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Die Deklarationen von 1957 und 1960

Die Bukarester Beratung und danach die Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau bedeuteten die definitive Trennung zwischen den Marxisten-Leninisten und den Chruschtschow-Revisionisten und den Beginn der offenen Polemik zwischen ihnen. Während die Partei der Arbeit Albaniens den Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus konsequent und entschlossen aufnahm und entfaltete, zeigte die chinesische Führung Schwankungen und nahm keine feste Haltung gegen die Chruschtschowianer ein, sondern eine Haltung der Versöhnung und der Einstellung der Polemik mit der Begründung des anti-imperialistischen Kampfbündnisses unter Einbeziehung der Revisionisten.

Die Chinesen haben auf der Basis der Moskauer Deklaration von 1957 in Wirklichkeit ihren zentristischen Versöhnlerkurs gegenüber den sowjetischen Revisionisten aufbauen können, um die Wachablösung an der Spitze zu vollziehen, ein Schachern mit Prinzipien und Machtkampf der beiden großen Sozialimperialisten gegen die Kleinen, insbesondere gegen das einzig übrig gebliebene tatsächliche, sozialistische Land Albanien, dass Stalin treu verteidigte. Nach dem Sturz Chruschtschows versuchten die Chinesen, ihre »Polemik« einzustellen, nachdem Mao 1956 offen Chruschtschow gegen Stalin verteidigt hatte. Chruschtschow wollte mit den Deklarationen die kommunistische Weltbewegung auf den XX. Parteitag einschwören, während die beiden Konferenzen von 1957 und 1960 von der Minderheit als Forum zur anti-revisionistischen Kritik genutzt wurde. Die Erklärung von Enver Hoxha spielte für die neue marxistisch-leninistische Bewegung GEGEN den Revisionismus eine hervorragende, historische Rolle. Der mutige Auftritt Albaniens konnte viele marxistisch-leninistische Prinzipien in der Deklaration festschreiben die revisionistische Mehrheit, die Chruschtschow anführte, damit jedoch nicht aufhalten. In der Folge zeigte sich, dass die Deklarationen den Vormarsch der Revisionisten natürlich gar nicht aufhalten konnten und auch so nicht konzipiert waren - von der Kritik an Tito ( wegen des Alleinherrschafts-Anspruchs der sowjetischen Revisionisten) mal abgesehen. Die Deklarationen beriefen sich zwar auf die Prinzipien des Marxismus-Leninismus, waren aber auch schon stark vom Einfluss des XX. Parteitags gefärbt, enthielten gleichzeitig schon kaum tragbare Kompromisse und zentristische Positionen gegenüber dem Revisionismus und waren als tatsächlich marxistisch-leninistische Generallinie der kommunistischen Weltbewegung nicht geeignet. Nehmen wir nur einmal die darin zum Ausdruck kommende Abkehr von Stalin, vom Bolschewismus und von der Komintern. Die Deklarationen konnten nicht kitten, was nicht zu kitten ist.

Nun war es Sache der »Polemik«, die Kritiker des modernen Revisionismus international unter dem Deckmantel des »Anti-Revisionismus« unter die chinesischen Fittiche zu nehmen und vom revolutionären Weg abzuhalten. So tauchten gleichzeitig mehrere revisionistische Strömungen in der kommunistischen Weltbewegung auf, und es gab in vielen Ländern verschiedenste Organisationen, die als »wahre« »Kommunistische« Parteien gegeneinander auftraten und somit Verwirrung im Proletariat stifteten, was den Aufbau der marxistisch-leninistischen Parteien erschwerte und noch viel mehr ihren Zusammenschluss. Das heisst, dass sich die Kritik am sowjetischen Revisionismus und deren Nachbetern in den sowjetischen Satelliten-Staaten auf die Stärkung der eigenen nationalen revisionistischen Führung konzentrierte. Jeder versuchte unter den Bedingungen des Polyzentrismus, sich günstige Möglichkeiten zu verschaffen, an die Stelle der Spitzenposition der sowjetischen Revisionisten zu treten. So versuchten die chinesischen Führer, die albanische Partei und andere kleinere marxistisch-leninistischen Parteien zu zwingen, sich vollkommen der führenden Rolle der KP Chinas zu unterwerfen unter Preisgabe ihrer marxistisch-leninistischen Politik. Die großen Worte von den Interessen der Weltrevolution und dem Befreiungskampf der Völker, die die chinesischen Revisionisten mit Vorliebe im Munde führten, waren nur dazu da, über die Weltstrategie Maos hinweg zu täuschen, nämlich darüber, dass die KP Chinas die marxistisch-leninistischen, aber auch alle anderen revisionistischen Parteien und die nationalen Befreiungsbewegungen, sowohl die revolutionären als auch die konterrevolutionären, ja die ganze Welt um jeden Preis für ihre Großmachtinteressen einspannen wollten, um ihr sozialimperialistisches Weltreich zu errichten. Man warf sich gegenseitig Revisionismus vor, nur um den eigenen Revisionismus hinter diesem »anti-Revisionismus« zu tarnen. Es gab zwar keine einheitliche revisionistische Weltlehre, aber in ihrem Wesen waren alle modernen Revisionisten gleich, so wie es Genosse Enver Hoxha hervorragend analysierte und schlussfolgerte. Solange es keine Kommunistische Internationale mehr gab, brauchten die Revisionisten sie selbst auch nicht aktiv bekämpfen, und sie wollten auch keine »schlafenden Hunde wecken«. Sie bekämpften aber die Idee der Kommunistischen Internationale, die in der marxistisch-leninistischen Bewegung weiter lebte. Also bekämpfte man diese Idee gleichzeitig mit der aufgelösten Komintern, die man zum Anschauen ins historische Museum verbannen wollte. Diese Haltung wird sich bald ändern, wenn die Komintern/ML für sie zur Bedrohung wird. So beschränkten sich die Revisionisten bisher darauf, die Bestrebungen der marxistisch-leninistischen Parteien zur Zusammenarbeit zu hintertreiben und zu stören und verschiedene internationale Zentren als Auffangbecken zu errichten.

Von welthistorischer Bedeutung ist also die heroische Haltung der albanischen Delegation, die als einzige Marxisten-Leninisten der Welt ihre Stimme mutig erhoben und von den Marxisten-Leninisten der Welt erhört wurden und von nun an die Prinzipien des Marxismus-Leninismus und den Genossen Stalin vor den wütenden Angriffen der Revisionisten in Schutz nahmen. Nicht nur Tito, nicht nur Chruschtschow, auch Mao und ALLE anderen Revisionisten arbeiteten auf die eine und andere Weise mit dem US-Imperialismus zusammen, griffen den marxistisch-leninistischen Kurs Albaniens an und erfüllten somit - nicht ganz uneigennützig - die USA Forderungen: dem Marxismus-Leninismus abzuschwören. Auch die Absage an die Diktatur des Proletariats, ebenso die Abkehr von der bewaffneten proletarischen sozialistischen Revolution, stand mit im Forderungskatalog des Weltimperialismus, wohingegen die klassenversöhnlerische Linie, die Kapitulationslinie der Chruschtschow-Revisionisten im Mittelpunkt der sogenannten »friedlichen Koexistenz« stand, um sich die Unterstützung des Weltimperialismus zu sichern bei der Restauration des Kapitalismus.

Einer der grundlegenden Widersprüche wie sie in der chinesischen »Polemik« noch benannt wurden, war der Widerspruch »zwischen dem sozialistischen Lager und dem imperialistischen Lager«. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der »Polemik« - 1963, gab es aber gar kein sozialistisches Lager mehr. Da gab es nur noch ein einziges sozialistisches Land, das sozialistische Albanien, alle anderen folgten dem Weg des Revisionismus und können deswegen nicht als sozialistische Länder bezeichnet werden. Eine Generallinie, die diese Wahrheit verschweigt und trotzdem vom »sozialistischen Lager« spricht, macht keinen Unterschied zwischen revisionistischen und sozialistischen Ländern. Die Absicht, die hinter der »Polemik« steckt, ist klar. Im sogenannten »sozialistischen Lager« waren eigentlich nur die Sowjetunion Lenins und Stalins und Albanien die einzigen Länder, die konsequent den Sozialismus aufgebaut, die die Diktatur des Proletariats entfaltet und gefestigt hatten, und die dem Marxismus-Leninismus bis zum Schluss treu ergeben blieben, alle anderen haben an der Demontage des sozialistischen Lagers gearbeitet, natürlich »im Namen des sozialistischen Lagers«.

In der »Polemik« konzentriert sich die Lösung der Widersprüche in allen Ländern »nur auf die Revolutionen der Völker«, die Revolutionen der Proletarier aller Länder stehen in der »Polemik« nicht mehr im Vordergrund und schon gar nicht in den revisionistischen Ländern, in denen der Kapitalismus restauriert wurde. China war nie in Wahrheit sozialistisch und hat noch viele Jahre nach dem XX. Parteitag die Sowjetunion weiterhin als »sozialistisches« Land verteidigt und versöhnlerische Zusammenarbeit praktiziert, was die Maoisten heute gerne verschweigen. Die chinesischen Revisionisten haben besonders erst in der letzten Phase der Abgrenzung vom sowjetischen Revisionismus ihren offenen Revisionismus getarnt, nicht zuletzt wegen der ideologischen Schattengefechte mit den sowjetischen Revisionisten, aber der Häutungsprozess vollzog sich vor allem wegen der heranwachsenden marxistisch-leninistischen Weltbewegung unter der Führung Enver Hoxhas.

Das sozialistische Lager kann niemals durch den Export der bereits bestehenden sozialistischen Länder aufgebaut werden, seien sie auch noch so stark. Jedes Land muss seinen eigenen Weg zur sozialistischen Revolution beschreiten, wenn auch durch die Unterstützung der sozialistischen Länder und durch das gesamte Weltproletariat und seine verbündeten Werktätigen unter dem Banner des proletarischen Internationalismus. Dieser Revisionismus, den Sozialismus von der Sowjetunion aus in der Welt exportieren zu wollen, war mitentscheidend für das Wiedererstarken des Imperialismus und hier muss der weltrevolutionäre Hebel des Weltproletariats ansetzen. Jedenfalls war der chinesische Weg historisch eine Sackgasse. Die Entstehung des chinesischen Revisionismus war charakterisiert durch sein Zurückweichen vor dem sowjetischen Revisionismus. Wer das Zurückweichen vorm Revisionismus als »Marxismus-Leninismus« verkauft, wer Revisionismus neben Marxismus-Leninismus duldet oder miteinander vereinigt, wer die Revisionismus nur halbherzig kritisiert und dahinter den Aufbau seines eigenen nationalen Revisionismus versteckt, ist ein Neo-Revisionist und schadet der Weltrevolution, sucht immer nach einer Möglichkeit, seinen Revisionismus in andere Länder zu exportieren. Wir haben gesehen, wo alle Revisionisten gelandet sind, im Schoß des Imperialismus. Die Komintern/ML grenzt sich also ideologisch vollständig ab von der »Polemik über die Generallinie der internationalen Kommunistischen Bewegung« der KP Chinas vom 14. Juni 1963, denn sie war eine Generallinie des Neo-Revisionismus, d.h. eine gehäutete Linie des modernen Revisionismus, die sich hinter dem Kampf »gegen den modernen Revisionismus« versteckte und sich unrechtmäßig als Fortsetzerin der revolutionären Linie der kommunistischen Weltbewegung präsentierte, ja sich sogar als deren führendes Zentrum ausgab, um es besser vernichten zu können. Die marxistisch-leninistische Bewegung und ihr voran die Albaner sollten durch die »Polemik« zum Werkzeug der chinesischen Führung gemacht werden, ein gefährliches Werkzeug der Spaltung, des Dogmatismus gegenüber dem sowjetischen Renegatentum. Die »Polemik« drosch nur leeres Stroh, aber nicht den Revisionismus. Deswegen war sie von vornherein darauf angelegt, irgendwann eingestellt und zurückgenommen zu werden, sobald sich der Zeitpunkt dafür ergab. Mit der Einstellung der »Polemik« wollten die Chinesen den Anschein erwecken, dass nun nach dem Sturz Chruschtschows der Sieg über den modernen Revisionismus endgültig erreicht sei. Vom »endgültigen Sieg über den Revisionismus« zu sprechen, ist aber eine reaktionäre Linie, denn sie fordert zur Kapitulation vor dem Revisionismus auf und bedeutet die Vergrößerung des Schadens, den der Revisionismus in der Welt angerichtet hat. Deswegen muss die Theorie vom »endgültigen Sieg über den Revisionismus« erbittert bekämpft werden, ist dieser Kampf ein wichtiger Bestandteil der Generallinie der Komintern/ML. Was also ist aus der »Polemik« im Endeffekt herausgekommen, was war ihr Schicksal? Hat es jemals irgendeine internationale Konferenz, irgendwelche Vereinbarungen oder Beschlüsse der marxistisch-leninistischen Bewegung darüber gegeben? Keine einzigen! Und warum nicht? Weil China daran gar kein Interesse hatte und dies verhinderte nach dem Motto: »Friss Vogel, oder stirb!«.

Mit einer Polemik als internationale Plattform gegen den modernen Revisionismus wäre es doch mehr als logisch, das Schmieden der Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung im internationalen Kampf gegen den modernen Revisionismus umgehend auf die Tagesordnung zu stellen, denn diese Aufgabe wäre nicht isoliert voneinander zu lösen gewesen. Den Weg zur Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung aber beschritt nicht Mao, sondern Genosse Enver Hoxha. In seinen »Thesen über die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung« sprach er nicht von der »Polemik«, sondern nannte sie nur »25 Punkten der KP Chinas«, woraus deutlich wurde, dass er sie nie als Generallinie der kommunistischen Weltbewegung betrachtete. Wie lauteten Envers Thesen?

»Nach der Spaltung ist die Einheit nötig. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus kann nicht ohne marxistisch-leninistische Einheit geführt werden. Die I. Und die III. Internationale. Es gibt zweierlei Vorstellungen von der Einheit: 1) Die revisionistische »Einheit« (mit ihren Varianten). 2) Die marxistisch-leninistische Einheit. Wir müssen die eine entlarven und die andere konsolidieren. Existiert vollständige marxistisch-leninistische Einheit des Denkens und Handelns in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung? Ja, doch nicht im nötigen Umfang und in der nötigen Weise, wegen des Wachsens dieser Bewegung und des Mangels an Erfahrung, wegen der besonderen Positionen jeder marxistisch-leninistischen Partei oder revolutionären Gruppen, und weil es in vielen gemeinsamen kapitalen Fragen keine vollständig gleichen Ansichten gibt, und auch wegen des organisierten und kombinierten Kampfes, den der Revisionismus und der Imperialismus gegen den Marxismus-Leninismus führen.

