Teil 12


Berija wollte seine Loyalität gegenüber dem Westen noch glaubwürdiger unter Beweis stellen als bisher - und das ist ihm ja auch gelungen. Eisenhower und Churchill brachen darüber in Begeisterungsstürme aus, besonders Churchill. Eisenhower kam Berija merklich entgegen und Churchill noch weiter als sein Konkurrent Eisenhower. Churchill kündigte das Ende des Kalten Krieges an und warf damit seinen 7 Jahre dauernden aggressiven Kurs gegen Stalin urplötzlich über den Haufen, was beweist, was für ein Vertrauen er in Berija hatte, dass sich nur durch Berijas tatsächlich verübte verbrecherische Taten erklären lässt.

Churchill schlug Berija eine Gipfelkonferenz vor und sprach sogar von einer Neuauflage der Verträge von Locarno und von der Auflösung der Blockbündnisse zur Errichtung eines gesamteuropäischen imperialistischen Konzepts. Berija willigte ein, Stalins Kriegsbeil zu begraben und Stalins Klassenkampf gegen den Weltkapitalismus und für die Eroberung der Weltmacht des Sozialismus aufzugeben. Churchill war zufrieden, denn durch Berija würde die Vormachtstellung Englands in Europa gesichert sein, so wie Churchill sie schon vor dem Krieg geplant hatte (Hitler und Stalin sollten sich gegenseitig vernichten und Chruchill übernähme als lachender Dritter die Vormachtstellung über Europa). Berija war sogar bereit, die sowjetischen Truppen bis hinter die Weichsel zurückzuziehen und die „Neutralität“ der Ostblockstaaten anzuerkennen, um ein starkes Europa gegenüber den USA zu schaffen. Damit warf Berija alles über den Haufen, was Stalin mit den Alliierten in Jalta, Teheran und Potsdam verhandelt und beschlossen hatte. Alle diese Verträge trugen die Handschrift Stalins und sie alle hatten keine andere Bedeutung als wie der Hitler-Stalin-Pakt, bauten sich auf die Taktik des Hitler-Stalin-Pakts auf - nämlich die Widersprüche des imperialistischen Weltlagers auszunutzen und den Weltimperialismus mit seinen eigenen Waffen zu schlagen ! Berija ging weit hinter das Potsdamer Abkommen zurück, um den angloamerikanischen Imperialisten in den Hintern zu kriechen. Bereits am 16. März – 14 Tage nach dem Todes Stalins machte Malenkow im konzilianten Ton Friedenangebote gegenüber dem Westen – Koexistenz und friedlichem Wettbewerb zweier unterschiedlicher Systeme und damit auch einen „Entspannungskurs“ in der Deutschlandfrage. Wobei Berija noch viel konzessionsbereiter als andere anderen Sowjetführer war und so auch gewaltsam von ihnen ausgebremst wurde. Er wollte die DDR lediglich als Verhandlungspfand eintauschen. Dem Säbelrasseln Chruschtschows ging das Jonglieren Berijas mit der Atombombe voraus. Das war nur ein Druckmittel, um den Sieg Stalins für ein paar mehr Dollar einzutauschen. Stalins Außenpolitik wurde hintertrieben mit dem amerikafreundlichen „Neuen Kurs der Außenpolitik“ auf der Berliner Außenministerkonferenz, der Genfer Konferenz. Es folgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur BRD und der Staatsvertrag mit Österreich 1955. Im Indochina-Konflikt wurden mit den Imperialisten „Regelungen“ vereinbart usw. usf.

Aus Angst vor einem Krieg gab Berija die stalinschen Forderungen eines antifaschistischen Deutschlands auf, zog er in Korea den Schwanz ein und kapitulierte vor den Alliierten. Schließlich verkündete Malenkow in seiner Regierungserklärung vor dem Obersten Sowjet im August 1953 die Entspannung“ und stellte der Leninschen These von der Unvermeidbarkeit von Kriegen“ die revisionistische These von der Vermeidbarkeit des Krieges“ gegenüber, was eben den Lehren des Marxismus-Leninismus völlig widerspricht, die davon ausgehen, dass Imperialismus gesetzmäßig Krieg und Faschismus hervorbringt. Die modernen Revisionisten, die sich so gerne auf Lenin berufen, hatten also mit dieser revisionistischen These der Vermeidbarkeit des Krieges in der Periode des Imperialismus nicht nur gegen Stalin, sondern auch gegen Lenin gewandt. Lenin lehrt:

Man kann dem imperialistischen Krieg und der ihn unvermeidlich [unterstrichen von der Redaktion] erzeugenden imperialistischen Welt (...) nicht anders entrinnen, man kann dieser Hölle nicht anders entrinnen, als durch den bolschewistischen Kampf und durch die bolschewistische Revolution. (...) Die erste bolschewistische Revolution hat die ersten hundert Millionen Menschen auf der Erde dem imperialistischen Krieg, der imperialistischen Welt entrissen. Die folgenden Revolutionen werden die ganze Menschheit diesen Kriegen und dieser Welt entreißen“ (Lenin, „Zum Vierten Jahrestag der Oktoberrevolution“, Band 33, Seite 36 und 37).

Stalin hat die Voraussage Lenins glänzend bestätigt.

Wir Stalinisten vertreten den Standpunkt, dass Stalin mit dem Großen Vaterländischen Krieg eben das von Lenin begonnene Werk der Weltrevolution fortgesetzt hat, dass Stalins Befreiungskrieg eine besondere Form der Fortsetzung der Weltrevolution war, dass dies ein bolschewistischer Kampf, eine besondere Form der bolschewistischen Revolution war, die erste internationale Form der Herausbildung des sozialistischen Weltlagers, eine Revolution, die den Weg zum Weltsozialismus ebnete, eine Form, die dem Übergang in die zweite Periode des Sozialismus diente.

Der Stalinismus ist somit die Weiterentwicklung der Lehre von der sozialistischen Weltrevolution, die einen Wandel der nationalen Formen in internationale Formen durchmachte und damit eine Fortsetzung der Oktoberrevolution auf höherer, auf internationaler Stufenleiter war. Wir betonen den internationalistischen Charakter des Großen Vaterländischen Krieges zur Abgrenzung von Leuten, die den Stalinismus gern als Gallionslehre für ihren russischen Großmacht-Chauvinismus missbrauchen. Die revolutionäre Befreiung der Völker vom Hitlerfaschismus – das ist eine internationalistische Lehre, hat internationalen Charakter, denn der Große Vaterländische Krieg war ein Krieg des Vaterlandes des Weltproletariats, in dem natürlich dem russischen Volk zweifellos das größte Verdienst zukommt, nicht nur das „nationale“ Verdienst, die UdSSR siegreich verteidigt zu haben, sondern vor Allem das internationale Verdienst, an vorderster Front für die Befreiung der Völker vom Weltkapitalismus (also nicht nur vom Hitlerfaschismus !) gekämpft zu haben, ihnen den Weg zum Sozialismus geöffnet und sie selbstlos im Geiste des proletarischen Internationalismus dabei unterstützt haben.

Wir können mit Fug und Recht festhalten, dass es sich bei der Lehre über den Großen Vaterländischen Krieg um eine wichtige Grundlage des Stalinismus handelt, dass es sich um eine Lehre der Fortsetzung der mit Lenin begonnenen Weltrevolution handelt, die die durch sie stattgefundene weltgeschichtliche Umwandlung wissenschaftlich beleuchtet. Diese Grundlage des Stalinismus zu verteidigen, das heißt für die heutige sozialistische Weltrevolution: Das Weltproletariat lernt aus dem Großen Vaterländischen Krieg, verwendet diese Grundlage des Stalinismus als eine Anleitung zum weltrevolutionären Handeln, um schließlich den Sieg des Großen Vaterländischen Krieges mit dem Sieg der Großen Sozialistischen Weltrevolution zu krönen.



Natürlich war auch Stalin gegen die permanente Weiterführung des Krieges nach der Niederlage Deutschlands, denn er konnte die sozialistischen Kräfte gegenüber den imperialistischen Kräften realistisch genug einschätzen und war vorsichtig und besonnen gegenüber dem neue entstandenen internationalen Kräfteverhältnis zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Stalin verteidigte Lenins Taktik der Politik des Abwartens, des Lavierens durch Verhandlungen aus dem Jahre 1918, wo mit der kommenden Revolution in Europa gerechnet wurde. So musste auch Stalin in der Atempause nach dem 2. Weltkrieg z.B. mit den Revolutionen in Asien usw. rechnen, um das gesamte sozialistische Lager auf breitere Füße zu stellen, denn der nächste Ansturm, der nächste Krieg der Imperialisten würde nicht auf sich warten lassen. Stalin rüstete sich bereits für den nächsten entscheidenden Kampf gegen den Weltimperialismus.

Am 20. Februar 1953 war Sudoplatow bei Stalin. Es ging um die Neuorganisierung des Auslandsnachrichtendienstes. Stalin sagte (Zitat stammt von Sudoplatow ?!):

Das Büro für Diversion im Ausland sollte als autonome Einheit erhalten bleiben und unmittelbar dem Minister unterstellt sein. Im Kriegsfall ist diese Abteilung unverzichtbar, um dem Feind Schaden und Verluste zuzufügen. Genosse Sudoplatow sollte außerdem zum Stellvertretender Leiter des Nachrichtendienst-Direktorats ernannt werden, damit er die Möglichkeiten und Entwicklungen nachrichtendienstlicher Operationen mitverfolgen kann, um sie für Sabotagezwecke zu nutzen“ (zitiert von Sudoplatow).

Entweder wird die Weltrevolution den 3. Weltkrieg verhindern oder der dritte Weltkrieg wird die Weltrevolution hervorbringen – beides mit dem Ergebnis des Endes der Periode des Imperialismus, des Endes des Weltkapitalismus und des Beginns der Periode des Weltsozialismus. Welcher der beiden Wege zum Weltsozialismus tatsächlich eingeschlagen wird, darüber entscheidet allein das Weltproletariat ! Als Komintern / ML sind wir natürlich der Meinung, dass der Weg der Weltrevolution zur Verhinderung des Dritten Weltkrieges vorzuziehen ist, da er der Menschheit unnötige Opfer erspart und es für den Aufbau der Weltwirtschaft besser ist, die Produktionsmittel unbeschädigt zu übernehmen und nicht die zerstörten Produktionsmittel wieder herstellen und durch neue ersetzen zu müssen. Dabei ist klar, dass es auch bei einer Weltrevolution nicht ohne Opfer der Weltbefreiung vom Kapitalismus abgeht, denn die Konterrevolution der Weltbourgeoisie kann und wird nicht zu lassen, freiwillig dem Weltproletariat den Platz zu räumen und „ehrenhaft und unblutig“ die Weltbühne der Geschichte zu verlassen. Die Weltbourgeoisie war noch nie ehrenhaft und unblutig und das wird sie um so weniger bei ihrem Abtreten sein, denn gerade dann zeigt sie ihr wahres Gesicht am offensten, dann nämlich, wenn sie um ihre Machterhaltung oder um die Rückgewinnung ihrer Macht über Millionen von Leichen gehen wird, dazu ist ihr jedes Mittel Recht.

Über die Frage der Weltrevolution konnte damals nicht von Stalin entschieden werden und auch nicht von der Sowjetunion und den neu entstandenen Volksdemokratien an ihrer Seite. Das war eine Frage, die nur das Weltproletariat beantworten konnte, von dem das Schicksal der Sowjetunion direkt abhingund das seit Bestehen des ersten sozialistischen Staates auf der Welt. Stalin hätte also niemals einen unüberlegten , riskanten Blitzkrieg ohne das weltrevolutionäre Proletariat aller Länder vom Stapel gelassen, aber trotzdem und gerade deswegen bereitete er sich um so sorgfältiger auf die unvermeidliche militärische Eskalation des Kalten Krieges vor, rüstetet er noch intensiver auf, denn an seiner West- und Ostflanke standen die aggressiven Truppen der Alliierten (NATO-Deutschland, Korea). Für Stalin bedeutete der Ausgang eines neu ausbrechender Krieges mit den Weltimperialisten entweder Niederlage des Weltimperialismus oder Niederlage des Weltsozialismus - und damit unweigerlich auch die Niederlage der Sowjetunion. Stalin prophezeite, dass der Kalte Krieg nur die Vorbereitung auf den Heißen Krieg bedeutet, der mit dem unrühmlichen Zusammenbruch der Kriegshetzer“ enden würde - durch den Weltbürgerkrieg, der höchsten und letzten Form aller Bürgerkriege in der gesamten Geschichte der Klassengesellschaft. Und das war für Stalin keine reine militärische Frage, sondern vor allem eine politische Frage, die Frage der proletarischen Revolution in den kapitalistischen Ländern, die Frage der sozialistischen Weltrevolution, die Frage der weiteren Offensive des Sozialismus der Sowjetunion und des im Aufbau begriffenen sozialistischen Lagers, eine Frage der Reserven in den anti-imperialistisch kämpfenden, unterdrückten Ländern usw. usf. So warnte Stalin die US-Imperialisten:

Wenn England und die Vereinigten Staaten von Amerika die friedlichen Vorschläge der Volksregierung Chinas endgültig ablehnen, dann kann der Krieg in Korea nur mit einer Niederlage der Interventen enden.“

Die Amis wären in Korea zwischen China und den UdSSR zermalmt worden. Deswegen trieben sie Keile zwischen die UdSSR und China, um sich als lachender Dritter die Weltherrschaftskrone aufzusetzen.

Lenin verspottete schon 1918 die fixe Idee eines russischen Alleingangs gegen den Weltimperialismus:

Wer als Russe auf den Gedanken käme, sich, von den russischen Kräften ausgehend, den Sturz des internationalen Imperialismus als Aufgabe zu stellen, der wäre ein Mensch, der den Verstand verloren hat“ (Lenin, Werke, Band 27, Seite 282).

Dass wir die russischen Sowjets den englischen Arbeitern als Geschenk darbringen, das hält nicht der geringsten Kritik stand“ (Lenin, Band 29, Seite 180).

Lenins hatte stets gesagt, dass wir nur ein Glied in der Kette der Weltrevolution sind, und haben uns niemals die Aufgabe gestellt, ganz allein, aus eigener Kraft, zu siegen“ (Lenin, Band 31, Seite 427).

Und so hat es Stalin im Großen Vaterländischen Krieg nicht anders gesehen und nicht anders gehandhabt.

Der militärische Sieg der Sowjetunion im Vaterländischen Krieg war also nicht im Entferntesten als Option aufzufassen, die sowjetischen Truppen bis an den Atlantik oder um den Erdball zu schicken, um die Welt vom Kapitalismus zu befreien, sondern die besondere Situation des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg schaffte schlicht und einfach jene günstigen Voraussetzungen, die für die Befreiung und Machtergreifung der Proletarier in allen Ländern der Welt notwendig waren, so wie es das russische Proletariat mit der Oktoberrevolution und die Albaner es mit ihrer Volksrevolution vorgemacht hatten. Beide sozialistische Staaten sind aus einem Weltkrieg hervorgegangen, indem sie sich, anders wie alle anderen, auf die eigenen Kräfte gestützt hatten, was eine wichtige Lehre der Revolution ist und bleibt. Die Arbeiter, die Kommunisten, aller anderen Länder müssen sich deswegen die Frage stellen, warum sie diese welthistorische Gunst der Stunde nicht genutzt haben oder nicht nutzen konnten – weder im Ersten noch im Zweiten Weltkrieg. Sie müssen sich fragen, warum sie den durch den Krieg geschwächten Weltimperialismus nicht den Todesstoß versetzt haben, warum sie ihn wieder auf die Beine kommen ließen, so dass er heute den Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen und die Menschheit wieder ins Unglück stürzen kann – vor allem aber dadurch den modernen Revisionisten den Weg erleichtert haben, das sozialistische Vaterland des Weltproletariats zu vernichten. Das Weltproletariat muss begreifen, dass nur es selbst in der Hand gehabt hat, den Schritt zur zweiten Periode des Sozialismus zu machen, dass nur es selber in der Hand gehabt hat, ob der Weltimperialismus den Sozialismus in „einem“ Land wieder in ein kapitalistisches Land verwandeln konnte oder ob die Proletarier aller Länder ihre Diktatur des Proletariats errichten. Darüber waren sich Lenin und Stalin von Anfang im Klaren und deswegen taten sie das einzig Richtige:

Wir, ein Trupp, der trotz unserer Schwäche an die Spitze gerückt ist, müssen alles tun, jede Chance ausnutzen, um die eroberten Positionen zu halten. (...) Und wenn man sagt, wir hätten keine internationale Außenpolitik, so sage ich: Jede andere Politik irrt bewusst oder unbewusst dazu ab, eine provokatorische Rolle zu spielen und Russland zum Werkzeug eines Bündnisses mit den Imperialisten (...) zu machen [wie Berija es versuchte! - Anmerkung der Redaktion]. Und wir sagen: Lieber unendlich viel schwerere nationale und staatliche Erniedrigungen und Drangsale erleben, erdulden und tragen, aber auf seinem Posten bleiben als ein sozialistischer Trupp, der durch die Ereignisse von den Reihen der sozialistischen Armee getrennt wurde und abzuwarten gezwungen ist, bis die sozialistische Revolution in den anderen Ländern ihm zu Hilfe eilt. Und sie kommt uns zur Hilfe“ (Lenin, Band 27, Seite 283).

Der erste Weltkrieg brachte die Oktoberrevolution und die Komintern hervor. Der Zweite Weltkrieg begrub die Komintern und brachte (mit Ausnahme von Albanien, das als einziges Land bewies, dass dies historisch in Form einer Volksrevolution durchführbar war und entwickelte damit den Marxismus-Leninismus weiter). keine einzige sozialistische Revolution hervor, geschweige denn eine Diktatur des Proletariats, die – gemäß der Lehre des Marxismus-Leninismus eben nur aus einer sozialistischen Revolution hervorgehen kann. Die Sowjetunion hatte günstige Bedingungen für die sozialistische Revolution in anderen Ländern geschaffen, aber sie konnte nicht für andere Länder die sozialistische Revolution stellvertretend machen oder für andere Länder gar die Diktatur des Proletariats errichten. Die Sowjetunion konnte doch nicht den Sozialismus anderer Länder aus ihrer Protokasse finanzieren ?! Das ist ganz allein das Werk der Arbeiterklasse in jedem einzelnen Land.

»Worin besteht die Gefahr der rechten, offen opportunistischen Abweichung in unserer Partei? Darin, dass sie die Kraft unserer Feinde, die Kraft des Kapitalismus unterschätzt, die Gefahr der Wiederherstellung des Kapitalismus nicht sieht, die Mechanik des Klassenkampfes unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats nicht versteht und daher so leicht auf Zugeständnisse an den Kapitalismus eingeht..« (Stalin, Bd. 11, Seite 205, dt. Ausgabe).

Auch nach einem noch so schrecklichen Krieg der Imperialisten muss man mit der Sehnsucht der Massen nach Frieden eine solche Friedenspolitik betreiben, die auch der Weltrevolution, dem Sozialismus dient. Mit seiner Friedenspolitik darf das Proletariats nicht seinen bewaffneten Kampf gegen die Bourgeoisie begraben, denn der Frieden ist solange eine Atempause zwischen den imperialistischen Kriegen, solange diese unvermeidlich bleiben. Erst mit der Beseitigung des Weltimperialismus kann die Unvermeidlichkeit imperialistischer Kriege beseitigt werden, kann man von einem endgültigen Sieg des Friedens über der Menschheit sprechen – das war die Generallinie Stalins. Und dieser Generallinie Stalins, diese Friedenspolitik der Sowjetunion Lenins und Stalins muss das Weltproletariat auf dem Weg zum Weltsozialismus unbedingt folgen. Alle anderen Wege führen zurück in die Arme des Weltimperialismus und mit dessen imperialistischen Kriegen in den Tod.

Aus dem Sieg über den Faschismus haben die Marxisten-Leninisten niemals die Schlussfolgerung gezogen, den Klassenkampf für den gewaltsamen Sturz der Diktatur der Bourgeoisie fallenzulassen. Den Sozialismus hinter Demokratie und Frieden zu verstecken, das ist die rechte, reformistische Politik der II. Internationale, das ist Kautskyanertum, „linker“ Sozialdemokratismus, das ist das Feigenblatt der sozialdemokratischen Kapitulationspolitik gegenüber dem Weltkapitalismus. Mit Stalinismus hat das herzlich wenig zu tun, Stalin war Kommunist und kein bürgerlicher Demokrat. Stalin hat also den Friedenskampf und den demokratischen Kampf gegen die Gefahr eines erneuten Kriegs und Faschismus nie als Selbstzweck betrachtet, sondern stets als weltrevolutionären Hebel zum Sturz der Weltbourgeoisie und der Errichtung der Diktatur des Weltproletariats eingesetzt. Stalins Kampf für den Sozialismus war stets die Hauptsache. Der Kampf für Frieden und Demokratie waren diesem Kampf untergeordnet, bildeten Voraussetzungen für den erneuten Sturm des Weltproletariats gegen den Weltimperialismus, für den Sieg des Sozialismus und nicht umgekehrt, wie es die modernen Revisionisten vorgaben. Stalin maß dem Kampf der Völker für Frieden und Demokratie große Bedeutung bei, sah darin ein gewaltiges Bollwerk gegen die Aggressivität des Weltimperialismus, aber zum Zwecke der Mobilisierung neuer revolutionärer Kräfte für den Gegenschlag.

Schon auf dem VII. Weltkongress - also lange vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges - wurde diese revisionistische Politik von Frieden und Demokratie im Kampf gegen Krieg und Faschismus auf Kosten der kommunistischen Politik eingeschleust, wurde der Kampf für die sozialistische Revolution der eigenständigen Arbeiterklasse als Sektierertum“ bekämpft, wurde versucht, die weltrevolutionäre Generallinie Lenins und Stalins von rechts zu unterwandern und lahmzulegen. Die leninistische These von der Verwandlung des Kriegs in den Bürgerkieg, und die Stalinsche These von der Verwandlung des Faschismus in den Sozialismus wurde vom VII. Weltkongress fallengelassen zu Gunsten der Einheitsfront – und Volksfrontpolitik mit der Bourgeoisie, womit die liquidatorische Politik der Unterordnung der Arbeiterklasse unter die Bourgeoisie verfolgt wurde, und die dann ja auch tatsächlich welteit umgesetzt worden ist (bis auf Albanien, das den Kampf gegen die faschistische Okkupation mit dem Sieg des Sozialismus beantwortete, weil sie die Stalinismus anwandten). Genau diese revisionistische, kapitulantenhafte Politik brachte schließlich auch die Verschwörer von 1953 dazu, mit den westlichen Siegermächten über die Aufrechterhaltung der Diktatur der Bourgeoisie in den besiegten Ländern eine Einheitsfront zu bilden. Mit der entwaffnenden Linie des VII. Weltkongresses und schließlich mit der organisatorischen Auflösung der Komintern gab es keine einzige Kommunistische Partei, die für die leninistische Umwandlung des Krieges in den Bürgerkrieg kämpfte, keine, die für die sozialistische Revolution zum Sturz der Bourgeoisie kämpfte. Wer glaubt da an Zufälle, Genossen?! Das war kein proletarischer Internationalismus mehr, der für weltrevolutionäre Positionen kämpfte, sondern das war seine Anpassung an und seine Versöhnung mit der Weltbourgeoisie. Damit stärkte man nicht den Rücken der Sowjetunion gegen den inneren Feind der Restauration des Kapitalismus, sondern im Gegenteil, mit der Entwaffnung des revolutionären Weltproletariats, mit der Aufgabe seiner eigenständigen weltrevolutionären Politik wurden für die sowjetischen Verschwörer günstige Bedingungen geschaffen, ihren Weg der Restauration des Kapitalismus ohne Widerstand seitens des Weltproletariats durchzuziehen. Die Chruschtschowianer verteidigten die revisionistischen Abweichungen des VII. Weltkongresses nicht ohne Grund, lobten sie insbesondere auf dem XX. Parteitag. Sie stützten darauf ihre verräterische revisionistische Linie.

