deutsch

 

 

vor 75 Jahren

DEUTSCH-SOWJETISCHER NICHT-ANGRIFFS-VERTRAG

23. August 1939

 

 

 

 

 

Stellungnahme

der Komintern (SH)

vom 23. August 2014

 

Heute vor 75 Jahren wurde der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag abgeschlossen. Der Hauptinhalt des Vertrages bestand in Folgendem:

 

1. Die beiden Vertrag schließenden Teile verpflichten sich, sich jeden Gewaltakts, jeder aggressiven Handlung und jeden Angriffs gegeneinander, und zwar sowohl einzeln als auch gemeinsam mit anderen Mächten, zu enthalten.

 

2. Falls einer der Vertrag schließenden Teile Gegenstand kriegerischer Handlungen seitens einer dritten Macht werden sollte, wird der andere Vertrag schließende Teil in keiner Form diese dritte Macht unterstützen.

 

3. Die Regierungen der beiden Vertrag schließenden Teile werden künftig fortlaufend mit Konsultationen in Fühlung miteinander bleiben, um sich gegenseitig über Fragen zu informieren, die ihre gemeinsamen Interessen berühren.

 

4. Keiner der beiden Vertrag schließenden Teile wird sich an irgendeiner Mächtegruppierung beteiligen, die sich mittelbar oder unmittelbar gegen den anderen Teil richtet.

 

5.Falls Streitigkeit oder Konflikte zwischen den Vertrag schließenden Teilen über Fragen dieser oder jener Art entstehen sollten, würden beide Teile diese Streitigkeiten oder Konflikte ausschließlich auf dem Wege freundschaftlichen Meinungsaustausches oder nötigenfalls durch Schlichtungskommissionen bereinigen."

 

 

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag wurde auf zehn Jahre abgeschlossen und am 11. Februar 1940 durch einen Handelsvertrag zwischen der Sowjetunion und Deutschland ergänzt.

Der Abschluss des sowjetisch-deutschen Vertrages vom 23. August warf die Pläne jener reaktionären Diplomaten Englands und Frankreichs über den Haufen, die darauf spekuliert hatten, die Sowjetunion zu isolieren und ihr die Gegenseitigkeit der Hilfsverpflichtungen zu versagen, um dann die deutsche Aggression gegen sie zu lenken. Das war ein großer diplomatischer Erfolg der Regierung der UdSSR.

Andererseits demonstrierte Hitlerdeutschland, als es den Nicht-Angriffsvertrag mit der Sowjetunion unterzeichnete, vor aller Welt, wie hoch es die Macht der UdSSR einschätzte und wie sehr es die mögliche Teilnahme des Sowjetstaates am Kampfe gegen Deutschland auf Seiten des englisch-französischen Blocks fürchtete. Selbstverständlich zeugte der Vertrag mit Deutschland keineswegs von übermäßigem Vertrauen zum faschistischen Deutschland. Nicht im Geringsten schwächte er die Wachsamkeit der Sowjetregierung und ihre unaufhörliche Sorge um die Stärke der Wehrkraft der UdSSR ab.

 

 

 

Genosse Molotow sagte:

 

"Dieser Vertrag ist durch die feste Zuversicht in unsere realen Kräfte, in ihre volle Einsatzbereitschaft für den Fall einer beliebigen Aggression gegen die UdSSR untermauert." (Molotow, "Über die Ratifizierung des sowjetisch-deutschen Nichtangriffsvertrages", Moskau 1939, Seite 15, russisch).

 

Genosse Stalin lehrte, dass es in jedem Augenblick notwendig ist, die ganze UdSSR in Alarmbereitschaft und alle Kräfte im Zustand der Mobilmachung zu halten. Angesichts der Gefahr eines militärischen Angriffs darf die UdSSR nicht auf irgendwelche hinterhältige Tricks des Feindes hereinfallen und sich niemals vom Krieg überrumpeln lassen.

