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Kann die Kette an der gleichen Stelle noch einmal zerreissen - in der Sowjetunion und in Albanien?
Betrachten wir heute die Lage oder richtiger Nieder-Lage, in der ehemaligen Sowjetunion und die Lage des ehemaligen sozialistischen Albaniens, so müssen wir die Frage beantworten, ob sie tatsächlich für immer an den Kapitalismus verloren gegangen sind - wie es die Kapitalisten behaupten? Können sie etwa nur ein einziges Mal in der Geschichte als schwächstes Glied die Kette des Imperialismus durchbrechen ? Oder bahnt sich ein erneuter Durchbruch an?
Von unserem proletarischen Klassenstandpunkt aus, vom Standpunkt des proletarischen Internationalismus aus, von unsrem revolutionären Herzen und unserer unversiegbaren Liebe zum Sowjetvolk und albanischen Volk aus, von unserem Glauben an die Kraft der Wiedergeburt des Sozialismus aus, lässt sich diese Frage ganz einfach mit einem überzeugendem, lauten, tiefen » J A ! « beantworten. Ja, die Sowjetunion und Albanien werden diese Kette wieder und immer wieder durchbrechen, bis der Sieg über den Kapitalismus für immer gesichert ist! Und von dieser Überzeugung ausgehend können wir als Internationalisten diese Frage auch vom Standpunkt der Weltrevolution aus bejahen. Aber daraus resultiert die nächste Frage: ja aber wie? Es reicht nicht, wenn wir uns instinktiv stark zur Sowjetunion Lenins und Stalins, zum Albanien Enver Hoxhas hingezogen fühlen, wenn wir den Kraftquell in uns spüren, der von diesen Ländern fortwährend ausgeht, der uns durchströmt, und der unseren revolutionären Geist unablässig speist. Wir müssen diese Aufgabe auch mit kühlem Verstand, mit einer richtigen marxistisch-leninistischen Strategie und Taktik, also ganz systematisch, mit Hilfe des dialektischen und historischen Materialismus lösen:
Ein Kettenglied, dem es gelungen ist, aus der imperialistischen Kette auszubrechen, kehrt ja nicht im gleichen Zustand wieder in die imperialistische Kette zurück, in dem es ausgebrochen war. Dieses Kettenglied hatte in einem historischen Umwandlungsprozess immerhin eine siegreiche Periode der Revolution, des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats erlebt, das Weltlager in zwei Teile gespalten, und vor allem in seinen Grundzügen eine große Bedeutung für die Weltrevolution, also für die proletarische Revolution in anderen Ländern erlangt und damit auch für die Fortsetzung seiner eigenen siegreichen Periode. Was wir damit sagen wollen, ist, dass die Bedeutung eines solchen Kettengliedes - auch wenn wir es wieder an den Weltimperialismus verloren haben und es sozusagen in die imperialistische Kette zurückgegliedert wurde - niemals für die Weltrevolution verloren geht, sondern für immer in ihr weiter lebt. Wenn wir am Marxismus-Leninismus festhalten und ihm treu bleiben, können wir die Lehre vom Durchbrechen der imperialistischen Kette an seiner schwächsten Stelle unter den heutigen Bedingungen gar nicht anders auffassen. Nur so gibt uns der Marxismus-Leninismus den Mut, die Kraft und die Zuversicht, diesen internationalistischen Kampf für die Sprengung der imperialistischen Kette siegreich fortzusetzen und zu Ende zu führen. Der Weltimperialismus mag so tun, als hätte es nie einen Kettendurchbruch gegeben, und er wird darüber seine eigenen »Theorien« entwickeln - insbesondere sein Lager der Neo-Revisionisten - aber das wird ihm nichts nützen, denn seine Kette wird gesetzmäßig an der Stelle zerreissen, wo ihr schwächstes Glied ist - und dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, sondern er setzt sich gesetzmäßig fort, langsamer oder schneller, aber daran ist prinzipiell überhaupt nichts dran zu ändern. Wo sich auch immer das schwächste Glied befinden mag, wird es ein Bestandteil derjenigen Kettenglieder sein, die bereits ausgebrochen waren, unabhängig davon, ob sie sich nun wieder in Glieder der imperialistischen Kette zurückverwandelt haben oder nicht. In jedem neuen Kettenglied, das ausgebrochen ist, lebt der Geist der alten Kettenglieder fort - leben die ehemaligen Kettenglieder weiter, wird eines Tages der Zeitpunkt kommen, wenn sie selber wieder zum schwächstes Kettenglied in der imperialistischen Kette geworden sind, und sie das zweite Mal an der Reihe sind, sich zu befreien. Genossen, und das ist nicht nur eine bloße Wiederholung des ersten Durchbruchs, sondern diese erfolgt auf einer qualitativ höheren Stufe, die für alle anderen Kettenglieder, die das erste Mal durchbrechen, eine besondere Bedeutung haben werden. Diese Bedeutung haben die ehemaligen Kettenglieder heute schon für jedes andere Kettenglied, bevor sie alle nacheinander die imperialistische Kette durchbrechen werden. Alle Kettenglieder, ob sie noch Bestandteil der imperialistischen Kette oder ob sie schon losgebrochen sind oder vorher einmal losgebrochen waren, bleiben stets miteinander verknüpft durch das Band der Weltrevolution sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart und in der Zukunft. Das Band der Weltrevolution führt die Länder immer stärker zusammen, denn jeder Riss führt nur zu ihrer weiteren Vereinigung und Festigung führen. Eben das unterscheidet das Band des Weltsozialismus vom Band des Weltimperialismus, das nach jedem Riss schwächer und schwächer wird, bis es für immer zerrissen ist.
Die Zurückeroberung des Sozialismus ist nicht nur irgendeine untergeordnete strategische Aufgabe der Weltrevolution, sie ist die wichtigste strategische Aufgabe der Weltrevolution, weil daran die Zukunft des Sozialismus in allen Ländern geknüpft ist, also auch an die Zukunft des Sozialismus in jedem einzelnen Land! Davon hängt a l l e s ab, Genossen! Nur wenn der Sozialismus in Russland und Albanien zu Ende geführt wird, können wir die Weltrevolution zu Ende führen, können wir der Welt endgültig beweisen, dass wir nicht nur den Sozialismus für eine bestimmte Zeit geschaffen haben, sondern dass wir ihn auch für immer sichern können! Das ist nicht nur von entscheidender historischer Bedeutung, sondern davon hängt der Sieg oder die Niederlage der vor uns stehenden Weltrevolution ab. Deswegen müssen wir für diese wichtige Aufgabe gerüstet sein, müssen wir einen ganz neuen revolutionären Weg beschreiten, den Weg der »Revolution höheren Typus«, den Weg des »Sozialismus höheren Typus«. Deswegen müssen wir für die kommende Revolution und die Fortsetzung des Sozialismus den Marxismus-Leninismus unbedingt weiter entwickeln, eine Theorie, die uns einen ununterbrochenen Weg zum Weltsozialismus ermöglicht und also auch verhindert, dass sich seine sozialistischen Kettenglieder nicht wieder in die imperialistische Kette zurück entwickeln. Diese Aufgabe aufgeworfen zu haben, ist allein schon der erste entscheidende Schritt zur Lösung. An dieser Aufgabe müssen wir alle energisch arbeiten, bis sie theoretisch und sogleich auch praktisch gelöst werden kann:
Erstens würde die Zurückeroberung des Sozialismus die Revolutionen in den anderen Ländern großartig unterstützen und enorm beschleunigen. Das wäre insbesondere sehr wichtig für die Revolutionen in denjenigen Ländern, die heute noch unter Sozialfaschismus und Sozialimperialismus schwer zu leiden haben. Das wäre also die »direkte«, die »bessere« Lösung.
Zweitens würde jede Revolution, wo auch immer sie siegen würde, das russische und albanische Proletariat auf jeden Fall helfen und ermutigen, ihren Sozialismus schneller und leichter zurückzuerobern. Das wäre die »indirekte, langwierigere« Lösung für die Albaner und Russen.
Und der Fall 1 oder der Fall 2 wäre so oder so für die Weltrevolution von außerordentlicher Bedeutung. Die Russen und Albaner siegen vermittels der Weltrevolution, oder die Weltrevolution siegt vermittels der Russen und Albaner. So oder so werden wir den endgültigen Sieg des Sozialismus in allen Ländern beweisen.
Worin besteht die Stärke eines Proletariats, dass sich nicht mit seiner gestürzten Macht abfindet, sondern seine Diktatur zurück erobern will?
Erstens in der Stärke des internationalen Proletariats, in der Festigung der internationalen Beziehungen der Proletarier aller Länder.
Zweitens darin, dass die Arbeiter und Werktätigen noch lange Zeit nach ihrem Umsturz über die Errungenschaften ihres Sozialismus »verfügen«, die von der Bourgeoisie nicht mit einem Schlag beseitigt werden können.
Drittens ist die Macht der sozialistischen Gewohnheiten, die sich in Jahrzehnten des Bestehens der Sowjetunion und Albaniens entwickelt haben, nicht auf einen Schlag durch kapitalistische Gewohnheiten zu ersetzen.
Viertens in der Fähigkeit, einen Sozialismus höheren Typs aufzubauen.
Der erneute Sieg des russischen und albanischen Proletariats liegt uns sehr am Herzen, es ist der Herzenswunsch des Weltproletariats, dem russischen und dem albanischen Volk für ihre Opfer im Sinne des proletarischen Internationalismus durch solidarischen Beistand zu danken und ihre einst erwiesene Hilfe zu erwidern mit internationaler Gegenhilfe. Ehemalige sozialistische Kettenglieder genießen die fortwährende besondere Aufmerksamkeit des proletarischen Internationalismus, werden stets hochgehalten und geehrt, indem sie ihre wegweisende Bedeutung für die Weltrevolution niemals verlieren.
Es gibt für uns nichts Wertvolleres, nichts Wichtigeres auf der ganzen Welt, als unsere Treue zur Pariser Kommune, zur Sowjetunion Lenins und Stalins und zum sozialistischen Albanien des Genossen Enver Hoxha. Diese Kraft, die wir durch die Sowjetunion und durch Albanien verspüren, ist unbesiegbar, heute und auch in »1000 Jahren« düsterster Weltreaktion. Diese leuchtenden Bollwerke des Sozialismus, werden uns immer und ewig den richtigen Weg aus dem dunkelsten Tunnel zeigen. Sie sind gerade jetzt für uns außerordentlich wertvoll, sind alles was wir haben, sind unsere ganze Hoffnung. Insofern verfolgen wir nicht nur aufmerksam den Klassenkampf in Russland und Albanien, sondern wir fühlen uns auch als Internationalisten verpflichtet, diesem Klassenkampf jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Sie haben Unerhörtes für den proletarischen Internationalismus geleistet, mehr als sonst andere Völker in der ganzen Welt. Wäre es da nicht selbstverständlich, wenn das Weltproletariat und die Völker der ganzen Welt gerade diesen Völkern alle erdenkliche Unterstützung und Sympathien zukommen lassen, die sie so dringend benötigen, um ihre Revolutionen, ihren Sozialismus zu vollenden?
Wir sprechen also nicht von einer wagen Möglichkeit der siegreichen Revolution in Russland und Albanien, sondern von einer zwingenden Notwendigkeit, von einer Gesetzmäßigkeit, die eines Tages zur historischen Tatsache werden wird. Jeder Zweifel daran würde doch bedeuten, dass der Sozialismus durch den Revisionismus unwiederbringlich an den Kapitalismus verloren gegangen wäre, wäre Wasser auf die Mühle der anti-kommunistischen Theorien von der »Unmöglichkeit der Zurückeroberung der Macht des Proletariats« von der »Unwiederbringlichkeit des Sozialismus« vom »endgültige Scheitern der Geschichte des Kommunismus«, für das »Ende der Ära des Sozialismus« etc., wäre ein »Beweis« für die Bourgeoisie, dass sein Revisionismus stärker ist als unser Sozialismus, dass sie vor ihrem Untergang »sicher« ist durch die Stütze des Revisionismus. Wir können zwar theoretisch beweisen, dass der Marxismus-Leninismus stärker ist als der Revisionismus, aber praktisch beweisen können wir dem Weltproletariat und den Völkern das nur durch den zurückeroberten Sozialismus! Das albanische Proletariat hat bereits bewiesen, dass es stärker ist als der Revisionismus. Es hat aber den Revisionismus nur zeitweilig geschlagen, noch nicht endgültig vernichtet - und das könnte es ohne die Hilfe der Weltrevolution auch nicht. Vernichtet hat das albanische Proletariat den Revisionismus erst, wenn es den Neo-Revisionismus vernichtet hat, wenn es seine Diktatur zurückerobert hat.
Warum also soll das Proletariat nicht erneut den Weg des Sozialismus einschlagen können, wenn die Revisionisten ihrerseits erfolgreich den Kapitalismus restaurierten? Man nenne uns einen stichhaltigen Grund, warum man den Spieß nicht wieder umdrehen kann, das ist sogar ein zwingendes Gesetz der Revolution. Mit der besonderen Theorie der »Unmöglichkeit der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats« versucht man heute auch die allgemeine Theorie der »Unmöglichkeit der Errichtung der Diktatur des Proletariats« zu begründen. Es tummeln sich heute überall auf der Welt (aus erklärlichen Gründen!) viele anti-marxistisch-leninistische Theorien und Kräfte, die »das Scheitern des Marxismus-Leninismus »schon lange« vorausgesehen haben (das haben sie schon seit 150 Jahren vergeblich versucht!), die nun für ein Paar Cent der Kapitalisten fleißig »beweisen«, dass der Marxismus-Leninismus versagt hätte, völlig ungeeignet sei, die Frage der Weltrevolution praktisch zu lösen. Aber das würde voraussetzen, dass wir Marxisten-Leninisten nicht aus unseren Fehlern lernen könnten, dass wir Niederlagen nicht in Siege verwandeln könnten. Aber genau das haben wir tausendfach bewiesen,und wir werden also auch diesmal wieder den Beweis erbringen, denn wir wollen ihnen nicht den Gefallen tun und einfach untergehen.
Wenn wir aus der Oktoberrevolution der Sowjetunion und der Volksrevolution Albaniens Lehren ziehen für die Revolutionen in anderen Ländern, so dürfen wir nicht ausschließen, dass die Russen und Albaner aus ihren eigenen Revolutionen selber Lehren ziehen können. Sie müssen diese Lehren sogar ziehen, wenn sie den Sozialismus wieder zurück haben wollen. Aber wie kann diese Aufgabe am besten gelöst werden? So weitermachen wie bisher? Reicht das? Unsere marxistisch-leninistische Lehre von der Revolution erschöpft sich nicht in der Wiederholung unserer Argumente gegen den revisionistischen »friedlichen« Weg. Das schockt die Neo-Revisionisten nicht, die den revolutionären Weg des Proletariats gegen den »friedlichen« Weg der modernen Revisionisten »verteidigen« - wohlgemerkt gegen uns »sektiererische« Marxisten-Leninisten »verteidigen« - in Worten verteidigen. Grundsätzlich revolutionäre Gewalt ist doch klar, aber wie genau führt sie uns zur Macht, etwa per Schablone, die man nur über die Oktoberrevolution legt? Wie muss die neue Revolution aussehen? Unterscheidet sie sich von den alten Revolutionen? Wenn ja , wie? Revolutionen sind von vorn herein zu Scheitern verurteilt, wenn wir sie bloß wiederholen, das weiss jedes Kind und das weiß vor allem die Konterrevolution. Die Niederlage ist unabwendbar, wenn der Klassenfeind Lehren zieht, wir dies aber nicht tun wollen oder können. Wir dürfen niemals die Revolution verabsolutieren, selbst nicht die größte in der Geschichte der Menschheit, die Oktoberrevolution. Sie ist so wie sie war, nicht wiederholbar, weil sie nur unter ganz bestimmten historischen Faktoren siegen konnte, die heute natürlich nicht mehr so vorhanden sind wie einst. Wenn sie damals stark genug waren, um erfolgreich zu sein, müssen die Revolutionen deswegen heute noch lange nicht stark genug sein. Insofern müssen wir die Lehren der siegreichen Revolutionen - wie auch der gescheiterten Revolutionen - deren Grundzüge als Ausgangsfundus für die Weiterentwicklung der Revolutionstheorie ausnutzen, um zu Revolutionen höheren Typus zu kommen, die den heutigen Bedingungen entsprechen. Eine solche Revolution höheren Typus ist die Revolution der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, und wir müssen die spezifischen Merkmale herauskristallisieren, die sie von allen bisherigen Revolutionen unterscheiden wird. Diese Revolution zur Rückeroberung der Arbeitermacht können wir also nicht mehr mit der Lenin´schen Revolution von damals gleichsetzen und diese etwas blind übernehmen. So eine Revolution höheren Typs muss von uns Marxisten-Leninisten erst theoretisch neu erarbeitet werden. Wenn also die marxistisch-leninistische Theorie der Revolution nicht konsequent genug ausgearbeitet worden ist, wenn sie schablonenhafte, fehlende, widersprüchliche, unzureichende, handwerklerische oder gar zweifelhaft- klassenfremde Elemente enthält, so muss sich dies bei der praktischen Durchführung der Revolution auch auf den Revolutionsverlauf selber entsprechend auswirken. Dann werden Komplikationen und Schwierigkeiten auftreten, die sich in der fehlerhaften Ausarbeitung der revolutionären Theorie widerspiegeln, wird die Revolution unvollendet oder auf halbem Wege stehen bleiben, weil sie falsch oder mangelhaft konzipiert, d.h. nicht den neuen objektiven und subjektiven Bedingungen der Revolution angepasst wurde. Nicht so beim Konzept der Oktoberrevolution! Keine Revolution wurde jemals exakter und besser theoretisch ausgearbeitet als die Oktoberrevolution durch ihren Schöpfer und Führer Lenin. Je stärker der subjektive Faktor, desto besser kann sich der objektive Faktor der Revolution entfalten. Und der Hauptfaktor ist die kommunistische Partei, deren theoretische Arbeit eine ausschlaggebende Rolle für den Sieg oder die Niederlage einer Revolution zukommt.
Die Oktoberrevolution und die Revolution höheren Typs sind historisch gesehen beides Revolutionen eines einzigen revolutionären Prozess des Kampfes zwischen dem russischen Proletariat und der russischen Bourgeoisie, der Machtwechsel hervorbrachte - und das ist in der Geschichte des internationalen Klassenkampfes das Neue, das Einmalige, was wir theoretisch erklären müssen, denn das ist bis heute noch nicht theoretisch erklärt. Insofern ist die kommende russische Revolution höheren Typs (und natürlich meinen wir gleichzeitig immer ebenso die albanische Revolution!) die Fortsetzung der Oktoberrevolution, genauer ihre Vollendung, d.h. die Oktoberrevolution wird mit der neuen Revolution höheren Typs zu Ende geführt ( also wiederum vergleichbar ebenso die albanische Volksrevolution zu Ende geführt!). Es handelt sich auch um die gleichen Klassenkräfte, um das gleiche Bündnis von Klassen, die in der alten Revolution wirkten und in der neuen Revolution als Hauptkraft auftreten werden - das Proletariat und die Bauern. Es ist aber nicht mehr das alte Proletariat, sondern ein neues Proletariat, das sich einst zu einer starken sozialistischen Arbeiterklasse herausgebildet hatte mit qualitativ höheren revolutionären Eigenschaften (ohne deren Voraussetzung eine erneute Befreiung vom Kapitalismus unmöglich ist!!) . Auch die Bauern haben die Schule des Sozialismus erfolgreich durchlaufen und waren nicht mehr die gleiche Klasse wie vor der Oktoberrevolution. Wollte man diesen Unterschied verwischen, würde man die Bedeutung der Revolution höheren Typus gar nicht begreifen, so bräuchte man erst gar keine neue Theorie der Revolution höheren Typus entwickeln.
Aber nun andererseits zu hoffen, dass man »nur« die alten Traditionen hochleben lassen bräuchte, und schon würde das Proletariat spontan, d.h. dank seiner »revolutionären Erbmasse« umgehend zum revolutionären Umsturz übergehen - das wäre eine naive Illusion, die völlig an der Realität vorbeiginge, denn die revolutionäre Erbmasse ist zwar vorhanden, aber nicht aktiviert, d.h. herrscht das bürgerliche Bewusstsein VOR, sonst würde es gar keine Restaration des Kapitalismus in Russland und Albanien geben. Es gibt zwar nicht nur die eine positive Seite des Sozialismus (die ja in den Hintergrund gedrängt/verdrängt wurde), der aber trotzdem die Völker der Sowjetunion und das Volk der Albaner historisch geprägt hat , also auch weiter prägen wird, weil dieser historische Prozess ja nicht abgeschlossen ist. Weder Revisionisten noch Kapitalisten haben dem Proletarier sein sozialistisches Klassenbewusstsein abkaufen oder sonst wie entfernen können und werden dies auch niemals können. Der marxistische Begriff »Beständigkeit und Widerstandskraft des sozialistischen Bewusstseins« ist also nicht nur Wunschdenken der Marxisten-Leninisten, sondern ist materialistischer Ausdruck der Widerspiegelung des bereits historisch verwurzelten sozialistischen Bewusstseins der Arbeiterklasse Russlands und Albaniens, die den Sozialismus selber aufgebaut haben. Das ist ein real existierendes Bewusstsein, mit dem wir also auch in der kommenden Revolution rechnen können. Es geht uns aber nicht allein um die Widerstandskraft, das Wiedererwecken des sozialistischen Bewusstseins, sondern um die Fähigkeit und Notwendigkeit von dessen Weiterentwicklung zu einer höheren Stufe, weil es anders gar nicht aus der Verdrängung befreit und aktiviert werden kann! Das sozialistische Bewusstsein der Arbeiter kann sich nicht allein, kann sich nicht spontan befreien und eine höhere Stufe erreichen. Aus dem einstigen sozialistischen Bewusstsein der russischen und albanischen Arbeiter kann sich das Bewusstsein für die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats also nicht spontan entwickeln, sondern dies ist die Aufgabe der Marxisten-Leninisten, die Aufgabe einer neu zu gründenden marxistisch-leninistischen Partei - nämlich von außen die Weiterentwicklung der Theorie des Sozialismus in die Bewegung für die Zurückeroberung der Arbeitermacht hinein zu tragen!
»Jede Anbetung der Spontaneität der Arbeiterbewegung, jede Herabminderung der Rolle des `bewussten Elements` , der Rolle der Sozialdemokratie, bedeutet zugleich - ganz unabhängig davon, ob derjenige, der diese Rolle herabmindert, es wünscht oder nicht - die Stärkung des Einflusses der bürgerlichen Ideologie auf die Arbeiter« (Lenin, »Was tun?«, Bd. , Seite , dt. Ausgabe).
Das neue sozialistische Bewusstsein der Arbeiter in Russland und Albanien, sowie das Bewusstsein des Weltproletariats überhaupt kann nur entstehen auf Grund tiefer wissenschaftlicher Einsicht, auf Grund von marxistischen Erkenntnissen des heutigen weltgesellschaftlichen, weltökonomischen Prozesses. Das ist der Knackpunkt zwischen den Neo-Revisionisten und uns Marxisten-Leninisten: Die Neo-Revisionisten (werden) behaupten, dass das alte sozialistische Bewusstsein der russischen und albanischen Arbeiterklasse völlig ausreiche, weil es ja bereits »sozialistisch« war. Man kann sich als Marxist-Leninist nicht darauf beschränken, denn das damalige sozialistische Bewusstsein schwenkte durch das revisionistische Bewusstsein ab in das bürgerliche Bewusstsein. Heute wissen wir, dass das spontane Bewusstsein im Sozialismus weiter existierte, dass also der Einfluss des Spontaneität innerhalb der sozialistischen Bewegung erbittert bekämpft werden muss, dass wir Marxisten-Leninisten die sozialistische Arbeiterbewegung unter den Fittichen des Marxismus-Leninismus zu halten haben und nicht zulassen dürfen, dass sie sich von der Fortsetzung des Kampfes gegen den bürgerlichen Einfluss abbringen lässt. Heute ist es der Neo-Revisionismus, durch den der bürgerliche Einfluss in die marxistisch-leninistische Weltbewegung hineingetragen wird. Er ist der Schrittmacher des Spontaneismus innerhalb der heutigen Arbeiterweltbewegung. Wer also soll heute die Arbeiter vor den Neo-Revisionisten schützen, die Arbeiter sich selbst oder gar »mit Hilfe« der Neo-Revisionisten?. Die Revisionisten sind ja durch den Kapitalismus in Russland und Albanien nicht verschwunden, nicht abgetreten. Sie sind noch da, und sie sind aktiv. Sie werben sowohl offen für die Wiederkehr des Revisionismus an der Macht als auch unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Revisionismus. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Revisionismus hat sich der Revisionismus bereits international gehäutet (gehäutet , das heisst: die Neo-Revisionisten haben sich zu einer weltweiten Einheitsfront zusammengeschlossen, um das Weltproletariat mit anti-revisionistischen Worten zu täuschen, um das Proletariat von der sozialistischen Revolution abzubringen, die Zurückeroberung des Sozialismus zu verhindern bzw., wenn dies nicht gelingen sollte, und die Diktatur des Proletariats trotzdem herrschen wird, einen gehäuteten Revisionismus an die Macht zu bringen und den Kapitalismus diesmal unter dem deckmantel des Anti-Revisionismus erneut zu restaurieren). Die Neo-Revisionisten sind nicht nur in Russland und Albanien aktiv: Der gehäutete Revisionismus tritt heute bereits als internationale Einheitsfront auf z.B. in verschiedenen Zentren, von denen wir nur vier nennen wollen: Maoistische Weltbewegungen, »Hoxhaistische« Weltbewegung ([»Unity & Struggle«] - sie hat sich von unserer marxistisch-leninistischen Weltbewegung abgespalten vor und nach dem Sturz der Diktatur des Proletariats in Albanien = Enver Hoxha in Worten - Verrat an Enver Hoxha in Taten!), ISML (Einheitsfront aller sich »marxistisch-leninistisch« NENNENDEN Neo-Revisionisten im Kampf gegen das »Sektierertums«), Brüsseler Weltbewegung (Versöhnung des Maoismus mit dem modernen Revisionismus). Die Neo-Revisionisten treten alle gegen uns geschlossen auf, wobei sie gleichzeitig untereinander konkurrieren.
Wir Marxisten-Leninisten sagen dazu: Das Weltproletariat muss sich heute also mit einem solchen sozialistischen Bewusstsein wappnen, mit dem es den verschiedenen Einflüssen des neo-revisionistischen Bewusstseins erfolgreich widerstehen kann, denn der Neo-Revisionismus ist heute der gefährlichste bürgerliche Einfluss innerhalb der Arbeiterweltbewegung.
Das Proletariat kann den Sozialismus nicht zurückerobern, wenn es sich nicht mit der weiter entwickelten Theorie des Marxismus-Leninismus gewappnet hat, die eben von außen , von uns Marxisten-Leninisten, von den fortschrittlichsten Arbeitern in diese Bewegung der Zurückeroberung erneut hineingetragen werden muss. Der Begriff »von außen« ist an die herrschende Klasse gebunden, da die unterdrückte Klasse direkt im Ausbeutungsprozess stehend nur schwer in der Lage ist, ihre Befreiungstheorie selber zu entwickeln, weil ihr die Zeit und die Mittel dazu fehlen. Von »außen« heisst, außerhalb der spontanen Bewegung, und das heisst nicht etwa zwangsläufig das Gleiche wie »außerhalb« der Arbeiterklasse, was manche kleinbürgerliche Intellektuelle so gern behaupten. Was die Arbeiteraristokratie anbelangt, gilt im Prinzip das Gleiche. Die bürgerlichen Elemente in der Arbeiterbewegung können niemals«bewusste Elemente« der revolutionären Befreiung der Arbeiterklasse werden, sondern bleiben stets ihre erbittertsten Feinde. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass sich Vertreter anderer Klassen auf den revolutionären Standpunkt des Proletariats stellen und nützliche theoretische Arbeit für das Proletariat leisten. Das hat die Geschichte eindrucksvoll bewiesen. Aber was die Geschichte außerdem eindrucksvoll bewiesen hat, ist, dass die meisten revolutionären Theoretiker außerhalb der Arbeiterklasse diese früher oder später betrogen und sie vom revolutionären Weg abgebracht haben - mit revolutionären Phrasen. Ihre Arbeit mag also nützlich sein, aber es ist allein die Sache des Proletariats, über die Theorie, über den Weg zur Macht selber zu bestimmen und zwar in jeder Phase des Klassenkampfes, in jeder Phase der revolutionären gesellschaftlichen und ökonomischen Umwandlung des Kapitalismus in den Sozialismus. Wenn die Arbeiterklasse von Anfang an und durchgehend bis zum Ende dieses Umwandlungsstadiums in allem die Führung hat, wird sie sie auch in der Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Theorie haben, wird die Arbeiterklasse als »bewusstes Element« selber die Bedingungen schaffen, um sich als »bewusstes Element« heranzubilden und sein revolutionäres Bewusstsein ständig heben als Schöpfer der proletarischen Weltanschauung - wohlgemerkt außerhalb der spontanen Arbeiterbewegung und trotz dieser spontanen Bewegung. Anders kann die Voraussetzung für die Verschmelzung von wissenschaftlichem Sozialismus und spontaner Arbeiterbewegung weltweit nicht geschaffen werden. Je mehr das Proletariat lernt, sich in seiner theoretischen Arbeit auf andere Klassen zu stützen, um so besser. Aber die Sache geht schief, wenn man die Intellektuellen von Anfang bis Ende nicht unter Kontrolle behält. Deswegen ist es wichtig, dass sich das Proletariat dabei stets vor allem und in allem auf die eigenen Kräfte stützt - und das gilt eben zuallererst auf theoretischem Gebiet. Man sehe sich nur an, was der KPdSU (B) für Kraft aufbringen musste, um ihre führende theoretische Rolle gegenüber den Einflüssen des Trotzkismus und den Revisionismus zu behaupten - und nicht zuletzt ist das Proletariat, ist die KPdSU (B) auch an dieser Hürde historisch gescheitert. Heute ist die Arbeiterklasse also sehr wohl in der Lage, die theoretische Arbeit zu leisten, die erforderlich ist, um den Marxismus-Leninismus zu einer scharfen Waffe werden zu lassen. Das Weltproletariat wird diese Arbeit international organisieren und länderübergreifend systematisch aufbauen. Sie wird sich weltweit die erforderlichen theoretischen Kräfte aufbauen und theoretische Kräfte aus den einzelnen Ländern heranziehen, um diese Aufgabe global und damit auch genauso »vor Ort« lösen. Die revolutionäre Theorie entwickeln die Arbeiter, wenn sie die Erfahrungen der Arbeiterbewegung aller Länder verallgemeinern und auf ihre Gegenwartssituation anwenden. Die Arbeiter werden sich den Marxismus-Leninismus immer besser aneignen, werden die Methoden des dialektischen und historischen Materialismus als Werkzeug erlernen und immer besser beherrschen, werden sie sich selber als Theoretiker des Sozialismus und der Weltrevolution betätigen und den Marxismus-Leninismus weiter entwickeln. Nur so wird es ihnen gelingen, sich das erforderliche Wissen anzueignen und dieses zu bereichern, um sich zu befreien und eine neue Gesellschaft unter der Diktatur des Proletariats aufzubauen. Die herrschende Arbeiterklasse ist dann viel besser in der Lage, diese notwendige Zeit und Mittel aufzubringen, als das Proletariat in der vorrevolutionären Phase; sie kann als herrschende Klasse nämlich selber über erforderliche Zeit und Mittel verfügen und sich die besten theoretischen Arbeitsbedingungen schaffen, wie sie außerhalb des laufenden Produktionsprozesses ( also »von außen«) die theoretische Aufbauarbeit des Sozialismus in die Hand zu nehmen hat. Um den Bürokratismus zu überwinden, um mit der Gefahr der Parteibürokratie fertig zu werden, muss die Partei nicht nur ihre eigenen Kader bolschewisieren, sondern aus der Arbeiterklasse so viele Bolschewisten rekrutieren, dass sie alle führenden gesellschaftlichen Posten besetzen, also insbesondere auch an der theoretischen Front bis hin an die Front des sozialistischen Produktionsprozesess selbst:
»Wir können uns jetzt nicht auf die Heranbildung kommunistischer Kader überhaupt, bolschewistischer Kader überhaupt beschränken, die über alles ein wenig zu schwätzen verstehen. Dilettantismus und Alleswisserei sind jetzt Fesseln für uns. Was wir jetzt brauchen, sind bolschewistische Spezialisten für die Metallindustrie (....) usw. usf. Wir brauchen jetzt ganze Gruppen, Hunderte und Tausende neuer Kader aus den Reihen der Bolschewiki, die auf den verschiedensten Wissensgebieten ihr Fach beherrschen« [also auch auf dem Gebiet der revolutionären Theorie des Marxismus-Leninismus - die Red.] (Stalin, Bd. 11, Seite 69: »Rede auf dem VIII. Kongress des Kommunistischen Jugendverbandes«).
Der Bürokratismus, die Entstehung einer neuen sozialbürgerlichen Klasse innerhalb der Diktatur des Proletariats konnte nicht verhindert werden. Eben darin besteht die neue theoretische Arbeit, Wege aufzuzeigen, wie diese Entwicklung zukünftig verhindert werden kann. Das alte sozialistische Bewusstsein entwickelte sich zurück und nahm immer mehr Gestalt eines neuen spontanen Bewusstseins ein, das sich im Wesen nicht vom alten vorrevolutionären spontanen Bewusstsein unterschied, verwandelt sich schließlich in ein bürgerliches Bewusstsein in dem Maße und in dem Moment, wie der Kapitalismus restauriert wurde. Mit einem sozialistischen Bewusstsein, das auf der Höhe der marxistisch-leninistischen Theorie weiter entwickelt worden wäre, hätte die Restauration des Kapitalismus verhindert werden können! Das sozialistische Bewusstsein gleitet also in ein spontanes Bewusstsein beim Aufbau des Sozialismus ab, wenn es die Partei nicht versteht, die fortschreitende marxistisch-leninistische Theorie auf aktueller Höhe im Bewusstsein der Arbeiter und Werktätigen zu verankern. Wenn das sozialistische Bewusstsein nicht ständig gehoben wird, wenn es auf der Stelle tritt und zurückbleibt, dann verkümmert es nicht nur, nimmt es nicht nur einen spontanen Charakter an, sondern kann sich auch leichter ins Gegenteil verwandeln, kann es dazu kommen, dass sich das sozialistische Bewusstsein in ein revisionistisches Bewusstsein und damit in ein bürgerliches Bewusstsein zurückverwandelt und zum vorherrschenden Bewusstsein wird. Genau dagegen hat Stalin innerhalb der gesamten Periode des Bestehens der Sowjetunion gekämpft, und wie sich gezeigt hat, muss dieser Kampf in Zukunft auf höherer qualitativer Stufe fortgesetzt werden, damit die aufgetretenen Schwächen uns schließlich die Zerstörung der Diktatur des Proletariats verhindert werden können.
So musste das anti-revisionistische Bewusstsein der albanischen Arbeiter, das wir als das letzte am weitesten entwickelte Bewusstsein aller Arbeiter der ganzen Welt bezeichnen, in dem Moment zu einem spontanen Bewusstsein herabsinken, als es ihnen nicht gelang, die Lehren Enver Hoxhas über den Maoismus auf die inneren Verhältnisse in Albanien anzuwenden und den siegreichen anti-neorevisionistischen Klassenkampf gegen Ramiz Alia zu führen. Diesen Kampf hat das albanische Proletariat heute noch nicht zu Ende geführt, aber sie wird diese Aufgabe anpacken und siegreich lösen.
Wesentliches Merkmal der Diktatur des Proletariats - insbesondere nach ihrer Zurückeroberung - ist es, dass das Proletariat vermittels seiner Avantgarde, lernt, die geistige Macht, ihre marxistisch-leninistische Weltanschauung nicht nur zu gebrauchen, durchzusetzen, zu verankern, zu verbreiten ( Erziehung zur Diktatur des Proletariats), sondern vor allem auf so einem Stand theoretisch permanent weiterzuentwickeln und zu stärken, dass es dem Klassenfeind von innen heraus unmöglich gemacht wird, sich dieser geistigen Macht zu bedienen, um die Diktatur des Proletariats zu stürzen im »Namen der Diktatur des Proletariats«. Alle neue geschaffenen Formen und Inhalte der zurückeroberten Diktatur des Proletariats stehen stets unter dem Einfluss der Bourgeoisie mit dem Ziel, in sie einzudringen, um sie von innen her zu zerstören. Es ist die Aufgabe der neuen Diktatur des Proletariats, sich gegen die verfeinerten Formen des revisionistisch-bürgerlichen Einflusses zu schützen.