Also ist es unerlässlich, Formen und Methoden zu finden, um die Hindernisse zu überwinden. Die kommunistische Weltbewegung muss sich vom Marxismus-Leninismus leiten lassen, richtig interpretiert und angewendet unter den gegenwärtigen allgemeinen Bedingungen und von den besonderen Positionen jeder marxistisch-leninistischen Partei oder Gruppe aus. Also ist eine Analyse der gegenwärtigen Situation erforderlich, die nicht nur von einer Partei geleistet werden kann, deren Standpunkt Leuchtfeuer für die anderen wäre. Notwendig ist auch die Beratung unter den marxistisch-leninistischen Parteien oder Gruppen; aus ihr werden sich richtige Orientierungen für den Kampf unter den allgemeinen und besonderen Bedingungen ergeben. Kapitale Probleme, die einer gemeinsamen Festlegung bedürfen, die die Einheit stählt und den Kampf gegen den modernen Revisionismus stärkt: 1) Die definitive Trennung von den Revisionisten erfordert eine besondere Beratung. 2) Die Entstehung des Revisionismus, die Ursachen usw. usf. 3) Die Stalinfrage. 4) Die Haltung in erster Linie gegenüber der Sowjetunion und gegenüber den anderen Ländern, in denen die Revisionisten herrschen. 5) Die gründlicher durchdachte Haltung im Sinne einer organisierten politischen, ideologischen sowie technischen und materiellen Hilfe gegenüber den neuen marxistisch-leninistischen Parteien und Gruppen (...) Wenn sie nicht geklärt werden und wenn nicht eine mehr oder weniger einheitliche Meinung erreicht wird, können Widersprüche entstehen, und der Keim des Widerspruches existiert, was die Festigung der Einheit beeinträchtigt. (...) So wie die Ansichten einer Partei nicht en bloc akzeptiert werden können, ist es auch mit den Ansichten zweier Parteien. Alle müssen ihre Meinung sagen. Deshalb ist die gemeinsame Beratung und die Fassung gemeinsamer Beschlüsse wichtig. Die Beratung wird sich auch mit den Arbeits - und Organisationsformen vertraut machen und sie studieren, sie wird auch Aufgaben für jede einzelne Partei im besonderen stellen.

China hat diese Art von Beratungen bisher vermieden. Weshalb? a) Um nicht des Hegemonismus bezichtigt zu werden, eine Auffassung, die nicht richtig ist. b) Damit wir, die anderen, seine Einstellung zu diesen Beratungen nicht missfällig betrachten (Wir haben unseren Internationalismus bewiesen.) c) Es will bei Beschlüssen keine Partner haben. Ein derartiger Standpunkt und eine derartige Einstellung ist gefährlich. d) Es vermeidet sie, weil es intern noch keine Einheit hat. Dann sollte es uns das sagen« (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China«, Bd. I, Seite 302-306), Tirana 1979, dt. Ausgabe).

Die Chinesen waren weder bereit, sich der Komintern noch irgend jemandem sonst unterzuordnen, noch dem Diktat der Sowjet-Revisionisten, sondern nur der eigenen Bourgeoisie. Während wir heute von den Grundlagen der 5 Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha ausgehen, werden in der »Polemik« der chinesischen Revisionisten Stalin ausgeklammert und Mao ( als wessen Schüler?) aufs Podest gehoben, um mit seiner »Generallinie« die Marxistisch-Leninistische Weltbewegung in den chinesischen Sumpf zu führen. Die Notwendigkeit der Fortsetzung der Kommunistischen Internationale wird völlig ignoriert. Im Gegenteil: Alles ist entweder »revisionistisch« oder »dogmatisch«, was aus dem Ausland kommt. Nach Auffassung des Revisionismus kann das Weltproletariat nicht seine eigene, seine internationalistische Weltanschauung entfalten. Somit haben die Chinesen auch die Frage der Organisierung des Weltproletariats in einer übergeordneten gemeinsamen Weltpartei geschickt umgangen. Die Komintern/ML und ihre Sektionen sind prinzipiell nicht gegen die Führung. Wir sind gegen die revisionistische Führung, aber sehr wohl für die revolutionäre Führung im Sinne Lenins, und es ist eine Sache, die Notwendigkeit der Führung der Partei in jedem einzelnen Land anzuerkennen, und eine ganz andere, diese der Führung der Weltpartei unterzuordnen. Wenn wir gegen die revisionistische »Theorie der Mutterpartei« auftreten, so verteidigen wir dennoch die marxistisch-leninistische Theorie von der besonderen, fürsorglichen Rolle der marxistisch-leninistischen Partei des revolutionären Weltzentrums. Denn: von der marxistisch-leninistischen Partei des revolutionären Weltzentrums zu lernen, heisst siegen zu lernen. Das gehört zum ABC des Kommunismus. Wer die führende Rolle der KPdSU (B) innerhalb der III. Internationale nicht anerkennt, sondern sich auf eine neutrale, polyzentristische Position der »Unabhängigkeit, Gleichberechtigung etc. aller Sektionen zurückzieht, ist kein Marxist-Leninist. Es war ja gerade der Fehler aller Sektionen, den revolutionären Weg der Bolschewisierung im eigenen Land nicht konsequent genug gegangen zu sein, so wie es ihre Pflicht gewesen wäre. So haben sich ja auch der VII. Weltkongress, die chinesische »Polemik« etc. um diese Frage herumgemogelt, und wir üben hiermit Selbstkritik, dass wir der theoretischen Frage über die internationale Führung des Kommunismus bisher selber nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet haben.

Eine Weltrevolution ohne gemeinsame, revolutionäre Führung wird es nicht geben. Den Kampf gegen die Chruschtschow-revisionistische Theorie der »Mutterpartei« und der »Tochterpartei«, gegen das blinde Vertrauen auf die Welt-Führung ( Enver Hoxha, der PAA und die marxistisch-leninistischen Parteien nahmen eine korrekte Haltung ein), wurde von den Chinesen, den Titoisten und anderen Revisionisten nur dazu missbraucht, ihre eigenen revisionistischen Parteien gegen die sowjet-revisionistische Bevormundung zu stärken, um ihren eigenen Revisionismus »unabhängig« und »gleichberechtigt« aufbauen und andere unterdrücken zu können. Sich der internationalen Führung der Komintern nicht unterordnen zu wollen, war nur ein Beweis für ihren Verrat an der Hegemonie des Weltproletariats. Der Revisionismus im Weltmaßstab kann letztlich nur dann siegreich bekämpft und der Imperialismus vernichtet werden, wenn sich die Parteien - bei Wahrung ihrer Gleichberechtigung und Unabhängigkeit - zu einer gemeinsamen, übergeordneten bolschewistischen, zentralistischen Dachorganisation zusammenschließen. Dies ist die Erfahrung der Geschichte der Kommunistischen Internationalen, denn gerade durch die Isolierung der einzelnen Parteien war es dem Imperialismus erst möglich, die Parteien zu spalten, ihr ideologisches Auseinanderdriften, ihre nationalen Schranken und Widersprüche zu nutzen, um den Weltkommunismus als organisierte internationale Kraft zu schwächen und das einzelne sozialistische Land auf Dauer vom Bündnis mit dem Weltproletariat zu isolieren. Die Isolierung der KPdSU (B) von ihren Bruderparteien, die Isolierung der PAA von ihren Bruderparteien - die Isolierung der führenden Kommunistischen Partei von allen anderen Kommunistischen Parteien - das ist die Strategie und Taktik des Revisionismus, und so spalteten die Revisionisten die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Die Doppelstrategie und Taktik des Revisionismus in der Frage der führenden Partei des Weltzentrums besteht gerade darin, dass die führende revisionistische Partei an der Macht (SU) gemeinsam mit einer führenden revisionistischen Partei in der »Opposition« (China) Hand in Hand arbeitet, um den revisionistischen Einfluss in der kommunistischen Bewegung umfassend zu sichern, wobei der eine dem anderen das Staffelholz überreicht. Das heisst, nach gelungener Restauration des Kapitalismus übernimmt die nächste revisionistische Partei die Position ihrer Vorgängerin und macht gleichzeitig einer neuen »oppositionellen« führenden revisionistischen Partei den Platz frei. Mit der Kritik an der »Mutterpartei« das Prinzip der führenden Rolle der Partei des revolutionären Weltzentrums zu leugnen, eben das ist der Neo-Revisionismus wie er in der chinesischen »Polemik« zum Ausdruck kommt. Und im Prinzip verhält es sich mit der revisionistischen Kritik an der führenden Rolle der Kommunistischen Internationale nicht anders.

Der Imperialismus wird in der »Polemik« einseitig für die Spaltung der SU und Chinas verantwortlich gemacht. In erster Linie geht diese Spaltung aber auf das eigene Konto der revisionistischen Machthaber in beiden Ländern. Die Liquidierung der Komintern haben hauptsächlich nicht die Chinesen übernommen, und in der »Polemik« wollten sich die Chinesen auch nicht rechtfertigen zu ihrer feindlichen Haltung gegenüber der Komintern. In der »Polemik« werden aus diesen Fehlern also keine Schlussfolgerungen gezogen, geschweige denn Selbstkritik geübt oder gar die Komintern verteidigt gegen den Revisionismus. Vielmehr versuchten die Chinesen Maos bürgerliche Theorie vom «Kampf zweier Linien« auch auf eine internationale Ebene zu projezieren, um die bürgerliche Linie in die marxistisch-leninistische Weltbewegung einzuschmuggeln, zu etablieren und sich diese Bewegung einzuverleiben . Die notwendigen Lehren des Anti-Sozialimperialismus und Anti-Sozialfaschismus werden als grundlegende Linie des Kampfes des Weltproletariats in der »Polemik« gar nicht erwähnt, die heute zentraler Bestandteil der Generallinie der Komintern/ML sind, insbesondere was gerade die besondere Gefährlichkeit des chinesischen Sozialimperialismus anbelangt.

Die chinesischen Revisionisten gaben ihre sogenannte albanische »Wirtschaftshilfe« als »proletarischen Internationalismus« aus, um dahinter ihre sozialimperialistische Fratze der Ausbeutung und Unterdrückung geschickt zu verbergen, aber heute gehen sie in der ganzen Welt genauso offen vor wie die Imperialisten selbst. Das Positive an der »Polemik« war, dass sich die marxistisch- leninistischen Kräfte in der Welt besser gegen den Druck der gefährlichsten Feinde der kommunistischen Weltbewegung wehren und aus ihrer Umklammerung befreien konnten, gegen die Sowjetrevisionisten. Der proletarische Internationalismus konnte nur verteidigt werden, durch Beendigung der ehernen Linie der Verteidigung und Freundschaft mit der Sowjetunion, nachdem sie verraten wurde. Proletarischer Internationalismus konnte zukünftig nur umgekehrt heißen: Krieg der revisionistischen Sowjetunion. Dieser Weg war notwendig, um das Band zur Sowjetunion Lenins und Stalins festzuhalten, auf deren alten ideologischen Grundlage sich die Parteien weiterentwickeln konnten, bzw. wo dies nicht mehr möglich war, neue marxistisch-leninistische Parteien zu gründen. Aber die Lostrennung der einzelnen Parteien vom Revisionismus ist nicht gleichbedeutend mit der internationalen Überwindung des Revisionismus, sondern nur ein erster notwendiger Schritt. Lostrennung ist kein Selbstzweck, ist nicht das Endziel, sondern Voraussetzung für die neue revolutionäre Einheit, die ihren Sinn in der internationalistischen Sammlung, Konzentration und Vereinigung der revolutionären Kräfte hat, ohne die der Klassenfeind nicht besiegt werden kann. Überwunden werden kann der Revisionismus erst durch den organisierten Zusammenschluss zur anti-revisionistischen Weltpartei, um wieder an der alten Komintern Lenins und Stalins anknüpfen zu können. Diese Art von Einheit schwebte den chinesischen Revisionisten aber nicht vor. Sie strebten eine Einheit unter eigener revisionistischer Führung an, und erwiesen sich als größte und gefährlichste Spalter der Welt, seitdem sich die kommunistische Welt vom Tito-Revisionismus und sowjetischen Revisionismus befreit hatte. Zur revolutionären Einheit war die »Polemik« also nicht nur völlig ungeeignet, sondern sie war das entscheidende Mittel, sich an die Spitze der anti-revisionistischen Bewegung zu stellen, um dies zu verhindern und ihr statt dessen den Dolch in den Rücken zu bohren. Die chinesischen Revisionisten folgten nie dem Ziel der revolutionären Vereinigung, sondern nur deren Zerstörung. Auch Chruschtschow wollte dies nie, ebensowenig wie Tito und all die anderen. Das war das Negative an der »Polemik«, und deswegen ist sie auch völlig ungeeignet als Generallinie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, hat sie im Gegenteil nicht unerheblich zur Spaltung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung beigetragen und den Verrat der sowjetischen Revisionisten doch noch zum Ziel verholfen, nämlich den Weltimperialismus vor seinem Untergang zu retten. Die »Polemik« war letztendlich ideologischer Ausgangspunkt für die konterrevolutionäre chinesische »Drei-Weltentheorie«, die Weltstrategie des chinesischen Sozialimperialismus. Mit der »Polemik« waren die chinesischen Führer bestrebt, die Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas nur deswegen aus den Fängen der Sowjetrevisionisten zu »befreien«, um sie um so leichter in ihrem eigenen Machtbereich einzuverleiben, bzw. sie direkt dem Weltimperialismus ans Messer zu liefern und vom Bündnis mit dem revolutionären Weltproletariat abzukoppeln, ja gegen die Hegemonie des Weltproletariats zu richten. Dies steht im krassen Widerspruch zum proletarischen Internationalismus, als dessen Verteidiger sich die chinesischen Revisionisten aufspielten und den sie in ihrem verfaulenden Prozess schließlich offen den Rücken zukehrten - mit Deng Tsiao Pings berüchtigten UNO-Rede. Dieser direkte Zusammenhang zwischen »Polemik« und »Drei-Weltentheorie« ist vielen Marxisten-Leninisten in der Welt heute immer noch nicht klar geworden, und manche Neo-Revisionisten versuchen heute immer noch vergeblich, Mao davon reinzuwaschen, seinen Revisionismus zu retten und jeden logischen Zusammenhang zwischen Polemik und Drei-Weltentheorie zu vertuschen und zu leugnen. Ohne den negativen Einfluss der »Polemik« gründlich und umfassend zu entlarven, sie zu zertrümmern, wird es der Komintern/ML nicht gelingen, eine starke marxistisch-leninistische Weltbewegung aufzubauen. Hier gilt es besonders von Enver Hoxha zu lernen, aber eben auch, seine Lehre weiter zu entwickeln, insbesondere die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung durch die Komintern/ML in einen Guss zu fassen, in eine internationale monolithische Festung zu verwandeln, um den entstehenden revolutionären Brennpunkten internationalistische Kraft zu verleihen, sie zum großen Strom der Weltrevolution zusammenzuführen gegen alle opportunistischen Strömungen, von denen heute die maoistische immer noch eine der gefährlichsten ist.