 

Der Abschluss des Nicht-Angriffsvertrages zwischen der UdSSR und Deutschland rief eine neue stürmische Kampgane gegen die Sowjetunion hervor. Die reaktionäre Presse in England und Frankreich zeterte über den unnatürlichen Bund zwischen Kommunismus und Faschismus. Die Reuter Agentur teilte durch Rundfunk mit, die Sowjetunion habe als Ursache für den Abbruch der Verhandlungen mit England und Frankreich offiziell den Vertragsabschluss mit Deutschland bezeichnet.

In einem am 27. August 1939 veröffentlichten Interview in der "Iswestija" dementierte Genosse Woroschilow entschieden alle diese Falschmeldungen. Er erklärte:

"Nicht deshalb wurden die militärischen Verhandlungen mit England und Frankreich abgebrochen, weil die UdSSR einen Nichtangriffs-Vertrag mit Deutschland schloss, sondern umgekehrt, die UdSSR schloss einen Nichtangriffs-Vertrag mit Deutschland unter Anderem auch in Folge des Umstandes, dass die militärischen Verhandlungen mit Frankreich und England wegen unüberwindlicher Meinungsverschiedenheiten in eine Sackgasse geraten waren."

 

 

 

Geschichtsfälscher

 

veröffentlicht vom Informationsbüro der Sowjetunion

Lenins und Stalins

Moskau 1948

 

(Auszüge)


"Die Behauptung, die Sowjetregierung habe eine Beteiligung an den Vorbereitungen zur Veröffentlichung der deutschen Archivmaterialien abgelehnt, ist eine Unwahrheit.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der erwähnten Sammlung setzte in den USA und den von ihnen abhängigen Ländern wie auf ein Zauberwort eine neue Hetze und zügellose Verleumdungskampagne ein anlässlich des 1939 von der

Sowjetunion und Deutschland abgeschlossenen Nichtangriffspaktes, der sich angeblich gegen die Westmächte gerichtet hätte.

Diese perfide Haltung entspricht Anschauungen über den Charakter der interallierten Beziehungen, wie sie für die regierenden Kreise der englisch-amerikanischen Länder typisch sind. Diesen Anschauungen gemäß wird, anstatt ehrliche und aufrichtige Beziehungen zwischen den Verbündeten zu pflegen,

anstatt gegenseitiges Vertrauen zu hegen und einander Beistand zu leisten, eine Politik betrieben, in deren Rahmen alle Mittel einschließlich der Verleumdung angewandt werden, um seinen Bundesgenossen zu schwächen, ihn für enge

egoistische Interessen auszunutzen und die eigene Position auf seine Kosten zu stärken.

Die Sammlung enthält eine Fülle von Dokumenten, die von den diplomatischen Beamten Hitlers im Gewirr der deutschen diplomatischen Kanzleien fabriziert wurden.

Allein schon dieser Umstand hätte eine Warnung sein müssen vor einer einseitigen Verwendung und Veröffentlichung dieser Dokumente, die selbst höchst einseitig und tendenziös sind, die Ereignisse vom Standpunkt der Hitlerregierung darstellen und den Zweck haben, diese Ereignisse in einem für die Hitlerfaschisten günstigen Licht erscheinen zu lassen.

Trotz alledem war die englische Regierung damit nicht einverstanden. Die amerikanische, englische und französische Regierung schreckten, als sie sich auf die einseitige Veröffentlichung deutscher Dokumente einließen, nicht vor einer Geschichtsfälschung zurück, um die Sowjetunion, die die Hauptbürde des Kampfes gegen die Hitleraggression getragen hat, zu verleumden.

Angesichts dieses Umstandes hält sich die Sowjetregierung für berechtigt, ihrerseits Geheimdokumente über die Beziehungen zwischen Hitlerdeutschland und den Regierungen Englands, Frankreichs und der USA zu veröffentlichen, die in die Hände der Sowjetregierung gelangt sind und die die genannten Regierungen der Öffentlichkeit vorenthalten haben. Sie halten diese Dokumente versteckt und wollen sie nichtveröffentlichen. Wir aber sind der Meinung, daß sie nach allem, was vorgefallen ist, der Öffentlichkeit überliefert werden müssen, damit es möglich wird, der historischen Wahrheit wieder zu ihrem Recht zu verhelfen.