Der Marxismus-Leninismus ist die Wissenschaft des Proletariats; sie ist mit keiner anderen Klasse teilbar. Wenn die Arbeiterklasse ihre Ideologie mit einer anderen Klasse teilt, hat sie schon begonnen, sie an eine andere Klasse zu verlieren. Der Kampf gegen den Einfluss der bürgerlichen Ideologie muss durch Hebung des sozialistischen Bewusstseins also im Sozialismus permanent verschärft werden, darf zu keinem Zeitpunkt vernachlässigt werden, darf niemals vorzeitig für beendet erklärt werden, solange die Gefahr des bürgerlichen Einflusses droht. Die Diktatur des Proletariats und ihre Zurückeroberung scheitert, wenn die Arbeiterklasse dies nicht begreift und beherzigt und zwar über die Dauer der vollständigen Übergangsperiode zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Wenn der revolutionäre Geist der Diktatur des Proletariats stirbt, stirbt auch die Diktatur des Proletariats, so mächtig und stark sie auch gewesen sein mag, ob als Sozialismus »in einem Lande« oder als sozialistisches Kettenglied mehrerer oder aller Länder. Die Partei kann diese Aufgabe nicht stellvertretend für die Klasse lösen. Die Partei muss sicher stellen, dass die Hebung des sozialistischen Bewusstseins zusammen mit der ganzen Arbeiterklasse gelöst wird.
Wenn Stalin die drei berühmten charakteristischen Merkmale der Diktatur des Proletariats dargestellt hat, dann muss als viertes Merkmal der Diktatur des Proletariats die Herrschaft der Arbeiterklasse über die Gedanken der sozialistischen Gesellschaft dazu kommen (wobei sie ihre führende geistige Rolle gegenüber den nichtantagonistischen Klassen durch Überzeugung, also in friedlicher und freundschaftlicher Form, ohne Gewalt wahrnimmt, während sie gegenüber den antagonistischen Klassen nicht davor zurückschrecken wird, ihren »roten Terror« auch in der Anwendung ihrer geistigen Waffen drückt sich die Diktatur des Proletariats aus!), muss das Proletariat geistig über die anti- marxistisch-leninistischen Theorien herrschen, muss sie den geistigen Klassenkampf im Sozialismus zu Ende führen, muss sie über den Revisionismus und Neo-Revisionismus siegen, der die geistige Macht der Diktatur des Proletariats , den Marxismus-Leninismus, zerstört, »revidiert«. Die automatische, mechanische Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins im Sozialismus, die Entwicklung des `bewussten Elements` sozusagen im Selbstlauf des Aufbauprozesses des Sozialismus - ( nicht nur allmähliches Absterben des Klassenkampfes, sondern allmähliches Absterben des sozialistischen Bewusstseins im Verlaufe der Vervollkommnung des Sozialismus!) - eben das ist die Fortsetzung der Anbetung der Spontaneität, die Lenin in »Was tun?« geißelte, unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats. Sozialistisches Bewusstsein zu entwickeln in Worten, aber damit maskiert nur das bürgerliche Bewusstsein in Taten zu fördern - das ist der Revisionismus in der Frage des sozialistischen Bewusstseins. Das sozialistische Bewusstsein gegen den Revisionismus in Worten entwickeln und verteidigen, aber maskiert das revisionistische Bewusstsein zu entwickeln und zu fördern - das ist der Neo-Revisionismus in der Frage des sozialistischen Bewusstseins. Den Marxismus-Leninismus nicht weiter zu entwickeln, ihn zum Dogma erstarren zu lassen, führt genauso zum Spontaneismus, wie seine revisionistischen Verfälschungen - und zwar generell in jeder Phase des Klassenkampfes. Niemals darf das revolutionäre Proletariat darauf verzichten, seine selbständige marxistisch-leninistische Theorie und Politik ständig weiter auszuarbeiten, ohne Gefahr zu laufen, in Nachtrabpolitik zu geraten, was nichts anderes heisst, der Spontaneität, und damit der Bourgeoisie zum Opfer zu fallen. Wissenschaftlicher Sozialismus und spontane Arbeiterbewegung zu verschmelzen heisst als Aufgabe der Vorhut der Arbeiterklasse nichts anderes als: erstens, den wissenschaftlichen Sozialismus aus den Händen der Sektierer und Dogmatiker zu befreien. und zweitens die Arbeiterbewegung aus den Händen der Spontaneisten zu befreien. Nur auf diesem Wege kann die marxistisch-leninistische Partei sozialistisches Bewusstsein in der Arbeiterklasse entwickeln und festigen. Und das gilt nicht nur für die Entwicklung des proletarischen Internationalismus durch die Anstrengungen der einzelnen Sektionen, sondern darin besteht auch insgesamt die Aufgabe der Komintern/ML.
Wenn die Befreiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter sein kann, so kann die revolutionäre geistige Befreiung vom Revisionismus auch nur das Werk der Arbeiter sein, was nichts anderes heisst, dass sie sich selber die Bedingungen schafft, für die geistigen Waffen zu sorgen, indem sie sich ihre Vorhutpartei schafft, die den Marxismus-Leninismus entsprechend weiterentwickelt und damit das revolutionäre Bewusstsein der ganzen Klasse mit Inhalt ausstattet. Dadurch gelingt es der Arbeiterklasse, auch als Denker der herrschenden Klasse, als denkende herrschende Klasse, aufzutreten - eben auch und besonders im Weltmaßstab. Diese Art Teilung der geistigen und materiellen Arbeit der herrschenden Arbeiterklasse und ihrer führenden Partei muss allmählich aufgehoben werden, indem sich die Klasse gegenüber ihrer Partei nicht passiv und rezeptiv verhält, sondern sich ausreichend Zeit nimmt, sich über die eigene Zukunft als Klasse Gedanken zu machen und allmählich lernt, als ganze Klasse die geistige Macht auszuüben und auf der erforderlichen Höhe auszubauen. Die ganze Klasse dahin zu bringen, dazu befähigen, das ist die Aufgabe der führenden Rolle der Partei, die damit natürlich nicht aufhört: Es ist eine Sache, die gesamte Arbeiterklasse auf die Höhe der marxistisch-leninistischen Theorie zu heben, und eine ganz andere, diese Höhe zu sichern, d.h. permanent weiter zu entwickeln. Es ist für den Revisionismus viel schwerer, der ganzen Arbeiterklasse ihre geistige Macht zu entreißen, als ihrer Vorhutpartei zu erobern, um dann Einfluss auf die Klasse und dann auf die Masse auszuüben. Die Partei muss sowohl die Klasse als auch die Masse befähigen, die Vorhutpartei vor der revisionistischen Entartung zu schützen. Die Vorhutpartei kann sich niemals allein gegen ihre Entartung schützen. Die Köchin muss dann nicht nur lernen, den Staat zu führen, um es mal mit den Worten Lenins auszudrücken, sondern auch den Marxismus-Leninismus zu »führen«. Die besten Proletarier der Diktatur des Proletariats sind die besten Führer der Vorhutpartei. In ihren Händen ist die Partei am besten geschützt. Die Kaderpartei ist notwendig, um die Massenpartei zu schaffen, aber mit der Massenpartei hört die Partei nicht auf, Kaderpartei zu sein, im Gegenteil, setzt diese voraus. Das ist auch der Schlüssel des Erfolgs für die Parteiführer im Kampf gegen den Revisionismus, nämlich sich auf die volle geistige Entfaltung, auf die Aktivierung des revolutionären Denkens der ganzen Klasse stützen. Die marxistisch-leninistische Partei muss ihre Rolle als geistige Führerin des Proletariats auf eine völlig neue Stufe heben, um der Gefahr des revisionistischen Einflusses erfolgreich entgegenzuwirken. Nur so kann man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.
»Die Existenz revolutionärer Gedanken in einer bestimmten Epoche setzt bereits die Existenz einer revolutionären Klasse voraus« (Marx/Engels, Bd. 3, Seite 47, dt. Ausgabe). Dieser Satz gilt natürlich auch für die Epoche, in der eine Klasse ihre Macht zurückerobern will. Marx stellte fest, »dass sowohl zur massenhaften Erzeugung dieses kommunistischen Bewusstseins wie zur Durchsetzung der Sache selbst eine massenhafte Veränderung der Menschen nötig ist, die nur in einer praktischen Bewegung, in einer Revolution vor sich gehen kann, dass also die Revolution (...) nötig ist, (...) zu einer neuen Begründung der Gesellschaft befähigt zu werden” (Marx/Engels, Bd. 3, Seite 70, dt. Ausgabe).
Erinnern wir uns an Stalins berühmten »Brief aus Kutais«:
»Wenn die Masse selbst und ihre spontane Bewegung uns die Theorie des Sozialismus geben, so braucht man die Masse nicht vor dem schädlichen Einfluss des Revisionismus (...) schützen« (Stalin, Bd. 1, Seite 50, dt. Ausgabe).
Damit ist eigentlich alles gesagt: Nur mit der Theorie des Sozialismus können sich die Massen auf der ganzen Welt vor dem Einfluss des Revisionismus schützen, wobei diese Theorie des Sozialismus, weder aus der spontanen Bewegung herauswächst, noch von den Revisionisten weiter entwickelt werden kann. Diese Aufgabe ist der Vorhut des revolutionären Proletariats vorbehalten - der marxistisch-leninistischen Partei und der Komintern/ML, in der die marxistisch-leninistischen Parteien aller Länder zusammengeschlossen sind. Damit wird ausgedrückt, dass ein sozialistisches Bewusstsein des Weltproletariats stets ein internationalistisches Bewusstsein ist, das auch von allen Internationalisten der Welt in gemeinsamer Arbeit auf die erforderliche Höhe gehoben wird - im Weltmaßstab.
Von der Umwälzung sämtlicher Ideen sprach Marx bereits als Teil der Permanenzerklärung der Revolution:
»Dieser Sozialismus ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlichen Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen« (Marx/Engels, Bd. 7, Seite 89-90, dt. Ausgabe).
Vor dem schädlichen ideologischen Einfluss des Revisionismus hat sich die KPdSU (B) nicht ausreichend geschützt, haben sich die russischen und albanischen Arbeiter im ersten Anlauf nicht genügend geschützt, haben sie für diese Lehre mit dem Verlust des Sozialismus und ihrer Macht bezahlt und auch mit dem Verlust der revolutionärsten Partei der Welt - einen teuren Preis. Wenn sie aber bereit und willens sind, die Diktatur des Proletariats zurückzuerobern, dann müssen sich die russischen und albanischen Arbeiter vor dem Neo- Revisionismus, d.h. vor dem gehäuteten Revisionismus schützen, müssen sie sich mit dem heutigen Wissen über den Neo-Revisionismus wappnen, müssen sie sich mit der Theorie des neuen Sozialismus, mit der Theorie der höheren Revolution ausstatten, indem sie die richtigen Lehren aus ihrer eignen Geschichte ziehen, müssen sie eine neue marxistisch-leninistische Partei aufbauen, die diesen neuen Aufgaben gewachsen ist. Die theoretischen Lehren kann man aber nicht aus dem spontanen Klassenkampf ziehen, die kann man nur wissenschaftlich unter Anwendung des dialektischen und historischen Materialismus ziehen.
»Man braucht nur diese theoretischen Voraussetzungen anzunehmen, und keinerlei Opportunismus wird an einen herankommen können« (Stalin, ebenda, Seite 51).
Die Arbeiter haben diese »dunkle Seite der Macht« - den Revisionismus, den Sozialfaschismus - leidvoll zu spüren bekommen, und wir müssen ihnen erklären, dass sie nichts zu fürchten haben. Außer Acht lassen dürfen wir also nicht dass es sich um ein zerstörtes sozialistisches Bewusstsein handelt, in dem heute noch die negativen Faktoren der Veränderungen durch die Restauration des Kapitalismus nachwirken, die die ehemaligen Klassen der Diktatur des Proletariats bis zum heutigen Tage durchlebt haben. Enttäuschungen und Niederlagen, die das Bewusstsein tiefgreifend veränderten, das revolutionäre Bewusstsein hemmten, ja sogar erschütterten. Es ist nicht übertrieben, wenn wir heute von einer chronischen Krankheit des »depressiven Kommunismus« ( nicht nur unter den Massen, sondern auch unter den Kommunisten!) sprechen - die nicht nur Russland und Albanien erfasst, sondern die ganze Welt befallen hat. Und in dieser schweren Zeit beweist sich, ob wir den langen Marsch gegen den Antikommunismus und gegen den Revisionismus durchhalten werden oder nicht. Wir Revolutionäre müssen die schwierige depressive Phase unbeirrbar durchschreiten und bei ihrer Überwindung die Schwankenden und Zögernden mit uns reißen - auch das ist für sich genommen schon ein umfangreiches »Weltprogramm«, d.h. darin muss man das Wesen unserer Generallinie begreifen, um die gegenwärtige Situation auf revolutionäre Weise zu meistern. Und wir sprechen hier nicht allein von den heutigen russischen und albanischen Revolutionären, sondern von den Revolutionären der ganzen Welt. Deswegen ist der weltweite Zusammenschluss aller Kommunisten ( und zwar ausschließlich diejenigen, die bereits den bewussten Trennungsstrich zu allen gegenwärtigen neo-revisionistischen Strömungen gezogen haben) eine so wichtige aktuelle Aufgabe.
Gerade diese schrecklichen Ereignisse, durch die das Proletariat seine Macht verlor, haben tiefe Wirkungen auf den gegenwärtigen Zustand der einstigen sozialistischen Klassen erzeugt und hinterlassen. Diese Trümmer müssen erst einmal mühselig und geduldig beseitigt werden. Der daraus entstandene Zustand ist äußerst kompliziert und zwiespältig. Das russische Proletariat hat ein ganzes Jahrhundert lang einen aufopferungsvollen Kampf mit ungeheuren Höhen und Tiefen durchlebt, hat Hungersnöte und Kriege überlebt, hat den Sozialfaschismus überlebt, wie er nirgends schrecklicher wütete. Und der Zusammenfall des verfaulten russischen Sozialimperialismus hat heute ähnliche Erscheinungen hervorgebracht, die das russische Volk wiederum zwingt, sich entweder erneut zu erheben oder zu verhungern und unterzugehen. Nach all dem muss das russische Volk nun auch noch mit dem riesigen Trümmerhaufen fertig werden, den die revisionistischen Parasiten und Blutsauger hinterlassen haben (die haben ja nicht den Kapitalismus zu neuer Blüte gebracht mit ihrer Restauration, sondern sich den Sozialismus so vollständig einverleibt, dass danach nichts mehr übrig war und alles total marode unbrauchbar geworden ist - das macht es ja nicht nur dem Kapitalismus schwer, Fuss zu fassen, sondern mit diesen revisionistischen Hinterlassenschaften wird auch der Aufbau des neuen Sozialismus konfrontiert sein - mit den verheerenden Folgen des revisionistischen Parasitismus), müssen sie mit dem internationalen Kapital fertig werden, das den mühselig geschaffenen neuen Reichtum, den es für den Wiederaufbau so dringend bräuchte, außer Landes schafft. Das Land liegt am Boden, das Volk ermattet, sucht nach Auswegen aus der schlimmen Lage, die wieder gekennzeichnet ist durch innere Kriege und durch die Bedrohung eines Krieges von außen, wenn man sich die Bush-Pläne ansieht: Atombombendrohung auf Russland. Der ganze Hass der Kapitalisten auf den Kommunismus entlädt sich voll auf das russische und albanische Volk, sollen sie für den »Schaden«, den sie den Kapitalisten bereitet haben, büßen und Racheopfer bringen. Hinzu kam die unerfüllte Hoffnung und Enttäuschung, dass die Proletarier aller anderen Länder nicht zur Revolution gelangt sind, um den Sozialismus in Russland und Albanien zu sichern. So etwas Schlimmes hat kein anderes Proletariat, kein anderes Volk jemals durchmachen müssen. Das hinterlässt tiefe Wunden in der Seele des ganzen russischen Volkes, die nicht so schnell vernarben können. Und das ist beim albanischen Volk heute nicht anders. Keiner auf der Welt kann nachempfinden, wie diesen Völkern zumute ist, denen man die Macht entriss, die sie sich so mühevoll erobert hatten. Keiner auf der Welt kann nachempfinden, wie Menschen sich fühlen, denen man das glückliche und freie Leben im Sozialismus genommen hat und die tiefste Finsternis des Kapitalismus zurückgestoßen wurden. Was man am Sozialismus gehabt hat, kann man nur ermessen, wenn man den Sozialismus verloren hat. Und das ist die andere Wirkung, die der Verlust des Sozialismus ausübt: Der westliche Kapitalismus ist keine Alternative für den einstigen Sozialfaschismus an der Macht. Er treibt das Volk vom Regen nur noch tiefer in die Traufe. Es spricht also vieles dagegen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt möglich wäre, die große proletarische Oktoberrevolution zu Ende zu führen und im zweiten Anlauf den Sturm auf die Bastionen des Imperialismus zu wagen, denn Russland ist jetzt in die Allianz des Weltimperialismus eingebunden worden und dieser schutzlos ausgeliefert. Im Balkan sieht es bei den Albanern zur Zeit nicht anders aus.
Aber es spricht trotzdem unendlich viel für eine erneute revolutionäre Erhebung in Russland und Albanien. Seit der Oktoberrevolution ist der Imperialismus inzwischen 85 Jahre älter geworden, wo die Vergesellschaftung der Produktivkräfte eine internationale Reife erfahren haben, die den weltweiten Übergang zum Sozialismus schneller, mächtiger und vollkommener gestalten lässt, als noch zu Lenins Zeiten. Der Sieg einer Revolution höheren Typus hätte also größere Chancen als zur Zeit Lenins, durch den Ausbruch anderer Revolution überlebensfähiger zu sein, aber eben auch durch die sozialistischen Erfahrungen. Die Massen in der Sowjetunion und in Albanien wünschen sich angesichts ihrer verzweifelten Lage nichts sehnlicher, als diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die sie in diese verzweifelte Lage gebracht haben - die Revisionisten! Nirgends würde konsequenter gegen den Revisionismus gekämpft werden, als gerade in diesen beiden Ländern. Und eben das sind die besten Voraussetzungen für eine Revolution höheren Typus! Nirgends würde der Sozialismus schneller aufgebaut werden können, als in denjenigen Ländern, die aus ihren Erfahrungen mit dem Verrat der Revisionisten gelernt haben. Kein anderer Sozialismus würde eher geeignet sein, das erste Kettenglied in der 2. Etappe des internationalen Sozialismus zu bilden wie der in Russland und in Albanien. Nirgends könnten mehr Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus eingebracht und genutzt werden, wie in diesen beiden Ländern. Deswegen gehören ihre Revolutionen nicht der Vergangenheit an, sondern spielen sie in der Gegenwart und Zukunft einer außerordentlich wichtige Rolle auch für das gesamte Weltproletariat und die unterdrückten Völker in der Welt für ihre Befreiung vom Weltimperialismus.
Selbst wenn sich jetzt die Klassen der ehemaligen sozialistischen Länder der Sowjetunion und Albaniens im Wesen nicht mehr von allen anderen entsprechenden Klassen in der Welt unterscheiden, weil sie wie alle anderen auch vom Weltkapitalismus ausgebeutet und unterdrückt werden, so unterscheiden sie sich doch von ihnen ganz erheblich durch ihre sozialistische Vergangenheit, wie wir das eben ausgeführt haben. Und genau deswegen unterscheidet sich auch die Revolution höheren Typs von allen anderen Revolutionen, führt für sie ein ganz besonderer Weg zur Diktatur des Proletariats, der sich von allen anderen Wegen unterscheidet. Die ehemals siegreichen Klassen des sozialistischen Albaniens und der sozialistischen Sowjetunion Lenins und Stalins haben ihre Revolutionen nicht von außen miterlebt, sondern sie haben sie selber durchgeführt. Sie verfügen daher über eigene Erfahrungen, die sie ganz anders umsetzen können, als Proletarier anderer Länder, die sich diese Erfahrungen natürlich auch zunutze machen. Der Schlüssel für den Sieg der sozialistischen Revolution höheren Typs liegt in der Überwindung des Revisionismus, in der Beseitigung derjenigen Ursachen, die zur Restauration des Kapitalismus geführt haben. Nur durch das Studium der Schwächen und Fehler des Sozialismus »in einem Lande«, die die Restauration des Kapitalismus überhaupt erst möglich gemacht haben, als auch durch das Studium der Ursachen und Bedingungen, die den Sozialismus »in einem Lande« trotz Überlegenheit des Weltkapitalismus so stark gemacht haben, ist es möglich, die historischen Faktoren für den Sieg der neuen Revolution höheren Typs zu nutzen. Nutzen können die Russen und Albaner das Studium der historischen Faktoren aber erst, wenn sie die historischen Erkenntnisse mit dem Studium der gegenwärtigen , der neuen Bedingungen richtig verbinden, denn diese gegenwärtigen Bedingungen sind die entscheidenden Bedingungen: knallharter Kapitalismus in Russland und Albanien und in der ganzen Welt und - Neo-Revisionismus, der 100 Mal schwerer zu besiegen ist als der moderne Revisionismus!
Der Kapitalismus zur Zeit der Oktoberrevolution ist nicht identisch mit dem Kapitalismus im heutigen Russland. Insofern unterscheidet sich der damalige Kampf auch von dem heutigen Kampf gegen den Kapitalismus, muss er anders geführt werden. Man darf also weder die beiden Revolutionen identifizieren, noch voneinander trennen. Es handelt sich um zusammenhängende und übereinstimmende Kettenglieder, die gemeinsame Züge, aber auch verschiedene Züge in sich vereinen. Je klarer dieser Zusammenhang erkannt wird, desto wahrscheinlicher wird auch die Richtigkeit der Schlussfolgerungen bezüglich der Bestimmung der bislang unerforschten Eigenschaften der Revolutionen höheren Typs in Russland und Albanien. Das ist die Aufgabe der marxistisch-leninistischen Parteien, die in Russland und Albanien erst wieder aufgebaut werden müssen.
Wir müssen uns als »Außenstehende« davor hüten, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die Pariser Kommune hat bis heute leider noch nicht zur einem einzigen Tag der Diktatur des französischen Proletariats in ganz Frankreich geführt, obwohl kein anderes Proletariat der Welt damals mehr Erfahrungen aus der Pariser Kommune sammeln und verwerten konnte, als das französische Proletariat selbst. Mit der Sammlung von Erfahrungen produziert man noch keine Revolution, obwohl die objektiven Faktoren dafür längst reif sind. Statt dessen siegte das russische Proletariat, obwohl es noch über keinerlei Erfahrungen - wie beispielsweise durch eine vorherige »Moskauer Kommune« verfügte - eben weil es ein neues sozialistisches Bewusstsein entwickeln konnte. Das russische Proletariat musste mühselig seinen eigenen Weg zum Sozialismus beschreiten und konnte sich erst im Verlaufe des Kampfes Erfahrungen aneignen, um die Diktatur zu sichern, woran die Pariser Kommune noch gescheitert war. Wir können also keinen Beweis dafür erbringen, dass die nächste Revolution unbedingt in Russland und Albanien stattfindet. Wünschen würden wir uns das alle, aber Wünsche allein helfen der Revolution nicht weiter. Es kann also eine Revolution ganz anderen Typs mit ebenso anderen Formen sein, die zuerst in dieser post-sozialistischen Etappe des Kapitalismus ausbrechen wird. Den größten Fehler, den wir bei falschen Schlussfolgerungen über die zu erwartenden (oder nicht zu erwartenden) Revolutionen machen können, ist, daraus eine fatalistische Methode ableiten zu wollen. Das würde uns von jeder richtigen Schlussfolgerung abhalten - und genau das ist ja der Sinn und Zweck des Revisionismus, nämlich die Methode der irreführenden Schlussfolgerungen als »schöpferische marxistisch-leninistische« Weiterentwicklung auszugeben. Diese Methode haben die Revisionisten nicht nur aus der Giftküche der II. Internationale entnommen. Das ist auch die Methode der faschistischen Ideologie, nämlich die Bedingungen der vergangenen Geschichtsepoche an die Stelle der gegenwärtigen zu setzen, um die Massen in die Irre zu führen.
Es geht in erster Linie um die konkrete revolutionäre Umgestaltung des restaurierten Kapitalismus, nachdem die Revolution höheren Typs in Russland und Albanien gesiegt hat und nicht um revolutionäre Phrasen darüber, dass alles wieder genauso gemacht werden muss wie zur Zeit der Oktoberrevolution und dass man die Ursache jeden neuen Fehlers nur darauf zurückführen bräuchte, dass man nicht buchstabengetreu nach altem Muster vorgegangen sei. Das ist dogmatisch und sektiererisch. Man darf die Etappe des Sozialismus »in einem Lande« nicht für heilig und unfehlbar erklären. In dieser historischen Etappe des Sozialismus wurde viel getan, was besser hätte unterbleiben müssen, und es wurde viel unterlassen, was hätte besser getan werden müssen, oder wäre sonst etwa die Sache des Sozialismus überhaupt schief gegangen? Wir können weder die Pariser Kommune noch den Sozialismus kopieren wie er in Russland und Albanien aufgebaut wurde - selbst die Russen und Albaner werden einen völlig neuen Sozialismus erschaffen. Je teurer dem Weltproletariat der Sozialismus in Russland und Albanien ist, um so weniger darf es sich auf ihn berufen OHNE seine Fehler unter den damaligen besonderen Bedingungen zu analysieren. Die russischen Genossen werden einen riesigen Schritt nach vorn machen, wenn sie von den Albanern lernen, z.B. was den Kampf gegen den Revisionismus betrifft. Und die Albaner werden ihrerseits einen Riesenschritt nach vorn tun, wenn sie aus dem Neo-Revisionismus Lehren gezogen haben, insbesondere den Verrat Ramiz Alias auf marxistisch-leninistische Weise analysiert haben. Vor allem darf man sich beim gescheiterten Sozialismus »in einem Lande« nicht auf die spezifischen nationalen Ursachen beschränken, sondern muss man den Blick auf den Zusammenhang mit der Weltlage, mit dem damaligen Zustand und Prozess der Weltrevolution lenken:
Der Sozialismus »in einem Lande« wurde geschlagen - es lebe der Sozialismus im Weltmaßstab! Wir sind deswegen internationale Kommunisten, weil wir durch die Zwischenstationen und Kompromisse, die die bisherige Geschichte des Sozialismus durchlaufen hat, und die nicht von den Klassikern, von uns Kommunisten so gedacht waren, klar das Endziel vor Augen behalten - die Weltrevolution. Wir Kommunisten dürfen uns nicht einbilden, sobald wir uns international einig geworden seien, könnten wir alle kommenden Zwischenstationen und Kompromisse überspringen, sei die Sache der Weltrevolution abgemacht für den Tag »X«. Und wenn wir dann morgen ans Weltruder kämen, würde übermorgen der Weltkommunismus eingeführt werden. Und wenn das nicht so nach unseren Wünschen liefe, würden wir »keine echten« Kommunisten sein. »Kindliche Naivität, die Ungeduld als einen theoretisch überzeugenden Grund anzuführen!« (Marx/Engels, Bd. 18, Seite 533, dt. Ausgabe). Das wäre der Kommentar der Klassiker.
Natürlich würde bei solcher »Holzhammer« - Betrachtungsweise eine Enttäuschung nur die andere ablösen, solange man nicht die unvermeidlichen historischen Verhältnisse des Sozialismus in Russland und Albanien begreifen will, sondern zufälligen Fehlern einzelner zuschreibt. Man muss nach dem gescheiterten Sozialismus endlich aufhören, sich in gegenseitigen Anklagen, Beschuldigungen und Vorwürfen zu verlieren. Wenn etwas sicher ist, dann wohl die Tatsache, dass die Albaner und Russen eine geraume Zeit der Regeneration und Sammlung ihrer revolutionären Kräfte überwunden haben, und dass jeder verfrühte wie auch verspätete Versuch einer Revolution neuen Typs mit einer noch furchtbareren Niederlage enden würde - eben wenn dafür noch nicht ausreichend die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen worden sind; beziehungsweise die herangereifte revolutionäre Situation nicht rechtzeitig erkannt wurden - und es den Neo-Revisionisten ein Leichtes wäre, die erneute Erhebung des russischen und albanischen Volkes im Keim zu ersticken. Dreh- und Angelpunkt ist und bleibt natürlich die Voraussetzung einer zur Durchführung der Revolution befähigten marxistisch-leninistischen Partei.
Aus Angst vor falschen Schlussfolgerungen werden wir Marxisten-Leninisten selbstverständlich nicht darauf verzichten, überhaupt Schlüsse zu ziehen, selbst wenn wir sie noch nicht beweisen können. Beweisbar ist der Marxismus-Leninismus natürlich erst durch die Praxis. Unsere Hypothesen können wir schließlich und endlich nur durch die bereits praktisch gelöste Weltrevolution unter Beweis stellen. Aber wozu bräuchten wir dann überhaupt unsere marxistisch-leninistische Theorie, wäre sie dann nicht völlig überflüssig? Ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis. Also brauchen wir die Theorie, weil wir aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Tatsachen eben noch nicht im Stande sind, die sozialistische Revolution höheren Typus zu erklären; weil uns eben noch keinerlei Erfahrungen hierüber zur Verfügung stehen; weil wir eben nicht die Frage der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats auf gleiche Weise lösen können wie einst die Frage der Eroberung der Diktatur des Proletariats. Wir haben es schließlich mit einer ganzen neuen Etappe des post-sozialistischen Kapitalismus zu tun, deren Faktoren Lenin und Stalin unbekannt waren, als sie die Revolutionstheorie von Marx und Engels weiterentwickelten. Und auch Enver Hoxha hat uns keine Antwort mehr darauf geben können, wie das albanische Proletariat heute seinen Sozialismus zurückerobern soll, OBWOHL der albanische Sozialismus schon ein anti-revisionistischer Sozialismus - also ein qualitativ höher entwickelter Sozialismus war durch die siegreichen Lehren aus dem revisionistischen Verrat an der Sowjetunion Lenins und Stalins und die Kritik an allen revisionistischen Strömungen - einschließlich des Maoismus. Die anti-revisionistische Kritik hat aber die albanischen Revisionisten nicht davon abgehalten, die albanische Diktatur des Proletariats trotzdem zu zerschlagen, Im Gegenteil die anti-revisionistische Kritik war genau das richtig greifende Tarninstrument, mit dem Ramiz Alia sogar das geschulte albanische Proletariat überrumpelte, das davon nicht nur gewusst hatte wie der chinesische Revisionismus die anti-revisionistischen Kritik and der Sowjetunion und Jugoslawiens dazu missbrauchte, Macht über Albanien auszuüben, sondern das die maoistische Gefahr auch praktisch siegreich abgeschüttelt hatte. Insofern war das albanische Proletariat von Enver Hoxha bereits mit dem nötigen Rüstzeug ideologisch ausgestattet worden, um mit der revisionistischen Gefahr, die hinter dem vorgetäuschte Anti-Revisionismus lauerte, im eigenen Land fertig zu werden. Allein dies macht deutlich, dass Albanien auf dem alten Weg der Volksrevolution so einen qualitativ stärkeren Klassengegner heute unmöglich besiegen kann.
Die alte Form der Sowjetmacht kann nicht vom Embryo-Zustand der Februarrevolution direkt in eine neue Form verwandelt werden, um - wie geschehen - dann im Triumphzug der Oktoberrevolution schnell heranzuwachsen. Die alte Sowjetmacht wurde zerstört, aber nicht vollständig. Wir sprechen daher eher von verschütteten Überresten, die man unter den Trümmern des Revisionismus und heutigen Kapitalismus wieder ausgraben und vom Unrat säubern kann. Die Sowjetmacht wird also nicht nur aus dem Schoß der alten revisionistisch-kapitalistischen Gesellschaft geboren, sondern übernimmt sozusagen das Erbgut der alten Sowjetmacht, kann sie sich darauf stützen. Der Sozialismus in Russland und in Albanien hat solche Erbteile hinterlassen, hat solche Menschen hinterlassen, durch die es dem Kapitalismus von heute schwerer fallen wird, dort wieder Fuss zu fassen, als irgendwo anders auf der Welt, obwohl die Kollaboration der Revisionisten mit den Imperialisten eine jahrzehntelange Geschichte hat. Das heisst, dass der revolutionäre Weg zur Entfaltung der neuen Sowjetmacht durch revolutionäre Methoden abgekürzt vonstatten gehen kann, wobei der albanische Entwicklungsweg dank der Existenz und Hilfe der Sowjetunion ohnehin in seinem Geburtsstadium verkürzt und reichhaltiger ausgestaltet werden konnte. So sind also gute Voraussetzungen für die Erreichung einer höheren Stufe des Sozialismus in einem Land dort gegeben, wo nicht nur die Triebkräfte der Überwindung des restaurierten Kapitalismus zum Tragen kommen, sondern auch die Gesetze des alten Sozialismus »in einem Lande«. Die russischen und albanischen Arbeiter machten ihre eigene sozialistische Geschichte, aber sie machten diese Geschichte nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen:
»Proletarische Revolutionen (...) kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eigenen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von Neuem anzufangen, verhöhnen grausam gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von Neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht (...) » (Marx/Engels, Bd. 8, Seite 118, »Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, dt. Ausgabe).
Diese Merkmale werden bei keiner anderen Revolution weiter heraustreten, als bei der sozialistischen Revolution neuen Typs.
»Die Totenerweckung in jenen Revolutionen diente also dazu, die neuen Kämpfe zu verherrlichen, nicht die alten zu parodieren, die gegebene Aufgabe in der Phantasie zu übertreiben, nicht vor ihrer Lösung in der Wirklichkeit zurück zu flüchten, den Geist der Revolution wiederzufinden, nicht ihr (revisionistisches- die Redaktion) Gespenst wieder umgehen zu machen« (ebenda, Seite 116).
Ein neuer Sozialismus, der sich aufbaut auf dem alten Sozialismus, hat bahnbrechende neuere wertvollere Eigenschaften und Merkmale, als jeder neue Sozialismus, der nicht auf eine eigene sozialistische Vergangenheit zurückblicken kann. Die sozialistische Revolution des 21. Jahrhunderts kann aus der Vergangenheit schöpfen, und das unterscheidet sie von der Oktoberrevolution. Eine Revolution, die sich auf eine Revolution stützen kann, die bereits über den Kapitalismus gesiegt hatte, wird beim zweiten Anlauf gegen den Kapitalismus natürlich für einen größeren und vollkommeneren Sieg bessere Voraussetzungen mit sich bringen. Wir charakterisieren die erneute Revolution deswegen als eine Revolution »höheren Typs«, weil sie die Niederlage durch den Revisionismus durch einen Sieg über den Neo-Revisionismus überwinden kann und damit der Weltrevolution greifbar nah heranrückt »von der Utopie zur Wissenschaft«. In dem Moment, wo in Albanien und Russland das Problem des Neo-Revisionismus gelöst ist, können diese beiden Länder auch ihre internationalen Aufgaben zu Ende führen, an die sie der Revisionismus gehindert hat. Dadurch wirkt also die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats stark auf die Entfaltung der Weltrevolution, wahrscheinlich in einem noch größeren Maße, als dies jede andere neue Diktatur des Proletariats in der neuen Welt des internationalen Sozialismus kann. Darin liegt die Bedeutung der Revolution höheren Typs, dass sie das am besten vollenden kann, was die Oktoberrevolution begonnen hat, indem sie unter den leidvollen Erfahrungen des Revisionismus an der Macht einen Schlussstrich ziehen kann. Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats bedeutet nicht die Beendigung des Klassenkampfes, sondern seine Fortführung auf höherer Stufe. Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist der Klassenkampf des Proletariats, das eine Niederlage erlitten und damit die politische Macht gegenüber der Bourgeoisie, gegenüber dem Revisionismus vorübergehend eingebüßt hat, Das russische und albanische Proletariat wurden zwar besiegt, aber nicht vernichtet; sie sind nicht verschwunden, sie haben nicht aufgehört, den Klassenkampf fortzusetzen, und den Widerstand der Bourgeoisie gegen die Zurückeroberung der Diktatur zu brechen.
Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist nicht nur Gewalt gegenüber den Kapitalisten,den neuen und alten Revisionisten , also diejenigen, die dem Proletariat die Macht einst entrissen haben und sogar nicht einmal hauptsächlich Gewalt. Die ökonomische Grundlage dieser revolutionären Gewalt, die Bürgschaft ihrer Lebensfähigkeit und ihres Erfolges bestehen darin, dass das Proletariat in Russland und Albanien einen höheren Typus der gesellschaftlichen Ordnung der Arbeit im Vergleich zum Sozialismus in der ersten Phase repräsentiert und verwirklicht. Die Verhinderung der erneuten Restauration des Kapitalismus durch diese Diktatur des Proletariats neuen Typs ist das Wesentliche. Darin liegt die Quelle für den unausbleiblichen, vollen Sieg des Kommunismus. Die Russen und Albaner haben die besten revolutionären Führer des Sozialismus hervorgebracht, und sie werden weiter hervorragende Führer des neuen Sozialismus hervorbringen. Es wird noch sehr viel in den Schubladen verborgen gehalten sein, was den Ruhm dieser Führer noch vergrößern wird. Davon sind wir fest überzeugt. Nur durch unseren Klassenkampf werden wir diese verborgenen Dokumente als historische Schätze unserer neuen Revolution zuführen können. Die Verdienste der sozialistischen Gesellschaft sind unauslöschlich und wir werden sie durch unsere neuen Siege ehren. Zurückgreifend auf die Worte Lenins über die Diktatur des Proletariats können wir zur zurückeroberten Diktatur des Proletariats sagen:
Der Kampf um die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist ein zäher, blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf für die Wiederherstellung der Macht und Tradition der alten sozialistischen Gesellschaft. Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen Menschen der ehemaligen Sowjetunion und des ehemaligen Albaniens sind die unüberwindlichste Macht, mit der der restaurierte Kapitalismus zu kämpfen hat. Ohne eine eiserne und im anti-revisionistischen Kampf gestählte Partei, ohne eine Partei, die das Vertrauen alles dessen zurückgewinnt, was in der Klasse ehrlich dem Sozialismus treu geblieben ist, ohne eine Partei, die es nicht verlernt hat, die alten sozialistischen Stimmungen der Massen zu reaktivieren und zu festigen und zu erneuern, ist es unmöglich, einen Kampf zur Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats zu führen. Es ist tausendmal leichter, den alten Zarismus oder den westlichen Kapitalismus oder gar einen alten Chruschtschowianer zu besiegen, als die Neo-Revisionisten, die tagtäglich, unmerklich, unfassbar jene zersetzende Tätigkeit vorantreiben, die ihrem Ziel der erneuten Restauration des Kapitalismus dienen werden. Deswegen kann nur eine Revolution höheren Typs siegen, die gegen die Theorie des Neo-Revisionismus gewappnet ist.
Also: Besser eine neue Theorie der Revolution höheren Typs, die sich mit der Zeit vielleicht als unrichtig erweisen sollte, als gar keine Theorie, und außerdem besser als eine alte Revolutionstheorie, die aus den Köpfen der Revolutionäre nicht weichen will und der Entwicklung der neuen Revolutionstheorie nicht Platz macht. Gegenwärtig ist es ja leider nicht so, dass wir uns mit 1000 neuen marxistisch-leninistischen Revolutionstheorien tot schmeißen könnten, sondern die Realität sieht eher so aus, dass wir gegen 1000 verschiedene anti-revolutionäre, konterrevolutionäre Theorien zu kämpfen haben, die sich zum Teil als »Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus« präsentieren - ohne dass wir dabei selber die eigene marxistisch-leninistische Revolutionstheorie halbwegs befriedigend weiter entwickelt haben. Wie kann sich aber die Welt vermittels einer Weltrevolutionstheorie umwälzen, wenn diese Weltrevolutionstheorie »sich nicht selbst« umwälzen lassen will, wenn sie zum Dogma erstarrt, also tot ist?
Während des Ausbruchs der Revolution bleibt nicht genug Zeit für die gründliche Ausarbeitung der Theorie. Diese Arbeit muss vorher abgeschlossen sein. Unter diesem praktischen Gesichtspunkt heisst das: Sehen wir auf Grund der neu zu entwickelnden Theorie der Revolution höheren Typs die revolutionären Ereignisse voraus, dann ist das bereits ein Beweis für ihre Richtigkeit, ein entscheidender Beweis sogar. In diesem neuen Licht müssen wir die Klassiker immer mit einer aktuellen Brille wieder und immer wieder studieren auf der Suche nach Antworten für unsere heutigen Fragen, um daraus das wichtige Kettenglied zu entnehmen, das uns den Weg zur Revolution höheren Typs öffnet. Wir müssen als dialektische und historische Materialisten begreifen, dass der Unterschied zwischen der Oktoberrevolution und der Weltrevolution nicht nur ein reines quantitatives oder geographisches Hinüberwechseln von der »nationalen« zur internationalen Ebene darstellt, wo man die Erfahrungen und die Theorie der Oktoberrevolution nur mechanisch auf eine internationale Ebene zu projezieren braucht, sondern als Marxisten-Leninisten erkennen wir die neue Aufgabe der zu entwickelnden Theorie der Weltrevolution darin, dass es sich hier um einen qualitativen Sprung handelt, um eine qualitativ höhere Theorie der Revolution, durch die sowohl die »nationale« als auch die internationale Ebene qualitativ nicht mehr die gleichen Ebenen sein können, wie sie es noch zu Lenins, Stalins und Enver Hoxhas Zeiten waren. Genauso haben die Klassiker ihrerseits neue Hinweise aus den historischen Erkenntnissen herauslesen und das Wesen der Sache heraus arbeiten können, um mit den so gewonnenen Verallgemeinerungen wieder die ungelösten konkreten Fragen der Gegenwart theoretisch neuartig zu beantworten. So gab Lenin z.B. als historisches Kriterium für die Rechtmäßigkeit einer Revolution folgendes, erstaunlich hartes Urteil ab:
»Ob wir die Macht zu halten verstehen werden? Wenn nicht, dann war die Eroberung der Macht historisch unrechtmäßig« (Lenin, Bd. 29, Seite 6).
Was heisst das heute für die Weltrevolution? Wenn wir es nicht verstehen, die Macht des Weltproletariats zu halten, dann wird die Eroberung der Weltmacht des Proletariats historisch zum Scheitern verurteilt sein. Die Eroberung ist historisch nicht maßgebend, sondern die Macht zu halten, ist das Wesentliche und schwieriger zu Bewerkstelligende. Dass diese Frage vor der Weltrevolution und nicht nach der Eroberung der Macht völlig geklärt sein muss, das hat die Niederlage des Sozialismus in ihrer ersten, in ihrer vergangenen Periode leidvoll bewiesen. Deswegen muss die Theorie der Revolution höheren Typus, die Theorie der Weltrevolution, eben diese Fehler vermeiden, die dazu führen, dass sich das im Weltmaßstab wiederholt, was bereits durch die Niederlage des Sozialismus »in einem Lande« leidvoll bewiesen wurde. Das ist es eben, was wir aus dem harten Urteil Lenins über die Eroberung der Macht entnehmen, und woraus wir lernen. Lenin kann uns keine fertigen Antworten geben, aber er hilft uns, die Antworten zu finden, die ganz allein nur wir Marxisten-Leninisten heute erarbeiten. Wir werden eine Theorie der Weltrevolution entwickeln, die sich nicht nur mit dem Beweis der hohen Wahrscheinlichkeit der Eroberung der Macht zufrieden gibt, sondern wir werden es zu »verstehen« lernen (im Sinne von » vorzeitig plausibel darzulegen«), wie denn überhaupt die Macht besser als in der Vergangenheit gehalten werden kann. Eben darin liegt die historische Rechtfertigung der marxistisch-leninistischen Theorie vor der Weltrevolution, wird diese historisch tatsächlich erst gerechtfertigt. Um also die Rechtmäßigkeit der Oktoberrevolution historisch rechtfertigen zu können, sind wir Marxisten-Leninisten heute verpflichtet, die Oktoberrevolution dadurch zu Ende zu führen, dass wir den Sieg der Weltrevolution erringen. Den bürgerlichen Historikern haben wir gar nichts zu beweisen, denn sie sind so oder so im Unrecht, aber zu beweisen haben wir uns Marxisten-Leninisten, dem ganzen Weltproletariat zusammen mit den ehemaligen Sowjetvölkern und dem albanischen Volk, dass es durch den Kampf für die Weltrevolution gerechtfertigt ist, die Macht in Russland und Albanien zurückzuerobern und dass sie es deswegen auch verstehen werden - trotz des Verrats der Revisionisten - die verlorene Macht zurückzugewinnen und sie endgültig halten.
Mit reiner Buchstabengelehrsamkeit können wir uns also nicht in die Klassiker hineinversetzen, wie sie an die theoretische Lösung der Frage der Revolution herangegangen sind - das können wir erst in Verbindung mit dem marxistisch-leninistischen Studium der gegenwärtigen Bedingungen begreifen. Die Revolution höheren Typs induktiv beweisen durch Tatsachen können wir selbstverständlich noch nicht, aber wir können ihre Gesetzmäßigkeit deduktiv aus der marxistisch-leninistischen Revolutionstheorie weiter entwickeln, indem wir ihren historischen Bezug zur Gegenwart über den Weg des Herausarbeitens des Wesensgehaltes herstellen. Insofern ist die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats eine abgeleitete, höhere Form der Eroberung der Diktatur des Proletariats, eine höhere Form des Weges zur Weltrevolution und damit schließt sich der Kreis. Wenn die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats der Hauptinhalt der Revolution höheren Typs ist, dann besteht die notwendige Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus darin, die Zurückeroberung als praktische Aufgabe theoretisch auszuarbeiten, zu begründen und zu konkretisieren. Nur durch die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist es möglich, in der Sowjetunion und Albanien und in der ganzen Welt den Weg in die klassenlose Gesellschaft fortzusetzen. Die Frage der Weltdiktatur des Proletariats kann nicht ohne die Frage der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats gelöst werden, auch umgekehrt nicht. Beide Fragen sind Bestandteil der Lösung der Aufgabe durch alle Proletarier, nämlich ihre Diktatur in jedem Land zu errichten, damit sie in einem Lande doch noch gehalten werden kann, womit die Oktoberrevolution historisch endgültig gerechtfertigt sein wird.
Die Theorie der Revolution höheren Typs gründet sich auf der marxistisch-leninistischen Lehre von der Permanenz, von der ununterbrochenen Revolution, indem sie die von den Revisionisten hergestellte Phase der Beendigung des Sozialismus »in einem Lande« überwindet und überleitet in die neue Phase des Sozialismus »in allen Ländern«. Insofern ist die Revolution höheren Typs die Fortsetzung der Oktoberrevolution und der albanischen Volksrevolution im Weltmaßstab und nicht nur eine Revolution zur Fortsetzung des Sozialismus in Russland und Albanien; wird sie ein unverzichtbares Kettenglied zwischen dem untergegangenen Sozialismus »in einem Lande« und dem erwachenden Sozialismus auf internationaler Ebene.
»Die Oktoberrevolution war eine Probe für die proletarische Weltrevolution«, sagte Lenin 1919 (Lenin, Bd. 29, Seite 138, dt. Ausgabe).
Die Revolution neuen Typs wird somit eine zur Weltrevolution hinüber wachsende Revolution. Damit löst diese neue Revolution die Vollendung der Oktoberrevolution und der Volksrevolution in Albanien sozusagen »nebenbei«, auf dem Weg zur Weltrevolution. Die Hauptaufgabe der Revolution höheren Typs besteht darin, eine Diktatur des Proletariats höheren Typs hervorzubringen, die fähig und willens ist, die verlorengegangene Ökonomie des Sozialismus nicht nur wieder herzustellen, sondern sie auf eine höhere Stufe zu entwickeln. Nur die fertigen Formen, die aus dem Schoß dieser neuen sozialistischen Ordnung heranreifen, werden durch die Weltrevolution zur Grundlage jener Formen des Weltsozialismus heranwachsen, die heute noch fehlen oder noch fast fehlen. Nur dadurch ist es nach der Machtergreifung des internationalen Proletariats möglich, eine neue, sichere sozialistische Weltökonomie aufzubauen.
Die sozialistischen Revolutionen »in einem Lande« sind darauf gerichtet, die Macht der Bourgeoisie durch die Macht des Proletariats abzulösen, wozu die Staatsmaschinerie der alten bürgerlichen Gesellschaft zertrümmert wird. Die Weltrevolution gibt für diese Zertrümmerungen in jedem Land die nötige ( und heute unverzichtbare) internationalistische Schützenhilfe, zertrümmert aber selbst keine eigene kapitalistische »Weltstaatsmacht«, denn es gibt keinen Weltstaat aller Bourgeoisien, der über den Staatsmächten der einzelnen kapitalistischen Länder steht. Es ist nur eine Vereinigung von Staatsmächten, die auseinanderfällt und abstirbt, wenn nacheinander in jedem Land die Staatsmacht der Bourgeoisie gesprengt wird. Damit entfällt auch die Basis der kapitalistischen Weltorganisationen, denn so wie eines ihrer Mitglieder herausfällt, wird es ja nicht mehr ihrer alten Weltorganisation dienlich sein, sondern im Gegenteil zu einem Glied einer neuen Weltorganisation aller abgelösten Glieder, um die alte Weltorganisation zu bekämpfen und die neue, sozialistische Weltorganisation zu stärken. Wir gehen einer Entwicklung des Sozialismus entgegen, die die bereits durchlaufenen Stadien gleichsam noch einmal durchmacht, aber anders, auf höherer Stufe, auf einer Stufe, die eine festere Basis für den Aufbau des Sozialismus im Weltmaßstab ist, als beim Aufbau des ersten Stadiums- des Sozialismus »in einem Lande«. Eine sprunghafte Entwicklung von der ersten zur zweiten Stufe des Sozialismus ist mit revolutionären Umwälzungen verbunden, durch die nicht nur der neue Sozialismus »in einem Lande«, sondern auch alle neu entstehenden Kettenglieder der sozialistischen Staaten Veränderungen durch machen, die sich im Ergebnis von der ersten Stufe allesamt erheblich unterscheiden, wenn sie auch viele Merkmale der sozialistischen Gesellschaft der ersten Stufe übernehmen und mit sich tragen. Der Sozialismus in allen Länder erschließt aber in der Hauptseite völlig neue Seiten des historischen Sozialismus »in einem Lande«. Der hartnäckige, langwierige Kampf erschöpft sich infolgedessen nicht nur auf den Kampf gegen die noch kapitalistisch verbliebenen Länder, sondern auch gegen die Merkmale jenes alten Sozialismus, der in sich noch die Lasten des Revisionismus abzutragen hat - vermittels der Hilfe der freien Vereinigung aller sozialistische Nationen.
Aus dem Gesetz von der Ungleichmäßigkeit des sprunghaften Sterbeprozesses des Weltkapitalismus leiten wir Marxisten-Leninisten das Gesetz des sprunghaften Entwicklungsprozesses der Weltrevolution ab. Der Hauptfehler der Opportunisten besteht darin, dass sie den qualitativen Unterschied zwischen den beiden Phasen des Sozialismus nicht sehen oder es vermeiden, diesen Unterschied hervorzuheben. Warum vermeiden sie das? Weil nur die Erkenntnis dieses Unterschieds tatsächlich zur Entwicklung der neuen Periode des Weltsozialismus führt.
Der zweite Fehler der Opportunisten besteht darin, dass sie die ausschlaggebende Bedeutung des Gesetzes der Ungleichmäßigkeit des sterbenden Kapitalismus unter den heutigen Bedingungen nicht verstehen oder unterschätzen. Warum unterschätzen sie die? Weil die richtige Einschätzung des Gesetzes der Ungleichmäßigkeit des sterbenden Weltimperialismus zur Schlussfolgerung über die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats und damit zur Weltrevolution führt.
Daher der dritte Fehler der Opportunisten, der in der Leugnung der Möglichkeit der Zurückeroberung des Sozialismus und des Sieges des Sozialismus im Weltmaßstab besteht.
Die Kette des Imperialismus und die Kette des Sozialismus verhalten sich dialektisch entsprechend dem Gesetz der Identität und Einheit sowie entsprechend des Kampfes der Gegensätze. Dieser Kampf der Gegensätze verschärft sich mit dem Fortschreiten des Zerfallsprozesses des Imperialismus. Zwischen dem Zerfall der imperialistischen Kette und dem Abspringen ihrer Kettenglieder besteht also ein dialektischer Zusammenhang zum Entstehen einer neuen Kette, der sozialistischen Kette mit ihren Kettengliedern, den einzelnen sozialistischen Ländern. In der ersten historischen Phase des Durchbruch der imperialistischen Kette gelang es nicht, diese Kette als einziges sozialistisches Land zu zerstören, weil dazu weitere Kettenglieder als Verstärkung notwendig gewesen wären. Nach dem Herausreißen eines Kettengliedes hat sich die imperialistische Kette wieder geschlossen, erholt und gefestigt, schon allein um sich vor der Gefahr ihres Zerfalls durch die Bildung neuer sozialistischer Kettenglieder zu behaupten. Das kostete den Imperialisten ungeheurliche Kraft, die der Sozialismus »in einem Lande« für seine Stärkung nutzen konnte. Obwohl die herausgerissenen Glieder wieder in die imperialistische Kette integriert wurden, hat das die allmähliche Schwächung der imperialistischen Kette insgesamt nicht aufhalten können aufgrund der Eigengesetzlichkeit des verfaulten und parasitären Kapitalismus. Das verlorene Kettenglied kann auch nie wieder so fest in die alte Kette eingebunden werden wie vorher, denn es handelt sich bereits um eine »geflickte« Kette, deren Risse nicht mehr beseitigt werden können und bei Belastung Gefahr laufen, gerade an diesen Rissstellen auseinander gesprengt zu werden. So nähert sich die Kette unaufhaltsam ihrer Auflösung und rückt der Zeitpunkt des Umschlagens in ihr Gegenteil immer näher. Die alte Kette vergeht und die neue Kette entsteht durch den Kampf der Gegensätze auf dem internationalen Schlachtfeld des Klassenkampfes. Die Einheit (Kongruenz, Identität, Wirkungsgleichheit) der Gegensätze beider Ketten ist also bedingt, zeitweilig, vergänglich, relativ. Der Kampf der einander ausschließenden und unversöhnlichen Gegensätze der beiden Ketten ist absolut, so wie die Entwicklung und die Zerfallsprozesse des Imperialismus und die Entwicklungsprozesse des Sozialismus absolut sind in ihrem Vergehen einerseits und Entstehen andererseits. Der Unterschied zwischen der absoluten und relativen Beziehung beider Ketten ist relativ, d.h. ist in dem Relativen schon das Absolute enthalten. So bedeutet die »friedliche Koexistenz« der beiden Ketten nicht friedliches Nebeneinander-Bestehen oder friedliches Ineinander Übergehen, sondern die »friedliche Koexistenz« entwickelt sich hin zu einem internationalen revolutionären Prozess, wo Quantität in Qualität durch einen »Sprung« umschlägt. In dieser Zwischenphase wirkt die Fäulnis auf die imperialistische Kette immer zersetzender, bröckeliger und spröder, was das schließliche, eigendynamische Losbrechen des schwächsten imperialistischen Kettengliedes zur Folge hat und die Möglichkeit des Sozialismus in einem Land eröffnet. Mit jedem Loslösen weiterer Kettenglieder wird die Verknüpfung neuer sozialistischer Kettenglieder - eins nach dem anderen - ermöglicht, bis sich so, Stück für Stück, die sozialistische Kette auf der ganzen Welt zusammengefügt hat.
»In Wirklichkeit wird jeder ernste Schritt in diesem oder jenem Lande zum Sozialismus und um so mehr zum Kommunismus hin unvermeidlich von einem unbändigen Drang der Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder zur Eroberung der Macht und zur Erkämpfung des Sozialismus in diesen Ländern begleitet sein. Auf diese Weise werden sich im Laufe der weiteren Entwicklung der internationalen Revolution und der internationalen Reaktion zwei Zentren im Weltmaßstab herausbilden: ein sozialistisches Zentrum, das eine Anziehungskraft auf die Länder ausübt, die zum Sozialismus tendieren, und ein kapitalistisches Zentrum, das eine Anziehungskraft auf die Länder ausübt, die zum Kapitalismus tendieren. Der Kampf dieser beiden Lager wird das Schicksal des Kapitalismus und des Sozialismus in der ganzen Welt entscheiden« (Stalin, Bd. 10, Seite 118, »Unterredung mit der ersten amerikanischen Arbeiterdelegation, dt. Ausgabe).
Die imperialistische Kette zerfällt also nicht mit einem Knall in alle Einzelteile, ebensowenig wie die sozialistische Kette mit einem Knall zur Welt kommt oder etwa erst zusammengefügt wird, wenn alle Einzelteile fertig entwickelt sind. Der revolutionäre Prozess der Weltrevolution vollzieht sich also genauso in Etappen wie der Weltimperialismus zusammenbricht und zerschlagen wird.
Das einzelne Kettenglied existiert und entwickelt sich nicht anders als in seinem Zusammenhang mit der ganzen Kette im Weltmaßstab. Umgekehrt existiert und entwickelt sich die Kette im Weltmaßstab nur durch die Verbindung der einzelnen Kettenglieder. Jedes einzelne Kettenglied ist auf die eine oder andere Weise selber eine selbständige Kette im eigenen Land.
Die Kette des Imperialismus und die Kette des Sozialismus sind nicht zwei Ketten im herkömmlichen Sinne. Die Gesellschaft legt die alte imperialistische Halskette »zum Abschied vom Imperialismus« nicht einfach ab, um sich statt dessen »zur Feier der Weltrevolution« die neue sozialistische Kette umzuhängen. Die Kette wird gemäß des dialektischen Materialismus als eine Art Kurve charakterisiert, die sich in einer Reihe von Kreisen, einer Spirale, unendlich nähert. Es handelt sich also um ein und dieselbe Entwicklungskette in der Weltgeschichte der menschlichen Gesellschaft. Wie die Geschichte zeigt, kann jedes Kettenglied verwandelt werden, vom Kapitalismus zum Sozialismus und umgekehrt vom Sozialismus zum Kapitalismus. Diesen Zusammenhang darf man bei der Verwirklichung des Sozialismus »in einem Land« nicht außer Acht lassen. Durch Gradlinigkeit und Einseitigkeit, Erstarrung und Verknöcherung, durch Bürokratisierung, kann der Sozialismus »in einem Land« von der Bourgeoisie nicht nur in seiner Entwicklung gehemmt, sondern auch wieder auf kapitalistischem Grund verankert werden, kann die Bourgeoisie wieder als herrschende Klasse das Ruder übernehmen. Der verbürgerlichte, bürgerliche Sozialismus ist so eine taube Blüte, aber immerhin eine taube Blüte, die an einem lebendigen Baum wächst. Sowohl die einzelnen Kettenglieder als auch die ganze Kette kann in ihr Gegenteil umschlagen, denn es finden sich stets alte Überreste, die entsprechend wirksam werden können, wenn dies zugelassen wird. Das trifft natürlich auch auf die sozialistischen Überreste in den ehemaligen sozialistischen Ländern Sowjetunion und Albanien zu, sowie auch in Ansätzen in den Ländern der ehemaligen, sogenannten Volksdemokratien (im positiven, revolutionären Sinne). Wir dürfen niemals vergessen, dass ein neues Kettenglied oder eine ganze neue Kette, stets aus der alten Kette hervorgeht und dass sie unvermeidlich bestimmte Merkmale in sich trägt, die sie noch nicht ganz überwunden hat und noch überwinden muss. Auch dies gilt wiederum (im positiven, revolutionären Sinne) für die alten, ehemaligen sozialistischen Länder Sowjetunion und Albanien. Zu Recht haben die Imperialisten Misstrauen ihnen gegenüber, denn sie fürchten sich vor dem Tag, an dem Russland und Albanien wieder sozialistisch sind. Keiner Macht der Welt wird es jemals gelingen, die Vollendung des Sozialismus in Russland und Albanien zu verhindern!
Die Weltrevolution kann nicht alle Länder als Kettenglieder aufbauen aber sie miteinander verschmelzen durch die gewaltige Kraft des proletarischen Internationalismus. Mit jedem einzelnen Land löst die Weltrevolution zusammen die internationale Aufgaben und damit erleichtert sie auch von außen Lösung der Aufgaben auf nationaler Ebene. Gesichert wird in jedem Land die Diktatur des Proletariats dadurch, dass die Weltrevolution die Weltdiktatur des Proletariats erkämpft und damit den Weg frei macht für den Aufbau des Sozialismus in einem Land, der ein Kettenglied des Aufbaus des Weltsozialismus darstellt, und damit auch den Aufbau des Sozialismus in einem Land sichert, um die Bedingungen für den gemeinsamen Aufbau des Kommunismus in der ganzen Welt zu schaffen. Die Weltrevolution kann dabei aber nicht stellvertretend die Aufgaben der Revolution in den einzelnen Ländern lösen. Sie kann nur vermittels des Sieges der einzelnen Länder siegen. Man kann die imperialistische Kette nur zerreissen durch das Schmieden der revolutionären Kette und zwar in dem Tempo wie es die subjektiven und objektiven Faktoren der Revolution zulassen.
Die imperialistische Kette verwandelt sich also in eine sozialistische Kette, so wie sich eine Minderheit von Kettengliedern in eine Mehrheit von Kettengliedern verwandeln und umgekehrt. Der Ausgangspunkt - imperialistische Kette - wird negiert durch den Durchbruch dieser Kette an ihrer schwächsten Stelle und dem Entstehen des Sozialismus in »einem Land« als erstes Kettenglied der sozialistischen Kette, dem »internationalen Sozialismus«. Dann beginnt die »Negation der Negation«, die »friedliche Koexistenz«, » die Atempause«, die Wachstumsdifferenzen beinhaltet, die schon denjenigen Teil der Kette beinhaltet, der zerfällt und den anderen, der sich festigt und neue Kettenglieder anbindet. Der Zustand des Durchbruchs eines Landes verwandelt sich nicht automatisch und unmittelbar in den Zustand des Sozialismus »in einem Lande« . Es handelt sich um einen zeitweiligen Zustand der Loslösung, der Desorganisation, des Bruchs, des Abnabelns, eine Periode des Übergangs von der Loslösung aus der imperialistischen, alten Kette zum Heranwachsen eines neuen sozialistischen Kettengliedes, eine Wachstumsperiode des Übergangs zur sozialistischen Kette, ein Prozess des Löstrennens, u m sich vereinigen zu können. Es ist also nichts Schreckliches dabei, wenn sich die Verknüpfung der sozialistischen Kette im Weltmaßstab verzögert, wenn die Massen Zeit brauchen, ihr Schöpfertum für den Übergang zu entfalten und zu vervollkommnen, denn zunächst ist jede Lostrennung schmerzlich, muss unvermeidlich ein harter, aufopferungsvoller Kampf geführt werden, ein scharfer Klassenkampf, um die reine Existenz des Landes unmittelbar nach der Lostrennung zu sichern, ist eine unvollendete, nicht zu Ende geführte Lostrennung eine Gefahr für die Rückgliederung in die alte Kette unter schwereren Bedingungen, in neuen, schlimmeren Formen, mit verhängnisvollen, schmerzlichen Folgen. Es gilt allerdings als historisch widerlegt, dass die Revolution die wirtschaftliche Kraft eines Landes zerstört. Im Gegenteil, schafft die Revolution Bedingungen, dass die imperialistische Zerstörung der Produktivkräfte gestoppt wird, dass die Produktivkräfte sich regenerieren, dass sich die wirtschaftliche Kraft mehr oder weniger rasch erholt und sich um so mehr stabilisiert und prosperiert, in den ehemaligen kapitalistischen Ländern sogar um ein Vielfaches schneller als in rückständigen Ländern.
»Am wahrscheinlichsten ist es«, sagte Stalin in seiner Schrift `Probleme des Leninismus, I. Folge, Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten, » dass die Weltrevolution sich auf dem Wege des revolutionären Abfalls einer Reihe neuer Länder vom System der imperialistischen Staaten entwickeln wird, wobei die Proletarier dieser Länder vom Proletariat der imperialistischen Staaten unterstützt werden. Wir sehen, dass das erste abgefallene Land, das erste siegreiche Land schon von den Arbeitern und überhaupt von den werktätigen Massen der anderen Länder unterstützt wird. Ohne diese Unterstützung hätte sich dieses Land nicht halten können. Es ist unzweifelhaft, dass diese Unterstützung sich noch verstärken und wachsen wird. Aber es ist ebenso unzweifelhaft, dass die Entwicklung der Weltrevolution selbst, der Prozess des Abfalls einer Reihe neuer Länder vom Imperialismus selbst sich um so schneller und gründlicher vollziehen wird, je gründlicher sich der Sozialismus in dem ersten siegreichen Lande festigt, je schneller dieses Land sich in eine Basis für die weitere Entfaltung der Weltrevolution, in einen Hebel zur weiteren Zersetzung des Imperialismus verwandelt. Wenn es richtig ist, dass der endgültige Sie des Sozialismus im ersten befreiten Lande ohne die gemeinsamen Anstrengungen der Proletarier mehrerer Länder unmöglich ist, - so ist ebenso richtig, dass die Weltrevolution sich um so schneller und gründlicher entfalten wird, je wirksamer die Hilfe des ersten und sozialistischen Landes für die Arbeiter und die werktätigen Massen aller übrigen Länder sein wird.
Worin soll diese Hilfe zum Ausdruck kommen? Sie muss zum Ausdruck kommen, dass das siegreiche Land ´ das Höchstmaß dessen leistet, was in einem einzelnen Lande für die Entwicklung, Unterstützung, Entfachung der Revolution in allen Ländern durchführbar ist´ (Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky).
Sie muss zweitens darin zum Ausdruck kommen, dass das `siegreiche Proletariat´ des einen Landes ´ nach Enteignung der Kapitalisten und Organisierung der sozialistischen Produktion im eigenen Lande sich... gegen die übrige kapitalistische Welt erheben würde, indem es die unterdrückten Klassen der anderen Länder für sich gewinnen, in diesen Ländern den Aufstand gegen die Kapitalisten anfachen und im Notfall sogar mit Kriegsgewalt gegen die Ausbeuterklassen und ihre Staaten vorgehen würde´ (Lenin, Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa).
Die Revolutionen einzelner Länder sind den Interessen der Weltrevolution untergeordnet. Das gilt auch für die Unterordnung der »nationalen« Interessen des Sozialismus » in einem Lande« unter die Interessen der Weltrevolution. Kommt es zum Ausbruch der Revolution in einem weiteren Land, kommt es zum nationalen Bürgerkrieg z. B. in einem Nachbarland, dann wäre es im Geiste des proletarischen Internationalismus unerlässlich, die Kräfte des ersten sozialistischen Landes oder aller bereits bestehenden sozialistischen Ländern, zur Unterstützung der Revolution dieses Landes einzusetzen, um zur Hilfe zu eilen. Das ist vom Standpunkt des bereits existierenden Sozialismus natürlich existentiell riskant. Aber selbst der eventuell damit verbundene Verlust eines bestehenden sozialistischen Landes rechtfertigt dieses Risiko im Interesse der Weltrevolution wie Lenin lehrt, der den ersten sozialistischen Staat geschaffen hatte. Wenn dieses größte Opfer eines sozialistischen Landes einen Teil der Kräfte der Konterrevolution bindet, um der Revolution in einem neuen Land tatsächlich zum Sieg zu verhelfen, dann ist dieses Opfer im Namen des proletarischen Internationalismus gerechtfertigt, allerdings nur unter der Bedingungen, dass die Voraussetzungen des Sieges der sozialistischen Revolution tatsächlich vorhanden sind. Ansonsten wäre das Selbstmord, könnte die Niederlage eines sozialistischen Landes niemals die Revolution in dem anderen Land fördern, sondern sogar hindern. Damit würde man der Konterrevolution sogar noch in die Hände arbeiten, schon allein weil die breite Masse durch solche Niederlage eines sozialistischen Landes eingeschüchtert würde, » wie die englischen Arbeiter eingeschüchtert wurden durch die Niederlage der Pariser Kommune im Jahre 1871« (Lenin, Bd. 27, Seite 57, dt. Ausgabe).
Stalin sagte hierzu:
»Die charakteristische Besonderheit dieser Hilfe des siegreichen Landes besteht nicht allein darin, dass sie den Sieg der Proletarier in den anderen Ländern beschleunigt, sondern auch darin, dass sie durch die Erleichterung dieses Sieges zugleich den endgültigen Sieg des Sozialismus in dem ersten siegreichen Lande gewährleistet.
Am wahrscheinlichsten ist es, dass im Verlauf der Entwicklung der Weltrevolution, neben den Herden des Imperialismus in den einzelnen kapitalistischen Ländern und dem System dieser Länder in der ganzen Welt, sich Herde des Sozialismus in einzelnen Sowjetländern und ein System dieser Herde in der ganzen Welt herausbilden wird, wobei der Kampf zwischen diesen beiden Systemen die Geschichte der Entfaltung der Weltrevolution ausfüllen wird.
´Denn´, sagte Lenin, ´ die freie Vereinigung der Nationen im Sozialismus ist unmöglich ohne den mehr oder weniger langwierigen, hartnäckigen Kampf der sozialistischen Republiken gegen die zurückgebliebenen Staaten´ (ebenda).
»In jedem Land geht die Revolution ihren besonderen Weg, und diese Wege sind so verschieden, dass die Revolution sich auch um ein oder zwei Jahre verspäten kann. Mit der Weltrevolution geht es nicht so glatt, dass sie überall, in allen Ländern, den gleichen Weg nimmt - dann hätten wir schon längst gesiegt. Jedes Land muss bestimmte politische Etappen durchlaufen ....da kann die Einmischung in diese Ereignisse von Leuten, die nicht wissen, in welchem Tempo die Revolution heranwächst, jenen einsichtigen Kommunisten schaden, die sagen: Ich richte meine Aufmerksamkeit vor allem darauf, diesen Prozess zu einem bewussten Prozess zu machen. .. Wir müssen alles für den Sieg der Weltrevolution hergeben... doch wir müssen im gleichen Schritt gehen mit der ... Revolution (in einem Land)« (Lenin, Bd. 28, Seite 114/115, dt. Ausgabe).
»Der Kapitalismus wird dann endgültig gestürzt sein, wenn sich zumindest einige Länder zu solchem Sturmangriff vereinigen« (Lenin, Bd. 27, Seite 450, dt. Ausgabe)
Wir sind bereits auf den Kampf Lenins und Stalins gegen die Opportunisten eingegangen, die gegen die marxistisch-leninistische Theorie des Durchbruchs der Kette des Imperialismus an ihrem schwächsten Kettenglied aufgetreten waren. In der Verallgemeinerung der Erfahrungen dieses Kampfes erkennen wir das Wesen des Revisionismus, das darin besteht, in Worten die marxistisch-leninistische Theorie vom Durchbruch der imperialistischen Kette an ihrer schwächsten Stelle »anzuerkennen«, aber bei der praktischen Umsetzung dieser Theorie...
... erstens Verwirrung über die Frage zu stiften, welches Kettenglied tatsächlich am schwächsten ist, wo, wie und wann das Kettenglied reissen wird (schon die Bestimmung einer falschen Reißstelle in der Kette des Imperialismus hätte für die Strategie und Taktik der Weltrevolution verheerende Folgen!) und welche Aufgaben und Voraussetzungen auch außerhalb des Kettengliedes geschaffen werden müssen, damit eine Lostrennung überhaupt wirksam werden kann;
... zweitens zu verhindern, dass das Kettenglied sich irreversibel lostrennt, die Diktatur des Proletariats errichtet und den Sozialismus »in einem Lande« aufbaut;
... drittens sollte die Verhinderung des Durchbruchs erfolglos geblieben sein, das losgetrennte Kettenglied sodann durch tausende Fäden wieder an die alte Kette zu binden, um es wieder unter neuen Bedingungen in das imperialistische System einzugliedern;
... viertens zu verhindern, dass noch weitere Kettenglieder abbrechen, und die Herausbildung einer tödlichen Gegenkette zu paralysieren;
... fünftens den Spieß umzudrehen und den Durchbruch des schwächsten Kettengliedes für die Weltbourgeoisie nutzbar zu machen (domestizieren, verbürgerlichen). Die Durchbruchtheorie wird sozusagen als getarntes Ventil benutzt, bei der man die losgetrennten Teile nur eine Zeit lang an der langen Leine führt, bis sie sich wieder abgekühlt haben und »mit offenen Armen« zurückempfangen werden. Es werden dann »Hilfsmaßnahmen« ergriffen, um dieses Kettenglied vor der Gefahr eines erneuten Durchbruchs »zu bewahren« und die anderen Kettenglieder vor Ansteckungskrankheiten »zu schützen«, bzw. die infizierten Kettenglieder für gewisse Zeit »in Quarantäne« zu halten. Durchbrechen der Kette als Therapie und Verjüngungskur der imperialistischen Kette - das ist es, was den Neo-Revisionisten vorschwebt!
