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5.
Die Strategie und Taktik
der Komintern/ML
Die internationale Strategie und Taktik des Marxismus-Leninismus ist die Lehre von der Führung des revolutionären Kampfes, mit denen sich das Weltproletariat und ganz besonders die Avantgarde des Weltproletariats, rüstet. Grundlage sind die diesbezüglichen Schriften der Klassiker von der Pariser Kommune bis heute, insbesondere die Dokumente der Komintern. Die Strategie und Taktik der Komintern/ML begründet sich auf der marxistischen These, für die Erreichung der unmittelbar vorliegenden Zwecke und Interessen des Weltproletariats zu kämpfen, aber gleichzeitig in der gegenwärtigen Arbeiterweltbewegung ihre Zukunft , das Endziel, der Bewegung, zu vertreten.
Unsere Taktik
ist die Lehre von der Festlegung der richtige Auswahl der im jeweiligen Augenblick der Flut oder Ebbe der Bewegung geeigneten Mittel für den optimalen Einsatz aller zur Verfügung stehenden revolutionären Kräfte der ganzen Welt . Die Taktik zielt nicht auf die Ziele der Weltrevolution als Ganzes ab, sondern dient dazu, die einzelne Schlacht, das einzelne Gefecht, die einzelne Kampagne oder Aktion zu gewinnen in der jeweiligen konkreten Lage des internationalen Klassenkampfes. Die Taktik wird angewandt in der gegenwärtigen, sich ständig weiterentwickelnden revolutionären Bewegung:
»Der Bolschewismus ist `ein Muster der Taktik für alle` (Lenin). Diesem Muster folgend, rüsten sich unter dem Banner Lenins und Stalins die kommunistischen Parteien aller Länder zu den entscheidenden Kämpfen des neuen Turnus von Revolutionen und Kriegen, kämpfen heldenhaft gegen Faschismus und Sozialdemokratie, um die Mehrheit der Arbeiterklasse, für die UdSSR - das Vaterland aller Werktätigen -, für den Sieg der Diktatur des Proletariats in der ganzen Welt. Gerüstet mit der marxistischen-leninistischen Lehre, bauen und festigen die Kommunisten der ganzen Welt die bolschewistische Weltpartei. Die Kommunistische Internationale verkörpert den Sieg des Leninismus, den Sieg der Prinzipien bolschewistischer Parteilichkeit (Parteitreue) und unversöhnlichen revolutionären Geistes in der internationalen Arbeiterbewegung« ( 30 Jahre der Bolschewistischen Partei; 1903-1933« in »Unter dem Banner des Marxismus«, Jahrgang VIII, Nr. 1, März-April 1934, Organ der Komintern, Moskau-Leningrad).
Unsere Strategie
ist die Lehre von der Ausrichtung des gegenwärtigen, sich ununterbrochen vollziehenden, internationalen Klassenkampfes auf die zukünftigen, wesentlichen Ziele des Weltproletariats - von der Festlegung einzelner Etappenziele bis hin zur vollen Konzentration auf das Endziel des letzten, entscheidenden Gefechts, die Weltrevolution - wozu auch die jeweilige Bestimmung der Bündnisse und Reserven gehört:
Dort, wo eine Revolution objektiv und subjektiv herangereift ist und ausbricht, ist die imperialistischen Kette am schwächsten Kettenglied zu sprengen und die Hauptkräfte sind dort zu konzentrieren, wo der Gegner am verwundbarsten ist. Dort ist ein Kräftepotential als Stützpunkt aufzubauen, dass die Kräfte des Gegners bindet und ein Höchstmaß an Unterstützung für andere Länder gibt, um dort die Sprengung des nächstschwächsten Kettengliedes des Imperialismus um so leichter in Angriff nehmen zu können. Jede Revolution muss stets über den Rahmen des einzelnen Landes hinausgehen, um so die Überwindung des Imperialismus in allen anderen Ländern Schritt für Schritt zu ermöglichen und damit in die letzte, entscheidende Etappe der Weltrevolution gemeinsam einzutreten.
Hauptkräfte der Revolution, sind die Diktatur des Proletariats in einem Land bzw. in einigen Ländern.
Hauptreserven sind die halbproletarischen und kleinbäuerlichen Massen in den entwickelten Ländern, die Befreiungsbewegungen in den vom Imperialismus unterjochten und abhängigen Ländern. Richtung des Hauptschlages: Isolierung der Kräfte, die mit dem Imperialismus offen oder versteckt zusammenarbeiten.
Plan der Aufstellung der Kräfte: Bündnis der proletarischen Revolution mit der Befreiungsbewegung in den vom Imperialismus unterjochten und abhängigen Ländern.
Die Strategie und Taktik der Komintern/ML ist planmäßig auf die Zuspitzung des internationalen Klassenkampfes auszurichten, und zwar durch Vereinheitlichung der drei Hauptrichtungen:
a) praktisch-ökonomischer Kampf gegen die Weltkapitalisten,
b) politischer und militanter Kampf gegen Reaktion, Faschismus, militärische Interventionen und imperialistische Kriege, nationale Befreiungsbewegungen
c) theoretischer und ideologischer Kampf
Ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis: Es kann überhaupt keine richtige Strategie und Taktik entwickelt werden, wenn wir nicht begreifen, dass der Marxismus-Leninismus nichts Abgeschlossenes und Unantastbares ist, dass die Komintern/ML und ihre Sektionen das Fundament der proletarischen WELT-Anschauung nach allen Richtungen gemeinsam weiterentwickeln müssen, um darauf ihre siegreiche Strategie und Taktik richtig aufzubauen und den Klassenkampf in die richtige Richtung zu lenken. Versäumen wir diese wichtige Aufgabe, werden wir mit der ausgefeiltesten Strategie und Taktik hinter der Weltrevolution zurückbleiben. Das allgemeine Fundament der proletarischen WELT-Anschauung auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen, reicht aber nicht aus. Die Revolutionstheorie muss auch in jedem einzelnen Land nach allen Richtungen gemeinsam weiterentwickelt UND mit dem allgemeinen Fundament des Marxismus-Leninismus dialektisch verknüpft werden, bevor jedes einzelne Land seine eigene Strategie und Taktik maximal entwickeln kann. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen sich in ihrem gemeinsamen, dialektisch verknüpften Kampf vom proletarischen Internationalismus leiten lassen. Sie müssen also die Frage der praktischen Lösung der Revolution in den Ländern der Sektionen miteinander verknüpfen und vom Standpunkt der Weltrevolution aus betrachten und keinesfalls isoliert voneinander. Die Erfahrungen zeigen, dass man in dieser Frage sehr sorgfältig und behutsam vorgehen muss, damit die Entscheidungen weder auf Kosten des einzelnen Landes noch auf Kosten des gemeinsamen Interesses fallen und die eine oder die andere Seite dann Schaden nimmt. Vor allem dürfen keinesfalls diejenigen Länder vernachlässigt werden, in denen noch keine Sektionen arbeiten. Die Komintern/ML muss ausnahmslos ALLE Länder in ihrem Kampf für die sozialistische Revolution, in ihrem Kampf zur nationalen Befreiung vom Weltimperialismus, vorbehaltlos und mit allen zur Verfügung stehenden Kräften einbeziehen und unterstützen. Die Komintern/ML leistet ihren größten Beitrag zur proletarischen Weltrevolution dadurch, das sie den Prinzipien und Zielen der revolutionären proletarischen Weltbewegung treu bleibt, das heisst absolut offen, freundschaftlich, herzlich, gleich und vor allem solidarisch miteinander umgeht, und alle Anstrengungen unternimmt, die Arbeiter und Werktätigen jedes Landes bei ihrer sozialen und nationalen Befreiung gegen die Bourgeoisie und den Imperialismus unterstützt und alle revolutionären Ströme der Welt zum gewaltigen Strom der Weltrevolution sammelt und vereinigt zum Sturz des Weltimperialismus und der zurückfließt und sich wieder in die einzelnen Ströme der Länder verteilt. Die Stärke der Revolution in der Sowjetunion und in Albanien bestand in der Unterstützung, dem Bündnis der Proletarier aller Länder. Wie gewaltig war die Bedeutung, die das Bündnis der Proletarier der Sowjetunion oder Albaniens mit den Proletariern aller übrigen Länder für den Aufbau des Sozialismus?! Den Sozialismus kann man nur im Bunde mit dem Weltproletariat aufbauen. Und wenn die Proletarier der UdSSR Lenins und Stalins oder Albaniens ihre Diktatur des Proletariats festigten und gegen die Opportunisten und Revisionisten verteidigten, so war das eine gewaltige Unterstützung für die Proletarier aller Länder, für ihren Kampf gegen den Kapitalismus, für ihren Kampf um die Macht, bilden die sozialistischen Staaten einen gewaltigen Faktor für die Weltrevolution. Dieser Faktor entfällt heute und hat die schwärzeste und schlimmste Reaktion in allen kapitalistischen Ländern nach sich gezogen. also müssen die Kommunisten die Proletarier anspornen, ihre Diktaturen unbedingt wieder zurückzuerobern. Die Einheit der Sektionen der Komintern/ML beruht nicht in erster Linie auf gemeinsame Absichtserklärungen und Konsultationen, sondern diese dienen dem gemeinsamen Handeln, den gemeinsamen Aktionen auf der Grundlage der Lehren des Marxismus-Leninismus. Die strategische Linie der Komintern/ML und ihrer Sektionen beruht auf einer Auffassung vom proletarischen Internationalismus, dass mit jeder solidarischen Unterstützung der Revolution in einem anderen Land nicht nur die Revolution im eigenen Land , sondern die Weltrevolution, das heißt die Revolution in jedem Land der Welt vorwärts entwickelt wird, dass die internationale Unterstützung der fortgeschrittensten revolutionären Bewegung in der Welt, die internationale Unterstützung des Weltzentrums der Revolution, die Voraussetzung dafür ist, dass sich die revolutionäre Bewegung auch bis in den letzen Winkeln der Erde immer besser entfalten kann. Die Oktoberrevolution hat bewiesen, dass das Proletariat sich nicht befreien kann, ohne sich gemeinsam mit den unterdrückten Völkern zu befreien. Die Oktoberrevolution leitete die Epoche der revolutionären Befreiung der unterdrückten Völker ein im Bunde und unter Führung des Weltproletariats vermittels der proletarischen internationalen Methode, leitete die Ära des Erwachens des Proletariats und seiner Hegemonie in den unterdrückten Länder ein. Ist es da nicht angesichts der über 80 Jahre langen Entwicklung vom Beginn des Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus bis hin zum bevorstehenden Ende des Imperialismus klar, dass sich die Komintern/ML und ihre Sektionen auf die Grundlagen der Strategie und Taktik der Oktoberrevolution stützen und weiterentwickeln wird, um diese siegreich zu Ende zu führen?
18 strategische Richtlinien
1. Die Revolution ist eine Frage, die praktisch zur Lösung ansteht, sagte Enver Hoxha und Stalin zeigte die beiden entgegengesetzten Standpunkte zweier Linien auf zur praktischen Bedeutung der Frage über die Voraussetzungen der proletarischen Revolution in den kapitalistischen Ländern:
»Vom Standpunkt der Praxis tauchen vor uns zwei Linien auf. Die eine Linie ist die Linie unserer Partei, die die Proletarier der einzelnen Länder aufruft, sich für die kommende Revolution zu rüsten, den Gang der Ereignisse wachsam zu verfolgen und bereit zu sein, unter günstigen Umständen die Front des Kapitals selbständig zu durchbrechen, die Macht zu ergreifen und die Grundlagen des Weltkapitalismus ins Wanken zu bringen.
Die andere Linie ist die Linie unserer Opposition, die hinsichtlich der Zweckmäßigkeit eines selbständigen Durchbruchs der kapitalistischen Front Zweifel sät und die Proletarier der einzelnen Länder dazu auffordert, auf den `großen Kladderadatsch´ zu warten.
Während die Linie unserer Partei die Linie der Verstärkung des revolutionären Ansturms gegen die eigene Bourgeoisie und der Entfesseln der Initiative der Proletarier der einzelnen Länder ist, ist die Linie unserer Opposition die Linie des passiven Abwartens und der Fesselung der Initiative der Proletarier der einzelnen Länder in ihrem Kampf gegen die eigene Bourgeoisie.
Die erste Linie ist die Linie der Aktivierung der Proletarier der einzelnen Länder.
