100 Jahre

23. Februar 1918

Gründung der

ROTEN ARMEE LENINS UND STALINS

 

 

 

Grußadressen der Solidarität

 

Grußadresse der Komintern (SH)

zum 100. Jahrestag der Gründung der

ROTEN ARMEE LENINS UND STALINS

23. Februar 1918 - 23. Februar 2018

 

Heute feiern wir den 100. Jahrestag der Gründung der Roten Armee.

Wozu wurde die Rote Armee gegründet ?

Nach 100 Jahren hat sich an der Antwort nichts geändert:

Die Rote Armee wurde gegründet zur Befreiung der Menschheit vom Kapitalismus. Die Rote Armee diente der sozialistischen Weltrevolution.

Die Rote Armee war eine revolutionäre Armee, eine der mächtigsten Waffen der Errichtung und Verteidigung der Diktatur des Proletariats. Die Rote Armee wurde geführt von der bolschewistischen Partei Lenins und Stalins, die sich von den Lehren des Marxismus-Leninismus leiten ließ und sich in den Dienst des proletarischen Internationalismus, in den Dienst der Befreiung des Weltproletariats, in den Dienst der sozialistischen Weltrevolution stellte.

Genosse Enver Hoxha lehrt:

"Eine Armee ist unbesiegbar, wenn sie eine Armee der befreiten Arbeiter und Bauern ist, wenn es eine Armee der Diktatur des Proletariats ist, und wenn sie geführt wird von einer echten marxistisch-leninistischen Partei." (Übersetzung der Komintern [SH] aus: Enver Hoxha, Band 32, Seite 116, albanische Ausgabe)

Dies traf zu auf die Rote Armee Lenins und Stalins. Diese Merkmale der Armee trafen jedoch spätestens mit dem Tod des Genossen Stalin nicht mehr zu.

Heute ist die russische Armee eine konterrevolutionäre Armee, geführt von der russischen Bourgeoisie, im Dienst des russischen Imperialismus im Besonderen, und im Dienst des Weltimperialismus im Allgemeinen, im Dienst gegen die sozialistische Revolution in Russland im Besonderen und im Dienst gegen die sozialistische Weltrevolution, gegen den Kommunismus im Allgemeinen.

Die Komintern (SH) ist die einzige Partei auf der Welt, die die Rote Armee Lenins und Stalins verteidigt, indem sie für die revolutionäre Zerschlagung des russischen imperialistischen Staates und seiner konterrevolutionären Armee kämpft. Heute ist die Komintern (SH) die einzige Partei auf der Welt, die für den Wiederaufbau der Roten Armee als Abteilung der Roten Weltarmee kämpft, um den Weltimperialismus zu besiegen.

Ohne die Bewaffnung des russischen Proletariats und die Entwaffnung der russischen Bourgeoisie kann von der Wiedererrichtung der Diktatur des russischen Proletariats keine Rede sein. Die Restauration der Roten Armee Lenins und Stalins ist nur auf dem Wege der Zerschlagung der russischen imperialistischen Armee möglich. Alles Andere ist Opportunismus.

Welche stalinistisch-hoxhaistische Lehre zieht die Komintern (SH) aus 100 Jahre Rote Armee Lenins und Stalins ?

Der Stalinismus-Hoxhaismus ist die Anwendung der Lehren der Roten Armee auf die heutigen Bedingungen der Globalisierung. Die Lehren der Roten Armee dürfen also nicht schablonenhaft auf die heutige Weltsituation übertragen (kopiert) werden. Der Stalinismus-Hoxhaismus ist keine formalistische, sondern eine dialeketische Lehre, die die Erfahrungen der Roten Armee dahingegehend verallgemeinert, dass sie den Aufgaben dienen, die die rote Weltarmee zu erfüllen hat - und diese Aufgaben sind noch viel gewaltiger als die bereits so gewaltigen Aufgaben der Roten Armee im Großen Vaterländischen Krieg. Es ist ein Unterschied, ob die Erfahrungen der Roten Armee im nationalen Maßstab oder im Weltmaßstab anzuwenden sind. Der Stalinismus-Hoxhaismus beschäftigt sich mit der Anwendung der Erfahrungen der Roten Armee im Weltmaßstab. Deswegen ist der Stalinismus-Hoxhaismus die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus über die Rote Armee.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass die Restaurierung der proletarischen Armee die notwendige Voraussetzung ist für die Restaurierung der Diktatur des Proletariats. Die Restauration der proletarischen Armee ist nur auf dem Wege des Kampfes gegen die Restauration des Revisionismus möglich.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt , dass die Unvermeidlichkeit der Verwandlung einer revolutionären Armee in eine konterrevolutionäre Armee nur durch eine revolutionäre Weltarmee beseitigt werden kann, als eine der wichtigsten Waffen für die Errichtung und Verteidigung der Diktatur des Weltproletariats und für den Aufbau des Weltsozialismus.

In der Geschichte der Klassengesellschaft wurden die Armeen der alten Klassen durch die Armeen der neuen Klassen besiegt, ohne dass sich am Charakter der Klassengesellschaft irgendetwas verändert hat. Die proletarische Weltarmee ist die einzige Armee, die die Weltgesellschaft von ihrem Klassencharakter befreit. Das lehrt der Stalinismus-Hoxhaismus.

Alle bisherigen revolutionären Armeen dienten der Zerschlagung der konterrevolutionären Armeen sowohl der inneren als auch der äußeren Feinde. Dieses Bild des äußeren und inneren Feindes bezog sich bislang stets auf eine Nation oder auf Bündnisse von Nationen. In einer globalisierten Welt wird dieses Bild jedoch grundlegend verändert, insbesondere durch den Sieg einer revolutionären Weltarmee. Warum ?

Sobald der Weltimperialismus zerschlagen und die Diktatur des Weltproletariats errichtet ist, wird es auch keine konterrevolutionären Armeen mehr geben, kann kein Land der Welt mehr durch irgendeinen "äußeren Feind" bedroht werden, muss sich kein Land mehr gegen irgendeine Armee von außen verteidigen müssen.

Der Stalinismus-Hoxhaismus unterscheidet den Typ der proletarischen Weltarmee vom Typ aller anderen Armeen. Die proletarische Weltarmee ist die einzige Armee der Welt, die jedes Land von jeglicher militärischer Bedrohung (sowohl der äußeren als auch der inneren Bedrohung) durch irgendeine Armee befreit. Im Weltsozialismus wird die Unvermeidbarkeit konterrevolutionärer Armeen beseitigt sein.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass kein Land von inneren oder äußeren Armeen bedroht werden kann, sobald die proletarische Weltarmee alle imperialistischen, konterrevolutionären Armeen der Welt vernichtet und die Weltbourgeoisie global entwaffnet hat. Deswegen lautet unsere stalinistisch-hoxhaistische Losung:

Bewaffnung des Weltproletariats zum Zwecke der Entwaffnung der Weltbourgeoisie.

Eine weltproletarische Armee dient darüber hinaus dem kommunistischen Fernziel, die Armee als Instrument jeglicher Klassenherrschaft grundsätzlich für immer zu beseitigen.

Der Stalinismus-Hoxhaismus ist die Lehre von der Schaffung einer Welt ohne Armeen, einer klassenlosen, das heißt waffenlosen Welt, in der nie wieder Menschen über Menschen herrschen, egal ob mit oder ohne Waffen.

Die Verwirklichung einer "Welt ohne Waffen", solange noch Klassen herrschen, ist reinster Pazifismus im Dienste der herrschenden Klassen.

Ohne Rote Armee hätte die Diktatur des Proletariats in Russland nicht einen einzigen Tag überlebt, wäre die Macht der Arbeiter und Bauern von den konterrevolutionären Armeen des Inlandes und Auslandes zerschlagen worden, wäre der Hitlerfaschismus nicht besiegt worden usw. Die Rote Armee ist der schlagendste Beweis für die Irrlehre des Pazifismus.

Was sind die militärischen Aufgaben der Russischen Sektion?

„In keinem Lande darf der Kampf gegen die eigene, am imperialistischen Krieg beteiligte Regierung vor der Möglichkeit haltmachen, dass dieses Land infolge der revolutionären Agitation eine Niederlage erleidet. Eine Niederlage der Regierungsarmee schwächt die betreffende Regierung, fördert die Befreiung der von ihr geknechteten Völkerschaften und erleichtert den Bürgerkrieg gegen die herrschenden Klassen“ (Lenin, Band 21, Seite 152).

Es ist die Aufgabe der Russischen Sektion, diese Lehre Lenins auf das eigene Land anzuwenden. Die Russische Sektion der Komintern (SH) muss mit allen Mitteln zur Schwächung und Zersetzung der russischen Regierungsarmee kämpfen mit dem Ziel ihrer Zerschlagung. Wir rufen die russischen Soldaten am 100. Jahrestag der Gründung der Roten Armee dazu auf, die Gewehre umzudrehen und gegen die russischen Imperialisten, gegen den russischen imperialistischen Staat zu richten.

Es ist die Aufgabe der russischen Sektion, die Verräter in der Roten Armee zu brandmarken und die Rehabilitierungen der Verräter wieder rückgängig zu machen. Verbrechen, die heute in der russischen Armee an einfachen Soldaten verübt werden, müssen verurteilt und die Täter bestraft werden, so wie es Stalin auch in der Roten Armee gemacht hat.

* * *

Der von den Trotzkisten bis heute gepflegte Mythos über Trotski, als der angebliche "Führer der Oktoberrevolution und der Roten Armee im Bürgerkrieg" muss weiter bis auf die Grundfeste demontiert werden, und das an Hand unwiderlegbarer historischer Fakten. Welche Rolle Trotzki zum Beispiel im Bürgerkrieg tatsächlich gespielt hat, das erfahren wir durch Stalin, der die Version an wenigen Beispielen widerlegt, Trotzki sei der "alleinige" Organisator oder der "Hauptorganisator" der Siege an den Fronten des Bürgerkriegs gewesen (Stalin, Band 6, Seite 300 ff):

"Im Interesse der Wahrheit, Genossen, muss ich erklären, dass diese Version absolut nicht der Wirklichkeit entspricht. Es liegt mir fern, die wichtige Rolle Trotzkis im Bürgerkrieg in Abrede stellen zu wollen. Aber ich muss mit aller Entschiedenheit erklären, dass die hohe Ehre, Organisator unserer Siege zu sein, nicht Einzelpersonen zukommt, sondern dem großen Kollektiv fortgeschrittener Arbeiter unseres Landes - der Kommunistischen Partei Rußlands. Es dürfte vielleicht nicht überflüssig sein, einige Beispiele anzuführen. Sie wissen, dass Koltschak und Denikin als die Hauptfeinde der Sowjetrepublik galten. Sie wissen, dass unser Land erst nach dem Siege über diese Feinde frei aufatmen konnte. Und die Geschichte besagt nun, dass unsere Truppen diese beiden Feinde, das heißt sowohl Koltschak als auch Denikin, entgegen den Plänen Trotzkis endgültig geschlagen haben.

Urteilen Sie selbst.

1. Über Koltschak. Es ist Sommer 1919. Unsere Truppen greifen Koltschak an und operieren bei Ufa. Es findet eine Sitzung des Zentralkomitees statt. Trotzki beantragt, die Offensive auf der Linie des Flusses Bjelaja (bei Ufa) einzustellen, den Ural in Koltschaks Händen zu belassen, einen Teil der Truppen von der Ostfront abzuziehen und an die Südfront zu werfen. Es kommt zu einer heftigen Diskussion. Das Zentralkomitee ist nicht mit Trotzki einverstanden, sondern der Meinung, dass der Ural mit seinen Werken und seinem Eisenbahnnetz nicht in Koltschaks Händen gelassen werden darf, da er sich dort leicht erholen, seine Kräfte zusammenballen und erneut bis an die Wolga gelangen kann - zuerst muss Koltschak hinter das Uralgebirge, in die sibirischen Steppen vertrieben werden, und erst dann kann man darangehen, die Truppen nach dem Süden zu werfen. Das Zentralkomitee lehnt den Plan Trotzkis ab. Dieser erklärt seinen Rücktritt. Das Zentralkomitee nimmt den Rücktritt nicht an. Der Oberbefehlshaber Wazetis, der für Trotzkis Plan ist, tritt zurück. An seine Stelle tritt ein neuer Oberbefehlshaber, Kamenew. Von diesem Augenblick an bleibt Trotzki der direkten Teilnahme an den Angelegenheiten der Ostfront fern.

2. Über Denikin. Es ist Herbst 1919. Die Offensive gegen Denikin misslingt. Der "eiserne Ring" um Mamontow geht sichtlich in die Brüche (Mamontows Tiefenstoß). Denikin besetzt Kursk. Denikin nähert sich Orel. Trotzki wird von der Südfront zu einer Sitzung des Zentralkomitees geladen. Das Zentralkomitee erkennt die Lage als bedrohlich an und beschließt, neue militärische Funktionäre an die Südfront zu entsenden und Trotzki abzuberufen. Die neuen militärischen Funktionäre fordern "Nichteinmischung" Trotzkis in die Angelegenheiten der Südfront. Trotzki bleibt der direkten Teilnahme an den Angelegenheiten der Südfront fern. Die Operationen an der Südfront nehmen nun bis zur Einnahme von Rostow am Don und Odessa ihren Lauf ohne Trotzki.

Man versuche, diese Tatsachen zu widerlegen. ) "

Es war vor allem dem Genossen Stalin zu verdanken, der die von Trotzki angerichteten verheerenden Niederlagen und Schäden im Bürgerkrieg immer wieder beseitigte und in Siege verwandelte. Nicht Trotzki, sondern die bolschewistische Partei mit Lenin und Stalin an der Spitze, war die große Führerin der Oktoberrevolution, die großen Führerin der ruhmreichen Roten Armee. Später stand Trotzki dann ganz offen auf der Seite der Faschisten im Kampf gegen die Rote Armee. Die Rote Armee verteidigte die Sowjetunion heldenhaft und siegreich, während alle Versuche Trotzkis scheiterten, die Rote Armee von innen zu zersetzen und den Sturz der Sowjetregierung herbeizuführen.

In diesem Zusammenhang müssen auch alle hinterhältigen Beschuldigungen gegen Stalin zurückgewiesen werden, er hätte die Führung der Roten Armee "geschwächt". Dabei hatte er die Rote Armee von Verrätern und unzuverlässigen Elementen gesäubert und damit die Rote Armee gestärkt und nicht etwa "geschwächt".

Stalin wird außerdem bis heute vorgeworfen, er habe angeblich "gravierende Fehler", insbesondere am Anfang des Großen Vaterländischen Krieges gemacht. Das sind alles Lügen gegen Stalin, Lügen gegen die Rote Armee, welche von den westlichen Medien auch heute noch genüsslich ausgeschlachtet werden. Ja, die Lügenmedien schrecken sogar nicht davor zurück, zu behaupten, nich Hitler, sondern Stalin habe den Krieg angefangen.

Was die angeblichen "Fehler" Stalins als Oberbefehlshaber der Roten Armee betrifft, so waren das in Wahrheit Fehler solcher Generäle wie Schukow, Tuchatschewski und andere Generäle und Offiziere wie zum Beispiel Chruschtschow, die ihre eigenen Fehler im Nachhinein Stalin in die Schuhe zu schieben versuchten. Stalin, der zuletzt nur noch von Feinden (nicht nur aus den Führungsreihen der Roten Armee) umgeben war, ist über alle diese Intrigenspiele erhaben und bleibt unangefochten der große Führer des siegreichen Großen Vaterländischen Krieges. Für Stalin stand der Soldat an höchster Stelle - für die Revisionisten die Waffe und nicht der Soldat.

Es war dann einzig und allein der Genosse Enver Hoxha, der Stalin später gegen alle Ränkeschmiedereien und Verunglimpfungen verteidigt hat. Genosse Enver Hoxha hat auch aufgedeckt, dass die Führer der Roten Armee an der Verschwörung, der Vorbereitung und Durchführung des Putsches gegen Stalin direkt beteiligt waren.