Die Sowjetregierung verfügt über wichtige Dokumente, die von den Sowjettruppen bei der Niederwerfung Hitlerdeutschlands erbeutet worden sind.

Ihre Veröffentlichung wird dazu beitragen, den wirklichen Verlauf der Vorbereitungen und der Entwicklung der Hitleraggression sowie des zweiten Weltkrieges ins rechte Licht zu rücken.

Derselben Aufgabe dient auch die vom Informationsbüro der Sowjetunion beim Ministerrat der UdSSR heute veröffentlichte historische Feststellung „Geschichtsfälscher“:

(Auszug)

Die Hitleraggression wurde möglich, erstens, weil die USA Deutschland halfen, in kurzer Zeit eine militärische und ökonomische Basis für die deutsche Aggression zu schaffen und auf solche Weise diese Aggression bewaffneten, und zweitens, weil die regierenden Kreise Englands und Frankreichs durch ihre Abkehr von kollektiver Sicherheit die Reihen der friedliebenden Länder desorganisierten, die Einheitsfront dieser Länder gegen die Aggression zersetzten, der deutschen Aggression den Weg bereiteten und Hitler halfen, den Zweiten Weltkrieg zu entfesseln.


Was wäre geschehen, wenn die USA nicht die Schwerindustrie Hitlerdeutschlands finanziert und wenn England und Frankreich sich nicht von der kollektiven Sicherheit abgewandt, sondern, im Gegenteil, gemeinsam mit der Sowjetunion eine kollektive Abwehr gegen die deutsche Aggression in die Wege geleitet hätten?


Hitler hätte dann für seine Aggression keine ausreichenden Waffen gehabt. Die Raubpolitik Hitlers wäre von einem Regime der kollektiven Sicherheit in die Zange genommen worden. Die Chancen der Hitlerfaschisten auf eine erfolgreiche Entfesselung des Zweiten Weltkrieges wären auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Hätten aber die Hitlerfaschisten, trotz dieser für sie ungünstigen Bedingungen, sich doch zur Entfesselung des Zweiten Weltkrieges entschlossen, dann wären sie schon im ersten Kriegsjahr geschlagen worden. Dies ist aber leider nicht geschehen, und zwar infolge der verderblichen Politik, die die USA, England und Frankreich während der ganzen Vorkriegszeit betrieben. Eben sie sind daran schuld, wenn die Hitlerfaschisten den Zweiten Weltkrieg, der fast sechs Jahre dauerte und Millionen Opfer verschlang, nicht ohne Erfolg entfesseln konnten“ („Geschichtsfälscher“, eine historische Richtigstellung, veröffentlicht vom Informationsbüro der Sowjetunion, Seite 15).

 

Nicht Kampf gegen die deutsche Aggression, sondern eine Politik der Isolierung der UdSSR, das war die Linie der anglo-amerikanischen Imperialisten.

GESCHICHTSFÄLSCHER

[ Eine historische Richtigstellung ]

 

 

 

* * *

 

 

Stalin

RUNDFUNKREDE

AM 3. JULI 1941

 

13,6 Mb

 

Man könnte fragen:

Wie konnte es geschehen, dass sich die Sowjetregierung auf den Abschluss eines Nichtangriffspakts mit solchen wortbrüchigen Leuten und Ungeheuern wie Hitler und Ribbentrop eingelassen hat?