Die zweite Linie ist die Linie der Schwächung des Willens des Proletariats zur Revolution, die Linie der Passivität und des Abwartens.« (Stalin Werke dt. Ausg., Bd. 9, Seite 97)
Die Komintern/ML ist nicht nur die Weltpartei des revolutionären Aufstandes des internationalen Proletariats und der Diktatur des Proletariats, sondern auch die Weltpartei der revolutionären, bewaffneten Rückeroberung der Diktatur des Proletariats in den Ländern, in denen sie verloren ging, in der Sowjetunion und im sozialistischen Albanien und in den Ländern, die bei der erfolgreichen Durchführung der sozialistischen Revolution und der Errichtung und dem Aufbau der Diktatur des Proletariats am Kampf gegen den Revisionismus im ersten Anlauf noch scheiterten. Die Komintern/ML und ihre Sektionen schließen alle die Gruppen und Organisationen aus ihrem gemeinsamen Kampf aus, die in offener und versteckter Form das Proletariat einschläfern, demoralisieren oder schwächen und den bürgerlichen Sozialismus zu retten versuchen, anstatt ihn zu beseitigen; sie treibt das Proletariat an, sich den Götzen Legalität, Demokratie, nationale Verteidigung u.a., welche die Diktatur der Bourgeoisie verdecken, nicht zu beugen. Die Komintern/ML kann ebenso in ihre Reihen die Organisationen nicht aufnehmen, die zwar in ihrem Programm die Diktatur des Proletariats anerkennen, aber dennoch eine Politik führen, die mit einer friedlichen Lösung der geschichtlichen Krise rechnet. Die bloße Anerkennung des Rätesystems löst keine Fragen. Die revolutionäre Kraft liegt im Proletariat selbst. Es ist unbedingt notwendig, dass es sich zum Aufstand und zur Eroberung der Macht erhebt; nur dann kann die Räteorganisation ihre Vorzüge an den Tag legen als eine unvergleichliche Waffe in der Hand des Proletariats.
»Entweder kommt uns die internationale Revolution zu Hilfe, und dann ist unser Sieg ganz sicher, oder wir machen unsere bescheidene revolutionäre Arbeit in dem Bewusstsein, dass wir selbst im Falle einer Niederlage der Sache der Revolution dienen und dass unsere Erfahrungen den anderen Revolutionen von Nutzen sein werden. Es war uns klar, dass ohne die Unterstützung der internationalen Weltrevolution der Sieg der proletarischen Revolution unmöglich ist. Schon vor der Revolution und auch nachher dachten wir: Entweder sofort oder zumindest sehr rasch wird die Revolution in den übrigen Ländern kommen, in den kapitalistischen, entwickelteren Ländern, oder aber wir müssen zu Grunde gehen. Trotz dieses Bewusstseins taten wir alles, um das Sowjetsystem unter allen Umständen und um jeden Preis aufrechtzuerhalten, denn wir wussten, dass wir nicht für uns, sondern auch für die internationale Revolution arbeiten.« (Lenin, Referat über die Taktik der KPR auf dem III. Kongress der Kommunistischen Internationale, 5.7. 1921)
Für den endgültigen Sieg des Sozialismus in einem Lande ist die Überwindung oder wenigstens das Neutralisieren der internationalen Bourgeoisie notwendig. Die Proletarier eines Landes sind jedoch nicht imstande, aus eigener Kraft die internationale Bourgeoisie zu bezwingen. Die Frage des endgültigen Sieges des Sozialismus ist eine Frage der Überwindung der internationalen Bourgeoisie. Wenn die Bewegung der internationalen Bourgeoisie nicht nur am Absteigen, sondern am Abgrund angelangt ist, ist der endgültige Sieg des Sozialismus nicht nur in einem einzelnen Land, sondern sogar in vielen und schließlich sogar in allen Ländern möglich. Die Durchbrechen der imperialistischen Front auf der ganzen Linie könnte ZB schon nach einem 3. Weltkrieg, dessen Gefahr heute konkret besteht, durchaus denkbar sein, was der (vereitelte) Versuch der Bildung eines sozialistischen Lagers nach dem Vaterländischen Krieg der Sowjetunion historisch belegt. Hierzu müssen natürlich auch die subjektiven Faktoren heranreifen, nicht im Selbstlauf, wie wir wissen, sondern ZB vor allem durch den Kampf für den Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen.
2. Wir leben zwar historisch in der Etappe des Sieges der Diktatur des Proletariats, aber vorübergehend wurde dieser Siegeszug zurückgeschlagen durch den Revisionismus. Die Komintern/ML geht aber davon aus, dass mindestens in einem einzelnen Land die Diktatur des Proletariats bald wieder siegen wird und gerade dies strategisch wie taktisch richtig vorbereitet in Angriff genommen wird. Was für die ideologische Grundlage des führenden revolutionären Weltzentrums gilt, das trifft gleichermaßen auch für die Strategie und Taktik des ersten sozialistischen Landes zu, das die neue Periode des kommenden Sozialismus »in allen Ländern« einläuten wird. Hier greifen prinzipiell die Erfahrungen der Gründung der Sowjetunion und der Komintern und die von ihnen ausgearbeitete gemeinsame Strategie und Taktik. Heute ist es allerdings wesentlich leichter, eine entsprechende Strategie und Taktik zu entwickeln, weil die Komintern/ML sich auf die reichen historischen Erfahrungen stützen und ein erneutes Abgleiten in den opportunistischen Sumpf, in den revisionistischen Verrat, verhindern kann. Die Komintern/ML stützt sich mit ihrer Strategie auf der Theorie von der erneuten sozialistischen Revolution, auf der Theorie von der Regeneration der Diktatur des Proletariats, die bereits existierte.
3. In den imperialistischen, sozialimperialistischen bzw. revisionistischen Ländern stehen die Arbeiterklasse und ihre kommunistische Partei unmittelbar vor der strategischen Aufgabe der Vorbereitung und Durchführung der proletarischen, der sozialistischen Revolution. Es ist die Aufgabe der Komintern/ML, den Sektionen dieser Länder dabei zu helfen, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln und anzuwenden und eine solidarische Front gegen den gemeinsamen Feind zu errichten. Die Komintern/ML analysiert die revolutionären Bedingungen jedes Landes und kann dort die Kräfte konzentrieren, wo die revolutionäre Situation am akutesten ist bzw. die Revolution am weitesten fortgeschritten ist, wo sich ein führendes Zentrum herausbildet und die dort operierende Sektion besondere Unterstützung durch die anderen Sektionen benötigt. Der Hauptfeind unter den Imperialisten, ihre Welt-Schaltzentrale und das Oberkommando ist - nach wie vor - der US-Imperialismus. Zur Schwächung, Zersetzung und Ausschaltung dieser Zentrale ist eine besondere Strategie und Taktik zu entwickeln, die mit der generellen Strategie und Taktik der Weltrevolution verzahnt wird. Hier , wie in anderen Metropolen des Imperialismus, ist die Strategie ähnlich wie in den übrigen kapitalistischen Ländern, aber sie unterscheiden sich im Detail voneinander und haben für die Strategie der Weltrevolution eine Schlüsselstellung, also auch für die Entwicklung der Revolution in denjenigen Ländern, die unter den kapitalistischen Metropolen stark zu leiden haben. Insbesondere in Russland und Albanien, in denen die Diktatur des Proletariats strategisch zurückerobert werden muss, sind besondere Bedingungen durch die einstige Existenz der Diktatur des Proletariats vorhanden, und sind entsprechende besondere Formen des Kampfes zu entwickeln. Hierbei wäre es erforderlich, wenn sich die betreffenden Sektionen in Russland und Albanien mit der Komintern/ML und ihren Sektionen zusammentun und eine gemeinsame Strategie und Taktik entwickeln und durchführen. In den staatskapitalistischen, revisionistischen Ländern, die sich »sozialistisch« nennen, herrschen ebenfalls besondere, aber allgemein ähnliche übereinstimmende Bedingungen, die eine gemeinsame Strategie und Taktik erfordern. Wenn wir den Sozialimperialismus zerschlagen wollen, müssen wir gleichzeitig das Band durchtrennen, das ihn mit dem Imperialismus verbindet, muss man vor allem die internationalen Verbindungen der Klasse der Arbeiteraristokratie vernichten. Das chinesische Proletariat kann sich nicht befreien, wenn es nicht den Sozialimperialismus im eigenen Land zerschlägt. Das chinesische Proletariat kann aber den Sozialimperialismus nicht alleine zerschlagen, ohne sich die Unterstützung des Weltproletariats zu sichern. Diese Unterstützung besteht unter anderem darin, dem chinesischen Proletariat zu helfen, den revisionistischen Einfluss des Maoismus zu überwinden, eben als die herrschende Ideologie des chinesischen Sozialimperialismus. Die Zerschlagung des maoistischen Einflusses ist heute zu einer Aufgabe des internationalen Proletariats geworden und der Sieg über den Maoismus wird nicht nur eine großartige Tat des proletarischen Internationalismus gegenüber dem chinesischen Proletariat sein, sondern auch ein Triumph der Lehren Enver Hoxhas, ein Sieg des Marxismus-Leninismus über den internationalen Einfluss des Revisionismus, eine scharfe Waffe im Kampf gegen den Sozialimperialismus.
4. In den anderen Ländern ist eine strategische Zwischenetappe erforderlich, wo die Voraussetzungen für die unmittelbare Errichtung der Diktatur des Proletariats und des Sozialismus als strategisches Ziel der Arbeiterklasse noch fehlen. Durch die Globalisierung des Weltimperialismus sind diese Länder von ihrer Entwicklung längst nicht mehr so weit entfernt wie zur Zeit Lenins - als der Imperialismus sich erstmals als höchste Stufe des Kapitalismus entwickelte. Das bedeutet strategisch 1. dass einige dieser Länder mittlerweile durchaus in der Lage sind, direkt zur sozialistischen Revolution überzugehen und das Proletariat sich dort stark entwickelt hat und 2. dass die übrigen Länder schneller - als noch zu Zeiten der Komintern - die notwendigen Voraussetzungen erfüllen werden, von der Zwischenetappe aus den Sozialismus anzusteuern. Damit wird die Schaffung eines neuen sozialistischen Lagers, das diese Länder einschließt, zukünftig objektiv leichter, schneller und effektiver, dynamisiert den Siegeszug der Weltrevolution.
Zu den Faktoren, die eine strategische Zwischenetappe unumgänglich machen, gehören u.a.: Ein Vorherrschen vorkapitalistischer Produktionsweisen, während der kapitalistische Sektor noch schwach entwickelt ist; eine Klassenstruktur der Gesellschaft, in der sich das noch schwache Proletariat und die noch schwache Bourgeoisie nicht als Hauptklassen gegenüberstehen, sondern die vor allem durch den Widerspruch der breiten Massen der Landarbeiter, Pächter, armen und mittleren Bauern zur Klasse der feudalen Großgrundbesitzer und des Adels gekennzeichnet ist, wobei diese feudale Reaktion häufig mit dem Imperialismus verbündet ist; die Abhängigkeit des Landes vom Imperialismus, die so stark sein kann, dass von einem kolonialen bzw. neo-kolonialen Status des Landes gesprochen werden kann; die Tatsache, dass Kräfte wie ZB. die nationale Bourgeoisie noch den entscheidenden Einfluss auf die breiten Massen ausüben, die zwar mehr oder weniger konsequent für die Befreiung ihres Landes vom Imperialismus oder der feudalen Rückständigkeit sind, den Schritt zum Sozialismus aber nicht akzeptieren und bekämpfen.