Enver Hoxha hat im Bericht auf dem 3. Plenum des ZK der PAA 1957 den Zentralismus der kommunistischen internationalen Bewegung gegen Togliatti`s Polyzentrismus verteidigt:

»Er (Togliatti) sagte, es sei heute objektiv unmöglich, dass die internationale kommunistische Bewegung nur ein Zentrum habe; sie müsse polyzentrischen Charakter haben«. Wir erwähnen diese Dinge, weil sie uns nicht richtig scheinen.«

Ferner äußerte sich Enver Hoxha über den Polyzentrismus von Togliatti wie folgt:

»Die angebliche `Autonomie` , die die Anhänger Togliattis für die sozialistischen Länder wie für die kommunistischen Parteien predigen, zeigt, (...) dass die sozialistischen Länder und die kommunistischen Parteien `befreit` von allen marxistisch-leninistischen Prinzipien, von jedem generellen Gesetz sein müssen, `frei` sein müssen, ihren besonderen spezifischen Weg zu haben, einer `unterschiedlichen` Politik folgen müssen, Bündnisse schließen und zusammenarbeiten mit wem sie wollen und wie es ihnen gefällt. Die polyzentristische Linie der italienischen Revisionisten, die Linie verschiedener, unterschiedlicher Führungszentren in der kommunistischen Bewegung zu schaffen ist völlig entgegengesetzt der Idee der Einheit á la Chruschtschows `einheitlichem Kommando` » (Enver Hoxha, Ausgewählte Werke Bd. III, Seite 739, frz. Ausgabe).

Wenn es keine Sowjetunion Lenins und Stalins mehr gab, wenn es einen Zentralismus, eine alte Komintern, nicht mehr geben konnte, weil das alte Zentrum fehlte, so war es notwendig gewesen, einen neuen Zentralismus, eine neue Kommunistische Internationale zu schaffen - denn, das Zentrum verlagerte sich nach dem Fall der Sowjetunion nach - Albanien, worauf die Albaner zu Recht stolz sein durften! Da es dieses Zentrum nun auch nicht mehr gibt, da es keinen Sozialismus mehr gibt, müssen die Marxisten-Leninisten deswegen nicht die Hände in den Schoß legen: Wenn es Marxisten-Leninisten auf der Welt gibt - und sie gibt es - dann müssen sie sich vereinigen, wenn sie erstarken wollen, müssen sie ihren EIGENEN Zentralismus schaffen, um den weltweiten Befreiungskampf gegen den Imperialismus optimaler zu unterstützen und straffer zu führen, um die Schaffung eines neuen revolutionären Zentrums zu erleichtern, um dem Sozialismus wieder zum Durchbruch zu verhelfen. Zunächst aber im ersten Schritt, sich gegenseitig zu helfen, starke marxistisch-leninistische Sektionen aufzubauen, die im Gleichschritt voran marschieren. Wer verbietet uns im Zeitalter der »Globalisierung«, den demokratischen Zentralismus nicht nur auf nationaler, sondern dabei gleichzeitig auch auf internationaler Ebene aufzubauen und zu nutzen? Der Sturz der letzten Bastion des Sozialismus ist für uns nachrückende Marxisten-Leninisten kein Grund, auf die revisionistische Position der »Polemik« zurückzufallen. Wir nehmen uns das, was wir brauchen und stützen uns mit dem Marxismus-Leninismus auf unsere eigenen nationalen und internationalen restlich verbliebenen Kräfte. Wer sollte uns daran hindern?

Wenn die Komintern/ML sich ihrer Verantwortung bewußt sein will, muss es ihr gelingen, die Marxisten - Leninisten dieser Welt davon zu überzeugen, dass die »Polemik« zwar eine Polemik ist, aber keine marxistisch-leninistische Generallinie, sondern im Gegenteil eine Waffe gegen die Weltrevolution des Weltproletariats, gegen die sozialistische Revolution des Proletariats der einzelnen Länder, gegen die revolutionäre Befreiungsbewegung in den vom Weltimperialismus ausgebeuteten und unterdrückten Ländern, gegen den proletarischen Internationalismus und die Kommunistische Internationale, eine revisionistische Generallinie. der wir uns geschlossen entgegengestellt haben.

Man muss die Frage beantworten, warum Stalin bzw. später Enver Hoxha ihren geraden revolutionären Weg nie verlassen haben - obwohl ihre Parteien mit einer revisionistischen Mehrheit endeten, obwohl die rechte Mehrheit des VII. Weltkongress das Ende der Komintern einläutete, obwohl sich eine revisionistische Mehrheit beim Aufbau des sozialistischen Lagers herausbildete und es zerstörte, obwohl später aus den Moskauer Deklarationen eine sowjet-revisionistische Mehrheit hervorging, die das Ende der ruhmreichen kommunistischen Weltbewegung unter der Führung der einstigen sozialistischen Sowjetunion besiegelte, obwohl mit der chinesischen »Generallinie« eine neo-revisionistische Mehrheit die marxistisch-leninistische Weltbewegung spaltete.

Stalin und Enver Hoxha haben den demokratischen Zentralismus niemals verletzt, der die Einhaltung der proletarischen Disziplin und der Beschlüsse verlangte. Sie haben sich diszipliniert verhalten, aber trotzdem haben sie solche Beschlüsse immer so im Interesse der Revolution und des Sozialismus ausgelegt, haben den positiven Inhalt heraus gefiltert und sich darauf gestützt, waren jahrzehntelang auf dem Posten, so dass es den Revisionisten zu ihren Lebzeiten nicht ein einziges Mal gelang ( ohne sich selbst der Gefahr auszusetzen, sich als Revisionisten bloßzustellen!), sie ihrer führenden Position zu entheben und sie ihres revolutionären theoretischen wie praktischen Einflusses zu berauben, sie - mit welchen schlüpfrigen Beschlüssen und Fallstricken auch immer -. Sie ließen sich daran niemals hindern, dem Proletariat, dem Sozialismus, der Revolution, dem proletarischen Internationalismus bis zur letzten Konsequenz - trotz alledem - treu zu dienen, als Führer des Weltproletariats und des Sozialismus. Wenn man die Werke der Klassiker aufmerksam studiert, dann wird deutlich, dass sie durchaus die Winkelzüge der Abweichler durchschaut hatten und dass sie nicht nur die Waffe des offenen Vesiers, sondern die bolschewistische Schule aller Formen des revolutionären Klassenkampfes perfekt anwendeten - anwenden mussten. Als Klassiker waren sie in erster Linie selber Kämpfer an der vordersten Front, an der schwierigsten und kompliziertesten Front, waren sie verwundbar und haben trotzdem der Sache des Proletariats zum Sieg verholfen. Die Zwänge des Klassenkampfes erlaubten es ihnen nicht , als »über den Klassen« stehende Betrachter des Geschehens zu wirken, einfach in das »Klassiker-Schutzschild« zu schlüpfen, sich wie mit einem Diplomatenpass auf »Immunität« zu berufen, sich dank ihrer »Unfehlbarkeit«, »Unangreifbarkeit« und »Unsterblichkeit« über den unüberwindlichen Widerspruch von Gegenwart und Vergangenheit, über den demokratischen Zentralismus usw. hinwegzusetzen. Keinem Klassiker ist bisher erspart geblieben, in die Minderheit zu geraten und sozusagen »gegen den Strom zu schwimmen«. Als Stalin kurz vor seinem Tode von der revisionistischen Mehrheit im ZK aufgefordert wurde, den Vorsitz im ZK zu übernehmen, und sich vor ihren Karren spannen zu lassen, weigerte er sich mit den Worten: » Für das, was ihr macht, müsst ihr selber die Verantwortung tragen. Früher hätten die Bolschewiki euch dafür erschossen!« In solchen Minderheitssituationen wäre es den Klassikern niemals eingefallen, über den rechten Opportunismus stillschweigend hinweg zu schauen, bzw. in »linken« Opportunismus zu verfallen, sozusagen »die Bombe platzen zu lassen« und damit dem Sozialismus eher Schaden als Nutzen zuzufügen. Die Kompliziertheit des internationalen Klassenkampfes, das unterschiedliche Verhalten und die differenzierte Vorgehensweise der Marxisten-Leninisten in dieser oder jener historischen besonderen Situation, in diesem oder jenen Land, im globalen Zusammenhang usw., ist manchmal schwer nachzuvollziehen und zu begreifen, aber wir Marxisten-Leninisten machen uns die Mühe, daraus zu lernen, während die »linken« Opportunisten, die Sektierer und Dogmatiker darin eine willkommene Gelegenheit suchen, uns in irgendwelche Schubladen zu stecken, uns voreilig abzuurteilen, uns von der korrekten Linie abzubringen, uns eine falsche Linie aufzuzwingen. Es sind insbesondere die Trotzkisten, die sich auf solche schlüpfrigen Diskussionen gut verstehen, aber bis heute sind sie damit nicht weit gekommen - wie sollten sie auch, wenn sich solche Leute nur darauf beschränken, im Trüben zu fischen!

Wer die »Polemik« kritisiert, muss also deswegen noch lange kein Marxist-Leninist sein. Ist die »Polemik« von uns Marxisten-Leninisten entlarvt, treten die Feinde des Marxismus-Leninismus in neuem Gewand auf, um sich in der Weltbewegung unbemerkt durch die Hintertür einzunisten, wird es wieder Versöhnungstendenzen geben, aus denen wieder eine neue revisionistische Generallinie gezimmert wird mit »marxistisch-leninistischem« Antlitz, werden die Neo-Revisionisten beteuern, ihre Fehler überwunden zu haben, um bündnisfähig zu bleiben und uns dann erneut das Genick umzudrehen. Diese Gefahr des Neo-Revisionismus droht also auch gegen die Generallinie der Komintern/ML, wird man sie Stück für Stück zu revidieren versuchen, um das Weltproletariat wieder einmal zu entwaffnen, müssen wir gegenüber Doppelzüngelei wachsam sein und ideologisch weiter vorwärts marschieren, um diesen Angriff siegreich abzuwehren, was ohne bolschewistische Kritik und Selbstkritik und ohne Unterstützung aller Marxisten-Leninisten in der Welt nicht möglich ist.

Die neuesten Formen des Revisionismus bestehen z.B. darin, die Komintern in ihrer historischen Bedeutung formal anzuerkennen, formal aus ihren reichen Erfahrungen »lernen« zu wollen, ja sogar Dimitroff zu »kritisieren«, OHNE die Frage der Wiedergründung eine neuen Kommunistischen internationale zu stellen, beziehungsweise mit fadenscheinigen Argumenten ihre jetzige Zeit für »noch nicht gekommen« zu halten und die Kräfte der Gründung einer neuen Kommunistischen Internationale zu bremsen. Die Komintern/ML hält dies nicht nur für halbherzig, sondern für sehr gefährlich, weil die Theorie der Kommunistischen Internationale nicht nur prinzipiell korrekt ist und nicht nur nicht der Lehre des Marxismus-Leninismus widerspricht, sondern auch eine praktische Bedeutung hat, die man aber nicht anerkennt, weil dies ja die Unterstützung ihres Aufbaus zur Folge hätte. Man darf nicht vergessen, dass die damalige Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus heute gespalten, wenn nicht gar zerfallen ist durch die internationalen Häutungen des Revisionismus. Die Komintern/ML ist daher der Meinung, dass es eine Stärke der marxistisch-leninistischen Parteien war, den modernen Revisionismus bekämpft zu haben, aber es war sicherlich auch eine Schwäche, dies nicht als neue Kommunistischen Internationale zu tun, so wie 1918 in Moskau gegen die II. Internationale. Das hätte sicherlich bessere Bedingungen für den gemeinsamen Kampf gegen die weltweit Einfluss nehmenden revisionistischen Strömungen ermöglicht und deren Bekämpfung in den einzelnen Ländern verstärkt. Den Revisionismus konsequent zu bekämpfen heisst, permanent dessen Streben nach internationaler Häutung, also sein Streben, sich international zusammenzuschließen, zu bekämpfen ( weil sein Feind, den er bekämpft, die marxistisch-leninistische Weltbewegung, eine internationalistische Bewegung ist, die man nicht nur auf nationaler Ebene bekämpfen kann!) und diese Aufgabe kann nur durch den Zusammenschluss aller marxistisch-leninistischen Parteien in einer Kommunistischen Internationale gelöst werden, insbesondere wenn man sich nicht mehr auf sein real existierendes sozialistisches Hinterland stützen kann, wie es mit Albanien der Fall war. Schließlich ging es den Revisionisten nicht nur darum, in Albanien die Restauration des Kapitalismus zu vollziehen, sondern auch die Bedeutung Albaniens als Weltzentrum des anti-revisionistischen Kampfes zu zerschlagen, d.h. die marxistisch-leninistische Weltbewegung zu spalten, zu liquidieren und in eine revisionistische »Weltbewegung« zu verwandeln, um deren Führung die verschiedenen revisionistischen Strömungen in der Welt gegeneinander kämpfen. Man kann heute also nicht die Aufgabe der Gründung einer neuen Kommunistischen Internationale erfüllen, um den sozialistischen, revolutionären Zusammenschluss des Weltproletariats zu organisieren, ohne mit der neuesten Form des Opportunismus auf internationaler Ebene zu brechen -, ohne das gesamte Weltproletariat über die Unvermeidbarkeit seines Fiaskos aufzuklären. Der Aufbaus einer Kommunistischen Internationale zum Sieg über den Revisionismus ist und bleibt unverzichtbar. Sie ist eine unverzichtbare Waffe der Weltrevolution in den Händen des Weltproletariats wie es die historischen Lehren der Klassiker des Marxismus-Leninismus und die Erfahrungen des internationalen Klassenkampfes beweisen. Dies setzt natürlich gleichzeitig voraus, dass sich in der ganzen Welt marxistisch-leninistische Parteien entwickeln, die sich gegenseitig bei der Schaffung einer Kommunistischen Internationale unterstützen, die die Initiative ergreifen.