Das ist eines von hunderten Beispielen, wie sich die Bourgeoisie des Marxismus-Leninismus parasitär bemächtigt, um ihr Dasein zu verlängern und die Wiederausbreitung des Sozialismus auf der Welt zu verhindern. Eben den Sozialismus für die Bourgeoisie nutzbar zu machen, die revolutionären Errungenschaften und Kräfte des Proletariats dem Kapital auf Umwegen wieder zuzuführen und zu »verwerten«, vor dem drohenden imperialistischen Untergang einen »Sozialismus« anzupflanzen und zu kultivieren, den man dann später immer wieder »abernten« kann - das ist die Aufgabe, die die Imperialisten dem Revisionismus gestellt haben, um ihren Tod hinauszuzögern. Das ist der Grund, warum die Revisionisten die Arbeiter betrügen. Die vom Weltproletariat zu seiner Befreiung entwickelte Strategie und Taktik der Weltrevolution für die Überlebensstrategie der Weltbourgeoisie nutzbar zu machen, das ist der Grund, warum die Revisionisten erneut aus ihren Rattenlöchern gekrochen gekommen sind. Die Daseinsberechtigung des Revisionismus leitet sich somit direkt aus der Daseinsberechtigung des Imperialismus ab, entspricht der Revisionismus vollkommen dem verfaulenden, parasitären und sterbenden Charakter des Imperialismus selbst.
Auch die
maoistische »Drei-Weltentheorie«
ist im Grunde genommen nichts anderes, als eine revisionistische Entstellung der marxistisch-leninistischen Kettendurchbruchs-Theorie. Die »Drei-Weltentheorie« ist nicht zufällig direkt aus der maoistischen »Volkskriegs«- Theorie hervorgegangen und ihr insofern nicht nur wesensverwandt, sondern die gleiche Theorie nur in entwickelterer Form:
»In Chinas Außenpolitik dominiert weiter Maos Theorie, dass `das Dorf die Stadt einkreisen` müsse. Seinen Ausdruck findet das in der `Theorie` die `dritte Welt` (zu der sich auch China zählt) habe `die zweite und die erste Welt einzukreisen und zu liquidieren`. Doch in der Tat unterstützt Maos China diese beiden `Welten` , die es einzukreisen und zu bekämpfen vorgibt, bei der Unterdrückung ihrer eigenen Völker und der Völker der `dritten Welt` , die es angeblich als die Soldaten der Revolution betrachtet« (Enver Hoxha, »Betrachtungen über China«, Bd. I, Seite 198, Tirana, 1979, dt. Ausgabe).
Diese maoistischen Entstellungen des revolutionären Kampfes, die Enver Hoxha aufdeckte, sind noch sehr gefährlich, weil sie in der revolutionären Weltbewegung keinen unerheblichen Einfluss haben. Deswegen müssen wir sie energisch entlarven, damit sie ihren Einfluss in unseren eigenen Reihen verlieren, und wir sie überall offen bekämpfen und vernichten können, wo sie auftreten. Hierzu muss man vor allem Enver Hoxhas »Betrachtungen über China« studieren und sich von seinen Lehren leiten lassen.
Es sind vor allem die militanten Kampfformen, die manche Revolutionäre dazu verleiten, sich der maoistischen »Volkskrieg« - Bewegung anzuschließen, da sie vom friedlichen Weg der Revisionisten abgestoßen sind. Aber es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass der Revisionismus nur friedlich auf der Erde wandelt. Der Revisionismus hat viele Gesichter, und tarnt seine gewaltsamen konterrevolutionären Taten mit »revolutionärer« Militanz, mit der er sich eine Abgrenzung vom Revisionismus vortäuscht, um sein wahres Gesicht zu verschleiern. Man kann nicht die Kette des Imperialismus durchbrechen, wenn man dabei die Hegemonie des Weltproletariats leugnet und sie sowohl durch die Hegemonie der Bauern als auch durch die Hegemonie der »Dritten Welt« ersetzt. Wer die anti - imperialistische Weltfront der Völker und der Proletarier unter der Führung des Weltproletariats leugnet, der leugnet auch den Durchbruch der imperialistischen Kette an seiner schwächsten Stelle. Haupttriebkraft der Weltrevolution ist das Weltproletariat und weder die Bauernschaft noch die »Dritte Welt«. Dieser falsche Standpunkt führt auch zur Leugnung der Tatsache, dass es ein revolutionäres Proletariat in den Metropolen gibt, dessen Kampf für die sozialistische Revolution in den Metropolen für den Durchbruch des schwächsten Kettengliedes eine unverzichtbare Voraussetzung darstellt und im dialektischen Verhältnis der Strategie und Taktik der Weltrevolution einen festen Platz einnimmt. So wie Mao in der Stadt ein konterrevolutionäres Bollwerk der Bourgeoisie sah, so sah er auch die Metropolen als konterrevolutionäres Bollwerk der Bourgeoisie, die man »umkreisen« muss, anstatt sich auf das revolutionäre Proletariat in den Städten und in den Metropolen zu stützen. Je stärker sich die Widersprüche zwischen amerikanischer Bourgeoisie und amerikanischem Proletariat verschärfen, je mehr der amerikanische Imperialismus im eigenen Land unter der revolutionären proletarischen Bewegung ins Wanken gerät, desto schwieriger ist es für ihn, die Rolle des Garanten des Profits der zivilisierten Welt zu spielen, wird seine Rolle als Weltgendarm zur Niederhaltung der Weltrevolution geschwächt. Der Durchbruch wird aber nicht nur begünstigt durch die Verschärfung der Klassenkämpfe in den Metropolen, sondern auch durch die Angleichung des revolutionären Reifegrads des Proletariats nicht nur in den Metropolen, sondern in allen Ländern der Welt, denn das Heranreifen der objektiven Faktoren der Weltrevolution und das Heranreifen der subjektiven Faktoren der Weltrevolution lassen sich nicht voneinander trennen. Dies ist nicht zuletzt eine Frage der Reife der subjektiven Hauptfaktoren in den einzelnen Ländern der Welt - also des Heranreifens der marxistisch-leninistischen Parteien, sondern auch dem internationalen subjektiven Hauptfaktor - der Komintern/ML als Führerin der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Die Theorie von der »Umkreisung« aber - das eben ist die revisionistische Entstellung der marxistisch-leninistischen Theorie vom Durchbruch der imperialistischen Kette an der schwächsten Stelle, das ist die unzulässige Trennung des vereinigten revolutionären Kampfes von Metropole und Peripherie gegen den Weltimperialismus, wird damit die imperialistische Kette dort am stärksten verteidigt, wo sie sich am besten regenerieren kann - in den Metropolen. Genauso führt auch die »Weltrevolutionstheorie« der Trotzkisten zur Stabilisierung der imperialistischen Kette, weil sie davon ausgeht, dass diese nur durch die gleichzeitige Abtrennung aller Kettenglieder zerschlagen werden kann.
Mao Tsetung betrachtete den Aufstand, die Revolution, »die Städte vom Dorf aus einzukreisen« als eine rein militärische Aktion der Bauernarmee und war nicht für deren notwendigen Führung durch die Arbeiterklasse und ihrer Ideologie, sondern rechtfertigte diese falsche Linie als »proletarisch« - allerdings mit der Unterordnung des Proletariat unter das Bündnis mit der Bauernschaft. Das war nicht der Weg der Oktoberrevolution und kann auch nicht der Weg der Weltrevolution sein, denn es ist nicht die Bauernschaft, sondern das Proletariat, das die proletarische Revolution führt. Damals hatte die Komintern diese falsche chinesische Linie angegriffen und von der Durchführung solcherart »Aufstände« dringend abgeraten. In Verteidigung der korrekten Linie der Komintern Lenins und Stalins schreibt Enver Hoxha in den »Betrachtungen über China«:
»Die Schuld an ihren Niederlagen und Abweichungen, die Schuld daran, dass sie die Entwicklung der Verhältnisse in China nicht verstanden und nicht die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen haben, lasten die chinesischen Kommunisten mit Mao Tsetung der Komintern bzw. ihren Vertretern in China an. Sie beschuldigten die Komintern heftig, sie habe sie an der Entfaltung eines konsequenten Kampfes um die Machtergreifung und den Aufbau des Sozialismus in China gehindert und aus dem Konzept gebracht. Die Periode der chinesischen Revolution ist natürlich lang und kompliziert, doch die Chinesen sind den Nachweis für ihre Ansichten schuldig geblieben. Ich habe oft gesagt, dass sich die Dokumente der Komintern, nicht nur über die chinesische Frage, sondern auch über viele andere Probleme dieser Zeit, in den Händen der Sowjets, in den Archiven der Kommunistischen Partei der Sowjetunion befinden (und somit heute in den Archiven des CIA - die Red.). Viele von ihnen sind nicht veröffentlicht worden, weil die verschiedenen Fraktionen und die gegenwärtigen Sowjetrevisionisten die Wahrheit nicht aus ihren Archiven herauslassen, so dass die Chinesen mit den Fakten nach Belieben manipulieren, sie nach Wunsch interpretieren können. Man kann die chinesische Vertretung bei der Komintern und die Vertreter der Komintern in China nicht restlos von aller Schuld freisprechen, doch genausowenig kann man die Kommunistische Partei Chinas freisprechen, die an Ort und Stelle wirkte, denn ihre Handlungen waren nicht reif, die Berichte, die sie über die Lage im Land erstattete, nicht realistisch. Unter diesen Umständen haben möglicherweise einige Beschlüsse der Komintern die Sache nicht getroffen oder sind von den Vertretern der Komintern in China nicht richtig übermittelt und umgesetzt worden, ob dies nun Sowjets oder Chinesen waren. Dafür gibt es viele Gründe, denn zu jener Zeit gab es in der Komintern Elemente wie Trotzki, Bucharin, Sinowjew, Kamenew, die erst später als das entlarvt wurden, was sie waren. Anfang der zwanziger Jahre war der Sowjet Adolf Abramowitsch Joffe als Vertreter der Komintern nach China geschickt worden. Es war ein Anhänger des Trotzkismus und verübte später Selbstmord. Im Oktober 1923 ging Borodin nach China, auch er ein trotzkistisches Element. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Beschlüsse und Direktiven der Komintern, vor allem in der Zeit Lenins, aber auch in der Zeit Stalins, im großen und ganzen richtig waren« (Enver Hoxha,«Kann die chinesische Revolution als proletarische Revolution bezeichnet werden?« Artikel vom 26. 12. 1977, aus: »Betrachtungen über China«, Tirana 1979, Bd. II, Seite 783-784, dt. Ausgabe).
Wäre Mao der Komintern gefolgt und den Weg der Oktoberrevolution gegangen, dann hätten die Sowjetvölker mit dem chinesischen Volk zusammen zu einem unbezwingbaren Bollwerk der proletarischen Weltrevolution vereinigt werden können. Dieses Ziel ist immer noch umsetzbar, können diese beiden Völker immer noch dieses Bollwerk errichten, aber nur auf dem Wege der Oktoberrevolution.
Und wir zitieren eine weitere Stelle aus dem gleichen Artikel:
»In seinen theoretischen Schriften sagt Mao Tsetung, China könne nicht anders als unter Führung der Bauernschaft befreit werden, da die Revolution in China eine Bauernrevolution sei. Seiner Meinung nach war die Bauernschaft die revolutionäre Klasse, die die Revolution führen musste und die `Revolution führte`. Das ist ein großer theoretischer Fehler Mao Tsetungs. Er zeigt, dass er kein Marxist-Leninist, sondern ein Eklektiker und ein Bourgeoisdemokrat war. Als fortschrittlicher Demokrat war Mao Tsetung für eine bürgerlich-demokratische Revolution und blieb, als China befreit war, auf dieser Position. Seiner Ansicht nach hatte die Bauernschaft die Hegemonie und die Arbeiterklasse musste ihr Verbündeter sein - weil die Macht in China in erster Linie die Macht der Bauernschaft sein müsse, weil `das Dorf die Stadt einkreisen` müsse. (...) Dieser seiner bürgerlich demokratischen Theorie wollte Mao Tsetung den Charakter einer universalen Theorie verleihen, und tatsächlich wurde diese `Theorie` `Mao Tsetungideen` genannt. Um sie so annehmbar wie möglich zu machen, setzten die chinesischen Führer die `Mao Tsetungideen` dem Marxismus-Leninismus gleich« (Enver Hoxha, ebenda, Seite 797-798).
» (...) als großer Staat will auch China nicht unter die Leitung und den Stiefel egal welches dieser Imperialisten und Kapitalisten geraten, sondern dominieren oder zumindest ein gewichtiges Wort auf der Welt mitreden. Das ist der Grund, weshalb das maoistische China auf die eine oder andere Weise das Bündnis des Weltproletariats mit der kapitalistischen Bourgeoisie und dem amerikanischen Imperialismus predigt. Damit, dass es diesen Weg eingeschlagen hat, hemmt China tatsächlich die Weltrevolution, entstellt es die marxistisch-leninistische Theorie, so wie das auch die anderen Revisionisten tun. Seine Politik und seine Tätigkeit dienen dem sterbenden Imperialismus und Kapitalismus als eine frische Injektion, die ihn wieder zu Kräften bringen, sein Dasein verlängern soll« (Enver Hoxha, ebenda, Seite 805).
In Lin Biao´s Schrift » Es lebe der Sieg im Volkskrieg« finden wir auch den Hinweis zur »Drei-Weltentheorie«:
»Die ländlichen Gebiete und nur diese stellen die revolutionären Stützpunktgebiete zur Verfügung, von denen aus die Revolutionäre den Vormarsch zum Endsieg antreten können. Gerade aus diesem Grund zieht die Theorie des Genossen Mao Tsetung über die Errichtung revolutionärer Stützpunktgebiete in den ländlichen Gebieten und über die Einkreisung der Städte vom Lande her immer mehr Aufmerksamkeit der Völker in Asien, Afrika und Lateinamerika auf sich. Wenn, im Weltmaßstab gesehen, Nordamerika und Westeuropa als `Städte der Welt` bezeichnet werden können, kann man Asien, Afrika und Lateinamerika die `ländlichen Gebiete der Welt` nennen.(...) in einem gewissen Sinn befindet sich die gegenwärtige Weltrevolution auch in der Lage, bei der die Städte durch ländliche Gebiete eingekreist sind. Die ganze Sache der Weltrevolution hängt in letzter Analyse von den revolutionären Kämpfen der asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Völker ab, welche die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sind« (Lin Biao, Seite 53, Peking 1968, dt. Ausgabe).
Indem die Maoisten den Hauptwiderspruch zwischen den Imperialisten und der »Dritten Welt« definieren, haben sie sich vom Marxismus-Leninismus abgegrenzt. Wir Marxisten-Leninisten halten nach wie vor am Hauptwiderspruch zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie fest, wodurch deutlich wird, dass wir unter Weltrevolution etwas ganz anderes verstehen als die Maoisten, ja dass sich diese beiden Auffassungen diametral voneinander unterscheiden und unversöhnlich sind. Ob also Chruschtschows »Welt ohne Waffen, ohne Armee und ohne Kriege auf dem friedlichen Weg« oder Maos »Welt des bewaffneten Volkskriegs, und eines Befreiungskrieges der »Dritten Welt« ohne Führung des Weltproletariats beide Wege dienen nicht der Weltrevolution, sondern dem Weltimperialismus. Das eine ist offener Revisionismus, das andere versteckter Revisionismus, also Neo-Revisionismus. Beide Wege müssen sowohl das Weltproletariat als auch die unterdrückten Völker entlarven und bekämpfen, dürfen Revisionisten niemals Bestandteil ihrer anti-imperialistischen Weltfront sein, denn sie dienen dem Lager des Imperialismus. Ein Anti-Imperialismus, der die Feinde des Weltproletariats und der unterdrückten Völker in das anti-imperialistische Bündnis einbezieht, hat nichts anderes verdient, als zerschlagen zu werden, mag er sich auch noch so sehr als marxistisch-leninistisch gebärden. Einen Sozialismus, der bereit ist, den Kapitalismus zu integrieren - auf welche Weise auch immer - ist dazu verurteilt, von uns Marxisten-Leninisten bekämpft und vernichtet zu werden, mag er sich auch noch so sehr im Gewand des »Marxismus-Leninismus« präsentieren. Die Kette des Imperialismus kann an seiner schwächsten Stelle nur dann durchbrochen werden, wenn auch die Kette des Revisionismus an ihrer schwächsten Stelle durchbrochen wird.
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Weltrevolution
- und Lenins Lehre vom
Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus
Die Komintern/ML und ihre Sektionen messen der richtigen Bestimmung des Charakters der Epoche, als Bedingung für eine richtige revolutionäre Strategie und Taktik in Übereinstimmung mit den Interessen der Weltrevolution, besondere Bedeutung bei. Die grundlegende Bedingung, um eine korrekte marxistisch-leninistische, politische und ideologische Linie, eine konsequente, revolutionäre Strategie und Taktik festzulegen, ist, die Schlüsselfrage des heutigen weltweiten Klassenkampfes richtig zu bestimmen. Die Beantwortung dieser FRage steht seit jeher im Brennpunkt der Auseinandersetzung zwischen Marxismus-Leninismus und Opportunismus, Revisionismus und nachfolgend auch Neo-Revisionismus. Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass diese Frage nur dann richtig gelöst werden kann, wenn man den Charakter, den Hauptinhalt und die Triebkräfte der Epoche, in der wir leben, richtig vom Klassenstandpunkt des Weltproletariats aus einschätzt. Unsere Epoche ist, wie Lenin immer wieder betont hat, die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution. Genau dies leugnet die "Drei-Weltentheorie" von Mao Tsetung.
Lenin zerschmetterte all die anti-marxistischen Auffassungen der Opportunisten der II. Internationale über den Imperialismus als spontanes Hinüberwachsen des Kapitalismus zum Sozialismus, oder über den »Ultra-Imperialismus« als einer neuen Periode der »friedlichen Entwicklung«, ohne Umwälzungen und Konflikte. Lenin wies nach, dass der Imperialismus das höchste und letzte Stadium des Kapitalismus und der Vorabend der sozialen Revolution des Proletariats ist. Er wies nach, dass der Imperialismus alle Widersprüche des Kapitalismus aufs äußerste zuspitzt und die Revolution auf die Tagesordnung setzt. Er verschärft den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital in noch nie dagewesenem Ausmaß und stellt die Arbeiterklasse unmittelbar vor die unbedingte Notwendigkeit, die bewaffnete Revolution für den Sturz der Bourgeoisie durchzuführen. Der Imperialismus spitzt den Widerspruch zwischen einer kleinen Gruppe mächtiger kapitalistischer Staaten und den Hunderten von Millionen zählenden Völkern der kolonialen und abhängigen Länder aufs äußerste zu, er lässt ihre Empörung und ihren Kampf für die Befreiung von dem imperialistischen Joch anwachsen, lässt diese Gebiete von Reserven des Imperialismus zu Reserven der proletarischen Weltrevolution werden. In der Etappe des Imperialismus verschärft sich neben den Widersprüchen zwischen Sozialismus und Kapitalismus beispielsweise auch der Widerspruch zwischen den Monopolgruppen und den imperialistischen Mächten um Rohstoffquellen und Absatzmärkte, um Einflussbereiche, um Neuaufteilung der Welt, was zu imperialistischen Raubkriegen führt und die Vereinigung der proletarischen Revolution in den Metropolen mit der kolonialen Revolution der unterdrückten Völker in einer Einheitsfront der Weltrevolution gegen die weltweite Front des Imperialismus unvermeidlich macht. Diese klassenmäßige Analyse Lenins und seine Thesen über den Imperialismus bewahren voll und ganz ihren Wert und ihre Bedeutung auch für unsere Tage. Auf sie stützten und stützen sich auch heute die aufrechten Revolutionäre bei der Festlegung ihrer Strategie. Die Predigten der Opportunisten und der Pseudomarxisten aller Schattierungen, die die großen Widersprüche unserer Epoche entstellen und die Revolution von der Tagesordnung streichen, die in den Mittelpunkt der Strategie die Vereinigung mit einem oder mit mehreren Imperialisten gegen einen anderen predigen, erinnern an die von Lenin entlarvten »Helden« der II. Internationale. Wir Marxisten-Leninisten haben stets unsere ganze Überzeugung auf Lenins Imperialismusanalyse gestützt, in der Lenin den Imperialismus nicht nur als höchstes, sondern auch als letztes Stadium des Kapitalismus charakterisierte, damit den unvermeidlichen Untergang des Kapitalismus als Vorabend der Weltrevolution voraussagte. Hat Lenin sich geirrt, wenn er 1916 vom »sterbenden Kapitalismus« sprach? Ist heute nicht etwa die Theorie Lenins »widerlegt« worden durch den » neu organisierten Weltkapitalismus«, durch die traurige Wirklichkeit der Gegenwart selbst, dass nämlich der Imperialismus heute noch lebendig genug ist, um die Welt in den Abgrund zu stürzen, dass er lebendig genug ist, all die ihm innewohnenden Kräfte, die ihm Lenin zuschrieb, nach einer hundertjährigen Geschichte weiter zu nutzen zur Ausbeutung und Unterdrückung der ganzen Welt? Hat der Imperialismus recht, wenn er statt dessen das »Sterbelied« der Lenin´schen Imperialismustheorie anstimmt und den »Tod des Kommunismus« verkündet? Ist es da nicht an der Zeit, dass wir gerade anhand der objektiven Entwicklung des heutigen Imperialismus na c h w e i s e n müssen, dass Lenins Theorie sich tausendfach bestätigt hat und mit jedem neuen Tag einmal mehr? Wir müssen an Hand der Lenin´schen Theorie des Imperialismus die heutige Weltlage betrachten und davon die Faktoren für den Beginn und den Weg der Weltrevolution ableiten. Wir können die Richtigkeit der Imperialismus-Theorie Lenins nur dann verteidigen und anwenden, wenn wir die neu entstandenen Faktoren des heutigen Weges der Weltrevolution studieren und bestimmen. Der heutige Weg ist im Wesen identisch mit dem Weg, den die Imperialismus-Theorie Lenins vorgezeichnet hat, gleichzeitig aber ist die Form unterschiedlich - eben durch die Veränderungen des weltimperialistischen Zerfallsprozesses, was nichts anderes heisst, dass wir einen neuen Weg zur Weltrevolution einschlagen müssen, der sich auf das Wesen der Lenin´schen Imperialismustheorie stützt, diese aber weiterentwickelt auf den heutigen Stand. Vor Lenins Zeit glaubte man im Allgemeinen, dass sich sozialistische Elemente in dem sich gleichmäßig ausreifenden westlichen Europa entwickeln würden und zum Sozialismus in Europa umschlagen. Zu Lenins Zeiten ist aber der Faktor eines neuen Entwicklungsweges der Weltrevolution in Erscheinung getreten. Es war das unter den Bedingungen des entwickelten Imperialismus wirkende Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung der kapitalistischen Länder, wodurch die mit dem imperialistischen Krieg entstandene Situation der Schwächung (Schwächung des schwächsten Gliedes) der imperialistischen Weltfront dazu führte, dass das Sowjetland entstand. Dieses Land befand sich an der Nahtstelle, in der Pufferzone, zwischen dem kapitalistischen Westen und dem kolonialen Osten und wirkte in beide Teile der Welt (unterdrückende und unterdrückte) hinein - revolutionär hinein - mit den historisch bekannten Resultaten. Dies hatte im Westen Zugeständnisse an den »sozialen Frieden« einerseits und faschistische Konterrevolution andererseits zur Folge, um die Revolution des Westens in die Zange zu nehmen und sie von der Ansteckung durch die Sowjetunion fern zu halten. Der Imperialismus erreichte aufgrund seiner ihm innewohnenden Widersprüche nicht sein Ziel, die Sowjetunion kriegerisch zu vernichten und ging insgesamt geschwächt aus dem 2. Weltkrieg hervor, was den Einfluss des Sozialismus in der Welt stärkte. Durch den revisionistischen Verrat von innen und Druck von außen (Umkreisung) wurde das sozialistische Zwischenglied zwischen dem Osten und dem Westen ( an das sich Kettenglieder Richtung Westen und Kettenglieder Richtung Osten beinahe zu einer weltweiten sozialistischen Kette zusammengeschlossen hätten, um die imperialistische Kette zu vernichten! Und diese historische Niederlage könnte vielleicht doch noch in einen Sieg verwandelt werden (??), das sich inzwischen nach dem 2. Weltkrieg auf seine Nachbarländer ausgedehnt hatte, wieder vernichtet und ermöglichte eine relative Regeneration des Weltimperialismus mit dem US-Imperialismus an der Spitze, der als Sieger mit seinen Alliierten an der Seite insbesondere gegenüber dem deutschen, japanischen, italienischen usw. Imperialismus als einziger gestärkt aus dem 2. Weltkrieg hervorging. Die Supermacht USA stand aber einer neuen nach Expansion und Hegemonie strebenden Supermacht gegenüber, dem russischen Sozialimperialismus, der inzwischen nicht nur seine Nachbarstaaten ausbeutete und unterdrückte, sondern seine Einflusssphären über alle Erdteile ausbreitete. Dem »Gleichgewicht« dieser beiden Supermächte wohnte schon der imperialistische Widerspruch inne, dass die eine Supermacht die andere schließlich besiegen und verdrängen musste. So entbrannte also ein neuer Krieg zur Neuverteilung der Welt. Dieser Kampf wurde nach dem 2. Weltkrieg mit dem sogenannten »Kalten Krieg« fortgesetzt: d. h. er begann mit dem ökonomischen und politischen Terror des internationalen Finanzkapitals und endete mit der Kapitulation des russischen Supermacht, bevor sich der militärische Terror zum 3. Weltkrieg ausweiten konnte. Der Kalte Krieg endete mit der Stärkung der alten kapitalistischen Welt mit den USA an der Spitze gegenüber der Schwächung und des Zusammenbruch des russischen Sozialimperialismus und der übrigen revisionistischen Welt, wobei der besonders aggressive chinesische Sozialimperialismus sich im Bündnis mit dem US-Imperialismus behaupten konnte. Dadurch wurde das alte Kräfteverhältnis in der Welt verschoben. Der Kalte Krieg endete auch mit der Zerschlagung des Sozialismus in Albanien, womit die letzte Bastion der Macht des Kommunismus in der Welt gebrochen war. Die Situation zu Lenins Zeiten, dass sich die Welt in eine sozialistische und eine kapitalistische spaltete, der Hauptwiderspruch zwischen Sozialismus und Kapitalismus wurde vom Kapitalismus aufgelöst und nicht, wie von uns Kommunisten erwartet, vom Sozialismus - zumindest vorläufig nicht. Es entstand wieder eine Situation wie vor dem 1. Weltkrieg, also der alleinigen Herrschaft des Weltimperialismus ohne Sozialismus, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass die absteigende Linie des Kapitalismus damals erst begann, während sie sich heute ihrem Ende nähert. Die Besonderheit dieser Endphase besteht unter anderem darin, dass einige revisionistische Reststücke übrig blieben, von denen der chinesische Sozialimperialismus noch eine Stärke aufweist, weil er sich im Windschatten des Konkurrenzkampfes der Supermächte entwickelte.
Der US-Imperialismus hatte relativ schnell erkannt, dass Investitionen von ausländischem Kapital in den revisionistischen Ländern sehr profitabel sind, weil dort bereits Devisenmangel herrschte. Besonders vorteilhaft war für ihn die Situation, dass sich revisionistische Länder etwas davon erhofften, sich unter seinen Schutzschild zu stellen gegen die andere Supermacht der sowjetischen Sozialimperialisten. Damit gab er dem revisionistischen Lager, wenn man denn davon sprechen kann, einen kräftigen Tritt in den Untergang und die anderen imperialistischen Ländern verdienten fleißig mit daran:
»Doch daraus folgt für den Imperialismus keineswegs, dass die Situation nun für ihn ruhig geworden ist, weil natürlich die Völker, das Proletariat und die fortschrittlichen Menschen sehen, was geschieht, weil sie die skandalös hohen Profite der großen kapitalistischen Eigentümer einerseits und die Massenarmut andererseits sehen, weshalb sie sich tagtäglich gegen diese Blutegel, die ihnen am ganzen Körper kleben, zu organisieren suchen. Und der Tag wird mit Sicherheit kommen, wo diese quantitative Entwicklung in eine neue Qualität umschlagen wird« (Enver Hoxha, »Die Supermächte«, Seite 511-512, Tirana 1986, dt. Ausgabe). Und damit meinte Enver Hoxha natürlich die Weltrevolution: »Welcher Weg muss eingeschlagen werden? Der Weg des politischen, ideologischen Kampfes, des Kampfes bis hin zu bewaffneten Formen, des Kampfes aller Völker, aller fortschrittlichen und revolutionären Kräfte gegen die imperialistischen Mächte, gegen die Weltreaktion, gegen den Kapitalismus, gegen die großen multinationalen Gesellschaften... Die auf internationaler Ebene existierenden Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächten werden sich immer mehr vertiefen; verschärfen werden sich die vier Widersprüche der heutigen Epoche, die Lenin und Stalin definiert haben. Diese Widersprüche werden sich so entwickeln, dass der Imperialismus, dieser in Fäulnis übergegangene Kapitalismus, durch die Revolution zerschlagen werden wird« (ebenda Seite 512-513).
Ebenfalls im Windschatten der Supermächte entwickelten sich die westeuropäischen Imperialisten, die sich vereinigt haben (ohne ihre einzelnen imperialistischen Ambitionen zur Weltherrschaft aufgegeben zu haben und ohne ihren Widerspruch untereinander zu verlieren - im Gegenteil!) ihr Streben nicht aufgegeben haben, die USA vom Thron zu stürzen, um sich selber auf diesen Thron zu setzen, um die Reichtümer zurückzuerobern, die ihnen die USA geraubt hatten. Während des Kampfes der beiden Supermächte haben also die anderen imperialistischen Mächte, die sogenannte »2. Welt« ihre Kräfte vereinigen und aufbauen können, nehmen sie eine Position ein, mit der der US-Imperialismus als weltimperialistisches Zentrum heute rechnen muss. Sie drängen ihn zu Zugeständnissen, verlangen Beteiligung an den Entscheidungen, können sogar in einzelnen Fragen dem US-Imperialismus Bedingungen aufzwingen usw. So wird nicht nur die Kraft der Zentrale geschwächt, gebunden, beansprucht, strapaziert und verschlissen. Auf der anderen Seite haben dadurch die Widersprüche im konkurrierenden Lager außerhalb des Zentrums eine andere Dimension, als das noch zu Zeiten der Fall war, wo diese Länder im Windschatten der beiden Supermächte relativ erstarken konnten - nun haben sie die Rolle des russischen Sozialimperialismus übernommen und mischen immer kräftiger am Weltgeschehen mit - beteiligen sie sich immer mehr an »internationalen Aufgaben«, werden ihre alten Gelüste wiederbelebt. Und fraglos wird das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung in den verschiedenen kapitalistischen Länder seine Wirkung nicht verfehlen. Der Krieg um die Neuverteilung der Welt ist bereits im Gange.
Durch den ersten Weltkrieg wurden im Osten gleichzeitig eine ganze Reihe Länder aus dem Gleis geworfen, nahmen sie endgültig das Ziel des Kapitalismus in Richtung Westen an. Damit war wie im Westen vorher auch eine revolutionäre Gärung verbunden, vor allem unter dem Einfluss der Sowjetunion, der Komintern und insbesondere unter dem Einfluss ihrer östlichen Sektionen. Viele asiatische Völker haben durch und nach dem 2. Weltkrieg siegreiche Befreiungsbewegungen vollzogen, ohne sich jedoch vollkommen vom Imperialismus und Sozialimperialismus befreien zu können; bzw. sind einige Länder selber den revisionistischen und sozialimperialistischen Weg gegangen, sprich kapitalistischen und imperialistischen Weg. Kein asiatisches Land hat es bis heute geschafft, einen Sozialismus aufzubauen, in dem die Diktatur des Proletariats herrscht, aber bereits starke Armeen von Industriearbeitern herangebildet, die dieser Mission gewachsen sind. Es haben sich eine Reihe revisionistischer Staaten herausgebildet, in denen die Völker ein trauriges Dasein fristen, wobei der vom US-Imperialismus gegen die Sowjetunion hochgepäppelte chinesische Revisionismus scharfe sozialimperialistische und sozialfaschistische Züge angenommen hat und auch schon mit Waffengewalt in fremde Länder eingedrungen ist. Es gibt aber auch asiatische Staaten, die zwecks Schwächung des vorherrschenden US-Imperialismus starke Verbindungen mit den europäischen Ländern unterhalten, insbesondere mit Deutschland. Sollte ein Krieg zwischen den US-Imperialisten und ihren jetzigen Verbündeten ausbrechen, dann wäre es nicht unwahrscheinlich, dass Japan und andere Länder die alte Achse mit Deutschland erneuern und in die auch China eingebunden wäre, das intensive Verbindungen zu Deutschland pflegt und mit seiner 3-Weltentheorie den Krieg zwischen den G8-Ländern schürt, um diese zu schwächen und dadurch seine eigenen Hegemonieabsichten besser zu verwirklichen. Alle Imperialisten streben auf die eine oder andere Weise nach Weltherrschaft. Das können sie nur, wenn sie andere Imperialisten aus ihrer Position vertreiben, indem sie Bündnisse eingehen. Kein Imperialist ist heute stark genug, um einen Krieg auf eigene Faust zu führen. Sie werden das untereinander mit Waffengewalt lösen, so wie Lenin es gelehrt hat, weil sie es gar nicht anders können. Somit ist klar, dass der Weltimperialismus dem internationalen Proletariat und den unterdrückten Völkern nicht als fest gefügter, einheitlicher Block entgegentreten kann, weil er von tiefen inneren Widersprüchen zerrissen ist. Der Weltimperialismus muss aber nicht unbedingt in Selbstzerfleischung oder in Selbstauflösung wegen Altersschwäche enden. Der Zerfallsprozess des Weltimperialismus ist kein mechanischer, sondern ein dialektischer, ein äußerst komplizierter Prozess. Er durchläuft mehrere Etappen. Was wir jetzt beobachten können, sind Abschottungen von der Außenwelt durch Errichtung von internationalen Schutz- und Trutzburgen, Vereinigungsbestrebungen zum gegenseitigen Beistand für einen gewissen Zeitraum. Auf Dauer sind diese »Notverordnungen« natürlich nicht haltbar, weil die inneren Widersprüche früher oder später um so gewaltiger hervorbrechen werden. Gerade um dieses Aufplatzen der Widersprüche zu verhindern, ist die Weltbourgeoisie gezwungen, den größten Teil ihres herausgepressten Reichtums für Schutzmaßnahmen auszugeben, übersteigt der unproduktive Anteil bei weitem den produktiven, werden Reserven aufgebraucht und produktive Kräfte gehen verloren, zerfallen oder werden vernichtet. Der Weltimperialismus ist gezwungen, einen Rückzug anzutreten, nicht weil er sein Streben nach Maximalprofit aufgegeben hat, sondern weil er sich daran überfressen und sich nicht nur - wie sonst üblich- den Magen verdorben hat und einen üblen Gestank verbreitet, sondern bereits an Magen- und Darmdurchbruch leidet. Das sind Krankheiten, die - wenn sie nicht kuriert werden - den sicheren Tod bedeuten. Heute hat die Weltwirtschaftskrise nicht nur das amerikanische Hauptland erfasst, sondern auch seine wichtigsten Wirtschaftsströme zu den reichsten Ländern der Welt, Europa, Japan usw. Dieser Umstand hat einen katastrophalen Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft und bedeutet besonders für diejenigen Länder, die am Ende der Weltwirtschaftskette stehen, das totale »Aus«. Es ist nicht nur eine Industrie- und Agrarkrise, sondern vor allem deren Verflechtung mit der Finanzkrise, die den Weltkapitalismus niederdrückt. Ein gigantischer Schuldenberg hat sich in der Welt aufgehäuft, wobei der Schuldenberg der reichen Länder, vor allem der amerikanische ins Gigantische gestiegen ist, was eine ungeheure Belastung für die Arbeiter und Werktätigen in der ganzen Welt darstellt. Es ist eine Zeitbombe, die jeden Moment zu platzen droht, die die Weltwirtschaft lahmlegt. Um die Monopolpreise zu sichern trotz Überproduktionskrise, verschärft sich die Konkurrenz am Weltmarkt unter den monopolistischen Vereinigungen. Für die Weltverbraucher wird dies zur Qual und die Krise, in die sie geraten sind, vertieft sich anstatt abzuflauen. »Erholungen« von der Weltwirtschaftskrise finden immer stärker auf dem Rücken der Weltbevölkerung statt. Der Weltkapitalismus hat damit bereits aufgehört, so zu schalten und zu walten, wie er möchte. Je mehr er sich windet und wendet, desto fester zieht er die Schnur um seinen eigenen Hals, vernichtet die Grundlage seiner eigenen Existenz, indem er gewaltige Produktionskräfte dem Profit opfert, und wirtschaftliche Zerstörungskraft gigantischen Ausmaßes entwickelt. Statt dessen wird immer mehr Geld für Mittel ausggegeben, um seinem Zerfallsprozess aufzuhalten und seine Herrschaft zu behaupten, Gelder für Militär, Polizei, Staatsapparat usw. usf. Den Arbeitern und Werktätigen werden all diese Lasten zusätzlich aufgebürdet. Es ist zu beobachten, dass immer mehr Länder zur Selbsthilfe greifen, dass ein »junger« Kapitalismus entstanden ist, dass die armen Länder sich über Wasser zu halten versuchen, indem sie sich von der Weltwirtschaft abkoppeln und direkt in Konkurrenz zum alten Weltkapitalismus auftreten. Dadurch werden die Widersprüche auf den Märkten natürlich noch mehr verschärft. Der Krieg, den die USA ständig weiter treiben, hinterlässt chronische Auswirkungen auf die Betriebe, auf die Arbeitslosigkeit. Aus den Millionenheeren der Reservearmeen sind ständig neue Arbeitslosenarmeen entstanden, wodurch sich die Wirtschaftskrisen wiederum vertiefen und neue Schwierigkeiten auftauchen: Verschärfung der Gegensätze zwischen den imperialistischen Ländern, Gegensätze zwischen den Kriegsgewinnlern und den besiegten Ländern, Gegensätze zwischen den imperialistischen Staaten und den neo- kolonialen und abhängigen Ländern, Gegensätze zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat in den kapitalistischen Ländern. Die Verschärfung all dieser Gegensätze führen in ihrer Verflechtung zum Ende des Kapitalismus, zur Aussichtslosigkeit einer erneuten Stabilisierung. Die Schwierigkeiten des Weltkapitalismus werden daher unweigerlich eine politische Weltkrise hervorrufen, die nach innen Weltfaschismus und nach außen Weltkrieg bedeuten. Beides führt zum Aufschwung der revolutionären Weltmassenbewegung und zur Auslösung der Weltrevolution.
