Clara Zetkin - Webseite

veröffentlicht von der Komintern (SH)

zum 80. Todestag am

20. Juni 2013

„Wir, eure Schwestern und Brüder jenseits der Grenzen, betreten den Weg, auf dem ihr vorwärtsstürmt.

Über uns weht das rote Banner der Kommunistischen Internationale.

Der Sowjetstern des sozialistischen Schöpfertums erhellt den Weg und weist uns das Ziel.

Die proletarische Weltrevolution wird kommen!

Dem Kommunismus gehört die Welt!

Das ist ein eisernes Gesetz der Geschichte.“

(Clara Zetkin)

 

 

Nachruf des Präsidiums des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale:

 

"Die große Revolutionärin Clara Zetkin ist gestorben ...

Bis zum letzten Augenblick ihres Lebens hielt sie die Fahne des Kommunismus hoch.

Die deutsche Arbeiterklasse, die heroisch gegen die faschistische Blutdiktatur kämpft, ehrt in Clara Zetkin ihre erprobte, mutige und geliebte Führerin.

Die Arbeiterklasse des Landes der siegreichen proletarischen Revolution ehrt in ihr eine treue Gefährtin und Freundin im Kampf um den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft.

Die Kommunistische Internationale, die um ihre Befreiung kämpfenden Arbeiter und Arbeiterinnen aller Länder ehren in ihr ihre revolutionäre Heldin."

 

 

 

Clara Zetkin

5. Juli 1857 - 20. Juni 1933

 

 

 

 

Clara Zetkin ist neben ihrer Genossin und Weggefährtin Rosa Luxemburg weibliche Gallionsfigur der Arbeiterbewegung. Sie war es, die auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz den Antrag stellte einen jährlichen, sozialistischen und internationalen Feiertag zu Ehren der Frau zu erklären. Am 08. März nun begeht man überall auf der Welt zum 100. mal den Internationalen Frauentag. Aus diesem Anlass soll hier der Genossin Clara Zetkin gedacht werden.

 

 LEBENSWEG

(Zeittafel)

Paris - 1889

 

Für die Befreiung der Frau!

Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongreß zu Paris

(19. Juli 1889)

 

 

 

Zeichen der Morgendämmerung

(Januar 1893)

 

 

 

 

Frauenarbeit und gewerkschaftliche Organisation

(November 1893)

 

Friedrich Engels

Nachruf zu seinem Tode

(August 1895)

 

 

Wider die Kompensationspolitik

Reden auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Stuttgart

(1898)

Wider die sozialdemokratische Theorie und Taktik

(April 1899)

 

 

 

Der Student und das Weib

(1899)

 

 

Gegen das Elend in der Konfektionsindustrie

(Oktober 1901)

 

 

 

Um den Zehnstundentag

(November 1903)

 

 

Im Zeichen des Klassenkampfes

(November 1904)

 

Der Kampf im Ruhrgebiet

(Januar 1905)

 

Das Herrsein im Hause

(Oktober 1905)

 

 

Bürgerlicher und proletarischer Patriotismus

Aus einer Diskussionsrede auf dem Parteitag der SPD in Essen

(17. September 1907)

 

 

 

Die Jugendorganisation

Leitsätze, Resolution, und Rede

auf der fünften sozialdemokratischen Frauenkonferenz in Nürnberg

12. September 1908

 

 

Proletarische Frauen, seid bereit!

(5. August 1914)

 

 

Abschied von der "Gleichheit"

(Juni 1917)

 

 

 

 

Clara Zetkin und die Oktoberrevolution

Luise Dornemann

 

 

 

 

 

Serie:

Dokumente der Novemberrevolution 1918

Die Komintern (SH) veröffentlicht aus Anlass des diesjährigen internationalen Frauentages einen Artikel von Clara Zetkin, der am 22. November 1918 in der "Roten Fahne" erschien.

Dieser Artikel kam zustande auf Anraten und Bitten von Rosa Luxemburg, dass Clara Zetkin einen Artikel über die Rolle der Frau in der Novemberrevolution schreiben möge:

"Die Frauen und die Nationalversammlung"

Dieser Leitartikel der "Roten Fahne" ist heute eine Erstveröffentlichung der Komintern (SH). [PDF]

 

22. November 1918

"Die Revolution - der Frauen Dank"

Clara Zetkin

Leitartikel "Rote Fahne"

Nr. 7 vom 22. November 1918

Gestern noch wurde im Reichstag, in den Landtagen einzelner Bundesstaaten, in vielen Gemeinden feierlich beschworen, dass wir Frauen nicht "reif" seien, als gleichberechtigte Staatsbürgerinnen mit den Männern zusammen zu wirken. Gestern noch "unreif", um über die Anstellung eines Nachtwächters in Buxtehude mit zu entscheiden, sind sie heute für "reif" erklärt worden, als gleichberechtigte Wählerinnen und Gewählte die wichtigsten Entscheidungen für die Gestaltung des politischen Lebens, der wirtschaftlichen Zustände zu fällen.