Es gibt Bedingungen der Revolution - ZB die faschistische Besetzung Albaniens - , wo die inneren sozialen Widersprüche vorübergehend in den Hintergrund geraten durch die Widersprüche des Volkes zur blutigen Fremdherrschaft, wo das albanische Volk gegen die Besatzer und ihre Quislinge für ihre Freiheit, Unabhängigkeit, Souveränität und Selbstbestimmung kämpfen musste. Es ist die schöpferische Anwendung der permanenten Revolution von der Etappe des antifaschistischen Nationalen Befreiungskampfes und seine Verwandlung in einen Volksrevolution, der Übergang von der demokratischen und anti-imperialistischen Revolution in die sozialistische Revolution. Enver Hoxha wendete sich damals gegen die falschen Ansichten, wonach nicht der Nationale Befreiungskampf organisiert, sondern direkt die sozialistische Revolution, und zwar nachdem das albanische Proletariat durch den Faschismus bewirkte kapitalistische Bedingungen vorfinden würde. Die albanischen Kommunisten entwickelten aber eine Generallinie der Volksdemokratie im befreiten Albanien. Die Partei, die bis zum Schluss treu an der Linie des Nationalen Befreiungskampfes festhielt, verstand es, immer mehr ihren sozialen Inhalt auszudehnen, wodurch der Kampf allmählich den Charakter einer Volksrevolution annahm, die den Boden für die Errichtung der Diktatur des Proletariats gleich nach der Befreiung vorbereitete. Wohlgemerkt war die Bourgeoisie in Albanien sehr schwach, gab es damals nicht einmal eine bürgerliche Partei, während sich heute in Albanien eine neue Bourgeoisie der Restauration des Kapitalismus mit Unterstützung des Imperialismus herausgebildet hat, deren Diktatur nur durch die bewaffnete, sozialistische Revolution wieder beseitigt werden kann. Diese Bedingungen des heutigen Albaniens sind aber auf die Bedingungen des Kosova nicht übertragbar, obwohl die albanische Bourgeoisie dort eine aktive konterrevolutionäre Rolle spielt und die sich gegenseitig bedingenden Ereignisse fließend sind und nicht voneinander getrennt werden können. Das macht es notwendig, dass sich auf der Grundlage der Lehren Enver Hoxhas, des Stützens auf die eigenen Kräfte und der Revolution im eigenen Land ( Unterstützung der UCK), die Errichtung eines eigenen demokratischen Staates (ZB die internationale Anerkennung der selbständigen Republik Kosova), auch gleichzeitig gemeinsame Formen der Befreiung und brüderliche Zusammenarbeit aller Albaner herausbilden - d.h. die Vereinigung der revolutionären albanischen Kräfte innerhalb und außerhalb Albaniens-, eine Generallinie des albanischen Proletariats innerhalb und außerhalb Albaniens und seines Bündnisses mit den Bauern und übrigen Werktätigen gegen die albanische Bourgeoisie und die benachbarten Bourgeoisien und deren imperialistischen und sozialimperialistischen Verbündeten. Diese revolutionäre albanische Einheitsfront ist bereits Wirklichkeit geworden, wächst und erstarkt und entwickelt auch ihren internationalistischen Charakter, ihre internationale revolutionäre Unterstützung, deren Bestandteil auch die Losung der Komintern/ML ist: »Rote Interbrigaden in den Kosova!«. Das ist eine Triebkraft, eine Ermunterung und Hilfe für alle anderen Völker, die unter ähnlichen Bedingungen kämpfen. Im Kampf sowohl gegen die opportunistischen Ansichten der zirklerischen Elemente, die die Volksrevolution auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben wollen, als auch gegen die »trotzkistisch-extremistischen« Formen der anderen Elemente muss die Linie des Befreiungskampfes der Mobilisierung und Organisierung des ganzen Volkes dienen, um im Feuer des Kampfes für Freiheit, Einheit und Unabhängigkeit die Fundamente einer neuen Volksmacht zu legen, den allgemeinen bewaffneten Aufstand zu organisieren und die nationale Befreiungsarmee zu schaffen, den Kampf für nationale Freiheit, Einheit und Unabhängigkeit richtig mit dem Kampf für die soziale Befreiung von jeder Art Ausbeutung und Unterdrückung zu verbinden. Erst durch die Anwendung dieser marxistisch-leninistischen Linie ist die endgültige nationale Befreiung, die Errichtung der Diktatur des Proletariats, die allmähliche Umwandlung in ein sozialistisches Land und das erfolgreiche Überspringen der Etappe des entwickelten Kapitalismus möglich.
5. Die Komintern/ML muss mit den Sektionen darum kämpfen, die Führung in der nationalen, demokratischen und anti-imperialistischen Befreiungsrevolution zu gewinnen, um diese Revolution so zu leiten, dass sie möglichst schnell in die sozialistische Revolution übergeht. Richtet sich die Befreiungsbewegung gegen sozialfaschistische Staaten, dann ist es besonders wichtig, dass die Befreiungsbewegung nicht den Sozialismus bekämpft, sondern den Kapitalismus, der sich ein sozialistisches Gewand umgehängt hat, um die Kämpfer der Befreiungsbewegung zu täuschen und sie im Namen des »Sozialismus« zu töten. Es ist auch strategisch notwendig, dass die Komintern/ML den internationalen Revisionismus daran hindert, dem sozialfaschistischen Staat zur Hilfe zu eilen, um die Befreiungsrevolution mit oder ohne direkte Hilfe des Welt-Imperialismus niederzuschlagen. Die Komintern/ML geht davon aus, dass die sozialfaschistischen Länder früher oder später offen ins Lager des Weltimperialismus wechseln, wenn dies die Befreiungsbewegungen nicht verhindern und die historische Stunde für die sozialistische Revolution nicht nutzen bzw. nicht nutzen können. Deswegen muss die Komintern/ML die patriotischen, anti-imperialistischen, anti-sozialimperialistischen und nationalen Befreiungskämpfe auch in denjenigen Fällen unterstützen, wenn sie noch nicht unter der Führung des Proletariats und seiner Partei stehen und ein sehr schneller Übergang zur sozialistischen Revolution deshalb noch nicht in Sicht ist.
»Der Imperialismus ist die Epoche der fortschreitenden Unterdrückung der Nationen der ganzen Welt durch eine Handvoll ´Groß`mächte. Und darum ist der Kampf für die internationale, sozialistische Revolution gegen den Imperialismus unmöglich ohne Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen, ohne die Vereinigung des Kampfes der Proletarier in den unterdrückenden Ländern mit dem nationalen Befreiungskampf in den unterdrückten Ländern. Ein Volk, das andere unterdrückt, kann sich nicht selbst emanzipieren (Marx,Engels). Ein Proletariat, das sich auch nur mit dem kleinsten `Gewaltakt` `seiner` Nation gegen andere Nationen abfindet, kann nicht sozialistisch sein« (Lenin, Bd. 21, Seite 318, dt. Ausgabe).
6. Imperialismus und Sozialimperialismus haben sich vollständig und endgültig in ein weltweit vernetztes System der finanziellen, ökonomischen, politischen und militärischen Versklavung, der neo-kolonialistischen Unterdrückung der gesamten Welt verwandelt, wodurch der revolutionäre Kampf zur Sprengung der Ketten dieses weltweit organisierten versklavenden Systems zwangsläufig internationalistischen Charakter angenommen hat. Die Bewegung der revolutionären Klassen und die nationalen Befreiungskämpfe der verschiedenen Völker entfalten sich erfolgreich, wenn sie sich zu einem einzigen Strom vereinigen, zu einer anti-imperialistischen und anti-sozialimperialistischen Einheitsfront.
Genosse Enver Hoxha hat unterstrichen, »dass in der gegenwärtigen Situation und in der Zukunft eine Reihe schwacher Glieder der Kette des Weltkapitalismus existieren bzw. existieren werden, wo die Revolutionäre und die Völker eine ununterbrochene Tätigkeit, einen organisierten, mutigen und unbeugsamen Kampf führen müssen, um diese Kettenglieder eines nach dem anderen zu zerbrechen.« (Imperialismus und Revolution, dt. Ausgabe; Seite 79).
7. Im Interesse der Entfaltung der proletarischen Revolution und der Befreiung der Völker vom Imperialismus muss die Komintern/ML und ihre Sektionen die Befreiungsbewegung der unterdrückten und in Abhängigkeit gehaltenen und ruinierten Nationen unterstützen.
»Die Geschichte der Revolution in mehr als hundert Jahren hat uns gezeigt, dass die Bourgeoisie, geht es um ihren Klassenprofit, ihr Heimatland verkauft und sich mit jeder beliebigen ausländischen Macht in Schachergeschäfte gegen ihr eigenes Volk einlässt. Das ist das Gesetz der Klasseninteressen, der Klassenpolitik der Bourgeoisie zu allen Zeiten und in allen Ländern« (Lenin, Bd. 28, Seite 11, dt. Ausgabe).
Die Kraft ihrer Herrschaft erhält die Bourgeoisie in jedem Land durch die Unterstützung der Weltbourgeoisie. In welchem Land auch immer: die Bourgeoisie kann ihrer Herrschaft nirgends mehr sicher sein, ohne die Unterstützung der Weltbourgeoisie. Eben daraus erklärt sich unsere Strategie, dieses Band der Unterstützung von beiden Seiten zu schwächen und zu kappen!
Wir müssen daher erreichen, eine weltweite Einheitsfront zwischen der proletarischen Revolution und der revolutionären Befreiungsbewegung in den unterdrückten Ländern herzustellen, sowohl in ideologischer, politischer, organisatorischer, materieller als auch vor allem in militärischer Hinsicht. Hierfür muss unbedingt eine solidarische Massenbewegung aufgebaut werden, muss man sich auf die Massen stützen, sonst bleibt dies ein sektiererischer Akt, der zum Scheitern verurteilt ist. Ohne Beteiligung der Massen endet jeder bewaffnete Kampf auf die Dauer mit einer Niederlage und ist nicht revolutionär. Erst der Griff der Massen zum Gewehr schafft den Sozialismus her. Den bewaffneten Kampf verstreichen lassen unter günstigen Bedingungen, das ist die Sünde der rechten Abweichung von den Lehren des bewaffneten Aufstands. Den Aufstand ausrufen ohne Voraussetzung der objektiven und subjektiven Faktoren ist »linkes«, Abenteurertum, Putschismus.
8. Für die Komintern/ML und ihre Sektionen sind die marxistisch-leninistische Theorie von der gewaltsamen proletarischen Revolution als allgemeingültiges Gesetz für den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus unverzichtbar, aber auch im nationalen Befreiungskampf ist die bewaffnete Kriegsführung unverzichtbar. Sie ist auf die internationalen Bedingungen im Allgemeinen und auf die konkreten Bedingungen in den einzelnen Ländern richtig anzuwenden und zwar in dialektischer Weise. Tendenz ist der zunehmende internationale Charakter des bewaffneten Kampfes, was zu strategischen Konsequenzen führen muss, sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht. Dies gebietet allein schon die Notwendigkeit, der zunehmend international vorgehenden Konterrevolution auch entsprechend international organisiert zu begegnen und die militärischen Interventionen des Weltimperialismus in einen bewaffneten Bürgerkrieg zur sozialen und nationalen Befreiung zu verwandeln.
»Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt, Waffenkenntnis zu gewinnen, in Waffen geübt zu werden, Waffen zu besitzen, eine solche unterdrückte Klasse ist nur wert, unterdrückt, misshandelt und als Sklave behandelt zu werden« (Lenin, Bd. 23, Seite 75, »Das Militärprogramm der proletarischen Revolution«).
Stalin hat den Leninismus als Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution bezeichnet nicht nur im nationalen Maßstab, sondern auch als proletarische Weltrevolution, die mit der Oktoberrevolution begann. Durch die Restauration des Kapitalismus in den revisionistischen Ländern wird das Gesetz der gewaltsamen proletarischen Revolution nicht aufgehoben. Die Erfahrung der Weltgeschichte zeigt, dass die anti-sozialistische Konterrevolution dem alten Ausbeutersystem das Leben zwar noch etwas verlängern kann, aber der Vormarsch der Weltrevolution dadurch letztlich nur noch mehr beschleunigt wird. Es ist daher die Aufgabe der Komintern/ML und ihrer Sektionen, die Proletarier und Werktätigen aller Länder, die Völker dazu aufzurufen, sich für die neue Welt, für ihre Welt, für die sozialistische Welt revolutionär zu erheben. Der einheitliche Entwicklungsprozess der Weltrevolution bedingt eine Globalstrategie. Diese steht mit der Situation in den einzelnen Ländern nicht im Widerspruch. Im Gegenteil, sie eröffnet den revolutionären Bewegungen im nationalen Maßstab neue Horizonte, orientieren sie internationalistisch, lassen sie zu einer starken Vereinigung einer weltweiten Einheitsfront heranwachsen, die ihnen den Sieg näher bringt.
Das Weltproletariat und die Komintern/ML mit ihren Sektionen können ihre baldige, zukünftige Weltmacht nicht erringen, geschweige denn den Weltsozialismus sichern, ohne die gewaltsame Vernichtung der bürgerlichen Weltmacht, ohne die Zerschlagung der bürgerlichen Staatsmaschinerie nicht nur in den einzelnen Ländern, sondern eben auch die internationale Staatsmaschinerie des Weltimperialismus und ohne ihre Ersetzung durch neue Organe der Diktatur des Proletariats in den einzelnen Ländern und Organe der weltproletarischen Macht, die vor allem Werkzeug zur Niederhaltung der Ausbeuter und Unterdrücker auf der ganzen Welt sind.