Spätestens nach dem Mord an Stalin hätte das Weltproletariat die Gefahr erkennen müssen, die der Sowjetunion von innen drohte. Es wäre seine Pflicht gewesen, gegen die Restauration des Kapitalismus auf die Barrikaden zu steigen, um der Sowjetunion zur Hilfe zu eilen, die antistalinistische Verschwörerbande zu zerschlagen und deren Machtergreifung zur Restauration des Kapitalismus zu bekämpfen, vor Allem durch den Kampf für die sozialistische Revolution im eigenen Land. Aber auch hier hatte Berija seine Hände im Spiel. Er plante kurz vor seiner Liquidierung die revisionistische Umkrempelung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die revisionistische Umkrempelung der Kommunistischen Parteien in der ganzen Welt ( siehe Sudoplatow). Chruschtschow setzte schließlich Berijas Linie selber um. Das Weltproletariat hätte seine proletarischen Abteilungen in den kapitalistischen Ländern vom Gift des modernen Revisionismus rechtzeitig befreien müssen, um eine internationale stalinistische Einheitsfront gegen den modernen Revisionismus zu errichten. Aber ein ideologisch entwaffnetes Weltproletariat, das von seinen eigenen kommunistischen Organisationen im Stich gelassen worden war, deren revolutionäre Führer entweder umgebracht oder ersetzt worden waren durch revisionistische Führer, musste sich unvermeidbar als unfähig erweisen, die Sowjetunion, das Vaterland des Weltproletariats, zu verteidigen. Der moderne Revisionismus konnte in der Sowjetunion nur dadurch siegen, dass es ihm gelang, das Weltproletariat davon abzuhalten, sein sozialistisches Vaterland zu schützen.

Während des Krieges übernahm Berija die Leitung über das Atombombenprojekt von Molotow, das für Stalin oberste Priorität hatte. Selbst die Militärs wussten nichts von diesem Projekt – es war streng geheim. Bis zur Zündung der ersten sowjetischen Atombombe im Jahre 1949 propagierte Stalin eine weltweite Kampagne gegen nukleare Vorherrschaft. Der NKWD bekam heraus, dass die Anzahl der amerikanischen Atombomben bis Anfang der 50er Jahre nicht ausgereicht hätte für einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion. Stalin steuerte somit einen harten Konfrontationskurs gegen die USA mit Beginn des Kalten Krieges.

Der Kalte Krieg begann mit der Rede Winston Chruchills über den „Eisernen Vorhang“ am 6. März 1946. Sie begann aber schon zur Zeit als die Rote Armee Osteuropa befreite.

Der Marshallplan entpuppte sich als ein Plan, der Europa unter anglo-amerikanische Kontrolle bringen , es kolonialisieren sollte, was für Stalin nicht akzeptabel war. Er blockierte den Marshallplan für Osteuropa. Das war nicht nur revolutionär im Sinne des Schutzes der SU vor der weltimperialistischen Umkreisung nach dem Krieg, sondern auch ein weltrevolutionärer Weg für die Schaffung des sozialistischen Lagers.

Der zur zionistischen Verschwörung gehörende Maiski sollte auf Wunsch von Berija inoffizielle Kontakte im Westen herstellen, um für unseren überraschenden politischen Kurswechsel nach Stalins Tod zu werben“ (!sic!), so Sudoplatow. Außerdem sollte Maiski Sudoplatow bei geheimen Sondierungen mit dem Westen helfen - (Sudoplatow Seite 394). Also hier wird klar, dass Berija NICHT Stalins Kurs fortsetzte, sondern einen Kurswechsel wollte !!! Als Berija verhaftet worden war, zerplatzte dieser Plan. Malenkow und Molotow waren auf Maiski nicht gut zu sprechen. Nach 1955 wurde Maiski von Chruschtschow rehabilitiert, als Malenkow und Molotow keine führende Position mehr inne hatten.

Berija war mehrere Male in Berlin, wo er mit den angloamerikanischen Imperialisten an Partei und Außenministerium vorbei seinen neuen „Reformkurs“ ankündigte.

Warum führte Berija geheime Verhandlungen mit dem Westen an der Partei und der Regierung der UdSSR vorbei? Ist das bolschewistisch, ist das marxistisch-leninistisch? Das ist konterrevolutionär und man wird hieran verstehen, wie Stalin dazu kam, seinen Verschwörern offen ins Gesicht zu sagen: Ihr werdet die Sowjetunion nach meinem Tod an den Westen verschachern!“

Um den Westen für Berijas neuen Kurs der „Entstalinisierung“ zu begeistern, war Majski in England der geeignete Mann, zu dem Sudoplatow Kontakt aufnehmen sollte. Maiskij sollte Berijas Geheimkontakte über England im ganzen Westen herstellen und dieser wurde von ihm bis zu seinem Einsatz in der Lubjanka versteckt gehalten, damit dies dem Auge Stalins verborgen blieb. Sudoplatow schrieb über den Befehl, den er von Berija erhielt: Sie haben Majski in den Kriegsjahren, vor Jalta, kennengelernt und ihre Frau hat sich mit seiner Frau angefreundet; machen Sie sich also darauf gefasst, mit ihm in Zukunft zusmmenzuarbeiten“, meinte Berija. Außerdem befahl er mir, für geheime Sondierungen mit westlichen Politikern Majskis Hilfe in Anspruch zu nehmen (Sudoplatow, „Der Handlanger der Macht“, Seite 394, Econ-Verlag 1994).

Maiski war bei Kerenski und Koltschak Minister, eine politische Kraft des Schwankens zwischen Proletariat und Bourgeoisie, ein Menschewist. Und eben auf eine menschewistische Außenpolitik wollte sich Berija stützen, um die Außenpolitik der UdSSR zu „entstalinisieren“.

So wie die Chruschtschow – Revisionisten später auf dem XX. Parteitag offen die stalinistische durch die imperialistische Außenpolitik ersetzten, bereiteten sie sich schon mit Beginn des Kalten Krieges in der zweiten Hälfte der 40er Jahre darauf vor, nur dass sie da noch in Worten an der stalinistischen Außenpolitik festhalten mussten, solange Stalin lebte. Im Wesen hatte sich in ihren revisionistischen außenpolitischen Aktivitäten nichts geändert, sondern nur an der Taktik. Schon in der zweiten Hälfte der 40er Jahre hatte sich Stalin also im erbitterten Klassenkampf gegen diese Revisionisten befunden, die seine Außenpolitik sabotierten. Heute müssen wir Berija ausdrücklich zu den Verrätern an der stalinistischen Außenpolitik der UdSSR zählen. Was hier im Folgenden also zu den Chruschtschow-Revisionisten gesagt wird, trifft im Wesentlichen auch auf Berija zu. Wir zitieren hier aus dem Programm der KPD/ML – beschlossen vom III. Parteitag (Dortmund, 1977, Seite 100 – 103):

Die Chruschtschow-Revisionisten erklärten, der Imperialismus habe sein Wesen geändert, seine aggressiven Ziele aufgegeben. Die Häupter des Imperialismus seien vernünftig geworden und an der Verhütung eines neuen Weltkrieges interessiert. Infolgedessen sei der revolutionäre Kampf gegen den Imperialismus und seine Aggressionspolitik nicht mehr notwendig.

Von Grund auf verfälschten sie die marxistisch-leninistische Auffassung in der Frage von Krieg und Frieden. Sie leugneten den Unterschied zwischen gerechten und ungerechten Kriegen. Sie erklärten, die Völker dürften sich nicht zum Kampf erheben, weil sonst der Weltfrieden gefährdet und ein Atomkrieg ausgelöst werden könne. Sie setzten so den Kampf für den Frieden in Widerspruch zum revolutionären Kampf des Proletariats und der Völker und erklärten, der Frieden könne nicht durch den revolutionären Kampf gegen die Imperialisten, sondern nur durch `beiderseitige Konzessionen`, durch die Zusammenarbeit mit den Imperialisten, vor allem durch die Zusammenarbeit der Sowjetunion mit dem USA-Imperialismus erreicht werden.

Sie leugneten, dass der proletarische Internationalismus das grundlegende Prinzip der Außenpolitik der sozialistischen Länder sein muss und erklärten die friedliche Koexistenz zwischen Staaten verschiedener Gesellschaftsordnung. Sie erklärten, der Antagonismus zwischen kapitalistischen Staaten und sozialistischen Staaten würde allmählich verschwinden. Sie dehnten die friedliche Koexistenz auf den Bereich der Ideologie und auf die Beziehungen zwischen unterdrückten und unterdrückenden Nationen und auf die Beziehungen zwischen den Klassen aus. (...)

Alle diese revisionistischen Thesen laufen auf die Einstellung des revolutionären Kampfes gegen den Imperialismus hinaus. Kernstück und Hauptziel des modernen Revisionismus ist es, die Arbeiterklasse, die werktätigen Massen und die unterdrückten Völker vom Kampf für die sozialistische Revolution, vom revolutionären Befreiungskampf abzuhalten. Um das zu erreichen, erhoben die Chruschtschow-Revisionisten die These vom gewaltlosen, friedlichen Weg, entgegen allen Erfahrungen der Geschichte, die besagen, dass noch kein Land auf friedlichem Weg zum Sozialismus gelangt ist, zum für alle kommunistischen Parteien verbindlichen Prinzip und leugneten die Allgemeingültigkeit des Weges der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.“ ( Programm der KPD / ML ).

Wer nun noch immer glaubt, dass Molotow tapfer den Kurs Stalins gegen Chruschtschow“ verteidigt hätte, der sei dadurch eines Besseren belehrt, dass er sich die Haltung Molotows nach Stalins Tod durch das Studium der Reden Molotows kritisch erarbeitet. Chruschtschow und Molotow waren schon jahrzehntelang miteinander verbunden – im Wesen wurden sie beide zu Verrätern an Stalin, was sich in ihrem gemeinsamen Putsch von 1953 am deutlichsten ausdrückte. Nehmen wir Molotows Rede: „Die internationale Lage und die Außenpolitik der Regierung der UdSSR“, gehalten auf der Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR am 8. 2. 1955. Wir hatten bereits erwähnt, dass darin nicht einmal der Name Stalins fiel und Molotows außenpolitische Linie revisionistisch und alles andere als stalinistisch war. Wir wollen das an einem Beispiel belegen. In seiner Rede stellt Molotow nämlich folgende These auf: Die internationale Isolierung der UdSSR gehört der Vergangenheit an!“ (zitiert aus einer undatierten Broschüre des KPD-Vorstands, Düsseldorf, mit dem Titel: „Die Sowjetunion will den Frieden“; Seite 4). Ist diese These von Molotow marxistisch-leninistisch oder revisionistisch ? Natürlich ist sie revisionistisch, denn der Marxismus-Leninismus lehrt: Die Isolierung der UdSSR kann erst der Vergangenheit angehören, wenn der Weltimperialismus beseitigt ist, wenn der Sozialismus im Weltmaßstab gesiegt hat. Das konnte man zum Zeitpunkt der Rede Molotows ja wohl noch nicht ernsthaft behaupten, denn das war die Periode, in der die Welt noch in das kapitalistische und sozialistische Lager gespalten war und das allein reicht nicht aus, um die Umkreisung für erledigt zu den Akten zu legen. Mit dem Übergang der UdSSR als führendes Zentrum des sozialistischen Lagers ist die Umkreisung der UdSSR durch den Weltimperialismus zwar schwieriger geworden, aber noch lange nicht beseitigt. Das ist ein wesentlicher Unterschied, den man nicht vertuschen darf. Wie falsch diese These Molotows war, das beweist ein Blick auf die heutige Weltkarte. Die revisionistische These vom so genannten „endgültigen Sieg gegen die imperialistische Umkreisung“ entspricht dem Wesen nach genau der revisionistischen These des VII. Weltkongresses der Komintern über den so genannten „endgültigen Sieg des Sozialismus in der UdSSR“, die wir von der Komintern / ML schon im Jahre 2000 entlarvt haben. Diese These war direkt gegen die Außenpolitik Stalins gerichtet, denn die modernen Revisionisten schlussfolgerten daraus, dass es gar nicht mehr einer Weltrevolution des Proletariats bedürfe, um den Weltimperialismus zu beseitigen. Die These Molotows ist infolgedessen nichts Anderes als die Fortsetzung und Weiterentwicklung der revisionistischen These des VII. Weltkongresses der Komintern, nämlich die so genannte „Endgültigkeit des Sieges des sozialistischen Weltlagers“. Warum? Weil damit die welthistorische Rolle des Weltproletariats, die die Klassiker des Marxismus-Leninismus vorausgesehen hatten, unter den Tisch fällt, ja dass sie dadurch geradezu verhindert wird, für überflüssig erklärt wird. Molotows These ist also eine konterrevolutionäre These, die direkt im Dienste der Zusammenarbeit mit dem Weltimperialismus stand, gegen die Außenpolitik Stalins gerichtet und zweifellos ein schwerer Verrat an den revolutionären Interessen des Weltproletariats war.

Damit nun keiner auf die Idee kommt, hier würde es sich um einen „einzelnen Fehler“ Molotows handeln, den wir nur heraus gepickt hätten, um damit Molotows Außenpolitik schlecht zu machen, die im „Großen und Ganzen“ auf „marxistisch-leninistischen“ Grundlagen beruhe und durchaus der Außenpolitik Stalins „entspräche“. Dass dies kein Einzelfall war, sondern der revisionistischen Linie in der Außenpolitik der UdSSR nach dem Tod Stalins entsprach, beweist ein weiteres Beispiel, nämlich Molotows These von der Minderung der Politik der Spannungen“. Wir zitieren Molotow:Was bedeutet die Politik der Minderung der Spannung in den internationalen Beziehungen?“ Mit dieser Politik „bemühten wir uns um solche Lösungen, die zu einer bedeutenden Entspannung der internationalen Beziehungen beitragen würden“ (Molotow, ebenda, Seite 11). Wir sehen heute, wohin die so genannte „Entspannungspolitik“ der modernen Revisionisten geführt hat und wollen uns darüber nicht weiter verbreiten, da hierüber in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung Einigkeit besteht. Molotow führte die Berliner Konferenz von 1954 an, er führt die Genfer Konferenz an. Was aber ist dabei herausgekommen ? Nichts. Wie Molotow selber einräumte, hatten sich die USA über derartige Beschlüsse einfach hinweggesetzt und Gegenkonferenzen einberufen, wie die Manila-Konferenz, auf denen Verträge abgeschlossen wurden (SEATO-Pakt), die direkt gegen die UdSSR und das sozialistische Lager gerichtet waren, die in Wahrheit eben jene Umkreisung der Sowjetunion bedeuteten, die Molotow großspurig für endgültig überwunden“ erklärt hatte. Diese Verträge der USA waren aber auch gegen die Befreiungsbewegung in den ehemaligen Kolonien gerichtet. Da die „Entspannungsthese“ auf die Einstellung des revolutionären Kampfes gegen den Imperialismus hinauslief, wurde damit von Molotow grünes Licht für die Restauration des Kolonialismus gegeben, die mit der Restauration des Kapitalismus im sozialistischen Lager natürlich im dialektischen Zusammenhang steht und nicht voneinander zu trennen sind, die sich vielmehr gegenseitig bedingen und ergänzen – ganz im Interesse der Rückgewinnung der Alleinherrschaft des Kapitalismus über die ganze Welt, nicht zuletzt durch die Rückgewinnung seines imperialistischen Hinterlandes.

Der Stalinismus lehrt hingegen, dass man den Weg des Leninismus nicht verlassen darf, denn der Leninismus ist der Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution. Genauer: der Leninismus ist die Theorie und Taktik der proletarischen Revolution im Allgemeinen, die Theorie und Praxis der Diktatur des Proletariats im Besonderen“ (Stalin, Grundlagen des Leninismus).

Das Wesen der Außenpolitik Stalins war es, am Leninismus festzuhalten und diesen weiter zu entwickeln. Davon war Molotow jedoch nicht nur abgerückt, sondern seine Außenpolitik war direkt gegen den Leninismus, gegen die Theorie und Taktik der proletarischen Revolution gerichtet. Er war das, als was ihn Stalin bezeichnete - einenKapitulant“. Molotows Außenpolitik war die Politik der Kapitulation vor dem Weltimperialismus, ein Kniefall vor den Chruschtschowianern, Verrat an Stalin und dessen Außenpolitik. Der Frieden ist nicht nur eine Atempause zwischen den Kriegen, sondern auch eine Atempause, um sich auf die kommenden Revolutionen, auf die Weltrevolution vorzubereiten. Die Außenpolitik Lenins und Stalins diente keinem anderen Zweck, als dem proletarischen Internationalismus, aus dem man nicht die Weltrevolution herausschneiden kann, die man nicht der „Entspannungspolitik“ der modernen Revisionisten opfern darf. Friedliche Koexistenz heißt nichts anderes als günstige Voraussetzungen für den Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab zu schaffen, der nun einmal ohne den Sieg des Weltproletariats in der Weltrevolution unmöglich ist. Das eben beinhaltete die Lehren Lenins und Stalins von der friedlichen Koexistenz entgegengesetzter Gesellschaftsformationen.

Wir kommen gleich zur Deutschlandpolitik. Vorweg sei festgehalten, dass Molotow in seiner Rede den Verräter Ulbrichts verteidigt, indem er der DDR von 1955, als Ulbricht die unangefochtene Macht in den Händen hatte, bescheinigte, sie würde „unbeirrbar die Sache der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands“ (Molotow, ebenda, Seite 15). verfechten. Was Finnland anbelangte, so unterstützte Molotow vollkommen den revisionistischen Kurs, den Mikojan gegenüber Finnland vertreten hatte. Über Israel schwieg sich Molotow aus, denn darin war er persönlich schwer verwickelt wie wir bereits gesehen haben. Wir könnten hier unendlich weitermachen, z.B. mit Molotows revisionistischen Kurswechsel gegenüber Titos Jugoslawien, aber wir wollen uns jetzt auf die Deutschlandpolitik konzentrieren.



Deutschlandpolitik

Am 9. Mai 1945, am Tage des Sieges über Hitlerdeutschland, erklärte Stalin in seinem Aufruf an das Sowjetvolk:

Die Sowjetunion feiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten.“

Bis in seinen Tod ist Stalin seinem Aufruf treu geblieben. Verraten haben ihn die Revisionisten. Zerstückelt wurde Deutschland zwischen Imperialismus und Sozial-imperialismus und seinen deutschen Lakaien in Ost und West.

Entscheidend für Stalins Deutschlandpolitik war die Berücksichtigung der tatsächlich vorhandenen Verhältnisse in Deutschland. Der Hitlerfaschismus war nicht etwa zusammengebrochen unter dem Ansturm einer antifaschistischen Revolution des deutschen Volkes, sondern der faschistische Staats-, Militär- und Wirtschaftsapparat ist durch eine „Befreiung von außen“ zerschlagen worden, also durch die Eroberung Deutschlands durch alliierte Armeen (wohlgemerkt nicht allein, aber hauptsächlich durch die Rote Armee!). Befreiungstruppen waren nur Stalins Truppen. Nach seinem Tod wurden es sozialimperialistische Besatzungstruppen. Die angloamerikanischen Truppen sind nie Befreiungstruppen gewesen, sondern imperialistische Besatzungstruppen, die dem gleichen Zwecke wie den sozial-imperialistischen Besatzungstruppen dienten, aus dem deutschen Volk Profite zu ziehen und es zu versklaven.

Es ging Stalin nicht etwa um die „Befreiung von außen“, denn er wollte nicht die Ersetzung der Herrschaft des deutschen Monopolkapitals durch das amerikanische und englische Monopolkapital, sondern ihm ging es um die Beseitigung jeglichen (revanchistischen) Monopolkapitals in Deutschland. Um das zu verhindern, zerrissen die angloamerikanischen Imperialisten Deutschland eben nicht um es zu befreien, sondern um es zu versklaven. Dagegen wandte sich Stalin in seiner Deutschlandpolitik. Entscheidend aber war der Umstand, dass sich das deutsche Volk nicht selber befreite, dass es ihm nicht gelang, seine eigene Souveränität, Unabhängigkeit und Freiheit, seine demokratischen Rechte selber zu erkämpfen und nach außen hin zu verteidigen – die notwendige„Befreiung von innen“ fand nicht statt und so musste die „Befreiung nach außen“ scheitern. Stalin hat in seiner Außenpolitik stets den Standpunkt vertreten, dass der Sozialismus nur unter der Diktatur des Proletariats aufgebaut werden kann. Ohne sozialistische Revolution ist das nicht möglich. Und an diese marxistisch-leninistische Wahrheit hat Stalin sich stets gehalten – auch in seiner Deutschlandpolitik. Gemäß der Lehren des Marxismus-Leninismus kann man den Sozialismus nicht ohne die Schaffung eben dieser fundamentalen demokratischen Voraussetzungen aufbauen, nicht ohne Friedensvertrag und nicht ohne Einheit des deutschen Volkes. Deutschland war durch den Vernichtungskrieg völlig zerstört und das Volk ausgeblutet, zerbombt und ausgezehrt. Auch das russische Proletariat konnte den Zarismus nicht direkt mit der Oktoberrevolution besiegen, sondern ging den Weg über die Februarrevolution. Russland verfügte damals über eine revolutionäre Arbeiterklasse, die der bolschewistischen Partei folgte. Davon konnte im Nachkriegsdeutschland nicht die Rede sein, und eben das hat Stalin in seiner revolutionären Deutschlandpolitik in Rechnung zu stellen gehabt. Nicht Stalin konnte den Sozialismus in Deutschland errichten, sondern dies hätte nur die deutsche Arbeiterklasse unter Führung der revolutionären Thälmannschen KPD vermocht, die von den Revisionisten verraten und liquidiert worden war. Stalin konzentrierte sich darauf, den Einfluss des angloamerikanischen Imperialismus auf Deutschland zurückzudrängen, aber Deutschlands imperialistische Versklavung durch die Angloamerikaner, das hätte nur das deutsche Volk selbst verhindern können.

Bis spätestens zum Tod Stalins trug die Deutschlandpolitik noch Stalins Handschrift, wenn sie bis dahin auch von den modernen Revisionisten immer mehr unterhöhlt, sabotiert und zerstümmelt worden war. Die Ermordung Stalins und die damit in unmittelbarem Zusammenhang stehenden Ereignisse des 17. Juni 1953 bildeten den Wendepunkt zur „Entstalinisierung“ der Deutschlandpolitik durch die Antistalinisten Berija und (kurze Zeit später durch) Chruschtschow. Von da an nahm die Unterjochung der Arbeiter und Bauern der DDR durch diese Sozialfaschisten, und ihre deutschen Lakaien Ulbricht und Co., ihren Lauf – und weder Ochs noch Esel hielt sie auf, sondern nur die revolutionäre Kraft der DDR-Bevölkerung - nicht zuletzt der illegale Klassenkampf der KPD/ML Sektion DDR ! Wenn Stalin noch gelebt hätte, wäre es zur imperialistischen Einverleibung der DDR wahrscheinlich gar nicht erst gekommen. Ein Grund mehr, die Deutschlandpolitik Stalins konsequent fortzusetzen! Deutschland hätte seinen Sozialismus auf Stalin aufbauen sollen und nicht auf der revisionistischen Politik seiner Mörder!