In der Tat ! Auch die Frauen haben mittels eines demokratischen Wahlrechts über Staatsform und Staatseinrichtungen zu (..)schaffen, die das Werk der geplanten konstituierenden Nationalversammlungen im "weiteren" und "engeren" Vaterland sein sollen, deren Hauptaufgabe aber nach den Wünschen der besitzenden Klassen es sein würde, unter der trügerischen Losung: "Sicherung der Demokratie" die politische Macht den Händen der proletarischen Massen zu entwinden und den Weg zur wirklichen vollen Demokratie zu versperren.

Auch in Frauenhand soll die Entscheidung liegen über die Frage: bürgerliche Republik oder proletarische Republik; mit anderen Worten: politisch-formal gemilderte Klassenherrschaft der Aneigner des gesellschaftlichen Reichtums oder die gesamte politische Macht für die (...) großzügige sozialistische Politik, um das alte "morsche Ding" des kapitalistischen Zwangsstaates, die kapitalistische Ausbeutungswirtschaft "umzuhämmern" in die sozialistische Ordnung in einer Gesellschaft von Gleichen und Freien oder aber grundsatzlose bürgerlich-proletarische Harmonie- und Konzessionspolitik, um durch politisches und wirtschaftlches Flick- und Stückwerk die kapitalistische Gesellschaft zu erhalten? Auch die Frauen werden über diese Lebensfragen für das deutsche Volk zu entscheiden haben, und es gilt dabei, die politische Reife der Frauen zu beweisen!

Denn das dürfen die deutschen Frauen nie vergessen. Ihre politische Gleichberechtigung ist ihnen nicht gegeben worden als Siegespreis ihres Kampfes, sondern als Geschenk einer Revolution, die von proletarischen Massen getragen wurde, und daher auf ihre Fahne auch volle Demokratie, ganzes Volksrecht schreiben musste. Ganzes Recht auch für die Frauen! Sind wir Frauen nicht Volk, die Hälfte des Volks, und infolge der dem Imperialismus geopfterten Millionen Männer mehr als je die größere Hälfte des Volks? Und sind wir Frauen in der erdrückenden Mehrzahl nicht schaffendes Volk, das den materiellen und kulturellen Reichtum der Gesellschaft mehrt? Zum schaffenden Volk gehört die Fabrikarbeiterin wie die Angestellte und Lehrerin, die Kleinbäuerin, aber auch die Hausfrau, die mit ihrer persönlichen Fürsorge und Arbeit das Heim der kleinen Leute aufbaut und erhält, gehört vor Allem die Mutter, deren Wirken den Wert aller Werte bilden hilft: ein Geschlecht gesund und stark an Leib und Seele, dessen Tätigkeit den Menschheitsschatz bereichern wird. Außerhalb der großen Schwesternschaft schaffender Frauen stehen nur jene Damen, die ohne pflichtgemäße eigene Tätigkeit auf Kosten ausgebeuteter fremder Arbeit leben und statt Mehrerinnen nichts als Verzehrerinnen gesellschaftlicher Güter sind.

Die Revolution hat den schaffenden Frauen ihr Bürgerrecht gebracht, ohne danach zu fragen, ob sie in ihrer Mehrheit dieses Recht gefordert, ob sie für seinen Besitz gekämpft haben. Sie hat das tapfere Ringen ihrer Vorhut als Bürgschaft gelten lassen für die Fähigkeit, den Willen aller, Bürgerpflicht zu erfüllen. Nun gilt es für die Frauen, ihre Dankesschuld der Revolution zu bezahlen und das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Seien wir stolz und kühn! Empfangen wir nicht, ohne zu geben, lassen wir uns nicht durch die Gespenster der Vergangenheit schrecken, stürmen wir entschlossen vorwärts, der Zukunft entgegen.