Es ist daher vordringlichste Aufgabe der Marxisten-Leninisten in der Welt, umgehend und umfassend die notwendige Überzeugungsarbeit unter denjenigen Marxisten-Leninisten zu leisten, die grundsätzlich eine positive Einstellung zu Gründung einer neuen Kommunistischen Internationale haben, aber sich aus dem einen oder anderen Grund noch nicht entschließen können, ihren Aufbau im Kampf gegen den Neo-Revisionismus aktiv zu unterstützen. Die Mitglieder der Komintern/ML müssen diesen Genossen und Parteien viel Aufmerksamkeit widmen und in freundschaftlicher, solidarischer und kameradschaftlicher Weise über den Beitritt oder zumindest über lose Formen der Unterstützung und Zusammenarbeit diskutieren, um die ersten Schritte auf dem steinigen Weg zum Aufbau der Komintern/ML zu beginnen. Was rief Lenin am 1. September 1914, also noch vor der Oktoberrevolution, den Genossen zu?

»Die Zweite Internationale ist tot, vom Opportunismus besiegt, nieder mit dem Opportunismus, es lebe die nicht nur von den Überläufern, sondern auch von dem Opportunismus gesäuberte Internationale«.

Nichts anderes würden uns Lenin und Stalin heute zurufen, denn dies betrifft noch in größerem Maße und auf weiter entwickelter Stufe die Dritte Internationale. Es ist klar, dass die Auflösung der Komintern also niemals eine endgültige, sondern lediglich eine vorübergehende Frage sein konnte. Die Marxisten-Leninisten dürfen den Wiederaufbau der Kommunistischen Internationale als unverzichtbares strategisches Instrument der Weltrevolution zur Niederschlagung des Weltimperialismus niemals in Frage stellen ohne den Boden des Marxismus-Leninismus zu verlassen. Das ist die Lehre aus der Geschichte der ruhmreichsten Internationale und ihrem unrühmlichen Ende. Das ist die Lehre aus den Fehlern Dimitroffs und des VII. Weltkongresses und alles, was sich danach in der kommunistischen Weltbewegung entwickelte. Aber es gab nicht nur die rechte Abweichung. Es gab auch die »linke« Abweichung:





Gegen den

»linken« Opportunismus

in der kommunistischen Weltbewegung

    Welche von beiden Vereinigungen muss warten und der anderen den Vortritt lassen: die Vereinigung der »Proletarier aller Länder« oder die Vereinigung der »Marxisten-Leninisten aller Länder«? Diese Frage ist eigentlich falsch gestellt.

    Worauf es ankommt ist, dass es keinen Grund der Welt gibt, warum ein einziger Proletarier oder ein einziger Marxist-Leninist auf einen anderen »warten« müßte, um sich zu vereinen? Wer hindert sie daran, mit der gemeinsamen Arbeit, mit der gemeinsamen Aktion, mit der gemeinsamen Beratung usw. einfach zu beginnen, wenn der Klassenkampf tobt? Wenn alle nur »warten«, werden sie bis ans Lebensende warten, bis der Kapitalismus alles zugrunde gerichtet hat. So einfach wie die Antwort also ist, so schwer ist es aber auch, den Stein zu bewegen und ihn ins Rollen zu bringen. Wer hindert uns Marxisten-Leninisten daran, uns international zu vereinigen? Oder besser gefragt: Welche marxistisch-leninistischen Interessen stehen dahinter, sich nicht oder noch nicht international zu vereinigen?

    Es gibt Neunmalkluge, die ihre »Bedenken« und »prinzipiellen« Argumente vortragen und dem Weltproletariat allen Ernst vorschlagen wollen, so lange die Unterstützung zur Vereinigung der Proletarier aller Länder als eine Klasse des Weltproletariats aufzuschieben, bis man das »Für und Wider« der Komintern/ML ausdiskutiert hat, ohne im geringsten an die praktische Lösung dieser Aufgabe nur einen einzigen Gedanken zu verschwenden. Die Weltbourgeoisie wird sich bei diesen Neunmalklugen bedanken. Sie nennen sich sogar Marxisten-Leninisten, aber das Warten, bis die Komintern/ML vom internationalen Himmel gefallen oder irgendeinem Guru die Internationale aus der Schreibfeder gehüpft ist, bedeutet, dass alle in Erwartung erstarren sollen, anstatt dort mit der Initiative zu beginnen, wo das möglich ist und dies war nicht nur nicht schon lange möglich, sondern ist längst überfällig! »Verkürzt die Zeit! Verliert keine Zeit!« heißt die Devise und nicht: »Nichts übereilen! Nichts übers Knie brechen!« Haben diese Neunmalklugen »vergessen«, dass die Arbeiter auf diesem Erdball schon fast 60 Jahre(!), seit der Auflösung der Komintern im Mai 1943, warten? - Schlimmer noch - die Zahl derer, die es längst aufgegeben haben zu warten, mit jedem Jahr größer geworden ist und größer werden wird mit jedem neuen Jahr. Jede Sekunde, die nutzlos verstreicht für den Beginn des tatsächlichen Aufbaus der Komintern/ML, kostet uns Jahre längerer, unnötiger Überzeugungskraft. Jedes längere Warten heisst heute, Zeit zu vergeuden, denn Arbeiter haben es nun mal an sich, sich lieber von Taten als von Worten überzeugen zu lassen - das hat der Klassenkampf sie so gelehrt. Es erübrigt sich wohl von selbst, dass die Proletarier aller Länder diesen Zustand kritisieren, sich mit dieser Sachlage nicht abfinden können und nun die Initiative ergriffen haben, nachdem folgende ersten Voraussetzungen vorläufig erfüllt sind:

    a) Wir haben eine Generallinie der Komintern/ML zur Diskussion ausgearbeitet. Sie ist unserer Meinung nach völlig ausreichend als vorläufige Richtschnur um den ersten praktischen Schritt auf dem Weg in die richtige Richtung zu tun - und sich darauf zu einigen, darauf kommt es jetzt an. Ihre Mängel und Schwächen im gegenwärtigen Zeitpunkt können kein Argument sein, sich dem Beginn der Arbeit zu verweigern. Und Mängel und Schwächen sind dazu da, dass man sie überwindet. Das geht aber nicht, ohne die Arbeit aufgenommen zu haben.

    b) Wir haben das von Stalin ausgearbeitete Programm der Komintern, - Es ist zwar schon fast 75 Jahre alt, aber das Kommunistische Manifest ist noch viel älter, und erfüllt auch immer noch seinen Zweck - nicht nur für den Anfang, sondern für die ganze Zeit bis zum siegreichen Ende.

    c) Wir haben zur ideologischen Orientierung noch einen weiteren Klassiker des Marxismus-Leninismus hinzu gewonnen. Nun sind es schon mal 5 Klassiker. Reichen 5 etwa noch nicht aus und sollen wir auf den 6., 7.,8... warten, um aus all ihren Lehren nur eine einzige zu begreifen, dass wir endlich Ernst machen müssen: durch die Vereinigung der »Marxisten-Leninisten aller Länder« mit der Vorhut, der höchsten Form der Klassenorganisation der »Proletarier aller Länder«, mit den organisierten Abteilungen des Weltproletariats, mit dem zukünftigen Instrument der Diktatur des Weltproletariats, mit der Einheit des Willens und Handelns aller Sektionen, aller organisierten revolutionären Kräfte der Welt, also mit der Schaffung der Komintern/ML zu beginnen, damit sie sich vom Papier lösen kann und den Weg in den tatsächlichen, in den täglichen, internationalen Klassenkampf findet und zur Triebkraft wird, die die Massen ergreift, um die Weltrevolution zu vollenden?!

    d) Wir haben international Genossen, die am internationalen Klassenkampf in kleinen Aktionen bereits teilnehmen - soll man sie etwa hindern, vorwärts zu schreiten? Wir haben die erste Losung der Komintern/ML herausgegeben: »Rote Interbrigaden in den Kosova!« und diese Losung hat in der Welt ein positives Echo gefunden. Hat dieser kleine Beitrag dem Weltproletariat und dem Nationalen Befreiungskampf wenigstens einen kleinen Schritt weiter geholfen oder nicht? Das wir damit am nächsten Morgen nicht die Weltrevolution auslösen, ist klar, aber dies ist bereits ein Anreiz, eine erste Erfahrung, die erste Unterrichtsstunde in revolutionärer internationalistischer Praxis, eine Schule, um eines Tages die weltweiten Aktionen anzuführen und den US-Imperialismus für immer zu vernichten. Oder ist es unsere Aufgabe, uns in einer »vereinigten internationalen Studierstube« zu verkriechen. Wir können noch keine großen Sprünge machen, aber jede kleine Aktion zählt - reicht das noch nicht, darauf die nächste kleine Aktion folgen zu lassen und uns an eine nächste, größere Aufgabe heranzuwagen und uns nach einigen Jahren zu revolutionären Führern des Weltproletariats zu entwickeln? Sehen wir uns die bisherigen Internationalen an. Was lernen wir aus ihrer Geschichte bezüglich des Sektierertums. Sind sie wegen Sektierertum entartet oder wegen des rechten Opportunismus? Keine Internationale ist am Sektierertum gescheitert. Im Gegenteil. Bei allen Internationalen wurde das Sektierertum der einzelnen jungen Parteien nicht nur überwunden, sondern die Internationalen halfen diesen einzelnen Parteien, zu großen Massenparteien heranzuwachsen. Die welthistorische Bedeutung aller Internationalen besteht also darin, dass die Arbeiterklasse den Übergang vom Sektierertum zur proletarischen Massenpartei vollzieht, dass die Internationalen den Marxismus in die breitesten Schichten der Werktätigen der ganzen Welt tragen. Es waren die Internationalen, die die zertretene proletarische Fahne des Weltproletariats hoch hielten. Den Arbeitern lieferte die Hilfe der Internationalen den Beweis, dass die Arbeiterklasse eine mächtige Kraft darstellt, wenn sie organisiert und vereint ist und wenn die Leitung ihrer Organisation in den eigenen Händen liegt, und die Arbeiter können ihre eigenen Interessen am besten vertreten.

    Hinter den Sektierertum-Vorwürfen der Bourgeoisie steckt die Angst vor dem Proletariat und seiner Partei, die Angst vor seiner internationalen Organisierung als selbständige Klasse. Die Weltbourgeoisie behauptet, dass das Weltproletariat »nicht in der Lage« sei, seine Klasseninteressen selbständig und unabhängig wahrzunehmen, das könnten die ausbeutenden Klassen viel besser »für sie übernehmen«. Es soll sich den Bündnissen der herrschenden Klasse anschließen und sich unterordnen, um sein Sektierertum »zu überwinden«. Insbesondere in Situationen, wo die proletarische Bewegung nach Zeiten der Flaute wieder einen revolutionären Aufschwung nimmt, fängt die Bourgeoisie verstärkt mit ihren Sektierertum-Vorwürfen an, um die noch schwache aber schnell heranwachsende Kraft des Proletariats herabzusetzen und klein zu machen. So ist auch jetzt dieser Drang des Proletariats zu verspüren, sich im Kampf gegen das Kapital international zusammenzuschließen. Immer ging es um die Sammlung der international verstreuten revolutionären Arbeiter und um ihre Vereinigung in einer internationalen Interessengemeinschaft. Der Kampf für die Stärkung dieser Interessengemeinschaft ist nicht etwa Ausdruck von »Sektierertum«, sondern im Gegenteil gerade ein Zeichen für die Überwindung des Sektierertums. Die Frage der Schaffung einer proletarischen Massenpartei bildete die Hauptaufgabe im Kampf gegen das Sektierertum, die Klasse aus der Masse herauszuheben. Die Internationalen verfolgten das Ziel, den Arbeitern bei der Schaffung ihrer Organisationen weltweit zu helfen, mit denen sie ihre historische Mission erfüllen konnten, nämlich

    »die wirkliche Organisation der Arbeiterklasse für den Kampf an die Stelle der sozialistischen und halbsozialistischen Sekten zu setzen (...) Die Entwicklung des sozialistischen Sektenwesens und die der wirklichen Arbeiterbewegung stehen stets im umgekehrten Verhältnis. Solange die Sekten berechtigt sind [historisch], ist die Arbeiterklasse noch unreif zu einer selbständigen geschichtlichen Bewegung. Sobald sie zu dieser Reife gelangt, sind alle Sekten wesentlich reaktionär (...) Und die Geschichte der Internationalen war ein fortwährender Kampf des Generalrats gegen die Sekten und Amateurversuche, die sich gegen die wirkliche Bewegung der Arbeiterklasse innerhalb der Internationalen selbst zu behaupten suchten« (Marx/Engels, Bd. 33, Seite 328, Brief an Friedrich Bolte vom 23. November 1871, dt. Ausgabe).