Der revolutionäre Weltprozess vollzieht sich zunehmend als einheitlicher Gesamtprozess. Das heisst, dass die revolutionäre Bewegung in jedem einzelnen Land niemals getrennt und voneinander isoliert gesehen werden darf. Diese Erkenntnis ist heute für die weltrevolutionäre Strategie der Komintern/ML und ihre Sektionen von außerordentlich wichtiger und ausschlaggebender Bedeutung. Tritt der Feind international auf - und das tut er immer intensiver -, dann muss er von den Proletariern aller Länder auch letztendlich international geschlagen werden. Der Kampf der Proletarier, der im nationalen Rahmen gegen die Bourgeoisie begonnen hat, erweitert sich daher zwangsläufig zum gemeinsamen Kampf aller Proletarier gegen das internationale Kapital, weil alle den internationalen Charakter der Herrschaft der Bourgeoisie zu spüren bekommen. Wer heute also die Arbeiterklasse zur nationalen und sozialen Befreiung führen will, tritt heute nicht mehr in erster Linie gegen das inländische, sondern in erster Linie gegen das ausländische, das internationale Kapital auf. Da es heute auf der Welt kein Land gibt, wo das anders ist, muss der Kampf gegen dieses internationale Kapital auch von den Proletariern aller Länder mit internationalen Kampfmitteln geführt werden, treten die Proletarier aller Länder als geschlossene Klasse des Weltproletariats auf., erhält die Komintern/ML eine entsprechend definierte Aufgabe der Strategie und Taktik, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. Die Revolution in jedem Land ist am Ende der Epoche des Imperialismus zu einem viel wichtigeren Bestandteil der proletarischen revolutionären Weltbewegung geworden, als noch in der Anfangsperiode des Imperialismus, also zu Zeiten Lenins. Als Glieder einer einzigen, einheitlichen Kette des revolutionären Weltprozesses haben die revolutionären Bewegungen der verschiedenen Charaktere und Typen ihre Wurzeln und Ursachen in der maximalen Zuspitzung sämtlicher Widersprüche, die das verfaulende imperialistisch-revisionistische System heutzutage zersetzen, und in der allseitigen Existenzkrise dieses Systems. Das Ungleichgewicht der ökonomischen und politischen Entwicklung der einzelnen kapitalistischen Länder hat das gesamte weltimperialistische System viel instabiler gemacht und geschwächt, ja im Höchstmaße bereits zersetzt. Dadurch spielt das Weltproletariat eine immer wichtigere Rolle im revolutionären Weltprozess. Obwohl der gesellschaftliche, ökonomische und politische Entwicklungsgrad der Länder, die in den revolutionären Weltprozess hineingezogen werden, immer unterschiedlicher wird, und obwohl infolgedessen auch der Charakter und die Aufgaben, die die Revolution und die nationale Befreiungsbewegung lösen müssen, in einzelnen Regionen und Ländern der Welt verschieden sind, ist es doch der gemeinsame Feind, der durch sein internationales, konterrevolutionäres Auftreten die revolutionären Kräfte ebenfalls international zu einer Einheit zusammenschließt. Nur wenn die Solidarität der Arbeiter aller Länder auf eine einheitliche, marxistisch-leninistische Grundlage gestellt wird, wenn die revolutionäre Umwälzung in der Welt solidarisch verläuft, kann das Endziel der Weltrevolution erreicht werden. Das lehrt die Pariser Kommune, das lehrt die Oktoberrevolution. Stalin schrieb: » Wenn die internationale Revolution in Bewegung kommen wird, ist schwer zu sagen, aber wenn sie in Bewegung kommt, wird dies von entscheidender Bedeutung sein.« (Stalin Werke, dt. Ausgabe, Bd. 7, Seite 19)
Eine wichtige Voraussetzung, damit sie überhaupt in Bewegung kommen kann, ist es, dieser Bewegung auch einen Generalstab zu geben, der die einzelnen Organisationen dieser Bewegung leitet und führt, muss der Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen vorangetrieben werden.
Um die Weltrevolution zum Sieg zu führen, muss eine gemeinsame Front der revolutionären Bewegung in allen Ländern gebildet werden, weil die einzelnen nationalen Fronten des Kapitals durch eine gemeinsame Kette des Weltimperialismus verbunden sind. Deswegen muss die proletarische Revolution in erster Linie als Ergebnis des Ausbruchs der Widersprüche innerhalb des Systems des Weltimperialismus gesehen werden, als das Ergebnis des Brechens der Kette der weltimperialistischen Front in diesen oder jenen Ländern. Der Sieg des Sozialismus in einem Land ist die Voraussetzung für den Sieg der Revolution in anderen Ländern. Davon leitet sich zum Beispiel die Strategie und Taktik der Proletarier Europas ab. Ihr Kampf richtet sich nicht mehr allein gegen den Imperialismus im eigenen Land, sondern zugleich gegen den europäischen Imperialismus, denn genauso wie die Bourgeoisie der einzelnen europäischen Länder um die einzelne Vorherrschaft in Europa kämpft, kämpfen sie gleichzeitig alle gemeinsam um die Vorherrschaft in der Welt. In diesem Kampf gibt es weder ein Paktieren mit dem europäischen Imperialismus gegenüber einen anderen Imperialismus - beispielsweise den US-Imperialismus - , noch ein Paktieren mit dem einen gegen den anderen europäischen Imperialismus. Tritt das europäische Kapital gegen das europäische Proletariat auf, müssen die Proletarier aller euopäischen Länder nicht nur in einer Einheitsfront auftreten, sondern sich zu einer europäischen Proletarierklasse verschmelzen, denn heute kann das Proletariat eines europäischen Landes nur noch schwerlich im Alleingang mit der eigenen Bourgeoisie fertig werden, ohne dass es verschmolzen mit dem europäischen Proletariat mit der europäischen Bourgeoisie fertig geworden ist.
9. Proletarischer Internationalismus und bürgerlicher Nationalismus sind die beiden unvereinbaren und gegeneinander kämpfenden Weltanschauungen des Proletariats und der Bourgeoisie über die Lösung der nationalen Frage. Der Nationalismus ist der proletarischen Ideologie wesensfremd. Er sät Zwietracht in die Reihen der Werktätigen der verschiedenen Länder. Der proletarische Internationalismus geht hingegen aus von den internationalen Interessen der einzelnen Abteilungen der Arbeiterklasse. Insofern weist der proletarische Internationalismus den Weg zur Annäherung, Vereinigung und Solidarität, zum gegenseitigen Beistand der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen, schließlich zur Überwindung der Klassenunterschiede, bis hin zur Verschmelzung in einer klassenlosen Weltgemeinschaft der Menschheit, bis hin zum Absterben der sozialistischen Nationen auf der Grundlage der vollständigen Beseitigung der bürgerlichen Nationen im Weltmaßstab- nicht die Beseitigung des Nationalen, sondern des Bürgerlichen. Der proletarische Internationalismus leugnet jedoch nicht die nationalen Unterschiede, er schließt die nationalen Besonderheiten nicht aus, er wendet sich daher gegen jeden nationalen Nihilismus und Kosmopolitismus, die die Existenz von nationalen Eigenschaften verneint und nationale Differenzen ignoriert. Eine Weltanschauung - aber - , welche die nationalen Formen und Verhältnisse ignoriert, sich von den realen Gegebenheiten der jeweiligen Nation loslöst, verletzt die nationalen Gefühle und regt nationalistische Einstellungen an. Deswegen wenden sich die Komintern/ML und ihre Sektionen gleichermaßen sowohl gegen den Nationalismus als auch gegen den nationalen Nihilismus. Die nationalen Formen des proletarischen Klassenkampfes und der Arbeiterbewegung der einzelnen Länder widersprechen nicht dem proletarischen Internationalismus, im Gegenteil, gerade in diesen Formen kann man auch die internationalen Interessen des Proletariats erfolgreich verteidigen. Klara Zetkin formulierte, »dass der proletarische Internationalismus die höchste, klassische Ausdrucksform des bewussten proletarischen Nationalismus ist« (Klara Zetkin, Bd. II, Seite 661, dt. Ausgabe). Die Revisionisten haben dieses Zitat gern zur Rechtfertigung ihres nationalen Marxismus benutzt, um ihn ins Licht des proletarischen Internationalismus zu rücken. Lenin warnte davor, aus dem Nationalismus einen Fetisch zu machen. Er hat den Begriff Nationalismus zu Recht - vor allem im Zusammenhang mit der Bourgeoisie verwendet, aber von einem »proletarischen Nationalismus« hat er selbst im notwendigen Kampf des Proletariats gegen den nationalen Nihilismus nirgends gesprochen. Wir streichen stets die Klasse des Proletariats als eine im Wesen internationale und NICHT nationale Klasse heraus und stellen daher die Vereinigung und Verschmelzung der Arbeiter aller Nationen in international einheitliche proletarische Organisationen in den Vordergrund ebenso wie ihre internationalen Aufgaben und Ziele. Aus diesem Grund werden wir die Arbeiter vor solchen nationalistischen Losungen warnen, ganz besonders, wenn sie mit einem »proletarische« Wertsiegel versehen werden (und nach Kautsky`s Handschrift aussieht). Ebenso lehnen wir den sogenannten »Nationalbolschewismus« ab, der faschistischen Charakter trägt, und dem internationalen Wesen des Bolschewismus als Feind gegenübersteht. Was den Nationalsozialismus anbelangt, darf man seine Wiedergeburt in aufpolierter Form nicht unterschätzen oder ihn gar als historisch erledigt abtun.
Bei der Festlegung der Strategie zur Lösung der nationalen Frage im Weltmaßstab gehen die Komintern/ML und ihre Sektionen von dem Grundsatz aus, dass die nationale Frage ein Teil der allgemeinen Frage der Entwicklung der Revolution ist, dass die nationale Frage in den verschiedenen Etappen der Revolution verschiedene Aufgaben hat, die dem Charakter der Revolution in jedem gegebenen historischen Augenblick entsprechen, und dass sich demgemäß auch die Strategie der Komintern/ML und ihrer Sektionen in der nationalen Frage ändert, weil sie sich den verändernden Bedingungen anpassen muss. Die aus dem 1. Weltimperialistischen Krieg hervorgegangene Oktoberrevolution verschmolz die Lösung der nationale und kolonialen Frage mit der Frage der sozialistischen Weltrevolution. Die nationale und neo-koloniale Frage kann nur durch die internationale Klassenfrage, durch den revolutionären internationalen Befreiungskampf, durch den Sozialismus, letztendlich nur durch die Weltrevolution gelöst werden. Die Komintern/ML und ihre Sektionen schaffen und verstärken zu diesem Zweck die notwendigen, freundschaftlichen und revolutionären Verbindungen zwischen allen Arbeitern und Werktätigen der hochindustrialisierten kapitalistischen Länder und allen Arbeitern und Werktätigen der Länder des Kolonialismus und Neo-Kolonialismus, um den Weltimperialismus durch gemeinsame Anstrengungen zu besiegen. Die Proletarier und Werktätigen aller Länder leisten ihren gemeinsamen,solidarischen Beitrag für die gegenseitige Hilfe der Befreiung durch die Weltrevolution. Vor allem ist es dringend notwendig, dass den Proletariern und Werktätigen in den kolonialen und neo-kolonialen Ländern bei ihrer Befreiung vom Imperialismus und Sozialimperialismus geholfen wird und der konterrevolutionäre Einfluss der imperialistischen und sozialimperialistischen Arbeiteraristokratie auf ein Minimum gedrückt wird. Auf der anderen Seite muss gleichzeitig der Einfluss der Lakaien der Imperialisten in deren Hinterland, den reaktionären Klassen in den kolonialen und neo-kolonialen Ländern, der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Die Schwächung des imperialistischen Hinterlandes und die Befreiung von den Quislingen stärkt dort die Proletarier und Werktätigen in ihrem Unabhängigkeitskampf und in ihrem Kampf für das Selbstbestimmungsrecht, erleichtert ihnen das Ziel, sich gegenüber der eigenen Bourgeoisie zu behaupten und sich durchzusetzen, bringt ihnen den Sozialismus einen Schritt näher, und hilft letztlich auch der proletarischen Revolution in den Metropolen des Imperialismus und Sozialimperialismus. Die Unterstützung der nationalen Befreiungsbewegungen ist sogar Voraussetzung für den Sieg der proletarischen Revolution in den Metropolen und Gradmesser für das internationalistische Bewusstsein der Arbeiter und Werktätigen aus den unterdrückenden Ländern. In dem Maße wie der Weltimperialismus mit Hilfe internationaler militärischer Interventionen die Befreiungsbewegungen bekämpft, in dem Maße ( und mindestens in dem Maße!) muss es auch gelingen, dass das Weltproletariat und insbesondere die Proletarier in den Metropolen mit internationaler Hilfe systematisch, organisiert und bewaffnet gegen diese Interventionen vorgeht, die Verbindungen des militärischen Nachschubs der Imperialisten und Sozialimperialisten stoppt, sabotiert usw. Wie sonst sollen es die Proletarier und Werktätigen der unterdrückten Länder schaffen, sich gegen einen übermächtigen Gegner auf Dauer zu behaupten, wenn nicht durch die Unterstützung seiner Verbündeten in der ganzen Welt? Die Völker der Welt können nicht frei sein, solange noch irgendein Volk unterdrückt und ausgebeutet wird. Die Kommunistische Internationale erkämpft das Menschenrecht aller Völker der Welt. Die Komintern/ML und ihre Sektionen vertreten also den Standpunkt, dass der Sturz der Macht des Kapitals und die Organisierung der Diktatur des Proletariats, die Vertreibung der imperialistischen und sozialimperialistischen Truppen aus den neokolonialen und abhängigen Ländern sowie die Sicherung des Rechts auf Lostrennen und Bildung von eigenen nationalen Staaten für diese Länder, die Überwindung der nationalen Feindschaft und des Nationalismus und Rassismus und Ausländerhasses, sowie die Festigung der internationalen Verbindungen zwischen den Völkern, die Organisierung einer einheitlichen sozialistischen Volkswirtschaft und die Herstellung einer brüderlichen Zusammenarbeit der Völker auf dieser Grundlage - dass dies die beste Lösung der nationalen und neokolonialen Frage für die Perspektive des Weltsozialismus ist:
»Vom Standpunkt des Weltkampfes des Proletariats aus sind die wichtigsten strategischen Aufgaben der Kommunistischen Internationale die Aufgaben des revolutionären Kampfes in den Kolonien, Halbkolonien und abhängigen Ländern. Dieser Kampf hat die Sammlung der breitesten Massen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft der Kolonien unter der Fahne der Revolution zur Voraussetzung, die nur durch die engste brüderliche Zusammenarbeit des Proletariats der unterdrückenden Nationen mit den werktätigen Massen der unterdrückten Völker erreicht werden kann. Indem die Kommunistische Internationale unter der Fahne der proletarischen Diktatur in den Ländern der sogenannten ´zivilisierten´ Mächte die Revolution gegen den Imperialismus organisiert, unterstützt sie zugleich jede Bewegung gegen die imperialistische Vergewaltigung in den Kolonien, Halbkolonien und abhängigen Ländern (z.B. in Lateinamerika); sie entfaltet eine rege Propaganda gegen jede Art von Chauvinismus und imperialistischer Misshandlung der großen und kleinen geknechteten Völker und Rassen (Stellung zu den Schwarzen, den asiatischen Arbeitern, Antisemitismus usw.) und unterstützt deren Kampf gegen die Bourgeoisie der unterdrückenden Nation...