Die Revolution ist bedroht. Überall im Reiche kriechen die Mächte der Reaktion, der Gegenrevolution aus den Schlupfwinkeln hervor, in die der eherne Tritt revolutionierender Massen sie gescheucht hatte. Die besitzenden Klassen beginnen sich zu sammeln und zu rüsten, um dem werktätigen Volk die kaum eroberte politische Macht wieder zu entreißen. Ihre Sachwalter in der Presse, in den öffentlichen Verwaltungen, in den von der Revolution beiseite geschobenen Parlamenten treten auf den Plan. Die Konservativen entdecken ihr "demokratisches" Herz und die bürgerlichen Demokraten werden sich bewusst, dass sie konservativ wirken müssen, dass jenseits der Grenze bürgerlicher Klasseninteressen das demokratische Prinzip vor der kapitalistischen Praxis abdanken muss. Die verkappten Feinde der revolutionären Macht sind gefährlicher als ihre offenen Gegner. Die bürgerliche Demokratie als papierenes Formelrecht soll die lebendige proletarische Demokratie abwürgen, zu deren Verwirklichung die Revolution einen ersten Schritt getan hat.

Die Forderung konstituierender Nationalversammlungen für das Reich und die Einzelstaaten ist das Feigenblatt für den Vorstoß, die politische Macht für die besitzenden Klassen zurückzuerobern. Teilung der politischen Macht zwischen allen Schichten und Klassen des gesamten Volkes, wie harmlos und ideal, wie gerecht und demokratisch hört sich das an ! Allein, das Lammgewand verhüllt den Wolf. Das Proletariat hat entweder die ganze politische Macht, um sie an die Verwirklichung seines Endziels zu setzen: Überwindung des Kapitalismus durch den Sozialismus, oder es hat keine Macht dazu, hat nur den Splitter der Macht, Reformen durchzusetzen, die die kapitalistische Ordnung nicht gefährden, sondern stützen. Eine Teilung der Macht zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie, bleibt verhüllte, leicht gemilderte Klassendiktatur der Besitzenden und Ausbeutenden.

Das Trümmerfeld der kapitalistischen Ordnung, das den Weltkrieg geschaffen, fordert gebieterisch den Aufbau der Gesellschaft auf sozialistischer Grundlage, wenn nicht das arbeitende Volk an Leib und Seele verderben soll. Der Sozialismus, nicht als Gesellschaftstheorie, als Gesellschaftspraxis ist das Gebot der Zeit. Die Aufgaben, die gestellt werden durch die Lebensmittel- und Rohstoffbeschaffung, durch Demobilisation, Arbeitsvermittlung, Arbeitslosenfürsorge, Wiedererrichtung der aus Rand und Band geratenen Wirtschaft: können nur durch sozialistische Losungen bewältigt werden, ohne dass die breitesten Volksmassen Opfer unerträglicher Zustände werden. Der Kern des Kampfes um die politische Macht ist der Kampf um die Wirtschaftsordnung der Gesellschaft. Wer die Niederwerfung des Kapitalismus, das Erstreben des Sozialismus will, der darf nicht zulassen, dass die politische Macht des arbeitenden Volks durch die politische Macht der Besitzenden gelähmt wird. Er muss die ganze Macht für des Proletariats Riesenhand fordern. Der politische Umsturz, der Throne und Bürokratensessel zerschmettert hat, er muss zum wirtschaftlichen Umsturz werden, der dem Kapitalismus das Ende bereitet.

DIE REVOLUTION MUSS ERHALTEN UND WEITER GETRIEBEN WERDEN !

Dieses Ziel ist das der Frauen, die sehnsüchtig ihre volle Befreiung erwarten. Alle Härten und Schrecken, die dem Volk der Kopf- und Handarbeitenden drohen, wenn der ausbeutende und knechtende Kapitalismus an der Herrschaft bleibt, werden erdrückend, zermalmend auf den FRauen lasten. Nur die Revolution kann sie vom traurigsten Geschick erretten: eine Revolution, die von politischen zu wirtschaftlichen Zielen vorwärts stürmt.

Proletarische Frauen haben die ersten Schlachten der Revolution gegen Monarchie, Junkerherrschaft und Militarismus schlagen helfen. Die proletarischen Frauen müssen mit dafür sorgen, dass das Erbe der Revolution erhalten bleibt, die Errungenschaften der politischen Macht nicht angetastet werden. Mögen sich die Frauen nicht darüber täuschen und täuschen lassen, dass volle Demokratie für sie nicht von der Rednertribüne konstituierender Nationalversammlungen geschaffen wird, die nur darauf hinaus laufen können, die kapitalistische Ordnung zu verewigen. Mögen sie sich bewusst bleiben, dass diese Demokratie in dem Boden einer sozialistischen Ordnung verankert sein muss, die mit Zertrümmerung des wirtschaftlichen Jochs der Arbeit den Gesellschaftsbürger in Wahrheit und Tat befreit. An die Arbeit Frauen, Proletarierinnen, damit diese Erkenntnis bis in das bescheidenste Dachstübchen dringt!

