Westen zu schielen. Und das Kleinbürgertum, das sich so vehement auf die Seite des Anti-Faschismus gestellt hatte, fing an, sich mehr für die westliche Demokratie als für die proletarische Demokratie des Ostens zu interessieren. Alle diese Veränderungen nahmen von dem Augenblick an besonders zu als sich die Weltbourgeoisie wieder fing und sich schnell auf dem Weg der Regeneration befand, was ihr hauptsächlich mit der vermögenden Position des amerikanischen Imperialismus möglich war. Schwankte das demokratische Kleinbürgertum für einen Moment zwischen dem kapitalistischen und dem sozialistischen Weltlager hin und her, um sich vielleicht auf die friedlich-demokratische Seite des sozialistischen Weltlagers zu schlagen, wo man ihm [nicht nur ] die [leere] Hand hätte entgegenstrecken müssen, so änderte sich dies mit der schnellen Regeneration und der zunehmend aggressiven Haltung des kapitalistischen Weltlagers mit den USA an der Spitze gegenüber dem sozialistischen Weltlager, stellte sich das schwankende, kapitulantenhafte Verhalten des Kleinbürgertums schnell wieder ein. In Worten sich auf die Seite des vermeintlich Schwächeren zu stellen, um in Taten vor dem Stärkeren zu kapitulieren, darin besteht die Paktiererei des Kleinbürgertums im Weltmaßstab.

Zugeständnisse gegenüber dem Kleinbürgertum hängen nicht nur von der eigenen, von der proletarischen Stärke, sondern auch von der Schwäche des Klassenfeindes ab und das gilt besonders in Kriegssituationen, wo sich das Kräfteverhältnis zwischen Proletariat und Bourgeoisie von Minute zu Minute verändern kann. In Krisen- und Kriegszeiten muss man sich natürlich diese verstärkt auftretenden kleinbürgerlichen Schwankungen zunutze machen, aber man darf sich dabei nicht die Finger verbrennen. Das Proletariat muss in jeder sich rapide verändernden Situation Herr der Lage seiner Bündnispolitik bleiben. Mit dem Beginn des Kalten Krieges schlugen sich wieder immer mehr Kräfte des demokratischen Kleinbürgertums auf die Seite der Bourgeoisie, weswegen Stalin zwar nicht auf die Fortsetzung seines demokratischen Weltkampfes verzichtete, aber die einst noch günstigen Bedingungen hatten sich schnell wieder verschlechtert und das erforderte nicht etwa die Beibehaltung der Taktik für Zugeständnisse, sondern gebot im Gegenteil deren (von den veränderten Bedingungen aufgezwungenen) taktischen Rückzug. Die demokratische Weltfront verläuft nicht statisch, sie bewegt sich zwischen den beiden Weltlagern hin und her und schlug unmittelbar nach dem Krieg stärker aus als in der längeren Nachkriegszeit. All diese Dinge muss man taktisch klug im Auge haben, um optimal damit manövrieren zu können. Manchmal sind die Dinge ausgereizt und dann muss man seine Taktik ändern, wenn man an der demokratischen Weltfront keine Niederlagen erleiden und den Fuß in der Tür behalten will. Auf jeden Fall kann man mit der proletarischen Weltfront nicht so umgehen wie mit der demokratischen Weltfront. Da gibt es wesentliche (Klassen)Unterschiede. Auf keinen Fall darf man sie gleichsetzen oder gar die proletarische Weltfront in der demokratischen Weltfront aufgehen – also untergehen – lassen. Das ist das Entscheidende, was Dimitroff in der antifaschistischen Weltfront schon nicht begriffen hatte. Daraus hatte Shdanow keine Lehren gezogen, weswegen er mit seiner demokratischen Weltfront unvermeidlich scheitern musste, zum Wohlgefallen des kapitalistischen und zum Schaden des sozialistischen Weltlagers.