Enver Hoxha:

"Jahrelang wurde ein gewaltiger Rummel um die 'großen Verdienste' Schukows gemacht, man benutzte seine Tätigkeit während des Großen Vaterländischen Krieges, um Schmutz auf Stalin zu werfen,, man nutzte seine Macht als Verteidigungsminister aus, um Chruschtschows Putsch zum Triumph zu verhelfen." (siehe "Die Chruschtschowianer", Seite 207)

Genosse Enver Hoxha bemerkte später jedoch auch die Widersprüche im Verhältnis zwischen Chruschschow und Schukow und stellte die Frage:

"Begann Chruschtschow und Konsorten die Angst zu packen vor der Macht, die sie selbst Schukow gegeben hatten, um ans Ruder zu kommen, und beschuldigten sie ihn deshalb später des 'Bonapartismus'? (...) Wie dem auch sei, Schukow verschwand von der politischen Bühne, trotz seiner vier Sterne des Helden der Sowjetunion, einer Reihe von Leninorden und zahlloser anderer Auszeichnungen." ("Die Chruschtschowianer", Seite 209)

Enver Hoxha charakterisierte die Führung der Roten Armee wie folgt:

"Es entstand die größenwahnsinnige Kaste in der Armee, die ihre übermächtige und arrogante Herrschaft auch auf die Partei ausdehnte und so deren proletarischen Charakter veränderte. Die Kaste ließ das Schwert der Revolution, das die Partei hätte sein müssen, rostig werden."(siehe "Die Chruschtschowianer", Seite 45)

Enver Hoxha sprach von der Verwandlung der "ehemaligen sowjetischen ruhmreichen Armee in einer Prätorianerarmee im Dienst der Chruschtschow-Clique gegen die Völker, gegen die Revolution, gegen den Sozialismus." (Übersetzung der Komintern [SH] aus: Enver Hoxha, Band 32, Seite 123, albanische Ausgabe)

Wir dürfen dabei auch den Namen Woroschilow nicht außen vor lassen, dessen einstige Verdienste wir nicht vergessen, aber der in Anwesenheit des Genossen Enver Hoxha Stalin gegenüber schwere Vorwürfe machte, wie: "Er (Stalin) hat auch Verbrechen zugelassen, für die er die Verantwortung trägt." Enver Hoxha schreibt über das "Geschwätz" und die "Verleumdungen" von Woroschilow:

"Woroschilow sprach lange und brachte noch eine Menge solcher Dinge gegen Stalin vor". (siehe "Die Chruschtschowianer", Seite 60)

Enver Hoxha zählte Woroschilow, diesen einstigen engen Vertrauten Stalins und "Volkskommissar für Verteidigung" zu den "Leichen des Bolschewismus", die schon längst keine Marxisten-Leninisten mehr gewesen waren. Zum 50. Jubiläum der Roten Armee, im Jahr 1968, wurde Woroschilow, der sich vollkommen auf die Seite der Chruschtschow-Revisionisten geschlagen hatte, dann auch noch zum zweiten Mal als "Held der Sowjetunion" (in Wahrheit Verräter der Sowjetunion!!) ausgezeichnet.

Aus den negativen Erfahrungen - der Restauration der Roten Armee der Diktatur des Proletariats in eine sozialimperialistische Armee der Diktatur der revisionistischen Bourgeoisie - hatte die Partei der Arbeit Albaniens zum Beispiel am 4. März 1966 beschlossen, Ränge in der Armee abzuschaffen und in der Volksarmee, durchgehend von unten bis oben, leitende Parteiorganisationern zu verankern (politische Kommissare). Enver Hoxha lehrte, dass alle Wurzeln des Revisionismus in der Volksarmee ausgerissen werden müssen, damit sich der Revisionismus nicht ausbreiten und die sozialistische Armee in eine kapitalistische Armee verwandelt wird. Deswegen wurde die albanische Volksarmee mit der ideologischen Waffe des anti-Revisionismus ausgerüstet.

Der Kampf der albanischen Diktatur des Proletariats gegen den modernen Revisionismus war auch ein Kampf gegen den militärischen Druck, der von den revisionistischen Armeen auf das einzige sozialistische Land der Welt ausgeübt wurde - auf das sozialistische Albanien unter Führung des Genossen Enver Hoxha. Die Volksarmee Albaniens war also die erste Armee auf der Welt, die den Sozialismus sowohl gegen die bürgerlichen als auch die revisionistischen Armeen siegreich verteidigt hat. Die albanische Volksarmee war nicht nur die Armee, die als einzige in die Fustapfen der ruhmreichen Roten Armee getreten war und ihre Tradition bewahrt hat, sondern auch die erste Armee der Welt, die gegen den Revisionismus an der Macht gekämpft hat.

* * *

Die Komintern (SH) ist stolz darauf, dass zum erstenmal in der Welt die Arbeiter und Bauern ihre eigene Armee geschaffen haben, die nicht den Herren diente, sondern den ehemaligen Sklaven, den befreiten Arbeitern und Bauern, die in gewaltigen Schlachten die Freiheit der Arbeiter und Bauern verteidigt und behauptet hat.

Die Komintern (SH) ist stolz darauf, dass es der Roten Armee gelungen war, den schweren Weg härtester Kämpfe gegen die inneren und äußeren Feinde der Arbeiterklasse und der Bauernschaft der Sowjetunion Lenins und Stalins in Ehren zurück gelegt zu haben, dass es ihr gelungen war, zur gewaltigsten revolutionären Kampfkraft zu werden - zum Schrecken der Feinde der Arbeiterklasse, zur Freude aller Unterdrückten und Versklavten.

Den Aufbau der Roten Weltarmee nach dem Vorbild der Roten Armee der Sowjetunion , das ist die korrekte Anwendung der Lehre Lenins und Stalins zum 100. Jahrestag der Gründung der Roten Armee.

Unsere Hauptaufgabe ist heute der Kampf gegen den Weltimperialismus. Und in diesem Kampf müssen wir siegen - mit der zu gründenden Roten Weltarmee, geleitet von der Komintern (SH), geleitet von den unbesiegbaren Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha.

Es hätte nie eine Sowjetunion ohne die Rote Armee gegeben, und es wird auch keine sozialistische Weltrepublik geben ohne die Rote Weltarmee.

Die Komintern (SH) feiert den hundertsten Jahrestag der Gründung der Roten Armee als die Armee , die bis auf den heutigen Tag die Achtung der Völker genießt und für immer genießen wird.

Es lebe der 100- Jahrestag der Roten Armee Lenins und Stalins!

Es lebe die Rote Armee des Weltproletariats!

 

Komintern (SH)

Wolfgang Eggers

23. Februar 2018

 

Die heutige sowjetische Armee-

eine Armee zur Aggression und Expansion

"Radio Tirana"

1977 Nr. 5 Seite 18 - 20

zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht von der Komintern (SH)

 

 

 

LENIN

GRÜNDER UND FÜHRER DER ROTEN ARMEE

 

„Revolutionäre Armee – das ist auch ein sehr großes Wort. Sie zu schaffen ist ein schwieriger, komplizierter und langwieriger Prozess. Wenn wir aber sehen, dass dieser Prozess schon begonnen hat und überall abschnittweise, stückweise vor sich geht, wenn wir wissen, dass ohne eine solche Armee ein wirklicher Sieg der Revolution unmöglich ist, dann müssen wir eine entschiedene und direkte Losung aufstellen, sie propagieren und zum Prüfstein der aktuellen politischen Aufgaben machen." (Lenin, Band 9, Seite 366-367)

 

 

Wir alle wissen, wie schwer dieser Krieg ist, wie sehr er uns aufreibt. Aber wir wissen auch, wenn dieser Krieg mit größter Energie, mit größtem Heroismus geführt wird, so nur deshalb, weil zum ersten Mal in der Welt eine Armee, eine bewaffnete Macht geschaffen worden ist, die weiß, wofür sie kämpft, weil zum erstenmal in der Welt die Arbeiter und Bauern, die unerhört schwere Opfer bringen, klar erkennen, daß sie die Sozialistische Sowjetrepublik verteidigen, die Macht der Werktätigen über die Kapitalisten, die Sache der proletarischen sozialistischen Weltrevolution.

(Lenin, Band 29, Seite 207)

Die proletarische Revolution wächst schneller, als die imperialistischen Kräfte heranrücken. Wir sind voller Hoffnung, und wir sind fest davon überzeugt, daß wir nicht nur die Interessen der russischen sozialistischen Revolution verteidigen, sondern daß wir in dem Krieg, den wir führen, die sozialistische Weltrevolution verteidigen.

(Lenin, Band 28, Seite 138)

Ein einzelnes Land kann man noch zertreten, aber die proletarische Weltrevolution werden sie niemals zertreten können, sie werden sie nur noch stärker entfachen und alle werden sie in ihr ihren Untergang finden !"

(Lenin, Band 28, Seite 159)

 

Dekret

des Rates der Volkskommissare

über die Gründung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee,

15. (28.) Januar 1918

 

Lenin bestätigt und unterzeichnet das Dekret des Rats der Volkskommissare über die Schaffung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee und über die Bildung einer Gesamtrussischen Kommission für die Aufstellung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee.

 

 

Eine Armee hatten wir damals nicht; wir hatten die alte desorganisierte Armee der Imperialisten, die in den Krieg getrieben wurde für Ziele, die den Soldaten fremd waren, mit denen sie nicht sympathisierten. Und hier zeigte sich, daß wir eine höchst qualvolle Periode durchmachen mußten. Das war die Periode, in der die Massen sich
von dem so qualvollen imperialistischen Krieg erholen und sich bewußt werden mußten, daß ein neuer Krieg beginnt. Wir haben das Recht, den Krieg, in dem wir unsere sozialistische Revolution verteidigen werden, unseren Krieg zu nennen. Das mußten Millionen und aber Millionen aus eigener Erfahrung begreifen lernen. Darüber vergingen Monate. Nur langsam und schwer brach sich diese Erkenntnis Bahn. Diesen Sommer wurde es jedoch allen klar, daß diese Erkenntnis endlich durchgedrungen, daß der Umschwung eingetreten ist, und die Armee, die ein Produkt der Volksmassen ist, die Armee, die sich aufopfert, zieht nach den vier Jahren blutigen Gemetzels wieder in den Krieg. Damit eine solche Armee für
die Sowjetrepublik kämpft, mußte in unserem Lande die Ermüdung und Verzweiflung der Massen, die in diesen Krieg ziehen, der klaren Erkenntnis Platz machen, daß sie tatsächlich für ihre eigene Sache, für die Arbeiter- und Bauernsowjets, für die sozialistische Republik, in den Tod gehen. Das ist erreicht worden. (Lenin, Band 28, Seite 137)

Im September 1917 schrieb Wladimir Lenin:

"Es gibt nur einen Weg, um die Wiederherstellung der Polizei zu verhindern, nämlich eine Volksmiliz zu schaffen und sie mit der Armee zu verschmelzen (das stehende Heer wird durch die Bewaffnung des gesamten Volkes ersetzt)."

Nachdem die kaiserliche russische Armee auseinander gesprengt war,

" wurde es offensichtlich, dass die Rote Garde Einheiten und Einheiten der kaiserlichen Armee, die auf die Seite der Bolschewiki überwechselten, für die Aufgabe völlig unzureichend waren , um die neue Regierung gegen äußere Feinde zu verteidigen ."

Deshalb beschloss der Rat der Volkskommissare am 28. Januar 1918 die Bildung der Roten Armee

Die seit der Februarrevolution entstandenen bewaffneten Arbeitermilizen, die Werkswachten und Roten Garden bildeten den Kern und das Leitbild. Die „Rote Arbeiter- und Bauernarmee“ sollte, so verkündete das Gründungsdekret vom 15. Januar 1918, „die bewußtesten und bestorganisierten Elemente der werktätigen Massen“ vereinen, binnen kurzem den „Schutz der Sowjetmacht“ übernehmen, den Ausgangspunkt für die „Bewaffnung des ganzen Volkes“ bilden und der sozialistischen Revolution in Europa als Hilfstruppe zur Verfügung stehen mit einheitlicher Organisationsstruktur, zentralisierter Verwaltung, straffer Disziplinarordnung und allgemeiner Wehrpflicht.

 

 

 

 

LENINS REDE BEI DER VERABSCHIEDUNG DER ERSTEN MARSCHABTEILUNGEN DER SOZIALISTISCHEN ARMEE

1. (14.) JANUAR 1918

Kurzer Zeitungsbericht


Genossen!

Ich begrüße in eurer Person das russische Proletariat, das entschlossen ist, den Kampf zu führen für den Triumph der russischen Revolution, für den Triumph ihrer großen Losungen nicht nur in unserem Lande, sondern auch unter den Völkern der ganzen Welt. Ich begrüße in eurer Person jene ersten heldenmütigen Freiwilligen der sozialistischen Armee, die eine mächtige revolutionäre Armee schaffen werden. Und diese Armee ist berufen, die Errungenschaften der Revolution, unsere Volksmacht, die Sowjets der Soldaten-, Arbeiter- und Bauerndeputierten, die ganze neue, wahrhaft demokratische Ordnung gegen alle Feinde des Volkes zu verteidigen, die heute alle Mittel in Bewegung setzen, um die Revolution zugrunde zu richten. Diese Feinde sind die Kapitalisten der ganzen Welt, die gegenwärtig einen Feldzug gegen die russische Revolution organisieren, die allen Werktätigen die Befreiung bringt. Wir müssen zeigen, daß wir eine Macht sind, die imstande ist, alle Hindernisse auf dem Wege der Weltrevolution zu überwinden. Mögen die Genossen, die in die Schützengräben gehen, die Schwachen stützen, die Schwankenden ermuntern und durch ihr persönliches Beispiel allen Ermüdeten neuen Mut geben. Schon erwachen die Völker, schon hören sie den flammenden Ruf unserer Revolution, und bald werden wir nicht mehr allein dastehen, werden sich in unsere Armee die proletarischen Kräfte der anderen Länder einreihen.

(Die Worte des Genossen Lenin werden üb e r t ö n t von H o c h r u f e n und n i c h t enden wollen dem B e i f a l l . . . Unter den Klängen der „ I n t e r n a t i o n a l e " b e g l e i t e n die F r e i w i l l i g e n der s o z i a l i s t i s c h e n Armee Genossen Lenin zum Auto.)

Prawda" Nrr. 3 (Abendausgabe), 17. (4.) Januar 1918.


Die ersten Marschabteilungen der sozialistischen Armee wurden in der Michail-Manege in Petrograd verabschiedet. Bei der Rückfahrt zum Smolny wurde auf Lenin ein Attentat verübt. Die Kugel durchschlug ein Wagenfenster und ging über Lenins Kopf hinweg.

 

 

Natürlich, der endgültige Sieg des Sozialismus in einem Lande ist unmöglich. Unsere Arbeiter und Bauern, die die Sowjetmacht unterstützen, sind ein Teil jener internationalen Armee, die jetzt durch den Weltkrieg zersplittert ist, aber nach Vereinigung strebt, und jede Nachricht, jeder kleinste Bericht über unsere Revolution, jeder Name wird von dem Proletariat mit einem Beifallssturm begrüßt, weil es weiß, daß in Rußland an der gemeinsamen Sache gearbeitet wird, der Sache des Aufstands des Proletariats, der internationalen sozialistischen Revolution. (Lenin, Band 26, Seite 471)

Es gibt noch einen Feind: dieser Feind ist das internationale Kapital. Gegen diesen Feind werden wir noch lange kämpfen müssen, und wir werden aus diesem Kampf als Sieger hervorgehen dank unserer eigenen Organisation und der Unterstützung unserer Revolution durch das internationale Proletariat.

 

Eine Revolution ist nur dann etwas wert, wenn sie sich zu verteidigen vesrteht, aber die Revolution lernt nicht auf einmal, sich zu verteidigen. (Lenin, Band 28, Seite 115)

 

Auf Schallplatte aufgenommene Rede

29. März 1919

AUFRUF AN DIE ROTE ARMEE

 

 

ALLE ZUM KAMPF GEGEN DENIKIN!


(Brief des ZK der KPR [Bolschewiki]
an die Parteiorganisationen)

3. Juli 1919

 

 

„In der ganzen Welt zersetzen sich die Heere, es gibt nur ein einziges Land, wo die Armee aufgebaut wird, und dieses Land ist Rußland."

Es ist ans gelungen, einen Umschwung zu erzielen: an die Stelle der Zehnmillionenarmee, die in vollem Bestände floh, die die Schrecken des Krieges nicht länger ertrug und begriffen hatte, daß dieser Krieg verbrecherisch war, trat der Aufbau einer sozialistischen Armee, Hunderttausend auf Hunderttausend, einer Armee, die weiß, wofür sie kämpft, und die bereit ist, Opfer und Entbehrungen, die größer sind als unter dem Zarismus, auf sich zu nehmen, weil sie weiß, daß sie ihre eigene Sache verficht, ihren eigenen Grund und Boden, ihre Macht in der Fabrik, daß
sie die Herrschaft der Werktätigen verteidigt und daß die Werktätigen in den anderen Ländern, wenn auch schwer und langsam, erwachen.

Die Imperialisten der
ganzen Welt haben sich auf die Russische Republik gestürzt, um sie zu erdrosseln, und wir begannen eine Armee aufzubauen, die zum erstenmal in der Geschichte weiß, wofür sie kämpft und wofür sie Opfer bringt, die einem an Zahl stärkeren Feind erfolgreich widersteht, wodurch sie mit jedem Monat des Widerstands in bislang noch nicht dagewesenem Maßstab die Weltrevolution näher bringt - und das verurteilt man als roten Militarismus!