    »Was tun?« Das haben sich damals die marxistischen, russischen Revolutionäre gefragt und die Frage mit der Oktoberrevolution beantwortet; und so ist die Frage heute auch an uns gestellt, die marxistisch-leninistischen Revolutionäre in der ganzen Welt, die wir mit der Weltrevolution beantworten müssen, indem wir gemeinsam das Banner der Oktoberrevolution hochhalten, und es uns von niemandem aus der Hand reißen lassen. Es ist ja gerade die gegenwärtige Schwäche der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, sich mit dieser Frage »Was tun?« herum zu quälen, sich wieder ganz von vorn zum schweren Weg Lenins »durchzuringen«, den er zurücklegen musste, um die erste bolschewistische Partei der Welt zu schaffen, die all das hervorgebracht hatte, was heute nahezu wieder zerstört wurde. Darüber können wir uns doch nicht hinwegmogeln, indem wir mal mit dem »linken« und mal mit dem rechten Bein die Schwierigkeiten einfach »überspringen«, um den Weg zu »verkürzen« und »schneller« am Ziel zu sein. Die Geschichte hat bewiesen, dass dies im Gegenteil den Weg stets nur erschwert, unnötig kompliziert und zu voraussehbaren und vermeidbaren Niederlagen geführt hat. Es macht einen Unterschied, ob man eine bolschewistische Partei in einem Land aufbaut oder dies mit dem Aufbau der Weltpartei verbindet. Aber das müssen wir jetzt tun, weil wir gar keine andere Alternative haben. Das ist die Generallinie, das ist der Weg, der heute vor uns liegt zur Schaffung der Komintern/ML und ihrer Sektionen. Dieser Weg war auch immer Lenins Weg. Als Schüler der deutschen revolutionären Sozialdemokratie wurde er jedoch durch deren Verrat, durch den Verrat der II. Internationale, gezwungen, den Weg allein zu gehen. Wenn Lenin davon überzeugt gewesen wäre, dass die Oktoberrevolution nur eine Sache des russischen Proletariats sei und der Aufbau des Sozialismus im eigenen Land vorteilhafter wäre, dann hätte er nicht 1 Jahr nach der Oktoberrevolution die Komintern gegründet und damit den Weg frei gemacht für den Aufbau der bolschewistischen Parteien in der Welt. Die Komintern/ML als zweite bolschewistische Weltpartei wurde nicht nach dem Sieg der Diktatur des Proletariats gegründet, sondern zur Vorbereitung des Sieges der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats. Es ist die Sache unserer Gegner, wenn sie das als ein Manöver betrachten, dass die Russen die Welt nur vor ihren Karren spannen wollten, um die Welt zu unterdrücken und auszubeuten. Nun kann man argumentieren, dass Lenin die Komintern nur gründen konnte, NACHDEM die Diktatur des Proletariats gesiegt hat. Wer stellt denn solche unsinnigen Theorien auf? Dann hätten Marx und Engels niemals die I. Und II. Internationale aufbauen dürfen. Sicherlich ist es für die Proletarier aller Länder leichter, ihre Partei im eigenen Land aufzubauen, wenn man eine starke sozialistische Heimat hinter sich hat, wo die Arbeiter gesiegt haben auf der Welt. Deswegen haben sich auch die Sektionen der Komintern rasch entwickeln können durch die Unterstützung der Sowjetunion Lenins und Stalins. Deswegen konnten sie auf den Erfahrungen der Geschichte der KPdSU(B) aufbauen. Aber haben sie die Bolschewisierung auch konsequent genug im eigenen Land angewandt geschweige denn weiter entwickelt? Das haben sie leider nicht konsequent genug getan, wir wir wissen... und damit ist alles zu erklären und abzuleiten auf Punkt und Komma bis auf den heutigen Stichtag. Eine vorbildliche KPdSU (B) kann Bruderparteien auch zu der Gefahr verleiten, dem Irrtum zu verfallen, dass es für die Bruderparteien völlig ausreichen würde, im Windschatten und Fahrwasser des Schiffes der Bolschewiki, im Gefolge des weltrevolutionären Zentrums einfach nur hinterher zu segeln. Wird dieses weltrevolutionäre Zentrum geschwächt, dann können die ihm folgenden Parteien schnell ihre Orientierung verlieren und sind - auf sich allein gestellt - schwer in der Lage, den Stürmen des Weltklassenkampfes zu trotzen. Lenin und Stalin haben davor gewarnt, und die negativen Folgen vorausgesehen. Der Bolschewismus kann weltweit nur dann siegen, wenn ALLE bolschewistischen Parteien bereit und in der Lage sind, durch eigene Anstrengungen den gleichen harten und beschwerlichen Weg durchzugehen wie die Bolschewiki Lenin und Stalin. Bolschewismus lässt sich nicht exportieren, er muss in jedem Land schwerste Prüfungen bestehen, um so zu siegen wie in Russland. Für den Bolschewisierungsprozess brauchten die Bolschewiki Jahrzehnte - und nirgends auf der Welt bis auf den heutigen Tag geschah dies so gründlich und konsequent wie in der Partei Lenin und Stalins. Vielleicht ist dies auch die plausibelste Erklärung für das Ende der ersten Phase der Entwicklung des Kommunismus. Wir brauchen nicht nur den Sieg des Bolschewismus in einem Lande, um zum Kommunismus zu gelangen, sondern wir brauchen den Sieg des Bolschewismus in allen Ländern. Einen anderen Weg zum Weltkommunismus kann und wird es nicht geben. Die Bolschewisierung unserer internationalen Bewegung muss also heute noch gründlicher und noch konsequenter geschehen, denn die Weltbourgeoisie hat aus der Niederlage gegen den Bolschewismus gelernt und hat sich auf die Verhinderung einer erneuten Schlappe gegenüber dem Kommunismus entsprechend eingestellt. Das muss uns klar sein, wenn wir uns sowohl an den Aufbau der marxistisch-leninistischen Parteien in allen Ländern machen als auch an den Aufbau der Weltpartei. Die bolschewistische Partei des sozialistischen Landes kann helfen, aber nicht den bolschewistischen Aufbau der Sektionen der Weltpartei an deren Stelle übernehmen oder die bolschewistische Partei exportieren. Das war die Schwäche der Komintern, war ein Grund für ihre Verletzbarkeit, für ihre Anfälligkeit gegenüber Einflüssen der bürgerlichen Ideologie, insbesondere des sozialdemokratischen Ballasts, den die Parteien nicht konsequent genug abgeworfen haben und der dann auch den Revisionismus an die Macht brachte... und da stehen wir nun mit den bekannten Resultaten. Das haben Lenin und Stalin erkannt und deswegen im Geiste des proletarischen Internationalismus Gigantisches geleistet, um nicht nur auf diese Gefahren hinzuweisen, sondern den Bruderparteien auch beim Aufbau ihrer bolschewistischen Partei zu helfen. Niemals wären Lenin und Stalin auf die Idee gekommen, sich vor dieser internationalistischen Aufgabe zu drücken, denn sie haben von Anfang an niemals den gemeinsamen Weg aller Kommunisten der Welt verlassen, haben niemals nachgelassen, die Revolutionäre der Welt auf ein höheres Niveau zu heben, damit sie um so besser das sozialistische Vaterland des Weltproletariats schützen und unterstützen können, was den größten Beitrag für die Weltrevolution leistete. Niemals haben die Revolutionäre des ersten sozialistischen Staates ihre Interessen über die Interessen der Weltrevolution, über die Interessen des Weltsozialismus gestellt.

    Was lernen wir daraus? Wir lernen daraus, dass wir uns im Kampf nur entwickeln, wenn wir uns auf unsere eigenen Kräfte stützen. Dieses marxistisch-leninistische Prinzip ist nicht zu verwechseln mit Sektierertum, das dabei auf die gegenseitige Unterstützung der internationalen Kräfte prinzipiell verzichtet! Sich auf die eigenen Kräfte zu stützen heisst nicht, sich von der gemeinsamen Kraft des Weltproletariats zu isolieren. Sich auf die eigenen Kräfte stützen heisst, ein selbständiger, fester und zuverlässiger Bestandteil des Weltproletariats zu werden, wovon dessen Gesamtstärke abhängt! Wir Marxisten-Leninisten in der Welt müssen uns gegenseitig Mut machen, müssen die Initiative ergreifen, anstatt von irgendejemand anders auf das Startsignal zu warten. Von wem soll dies gegeben werden? Wir haben weder eine Sowjetunion, die die Kommunistische internationale ins Leben rief, wir haben auch kein Albanien mehr, das die marxistisch-leninistische Weltbewegung führte. Soll uns ein neues sozialistisches Land der Zukunft zur Gründung der neuen Kommunistischen Internationale einladen, voll Dankbarkeit, dass wir so lange geduldig auf dieses Land gewartet haben? Das Weltproletariat wird sich bei solchen Kommunistischen Internationalisten bedanken. Oder gibt es etwa heute irgendwo auf der Welt eine so starke marxistisch-leninistische Partei, dass sie uns großzügig beim Aufbau der neuen Kommunistische Internationale Unterstützung gewähren kann? All das ist nicht vorhanden und schon hört man das Wehgeschrei, dass wir uns mit dem Aufbau der Komintern/ML den denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ausgesucht hätten. Wir sind völlig auf uns allein gestellt, aber war das für Lenin mit der Schaffung der bolschewistischen Partei in Russland im Kampf gegen den Sozialdemokratismus etwa anders? Wir müssen unsere vorgeschobenen Festungen der Länder zu einer vorgeschobenen internationalen Festung ausbauen, müssen mit der Schaffung der bolschewistischen Weltpartei selber beginnen. Es ist also die gegenwärtige Aufgabe der Marxisten-Leninisten der ganzen Welt, nicht nur ihre eigene Partei im eigenen Land aufzubauen, sondern sich international zusammenzuschließen, um sich gemeinsam am Aufbau der Komintern/ML zu beteiligen, eine anspruchsvollere Aufgabe, als sich gegenseitig mit Solidaritätsbekundungen zu trösten. Das ist eine Aufgabe, die höchste Einsatzbereitschaft abverlangt, eine doppelte Aufgabe, aber eine erfüllbare Aufgabe, eine Aufgabe, die uns allen gemeinsam hilft und uns allen zu Gute kommt und den gemeinsamen Weg zum Ziel um ein Vielfaches verkürzt, die unsere Arbeit enorm erleichtert, eben auch den Aufbau der bolschewistischen Partei im eigenen Land, so paradox das auch klingen mag: Man kann sich sofort ausmalen, welche internationalen vorhandenen Möglichkeiten wir nutzen und welche wir neu aufbauen können, um unsere Sache zu erleichtern. Wir haben heute modernere Möglichkeiten als zu Lenins Zeiten, aber sie können erst in die Tat umgesetzt werden, wenn wir sie auch wirklich nutzen wollen. Wir können unsere revolutionären Ideen, unsere Kräfte, unsere Organisationen schneller und gründlicher auf ein höheres Weltniveau heben und dieses erhöhte Weltniveau wieder in alle Winkel der Welt tragen. Wir werden eine vereinigte Welttriebkraft erzeugen und unsere kommunistischen Ideen werden überall auf der Erde zur materiellen Gewalt. Sobald sie die Massen in jedem Land ergreifen, hört die Weltrevolution auf, nur eine Vision zu sein. Wir werden den proletarischen Internationalismus dadurch auf eine höhere Stufe heben, dass wir unsere Erfahrungen nicht nur aus dem einen oder anderen Land austauschen, sondern auch unsere revolutionäre Arbeit selber austauschen, sie auch weltweit gemeinsam praktizieren. Die daraus gewonnenen internationalen Erfahrungen sind dann nicht mehr identisch mit den vorangegangenen nationalen Erfahrungen: d.h., wir handeln nicht mehr ganz als Revolutionäre dieses oder jenes Landes, sondern sind schon bald auch internationale Revolutionäre. Hieraus haben wir auch unsere Losung abgeleitet: „Rote Interbrigaden in den Kosova!«. Es ist nicht mehr allein der Bündnispartner im eigenen Land, nicht mehr das Proletariat der Nachbarländer, sondern auch Internationale Brigaden, die zur Hilfe eilen. Diese militante Kampfform des proletarischen Internationalismus ist eine starke Waffe des Weltproletariats, wenn die Rote Armee der Diktatur des Proletariats verloren gegangen ist und erst wieder aufgebaut werden muss, um den Völkern der Welt zur Hilfe eilen zu können. Natürlich gibt es Leute, die davor zurückschrecken und ihren Defätismus hinter »linken« Phrasen zu verbergen suchen. Aber diese Leute können uns nicht ernsthaft aufhalten auf dem Weg, den wir bereits beschritten haben, was das Weltproletariat nicht nur registrieren und begrüßen, sondern auch zum bereitwilligen Folgen veranlassen wird und uns jede nur denkbare Unterstützung gewähren wird. Es gibt keine andere Alternative, es gibt keinen Idealfall, den wir uns aus dem Lehrbuch aussuchen können. Wir müssen mit der Situation fertig werden, so wie sie nun mal ist, und das ist nicht so schlimm wie es aussieht. Ein Beispiel: Es dürfte der Aufmerksamkeit aller Unterdrückten und Ausgebeuteten nicht entgehen und seine eindrucksvolle Wirkung nicht verfehlen, wenn an einem Tag zu gleicher Stunde, überall auf der Welt in einer gemeinsame Aktion beispielsweise dem US-Imperialismus ein harter Schlag auf die gleiche Stelle versetzt wird! Oder: Was hat ein Hammer für eine großartige Wirkung, der - in einer einzigen Hand des gesamten Weltproletariats mit einem Schlag dem Klassenfeind weltweit im selben Augenblick aufs Haupt trifft!? Welche Wirkung muss das auch auf unseren Klassengegner haben, der sich jetzt noch so sicher und stark fühlt und glaubt, die Welt in seinem Griff zu haben und die Marionettenpuppen tanzen lassen kann wie es ihm gefällt!? Das, liebe Genossen, kann man organisieren, werden wir organisieren, vorausgesetzt, alle machen mit und alle unterstellen sich einem einzigen revolutionären Befehl, um diesen diszipliniert im internationalen Gleichschlag auszuführen. Das kann man lernen und das werden wir lernen, und wir werden eine mächtige Kraft, wenn wir es nur wollen!