Der US-Imperialismus hat sich in seiner Gier nach Maximalprofiten überfressen und wird daran zu Grunde gehen. Alles, was der Weltimperialismus in so einem labilen Zustand des Zerfallsprozesses unternimmt, kann tödlich enden. Das ist ihm bewusst, und er versucht sich in seiner Strategie und Taktik daran zu orientieren. Das muss uns klar sein, wenn wir unsere revolutionäre Strategie und Taktik diesem Umstand Rechnung tragen wollen. Es kommt also für die Komintern/ML darauf an, dass wir die Widersprüche nicht nur als Widersprüche des fortgeschrittenen Zerfallsprozesses begreifen, nicht nur auf undifferenzierte Art und Weise - also »irgendwie« - ausnützen. Die entscheidende Frage ist doch : wie nützen wir sie in den verschiedenen Etappen richtig d.h. mit optimalem Effekt aus , also zu einem gegebenen Zeitpunkt, zum jetzigen Zeitpunkt. Wir müssen die Frage beantworten, warum wende ich in dieser Phase des Zerfalls gerade diese Strategie und Taktik an und in einer anderen Phase eine ganz andere Strategie und Taktik. Wann muss ich meine Strategie und Taktik weiter fortsetzen und unter welchen veränderten Gegebenheiten muss ich sie ändern? Man muss den Weg der Weltrevolution also um so tiefer analysieren je schneller und stärker wir uns der Weltrevolution nähern. Wir haben im Moment so eine Situation, wo der Weltimperialismus in Bewegung gerät, schwankt und das Gleichgewicht verliert. Aber es kann nicht ausreichen, das Heranreifen revolutionärer Zeiten lediglich instinktiv zu verspüren, wir müssen uns vielmehr schnellstens mit einer richtigen Strategie und Taktik rüsten und sie aktiv umsetzen, denn unsere Zeit IST bereits gekommen, in den revolutionären Krieg zu ziehen! Das müssen wir den Genossen in der ganzen Welt einhämmern. Wir müssen Alarm schlagen und alles wachrufen! Die Organisierung der Komintern/ML zur Organisierung des Weltproletariats, das ist der Weg zur Weltrevolution, und diesen Weg müssen wir jetzt tatsächlich beschreiten.
War die Welt zur Zeit Enver Hoxhas noch relativ komplex, war das Kräfteverhältnis in der Welt noch unübersichtlich und kompliziert, war es sogar für ein kleines Land wie Albanien noch möglich, als sozialistische Insel im Meer des Weltkapitalismus zu existieren, so zeichnet sich jetzt eine klarere Linie ab, hat sich das Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung des Kapitalismus in den einzelnen kapitalistischen Ländern durch seine Polarisierung verschärft, die mit der Globalisierung und der neuen Weltordnung der »zivilisierten Länder« verbunden ist. Damit wurde die Grenze zwischen der reichen und der armen Welt klarer gezogen, ja wurde eine hohe Mauer zwischen diese beiden Welten errichtet, wo wenig Zwischenpuffer mehr für diejenigen Länder bleibt »die bisher zwischen diesen beiden Welten standen«. Die neue Weltordnung zerstört diese Pufferzone, zwingt die Länder, entweder ökonomisch zu kapitulieren oder den rettenden Sprung über die Mauer in die »zivilisierte Welt« zu schaffen, bevor sich für sie das Tor für immer verschließt. Dieser Wettlauf, um den Anschluss nicht zu verlieren, dieser Kampf, um auf den fahrenden Zug noch aufzusteigen, ist für die meisten Länder ein vergeblicher Kampf geworden. Die meisten Länder sind auf der Strecke geblieben und haben bereits Bankrott gemacht, sind nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zu bezahlen und kommen auch nicht mehr auf die Beine, wenn ihnen Schulden erlassen werden, weil sie dadurch noch fester ans Weltkapital gefesselt werden. Inzwischen vegetiert die ganze Welt nur noch auf dem Hinterhof einer kleinen mächtigen »zivilisierten« Welt, wurde sie ausgesperrt, kämpfen die meisten Völker der Welt ums nackte Überleben. Nicht anders sieht es mit den Arbeitern in den »zivilisierten« Ländern aus. Sie stehen ihrer Bourgeoisie schroffer als je zuvor gegenüber. Sie stehen bis zur Zerreißprobe unter dem Druck der Ausbeutung, während bereits riesige Arbeitslosenarmeen entstanden sind und die Verelendung dort rasant zunimmt. Diese Dramatik hat bereits Dimensionen angenommen, die der Weltimperialismus auch durch gemeinsame Anstrengungen der einzelnen imperialistischen Länder z.B. der G8 Länder, kaum noch in den Griff bekommt. Dadurch gerät er in eine schwierige, ja letztlich in eine aussichtslose Lage, die für ihn bedrohlich wird, eine Lage, die schnell zu einer weltrevolutionären Situation heranreifen kann. Es fehlt dann nur noch der berühmte Funken an der Lunte, um das internationale Sturmfeuer aller Völker der Welt gegen das Weltkapital zu entfachen. Damit würde erstmalig in der Geschichte des Kapitalismus nicht mehr die Schlacht zwischen zwei imperialistischen Feindblöcken geschlagen werden wie das noch im 1. und bedingt im 2. Weltkrieg der Fall war (wo sich die Imperialisten einerseits untereinander bekriegten, andererseits aber auch die Sowjetunion zerschlagen wollten) , sondern um die Weltmacht würde das Weltproletariat mit den unterdrückten Völkern gemeinsam gegen die ganze Weltbourgeoisie, gegen das vereinigte imperialistische Lager, gegen das gesamte Weltkapital kämpfen. Also weder ein Weltkrieg unter den Imperialisten, weder ein Weltkrieg zwischen Imperialismus und Sozialismus, sondern ein Befreiungskrieg der ganzen Welt, angeführt vom Weltproletariat gegen den gesamten globalen Weltimperialismus. Der Weg zum internationalen Sozialismus wäre demnach wahrscheinlich nicht mehr der gleiche Weg, den der Sozialismus »in einem Land« genommen hat - als dieser aus der Schwächung der sich gegenseitig bekriegenden imperialistischen Weltmachtblöcke entstanden war -, sondern ein Weg der durch die allmähliche Verschmelzung zwischen nationalen und sozialen Befreiungskämpfen auf der ganzen Welt beschritten würde gegen die Ausbeuter und Unterdrücker auf der ganzen Welt. Dieser Befreiungskampf hat in den verschiedenen Krisengebieten der Welt bereits begonnen. Er ist hier aufgeflammt und wird dort aufflammen und schließlich international verbunden sein, denn die Krisengebiete nehmen nicht nur an Schärfe zu, sie weiten sich nicht nur aus, sondern durch sie entstehen auch immer neue Krisenherde, die eines Tages nicht mehr voneinander zu trennen und unmöglich zu lösen sind. Sie nehmen internationale Formen an, die zur bewussten Vereinigung des Kampfes des Weltproletariats und der unterdrückten Völker führen wird - zur Weltrevolution.
Die Weltarena des internationalen Klassenkampfes ist nicht nur offener und größer geworden, sondern die Weltkräfte sind aus dem Gleichgewicht geraten, die Weltkräfte sind angestachelt worden, die ganze Welt verwandelt sich in ein Pulverfass. Der Kriegsdonner aus den Krisengebieten will nicht verstummen, er rückt der bedrohlich und unausweichlich vor bis in den letzten Winkel der Welt. Die Welt k a n n nicht mehr länger zusehen, kann nicht vor Schrecken erstarren, kann nicht mehr weg schauen - sie ist gezwungen zu handeln und ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen:
»Entweder mit Amerika gegen den »Rest« (also die große Mehrheit!) der Welt die »Zivilisation (den Kapitalismus!) retten« oder mit Amerika und der »Zivilisation« untergehen. Aufrechterhaltung des `Status quo` ; die kapitalistische Welt verteidigen wie sie ist bei Strafe ihres Untergangs«. Das ist der Weg des Kapitalismus.
» Gegen den US-Imperialismus und seinen Tross die Welt vom Kapitalismus befreien, um zu überleben. Die Welt verteidigen durch die Aufhebung des ´Status quo´. Eine neue Welt erschaffen ohne Kapitalismus«. Das ist der Weg des Sozialismus. Einen Zwischenweg gibt es nicht und kann es nicht geben. Die eine Seite kann nur durch die Beseitigung der anderen Seite überleben. Das letzte Gefecht ist unausweichlich, sonst muss die Welt ihren qualvollen Leidensweg der Ausbeutung und Unterdrückung weiter fortsetzen, denn der Weltimperialismus wird nicht freiwillig untergehen, sondern »neue Strategien und Taktiken aufbauen, um der Katastrophe, die ihn erwartet, zu entgehen« (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 25, dt. Ausgabe).
»Die Feinde der Revolution und der Völker wollen den Eindruck erwecken, infolge der Veränderungen, die auf der Welt stattgefunden haben und in Folge der Niederlagen, die der Sozialismus erlitten hat, seien vollkommen andere Umstände als die früheren entstanden« (ebenda, Seite 26).
Das Gegenteil ist der Fall: die neuen Umstände haben die Gesetze des Imperialismus nicht aufgehoben, sondern vollkommener zur Wirkung kommen lassen. Unter den alten Umständen konnte sich der Sozialismus nur »in einem Lande« entwickeln, unter den neuen Umständen hingegen kann der Sozialismus sich nunmehr international entwickeln, nicht weil der Imperialismus jetzt stärker, sondern eben schwächer geworden ist. Davon versucht er natürlich abzulenken, aber die Massen haben ein feines Gespür für diese Lügen entwickelt und sie werden um so selbstbewusster und erfolgreicher die neuen Umstände für die Weltrevolution zu nutzen verstehen. Durch die Niederlage des Sozialismus ist die Weltreaktion zügelloser geworden, wirken die Gesetze des Imperialismus noch unbändiger, wachsen auch die Widersprüche UNTER den Imperialisten, wird der Kampf um die Neuverteilung um so heftiger geführt. Die einen stellen sich unter den Schutzschild des US-Imperialismus und die anderen Imperialisten bilden ein Bündnis gegen den US-Imperialismus. Durch die Widersprüche können die Verbündete von heute schon die Feinde von morgen sein. Dann haben wir wieder die klassische Ausgangssituation für einen neuen Weltkrieg, der zwischen den ehemaligen beiden großen Supermächten ausblieb, aber nun könnte eine »vereinigte« Supermacht verschiedener imperialistischer Länder dem US-Imperialismus gegenübertreten. Dieser Krieg würde den Weltimperialismus dermaßen schwächen, dass es nicht nur zu einem Durchbruch an einer schwächsten Stelle, sondern zu mehreren Durchbrüchen an verschiedenen Stellen käme, die der Weltimperialismus dann schon schwerlich verkraften würde. Es kann aber auch schon vorher zum Zusammenbruch kommen durch den »Krieg gegen den Terror«. Dieser zehrt nicht nur an den Kräften des US-Imperialismus, sondern schwächt auch die Widerstandskraft der anderen beteiligten imperialistischen Staaten. Alle leiden unter der Weltrezession und der Krieg könnte vorzeitig zum Ende des Weltimperialismus führen. Dann wird sich dieser »Krieg gegen den Terror« in einen Welt-Bürgerkrieg verwandeln, in dem sich die Völker von ihren »Zivilisatoren« befreien werden. Das wäre dann ein Krieg des internationalen konterrevolutionären Terrors des Weltkapitals gegen den internationalen revolutionären Terror der Völker. Die eine oder andere denkbare Variante könnte zur Weltrevolution führen. Das sind einige Überlegungen, die deutlich machen, dass es heute dringend notwendig ist, die Entwicklung des Imperialismus seit Lenin ernsthaft zu studieren, um aufgrund einer fundierten marxistisch-leninistischen Imperialismus-Analyse die Strategie und Taktik der Weltrevolution klarer zu bestimmen.
Die marxistisch-leninistische Wirtschaftslehre stellt die wissenschaftliche Grundlage dar, die den unvermeidlichen revolutionären Sturz des Weltkapitalismus durch die Weltrevolution beweist. Die Theorie über die Weltwirtschaftskrise ist einer der wichtigsten Bestandteile dieser Lehre. Die Wirtschaftskrisen in der Welt zeigen, dass der Weltkapitalismus in Fäulnis begriffen ist. Sie zeigen, dass die bürgerlich-revisionistische Weltordnung nicht imstande ist, die Produktivkräfte, die sie selbst geschaffen hat, ungehemmt einzusetzen und zu entwickeln. Die heutige Weltwirtschaftskrise verschärfte die internationalen unversöhnlichen Widersprüche zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen Lohnarbeit und Kapital, zwischen den imperialistischen Mächten und den Völkern und zwischen den imperialistischen Mächten selbst. Auf ihrer Grundlage nahmen die politisch-gesellschaftlichen Erschütterungen mit Klassencharakter zu, wuchs das Bewusstsein der Arbeiterklasse und der übrigen werktätigen Massen über die unbedingte Notwendigkeit des Sturzes des Weltkapitalismus durch die gewaltsame proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats.
Was die Revolution in den Metropolen zur Zeit des vormonopolistischen Kapitalismus anbelangt, so erscheinen die Betrachtungen von Marx und Engels hierüber in einem neuen, aktuellen Licht. Warum? Marx sagte, dass der Sieg des Sozialismus »in einzelnen Ländern« nur in dem Falle unmöglich ist, wenn die Bewegung der bürgerlichen Gesellschaft noch im Aufsteigen ist. Es trat mit dem Imperialismus eine absteigende Linie und damit die Möglichkeit des Sozialismus »in einem Lande« ein. In der Zeit Lenins also, erwies sich der Imperialismus in seiner Anfangsphase als stark genug, um die Revolution in den westlichen Metropolen, beispielsweise in Deutschland, konterrevolutionär niederzuschlagen. Lenin und Stalin erkannten, dass man den Fehler bekämpfen musste, die revolutionären Voraussetzungen des vormonopolistischen Kapitalismus nicht auf den Imperialismus zu übertragen, und im Ergebnis siegte die Oktoberrevolution im imperialistischen Russland und nicht in den westlichen kapitalistischen Ländern. Heute erkennen wir, dass man den Fehler bekämpfen muss, die Zeit der Oktoberrevolution auf die heutigen Verhältnisse zu übertragen, und wir müssen die Revolution in den Metropolen vorantreiben (wo die Linie nunmehr so weit abgestiegen ist, dass die damals niedergeschlagenen Revolutionen diesmal viel wahrscheinlicher siegreich sein werden), damit das Gesetz vom schwächsten Kettenglied überhaupt wirksam werden kann. Die derzeitige Phase der Fäulnis des Imperialismus ist mit der vormonopolistischen Phase insofern i d e n t i s c h, als der Kapitalismus in seiner herangereiften Abwärtsbewegung ebenfalls Erscheinungen von Schwächen aufweist, wobei es sich dabei eben um einen vor Altersschwäche dahinsiechenden Kapitalismus handelt, also um Schwächen, von denen er sich nicht so leicht wie früher erholen kann - im Unterschied zur Zeit von Marx und Engels, wo sich der Imperialismus erst herausbilden konnte. Sterbender Kapitalismus, heisst heute nicht, dass er bereits gestorben ist. Es bedeutet lediglich, dass der Kapitalismus nicht einem Wiederaufleben, sondern dem Sterben entgegengeht, wo Teile bereits abgestorben sind, andere gerade absterben, einige erst in der Weltrevolution absterben und die letzten Teile sterben erst im Weltsozialismus, also nach der Weltrevolution ab. Auf das letztere verweist Lenin:
»Theoretisch unterliegt es keinem Zweifel, dass zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus eine gewisse Übergangsperiode liegt, die unbedingt Merkmale oder Eigenschaften dieser beiden sozial-ökonomischen Formationen in sich vereinen muss. Diese Übergangsperiode kann nur eine Periode des Kampfes zwischen dem sterbenden Kapitalismus und dem entstehenden Kommunismus oder, mit anderen Worten, zwischen dem besiegten, aber nicht vernichteten Kapitalismus und dem geborenen, aber noch ganz schwachen Kommunismus sein« (Lenin, Bd. 30, Seite 91, »Ökonomik und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletariats«, dt. Ausgabe).
Es ist also ein Fehler, die Frage der absteigenden Linie der Bewegung der bürgerlichen Gesellschaft zu verabsolutieren, aber genau das tut man, wenn man die absteigende Linie zu Lenins Zeiten mit der bereits fortgeschrittenen absteigenden Linie von heute gleichsetzt, nicht ihre Entwicklung verfolgt und sie statt dessen auf das Niveau zu Lenins Zeiten festnagelt. Das erschwert das Studium des weltrevolutionären Weges. Der sterbende Kapitalismus heute ist in seinem Entwicklungsstadium schon lange nicht mehr der sterbende Kapitalismus wie ihn Lenin analysierte im Jahre 1917, er ist weiter fortgeschritten, hat eine neue Etappe erreicht, er wird auch noch im Weltsozialismus nicht endgültig abgestorben sein. Welche Schlussfolgerungen können wir daraus für die Revolutionen in den Metropolen ziehen? Wir müssen daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass die Bedingungen zum »Knacken« der Metropolen heute so realistisch geworden sind, dass man sie nicht ausklammern darf, wenn die Lösung der Revolution auf der Tagesordnung steht. Wo ist heute der Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie größer als in den Metropolen? Wann war der Weltimperialismus in einer schwächeren Position als heute? Wer zu Lenins Zeiten Revolutionen im Westen für wahrscheinlich hielt, dies aber heute verneint, der muss an die Wiedergeburt des Kapitalismus glauben, der muss an einen Kapitalismus glauben, der den Tod von der Bettkante stößt, jedenfalls ist das nichts anderes, als Lenins These vom sterbenden Kapitalismus im Munde führen, aber in Taten gegen diese Thesen auftreten. Das ist reiner Revisionismus. Aus der Frage des sterbenden Kapitalismus ergibt sich das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung unter dem Imperialismus, dessen Grundelemente Stalin zusammenfasste:
»Erstens darin, dass die Welt bereits unter den imperialistischen Gruppen aufgeteilt ist...anderen das Terrorium mit Gewalt entreißen muss. Zweitens darin, dass die beispiellose Entwicklung der Technik und die zunehmende Nivellierung des Entwicklungsniveaus der kapitalistischen Länder die Möglichkeit einer sprunghaften Überholung der einen Länder durch die anderen, der Verdrängung mächtigerer Länder durch weniger mächtige, aber sich rasch entwickelnde Länder geschaffen und diesen Prozess erleichtert haben. Drittens darin, dass die alte Verteilung der Einflusssphären unter den einzelnen imperialistischen Gruppen jedesmal in Konflikt gerät mit dem neuen Kräfteverhältnis auf dem Weltmarkt, dass zur Herstellung des `Gleichgewichts` zwischen der alten Verteilung der Einflusssphären und dem neuen Kräfteverhältnis periodische Neuaufteilungen der Welt durch imperialistische Kriege notwendig sind. Daher die Verstärkung und Verschärfung der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung in der Periode des Imperialismus« (Stalin, Bd. 9, »VII. Erweitertes Plenum des EKKI«, dt. Ausgabe).
Das ist der Grund, weswegen wir den sterbenden Kapitalismus nicht als Ableben in einen sanften, stillen Tod bezeichnen können, sondern dass der Imperialismus eines schrecklich qualvollen Todes stirbt und einen Todeskampf durchmacht, in dem er sich immer wieder aufbäumt und nach Regenerationskräften, Auswegen etc. sucht, um den Tod noch ein Stück hinauszuzögern. Der Kapitalismus stirbt nicht im Kugelhagel der Weltrevolution, sondern durchläuft einen langen Sterbeprozess, der sich in Etappen vollzieht. Sterbender Kapitalismus ist nicht totes Sein, sondern ein widersprüchlicher Prozess des Kampfes der Gegensätze, ein Kampf auf Leben und Tod, der mit dem Klassenkampf zunimmt, bevor der Kapitalismus abstirbt und die Klassen der kapitalistischen Gesellschaft absterben. Die Weltrevolution verkürzt den Sterbeprozess des Imperialismus und darin liegt ihre Bestimmung und Kraft. In diesem Sinne muss man die Dialektik zwischen dem Entwicklungsprozess der Weltrevolution und dem Sterbeprozess des Imperialismus begreifen. Dies gilt auch für die Gesetzmäßigkeiten des Fäulnisprozesses und des parasitären Prozesses des Imperialismus im Verhältnis zum weltrevolutionären Prozess. Der Weg ist vorgezeichnet, der Imperialismus kann sich seinem Untergang nicht entziehen aufgrund der benannten objektiver Gesetzmäßigkeiten. Hieraus folgt, dass der Sieg des Sozialismus... nicht nur in einem einzelnen Lande möglich ist, sondern dass er inzwischen auch in allen Ländern der Welt möglich ist. Und wir werden den gleichen Kampf, den Lenin und Stalin für die Verteidigung des Sozialismus »in einem Land« führten, heute gegen die Theorien der »Unmöglichkeit des internationalen Sozialismus« führen. Das ist die Verteidigung der These Lenins über den sterbenden Kapitalismus unter de gegenwärtigen Bedingungen. Der Sozialismus »in einem Land« entstand infolge des 1. Weltkrieges, wo ein Proletariat eine Bourgeoisie besiegen konnte. Das war die Zeit des sterbenden Kapitalismus in einem Land. Im 2. Weltkrieg finden wir eine Weiterentwicklung vor: Es kam ein weiterer Sozialismus »in einem Land« dazu, was schon eine höhere Phase einläutete, denn es wäre auch ein sozialistisches Lager möglich gewesen. Diese Möglichkeit wurde uns durch revisionistischen Verrat genommen. Heute vollzieht sich der Übergang zum »internationalen Sozialismus«, der die Periode des Sozialismus »in einem Lande« deswegen ablöst, weil es nunmehr möglich ist, dass das Weltproletariat die Weltbourgeoisie gänzlich, d. h. Im Weltmaßstab besiegen kann. In der Periode des Sozialismus »in einem Lande« war der Sieg des Proletariats nur in ganz besonderen Situationen möglich, wo ganz bestimmte Faktoren zusammentrafen und gemeinsam wirken konnten, um dem überlegenen Weltimperialismus eben nur ein einziges, das schwächste Kettenglied zu entreißen. Das war also die Ausnahme von der Regel. Der 2. Weltkrieg ermöglichte das Losbrechen mehrerer Länder, nicht zuletzt durch die Überlegenheit des Sozialismus »in einem Land« gegenüber den aggressivsten Großmacht-Block Hitler-Deutschlands. Heute müssen wir von der Überlegenheit des Weltproletariats und der Völker der unterdrückten Länder gegenüber dem gesamten Weltimperialismus sprechen, Darum werden wir dem von Lenin 1917 geschriebenen Werk »Staat und Revolution«, das er für den Sozialismus »in einem Land« konzipiert hat, ein neues Werk hinzufügen: »Weltstaat und Weltrevolution«, das heute für den internationalen Sozialismus konzipiert ist. Darum werden wir alles, was für den Sozialismus »in einem Land« konzipiert war, und eben ganz besonders, was für den albanischen Sozialismus konzipiert war, (wegen des Sieges über den Revisionismus), für die Errichtung des »internationalen Sozialismus« schöpferisch weiter entwickeln und auf eine höhere Stufe heben. Hieran müssen wir immer in Zukunft denken: unsere Aufgabe ist nicht mehr Sozialismus in einem Land, sondern Weltsozialismus, wo Sozialismus in einem Land nur noch das Nebenprodukt ist. Wir müssen heute in globalen Dimensionen unserer proletarischen Sache denken, dürfen uns nicht auf die alte Konzeption des Sozialismus »in einem Lande« beschränken, sondern sie nutzen, um darüber hinaus denken und handeln zu können. Diese gewaltige Arbeit wird aber schon nicht mehr von »einem Land« geleistet werden, sondern »international« durch das Zusammenwirken der Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt! Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass diese Aufgaben nicht in internationalen Diskutierklubs gelöst werden können (da können sie höchstens verhindert werden und werden bereits verhindert!). Diese Aufgaben kann nur die Komintern/ML und ihre Sektionen lösen. Und diese werden sie ganz sicher lösen, wenn sie die Unterstützung und Sympathie der proletarischen Internationalisten der ganzen Welt erhalten. Eben das ist unsere gegenwärtige Aufgabe, das ist die Aufgabe der Generallinie, die Genossen nicht nur zu überzeugen, sondern sie auch zu begeistern, ihnen Kraft und Hoffnung zu geben und an einem internationalen Projekt mitzuwirken, das tausend mal schwieriger ist als alles bisher Dagewesene, aber auch durch den Sieg über die ganze Weltbourgeoisie gekrönt werden wird, ein Werk, an dem sich die ganze Welt beteiligt.
Der Sterbeprozess des Kapitalismus lässt sich nicht im Rahmen des Kapitalismus außer Kraft setzen, wird durch den Kapitalismus selbst nicht aufgehalten. Jede periodische Regeneration von der einen weltumspannenden Krise des Weltkapitalismus bis zur nächsten ist ein Schritt weiter auf dem Weg seines endgültigen Untergangs:
»Was ist also Erstaunliches daran, wenn die Maßnahmen der bürgerlichen Regierungen in Wirklichkeit nicht zu einer Linderung der Krise, nicht zu einer Erleichterung der Lage der Millionenmassen der Werktätigen führen, sondern zu einer Kette neuer Bankrotte, zu einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit, zum Verschlingen der weniger starken kapitalistischen Vereinigungen durch die stärkeren kapitalistischen Vereinigungen.
Die Basis der ökonomischen Überproduktionskrisen, ihre Ursachen liegt im ganzen System der kapitalistischen Wirtschaft selbst. Die Basis der Krise liegt in dem Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der kapitalistischen Form der Aneignung der Produktionsergebnisse. Ausdruck dieses Grundwiderspruches des Kapitalismus ist der Widerspruch zwischen dem kolossalen Anwachsen der Produktionskapazitäten des Kapitalismus, die auf die Erzielung eines Maximums kapitalistischen Profits berechnet sind, und dem relativen Rückgang der zahlungsfähigen Nachfrage seitens der Millionenmassen der Werktätigen, deren Lebenshaltung die Kapitalisten ständig in die Schranken des äußersten Minimums zu halten suchen. Um im Konkurrenzkampf zu gewinnen und möglichst viel Profit herauszupressen, müssen die Kapitalisten die Technik entwickeln, eine Rationalisierung durchführen, die Ausbeutung der Arbeiter verschärfen und die Produktionskapazitäten ihrer Betriebe bis aufs äußerte steigern. Damit keiner hinter dem anderen zurück bleibe, sind alle Kapitalisten gezwungen, in einer oder der anderen Weise diesen Weg rasender Entwicklung der Produktionsmöglichkeiten zu beschreiten. Aber der Binnenmarkt wie der Außenmarkt, die Kaufkraft der Millionenmassen der Arbeiter und Bauern, die in letzter Instanz die Hauptkäufer sind, bleiben auf einem niedrigen Niveau. Daher die Überproduktionskrisen. Daher die bekannten Resultate, die sich mehr oder weniger periodisch wiederholen, kraft deren die Waren unverkauft bleiben, die Produktion zurückgeht, die Arbeitslosigkeit wächst, die Löhne gesenkt werden, wodurch sich der Widerspruch zwischen dem Produktionsniveau und dem Niveau der zahlungsfähigen Nachfrage noch mehr verschärft. Die Überproduktionskrise ist der Ausdruck dieses Widerspruchs in stürmischen und verheerenden Formen. Könnte der Kapitalismus die Produktion nicht der Erzielung eines Maximums von Profit, sondern einer systematischen Verbesserung der materiellen Lage der Volksmassen anpassen, könnte er den Profit verwenden nicht zur Befriedigung der Launen der parasitären Klassen, nicht zur Vervollkommnung der Ausbeutungsmethoden, nicht zur Kapitalausfuhr, sondern zur systematischen Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern, dann gäbe es keine Krisen. Aber dann wäre auch der Kapitalismus kein Kapitalismus. Um die Krisen abzuschaffen, muss man den Kapitalismus abschaffen« (Stalin, Bd. 12, Seite 214-215, dt. Ausgabe).
»Die Konkurrenz wandelt sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion.(...) In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet« (Lenin, Bd. 22,Seite, 209, dt. Ausgabe).
Die Zeiten, wo man mit der Arbeiteraristokratie die Arbeiterklasse korrumpieren konnte, wo man mit der sozialdemokratischen Klassenversöhnungspolitik die Arbeiter vom Bazillus der Oktoberrevolution abbringen konnte, wo man die Arbeiter vom sozialistischen Schaufenster der Sowjetunion und Albaniens weg ködern musste, wo man den armen Millionenmassen der Welt, die über die Mauern der reichen Länder schauen, etwas Welthungerhilfe und »Entwicklungshilfe« zuteilt um sie vom nationalen Befreiungskampf abzuhalten, indem man sie mit Brosamen vom Teller der Imperialisten, vom fetten Leibe der »Zivilisation« fernhalten konnte, ziehen nicht mehr bei der Arbeiterklasse und den unterdrückten Völkern, sie nähern sich dem Ende, denn sterbender Kapitalismus bedeutet auch sterbender Sozialdemokratismus und Revisionismus, weil sie ja ein Bestandteil des Kapitalismus sind. Es wäre töricht zu glauben, dass der Revisionismus und Sozialdemokratismus mit jedem Tag des kapitalistischen Siechtums stärker werden würde. Das heisst aber nicht, dass ihnen schon die faulen Zähne aus dem Mund fallen. Auf Gedeih und Verderb müssen sie die gleichen schrecklichen Todesqualen durchleben, bis sie untergegangen sind. Natürlich wehrt sich der Kapitalismus mit aller Kraft gegen seinen Untergang, führt er einen verzweifelten Überlebenskampf, aber je angestrengter er ihn führen muss, desto schneller erliegt er seinem Tod. Lenins These von der absteigenden Linie der bürgerlichen Gesellschaft trifft auch auf den Revisionismus und auf den Sozialdemokratismus zu. Sie sind nicht mehr in aufsteigender Entwicklung, nicht mehr auf dem Weg zur Rückkehr an die Macht, sondern sie befinden sich auf einer rasanten Talfahrt.
»Mit dem Zusammenbruch des Industriemonopols wird die englische Arbeiterklasse dessen bevorrechtete Stellung verlieren.« Das sagte bereits Engels voraus. Mit dem Zusammenbruch des Imperialismus bricht auch die Arbeiteraristokratie im internationalen Maßstab zusammen.
Die Verelendung der werktätigen Massen in den Metropolen hat rapide zugenommen, und sie wird durch die imperialistischen Kriegshandlungen noch weiter zunehmen. Dem Proletariat in den Metropolen wird der Boden unter den Füßen weggezogen und das Anwachsen der Unzufriedenheit, der revolutionäre Widerstand,, wird unweigerlich neue marxistisch-leninistische Parteien hervorbringen, die das Proletariat zur sozialistischen Revolution führen werden.
Weltrevolution -
- ein Werk von Aktionen der Millionenmassen der ganzen Welt-
- die Hegemonie des Weltproletariats
- die Rolle der Arbeiter -, Bauern - und Soldatenräte
und die Führung der marxistisch-leninistischen Parteien
Im Weltkapitalismus befindet sich das Eigentum der Welt in den Händen einiger weniger Kapitalisten. Damit halten im Weltkapitalismus ein paar Kapitalisten das Schicksal der ganzen Weltbevölkerung in ihren Händen, und das nennen sie Demokratie. Von der Gleichberechtigung der Völker kann da keine Rede sein, solange es auf der Erde Ausbeuter und Ausgebeutete gibt. Wie soll die Macht von den Völkern der Welt ausgehen können, wenn ihnen die Welt gar nicht mehr gehört? »In den kapitalistischen und revisionistischen Ländern, in denen der Mensch angeblich die demokratischen Freiheiten und alle anderen `Annehmlichkeiten` geniesse, gärt es durch die Proteste der Massen. Sollte es dort wirklich Freiheit geben und sollten die Massen alle materiellen Güter geniessen, wie behauptet wird, weshalb gehen dann Millionen Menschen immer wieder auf die Straße und stoßen sie mit der Polizei der Bourgeoisie zusammen?« (Enver Hoxha, »Die proletarische Demokratie ist die echte Demokratie«, Seite 32, dt. Ausgabe, Tirana, 1978). Alles, was es heute an Weltorganisationen gibt, alles was es heute an Staaten, alles was es an Regierungen, Interessenvertretungen, Parlamenten, Gewerkschaften, Institutionen usw. auf der ganzen Welt gibt - alle - und ausnahmslos alle, sind verlängerter Arm nur dieser einen kleinen Minderheit, die die Welt in Besitz genommen hat! Alle dienen der Verteidigung ihrer herrschenden Weltordnung! Sie besitzen die ökonomische Macht und damit auch die geistige Macht über die heutige Welt! Sie bestimmen über Sein und Bewusstsein der ganzen Menschheit. Selbst der mächtigste Präsident der ganzen Welt ist die Marionettenfigur dieser kleinen Gruppe von Eigentümern. Jede Kritik, jede Forderung der Massen, die gegen diese kleine Minderheit von Kapitalisten erhoben wird, ruft deren »Kampf gegen den Terrorismus« hervor, verläuft im Sande, getränkt vom Blut nicht von einzelnen Terroristen, sondern von den Millionenmassen. »Das Kapital, ob das nationale oder das internationale, zwingt den breiten werktätigen Massen seinen Willen, seine Wünsche und Ansichten auf... , im Imperialismus findet die Wendung von der Demokratie zur Reaktion hin statt... in dieser alten Gesellschaft, in der das Privateigentum und die kapitalistische Herrschaft existieren, kann es keine wahre Freiheit, Demokratie, Unabhängigkeit und Souveränität für das Volk geben.« (Enver Hoxha, »Die proletarische Demokratie ist die echte Demokratie«, Seite 21, dt. Ausgabe, Tirana, 1978).