An die Arbeit, damit diese Erkenntnis opferbereiter, tatkräftiger Wille werde!

Kein Zagen vor den vorrückenden reaktionären Gewalten!

Kein Proletarier mit falschen Freunden !

Rüsten wir uns, die Gegner auf jedem Boden und mit allen Waffen zu bestehen !

Bleiben wir eingedenk, dass der Frauen Recht in ihrer Macht als Schaffende ruht ! Frauenarm ist heute stark genug, die Räder des Wirtschaftsgetriebes still stehen zu machen, wenn Frauenwille das befiehlt !

Kämpfen wir !

Der Revolution - Frauen Dank !

CLARA ZETKIN

 

 

 

 

 

 

Der Weg nach Moskau

1920

HTML

 

 

 

 

Wir grüßen das revolutionäre Proletariat aller Länder!

(4. Dezember 1920)

 

 

 

 

 

Klar, rückhaltlos und offen zur III. Internationale bekennen

Rede auf XVIII. Parteitag der Sozialistischen Partei Frankreichs in Tours

(27. Dezember 1920)

 

 

 

 

 

Richtlinien für die kommunistische Frauenbewegung

[Auszug]

 

zuerst veröffentlicht in: "Die Kommunistische Internationale", 1920/21, Nr. 15, S. 530-555

 

 

 

 Redebeitrag über die italienische Frage

(29. Juni 1921)

III. Weltkongress der Komintern

 

 

 Redebeitrag über die Märzaktion

(2. Juli 1921)

 

Antwort auf die Ehrung zu Clara Zetkins 64. Geburtstag

(5. Juli 1921)

 

 

 

Das Werk des dritten Weltkongresses der Kommunistischen Internationale

(August 1921)

Für die Beschlüsse des dritten Kominternkongresses

(August 1921)

 

Die Zweite Internationale Konferenz der Kommunistinnen zu Moskau

August/September 1921

 

 

 

 

Gegen das “Gesetz zum Schutz der Republik”

Rede im Reichstag

1. Oktober 1921

 

Die beiden Novemberrevolutionen und die Frauen

(November 1921)

 

 

Die russische Revolution, eine Quelle moralischer Kraft des Weltproletariats

(November 1921)

 

 

 

 

Erklärung

(20. Dezember 1921)

 

 

Die „Märzverbrecher“

(Dezember 1921)

 

 

Der Internationale Kommunistische Frauentag

1922

 

 

 

 

 

1921 - 3. Weltkongress - Komintern

Der Kampf der kommunistischen Parteien gegen Kriegsgefahr und Krieg

Bericht auf dem Erweiterten Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale

(2. März 1922)

 

 

Prozess gegen die Verbrechen der "Sozialrevolutionäre"

 

Mathilde Wibaut zur Antwort


Die Kommunistische Fraueninternationale,

H. 7/8, 1922, S.26-28.

 

 

 

 

 

An die politischen Gefangenen

(5. November 1922)

 

 

 

Clara Zetkin

 

zum ersten Mal nach 95 Jahren veröffentlicht die Komintern (SH) folgende Resolution

 

RESOLUTION DES VIERTEN KONGRESSES DER KOMINTERN
ZU: "FÜNF JAHRE RUSSISCHE REVOLUTION"

(Auszüge)  


5. Dezember 1922 Thesen und Resolutionen, iv, p. 35
[Die Resolution wurde von Klara Zetkin eingereicht und einstimmig verabschiedet.]



.. .. .. Der vierte Weltkongress der Kommunistischen Internationale stellt fest, dass Sowjetrußland, der proletarische Staat, jetzt, wo es nicht mehr gezwungen ist, seine bloße Existenz mit Waffengewalt zu verteidigen, sich mit beispielloser Kraft dem Aufbau und der Entwicklung seiner Wirtschaft zuwendet mit der Perspektive des Übergangs zum Kommunismus. Die einzelnen Stufen und Maßnahmen, die zu diesem Ziel führen, die Übergangsschritte der sogenannten NÖP, sind einerseits das Ergebnis der gegebenen objektiven und subjektiven historischen Bedingungen in Rußland und andererseits der allmählichen Entwicklung der Weltrevolution und der Isolation der Sowjetrepublik inmitten der kapitalistischen Staaten. .. .. ..