    Angesteckt von der Furcht vorm Untergang des Weltkapitals und beseelt vom Unglauben an die Weltrevolution warfen die Gegner den Gründern der Kommunistischen Internationalen stets Isoliertheit, Utopismus und Kinderei vor. Sicherlich, durch die Zerschlagung der Diktatur des Proletariats ist es dem Weltproletariat dort nicht mehr möglich, sich von Tatsachen zu überzeugen, wie sich das Leben eines sozialistischen Arbeiters vom Leben des Arbeiters im Kapitalismus unterscheidet usw. usf. Ist es da nicht naheliegend, dass wieder einige Utopisten auftauchen, die den utopischen Sozialismus aus dem 19. Jahrhundert ausgraben, zu dem Marx gesagt hat:

    »Die Bedeutung des kritisch-utopischen Sozialismus und Kommunismus steht im umgekehrten Verhältnis zur geschichtlichen Entwicklung. In dem selben Maße, worin der Klassenkampf sich entwickelt und gestaltet, verliert diese phantastische Erhebung über denselben, diese phantastische Bekämpfung desselben allen praktischen Wert, alle theoretische Berechtigung. Waren daher die Urheber dieser Systeme auch in vieler Beziehung revolutionär, so bilden ihre Schüler jedesmal reaktionäre Sekten.« (Marx/Engels: Kommunistisches Manifest)

    Sie umklammern die 4 Klassiker derart, dass sie sie in ihre Sektenführer verwandelt haben - gegen die geschichtliche Fortentwicklung des Weltproletariats und müssen daher zwangsläufig gegen den 5. Klassiker opponieren, der dieser Fortentwicklung Rechnung getragen hat. Sie versuchen daher »im Kampf um die Verteidigung der 4 Klassiker« konsequent den Klassenkampf wieder abzustumpfen und die Gegensätze zu vermitteln und lassen sich ihre Träume verwirklichen auf den Latifundien der Revisionisten. Nur auf dem Feld des Klassenkampfes werden sie begreifen, dass man die 4 Klassiker entweder vermittels des 5. Klassikers verteidigt oder sie ohne ihn beerdigt. So werden wir denn heute als Gründer der Komintern/ML ausgerechnet von diesen Sekten nicht ernst genommen, weil wir unser Schicksal als einzige Marxisten-Leninisten in »übertriebener Liebe« zu unserem 5. Klassiker verknüpft und uns somit selber »ins Abseits« katapultiert haben. Und kurzerhand werden WIR von diesen Sekten als »Sektierer« verunglimpft, nachdem ihr Mitleid mit uns keinerlei Wirkung auf unsere »Verbohrtheit« zeitigt und weil wir angeblich den Weg von Marx, Engels, Lenin und Stalin unwiderruflich »verlassen« hätten, nur weil wir uns Enver Hoxha als Verstärkung geholt haben. Die Revisionisten qualifizieren die Komintern/ML als »isoliert«, »revolutionistisch-abenteuerlich«, als »schablonenhaft«, »dogmatisch« und »sektiererisch«, »anmassend«, »selbstherrlich«, »größenwahnsinnig« usw. usf. ab. Richtig daran ist lediglich, dass sich die Komintern/ML aus ideologischer Notwendigkeit heraus vom Opportunismus abgrenzen und isolieren muss. Einige unserer Gegner argumentieren, dass die 4 Klassiker im Kampf gegen den heutigen Revisionismus völlig »ausreichen«, während andere Gegner ihren Neo-Revisionismus nicht nur hinter Stalin, sondern auch hinter Enver Hoxha versteckt aufgebaut haben . Die Tatsache der Existenz und des Wirkens der Komintern/ML zerkratzt die »Glaubwürdigkeit« der Revisionisten und zwingt sie, jetzt aus ihren Rattenlöchern zu kriechen, ihr Totschweigen aufzugeben, prophezeien sie im Nachhinein das »zwangsläufige Scheitern« der Internationale und versuchen zu »beweisen«, dass überhaupt die Voraussetzungen zur Gründung fehlen bzw. dichten der Gründung falsche Voraussetzungen an. Zuerst argumentiert man grundsätzlich gegen die Notwendigkeit einer Internationale; dann macht man die Gründung von bestimmten Voraussetzungen abhängig, die natürlich für eine jetzige Gründung »nicht« oder »noch nicht« vorhanden seien; dann bezweifelt man nicht die Gründung, aber zweifelt an den Gründern, auf jeden Fall versucht man »nachzuweisen«, dass die Komintern/ML so oder so »zum Sterben verurteilt« sei. Immer geht es den Gegnern darum, die Gründung und die Entwicklung der Internationale mit fadenscheinigen Argumenten zu verunglimpfen, zu erschweren, hinauszuzögern, zu unterwandern, zu entarten und schliesslich zu liquidieren. Aber all dieser Dreck kann der Gründung der Komintern/ML nichts anhaben, weil sie bereits vom ersten Tag ihres jungen Lebens die Interessen des Weltproletariats vertreten und für die Weltrevolution in Wort und Tat Partei ergriffen hat. Das ist schon eine historische Tatsache geworden und läßt sich nun nicht mehr leugnen. Die Gegner der Komintern/ML haben ihre Chance verpasst, nun müssen sie sich stellen, ob sie wollen oder nicht. Die Komintern/ML ist angetreten, den Marxismus-Leninismus international zu verteidigen und den Revolutionären der Welt in ihrem prinzipienfesten Kampf zu helfen, egal welcher Angriff, welche Niederträchtigkeit in nächster Zeit vom Stapel laufen wird.

Das Argument der verfrühten Gründung klingt angesichts des halben Jahrhunderts, das seit der Auflösung der III. Internationale vergangen ist, geradezu absurd und lächerlich. Auch jenes Argument zieht nicht, dass es kaum Gründungs-Mitglieder gäbe oder nur eine einzige Partei, die sie bisher unterstützt, und damit der Anspruch, die Vertretung des gesamten Weltproletariats werden zu wollen, größenwahnsinnig, anmaßend und ein armseliger Wunschtraum von »Kleinbürgern« sei, die die Kommunistische Internationale »heraufbeschwören« wollen und in ihrer »rrrrrrrrrrrevolutionären Schwärmerei« gar nicht merken, wie weit sie sich damit von den »realistischen« Marxisten-Leninisten entfernt haben, die die Einheit anstreben, anstatt sie durch selbstherrliche »Ausgrenzungsorgien« zu zerstören. So beschimpft man die Komintern/ML nicht allein aus dem offen rechten Lager wie man es gewohnt ist, sondern man staune: das werfen uns die Neo-Sektierer vor [»Neo-Sektierer sind in den Augen der Komintern/ML solche Leute, die in Worten das Sektierertum bekämpfen, aber in Taten das Sektierertum verteidigen«]. Wer hat behauptet, dass die Kommunistische Internationale reif vom Baum fällt? Wenn die objektiven Bedingungen reif sind, und sie sind zweifellos überreif, dann ist es Aufgabe und Pflicht der Marxisten-Leninisten, die subjektiven Faktoren zu verstärken, nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene. Dazu gehört die Gründung Komintern/ML, die Beteiligung am internationalen Klassenkampf, an internationalen Aktionen - egal wie klein sie ist, egal wieviel Kräfte sie „erst“ unterstützen usw. usf. Das gilt auch für die marxistisch-leninistische Partei jedes einzelnen Landes. Das ist eine Frage der Qualität, nicht der Quantität.

»Eine wahrhaft revolutionäre Partei wie unsere Partei gibt auf keinen Fall die prinzipienfesten Haltungen auf... In diesen Fragen kann es keine Diskussion darüber geben, ob die Partei groß oder klein ist.« (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution ,dt. Ausgabe, Seite 530-531)

»Klein aber fein« ist jedoch keine zum Prinzip erhobene brauchbare Formel der Komintern/ML. Im Gegenteil, würde diese zum Prinzip gemachte Taktik damit enden, dass alle anderen Organisationen unrecht haben müssen, und nur die eigene Organisation Recht haben kann. Das ist genauso sektiererisch wie »Kampf gegen alle, allen Feindschaft, »We are only the best!«. Diese Taktik führt nur auf den Weg: »Entweder mit mir oder gegen mich«; »wenn du nicht denkst und handelst, wie ich sage oder handle, dann bist du gegen mich«. Das hat mit Marxismus-Leninismus rein gar nichts zu tun, aber sehr viel mit kleinbürgerlichem Egoismus, intellektueller Arroganz und sektiererischem Führungsanspruch. In diese Richtung geht auch die revisionistische Taktik des Personenkults, die dem kollektiven Geist des Proletariats wesensfremd ist. Personenkult ersetzt die Diktatur des Proletariats durch die Diktatur eines Führers. Das Proletariat lehnt weder die notwendige Rolle, noch die Liebe zu ihren Führern ab, weil diese den besten Teil ihrer Klasse verkörpern, aus ihrer Klasse hervorgehen und aus ihr hervorragen, aber nicht, um sich über die Klasse zu erheben, sondern ihr an vorderster Front zu dienen.

Es ist also eine gefährliche Tendenz, im Alleingang marschieren zu wollen und zu glauben, ohne die anderen auskommen zu können. Dahinter steckt nicht allein die Angst, sich unterordnen zu müssen und seine Führung zu verlieren, denn die Marxisten-Leninisten haben keine Angst vor dem demokratischen Zentralismus, aber es herrscht unter den Marxisten-Leninisten eine andere Angst, nämlich durch die »Übermacht der Einheit der anderen« als revolutionäre Minderheit unter eine opportunistische Mehrheit zu geraten und sich lieber beobachtend und abwartend zurückzuziehen. Dieses aus der leidvollen Erfahrung mit dem Revisionismus entstandene Misstrauen ist all zu verständlich, aber, ob nun berechtigt oder nicht, Misstrauen allein führt nur zu Skeptizismus und Fatalismus, zu verzweifelten Schritten, zur Isolierung und schließlich zur Kapitulation vor dem Revisionismus. Angst vor dem Revisionismus ist keine Schande, aber seine Angst nicht überwinden zu wollen, das wäre für einen vom Marxismus-Leninismus überzeugten Genossen wahrlich seltsam. Marxisten-Leninisten sind vom Marxismus-Leninismus überzeugt, sonst kann man sie nicht als Marxisten-Leninisten bezeichnen. Und wenn wir merken, dass diese Überzeugung nachlässt, muss das nicht an uns allein liegen - das kann auch am Nachlassen des Marxismus-Leninismus liegen, dann nämlich, wenn er in die Jahre kommt und altersschwach wird, wenn er die Welt nur noch schablonenhaft widerspiegeln kann, nicht mehr jung, schöpferisch und streitbar ist und seinen revolutionären Geist verliert. Aber an wem liegt denn das, Genossen? Am Marxismus-Leninismus oder an den Marxisten-Leninisten? Ganz allein an uns, Genossen. Entweder man begnügt sich mit dieser Feststellung oder man ändert etwas daran. Und wir müssen etwas daran ändern, ganz gewaltig sogar. Wir haben Jahrzehnte verschlafen, und die gilt es jetzt wieder wett zu machen. Aber wie? Alle zurück in die Studierstuben? Jawohl! Aber nicht um sich - wie bisher - darin zurückzuziehen. Nein, sondern nur deshalb, um den schnellsten, sichersten und besten Weg zur Arbeiterklasse und ihrem Klassenkampf zu finden- mit einer geschärften marxistisch-leninistischen Waffe im Gepäck! Der größte Lehrmeister des Marxismus-Leninismus ist die revolutionäre Aktion des Weltproletariats. Innerhalb des Kampfes der Arbeiter können wir nicht mit veralteten Formeln operieren. Wir müssen den Arbeitern beweisen, dass wir zur Selbstkritik fähig und damit nützlich und unentbehrlich sind, denn nur aus der Selbstkritik heraus wird es uns gelingen, nicht nur die gemachten Fehler offenzulegen, sondern den Arbeitern auch die Mittel und Wege zu benennen, wie sie sich zukünftig überwinden lassen. Wenn die Arbeiter feststellen müssen, dass wir nichts Neues, Hilfreiches, Nützliches zu bieten haben, dann können wir die massiven Vorurteile gegenüber dem Kommunismus niemals abbauen. Wir müssen mit neuen Ideen kommen, die die Arbeiterklasse nicht nur überzeugen, sondern sie auch veranlassen, sie im Klassenkampf aktiv und erfolgreich einzusetzen. So muss man konkret an die Sache vor Ort in der gegenwärtigen Situation herangehen - alles andere ist Zeitvergeudung. Gerade dadurch, dass wir mit nichts anderem als mit dogmatischen Formeln herumlaufen ( weil wir selber die einst richtigen Formeln durch unser Nichtstun zum Dogmatismus verkommen lassen haben!), dürfen wir uns gar nicht wundern, wenn es den Revisionisten so einfach gelingt, uns in die »sektiererische Ecke« zu drängen, falls wir uns zurecht weigern, uns ihrer revisionistischen Einheitsfront »freiwillig« unterzuordnen. So können wir aber niemals stark werden, Genossen. So können wir keine starke Einheit der marxistisch-leninistische Weltbewegung schaffen, so sind wir zur Passivität verurteilt und kommen über ein internationales Zirkelwesen und Handwerkelei nicht hinaus. Vertrauen ist nur in der revolutionären Aktion auf der prinzipienfesten Basis des Marxismus-Leninismus möglich. Wer also Vertrauen schaffen will, kommt mit der alten Basis nicht mehr aus - wie man sieht. Man muss also eine neue Basis des Vertrauens aufbauen, und das ist ohne Aufbau eines verjüngten Marxismus-Leninismus nicht möglich. Diese neue Basis muss unbedingt aufgebaut werden, sonst riskieren wir, dass sich jeder dahergelaufene Revisionist mit dem heutigen Marxismus-Leninismus einverstanden erklären kann. Denn mit dem alten Marxismus-Leninismus erklärt sich jeder Revisionist deswegen einverstanden, weil er zu einer stumpfen Waffe gegen den Kapitalismus verkommen ist. Anders als durch eine Verjüngung des Marxismus-Leninismus wird es uns niemals gelingen, die Neo-Revisionisten aus unseren Reihen zu vertreiben, wird die Bewegung weiter dahinsiechen und zum Sterben verurteilt sein. Sich auf alten Formeln des Marxismus-Leninismus zu einigen, das tut niemandem weh, das ist leicht machbar, aber so eine „Einheitsfront“ nützt herzlich wenig. Freund und Feind erkennen wir nur in dem Maße, wie wir das marxistisch-leninistische Schwert geschärft haben und im Klassenkampf einsetzen. Wenn sich dann ein Revisionist wundert, damit erledigt worden zu sein, nachdem er sich jahrelang in Selbstsicherheit wiegen konnte, dann können wir sicher sein, dass es scharf genug ist, um etwas zu taugen. Vertrauen in den Marxismus-Leninismus setzt das Vertrauen in die Marxisten-Leninisten voraus, das ohne Vertrauen in die Arbeiterklasse wiederum verkümmert. Die marxistisch-leninistischen Parteien sind NICHTS, wenn sie sich nicht zusammenschließen und organisiert gemeinsam kämpfen:

»Diese marxistischen Elemente - sollten sie auch zu Anfang zahlenmäßig noch so schwach sein - zusammenschließen, in ihrem Namen an die heute in Vergessenheit geratenen Lehren des revolutionären Sozialismus zu erinnern, an die Arbeiter aller Länder die Aufforderung zu richten, mit den Chauvinisten zu brechen und sich unter dem alten Banner des Marxismus zu sammeln - das ist die Aufgabe des Tages« (Lenin, Bd. 21, Seite 330, dt. Ausgabe).