Am 31. März 1952 wurde Stalin von einer Gruppe von Redakteuren amerikanischer Zeitungen gefragt: „Sind Sie der Meinung, dass der gegenwärtige Zeitpunkt für die Vereinigung Deutschlands geeignet ist?“ Darauf antwortete Stalin: Ja ich bin der Meinung.“ Und auf die nächste Frage: „Auf welcher Grundlage ist ein Nebeneinander bestehen von Kapitalismus und Kommunismus möglich?“ antwortete Stalin:

Ein friedliches Nebeneinander bestehen von Kapitalismus und Kommunismus ist durchaus möglich, wenn der beiderseitige Wunsch nach Zusammenarbeit und die Bereitschaft vorhanden sind, die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, wenn der Grundsatz der Gleichberechtigung und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten gewahrt wird“ (Stalin Werke Band 17, Seite 167, KPD/ML, 1973)

Das war natürlich nur ein taktisch-propagandistischer Schachzug gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit, um die USA-Regierung mit ihren weltimperialistischen Kurs des Kalten Krieges in Zugzwang zu setzen und ihre antifaschistischen Vereinbarungen mit der Sowjetunion verbindlich einzuhalten- z.B. das Potsdamer Abkommen. Strategisch und grundsätzlich hielt Stalin an der Unvermeidlichkeit der revolutionären, gewaltsamen Beseitigung des Kapitalismus durch die revolutionäre Arbeiterklasse und ihre kommunistische Partei fest, so wie Karl Marx es schon im Kommunistischen Manifest gelehrt hatte.

Wo der Klassenkampf als unliebsame ´rohe` Erscheinung auf die Seite geschoben wird, da bleibt als Basis des Sozialismus nichts als ´wahre Menschenliebe` und leere Redensarten von ´Gerechtigkeit`“ (MEW, Band 19, Seite 164).

Und diese prinzipienfeste Generallinie hat er bis zu seiner Ermordung in Wort und Tat durchgeführt. Was aber machten seine Feinde im Präsidium der KPdSU daraus? Sie ersetzten die Strategie durch die Taktik, erhoben die Taktik zur Generallinie und heraus kam derfriedliche Weg zum Sozialismus“ - die Generallinie des modernen Revisionismus. Diese beiden Generallinien standen sich nach dem Krieg bis zum Tod Stalins unversöhnlich gegenüber. Das war es, was den Klassenkampf in der sowjetischen Außenpolitik beherrschte. In der Innenpolitik war dies der Klassenkampf für den Übergang zum Kommunismus, zur klassenlosen Gesellschaft – also der Klassenkampf gegen die „Abschaffung des Klassenkampfes“, also der „friedliche Weg zum Kommunismus“. Was hätte diese revisionistische Linie deutlicher entlarven können als die „friedliche“ Ermordung Stalins ?!



Konnte Deutschland auf dem friedlichen Weg zum Sozialismus“ kommen ? Würde man die am Boden zerstörte Monopolbourgeoisie nach dem Krieg für sich allein betrachten, wäre es durchaus möglich gewesen, sie zu zerschlagen vielleicht sogar ohne Opfer eines Bürgerkrieges, ohne blutige bewaffnete Aufstände, denn der Unterdrückungsapparat der deutschen Bourgeoisie war völlig zerschlagen worden, worauf die Diktatur des Proletariats auch auf friedlichem Wege vielleicht hätte errichtet werden können – aber das war nicht der entscheidende Faktor. Das wäre also möglicherweise ohne viel Blutvergießen erreichbar gewesen, wenn die KPD eine marxistisch-leninistische Linie und ausreichenden Einfluss in den Massen gehabt hätte, wenn es in Deutschland eine bolschewistische Partei wie in Russland gegeben hätte. Dies war aber nicht der Fall. Stalin schloss also diese Möglichkeit nicht aus, betrachtete sie als durchaus machbar und schaffte Voraussetzungen, um diese Möglichkeit in die Tat umzusetzen. Darin besteht sein großes Verdienst. Man musste „nur noch“ die Westalliierten raushalten durch eine „Neutralitätspolitik“ gegenüber Deutschland, dann hätte die deutsche Arbeiterklasse die Kraft gehabt, sich ohne Einmischung von außen auf demokratischem Wege selber zu „verteidigen“ also sich bewaffnen zu können – Stalin hätte die Waffen geliefert. Über die Volksdemokratie hätte die Arbeiterklasse als revolutionärste Kraft in Deutschland ihre Diktatur des Proletariats errichten können:

Voraussetzung war 1. ein Friedensvertrag, um die Besatzer vor die Tür setzen zu können, denn die hätten die Arbeitermacht blutig niedergeschlagen ( Die Westalliierten weigerten sich ja sogar, ein demokratisches Deutschland zuzulassen und spalteten es !!!) und 2. die Einheit des deutschen Volkes. Ohne die Einheit des deutschen Volkes = auch eine gespaltene Arbeitsklasse, eine gespaltete revolutionäre Bewegung, eine geschwächte sozialistische Kraft. 3. eine deutsche bolschewistische Partei von stalinschen Typs, aber die stalinistischen Führer wie Ernst Thälmann waren im Krieg ermordet worden und die KPD befand sich in den Händen der Revisionisten. Voraussetzung für ein sozialistisches Deutschland war also die Hinaussäuberung der Revisionisten bzw. - wenn dies nicht durchsetzbar gewesen wäre - hätte eine neue bolschewistische Partei gegründet werden müssen, die aber erst einmal hätte aufgebaut werden müssen von bewussten Anti-Revisionisten, von Stalinisten. Diese Kraft des Stalinismus war aber in den Reihen der Arbeiterklasse und ihrer Partei in Deutschland damals nicht stark genug. Mit einer gespaltenen Arbeiterklasse wäre es schwer aber möglich gewesen, eine gesamtdeutsche KPD aufzubauen. Insgesamt aber kann man heute von der realistischen Einschätzung ausgehen, dass erstens die marxistisch-leninistischen Kräfte in Deutschland geschwächt waren wegen Krieg, Faschismus und Revisionismus und dass zweitens der Einfluss der KPD auf die Massen längst nicht mehr so groß war, wie in der Zeit vor Krieg und Faschismus.

Stalins Deutschlandpolitik hatte aber rein gar nichts mit der Linie Berijas zu tun, die ihren konterrevolutionären Kern nur hinter Stalins Deutschlandpolitik geschickt verbarg. Das Märchen von der Fortsetzung“ der stalinschen Deutschlandpolitik durch den Marxisten-Leninisten“ Berija wird heute von den Berijanern auch in Deutschland schamlos innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung Deutschlands verbreitet. Doch dazu später.

Was hieß Stalins Deutschlandpolitik ganz konkret – also in Hinblick auf die Revolution? Das hieß vor Allem: konsequente und unverzügliche Umsetzung der von den Siegermächten gemeinsam gefassten Beschlüsse des Potsdamer Abkommens. Stalin betrachtete Deutschland als den zentralen Prüfstein der Siegermächte für die Verwirklichung des beiderseitigen Wunsches, also der kapitalistischen und der kommunistischen Welt, nach Zusammenarbeit, die darin zum Ausdruck kommt, dass beide Seiten ihre Pflicht erfüllen, Deutschland als gleichberechtigten Staat in die Weltstaatengemeinschaft aufzunehmen und sich nicht in dessen inneren Angelegenheiten einzumischen. Deutschland sollte für Stalin ein Symbol des Friedens, eine Lehre aus dem Krieg zwischen den Systemen, also ein historischer Meilenstein der friedlichen Koexistenz zwischen Kapitalismus und Kommunismus werden. Deutschland durfte nicht zu einem Aufmarschgebiet für einen neuen Krieg zwischen Kapitalismus und Kommunismus missbraucht werden. Deutschland sollte nicht zum Zentrum des Kalten Krieges, sondern Zentrum der gegenseitigen Entspannung, eine neutrale und friedfertige, sich selbst schützende Pufferzone werden, die unantastbar und von beiden Seiten geachtet bleiben sollte. Freundschaft zum neuen demokratischen Deutschland sollte von beiden Seiten gehegt und gepflegt werden wie auch von Seiten Deutschlands zu allen Völkern der Welt, ob in Ost oder West. Es sollte eine Brücke der Verständigung und kein Eiserner Vorhang“ zwischen den Völkern des Ostens und Westens werden. Die weltpolitische Bedeutung der stalinschen Deutschlandpolitik kam in zwei wesentlichen Punkten zum Ausdruck: erstens bessere Voraussetzungen für die Verknüpfung der Weltrevolution in Ost und West und zweitens bessere Voraussetzungen für die Revolution der deutschen Arbeiterklasse selbst . Dazu sollte Deutschland natürlich selber seinen Teil beitragen, also das Potsdamer Abkommen erfüllen, Reparationen für die Kriegslasten zahlen usw. und schließlich sollte der neu entstandene, souveräne, demokratische deutsche Staat einen Friedensvertrag mit den Siegermächten unterzeichnen. In der Stalinnote heißt es daher:

Deutschland verpflichtet sich, keinerlei Koalitionen oder Militärbündnisse einzugehen, die sich gegen irgendeinen Staat richten, der mit seinen Streitkämpfen am Krieg gegen Deutschland teilgenommen hat.“

Und umgekehrt hätte das natürlich für die kapitalistische Welt heißen müssen: „Finger weg von Deutschland!“ Der Entmilitarisierung Nazi-Deutschlands hätte unbedingt die Entmilitarisierung der Siegermächte selbst folgen müssen: sprich - Abzug der Besatzungstruppen aus ganz Deutschland und Aufbau einer eigenen Volksarmee des einheitlichen, unabhängigen und demokratischen Deutschlands. Auch das deutsche Volk hätte das Recht haben müssen, sich in Zukunft verteidigen zu dürfen so wie jedes andere souveräne Land dies auch ganz selbstverständlich in Anspruch nahm. Deutschland hätte seine friedensbringende, neutrale Position nur erfüllen können, wenn sich die Siegermächte ihrerseits die Verpflichtung auferlegen würden, sich gegenüber Deutschland strikt neutral zu verhalten und jeglicher Versuchung zu widerstehen, es in Kuchenstücke aufzuteilen, um diese zu verschlingen. Frei sein konnte Deutschland nur unter der Voraussetzung des Abzugs aller Besatzungstruppen. Waren sie noch gegen Hitlerdeutschland notwendig, so waren sie gegenüber dem neuen demokratischen Deutschland des deutschen Volkes reaktionär.

Diese Gier nach Einverleibung Deutschlands gab es nicht nur bei den Westmächten, sondern auch in der Führungsspitze der KPdSU und Stalin hatte alle Hände voll zu tun, gegen solche Mitglieder des Politbüros vorzugehen, die diese Gier hinter seinem Rücken befriedigen wollten. Schon im Jahre 1945 verhinderte Stalin auf der Berliner Konferenz der Siegermächte die Aufspaltung Deutschlands und trat er für die Erhaltung der Einheit Deutschlands, für die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung und für die Vorbereitung eines Friedensvertrages mit Deutschland ein. Stalin hat eine eindeutige Erklärung für die Politik der Verschleppung und Verletzung der Umsetzung des Potsdamer Abkommens durch die herrschenden Kreise der Vereinigten Staaten und Englands abgegeben:

Es handelt sich darum, dass die Inspiratoren der Aggressionspolitik in den USA und in England sich als nicht interessiert an einer Vereinbarung und Zusammenarbeit mit der UdSSR betrachten. Sie brauchen nicht Vereinbarung und Zusammenarbeit, sondern Gerede über Vereinbarung und Zusammenarbeit, um nach der Vereitlung einer Vereinbarung die Schuld auf die UdSSR abzuwälzen und damit die Unmöglichkeit der Zusammenarbeit mit der UdSSR zu `beweisen'. Die Kriegsbrandstifter, die einen neuen Krieg entfesseln wollen, fürchten am allermeisten Vereinbarungen und eine Zusammenarbeit mit der UdSSR, denn eine Politik der Vereinbarungen mit der UdSSR untergräbt die Positionen der Kriegsbrandstifter und macht die aggressive Politik dieser Herrschaften gegenstandslos.

Die Politik der gegenwärtigen Führer der USA und Englands ist eine Politik der Aggression, eine Politik der Endfesselung eines neuen Krieges.

Das kann nur mit einem schmählichen Fiasko der Brandstifter eines neuen Krieges enden. Churchill, der Hauptbrandstifter eines neuen Krieges, hat bereits erreicht, dass er sich das Vertrauen seiner Nation und der demokratischen Kräfte der ganzen Welt verscherzt hat. Das gleiche Schicksal harrt aller anderen Kriegsbrandstifter. Zu lebendig sind im Gedächtnis der Völker die Schrecken des jüngsten Krieges, und zu mächtig sind die sozialen Kräfte, die für den Frieden eintreten, als dass die Aggressionsschüler Churchills ihrer Herr werden und sie in die Richtung eines neuen Krieges lenken könnten“ (zitiert aus der Rede Molotows vom 6. 11. 1948 zum 31. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, Moskau 1949, Seite 637-638 und 639).

Und dieser Gier der Einverleibung nachzugeben, um daraus Vorteile zu ziehen, um mit spalterischen „Separatfrieden“ (Generalvertrag der Westmächte mit Adenauer) zu liebäugeln, solche Liebediener und Lakaien der Imperialisten und Revisionisten gab es auch in allen deutschen Besatzungszonen. Sowohl Adenauer als auch Ulbricht bettelten um die Gunst der Siegermächte, sich deren ganze Macht in einem geteilten Deutschland zu unterwerfen und ihnen dort ihre hündischen Lakaiendienste anzubieten, um von der Spaltung und Knechtung des deutschen Volkes ein Stückchen für sich behalten zu dürfen. Die Gefahr der Zerreißung Deutschlands nach dem Krieg wuchs mit jedem Tag und mit jedem Jahr, in dem sich die reaktionären, bourgeoisen Kräfte zu erholen begannen und wieder aus ihren Rattenlöchern krochen. Deutschland geriet schließlich immer weiter ins Netz herrschender Kreise von anglo-amerikanischen Ausbeutern und Unterdrückern, die sich auf ihre deutsche Quislinge stützen und diese hochpäppeln konnten. Die Revisionisten im Osten halfen ihnen dabei tatkräftig !

Ulbricht hatte gegenüber Stalins Neutralitätspolitik seine eigene Spalterpolitik schon im Jahre 1950 betrieben und genau das hat dem wirklichen Aufbau des Sozialismus in ganz Deutschland schließlich den größten Schaden zugefügt. Ulbricht wollte sich an Stalins gedeckten Tisch setzen und sich von der Roten Armee beschützen lassen. Der moderne Revisionismus ist eine sozialistische Heuschreckenplage. - Deswegen war Ulbricht von Anfang an ein Verräter am deutschen Volk, ein Verräter am einheitlichen, unabhängigen, demokratischen und friedliebenden Deutschland, ein Verräter am Sozialismus und am proletarischen Internationalismus, ein Verräter an der Sowjetunion, ein Verräter an Stalin. Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter und Bauern – das war stets die Linie, die Ulbricht in den kommunistischen Reihen in die Praxis umsetzte. Er geht in die Geschichte ein als derjenige, welcher den Sozialismus auf deutschem Boden verindert hat - „im Namen des Sozialismus“. Alle seine heuchlerischen Schwüre auf Stalin und auf dessen revolutionäre Deutschlandpolitik verschwanden später aus sämtlichen historischen Dokumenten der DDR, wurde Stalin und seine Deutschlandpolitik vom sozialfaschistischen Staat der DDR zur Unperson erklärt. Die westlichen Feinde des Stalinismus haben Ulbricht schlauer Weise als „Stalinisten“ tituliert und bezeichnen ihn auch weiter so, um Ulbrichts Verbrechen am deutschen Volk den Stalinisten, dem Stalinismus in die Schuhe zu schieben und von ihren eigenen Verbrechen am deutschen Volk abzulenken-. Ulbricht war der schlimmste Anti-Stalinist – der verbrecherischste Anti-Kommunist auf deutschem Boden. An der revisionistischen Politik Ulbrichts scheiden sich die Geister !

Auf der Basis vollendeter Tatsachen eines mit einem vereinten, neutralen Deutschland abgeschlossenen Friedensvertrages , wären den Amerikanern und allen ihren Lakaien die Hände gebunden gewesen, könnten sie ihren Marshallplan nicht widerstandslos verwirklichen, könnten sie die Souveränität, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit eines neuen Deutschlands nicht so ohne Weiteres völkerrechtlich verletzen, könnten sie einen Adenauer nicht so ohne Weiteres als Quisling einsetzen, um die westdeutsche Besatzungszone als Kolonie dem westlichen Imperialismus einzuverleiben. Und vor allem hätten sie sich an einem sozialistischen Deutschland die Zähne ausgebissen. Mehr noch: ein sozialistisches Deutschland hätte den Niedergang des Weltimperialismus und den Weg zum Weltsozialismus beschleunigt. Die Fehler der Novemberrevolution, die Spaltung der deutschen Arbeiterklasse, hätte korrigiert und die sozialistische Revolution in einem vereinigten Deutschland siegreich vollendet werden können. Aber selbst ein demokratisches, unabhängiges und friedliebende Deutschland wäre mitten in Europa ein anti-imperialistisches Bollwerk des Friedens gewesen – zumindest für eine gewisse Zeit, um die revolutionären Kräfte zu mobilisieren. Es wäre für die Entwicklung des Sozialismus in der Sowjetunion vorteilhaft und damit für die Basis der Weltrevolution, für das im Werden begriffene sozialistische Lager wäre es von großem Wert gewesen, es wäre förderlich für die sozialistische Revolution in den kapitalistische Ländern, wäre eine glänzende Bestätigung der Lehren des Stalinismus, wäre die richtige Antwort auf die Mörder Stalins.

Das Potsdamer Abkommen ließ sich von den Westmächten leichter verletzen in einem gespaltenen Deutschland und so glaubten sie, schließlich mehr Nutzen aus einer Spaltung als aus der Einheit Deutschlands ziehen zu können, das sich damals gegenüber der Sowjetunion zumindest neutral verhalten hätte und somit als anti-bolschewistisches Bollwerk der angloamerikanischen Imperialisten ungeeignet gewesen. Das deutsche Volk hat sich zwar gegen die Spaltung gewehrt – an der Spitze Kommunisten und Demokraten. Seine revolutionären und nationalen Kräfte erwiesen sich jedoch als zu schwach gegenüber den Spaltern in Ost und West, die ihnen in den Rücken fielen. Anstatt die Spalter abzuschütteln und seine Vereinigung selbst in die Hand zu nehmen, hatte das deutsche Volk die Spaltung letztlich mit sich geschehen lassen. Mit dem Verlust seiner nationalen Einheit trug und ertrug das deutsche Volk jahrzehntelang die schwere, schmerzvolle und blutige Kette seiner Spaltung, litt es schwer unter dem Kalten Krieg, den die Supermächte auf deutschem Boden austrugen, lebte es in ständiger Angst, wieder zum Schlachtfeld eines 3. Weltkrieges zu werden. Das deutsche Volk hätte auf Stalin hören sollen, dann wäre ihm viel Leid erspart geblieben. Es gibt nur eine Lehre daraus: In Zukunft besser auf die Lehren Stalins zu hören und dazu beizutragen, das sein großes Werk vollendet wird, nicht zuletzt auch im Interesse des deutschen Volkes.

Stalin war ganz bewusst für ein einheitliches, unabhängiges, demokratisches, friedliebendes Deutschland, nicht weil er etwa gar kein sozialistisches Deutschland wollte (wer so von Stalin denkt, hat Stalin nie begriffen!), sondern weil er gerade darin die maximalsten Voraussetzung für die Schaffung eines zukünftigen sozialistischen Deutschlands für gegeben erachtete. Und diese Linie haben wir Stalinisten in der ganzen Welt immer verteidigt. Ein Sozialismus in einem gespalteten Deutschland war früher oder später zum Scheitern verurteilt. Stalin war entschieden für die Einführung sozialistischer Maßnahmen, aber das musste taktisch klug angestellt werden, damit die misstrauisch gewordenen westlichen imperialistischen Mächte vor vollendete Tatsachen gestellt werden konnten. Stalin hat mit deutschen Vertretern alles vorher freundschaftlich beratschlagt wie man an den Aufbau des Sozialismus richtig herangehen muss. Die Revisionisten gaben vor, die Ratschläge von Stalin zu beherzigen und sie ehrlich umzusetzen, aber sie gingen nur halbherzig an diese Aufgabe heran, setzten schließlich alles aufs Spiel und verrieten Stalin und das deutsche Volk.

Nach Ansicht von Stalin waren die Westmächte verpflichtet gewesen, sich an das Potsdamer Abkommen zu halten und sie wären in einem vereinigten Deutschland mit einem verbindlichen Friedensvertrag nicht so einfach an Stalins Deutschlandpolitik vorbeigekommen. Die Bedingungen waren – zugegebenermaßen – eine Gratwanderung, aber dieses wegweisende Werk Stalins hätte durchaus Aussicht auf Erfolg gehabt, wenn ihm die Revisionisten in der SU und in Deutschland nicht in den Rücken gefallen wären, und vor allem, wenn das deutsche Volk Stalins Ratschlag konsequent befolgt hätte. Ulbricht widersetzte sich der Stalin`schen Linie und zögerte den Einigungsprozess Deutschlands nicht nur künstlich hinaus ( mit den Westalliierten zusammen!!), sondern sabotierte die Einheit ganz offen und direkt: In Worten für die Einheit – in Taten für die Spaltung! Das war die revisionistische Linie Ulbrichts gegen die marxistisch-leninistische Linie Stalins in der Deutschlandpolitik. Ja, Ulbricht ließ noch nicht einmal alle Stalinnoten zu den Vereinigungsverhandlungen in der DDR veröffentlichen !!

Natürlich wollte Stalin den Sozialismus in Deutschland, aber er wollte und konnte ihn dem deutschen Volk in keinster Weise aufzwingen oder sich in dessen inneren Angelegenheiten einmischen. Der Sozialismus in Deutschland kann nur von der deutschen Arbeiterklasse selbst aufgebaut werden und von niemandem sonst – das ist Marxismus-Leninismus- und an den hat sich Stalin gehalten, ob man es nun zugeben will oder nicht ! Das betraf auch die Haltung zu den Revisionisten in Deutschland. Sie zu entlarven sah er als seine Pflicht an. Ob aber die Arbeiterklasse Ulbricht an der Macht halten oder ihn stürzen würde, das zu entscheiden hat Stalin einzig und allein der deutschen Arbeiterklasse, dem deutschen Volk überlassen. Auch diese Frage sah er als innere Angelegenheit der Deutschen an, in die er sich nicht einmischte.