Der vierte Weltkongress erinnert die Proletarier aller Länder daran, dass die proletarische Revolution niemals vollständig in einem einzigen Land siegen kann. Vielmehr muss es international als Weltrevolution triumphieren. Die Arbeit Sowjetrußlands, sein Kampf ums Dasein, um die Errungenschaften der Revolution, ist der Kampf für die Befreiung der Proletarier, der Unterdrückten und Ausgebeuteten der ganzen Welt, von den Ketten der Sklaverei. Die russischen Proletarier haben ihre Pflicht als revolutionäre Protagonisten des Weltproletariats mehr als erfüllt. Das Weltproletariat muss endlich das Seine tun. In allen Ländern müssen die Arbeiter, Enterbten und Versklavten ihre aktivste Solidarität, moralisch, ökonomisch und politisch, mit Sowjetrußland verkünden. Nicht nur die internationale Solidarität, sondern ihre eigenen fundamentalsten Interessen verlangen, dass sie zu diesem Zweck den schärfsten Kampf gegen die Bourgeoisie und den kapitalistischen Staat aufnehmen müssen. In jedem Land muss ihr Schlachtruf sein:

Hände weg von Sowjetrußland!

De jure Anerkennung von Sowjetrußland! Aktive Unterstützung aller Art für den wirtschaftlichen Aufbau Sowjetrußlands!

Jede Stärkung Sowjetrußlands bedeutet eine Schwächung der Weltbourgeoisie.

Die fünf Jahre der Existenz Sowjetrusslands sind der schwerste Schlag, den der Weltkapitalismus je erhalten hat und von dem er sich nicht erholen wird.

 

Die kommunistische Arbeit unter den Frauen

Clara Zetkin

IV. Weltkongress der Komintern

 

 

 

 

 

Über die internationale Bedeutung der russischen Revolution

Brief an W.I. Lenin

(12. November 1922)

 

 

"Aus dem Osten kommt das Licht"

Über Clara Zetkin und die Oktoberrevolution

 

Bericht vom Vierten Weltkongress der Kommunistischen Internationale

(30. Januar 1923)

 

Der Internationale Kommunistische Frauentag 1923

 

25 Jahre bolschewistische Partei

14. März 1923

 

 

Zum dreijährigen Jubiläum des Frauenorgans der proletarischen Revolution Sowjetrusslands

Juni 1923

 

 

Der Kampf gegen den Faschismus

Bericht auf dem Erweiterten Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale

(20. Juni 1923)

 

 

Sechs Jahre Revolution in Russland

November 1923

 

 

Der genialste revolutionäre Realpolitiker

(24. Januar 1924)

Rede zu Ehren Lenins
auf dem Sowjetkongreß der UdSSR in Moskau

(26. Januar 1924)

Lenin – Schwert und Flamme des Weltproletariats

Rede auf dem Plenum des Moskauer Sowjets am 7. Februar 1924

 

Für volle soziale Befreiung der Frauen!

23. Mai 1924

Begrüßungsrede auf dem XIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Russlands (Bolschewiki)

 

Die Intellektuellenfrage

(7. Juli 1924)

Referat auf dem V. Kongress der Kommunistischen Internationale

 

Zur Bilanz der Oktoberniederlage 1923


[„Protokoll. Fünfter Kongress der Kommunistischen Internationale“

 

Der Internationale Kommunistische Frauentag 1924

 

 

Von der Internationale des Worts zur Internationale der Tat

(1924)

 

 

Clara Zetkin

Erinnerungen an Lenin

(Januar 1925)

 

Über die Bolschewisierung der kommunistischen Parteien

Aus einer Diskussionsrede auf dem V. Erweiterten Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale

(30. März 1925)

 

Gewerkschaftsarbeit und Frauen

5. März 1926

15. Sitzung der Erweiterten Exekutive der Komintern

 

Massenarbeit und Frauen

11. März 1926

(11. März 1926, Rede in der 17. Sitzung der Erweiterten Exekutive der Komintern)

 

Zum Tode Felix Dzierzynskis

An das Zentralkomitee der KPdSU(B)

(23. Juli 1926)

Die geistige Krise der bürgerlichen Gesellschaft und der ideologische Kampf der Kommunistischen Partei

Diskussionsrede auf dem VII. Erweiterten Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale

(26. November 1926)

Schützt den einzigen Friedensstaat!