Alles Andere wäre gefährliches Wunschdenken gewesen, was auf einer unzulässigen Überschätzung der tatsächlich noch übrig gebliebenen Möglichkeiten von Zugeständnissen seitens des sozialistischen Weltlagers beruhen würde. Wie man die Situation mit Ende des Krieges auch einschätzen mag, - und wir leugnen durchaus nicht, dass es tatsächlich gewisse Kompromisslösungen auf Grund der vorübergehend günstigen Lage gegeben haben mochte, bei denen man nachgibt ohne dabei dem sozialistischen Weltlager zu schaden -, so beißt die Maus keinen Faden von der Grundlage des Marxismus-Leninismus ab, dass der demokratische Kampf prinzipiell und praktisch-konkret dem sozialistischen Kampf dient, diesem untergeordnet ist und nicht umgekehrt. Nur die Opportunisten beschränken ihre Haltung zum „Klassenkampf“ auf die Schaffung, Beibehaltung oder Wiedererrichtung bürgerlicher Verhältnisse. Eben eine Taktik, die nur in einem bestimmten Bereich der (sozialistischen) Politik eingeschlagen wird und die sich für einen kurzen Moment durch die veränderte Weltlage ergibt, eine solche Taktik, die im notwendigen Augenblick wieder fallen gelassen werden muss sobald die Bedingungen sich geändert haben, eine solche Taktik unzulässig in den Rang von prinzipieller Bedeutung zu erheben, eine konkret auf den Augenblick zugeschnittene Taktik als neue „Generallinie“ deklarieren zu wollen, um auf diese Weise die „veraltete“ Generallinie Stalins zu ersetzen, den gewaltsamen Weg zum Sozialismus durch den friedlichen Weg zum Sozialismus zu ersetzen, eben das entspricht der Physiognomie des Opportunismus in der Frage des „demokratischen Weltlagers“, die im Prinzip die Lösung der Frage des sozialistischen Weltlagers ERSETZEN sollte.

Hingegen war Stalins Haltung zum demokratischen Kampf prinzipienfest, verteidigte Stalin die Lehre des Leninismus als er die Volksdemokratie als eine geeignete Form der Stärkung und Vergrößerung des sozialistischen Weltlagers erkannte.

Der Stalinismus, das ist die Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Lehre von der permanenten Revolution (ohne Anführungsstriche), vom Übergang der Volksrevolution zur sozialistischen Revolution unter den geschaffenen Voraussetzungen des Sieges des Großen Vaterländischen Krieges.

Sie wurde von Enver Hoxha in Albanien siegreich umgesetzt, weiter entwickelt und damit praktisch bestätigt. Diese Form beruhte aber erstens grundsätzlich auf der Voraussetzung der starken Diktatur des Proletariats der Sowjetunion als Basis und Hebel dieser Volksdemokratien und zweitens als eine neue Form der Errichtung der Diktatur des Proletariats in denjenigen Ländern, die die Sowjetarmee bereits befreit hatte (bzw. Albanien als Ausnahme, das sich ohne Einmarsch der Sowjetarmee selbst von faschistischer Unterjochung befreien konnte. Das ist sehr wichtig.) und sie somit dem Zugriff des Weltimperialismus entrissen hatte. Ohne diese Voraussetzungen gäbe es die Volksdemokratien, so wie sie entstanden, nicht.

Hier tut sich ein deutlicher Widerspruch zwischen dem Modell Stalins und Shdanows auf: Die volksdemokratische Revolution des Proletariats ersetzt nicht ihre unmittelbare Fortsetzung in die sozialistische Revolution, sondern bereitet der sozialistischen Revolution unmittelbar und direkt den Boden. Diese beiden Revolutionen sind weder gleichzusetzen, noch durch ein künstliches Zwischenstadium zu trennen, sondern sind aufeinander folgende, ineinander übergehende Formen eines einheitlichen Prozesses der permanenten Revolution (siehe die Lehren des Hoxhaismus über die Volksrevolution und ihren Übergang in die sozialistische Revolution unter Führung der Kommunistischen Partei Albaniens: Revolutionäre Beseitigung der militärischen und politischen Unterdrückung und Beendigung der ökonomischen Ausbeutung durch die faschistische Besatzung als Voraussetzung für den Übergang zur Diktatur des Proletariats und den Aufbau der sozialistischen Ökonomik). Da darf man nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Der sozialistische Kampf ist die unverzichtbare und unmittelbare Fortsetzung des von den Kommunisten geführten [!!] demokratischen, anti-faschistischen Kampfes , um die Volksrevolution zu festigen und den siegreichen Übergang von der Volksrevolution zur sozialistischen Revolution sicherzustellen, ansonsten muss die Volksrevolution scheitern..