Wir wollen den Sozialismus mit den Menschen errichten, die der Kapitalismus erzogen, die er verdorben und demoralisiert, dafür aber auch zum Kampf gestählt hat. Es gibt Proletarier, die so gestählt sind, daß sie zu tausendmal größeren Opfern fähig sind als jede Armee; es gibt Millionen und aber Millionen unterdrückter Bauern, die in Unwissenheit und isoliert voneinander leben, aber imstande sind, sich im Kampf um das Proletariat zusammenzuschließen, wenn dieses eine kluge Taktik verfolgt.

... worin das Geheimnis der Verwendung unseres Feindes liegt: wie man diejenigen zwingen kann, den Kommunismus aufzubauen, die seine Gegner waren, ihn aus den Steinen aufzubauen, die von den Kapitalisten gegen uns bereitgestellt worden sind!
Andere Bausteine sind uns nicht gegeben!

(Lenin, Band 29, Seite 49, 50, 51, 54 und 55)

 

 

Die Sowjetorganisation hat es ermöglicht, eine bewaffnete Macht der Arbeiter und Bauern zu schaffen, die weitaus enger als früher mit den werktätigen und ausgebeuteten Massen verbunden ist. Anders wäre eine der Grundvoraussetzungen für den Sieg des Sozialismus, die Bewaffnung der Arbeiter und die Entwaffnung der Bourgeoisie, unmöglich zu verwirklichen.

(Lenin, Band 29, Seite 92)

 

 

Bewaffnung des Proletariats und Entwaffnung der Bourgeoisie entgegen, die Losung der restlosen und schonungslosen Unterdrückung des Widerstandes der Ausbeuter, die Losung des Kampfes bis zum Sieg über die Bourgeoisie der ganzen Welt sowohl im inneren Bürgerkrieg als auch in internationalen revolutionären Kriegen.

(Lenin, Band 29, Seite 114)

 

Die Frage der Struktur der Roten Armee war eine völlig neue Frage, sie war nicht einmal theoretisch gestellt worden. Marx sagte einmal, das Verdienst der Pariser Kommunarden habe darin bestanden, daß sie Beschlüsse in die Tat umgesetzt hätten, die nicht irgendeiner vorgefaßten Doktrin entlehnt, sondern von den tatsächlichen Erfordernissen vorgeschrieben waren. Diese Worte von Marx über die Kommunarden sind durch einen gewissen Sarkasmus gekennzeichnet, denn in der Kommune herrschten zwei Strömungen vor - die Blanquisten und die Proudhonisten
—, und beide Strömungen mußten dem zuwiderhandeln, was ihre Doktrin lehrte. Wir aber sind so vorgegangen, wie der Marxismus es uns gelehrt hat. Gleichzeitig wurde die politische Tätigkeit des Zentralkomitees in ihren konkreten Äußerungen voll und ganz durch die absoluten Erfordernisse, durch die unaufschiebbaren, dringenden Notwendigkeiten bestimmt. Wir mußten uns durchweg vorwärtstasten. Diesen Umstand wird jeder Historiker, der fähig ist, die gesamte Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei und die Tätigkeit der Sowjetmacht in diesem Jahr in
ihrem ganzen Umfang darzulegen, mit Nachdruck hervorheben. Dieser Umstand springt vor allem in die Augen, wenn wir versuchen, das Durchlebte mit einem Blick zu umfassen. Aber das hat uns nicht einmal am 10. Oktober 1917, als die Frage der Machtergreifung entschieden wurde, auch nur im geringsten schwankend gemacht. Wir zweifelten nicht daran, daß wir, nach einem Ausspruch des Gen. Trotzki, experimentieren müssen, einen Versuch machen müssen. Wir machten uns an ein Werk, an das bisher noch niemand in der Welt in diesem Ausmaß gegangen ist.
Dasselbe gilt auch für die Rote Armee. Als nach der Beendigung des Krieges die Armee sich zu zersetzen begann, glaubten zunächst viele, daß das nur eine russische Erscheinung sei. Wir sehen aber, daß die russische Revolution im Grunde genommen die Generalprobe oder eine der Proben für die proletarische Weltrevolution war. Als wir den Brester Frieden diskutierten, als wir Anfang Januar 1918 die Frage des Friedens stellten, wußten wir noch nicht, wann und in welchen anderen Ländern diese Zersetzung der Armee beginnen wird. Wir schritten von Versuch zu Versudi,
wir versuchten eine Freiwilligenarmee zu schaffen, wobei wir uns vorwärtstasteten,
herauszufühlen suchten und probierten, auf welchem Wege in der gegebenen Situation die Aufgabe gelöst werden könne. Die Aufgabe aber war klar gestellt. Ohne die bewaffnete Verteidigung der sozialistischen Republik konnten wir nicht bestehen. Die herrschende Klasse wird nie ihre Macht der unterdrückten Klasse abtreten. Diese muß vielmehr durch die Tat beweisen, daß sie imstande ist, nicht nur die Ausbeuter zu stürzen, sondern auch sich zur Selbstverteidigung zu organisieren, alles einzusetzen. Wir haben stets gesagt: „Es gibt Kriege und Kriege." Wir verurteilten den imperialistischen Krieg, aber wir lehnten nicht den "Krieg schlechthin ab. Jene Leute, die uns des Militarismus zu beschuldigen versuchten, haben sich verrannt. Und als ich Gelegenheit hatte, den Bericht über die Berner Konferenz der Gelben zu lesen, wo Kautsky den Ausdruck gebrauchte, bei den Bolschewiki gäbe es keinen Sozialismus, sondern Militarismus, da habe ich gelacht und nur den Kopf geschüttelt. Hat es denn in der Geschichte auch nur eine große Revolution gegeben, die nicht mit Krieg verbunden gewesen wäre? Natürlich nicht! Wir leben nicht nur in einem Staat, sondern in einem System von Staaten, und die
Existenz der Sowjetrepublik neben den imperialistischen Staaten ist auf die Dauer undenkbar. Am Ende wird entweder das eine oder das andere siegen. Und bis dieses Ende eintritt, ist eine Reihe furchtbarster Zusammenstöße zwischen der Sowjetrepublik und den bürgerlichen Staaten unvermeidlich. Das heißt, daß die herrschende Klasse, das Proletariat, wenn sie wirklich herrschen will und herrschen wird, dies auch durch ihre militärische Organisation beweisen muß. Wie soll die Klasse, die bisher das Schlachtvieh für die Kommandeure aus dem Kreise der herrschenden imperialistischen Klasse gewesen ist, wie soll diese Klasse ihre eigenen
Kommandeure hervorbringen, wie soll sie die Aufgabe lösen, den Enthusiasmus, das neue revolutionäre Schöpfertum der Unterdrückten zu verknüpfen mit der Ausnutzung jenes Vorrats an bürgerlicher Wissenschaft und Technik des Militarismus in ihren schlimmsten Formen, ohne die sie die moderne Technik und die modernen Methoden der Kriegführung nicht meistern kann?
Hier erwuchs uns eine Aufgabe, die im Laufe einer einjährigen Erfahrung verallgemeinert wurde. Als wir im revolutionären Programm unserer Partei zur Frage der Spezialisten Stellung nahmen, zogen wir die Bilanz aus der praktischen Erfahrung unserer Partei in einer der bedeutendsten Fragen. Ich kann mich nicht erinnern, daß die früheren Lehrer des Sozialismus, die sehr viele Züge der kommenden sozialistischen Revolution voraussahen und sehr viele Fingerzeige gaben, ich kann mich nicht erinnern, daß sie sich zu dieser Frage geäußert hätten. Sie existierte nicht für sie, denn sie entstand erst, als wir uns an den Aufbau der Roten Armee machten. Das bedeutete: aus der unterdrückten Klasse, die zum Schlachtvieh gemacht war, eine Armee voller Enthusiasmus aufzubauen und diese Armee zu veranlassen, das Gewalttätigste, Abscheulichste von dem auszunutzen, was uns der Kapitalismus hinterlassen hat.

(Lenin, Band 29, Seite 137 - 139)

 

 

REDE VOR DEN ERSTEN MOSKAUER SOWJET-KOMMANDEURLEHRGÄNGEN
15. APRIL 1919

Wenn Sie jetzt das rote Banner vom Bezirkskomitee entgegennehmen, so müssen Sie es fest und zuversichtlich vorwärts tragen. Jeder Tag bringt Nachrichten, daß bald hier, bald da das rote Banner der Befreiung gehißt wird. Vor Ihren Augen hat sich die Räterepublik Ungarn, Rätebayern, die Dritte, Kommunistische Internationale gebildet, und in kurzer Zeit werden Sie sehen, wie sich die Föderative Weltrepublik der Sowjets bilden wird.
Es lebe die Föderative Weltrepublik der Sowjets!
Es lebe die Rote Armee!
Es leben die roten Kommandeure!

( S t ü r m i s c h e r Beifall.)
„Prawda" Nr. 83, 17. April 1919.

 

 

 

ENTWURF EINER DIREKTIVE DES ZK ÜBER DIE MILITÄRISCHE EINHEIT


In der Erwägung:
1. daß die RSFSR gezwungen ist, im Bunde mit den brüderlichen Sowjetrepubliken der Ukraine, Lettlands, Estlands, Litauens und Belorußlands den Verteidigungskampf gegen den gemeinsamen Feind zu führen, gegen den Weltimperialismus und die von ihm unterstützte Konterrevolution der Schwarzhunderter und der Weißgardisten;
2. daß unerläßliche Voraussetzung für den erfolgreichen Ausgang dieses Krieges der einheitliche Oberbefehl über alle Abteilungen der Roten Armee und die strengste Zentralisierung der Verfügungsgewalt über alle Kräfte und Hilfsquellen der sozialistischen Republiken ist, insbesondere über den gesamten militärischen Versorgungsapparat sowie das Eisenbahntransportwesen, diesen überaus wichtigen materiellen Kriegsfaktor, der von entscheidender Bedeutung nicht nur für die Durchführung militärischer Operationen ist, sondern auch für die Versorgung der Roten Armee mit Munition, Gerät und Verpflegung;
beschließt das ZK der KPR:
1. für die ganze Zeit des sozialistischen Verteidigungskrieges die Zusammenfassung
des gesamten Versorgungswesens der Roten Armee unter der einheitlichen Führung des Verteidigungsrats und anderer zentraler Instanzen der RSFSR für unbedingt notwendig zu erklären;
2. für die ganze Zeit des sozialistischen Verteidigungskrieges die Zusammenfassung
des Eisenbahntransportwesens und der Verwaltung der Eisenbahnen im gesamten Raum der brüderlichen sozialistischen Republiken unter der Führung und Verwaltung des Volkskommissariats für Verkehrswesen der RSFSR für unbedingt notwendig zu erklären;
3. das Bestehen separater Versorgungsorgane der Roten Armee und separater Kommissariate für Verkehrswesen in den brüderlichen Sowjetrepubliken für unvereinbar mit den Interessen der Verteidigung zu erklären und zu verlangen, daß diese für die Zeit des Krieges zu Abteilungen der Versorgungsorgane der Roten Armee der RSFSR und des Volkskommissariats für Verkehrswesen der RSFSR umgebildet werden, die unmittelbar und uneingeschränkt den zentralen Versorgungsorganen der Roten Armee der RSFSR und dem Volkskommissariat für Verkehrswesen der RSFSR unterstehen;
4. zu erklären: alle Dekrete, die die Versorgung der Roten Armee, das Eisenbahntransportwesen oder die Verwaltung der Eisenbahnen betreffen, sind aufzuheben, soweit sie den Verordnungen und Dekreten zur Regelung der Versorgung der Roten Armee der RSFSR sowie der Verwaltung des Eisenbahntransportwesens und der Eisenbahnen der RSFSR widersprechen.
Lenin
geschrieben im Mai 1919.
Zuerst veröffentlicht 1942.

(Lenin, Band 29, Seite 393 - 394)

 

 

 

Grußadresse des


ERWEITERTEN EKKI


Zum vierten Jahrestag der Gründung der Roten Armee


22. Februar 1922

Inprekorr, ii, 2 Sonderbeilage, p. 12, 1. April 1922

zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht von der Komintern (SH)


Das erweiterte EKKI sendet der Roten Armee von Sowjetrußland seine herzlichsten Glückwünsche zum vierten Jahrestag ihrer Gründung. Die revolutionäre Avantgarde des Proletariats aller Länder blickt stolz auf die glänzenden Heldentaten, die die Rote Armee unter unbeschreiblich schwierigen Bedingungen geleistet hat. Zum ersten Mal in der Geschichte können die arbeitenden Massen die Siege einer Armee als ihre eigenen Sieger ansehen. Die Rote Armee besiegte nacheinander die inneren Feinde Sowjetrußlands. Durch eine Reihe mächtiger Schläge erreichte sie das Wunder, daß sie den imperialistischen Mächten Europas und Amerikas, die sowohl technisch als auch zahlenmäßig überlegen waren, eine Lektion erteilte, daß das russische Bollwerk der Weltrevolution nicht durch Waffen unterworfen werden kann. Aber dieser beispiellose Triumph über die Macht des Weltimperialismus ist nicht allein die Arbeit von Waffen und Bajonetten. Hinter den Reihen der Roten Armee marschieren die unsichtbaren Millionen russischer Arbeiter und Bauern und Millionen von Arbeitern aller Länder.

Das Bündnis der revolutionären Avantgarde des internationalen Proletariats mit der internationalen Armee Sowjetrußlands ist eine Tatsache von wahrer und ungeheurer Bedeutung. Es ist nicht nur ein politischer, sondern auch ein militärischer Faktor ersten Ranges. Es ist diese Allianz, die das Schwert aus den Händen der Könige der Finanzen und Industrie von Frankreich und Amerika schlug.

Mal langsamer und mal schneller, in fast unsichtbarer Untergrabungsarbeit, in spontanen Massenausbrüchen, in organisierten Aktionen, auf tausend Wegen, aber beständig und unwiderstehlich schreitet die Weltrevolution voran. Sie zählt auf die Rote Armee, auf ihren revolutionären Geist, ihre Standhaftigkeit, ihre unerschütterliche Stärke. Am vierten Jahrestag der Roten Armee versprechen die Delegierten der Sektionen der Kommunistischen Internationale, die an der Sitzung der erweiterten Exekutive teilnehmen, dass sie ihre ganze Kraft der Ausweitung des Bündnisses zwischen der revolutionären Avantgarde des Weltproletariats und der Roten Armee widmen werden, und dieses Bündnis stärken und festigen, damit der Tag bald kommen kann, wenn die rote Armee der nächsten europäischen sowjetischen Republik Seite an Seite mit der Roten Armee von Sowjetrußland marschieren wird.

Es lebe die Rote Armee!
EKKI

 

 

 

 

J. W. Stalin

 

Die dritte Grundlage der Diktatur des Proletariats ist unsere Rote Armee und unsere Rote Flotte. Lenin sprach uns wiederholt davon, daß die Atempause, die wir den kapitalistischen Staaten abgerungen haben, von kurzer Dauer sein kann. Lenin verwies uns wiederholt darauf, daß die Stärkung der Roten Armee und ihre Vervollkommnung eine der wichtigsten Aufgaben unserer Partei ist. Die Ereignisse, die mit dem Ultimatum Curzons und mit der Krise in Deutschland zusammenhängen, bestätigten ein übriges Mal, daß Lenin, wie immer, recht hatte. Schwören wir denn, Genossen, daß wir unsere Kräfte nicht schonen werden, um unsere Rote Armee und unsere Rote Flotte zu stärken! (STALIN)

 

 

 

 

 

STALIN UND DIE ROTE ARMEE

Woroschilow

(geschrieben zur Zeit, als er noch kein revisionistischer Wendehals und Verräter an der Roten Armee geworden war)

 

STALIN

AUS DER REDE ZUR MILITÄRISCHEN FRAGE
AUF DEM VIII. PARTEITAG DER KPR(B)

21. März 1919

Alle Fragen, die hier berührt wurden, laufen auf die eine hinaus, ob es in Rußland eine streng disziplinierte reguläre Armee geben soll oder nicht.

Vor einem halben Jahr hatten wir nach dem Zerfall der alten, zaristischen Armee eine neue, eine Freiwilligenarmee, die schlecht organisiert war, kollektiv geleitet wurde und den Befehlen nicht immer Folge leistete. Das war die Periode, in der die Entente ihre Offensive einleitete. Die Armee setzte sich hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, aus Arbeitern zusammen. Weil es in dieser Freiwilligenarmee an Disziplin mangelte, weil die Befehle nicht immer ausgeführt wurden und weil innerhalb der Leitung der Armee Desorganisation herrschte, erlitten wir Niederlagen und überließen dem Gegner Kasan, während Krasnow erfolgreich vom Süden her vorrückte... Die Tatsachen zeugen davon, dass eine Freiwilligenarmee keiner Kritik standhält, dass wir außerstande sein werden, unsere Republik zu verteidigen, wenn wir nicht eine andere Armee schaffen, eine reguläre Armee, die vom Geiste der Disziplin durchdrungen ist, eine gut organisierte politische Abteilung besitzt, eine Armee, die fähig und in der Lage ist, sich auf den ersten Befehl hin gegen den Feind in Marsch zu setzen.