Es ist der Klassenkampf selbst, der uns zwingt, uns alle in der Welt miteinander zu verschmelzen. Und durch nichts anderes als durch den Klassenkampf wächst auch das Vertrauen in die/ in der Arbeiterklasse, unter den Genossen in den marxistisch-leninistischen Parteien, in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und schließlich in der Komintern/ML. Hier entfalten sich die höchsten Formen des Vertrauens durch die Schaffung höchster Formen des internationalen Klassenkampfes, entwickelt sich das Vertrauen des proletarische Internationalismus gegenüber dem nationalistischen Misstrauen. Ohne Vertrauen unter den Proletariern aller Länder kein Selbstvertrauen des Weltproletariats, das sich nicht allein spontan in der Weltrevolution entfaltet, sondern vor allem durch die Komintern/ML gefördert wird.

Vom Standpunkt der Komintern/ML besteht die Hauptaufgabe der internationalen proletarischen Bewegung darin, die zersplitterten marxistisch-leninistischen Kräfte in der Welt zusammenzufassen und den Aufbau der bolschewistischen Parteien in jedem Land einheitlich voranzutreiben, damit die Anstrengungen für die sozialistische Weltrevolution sich gegenseitig verzehnfachen. Diese Hauptaufgabe stellt sich unabhängig von den verschiedenen Bedingungen in den einzelnen Ländern. Es ist eine gemeinsame internationale Aufgabe, und sie kann auch nur international - einheitlich gelöst werden durch die konkrete Herangehensweise in jedem Land, um dort unter den schwierigsten Verhältnissen und unterschiedlichsten Bedingungen überall die Voraussetzungen für die Gründung und den Aufbau bolschewistischer Parteien zu schaffen, bzw. dafür zu sorgen, dass bereits bestehende Parteien auf die Generallinie der Komintern/ML ausgerichtet werden, solange dazu die Möglichkeit besteht.

Der organisatorische Bruch mit diesen bestehenden sogenannten »marxistisch-leninistischen« Parteien, Organisationen, Gruppierungen usw. wird jedoch spätestens in dem Moment unvermeidbar notwendig, wo der neo-revisionistische Verrat zur offensichtlichen, unabänderlichen Tatsache geworden ist, d.h. wo das opportunistische Geschwür längst aufgebrochen ist. Dieser Bruch mit den Opportunismus in den einzelnen Ländern entspricht auf internationaler Ebene dem Bruch mit allen internationalen Organisationen, die die Generallinie der Komintern/ML grundsätzlich ablehnen und bekämpfen.

Ohne Divergenzen, ohne Offenlegen ihrer Divergenzen, ohne Beseitigung ihrer Divergenzen kann sich keine Komintern entwickeln. Wenn sie die Divergenzen versteckt, wenn sie Prinzipienfestigkeit nur zur Schau stellt, um blitzsauber dazustehen, dann ist diese Komintern für den Klassenkampf unbrauchbar, ist sie in der Tat dogmatisch und sektiererisch. Natürlich ähnelt jede junge Organisation formal einer »Sekte«, ist sie in ihrem Anfangsstadium notwendigerweise erst mal mit ihren eigenen Entwicklungsproblemen beschäftigt, orientiert sie sich notgedrungen in gewisser Weise »allgemein orientiert« an die Vorbilder, bevor sie eigene, neue Formen entwickeln kann und zur Massenorganisation zu werden, macht sie »Kinderkrankheiten« durch, ist sie für Fehler besonders anfällig, weil ihr die Erfahrungen fehlen. Wie soll sie aber bitte schön Erfahrungen sammeln können, wie soll sie auf eigenen Beinen stehen können, wenn man ihr von vorn herein Unfähigkeit vorwirft, wenn man sich von vorn herein verweigert, ihr Gelegenheit zu geben, sich zu entwickeln und heranwachsen zu können. Man muss mit einem prinzipienfesten Kampf der Komintern/ML solidarisch helfen, ihre Fehler zu überwinden, aber man darf sie wegen Kinderkrankheiten nicht mit den Prinzipien totschlagen. Wie sah es denn zum Zeitpunkt der Gründung der III. Internationale aus?

»Es kommt nicht auf die Zahl an, sondern auf den richtigen Ausdruck der Ideen und der Politik des wirklich revolutionären Proletariats. Das Wesentliche ist nicht die `Proklamierung` des Internationalismus,sondern die Fähigkeit, selbst in den schwierigsten Zeiten wirklicher Internationalist zu sein« (Lenin Bd. 24, Seite 68, dt. Ausgabe)

»Auf internationale Kongresse oder Konferenzen ´warten´ heißt Verräter am Internationalismus sein, unsere Partei darf nicht `warten´, sondern muss sofort die III.Internationale gründen.« ( Lenin, Bd. 24 Seite 69, dt. Ausgabe - 1916)

»Als der `Spartakusbund` den Namen `Kommunistische Partei Deutschlands` annahm, da war die Gründung einer wahrhaft proletarischen, wahrhaft internationalistischen, wahrhaft revolutionären III. Internationale Tatsache geworden. Formell ist die Gründung noch nicht vollzogen, aber faktisch besteht die III. Internationale heute schon.« (Lenin, Bd 28, Seite 442, dt. Ausgabe, 21. Januar 1919).

So bezeichnete Lenin die ermordeten Gründer der KPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bereits in diesem Moment als Vertreter der Internationale. Auch der Führer der KPD Ernst Thälmann wurde als Vertreter der Internationale ermordet, so wie auch andere aus den verschiedensten Sektionen.

Die Gründung der III. Internationale erfolgte formell erst im März 1919. So, wie Lenin zum internationalistischen Schlag gegen die Galvanisierung des Leichnams der II. Internationale ausholte, so müssen wir gegen die Galvanisierung des internationalen Leichnams des modernen Revisionismus zum Schlag ausholen.

Wer wagt heute zu behaupten, dass die III. Internationale angesichts dieser Situation von Lenin zu früh gegründet worden sei, wo sie sich doch von Anfang an als unverzichtbares Instrument der Schaffung und des Aufbaus der neuen Parteien erwiesen und insofern auch Vorbildfunktion für die Gründung der Komintern/ML hat? Die Gegner der Internationale sprachen sowohl gegen ihre Gründung, also davon, dass die Gründung angesichts der geringen Anzahl und der Schwäche der neuen, kleinen Parteien noch»zu früh« sei, als auch umgekehrt für ihre Auflösung, also davon, dass die Parteien nun zu »fertigen« Massenparteien geworden seien und damit »auf eigenen Beinen stehen könnten« und nun nicht mehr die Internationale bräuchten (und genauso später nicht mehr Stalins führendes sozialistisches Weltzentrum bräuchten!) Die Revisionisten missbrauchten das Argument der »starken Massenparteien« also in der Absicht, die Internationale zu ersetzen, die Internationale überflüssig zu machen, sie ab - oder gar aufzulösen, um die Weltrevolution zu verhindern. Die Anerkennung der Internationale durch die Revisionisten reduzierte sich deswegen auf ihre Rolle als Kinderstube mit dem angeblichen Ziel, »selbständige, starke, unabhängige« Massenparteien heranzuziehen um deren Sieg im eigenen Land davonzutragen - eine höchst nationalistische und sektiererische Sichtweise. Die Weltrevolution wäre dann genauso überflüssig wie die Internationale selbst, weil der Weltsozialismus sozusagen automatisch, also im Selbstlauf, durch die Schaffung eines sozialistischen Landes nach dem anderen kommen würde. Im nächsten Schritt bräuchte man auch keine sozialistische Revolution in den einzelnen Ländern mehr, weil der Sozialismus der UdSSR sich auf immer mehr Länder durch »friedliche Koexistenz« ausdehnen würde. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Starke Massenparteien sind zur Stärkung der Internationale notwendig, um die subjektiven Voraussetzungen für den Sieg der Weltrevolution zu schaffen. Es ist immer das gleiche, alte Spiel der Bourgeoisie als Agentin in der Arbeiterklasse: revolutionäre Ideen als Hirngespinste vor den Massen verunglimpfen, dort aus der Bewegung zu isolieren, wo sie auf die Massen Einfluss zu nehmen versuchen und als Sektierertum zu bekämpfen. Und wenn es der Bourgeoisie trotz alledem nicht gelingt, versucht sie sich an die Spitze der revolutionären Bewegung zu setzen, um sie zu entwaffnen und in ungefährliche Bahnen zu lenken. Dieses Spiel der Bourgeoisie gelingt nur vermittels der Opportunisten innerhalb des revolutionären Kerns der Bewegung.

Während die »linken« Opportunisten der revolutionären Linie der III. Internationale im »Kampf gegen rechts« in den Rücken fiel, um diese in Wirklichkeit ans Ruder zu bringen, konnten die rechten Opportunisten mit dieser Schützenhilfe immer offener hervortreten, um die III. Internationale revisionistisch zu entarten und aufzulösen und den sozialreformistischen Geist der II. Internationale in ihr wieder zu beleben. Es ist eine Lehre der internationalen kommunistischen Bewegung, dass immer dann, wenn der Kampf gegen den rechten Opportunismus einen entscheidenden siegreichen Wendepunkt nahm, ultralinke Strömungen auftauchten und sie nicht nur Einfluss erlangten, sondern zum Teil auch die Oberhand gewannen. Sie waren dann jedesmal Wegbereiter des rechten Opportunisten, die die Marxisten-Leninisten mit dem »Anti-Sektiererknüppel« totschlagen konnten. Die Versöhnung mit den Rechten beginnt meistens bei ihrem äußersten »linken« Flügel. Die Versöhnung mit dem »linken« Opportunismus beginnt umgekehrt meistens bei ihrem äußersten »rechten« Flügel. Auf jeden Fall muss man die verkappte anti-ultralinke Position bekämpfen, die sich weigert, die Sozialdemokratische Partei als bürgerliche Partei vor den Augen der von ihr beeinflussten Arbeiter offen anzugreifen mit der Begründung, dies würde diese sozialdemokratischen Arbeiter abschrecken, zu den Kommunisten zu kommen. Dem Wesen nach gilt dies nicht nur für den damaligen Sozialdemokratismus, für den damaligen modernen Revisionismus, sondern heute auch gegenüber dem Neo- Revisionismus, gegenüber den neo-revisionistischen Parteien und den Arbeitern, die ihnen folgen.

Ultralinks ist nur diejenige Position, die den einzelnen sozialdemokratischen Arbeiter als Sozialfaschisten bekämpft, nicht aber der Kampf gegen die sozialdemokratische Partei als bürgerliche Agentur in der Arbeiterbewegung. Das gilt auch gegenüber dem einzelnen revisionistischen und neo-revisionistischen Arbeiter, den die Ultralinken als Sozialfaschisten bekämpfen. Was wir Marxisten-Leninisten bekämpfen, ist der sozialfaschistische, bürgerliche Terror gegen die Arbeiterklasse, ist der sozialfaschistische Keil, den die Bourgeoisie in die revolutionäre Bewegung hineinzutreiben versucht, ist die Zurückdrängung des sozialfaschistischen Einflusses in der Arbeiterklasse, bis hin zur Zurückdrängung dieses Einflusses in jedem einzelnen Arbeiter, der von diesem Einfluss befallen ist. Wir kämpfen gegen den bürgerlichen Einfluss im Arbeiter, aber nicht gegen den Arbeiter selbst, sondern im Gegenteil, für seine revolutionäre Befreiung vom bürgerlichen Einfluss, durch Stärkung des marxistisch-leninistischen Einflusses.

Die Gefahr des »linken« Opportunismus besteht in der Überschätzung der Kräfte des Feindes, gegenüber dem Kapitalismus, verfällt schnell in Verzweiflung, verliert das Vertrauen in die Massen und neigt zum kleinbürgerlichen Abenteurertum und Revolutionismus. Stalin sagte im Kampf gegen den Trotzkismus: »Es steht außer Zweifel, dass ein Sieg der »linken« Abweichung in unserer Partei zur Loslösen der Arbeiterklasse von ihrer bäuerlichen Basis, zur Loslösen der Avantgarde der Arbeiterklasse von den übrigen Arbeitermassen und folglich zu einer Niederlage des Proletariats sowie zur Förderung der Vorbedingungen für eine Wiederherstellung des Kapitalismus führen würde.« ( Stalin Werke, dt. Ausgabe; Bd. 11, Seite 206)

Förderung der Vorbedingungen für die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR - vor dieser »linken« (!) Abweichung warnte Stalin 1928, also bereits 28 Jahre vor dem XX. Parteitag!! Und dies sagte er im Zusammenhang im Kampf gegen die rechte (!) Abweichung, die die Überwindung dieser »linken« Abweichung erschwerte. Es ist bekannt, dass es zu einem Block der Trotzkisten mit den Bucharinisten gekommen ist, weil sie die gleiche soziale Basis hatten. Die »linke« und rechte Abweichung bedienen sich lediglich verschiedener, angeblich sich widersprechender Argumente, aber sie kämpfen in Wahrheit, dem Wesen nach stets gemeinsam gegen die marxistisch-leninistische Linie. Deswegen kämpfen die Komintern/ML und ihre Sektionen nicht nur gegen diejenigen, die den offenen Opportunismus praktizieren, sondern auch gegen diejenigen, die »linker« sein wollen als die Marxisten-Leninisten und ihre rechte, opportunistische, kleinbürgerliche Natur hinter tönenden »linken« Phrasen verbergen. Daher warnen die Komintern/ML und ihre Sektionen auch vor der Förderung der Vorbedingungen für die Restauration des Revisionismus durch das »linke« Sektierertum insbesondere in Russland und Albanien, warnen wir vor der Förderung der Vorbedingungen der Verwandlung des anti-revisionistischen Kampfes in einen anti-marxistisch-leninistischen Kampf durch Einschleusen dieser Kräfte von »links« in die Komintern/ML und ihre Sektionen bei unserer notwendigen Abgrenzung und Formierung gegen den Neo-Revisionismus. Es sind ja die Sektierer, die die Marxisten-Leninisten als »Rechte« bekämpfen. Es sind die Sektierer, die den »anti-revisionistischen« Kampf gegen die Marxisten-Leninisten richten, wenn wir bereits über eine Massenbasis verfügen. Auf diese Weise schaffen sie die Vorbedingungen dafür, dass sich der Revisionismus häuten kann, dass der Revisionismus restauriert werden kann. Solange sich die marxistisch-leninistische Bewegung, solange sich der Formierungsprozess der Komintern/ML, noch in der ersten Abgrenzungsphase befindet, solange wir in der Arbeiterklasse noch nicht ausreichend verankert sind und noch nicht ausreichend unsere revolutionäre Praxis im Klassenkampf entfaltet haben, sind es vor allem die intellektuellen Neo-Sektierer, die sich mit ihren Diskutierklubs wichtig tun und sich hinter dem Kampf gegen das Sektierertum verbergen, um die Verbindung von den Marxisten-Leninisten mit dem Klassenkampf des Proletariats, die Verbindung von revolutionärer Theorie und Praxis, zu stören, zu verhindern. »Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Praxis geben«, lehrte Lenin. Aber während wir Leninisten auf die Umsetzung der Theorie in die Praxis drängen, missbrauchen die Sektierer die Theorie dazu, die Diskutierereien zu verewigen. Deswegen ist es zuerst unsere Aufgabe, uns vom »Sektierertum«-Vorwurf zu befreien, um die Häutungen des Revisionismus siegreich zu bekämpfen. Und das ist zunächst nicht nur eine theoretische Aufgabe, sondern auch unmittelbar eine praktische Aufgabe, die zur Lösung ansteht.

