8. 7. 1867 - 8. 7. 2017

 

Käthe Kollwitz

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veröffentlicht von der Komintern (SH)

zum 150. Geburtstag am

08. Juli 1867

Im November 1927 reiste Käthe Kollwitz in Begleitung ihres Mannes zu den Feierlichkeiten des 10. Jahrestages der "Oktober-Revolution" in Moskau. 

 

Käthe Kollwitz zum 150. Geburtstag

Käthe Kollwitz ist wohl eine der bedeutensten deutschen Künstlerinnen. Sich mit ihr und ihrer Kunst zu befassen, macht uns reicher und hilft uns zugleich unsere Gegenwart besser zu verstehen. Kaum zu glauben, dass sich am 8. Juli 2017 ihr Geburtstag zum 150. Mal jährt.

 

 

Käthe Kollwitz' Kunst ist so groß, weil ihre Menschen die einzigen sind, die die Künstlerin in der Arche ihrer Kunst durch die Sintflut der Gegenwart trägt. Die Proletarier, die an der Bahre ihres erschlagenen Führers Karl Liebknecht die Totenwacht halten, werden unter seiner Fahne in ihr Land und das Land ihrer Kinder ziehen. Die Mutter der "Überlebenden" ist d i e Mutter der Menschheit. Die Kinder, die sie in ihren Armen in einer so keuschen und erschütternden Geste birgt, werden es besser haben als wir, die wir für ihr Glück kämpfen. Und das Bild: "Brot!" Abgewandt steht die Mutter und ihre Hand hält das bittende Kind von sich ab. - Oder will sie mit ihrer nackten Hand das hungrige München speisen ? Und das andere Bild: Hände halten eine zusammenbrechende Gestalt aufrecht - die leeren Hände, von ihnen geht eine ungeheure Kraft aus, die man spürt, die Kraft, die man in allen ihren Bildern erlebt, vielleicht am stärksten in der Gestalt der trauernden Arbeiterfrau. Ein Monument unserer Zeit.

( AIZ Nr. 27, 1927: Ausstellung der Künstlerhilfe der I.A.H.)

 

Käthe Kollwitz

AIZ Nr. 43, 1927

"Es ist dies nicht die Stelle, um auseinanderzusetzen, warum ich nicht Kommunistin bin. Es ist aber die Stelle, um auszusprechen, dass das Geschehnis der letzten 10 Jahre in Russland mir an Größe und weittragender Bedeutung nur vergleichbar zu sein scheint mit dem Geschehnis der großen französischen Revolution. Eine alte Welt, unterhöhlt durch vierjährigen Krieg und revolutionäre Minierarbeit wurde im November 1917 zerschmettert. Eine neue Welt wurde in größten Zügen zusammengehämmert. Gorki spricht in einem Aufsatz aus der ersten Zeit der Sowjet-Republik von dem Fliegen "Sohlen nach oben". Dieses Fliegen im Sturmwind glaube ich in Russland zu spüren. Um dieses Fliegen, um die Glut ihres Glaubens habe ich die Kommunisten oft beneidet."

 

 

 

 

Käthe Kollwitz gehört der Arbeiterklasse und nicht der Bourgeoisie !

Diese Richtigstellung müssen wir Kommunisten um so deutlicher machen, als die Bourgeoisie Käthe Kollwitz und ihre Arbeiten immer mehr für sich beansprucht, so auch am 150. Geburtstag.

Ihr ganzes Leben hat sich Käthe Kollwitz direkt den aktuellen Problemen des Proletariats zugewandt.In all ihren Werken kommt ihr soziales und politisches Engagement gegen die elende Lage der Arbeiterklasse zum Ausdruck.

Vom Anfang bis Ende ihrer Schaffenperiode wurde Käthe Kollwitz von der herrschenden Klasse geschmäht und verboten - vom Kaiser bis zu den Nazis.

Wegen "Aufreizung zum Klassenhass" werden ihre Plakate verboten. (zum Beispiel über die krasse Wohnungsnot in Berlin).

In einem vom "Vorwärts" am 30. Oktober 1918 gedruckten offenen Brief tritt Käthe Kollwitz Richard Dehmels "Aufruf zum letzten Kriegsaufgebot" entgegen. Sie schließt ihren Brief mit dem Goethe-Zitat aus "Wilhelm Meisters Lehrjahre": "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden."

Käthe Kollwitz gehörte - wie Albert Einstein, George Grosz, Maxim Gorki, George Bernard Shaw, Henri Barbusse, Willi Münzenberg, Clara Zetkin, Upton Sinclair und Ernst Toller - der Internationalen Arbeiterhilfe an (IAH). Für die IAH schuf sie einige Plakate ("Helft Russland! [Dürrekatastrophe im Wolgagebiet]. "; "Wien stirbt- rettet die Kinder!" )

Mit dem Plakat "Deutschlands Kinder hungern!" für die IAH (Internationale Arbeiterhilfe) wendet sich Käthe Kollwitz gegen die Not infolge der Inflation. Sie beteiligt sich mit einer Lithographie an der Mappe "Hunger" für die IAH.

Den ermordeten Karl Liebknecht zeichnet Käthe Kollwitz auf Wunsch seiner Familie im Leichenschauhaus. 

Als der erste Kongress der Kommunistischen Jugendinternationale in Berlin stattfand, sorgte Käthe Kollwitz für die illegale Unterbringung von Delegierten in ihrem Berliner Atelier.

Mit einem Plakat und mit "Flugblättern gegen den Wucher" engagiert sich Käthe Kollwitz gegen die Nachkriegsnot der Arbeiterklasse.

1925 entstaht die Holzschnittfolge "Proletariat".