Ich muss sagen, dass die Elemente, die die Mehrheit unserer Armee bilden und keine Arbeiterelemente, sondern Bauern sind, nicht freiwillig für den Sozialismus kämpfen werden. Eine ganze Reihe von Tatsachen weist darauf hin. Mehrere Meutereien im Hinterland und an den Frontenzeigen ebenso wie eine Reihe von Ausschreitungen an den Fronten, dass die nichtproletarischen Elemente, die in unserer Armee die Mehrheit bilden, nicht freiwillig für den Kommunismus kämpfen wollen. Daher unsere Aufgabe - diese Elemente im Geiste einer eisernen Disziplin zu erziehen, zu erreichen, dass sie sich nicht nur im Hinterland, sondern auch an den Fronten der Führung des Proletariats anvertrauen, sie zu zwingen, für unsere gemeinsame sozialistische Sache zu kämpfen, und im Laufe des Krieges den Aufbau einer wirklichen regulären Armee zu vollenden, die allein imstande ist, das Land zu verteidigen.

So ist die Frage gestellt.

... Entweder bringen wir es fertig, eine streng disziplinierte, reguläre, wirkliche Arbeiter- und Bauernarmee zu schaffen, und behaupten die Republik, oder wir bringen das nicht fertig, und dann ist unsere Sache zugrunde gerichtet.

... Der von Smirnow vorgelegte Entwurf ist unannehmbar, da er die Disziplin in der Armee nur untergraben kann und die Schaffung einer regulären Armee unmöglich macht.

Zuerst veröffentlicht in dem Buch:
J. Stalin, Über die Opposition.
Artikel und Reden aus den Jahren 1921-1927.
Moskau/Leningrad 1928.

 

 

STALIN

REDE IN DER
FESTSITZUNG IN DER MILITÄRAKADEMIE

17. November 1923

(Kurzer Zeitungsbericht)

Bei der Feier anlässlich des vierten Jahrestags unserer Roten Kavallerie ergriff der Begründer unserer Reiterarmee und ihr Ehrenrotarmist, Genosse Stalin, das Wort.

Genosse Stalin betont, dass die Begründer der Roten Kavallerie zu der Zeit, da der Grundkern der Kavallerie als Keim der künftigen Reiterarmee gebildet wurde, in führenden militärischen Kreisen und bei militärischen Spezialisten auf die Auffassung stießen, die Bildung einer Kavallerie sei überhaupt nicht notwendig.

Das charakteristischste Blatt in der Geschichte der Reiterarmee bildet die Tatsache, dass unsere Kavallerie im Sommer 1919 eine Verbindung von Reitermassen mit Maschinengewehrmassen wurde. Die berühmte "Tatschanka" (Maschinengewehrwagen. Der Übers.) ist ein Merkmal dieser Verbindung.

Wie groß unsere Kavallerie auch immer sein mag - wenn sie es nicht versteht, bei ihren Operationen die Kraft des Pferdes mit der Kraft des Maschinengewehrs und der Artillerie zu vereinigen, dann wird sie aufhören, eine ernst zu nehmende Kraft zu sein.

Das ruhmreichste Blatt in der Geschichte der Reiterarmee wurde Ende des Jahres 1919 geschrieben, als etwa 22 Regimenter des Gegners von 12 Regimentern unserer Kavallerie im Vorgelände von Woronesh zerschlagen wurden. Mit diesem Augenblick begann die faktische Umwandlung des Reiterkorps in die Reiterarmee.

Ein charakteristischer Zug dieser Periode besteht darin, dass unsere Kavallerie in diesem Stadium noch eine neue Eigenschaft erwarb, die ihr den Sieg über die Kavallerie Denikins ermöglichte, nämlich: Ihr wurden einige Truppenteile Infanterie angegliedert, die sie gewöhnlich auf Fuhrwerken beförderte und die sie als Deckung gegen den Feind benutzte, um unter Deckung zu rasten und dann, mit gesammelten Kräften, erneut auf den Gegner loszuschlagen. Es war eine Vereinigung von Kavallerie und Infanterie als Hilfskraft. Diese Vereinigung, diese weitere neue Eigenschaft, verlieh unserer Kavallerie eine ernstliche Schlagkraft und Manövrierfähigkeit, die den Gegner in Schrecken versetzte.

"Genossen", schloss Genosse Stalin seine Rede, "ich bin ein Mann, der nicht leicht in Begeisterung gerät, ich muss aber sagen, wenn unsere Reiterarmee diese neuen Eigenschaften behält, dann werden unsere Kavallerie und ihr Führer, Genosse Budjonny, unbesiegbar sein."

"Iswestija" Nr. 265
20. November 1923

 

STALIN

AN DIE ERSTE REITERARMEE

Gruß der ruhmreichen Reiterarmee, dem Schrecken der weißgardistischen Legionen Krasnows und Denikins, Wrangels und Pilsudskis!

Gruß den Führern der Reiterarmee, dem Genossen Budjonny, dem roten Bauerngeneral, und dem Genossen Woroschilow, dem roten Arbeitergeneral!

Rote Kavalleristen! Eure roten Fahnen sind mit dem unvergänglichen Ruhm glänzender Siege an den Fronten des vierjährigen Bürgerkriegs bedeckt. Am Tage der Feier des fünften Jahrestags müsst ihr schwören, dass ihr diesen Fahnen bis zum Grabe treu bleibt, dass ihr eure Pflicht gegenüber dem sozialistischen Vaterland in Ehren erfüllen werdet, wenn der Wille der Arbeiterklasse euch zu neuen Kämpfen für den Sieg des Kommunismus ruft.

Euer J. Stalin

"Prawda" Nr. 261,
16. November 1924.

 

STALIN

BEGRÜSSUNGSSCHREIBEN
ZUM ZEHNTEN JAHRESTAG DER ROTEN ARMEE

Gruß der Roten Armee, die in gewaltigen Schlachten die Errungenschaften des Oktobers behauptet hat!

Ruhm den Kämpfern, die für die Sache des Proletariats gefallen sind!

Ruhm den Kämpfern, die auf der Wacht stehen für das große Werk des sozialistischen Aufbaus!

J. Stalin

„Krasnaja Swesda“
(Der Rote Stern) Nr. 46,
23. Februar 1928.

 

STALIN

ÜBER DREI BESONDERHEITEN DER ROTEN ARMEE

Rede in der Festsitzung des Plenums des Moskauer Sowjets
anlässlich des zehnten Jahrestags der Roten Armee
25.Februar 1928

Genossen! Gestatten Sie mir, im Namen des Zentralkomitees unserer Partei die Kämpfer unserer Roten Armee, die Kämpfer unserer Roten Marine, die Kämpfer unserer Roten Luftflotte und schließlich unsere Vordienstpflichtigen, die bewaffneten Arbeiter der UdSSR zu begrüßen.

Die Partei ist stolz darauf, dass es ihr mit Hilfe der Arbeiter und Bauern gelungen ist, die erste Rote Armee der Welt zu schaffen, die in gewaltigen Schlachten die Freiheit der Arbeiter und Bauern verteidigt und behauptet hat.

Die Partei ist stolz darauf, dass es der Roten Armee gelungen ist, den schweren Weg härtester Kämpfe gegen die inneren und äußeren Feinde der Arbeiterklasse und der Bauernschaft unseres Landes in Ehren zurückzulegen, dass es ihr gelungen ist, zur gewaltigsten revolutionären Kampfkraft zu werden - zum Schrecken der Feinde der Arbeiterklasse, zur Freude aller Unterdrückten und Versklavten.

Die Partei ist stolz darauf, dass die Rote Armee, die den langen Weg der Befreiung der Arbeiter und Bauern vom Joch der Gutsbesitzer und Kapitalisten zurückgelegt hat, sich nunmehr das Recht erkämpft hat, den zehnten Jahrestag ihres Bestehens zu feiern.

Genossen, worin liegt die Kraft, worin liegt die Quelle der Kraft unserer Roten Armee?

Worin bestehen die Besonderheiten, die unsere Rote Armee von allen und jeglichen Armeen, die jemals in der Welt existiert haben, von Grund aus unterscheiden?

Worin bestehen die Besonderheiten, die die Quelle der Kraft und der Macht unserer Roten Armee bilden?

Die erste grundlegende Besonderheit unserer Roten Armee besteht darin, dass sie die Armee der befreiten Arbeiter und Bauern ist, die Armee der Oktoberrevolution, die Armee der Diktatur des Proletariats.

Alle Armeen, die bisher unter dem Kapitalismus existierten, wie immer auch ihre Zusammensetzung sein mochte, waren und sind Armeen, die die Macht des Kapitals festigen. Sie waren und blieben Armeen der Herrschaft des Kapitals. Die Bourgeois aller Länder lügen, wenn sie behaupten, dass die Armee politisch neutral sei. Das ist nicht wahr. In den bürgerlichen Staaten ist die Armee der politischen Rechte beraubt, sie wird der politischen Arena ferngehalten. Das ist wahr. Aber das bedeutet durchaus nicht, dass sie politisch neutral ist. Im Gegenteil, immer und überall, in allen kapitalistischen Ländern, wurde und wird die Armee in den politischen Kampf hineingezogen, indem sie als Werkzeug zur Unterdrückung der Werktätigen dient. Ist es etwa nicht wahr, dass die Armee dort die Arbeiter unterdrückt, dass sie dort als Bollwerk der Herren dient?

Zum Unterschied von diesen Armeen hat unsere Rote Armee die Besonderheit, dass sie ein Werkzeug zur Festigung der Macht der Arbeiter und Bauern ist, ein Werkzeug zur Festigung der Diktatur des Proletariats, ein Werkzeug zur Befreiung der Arbeiter und Bauern vom Joch der Gutsbesitzer und Kapitalisten.

Unsere Armee ist eine Armee der Befreiung der Werktätigen.

Haben Sie darauf geachtet, Genossen, dass in der alten Zeit das Volk die Armee fürchtete und auch jetzt in den kapitalistischen Ländern sie weiterhin fürchtet, dass zwischen Volk und Armee eine Schranke besteht, die die Armee vom Volke trennt? Und bei uns? Bei uns bilden im Gegenteil Volk und Armee ein einheitliches Ganzes, eine einzige Familie. Nirgends in der Welt umgibt das Volk die Armee mit so viel Liebe und Fürsorge wie bei uns. Bei uns wird die Armee geliebt, geachtet, umsorgt. Warum? Weil zum erstenmal in der Welt die Arbeiter und Bauern ihre eigene Armee geschaffen haben, die nicht den Herren dient, sondern den ehemaligen Sklaven, den nunmehr befreiten Arbeitern und Bauern.

Darin liegt die Quelle der Kraft unserer Roten Armee.

Was bedeutet aber die Liebe des Volkes zu seiner Armee? Das bedeutet, dass eine solche Armee das festeste Hinterland haben wird, dass eine solche Armee unbesiegbar ist.

Was ist eine Armee ohne festes Hinterland? Nichts. Die größten Armeen, die bestbewaffneten Armeen zerfielen und zerstoben, wenn sie kein festes Hinterland hatten, wenn sie nicht die Unterstützung und die Sympathien des Hinterlands, der werktätigen Bevölkerung besaßen. Unsere Armee ist die einzige Armee der Welt, die die Sympathien und die Unterstützung der Arbeiter und Bauern besitzt. Darin liegt ihre Kraft, darin liegt ihre Stärke.

Dadurch vor allem unterscheidet sich unsere Rote Armee von allen anderen Armeen, die in der Welt existierten und existieren.

Der Wunsch, die Aufgabe der Partei ist es, diese Besonderheit der Roten Armee, diese enge und brüderliche Verbundenheit mit den Arbeitern und Bauern, unserer Roten Armee zu erhalten und zu sichern.

Die zweite Besonderheit unserer Roten Armee besteht darin, dass unsere Armee eine Armee der Brüderlichkeit der Nationen unseres Landes ist, eine Armee der Befreiung der unterdrückten Nationen unseres Landes, eine Armee der Verteidigung der Freiheit und Unabhängigkeit der Nationen unseres Landes.

In der alten Zeit pflegte man die Armeen im Geiste des Chauvinismus, im Geiste der Eroberungen, im Geiste der Notwendigkeit der Unterwerfung schwacher Nationen zu erziehen. Daraus erklärt sich eigentlich auch, dass die Armeen von altem Typus, die kapitalistischen Armeen, zugleich Armeen nationaler und kolonialer Unterdrückung waren. Darin lag eine der Hauptschwächen der alten Armeen. Unsere Armee unterscheidet sich von Grund aus von den Armeen kolonialer Unterdrückung. Ihr ganzes Wesen, ihre ganze Organisation beruht auf der Festigung der Freundschaftsbande zwischen den Nationen unseres Landes, auf der Idee der Befreiung der unterdrückten Völker, auf der Idee der Verteidigung der Freiheit und Unabhängigkeit der sozialistischen Republiken, die zur Sowjetunion gehören.

Darin liegt die zweite Hauptquelle der Kraft und der Macht unserer Roten Armee. Darin liegt die Gewähr dafür, dass unserer Armee im kritischen Augenblick die größte Unterstützung der Millionenmassen aller und jeglicher Nationen und Nationalitäten, die unser unermessliches Land bewohnen, zuteil werden wird.

Der Wunsch, die Aufgabe der Partei ist es, diese Besonderheit unserer Roten Armee ebenfalls zu erhalten und zu sichern.

Schließlich die dritte Besonderheit der Roten Armee. Sie besteht in der Erziehung unserer Armee im Geiste des Internationalismus, in der Festigung dieses Geistes, sie besteht darin, dass der Geist des Internationalismus unsere ganze Rote Armee durchdringt.

In den kapitalistischen Ländern pflegt man die Armeen im Geiste des Hasses gegen die Völker anderer Länder zu erziehen, im Geiste des Hasses gegen andere Staaten, im Geiste des Hasses gegen die Arbeiter und Bauern anderer Länder. Wozu tut man das? Dazu, um die Armee im Falle kriegerischer Zusammenstöße zwischen Staaten, zwischen Mächten, zwischen Ländern in eine folgsame Herde zu verwandeln. Darin liegt die Ursache für die Schwäche aller kapitalistischen Armeen.

Unsere Armee ist auf völlig anderen Grundlagen aufgebaut. Die Kraft unserer Roten Armee besteht darin, dass sie gleich vom ersten Tage ihres Bestehens an im Geiste des Internationalismus, im Geiste der Achtung gegenüber den Völkern der anderen Länder, im Geiste der Liebe und Achtung gegenüber den Arbeitern aller Länder, im Geiste der Erhaltung und Festigung des Friedens zwischen den Ländern erzogen wird. Und gerade weil unsere Armee im Geiste des Internationalismus, im Geiste der Gemeinsamkeit der Interessen der Arbeiter aller Länder erzogen wird, gerade deswegen ist unsere Armee die Armee der Arbeiter aller Länder.

Und dass dieser Umstand die Quelle der Kraft und der Macht unserer Armee ist, das werden dereinst die Bourgeois aller Länder erfahren, falls sie es wagen sollten, unser Land zu überfallen, denn dann werden sie sehen, dass unsere im Geiste des Internationalismus erzogene Rote Armee unzählige Freunde und Bundesgenossen hat, in allen Teilen der Welt, von Schanghai bis New York, von London bis Kalkutta.

Das, Genossen, ist die dritte grundlegende Besonderheit, von der der Geist unserer Armee durchdrungen ist und die die Quelle ihrer Kraft und ihrer Macht bildet.

Der Wunsch, die Aufgabe der Partei ist es, diese Besonderheit unserer Armee ebenfalls zu erhalten und zu sichern.

Diesen drei Besonderheiten verdankt unsere Armee ihre Kraft und ihre Macht.

Daraus erklärt sich auch die Tatsache, dass unsere Armee weiß, welchen Weg sie geht, denn sie besteht nicht aus Bleisoldaten, sondern aus bewussten Menschen, die wissen, wohin sie zu gehen und wofür sie zu kämpfen haben.

Eine Armee aber, die weiß, wofür sie kämpft, ist unbesiegbar, Genossen.

Darum hat unsere Rote Armee alles, um die beste Armee der Welt zu sein.

Es lebe unsere Rote Armee!

Es leben ihre Kämpfer!

Es leben ihre Führer!

Es lebe die Diktatur des Proletariats, die die Rote Armee hervorgebracht, ihr zum Sieg verholfen und sie mit Ruhm gekrönt hat! (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

„Prawda“ Nr. 50,
28. Februar 1928.