Was den Sozialismus anbelangte, so war er natürlich war er bereit, - aus der Distanz - als Freund des deutschen Volkes sozialistische Ratschläge und Unterstützung zu geben, aber Stalin vermied es tunlichst, den Westen mit plakativen Ausrufungen eines „beschleunigten Aufbaus des Sozialismus in Ostdeutschland“ (neuer Kurs Ulbrichts Referat auf der II. Parteikonferenz vom 9. - 12. Juli 1952) zu provozieren. Ulbrichts Linie war offen und frech gegen die Beschlüsse Stalins gerichtet. Stalin wollte den Kalten Krieg nicht unnötig anheizen, wollte den Imperialisten keine Vorwände zur Rechtfertigung ihrer verbrecherischen Machenschaften gegenüber dem deutschen Volk liefern. Er wollte die Vereinigung Deutschlands durch zügige Einigungsverhandlungen unter Dach und Fach bringen, um auf dieser Grundlage den Abschluss eines Friedensvertrages zu beschleunigen, dessen Entwurf er selber ausgearbeitet und unterbreitet hatte – und es gibt eine ganze Reihe von „Stalinnoten“, die beweisen, wie sehr er sich um die Beschleunigung dieses Friedensprozesses bemühte. Er richtete sein Augenmerk dabei gegen alles, was dies gefährden könnte, auch gegen Widerstände in seinen eigenen Reihen kurz vorm XIX. Parteitag. Auf dem XIX. Parteitag sagte Stalin in seiner Schlusswortrede am 14. Oktober 1952 – und dieses Zitat ist hier konkret auf die aktuellen Verhältnisse in Deutschland anzuwenden und also als allgemeiner Ausdruck seiner revolutionären Linie seiner Deutschlandpolitik zu werten:

Früher leistete es sich die Bourgeoisie, sich liberal aufzuspielen; sie trat für bürgerlich-demokratische Freiheiten ein und erwarb sich damit Popularität im Volke. Jetzt ist von Liberalismus auch nicht eine Spur geblieben. Es gibt keine so genannte 'Freiheit der Persönlichkeit` mehr – die Rechte der Persönlichkeit werden jetzt nur bei denen anerkannt, die Kapital besitzen, alle übrigen Bürger aber werden als menschlicher Rohstoff betrachtet, der nur zur Ausbeutung taugt. In den Staub getreten ist das Prinzip der Gleichberechtigung der Menschen und Nationen, es ist ersetzt durch das Prinzip der vollen rechte für die ausbeutende Minderheit und der Rechtlosigkeit der ausgebeuteten Mehrheit der Bürger. Das Banner der bürgerlich-demokratischen Freiheiten ist über Bord geworfen. Ich denke, dass Sie, die Vertreter der kommunistischen und demokratischen Parteien, dieses Banner werden erheben und vorantragen müssen, wenn Sie die Mehrheit des Volkes um sich sammeln wollen. Es gibt sonst niemanden, der es erheben könnte“ (Stalin Werke Band 17, Seite 189, KPD/ML 1973).

Was die Großbourgeoisie in Ostdeutschland anbelangte, so wählte diese den Weg nach Westen in die Emigration. Eben diese emigrierte Großbourgeoisie gehörte später zu den eifrigsten Vertretern des Revanchismus, zu den übelsten Anti-Stalinisten.

Wer am 17. Juni 1953 dieses stalinsche Banner über Bord geworfen hatte, war kein anderer als Walter Ulbricht, denn von einer Mehrheit des Volkes“, also der Einheit des deutschen Volkes, wollte dieser größte Spalter der Nation nichts wissen. Er hatte nur seine eigenen Interessen vor Augen.

Stalin war gegen Ulbrichts sektiererischen, abenteuerlichen Kurs, der mit der II. Parteikonferenz vom Juli 1952 eingeschlagen wurde. Postwendend folgte die Stalinnote vom 23. August 1952, um Ulbricht wieder auf Kurs zu bringen. Und was macht Ulbricht? Er tat so als würde er sich fügen, aber in Wirklichkeit widersetzte er sich den Parteibeschlüssen zur Wiedervereinigung und trieb stattdessen seinen spalterischen Kurs des „beschleunigten Aufbaus des Sozialismus“ immer weiter voran, so als hätte es nie einen 17. Juni 1953 gegeben. Er bekämpfte die Befürworter der stalinschen Deutschlandpolitik in den eigenen Reihen, beschimpfte sie alsFeinde des Sozialismus“, als Kapitulanten“ undSozialdemokraten“. Er stellte sie schließlich nach dem 17. Juni 1953 „als Parteifeinde“ kalt. In Wahrheit war es, der Erz-Revisionist Ulbricht selber, der mit seiner antistalinistischen Politik den Aufstand der Arbeiterklasse in der DDR mit provoziert hatte. Er ließ unzählige Provokationen vom Stapel, um auf Kosten der Einheit des deutschen Volkes Herrscher in seinem kleinen „Königreich“ zu werden, das die Sowjetunion ihm schön herrichten und finanzieren sollte. Er provozierte also alle Alliierten einschließlich die Sowjetunion, um deren Widersprüche für sich auszuschlachten. Nur, was hatte Ulbricht schon in Händen ? Nichts. Die Arbeiterklasse hatte er gegen sich aufgebracht, so dass ein Teil in den Westen und der andere Teil gegen ihn auf die Barrikaden ging. Ulbricht hatte die Sowjetregierung in enorme Schwierigkeiten gebracht: in Worten schwor er der Sowjetunion die Treue, aber in Taten verriet er sie. Dem Westen lieferte er mit seinem provokativem Auftreten Munition, sich Westdeutschland einzuverleiben. Die revisionistischen Sowjetführer waren verständlicherweise ziemlich sauer auf Ulbrichts Eskapaden, weil er ihre eigenen verräterischen Pläne durcheinander brachte und sie hatten seine Absetzung schon in der Tasche, die sie ihm auch vor seine eigene Nase hielten.

In Wirklichkeit musste Ulbricht schließlich die Kröte Chruschtschows am 2. - 4. Juni 1953 in Moskau schlucken, ob er es nun wollte oder nicht, er war und blieb nur ein kleiner Lakai, der dem Willen der neuen Moskauer Kreml-Zaren völlig ausgeliefert war. So paradox es auch klingen mag: Im Endeffekt war es Berija, der Ulbrichts Kopf unfreiwillig gerettet hatte, obwohl er Ulbricht beseitigen wollte, mit der Folge, seinen eigenen Kopf zu verlieren. Die russischen Truppen der neuen Kreml-Zaren schützten die DDR-Regierung vor der Arbeiterklasse und nicht die Arbeiterklasse vor der DDR-Regierung. Im Grunde genommen hätten die deutschen Marxisten-Leninisten noch zu Lebzeiten Stalins eine reelle Chance gehabt, die Machtpläne der Revisionisten zu vereiteln, ja selbst noch am Tag des 17. Juni 1953 war das noch, wenn auch sehr bedingt möglich, denn so gelähmt wie am 17. Juni waren die DDR-Revisionisten erst wieder 1989. Aber wie in der Novemberrevolution scheiterte die Arbeiterklasse daran, dass sie nicht über eine marxistisch-leninistische, über eine wahrhaft bolschewistische Partei verfügte. Das ist das ganze A & O der Schwäche der deutschen Arbeiterklasse und daraus muss die Arbeiterklasse endlich Lehren ziehen. Nach dem 17. Juni wäre der Arbeiterklasse der revolutionären Sturz des revisionistischen Regimes und die Vertreibung der Besatzertruppen nur noch mit Hilfe ihrer illegal aufgebauten bolschewistischen Partei gelungen. Und diese Partei hat tatsächlich existiert. Es war die KPD/ML, die 1975 in der DDR gegründet wurde. Historisch gesehen war es die einzige stalinistische Partei, die jemals in den revisionistischen Ländern für den revolutionären Sturz der revisionistischen Cliquen, und für den Sozialismus gekämpft hatte.

Stalin war gegen Ulbricht. Er wollte ein vereinigtes Deutschland, einen gesamtdeutschen Staat, einen Staat, in dem die Volksdemokratie verwirklicht wird, in dem dann Bedingungen für die Revolution und den Aufbau des Sozialismus vom deutschen Volk selbst geschaffen werden konnten. Stalin war niemals für einen solchen deutschen „Sozialismus“, in dem das deutsche Volk auf seine Einheit und seine demokratischen Rechte zu verzichten hätte. Den Sozialismus kann keine gespaltene, sondern nur eine vereinigte Arbeiterklasse aufbauen. Der Sozialismus kann nur durch eine vereinigte Arbeiterklasse, auf den von ihr selbst eroberten und verwirklichten demokratischen Grundlagen in ganz Deutschland aufgebaut werden – uns zwar unter der von der Arbeiterklasse geführten revolutionären, marxistisch-leninistischen Partei. Alles andere ist anti-proletarisch, anti-sozialistisch – und sozialistisch in Worten, aber revisionistisch in Taten - das war eben der SED-Staat – und zwar von Anfang an, was nicht heißt, dass die Arbeiterklasse keine Erfolge in Richtung Sozialismus aufzuweisen hatte. Trotz der revisionistischen Führung hatte die Arbeiterklasse in Ostdeutschland das Potsdamer Abkommen in herausragender Weise in die Tat umgesetzt, war sie auf dem Weg zum Sozialismus, kämpfte sie für den Sozialismus, aber ohne bolschewistische Partei waren die Anstrengungen der Arbeiterklasse begrenzt. Der Schwachpunkt war nicht die Arbeiterklasse, sondern die mehrheitlich revisionistische Führung, die am 17. Juni ihren vollkommenen Bankrott unter Beweis stellte. Spätestens am 17. Juni 1953 hätten die revisionistischen Führer um Ulbricht entmachtet und marxistisch-leninistische Führer an die Spitze der Partei gestellt werden müssen. Aber die SED selbst war ja ein Produkt der Einheit mit dem Sozialdemokratismus. Man kann den Sozialdemokratismus nicht bolschewisieren, sondern den Sozialismus nur auf den Trümmern des Sozialdemokratismus aufbauen – das war die revolutionäre Linie Ernst Thälmanns. Diese marxistisch-leninistische Lehre fand keine Anwendung, weil sie von niemandem auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Es gab nach dem Krieg Möglichkeiten genug und auch durchaus hoffnungsvolle Ansätze für eine wirkliche Diktatur des Proletariats auf deutschem Boden dank Stalin, aber sie wurden von den revisionistischen Führern verraten, im Keim erstickt und der Sozialismus war deshalb zum Scheitern verurteilt. Dieser revisionistisch-sozialdemokratische Verrat an der Arbeiterklasse, ihre revolutionäre Führungslosigkeit, ist unbestreitbar die wichtigste Lehre aus der deutschen Geschichte der Arbeiterklasse.

Was wollte Berija in Deutschland ? Berija tarnte sich mit der Deutschlandpolitik Stalins und darauf beruht auch der heutige Verrat der Berijaner. Berija wollte ein starkes menschewistisches Deutschland und kämpfte mit den menschewistischen Kräften in Deutschland gegen die bolschewistischen Kräfte der Deutschlandpolitik Stalins, die mit dem Tod Stalins einknickten. Für Berija stellte Deutschland ein Brückenkopf - Pakt zwischen einem restaurierten Kapitalismus in der UdSSR und dem angloamerikanischen Imperialismus dar, also ein Brückenkopf zur Verwirklichung seiner welt-hegemonistischen Pläne . Berija verfolgte also nicht die sozialistische Friedenspolitik Stalins, sondern eine imperialistische Kriegspolitik, bei der Deutschland als Aufmarschgebiet gegen den angloamerikanischen Weltimperialismus herhalten sollte. Deutschland sollte für Berija zum Schlachtfeld der Supermächte werden, um dort auf dem Rücken des deutschen Volkes den Kampf um die Weltherrschaft auszutragen.

Für Stalin war Deutschland genau das Gegenteil eines Brückenkopfes. ER betrachtete Deutschland als das entscheidende Schlachtfeld zwischen dem kapitalistischen und sozialistischen Weltlager, als Schauplatz des internationalen Klassenkampfes, wobei er von Anfang an großes Vertrauen zum deutschen revolutionären Proletariat hegte und dessen welthistorische Mission richtig einschätzte. Ein sozialistisches Deutschland wäre nicht nur für das deutsche Volk eine Erlösung vom deutschen Imperialismus, sondern nach dem Krieg hätte ein sozialistisches Deutschland das sichere Ende des Weltimperialismus bedeutet. Dem deutschen Proletariat einen ehrenvollen Platz im Kampf für die Weltmacht des Sozialismus zu weisen – und das deutsche Proletariat dabei zu unterstützen – das war die Linie seines proletarischen Internationalismus, der die Deutschlandpolitik Stalins folgte.

ER war es, der diese Linie nicht erst mit der Besetzung Hitlerdeutschlands verfolgte. Schon Lenin setzte seine Hoffnung auf das rote deutsche Proletariat als Brückenkopf zwischen der UdSSR und der Weltrevolution, und Stalin versuchte es in einen verlängerten Arm und erweiterte Basis zu verwandeln, indem er mit großem Einsatz die Linie des Genossen Ernst Thälmanns unterstützte und den deutschen Bolschewismus stärkte (auch durch bolschewistische Kritik und Selbstkritik!), wo er nur konnte. Berija aber wollte nicht etwa den deutschen Bolschewismus stärken, sondern diesen – ganz im Gegenteil - schwächen, ja ihn liquidieren. Berija wollte das alte revolutionäre Band zwischen dem Proletariat der UdSSR und dem Proletariat Deutschlands mit Hilfe des Mordes an Genossen Stalin durchschneiden. Berija konnte dieses Band zwar empfindlich beschädigen, aber nicht vernichten - solange es in der UdSSR und in Deutschland Stalinisten gibt, die dieses starke Band des proletarischen Internationalismus, eines der stärksten Bänder des proletarischen Internationalismus in der Zeit zwischen Marx und Stalin, treu verteidigten und heute weiter verteidigen.

Berijas und Chruschtschows Deutschlandpolitik waren ihrem anti-stalinistischen Wesen nach gleich, aber sie unterschieden sich in der taktischen Umsetzung, was natürlich weitreichende politische Folgen mit sich brachte – nicht zuletzt sollte dies den weiteren Verlauf der Geschichte des Berijanertums und die ideologische Motivation seines Einflusses auf die marxistisch-leninistische Weltbewegung maßgeblich bestimmen.

Wir kommen hier zur Beerdigungsfeier des Berijanertums – um uns von diesem dahingeschiedenen, einst so fanatisierten „agent provocateur“ innerhalb der anti-revisionistischen Weltbewegung für immer zu verabschieden. Für uns Stalinisten sind die Berijaner gestorben.

Der Putsch Berijas, angezettelt in der DDR gegen seine Rivalen in Moskau, wurde mit dem Putsch seiner Rivalen gegen ihn in Moskau umgehend gekontert und zerschlagen. Das war nicht nur das Atem beraubendste anti-kommunistische Kriminalstück hinter der Bühne der Weltgeschichte, sondern die schmerzhafteste Wunde, die dem Berijanertum jemals zugefügt wurde. Diese Wunde verursachte derartige Schmerzen, dass das herzzerreißende Stöhnen aus allen Schriften des Berijanertums nicht zu überhören ist. Diese Tantalusqualen, die die Berijaner seit Jahrzehnten bis zu ihrem Ende erdulden müssen, waren es, die zunächst unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere kameradschaftliche Solidarität mit ihnen erweckten. Wir glaubten anfangs tatsächlich, dass ihr Hass und unser Hass auf den modernen Revisionismus stalinistisch-hoxhaistischen Ursprungs seien und dass ihr Hass und unser Hass zu einer gemeinsamen Kraft gegen den Revisionismus zusammenwachsen würde. Wir merkten aber schnell, dass uns im Kampf gegen den Revisionismus Welten voneinander trennten, dass ihr konterrevolutionärer „Anti-Revisionismus“ und unser revolutionärer Anti-Revisionismus nicht nur miteinander unvereinbar waren, sondern sich auch feindlich gegenüberstanden, dass wir den ideologischen Kampf „wer-wen?“ unvermeidlich auszufechten hatten. Die Berijaner verurteilen alle , die die Tarnkappe des „Stalinismus“ abgeworfen hatten oder sich weigerten, sie wieder aufzusetzen.

Nur um diese berijanische Maske zu retten, sahen sie sich als Agenten des angloamerikanischen Imperialismus gezwungen, einen Scheinkampf gegen den Revisionismus zu führen. Von der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit dieses Scheinkampfes gegen den Revisionismus hing es für diese angloamerikanischen Agenten ab, ihre Wühlarbeit in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung fortsetzen zu können oder nicht. Mit der Entlarvung dieses Scheinmanövers hat die Komintern / ML das Schicksal des Berijanertums besiegelt und somit einen Sieg des Zurückdrängens des bürgerlichen Einflusses des Weltimperialismus innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung errungen.

Dies ist ein kleiner Beitrag, den die Komintern / ML zur ihrer Befreiung von bürgerlichen Einflüssen geleistet hat, der die marxistisch-leninistischen Weltbewegung insgesamt stärken wird und der das Vertrauen der treu ergebenen Marxisten-Leninisten in die Komintern / ML genauso festigt wie das Vertrauen der treu ergebenen Komintern / ML in die marxistisch-leninistische Weltbewegung.

Aus der Liquidierung Berijas durch die Chruschtschowianer lässt sich von uns Stalinisten das tiefe Trauma der Berijaner nicht einmal annähernd erahnen, welches sie zur blinden Wut anstachelte, eine Wut, mit der sie sich am Ende selber entlarvt haben und die sie nun begraben müssen, weil ihr Ziel verfehlt ist. Solange das Berijanertum durch den Mord an Berija fieberhaft um Vergeltung, um seine politische Daseinsberechtigung kämpfen musste, war es für uns Stalinisten eine große Gefahr. Da wir aber nun dem Berijanertum ideologisch die verbitterten Zähne gezogen haben, kann sich das von innerer Unrast getriebene Berijanertum endlich zur Ruhe setzen und sich aufs Altenteil der Geschichte zurückziehen.

Wir helfen den Berijanern im Grunde nur solidarisch dabei, sich von ihrem schrecklichen Trauma zu befreien. Nun haben wir das Berijanertum neben seinem Berija begraben, damit beide in Ewigkeit vereint in Frieden ruhen können.

Die verbrecherische Deutschlandpolitik Chruschtschows haben wir Stalinisten seit über 40 Jahren in Wort und Tat bekämpft und wir wollen hier unseren marxistisch-leninistischen Standpunkt gegenüber dem modernen Sowjetrevisionismus nicht unnötig wiederholen. Wir wollen nur an die Tatsache erinnern, dass Berija und Chruschtschow zwar schon zu Lebzeiten Stalins Rivalen waren, was sie aber nicht daran hinderte, gemeinsam die Verschwörung gegen den Stalinismus zu planen und durchzuführen. Der Verrat an Stalins Deutschlandpolitik, der Verrat am Sozialismus in Deutschland, der Verrat an der deutschen Arbeiterklasse und ihrer Revolution, der Verrat am deutschen Volk - geht also auf ihrer beider verbrecherisches Konto !!

Berija wollte den russisch besetzten Teil Deutschlands als Kriegsbeute an die Amerikaner um jeden Preis und ohne jede Bedingungen für 10 Milliarden Dollar verkaufen. Berija verzichtete bewusst und vollständig auf die historische Option der weiteren Ausbreitung des Sozialismus, um damit bei den reichen Amis Kasse zu machen. Berija spekulierte auf die Nachkriegskonjunktur und wollte die Konjunktur des Kalten Krieges auszunutzen für Zugeständnisse an die kapitalistischen Staaten, um sie zu neutralisieren und von ihnen Unterstützung zu erhalten für die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR. Berija betrachtete Deutschland als Schacherobjekt bei seinen internationalen Transaktionsplänen, sowie alle anderen Vertreter der Großmächte dies im Interesse ihres Welthegemoniestrebens taten. Die großen Siegerfische verschlucken die besiegten und kleinen Fische. Ostdeutschland sollte ein autonomes Gebiet im vereinigten Deutschland sein. Er tat dabei gerade so, als würde er auf Deutschland einen Besitzanspruch haben. Das Schicksal des deutschen Volkes ging ihm am Arsch vorbei. Die für die „Transaktion“ notwendigen Sondierungen mit dem Westen, unter anderem auch mit Adenauer sollten unter strengster Geheimhaltung von seinen eigenen Geheimdienstleuten durchgeführt werden und zwar an Molotow und dem Außenministerium, und vor allem an der KPdSU, vorbei. Erst in einer zweiten Gesprächphase sollte Molotow eingeschaltet werden, wenn er die Sache schon gedeichselt hatte und Molotow nur noch unterzeichnen konnte. Maßgebend für Berijas Deutschlandpolitik war ein abenteuerlicher Alleingang eines Intriganten, der seine Kriegskünste und militärische Potenz maßlos überschätzte. Berija richtete seine menschewistische Geheimdiplomatie gegen Stalin, um sie nach dessen Tod noch viel weiter auszudehnen. Er war aber nicht nur ein gerissener und skrupelloser Geheimdiplomat, sondern zog auch seine Fäden zur Provokation eines Putsches gegen den Erzrevisionist Ulbricht. Beija war maßgeblich für die blutigen Ereignisse des 17. Juni verantwortlich. Schon bald verlor die SU die Kontrolle über die Ereignisse in Deutschland, nicht zuletzt auf Grund von Berijas abenteuerliche Offensive. Im Mai und Juni 1953 fanden zwischen Moskau und DDR Debatten statt. Wollweber, Zaisser und andere Nachrichtenoffiziere Berijas berichteten über einen tiefen Riss in der ostdeutschen Führungsspitze infolge von Ulbrichts Aussage (!!!!). Nach Ulbrichts „unbedachten Äußerungen“ (Sudoplatow. Seite 422) sei das Ziel ein von der SU hochgepäppelter SED- Staat der „Diktatur des Proletariats“ - also kein Sozialismus, sondern eine Kolonie der revisionistischen SU. Genau diese Aussage heizte den Bruch mit dem bisherigen Stalinschen Kurs der Vereinigung Deutschlands an. Judin wurde gerügt. Molotow forderte vom Präsidium eine Resolution, dass das Ziel des beschleunigten Aufbaus des Sozialismus in Deutschland falsch sei. „Doch“ (???? Sudoplatow S. 423) Berija, der ein neutrales, vereinigtes Deutschland anstrebte, war der Meinung, mit einem instabilen sozialistischen Deutschland, dessen Bestehen ständig von der Unterstützung der SU abhinge, sei nicht gedient. Molotow widersprach aufs Heftigste und bald richteten Berija, Malenkow und Molotow eine Kommission zur Ausarbeitung der künftigen sowjetischen Politik für Ostdeutschland ein. DDR und Polen sollten als sozialimperialistische Kolonien hochgepäppelt werden. Das bedeutete aber Abschied von der Wiedervereinigung, Abschied vom Vermächtnis Stalins, dass das deutsche Volk selber über sein Schicksal entscheidet. Das bedeutete, dem deutschen Volk seine Nation, seine Einheit zu rauben, bedeutete dem Willen der Supermächte gnadenlos ausgeliefert zu sein, Deutschland auszubeuten und zu unterdrücken. Das war der SU-Plan zur Versklavung Deutschlands. Berija wollte Einvernehmen mit dem Westen, dass jeder sein Stück Kuchen „friedlich“ mit nach Hause nimmt. Er war mit den Forderungen der Westalliierten einverstanden dass sich die Sowjetunion von ihren Sozialismusplänen in Deutschland für immer verabschiedet. So fügt sich das Puzzle des Berijanertums zusammen, aus dem – getarnt mit Berijas „Verteidigung“ der stalinschen Deutschlandpolitik – in Wahrheit die Fratze einer Agentur des angloamerikanischen Imperialismus in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung hervorschaut.