In den imperialistischen Ländern müssen die kommunistischen Parteien den revolutionären Freiheitsbewegungen der Kolonien und den Bewegungen der unterdrückten Völker überhaupt systematisch Hilfe leisten. In erster Linie ist die aktivste Hilfe Pflicht der Arbeiter jenes Landes, von dem die unterdrückte Nation in finanzieller, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht abhängig ist. Die Kommunistischen Parteien müssen offen das Recht auf Lostrennung der Kolonien anerkennen und dafür Propaganda treiben, d.h. Propaganda für die Unabhängigkeit der Kolonien vom imperialistischen Staat. Sie müssen das Recht der Kolonien auf bewaffnete Abwehr des Imperialismus (d.h. auf Aufstand und revolutionären Krieg) anerkennen, diese Abwehr propagieren und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln aktiv unterstützen. Die gleiche Politik müssen die Kommunistischen Parteien all unterdrückten Völkern gegenüber verfolgen.
In den kolonialen und halbkolonialen Ländern selbst müssen die Kommunistischen Parteien einen kühnen und konsequenten Kampf gegen den ausländischen Imperialismus führen und dabei unablässig für die Idee der Annäherung an das Proletariat der imperialistischen Länder und des Bündnisses mit ihm werben; sie müssen die Losung der Agrarrevolution offen aufstellen, propagieren und in die Tat umsetzen, um so die breiten Massen der Bauern aufzurufen, das feudale Joch von sich zu werfen; sie müssen dem reaktionären mittelalterlichen Einfluss der Geistlichkeit, der Mission usw. den Krieg erklären. Die Hauptgefahr ist hier die selbständige Organisierung der Arbeiter und Bauern (in der kommunistischen Klassenpartei des Proletariats, den Gewerkschaften, Bauernbünden, Bauernkomitees und im Fall revolutionärer Situationen in den Räten) und ihre Befreiung von dem Einfluss der nationalen Bourgeoisie. Zeitweilige Abkommen mit der nationalen Bourgeoisie sind nur insofern zulässig, als diese den revolutionären Zusammenschluss der Arbeiter und Bauern nicht behindert und wirklich den Imperialismus bekämpft« (Programm der Kommunistischen Internationale, Abschnitt VI, Kap. 2.).
Zur internationalistischen Erziehung des Weltproletariats lehrt Lenin folgendes:
a) »Der Schwerpunkt der internationalistischen Erziehung der Arbeiter in den unterdrückenden Ländern muss unbedingt darin liegen, dass sie die Freiheit der Lostrennung der unterdrückten Länder propagieren und verfechten. Ohne das gibt es keinen Internationalismus. Wir haben das Recht und die Pflicht, jeden Sozialdemokraten einer unterdrückenden Nation, der keine solche Propaganda treibt, als Imperialisten und Schurken zu behandeln. Das ist eine unbedingte Forderung, selbst wenn der Fall der Lostrennung vor der Errichtung des Sozialismus nur in einem von tausend Fällen möglich und `durchführbar` wäre.
Wir sind verpflichtet, die Arbeiter zur `Gleichgültigkeit`den nationalen Unterschieden gegenüber zu erziehen. Das ist unbestreitbar. Aber nicht zur Gleichgültigkeit von Annexionisten. Dem Angehörigen einer unterdrückenden Nation muss es `gleichgültig` sein, ob die kleinen Nationen seinem Staat oder dem Nachbarstaat oder sich selbst angehören, je nach ihren Sympathien: ohne diese `Gleichgültigkeit` ist er kein Sozialdemokrat. Um ein internationalistischer Sozialdemokrat zu sein, darf man nicht nur an seine eigene Nation denken, sondern muss höher als sie die Interessen aller Nationen, ihre allgemeine Freiheit und Gleichberechtigung stellen. In der `Theorie` sind alle damit einverstanden, in der Praxis jedoch zeigt man gerade eine annexionistische Gleichgültigkeit. Das ist die Wurzel des Übels.
b) Umgekehrt muss der Sozialdemokrat einer kleinen Nation den Schwerpunkt seiner Agitation auf das zweite Wort unserer allgemeinen Formel legen: `freiwillige Vereinigung` der Nationen. Er kann, ohne seine Pflichten als Internationalist zu verletzen, sowohl für die politische Unabhängigkeit seiner Nation als auch für ihren Anschluss an den Nachbarstaat X, Y, Z usw. sein. In allen Fällen aber muss er gegen die kleinnationale Beschränktheit, Abgeschlossenheit und Isolation kämpfen, für die Berücksichtigung des Ganzen und Allgemeinen, für die Unterordnung der Interessen des Teils unter die Interessen der Gesamtheit.
Leute, die sich nicht in diese Frage hineingedacht haben, finden es `widerspruchsvoll` , wenn die Sozialdemokraten der unterdrückenden Nationen auf der `Freiheit der Lostrennung` beharren, die Sozialdemokraten der unterdrückten Nationen dagegen auf der `Freiheit der Vereinigung`. Etwas Überlegung zeigt jedoch, dass es einen anderen Weg zum Internationalismus und zur Verschmelzung der Nationen, einen anderen Weg aus der gegebenen Lage zu diesem Ziel nicht gibt und nicht geben kann.« (Lenin, Band 22, Seite 354-355, dt. Ausgabe).
Die Frage der nationalen Befreiungsbewegungen wird strategisch entschieden durch die Verknüpfung mit der Strategie des revolutionären Sturzes der imperialistischen Länder im Rahmen der Gesamtstrategie der Zerschlagung des Weltimperialismus durch die Weltrevolution.
»Die Ära der ungestörten Ausbeutung der Kolonien und abhängigen Länder ist vorbei. Angebrochen ist die Ära der nationalen Befreiungsbewegungen in den Kolonien, die Ära des Erwachens des Proletariats dieser Länder, die Ära seiner Hegemonie... Das Proletariat kann sich nicht befreien, ohne die vom Imperialismus unterdrückten Völker zu befreien. Einheitsfront der proletarischen Revolutionen in den Mutterländern und der kolonialen Revolutionen in den abhängigen Ländern« (Stalin, Band 10, Seite 147, »Der internationale Charakter der Oktoberrevolution«, dt. Ausgabe).
Der Sieg der Revolution setzt das Vorhandensein einer revolutionären Situation voraus.
Lenins wissenschaftliche Definition der revolutionären Situation wird durch drei Grundmerkmale charakterisiert:
»1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten; die eine oder andere Krise der `oberen Schichten`, eine Krise der Politik der herrschenden Klasse, die einen Riss entstehen lässt, durch den sich die Unzufriedenheit und Empörung der unterdrückten Klassen Bahn bricht. Damit es zur Revolution kommt, genügt es in der Regel nicht, dass die `unteren Schichten` in der alten Weise `nicht leben wollen`, es ist noch erforderlich, dass die òberen Schichten` in der alten Weise `nicht leben können`.
2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus.
3. Infolge der erwähnten Ursachen steigert sich erheblich die Aktivität der Massen, die sich in der `friedlichen` Epoche ruhig ausplündern lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze Krisensituation als auch durch die `oberen Schichten` selbst zu selbständigem historischen Handeln gedrängt werden« (Lenin, »Der Zusammenbruch der II. Internationale, in: Bd. 21, Seite 231, dt. Ausgabe).
»Wenn einerseits die wirtschaftliche Lage der Massen unerträglich geworden ist und andererseits auch unter den kleinen Minderheiten der almmächtigen Siegerländer der Zerfall begonnen hat und immer weiter fortschreitet (...), dann sehen wir deutlich, dass die beiden Bedingungen für die Weltrevolution heranreifen« (Lenin, Bd. 31, Seite 213, dt. Ausgabe).
» Die entscheidende Schlacht - sagt Lenin - kann als völlig herangereift betrachtet werden, wenn » alle uns feindlichen Klassenkräfte genügend in Verwirrung geraten sind, genügend miteinander in Fehde liegen, sich durch den Kampf, der ihre Kräfte übersteigt, genügend geschwächt haben«, wenn »alle schwankenden, unsicheren, unbeständigen Zwischengruppen, d.h. das Kleinbürgertum, die kleinbürgerliche Demokratie zum Unterschied von der Bourgeoisie, sich vor dem Volke genügend entlarvt haben, durch ihren Bankrott in der Praxis genügend bloßgestellt sind«, wenn »im Proletariat die Stimmung der Massen zugunsten der Unterstützung der entschiedensten, grenzenlos kühnen revolutionären Aktionen gegen die Bourgeoisie begonnen hat und immer mächtiger ansteigt. Ist das der Fall, dann ist die Zeit reif für die Revolution, dann ist unser Sieg - wenn wir alle obenerwähnten... Bedingungen richtig eingeschätzt und den Augenblick richtig gewählt haben- dann ist uns der Sieg sicher« (Lenin, Sämtliche Werke, Bd. XXV, S. 283, russ. Ausgabe).
Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen auf internationaler wie auf nationaler Ebene alle idealistischen und subjektivistischen Auffassungen in dieser Frage und das »linke Abenteurertum« bekämpfen. Die Marxisten-Leninisten müssen aber auch gegen sie gerichtete, unberechtigten Vorwürfe des »Sektierertums« von Seiten der Neo-Sektierer zurückweisen, die das Leugnen revolutionärer Situationen hinter ihrem sogenannten »Kampf gegen das Sektierertum« verbergen und damit objektiv das Geschäft der imperialistischen Konterrevolution betreiben. Dies ist besonders dann notwendig, wenn diese Neo-Sektierer den Imperialismus einerseits überschätzen und die revolutionäre Situation unterschätzen und folglich einer tatsächlich revolutionären Bewegung angeblich »pro-imperialistischen« Charakter unterstellen.