 

 

 

STALIN

BEGRÜSSUNGSSCHREIBEN AN DIE ROTE ARMEE
ZU IHREM 15. JAHRESTAG

An den Revolutionären Kriegsrat der UdSSR

Gruß den Kämpfern, Kommandeuren und politischen Funktionären der Roten Arbeiter- und Bauernarmee!

Die Rote Armee, die unter Führung Lenins geschaffen wurde, hat sich in den großen Schlachten des Bürgerkriegs mit unvergänglichem Ruhm bedeckt, als sie die Interventen aus der UdSSR verjagte und die Sache des Sozialismus in unserem Lande siegreich verteidigte.

Die Rote Armee ist jetzt das Bollwerk des Friedens und des friedlichen Schaffens der Arbeiter und Bauern, der wachsame Hüter der Grenzen der Sowjetunion.

Die Arbeiter unseres Landes, die den Fünfjahrplan in vier Jahren siegreich vollendet haben, rüsten die Rote Armee mit neuen Verteidigungsmitteln aus. Ihre Sache, Genossen, ist es, diese Waffen mit aller Vollkommenheit beherrschen zu lernen und Ihre Pflicht gegenüber dem Lande zu erfüllen, wenn die Feinde es wagen sollten, unser Land zu überfallen.

Höher das Banner Lenins, das Banner des Kampfes für den Kommunismus!

Es lebe die heldenhafte Rote Armee, es leben ihre Führer, ihr Revolutionärer Kriegsrat!

J. Stalin

„Prawda“ Nr. 53,
23. Februar 1933.

 

 

 

 

 

 

 

 

STALIN

REDE BEI DER PARADE DER ROTEN ARMEE

AUF DEM ROTEN PLATZ IN MOSKAU

AM 7. NOVEMBER 1941

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Arbeiter und Arbeiterinnen, Kollektivbauern und Kollektivbäuerinnen, Kopfarbeiter, Brüder und Schwestern im Hinterland unseres Feindes, die ihr vorübergehend unter das Joch der deutschen Räuber geraten leid, und ihr, unsere ruhmreichen Partisanen und Partisaninnen, die ihr die rückwärtigen Einrichtungen lind Dienste der deutschen Eindringlinge zerstört!

Im Namen der Sowjetregierung und unserer bolschewistischen Partei begrüße und beglückwünsche ich Euch zum 24. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

Genossen! Unter schweren Verhältnissen müssen wir heute den 24. Jahrestag der Oktoberrevolution feiern. Der wortbrüchige Überfall der deutschen Räuber und der uns aufgezwungene Krieg haben eine Bedrohung für unser Land geschaffen. Wir haben zeitweilig eine Reihe von Gebieten verloren, der Feind steht vor den Toren Leningrads und Moskaus. Der Feind rechnete darauf, unsere Armee würde gleich nach dem ersten Schlag zerstreut und unser Land auf die Knie gezwungen sein. Aber der Feind hat sich gründlich verrechnet. Trotz zeitweiliger Misserfolge schlagen unsere Armee und unsere Flotte die Angriffe des Feindes an der ganzen Front heldenhaft ab, wobei sie ihm schwere Verluste zufügen, und unser Land, unser ganzes Land, hat sich zu einem einigen Kampflager zusammengeschlossen, um gemeinsam mit unserer Armee und unserer Flotte die Zerschmetterung der deutschen Eindringlinge zu verwirklichen.

Es hat Tage gegeben, wo unser Land sich in einer noch schwereren Lage befunden hat. Erinnert euch des Jahres 1918, als wir den ersten Jahrestag der Oktoberrevolution feierten. Drei Viertel unseres Landes befanden sich damals in den Händen der ausländischen Interventen. Die Ukraine, der Kaukasus, Mittelasien, der Ural, Sibirien, der Ferne Osten waren uns zeitweilig verloren gegangen. Wir hatten keine Verbündeten, wir hatten keine Rote Armee - wir begannen sie eben erst zu organisieren -, es fehlte an Getreide, es fehlte an Waffen, es fehlte an Ausrüstung. Vierzehn Staaten bedrängten damals unser Land. Aber wir verzagten nicht, wir ließen den Mut nicht sinken. Im Feuer des Krieges organisierten wir damals unsere Rote Armee und verwandelten unser Land in ein Kriegslager. Der Geist des großen Lenin entflammte uns damals zum Krieg gegen die Interventen. Und was geschah? Wir schlugen die Interventen, gewannen alle verlorenen Gebiete zurück und errangen den Sieg.

Heute ist die Lage unseres Landes unvergleichlich besser als vor 23 Jahren. Unser Land ist heute an Industrie sowie an Lebensmitteln und Rohstoffen um ein Vielfaches reicher als vor 23 Jahren. Wir haben jetzt Verbündete, die zusammen mit uns in einer Einheitsfront gegen die deutschen Räuber stehen. Wir besitzen heute die Sympathie und die Unterstützung all der Völker Europas, die unter das Joch der Hitlertyrannei geraten sind. Wir haben jetzt eine vorzügliche Armee und eine vorzügliche Flotte, die die Freiheit und Unabhängigkeit unserer Heimat unter Einsatz, ihres Lebens verteidigen. Bei uns herrscht weder an Lebensmitteln noch an Waffen und Ausrüstung ernsthafter Mangel. Unser ganzes Land, alle Völker unseres Landes unterstützen unsere Armee und unsere Flotte und helfen ihnen, die Räuberhorden der deutschen Faschisten zu schlagen. Unsere Menschenreserven sind unerschöpflich. Der Geist des großen Lenin und sein siegreiches Banner begeistern uns heute zum Vaterländischen Krieg ebenso wie vor 23 Jahren.

Lässt sich etwa bezweifeln, dass wir die deutschen Räuber besiegen können und besiegen müssen?

Der Feind ist nicht so stark, wie manche erschrockene Intelligenzler ihn hinstellen. Der Teufel ist nicht so furchtbar, wie man ihn an die Wand malt. Wer könnte leugnen, dass unsere Rote Armee die vielgepriesenen deutschen Truppen schon oftmals in panikartige Flucht geschlagen hat? Wenn man nicht nach den prahlerischen Erklärungen der deutschen Propagandisten, sondern nach der wirklichen Lage Deutschlands urteilt, so ist es nicht schwer zu verstehen, dass die faschistischen deutschen Eindringlinge vor einer Katastrophe stehen. In Deutschland herrschen jetzt Hunger und Elend, in vier Kriegsmonaten hat Deutschland viereinhalb Millionen Soldaten verloren, Deutschland verblutet, seine Menschenreserven versiegen, der Geist der Empörung ergreift nicht nur die Völker Europas, die unter das Joch der deutschen Landräuber geraten sind, sondern auch das deutsche Volk selbst, das kein Ende des Krieges sieht. Die deutschen Eindringlinge spannen ihre letzten Kräfte an. Es ist nicht zu bezweifeln, dass Deutschland eine solche Anspannung nicht lange aushalten kann. Noch ein paar Monate, noch ein halbes Jahr, vielleicht ein Jährchen - und Hitlerdeutschland muss unter der Last seiner Verbrechen zusammenbrechen.

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen! Auf euch blickt die ganze Welt als auf die Macht, die fähig ist, die räuberischen Heerhaufen der deutschen Eindringlinge zu vernichten. Auf euch blicken die geknechteten Völker Europas, die unter das Joch der deutschen Räuber geraten sind, als auf ihre Befreier. Eine große Befreiungsmission ist euch übertragen worden. So seid denn dieser Mission würdig! Der Krieg, den ihr führt, ist ein Befreiungskrieg, ein gerechter Krieg. Möge euch in diesem Krieg das heldenmütige Vorbild eurer großen Vorfahren beseelen - Alexander Newskis, Dmitri Donskois, Kusma Minins, Dmitri Posharskis, Alexander Suworows, Michael Kutusows! Möge euch das siegreiche Banner des großen Lenin Kraft verleihen!

Für die völlige Zerschmetterung der deutschen Eindringlinge!

Tod den deutschen Okkupanten!

Es lebe unsere ruhmreiche Heimat, ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit!

Unter dem Banner Lenins vorwärts zum Sieg!

 

 

 

Befehl des Genossen Stalin zum

24. Jahrestag der Roten Armee

 

BEFEHL DES VOLKSKOMMISSARS FÜR VERTEIDIGUNG

Nr. 55

MOSKAU, 23. FEBRUAR 1942

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen!

Den 24. Jahrestag der Roten Armee begehen die Völker unseres Landes in den harten Tagen des Vaterländischen Krieges gegen das faschistische Deutschland, das einen dreisten und niederträchtigen Anschlag auf das Leben und die Freiheit unserer Heimat Unternommen hat. An der ganzen gewaltigen Front vom Nördlichen Eismeer bis zum Schwarzen Meer führen die Krieger der Roten Armee und der Kriegsmarine erbitterte Kämpfe, um die faschistischen deutschen Eindringlinge aus unserem Lande zu vertreiben Und die Ehre und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes zu behaupten.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Rote Armee unsere Heimat gegen den Überfall der Feinde zu verteidigen hat. Die Rote Armee wurde vor 24 Jahren geschaffen zum Kampf gegen die Truppen der ausländischen Interventen und Annexionisten, die bestrebt waren, unser Land zu zerstückeln und seine Unabhängigkeit zu vernichten. Die jungen Abteilungen der Roten Armee, die zum ersten Mal in den Krieg zogen, schlugen am 23. Februar 1918 die deutschen Eindringlinge bei Pskow und Narwa aufs Haupt. Eben darum wurde der 23. Februar 1918 zum Geburtstag der Roten Armee erklärt. Seit dieser Zeit wuchs und erstarkte die Rote Armee im Kampfe gegen die ausländischen Interventen und Annexionisten. Sie verteidigte erfolgreich unsere Heimat in den Kämpfen gegen die deutschen Eindringlinge im Jahre 1918 und vertrieb sie aus der Ukraine und aus Bjelorußland. Sie verteidigte erfolgreich unsere Heimat in den Kämpfen gegen die ausländischen Truppen der Entente in den Jahren 1919-1921 und vertrieb sie aus unserem Lande.

Die Zerschmetterung der ausländischen Interventen und Annexionisten während des Bürgerkrieges sicherte den Völkern der Sowjetunion einen langen Frieden und die Möglichkeit des friedlichen Aufbaus. In diesen zwei Jahrzehnten des friedlichen Aufbaus entstanden in unserem Lande eine sozialistische Industrie und eine kollektivierte Landwirtschaft, kamen Wissenschaft und Kultur zur Blüte, erstarkte die Freundschaft der Völker unseres Landes. Das Sowjetvolk vergaß aber niemals, dass ein neuer Überfall der Feinde auf unsere Heimat möglich ist. Darum wuchs zugleich mit dem Aufschwung von Industrie und Landwirtschaft, von Wissenschaft und Kultur auch die militärische Macht der Sowjetunion. Diese Macht haben bereits einige Liebhaber fremden Bodens am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die vielgepriesene faschistische deutsche Armee bekommt sie gegenwärtig zu spüren.

Vor 8 Monaten überfiel das faschistische Deutschland wortbrüchig unser Land, indem es brutal und niederträchtig den Nichtangriffspakt zerriss. Der Feind rechnete darauf, dass gleich nach dem ersten Stoß die Armee geschlagen sein und die Fähigkeit zum einbüßen würde. Doch der Feind hat sich gründlich verrechnet. Er berücksichtigte nicht die Stärke der Roten Armee, berücksichtigte nicht die Festigkeit des sowjetischen Hinterlandes, berücksichtigte nicht den Siegeswillen der Völker unseres Landes, berücksichtigte nicht die Unzuverlässigkeit des europäischen Hinterlandes des faschistischen Deutschlands, berücksichtigte schließlich nicht die Innere Schwäche des faschistischen Deutschlands und seines Heeres.

Da der faschistische deutsche Überfall unerwartet und überraschend erfolgte, sah sich die Rote Armee in den ersten Monaten des Krieges gezwungen, zurückzuweichen und einen Teil des Sowjetgebiets aufzugeben. Doch beim Rückzug zermürbte sie die Kräfte des Feindes und versetzte ihm harte Schläge. Weder die Kämpfer der Roten Armee noch die Völker unseres Landes zweifelten daran, dass es ein zeitweiliger Rückzug war, dass der Feind aufgehalten und dann auch geschlagen werden wird.

Im Laufe des Krieges füllte sich die Rote Armee mit neuen Lebenskräften, sie erhielt Ergänzungen an Menschen und Material, bekam neue Reservedivisionen zur Unterstützung. Und die Zeit kam, da die Rote Armee die Möglichkeit erhielt, an den Hauptabschnitten der gewaltigen Front zur Offensive überzugehen. In einem kurzen Zeitraum versetzte die Rote Armee den faschistischen deutschen Truppen bei Rostow am Don und bei Tichwin, in der Krim und vor Moskau Schlag um Schlag. In erbitterten Kämpfen vor Moskau zerschlug sie die faschistischen deutschen Truppen, die die Sowjethauptstadt einzuschließen drohten. Die Rote Armee warf den Feind von Moskau zurück und drängt ihn immer weiter nach Westen ab. Die Gebiete Moskau und Tula, Dutzende von Städten und Hunderte von Dörfern anderer Gebiete, die zeitweilig vom Feind besetzt waren, sind von den deutschen Eindringlingen vollkommen gesäubert worden.

Heute haben die Deutschen nicht mehr den militärischen Vorsprung, den sie infolge des wortbrüchigen und überraschenden Überfalls in den ersten Kriegsmonaten hatten. Die Momente der Überraschung und des Unerwarteten als Reserven der faschistischen deutschen Truppen sind vollständig verausgabt. Dadurch ist jene Ungleichheit in den Kampfbedingungen beseitigt, die durch die Überraschung des faschistischen deutschen Überfalls geschaffen worden war. Nunmehr wird das Schicksal des Krieges nicht durch solch ein zufälliges Moment wie das Moment der Überraschung entschieden werden, sondern durch die ständig wirkenden Faktoren: die Festigkeit des Hinterlandes, die Moral der Armee, die Quantität und Qualität der Divisionen, die Bewaffnung der Armee, die organisatorischen Fähigkeiten des Kommandobestands der Armee. Dabei ist ein Umstand hervorzuheben: es brauchte nur das Moment der Überraschung aus dem Arsenal der Deutschen zu verschwinden, damit die faschistische deutsche Armee vor einer Katastrophe stand.

Die deutschen Faschisten halten ihre Armee für unbesiegbar und versichern, ihre Armee würde in einem Kriege einer gegen einen unbedingt die Rote Armee schlagen. Jetzt führen die Rote Armee und die faschistische deutsche Armee einen Krieg einer gegen einen. Mehr noch: die faschistische deutsche Armee hat an der Front die direkte Unterstützung der Truppen Italiens, Rumäniens und Finnlands. Die Rote hat einstweilen keine solche Unterstützung. Und was sehen wir? Die vielgepriesene deutsche Armee erleidet eine Niederlage, während die Rote Armee ernste Erfolge zu verzeichnen hat. Unter den mächtigen Schlägen der Roten Armee erleiden die nach dem Westen zurückflutenden deutschen Truppen gewaltige Verluste an Menschen und Material. Sie klammern sich an jeden Abschnitt, bemüht, den Tag ihrer Niederwerfung hinauszuschieben. Die Bemühungen des Feindes sind jedoch vergeblich. Die Initiative liegt jetzt in unseren Händen, und die krampfhaften Anstrengungen der ausgeleierten, verrosteten Maschine Hitlers sind außerstande, dem Druck der Roten Armee standzuhalten. Nicht fern ist der Tag, wo die Rote Armee durch ihren mächtigen Schlag die vertierten Feinde vor Leningrad zurückwerfen, die Städte und Dörfer Bjelorußlands und der Ukraine, Litauens und Lettlands, Estlands und Kareliens von ihnen säubern, die Sowjetkrim befreien wird und wo über dem ganzen Sowjetlande von neuem siegreich die roten Fahnen wehen werden.

Es wäre jedoch unverzeihlich kurzsichtig, sich mit den erreichten Erfolgen zufrieden zu geben und zu glauben, dass die deutschen Truppen schon erledigt seien. Das wäre leere Angeberei und Überheblichkeit, unwürdig der Sowjetmenschen. Man darf nicht vergessen, dass uns noch viele Schwierigkeiten bevorstehen. Der Feind erleidet Niederlagen, ist aber noch nicht zerschlagen und - umso weniger – endgültig erledigt. Der Feind ist noch stark. Er wird seine letzten Kräfte anspannen, um Erfolge zu erzielen. Und je mehr Niederlagen er erleidet, umso bestialischer wird er werden. Darum ist es notwendig, dass unser Land keinen Augenblick nachlässt in der Ausbildung von Reserven zur Unterstützung der Front. Es ist notwendig, dass immer neue Truppenteile an die Front gehen, um den Sieg über den vertierten Feind zu schmieden. Es ist notwendig, dass unsere Industrie, insbesondere unsere Kriegsindustrie, mit verdoppelter Energie arbeitet. Es ist notwendig, dass die Front mit jedem Tag immer mehr Panzer, Flugzeuge, Geschütze, Granatwerfer, Maschinengewehre, Gewehre, Maschinenpistolen und Munition erhält.