Berija inszenierte den 17. Juni 1953. Das war wirklich das Werk der Westalliierten, aber ohne Berija nicht durchführbar. Berija putschte in Ostberlin gegen die Chruschtschowianer. Der Putsch wurde niedergeschlagen und der Putschist erschossen. Am 17. Juni wurde Zaisser aus der SED ausgeschlossen. Zaisser und Herrnstedt waren die Leute, die in der DDR den „Neuen Berijanischen Kurs“ der revisionistischen Sowjetführer umsetzen sollten. So wie in der UdSSR Berijas Superministerium aufgelöst wurde, so degradierten die Chruschtschowianer auch den MfS in ein Staatssekretariat des Innenministeriums (Minister Stoph, Sekretär Wollweber, Stellv. Sekretär Mielke. Ulbricht verstand es, Berijas Mielke zu seinem Mann zu machen, insbesondere, nachdem Berija liquidiert worden war. Zaissers Schiene lief indirekt über Berijas Mann Gogolidze (Gespräche am 20. und 24. Juni 1953), während Mielke mit Berija vorher noch in direktem Kontakt stand. Mielke war Berijaner und Ulbricht in der Zwickmühle. Aber mit Hilfe der Chruschtschowianer rettete er seinen Kopf, was ihn zu einem der widerlichsten Speichellecker Chruschtschows machte. Was sich im Großen in der UdSSR zwischen den Berijanern und Chruschtschowianern abspielte, das spiegelte sich im Kleinen auch zwischen den beiden revisionistischen Fraktionen in der DDR wider. Der 17. Juni 1953 war Ausdruck des Machtkampfes zwischen den Berijanern und den Chruschtschowianern. Die einen stützten sich auf die Macht des Staates und seinen Staatstruppen Berijas, die anderen auf die Macht der Partei, auf die Macht der Armee Chruschtschows. Die „mächtigen Anti-Stalinisten der Parteisiegten über die „mächtigen Anti-Stalinisten des Staates, sowohl in der UdSSR als auch unmittelbar darauf in der DDR.

Der Kampf um die DDR war alles andere als ein Kampf zwischen Menschewiki und Bolschewiki, sondern ein Machtkampf zweier rivalisierender Gruppierungen des Anti-Stalinismus, wobei die deutschen Berijaner rechts [reformistisch !!] vom Chruschtschowianer Ulbricht (revisionistisch!!) standen. In der Deutschlandpolitik verstecken sich die Berijaner heute weiterhin hinter dem Stalinismus, was sie gefährlicher erscheinen lässt, während die deutschen Chruschtschowianer spätestens mit dem XX. Parteitag ihre stalinistische Tarnkappe mit der leninistischen Tarnkappe eintauschten. „Prinzipienfest“ blieben die Berijaner lediglich gegenüber ihrer stalinistischen Tarnkappe – und ihre Wut über uns Stalinisten ist verständlich, wenn wir ihre betrügerische Art und Weise von „Prinzipienfestigkeit“ nicht mit einer Eintrittskarte in die marxistisch-leninistische Weltbewegung belohnen.

Was sich im Präsidium der KPdSU nach Stalins Tod abspielte, das kam schließlich am Aufstand des 17. Juni 1953 in der DDR offen zum Ausdruck. Von einigen Historikern ist zu hören, dass Berija bereits am 16. Juni 1953 die Straßenaufmärsche zum Sturz Ulbrichts heimlich angezettelt haben soll. Erstens passt das zum Handwerkszeug Berijas, Aufstände zu provozieren und zweitens versuchte er, die Präsidiumsmitglieder durch vollendete Tatsachen zum Handeln zu zwingen, nämlich Ulbrichts Pläne zu vereiteln, sich von der Sowjetunion „sozialistisch“ beschenken zu lassen, und aus den festgefahrenen Deutschland-Verhandlungen der Alliierten sein eigenes Königreich aufbauen zu lassen. Es gibt Leute, die Berija dafür Beifall klatschen, aber Berija hatte dabei ja gar nicht die Verteidigung der marxistisch-leninistischen Linie Stalins im Auge- er stand noch weiter rechts als Chruschtschow – das ist doch die Wahrheit, die mit dem 17. Juni 1953 zu Tage trat. 1953 Zaisser wurde mit Berija in Verbindung gebracht und Chruschtschow beauftragte Ulbricht, ihn abzusetzen:Was tun Sie mit einem Minister für Staatssicherheit, der uns über ideologische Divergenzen in ihrer Partei unterrichtet? Das entspricht ganz der Tradition von Berija und Merkulow“. Der MfS war vom KGB kontrolliert, das heißt, sowohl Zaisser als auch Wollweber haben im Auftrag der sowjetischen Revisionisten interne Informationen über die SED-Führung weitergeleitet – waren NKWD-Offiziere, die Berija und nach dessen Liquidierung Chruschtschow in die Hände arbeiteten.

Statt auf die Verlangsamung des Tempos des Sozialismus und auf die Hinarbeit zur Einheit einzugehen, der Linie, die am 5. Juni 1953 von der SU vorgegeben wurde, zögerte Ulbricht diese Entscheidung hinaus. Seit Stalins Tod war dieser politisch von der Sowjet-Führung bereits begraben worden. Die Ulbrichts bedienten sich hingegen nach Stalins Tod weiterhin des „Personenkults“, um ihren Sozialfaschismus mit dem „Sozialismusaufbau“ zu tarnen. Als er in dieser brenzligen Situation auch noch 2 Wochen Bedenkzeit haben wollte, wurde ihm von Semjonow erklärt, dass sein SED-Staat dann schon bereits auf ein autonomes Gebiet in einem wiedervereinigten Deutschland reduziert sein kann !! Das hätte den Untergang Ulbrichts bedeutet. Da Ulbricht sich weigerte, wurde von Berija, Malenkow und Chruschtschow seine Absetzung beschlossen – all das beweist, dass es in der DDR nie die Diktatur des Proletariats gegeben hat, dass also auch von einem proletarischen Sozialismus nie die Rede sein konnte. Insofern waren die Befehlshaber der sowjetischen Panzertruppen am 17. Juni 1953 keine Befehlshaber von sozialistischen Befreiungstruppen mehr, die zur Entstehung eines neuen, demokratischen, unabhängigen und friedliebenden Deutschlands beigetragen hätten, sondern sozialimperialistische Besatzertruppen, die das Anheizen des Kalten Krieges auf Kosten des deutschen Volkes mit verschuldet hatten, ganz im Interesse von Sozialimperialisten ! Wer aber befehligte die Niederwerfung des Aufstandes vom 17. Juni 1953 ? Das war kein anderer als Berija ! Er befahl Gretschko und Semjonow, den Aufstand mit Truppen der Roten Armee niederzuschlagen, angeblich „um den Westen an den Verhandlungstisch zu zwingen“. Warum nahm er aber dabei die brutale Niederschlagung streikender Arbeiter in Kauf? Streikende Arbeiter unter Beschuss zu nehmen und sie mit Panzer zu überrollen, das konnte wohl kaum imstalinschen Geiste des proletarischen Internationalismus“ geschehen sein und das ist auch der Punkt, wo man sich entscheiden muss, ob das die Tat eines Marxisten-Leninisten sein konnte oder nicht. An den Ereignissen des 17. Juni 1953 scheiden sich die Geister !!! Die militärische Intervention des 17. Juni 1953 hat jedenfalls nicht nur dem deutschen Volk, nicht nur dem sowjetischen Volk, sondern allen Völkern der Welt mehr geschadet als genutzt. Zwei Tage später war Berija schon seines Amtes enthoben. Gretschko erhielt den Auftrag, mit Hilfe der GRU alle hohen Funktionäre des sowjetischen Staatssicherheitsdienstes festzunehmen. Berijas geheime Sondierung mit den Alliierten war im Keim erstickt worden. Am 29. Juni 1953 widerrief das Präsidium offiziell Berijas Deutschland“politik“.

Wollweber informierte Berija über die zunehmende Unruhe in Deutschland, die durch wirtschaftliche Engpässe und Lähmung der Regierungsbürokratie verursacht sei. Am 12. Juni 1953 verabschiedete das Präsidium „Maßnahmen zur Schaffung einer stabilen politischen Situation in der DDR“. Ulbricht sollte gezwungen werden, seinen Kurs zu ändern. Dieses „Maßnahmen“-Dokument ist bis heute „unauffindbar“. Ulbricht nahm Berijas Verhaftung als Anlass, seine Gegner in der Führungsspitze (Zaisser und Hernnstedt) zu bezichtigen, mit Berija gemeinsame Sache gegen ihn gemacht zu haben. Berijas zwielichtige Haltung in der Deutschlandfrage klärt sich ganz schnell und grundlegend in seiner Haltung zur Jugoslawienfrage und zur Ungarnfrage auf.

Doch kurz zuvor noch ein Abstecher zum MfS:

Mielke war nach dem Krieg in der Sowjetunion. 1946 wurde der DV dl gegründet. Berija richtete schon 1946 seinen Sicherheitsapparat in der SBZ ein (NKWD/NKGB bzw. MWD/MGB).

Stalin errichtete mit dem Politbürobeschluss vom 28. 12. 1948 einen eigenständigen Geheimdienst ein „zum Schutz der Volkswirtschaft“. Ulbricht Pieck und Grothewohl arbeiteten zu jener Zeit insgeheim gegen Abakumow und damit gegen Stalin.

Am 8. 2. 1950 erfolgte die Gründung des MfS mit Zaisser als Leiter und Mielke als Stellvertreter. Übrigens entspricht das Vernichten von StaSi-Akten genau der Methode Berijas. Alles, was ihn belastete, was seine Verbrechen ans Tageslicht bringen könnte, wurde vernichtet. Aber aus dem „Wenigen“, was übrig blieb, ist ein Riesenberg von Verbrechen sichtbar geworden. Berijas Verbrechen sind heute noch wie die Spitze eines Eisbergs.

Der sozialfaschistische StaSi der DDR – eine Kreatur Berijas !!!

Nebenbei“ bemerkt: Berija hatte seine Geheimdienstoffiziere in allen Volksdemokratien, so auch in der DDR. Mielke, der unsere KPD/ML jahrelang als „Staatsfeind Nr. 1“ mit hunderten von OMs und IMs verfolgte, war stolz darauf, ein Schüler Berijas gewesen zu sein. Mielke lernte also sein Folterhandwerk direkt von seinem Herrn Berija, der (s)ein „Meister“ (Kerkermeister) im Kampf gegen uns Stalinisten, gegen uns Marxisten-Leninisten war ! Unsere Sektion DDR der KPD/ML wurde von Berijas Schülern zerschlagen ! Und bis heute haben die Schüler Berijas, wie der ehemalige StaSi-Agent Herbert Polifka , in der abgespalteten „KPD/ML“ (Roter Stern) Spalterei betrieben. Man lese seine plumpe und dümmliche Geschichtsfälschung über den „ 40. Jahrestag der KPD/ML“ (in dem von ihm dreist usurpierten „Roten Stern“) und man versteht, um was für einen kleinen liliputiner Spitzel es sich hierbei tatsächlich handelt!.Bei uns wird die Geschichte der KPD/ML (Roter Morgen) nicht von Putin, sondern von Genossen geschrieben, die dieser Partei und dem Genossen Ernst Aust seit 1970, also fast 40 Jahre lang, treu gedient haben und weiter treu dienen !

Jeder weiß , warum die Berijaner bis heute unsere marxistisch-leninistische Sozialfaschismus-Theorie bekämpfen. Es gibt dafür nur einen einzigen Grund: Das Berijanertum ist selber eine sozialfaschistische, konterrevolutionäre Ideologie, die von den Berijanern als geheime Waffe in die Reihen der Marxisten-Leninisten geschleust worden ist. Insofern können sich die Menschen an Hand der Verbrechen des StaSi, der Verbrechen der Berijaner in Deutschland, eine annähernde Vorstellung davon machen, wie Berijas StaSi in der UdSSR und in den Volksdemokratien gewütet haben musste. So einen so genannten „marxistisch-leninistischen“ StaSi in unserem Weltsozialismus der Zukunft – Nein Danke! Niemals !

Berija benutzte die kurz nach Stalins Tod von ihm angeordnete Amnestie von politischen Schwerverbrechern, um sie für seinen Geheimdienst gegen Stalinanhänger einzusetzen. Wer hätte einen größeren Hass auf Kommunisten, auf den Stalinismus, gehabt als diese freigelassenen Häftlinge? Dies waren schließlich Berijas treueste Diener bei der Ausrottung und Verfolgung ihrer ehemaligen „Peiniger“, die sie hinter Gitter gebracht hatten. Gründlich wie er war, blieb diese Amnestie nicht auf russischem Boden beschränkt. Diese Methode wandte er in allen Unionsrepubliken, im ganzen Ostblock und auch in ganz Deutschland an (also nicht nur in der DDR!):

Berija amnestierte Naziverbrecher genauso wie es der CIA machte ! Wozu ? Er setzte sie u.a. als Agenten gegen Kommunisten ein, also Agenten, die schon mit der Gestapo genügend Erfahrung hatten, 100.000e von KPD-Genossen und deutschen Antifaschisten umzubringen. Es ist bekannt, dass die Komintern /ML davon überzeugt ist, dass Genosse Ernst Thälmann nicht von der Gestapo allein ermordet wurde, sondern dass die Nazis sich ihrer Informanten innerhalb der KPD und der Komintern bedienten, die Genossen Ernst Thälmann auslieferten, um ihn als unbequemen, politischen Gegner aus den eigenen Reihen zu entfernen (seine Treue zu Stalin und dessen Sozialfaschismus – These, sein Kampf für die sozialistische Revolution, für die soziale und nationale Befreiung des deutschen Volkes, all das war hinderlich auf dem Weg zur bürgerlichen „Demokratie“, war hinderlich für den Antikommunismus, war hinderlich im Kampf gegen Stalin!). Vom Thälmann-Stab überlebte nicht ein einziger ! Die Stalinisten ermordet und die Revisionisten alle am Leben – das ist doch mehr als merkwürdig!!! Hingegen solche Kapos der Nazis wie Honecker sie überlebten Buchenwald, machten revisionistische Karriere und wurden zu schlimmsten Feinden der deutschen Arbeiterklasse und des deutschen Volkes ! Dieser Verrat lässt sich bis in die Komintern, bis ins EKKI verfolgen – und wir haben die Namen der Verräter genannt: Pieck und Ulbricht ! Wo waren sie die ganze Zeit abgeblieben? Sie waren einzig und allein mit ihrem Verrat an Thälmann, mit ihrem Verrat an der KPD beschäftigt! Haben sie in Deutschland als Kommunist für den Sturz Hitlers gekämpft? Nein! Ulbicht hat sogar befohlen, dass das Wort „Nazi“ aus dem Vokabular der KPD zu entfernen sei. Zur Zeit des Hitler-Stalin-Pakts stellten sie den antifaschistischen kampf ein, sabotierten und bekämpften sie die Antifaschisten und mit ihnen ihre Kumpanen in der Komintern. Sogar die revisionistischen Positionen des VII. Weltkongresses verschwanden in der Versenkung. Dieses Revisionistenpack hat die KPD und ihre Genossen auf allerschändlichste Weise ihrem Schicksal überlassen ! Sie haben systematisch die Liquidierung der bolschewistischen KPD-Ernst Thälmanns und ihrer Führer betrieben. Sie sind Mörder am deutschen Kommunismus ! Haben sie während des Stalin-Hitlerpaktes auch nur einen Finger gekrümmt, um für die sozialistische Revolution in Deutschland zu kämpfen? Nein, sie haben noch nicht einmal ein Sterbenswörtchen der leisesten Kritik an Hitler von sich gegeben. In diesem Zeitraum ist in den „Werken“ Ulbrichts gähnende Leere. Was da verschwiegen wurde, entlarvt Ulbricht als Kollaborateur Hitlers ! Hauptfeind war nun plötzlich nicht mehr der Hitlerfaschismus, sondern der englische und französische Imperialismus! Sie haben die deutschen Kommunisten, die tapfer gegen den Hitlerfaschismus in ihrer Heimat kämpften und dort für den Kommunismus ihr Leben ließen, verraten. Diese „pieckfeinen Herren“ ließen die Illegalen in Stich, amüsierten sich in Moskau, ließen es sich dort gut gehen und warteten ab, bis die Rotarmisten Deutschland vom Hitlerfaschismus befreit hatten, um dort ihre Karriere auf Kosten der Sowjetvölker zu machen. Schmarotzer ! Parasiten am Körper der Kommunisten ! Als die Drecksarbeit erledigt war, bezogen sie – ohne irgendeinen Kratzer während Krieg und Faschismus auf ihrer „weißen Weste“ abbekommen zu haben - in Berlin ihre eigenen Hotels – ein guter Tausch mit ihrem Hotel in Moskau , ließen sie sich das Bett von den Sowjetvölkern machen, in das sie sich nur noch reinzulegen brauchten – so sah ihr persönlicher „friedlicher“ Weg zum Sozialismus aus – eine Schande für das revolutionäre deutsche Proletariat! Diese Antifaschisten“ wurden in ihren Moskauer Hotels herrschaftlich beköstigt, während Ernst Thälmann im KZ schmachtete ! Ernst Thälmann war der beste Stalinist, den das deutsche Volk hervorgebracht hattePieck, Ulbricht und Honecker waren Antistalinisten, waren die größten Verräter am Kommunismus, die Deutschland jemals hervorgebracht hatte ! Wenn diese revisionistischen Verbrecher nicht wären, wäre Thälmann am Leben und frei , wäre die KPD eine bolschewistische Partei geblieben, sähe es in Deutschland nach dem Krieg anders aus, würden wir vielleicht schon lange in einem vereinten, unabhängigen und sozialistischen Deutschland leben! Klar, dass der MfS die Geheimnisse ihres Verrats hütete.

Laut Sudoplatow gäbe es angeblich „zwei Ursachen“ für den Aufstand des 17. Juni: erstens die Anführer der Rebellierenden erkannten die Handlungsunfähigkeit der Regierung. Zweitens Ulbricht habe den Aufstand provoziert, indem er sich weigerte, der Forderung der streikenden Arbeiter nach Lohnerhöhung nachzukommen. Sudoplatows Meinung nach spielten beide Faktoren eine Rolle.

Zwei Tatsachen verschweigt Sudoplatow allerdings: erstens, dass Berija den Aufstand einen Tag vorher ( am 16. Juni 1953) von ausgewählten SED-Mitgliedern provozieren ließ, also initiiert hatte und zweitens, dass die Amis ihrer Taktik vom „Befreiungskampf“ der DDR-Bevölkerung folgten und dafür Berija Flankenschutz gaben.

Von einem westlich initiierten Aufstand wie ihn Ulbricht darstellte, erwähnte Sudoplatow natürlich kein einziges Wort, denn damit hätte Berijas „Deal“ mit dem Westen aufgedeckt werden können, der vorher auf dem Wege des Geheimdienstes, also auf dem Wege Sudoplatows, informiert worden war. 1939 -1953 war Berija Sudoplatows Mentor! Wer den Ehrenkodex des KGB kennt, der weiß, was Sudoplatow Berija bis in den Tod schuldig ist ! 1953 war Sudoplatow Berijas rechte Hand im KGB! Im Auftrage Berijas öffnete Sudoplatow den Imperialisten die Tür ins Zentrum Moskaus !

Als der Name Berija nach 1991 erneut in der Öffentlichkeit auftaucht, als Russland damit begann, seine Archive zu öffnen und kritische Stimmen gegen Berija wieder lauter wurden, da bricht Sudoplatow sein Schweigen, denn nun musste Berija in Schutz genommen werden, galt es zu retten, was noch zu retten war – natürlich so wir er es von Berija, wie er es als Geheimdienstler verinnerlicht hat – ablenken und Spuren verwischen mit Worten wie „ der Schurke Berija“ usw. usf. Just zu dieser Zeit und im gleichen Augenblick (Anfang der 90er Jahre - also mit dem Ende der revisionistischen Sowjetunion) begannen die Berijaner im Weltmaßstab Berija als „Marxisten-Leninisten“ zu preisen und für ihn die Propagandatrommel zu rühren. Ein Zufall? Nein, die Wahrheit ist vielmehr diese: Sowohl die Veröffentlichungen von Sudoplatow über denSchurken Berija“ als auch die Veröffentlichung über denMarxisten-Leninisten“ Berija waren initiiert von den gleichen anti-stalinistischen Drahtziehern– von den amerikanischen Geheimdiensten !!!

Sudoplatow, hat von den Plänen John Foster Dulles natürlich gewusst, aber sie verschwiegen, denn die USA denken gar nicht daran, hierüber sensible Akten zu öffnen, denn sie haben schließlich den Kalten Krieg gewonnen. Als Sieger konnten sie die sowjetischen Archive nun öffnen, um erneut Öl auf ihr Feuer des Antistalinismus zu gießen ! Und die Person Berija kam ihnen hierfür gerade Recht ! Öffnen musste das besiegte Russland seine Archive also nur deswegen, um damit das große „Unheil“ zu offenbaren, welches der Kommunismus über die Menschheit gebracht hatte und dass die „zivilisierte Welt“ die Menschheit von diesem „kommunistischen Alptraum befreit“ hat.

Die USA planten mit ihrer psychologischen Kriegsführung von Anfang an, sich die wirtschaftliche Not der Bevölkerung in den Volksdemokratien zunutze zu machen ( und das tat Berija auf der „Gegen“seite mit Sudoplatows Unterstützung).

Die USA bombardierten die Bevölkerung mit pro-westlicher Propaganda und forderten sie auf „sich zu befreien“ („Captive People“). Der in den 90er Jahren veröffentlichte geheime „Carroll-Speyer-Report“ drückte deutlich aus, was unter „taking the offensive“ zu verstehen war: „Die Befreiung der DDR aus dem Machtbereich der UdSSR“. Mit der Losung: „Objectives and actions to exploit the unrest in the Satellite“ wurde im gesamten Einflussbreich der Sowjetunion der konterrevolutionäre Widerstand organisiert, wurden die Regierungen von westlichen Geheimdiensten ( wie von Berijas Geheimdienst auch) paralysiert, die Unruhen geschürt und propagandistisch ausgeschlachtet. CIA - Emigranteneinheiten gab es schon seit den 40er Jahren, die dann auch in den 50er Jahren die Unruhen in den volksdemokratischen Ländern und in den Republiken der Sowjetunion unterstützten. Die russischen Truppen taten das Ihrige.

Das war die „Friedenspolitik“ der westlichen Alliierten, die sich um keinen Zentimeter von der „Friedenspolitik“ Berijas unterschied! Sie standen in einer Einheitsfront gegen die Friedenspolitik Stalins ! Und Sudoplatow, dieser „Handlanger der Macht“ Berijas ? Er machte sich später im Afghanistankrieg zum Handlanger der sowjetischen Sozialimperialisten, indem er die teuflischsten und verbrecherischsten Kriegspläne für den Überfall auf Afghanistan ausheckte und dafür von diesen belohnt wurde. Sudoplatows Vorschläge für Partisanenausbildung wurden 1979 in Afghanistan umgesetzt ! Damit brachte er die sozialimperialistische Fratze seines ehemaligen Gebieters noch einmal deutlich zum Ausdruck!

Stalin schreibt:Ich denke (bei der nationalen Frage) erstens an die Abweichung zum großrussischen Chauvinismus und zweitens an die Abweichung zum lokalen Nationalismus. Diese Abweichungen sind nicht so augenfällig und draufgängerisch wie die „linke“ und die rechte Abweichung. Man könnte sie schleichende Abweichung nennen. Dies bedeutet aber noch nicht, dass sie nicht existieren. Nein, sie existieren, und – was die Hauptsache ist – sie nehmen zu. Das kann keinem Zweifel unterliegen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, weil die ganze Atmosphäre zugespitzten Klassenkampfes zu einer bestimmten Verschärfung der nationalen Reibungen führen muss, die ihre Widerspiegelung in der Partei finden“ (Band 12, Seite 316).

Und genau das nutzte Berija gegen Stalin aus, genau das unterschied die Außenpolitik Stalins von der „Außenpolitik“ Berijas.