Rede auf dem 1. Weltkongreß der Freunde der Sowjetunion

(10.-11. November 1927)

 

 

CLARA ZETKIN

Lenins Werk

(19. Januar 1928)

 

Für den Sozialismus, gegen Krieg und Intervention!

(8. März 1932)

 

Brief an den antifaschistischen Einheitskongreß in Berlin

(12. Juli 1932)

Rede als Alterspräsidentin bei der Eröffnung des Reichstags

(30. August 1932)

 

 

 

Die Kommunistische Weltfrauenbewegung

Klara Zetkin

 

 

Dritter Kongress der Komintern

vom 8. Juli 1921

 

BERICHT ÜBER DIE FRAUENBEWEGUNG

KLARA ZETKIN

 

 

 

Zur Geschichte der proletarischen Frauenbewegung Deutschlands

 

 

Clara Zetkin

Werk und Weg der Internationalen Roten Hilfe

10 Jahre Kampf und Solidarität

1932

 

 

 

 

Clara Zetkin

Künderin der internationalen Solidarität

(Luise Dornemann "Lebensbild von Clara Zetkin" - Kapitel XII)

 

 

 

 

 

Clara Zetkin

Kunst und Proletariat

"Die Gleichheit", 21. Jahrgang, 1910/1911, Beilage zu Nrr. 8

 

Clara Zetkins Appell an die Frauen der Welt hat bis heute nicht an Aktualität verloren: »Bisher habt ihr für eure Lieben geduldet, nun gilt es, für eure Männer, für eure Söhne zu handeln. (…) Nieder mit dem Kapitalismus, der dem Reichtum und der Macht der Besitzenden Hektakomben von Menschen opfert! Nieder mit dem Krieg! Durch den Sozialismus!« („Berner Appell“ von 1915)

 

 

 

Clara Zetkin war Mitbegründerin und langjährige Präsidentin der Internationalen Roten Hilfe, die bis heute an der Seite jener steht, die von Klassenjustiz und Repression betroffen sind. In dem letzten Artikel den sie verfasste, rief Zetkin zu einer internationalen Hilfswoche für die Opfer des faschistischen Terrors in Deutschland auf, bevor sie am 20. Juni 1933 in der Nähe von Moskau verstarb.

 

 

 

 

Clara Zetkin warnte vorzeitig vor dem Erzrevisionisten Walter Ulbricht:

"Möge das Schicksal es verhindern, dass dieser Mensch einmal an die Spitze der Partei kommt. Man muss ihm nur in die Augen schauen, um zu wissen, wie hinterhältig und ehrlos er ist."

 

Anmerkung der Komintern (SH):

 

Clara Zetkin war von 1921 bis 1933 Mitglied im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI), wo sie in ihren letzten Lebensjahren zur Minderheit der Opposition zu Stalin und der Sozialfaschismusthese gehörte. Sie übte auch an den Genossen Ernst Thälmann Kritik, die die Komintern (SH) nicht teilt. Ernst Thälmann wird von der Komintern (SH) ohne jede Einschränkung verteidigt, so wie es Stalin einst tat.

Lenin, kritisierte die Fehler und Schwächen von Clara Zetkin, die sie selbst eingestanden hat. Kritik übte auch Stalin an ihr.

 

Stalin ehrte - trotz allem - Clara Zetkin nach ihrem Tod, indem er ihre Urne von der Trauerfeier im Moskauer Haus der Gewerkschaften hin zur Beisetzung an die Mauern des Kreml trug (insgesamt verabschiedeten sich an diesem Tag 400.000 Menschen von Clara Zetkin).

 

 

 

 

Lenin über Clara Zetkin

(Briefe und Zitate)

 

STALIN 

ÜBER EINIGE FRAGEN
DER GESCHICHTE DES BOLSCHEWISMUS

1931

 

 

 

Franz Mehring:

Clara Zetkin-Zundel

3. Juli 1917

Zum 60. Geburtstag von Clara Zetkin

[Leipziger Volkszeitung Nr. 152, 3. Juli 1917. Nach Gesammelte Schriften, Band 4, S. 504-507]

 

Ein Gleisner, ein Meißner! So hieß es ehedem im heutigen Römischen Reich Deutscher Nation. Das arge Wort sollte die einschmeichelnde, höfliche, nachgiebige Art des obersächsischen Stammes verspotten, doch selbst als Spott traf es sehr daneben. Denn von jeher konnte Sachsen neben jeden Geliert einen Lessing, neben jeden matten und weichen Charakter einen entschlossenen und tatkräftigen Kämpfer stellen: welche Reihe ungestümer Kampfhähne von den Pufendorf und Thomasius, über den Lessing und Fichte bis zu den Richard Wagner und in seiner besonderen Weise auch Heinrich von Treitschke!