Man darf das Anfangsstadium, die Gründungs- und Formierungsphase weder überspringen, und der Bewegung ungeduldig vorauseilen, wie es dem Wesen des »linken« Opportunismus entspricht, noch darf man das Anfangsstadium künstlich verlängern nach dem Motto des »Edelkommunismus - klein, aber fein«, um sich vor der Aufgabe der Gewinnung der Massen und dem harten Klassenkampf zu drücken.

»Linke« Fraktionen bilden sich auch, um mit der Spaltung zu drohen, um die Partei nach »links« zu zwingen. Dieses »links«-liquidatorische Vorgehen rechtfertigen sie unter dem Vorwand, die Mehrheit vor dem »Rechtsschwenk« retten zu müssen. Wenn dies misslingt, versuchen die »linken« Fraktionen die Mehrheit zur Neugründung, zum Verlassen der Partei zu veranlassen, weil die Organisation bereits angeblich »vollständig entartet, von der alten revolutionären Linie abgewichen sei« usw. Ohne für ihre Behauptungen vorher einen Beweis für das kleinste Fünkchen Wahrheit erbracht zu haben, darf man dieser Hysterie nicht auf den Leim gehen, muss man kühlen Kopf und proletarische Disziplin bewahren . Selbst wenn die »linken« Vorwürfe tatsächlich zutreffen, ja selbst wenn die Partei offensichtlich vom rechten Fieber geschüttelt sein sollte, ist eine Neugründung liquidatorisch und selbstmörderisch. Ohne den ernsthaften Versuch gemacht zu haben, die Partei im hartnäckigen und geduldigen Kampf und mit Überzeugungsarbeit von der Krankheit des Opportunismus zu befreien, sie zu immunisieren, sie zu stählen, sie zu retten, lässt man sie in Stich und opfert sie der Bourgeoisie unter sektiererischem Vorwand. Es kann nur eine Komintern geben, weil es nur ein Weltproletariat gibt. Sie ist sowohl vor dem rechten wie auch vor dem »linken« Sektierertum zu schützen nicht nur durch die Verteidigung ihrer Prinzipienfestigkeit, nicht nur durch Verteidigung ihrer Generallinie, sondern vor allem durch die Stärkung ihrer marxistisch-leninistischen Kräfte, die den liquidatorischen Kräfte gegenüber stehen:

»Die Theorie von den zwei Parteien, beziehungsweise die Theorie von einer neuen Partei ergibt sich unmittelbar aus der Verneinung der Möglichkeit des siegreichen Aufbaus des Sozialismus, ergibt sich unmittelbar aus der Perspektive der Entartung. Sowohl der eine als auch der andere Ausweg führen zum Kapitulantentum, zum Defaitismus« (Stalin, Bd. 9, Seite 125, Seite 125, dt. Ausgabe).

Die Sektierer machen keinen Unterschied zwischen einer Abweichung zum Opportunismus und dem Opportunismus selbst. Das ist aber nicht das Gleiche. Eine Abweichung nach rechts - das ist etwas, was noch nicht die Form des Opportunismus angenommen hat und was noch korrigiert werden kann. Jemanden rausschmeißen, obwohl noch die Chance besteht, umzukehren und seinen Fehler zu korrigieren, ist einer marxistisch-leninistischen Partei fremd. Wie die Erfahrung der Lenin´schen Partei zeigt, kann es passieren, dass die revolutionären Kräfte vorübergehend in die Minderheit geraten. Lenin wäre es nie eingefallen, jedesmal gleich eine neue Partei zu gründen. Dies darf erst bzw. muss dann geschehen, wenn die Komintern/ML unheilbar entartet ist, wenn sie bereits in die Hand des Klassengegners übergegangen ist. So verhielt sich Lenin auch, als er den schwierigen Kampf gegen den Opportunismus in der II. Internationale aufnahm, um dort die revolutionären Kräfte vom Opportunismus loszueisen. Dies war sogar eine der Voraussetzungen zur Gründung der III. Internationale und gerade dies leugnen zu wollen, wäre ein »linker« Fehler, denn es war gerade die Besonderheit der II. Internationale, über eine enorme breite Massenbasis in der Arbeiterbewegung zu verfügen, die man der Bourgeoisie kampflos überlassen hätte und auf die man sich nicht mehr hätte stützen können. Genau gegen die Notwendigkeit, das Potential der Schwankenden und Unschlüssigen durch geduldige Überzeugungsarbeit für die Partei zurückzugewinnen, richtet sich das Sektierertum, damit die Partei dieses Potential verliert. Die »Sektierer« ziehen es vor, machen sich nicht die Mühe, wie Lenin es formulierte, unter die Massen zu gehen oder für Reformen unter den harten Bedingungen des Kapitalismus zu kämpfen und dafür selbst in die reaktionärsten Organisationen zu gehen, die ihren bürgerlichen Einfluss auf die Arbeiterklasse ausüben. Sie machen sich nicht die Finger schmutzig, schmoren lieber im sozialistischen Saft, stellen sich als »Theoretiker« über die Massen und sind nicht bereit, von ihnen zu lernen, halten die Massen für »rückständig«, weil sie selbst eben die »Auserwählten« sind, die den Sozialismus als einzige mit Löffeln gefressen haben. Es wäre auch ein »linker« Fehler, wenn sich das führende Zentrum des Weltproletariats über die Internationale (oder umgekehrt) erheben würde und alles nach seiner »Pfeife tanzen« müßte, wenn sich die führende Partei in der Internationale über alle anderen hinwegsetzen und sich nicht um die Unterstützung aller anderen Parteien solidarisch kümmern würde. Hinter einer straff organisierten, disziplinierten Weltkampfzentrale des Proletariats würde die Anarcho-«Linke«- Szene nur ein »Repressionsinstrument« gegenüber den Arbeitermassen vermuten, weil sie das Führungsprinzip des Proletariats ablehnen. Deswegen unterscheidet die Anarcho-Szene nicht zwischen revisionistischer und kommunistischer Zentrale, hat sie in Wirklichkeit Angst davor, sich unterzuordnen und die »Freiheit ihrer Kritik« zu verlieren, fehlt der »Linken« proletarische Disziplin und Selbstdisziplin, haben sie Selbstkritik nicht nötig, verlangen sie aber despotisch von den Massen, um sie zu bevormunden. Es ist das Kleinbürgertum, das weder bereit ist, sich der Diktatur der Bourgeoisie, noch der Diktatur des Proletariats unterzuordnen, das zwischen beiden radikal tönend, verzweifelt über seine eigene soziale Stellung, hin und her schwankt, um sich gegenüber der einen oder anderen Klasse »Freiheiten« und »Privilegien« herauszufordern, sie gegeneinander auszuspielen versucht und sich wehrt, ins Proletariat hinab gedrückt zu werden. Es ist die kleinbürgerliche Intelligenz, die der Arbeiteraristokratie die Übergangsbrücke zur Verflechtung des Marxismus-Leninismus mit den ihm fremden bürgerlichen Einflüssen baut, um dem Proletariat seine Weltanschauung zu rauben und es in die Irre zu führen. Die Anmaßung und Hochmütigkeit der kleinbürgerlichen Sektierer, von denen jede nach ihrem eigenen Muster die arbeitende Klasse zu »retten« sucht, sind arbeiterfeindlich und liegen dem Geist der Komintern/ML fern. Sie gibt keine universalen Rezepte noch projiziert sie internationale Beschwörungen (die auch dann nur Beschwörungen bleiben!), sie stützt sich nicht auf Projektmacherei, revolutionäres Pläneschmieden und Dekretiererei, sondern auf die Welterfahrungen der Arbeiterklasse in Vergangenheit und Gegenwart, reinigt diese Erfahrung von ihren Fehlern und Abweichungen, verallgemeinert ihre Ergebnisse, anerkennt und übernimmt nur die Formeln, die als Formeln der Massenaktion erscheinen und nicht als deren Stellvertretung. So wie der Neo-Revisionismus nicht an einem einzigen Tag entstand, sondern einen historischen Häutungs- und Systematisierungsprozess durchläuft, so ist das Erkennen des Neo-Revisionismus durch die Marxisten-Leninisten nicht an einem einzigen Tag möglich gewesen. Die »linken« Kritiker, die heute behaupten, dass der Marxismus-Leninismus fehlerhaft sei oder die Marxisten-Leninisten Scharlatane seien, weil sie diese Häutungsprozesse angeblich nicht richtig und zu spät erkannt hätten, hat es immer gegeben. Hinterher sind wir alle klüger. Die Frage ist nur die, was SIE denn in der ganzen Zeit beigetragen haben? Genauso, wie die »Superbolschewisten« Stalin für den Chruschtschow-Revisionismus verantwortlich machten, und wie sie Enver für die Entstehung des Neo-Revisionismus verantwortlich machen.

Eine »linke« Linie ist auch die Linie des Kosmopolitismus, das genaue Gegenteil des proletarischen Internationalismus. Es ist in Wirklichkeit eine Ideologie des Weltimperialismus, nationale Eigenarten aus dem Weg zu räumen und auszulöschen, weil sie das globalisierte Geschäft behindern. Kosmopolitismus führt zu Weltfaschismus. Hinter dem Kampf gegen den bürgerlichen Nationalismus verbirgt sich besonders unter der radikalen »Linken«, insbesondere unter den Trotzkisten, der Kampf gegen den revolutionären Patriotismus. Alles Nationale ist überhaupt verpönt - überlässt die sogenannte »Linke« den Rechten die nationale Frage. »Unpolitisches Multikulti« als Nische der bürgerlichen Gesellschaft ist angesagt, und so hat diese »Linke« auch weder Sympathie für den nationalen Befreiungskampf der UCK im Besonderen noch für den Kampf zur nationalen Selbstbestimmung im Allgemeinen, lehnen die »Linken« ZB die sozialistische Nation, die Vereinigung und Föderation sozialistischer Nationen und die sozialistische Weltrepublik ab, weil sie die Nationen überhaupt ablehnen. Sie bezeichnen sich selbst als »a-national«. Marxisten-Leninisten sind nicht nationalfeindlich an sich, das ist eine Klassenfrage. Die internationalistischen Eigenschaften der revolutionären Arbeiter treten in national unterschiedlichen Formen auf. Die »Linken« sind nicht bereit, bürgerliche und proletarische Nationen zu unterscheiden. Marxisten-Leninisten respektieren insbesondere die nationalen Gefühle der unterdrückten Nationen - das ist der »Linken« egal. Die Marxisten-Leninisten sind in erster Linie für die internationale Kultur des Weltproletariats. Diese wächst aber nicht aus dem Himmel, sondern bildet sich im internationalen revolutionären Klassenkampf allmählich heraus, ist das Produkt der Verschmelzung des Nationalen, aber nicht das Produkt der Beseitigung des Nationalen. Erstens: Die Weltrevolution breitet sich nicht gleichzeitig auf der ganzen Welt aus, bedingt durch die unterschiedlichen Entwicklungen und Bedingungen in den einzelnen Ländern. Zweitens: ist der nationale Befreiungskampf eines jeden Landes ein unverzichtbarer Bestandteil nicht nur der sozialen Befreiung eines Landes, sondern auch der internationalen sozialen Befreiung durch die Weltrevolution. Ohne Sowjetpatriotismus hätte die Sowjetunion nicht einen Tag existiert, geschweige denn die Welt vom Hitlerfaschismus befreit. Revolutionärer Patriotismus ist eine Triebfeder jeder sozialistischen Revolution, deren Verzicht einem Selbstmord gleichkäme. Lenin lehrt:

»Als wir prinzipielle Gegner der Vaterlandsverteidigung waren, da hatten wir das Recht, diejenigen zu verspotten, die ihr Vaterland angeblich im Interesse des Sozialismus «erhalten« wollten. Als wir das Recht erlangten, proletarische Vaterlandsverteidiger zu sein, da änderte sich die ganze Fragestellung von Grund auf. Es wird unsere Pflicht, die Kräfte aufs vorsichtigste zu berechnen und aufs sorgfältigste abzuwägen, ob unser Verbündeter ( das internationale Proletariat ) rechtzeitig zur Stelle sein wird. Das Kapital ist daran interessiert, den Feind ( das revolutionäre Proletariat ) einzeln zu schlagen, noch bevor die Arbeiter aller Länder sich ( praktisch, d.h. durch den Beginn der Revolution ) zusammengeschlossen haben. Wir dagegen sind daran interessiert, alles nur mögliche zu tun, selbst