Tito wurde von den amerikanischen Imperialisten beauftragt, das Gerücht in die Welt zu setzen, dass Stalin den militärischen Überfall auf Jugoslawien vorbereitete.

In verschiedenen Gesprächen, die mit Stalin zu führen ich die große Ehre hatte, sagte er mir, es sei niemals daran gedacht worden und könne niemals daran gedacht werden, dass die Sowjetunion Jugoslawien angreife. `Wir`, sagte Stalin, ´sind Kommunisten und werden nie und nimmer ein anderes Land angreifen, also auch nicht Jugoslawien. Aber Tito und die Titoisten werden wir entlarven, denn das ist unsere Pflicht als Marxisten. Ob die Völker Jugoslawiens Tito an der Macht behalten oder ihn stürzen, das ist eine innere Angelegenheit, die sie selber lösen müssen. Uns steht es nicht an, uns in diese Sache einzumischen.“ (Enver Hoxha, „Begegnungen mit Stalin“, KPD/ML, August 1980, Seite 25).



Das Kominformbüro wurde am 5.10. 1947 in Polen gegründet und ihr Zentrum sollte auf Wunsch Stalins zukünftig in Belgrad sein, um Jugoslawien besser unter Kontrolle bringen zu können – das zur Erinnerung.

Belgrad lag strategisch dichter an Europa als Moskau. Mit diesem geographischen Vorteil wollte Stalin die USA, die Europa in ein Aufmarschgebiet gegen den Kommunismus verwandeln und es mit dem Marshallplan zu versklaven, zurückdrängen, nachdem die Westmächte die Londoner Außenministerkonferenz 1947 platzen ließen und damit den Krieg in Europa provozierten, um es zu spalten und in eine amerikanische Kolonie zu verwandeln.

Stalin wollte die Unterstützung der westeuropäischen Kommunistischen Parteien zur Verteidigung Europas intensiver und konkreter einbeziehen. So waren auch die französische und die italienische Kommunistische Partei nicht rein zufällig Mitglieder des Kominformbüros.

Mit der Unterstützung Europas wäre auf der ganzen Welt nur noch ein einzig ernstzunehmendes imperialistisches Land übrig geblieben – die USA. Die Bedingungen für den Weltsozialismus waren zu dieser Zeit nie besser ! Und der Genosse Stalin ließ diese welthistorische Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen.

Es gab Pläne des Politbüros der KPdSU (B), in die Klassenkämpfe Europas aktiv einzugreifen. Es kam tatsächlich in verschiedenen Ländern Europas zu Streiks und Erhebungen der Arbeiter und der Kommunisten, so vor allem in Frankreich, Italien und Griechenland. In Rom bezeugten die Arbeiter mit ihrem kämpferischen Widerstand, ihren Streiks und Demonstrationen ihren Protest gegen die Anwesenheit Eisenhowers, den Repräsentanten der amerikanischen Kriegstreiber. In Spanien erhoben sich die Menschen unter der Führung von Genossen Diaz dagegen, Spanien in eine Flugzeugbasis der US-Imperialisten zu verwandeln. In Belgien empören sich die Massen gegen die Ermordung des Genossen Julien Lahaut durch die Mordzentrale der amerikanischen Kriegstreiber und kämpfen gegen den kolonialisierenden Schumannplan. Im Westen erhoben Millionenmassen ihre Stimme gegen die Kriegstreiber der USA. Im Falle eines Überfalls auf die Sowjetunion waren die westlichen Länder bereit, an der Seite der Sowjetunion zu kämpfen. Es entstand 1948/49 eine neue anti-imperialistische Front in Europa gegen die Aggression der US-Imperialisten. Auf dem Weltfriedenskongress in Paris und Prag waren 600 Millionen Menschen vertreten. Am 2. Oktober 1949 waren über eine Milliarden Menschen auf den Weltfriedensdemonstrationen auf den Beinen – das waren nicht etwa Kirchentage – sondern diese Milliarde von Menschen hatte den Namen Stalin auf ihren Lippen ! In Griechenland konnten demokratische Siege errungen werden. Der Friedenswille der Völker wurde nie so stark ausgedrückt wie in diesen Jahren. Die Kriegshetzer des aggressiven Atlantikpaktes wurden ausgebremst. Es hätte nicht viel gefehlt und Lenins Traum vom sozialistischen Europa wäre dank Stalin in Erfüllung gegangen. Aber die USA sahen nicht tatenlos zu und begannen fieberhafte mit konterrevolutionären Aktionen, dieses kommunistische „Weltgespenst“ loszuwerden.

Es flossen damals 2, 2 Milliarden Dollar, um diese Gefahr von den USA abzuwenden. Noch heute ist die Weltbourgeoisie dankbar, dass die USA die Welt vorm Kommunismus „gerettet“ hatte. So entstand die Legende von der USA, die Welt sowohl vor dem Kommunismus als auch vor dem Faschismus gerettet zu haben - und so verläuft in Europa und in der ganzen Welt die uralte ideologische Kampffront gegen den „Linksextremismus und den Rechtsextremismus“ zum „Schutz der demokratischen Weltzivilisation“. Wir Kommunisten sind aber nicht blind. Wir wissen aus historischer Erfahrung, dass die „zivilisierte“ US-Weltordnung mit deutschen Naziagenten den Kalten Krieg gegen Stalin führten, um den Weltfaschismus über den Weltkommunismus zu errichten. Die Bestrebungen der Faschisten, die Kommunisten vor ihren „anti-amerikanischen“ Karren zu spannen, sind genauso bekannt wie abzuwehren, weil sie für uns Kommunisten außerordentlich gefährlich sind. Man kann uns Kommunisten mit den Faschisten in einen Topf werfen, bitteschön, aber daraus wird niemals jene Suppe entstehen, die man uns Kommunisten alleine auslöffeln lassen will. Wir Kommunisten sind die einzig wahren Antifaschisten, denn wir kämpfen nicht nur gegen den Faschismus, sondern gegen seine weltkapitalistische Unvermeidbarkeit !

Tito aber bekämpfte den Hitlerfaschismus, um seinen eigenen Sozialfaschismus über dem jugoslawischen Volk zu errichten. Man kann den Faschismus niemals mit Faschisten zusammen bekämpfen. Das ist die Demarkationslinie von uns Marxisten-Leninisten, die unsere Bündnispartner nicht zu übertreten haben. Man kann die Faschisten nur dazu bringen, sich gegenseitig auszulöschen durch geschicktes Taktieren. Man darf zum Beispiel nicht mit den Nationalbolschewisten ein „anti-amerikanisches Weltreich“ aufbauen wollen, weil wir Weltkommunisten nicht an der Rettung des Weltimperialismus nach dem unvermeidlichen Untergang des USA-Imperialismus interessieret sind. Wir sind einzig und allein an der Beseitigung der Unvermeidbarkeit jeglichen Weltimperialismus interessiert – also am Weltkommunismus. Wir Weltbolschewisten haben unsere eigenen Vorstellungen von der Weltherrschaft – wir wollen die Weltherrschaft des internationalen Proletariats errichten und damit jedes neue imperialistische Weltreich unmöglich machen, egal in welchem Namen und in welchem Gewand dieser neue Weltimperialismus aufzutreten gedenkt. Wir würden auch ein imperialistisches Reich zerschlagen, das uns mit dem NamenStalin“ entgegentritt !

Wir Weltbolschewisten dürfen weder die Nationalbolschewisten unter unserem Stalinbanner marschieren lassen, noch dürfen wir es uns von ihnen aus der Hand reißen lassen. Natürlich hatte Stalin Recht, wenn er die historischen Worte formulierte:

Die Erfahrung des letzten Krieges hat gelehrt, dass die größten Opfer in diesem Kriege das deutsche und das sowjetische Volk gebracht haben, dass diese beiden Völker über die größten Potenzen in Europa verfügen, große Aktionen von Weltbedeutung zu vollbringen.“

Aber das kann nicht heißen, dass unsere Völker gegenüber den USA ein neues imperialistisches Weltreich errichten sollen, sondern dass die deutsch-russische Arbeiterfront die Potenz hat, beide Völker in der vordersten Front zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution zu führen, um die sozialistische Weltrepublik als eine Aktion von Weltbedeutung zu vollbringen !

Für unsere weltkommunistischen Ziele können wir keine Nationalbolschewisten und andere „linke“ Faschisten als Bündnispartner gebrauchen, wohl aber ehrlich national und eben nicht nationalistisch gesinnte, anti-imperialistische Kräfte; Kräfte, die bereit sind, an unserer Seite gegen den Kapitalismus - sowohl gegen den Kosmopolitismus als auch gegen den Nationalismus zu kämpfen. Wir Internationalisten vertrauen nur solchen Kräften, die in uns ihrerseits Vertrauen haben, dass wir für die nationalen Rechte ausnahmslos aller Völker in Wort und Tat unser Leben geben, die nationalen Rechte achten und nicht verletzen, weil ohne nationale Rechte der Völker unsere Weltherrschaft der Arbeiter unmöglich existieren und funktionieren kann. Die Weltherrschaft des Proletariats beruht auf vom Kapitalismus befreite Nationen und nicht auf der Beseitigung der Nationen. Wenn die nationalen Kräfte auf der ganzen Welt uns Internationalisten dabei unterstützen, dem Weltproletariat bei seiner sozialistischen Weltrevolution zum Sieg über den Weltimperialismus zu helfen, dann befreien wir jedes Land von seiner nationalen Unterdrückung und garantieren nationale Freiheit und Unabhängigkeit. Dann braucht sich keine Nation mehr vor dem Weltimperialismus oder vor irgendeiner anderen Nation zu fürchten, kann jede Nation unter der Führung der Arbeiterklasse aufblühen und ihren eigenen Wohlstand entfalten – gemeinsam mit allen Nationen, ohne dass irgendeine Nation wieder von einer fremden Macht ausgebeutet oder unterdrückt wird ! ! Wir Weltkommunisten kämpfen also im Geiste Stalins, denn all dies versuchte Stalin auch schon 1948 in Europa zu verwirklichen ! Wenn jemand von der globalen Lösung der nationalen Frage wirklich Ahnung hatte, dann war es der Genosse Stalin, dann waren es die Genossen Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!!

Tito tat alles, um die soziale und nationale Frage im Weltmaßstab auf seine Weise zu „lösen“: Er ging zum Gegenangriff gegen die Kominform über und so entstand in Belgrad, also in der gleichen Stadt (!) nicht nur die marxistisch-leninistische Kominform, sondern auch eine trotzkistische Gegenkominform ! Der ganze Abschaum von Antistalinisten in der kommunistischen Weltbewegung vereinigte sich im Zentrum Belgrads gegen das Weltzentrum des Kommunismus, gegen Stalin. Nun wurde Belgrad die Nahtstelle des welthistorischen Kampfes zwischen Weltkapitalismus und Weltsozialismus. Stalin hatte vor, die stalinistischen Kräfte in Jugoslawien dabei zu unterstützen, Tito zu stürzen und dann wäre der Weg frei gewesen, die jugoslawische Armee zur Befreiung Europas vom Kapitalismus einzusetzen, insbesondere in Griechenland, das sich in einer Revolution befand. Aber auch in Italien gab es Unruhen, und Togliatti stellte sich auf die Seite Titos gegen Stalin und die Kominform. Um die Jahreswende 1950/51 führte Stalin einen ideologischen Kampf gegen Togliatti, wollte er diesen vom verräterischen Weg des VII. Weltkongresses abbringen und auf die stalinsche Generallinie verpflichten. Diesen modernen Revisionisten hätte Stalin schon offen auf dem VII. Weltkongress brandmarken sollen, dann hätte ihm Togliatti diesmal nicht zum zweiten Mal in den Rücken fallen können !

An der Nahtstelle des welthistorischen Kampfes zwischen Weltkapitalismus und Weltsozialismus hisste Tito die „Friedensflagge“ des Kosmopolitismus, des sogenannten „Gleichgewichts“ zwischen dem kapitalistischen und dem sozialistischen Weltlager („Auflösung der beiden Lager mit der Formel der Blockfreiheit“), um den Weltkapitalismus vor dem Weltsozialismus zu retten. Der Kosmopolitismus des Tito-Revisionismus zeichnete sich aus durch seine Konterrevolution nach außen, gegen die Sowjetunion und das sozialistische Lager, und nach innen durch seinen sozialfaschistischen, blutigen Terror gegen die jugoslawischen Völker.

Tito verriet die Revolution in Europa und gehorchte seinem Herren – Onkel Sam. So empfahl er beispielsweise der österreichischen KP, in der sowjetisch besetzten Zone ohne Wissen Stalins einen Separatstaat zu errichten. Tito durchkreuzte Stalins Pläne und fiel ihm in den Rücken. Mit dem Kominformbüro in Belgrad kam Tito direkt an Interna des Innenlebens der KPdSU (B) - Führung heran – wie natürlich auch umgekehrt, wussten Shdanow und Stalin in Belgrad Bescheid, was Tito vor hatte. Im Mai 1948 erhielt Berija den Auftrag von Stalin, eine Liste der antisowjetischen Titoisten zu erstellen. Wer weiß, was daraus geworden ist ? Am 28. Juni 1948 wurden die Gegensätze zwischen dem Titoismus und dem Marxismus-Leninismus so unversöhnlich scharf, dass Shdanow offen den Bruch mit Tito vollzog und ihn als Trotzkisten und Bucharinisten entlarvte (Aufdeckung der schwarzen Vergangenheit Titos in der Kominform und noch davor!). Unter anderem hatte Tito öffentlich verlautbaren lassen:Amerika hilft uns mit Getreidelieferungen und Russland beim Aufessen!“

Die Verschwörung von 1953 hat also ein Belgrader Vorspiel, an der Berija nicht unbeteiligt war. Tito und Berija zogen am gleichen Strang der „Entstalinisierung“ und so war Berija 1953 der Erste, der Tito die Hand entgegenstreckte über eine geheime Verbindung zum Vatikan. Im Jahre 1953 fand ein Botschafteraustausch mit Jugoslawien statt, nachdem 15 Sowjets von Tito in Jugoslawien umgebracht worden waren, weil sie angeblich „spioniert“ hätten !!

Mit der Annäherung an Jugoslawien bezweckte Berija, die Nationalitätenfrage Stalins, die der Stärkung der UdSSR diente, in eine sowjetfeindliche Politik umzuwandeln. Das hieß Destabilisierung der Verbindungen des Zentrums zur Peripherie und Stärkung der nationalistischen Kräfte in den Randzonen zur Schwächung des Zentrums in Moskau. Berija folgte Tito ins Lager des bürgerlichen Nationalismus.

Berija warf Stalin vor, dass er mit seinem anti-revisionistischen Konfrontationskurs gegen Jugoslawien dieseszum Verbündeten Amerikas gemacht habe“ (!!). Was bedeutet das ? Wenn Berija hier den Vorwurf erhebt, dass Stalins Außenpolitik den Imperialisten diene“, dass Stalin so zu sagen den Imperialisten in die Hände arbeite“, so steckt hinter dem Vorwurf gegenüber Stalin eine faustdicke Kritik am Marxismus-Leninismus. Stalins anti-revisionistische Linie gegenüber Jugoslawien wurde von Berija also sabotiert. Wenn die Berijaner sich heute ihres Anti-Revisionismus“ gegenüber dem Titoismus rühmen, so wollen sie damit den Marxisten-Leninisten nur Sand in die Augen streuen, denn sie sind Anti-Revisionisten in Worten und Revisionisten in Taten ! Berija sah im Marxismus-Leninismus das größte Hindernis für seine eigenen imperialistischen Pläne, die er nur durch die „Entstalinisierung“ erreichen konnte. Wenn Tito sich von den Amis hat schmieren lassen, warum sollte es Berija dann nicht gelingen, Tito mit der Entstalinisierung zu schmieren, um Jugoslawien als Statthalter und Gauleiters des Balkans seinem modernen eurasischen Zarenreich einzuverleiben? Wenn Berija einen eingefleischten Stalingegener für seinen „Entstalinisierungskurs“ suchte, dann konnte er diese Person vor allem in Tito finden. Und eben das war der Grund, weswegen er einen größeren Gewinn darin sah, Tito zur Zusammenarbeit zu zwingen, anstatt ihn den Amis zu überlassen. Im Grunde übernahm Berija Hitlers Kolonialisierungspläne Europas für den Aufbau des russischen Sozialimperialismus [ !! ].

Berija war schon längst bei Stalin in Ungnade gefallen. Die Chruschtschowleute hatten seine Positionen besetzt, aber Berija konnte sich immer noch eines Sudoplatows bedienen, um Zugang zu Stalin zu erhalten. Sudoplatow war nur wenige Tage vor Stalins Tod die Pläne zum Kappen des jugoslawischen Krakenarmes des Westens (Jugoslawien war inzwischen zur größten Drehscheibe der Kontakte zwischen Verräter im sozialistischen Lager und den westlichen Geheimdiensten geworden) mit Stalin kritisch durchgegangen. Die Pläne zur Ermordung des jugoslawischen Staatsoberhauptes stammten weder von Berija noch von Stalin, sondern diese Pläne wurden angeblich von Chruschtschowleuten an Stalin herangetragen zur „Genehmigung durch Unterschrift“ (Sudoplatow). Aber Stalin hieß diese Pläne nicht für gut und ließ diese Pläne von den Berijaleuten prüfen, die durch Stalin angeblich erst davon erfuhren. Wenn das so war, dann rettete Berija Titos Kopf vor den Chruschtschowianern mit Stalins Tod , natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe. Berija wollte wohl damit das Vertrauen zu und die Zusammenarbeit mit Tito erreichen und beauftragte seinen Geheimdienst, einer seiner MGB-Beamten, mit dieser Aufgabe. Berija signalisierte Tito heimlich, dass er die sowjetische Außenpolitik Stalins gegenüber Jugoslawien beendet habe. Er schrieb einem persönlichen Brief an Tito und entschuldigte sich „für die Art, in der Stalin ihn behandelt hatte“. Im letzten Satz hieß es: "Lasst uns die Vergangenheit beiseite legen und zur Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen unseren zwei Nationen schreiten",.

Berija fragte aber nicht die Partei oder den Staat, sondern handelte als Geheimdiplomat auf eigene Faust. Er schlug Tito auch einen geheimen Verhandlungsort vor und vor allem, dass hierüber gegenüber Außenstehenden Stillschweigen zu bewahren sei. (Istwestija ZK KPSS, Nr. 1, 1991, Seite 143). Auf ähnlichen Schleichwegen seiner Geheimdiplomatie ging Berija mit Österreich, der Türkei und dem Iran vor.

Mit Berijas Verhaftung durch Malenkow am 26. Juni 1953, durch die Armee, war dies nicht mehr möglich. Wenn also Berija mit Tito über Chruschtschow offen plaudern würde, wäre Chruschtschow diskreditiert. Also musste Berijas Kopf fallen, damit Chruschtschow seine Mordpläne an Tito in Berijas Grab versenken konnte. Wir gehen davon aus, dass Chruschtschow genauso listig vorging wie in Ungarn 1956: Berija ist ein Verräter. Aber die Befehle für seinen Verrat erhielt er von Stalin !“ Das war wohl auch in Etwa der gleiche Inhalt des Entschuldigungsschreibens, das Chruschtschow 1955 bei seinem Besuch in Belgrad in seiner Aktentasche bei sich trug.

Übrigens waren es im Kominformbüro die Malenkowleute (Judin), die dafür sorgten, dass die stalintreuen Albaner nicht im Kominformbüro aufgenommen wurden ! Am Vorgehen der Putschisten von 1953 gegenüber den Albanern erkennen wir die ganze Vorgehensweise gegenüber den marxistisch-leninistischen Kräften in der kommunistischen Weltbewegung in jener Zeit.

Und genau das wurde von solchen Sowjetfeinden wie Tito ausgenutzt, um seine revisionistische Wühlarbeit im Auftrag des westlichen Imperialismus zu vertiefen. Stalin versetzte Tito und dem jugoslawischen Revisionismus einen schweren Schlag und damit allen reaktionären Kräften auf der ganzen Welt, die ihn unterstützten. Es war das erste Mal in der Geschichte des Sozialismus, dass der erste Revisionismus an der Macht, der Titoismus, der Kapitalismus im Gewand des Sozialismus, der bürgerliche Sozialismus, von der Diktatur des Proletariats, von der Kominform, vom Weltproletariat, entlarvt, verurteilt und bekämpft wurde.

Der Stalinismus ist die Lehre vom Kampf gegen den modernen Revisionismus an der Macht. Dies ist einer jener Grundlagen des Stalinismus, auf die sich der Genosse Enver Hoxha stützte, die er weiter entwickelte und aus der sich später die neue marxistisch-leninistische Weltbewegung im Kampf gegen den modernen Revisionismus herausbildete und erstarkte.

Im Kampf gegen den Titoismus vereinigte Stalin alle revolutionären Kräfte der kommunistischen Weltbewegung, und es war Enver Hoxha, der dieses Banner Stalins nach dessen Tod erhob und über den Erdball trug. Es war auch der Genossen Enver Hoxha, der Berija wegen seiner stalinfeindlichen Haltung in der Jugoslawienfrage verurteilte und zwar als einziger auf der ganzen Welt.

Die Albaner hatten Stalins Kominformbüro viel zu verdanken, das den Frontalangriff auf Tito und den jugoslawischen Revisionismus führte. In seinem zweiten Gespräch mit Stalin im März/April 1949 sagte Enver Hoxha zu Stalin:

Im Licht dieser Dokumente [Resolution der Kominform und Brief des ZK der KPdSU (B) an die jugoslawischen Führung – Anmerkung der Redaktion], die in einem für unsere Partei und unser Volk sehr kritischen Augenblick erschienen, sagte ich zu Genossen Stalin, gewann das Zentralkomitee völlige Klarheit über den Charakter und die Ziele der jugoslawischen Einmischung in Albanien“ (Enver Hoxha, „Begegnungen mit Stalin“, Seite 86).

Klar, dass Chruschtschow die Kominform auflöste, nachdem er sich 1955 bei einem Besuch in Belgrad vor Titos Augen taktisch verbogen hatte, um sich mit jedem zu verbünden, der seinen Kurs gegen den Kommunismus unterstützte. Sonnenklar war, dass die Albaner auf keinen Fall auf dem Chruschtschowschen Silbertablett dem Tito als siebente Republik Jugoslawiens serviert werden wollten. Stattdessen servierten sie Chruschtschow und seine Agenten in Albanien ab. So machte Enver Hoxha bei der von Chruschtschow geforderten Rehabilitierung der in Albanien verurteilten titoistischen Agenten innerhalb der PAA natürlich nicht mit. Chruschtschows Ziel war es, u.a. mit Hilfe des XX. Parteitags auf Albanien Druck auszuüben und parteifeindliche albanischen Elemente zur Wühlarbeit zu ermuntern, nämlich den antistalinistischen Kurs der chruschtschowschen und titoistischen Revisionisten in Albanien durchzusetzen, so wie sie das auch schon in anderen volksdemokratischen Ländern versucht hatten.

So wurde der im Mai 1949 hingerichtete Belgrader Trotzkist Koçi Xoxe, der die kommunistische in eine sozialdemokratische Partei verwandeln, die Freundschaft Albaniens zu Stalin zerschlagen, die Partei- und Staatsführung politisch und physisch vernichten, der die Partei der Kontrolle durch die Sicherheitsorgane unterstellen und viele andere Verbrechen durchführen wollte, natürlich nicht rehabilitiert. Gegen den anti-leninistischen Kurs einer Unterwerfung der KPdSU unter die Sicherheitsorgane hatte sich auch Stalin entschieden gewandt. So teilte Genosse Enver Hoxha Chruschtschow mit, dass die Partei der Arbeit Albaniens keine titoistischen Verbrecher rehabilitiert und dass Albanien von Berija getäuscht wurde.