Eine echte Kampfnatur ist auch die Tochter des Landes, der wir heute zu ihrem sechzigsten Geburtstage unsere aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche darbringen. Nur dass sie auch ihren Anteil an der anderen Art des sächsischen Stammes hat! Nicht an der zudringlichen Höflichkeit, die am Mann so leicht einen gleisnerischen Schein erweckt, sondern an dem echten Herzenstakte, der immer, bewusst oder unbewusst, nach dem Worte der griechischen Königstochter handelt: Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da. Diese unlösliche Verschmelzung von menschlicher Güte und menschlicher Leidenschaft macht das ganze Wesen unsrer Freundin aus: Ihr Hass gegen die Unterdrücker fällt zusammen mit ihrer Liebe für die Unterdrückten.

Clara Eisner ist eine geborene Sächsin, und in Leipzig hat sie sich für den Beruf der Lehrerin ausgebildet unter der Leitung Edith Schmidts, der sie vor etwa einem Dutzend Jahren in diesen Spalten einen dankbaren Nachruf gewidmet hat. Sie verriet frühzeitig eine reiche Begabung, namentlich auch in der Sprachenkunde. Am tiefsten aber ergriffen sie die großen Gedanken des Sozialismus, der in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sich in Sachsen rasch verbreitete. In ihnen fand ihr reiches Herz und ihr reicher Geist gleich innige Befriedigung. Aber sie vergaß nie das weise Nathanwort, dass andächtig schwärmen ungleich leichter sei als gut handeln, und sosehr sie in heißer Glut für die hohen Ziele des Sozialismus entbrannte, so studierte sie nicht minder eifrig und gründlich die Mittel und Wege zu seiner praktischen Verwirklichung: auch Praxis und Theorie standen bei ihr immer im glücklichen Gleichgewicht.

Unter dem Druck des Sozialistengesetzes war für die junge Kämpferin in Deutschland wenig zu tun. Sie ging ins Ausland, in die Schweiz, wo sie sich mit dem trefflichen Ehepaar Motteler innig befreundete und regen Anteil an dem Vertriebe des „Sozialdemokraten" in Deutschland nahm, dann nach Paris, wo sie mit Laura Lafargue, der Tochter von Karl Marx, nahe verkehrte und mit dem russischen Flüchtling Ossip Zetkin den Bund fürs Leben schloss. Der Tod des kränklichen Gatten löste die Ehe allzu früh, aber der jungen Witwe blieben zwei blühende Knaben. Wie dieser Natur alles immer im reichsten Maße zugemessen worden ist, so auch die Mutterschmerzen und die Mutterfreuden: die Mutterschmerzen, denn sie musste einen überaus harten und ^manchmal fast unerträglichen Kampf ums Dasein führen, um ihren Kindern gerecht zu werden; die Mutterfreuden, denn es gelang ihr, beide zu tüchtigen Männern zu erziehen, auf die sie mit Stolz blicken darf.

Die historische Wirksamkeit Clara Zetkins, die ihr ein dauerndes Denkmal in der modernen Arbeiterbewegung sichert, begann nach dem Fall des Sozialistengesetzes, der sie nach Deutschland zurückführte. Sie übernahm aus schwächlichen und verkümmerten Anfängen die „Gleichheit" und schuf aus ihr das mächtige Organ, das der internationalen Frauenbewegung des Sozialismus Halt und Richtung gab. Nicht als ob sie in der Leitung dieser Zeitschrift oder auch nur in der Frauenbewegung ihre unermüdliche Tätigkeit erschöpft hätte. Sie war immer da, wo sie nützen konnte, und keine Wahlkampagne, in der sie nicht eifrig mitgetan hätte! Aber Nerv und Wesen ihrer jahrzehntelangen Arbeit war doch, dass sie in ihr zur ersten Lehrerin und Leiterin der sozialistischen Fraueninternationale heranwuchs, als solche freudig anerkannt und begrüßt, wo immer proletarische Frauenherzen für die Befreiung ihres Geschlechts und ihrer Klasse aus den Fesseln unwürdiger Sklaverei schlagen.