Darin liegt eine der Hauptquellen der Stärke und Macht der Roten Armee.

Aber nicht darin allein besteht die Stärke der Roten Armee.

Die Stärke der Roten Armee besteht vor allem darin, dass sie keinen Raubkrieg, keinen imperialistischen Krieg, sondern einen Vaterländischen Krieg, einen gerechten, einen Befreiungskrieg führt. Die Aufgabe der Roten Armee besteht darin, unser Sowjetgebiet von den deutschen Eindringlingen zu befreien; vom Joch der deutschen Eindringlinge die Bürger unserer Dörfer und Städte zu befreien, die vor dem Kriege frei waren und wie Menschen lebten, während sie jetzt unterdrückt sind und unter Plünderungen, Ruin und Hunger leiden; endlich: unsere Frauen von der Schmach und dem Schimpf zu befreien, die ihnen von den faschistischen deutschen Unmenschen angetan werden. Was kann edler und erhabener sein als diese Aufgabe? Kein deutscher Soldat kann sagen, er führe einen gerechten Krieg, denn er muss unbedingt sehen, dass er gezwungen wird, Krieg zu führen, um andere Völker auszurauben und zu unterdrücken. Der deutsche Soldat hat kein erhabenes und edles Kriegsgefühl, das ihn begeistern und auf das er stolz sein könnte. Und umgekehrt, jeder beliebige Kämpfer der Roten Armee kann mit Stolz sagen, dass er einen gerechten, einen Befreiungskrieg, einen Krieg für die Freiheit und Unabhängigkeit seines Vaterlandes führt. Die Rote Armee hat ihr edles und erhabenes Kriegsziel, das sie zu Heldentaten begeistert. Dadurch ist eigentlich auch zu erklären, dass der Vaterländische Krieg bei uns Tausende von Helden und Heldinnen hervorbringt, die bereit sind, für die Freiheit ihrer Heimat in den Tod zu gehen.

Darin besteht die Stärke der Roten Armee.

Darin besteht aber auch die Schwäche der faschistischen deutschen Armee.

In der ausländischen Presse wird manchmal darüber geschwätzt, dass die Rote Armee das Ziel habe, das deutsche Volk auszurotten und den deutschen Staat zu vernichten. Das ist natürlich eine dumme Lüge und eine törichte Verleumdung der Roten Armee. Solche idiotischen Ziele hat die Rote Armee nicht und kann sie nicht haben. Die Rote Armee setzt sich das Ziel, die deutschen Okkupanten aus unserem Lande zu vertreiben und den Sowjetboden von den faschistischen deutschen Eindringlingen zu befreien. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Krieg für die Befreiung des Sowjetbodens zur Vertreibung oder Vernichtung der Hitlerclique führen wird. Wir würden einen solchen Ausgang begrüßen. Es wäre aber lächerlich, die Hitlerclique mit dem deutschen Volke, mit dem deutschen Staate gleichzusetzen. Die Erfahrungen der Geschichte besagen, dass die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt.

Die Stärke der Roten Armee besteht endlich darin, dass sie keinen Rassenhass gegen andere Völker, auch nicht gegen das deutsche Volk, hegt und hegen kann, dass sie im Geiste der Gleichberechtigung aller Völker und Rassen, im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen ist. Die Rassentheorie der Deutschen und die Praxis des Rassenhasses haben dazu geführt, dass alle freiheitsliebenden Völker zu Feinden des faschistischen Deutschlands geworden sind. Die Theorie der Gleichberechtigung der Rassen in der Sowjetunion und die Praxis der Achtung der Rechte anderer Völker haben dazu geführt, dass alle freiheitsliebenden Völker zu Freunden der Sowjetunion geworden sind. Darin besteht die Stärke der Roten Armee. Darin besteht aber auch die Schwäche der faschistischen deutschen Armee.

In der ausländischen Presse wird manchmal darüber geschwätzt, dass die Sowjetmenschen die Deutschen eben als Deutsche hassen, dass die Rote Armee die deutschen Soldaten eben als Deutsche, aus Hass gegen alles Deutsche, vernichtet, dass die Rote Armee darum deutsche Soldaten nicht gefangen nehme. Das ist natürlich ebenfalls eine dumme Lüge und eine törichte Verleumdung der Roten Armee. Die Rote Armee ist frei vom Gefühl des Rassenhasses. Sie ist frei von solch einem entwürdigenden Gefühl, weil sie im Geiste der Gleichberechtigung der Rassen und der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen ist. Man darf außerdem nicht vergessen, dass in unserem Lande jede Äußerung von Rassenhass gesetzlich bestraft wird.

Gewiss ist die Rote Armee vor die Notwendigkeit gestellt, die faschistischen deutschen Okkupanten zu vernichten, da sie unsere Heimat unterjochen wollen, oder wenn sie - eingekesselt von unseren Truppen - dich weigern, die Waffen zu strecken und sich gefangenzugeben. Die Rote Armee vernichtet sie, nicht weil sie deutscher Abstammung sind, sondern weil sie unsere Heimat unterjochen wollen. Die Rote Armee, ebenso wie die Armee eines jeden andern Volkes, hat das Recht und die Pflicht, die Bedrücker ihrer Heimat, unabhängig von deren nationalen Abstammung, zu vernichten. Vor kurzem wurden in den Städten Kalinin, Klin, Suchinitschi, Andreapol und Toropez die deutschen Besatzungstruppen, die dort standen, von unseren Truppen eingekesselt; sie wurden aufgefordert, sich gefangenzugeben, und für diesen Fall wurde ihnen versprochen, ihr Leben zu schonen. Die deutschen Besatzungen lehnten es ab, die Waffen zu strecken und sich gefangenzugeben. Es ist klar, dass sie mit Gewalt hinausgeschlagen werden mussten, wobei nicht wenige Deutsche vernichtet wurden. Krieg ist Krieg. Die Rote Armee nimmt deutsche Soldaten und Offiziere, wenn sie sich ergeben, gefangen und schont ihr Leben. Die Rote Armee vernichtet deutsche Soldaten und Offiziere, wenn sie es ablehnen, die Waffen zu strecken, und wenn sie mit der Waffe in der Hand unsere Heimat zu unterjochen suchen. Man erinnere sich der Worte des großen russischen Schriftstellers Maxim Gorki: "Wenn der Feind sich nicht ergibt, wird er vernichtet."

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen! Ich beglückwünsche euch zum 24. Jahrestag der Roten Armee! Ich wünsche euch den vollen Sieg über die faschistischen deutschen Eindringlinge!

Es lebe die Rote Armee und die Kriegsmarine!

Es leben die Partisanen und Partisaninnen!

Es lebe unsere ruhmreiche Heimat, ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit!

Es lebe die große Partei der Bolschewiki, die uns zum Siege führt!

Es lebe das unbesiegbare Banner des großen Lenin!

Unter dem Banner Lenins - vorwärts, zur völligen Vernichtung der faschistischen deutschen Okkupanten!

Volkskommissar
für Verteidigung


J. Stalin

 

 

 

 

 J. W. STALIN

Zum 25. Jahresstag der

ROTEN ARMEE

BEFEHL

DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 95

MOSKAU, 23. FEBRUAR 1943

 

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen! Heute feiern wir den 25. Jahrestag der Roten Armee.

Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seitdem die Rote Armee geschaffen wurde. Geschaffen wurde sie zum Kampfe gegen die ausländischen Eindringlinge, die unser Land unterjochen wollten. Der 23. Februar 1918, an dem die Abteilungen der Roten Armee vor Pskow und Narwa die Truppen der deutschen Landräuber aufs Haupt schlugen, wurde zum Geburtstag der Roten Armee erklärt.

In zähem Kampfe gegen die fremden Eindringlinge behauptete die Rote Armee in den Jahren 1918 bis 1921 die Ehre, Freiheit und Unabhängigkeit unserer Sowjetheimat, behauptete sie das Recht der Völker unseres Landes, ihr Leben so aufzubauen, wie es der große Lenin gelehrt hat.

Zwei Jahrzehnte schützte die Rote Armee die friedliche Aufbauarbeit des Sowjetvolkes. Die Völker unseres Landes vergaßen niemals, dass die fremden Landräuber es auf unser Land abgesehen hatten, und trugen unermüdlich Sorge für die Stärkung der Roten Armee, rüsteten sie mit erstklassigen technischen Kampfmitteln aus und bildeten liebevoll Kader von Sowjetkämpfern heran.

Die Rote Armee ist eine Armee zur Verteidigung des Friedens und der Freundschaft zwischen den Völkern aller Länder. Sie wurde nicht zur Eroberung fremder Länder, sondern zur Verteidigung der Grenzen des Sowjetlandes geschaffen. Die Rote Armee achtete stets die Rechte und die Unabhängigkeit aller Völker.

Doch im Juni 1941 überfiel Hitlerdeutschland wortbrüchig unser Land, indem es in brutaler und niederträchtiger Weise den Nichtangriffspakt verletzte. Und die Rote Armee sah sich gezwungen, ins Feld zu ziehen, um ihre Heimat gegen die deutschen Eindringlinge zu verteidigen und sie aus unserem Lande zu vertreiben. Seit dieser Zeit wurde die Rote Armee zu einer Armee des Kampfes auf Leben und Tod gegen die Hitlerschen Truppen, zu einer Armee von Rächern der Gewalttaten und Erniedrigungen, denen unsere Brüder und Schwestern in den besetzten Gebieten unserer Heimat durch die faschistischen deutschen Schufte unterworfen werden.

Die Rote Armee begeht den 25. Jahrestag ihres Bestehens im entscheidenden Augenblick des Vaterländischen Krieges gegen Hitlerdeutschland und seine Handlanger: die Italiener, Ungarn, Rumänen und Finnen.

20 Monate sind vergangen, seitdem die Rote Armee einen in der Geschichte beispiellosen heldenhaften Kampf gegen den Einfall der faschistischen deutschen Horden führt. Da keine zweite Front in Europa besteht, trägt die Rote Armee die ganze Schwere des Krieges allein. Nichtsdestoweniger hat die Rote Armee dem Ansturm der faschistischen deutschen Heerhaufen nicht nur standgehalten, sondern sie ist im Verlauf des Krieges zum Schrecken der faschistischen Armeen geworden.

In den schweren Kämpfen im Sommer und Herbst 1942 hat die Rote Armee der faschistischen Bestie den Weg verlegt. Unser Volk wird für immer das Andenken an die heldenhafte Verteidigung Sewastopols und Odessas bewahren, an die hartnäckigen Kämpfe bei Moskau und im Vorgebirge des Kaukasus, im Raum von Rshew und bei Leningrad, an die Schlacht unter den Mauern Stalingrads, die gewaltigste Schlacht der Kriegsgeschichte. In diesen gewaltigen Schlachten haben unsere heldenmütigen Kämpfer, Kommandeure und politischen Funktionäre die Kampfbanner der Roten Armee mit unvergänglichem Ruhm bedeckt und ein festes Fundament für den Sieg über die faschistischen deutschen Heere gelegt.

Vor drei Monaten haben die Truppen der Roten Armee die Offensive im Raum von Stalingrad begonnen. Seither liegt die Initiative der Kriegshandlungen in unseren Händen, während Tempo und Stoßkraft der Angriffsoperationen der Roten Armee nicht nachlassen. Heute greift die Rote Armee unter den schweren Verhältnissen des Winters an einer Front von 1500 Kilometern an und erzielt fast überall Erfolge. Im Norden, bei Leningrad, an der Mittelfront, im Raum von Charkow, im Donezbecken, bei Rostow, an der Küste des Asowschen und des Schwarzen Meeres versetzt die Rote Armee den Hitlertruppen einen Schlag nach dem anderen. In drei Monaten befreite die Rote Armee vom Feinde: die Gebiete Woronesh und Stalingrad, die autonomen Republiken Tschetscheno-Inguschetien, Nordossetien, Kabardino-Balkarien und Kalmückien, die Regionen Stawropol und Krasnodar, das Tscherkessische, Karatschajewsche und Adygäische Autonome Gebiet sowie fast das ganze Rostower, Charkower und Kursker Gebiet.

Die Massenvertreibung der Feinde aus dem Sowjetland hat begonnen.

Was hat sich in diesen drei Monaten geändert? Woher diese großen Misserfolge der Deutschen? Wo liegen die Ursachen dieser Misserfolge?

Geändert hat sich das Kräfteverhältnis an der sowjetisch-deutschen Front. Es handelt sich darum, dass das faschistische Deutschland seine Kräfte immer mehr erschöpft und schwächer wird, während die Sowjetunion ihre Reserven immer mehr entfaltet und stärker wird. Die Zeit arbeitet gegen das faschistische Deutschland.

Hitlerdeutschland, das die Rüstungsindustrie Europas gezwungen hat, für Deutschland zu arbeiten, war bis in die letzte Zeit hinein an technischen Kampfmitteln, vor allem an Panzern und Flugzeugen, der Sowjetunion überlegen. Darin bestand sein Vorsprung. Doch in den 20 Monaten des Krieges hat sich die Lage geändert. Dank der aufopferungsvollen Arbeit der Arbeiter, Arbeiterinnen, Ingenieure und Techniker der Rüstungsindustrie der Sowjetunion ist während des Krieges die Produktion von Panzern, Flugzeugen und Geschützen gewachsen. In derselben Zeit hat der Feind an der sowjetisch-deutschen Front ungeheure Verluste an technischen Kampfmitteln, besonders an Panzern, Flugzeugen und Geschützen, erlitten. Allein in den drei Monaten der Offensive der Roten Armee im Winter 1942/43 haben die Deutschen mehr als 7000 Panzer, 4000 Flugzeuge, 17000 Geschütze und viele andere Waffen eingebüßt.

Gewiss, die Deutschen werden suchen, diese Verluste wettzumachen. Dies wird jedoch nicht so leicht zu bewerkstelligen sein, da der Gegner nicht wenig Zeit brauchen wird, um diese ungeheuren Verluste an technischen Kampfmitteln zu ersetzen. Die Zeit drängt aber.

Als Hitlerdeutschland den Krieg gegen die Sowjetunion anfing, verfügte es im Vergleich zur Roten Armee über eine zahlenmäßige Überlegenheit an mobilisierten und einsatzbereiten Truppen. Darin bestand sein Vorsprung. In den 20 Monaten hat sich jedoch die Lage auch auf diesem Gebiet geändert. Im Verlauf des Krieges hat die Rote Armee in Verteidigungs- und Angriffskämpfen an die 9 Millionen faschistischer deutscher Soldaten und Offiziere außer Gefecht gesetzt, davon sind nicht weniger als 4 Millionen auf dem Schlachtfeld gefallen. Völlig vernichtet wurden die rumänische, die italienische und die ungarische Armee, die von Hitler an die sowjetisch-deutsche Front geworfen worden waren. Allein in den letzten drei Monaten wurden 112 Divisionen. des Gegners von der Roten Armee zerschlagen; dabei sind mehr als 700 000 Mann gefallen und mehr als 300 000 Mann gefangen genommen worden.

Gewiss wird das deutsche Oberkommando alle Maßnahmen ergreifen, um diesen ungeheuren Ausfall wettzumachen. Erstens ist aber der Mangel an Menschenreserven der schwache Punkt der deutschen Armeen, so dass man nicht weiß, aus welchen Quellen dieser Ausfall gedeckt werden soll. Zweitens, selbst wenn man annimmt, dass die Deutschen auf allen geraden und krummen Wegen die nötige Menge von Menschen zusammenkratzen, werden sie nicht wenig Zeit brauchen, um sie zu sammeln und auszubilden. Die Zeit drängt aber.

Als die Hitlerarmee in den Krieg gegen die Sowjetunion eintrat, hatte sie eine fast zweijährige Erfahrung in der Führung umfangreicher Kriegsoperationen in Europa unter Anwendung der neuesten Kriegsmittel, während die Rote Armee natürlicherweise in der ersten Periode des Krieges diese Kriegserfahrung noch nicht hatte und auch nicht haben konnte. Darin bestand der Vorsprung der faschistischen deutschen Armee. In den 20 Monaten hat sich jedoch die Lage auch auf diesem Gebiet geändert. Im Verlaufe des Krieges wurde die Rote Armee zu einer kampferfahrenen Armee, sie lernte es den Feind unfehlbar zu schlagen unter Berücksichtigung seiner schwachen und starken Seiten, wie es die moderne Kriegswissenschaft fordert. Hunderttausende und Millionen von Kämpfern der Roten Armee wurden zu Meistern ihrer Waffe – des Gewehrs, des Säbels, des Maschinengewehrs, der Artillerie, des Granatwerfers, der Panzerwaffe, des Pionier- und Flugwesens. Zehntausende von Kommandeuren der Roten Armee wurden zu Meistern der Truppenführung. Sie lernten es, persönlichen Wagemut und Kühnheit zu vereinen mit der Kunst, die Truppen auf dem Schlachtfelde zu führen. Sie machten sich von der törichten und schädlichen Taktik der zusammenhängenden Linien frei und stellten sieh fest auf den Boden der Taktik des Manövrierens. .