Trotz revolutionärer Situation kommt die Revolution niemals von allein. Man muss den Sieg der Revolution erst einmal vorbereiten und erkämpfen, wie Stalin sagt:« Ihn vorbereiten und erobern kann aber nur eine starke proletarische revolutionäre Partei. Es gibt Momente, wo die Lage revolutionär, die Macht der Bourgeoisie bis auf den Grund erschüttert ist, der Sieg der Revolution aber trotzdem nicht kommt, weil keine revolutionäre Partei des Proletariats vorhanden ist, die genügend Stärke und Autorität besitzt, um die Massen zu führen und die Macht in ihre Hände zu nehmen.« (Stalin, Bericht auf dem 17. Parteitag der KPdSU, 1934)
Das ist heute die Situation und deswegen müssen wir schleunigst dafür sorgen, dass revolutionäre Parteien vorhanden sind, die sich durch den Aufbau der Komintern/ML zur genügenden Stärke und Autorität entwickeln können.
Schon seit langer Zeit ist aus der Periode des Sturms in der Arbeiterbewegung eine Periode der Sammlung der Kräfte eingetreten, eine Periode der Neuformierung und Ausbildung der proletarischen Armee wieder unter dem Banner des Kommunismus durch die Überwindung des Revisionismus. Mit der Arbeit zur Vorbereitung der Revolution muss auf neue Weise begonnen werden. Die Erfolge der Globalisierung des Kapitalismus kann nicht von Dauer sein. Es wachsen die weltweiten sozialen Gegensätze, hat diese Globalisierung unweigerlich das Anwachsen derjenigen Kräfte zur Folge, die den Kapitalismus schwächen und zersetzen, gilt es, diese Kräfte zu formieren und zu vereinigen unter dem Banner des Marxismus-Leninismus. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass mit der Zeit die für den Kapitalismus negativen, für die Revolution günstigen Tendenzen zwingend hervortreten müssen; denn der Imperialismus ist unfähig, die ihn zerfressenden Widersprüche zu lösen, denn er ist immer weniger fähig, sie zeitweise zu lindern, so dass sie doch wieder hervortreten und sich mit neuer, gewaltigerer, vernichtender Kraft entfalten.
Während in den allerersten Revolutionen das Proletariat dazu beigetragen hat, dass die Bourgeoisie ihre Herrschaft entfalten konnte also in der Zeit als die Aufteilung der Welt noch nicht beendet war, wurde hingegen mit dem ersten imperialistischen Krieg die bereits aufgeteilte Welt wieder neu verteilt. Die Auswirkungen des Ungleichgewichts der kapitalistischen Entwicklung in den verschiedenen Ländern brachte in dieser Form die Oktoberrevolution hervor.
Ein viel schlimmeres Schicksal ereilte den Imperialisten als der Kommunismus in Berlin einmarschierte und den zweiten Weltkrieg beendete, was ein gewaltiger Unterschied zum Frieden von Brest-Litowsk war. Wie teuer wird es dem Weltimperialismus, wenn er jetzt unweigerlich den nächsten imperialistischen Krieg vom Zaun brechen muss? Er wird sich das Genick brechen und dann war das sein letzter imperialistischer Krieg. Die Oktoberrevolution ging aus dem 1. Weltkrieg hervor, die albanische Volksrevolution ging aus dem 2. Weltkrieg hervor, was aus dem 3. Weltkrieg hervorgeht, können wir mit Sicherheit nicht sagen, aber er wird auf jeden Fall die Rückeroberung der Diktatur des Proletariats beschleunigen, denn bereits unsere Vorbereitungen zum Kampf gegen die Kriegsgefahr kann uns zu einer revolutionären Situation verhelfen, die wir auf jeden Fall nutzen müssen, schon allein um dem Weltgemetzel endlich einen Riegel vorzuschieben - und das können und müssen wir mit der Revolution verbinden. So muss man heute die Dinge im Balkan betrachten, durch die die Revolution wieder nach Europa getragen wurde. Der Wirt wird im Balkan nicht gehen, ohne seine Rechnung bezahlt zu haben!
11. Wie die Geschichte gezeigt hat, kann der Sozialismus in einem Land siegen, aber endgültig kann er nur siegen auf Grund des Sieges der sozialistischen Revolution in wenigstens einigen Ländern und garantiert erst im Weltmaßstab. Wenn die Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Land die Möglichkeit bedeutet, die inneren Gegensätze zu überwinden, die ein Land durchaus überwinden kann, so bedeutet die Möglichkeit, die äußeren Gegensätze, die Gegensätze zwischen dem Land des Sozialismus und den Ländern des Kapitalismus, zu überwinden - Gegensätze, die nur durch die Kräfte der proletarischen Revolution in einigen Ländern überwunden werden können.
12. Die Revolution können in sehr unterschiedlicher Weise verlaufen:
zum Beispiel als durchgehender Prozess über die Entfaltung von Massenaktionen, Streiks, Generalstreiks, die sich mit dem bewaffneten Aufstand gegen die Staatsgewalt der Bourgeoisie und ihrer ausländischen Unterstützung vereint und entweder in kurzer Frist zum Sieg führt oder in einen längeren Bürgerkrieg umschlägt;
sie kann beginnen mit einem Partisanenkampf, Guerillakrieg auf dem Lande und in den Städten gegen die bürgerliche Staatsmacht über die Entfaltung größerer Kämpfe und bis hin zum allgemeinen bewaffneten Aufstand zum Sturz der Bourgeoisie führen;
sie kann sich entwickeln aus einem imperialistischen, ungerechten Krieg, den das Proletariat mit dem gerechten, dem revolutionären Krieg beantwortet. Auf diese und weitere Möglichkeiten des Ausbruchs und Verlaufs der Revolution müssen sich die Sektionen zusammen mit der Komintern/ML vorbereiten. Man darf nicht von Anfang an die eine oder andere Möglichkeit des Ausbruchs und Verlaufes der Revolution ausschließen bzw. ablehnen oder sie auf eine einzige Möglichkeit versteifen, weil eine solche Haltung die Sektionen und ihrer Komintern/ML dazu führen kann, dass nicht jede Möglichkeit zum revolutionären Kampf genutzt wird.
13. Für den Sieg der sozialistischen Revolution ist es notwendig, dass die Komintern/ML und ihre Sektionen in den hochindustrialisierten Ländern die Mehrheit der Arbeiterklasse vertreten, dass sie das Vertrauen der Mehrheit der Arbeiterklasse genießen und der Revisionismus in all seinen Spielarten auf ein Minimum, auf eine kleine Minderheit herabgedrückt ist, dass der bürgerliche Einfluss der Arbeiteraristokratie in ihrem Bündnis mit dem radikalisierten Kleinbürgertum auf die Arbeitermassen auf ein Mindestmaß zurückgedrängt ist. Ohne Lösung dieser Aufgabe ist in den hochindustrialisierten kapitalistischen Ländern an den Sieg der proletarischen Revolution, an die erfolgreiche Errichtung der Diktatur des Proletariats nicht zu denken. Damit die Arbeiter siegen können, muss sie ein Wille beseelen, muss sie eine Partei führen, eine Partei, die das unbestrittene Vertrauen der Mehrheit der Arbeiterklasse und die vorbehaltlose Unterstützung durch das Weltproletariat und seiner Komintern/ML besitzt.
14. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen auf der Grundlage einer Klassenanalyse der internationalen und nationalen Klassengesellschaft auch unter den nichtproletarischen Klassen und Schichten arbeiten, die im Widerspruch zu den Kräften des Imperialismus und der Reaktion stehen und zumindest zeitweise und vorübergehend gemeinsame Interessen mit dem Proletariat zu gewinnen, sie zum Kampf an der Seite und unter der Führung des Proletariats und ihrer Partei, unter Führung des gesamten Weltproletariats und seiner Komintern/ML.
15. In den Ländern, in denen das Proletariat noch schwach entwickelt ist und eine kleine Minderheit darstellt, in denen eine strategische Zwischenetappe demokratischen, nationalen und anti-imperialistischen Charakters auf der Tagesordnung steht, kommt der Mobilisierung des Landarbeiter, Pächter, armen und mittleren Bauern gegen den Imperialismus und die innere Reaktion größte strategische Bedeutung zu, wobei die Sektionen die führende Rolle der Arbeiterklasse gegenüber den kleinbürgerlichen Massen verwirklichen muss und sich in die internationale Strategiefront der Komintern/ML einreiht.
16. Die Sektionen müssen die revolutionäre Strategie der Komintern/ML den Eigenheiten jedes Landes anpassen, damit sie in den einzelnen Ländern wirken kann, wobei die revolutionäre Strategie der Komintern/ML nicht als eine arithmetische Summe der Strategien aller Länder verstanden werden darf, sondern als eine Strategie zur Mobilisierung des gesamten internationalen Kräftepotentials auf qualitativ höchster Stufe. Großmacht-chauvinistische sowie lokal-chauvinistische und jegliche nationalistische Tendenzen - ob getarnt oder offen - sind dem Weltproletariat fremd, und widersprechen der Strategie der Komintern/ML und ihren Sektionen und sind mit den Prinzipien des proletarischen Internationalismus unvereinbar.
17. Die Komintern/ML muss den Grundwiderspruch und die Hauptwidersprüche in der Welt herausfinden und benennen:
Der Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion(-sweise) und (staats/privat-) kapitalistischer Aneignung ist nicht nur der Grundwiderspruch innerhalb der kapitalistischen Länder, einschließlich der Länder des bürgerlichen Sozialismus und des Staatskapitalismus, sondern zugleich auch der Grundwiderspruch des Weltimperialismus als herrschende Weltordnung. Dieser Grundwiderspruch hat alle wesentlichen Widersprüche unserer Epoche verschärft.
Die Widersprüche zwischen Kapitalismus und Sozialismus wurden durch die Restauration des Kapitalismus vorübergehend aufgelöst, werden aber bereits mit dem Sieg einer ersten sozialistischen Revolution in der Etappe des Sozialismus im Weltmaßstab wieder hervortreten und eine neue internationale Qualität erfahren. In gewisser Weise, wenn man also den Entwicklungsprozess des Sozialismus als eine kontinuierliche Linie anerkennt und von einer vorübergehenden Unterbrechung ausgeht, dann kann und muss man wir durchaus von einer besonderen Form des Fortbestehens dieses Widerspruches ausgehen, denn der Widerspruch kann nicht ausgelöscht werden, er wirkt weiter, spielt für die Strategie und Taktik der Weltrevolution eine besondere Rolle, ist mit der Situation vor der Oktoberrevolution nicht gleichzusetzen.
Der Hauptwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Weltproletariat und der Weltbourgeoisie, zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie in den einzelnen Ländern;
der Hauptwiderspruch zwischen den imperialistischen Ländern und den von ihnen unterjochten Ländern;
der Hauptwiderspruch der imperialistischen Ländern untereinander, der verfeindeten »Großmachtblöcke« bzw. Supermächte; der Hauptwiderspruch zwischen dem nationalen und dem internationalen Kapital;
18. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen eine Analyse der Klassen in der Welt erstellen und daraus die Bündnisfrage des Weltproletariats ableiten und ebenso die Bündnisfrage in jedem einzelnen Land. Die direkten Bündnisreserven der Weltrevolution sind
- die unterdrückten Völker ( genauer die Arbeiter und werktätigen Massen) und ihre Befreiungsbewegungen in den unterdrückten Ländern, insbesondere in Nachbarländern
- die (Klein)Bauern ( ausgeschlossen die Agrarkapitalisten, Großgrundbesitzer, Großbauern und die gehobenen Schichten der Mittelbauern) - und andere Werktätige wie z.B. das Landproletariat
Ohne Bündnis mit den Bauern kann die proletarische Revolution und die Diktatur des Proletariats weder in einem einzelnen Land noch im Weltmaßstab siegreich errichtet werden. Maßgebend sind immer noch die Beschlüsse des 2. Weltkongresses der III: Komintern vom 4.8.1920 über die Agrarfrage. Die generelle Taktik der Komintern/ML und ihrer Sektionen beruht auf dem weltweiten Bündnis zwischen Arbeitern und Bauern unter Führung der Arbeiterklasse. Entsprechende Anwendung der Bündnispolitik finden auch die Beschlüsse der Komintern über die koloniale und nationale Frage.