»Wir sagen es jedem: Wer in einem Augenblick, wo die Dinge bis zum Sturz der Macht des Kapitals in der ganzen Welt oder wenigstens in einem Land gediehen sind, wer in einem solchen historischen Augenblick, da in den Vordergrund der Kampf der unterdrückten und werktätigen Klassen für den völligen Sturz des Kapitals, für die völlige Aufhebung der Warenproduktion tritt, wer in einem solchen politischen Augenblick mit dem Wort `Freiheit` schlechthin operiert, wer im Namen dieser Freiheit gegen die Diktatur des Proletariats auftritt - der hilft den Ausbeutern und weiter nichts, der ist ihr Anhänger, denn die Freiheit ist, wenn sie nicht den Interessen der Befreiung der Arbeit vom Joch des Kapitals untergeordnet wird, Betrug (...)« (Lenin, Bd. 29, Seite 340, dt. Ausgabe).
Worin besteht unsere Stärke, um den Sieg der Weltrevolution zu erringen? Wir kämpfen für die Gemeininteressen des Weltproletariats und der Völker der Welt, aber wir trennen sie nicht, wir verbinden sie miteinander. Die Quelle unseres Erfolges liegt darin, dass uns niemand verbieten kann, unsere Meinung frei zu äußern, dass wir uns stets auf das Wichtigste und Grundlegendste konzentrieren können, was die Massen auf der ganzen Erde bewegt, was sie anders haben wollen, wie das in der kapitalistischen Weltgesellschaft eben unmöglich war, unmöglich ist und unmöglich bleiben wird. Da läuft alles hinter dem Rücken der Massen ab, entpuppt sich das Handeln der Bourgeoisie als Lug und Betrug, haben die Massen keinen Einfluss auf das, was weltweit hinter den Kulissen getrieben wird, sind die Massen ohnmächtig mit den Regierungsmaßnahmen, die auf den anonymen internationalen Schuldigen: nämlich die »Sachzwänge der Weltlage«, an denen nationale Staaten »nichts ändern« könnten. Je weiter die Entscheidungen auf internationaler Ebene fallen, desto weiter entfernt für die Massen. So werden den Massen immer neue Lasten aufgebürdet bis hin zu den Lasten des Krieges. Immer ist es jedoch ein kleines Elitehäuflein von Kapitalisten, die alles schon vorher entschieden hat, was im Parlament nur noch »abgesegnet« wird. Wir Kommunisten machen diese Fragen über Leben und Tod der Massen zu Fragen, die die Massen selber entscheiden können. Wenn die Massen bereit sind, dass ihr Schicksal nicht mehr in den Händen ihrer Ausbeuter belassen bleiben soll, wenn sie nicht mehr betrogen werden wollen, wenn sie es satt haben, hilflos mit anzusehen, dass sich vor ihren Augen die Kapitalisten und ihre Lakaien die Taschen füllen, während sie selber immer nur die Lasten tragen müssen, dann sind die Massen zu revolutionären Aktionen und Eigeninitiativen bereit. Wenn wir diesen Standpunkt gegenüber den Massen vertreten, werden sie uns immer Recht geben, werden sie uns auch bis zur Weltrevolution folgen. Millionen und aber Millionen Menschen machen jetzt selbständig Geschichte, nachdem der Weltimperialismus endgültig zusammenbricht. Das ist eine Gesetzmäßigkeit der historischen Entwicklung der Völker der ganzen Welt. Je schwieriger die Aufgaben sind, vor denen die Weltgesellschaft steht, je tiefgreifender und grundlegender die gesellschaftlichen Veränderungen sind, die die Lösung dieser Aufgaben erfordert, um so größere Massen treten als bewusste Schöpfer der gesellschaftlichen Veränderungen in der Welt in Erscheinung. Die Weltbourgeoisie verleumdet und fürchtet die Rolle der Massen und tut alles, um sie ihres gesellschaftlichen Einflusses zu berauben - alles, das heisst nichts anderes als die Errichtung des Weltfaschismus! Anders verhält es sich mit dem Weltproletariat. Es ist ein bedeutender, in vielen Ländern schon der größte und sich am schnellsten ausbreitende und vor allem am weitesten fortgeschrittene Teil der werktätigen Massen. Darüber hinaus ist das Weltproletariat durch gemeinsame Interessen des Sturzes des Weltimperialismus, des gemeinsamen Schutzes der Natur und ihrer Ressourcen, der Schutz der Produktivkräfte vor ihrer Zerstörung und des Aufbaus des Weltsozialismus eng mit den Werktätigen der ganzen Welt verbunden. Die wachsende Bedeutung der Volksmassen in der Geschichte der Menschheit sind ein Kraftquell für die Mission des Weltproletariats, für die Weltrevolution. Der Kampf um die Massen bleibt daher stets die Grundlage der Politik der Komintern/ML und ihrer Sektionen. Die Einbeziehung der Millionenmassen der Welt ins politische Leben, ihre Vereinigung, Organisierung und Erziehung sind maßgebend für die Weltrevolution:
»Den Sieg werden die Ausgebeuteten davon tragen, denn auf ihrer Seite ist das Leben, die Stärke der Zahl, die Stärke der Massen, die Macht der unerschöpflichen Quellen alles Selbstlosen, Ideellen, Ehrlichen, Vorwärtsstrebenden, alles zum Aufbau des Neuen Erwachenden, des ganzen gewaltigen Vorrats an Energie und Talenten des sogenannten `einfachen Volkes` , der Arbeiter und Bauern, ihrer ist der Sieg!« (Lenin, Seite 551 »Das Jahr 1917«, dt. Ausgabe,1957)
»In den Volksmassen sind wir Kommunisten doch nur ein Tropfen im Meer, und wir können nur dann reagieren, wenn wir das Bewusstsein des Volkes richtig zum Ausdruck bringen. Andernfalls wird die Kommunistische Partei nicht das Proletariat führen und das Proletariat nicht die Massen führen, und die ganze Maschinerie wird zerfallen« (Lenin, Bd. 33, Seite 273, dt. Ausgabe).
In den Beschlüssen des III. Weltkongresses war die Mobilisierung der Massen das Grundlegende und das Wichtigste, dem sich die Komintern und ihre Sektionen mit aller Kraft widmen wollten. Mit den Kommunisten (gegen die Faschisten) die Mehrheit der Arbeiterklasse erobern:
»Das war ( Lenin meinte damit die Eroberung der Mehrheit des Proletariats in Rom im Juli 1921 - die Redaktion) noch lange, lange nicht die entscheidende Eroberung, sondern nur eine teilweise, nur eine vorübergehende, nur eine lokale Eroberung, aber es war eine Eroberung der Mehrheit. Eine solche Eroberung ist möglich, sogar dann, wenn die Mehrheit des Proletariats formal Führern aus der Bourgeoisie oder Führern, die eine bürgerliche Politik treiben ( wie es alle Führer der II. Und zweieinhalbten Internationale tun), folgt, oder wenn die Mehrheit des Proletariats schwankt. Eine solche Eroberung schreitet in der ganzen Welt, überall und auf die verschiedenste Weise, unaufhaltsam vorwärts. Bereiten wir sie gründlicher und sorgfältiger vor, lassen wir keine einzige ernste Gelegenheit außer Acht, bei der die Bourgeoisie das Proletariat zwingt, sich zum Kampf zu erheben, lernen wir richtig den Zeitpunkt bestimmen, das die Massen des Proletariats nicht anders können, als sich gemeinsam mit uns zu erheben (...) Unsere taktischen und strategischen Methoden bleiben ( wenn man im internationalen Maßstab urteilt) noch zurück hinter der ausgezeichneten Strategie der Bourgeoisie ( die an der Sowjetunion und Albanien gelernt hat - die Redaktion) (...) Aber wir haben mehr, unendlich mehr Kräfte auf unserer Seite; Taktik und Strategie lernen wir (...) wir werden diese ´Wissenschaft´ vollständig meistern. Unsere Parteien sind in den allermeisten Ländern noch lange, lange nicht das, was wirklich kommunistische Parteien sein müssen, d.h. wirkliche Vorhuten der wirklich revolutionären und einzig revolutionären Klasse, mit restloser Teilnahme aller Parteimitglieder am Kampf, an der Bewegung, am tagtäglichen Leben der Massen. Aber wir kennen diesen unseren Mangel, wir haben ihn mit größter Anschaulichkeit in der Resolution des III. Kongresses über die Arbeit der Partei aufgedeckt. Und wir werden diesen Mangel überwinden« (Lenin, Bd. 32, Seite 547-548, dt. Ausgabe).
Das Kettenglied zwischen Masse, Klasse und Partei ist das Rätesystem.
Arbeiter, Bauern, Soldaten! Schließt euch auf der ganzen Welt zu Räten zusammen! Schafft euch Organe des Bündnisses aller revolutionären Kräfte der Welt, um Unterdrückung und Ausbeutung ein Ende zu bereiten! Der endgültige Sieg der Weltrevolution liegt in euren Händen! Alle Macht den Sowjets! Das ist die alte Losung der Oktoberrevolution, das ist die neue Losung der Weltrevolution! Die Sowjets stehen an der Spitze der Weltrevolution, an der Spitze des Kampfes gegen die internationale Konterrevolution! Revolutionäre Einheitsfront heisst: Unterstützung der Arbeiter- , Bauern-, und Soldatenräte!
»Diese Sowjets zu festigen, sie überall ins Leben zu rufen, sie untereinander zu verbinden, mit dem Zentralen Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten, als Organ der revolutionären Macht des Volkes, an der Spitze - in dieser Richtung müssen die revolutionären Sozialdemokraten arbeiten. Arbeiter! Schließt eure Reihen enger und schart euch um die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands! Bauern! Organisiert euch in Bauernverbänden und schart euch um das revolutionäre Proletariat, den Führer der russischen Revolution! Soldaten! Organisiert euch in euren Verbänden und sammelt euch um das russische Volk, den einzigen, treuen Verbündeten der russischen revolutionären Armee! Arbeiter, Bauern, Soldaten! Vereinigt euch überall zu Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, den Organen des Bundes und der macht der revolutionären Kräfte Russlands! Darin besteht die Gewähr für den vollen Sieg über die dunklen Kräfte des alten Russland« (Stalin, »Prawda« Nr. 8, 27. (14.) März 1917).
»Aber was bedeutet die `Macht der Sowjets` und wodurch unterscheidet sie sich von jeder anderen Macht?
Man sagt, die Übergabe der Macht an die Sowjets bedeute die Bildung einer ´homogenen` demokratischen Regierung, die Organisierung eines neuen `Kabinetts` aus `sozialistischen` Ministern und überhaupt eine `ernste Veränderung` in der personellen Zusammensetzung der Provisorischen Regierung. Das trifft jedoch nicht zu. Es geht hier durchaus nicht um die Ersetzung der einen Mitglieder der Provisorischen Regierung durch andere. Hier geht es darum, dass die neuen, revolutionären Klassen Herren der Lage im Lande werden müssen. Es geht um den Übergang der Macht in die Hände des Proletariats und der revolutionären Bauernschaft. Dazu ist aber ein Wechsel der Regierung allein bei weitem nicht ausreichend. Dazu muss vor allem eine radikale Säuberung in allen Ämtern und Institutionen der Regierung vorgenommen werden, müssen überall die Kornilowleute vertrieben und durch der Revolution ergebene Menschen aus der Arbeiterklasse und der Bauernschaft ersetzt werden. Nur dann und nur in diesem Falle wird man vom Übergang der Macht an die Sowjets `im Zentrum und an der Peripherie` sprechen können« (Stalin, Bd. 3, Seite 347, »Die Macht der Sowjets«, dt. Ausgabe).
Die Formen der Räte entstehen aus den jeweiligen Bedingungen des Klassenkampfes, die in allen Ländern verschiedenen sind, und daher nicht willkürlich einsetzbar und schablonenhaft austauschbar sind. Es sind die Massen, die revolutionären Triebkräfte, die diese Kampfformen im Kampf selber schaffen und entwickeln. Hier kann es also nur um die allgemeingültigen Erfahrungen des internationalen Klassenkampfes gehen, um auf die grundsätzliche Unverzichtbarkeit der Schaffung dieser oder ähnlicher revolutionären Organe der Volksmassen hinzudeuten. Es geht bei der revolutionären Umwälzung um organisierte Kampfeinheiten, die sich von unten herausbilden, die man also nicht am Reißbrett entwerfen kann. Jede Revolution bringt ihre eigentümlichen Formen des organisierten Massenkampfes hervor.
Die Sowjets der Oktoberrevolution haben also lediglich einen Orientierungscharakter. Es werden sich neue Formen von Sowjets entwickeln im Laufe der Weltrevolution, die eine zeitlich längere Periode in Anspruch nehmen wird als die Oktoberrevolution und daher wird sie auch vielfältigere Formen hervorbringen.
Ein Beispiel: Auf der Kundgebung von 250 000 Arbeitern in Berlin wurde der Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte in Deutschland am 16.12. 1918 von den Arbeiter-Deputierten beauftragt: »Sofortiger Aufruf des Zentralrats an die Proletarier aller Länder zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten zwecks Durchführung der gemeinsamen Aufgaben der sozialistischen Weltrevolution « (Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte, 1918, stenographischer Bericht).
Anmerkung: Auf den Fehler, der darin bestand, sich auf die Arbeiter- und Soldatenräte zu beschränken, anstatt die Bauernräte mit einzubeziehen - was schließlich ein wesentlicher Grund für die Niederlage der ersten deutschen Räterepublik 1918/19 war , - ist auch Lenin eingegangen: »Die Losung der Bourgeoisie und ihrer Lakaien, wie Scheidemann und Co., war schon: Bauernräte. Aber erst die Landarbeiter - und Kleinbauernräte sind das, was wir brauchen. Leider sehen wir jedoch aus den Berichten der Genossen Albert, Platten und anderer Genossen, dass mit Ausnahme Ungarns - für die Ausbreitung des Rätesystems auf dem Lande besonders wenig getan wurde. Darin besteht vielleicht noch eine praktische und ziemlich große Gefahr für den sicheren Sieg des deutschen Proletariats. Der Sieg kann nur dann als gesichert gelten, wenn nicht nur die städtischen Arbeiter, sondern auch die ländlichen Proletarier organisiert sind, und zwar organisiert nicht wie früher in Gewerkschaften und Genossenschaften, sondern in Sowjets« (Lenin, »Thesen und Referat über bürgerliche Demokratie und Diktatur des Proletariats« auf dem I. Kongress der Komintern, März, 1919). Die Unterscheidung von Arbeiterräten und Bauernräten ist nicht schwer. Die Schwierigkeit besteht aber in folgendem: »Das Proletariat muss zwischen dem werktätigen Bauern und dem bäuerlichen Eigentümer, zwischen dem arbeitenden und dem handelstreibenden Bauern, zwischen dem Bauern, der sich plagt, und dem Bauern, der spekuliert, einen Unterschied machen, eine Grenze ziehen. In dieser Abgrenzung liegt das ganze Wesen des Sozialismus« (Lenin, Bd. 30; Seite 97, Ökonomie und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletariats, dt. Ausgabe).
Nebenbei bemerkt, wurden die Führer der deutschen Novemberrevolution Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg nicht einmal als Gäste auf dem Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte mit beratender Stimme gewählt, weil sie angeblich über keinen Arbeitsnachweis verfügten, ohne den niemand delegiert wurde- siehe stenographischer Bericht! Ein Monat später wurden sie ermordet! - eine Schande für die ersten deutschen Arbeiter- und Soldatenräte! Wozu taugen Soldatenräte, wenn sie - anstatt die Führer der Revolution mit der Waffe vor der meuchelnden Konterrevolution zu beschützen - Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg den Zutritt zum Kongress der Arbeiter und Soldatenräte verweigern?! Man konnte sie also keinesfalls mit den Rotgardisten vergleichen, die das russische Volk befreiten und von denen das Volk sagte: Jetzt braucht man vor dem Mann mit dem Gewehr keine Angst zu haben, denn er verteidigt uns Werktätige und schlägt erbarmungslos die Herrschaft der Ausbeuter nieder!
Dieses Beispiel soll zeigen, dass die Form der Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte auf die Diktatur des Proletariats ausgerichtet sein muss, dass sie unbedingt unter der Führung des revolutionären Proletariats und ihrer kommunistischen Partei stehen muss, dass sie die Revolution, ihre Führer, das Proletariat und alle Werktätigen vor der Konterrevolution schützen muss, sonst geht die Rätebewegung zugrunde oder sie wird von der Bourgeoisie paralysiert und für deren Zwecke missbraucht, wie das in Deutschland dann auch endete. Die Räte sind Bestandteil des Einparteiensystems, des Systems der alleinigen Führung des Proletariats und seiner kommunistischen Partei. Mit dem Proletariat und seiner Partei gegen die Bourgeoisie, das ist das Prinzip des Rätesystems auch im Weltmaßstab. Im Detail wird dieses Prinzip unter den besonderen Bedingungen der einzelnen Länder entsprechend unterschiedlich Anwendung finden. Die allgemeinen marxistisch-leninistischen Prinzipien des richtigen Verhältnisses zwischen Masse, Klassenbündnis, Rätesystem, Arbeiterklasse und Partei der Arbeiterklasse im System der Diktatur des Proletariats wurden von Lenin entwickelt und von Stalin detailliert in seiner Schrift »Zu den Fragen des Leninismus-1926« zusammengefasst. Diese Prinzipien finden praktische Anwendung im Weltmaßstab also im System der Weltdiktatur des Proletariats.
Im Verlaufe der Weltrevolution werden sich verschiedene, vielfältige Kampfformen revolutionärer Organe herausbilden, Aktionsorgane, die die Massenbewegungen vorantreiben. Sie sind die Vollstrecker des revolutionären Willens der Massen, das Leid abzuschütteln und die Macht selbst in die Hand zu nehmen. Die Räte sind Träger der Revolution. Im Verlauf der Revolution werden sich diese Revolutionsräte in gesetzliche Interessenorgane der Arbeiter und Bauern verwandeln, die die Enteignung des Privateigentums durchführen und in gesellschaftliches Eigentum überführen, die nach der revolutionären Periode alles in den Dienst der Weltdiktatur des Proletariats transformieren. Ohne autorisierte, das heisst mit Machtbefugnis ausgestattete Räte ist der riesige Apparat des bürgerlichen Staates, der Beamten, der Polizei, der Justiz, des Militärs usw. nicht zu zertrümmern, und ohne diese unverzichtbare Arbeit, wird dieser ganze bürgerliche Apparat die Räte umkrempeln, zersetzen und ihnen allmählich wieder die Macht aus den Händen reißen. Die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte wären diesem Apparat schutzlos ausgeliefert, wenn sie ihn am Leben ließen. Wer- wen? - Diese Entscheidung haben die Räte in der Hand. Die Arbeiter, Bauern und Soldaten müssen es lernen, ihre Macht zu gebrauchen und den feindlichen Apparat durch selbstverwaltende Massenorganisationen zu ersetzen. Die Räte werden sich schließlich als internationale Staatsorgane etablieren ohne ihren revolutionären Charakter einzubüßen, denn sie sind und bleiben Organe der Diktatur des Proletariats und werden nicht verbürokratisiert. Die von den Kommunisten geführte Rätemacht ( und dies ist nicht eine Frage der Übernahme, sondern der redliche Kampf um die Eroberung der Führung durch die Kommunisten!), die Macht der Arbeiter- Bauern - und Soldatenräte, ist bisher die beste Form der proletarischen Staatsmacht. Sie übt auch die Kontrolle in allen Bereichen des ökonomischen und politischen Lebens aus. Sie beschließt die Gesetze, fasst Beschlüsse, die sie selbst durchführt. Die Räte werden in direkter geheimer Wahl von unten nach oben gewählt. Sie sind gegenüber ihren Wählern verantwortlich und jederzeit von ihnen absetzbar. Richter werden direkt von den Wählern gewählt und abgesetzt. Die Räte werden vorrangig auf Betriebsebene gewählt. Wo dies nicht durchführbar oder durch besondere Umstände vorteilhafter erscheint, wird auf das territoriale Prinzip zurückgegriffen. Entscheidend aber ist der unmittelbare Charakter der Demokratie - direkt in den Werken und Fabriken, direkt in den Armee-Einheiten und direkt in den Dörfern, usw.:
»Der Demokratismus der Sowjetmacht und ihr sozialistischer Charakter kommen darin zum Ausdruck«, betonte Lenin,« dass die oberste Staatsgewalt die Sowjets sind, zusammengesetzt aus Vertretern des werktätigen Volkes (der Arbeiter, Soldaten und Bauern), die von den bisher vom Kapital unterjochten Massen frei gewählt werden und jederzeit abberufen werden können; dass sich die örtlichen Sowjets nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus frei zusammen schließen zur einheitlichen, durch den föderativen Bund besiegelten, gesamtstaatlichen Sowjetmacht der Russischen Sowjetrepublik; dass die Sowjets nicht nur die gesetzgebende Gewalt und die Kontrolle über die Einhaltung der Gesetze in ihrer Hand konzentrieren, sondern auch die unmittelbare Verwirklichung der Gesetze durch alle Mitglieder der Sowjets, mit dem Ziel, allmählich dazu überzugehen dass ausnahmslos die gesamte werktätige Bevölkerung Funktionen der Gesetzgebung und der Verwaltung des Staates ausübt« (Lenin, »Über den Demokratismus und den sozialistischen Charakter der Sowjetmacht«, Ergänzungsband II, Seite 77, dt. Ausgabe).
Wir können uns aber nicht damit begnügen, diese einfache, prinzipiell korrekte Formel der Sowjetmacht in den Sowjetrepubliken ( die sich 100% bewährt haben!!) auf die sowjetische Weltrepublik zu projezieren. Auch dieses Kapitel wäre völlig umsonst geschrieben, wenn wir nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen würden und Konsequenzen aus dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetrepubliken ziehen, die heute ein trauriges Dasein führen. Die albanischen Genossen haben uns ausführlich Studienmaterial über den revisionistischen Sturz der Sowjetrepubliken hinterlassen, das wir für die zukünftige, anzustrebende Weltsowjetrepublik unbedingt nützen müssen. So bemerkte Enver Hoxha:
»Die Vereinigung der vielen verschiedenen Nationalitäten und Republiken, welche die Sowjetunion bilden, die auf marxistisch-leninistischem Weg erreicht worden war, kann nun, auf dem kapitalistischen Weg, nicht mehr aufrecht erhalten werden. Der moderne Revisionismus stachelt den Nationalismus, den großrussischen Chauvinismus an, fördert die Beherrschung der kleinen Nationalitäten durch die großen, unterdrückt jede demokratische Freiheit, weil er die Diktatur des Proletariats beseitigt, weil er zur Herausbildung einer Schicht von Ausbeutern geführt hat, die einen Wirtschaftsapparat zum Zwecke kapitalistischer Ausbeutung und eine im Dienste dieses neuen restaurierten Regimes stehende, unterdrückende Militärmacht zu ihrer Verfügung hat« (Enver Hoxha, »Die Supermächte«, Seite 317-318, Tirana 1986, dt. Ausgabe).
Heute gibt es nirgends mehr auf der Welt Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte, die damals, in Russland zur internationalen Kraft heranwuchsen und Keimzellen der Träger der Weltrevolution waren. Auf die Sowjetmacht konnte sich auch die Komintern stützen und das Rätesystem begann sich durch die Komintern in der Welt auszubreiten. In dem Moment, wo die Komintern aufhörte, diese Aufgabe konsequent zu Ende zu führen, wo sie die Idee der eigenständigen revolutionären Massenorganisationen aufgab, weil sie »hinderlich« waren für die Einheitsfront mit der Sozialdemokratie, wo sie die eigenen revolutionären Organisationen sogar auflöste und sich schließlich selber auflöste, gab es niemanden mehr, der die Sache des Rätesystems im Weltmaßstab hoch hielt. Das internationale Rätesystem wurde von der Komintern abgekoppelt, wurde den Kommunisten aus der Hand genommen und gelang so in die Hände der Bourgeoisie. Es diente insbesondere dem Tito-Revisionismus als Instrument gegen die Sowjetunion, gegen die Komintern, gegen das sozialistische Albanien und vor allem gegen die eigene Arbeiterklasse und alle jugoslawischen Werktätigen. Die Revisionisten wollten beweisen, dass das Rätesystem auch ohne Diktatur des Proletariats, ohne kommunistische Partei ,den Sozialismus aufbauen könne. Heute sind sie im Schoß des Imperialismus gelandet. An dem Rätesystem waren natürlich auch die Trotzkisten interessiert und alle anti-marxistisch - leninistischen Strömungen in der revolutionären Arbeiterweltbewegung, weil sie damit »die Macht der Kommunisten über die Räte« beseitigen wollten. Über diese Frage sind dann ja auch viele marxistisch-leninistische Parteien gespalten oder gar liquidiert worden. Das Rätesystem ist ein Teil der Diktatur des Proletariats, und als solches kann es nicht gleichzeitig Teil der Diktatur der Bourgeoisie sein. Jede Vermischung oder Versöhnung, jedes »Mittelding« ist daher ein Schritt hin zur Bourgeoisie, ein Schritt Weg vom Proletariat, verwandelt sich das Rätesystem als Instrument des Proletariats in ein Instrument gegen das Proletariat. Enver Hoxha hat in seiner Schrift »Die jugoslawische »Selbstverwaltung - kapitalistische Theorie und Praxis«, (Tirana 1978) - den Tito-Revisionismus gründlich entlarvt, als eine Waffe im Kampf gegen den Sozialismus, die Revolution und die nationale Befreiung. Die Tito-Revisionisten erklärten selber, dass sie mit der Oktoberrevolution und der Sowjetmacht nichts zu tun haben. Sowohl vor als auch nach der Befreiung hatten die jugoslawischen Revisionisten den revolutionären Gedanken des Sowjetsystems abgelehnt, lehnten sie den Aufbau der Partei Lenin´schen Typus ab, obwohl sie sich als Anhänger der Sowjetunion ausgaben. Kritiken der Komintern wurden in den Wind geschlagen, rehabilitierten sie Konterrevolutionäre und sperrten Kommunisten ins Gefängnis oder ermordeten sie zu Tausenden - das war der Anfang des sozialfaschistischen Jugoslawiens unter der Herrschaft der Tito-Revisionisten, die sich der Zustimmung und Nachahmung anderer Revisionisten, also ihrer »Vorbild«funktion sicher sein konnten und dem Pakt mit dem Imperialismus nacheiferten. Unter solchen Umständen konnte sich alles andere entwickeln, aber kein Rätesystem, das die Diktatur des Proletariats schafft:
Bereits Lenin wandte sich scharf gegen die anarcho-syndikalistischen Ansichten der »Arbeiteropposition«, die der Bourgeoisie entrissenen Produktionsmittel und das ganze Kapital im proletarischen Staat zu zentralisieren und zu konzentrieren. Er verwies darauf, dass »...jede direkte oder indirekte Rechtfertigung des Eigentums der Arbeiter einer bestimmten Fabrik oder eines bestimmten Berufs an ihrem jeweiligen Produkt, jede Bescheinigung ihres Rechts, die Anordnungen der allgemeinen staatlichen Macht abzuschwächen oder zu behindern, eine schwerwiegende Entstellung der grundlegenden Prinzipien der Sowjetmacht und die vollständige Abkehr vom Sozialismus sei« (Lenin, Über den Demokratismus und den sozialistischen Charakter der Sowjetmacht« (Lenin, Ergänzungsband II, Seite 77-78, dt. Ausgabe).
Enver Hoxha verteidigte Stalin vor den Angriffen der Titoisten, die behaupteten, er sei vom Leninismus abgewichen in der Frage der Sowjets:
»Stalin betrachtete, wie Lenin, die Demokratie unter dem Blickwinkel der Klasse, als eine Form der politischen Organisierung der Gesellschaft, als eine politische Voraussetzung für die Einbeziehung der Massen in die Regierung des Landes, um die Diktatur des Proletariats zu verteidigen und zu festigen und der revisionistischen Entartung und der Wiederherstellung des Kapitalismus den Weg zu verbauen. Als Marxist-Leninist, der er war, war Stalin zu Recht kategorisch gegen ein einseitiges, liberales und anarchistisches Verständnis von Demokratie und bezog Stellung gegen die kleinbürgerlichen Auflösungserscheinungen und Spekulationen mit den Rechten und Freiheiten, die die proletarische Demokratie garantiert. Und daran hat er sehr gut getan. Die Revisionisten dagegen wollen die proletarische Demokratie auch in der Theorie - wie sie es bereits in der Praxis taten - in eine bürgerliche Demokratie verwandeln. Und eben deshalb sind sie gegen Stalin« (Enver Hoxha,, »Die jugoslawische Selbstverwaltung« dt. Ausgabe, Tirana Seite 102-103).
»Um ihr berüchtigtes System der `sozialistischen Selbstverwaltung` als korrekt und akzeptabel zu präsentieren, stellen es die Titoisten der bürgerlichen Diktatur und der Diktatur des Proletariats gegenüber. Den Titoisten gelten alle anderen politischen Systeme, ohne zwischen Kapitalismus und Sozialismus einen Unterschied zu machen, als ´dogmatisch`« (Enver Hoxha, »die jugoslawische Selbstverwaltung«, Seite 55, Tirana 1978, dt. Ausgabe).
Arbeitermacht ohne Arbeiterstaat ist blanker Anarchismus, Arbeitermacht ohne führende Rolle der marxistisch-leninistischen Partei ist unmöglich. Die »Arbeiterselbstverwaltung« entreisst der Arbeiterklasse ihre politische Macht.
»Die Massenorganisationen von der Partei lösen bedeutet, sie von der marxistisch-leninistischen Ideologie loszulösen und die entstandene Lücke mit der bürgerlich revisionistischen Ideologie aufzufüllen« (Enver Hoxha, ebenda, Seite 107).
Nach Lenin sind die Massenorganisationen die nächsten und unerlässlichsten Mitarbeiter der Staatsmacht - also eben auch der Weltstaatsmacht.
Dieses Kapitel wäre unvollständig, wenn wir nicht die führende Rolle der marxistisch-leninistischen Parteien bei der Mobilisierung von Massenaktionen hervorheben würden, die sich u.a. darin auszeichnet, den Klassenkampf mit der ständig vorangetriebenen Theorie des Marxismus-Leninismus zu verschmelzen. Damit ist nicht nur gemeint, den gesamten Massenkampf auf die Generallinie der Partei auszurichten, sondern den Marxismus-Leninismus ganz konkret auf jede einzelne Aktion anzuwenden, sei sie auch noch so klein:
Enver Hoxha lehrt uns:
»Jede revolutionäre Aktion muss von der revolutionären marxistisch-leninistischen Theorie geleitet sein, die sich die marxistisch-leninistische Partei angeeignet hat, die sie verteidigt und genau anwendet, Jede wahrhaft revolutionäre Bewegung muss die Errichtung der Herrschaft der Arbeiterklasse zum Ziel haben« (Enver Hoxha, »Die marxistisch-leninistische Bewegung und die Krise des Weltkapitalismus«, Social Studies, No 3, page 24-25, engl. Ausgabe).
Diese Aufgabe lösen die marxistisch-leninistischen Parteien selbständig, aber sie verzichten dabei nicht auf die Kräfte des proletarischen Internationalismus. Was wäre eine marxistisch-leninistische Partei wert, die sich weigert, wesentliche Aktionen mit anderen marxistisch-leninistischen Parteien abzustimmen und zu koordinieren und dabei die Erfahrungen der Kampfaktionen mit den anderen marxistisch-leninistischen Parteien auszutauschen. Diese internationale Zusammenarbeit bei der Durchführung von Aktionen der Parteien - und es müssen nicht gleich die großen Massenaktionen sein - sind Gradmesser des internationalistischen Niveaus und Bewusstseins der einzelnen Parteien und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung insgesamt. Ohne diese Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Organisierung von Aktionen, wird das Ziel, die internationalen Aktionen auch zentral durch die Komintern/ML zu organisieren, niemals erreicht werden. Wozu braucht man eine Komintern/ML, wenn die dort vertretenen Parteien gar nicht wissen oder wissen wollen, ob, wo, wann, wie und welche Massenaktionen überhaupt koordiniert werden sollen:
»Wenn man im Schlepptau der Bewegung verbleibt und sich auf fruchtlose Diskussionen beschränkt, ohne ein wirkliches Beispiel für die Arbeiterklasse und die anderen Revolutionäre darzustellen, die gegen den Kapitalismus kämpfen wollen, wird man den ehrenhaften Namen eines Kommunisten und einer wahrhaft marxistisch-leninistischen Partei nicht verdienen« (Enver Hoxha, »Die marxistisch-leninistische Bewegung und die Krise des Weltkapitalismus«, Oeuvres choisies, Bd. 5, Seite 757-781, frz. Ausgabe).
Über die richtigen Wechselbeziehungen zwischen werktätigen Massen, dem Proletariat und seiner Kommunistischen Partei sagte Lenin folgendes:
»Um über den Kapitalismus zu siegen, bedarf es richtiger Wechselbeziehungen zwischen der führenden, der kommunistischen Partei, der revolutionären Klasse, dem Proletariat, und der Masse, das heißt der Gesamtheit der Werktätigen und Ausgebeuteten. Nur die kommunistische Partei, wenn sie tatsächlich die Avantgarde der revolutionären Klasse ist, wenn sie die besten Vertreter dieser Klasse in ihren Reihen zählt, wenn sie aus völlig bewussten, der Sache treu ergebenen Kommunisten besteht, die in zähen revolutionären Kämpfen geschult und gestählt worden sind, wenn sie es verstanden hat, sich mit dem ganzen Leben ihrer Klasse und durch sie mit der ganzen Masse der Ausgebeuteten unzertrennlich zu verknüpfen und dieser Klasse und dieser Masse volles Vertrauen einzuflößen, nur eine solche Partei ist fähig, das Proletariat in dem schonungslosesten, in dem entscheidenden, letzten Kampfe gegen alle Mächte des Kapitalismus zu führen. Andererseits ist das Proletariat nur unter der Führung einer solchen Partei fähig, die ganze Macht seines revolutionären Ansturms zu entfalten, die unausbleibliche Apathie und teils den Widerstand einer kleinen Minderheit der vom Kapitalismus verdorbenen Arbeiteraristokratie, der alten Führer der Gewerkschaften, Genossenschaften usw. zu überwinden, seine ganze Kraft zu entfalten, die infolge der wirtschaftlichen Struktur der kapitalistischen Gesellschaft unvergleichlich größer ist als sein Anteil an der Bevölkerung« (Lenin zitiert bei Stalin, Bd. 8, Seite 41, dt. Ausgabe).
Es geht darum, dass die Komintern/ML und ihre Sektionen unbedingt an der Spitze stehen und die Arbeiterklasse und die breiten werktätigen Massen führen muss. Sie müssen aber zugleich auch unbedingt mit ihnen aufs innigste, wie Fleisch und Blut verbunden sein und dürfen sich nie über sie stellen. Die granitfeste Basis der Einheit der Komintern/ML und ihrer Sektionen mit dem Weltproletariat und den werktätigen Massen der ganzen Welt stellt ihr marxistisch-leninistisches Programm, ihre korrekte Linie, dar, die in dieser Einheit wurzelt, die allseitige Arbeit, die für die Hebung ihres materiellen und revolutionären kulturellen Niveaus getan wird. Es ist die Aufgabe der Komintern/ML und ihrer Sektionen, sich nicht nur das Prinzip der Einheit von Partei und Klasse stets bewusst zu sein, sondern auch immer wieder den richtigen Weg zu finden und korrekte Handlungsmethoden anzuwenden, die davon keinerlei Abweichungen zulassen. Die Tatsache, dass die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen selbst die Geschicke in ihre Hände nehmen auf der Basis der korrekten Parteilinie ist eine der fundamentalsten Lehren, die wir Marxisten-Leninisten aus den bitteren Erfahrungen der Sowjetunion und Albaniens ziehen. Die Initiative der Massen muss beflügelt werden durch den Marxismus-Leninismus und die marxistisch-leninistische Partei, das heisst, sie darf weder durch Spontaneismus und Liberalismus, noch durch Kommandieren, Dirigismus und Bürokratismus gebremst oder zerstört werden. Die Kader dienen der Revolution, dienen der Klasse, dienen den Massen. Jede Abweichung davon dient der Abkapselung von den Massen, dient der Entartung, dient dem Revisionismus, muss teuer bezahlt werden.
Enver Hoxha wies bei den Kadern darauf hin, »dass sie die direkten und indirekten Helfer der Arbeiterklasse sind, und nicht ihre Leiter« (Enver Hoxha, Werke Bd. 39, Seite 413, alb. Ausgabe), dass sie am gesellschaftlichen Leben, an der Produktion teilnehmen, und von den Arbeitern und Bauern lernen, und damit jeglicher Gefahr der revisionistischen Entartung und Bürokratisierung vorgebeugt wird. Arbeiteraristokratie und intellektuelles Kleinbürgertum dürfen sich aus der revolutionären Bewegung des Proletariats, aus dem Sozialismus, niemals wieder herausbilden. Davor muss die Diktatur des Proletariats uns schützen, muss sie gnadenlos ihre Macht gebrauchen, damit sich das Rad der Geschichte nicht wieder zurückdreht.