Man darf es nicht als Zufall betrachten, dass das Oberkommando der Roten Armee nicht nur den Sowjetboden vom Feind befreit, sondern auch den Feind nicht lebend von unserem Boden entkommen lässt und gewaltige Operationen zur Einkesselung und Liquidierung der feindlichen Armeen durchführt, die als Musterbeispiel der Kriegskunst gelten können. Das ist unzweifelhaft ein Zeichen der Reife unserer Kommandeure.

Es kann nicht bezweifelt werden, dass nur die richtige Strategie des Oberkommandos der Roten Armee und die elastische Taktik unserer ausführenden Kommandeure zu einer so hervorragenden Tatsache führen konnten wie der Einkesselung und Liquidierung der gewaltigen 330 000 Mann starken Elitearmee der Deutschen bei Stalingrad.

Bei den Deutschen ist in dieser Beziehung bei weitem nicht alles zum Besten bestellt. Ihre Strategie ist fehlerhaft, denn sie unterschätzt in der Regel die Kräfte und Möglichkeiten des Gegners und überschätzt die eigenen Kräfte. Ihre Taktik ist schablonenhaft, denn sie ist bestrebt, die Ereignisse an der Front mit dem Maße dieses oder jenes Paragraphen der Dienstvorschrift zu messen. Die Deutschen sind in ihren Operationen pünktlich und genau, wenn die Lage es gestattet, den Forderungen der Dienstvorschrift nachzukommen. Darin liegt ihre Stärke. Die Deutschen werden hilflos, sobald die Lage kompliziert wird und diesem oder jenem Paragraphen der Dienstvorschrift „nicht mehr entspricht“, sondern einen selbständigen Entschluss erheischt, der in der Dienstvorschrift nicht vorgesehen ist. Darin liegt ihre Hauptschwäche.

Das sind die Ursachen, die zur Niederlage der deutschen Truppen und zu den Erfolgen der Roten Armee in den letzten drei Monaten geführt haben.

Daraus folgt jedoch nicht, dass es mit der Hitlerarmee aus ist und dass der Roten Armee nur noch übrig bleibt, sie bis zu den westlichen Grenzen unseres Landes zu verfolgen. So denken würde bedeuten, sich einer unklugen und schädlichen Selbsttäuschung hinzugeben. So denken würde bedeuten, die eigenen Kräfte zu überschätzen, die Kräfte des Gegners zu unterschätzen und in eine Abenteurerpolitik zu verfallen. Der Feind hat eine Niederlage erlitten, ist aber noch nicht besiegt. Die faschistische deutsche Armee macht infolge der ihr von der Roten Armee versetzten Schläge eine Krise durch; das bedeutet aber noch nicht, dass sie sich nicht erholen kann. Der Kampf gegen die deutschen Eindringlinge ist noch nicht zu Ende, er kommt erst zur Entfaltung, er entflammt erst. Es wäre töricht, anzunehmen, dass die Deutschen auch nur einen Kilometer unseres Bodens ohne Kampf aufgeben werden.

Der Roten Armee steht ein harter Kampf gegen einen heimtückischen, grausamen und vorläufig noch starken Feind bevor. Dieser Kampf erfordert Zeit, Opfer, die Anspannung unserer Kräfte und die Mobilisierung aller unserer Möglichkeiten. Wir haben begonnen, die Sowjetukraine vom deutschen Joch zu befreien, aber Millionen Ukrainer schmachten noch unter dem Joch der deutschen Unterdrücker. In Bjelorußland, Litauen, Lettland, Estland, in der Moldau, der Krim, in Karelien wirtschaften vorläufig noch die deutschen Okkupanten und ihre Handlanger. Den feindlichen Armeen wurden wuchtige Schläge versetzt, aber der Feind ist noch nicht besiegt. Die deutschen Eindringlinge leisten wütenden Widerstand, gehen zu Gegenangriffen über, suchen sich in Verteidigungsstellungen festzusetzen und werden sich möglicherweise in neue Abenteuer stürzen. Aus diesem Grunde darf es in unseren Reihen für sorglose Gelassenheit und Überheblichkeit keinen Raum geben.

Das ganze Sowjetvolk freut sich über die Siege der Roten Armee. Aber die Kämpfer, Kommandeure und politischen Funktionäre der Roten Armee müssen stets der Gebote unseres Lehrers Lenin eingedenk sein: „Erstens darf man sich von einem Sieg nicht hinreißen lassen und nicht überheblich werden, zweitens muss man den Sieg verankern, und drittens gilt es, den Gegner endgültig zu schlagen.“

Zur Befreiung unserer Heimat vom verhassten Feind, zum endgültigen Sieg über die faschistischen deutschen Okkupanten

BEFEHLE ICH:

1. Unermüdlich ist die Kampfausbildung zu vervollkommnen und die Disziplin, Ordnung und Organisation in der gesamten Roten Armee und in der Kriegsmarine zu festigen.

2. Die Schläge gegen die feindlichen Truppen sind zu verstärken. Unermüdlich und hartnäckig ist der Feind zu verfolgen, ihm ist keine Möglichkeit zu geben, sich in Verteidigungsstellungen festzusetzen, ihm ist weder Tag noch Nacht Ruhe zu lassen; die Verbindungswege des Feindes sind zu unterbrechen, die feindlichen Truppen einzukesseln und zu vernichten, falls sie sich weigern, die Waffen zu strecken.

3. Die Flamme des Partisanenkampfes im Rücken des Feindes ist noch stärker zu entfachen, die Verbindungswege des Feindes sind zu zerstören, die Eisenbahnbrücken zu sprengen, die Beförderung von feindlichen Truppen sowie die Zufuhr von Waffen und Munition zu vereiteln, die Heereslager zu sprengen und in Brand zu stecken, die feindlichen Besatzungen zu überfallen; dem zurückweichenden Feind ist nicht die Möglichkeit zu geben, unsere Dörfer und Städte niederzubrennen; mit allen Kräften, mit allen Mitteln ist der angreifenden Roten Armee zu helfen.

Darin liegt das Unterpfand unseres Sieges.

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen!

Im Namen der Sowjetregierung und unserer bolschewistischen Partei begrüße und beglückwünsche ich euch zum 25. Jahrestag der Roten Armee.

Es lebe unsere große Heimat!

Es lebe unsere ruhmvolle Rote Armee, unsere heldenhafte Kriegsmarine, es leben unsere kühnen Partisanen und Partisaninnen!

Es lebe die Partei der Bolschewiki, die die Rote Armee zu Siegen begeistert und ihre Siege organisiert!

Tod den deutschen Okkupanten!

 

 

 

 

Befehl des Genossen Stalin zum

26. Jahrestag der Roten Armee

BEFEHL

DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS Nr. 16

MOSKAU, 23. FEBRUAR 1944


Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Sergeanten, Offiziere und Generale, Partisanen und Partisaninnen!

Den 26. Jahrestag der Roten Armee begehen die Völker unseres Landes im Zeichen der historischen Siege der Sowjettruppen über die faschistischen deutschen Truppen.

Seit mehr als einem Jahr führt die Rote Armee ihre siegreiche Offensive, zerschmettert die Heere der Hitlerschen Okkupanten und fegt sie vom Sowjetboden hinweg. In dieser Zeit führte die Rote Armee mit Erfolg den Winterfeldzug 1942/43 durch, gewann die Sommerschlachten von 1943 und entfaltete die siegreiche Winteroffensive 1943/44. In diesen in der Kriegsgeschichte einzig dastehenden Feldzügen legte die Rote Armee kämpfend stellenweise an die 1700 Kilometer nach Westen zurück und säuberte vom Feinde beinahe drei Viertel des von ihm okkupierten Sowjetbodens.

Während des gegenwärtigen Winterfeldzugs liquidierte die Rote Armee die mächtigen Verteidigungsstellungen der Deutschen am ganzen Lauf des Dnjepr von Shlobin bis Cherson und warf damit die Spekulationen der Deutschen über den Haufen, die darauf ausgingen, an der sowjetisch-deutschen Front mit Erfolg einen langwierigen Verteidigungskrieg zu führen.

In drei Monaten des Winterfeldzugs errangen unsere ruhmreichen Truppen große Siege in der Ukraine rechts des Dnjepr, vollendeten die Befreiung der Gebiete Kiew, Dnjepropetrowsk und Saporoshje, befreiten das ganze Gebiet Shitomir, fast die ganzen Gebiete Rowno und Kirowograd und eine Reihe von Bezirken der Gebiete Winniza, Nikolajew, Kamenez-Podolsk und Wolhynien. Durch die entschlossenen Operationen der Roten Armee wurden die Versuche einer deutschen Gegenoffensive im Raum von Shitomir, Kriwoj Rog und Uman liquidiert. Durch Einkesselung und Vernichtung von 10 deutschen Divisionen und einer Brigade im Raum von Korsun-Schewtschenkowski bereiteten die Sowjettruppen den Deutschen rechts des Dnjepr ein neues Stalingrad.

Einen gewaltigen Sieg errangen die Sowjettruppen bei Leningrad. Unsere Truppen brachen das mächtige System der ständigen, tief gestaffelten Befestigungen des Gegners auf, zerschlugen eine starke Kräftegruppe der Deutschen und befreiten Leningrad vollständig von der feindlichen Blockade und dem barbarischen Artilleriebeschuss. Die Sowjetkrieger vollenden die Säuberung der Gebiete Leningrad und Kalinin von den faschistischen Unmenschen und haben den Boden Sowjet-Estlands betreten.

Die Massenverrtreibung der Okkupanten aus Sowjet-Bjelorußland ist im Gange: fast völlig befreit sind die Gebiete Gomel und Polessje sowie eine Reihe von Bezirken der Gebiete Mogilew und Witebsk.

Unter den ungünstigen Witterungsverhältnissen dieses Winters säuberten unsere Truppen nach Überwindung der mächtigen Verteidigungsgürtel des Feindes in drei Monaten des Winterfeldzugs rund 200 000 Quadratkilometer Sowjetboden von den Okkupanten. Die Rote Armee hat dem Feinde mehr als 13 000 Ortschaften, darunter 82 Städte und 320 Eisenbahnstationen, entrissen. Neue Millionen Sowjetbürger sind vom faschistischen Joch befreit. Wichtige landwirtschaftliche und Industriebezirke mit überaus reichen Vorkommen von Eisen- und Manganerzen sind unserer Heimat wiedergegeben. Die Deutschen haben diese wirtschaftlich wichtigen Bezirke verloren, an die sie sich so verzweifelt klammerten.

Jetzt ist wohl schon jedem klar, dass Hitlerdeutschland unaufhaltsam der Katastrophe entgegengeht. Allerdings sind die Bedingungen der Kriegführung in diesem Kriege für Deutschland günstiger, als sie im vorigen Weltkriege waren, wo es von Anfang an bis zum Ende des Krieges den Kampf an zwei Fronten führte. Einen großen Nachteil für Deutschland bildet jedoch die Tatsache, dass die Sowjetunion in diesem Kriege viel stärker ist, als es das alte zaristische Rußland im vorigen Kriege war. Im ersten Weltkrieg kämpften 6 Großmächte, Frankreich, Rußland, England, die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan und Italien, gegen den deutschen Block an zwei Fronten. In diesem Kriege gingen Italien und Japan auf die Seite Deutschlands über, Finnland schloss sich dem faschistischen Block an, Rumänien, das im vorigen Krieg gegen Deutschland gestanden hatte, wechselte die Front, dabei operieren die Hauptkräfte Deutschlands bis jetzt an einer Front – gegen die Sowjetunion. Aus der Geschichte ist bekannt, dass Deutschland stets Kriege gewann, wenn es sich an einer Front schlug, hingegen den Krieg verlor, wenn es gezwungen war, an zwei Fronten zu kämpfen. In diesem Krieg setzt Deutschland seine Hauptkräfte an einer Front ein – gegen die Sowjetunion. Dessen ungeachtet konnte es nicht nur keinen Sieg erringen, sondern wurde unter den wuchtigen Schlägen der Streitkräfte der Sowjetunion an, den Rand der Katastrophe gebracht. Wenn die Sowjetunion im Kampf einer gegen einen nicht nur dem Ansturm der deutschen Kriegsmaschine standhielt, sondern auch den faschistischen deutschen Truppen entscheidende Niederlagen beibrachte, so wird die Lage Hitlerdeutschlands um so hoffnungsloser sein, sobald die Hauptkräfte unserer Verbündeten in Aktion treten und die mächtige und anwachsende Offensive der Armeen aller verbündeten Staaten gegen Hitlerdeutschland entfaltet wird.

Die faschistischen deutschen Räuber suchen jetzt krampfhaft nach einem Weg zur Rettung aus der Katastrophe. Aufs Neue greifen sie zur „totalen“ Mobilisierung im Hinterland, obwohl die Menschenreserven Deutschlands erschöpft sind. Die faschistischen Häuptlinge unternehmen verzweifelte Versuche, in das Lager der Antihitler-Koalition Zwiespalt zu tragen und dadurch den Krieg in die Länge zu ziehen. Die Hitlerschen Diplomaten jagen aus einem neutralen Land ins andere und suchen Verbindungen mit hitlerfreundlichen Elementen anzuknüpfen, wobei sie Anspielungen machen, dass ein Sonderfriede, sei es mit unserem Staate oder mit unseren Verbündeten, möglich wäre. Alle diese Schliche der Hitlerfaschisten sind zum Misslingen verurteilt, denn der Antihitler-Koalition liegen die lebenswichtigen Interessen der Verbündeten zugrunde, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Hitlerdeutschland und seine Spießgesellen in Europa zu zerschmettern. Und gerade diese Gemeinsamkeit der Grundinteressen ist es, die im Laufe des Krieges zur Festigung des Kampfbündnisses zwischen der Sowjetunion, England und den Vereinigten Staaten von Amerika führt.

Es naht die Stunde der endgültigen Abrechnung für alle Missetaten, die die Hitlerfaschisten
auf dem Sowjetboden und in den okkupierten Ländern Europas begangen haben.

Die siegreiche Offensive der Roten Armee wurde möglich dank der neuen Großtaten der Arbeit, die die Sowjetmenschen in allen Zweigen unserer Volkswirtschaft vollbringen. Die Werktätigen der Sowjetunion untermauerten die Sommersiege der Roten Armee an den Fronten durch neue Produktionssiege im Hinterland.

Die Arbeiter unserer Industrie erfüllen und überbieten vorfristig die vom Staat aufgestellten Pläne, setzen neue Betriebe, Hochöfen und Kraftwerke in Gang und stellen in den befreiten Gebieten in beispiellos kurzen Fristen die von den Okkupanten zerstörte Industrie wieder her. Die heldenhaften Leistungen der Arbeiterklasse festigen noch mehr die materielle Kriegsbasis der Roten Armee und bringen dadurch die Stunde unseres endgültigen Sieges näher. Die Sowjetbauernschaft liefert dem Staate die Lebensmittel für die Armee und die Städte sowie Rohstoffe für die Industrie und erweist der Roten Armee aufopferungsvolle Unterstützung.

Die Sowjetintelligenz erweist durch leitende Arbeit den Arbeitern und Bauern unmittelbare
Hilfe zur Steigerung der Produktion und Befriedigung der Bedürfnisse der Roten Armee.

Die Werktätigen der befreiten Gebiete erweitern mit jedem Tag ihre Hilfe für ihre Befreierin, die Rote Armee, indem sie dem allgemeinen Güterstrom, der an die Front geht, die Erzeugnisse der wiederhergestellten Betriebe und der Landwirtschaft zuführen.

Es besteht kein Zweifel, dass das Sowjetvolk auch künftighin durch seine heldenhafte Arbeit und die Anspannung aller seiner Kräfte das ununterbrochene Anwachsen der Produktionskräfte des Landes sicherstellen wird, um die faschistischen deutschen Okkupanten möglichst rasch und endgültig zu zerschmettern.

Die Aufstellung neuer Truppenformationen in den Unionsrepubliken, vorbereitet durch die Kampfgemeinschaft der Völker der Sowjetunion im Vaterländischen Krieg und die ganze Geschichte unseres Staates, wird die Rote Armee noch mehr stärken und ihren Reihen neue Kampfkräfte zuführen.