Was die feindlichen Klassen anbelangt, so muss hier in aller Deutlichkeit der heutige Wandel vom sozialimperialistischen zum offenen imperialistischen Charakter der Arbeiteraristokratie hervorgehoben werden, zumal diese aus der Arbeiterklasse herausgewachsene und in die Bourgeoisie hineingewachsene Klasse historisch die erste Etappe des Sozialismus ´in einem Lande` , die Diktatur des Proletariats von innen her zersetzte und gewaltsam beendete, die Etappe des Imperialismus durch Sozialimperialismus und Sozialfaschismus verbrecherisch verlängerte und nun selber die Schlüsselpositionen der Bourgeoisie besetzt und imperialistische Kriege vom Zaun reißt. Die Arbeiteraristokratie ist nicht nur die parasitärste, verkommenste und brutalste Schicht der Bourgeoisie, sondern sie ist auch die treibende Kraft der Konterrevolution im Weltmaßstab. Früher Wegbereiter des Faschismus, wurde sie Schrittmacher des Sozialfaschismus und nunmehr ist sie dabei, Schrittmacher des Weltfaschismus zu werden. Wenn sie anfangs die revolutionäre Kraft des Proletariats untergrub und hemmte, um sie in für die Herrschaft der Bourgeoisie ungefährliche Bahnen zu lenken, so tut sie heute genau das Gegenteil: sie lenkt auf der anderen Seite der Barrikaden indirekt das Proletariat gegen den Imperialismus, untergräbt und beschleunigt sie das gesamte weltimperialistische System, wie das der schnelle Zerfall des Sozialimperialismus beweist. Die Arbeiteraristokratie hat also im Wesentlichen für ihren eigenen i n t e r n a t i o n a l e n Totengräber gesorgt, das Weltproletariat. Sie hat die Weltrevolution gehemmt, um sie nun um so mehr zu beschleunigen. Die Arbeiteraristokratie wurde einst durch Verzicht auf den Klassenkampf, durch Verrat an den Klassenbrüdern, von der Bourgeoisie in den Reihen der Arbeiterbewegung heran gezüchtet durch Privilegien und Korruption, erst in der Fabrik, dann im nationalen und sodann im internationalen Maßstab. Aus dem Ordnungsfaktor für den »sozialen Frieden« wurde nun der Kampfstab des Imperialismus im sozialen Krieg gegen die Arbeiterklasse und gegen die werktätigen Massen in der ganzen Welt. Die Arbeiteraristokratie ist ein Produkt der Spaltung der Arbeiterklasse, abgespalten und in die Bourgeoisie vollständig integriert. Es ist daher die Aufgabe des Proletariats, die Macht der Arbeiteraristokratie nicht nur in einem Betrieb, in der Gewerkschaft, in irgendeinem Industriezweig, sondern politisch auf nationaler Ebene und schließlich auf internationaler Ebene vollständig zu zerschlagen. Ohne diese Aufgabe gründlich durchgeführt zu haben, ist an den Sieg der Weltrevolution überhaupt nicht zu denken:
»Die Strömung (des Reformismus) ist eben durch ihre Verbindung mit der Bourgeoisie stark, sie ist dank den objektiven Bedingungen der `friedlichen´ Epoche von 1871 bis 1914 zu einer Art kommandierender parasitärer Schicht in der Arbeiterbewegung geworden. Da ist es unbedingt notwendig, nicht nur zu ´tadeln´ , sondern Sturm zu läuten, diese Parasitenschicht schonungslos zu entlarven, zu stürzen, ´ihrer Posten zu entheben´ , ihre ´Einheit´ mit der Arbeiterbewegung zu zerschlagen, denn eine solche `Einheit` bedeutet in Wirklichkeit Einheit des Proletariats mit der nationalen Bourgeoisie (heute sogar mit der internationalen[!] Bourgeoisie- Anmerkung der Redaktion) und Spaltung des internationalen Proletariats, Einheit der Lakaien und Spaltung der Revolutionäre... Sie (die Arbeiteraristokraten) werden weder physisch noch politisch sterben, die Arbeiter aber werden mit ihnen brechen, sie in den Abgrund stoßen, wohin die Lakaien der Bourgeoisie gehören, und am Beispiel ihrer Fäulnis ein neues Geschlecht erziehen, richtiger gesagt: neue Armeen des Proletariats, die zum Aufstand fähig sind« (Lenin, Bd. 21, Seite 359-360, dt. Ausgabe).
Anders ist es mit den untersten Schichten der Arbeiteraristokratie, mit den Reserven der Arbeiteraristokratie in der Arbeiterklasse. Werden die Zwischenschichten bei der Polarisierung des Kampfes zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat zermalmt, so werden früher oder später Teile ins Lager des Proletariats abwandern, das betrifft auch die diplomierten Lakaien des Imperialismus, die diplomierten Lakaien der Arbeiteraristokratie:
»Der revolutionäre Krieg unterscheidet sich von anderen Kriegen dadurch, dass er seine Hauptreserve aus dem Lager der gestrigen Verbündeten seines Feindes schöpft« (Lenin, Bd. 9, Seite 436, Der erste Sieg der Revolution, dt. Ausgabe). (Menschenreserven u n d Materialreserven, die wir uns vom Feind beschaffen!)
»Unsere Stärke liegt in der völligen Klarheit und Nüchternheit der Einschätzung aller vorhandenen Klassengrößen, sowohl der russischen wie auch der internationalen, und sodann in der sich hieraus ergebenden eisernen Energie, Festigkeit, Entschlossenheit und Hingabe im Kampf. Feinde haben wir viele, aber sie sind uneinig, oder sie wissen nicht, was sie wollen (wie alle Kleinbürger, die Martow und Tschernow, alle Parteilosen, alle Anarchisten). Wir aber sind einig, direkt untereinander und indirekt mit den Proletariern aller Länder; wir wissen, was wir wollen. Und daher sind wir im Weltmaßstab unbesiegbar, wenn auch die Möglichkeit einer Niederlage einzelner proletarischer Revolutionen für kürzere oder längere Zeit keineswegs ausgeschlossen ist« (Lenin, Bd. 32, Seite 376, »über die Naturalsteuer«, dt. Ausgabe).
Wodurch sind die Niederlagen und Siege der Revolutionen zu erklären? Durch die Politik von Parteien oder durch das Verhältnis der Klassenkräfte? Strategie und Taktik der Weltrevolution sind auf die internationalen Klassenverhältnisse ausgerichtet, nicht umgekehrt. »Wie soll man Leute nennen, die das Verhältnis der Klassenkräfte während der Revolution außer acht lassen und alles und jedes lediglich durch die Taktik dieser oder jener Partei zu erklären versuchen? Von solchen Leuten kann man nur eins sagen - dass sie mit dem Marxismus gebrochen haben« (Stalin Bd. 10, Seite 31, dt. Ausgabe).
Die Strategie und Taktik der Weltrevolution im Allgemeinen bestand und besteht in der gesamten Periode des Weltimperialismus in der Verbindung der Strategie und Taktik der sozialistischen Revolution des Proletariats in den Metropolen des Weltimperialismus mit der Strategie und Taktik der revolutionären Befreiungsbewegungen in den von den Metropolen des Weltimperialismus unterjochten Ländern, sowie die neue Strategie und Taktik der neo-sozialistischen Revolution, der Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats im Besonderen. Die Strategie und Taktik der Globalisierung des Weltimperialismus wird die Strategie und Taktik der Globalisierung des proletarischen Klassenkampfes entgegengestellt, der Konzentration des Kampfes für die Diktatur des Proletariats eines ersten Landes und die Ausweitung dieses Kampfes für die Diktatur des Proletariats auf der ganzen Welt.
18 taktische Richtlinien
a) die Taktik als bolschewistische Methode
1. Die wichtigste Aufgabe der Taktik der Komintern/ML ist die Festlegung der Mittel und Wege, der Formen und Methoden des internationalen Klassenkampfes, die der konkreten Weltsituation im gegebenen Augenblick am besten entsprechen und den strategischen Erfolg am sichersten vorbereiten. Deshalb dürfen die taktischen Aktionen und ihre Resultate nicht für sich allein, nicht vom Standpunkt des unmittelbaren Effekts ausgewertet werden, sondern vom Standpunkt der Aufgaben und Möglichkeiten der Strategie. Die Taktik dient der Strategie und ist ihr im Allgemeinen untergeordnet (so wie es sich auch im Falle der Propaganda und Agitation verhält). Die Taktik der einzelnen Länder ist eine selbständige Taktik, die in die internationale Taktik eingebunden und ihr untergeordnet ist. In jedem Land ist die Taktik anders. Sie kann ähnlich sein und auch untereinander verknüpft werden, aber sie ist niemals gleich, eben weil jedes Land anders ist:
»Bei der Festlegung ihrer taktischen Linie muss jede kommunistische Partei die gegebene innere und äußere Lage, das Verhältnis der Klassenkräfte, den Grad der Festigkeit und der Stärke der Bourgeoisie, den Grad der Kampfbereitschaft des Proletariats, die Haltung der Mittelschichten usw. in Rechnung stellen. Diesen Verhältnissen entsprechend bestimmt die Partei ihre Losungen und Kampfmethoden, wobei sie von der Notwendigkeit der Mobilisierung und Organisierung möglichst breiter Massen auf einer möglichst hohen Stufe dieses Kampfes ausgeht. Beim Heranreifen einer revolutionären Situation stellt die Partei eine Reihe von Übergangslosungen auf und erhebt entsprechend den gegebenen Verhältnissen Teilforderungen, die sie ihrem revolutionären Hauptziel, der Eroberung der Macht und dem Sturz der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnung, unterordnen muss. Die Tagesforderungen und Tageskämpfe der Arbeiterklasse zu vernachlässigen, ist ebenso unzulässig wie die Beschränkung der Tätigkeit der Partei auf diese allein. Aufgabe der Partei ist es, ausgehend von den Tagesnöten die Arbeiterklasse in den revolutionären Kampf um die Macht zu führen« (Programm der Kommunistischen Internationale Abschnitt VI, Kapitel 2).
»In jedem Land ist die Taktik am besten, die am kürzesten und sichersten zum Ziel führt«. (MEW bd. 39, Seite 46, Engels Brief an F. Wiesen).
Die konkreten Formen und Methoden der engeren Verbindung der Arbeiterklasse der fortgeschrittenen Länder mit der national-- revolutionären Bewegung der Neo-Kolonien und abhängigen Länder zwecks allseitiger Unterstützung dieser Bewegung gegen den gemeinsamen Feindes, gegen den Imperialismus, festzulegen. Die bolschewistische Taktik besteht keinesfalls darin, wahllos aus allen Geschützen an allen Fronten zu schießen, ohne die Bedingungen der Zeit und des Ortes zu berücksichtigen, ohne die Bereitschaft der Massen zur Unterstützung dieses oder jenes Schrittes der Führung zu berücksichtigen. Die Taktik der Bolschewiki besteht vielmehr darin, Zeit und Ort geschickt auszuwählen und alle Umstände in Betracht zu ziehen, um das Feuer an der Front zu konzentrieren, an der am raschesten die größten Ergebnisse erzielt werden können. Hierzu werden auch internationale Aktivitäten, Kundgebungen und Demonstrationen zur Unterstützung herangezogen. Dazu benötigt die Komintern/ML Kontakt zu den revolutionären Aufständischen, muss sie das Material der Massenkämpfe sammeln und verwerten. Vorwärts schreiten heisst, dabei auch die Millionenmassen hinter sich zu haben. Die Lenin´sche Führung besteht darin, dass die Vorhut es versteht, die Nachhut mitzureißen, dass die Vorhut voran schreitet, ohne sich von den Massen loszulösen, dass die Massen sich selbst durch ihre eigenen Erfahrungen von der Richtigkeit der Hinweise, Direktiven, Losungen der Vorhut überzeugen.
Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen das Weltproletariat und die werktätigen Massen zur Offensive führen, wenn die Umstände eine Offensive zulassen, und sie muss das Proletariat und die Werktätigen den Schlägen eines starken Gegners entziehen, besonders wenn er mit internationaler konterrevolutionärer Unterstützung agiert und die Umstände somit einen Rückzug erfordern.
»Während der Revolution gibt es immer Momente, in denen der Gegner den Kopf verliert, und wenn wir ihn in einem solchen Moment angreifen, können wir sehr leicht siegen. Aber das besagt nichts, weil unser Gegner, wenn er ruhig überlegt, vorher seine Kräfte sammelt usw. Er kann uns dann sehr leicht zum Angriff provozieren und uns auf Jahre hinaus zurückwerfen. Ich meine also, die Idee, dass wir den Rückzug vorbereiten müssen, ist sehr wichtig, und zwar nicht nur vom theoretischen Standpunkt aus« (Lenin, Bd. 33, Seite 407, dt. Ausgabe).