Lenin wies schon in den ersten Jahren des sozialistischen Aufbaus nachdrücklich auf die Notwendigkeit der direkten Kontrolle durch die Arbeiterklasse und die werktätigen Bauern hin. Insbesondere die leidvollen Erfahrungen in der Sowjetunion und in Albanien machen deutlich, dass die Arbeiterkontrolle unter Führung der Partei auf ein qualitativ höheres Niveau gehoben und als Klassenkampfinstrument der Diktatur des Proletariats noch viel mehr geschärft werden muss. Dies ist eine internationale Aufgabe der revolutionären Schulung und Erziehung des gesamten Weltproletariats und der werktätigen Massen der ganzen Welt, also nicht nur ein Instrument der Kommunistischen Partei und des Sozialismus »in einem Lande«.
Weltrevolution
- und Lenins Lehre
vom Staat
»Die Geschichte zeigt, dass der Staat als besonderer Apparat der Zwangsanwendung gegen Menschen erst dort und dann entstand, wo und wann die Teilung der Gesellschaft in Klassen in Erscheinung trat - also eine Teilung in Gruppen von Menschen, von denen die einen sich ständig die Arbeit der anderen aneignen können, wo der eine den anderen ausbeutet. (...) In dem Maße jedoch, wie die gesellschaftliche Teilung in Klassen entsteht und sich durchsetzt, in dem Maße, wie die Klassengesellschaft entsteht, in dem selben Maße entsteht der Staat und setzt er sich durch (...) Mit dem Aufkommen einer solchen besonderen Gruppe von Menschen, die nur damit beschäftigt ist, zu regieren und die zum Regieren einen besonderen Zwangsapparat, einen Apparat zur Unterwerfung des Willens anderer unter die Gewalt benötigt - Gefängnisse, besondere Formationen von Menschen, das Heer u.a. -, taucht der Staat auf« (Lenin, Bd. 29, »Über den Staat«, Seite 465, dt. Ausgabe).
Dieser Staat tauchte auch aus dem Staat der Diktatur des Proletariats auf - der revisionistische Staat. Dieser war aber kein anderer als ein kapitalistischer Staat, weil
»jeder Staat, in dem das Privateigentum am Grund und Boden und dann den Produktionsmitteln besteht, in dem das Kapital herrscht, wie demokratisch ( und »sozialistisch« - die Red.) er auch sein mag, ein kapitalistischer Staat ist, eine Maschine in den Händen der Kapitalisten, um die Arbeiterklasse und die arme Bauernschaft in Botmäßigkeit zu halten« (Lenin, ebenda Seite 476).
Daran ändert sich dem Wesen nach auch nichts, wenn der sozialistische Staat in einen revisionistischen Staatskapitalismus verwandelt wurde. Inzwischen unterscheidet er sich nicht wesentlich von jedem anderen kapitalistischen Staat. In der politischen Übergangsperiode ist es also die revolutionäre Umwälzung kein gradliniger Prozess, sondern vollzog sich auch eine konterrevolutionäre Umwälzung, in deren Zuge sich der sozialistische Staat in einen kapitalistischen Staat zurück verwandelte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass diese revolutionäre Umwälzung zwar aufgehalten, aber eben nicht auf Dauer beseitigt werden kann:
»Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwälzung der einen in die andere. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts anderes sein kann, als die revolutionäre Diktatur des Proletariats« (MEW, Bd. 19, Seite 28, dt. Ausgabe).
»Wir haben diese Maschine den Kapitalisten genommen, haben sie an uns gebracht ( und wir werden diese Maschine der Kapitalisten immer wieder nehmen und an uns bringen, falls sie uns wieder geraubt werden sollte! - die Red.). Mit dieser Maschine oder diesem Knüttel werden wir jede Ausbeutung ausmerzen, und wenn auf der Welt keine Möglichkeit zur Ausbeutung mehr geblieben ist (durch den Sieg der Weltrevolution! - die Redaktion), wenn es keine Grundbesitzer, keine Fabrikbesitzer mehr gibt, wenn es nicht mehr so sein wird, dass die einen schlemmen, während die anderen hungern - erst dann, wenn dafür keine Möglichkeiten mehr bestehen, erst dann werden wir diese Maschine zum alten Eisen werfen (was die Revisionisten verhinderten!- die Red.). Dann wird es keinen Staat ( auch keinen revisionistischen Staat des »ganzen Volkes« ! - die Red.), wird es keine Ausbeutung mehr geben. Das ist der Standpunkt unserer Kommunistischen Partei« (Lenin, Bd. 29, »Über den Staat«, Seite 479, dt. Ausgabe).
»Die Frage des Staates gewinnt gegenwärtig besondere Bedeutung sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht. Der imperialistische Krieg hat den Prozess der Umwandlung des monopolistischen Kapitalismus in staatsmonopolistischen Kapitalismus außerordentlich beschleunigt und verschärft. Die ungeheuerliche Knechtung der werktätigen Massen durch den Staat, der immer inniger mit den allmächtigen Kapitalistenverbänden verschmilzt, wird immer ungeheuerlicher. Die fortgeschrittenen Länder verwandeln sich - wir sprechen von ihrem `Hinterland` - in Militärzuchthäuser für die Arbeiter. Die unerhörten Greuel und Unbilden des sich in die Länge ziehenden Krieges machen die Lage der Massen unerträglich und steigern ihre Empörung. Sichtbar reift die internationale proletarische Revolution heran. Die Frage nach ihrem Verhältnis zum Staat gewinnt praktische Bedeutung.« (Lenin, Bd. 25, Seite 395, »Staat und Revolution«, dt. Ausgabe).
»Die Dialektik der Geschichte ist gerade die, dass der Krieg, der die Umwandlung des monopolistischen Kapitalismus in den staatsmonopolistischen Kapitalismus ungeheuer beschleunigte, dadurch die Menschheit dem Sozialismus außerordentlich nahe gebracht hat... Der Sozialismus ist nichts anderes als der nächste Schritt vorwärts, über das staatsmonopolistische Monopol hinaus. Oder mit anderen Worten: Der Sozialismus ist nichts anderes, als staatskapitalistisches Monopol, das zum Nutzen des ganzen Volkes angewandt wird und dadurch aufgehört hat, kapitalistisches Monopol zu sein. Hier gibt es keinen Mittelweg. Der objektive Gang der Entwicklung ist derart, dass man von den Monopolen aus ( und der Krieg hat deren Zahl, Rolle und Bedeutung verzehnfacht) nicht vorwärts schreiten kann, ohne zum Sozialismus zu schreiten.« (Lenin, Bd. 25, Seite 369, »Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll«, dt. Ausgabe).
Auch bei der Rolle des staatsmonopolistischen Kapitalismus, die Lenin hier als Schritt zum Sozialismus definiert, müssen wir klar erkennen, dass es sich um die Etappe des Sozialismus »in einem Lande« handelte. Wenn wir diese Lehre auf die Weltrevolution anwenden wollen, so spielt der globalisierte staatsmonopolistische Kapitalismus heute jene Weltrolle, die als Schritt zum »internationalen Sozialismus« zu definieren ist. Das setzt den Nachweis voraus, dass sich aus der Nationalisierung der Monopole eine Internationalisierung der Monopole entwickelt hat. Die Globalisierung des Imperialismus, der alles umspannende Weltkapitalismus - der sich in den Händen der 8 Globalisierungsstaaten befindet - ist also ohne Zusammenschluss, ohne Verschmelzung und ohne Verwandlung nationaler Formen des Staatsmonopolismus in internationale Formen gar nicht möglich. Damit sind alle Banken, der Handel und die Produktion aller Länder international untrennbar miteinander verwachsen. Es vollzog sich also ein Prozess der Unterordnung nicht nur eines Staatsapparates unter das Monopol, sondern aller Staatsapparate, insbesondere der wichtigsten kapitalistischen Länder unter die internationalen Monopole, unter das Weltfinanzkapital, dessen Zentrum die USA sind. Dieses Zentrum dirigiert nicht nur das Weltkapital, sondern auch die Wirtschaft, die Politik das Militär, die Polizei etc. aller Länder, um sich so Maximalprofite zu sichern und die Allmacht des internationalen Finanzkapitals zu festigen. Auf internationaler Ebene dienen die Staatsmächte mehr oder weniger der weiteren Zentralisierung und Konzentration des Kapitals in immer wenigere, mächtigere Privathände. Die nationalen Interessen bleiben auf der Strecke und werden den internationalen Interessen des Kapitals geopfert, was die Werktätigen in ihren Ländern zu spüren bekommen, und wo die nationale Bourgeoisie die Achseln zuckt und sich mit der »Weltlage« herausredet. Durch den »Krieg gegen den Terror« nimmt das Dasein des Proletariats und der Völker einen äußerst verschärften internationalen Zwangscharakter an, werden die Staatshaushalte aller Länder für diesen Krieg, für den Weltfaschismus usw. ungeheuerlich geplündert. Aus Lenins Vergleich »des Zuchthauses für die Arbeiter« und des »Paradieses für die Kapitalisten« ist ein Weltzuchthaus des Weltproletariats und der unterdrückten Völker geworden. Nur das Weltproletariat zusammen mit den unterdrückten Völkern der Welt kann dieses Weltzuchthaus durch die Weltrevolution zerschlagen, indem es seine Weltdiktatur errichtet und seinen sozialistischen Weltstaat aufbaut, der die Weltrevolution sichert und für den Aufbau des Weltsozialismus unentbehrlich ist. Also die Weltbourgeoisie ins Weltzuchthaus und die Arbeiter ins Paradies! Erst durch Erreichen der ferneren, der 2. Stufe, des Weltkommunismus, wird der Weltstaat des Weltproletariats dann - aber erst dann - absterben, erst wenn die Klassengesellschaft sich in eine klassenlose Gesellschaft verwandelt hat. Ein mächtiger proletarischer Weltstaat ist kein Hemmschuh für das Absterben der Klassen, sondern deren unbedingte Voraussetzung. Ein Verzicht auf den Weltstaat wäre gleichbedeutend mit der konterrevolutionären Niederschlagung der Weltrevolution. Wer die Weltrevolution will, aber den proletarischen Weltstaat ablehnt, ist ein Anarchist, ein Trotzkist , alles andere, aber kein Marxist-Leninist. Die Geschichte des sozialistischen Weltstaates wird daher auch die Geschichte der Befreiung der Arbeiterklasse vom intelligenzlerischen Sozialismus sein! Das gesamte Kleinbürgertum auf dieser Welt, dessen Klassenstandpunkt reaktionär ist, hat weder ein Interesse an einem starken imperialistischen, noch an einem starken proletarischen Staat. Es hat sich und wird sich stets gegen jegliche »Bevormundung« des Staates wehren, ob nun staatsmonopolistischer oder staatssozialistischer Natur, weil die Kleinbürger von beiden die Gefährdung und Preisgabe ihres Privateigentums und ihrer Privilegien fürchten. Wenn sich die Kleinbürger nicht freiwillig der internationalen Sowjetrepublik unterordnen, dann wird die Weltdiktatur des Proletariats dieses Problem auf revolutionäre Weise lösen! Wenn wir die weltweite Herrschaft des riesigen Weltfinanzkapital besiegt haben, aber es nicht verstehen, das Kleinbürgertum zu schlagen, dann wird jeder Sozialismus, auch der Weltsozialismus zum Rückzug in die Restauration des Weltkapitalismus gezwungen sein, denn wie Lenin sagt, produziert das Kleinbürgertum - wenn man es denn lässt - täglich, stündlich neuen Kapitalismus.
»Wir sind für das Absterben des Staates. Und wir sind gleichzeitig für die Verstärkung der Diktatur des Proletariats, die die stärkste und mächtigste Staatsmacht ist, die je bestanden hat. Höchste Entwicklung der Staatsmacht zur Schaffung der Voraussetzung für das Absterben des Staates - lautet die marxistische Formel. Ist das `widerspruchsvoll` ? Jawohl, es ist `widerspruchsvoll` . Dieser Widerspruch ist aber im Leben begründet und widerspiegelt vollständig die Marx`sche Dialektik« (Stalin, »Bericht des ZK an den XVI. Parteitag der KPdSU (B)«).
Wenn in der Sowjetunion, wenn in Albanien der Staat verbürokratisierte, wenn in der Sowjetunion und in Albanien die Staatsmacht in die Hände der Sozialbourgeoisie überging, dann lag das nicht an zuviel Staatsmacht, zuviel Diktatur des Proletariats, sondern dann erwiesen sich in der Sowjetunion und in Albanien die Diktatur des Proletariats, die proletarische Staatsmacht, als nicht stark genug.
Lenin machte darauf aufmerksam, » dass das Endziel des Streikkampfes unter dem Kapitalismus die Zerstörung des Staatsapparates, der Sturz der Staatsmacht der gegebenen Klasse ist. Aber beim proletarischen Staat vom Übergangstypus... kann das Endziel jeder Aktion der Arbeiterklasse nur die Festigung des proletarischen Staates und der Staatsmacht der proletarischen Klasse, auf dem Wege des Kampfes gegen bürokratische Auswüchse dieses Staates, gegen seine Fehler und Schwächen, gegen die sich seiner Kontrolle entziehenden Klassengelüste usw. sein« (Lenin, Bd. 33, S.172, dt. Ausgabe).
Wer will uns vorschreiben, diese Fehler bei der Weltdiktatur des Proletariats, bei der Weltstaatsmacht des Proletariats zu wiederholen. Wenn die Worte Stalins für den Sozialismus in einem Lande galten, dann werden sie für den internationalen Sozialismus um so mehr gelten! Die Klassen sterben nicht friedlich ab, sondern im harten Klassenkampf. Das Absterben des proletarischen Weltstaates wird nicht durch dessen Schwächung, sondern durch seine maximale Verstärkung erreicht, um die Überreste der Klassengegner zu vernichten. Wir sind daher entschieden gegen die Schwächung des Staates, gegen die Schwächung der Diktatur des Proletariats. Das ist die anti-marxistische Formel, der wir entgegentreten. In der internationalen Arena des Klassenkampfes innerhalb des Weltsozialismus ( der dann nicht nur fortbesteht, sondern auch verschärft geführt werden muss!) vom Absterben des Staates zu faseln, bedeutet nichts anderes, als das Weltproletariat zu entwaffnen und Verrat an ihr zu üben. Der proletarische Weltklassenstaat ist ein Klassenstaat, der über andere Klassen herrscht und sie nicht versöhnt.
Wenn das Weltproletariat seine Staatsmacht erobert hat, wird es diese Staatsmacht auch gebrauchen! Unmissverständlich wird das Weltproletariat seine Weltstaatsmacht dazu gebrauchen, die Herrschaft des Privateigentums an den Produktionsmittel zu brechen, den Weltkapitalisten die Produktionsmittel zu entreißen, um sie ins Eigentum des proletarischen Weltstaates zu überführen und das Welteigentum vergesellschaften und das Eigentum der sozialistischen Weltgesellschaft zu schützen und zu vermehren durch einen welteinheitlichen Wirtschaftsplan, der auf den ökonomischen Gesetzen des Weltsozialismus beruht. Verstaatlichung ist nicht klassenneutral, so wenig wie der Staat selbst. Der sozialistische Weltverstaatlichung wird dem Proletariat dienen - nicht der Bourgeoisie wie das gegenwärtig bei der Verstaatlichung/Privatisierung noch der Fall ist. Auf einer gewissen Stufe seiner Entwicklung wurde der Staatsmonopolismus zu einer Last für die Entwicklung des Privatkapitals, entwickelte sich die Privatisierung, um die Produktionsverhältnisse noch weiter von staatlichen Fesseln zu befreien.
Wir sind sowohl gegen die trotzkistische »Verstaatlichung der Gewerkschaften« als auch gegen die anarchosyndikalistische »Vergewerkschaftlichung des Staates«. Man halte dem Proletariat also nicht den neutralen, nicht irgendeinen Staatsverdrossenheits- Spiegel vor, sondern den Staatsverdrossenheits-Spiegel des internationalen Staatsmonopolismus. Das Weltproletariat ist gegen den internationalen Staatsmonopolismus der Weltbourgeoisie, aber nicht gegen das internationale Staatsmonopol des Sozialismus. Es kann nicht einfach übernommen werden, sondern muss - wie die Klassiker sagen - zersprengt und zerschlagen werden, bevor der sozialistische Staatsapparat in der ganzen Welt aufgebaut werden kann. Die sozialistische Weltwirtschaft entwickelt sich mit dem Ziel, die maximale Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten sozialistischen Weltgesellschaft durch ununterbrochenes Wachstum und Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik ständig zu sichern: Sozialistische Organisation der Produktion im gesamtstaatlichen Weltmaßstab: die Arbeiterorganisationen ( Weltgewerkschaften, internationale Arbeiterräte und Bauernräte, usw. üben unter der allgemeinen Leitung der Weltsowjetmacht, die allein souverän ist, die Verwaltung aus).
Was ist heute also die wichtigste Lehre aus der Staatstheorie Lenins? Wir müssen den Staat nicht nur in seinem nationalen Rahmen, sondern in seiner internationalen Verflechtung mit dem Weltfinanzkapital begreifen. Das heisst, wenn wir die Frage der Zerschlagung der Staatsmacht der Bourgeoisie lösen wollen, müssen wir sie mit der internationalen Zerschlagung der bürgerlichen Weltmacht verbinden, müssen die Lebensadern des kapitalistischen Staates zum internationalen Kapital durchtrennt werden, müssen alle Wucherstaaten, »Rentierstaaten«, die Staaten des parasitären, verfaulenden Kapitalismus zersprengt werden. Eine proletarische Sozialistische Revolution, die diese Aufgabe nicht löst, hat wenig Chance, sich gegenüber der Überlegenheit des Weltkapitals und seiner internationalen Konterrevolution dauerhaft zu behaupten. Deswegen muss heute jede proletarische sozialistische Revolution nicht nur die Widersprüche im eigenen Land lösen, sondern gleichzeitig seine Speerspitze gegen das internationale Zentrum des Weltkapitals lenken, um den Ausbruch der anderen Revolutionen zu erleichtern. In der heutigen Etappe des internationalen Sozialismus ist es undenkbar, dieses Problem mit einer zweiten Oktoberrevolution zu lösen und zu hoffen, dass sie sich vielleicht » von allein« ausbreitet. Das ist heute schon zur Aufgabe der Weltrevolution geworden, nicht mehr Aufgabe des Sieges des Proletariats eines Landes allein, sondern Aufgabe der zum Weltproletariat herangewachsenen Klasse der Arbeiter aller Länder und ihres Generalstabes der Komintern/ML. In dem Maße wie sich der bürgerliche Staat international verflechtet, in dem Maße wird auch die Zerschlagung des international verflochtenen Staates notwendig, wird im gleichen Maße auch die internationale Verflechtung jeder proletarischen sozialistischen Revolution mit der Weltrevolution notwendig:
Über die Schaffung eines proletarischen Staates sagte Stalin: »Diese Aufgabe besteht nicht in der Festigung irgendeines `National`- staates, sondern in der Festigung des sozialistischen und folglich eines internationalen Staates...« (Stalin, Bd. 13, Seite 93, dt. Ausgabe).
Also hat Stalin den Sozialismus »in einem Lande« immer als internationalen Staat, als einen ersten, großen Baustein des sozialistischen Weltstaatgebäudes gesehen, als einen Staat, in dem die Proletarier aller Länder ihre Interessen vertreten und geschützt sehen, in dem das Weltproletariat seinen Staat erkennt, obwohl er erst in einem Teil der Welt - außerhalb des »eigenen« kapitalistischen Landes - existiert. Niemals hat Stalin den Sozialismus »in einem Lande« losgelöst vom proletarischen Internationalismus betrachtet, als etwas rein Nationales, was etwa nur den Völkern der Sowjetunion gehört. Stalin hat alles mit dem Weltproletariat geteilt, auch den Sowjetstaat, das Vaterland der Proletarier der ganzen Welt. Was ein Proletarier hat, schmeißt er zusammen mit dem, was die anderen haben. So teilen sich die Proletarier auch die Früchte ihres gemeinsamen Werkes, die sozialistische Weltrepublik - für Revisionisten völlig unvorstellbar und unannehmbar. Indem sie im ersten proletarischen Staat der Welt wie die Parasiten hausten, saugten sie ihn nicht allein als Staat der Sowjetvölker aus, sondern auch als Staat des Weltproletariats, verwandelten sie diesen internationalen Staat in einen bürgerlichen Staat, in einen sozial-nationalistischen und schließlich in einen sozialfaschistischen Staat, in dessen Gefängnissen nicht nur die russischen Revolutionäre schmachteten, sondern zugleich das ganze revolutionäre Weltproletariat. Stalin verteidigte den proletarischen Staat, indem er ihn als Staat des proletarischen Internationalismus stark machte und ihn nicht isolierte oder gar im Gegenteil als Instrument zu missbrauchen, andere Staaten auszubeuten und dem revolutionären Weltproletariat und den revolutionären Völkern den KGB auf den Hals zu schicken wie es später der russische sozialimperialistische Staat gemacht hat. Den internationalistischen Charakter des proletarischen Staat in Worten verteidigen, aber in Taten einen bürgerlichen Staat aufzubauen vom Typ eines russischen Großmachtchauvinismus, das ist der wahrhaftige reaktionäre Kern des sowjet-revisionistischen Staates. Die Reformierbarkeit eines revisionistischen Staates zu propagieren, heisst den Revisionismus zu propagieren, auch wenn er in revolutionäre Phrasen gekleidet präsentiert wird. Das wäre ein sozialistischer Weltstaat nach dem Geschmack der neuen Kremlzaren gewesen, an dem aber die US-Imperialisten keinen Gefallen hatten. Und der chinesische, jugoslawische und alle anderen sich »proletarisch« nennenden Staaten haben alle den ihrem Nationalismus eigentümlichen Fäulnischarakter des sozialfaschistischen Staates angenommen, die auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet sind oder demnächst landen werden. Die Volksdemokratien waren in Worten proletarische Staaten, aber sie verhinderten die Diktatur des Proletariats, erreichten nur die Stufe eines bürgerlich-demokratischen Staats neuen Typs und verschwanden wie ein Komet am Sternenhimmel als sozialfaschistische Staaten. Enver Hoxha hat in seinen »Betrachtungen über China« dem chinesischen Staat beispielhaft seine »sozialistische« Maske runtergerissen.
Wenn wir von bürgerlichen Staaten und der Weltbourgeoisie sprechen, so geht es nicht nur um alle einzelnen bürgerlichen Staaten, die heute in die internationale Weltordnung des herrschenden Weltkapitals verflochten sind wie zum Beispiel die G8-Länder. Es geht auch um die kapitalistischen Weltorganisationen, die allesamt dem internationalen Finanzkapital dienen, ob das nun die UNO und ihre Unterorganisationen sind, ob das der IWF, die Weltbank usw. sind. Allesamt sind sie imperialistische Instrumente, um die Welt durch ökonomischen, politischen und militärischen Terror noch intensiver auszubeuten und zu unterdrücken.
Lenin äußerte sich wie folgt über den Völkerbund:
»Das ist die Lage, die der Völkerbund geschaffen hat. Die mächtigsten Anhänger der imperialistischen `Ordnung` zeigen, dass sie einander bei jeder Frage Fußangeln legen (...) Wir konnten ihnen keine halbwegs ebenbürtigen Kräfte entgegenstellen, sind aber dennoch Sieger geblieben. Warum? Weil unter ihnen keine Spur von Einigkeit bestand, weil ein Staat gegen den anderen auftrat (...) Wir sehen einen völligen Zerfall unter den Spitzen dieses Häufleins reichster Länder. Für einundeinviertel Milliarden Menschen ist es unmöglich, in der Sklaverei zu leben, die ihnen der `fortgeschrittene` und zivilisierte Kapitalismus aufzwingen will, und das sind immerhin 70% der Bevölkerung des Erdballs (...) Daraus ergibt sich die Weltkrise. Und diese ökonomischen Wurzeln der Krise sind der Hauptgrund dafür, warum die Kommunistische Internationale so glänzende Erfolge erringt« (Lenin, Bd. 31, Seite 214, dt. Ausgabe).
Stalin charakterisierte die UNO in einem Interview mit der »Prawda« Anfang 1951 bereits folgendermaßen:
»Die Organisation der Vereinten Nationen, das als Bollwerk zur Erhaltung des Friedens geschaffen wurde, verwandlet sich in ein Instrument des Krieges, in ein Mittel zur Entfesselung eines neuen Weltkriegs. Den aggressiven Kern der UNO bilden die zehn Mitgliedsstaaten des aggressiven NATO-Paktes und die 20 lateinamerikanischen Länder. Und die Vertreter dieser Länder entscheiden jetzt in der UNO über Krieg und Frieden. Sie waren es, die in der UNO den schändlichen Beschluss über die Aggressivität der Chinesischen Volksrepublik durchgesetzt haben. Es ist bezeichnend für die gegenwärtigen Zustände in der UNO, dass zum Beispiel die kleine Dominikanische Republik in Amerika, deren Bevölkerung kaum 2 Millionen zählt, heute das gleiche Gewicht in der UNO hat wie Indien und ein viel größeres Gewicht als die Chinesische Volksrepublik, die des Stimmrechts in der UNO beraubt ist. Somit verwandelt sich die UNO in ein Instrument des Aggressionskrieges und hört zugleich auf, eine Weltorganisation gleichberechtigter Nationen zu sein. In Wirklichkeit ist die UNO jetzt weniger eine Weltorganisation als eine Organisation für die Amerikaner, die so handelt, wie es den amerikanischen Aggressoren genehm ist. Nicht nur die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada sind bestrebt, einen neuen Krieg zu entfesseln, auf diesem Weg befinden sich auch die 20 lateinamerikanischen Länder, deren Gutsbesitzer und Kaufleute nach einem neuen Krieg irgendwo in Europa oder Asien lechzen, um den kriegführenden Ländern Waren zu überhöhten Preisen zu verkaufen und an diesem blutigen Geschäft Millionen zu verdienen. Für niemanden ist die Tatsache ein Geheimnis, dass die 20 Vertreter lateinamerikanischer Länder jetzt die festgefügteste und willfährigste Armee der Vereinigten Staaten von Amerika in der UNO darstellen« (Stalin, Band 17, Seite 133-134, dt. Ausgabe der KPD/ML).
Und auch Enver Hoxha kritisierte die UNO wie folgt:
»Erstere ( die Supermächte und ihre Satelliten) missbrauchen die UNO als ihr Werkzeug und agieren grausam auf der ganzen Welt unter dem Deckmantel der UNO. Im Namen der UNO verüben sie Aggressionen, im Rahmen verschiedener UNO- Aktivitäten betreiben sie Spionage. Die modernen Revisionisten, die eng mit dem amerikanischen Imperialismus zusammenarbeiten, haben selbst angefangen, es so zu treiben wie die Amerikaner, die UNO als Maske benutzen und mit den Amerikaner Absprachen zu treffen, um die UNO in ein Werkzeug für beide zu verwandeln, für die Amerikaner in ein Werkzeug des Handelns und für die Sowjets in ein Werkzeug ihrer Demagogie. Seit geraumer Zeit ist das Prestige der UNO gesunken..... Die Völker dieser Länder (die neu in die UNO gekommen sind) und ihr enges Bündnis mit den marxistisch-leninistischen Kräften wird sie schützen und retten. Die Völker dieser Länder werden schließlich verstehen, dass die Stärkung der Revolutionen auf der ganzen Welt, der Kampf gegen Imperialismus und Revisionismus die UNO stärken wird und nicht leeres Palaver und Intrigen« (Enver Hoxha, »Die Supermächte«, Seite 158-159, Tirana, 1986, dt. Ausgabe).
Enver Hoxha gab diese Einschätzung im Januar 1965. In der ganzen Zeit haben die Albaner als einziges Land die UNO als Tribüne für die Weltrevolution genutzt und dem Weltimperialismus samt Sozialimperialismus die Maske heruntergerissen. Hier eine Kostprobe vom 7.10.1968:
«Sie geben sich als Weltsupermächte aus, sie versuchen mit ihren Waffen, ihrem Wirtschaftspotential und ihren Intrigen der Welt und den Völkern Furcht einzujagen. Aber die entscheidende Kraft auf der Welt sind die Völker, und die Völker haben sie gegen sich. Die Völker haben sich erhoben und erheben sich weiterhin, um mit jedem Tag heftiger auf diese Handvoll von Blutsaugern, Piraten und Meistern der Erpressungen einzuschlagen. Die Revolution schreitet voran, und es gibt keine Kraft, die sie aufzuhalten vermag. Ihr Herren amerikanischen Imperialisten und Sowjetrevisionisten wisset genau, dass die Worte des Vertreters eines kleinen Volkes nicht vom Winde verweht werden, weder hier auf der UNO-Vollversammlung, und noch weniger außerhalb dieser UNO-Vollversammlung bei den Völkern der Welt. Denn das, was wir hier sagen, sagen ebenfalls Hunderte und Aberhunderte Millionen Menschen auf allen Kontinenten, mit denen wir bis zuletzt gegen sie solidarisch sind. Wir kämpfen um die lebendigen Herzen, die Leichen aber könnt ihr ruhig behalten...Völker, wir müssen wachsam sein! Entweder akzeptieren wir die schwere Knechtschaft der neuen Faschisten oder wir müssen uns auf einen Kampf gegen sie vorbereiten!« (Enver Hoxha, ebenda, Seite 279).
Das war ein hervorragender revolutionärer albanischer Beitrag des proletarischen Internationalismus. Dieser Kampf kann heute jedoch in der UNO nicht fortgesetzt werden, da es dem Weltimperialismus gelang, die letzte sozialistische Bastion zu zerschlagen. Schon damals war Albanien das einzige sozialistische Land auf der Welt und insofern wären die marxistisch-leninistischen Kräfte nicht mehr so ohne Weiteres in der Lage, »die Völker dieser Länder zu schützen und zu retten«. Inzwischen sind fast 40 Jahre vergangen! Das heisst, dass die UNO in dieser Zeit ganz offen vom Weltkapitalismus instrumentalisiert wird und UNO-Truppen Besatzungstruppen geworden sind, die das Geschäft der militärischen Unterdrückung der Völker betreiben und die Rolle von Hilfstruppen in den imperialistischen Kriegen bekleiden. Die UNO ist selber zu einem parasitären, verfaulenden und sterbenden Instrument des Weltimperialismus geworden. Die UNO kann man heute also nicht »stärken« durch Revolutionen auf der ganzen Welt, sondern sie nur durch diese schwächen und durch die Weltrevolution schließlich zerschlagen! Es wird eine neue Weltorganisation der Vereinten Nationen geben, aber das wird mit Sicherheit eine Weltorganisation sein, die auf den Trümmern der UNO entstehen wird. Entweder Vereinte Nationen des Weltimperialismus ODER Vereinte Nationen des Weltsozialismus - ein Mittelding wird es und kann es nicht geben. Sieg oder Niederlage der Weltrevolution wird hierüber entscheiden.
Alles, was sich gegen den Weltimperialismus richtet, ist gerecht, auch der Kampf gegen die UNO. Eine gerechte Forderung, die dem Frieden und der Selbstbestimmung der Nationen dient, ist : Austritt aus der UNO, Austritt aus der NATO, Annullierung der unterjochenden Verträge, die der Weltimperialismus den Völkern aufzwingt und sie in den Abgrund stürzen lässt, Kappen der internationalen Ketten des Weltimperialismus. Das scheint auf den ersten Blick illusorisch zu sein, denn in der UNO sitzen allesamt Vertreter der nationalen Bourgeoisien, die von den Imperialisten gekauft sind, um die Werktätigen in ihrem eigenen Land brutal auszubeuten und zu unterdrücken. Aber sie stehen in ihrer Abhängigkeit gegenüber den Imperialisten im Widerspruch zum Imperialismus, und eben diesen Widerspruch für den Befreiungskampf auszunutzen, ist unsere Aufgabe als Marxisten-Leninisten. Wenn man diese Weltorganisationen heute noch nicht zerschlagen kann, so kann man ihnen jedoch Widerstand entgegensetzen und sie entlarven, denn jede Unterstützung der UNO bedeutet heute direkt Unterstützung des Weltimperialismus, bedeutet Unterstützung der amerikanischen Supermacht und der andern imperialistischen Länder, bedeutet Unterstützung ihrer Raubkriege und Erneuerung der Ketten der Knechtung der Völker. Die Völker werden sich nicht länger dem Willen des Weltimperialismus widerstandslos unterwerfen und so wird der Klassenkampf nicht nur von der UNO geführt gegen die Völker geführt, sondern erzeugt dies auch den Klassenkampf gegen die UNO, werden eines Tages die einschneidenden Sanktionen und Schikanen des Weltimperialismus nicht mehr greifen, mit denen Die Völker erpresst werden, wird der Zeitpunkt kommen, wo die Länder gemeinsam das imperialistische Instrument UNO revolutionär hinweg fegen werden. Leider ist es uns heute nicht mehr in der gleichen Weise möglich, die Taktik des einstigen sozialistischen Albaniens innerhalb der UNO fortzusetzen:
»Momentan stellt sich uns die Aufgabe, die Amerikaner und die Revisionisten sowohl innerhalb, als auch außerhalb der UNO zu bekämpfen« (Enver Hoxha, Betrachtungen über China, Seite 185, Bd. I, dt. Ausgabe).
Aber im Kern ist diese Linie für uns heute noch unter erschwerten Bedingungen möglich und daher nach wie vor gültig. Wir müssen heute allerdings schwerpunktmäßig außerhalb der UNO die Widerstandsfront gegen Imperialismus UND Sozialimperialismus entfalten durch den globalisierten proletarischen Klassenkampf in vereinter Front mit den verbündeten Völkern, die einen nationalen Befreiungskampf führen und damit - so weit das eben möglich ist - Druck auf die UNO auszuüben und die Widersprüche gegenüber den Imperialisten ausnutzen. Den imperialistischen Weltorganisationen muss Sand ins Getriebe gestreut werden, damit das globale Geschäft des Finanzkapitals erschwert wird.
Nun noch ein Wort zu den sogenannten »Globalisierungsgegnern« gegenüber den G8-Staaten. Man kann sagen, sie stehen dem Kommunismus, dem Marxismus-Leninismus, dem revolutionären Proletariat eher feindlich als freundlich gegenüber und pflegen in ihren Aktionen weniger einen proletarischen Internationalismus, als vielmehr eine Art anarchistischen, kleinbürgerlich-militanten »Internationalismus«. Wie soll sich die Komintern/ML ihr gegenüber also verhalten? Zunächst muss man sie auf jeden Fall verteidigen, wenn sie von den Polizeikräften angegriffen werden, die die Interessen der Herrschaft der G8- Länder schützen insofern diese auch Feinde des Weltproletariats sind. Wenn wir Demonstranten gegen die Polizei verteidigen, bedeutet das aber noch lange nicht, dass wir den Anarchismus unterstützen. Das sind zwei Paar Stiefel. Als Kommunisten haben wir mit dem Anarchismus nichts am Hut, wenn sich in manchen Punkten auch die Ziele ähneln, so führen die Wege jedoch in entgegengesetzte Richtungen - wie wir das aus der Geschichte praktisch erfahren haben und uns das auch theoretisch bewusst ist. Heute gemeinsam gegen die internationale Konterrevolution, morgen auf der Seite der Konterrevolution gegen die sozialistische Revolution. Heute gegen den Weltimperialismus, morgen gegen den Weltsozialismus, heute gegen die Diktatur der Weltbourgeoisie, morgen gegen die Diktatur des Weltproletariats - das ist der Weg des Weltanarchismus.