Warum nahm Genosse Enver Hoxha diese schroffe und entschiedene Haltung gegen Berija ein? Dazu muss man wissen, dass Stalin in den letzten Tagen vor seinem Tod direkt an den Vorbereitungen zur Unterstützung der jugoslawischen marxistisch-leninistischen Kräfte für die Beseitigung der politischen Macht Titos gearbeitet hatte. Berija aber hinterging Stalin und ließ diese Aktion sofort nach Stalins Tod abblasen und verfolgte den antistalinistischen Kurs der Versöhnung mit Jugoslawien. Das war der Grund, weswegen sich Enver Hoxha getäuscht sah. Berija leitete zur Versöhnung mit den jugoslawischen Revisionisten die entscheidenden Maßnahmen ein - mit Unterstützung Malenkows. Grigulewitsch, der von Stalin den Auftrag erhalten hatte, gegen Tito vorzugehen, wurde nunmehr von Berija angewiesen, nach Wien zu reisen und von dort aus die geplante Versöhnung mit Jugoslawien zu sondieren. Diese Aktion wurde jedoch abgebrochen von Chruschtschow, der Berija verhaften ließ. 1955 machte sich Chruschtschow schließlich selber persönlich auf den Weg nach Belgrad.







Berijas „Entstalinisierung“ Ungarns

In Ungarn benahmen sich Berija, Chruschtschow und Konsorten wie die Kapitalisten in ihren Kolonien. Übrigens waren es auch Berijas Pläne, in Ungarn den Konterrevolutionär Nagy an die Macht zu hieven, der in den dreißiger Jahren ein NKWD-Mann war und Berija für geeignet schien als Lakai der Sowjetrevisionisten eingesetzt zu werden. Darüber gibt es Dokumente, als Berija in Ungarn war und dort Rakosi unter Druck setzte.

Imre Nagy ( ist ) ein Verräter [eine Marionette BerijasAnmerkung der Redaktion] und (hat) dem Faschismus in Ungarn die Tore geöffnet., (...) der Kommunisten, fortschrittliche Menschen ermorden ließ, der Sowjetsoldaten töten ließ und die Imperialisten zur Intervention aufrief..“ (Enver Hoxha, Die Chruschtschowianer, Seite 323).

Chruschtschow, Mikojan und Suslow nahmen den Verschwörer Imre Nagy zuerst in Schutz, um ihn dann zu verurteilen und irgendwo in Rumänien insgeheim hinzurichten !“ (Enver Hoxha, „Begegnungen mit Stalin“, KPD/ML, 1980), Seite 32).

Stalin hätte sich in ausländische Gerichtsbarkeit nicht eingemischt, so Enver Hoxha.



Berija war der erste und einzige Führer der Sowjetunion, der unmittelbar nach Stalins Tod gegenüber Vertretern in den volksdemokratischen Ländern offiziell über Stalin herfiel, ihn in gemeinster Weise angriff und sich schroff von ihm distanzierte. Wie sich Stalin tatsächlich gegenüber den Volksdemokratien verhalten hatte, darüber schreibt Enver Hoxha in seinenBegegnungen mit Stalin“:

Der Internationalismus Josef Stalins zeigte sich auch deutlich in den Beziehungen, die zwischen den Ländern der Volksemokratien hergestellt wurden. Diese betrachtete er als freie, unabhängige, souveräne Staaten, enge Verbündete der Sowjetunion. Niemals ging er von der Vorstellung aus, diese Staaten stünden unter der Herrschaft der Sowjetunion, ob nun politisch oder wirtschaftlich. Diese Politik Stalins war eine richtige, marxistisch-leninistische Politik“. An ein Gespräch mit Stalin im Jahre 1947 erinnert sich Enver Hoxha wie Stalin ihm erklärte:

`(...) es ist unsere Pflicht, den volksdemokratischen Ländern die Technologie zu überlassen, über die wir verfügen, ihnen Wirtschaftshilfe im Rahmen unserer Möglichkeiten zu leisten, und wir werden immer bereit sein, sie zu unterstützen`“ (Enver Hoxha, „Begegnungen mit Stalin“, Seite 26-27, KPD/ML, 1980).


Was uns betrifft, so werden wir euch helfen, doch die Waffen und das andere Gerät zur Verteidigung müssen von Albanern bedient werden und nicht von Sowjets“ (Stalin, zitiert bei Enver Hoxha, ebenda, Seite 55).

Daraus ist klar die Unterstützung der Verteidigung der Volksdemokratien zu verstehen, die selber aber die Sache der Volksdemokratien ist und nicht die der UdSSR – soweit Stalins Standpunkt im Gegensatz zu den russischen Sozialimperialisten.

Was Ungarn anbelangte, so feindete Berija 1953 Rakosi an, er habe „unschuldige Menschen“ verurteilt. Das waren natürlich keine unschuldigen Menschen, sondern antikommunistische Verbrecher, denn Rakosi war ein Mann Stalins. Berija ließ sich dazu hinreißen, in einem Atemzug Stalin zu beschuldigen, dieser habe genauso unschuldige Menschen“ verurteilt (!!). Berija wollte Rakosi absetzen und durch den modernen Revisionisten Nagy ersetzen – eben ein besagter „unschuldiger Mensch“, den Berija „rettete“.

Wie äußerte sich Enver Hoxha über seinen Freund Rakosi ?

Um ihre niederträchtigen Ziele und ihre Pläne für den Kampf gegen den Marxismus-Leninismus und den Sozialismus verwirklichen zu können, liquidierten Chruschtschow und seine Gruppe lautlos und auf mysteröse Weise nacheinander eine ganze Reihe von wichtigen Führern der Komintern. So verfuhren sie unter anderem auch mit Rakosi, den sie angriffen, in Verruf brachten, seiner Ämter enthoben und tief in den Steppen Russlands internierten“ (Enver Hoxha, ebenda, Seite 30).

Erstens war Rakosi der Mitbegründer der ungarischen Kommunistischen Partei und hat dort jahrelang im Gefängnis gesessen, zweitens war Rakosi einer der treuesten Stalinanhänger und ein Freund Enver Hoxhas (wenn Rakosi auch erhebliche Schwächen hatte, wie es Enver Hoxha in „Die Chruschtschowianer“ beschrieben hat) und drittens ist das wieder eine Verschleierungstaktik Berijas, um seine antistalinistischen Leute in der Führung zu postieren. Dabei war Berija so frech, seinen Protegè Nagy mit den Worten Stalins zu empfehlen: „der die Ungarn gerne im Vordergrund sähe“. Berija wollte die ungarische Regierung umbilden mit Nagy, der in den 30er Jahren sowjetischer Geheimagent war und den er von Moskau aus steuern wollte (aber nicht auf Stalinscher, sondern auf berijanischer Linie – das übernahm dann später alles Chruschtschow!). Berija dirigierte 1953 das ungarische Innenministerium und die ungarischen Geheimdienste. Nagy hat Berija und Tito ( sprich: der amerikanischer Geheimdienst!) bei der Vorbereitung der ungarischen Konterrevolution im Jahre 1956 geholfen: Ziel – Sturz des stalinistischen Systems in Ungarn und Restauration des Kapitalismus. Chruschtschow, Tito und der Westen – die Drahtzieher der Konterrevolution in Ungarn 1956. Mit der Rehabilitierung Rajks wurde auch das Verbrechen am Stalinismus rehabilitiert.

Wenn wir nicht das hervorragende Werk Enver Hoxhas Die Chruschtschowianer“ hätten studieren können, wüssten wir nicht wie Stalins Verschwörer von 1953 verächtlich, herablassend und gemein mit den Albanern umgegangen waren. So verbrecherisch wie sich Berijaund nicht nur er, sondern auch all die anderen, Mikojan, Malenkow, Bulganin und natürlich Chruschtschow gegenüber Albanien verhielten, so verhielten sie sich auch gegenüber allen anderen Volksdemokratien - also auch in Ungarn. Da wo, sie die Stalinisten in den Volksdemokratien einschüchtern konnten, ließen sie die am Leben. Andere, wie Stalins Genosse Gottwald in der Tschechoslowakei und Bierut in Polen, wurden von den neuen Kreml-Zaren umgebracht, auf hinterhältige Weise „aus dem Verkehr gezogen“. Was sie überall erreichten, nämlich ihre „Entstalinisierungspolitik“ in den Volksdemokratien durchzusetzen, das scheiterte an Enver Hoxha und der PAA in Albanien. Aus Die Chruschtschowianer“ erfahren wir, dass Enver Hoxha in Ungarn war und dass ihm die ungarischen Genossen berichteten über folgende Äußerung des Revisionisten Farkas: Berija ist ein Verräter!“ Enver Hoxha schreibt:

Im Zentralkomitee“, sagten sie, „ist eine Stimmung gegen Rakosi aufgekommen. Farkas, der Mitglied des Politbüros gewesen ist, hat die Fahne gegen ihn erhoben.“

Es ist an der Zeit, dass Farkas nicht nur aus dem ZK, sondern auch aus der Partei entfernt wird“, sagte Bata, der Verteidigungsminister, zu mir. „Seine Haltung“, fuhr er fort, „ist parteifeindlich, feindselig. Er vertritt die These: `Ich habe Fehler gemacht, Berija ist ein Verräter. Doch wer hat mir befohlen, diese Fehler zu machen? Rakosi!`“(Enver Hoxha, Die Chruschtschowianer“, Tirana 1980, Seite 193). Das muss Farkas von seinem Oberherren Chruschtschow so nachgeplappert haben wie dieser es ihm aufgetragen hatte. Wir wissen heute, dass Berija Rakosi 1953 unter Druck gesetzt und ihn eingeschüchtert hatte, dass Rakosi schwach war und dem Verräter Berija nachgegeben hat. Wenn man aber Rakosis Schuld an der Schuld Berijas misst, so kann man beider Schuld nicht mit gleicher Elle messen. Natürlich war Berija der erste Kreml-Fürst, der eigentliche „Entstalinisierer“ am Sozialismus in Ungarn, ob nun Chruschtschow seinen revisionistischen Senf dazu gegeben hatte oder nicht. Chruschtschow war aber in diesem Falle ein noch größerer Verräter als Berija, weil Chruschtschow nach der Methode: „Haltet den Dieb!“ vorging, um seinen eigenen Verrat dem Verräter Berija in die Schuhe zu schieben, um als „treuer Kommunist“ dazu stehen, der dem ungarischen Volk solidarische Hilfe“ leistet und es vor Berijabeschützt“. Farkas verdreht die Tatsachen. Für Berijas Verrat macht er ausgerechnet die ungarischen Stalinisten (Rakosi) verantwortlich! Ja, so dreist ging Chruschtschow in Ungarn vor!! Doch was steckte dahinter ?

Chruschtschows spätere Geheimrede auf dem XX. Parteitag ist im Grunde genommen das Ergebnis seiner bis dahin heimlich betriebenen „Entstalinisierung“. Chruschtschow haute zu diesem Zweck kräftig auf den „Entstalinisierer“ Berija drauf, nur um dahinter seine eigene „leninistische“ „Entstalinisierungspolitik“ zu verbergen und sie dann den Ahnungslosen als „marxistisch-leninistische“ Linie zu präsentieren. Genauso hielten auch die chinesischen Revisionisten ihren eigenen Revisionismus hinter der Kritik am Chruschtschow-Revisionismus verborgen, um den Maoismus als „marxistisch-leninistische“ Linie auszugegeben.

Beide, Berija und Chruschtschow, waren Verräter am ungarischen Volk und beide schmiedeten gegeneinander Ränke auf Kosten des ungarischen Volkes – das ist die ganze Wahrheit. Aber sie mussten dabei so geschickt und vorsichtig vorgehen, weil „Enthüllungen“ gegen den anderen Verräter auch rückwirkend Enthüllungen des eigenen Verrats bedeuten würden. Man darf deswegen weder Berija noch Chruschtschow Glauben schenken! Verbrecher schieben immer die Schuld auf den anderen, um die eigene Haut zu retten und da ist es ihnen ganz egal, ob es sich bei dem von ihnen Beschuldigten um einen Kommunisten handelt oder um einen Antikommunisten - Hauptsache den eigenen Kopf aus der Schlinge ziehen! Das war schon immer so und daran wird sich nichts ändern. Auch, wenn uns diese ganze Verräterei anekelt, auch wenn sie nichts mit dem wahren Kommunismus zu tun hat, so können wir uns nicht entziehen, all diese Gemeinheiten und Ränkeschmiedereien gegen den Ungarn aufzudecken und zu verurteilen. Der Kommunismus kommt nicht vom Himmel, er wächst aus dem Schoß der alten Gesellschaft- das muss uns immer bewusst sein ! Ob wir wollen oder nicht – wir müssen uns mit all diesen unangenehmen Erscheinungen dieser kapitalistischen, verfaulten Überresten in unseren eigenen Reihen auseinandersetzen, damit sich Derartiges in Zukunft nicht wiederholt. Wir müssen das hier alles aufdecken, wie sollen uns die Menschen sonst Vertrauen schenken – und darum geht es – ehrliches Vertrauen in den Kommunismus, in Stalin zurückzugewinnen. Das ist mühselig, aber der einzig richtige Weg.

Seht, Genossen, wie wichtig es ist, diese mühseligen Recherchen zu machen: Wusstet ihr, dass Berijas Mann Nagy ein Mann Bucharins war ? Was bedeutet das ? Das bedeutete, dass Nagy uns vom Block der Rechten und Trotzkisten in den 30 er Jahren direkt nach Georgien führt. Nagy war Berijas Geheimdienstmann und Bucharin war an der Vorbereitung der Konterrevolution in Georgien beteiligt ! Das erhärtet die Überzeugung vieler georgischer Bolschewisten, die Berija hassten, weil er nach außen so tat, als würde er ein 150%iger Tschekist sein, aber in Taten den hinterhältigen Verrat am Bolschewismus und den Mord an den bolschewistischen Führern Georgiens organisierte. Selbst wenn Berija wieder einmal „nichts nachzuweisen“ wäre, so bliebe immerhin die Frage, warum Berija seinen Geheimdienstler Nagy aus dem Lager Bucharins rekrutierte, um die „Entstalinisierung“ in Ungarn zu leiten ? Berija befreite“ Nagy aus dem Gefängnis Rakosis, damit dieser die „Entstalinisierung“ in Berijas Auftrag in Ungarn ausführt- also Rakosi beseitigt. So lief die Konterrevolution der Verschwörung in den 30er Jahren und so lief die Verschwörung 1953! Berija immer mittendrin als die Graue Eminenz, als der Fädenzieher der Konterrevolution im Gewand eines 150%igen „Tschekisten“, der die (Konter-)Revolution gegen ihre Feinde verteidigt: Berija, Schutz und Schild der Konterrevolution im Lager der Revolutionäre !!



Berijas „Entstalinisierung“ der Tschechoslowakei

Die „Entstalinisierung“ ging zunächst auch auf Berijas Konto: Er führte dort den „Neuen Kurs“ (sprich: den anti-stalinistischen Kurs) ein. Mit der stalinistischen Landwirtschaft wurde sofort Schluss gemacht. Die Schwer- und Rüstungsindustrie gedrosselt und damit das tschechoslowakische Volk gegenüber dem Westen entwaffnet, und um die Basis seines wirtschaftlichen Aufschwungs gebracht. Die Tschechoslowakei war von allen Volksdemokratien am weitesten industrialisiert und hätte dadurch am schnellstn den Sozialismus aufbauen und das sozialistische Weltlager Stalins ungemein stärken können gegenüber dem kapitalistischen Lager. Aber nun sollte auf Befehl Berijas statt der Schwerindustrie die Leichtindustrie angekurbelt werden. Das war ein Dolch in eines der größen Industriezentren des sozialistischen Weltlagers ! Der Schwerpunkt der Konsumgüterindustrie wurde in allen Volksdemokratien von Berija, Malenkow und Chruschtschow angeordnet, so auch 1953 in Ungarn. Der antistalinistische Wirtschaftskurs, der „Neue Kurs“, wurde offiziell von Malenkow am 8. August 1953 verkündet. Jeder Kommunist weiß, was Stalin und Lenin lehrten, nämlich vorrangig die Schwerindustrie aufzubauen, denn nur sie liefert die notwendigen Produktionsmittel, die zum Aufbau des Sozialismus notwendig sind. Dem sozialistischen Land die Schwerindustrie zu nehmen, heißt dieses Land zum Kapitalismus zu verurteilen, bedeutet Liquidierung des Sozialismus. So folgte dem politischen Mord an Gottwald der ökonomische Mord an der Schwerindustrie, um die Tschechoslowakei in eine Kolonie des sowjetischen Sozialimperialismus zu verwandeln und den Stalinismus zu beerdigen.








Man soll diesen „weit her geholten“ Phönix ruhig als Behauptung abtun, bitte schön! Dann dürfte es doch ein Leichtes sein, uns bei der Aufklärung einer einfachen Frage behilflich zu sein: Gibt es beim Gasprom-Deal zwischen Putin und Schröder irgendeinen Zusammenhang mit Berija ? Worauf beruht diese „persönliche Freundschaft“ zweier „lupenreiner Demokraten“?

Wir meinen, dass diese Gasleitung recht gut den fließenden kapitalistischen Übergang, den lukrativen Austausch, zwischen der Sozialdemokratie des Westens und dem Menschewismus des Ostens zum Ausdruck bringt. Das „Putin-Schrödersche Freundschafts-Projekt“ hat hundert Jahre alte gemeinsame ideologische Wurzeln, gedeiht auf dem historischen Boden des Sozialdemokratismus. Der Hang des Menschewismus nach Westen und der Drang der Sozialdemokratie nach Osten hatten eine lange Geschichte durchzumachen, bevor die Gasleitung sie miteinander verbinden konnte.

Diese gemeinsame Geschichte beruht auf gemeinsamen sozialfaschistischen Wurzeln. Diese Wurzeln gehen zurück auf die Geschichte des Marxismus, aus dessen revisionistischen Verrat sie einst in Deutschland und Russland hervorgegangen waren. Es ist eine sozialdemokratische Geschichte des vergossenen Bluts an ungezählten Proleten, Revolutionären und Kommunisten, eine Geschichte, in der Berija eine historische Schlüsselrolle gespielt hat. Lenin zerschlug das sozialdemokratische Band zwischen West und Ost mit dem Ergebnis des ersten sozialistischen Staates auf der Welt, mit dem Beginn der sozialistischen Weltrevolution, mit dem Sieg der III. Internationale über die II. Internationale. Berija fügte es wieder zusammen. Putin und Schröder teilen sich nun den auf diese Weise so „schwer verdienten“ Judaslohn für das zerschlagene Band zwischen dem Marxismus des Westens und dem Marxismus des Ostens, aus dem der Marxismus-Leninismus hervorgegangen ist. Trennung von Marxismus und Leninismus und Wiedervereinigung von Sozialdemokratie und Menschewismus, das ist die Dialektik des Sieges über den Kommunismus, das ist die Dialektik des Sieges über die sozialistische Weltrevolution. Darauf beruht das Bündnis zwischen Schröder und Putin, darauf beruht das Berijanertum. Putin und Schröder sind beide Todfeinde des Kommunismus und haben sich vereinigt, um gegen seine Wiederkehr ein starkes imperialistisches Bollwerk zu errichten. Die Weltbourgeoisie gab ihren Segen dazu - und Berija den seinigen, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, denn die Dialektik lehrt, dass die Geschichte niemals halt macht, auch nicht vor dem sozialdemokratisch-menschewistischen Weltbündnis gegen den Kommunismus. Wir stehen bald an der Wende zum Weltkommunismus. Und so können wir ganz beruhigt diesen beiden Herren folgendes mit auf den Weg geben :

Sehr geehrter Herr Putin ! Sehr geehrter Herr Schröder!

Feiern Sie Ihren Sieg, aber nehmen Sie zur Kenntnis, dass Ihre Zeit längst abgelaufen ist, denn es sind wir Kommunisten, die den endgültigen Sieg über Sie feiern werden ! Merken Sie sich eins, dass wir Kommunisten uns alles zurückholen werden, was Sie uns geraubt haben, dass Sie uns nicht ungeschoren davonkommen. Wir werden eines Tages selbstverständlich dafür sorgen, dass das deutsche und russische Proletariat kraft der Diktatur des Weltproletariats diese Gasleitung vergesellschaftet zum Nutzen der ganzen Weltbevölkerung und nicht mehr zur Finanzierung Ihrer faschistischen Staaten, mit denen Sie die Menschen unterdrücken, um sie auszubeuten. Das Gas ist das Gas dieser Erde. Es gehört dieser Erde zum Nutzen der Menschen und wird die Profitgier der Kapitalisten so bald nicht mehr befriedigen können. Sie werden zuerst verschwinden, nicht das Gas ! Im Gegensatz zu Ihnen werden sich die Menschen dieser Erde ihre Reichtümer teilen und zwar als solche Menschen, die sich von weltkapitalistischer Ausbeutung und weltfaschistischer Unterdrückung endgültig befreit haben. Die Menschen dieser Erde teilen, nutzen und vermehren alle Reichtümer dieser Erde in ihren eigenen gemeinsamen Interessen, die sie mit den Interessen der Erde in Einklang bringen. Und das heißt für uns Kommunisten nichts Anderes, als dass wir uns nicht nur als Menschen befreien, sondern auch die Erde, die uns nicht allein gehört. Wir werden die Erde von Ihrer kapitalistischen, rücksichtslosen Ausplünderung und Vernichtung befreien. Die Gasleitungen von Morgen dienen dann nicht mehr dem Kapitalismus von gestern, sondern werden globale Verbindungen von Freundschaft, Solidarität, gegenseitiger Hilfe und Unterstützung herstellen und somit zum Weltkommunismus umgeleitet. Die Erde und ihre Bewohner werden endlich wieder frei atmen und friedlich vereint sein können (und dazu gehört auch der globalisierte Natur- und Ressourcenschutz UNTER der Erde). Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass für Sie kein Platz in unserer neu geschaffenen Welt reserviert ist, denn da gehören lupenreine Gauner und Lumpen nun mal nicht mehr hin.“



Als Putin an die Macht kam, wurde Berijas „Testament“ vollstreckt. Putin verkündete bei seinem Machtantritt auf einer „Festveranstaltung“ des KGB, in strammer Haltung vor den Erben Berijas : Ich melde gehorsamst: Auftrag ehrenvoll ausgeführt!“ Kann man denn damit noch klarer ausdrücken, was der KGB-Mann und Regierungschef Putin damit gemeint haben könnte ? Er meinte damit: das Vermächtnis Berijas ist in Erfüllung gegangen, dessen KGB-Ehre wieder hergestellt, Berijas Erschießung gesühnt, die Rache geglückt, die Schmach und das Elend des Chruschtschowismus aus dem Weg geräumt. Nach 40 Jahren geduldiger Untergrundarbeit des KGB hat Putin das Erbe Berijas angetreten, liegt die Macht Russlands wieder absolut in den Händen des Geheimdienstes, kann die Politik Berijas nun frei und ungehindert fortgesetzt werden ! Und nun zur Beantwortung der Frage: „Wer hat Putins Gasleitungen gelegt“ ? Ihr ahnt es schon, das war natürlich kein Anderer als Berija !!! Er hat die politische Macht über den Gashahn immer noch in seinen Händen, obwohl der offene Menschewismus „ohne Maske“ nur in dem Zeitabschnitt zwischen Stalins und Berijas Tod an der Macht war !!!! Die Menschewisten entpuppten sich nach Stalins Tod als das, was sie immer waren: Leute, die den Kapitalismus wieder aufrichten und dem Westen helfen.