 

Ist hier von der Sowjetregierung nicht ein Fehler begangen worden? Natürlich nicht! Ein Nichtangriffspakt ist ein Friedenspakt zwischen zwei Staaten. Eben einen solchen Pakt hat Deutschland uns im Jahre 1939 angeboten. Konnte die Sowjetregierung ein solches Angebot ablehnen? Ich denke, kein einziger friedliebender Staat kann ein Friedensabkommen mit einem benachbarten Reich ablehnen, selbst wenn an der Spitze dieses Reiches solche Ungeheuer und Kannibalen stehen wie Hitler und Ribbentrop. Dies aber natürlich unter der einen unerlässlichen Bedingung: dass das Friedensabkommen weder direkt noch indirekt die territoriale Integrität, die Unabhängigkeit und die Ehre des friedliebenden Staates berührt. Bekanntlich war der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion gerade ein solcher Pakt.

 

Was haben wir durch den Abschluss des Nichtangriffspakts mit Deutschland gewonnen?

 

Wir haben unserem Lande für anderthalb Jahre den Frieden gesichert sowie die Möglichkeit, unsere Kräfte zur Abwehr vorzubereiten, falls das faschistische Deutschland es riskieren sollte, unser Land trotz des Pakts zu überfallen. Das ist ein unbestreitbarer Gewinn für uns und ein Verlust für das faschistische Deutschland.

Was hat das faschistische Deutschland durch die wortbrüchige Zerreißung des Pakts und den Überfall auf die Sowjetunion gewonnen, und was hat es verloren? Es hat dadurch für kurze Zeit eine gewisse vorteilhafte Lage für seine Truppen erzielt, hat aber in politischer Hinsicht verloren, da es sich in den Augen der ganzen Welt als blutiger Aggressor entlarvt hat. Es ist nicht zu bezweifeln, dass dieser kurzfristige militärische Gewinn für Deutschland nur eine Episode ist, während der gewaltige politische Gewinn für die Sowjetunion ein ernster Faktor von langer Dauer ist, auf den gegründet sich entscheidende militärische Erfolge der Roten Armee im Krieg gegen das faschistische Deutschland entfalten müssen.

Das eben ist der Grund, weshalb unsere ganze heldenmütige Armee, unsere ganze heldenhafte Kriegsmarine, alle unsere Fliegerfalken, alle Völker unseres Landes, alle besten Menschen Europas, Amerikas und Asiens und schließlich alle besten Menschen Deutschlands die wortbrüchigen Handlungen der deutschen Faschisten brandmarken und der Sowjetregierung ihre Sympathien entgegenbringen, die Handlungsweise der Sowjetregierung billigen, und weshalb sie erkennen, dass unsere Sache gerecht ist, dass der Feind zerschmettert werden wird, dass wir siegen müssen."

 

 

"Im August 1939 sind Handels-und Wirtschaftsabkommen abgeschlossen und ein Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion unterzeichnet worden. Der Partei und Regierung ist klar, dass solche Schritte nicht die Unvermeidlichkeit der Hitlerinvasion beseitigen kann. Aber der Nichtangriffspakt gab uns die Möglichkeit, die Grenzen unserer Heimat weit in den Westen zu verschieben, und die Handels-und Wirtschaftsabkommen erlaubten uns, neue Militärausrüstungen zu produzieren."

 

* * *

 

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag basierte auf den Beschlüssen des XVIII. Parteitags der KPdSU (B) - vom 10. März 1939.

 

In seinem Rechenschaftsbericht definierte Genosse Stalin die Friedenspolitik der UdSSR wie folgt:

 

"Der Krieg hat eine neue Lage in den Beziehungen zwischen den Ländern geschaffen. Er hat in diese Beziehungen eine Atmosphäre der Unruhe und Unsicherheit hineingetragen. Der Krieg hat die Grundlagen des Friedensregimes der Nachkriegszeit untergraben, die elementarsten Begriffe des Völkerrechts über den Haufen geworfen und dadurch den Wert internationaler Verträge und Verpflichtungen in Frage gestellt. Pazifismus und Abrüstungsprojekte sind begraben worden. An ihre Stelle ist das Rüstungsfieber getreten. Alle Staaten, die kleinen wie die großen, rüsten auf, darunter vor allem diejenigen Staaten, die Nichteinmischungspolitik betreiben. Niemand glaubt mehr den salbungsvollen Reden, dass die Münchener Zugeständnisse an die Aggressoren und das Münchener Abkommen eine neue Ära, eine Ära der „Befriedung“, eingeleitet hätten. Auch die Teilnehmer des Münchener Abkommens selbst, England und Frankreich, schenken ihnen keinen Glauben; sie steigern ihre Rüstungen nicht weniger als die anderen.