Im November 1927 reiste Käthe Kollwitz in Begleitung ihres Mannes zu den Feierlichkeiten des 10. Jahrestages der "Oktober-Revolution" in Moskau. 

1936
Ein Artikel in der Moskauer Zeitung "Isvestija", dem ein Interview mit Käthe Kollwitz zugrunde liegt, führt zu einem Verhör durch die Gestapo. Ihr wird für den Wiederholungsfall die Haft im Konzentrationslager angedroht.

 

 

 

 Abb5 KollwitzKind

 

1867 Käthe Kollwitz wird am 8. Juli in Königsberg geboren1885 – 1890Studien bei Stauffer-Bern (Berlin) und bei Herterich (München)

1890 Erste Radierungen

1891 Heirat mit dem Arzt Karl Kollwitz, der sich in Berlins Stadtteil Prenzlauer Berg (am heutigen Kollwitzplatz) niederlässt

1892 Geburt des Sohnes Hans

 

8-105

 

1893 Besuch der Aufführung des Dramas Die Weber von Gerhart Hauptmann, die sie zu ihrer grafischen Folge Ein Weberaufstand anregt (1893-98)

1896 Geburt des Sohnes Peter

1898 Ein Weberaufstand wird in der  Großen Berliner Kunstausstellung gezeigt

1898 – 1903 Lehrerin für etwa 3 Jahre an der Künstlerinnenschule in Berlin

1902 – 1908 Radierfolge Bauernkrieg

 

5-59b

 

1904 Aufenthalt in Paris; erlernt die Grundlagen plastischen Gestaltens  an der Académie Julian

1907 Ein Jahr in Florenz (Villa-Romana-Preis)

1910 Erste plastische Arbeiten

1914 Sohn Peter fällt in Flandern (22./23. Oktober)

1917 Jubiläumsausstellung bei Paul Cassirer zum 50. Geburtstag in Berlin

 

Abb18 KK

 

 

1919 Mitglied der Akademie der Künste; erhält Professorentitel (ohne Lehrauftrag)

1920 – 1925 Entstehung vieler Plakate

1920 Erste Holzschnitte

1922 – 1923 Holzschnittfolge Krieg

1927 Reise nach Moskau

1928 Leitung des Meisterateliers für Grafik an der Akademie der Künste

 

 

Abb6 Kollwitz1910

 

1932 Einweihung des Kriegsmahnmals Die Eltern auf dem Militärfriedhof in Vladsloo, Flandern

1933 Wird gezwungen aus der Akademie auszutreten; verliert ihr Amt als Leiterin der Meisterklasse für Grafik

1934 – 1935 Lithografische Folge Tod entsteht

1936 Inoffizielles Ausstellungsverbot, Entfernung ihrer Werke aus öffentlichen Sammlungen. Vorwiegende Beschäftigung mit Kleinplastiken

1940 Tod von Karl Kollwitz

 

 

21-349

 

1943 – 1944 Verlässt Berlin wegen zunehmender Luftangriffe. Zunächst Unterkunft in Nordhausen, danach in Moritzburg bei Dresden

1945 Das Berliner Wohnhaus der Künstlerin wird bei einer Bombardierung vollständig zerstört

1945 Am 22. April stirbt Käthe Kollwitz 77 jährig in Moritzburg

 

 

 

 

 

Kollwitz - VIDEO

 

 

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mit ihren Enkelkindern ...

 

"Der Künstler ist meist ein Kind seiner Zeit, besonders, wenn seine eigene Entwicklungsperiode in die Zeit des frühen Sozialismus fällt. Meine Entwicklungszeit fiel in die Zeit des frühen Sozialismus. Dieser ergriff mich gänzlich. Von einer bewußten Arbeit im Dienste des Proletariats war damals für mich keine Rede. Was kümmerten mich aber Schönheitsgesetze, wie zum Beispiel die der Griechen, die nicht meine eigenen waren, von mir empfunden und nachgefühlt? Das Proletariat war für mich eben Schön." (Käthe Kollwitz)

 

Ich sehne mich nach dem Sozialismus, der es den Menschen erlaubt zu leben - die Welt hat schon genug Morde, Lügen und Korruption gesehen.

(Käthe Kollwitz - 1920)

 

 

 

 

 

Gedenkblatt für Karl Liebknecht

1919-1920

 

Woodcut heightened with white and black ink
14 5/8 × 20 7/16 in
37.1 × 51.9 cm

 

 

 

 

 

Brot!

1924

Lithograph
13 3/4 × 11 in
34.9 × 27.9 cm

 

 

 

 

Marsch der Weber

1893-1898

“The Weavers' Revolt (1893-98),” a landmark of class-conscious art, which depicts, in a series of prints, the plight of the worker and his age-long struggle to better his lot.

 

 

Das Ende des Weberaufstands

1897

Aquatint and etching with sandpaper
9 3/4 × 12 in
24.8 × 30.5 cm

 

 

 

Arbeiter auf dem Heimweg

(1897)

 

 

Der Bauernkrieg

Losbruch

1902/03

 

 

 

 

 

1922

 

 

Gegen den Alkoholismus

1922

 

 

 

 

Die Gefangenen

1908

 

 

 

 

 

Vereint stehen wir zusammen-

- gespalten fallen wir!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeiterfrau mit Ohrring

 

 

 

 

 

Bauernaufstand

 

 

 

Beim Dengeln

 

 

 

 

Obdachlos unter der Brücke

 

 

 

Die Mütter

 

 

 

Plakat von Käthe Kollwitz

 

 

 

HUNGER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pflüger mit Frau

 

 

Kriegsfreiwillige

 

 

 

Arbeiterin mit Sense

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbstbildnis

1924

 

 

 

 

 

 

 

 

Grabstein Kaethe Kollwitz.

 

Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind (1922)

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Käthe Kollwitz

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