Die Geschichte unserer Partei lehrt, dass der russische Teil der Partei der Bolschewiki wuchs und erstarkte im Kampf gegen den Menschewismus, denn der Menschewismus ist eine Ideologie der Bourgeoisie, der Menschewismus ist der Schrittmacher bürgerlicher Ideologie in unserer Partei, und ohne den Menschewismus überwunden zu haben, konnte die Partei nicht festen Fuß fassen“ (Stalin, Band 5, Seite 270-271).

Wenn der Kampf der Bolschewiki gegen den Menschewismus abgeschwächt oder eingestellt wird, bedeutet das, die Ideologie der Bourgeoisie wieder in die Partei zu lassen, bedeutet dies, dass die Partei wieder den Boden unter den Füßen verliert, bedeutet dies, den Kräften der Restauration des Kapitalismus Tür und Tor zu öffnen, die Bourgeoisie zu stärken. Die Verschwörer von 1953 verstanden es, sich eben dadurch Tür und Tor zu öffnen, dass sie, als „Stalinisten“ getarnt, die Führung in Partei und Staat usurpierten.

Was der internationale Sozialdemokratismus dem Menschewismus Georgiens an Hilfe im Kampf gegen Lenin und Stalin angediehen ließ, das macht heute der putinsche Erbfolger des Mingrelen Berija am heutigen deutschen Sozialdemokratismus wieder gut.

Und der Sozialdemokrat Schröder ? Hat er nicht getreu der SPD-Ostpolitik die Interessen des deutschen Imperialismus mehr als zufriedenstellend erfüllt ? Ist denn hier nicht klar, dass das Berijanertum nicht nur eine durch und durch imperialistische Ideologie ist, die nicht nur irgendeinem Imperialisten nützlich ist, sondern dem Weltimperialismus dient ? Ist denn hier nicht klar, dass es unsere Pflicht als Marxisten-Leninisten ist, die „marxistisch-leninistische“ Hülle des Berijanertums niederzureißen, damit seine nackte, hässliche Fratze zum Vorschein tritt, damit die Massen ihn als massenfeindliche, konterrevolutionäre Ideologie wiedererkennen und bekämpfen? Ist es nicht klar, dass es unsere Aufgabe ist, die berijanischen Agenten der Bourgeoisie aus den Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung hinauszujagen und vor den Massen anzuklagen ? Ist es schließlich nicht klar, dass die Gefahr des Berijanertums mit dem Machtantritt Putins viel größer geworden ist als die Gefahr des alten Chruschtschowismus, Breschnewismus, Gorbatschowismus usw. usf. ?

Klar ist also, Genossen, dass wir jetzt unser Feuer auf das Berjianertum eröffnen müssen, dass es wieder zu einer realen Gefahr für das Weltproletariat und seine Weltrevolution geworden ist. Wir dürfen niemals vergessen, dass es das Berijanertum war, mit dem die „Entstalinisierung“ begann. So soll nun auch die „Entstalinisierung“ der marxistisch-leninistischen Weltbewegung beginnen ! Berija kappte die Nabelschnur zwischen der Periode des Sozialismus „in einem Land“ und der zweiten Periode des Sozialismus, dem Weltsozialismus, zu einer Zeit, als er mit seinem „Stalinkult“ die Macht ergriff. Soll sich die Geschichte etwa noch einmal auf so furchtbare Weise wiederholen, nur weil wir uns erneut überrumpeln lassen ? Das Berijanertum hat viele Gesichter – die Hydra muss besiegt werden, Die Wiedervereinigung von Sozialdemokratismus und Menschweismus muss vom revolutionären Weltproletariat zerschlagen und überwunden werden mit den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha !

Berija verfolgte einen direkten und offenen Weg der schnellen „Reformen“ ( unmittelbare Umwandlung des Sozialismus in den Kapitalismus – also: „je schneller desto besser!“, zum Beispiel mit dem Argument, die Sowjetunion vor einer militärischen Eskalation des Kalten Krieges „zu retten“, dafür lieber die Randgebiete zu „opfern“ - kurz: die offene Kapitualtion der Sowjetunion mit möglichst wenig Verlusten, um damit möglichst „ungeschoren“ die Stalinära zu überstehen: Berija wollte lieber „ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, während die Chruschtschowgruppe schrittweise vorzugehen beabsichtigte und es deswegen aus opportunen Gründen vorzog, ihre Kapitulation vor den Massen zu verbergen und sich noch eine Weile hinter der Parteilinie Stalins zu verschanzen, um sich dann auf Lenins Parteilinie zu berufen, sobald die Trauer um Stalin unter den Sowjetvölkern abgeklungen und eine offene Abrechnung mit Stalin mehr Erfolg versprechen würde – also das war der Weg Chruschtschows, der zwar länger und umständlicher, dafür aber sicherer und gründlicher erschien. Erst unter Chruschtschow formte sich der moderne Revisionismus als bürgerliche Ideologie an der Macht vollständig heraus.

Diese unterschiedlichen Wege zum Kapitalismus, die sich zwischen Berija und Chruschtschow auftaten, lassen sich in vielen Einzelheiten bestätigen, so in der Jugoslawienfrage, in der Deutschlandfrage, in der Ungarnfrage usw. usf. Berija gab sich „staatsmännisch“ beim lakaienhaften Verschachern des Sozialismus an die Imperialisten. Wenn die Imperialisten schon ihren kommunistischen Alptraum verkaufen wollten, dann sollten sie auch einen entsprechenden Preis dafür zahlen. Er bedeckte sich mit Schande, aber mit dieser Schmach brüstete er sich auch noch - und die Berijaner klatschen diesem „Marxisten-Leninisten“ Beifall, bewundern ihn wie er mit Stalin fertig geworden ist und wollen alle seine eifrigen Schüler sein: „Wenn Berija damals mit Stalin fertig geworden ist, dann werden wir Berijaner heute auch mit den Stalinisten fertig werden !“.

Offensichtlich hätten auch die Westmächte größeren Gefallen an Berijas Weg zum Kapitalismus gefunden als an dem Chruschtschows, der sich für den Westen wegen seines „Festhaltens am Leninismus“ als härtere Nuss entpuppte, denn dieser Weg war für den Westen nicht nur viel beschwerlicher, um die Sowjetunion dem Weltkapitalismus einzuverleiben als der Weg Berijas, sondern führte auch zu ihren Machteinbußen gegenüber einem erstarkenden Sozialimperialismus, führte zur Auseinandersetzung mit einer Großmacht, die die Welthegemonie anstrebte. Die Macht, die Stalin dem Sozialismus verlieh, sollte Chruschtschow als Steigbügel zur Weltherrschaft des russischen Sozialimperialismus dienen.


Der Marxismus lehnt die Einheit mit dem Sozialdemokratismus, die Einheit mit dem Menschewismus ab. Darin unterscheidet sich der Bolschewismus u.a. vom Trotzkismus. Nun wird klar, wo die verräterische Vereinigung von Sozialdemokratismus und Revisionismus herkommt, die der Genosse Enver Hoxha so treffend entlarvt hatte – beispielsweise bei der Vereinigung der sozialdemokratischen und revisionistischen Parteien (SED usw.). Ist es ein Zufall, dass es in allen osteuropäischen Ländern diese sozialdemokratischen Bündnisse mit den Revisionisten gab, nur mit den albanischen Kommunisten nicht ??? Das lag nicht allein daran, dass der Sozialdemokratismus noch nicht bis in die albanischen Berge vorgedrungen war. Im Gegenteil, Enver Hoxha führte einen heldenhaften und siegreichen Kampf gegen den Titoismus. Enver Hoxha wusste sehr wohl aus den Erfahrungen des sozialistischen Albaniens, warum er dem sozialdemokratisch-revisionistischen Bündnis einer scharfen Kritik unterzog und den Lehren Stalins treu blieb, sich die Sozialdemokratie vom Halse zu schaffen und nicht mit ihr das Bett zu teilen..

Okay, wenn die Kommunistische Partei bereits so stark in der Arbeiterklasse verankert wäre, wenn die Arbeiterklasse über einen starken bolschewistischen Magen verfügt hätte, dass sie die Sozialdemokratie quasi verdauen kann, soll sie sich diese ruhig einverleiben, denn damit stärkt sie sich insofern, als sie den sozialdemokratischen Einfluss der Bourgeoisie schwächt und den Weg zur Diktatur des Proletariats stärkt. Mit der Vereinigung zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus kommt man der Diktatur des Proletariats aber niemals näher, sondern wendet sich im Gegenteil von diesem Ziel ab. Wenn es die bolschewistische Partei mit der Diktatur des Proletariats ernst meint, dann muss sie sich ihre führende Rolle im Sieg über die Sozialdemokratie erobern. Mögen die Revisionisten diese marxistisch-leninistische Wahrheit ruhig „bezweifeln“. Sie beweisen damit nur, dass sie von Anfang an den kapitalistischen Weg eingeschlagen hatten mit den historisch bekannten Folgen. In der damaligen Zeit der Schaffung der volksdemokratischen Länder war der subjektive revolutionäre Faktor für die Errichtung der Diktatur des Proletariats noch längst nicht reif, konnte man von starken bolschewistischen Parteien im Stile Lenins und Stalins gar nicht sprechen, davon kann man erst sprechen, wenn diese auch über eine ausreichende Massenbasis verfügt wie das in Russland der Fall war. So ereilte der deutschen Arbeiterklasse nach dem Zweiten Weltkrieg zum Beispiel das gleiche Schicksal (DDR) wie nach dem Ersten Weltkrieg (Novemeberrevolution 1918/19).

Ist eine bolschewistische Partei jedoch noch zu schwach, um jene Menge Magensäure zu produzieren, um den Einfluss des Sozialdemokratismus im eigenen Leib zu zersetzen, ist es ein Verbrechen an der Arbeiterklasse, ihre Avantgarde dem sozialdemokratischen Zersetzungs- und Entartungsprozess auszusetzen. Die Vereinigung mit der Sozialdemokratie war unter den damals herrschenden Bedingungen konterrevolutionär, denn die bolschewistischen Kräfte wurden dadurch zersetzt, entartet und schließlich liquidiert und die Arbeiterklasse somit ihrer revolutionären Kampfpartei beraubt. Deswegen diente diese Vereinigung zum damaligen Zeitpunkt des tatsächlichen noch zu schwachen bolschewistischen Kräfteverhältnisses nicht der Arbeiterklasse, sondern der Bourgeoisie, dem Kapitalismus, dem Imperialismus. Da der Sozialdemokratismus ebenfalls nur schwach unter den Massen verankert war, konnten die revisionistischen Parteien den Sozialdemokratismus verschlingen und mit einem kräftigen Schluck russischen Wodka „verdauen“. Gesunde kommunistische (bolschewistische!) Parteien hätten schon vom Anblick des Sozialdemokratismus Brechreiz gehabt. Einen von außen erzwungener, widerwillig geschluckter sozialdemokratischer Bissen wäre von einer bolschewistischen Partei wieder herausgewürgt oder ausgekotzt worden, wenn er denn überhaupt in den Mund gelangt wäre.

Der Revisionismus und die Sozialdemokratie sind zwei Erscheinungen ein und derselben bürgerlichen Ideologie“ (Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 221, April 1977, KPD/ML)

Wir wollen das genau wissen: Wir müssen den Schlüssel zum Verständnis des Zusammenhangs und der Einheit von Revisionismus und des Sozialdemokratismus in den gemeinsamen historischen Wurzeln suchen. Demnach war die Sozialdemokratie im 19. Jahrhundert ursprünglich durchaus keine Erscheinungsform der bürgerlichen, sondern umgekehrt der proletarischen Ideologie.

Die Sozialdemokratie ist nicht als bürgerlich-reformistische Ideologie auf die Welt gekommen und ist nicht etwa aus der eigentlichen bürgerlichen Bewegung selbst hervorgegangen, sondern aus dem Marxismus, der sich mit der revolutionären Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts zu entwickeln begann. Der Marxismus kam jedoch nicht fertig vom Himmel, sondern entwickelte sich von der ersten Hälfte der vierziger Jahre ab, bis er an der Schwelle der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts im Kampf gegen seine Feinde vollendet war.

Doch als der Marxismus alle einigermaßen in sich geschlossenen, ihm feindlichen Lehren verdrängt hatte, begannen die Tendenzen, die in diesen Lehren zum Ausdruck kamen, nach anderen Wegen zu suchen. Formen und Anlässe des Kampfes änderten sich, doch der Kampf selbst ging weiter. Und das zweite Halbjahrhundert der Existenz des Marxismus begann ( in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts) mit dem Kampf einer dem Marxismus feindlichen Strömung INNERHALB des Marxismus“ [von der Redaktion hervorgehoben] (Lenin Werke, Band 15, Seite 20, „Marxismus und Revisionismus“). Diese feindliche Strömung nannte sich das Bernsteinianertum (Die (Arbeiter-)Bewegung ist alles - das (sozialistische) Ziel nichts“).

Bernstein entwickelte die verbürgerlichte Revision des Marxismus, vermittels derer die Agentur der Bourgeoisie innerhalb der revolutionären Arbeiterbewegung und ihrer revolutionären sozialdemokratischen Partei ihren Kampf gegen den Marxismus zu führen begann und zwar auf dem Boden des Marxismus“ selbst. Das war die Geburtsstunde des Revisionismus am Marxismus. Er bedeutete nichts Anderes als den Kapitalismus nunmehr mit Reformen (Reformismus) und nicht mehr mit der Revolution zu beseitigen oder anders ausgedrückt: den „friedlichen“ statt gewaltsamen Weg zum Sozialismus zu gehen, der zum Kapitalismus führt. Der Leninismus ist die Weiterentwicklung des Marxismus, weil er eben diese bürgerliche Revision des Marxismus Leninismus, den Revisionismus niederschlug, sich dadurch selber stärkte und dem Marxismus zum Sieg verhalf.

Die bürgerliche Revision der Sozialdemokratie bezeichnen wir als Sozialdemokratismus. In Lenins frühen Schriften war der Begriff des Sozialdemokratismus zwar noch positiv besetzt und mit der Sozialdemokratie identifiziert, aber nach der Spaltung zwischen Bolschewiki und Menschewiki, nach der Entlarvung des Zentrismus in der II. Internationale, nach der Verurteilung des Renegatentums Kautskys, kurz: nachdem die Sozialdemokratie ihres revolutionären, marxistischen Geistes endgültig beraubt war, wurde der eins revolutionäre Sozialdemokratiebegriff negativ besetzt und galt fortan als Erscheinungsform der bürgerlichen Ideologie in der Arbeiterbewegung. Lenin verteidigte die revolutionäre Sozialdemokratie (den Marxismus) gegen den reaktionären Sozialdemokratismus (Reformismus). So kam es auch folgerichtig zu Lenins Umbenennung der bolschewistischen Partei der russischen Sozialdemokratie in die Kommunistische Partei Russlands. Um die alte revolutionäre Sozialdemokratie nicht mehr mit der neuen, bürgerlich entarteten Sozialdemokratie begrifflich zu verwechseln, wurde zukünftig die Demarkationsgrenze mit dem Begriff „Sozialdemokratismus“ gezogen. Wenn heute zuweilen immer noch der Begriff „Sozialdemokratie“ gebraucht wird, dann im Sinne des reaktionären Sozialdemokratismus. In diesem Sinne verwandte ihn auch Enver Hoxha in seinem obigen Zitat. Aber auch Stalin verwendete den Begriff der „Sozialdemokratie“ in gleicher Weise zum Beispiel hier:

Im Lande der Diktatur des Proletariats ist die Sozialdemokratie eine konterrevolutionäre Kraft, die die Wiederherstellung des Kapitalismus und die Liquidierung der Diktatur des Proletariats im Namen der bürgerlichen `Demokratie` anstrebt. In kapitalistischen Ländern, wo das Proletariat noch nicht die Macht in den Händen hat, ist die Sozialdemokratie entweder eine oppositionelle Partei gegenüber der kapitalistischen Macht oder eine halbe Regierungspartei, die Koalitionen mit der liberalen Bourgeoisie gegen die reaktionärsten Kräfte des Kapitalismus und gegen die revolutionäre Arbeiterbewegung eingeht, oder sie ist vollständig Regierungspartei, die offen und eindeutig den Kapitalismus und die bürgerliche `Demokratie` gegen die revolutionäre Bewegung des Proletariats verteidigt. Im höchsten Maße wird sie konterrevolutionär und richtet sich ihr konterrevolutionäres Wesen gegen die Macht des Proletariats erst, nachdem diese zur Tatsache geworden ist“ (Stalin, Werke, Band 10, Seite 209, russ.).

Mit der Oktoberrevolution begann eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem Marxismus an der Macht und Sozialdemokratismus. Stalin schreibt hierzu:

Früher, vor dem Sieg der Diktatur des Proletariats, konnte die Sozialdemokratie mit dem Banner des Marxismus prunken, ohne die Idee der Diktatur des Proletariats offen abzulehnen, (...) Damals, in jener Periode, waren formell Sozialdemokratie und Marxismus ganz oder nahezu ein und dasselbe.

Jetzt, nach dem Sieg der Diktatur des Proletariats, da alle mit eigenen Augen gesehen haben, wozu der Marxismus führt und was sein Sieg zu bedeuten hat, kann die Sozialdemokratie nicht mehr mit dem Banner des Marxismus prunken, kann sie nicht mehr mit der Idee der Diktatur des Proletariats kokettieren, ohne eine gewisse Gefahr für den Kapitalismus herauf zu beschwören. (...) Jetzt musste sie sich vom Marxismus abgrenzen und grenzte sich auch tatsächlich von ihm ab, denn, ohne offen und rückhaltlos die erste proletarische Diktatur in der Welt zu unterstützen, ohne den revolutionären Kampf gegen die eigene Bourgeoisie zu führen, ohne die Bedingungen für den Sieg der Diktatur des Proletariats im eigenen Lande zu schaffen (...)

Von nun an ist der einzige Träger und das einzige Bollwerk des Marxismus der Leninismus, der Kommunismus“ (Stalin, Band 10, Seite 215).



Häufig wurde der Begriff der „Linken in der Sozialdemokratie“ verwendet, die die bürgerliche Linie des Sozialdemokratismus innerhalb der sozialdemokratischen Partei kritisierten, aber nicht konsequent vom Standpunkt der Bolschewiki aus – sozusagen schwankten die „linken“ Sozialdemokraten zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus. So sagte Stalin über sie nicht nur Positives, sondern auch, dass die linken Sozialdemokraten in Deutschland zugleich eine ganze Reihe ernstester politischer und theoretischer Fehler aufzuweisen hatten, dass sie sich noch nicht von dem menschewistischen Ballast befreit hatten und daher der ernstesten Kritik von Seiten der Bolschewiki bedurften“ (Stalin, „Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus“, Band 13).

Als Bestandteil der Ideologie des „linken“ Flügels der Sozialdemokratie ist der Austromarxismus eine besonders feingesponnene Art des Betruges an den Arbeitermassen. Er prostetuiert die marxistische Terminologie und bricht gleichzeitig mit den Grundlagen des revolutionären Marxismus (durch den Kantianismus, Machismus usw., der Austromarxisten auf dem Gebiete der Philosophie); er liebäugelt mit der Religion, entlehnt bei den englischen Reformisten die Theorie der „funktionellen Demokratie“ und tritt für den „Aufbau der Republik“, das heißt, für den Aufbau des bürgerlichen Staates ein. Der Austromarxismus empfiehlt die „Zusammenarbeit der Klassen“ in den Perioden des sogenannten „Gleichgewichts der Klassenkräfte“, das heißt, gerade dann, wenn eine revolutionäre Krise heranreift. Diese Theorie ist die Rechtfertigung der Koalition mit der Bourgeoisie zur Vernichtung der proletarischen Revolution unter der Maske der Verteidigung der „Demokratie“ gegen die Angriffe der Reaktion. Objektiv und in der Praxis wird die Gewaltanwendung, die der Austromarxismus im Falle von Angriffen der Reaktion für zulässig erklärt, zur Gewalt der Reaktion gegen die proletarische Revolution. Die „funktionelle Rolle“ des Austromarxismus ist die dem Kommunismus bereits zustrebenden Arbeiter zu betrügen; deshalb ist er ein ganz besonders gefährlicher Feind des Proletariats, gefährlicher als der offenen Anhänger des räuberischen Sozialimperialismus“ (Programm der Komintern, Kapitel VI, 1: „Die dem Kommunismus feindlichen Ideologien in der Arbeiterklasse“)

Den Sozialdemokratismus kann man niemals innerhalb der entarteten Sozialdemokratischen Partei überwinden, sondern nur durch die neu zu schaffende kommunistische Partei, die der sozialdemokratische Partei gegenüber gestellt werden und diese zerschlagen muss, aber sich nicht stattdessen mit dieser vereinigen darf. Die „Einheit“ des Sozialdemokratismus hat immer nur das Erwürgen nach umaarmten Kommunisten zur Folge. Das ist eine historische Lehre der Arbeiterbewegung. Genauso kann man nicht den Revisionismus in einer revisionistischen Partei überwinden, sondern nur unter Führung einer anti-revisionistischen, bolschewistischen Partei wird die revisionistische Partei beseitigt. In der Diktatur des Proletariats ist kein Platz für bürgerliche Parteien, weder für sozialdemokratische, noch für revisionistische, da herrscht die Klasse des Proletariats – angeführt von seiner bolschewistischen Partei.

Es machte gerade das Wesen der eigenständigen Herausbildung des Bolschewismus aus, dass die Bolschewiki schon damals (1903-1905) in den Reihen der Opportunisten der II. Internationale den ehrenvollen Ruf von `Spaltern` und `Desorganisatoren` erwarben“ (Stalin, Band 13, Seite 78). Verzicht auf die Eigenständigkeit des Weltbolschewismus und seiner Welorganisationen, das heißt heute, sich mit Haut und Haar dem Welkapitalismus zu verschreiben. Die marxistisch-leninistischen Parteien von heute sind nur noch insofern revolutionär, als sie sich in Wort und Tat dem Willen und Handeln des revolutionären Weltproletariats unterordnen und das heißt nichts anderes, als dass sie sich dem Weltbolschewismus und seinen Weltorganisationen anschließen, dass sie ihre Führung der Weltpartei unterstellen, in der sie sich zusammengeschlossen und vereinigt haben auf der Basis der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha.

Jede Abkehr der marxistisch-leninistischen Parteien in den Ländern von der bolschewistischen Weltpartei ist Wasser auf die Mühlen des Revisionismus und Sozialdemokratismus.

Alles Andere ist Schwätzerei und Phrasendrescherei, was der Weltbourgeoisie sehr viel aber dem Weltproletariat sehr wenig nützlich ist.

So schlugen die Chruschtschowianer nach 50 Jahren Bolschewismus gegen den Stalinismus den gleichen Lärm über ihren angeblichen „Kampf gegen den Dogmatismus und das Sektierertum als Hauptgefahr der marxistischen Weltbewegung“ genauso wie das damals die II. Internationale bereits gegen den Leninismus tat, weswegen wir ja auch von den modernen Revisionisten als die Fortsetzer des Verrats der II. Internationale sprechen. Die Verräter unterschieden sich nur dadurch, dass die einen sich dabei der Maske des Marxismus und die anderen der Maske des Leninismus bedienten, während sich die Neo-Revisionisten sich heute der Maske des Stalinismus bedienen. Die Masken der revisionistischen Verräter wechselten mit den Lehren der Klassiker des Marxismus-Leninismus, aber die ideologischen Wurzeln der II. Internationale sind die gleichen geblieben.

Fortsetzung Teil 13