Ende 1934 trat unser Land dem Völkerbund bei, ausgehend davon, dass er sich, ungeachtet seiner Schwäche, als eine Stätte zur Entlarvung der Aggressoren eignen und als ein gewisses, wenn auch schwaches, Friedensinstrument dienen könne, das imstande wäre, die Entfesselung des Krieges zu hemmen. Die Sowjetunion ist der Ansicht, dass man in so unruhigen Zeiten auch eine so schwache internationale Organisation wie den Völkerbund nicht ignorieren soll. Im Mai 1935 wurde zwischen Frankreich und der Sowjetunion ein Beistandsvertrag für den Fall eines eventuellen Angriffs von Seiten der Aggressoren abgeschlossen. Gleichzeitig wurde ein analoger Vertrag mit der Tschechoslowakei unterzeichnet. Im März 1936 schloss die Sowjetunion einen Beistandsvertrag mit der Mongolischen Volksrepublik ab. Im August 1937 wurde ein auf Gegenseitigkeit beruhender Nichtangriffspakt zwischen der Sowjetunion und der Chinesischen Republik abgeschlossen.

Unter diesen schwierigen internationalen Verhältnissen führte die Sowjetunion ihre Außenpolitik durch, die Sache der Erhaltung des Friedens verfechtend.

 

Die Außenpolitik der Sowjetunion ist klar und verständlich:

 

1. Wir sind für den Frieden und für die Festigung sachlicher Beziehungen mit allen Ländern; auf diesem Standpunkt stehen wir und werden wir stehen, soweit diese Länder ebensolche Beziehungen zur Sowjetunion unterhalten werden, soweit sie nicht versuchen, die Interessen unseres Landes zu verletzen.

2. Wir sind für friedliche, freundschaftliche und gutnachbarliche Beziehungen mit allen Nachbarländern, die mit der Sowjetunion eine gemeinsame Grenze haben; auf diesem Standpunkt stehen wir und werden wir stehen, soweit diese Länder ebensolche Beziehungen zur Sowjetunion unterhalten werden, soweit sie nicht versuchen, sei es direkt oder indirekt, die Interessen der Unversehrtheit und Unantastbarkeit der Grenzen des Sowjetstaates zu verletzen.

3. Wir sind für die Unterstützung der Völker, die Opfer der Aggression geworden sind und für die Unabhängigkeit ihrer Heimat kämpfen.

4. Wir fürchten keine Drohungen der Aggressoren und sind bereit, auf einen Schlag der Kriegsbrandstifter, die versuchen sollten, die Unantastbarkeit der Sowjetgrenzen zu verletzen, mit einem doppelten Schlag zu antworten.

Das ist die Außenpolitik der Sowjetunion. (Stürmischer, anhaltender Beifall).

In ihrer Außenpolitik stützt sich die Sowjetunion:

1. auf ihre wachsende wirtschaftliche, politische und kulturelle Macht;

2. auf die moralische und politische Einheit unserer Sowjetgesellschaft;

3. auf die Freundschaft der Völker unseres Landes;

4. auf ihre Rote Armee und Rote Kriegsmarine;

5. auf ihre Friedenspolitik;

6. auf die moralische Unterstützung der Werktätigen aller Länder, deren ureigenstes Interesse die Erhaltung des Friedens ist;

7. auf die Einsicht der Länder, die aus diesen oder jenen Gründen an einer Verletzung des Friedens nicht interessiert sind.