Die Jahrgänge der „Gleichheit" sind das unvergängliche Denkmal Clara Zetkins. Sie standen durchweg auf der Höhe des sozialistischen Prinzips, wie denn in der Kenntnis der marxistischen Theorie wenige Lebende sich mit Clara Zetkin messen können und sicherlich keiner ihr darin überlegen ist. Aber sie verlor sich nie in unfruchtbaren Spintisierereien, die unter gelehrt tuender Maske gleichermaßen die Einsicht und die Tatkraft der Arbeiter schwächen. Diesen Unterschied begreifen freilich die Schulze und Müller nicht, die über die „Schwerverständlichkeit" klagen, womit Genossin Zetkin die „Gleichheit" redigiert habe und dafür den Scheidemännern ihren populären Kohl empfehlen, ganz wie einst Schulze-Delitzsch, der wahrhaftig wieder aus dem Grabe gestiegen zu sein scheint, sein breiartiges Gerede als Lassalle-Ersatz anpries. Nicht der geringste Vorzug der „Gleichheit" war, dass sie ihre Leserinnen nicht nur zum praktischen Handeln und theoretischen Erkennen, sondern nicht minder zum künstlerischen Schauen anregte: ihre Beiträge waren mit dem erlesensten Geschmack redigiert.

In diesen Jahren und Jahrzehnten lebte Clara Zetkin glücklich, so reich sie immer an Arbeit und Mühen und Sorgen waren, von denen ihre Gesundheit manchen harten Stoß erlitt. Welch schöneren Erfolg gab es für einen sozialistischen Kämpfer, als an dem großen Werke der Menschheitsbefreiung mit einem Erfolge zu arbeiten, den jeder neue Tag bestätigt. Und wenn sie keine Schätze sammeln konnte, wonach ihr Sinn nie gestrebt hat, so brauchte sie sich doch auch nicht mit der gemeinen Not des Lebens zu plagen. Ihre heranwachsenden Söhne machten ihr nur Freude; in zweiter Ehe hatte sie sich mit Friedrich Zundel verbunden, einem hochbegabten Künstler; ein Häuschen und Gärtchen auf einer Höhe bei Stuttgart bot das häusliche Behagen, das der geistigen Arbeit so günstig ist.

Dann brach die Katastrophe des 4. August herein. Ein furchtbarer Schlag, aber wie unsagbares Weh er unserer Freundin bereiten mochte, sie wankte unter den Trümmern nicht. Sie war unter den ersten, die ihre Stimme gegen den großen Abfall erhoben, und mit der Zähigkeit einer alterprobten Zeitungsschreiberin führte sie ihre Arbeit fort. Und sie hatte mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen! Jedoch trotz alledem -trotz einer schweren Erkrankung, die nun zwei Jahre dauert, trotz der Sorge um ihre Söhne, die beide als Ärzte im Felde stehen, trotz der Sorge um ihren Gatten, der seine Kraft im Dienste des Roten Kreuzes zermürbt hat, hielt Clara Zetkin tapfer den Posten, auf dem ihr Gewissen und ihre Pflicht auszuharren gebot. Und der Treuen blieben die Frauen treu, was denn wohl den letzten Anstoß zu der „lächerlichen Freveltat" gegeben hat, die die Scheidemänner an Clara Zetkin verübten, indem sie ihr das Gesindebuch mit dem Vermerk zusteckten: Entlassen wegen Ungehorsams und Schwerverständlichkeit. Nie hat beschränkter Sinn ein engeres Bündnis mit bösem Willen geschlossen!

Aber alle, denen der Sozialismus mehr ist als ein tönendes Erz und eine klingende Schelle oder als ein Mittel zur Karriereschnauferei, müssen nach ihren Kräften darauf bedacht sein, ein neues Schwert zu schmieden, das Clara Zetkin zur Ehre und zum Ruhme unsrer großen Sache führen kann. Und wir sind sicher, dass vor allem die Frauen dieser Sache gedenk sein werden. Der sechzigste Geburtstag Clara Zetkins soll ihr der Beginn einer zweiten Jugend werden; dieser Wunsch muss die Tat gebären, die unsrer großen Führerin neues Leben und frische Kraft spenden wird, den Kampf glorreich fortzuführen, den sie nun schon manches Jahrzehnt glorreich geführt hat.

 

CHINESE

DUTCH

FARSI

FRENCH

GERMAN

CLARA ZETKIN

DEUTSCH