Ist der Frontalangriff missglückt, so greifen wir zur Umgehung, rücken mittels Belagerung vor, organisieren wir Untergrundarbeit, Zersetzung, Sabotage, wenden wir die Taktik der Nadelstiche an etc.. Nicht kämpfen, wenn man gewinnen kann, ist Opportunismus. Auf einen Kampf beharren ohne den Rückzug anzutreten, wenn man ihn nicht mehr gewinnen kann, ist Abenteuertum. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen diejenigen Losungen, Kampf- und Organisationsformen in den Vordergrund stellen, die den Bedingungen der gegebenen Ebbe und Flut der Weltbewegung am besten entsprechen und geeignet sind, das Heranführen der Massen an die revolutionären Positionen, das Heranführen der Millionenmassen an die Front der Revolutionen der Länder und ihre Position und Verteilung an der internationalen Front der Weltrevolution zu erleichtern und sicherzustellen. Die Komintern/ML und ihre Sektionen sind zu jeder Zeit bereit, die Waffe der Kritik in eine Kritik der Waffen zu verwandeln und umgekehrt, so wie es erforderlich sein wird:
»Im Falle eines revolutionären Aufschwungs, wenn die herrschenden Klassen desorganisiert, die Massen im Zustande revolutionärer Gärung sind, wenn die Mittelschichten dem Proletariat zuneigen und die Massen sich kampf- und opferbereit erweisen, hat die proletarische Partei die Aufgabe, die Massen zum Frontalangriff gegen den bürgerlichen Staat zu führen. Erreicht wird dies durch die Propagierung stufenweise gesteigerter Übergangslosungen (Arbeiterräte, Arbeiterkontrolle der Produktion, Bauernkomitees zur gewaltsamen Aneignung des grundherrlichen Bodens, Entwaffnung der Bourgeoisie und Bewaffnung des Proletariats usw.) und durch Organisierung von Massenaktionen, denen alle Zweige der Agitation und Propaganda der Partei untergeordnet werden müssen, die Parlamentstätigkeit mi eingeschlossen. Solche Massenaktionen sind: Streiks in Verbindung mit Demonstrationen, Streiks in Verbindung mit bewaffneten Demonstrationen und schließlich der Generalstreik, vereint mit dem bewaffneten Aufstand gegen die Staatsgewalt der Bourgeoisie. Diese höchste Form des Kampfes folgt den Regeln der Kriegskunst, setzt einen Feldzugsplan, Offensivcharakter der Kampfhandlungen, unbegrenzte Hingabe und Heldenmut des Proletariats voraus. Aktionen dieser Art haben als absolute Vorbedingung die Organisierung der breiten Massen in Kampfformationen, die schon durch ihre Form die größten Massen der Werktätigen erfassen und in Bewegung setzen müssen (Arbeiter- Bauern und Soldatenräte usw.), sowie die Steigerung der revolutionären Arbeit in Heer und Flotte“ (Programm der Kommunistischen Internationale, Abschnitt VI, Abschnitt 2).
»Wenn kein revolutionärer Aufschwung vorhanden ist, müssen die kommunistischen Parteien ausgehend von den Tagesnöten der Werktätigen, Teillosungen und Teilforderungen aufstellen und sie mit den Hauptzielen der Kommunistischen Internationale verknüpfen. Hierbei dürfen aber die Parteien nicht solche Übergangslosungen aufstellen, die das Vorhandensein einer revolutionären Situation zur Voraussetzung haben und in einer anderen Situation zur Losung des Verwachsens mit dem System kapitalistischer Organisationen werden (z.B. die Losung der Produktionskontrolle u.ä.). Teilforderungen und Teillosungen sind die absolute Bedingung einer richtigen Taktik, während eine Reihe von Übergangslosungen untrennbar an das Vorhandensein einer revolutionären Situation gebunden sind. `Prinzipiell`die Aufstellung von Teilforderungen und Übergangslosungen abzulehnen, ist jedoch ebenfalls mit den Grundsätzen des Kommunismus unvereinbar, da eine Taktik dieser Art die Partei praktisch zur Passivität verurteilt und von den Massen isoliert. Die Taktik der Einheitsfront als Mittel des erfolgreichen Kampfes gegen das Kapital, der Klassenmobilisierung der Massen und der Entlarvung und Isolierung der reformistischen Führer ist so ein wesentlicher Bestandteil der Taktik der Kommunistischen Internationale während der ganzen vor-revolutionären Periode« (ebenda).
2. Es ist die Aufgabe der Komintern/ML und ihrer Sektionen, alle und jegliche Gegensätze im Lager der Weltbourgeoisie zwecks Zersetzung und Schwächung ihrer Kräfte, zwecks Stärkung der Positionen des Proletariats restlos auszunützen. Die internationale Taktik der Komintern/ML und ihrer Sektionen bestehen darin, die Widersprüche unter den Klassengegnern des Weltproletariats auszunutzen und Bündnisse mit den übrigen Werktätigen einzugehen und mögliche leninistische Bündnisse und Kompromisse einzugehen, ohne dabei die Prinzipien des Marxismus-Leninismus zu verlassen. Ein übermächtiger Gegner kann nur unter größter Anstrengung der Kräfte und nur dann besiegt werden, wenn die Komintern/ML und ihre Sektionen unbedingt auf das Angelegentlichste, Sorgsamste, Vorsichtigste, Geschickteste sowohl jeden, selbst den kleinsten »Riss« zwischen den Feinden, jeden Interessengegensatz zwischen der Bourgeoisie der verschiedenen Länder, zwischen den verschiedenen Gruppen und Schichten der Bourgeoisie innerhalb der einzelnen Länder, als auch jede, selbst die kleinste Möglichkeit ausnützt, um einen Verbündeten unter den Massen zu gewinnen, mag das auch ein zeitweiliger, schwankender, unsicherer, unzuverlässiger, bedingter Verbündeter sein.
Lenin:
»Krieg führen zum Sturz der internationalen Bourgeoisie, einen Krieg, der hundertmal schwieriger, langwieriger, komplizierter ist als der hartnäckigste der gewöhnlichen Kriege zwischen Staaten, und dabei im voraus auf das Lavieren, auf die Ausnutzung von (wenn auch zeitweiligen) Interessengegensätzen zwischen den Feinden, auf Übereinkommen und Kompromisse mit möglichen ( wenn auch zeitweiligen, unbeständigen, schwankenden, bedingten) Verbündeten verzichten - ist das nicht über alle Maßen lächerlich?...Wer das nicht begriffen hat, der hat auch nicht ein Deut vom Marxismus und vom wissenschaftlichen, modernen, Sozialismus überhaupt begriffen« ( Lenin: Der »linke Radikalismus«, die Kinderkrankheit im Kommunismus; Werke Bd. 31, Seite 56/57)
»Kommunisten dürfen nicht im eigenen Saft schmoren, sondern müssen lernen, so zu handeln, dass sie, ohne vor gewissen Opfern halt zu machen, ohne die beim Beginn eines jeden neuen und schwierigen Werkes unvermeidliche Fehler zu scheuen, in den verschlossenen Raum einzudringen, in dem die Vertreter der Bourgeoisie auf die Arbeiter einwirken. Kommunisten, die das nicht verstehen wollen, und das nicht lernen wollen,, können nicht darauf hoffen, unter der Arbeiterschaft die Mehrheit zu erlangen, jedenfalls aber erschweren und verzögern sie die Erlangung dieser Mehrheit. Das aber ist für Kommunisten und für alle wirklichen Anhänger der Arbeiterrevolution schon eine völlig unverzeihliche Sache...« (Lenin Werke Bd. 33, Seite 320, dt. Ausgabe, »Wir haben zu teuer bezahlt«)
Wo die Diktatur des Proletariats gesiegt hat müssen drei grundlegende Taktiken bei der Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche befolgt werden:
a) die Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche darf nur als ein zeitweiliger Hilfsfaktor für das Land oder die Länder angesehen werden, wo die Diktatur des Proletariats gesiegt hat.
b) die Komintern/ML und ihre Sektionen halten an der Ansicht fest, dass die Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche als Bestandteil der Außenpolitik der sozialistischen Länder kein Selbstzweck sein und nicht ausgehend von einigen engen, zeitweiligen Interessen eines sozialistischen Landes oder mehrerer sozialistischer Länder geschehen darf, während die Interessen der Entfaltung der revolutionären und Befreiungsbewegung der anderen Länder in Vergessenheit geraten.
c) Die Komintern/ML und ihre Sektionen, die sich auf die Lehre Lenins stützen, verstehen die Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche keineswegs als Unterstützung eines imperialistischen Staates oder einer imperialistischen Gruppe gegen eine andere.
3. Die Arbeiterklasse und die breiten Massen und die vom Kapital Unterdrückten aller Länder an die Positionen der Komintern/ML und ihrer Sektionen und der Weltrevolution heran zu führen, kann nicht durch Agitation und Propaganda allein erreicht werden. Deswegen ist die Komintern/ML keine Agitations- und Propagandapartei, sondern eine Weltkampfpartei und das Gleiche gilt auch für ihre Sektionen. Wir stützen uns in unserer Taktik auf die politischen Erfahrung der Massen. Deshalb haben die Komintern/ML und ihre Sektionen die Aufgabe, den Millionenmassen Gelegenheit zu geben, auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen die Unvermeidbarkeit des Sturzes der alten Macht der Weltbourgeoisie und die Richtigkeit der weltrevolutionären Losungen zu erkennen. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen berücksichtigen, dass die zurück gebliebensten Schichten der ausgebeuteten Masse vor allem durch den durch den Kampf um Brot und Frieden, um sofortige, unmittelbare Verbesserung ihrer Lage, durch den Kampf ums Überleben, aufgerüttelt und erzogen werden. Erst der Kampf gibt ihr das Maß ihrer Kräfte, erweitert ihren Horizont, steigert ihre Fähigkeit, klärt ihren Verstand auf, stählt ihren Willen. Agitation allein kann nicht zum bewaffneten Sieg führen. Deswegen ist jede Form der Organisierung und Unterstützung von Massenbewegungen, jede Form des millionenfachen Widerstandes tausendmal mehr wehrt, als diese Generallinie. Die Komintern/ML müsste als kleine Sekte dahin vegetieren, wenn wir unsere Zusammenarbeit nur auf eine kleinste Minderheit beschränken würden, die unsere Generallinie anerkennt.
4. Die internationalistische Taktik basiert nicht auf feiger Furcht vor der Weltrevolution, nicht auf dem kleinbürgerlichen »Unglauben« an sie, nicht auf beschränkt - nationalistische Wünsche der eigenen Bourgeoisie, das heisst, auf die Unterstützung des Proletariats der anderen Länder zu »pfeifen«, sondern beruht auf der richtigen Einschätzung der gegenwärtigen revolutionären Situation in der Welt und des gegenwärtigen internationalen Hauptschlachtfeldes. Nur dies ist die einzige internationalistische Taktik, denn sie bewirkt ein Höchstmaß dessen, was in einem Land für die Entwicklung, Unterstützung und Entfachen der Revolution in allen Ländern durchführbar ist. Dabei geht es nicht um einfache Kopie der Taktik der vergangenen Kommunistischen Internationalen, sondern darum, die Ursachen ihrer Eigenart, ihre Voraussetzungen und Ergebnisse selbständig zu durchdenken, nicht den Buchstaben, sondern den Geist, den Sinn, die Lehren der Erfahrungen der Kommunistischen Internationalen richtig und vor allem schöpferisch unter den heutigen Bedingungen anzuwenden.
5. Die internationalistische Taktik des Weltproletariats besteht darin, dem Klassenkampf im eigenen Land internationalistischen Charakter zu verleihen, d.h. aber keineswegs, den Klassenkampf auf seine nationalen Schranken zu stutzen und ihn mit einer »internationalen« Hülle zu ersticken ( nach dem Motto der opportunistischen Gegner Lenins, die »dem ökonomischen Kampf politischen Charakter verleihen« wollten). Das wäre eine revisionistische Taktik, weil dadurch das Proletariat jedes Landes vom Weltproletariat isoliert, geschwächt und sowohl vom Weltimperialismus als auch von der nationalen Bourgeoisie jedes Landes leichter besiegt werden könnte. So war Chruschtschow der mechanistischen Auffassung, dass die Weltrevolution ohne Weltproletariat siegen könne, allein begründet aus der »Kraft« der Sowjetunion und des sozialistischen Lagers. Die Kraft des Weltpro