Die Aufgaben der Partei auf dem Gebiet der Außenpolitik bestehen in folgendem:

1. auch in Zukunft eine Politik des Friedens und der Festigung sachlicher Beziehungen mit allen Ländern zu betreiben;

2. Vorsicht zu beobachten und den Kriegsprovokateuren, die es gewohnt sind, sich von anderen die Kastanien aus dem Feuer holen zu lassen, nicht die Möglichkeit zu geben, unser Land in Konflikte hineinzuziehen;

3. die Kampfkraft unserer Roten Armee und unserer Roten Kriegsmarine mit allen Mitteln zu stärken;

4. die internationalen Freundschaftsbeziehungen mit den Werktätigen aller Länder, die am Frieden und an der Freundschaft zwischen den Völkern interessiert sind, zu festigen."

 

* * *

 

 

 

Mit dem Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags ist die Sowjetunion den Grundsätzen Lenins und Stalins treu geblieben.

Sie ist nicht einen Schritt von der Leninschen Konzeption des Nebeneinander-Bestehens zweier Welten - der sozialistischen und der kapitalistischen - abgewichen.

Sie hat die Politik des Friedens und der sachlichen Zusammenarbeit mit allen Völkern, unabhängig von ihren verschiedenen Staatsformen, unentwegt durchgeführt.

Sie war beseelt von dem Streben, durch Schaffung einer Einheitsfront der friedliebenden Völker gegen die Anstifter des neuen Weltgemetzels die Menschheit von den Kriegsschrecken zu erlösen.

Das Interesse der gesamten fortschrittlichen Menschheit im Auge, hat sie vom ersten Tag ihres Wirkens an ihre grundsätzlichen Stellungen unbeirrt, fest und kühn behauptet.

Lenin war es, der die Grundlagen der sowjetischen Außenpolitik schuf.

Stalin war es, der durch seine geniale Leitung der Außenpolitik des Sowjetlandes diese Grundlagen erweitert und vertieft hat.

Die Völker der UdSSR verdanken es Stalin, dass sie über 20 Jahre lang ihren sozialistischen Staat friedlich aufbauen, seine wirtschaftliche und militärische Macht festigen und der Sowjetunion immer größere Autorität in der Welt sichern konnte.

Es ist der stalinistischen Führung zu verdanken, dass das Sowjetland im Moment des wortbrüchigen Überfalls Hitlerdeutschlands nicht nur imstande war, den mit der modernsten Kriegstechnik der Welt ausgerüsteten deutschen faschistischen Heerhaufen Widerstand zu leisten, sondern ihnen auch vernichtende Schläge zu versetzen, sie vom Boden der Sowjetunion zu verjagen, das faschistische Raubtier auf seinem eigenen Territorium zu erlegen und über Berlin die stalinistische Fahne des Sieges zu hissen.

Der stalinistischen Führung ist es nicht zuletzt zu verdanken, dass die Sowjetunion im Augenblick des erbittertsten Kampfes gegen den Feind nicht allein geblieben ist.

Die Politik Stalins war die Anwendung und schöpferische Weiterentwicklung der internationalistischen Politik Lenins zum Aufbau und zur Festigung der UdSSR als Basis und Hebel für den Übergang in die zweite Phase des Sozialismus, den Sozialismus im Weltmaßstab, und für den Übergang zum Kommunismus in „einem“ Land.

Stalin verstand es, die westlichen Alliierten dazu zu bewegen, sich an die Seite der Sowjetunion und der durch die vom Hitlerfaschismus unterdrückten Völker zu stellen. Wie konnten imperialistische Länder an der Seite der Kommunisten kämpfen ? Dieses außenpolitische Kunststück konnte nur ein Genosse wie Stalin es war, vollbringen ! Hingegen brachten die sowjetrevisionistischen Putschisten von 1953 und Mörder Stalins es fertig, sich an die Seite der ehemaligen westlichen alliierten Imperialisten zu stellen, um gegen den Sozialismus, gegen den Stalinismus zu kämpfen. So sehr unterschieden sich die Außenpolitik der Stalins von der der Revisionisten !