Im Rahmen eines demokratischen Weltlagers kann man die Millionenmassen der Werktätigen nicht dauerhaft zusammenschließen auf Grund der kapitalistischen Verhältnisse, weil es sie selber gar nicht beseitigen kann. Diese Millionenmassen der Werktätigen verbleiben als Angehörige von ausgebeuteten Klassen solange sie nur einem demokratischen Weltlager angehören. Nur im sozialistischen Weltlager können sich die werktätigen Millionenmassen unter Führung des Proletariats vereinigen zu einem dauerhaften Bund, wird die Ausbeutung und Unterdrückung beseitigt, die Diktatur des Proletariats gefestigt und die sozialistische Ökonomik aufgebaut usw. usf..

Ein demokratisches Weltlager kann vielleicht die Fesseln des Faschismus lockern, kann die Lage und den Kampf der Arbeiterklasse erleichtern aber niemals die Klassenfesseln des Kapitalismus beseitigen.

Ein demokratisches Weltlager findet fertige Formen der kapitalistischen Verhältnisse vor. Das sozialistische Weltlager muss sich die neuen Formen sozialistischer Verhältnisse erst schaffen.

Ein demokratisches Weltlager darf niemals das sozialistische Weltlager ersetzen, denn nur dieses verfügt über einen längeren Hebel und eine breitere Basis zur Auslösung der sozialistischen Weltrevolution als der Sozialismus „in einem“ Land. Auf friedlichem Wege, mit einem demokratischen Weltlager, kann man die Herrschaft der Weltbourgeoisie nicht zerschlagen. Mit einem demokratischen Weltlager kann man keine Diktatur des Weltproletariats errichten.

Die kleinbürgerlichen Demokraten, die Lakaien des bürgerlichen Weltlagers, rufen nach der Mehrheitsentscheidung der Weltbevölkerung bei Aufrechterhaltung der Macht des kapitalistischen Lagers. Wir Stalinisten rufen zuerst das Weltproletariat mittels seines sozialistischen Weltlagers zum Sturz des kapitalistischen Lagers auf, dann wird sich das sozialistische Weltlager der Sympathien der Mehrheit der Weltbevölkerung sicher sein, weil nunmehr die ökonomischen Bedürfnisse der Weltbevölkerung auf Kosten des kapitalistischen Lagers befriedigt werden und das Wedeln der kleinbürgerlichen Demokraten mit der Fahne des demokratischen Weltlagers nichts mehr daran ändert.

Ein sozialistisches Weltlager darf man also nicht etwa mit einem kleinbürgerlichen „Friede-Freundschaft-Eierkuchen“-Weltlager verwechseln ( vgl. Maos kleinbürgerliches Paktierertum: „gute“ Kapitalisten / „schlechte“ Kapitalisten) und schon gar nicht an dieses mit der Bourgeoisie paktierende Kleinbürgertum verschachern. Die Proletarier haben keine Prinzipien zu verschenken, weder an die Bourgeoisie noch an das Kleinbürgertum. Die Taktik des demokratischen Weltkampfes darf nicht zur Entwaffnung des sozialistischen Weltlagers missbraucht werden, sondern muss vielmehr zur Stärkung, Vergrößerung und Festigung des sozialistischen Weltlagers beitragen. Wir kritisieren Shdanow nicht, dass er für die Ausnutzung der Möglichkeit der demokratischen Weltfront eintrat, sondern dass er in der Kominform daraus in unzulässiger Weise eine prinzipielle KlassenLinie ableitete, nämlich das sozialistische Weltlager durch das demokratische Weltlager zu ersetzenund all das zu einem Zeitpunkt, als die friedliche „Atempause“ vorüber und der Kalte Krieg bereits in vollem Gange war, wo man sich schon wieder auf militärische Fragen des Schutzes des sozialistischen Weltlagers und die Fortsetzung des weltrevolutionären Befreiungskrieges konzentrieren musste und also die demokratischen Möglichkeiten der Änderung der Klassenverhältnisse in der Welt unmittelbar nach Kriegsende von den Imperialisten längst begraben worden waren (1948 !!!).

Im Aufbau einer demokratischen Weltfront, darin erschöpft sich nun einmal nicht der Stalinismus, sie ist nur ein Bestandteil der Einheitsfronttaktik des Stalinismus unter gegebenen Augenblicksvoraussetzungen der sich verändernden politischen Weltlage.

Fortsetzung Teil 14