Die heutigen Protestler, die international hauptsächlich gegen die Weltorganisationen und die imperialistischen Länder rebellieren und die Weltöffentlichkeit aufrütteln wollen, haben mit ihren Aktionen in gewisser Weise ihr Ziel erreicht und diesen Erfolg wollen wir ihnen auch nicht absprechen. Wer Hass gegen die Imperialisten-Treffen verspürt, verspürt auch in gewisser Weise Sympathie mit den militanten Protestaktionen gegen diese Globalisierungstreffen (vor allem wenn die Aktionen auf internationaler Bühne organisiert sind, die wir Kommunisten ja auch organisieren wollen). Nur ist es ein Irrtum zu glauben, dass sie die Weltimperialisten tatsächlich »zwingen« oder »aufhalten« könnten, und die Massen ihnen, den »Helden« also, blind folgen würden. Diese werden nicht folgen, weil diese »Helden« darauf verzichten, revolutionäre Massenarbeit zu leisten und die Hegemonie des Weltproletariats zu stärken. Nicht die Helden machen die Geschichte, sondern die Geschichte macht Helden, folglich schaffen nicht die Helden das Volk, sondern das Volk schafft sich die Helden und treibt die Geschichte vorwärts. Sich spektakuläre Schlachten mit der Polizei zu liefern, ist da natürlich » viel rrrrevolutionärer«. Damit hemmen sie aber In Wirklichkeit die Initiative und die Organisierung der Massen, die Schaffung ihrer selbständigen proletarischen Partei und schaden damit der revolutionären Bewegung. So weit, so gut. Wir leisten in dieser Bewegung natürlich unsere Überzeugungsarbeit. Wir scheuen uns auch unter bestimmten Bedingungen nicht, uns an derartigen Aktionen zu beteiligen, nicht nur um dort unser kommunistisches Weltprogramm bekannt zu machen. Was revolutionäre Militanz angeht, brauchen wir uns hinter den Anarchisten nicht zu verstecken! Wir haben sogar einiges mehr als sie im Gepäck! Wir müssen in diesen Bewegungen sicherlich arbeiten, so wie wir in allen Bewegungen arbeiten müssen, um Reserven für das Weltproletariat heranzuziehen, um alle unzufriedenen Kräfte der Welt zu sammeln und sie zum Sturm gegen den Weltkapitalismus zu führen, aber zuallererst kämpfen wir natürlich an der Seite des Proletariats, müssen wir dort Schwerpunkte unserer Arbeit setzen und dürfen uns nicht verzetteln. Und wenn es nun schon einmal um die Unterstützung nichtproletarischer revolutionärer Bewegungen geht, dann steht da an erster Stelle die Bewegung der kleinen Bauern und Landproletarier, die unter dem Globalisierungsterror schwer zu leiden haben! Und die Bauern haben, ebenfalls wie das Proletariat, an Militanz sicherlich nicht weniger zu bieten als die Anarchisten, vor allem aber sind sie treuere Bündnispartner des Proletariats!
Vor allem muss man sich diese internationalen Protestbewegungen genauer anschauen, muss die sozialen Kräfte in dieser Bewegung analysieren, ihre politischen und ideologischen Ziele beurteilen und sie unseren revolutionären Zielen des Weltproletariats gegenüberstellen. Man muss differenzieren und kann sie auf keinen Fall bedingungslos unterstützen. Der kleinbürgerliche Einfluss in dieser Bewegung ist vorherrschend. Die Bewegung setzt sich größtenteils aus Kräften der Intelligenz und der studentischen Jugend zusammen, damit verbunden sind auch Illusionen gegenüber dem Weltimperialismus. Diejenigen, die die Herrschaft des Weltimperialismus unangetastet lassen, haben keine Chance »etwas zu bewegen«, weil der Weltimperialismus sie zertreten wird. Die anderen, die militant vorgehen, bekommen den Weltpolizeiknüppel zu spüren und werden scheitern, weil sie sich nicht auf die Massen stützen, weil sie nicht die führende Kraft des Weltproletariats erkennen oder nicht anerkennen. Diese Bewegung wird dann letztendlich dort enden, wo die 68´er Studentenbewegung geendet ist. Diese Bewegung wird zwar die internationale Kampfbühne betreten, aber auch von ihr wieder geschlagen abtreten, ja sich sogar allmählich etablieren und sich nahtlos und friedlich in das weltimperialistische System integrieren (wenn sie sich nicht der proletarischen Bewegung anschließt). So, wie heute einige Führer der Studentenbewegung das Geschäft des Imperialismus betreiben, so werden einige Führer der heutigen Globalisierungsgegner eines Tages in den Weltorganisationen sitzen und ihrerseits den Weltpolizeiknüppel schwingen - gegen das revolutionäre Proletariat, das morgen den kleinbürgerlichen Illusionen genauso wenig Aufmerksamkeit schenken wird, wie das die Weltbourgeoisie bereits heute tut. Diese Kritik wird den »Globalisierungsgegnern« nicht gefallen, und wir wollen auch nicht den Fehler machen, alle über einen Kamm zu scheren. Wir versuchen aber, den allgemeinen politischen Charakter dieser Strömung aufzuspüren. Und wir haben bereits ein gutes Gespür dafür, sorgfältig abzuschätzen, wozu kleinbürgerliche revolutionäre Bewegungen fähig sind und wozu sie nicht fähig sind! Sie sind, nachdem sie aufgerieben wurden, teilweise direkt zur Konterrevolution übergelaufen oder haben es sich im Kapitalismus bequem gemacht. Nur die allerwenigsten haben den Weg zum revolutionären Proletariat eingeschlagen und sind ihm auch in schwierigen Zeiten immer noch treu g e f o l g t. Diese kleinbürgerliche Bewegung wird das Weltproletariat also nicht unbedingt in Begeisterungsstürme versetzen. Es sind im Wesentlichen eben keine proletarischen, keine sozialistischen Ziele, die dort vertreten werden, keine Ziele, die auf die revolutionäre, bewaffnete Abschaffung des Weltimperialismus durch das Weltproletariat und die Werktätigen der unterdrückten Völker gerichtet sind, um die Ursachen des Globalisierungsterrors zu beseitigen - durch den Sozialismus. Unsere Aufgabe als Marxisten-Leninisten ist es nicht, uns an diesen Globalisierungstrips anzuhängen und ihnen hinterherzulaufen wie es verschiedene internationale revisionistische Gruppierungen bereits getan haben, denn diese kleinbürgerlichen Bewegungen kommen und gehen, während die proletarische Weltbewegung als einzige voranschreiten wird. Wenn sie dies noch nicht in dem Maße tut, wie wir es uns wünschen, so wissen wir doch, dass sie als einzige eine große Zukunft hat und auch tatsächlich von Jahr zu Jahr wachsen wird. Unsere Aufgabe als Marxisten-Leninisten ist es daher vielmehr, das Weltproletariat im Bündnis mit den unterdrückten Völkern in ihrem Kampf gegen den Globalisierungsterror des Weltfinanzkapitals zu unterstützen - mit dem Ziel der Beseitigung ihrer Herrschaft - und die dafür erforderliche Militanz hat natürlich eine ganz andere Qualität, als alle kleinbürgerlichen Protestbewegungen der Welt zusammengenommen. Nun gut, wenn sich die kleinbürgerliche Protestbewegung in die anti-imperialistische Weltfront des Weltproletariats einreiht und sich ihr unterordnet, so sind »Bündnisse« mit ihnen unter bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen nützlich. Keinesfalls aber werden wir als Marxisten-Leninisten solcherlei kleinbürgerliche »anti-imperialistische« Bündnisse unterstützen, in denen das Kleinbürgertum die Arbeiterklasse versucht zu zwingen, sich ihr unterzuordnen. Anti-imperialistisch in Worten, aber imperialistisch in Taten - das ist der »Anti-Imperialismus« aller nicht-revolutionären Klassen, der dem Imperialismus beim Überleben hilft. Nicht die Anarchisten, Maoisten und andere kleinbürgerliche Revolutionäre haben als »Klasse« einen »natürlichen« ökonomischen Bezug zum Weltimperialismus ( und damit einen viel größeren Hass auf den Weltimperialismus als alle Kleinbürger der Welt!). Diesen »Bezug« hat eine ganz andere Klasse, die Klasse des Proletariats, die mit tausenden Fäden fester als jede andere Klasse an den Weltimperialismus gebunden ist, die »das Zeug« hat, als fortgeschrittenste Klasse der Welt, ein eigenes, viel gigantischeres ökonomisches, internationales Räderwerk in Gange zu bringen - mit dem sich der Weltimperialismus nicht messen kann - ein Räderwerk, mit dem die Probleme nicht nur des Weltproletariats, sondern der ganzen Welt gelöst werden. Wir wollen dieses Proletariat befähigen, seine Geschicke selber in die Hand zu nehmen, sich selber revolutionär zu erheben, um selber an die Macht zu kommen und DANN selber all das zu ändern, was die stärkste kleinbürgerliche Bewegung der Welt niemals auf eigene ökonomische Beine stellen wird. Selbst wenn sie es denn überhaupt wollte, produziert sie außer Protest nur erneut Kapitalismus, aber keinen Sozialismus, so sehr sie auch das Gegenteil beteuern mag). Das Kleinbürgertum wird den Weltimperialismus nicht beseitigen, so sehr sie sich auch rrrrrevolutionär gebärdet. Diese Aufgabe ist dem revolutionären Weltproletariat vorbehalten, und dieser Aufgabe widmet sich die Komintern/ML mit ganzem Herzen und mit aller Kraft. Wir haben allerdings nichts dagegen -und betonen das immer wieder-, wenn sich kleinbürgerliche Kräfte unserer Bewegung anschließen und sich ihr unterordnen, aber niemals umgekehrt! Revolutionär werden die anderen Klassen erst dadurch, dass sie sich der einzig revolutionären Klasse unterordnen und sich der sozialistischen Revolution anschließen, um den globalisierten Weltimperialismus ohne Rückfahrkarte ins Reich der Toten zu befördern, um die globalisierte (!!) Macht des Weltproletariats zu errichten.
Weltrevolution
- und imperialistischer Krieg
»Freihandel und friedliche Konkurrenz waren möglich und notwendig, solange das Kapital ungehindert seine Kolonien ausdehnen und in Afrika usw. noch unbesetzte Gebiete an sich reißen konnte; da war die Konzentration des Kapitals noch schwach, und monopolistische Unternehmen, das heisst, so gewaltige, dass sie einen gegebenen Industriezweig ganz beherrscht hätten, gab es noch nicht. Das Aufkommen und das Wachstum dieser monopolistischen Unternehmen... macht die frühere freie Konkurrenz unmöglich, entzieht ihr den Boden unter den Füßen, die Aufteilung des Erdballs aber erzwingt den Übergang von der friedlichen Expansion zum bewaffneten Kampf um die Neuaufteilung der Kolonien und Einflussspären.« (Lenin 4. Ausgabe, Bd. 21, S. 200/201, russ.).
»Das Finanzkapital sucht das betreffende Land aus der Reihe der Großmächte zu verdrängen und wird es verdrängen, es wird dieses Land seiner Kolonien und seiner Einflussspären berauben » (Lenin, ebenda, Seite 203).
»Um die tatsächliche Macht eines kapitalistischen Staates zu prüfen, gibt es kein anderes Mittel und kann es kein anderes Mittel geben als den Krieg. Der Krieg steht in keinem Widerspruch zu den Grundlagen des Privateigentums, er stellt vielmehr eine direkte und unvermeidliche Entwicklung dieser Grundlagen dar. Unter dem Kapitalismus ist ein gleichmäßiges Wachstum in der ökonomischen Entwicklung einzelner Wirtschaften und einzelner Staaten unmöglich. Unter dem Kapitalismus gibt es keine anderen Mittel, das gestörte Gleichgewicht von Zeit zu Zeit wieder herzustellen, als Krisen in der Industrie und Kriege in der Politik« (Lenin, Bd. 21, Seite 344/345, »Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa«, dt. Ausgabe).
»Die zivilisierten und kulturell am meisten entwickelten Länder sind durch den Krieg der Hungersnot ausgesetzt worden. Dagegen hat andererseits der Krieg als großer historischer Prozess die soziale Entwicklung in unerhörter Weise beschleunigt. Den Krieg beginnen stets und allerorts die ausbeutenden, herrschenden und unterdrückenden Klassen selber« (Lenin, Bd. 8, Seite 568, dt. Ausgabe).
Wer sagt denn eigentlich, dass die NATO ihre militärische Übermacht gegen jede Revolution richten wird? Wenn sie es kann, ja - selbstverständlich. Aber wird sie es auch können, wenn sie statt dessen ihre Waffen beispielsweise gegen die Konkurrenten im eigenen imperialistischen Lager richten muss, um seinen Todeskampf zu Ende zu führen? Der Feind kann in die Lage der Passivität geraten, die wir für unsere Initiative, für unsere Offensive, ausnutzen können. Nehmen wir die Möglichkeit eines imperialistischen Krieges zwischen dem aufstrebenden, vereinigten europäischen Imperialismus und der gegenwärtig noch vorherrschenden, aber angeschlagenen alten Weltmacht USA. Die fettesten Beuten finden sich ja in den Metropolen selbst, dort ist der angehäufte Reichtum des Weltimperialismus und dort muss man sie ihn auch verteidigen bzw. erobern, zurückerobern usw. usf. In den Zentren der Weltmächte selbst werden die Kräfte gebunden, herrscht der erbittertste Kampf des internationalen Monopolkapitals. Es ist kaum zu übersehen, dass Europa sich aufgemacht hat, sich aus der Bevormundung des US-Imperialismus zu befreien und an dessen Tor zu pochen. Der europäische Imperialismus begnügt sich nicht mehr damit, Neuverteilungen im Hinterhof des Weltimperialismus zu akzeptieren. Er will nicht länger warten, bis ihm der große Bruder etwas zuteilt, was für ihn nicht mehr genug Profit einbringt. Die US-Imperialisten sind gezwungen, dem drohenden Verlust ihrer Weltmachtstellung mit einem Krieg zuvor zu kommen. Entweder dem Weltproletariat gelingt es unter seiner Führung die Völker zu vereinigen, um den Ausbruch eines dritten imperialistischen Weltkrieges zu verhindern, dann wird die internationale Konterrevolution versuchen, den Weltbürgerkrieg niederzuschlagen und die Weltrevolution provozieren oder der dritte Weltkrieg bricht aus und den Völkern bleibt nichts übrig als unterzugehen oder den Weg der Weltrevolution zu beschreiten. Wie jeder sehen kann, hat der US-Imperialismus seine Selbstbeherrschung immer weniger unter Kontrolle, lässt er sich auf immer gefährlichere Abenteuer ein und hat das Ruder seiner Weltherrschaft nicht mehr fest im Griff. Kein Imperialismus ist in der Welt mehr gehasst als der US-Imperialismus und die anderen Imperialisten - voran die europäischen, schicken sich an, dies für sich auszunutzen und sich als wahre »Verteidiger« der Welt aufzuspielen, wobei sie untereinander aber ins Gehege kommen und ihrerseits um die Weltherrschaft ringen müssen und somit ihre Maske fallen lassen. Wenn sich der alte Block von Imperialisten als aggressive Macht präsentiert, dann tritt der neue Block als »Retter der Welt« auf den Plan. Welcher imperialistische Block auch immer verlieren wird, gewinnen wird in diesem geschwächten Block die sozialistische Revolution, die sich auf die Länder des »Sieger«blocks« ausdehnen wird:
»Wir sehen, wie England und Amerika - Länder, die eher als andere hätten demokratische Republiken bleiben können - sich ebenso wüst und verrückt übernommen haben, wie vorher Deutschland und sich daher ebenso rasch, vielleicht aber noch rascher, jenem Ende nähern, das der deutsche Imperialismus mit Erfolg genommen hat. Zuerst hat er sich über ¾ Europas ausgebreitet und sich unglaublich aufgebläht, dann aber ist er unter Zurücklassen eines fürchterlichen Gestanks geplatzt« (Lenins Einschätzung vom 8.11. 1918!).
Die eindrucksvolle Friedensbewegung richtete sich in den 80 er Jahren hauptsächlich gegen die beiden Supermächte USA und UdSSR als Haupt-Kriegsbrandstifter in der Welt, um danach mit dem Fall der UdSSR zu verstummen. Sie sind seit den Ereignissen am 11. 9. 2001 wieder wach geworden gegenüber dem US-Imperialismus und vielleicht noch gegenüber dem englischen Imperialismus als sein treuester Lakai. Aber auf dem anderen Auge sind sie blind, was die übrigen imperialistischen Länder anbelangt. Die Friedensbewegung ist sogar auf beiden Augen blind, was den besonders barbarischen chinesischen Sozialimperialismus anbelangt, ja es gibt sogar nicht wenig Maoisten, die sich als Marxisten-Leninisten ausgeben, um den chinesischen Sozialimperialismus zu verteidigen. Und ausgerechnet der deutsche Imperialismus, der die Welt in zwei Weltkriege stürzte, wird jetzt als »geläutert«, als »vernünftig«, als »gemäßigt« verharmlost, um seinen alten Drang zur Weltherrschaft nicht nur zu verschleiern, sondern auch noch zu beflügeln. Heute passiert der gleiche Fehler wie im 2. Weltkrieg, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Der Rollentausch von »aggressiven« und »gemäßigten« Großmächten führt zu keinem anderen Ergebnis als eben zu einem neuen imperialistischen Weltkrieg - nicht der »Großen Terroristen« gegen die »Kleinen Terroristen«, das sind nur Kriegsvorbereitungen, um die Rivalen der Weltherrschaft aus dem Weg zu räumen, also ein Raubkrieg der »Großen« untereinander, ein Krieg der Bourgeoisie aller Länder auf dem Rücken der Werktätigen aller Länder - der 3. Weltkrieg. Die Massen haben sich noch nicht geäußert!!! Geäußert hat sich aber Stalin über die Friedensbewegung schon 1952 in seiner Schrift »Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR«:
»Man sagt, Lenins These, dass der Imperialismus unvermeidlich Kriege hervorbringt, müsse als veraltet gelten, da heute mächtige Volkskräfte heran gewachsen sind, die sich für den Schutz des Friedens einsetzen und gegen einen neuen Weltkrieg auftreten. Das ist falsch. Die gegenwärtige Friedensbewegung hat das Ziel, die Volksmassen zum Kampf für die Erhaltung des Friedens, für die Verhütung eines neuen Weltkrieges aufzubieten. Folglich setzt sie sich nicht das Ziel, den Kapitalismus zu stürzen und den Sozialismus zu errichten, sie beschränkt sich auf die demokratischen Ziele des Kampfes für die Aufrechterhaltung des Friedens. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die jetzige Bewegung für die Erhaltung des Friedens von derjenigen in der Zeit des ersten Weltkrieges fallenden Bewegung für die Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerkrieg, da diese letztere Bewegung weiterging und sozialistische Ziele verfolgte. Es ist möglich, dass sich der Friedenskampf beim Zusammentreffen gewisser Umstände hier und dort zu einem Kampf für den Sozialismus entwickeln wird. Aber das wird bereits nicht mehr die gegenwärtige Friedensbewegung sein, sondern eine auf den Sturz des Kapitalismus gerichtete Bewegung. Am wahrscheinlichsten ist, dass die jetzige Friedensbewegung als eine Bewegung für die Aufrechterhaltung des Friedens im Erfolgsfall zur Verhütung eines bestimmten Krieges führen wird, zu seinem zeitweiligen Aufschub, zur zeitweiligen Aufrechterhaltung des gegebenen Friedens, zum Abtreten einer kriegslüsternen Regierung und zu ihrer Ersetzung durch eine andere Regierung, die bereit ist, den Frieden zeitweilig aufrecht zu erhalten. Das ist natürlich gut. Sogar sehr gut. Aber das ist dennoch nicht hinreichend, um die Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den kapitalistischen Ländern überhaupt aufzuheben. Das ist nicht hinreichend, da der Imperialismus trotz aller dieser Erfolge der Friedensbewegung dennoch bestehen bleibt, in Kraft bleibt und folglich auch die Unvermeidlichkeit von Kriegen in Kraft bleibt. Um die Unvermeidlichkeit von Kriegen zu beseitigen, muss man den Imperialismus vernichten« (Stalin, Band 17, dt. Ausgabe der KPD/ML).
Die Massen werden sich trotz und gerade wegen des kläglichen Daseins des bürgerlichen Pazifismus in einer neuen Friedensbewegung erheben, die revolutionären, sozialistischen Charakter tragen wird, die den Krieg mit Revolution beantworten kann, und dies je schwerer die Lasten sind, die die Kriegsvorbereitung den Proletariern aufbürdet.
»Friedensfreundliche Stimmung in den Massen ist häufig Ausdruck dafür, dass Protest und Empörung aufkommen und dass der reaktionäre Charakter des Krieges erkannt wird. Diese Stimmung auszunutzen ist Pflicht aller Sozialdemokraten. Sie werden sich an jeder Bewegung und an jeder Demonstration, die auf diesem Boden erwächst, aufs leidenschaftlichste beteiligen, aber sie werden das Volk nicht betrügen, indem sie den Gedanken zulassen, das ohne eine revolutionäre Bewegung ein Frieden ohne Annexionen, ohne Unterjochung von Nationen, ohne Raub, ohne den Keim neuer Kriege zwischen den jetzigen Regierungen und herrschenden Klassen möglich sei. Ein solcher Volksbetrug käme nur der Geheimdiplomatie der kriegführenden Regierungen und ihren konterrevolutionären Plänen zugute. Wer einen dauerhaften und demokratischen Frieden will, der muss für den Bürgerkrieg gegen die Regierung und die Bourgeoisie sein« (Lenin, Bd. 21, Seite 317, dt. Ausgabe). »Bürgerkriege sind auch Kriege. Wer den Klassenkampf anerkennt, der kann nicht umhin, auch Bürgerkriege anzuerkennen, die in jeder Klassengesellschaft eine natürliche, unter gewissen Umständen unvermeidliche Weiterführung, Entwicklung und Verschärfung des Klassenkampfes darstellen. Alle großen Revolutionen bestätigen das. Bürgerkriege zu verneinen, oder zu vergessen hieße in den äußersten Opportunismus verfallen und auf die sozialistische Revolution verzichten« (Lenin, »Das Militärprogramm der proletarischen Revolution«, Bd. 23, Seite 74, dt. Ausgabe).
Hingegen die kleinbürgerliche alte Friedensbewegung hat sich jetzt schon als unfähig erwiesen, das kommende Völkergemetzel zu verhindern, wenn sie bereits ihre tatsächliche Beteiligung daran beschönigt haben. Als es um ihre eigene Haut ging, haben sie lauthals protestiert, aber wenn es um den Frieden der ärmsten Völker der Welt geht, da rühren sie keinen Finger, wenn die Imperialisten dort gegen die Völker Krieg führen. Die ehemaligen Führer der Friedensbewegung üben Verrat am Frieden, denn sie geben den Marschbefehl vom sicheren Regierungssessel aus - in den Krieg aber schicken sie die Arbeiter, genauso wie die Verräter der II. Internationale den Krediten für den 1. Weltkrieg zustimmten - der gleiche Chauvinismus und sein Feigenblatt der Sozialchauvinismus. Überall gibt es für sie Imperialismus und Bourgeoisie, die Kriegsvorbereitungen treffen, nur nicht in ihrem »eigenen« Land, da nennt sich das »friedenssichernde Maßnahmen«. Der Chauvinismus der US-Imperialisten hat bereits den Gegenchauvinismus erzeugt, um den Krieg auf allen Seiten zu rechtfertigen und um so gebieterischer ist die Pflicht des klassenbewussten Weltproletariats, eine geschlossene Klassenfront, den proletarischen Internationalismus, zu mobilisieren und die sozialistischen, revolutionären Überzeugungen gegen den Chauvinismus und Sozialchauvinismus zu verteidigen und zwar in allen Ländern. Der Komintern/ML steht die Aufgabe bevor, die internationalen Kräfte des Proletariats zum weltweiten revolutionären Ansturm gegen die kapitalistischen Regierungen in allen Ländern der Welt zu organisieren, sowie ihrer internationalen Dachorganisationen, zum Weltbürgerkrieg, gegen die Bourgeoisie aller Länder, gegen die Weltbourgeoisie, für die internationale politische Macht, für den Sieg des Weltsozialismus. Wovor fürchtet sich die Staaten der NATO, die die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten zur Kapitulation gezwungen haben, vor dem Terrorismus? Warum rüsten sie wahnsinnig auf- gegen den Terrorismus? Und wo bleibt der Pazifismus, der den Krieg befürwortet gegen einen »nichtexitierenden« Feind? Was wird von der UNO getan, um dem wahnwitzigen Krieg ein Ende zu machen? Wissen sie denn alle nicht, dass bei Fortdauer des Rüstens (Wettrüsten gegenüber wem?) die »Kanonen von selbst losgehen«? Es handelt sich um einen Interessenkampf zwischen den Imperialisten selbst, deren Zusammenstoß unvermeidlich ist, der sich von einem bewaffneten Frieden zu »friedenssichernden Maßnahmen« ausweitet, die den Keim des Weltkrieges bereits in sich tragen. Es ist klar, dass die anderen Imperialisten dem wildgewordenen Treiben des US-Imperialismus eines Tages nicht mehr Beifall klatschend oder stillschweigend zusehen werden:
»Friedliche Bündnisse bereiten Kriege vor und wachsen ihrerseits aus Kriegen hervor, bedingen sich gegenseitig, erzeugen einen Wechsel der Formen friedlichen und nicht friedlichen Kampfes auf ein und dem selben Boden imperialistischer Zusammenhänge und Wechselbeziehungen der Weltwirtschaft und der Weltpolitik« (Lenin, Bd. 22, Seite 301, dt. Ausgabe).
Wen die Großkapitalisten mit Krediten und Investitionen nicht unterjochen können, den zwingen sie mit Waffengewalt. Entweder sie hetzen einen Staat gegen einen anderen auf oder sie greifen selber in Teilkriege ein. Diese lokalen Kriege dienen dem Weltkapital dazu, jene Länder noch stärker dessen Hegemonie zu unterwerfen.
Mit den Kriegen ist es wie mit den Krisen. Wir können sie erst beseitigen, wenn man die Ursachen beseitigt, wenn man den Imperialismus beseitigt. Und dies ist auch die Antwort an die »Theoretiker«, die von der »Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege« die »Unmöglichkeit des Sieges des Weltproletariats und der unterdrückten Völker« ableiten. Wir erklären dem imperialistischen Krieg den Krieg, einschließlich der imperialistischen Ideologie des Pazifismus.
Wenn das Weltproletariat die internationale proletarische Solidarität gegen die imperialistischen Kriegskräfte mit äußerster Entschlossenheit vereinigt, wird es den 3. Weltkrieg verhindern können.
Einen Krieg gegen die vereinigte Bourgeoisie aller Länder hat es noch nicht gegeben, weil das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der kapitalistischen Länder die Widersprüche unter ihnen verschärft, das die Bourgeoisien spaltet und einen Krieg unter den Imperialisten entfacht und insofern die Imperialisten nicht gemeinsam auftreten können. Im Verlauf des Zerfallsprozesses des Weltimperialismus kann es aber irgendwann zu einer Situation kommen, wo sich eine Überlegenheit des Weltproletariats und der unterdrückten Völker ergibt, die die Weltbourgeoisie zwingt, ihre Widersprüche untereinander unterzuordnen, um den Weltimperialismus als Ganzes gegen die Übermacht der sich international erhebenden Klassen zu verteidigen. Mit dieser Möglichkeit nicht zu rechnen, wäre ein Fehler, denn wird ein Teil des Weltimperialismus angegriffen, kann sich der andere Teil wieder erholen. So war das im ersten und zweiten Weltkrieg. Wenn der Weltimperialismus aber insgesamt an allen Fronten angegriffen wird - vorausgesetzt dass das Weltkräfteverhältnis und der internationale Organisierungsgrad des Weltproletariats und seiner Verbündeten dies zuließe, dann könnte der Klassenkrieg gegen den vereinigten Weltkapitalismus größeren Erfolg haben, weil er sich nirgends mehr auf der Welt regenerieren kann, weil ihm überall das Hinterland abgeschnitten ist. Der Sturm auf das Zentrum des Weltimperialismus wird eines Tages von strategisch entscheidender Bedeutung sein. Darauf muss man sich konzentrieren und darauf muss hingearbeitet werden! Der Sieg über den Weltimperialismus wird nicht am schwachen Kettenglied des Nord- oder Südpols entschieden, sondern mit der Sprengung der zentralen Festung, ob vermittels eines Trojanischen Pferdes oder ohne vermittels eines Trojanischen Pferdes! Vor lauter Arbeit an den »schwachen Kettengliedern«, dürfen wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, die Metropolen anzugreifen! Das eine geht nicht ohne das andere! Es wird so oder so Opfer kosten. Unter diesem Gesichtspunkt kann man sich aber nicht entweder für die Peripherie oder für das Zentrum »entscheiden«, Das soll nicht heißen, dass wir sinnlose Opfer leichtfertig in Kauf nehmen wollen, immerhin entscheiden wir uns stets für den kürzesten und sichersten Weg, aber:
»Der ist kein Sozialist, der nicht begreift, dass man um des Sieges über die Bourgeoisie, um des Übergangs der Macht an die Arbeiter, um des Beginns der internationalen proletarischen Revolution willen keinerlei Opfer scheuen darf und soll, selbst nicht das Opfer, einen Teil des Territoriums zu verlieren oder schwere Niederlagen hinzunehmen, die uns der Imperialismus beibringen kann.
Der ist kein Sozialist, der nicht durch Taten bewiesen hat, dass er zu schwersten Opfern von seiten `seines` Vaterlands bereit ist, wenn nur die Sache der sozialistischen Revolution tatsächlich vorankommt. Sollen sie (die Sozialisten) etwa um `ihrer` Sache, um der Befreiung der Werktätigen der ganzen Welt vom Joch des Kapitals, um der Erkämpfung eines dauerhaften Friedens willen, sollen sie etwa abwarten, bis sich ein Weg ohne Opfer findet? Sollen sie etwa fürchten, den Kampf zu beginnen, solange kein leichter Erfolg `garantiert` ist? Sollen sie etwa die Sicherheit und Integrität ´ihres` von der Bourgeoisie geschaffenen ´Vaterlands` höher stellen als die Interessen der sozialistischen W e l t r e v o l u t i o n ? Dreifache Verachtung verdienen diese Halunken aus den Reihen des internationalen Sozialismus, diese Lakaien der bürgerlichen Moral, die so denken.« (Lenin Bd. 28, Seite 52, dt. Ausgabe).
»Hat denn irgendein Bolschewik jemals geleugnet, dass die Revolution endgültig erst dann siegen kann, wenn sie alle oder zumindest einige der bedeutendsten fortgeschrittenen Länder erfasst? Wir haben das stets gesagt. (...) Wir sagten, dem Krieg kann man kein Ende machen dadurch, dass man die Bajonette in die Erde stößt. (...) Wir sagten, das Ausscheiden aus diesem Kriege könne den revolutionären Krieg bedeuten. (...) Und natürlich ist der revolutionäre Krieg auch ein Krieg, eine genauso schwierige, blutige und qualvolle Sache. Und wenn er zu einer Revolution im Weltmaßstab wird, ruft er unvermeidlich Widerstand in genau dem gleichen Weltmaßstab hervor« (Lenin, Bd. 29, Seite 330-331, dt. Ausgabe).
»Wir spannen alle Kräfte an, um in diesem Bürgerkrieg die Bourgeoisie zu besiegen und um die Möglichkeit der Klassenunterdrückung ein für allemal zu unterbinden. Nein, es hat keine Revolution gegeben und es kann keine geben, die garantiert sicher wäre vor einem langen, schweren und vielleicht an schrecklichsten Opfern reichen Kampf. Wer nicht vermag, die Opfer, die im revolutionären Kampf, für seinen Sieg, gebracht werden, wenn alle besitzenden, alle konterrevolutionären Klassen im Kampf gegen die Revolution stehen, wer nicht vermag diese Opfer von den Opfern des Raubkriegs der Ausbeuter zu unterscheiden, der ist Repräsentant der extremsten Unwissenheit (...) oder aber er ist ein Repräsentant der bösartigsten Koltschakschen Heuchelei, wie immer er sich auch nennen mag, unter welchen Namen er sich auch verstecken sollte« (Lenin, ebenda, Seite 332-333).
»Die kapitalistische Gesellschaft war und ist immer ein Schrecken ohne Ende. Und wenn jetzt dieser Gesellschaft durch diesen reaktionärsten aller Kriege ein Ende mit Schrecken bereitet wird, so haben wir keinen Grund, zu verzweifeln« (Lenin, Bd. 23, Seite 76, »Das Militärprogramm der proletarischen Revolution«, dt. Ausgabe).
»Die Einheit der Arbeiter, die Einheit des internationalen Klassenkampfes des Proletariats ist unendlich wichtiger als die Frage der Staatsgrenzen, eine Frage, die in der Epoche des Imperialismus besonders häufig neu entschieden werden wird, und zwar durch Kriege« (Lenin, Bd. 39, Seite 771/772)
Der imperialistische Krieg führt zur massenhaften Zerstörung nicht nur materieller Werte, führt zur schnellen Erschöpfung der Produktivkräfte, zu einer solchen Ausweitung der Kriegsindustrie, dass selbst die Herstellung des unbedingt notwendigen Minimums von Gebrauchsgütern und Produktionsmitteln sich als unmöglich erweist. Der Krieg führt in eine so katastrophale und ausweglose Lage, dass er die ganze Welt in den Abgrund stürzt. Genau hier liegen die objektiven Voraussetzungen für die sozialistische Revolution insbesondere in den kapitalistischen Ländern selbst. Deswegen führen wir aber auch als Kommunisten den Kampf für den Frieden so vehement, weil wir nicht die Zerstörung der Lebensgrundlage der Massen als Ausgangspunkt für den Sozialismus anstreben, sondern alles erdenkliche tun, um für den Übergang zum Sozialismus die Lebensgrundlagen durch die Vermeidung des Krieges möglichst unbeschadet hinüber zu retten und sie den Massen zu erhalten:
»Durch die Erfahrung des Krieges, wie durch die Erfahrung jeder Krise in der Geschichte, jeder großen Heimsuchung und jedes Umschwungs im Leben der Menschen, werden die einen abgestumpft und gebrochen, dafür aber werden die anderen aufgeklärt und gestählt, wobei sich in der Geschichte der ganzen Welt im Großen und Ganzen die Zahl und die Stärke der letzteren, mit Ausnahme besonderer Fälle des Verfalls und Untergangs dieses oder jenen Staates, als größer erwiesen haben als die ersten« (Lenin, »Der Zusammenbruch der II. Internationale, Dietz Verlag 1951, Seite 14, dt. Ausgabe).
Der Demagogie der opportunistischen Führer der II. Internationale von der »Vaterlandsverteidigung« im zwischenimperialistischen Krieg, die die Arbeiter verschiedener Länder aufeinander hetzte und sie zu Kanonenfutter für die räuberischen Interessen der Bourgeoisie machte, stellten Lenin und die Bolschewiki die revolutionäre Losung entgegen: das Proletariat eines jeden kriegführenden Landes zur Erhebung gegen die »eigene« Bourgeoisie zu führen, den imperialistischen Krieg in den Bürgerkrieg für den Sturz der Bourgeoisie und die Errichtung der Diktatur des Proletariats zu verwandeln:
»Die Internationale besteht darin, dass sich Menschen zusammenfinden (zunächst ideologisch, dann aber, zu gegebener Zeit, auch organisatorisch), die fähig sind, sich in der jetzigen schweren Zeit wirklich für den sozialistischen Internationalismus einzusetzen, d.h. ihre Kräfte zu sammeln und »nachher zu schießen«, jeder gegen die Regierung und die herrschende Klassen des eigenen `Vaterlandes`. Das ist keine leichte Sache; das erfordert nicht wenig Vorbereitung, große Opfer, und es wird nicht ohne Niederlagen abgehen. Aber gerade weil das keine leichte Sache ist, soll man sie nur mit denjenigen unternehmen, die dazu gewillt sind und sich nicht fürchten vor dem völligen Bruch mit den Chauvinisten und den Verfechtern des Sozialchauvinismus...« (Lenin, Bd. 21, Seite 88, dt. Ausgabe).
Im Gegensatz zu den sozialchauvinistischen Predigten der Renegatenführer der II. Internationale, die zur Vereinigung des Proletariats mit der »eigenen« Bourgeoisie aufriefen, ordnete Lenin und die von ihm geführten Bolschewiki die Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche der Sache des Sieges der Revolution unter. Wie ein Ei dem anderen gleichen sich die sozialchauvinistischen Thesen der II. Internationale und die anti-marxistischen Predigten der Befürworter der »Theorie der drei Welten« und derjenigen, die unsere Kritik an ihr zu entstellen versuchen, die das Proletariat dazu aufrufen, sich mit der »eigenen« Bourgeoisie zu vereinigen, im Namen des Kampfes für die Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit von einer Supermacht, und dabei die Hände von der Revolution zu lassen. Somit ist nicht nur die größte imperialistische Macht der gefährlichste Kriegsbrandstifter, sondern es sind zugleich alle diejenigen, die diese Macht abzujagen versuchen - dazu gehören u.a. die Kriegsbrandstifter des Sozialimperialismus wie sie zur Zeit noch in China herrschen.
Der imperialistische Krieg und der Beginn der proletarischen Weltrevolution bringen in der ganzen Welt gleichartige politische und ideologische Strömungen hervor, und das Weltproletariat wird mit unserer Hilfe diese Strömungen zu differenzieren lernen, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen.
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