Nicht zuletzt wurde das Ausbrechen aus der Kette des Weltimperialismus durch die Kriegskunst und Militärpolitik Stalins erleichtert worden. Die Sowjetunion erwies sich unter der Führung Stalins als siegreiche militärische Basis und als gewaltiger militärischer Hebel der Weltrevolution.

Die Außenpolitik Lenins und Stalins war die gegen die kapitalistischen Nationen und Staaten gerichtete Politik der Diktatur des Proletariats. Da die Außenpolitik der Diktatur des Proletariats sich nicht nur gegen die Politik der einzelnen kapitalistischen Staaten richtete, sondern gegen den ganzen Weltkapitalismus, war sie im Grunde genommen Hebel und Basis die Verwirklichung der internationalistischen Klasseninteressen des gesamten Weltproletariats. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass die UdSSR Lenins und Stalins mit den außenpolitischen Interessen der Sowjetvölker auch die Interessen des Weltproletariats vertrat. Die UdSSR war nicht irgendein nationalistischer Staat, sondern der erste internationalistische Staat, also ein Staat des Weltproletariats, das Vaterland des Weltproletariats.

Die Außenpolitik Lenins und Stalins war vom Kräfteverhältnis der internationalen Beziehungen bestimmt, die sich aus den nebeneinander bestehenden beiden Weltlagern ergaben.

Die Grundlage der stalinistischen Außenpolitik war der proletarische Internationalismus.

Stalin setzte die alte Losung: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ in die Tat um: "Proletarier aller Länder - vereinigt euch im Kampf gegen den Hitlerfaschismus!". Er streckte allen revolutionären Kräften außerhalb der UdSSR die Hand entgegen. Selbstlos unterstützte er den Kampf der Arbeiter aller Länder für den Sozialismus und den Kampf aller um ihre Befreiung vom Joch der imperialistischen Ausbeutung kämpfenden Völker und Nationen.

Stalin verwandelte den Verteidigungskrieg der Sowjetunion in einen Angriffskrieg zur Vernichtung des deutschen Imperialismus, und damit des Herausbrechens des aggressivsten Gliedes in der Kette des Weltimperialismus.

Der Stalinismus lehrt, dass der Kommunismus den Weltimperialismus nicht auf friedlichem Wege vernichten kann, sondern nur durch militärische Gewalt. Der Kommunismus wird erst erobert und dann verteidigt. Die Verteidigung des Kommunismus dient keinem anderen Zweck als der Eroberung der Weltherrschaft - letztlich unter Einsatz militärischer Mittel.

Mit dem Großen Vaterländischen Krieg verband Stalin die Perspektive des Sieges der Weltrevolution.

Durch den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg schuf Stalin das sozialistische Weltlager. Der Große Vaterländische Krieg war eine besondere internationale Form der bolschewistischen Revolution - mit dem Ziel und Ergebnis des Sieges des sozialistischen Weltlagers.

Der Große Vaterländische Krieg war eine spezifische Form im fortgeschrittenen Prozess der Weltrevolution. Unter den spezifisch historischen Bedingungen verwandelte Stalin den zweiten imperialistischen Weltkrieg in einen anti-imperialistischen Weltkrieg.

Der Große Vaterländische Krieg war eine besondere Form des Kampfes für die Transformation von der ersten Periode des Sozialismus zur zweiten Periode des Sozialismus.

Der Große Vaterländische Krieg war eine weltrevolutionärer Krieg, der den Weg zum Weltsozialismus öffnete.

Der Stalinismus hat in Theorie und Praxis eindrucksvoll bewiesen, dass der Weltimperialismus nicht in der Lage war, das sozialistische Proletariat und seine Verbündeten auf dem offenen Schlachtfeld zu besiegen. Die proletarischen Waffen triumphierten über die Waffen der Bourgeoisie. Allerdings waren es die modernen Revisionisten, die Agenten der Weltbourgeosie im sozialistischen Weltlager, die die Diktatur des Proletariats - bzw. ihren Aufbau - vernichteten und damit das Weltproletariat der Basis und des Hebels der sozialistischen Weltrevolution beraubten. Wegbereiter hierfür waren die Führer der Komintern nach der Wende des VII. Weltkongresses.

Die Feinde der Sowjetunion Lenins und Stalins kritisieren nicht nur den sowjetischen Nichtangriffspakt mit Nazi-Deutschland, sondern auch Stalins Anti-Hitler-Koalition mit dem anglo-amerikanischen Imperialismus im Zweiten Weltkrieg. Dagegen ist Folgendes zu sagen:


Erstens war dies nicht eine Koalition im Sinne der "Vereinigung von Gleichgesinnten", sondern ein Übereinkommen mit den Feinden des Kommunismus, welches auf den 5 korrekten marxistisch-leninistischen Prinzipien der friedlichen Koexistenz beruhte.

Zweitens ist es bekannt, dass die Anti-Hitler-Koalition nicht etwa vor, sondern während des Zweiten Weltkriegs ratifiziert wurde.

Drittens, diente dieses Abkommen der Vereinigung und Stärkung der Kräfte im Krieg gegen Hitler-Faschismus.

Viertens hat Stalin dabei die Vereinigung mit der Bourgeoisie weder befürwortet noch praktiziert, weder gegenüber der Arbeiterklasse, noch gegenüber den unterdrückten Völkern.

Fünftens unterstützte Stalin die Völker gegen die faschistischen Besatzer und gegen Verräter, die den nationalen und sozialen Befreiungskampf sabotierten.

Sechstens: Weder Stalin noch die KPdSU (B) hegten Illusionen über die Vereinigten Staaten und Großbritanniens, deren Ziel es war, ihre anglo-amerikanische Weltherrschaft zu errichten, nachdem sich die Sowjetunion und Deutschland gegenseitig vernichten würden.

 

 

Wer kann heute die stalinistische Friedenspolitik siegreich fortsetzen und sie gegen den Verrat des Revisionismus verteidigen?

 

Das kann nur das Weltproletariat unter Führung der Komintern (SH) !

 

Die einzig richtige Losung, um die Widersprüche zwischen den kapitalistischen Ländern auszunutzen, um den Weltkapitalismus niederzuringen, um die Unvermeidbarkeit von Kriegen zu beseitigen, das ist die Losung der Komintern (SH):

„Weltproletariat – vereinige alle Länder zum Sturz der Herrschaft des Weltimperialismus und damit zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege !“

Das ist heute die stalinistische Losung zur Erkämpfung des Weltfriedens unter den Bedingungen der Globalisierung. Das ist die modifizierte Globalisierung der stalinschen Friedenspolitik unter den heutigen Bedingungen.

 

 

Es lebe die Sowjetunion Lenins und Stalins !

Es lebe der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg !

Es lebe Enver Hoxha !

Es lebe der Sieg des albanischen Volkes über den Hitlerfaschismus !

Es lebe das stalinistische Weltlager !

Es lebe die sozialistische Volksrepublik Albaniens !

 

* * *

 

Krieg dem imperialistischen Krieg !

Für die revolutionäre Zerschlagung von Weltimperialismus und Weltfaschismus !

Es lebe die sozialistische Weltrevolution - der einzige Garant für die Verhinderung eines Dritten Weltkrieges und des Weltfaschismus !

Es lebe der Weltsozialismus - der einzige Garant für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit von imperialistischen Kriegen und Weltfaschismus!

Es lebe der Weltkommunismus - der einzige Garant für eine klassenlose Gesellschaft in einer friedlichen Welt!

 

Es lebe die Kommunistische Internationale

(Stalinisten-Hoxhaisten) !

 


 

23. August 1939

Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt

Roter Morgen Nr. 34, vom 24. August 1979

 

Sowjetunion Lenins und Stalins (UdSSR)