Genossen Rotarmisten, Matrosen der Roten Flotte, Sergeanten, Offiziere und Generale!
Genossen Partisanen und Partisaninnen!

Im großen Befreiungskrieg für die Freiheit und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes habt ihr Wunder an Heroismus vollbracht. Die Rote Armee hat den entschiedenen Umschwung im Kriege zu unseren Gunsten erzwungen und schreitet nun zuversichtlich dem Endsieg über den Feind entgegen. Der Feind erleidet eine Niederlage nach der anderen. Er ist jedoch noch nicht zerschlagen. Die Hitlerschen Räuber, die ihren Untergang und die unvermeidliche Vergeltung für alle ihre auf unserem Boden begangenen ungeheuerlichen Missetaten kommen sehen, wehren sich mit der Raserei von Menschen, die rettungslos verloren sind. Sie werfen ihre letzten Kräfte und Reserven in den Kampf und klammern sich an jeden Meter Sowjetboden, an jeden günstigen Abschnitt.

Eben darum müssen wir, so groß auch unsere Erfolge sein mögen, nach wie vor die Kräfte des Feindes nüchtern einschätzen, wachsam sein und in unseren Reihen keine Überheblichkeit, keine Selbstzufriedenheit und keine Sorglosigkeit dulden. Es ist in der Kriegsgeschichte noch nicht vorgekommen, dass der Feind selbst in den Abgrund gesprungen wäre. Um den Krieg zu gewinnen, muss man den Gegner an den Abgrund heranführen und ihn hinunter stoßen. Nur vernichtende Schläge von ständig zunehmender Wucht können den Widerstand des Feindes brechen und uns den endgültigen Sieg bringen. Dazu ist notwendig, dass wir die Kampfschulung der Kämpfer und die militärische Meisterschaft der Kommandeure unserer Armee weiter vervollkommnen. Es ist Pflicht und Schuldigkeit der Roten Armee, mit jedem Tag ihre Kriegskunst auf eine höhere Stufe zu heben, unentwegt und sorgfältig die Taktik des Feindes zu studieren, geschickt und rechtzeitig hinter seine heimtückischen Schliche zu kommen und der Taktik des Feindes unsere vollkommenere Taktik entgegenzustellen. Es ist notwendig, dass die Kampferfahrungen und Errungenschaften der besten Truppenteile und Verbände der Roten Armee Gemeingut aller unserer Truppen werden, dass die ganze Rote Armee, alle ihre Kämpfer und Offiziere lernen, den Feind nach allen Regeln der modernen Kriegswissenschaft zu schlagen.

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Sergeanten, Offiziere und Generale, Partisanen und Partisaninnen!

Indem ich euch zum 26. Jahrestag der Roten Armee begrüße und beglückwünsche,

BEFEHLE ICH:

1. Der gesamte Mannschafts- und Sergeantenbestand – Infanteristen, Granatwerferschützen, Artilleristen, Flieger, Panzermänner, Pioniere, Nachrichtenleute, Kavalleristen – hat unentwegt seine Kampfmeisterschaft weiter zu vervollkommnen, unser ausgezeichnetes Kriegsgerät voll und ganz auszunutzen, den Feind zu schlagen, wie ihn unsere ruhmvollen Gardisten schlagen, die Befehle der Kommandeure genau auszuführen, die Disziplin und Ordnung zu festigen und die Organisiertheit zu erhöhen.

2. Die Offiziere und Generale aller Waffengattungen haben die Kunst der Truppenführung und die Taktik des Bewegungskrieges sowie das Zusammenwirken aller Waffengattungen im Kampfe zu vervollkommnen, die Erfahrung der besten Gardetruppenteile und -verbände in der Kampfpraxis kühner und umfassender einzubürgern, den Arbeitsstil der Stäbe und der rückwärtigen Dienste auf eine höhere Stufe zu bringen und unseren Aufklärungsdienst mit allen Mitteln zu verbessern und auszubauen.

3. Die ganze Rote Armee muss durch geschickte Kombination von Feuerwirkung und Manöver die feindlichen Verteidigungsstellungen in ihrer ganzen Tiefe aufbrechen, dem Feinde keine Atempause lassen, rechtzeitig die feindlichen Versuche, durch Gegenangriffe unseren Vormarsch aufzuhalten, vereiteln, die Verfolgung des Feindes geschickt organisieren, ihn daran hindern, das Kriegsgerät fortzuschaffen, durch kühne Manöver die Flanken der feindlichen Truppen umfassen, in ihren rückwärtigen Raum einbrechen, die Truppen des Gegners einkesseln, sie aufspalten und vernichten, falls sie sich weigern, die Waffen zu strecken.

4. Die Partisanen und Partisaninnen müssen ihre Hilfe für die Rote Armee verstärken, die Stäbe und Besatzungen des Gegners überfallen, seine rückwärtigen Einrichtungen und Dienste vernichten, seine Nachschubwege und Verbindungen zerstören und ihm nicht die Möglichkeit geben, Reserven heranzuziehen.

5. In Würdigung der großen Siege, die von den Streitkräften des Sowjetstaates im verflossenen Jahr errungen wurden, sind heute, am 23. Februar, am 26. Jahrestag der Roten Armee, um 18 Uhr in Moskau, Leningrad, Kiew, Dnjepropetrowsk, Gomel und Tiostow die ruhmvollen Truppen der Roten Armee mit einem Salut von 20 Artilleriesalven zu ehren.

Ruhm und Ehre unserer siegreichen Roten Armee!
Ruhm und Ehre den Sowjetwaffen!
Ruhm und Ehre unseren kühnen Partisanen und Partisaninnen!
Es lebe unsere große Sowjetheimat!
Es lebe unsere Kommunistische Partei der Sowjetunion, die die großen Siege der Roten Armee inspiriert und organisiert!
Tod den deutschen Okkupanten!

Der Oberste Befehlshaber
Marschall der Sowjetunion
J. Stalin

 

 

Befehl des Genossen Stalin zum

27. Jahrestag des Bestehens der Roten Armee

 

BEFEHL DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS Nr. 5

Moskau, 23. Februar 1945

 

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Sergeanten, Offiziere und Generale! Heute feiern wir den 27. Jahrestag des Bestehens der Roten Armee.

Die von dem großen Lenin zum Schutze unserer Heimat vor dem Überfall fremdländischer Eroberer geschaffene und von der bolschewistischen Partei großgezogene Rote Armee hat in ihrer Entwicklung einen ruhmreichen Weg zurückgelegt. Sie hat ihre historische Bestimmung in Ehren erfüllt und ist mit Recht das geliebte Kind des Sowjetvolkes. In den Jahren des Bürgerkrieges behauptete die Rote Armee den jungen Sowjetstaat gegen zahlreiche Feinde. In den großen Schlachten des Vaterländischen Krieges gegen die deutsche Invasion rettete die Rote Armee die Völker der Sowjetunion vor der faschistischen deutschen Sklaverei, behauptete die Freiheit und Unabhängigkeit unserer Heimat und half den Völkern Europas, das deutsche Joch abzuschütteln.

Den 27. Jahrestag der Roten Armee begehen wir jetzt im Zeichen neuer historischer Siege über den Feind. Die Rote Armee hat nicht nur den Heimatboden vom Hitlerunrat befreit, sondern hat auch den Feind um viele hunderte Kilometer hinter die Grenzen zurückgeworfen, von denen aus die Deutschen ihren räuberischen Überfall auf unser Land unternahmen, sie hat den Krieg auf den Boden, Deutschlands hinübergetragen und vollendet jetzt gemeinsam mit den Armeen unserer Verbündeten erfolgreich das Werk der Zerschmetterung der faschistischen deutschen Armee. Im Januar dieses Jahres hat die Rote Armee an der ganzen Front von der Ostsee bis zu den Karpaten einen Schlag von beispielloser Kraft auf den Feind niedersausen lassen. Sie brach in einer Ausdehnung von 1200 Kilometer das mächtige Verteidigungssystem der Deutschen auf, das diese in einer Reihe von Jahren geschaffen hatten. Im Laufe der Offensive warf die Rote Armee den Feind durch schnelle und geschickte Operationen weit nach Westen zurück. Die Sowjettruppen sind in hartnäckigen Kämpfen 270 Kilometer von den Grenzen Ostpreußens bis zum Unterlauf der Weichsel, 570 Kilometer aus dem Aufmarschraum an der Weichsel südwärts Warschau bis zum Unterlauf der Oder und 480 Kilometer von der Brückenkopfstellung von Sandomir bis ins Innere Deutschschlesiens vorgerückt.

Die Erfolge unserer Winteroffensive haben vor allem dazu geführt, dass sie die Winteroffensive der Deutschen im Westen, die auf die Besetzung Belgiens und des Elsass abzielte, zum Scheitern brachten und es den Armeen unserer Verbündeten ermöglichten, ihrerseits zur Offensive gegen die Deutschen überzugehen und damit ihre Offensivoperationen im Westen mit den Offensivoperationen der Roten Armee im Osten zu vereinen.

In den 40 Tagen der Offensive im Januar und Februar 1945 haben unsere Truppen die Deutschen aus 300 Städten vertrieben, an die 100 Rüstungsbetriebe besetzt, in denen Panzer, Flugzeuge, Waffen und Munition erzeugt werden, mehr als 2400 Eisenbahnstationen eingenommen und sich eines Eisenbahnnetzes von mehr als 15000 Kilometer Länge bemächtigt. In dieser kurzen Frist hat Deutschland mehr als 350000 Soldaten und Offiziere an Gefangenen und nicht weniger als 800000 an Toten verloren. In derselben Zeit hat die Rote Armee etwa 3000 deutsche Flugzeuge, mehr als 4500 Panzer und Sturmgeschütze und nicht weniger als 12000 Geschütze vernichtet bzw. erbeutet.

Das Ergebnis ist, dass die Rote Armee ganz Polen und einen beträchtlichen Teil des Territoriums der Tschechoslowakei befreit, Budapest eingenommen und Ungarn, den letzten Bundesgenossen Deutschlands in Europa, zum Ausscheiden aus dem Kriege gebracht hat, dass sie den größten Teil Ostpreußens und Deutschschlesiens besetzte und sich den Weg nach Brandenburg, nach Pommern, ins Vorgelände von Berlin gebahnt hat.

Die Hitlerleute pflegten sich damit zu brüsten, dass seit mehr als hundert Jahren kein einziger feindlicher Soldat auf deutschem Boden gestanden und dass die deutsche Armee nur auf fremdem Boden gekämpft habe und kämpfen werde. Jetzt ist dieser deutschen Prahlerei ein Ende gemacht.

Unsere Winteroffensive hat gezeigt, dass die Rote Armee immer neue Kräfte zur Bewältigung immer komplizierterer und schwierigerer Aufgaben findet. Ihre ruhmreichen Kämpfer haben jetzt gelernt, den Feind nach allen Regeln der modernen Kriegswissenschaft zu schlagen und zu vernichten. Beseelt von dem Bewusstsein ihrer großen Befreiermission vollbringen unsere Kämpfer Wunder an Heroismus und Selbstaufopferung und vereinen geschickt Tapferkeit und Wagemut im Gefecht mit der vollen Auswertung der Stärke und Leistungsfähigkeit ihrer Waffen. Die Generale und Offiziere der Roten Armee kombinieren meisterhaft massierte Schläge des machtvollen Kriegsgeräts mit kunstvollen und wuchtigen Manövern. Im vierten Kriegsjahr ist die Rote Armee fester und stärker geworden als je zuvor, ihr Kriegsgerät hat sich noch mehr vervollkommnet und ihre Kampfmeisterschaft hat sich um ein Vielfaches erhöht.

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Sergeanten, Offiziere und Generale!

Der volle Sieg über die Deutschen ist nun schon nahe. Aber der Sieg kommt nie von selbst – er wird in schweren Kämpfen und in beharrlicher Arbeit errungen. Der dem Untergang geweihte Feind wirft die letzten Kräfte in den Kampf und setzt sich verzweifelt zur Wehr, um der strengen Sühne zu entgehen. Er greift jetzt zu den äußersten und gemeinsten Kampfmitteln und wird das auch weiterhin tun. Es gilt daher, daran zu denken: je näher unser Sieg, desto größer muss unsere Wachsamkeit, desto stärker müssen unsere Schläge gegen den Feind sein.

Im Namen der Sowjetregierung und unserer ruhmreichen bolschewistischen Partei begrüße und beglückwünsche ich euch zum 27. Jahrestag der Roten Armee! In Würdigung der großen Siege, die von den Streitkräften des Sowjetstaates im abgelaufenen Jahre errungen wurden,

BEFEHLE ICH:

Heute, am 23. Februar, am 27. Jahrestag der Roten Armee, um 20 Uhr ist in Moskau, Leningrad, Kiew, Minsk, Petrosawodsk, Tallinn, Riga, Vilnius, Kischinew, Tbilissi, Stalingrad, Sewastopol, Odessa und Lwow ein Salut von 20 Artilleriesalven zu feuern.

Es lebe unsere siegreiche Rote Armee!

Es lebe unsere siegreiche Kriegsmarine!

Es lebe unsere machtvolle Sowjetheimat!

Ewiger Ruhm den Helden, die im Kampfe für die Freiheit und Unabhängigkeit unserer Heimat gefallen sind!

Tod den deutschen Okkupanten!

Der Oberste Befehlshaber
Marschall der Sowjetunion
J. Stalin

 

Befehl des Genossen Stalin zum

28. Jahrestag des Bestehens der Roten Armee

 

TAGESBEFEHL DES KOMMISSARS
FÜR VERTEIDIGUNG DER UDSSR
NR. 8

23. Februar 1946

 

Genossen Rotarmisten und rote Matrosen, Unteroffiziere, Offiziere und Generale!

Wir feiern heute den 28. Jahrestag der Gründung der Roten Armee.

Die Rote Armee begeht ihren 28. Jahrestag im Vollbesitz ihrer Kräfte, geschmückt mit dem Glanz der Siege, die sie über die deutschen und japanischen Imperialisten errungen hat. Die Rote Armee war in einen langwierigen und schwierigen Krieg verwickelt, aus dem sie jedoch als eine Armee ersten Ranges hervorgegangen ist, ausgestattet mit hohen moralischen und kämpferischen Eigenschaften, mit ganz modernen Waffen und mit äußerst erfahrenen und im Kampf gestählten Kadern. Im Krieg gegen die faschistischen Eindringlinge hat sich erwiesen, dass die Rote Armee auf der Höhe ihrer Aufgaben steht. Sie hat sich als treuer und solider Verteidiger der Interessen des sowjetischen Staates erwiesen. Unsere Soldaten, Offiziere und Generale haben das Vertrauen des Volkes gerechtfertigt und ihre Pflicht gegenüber dem Vaterland mit Ehre erfüllt. Die sowjetischen Menschen haben sich mit eigenen Augen davon überzeugt, dass sie der Roten Armee unbesorgt vertrauen können. Alle Völker unseres Landes sind mit Recht stolz auf ihre Armee, auf deren Siege. Sie ehren das heilige Andenken an die gefallenen Helden, die in den Kämpfen für das Vaterland den Heldentod gestorben sind.

Die bemerkenswerten Siege der Roten Armee erklären sich vor allem dadurch, dass sie eine echte Volksarmee ist, die die Interessen ihres Volkes verteidigt. Die sowjetischen Menschen lieben ihre Armee glühend und tragen ständig Sorge für die Stärkung ihrer Kampfkraft. Diese Sorge kam am lebendigsten in den schwierigen Jahren des Großen Vaterländischen Krieges zum Ausdruck. Unser ganzes Volk hat ohne Rast und Ruhe, Tag und Nacht, für die Front und für den Sieg gearbeitet. Ohne die aufopferungsvolle Arbeit der Arbeiter, Bauern und Intellektuellen, ohne ihre materielle und moralische Unterstützung hätte die Rote Armee den Feind nicht besiegen können.

Die Siege der Roten Armee erklären sich ferner aus der Tatsache, dass die Kommunistische Partei sich um sie kümmert und sie erzieht. Die Lehren des großen Lenin befolgend hat das sowjetische Volk unter der Führung der Kommunistischen Partei unser Land aus einem rückständigen Land in ein fortgeschrittenes Land, aus einem Agrarland in ein Industrieland umgewandelt. Dadurch erst wurden alle notwendigen materiellen Möglichkeiten für einen siegreicher. Kampf der Roten Armee gegen ihre Feinde geschaffen. Während des Großen Vaterländischen Krieges hat die Kommunistische Partei unser Land zu einem einzigen militärischen Lager zusammengeschlossen. Sie hat sämtliche Anstrengungen des Volkes und der Armee auf ein einziges gemeinsames Ziel gelenkt: die Vernichtung des Feindes. Die Kommunistische Partei erklärte den sowjetischen Soldaten den Sinn und die Ziele des Krieges. Sie entwickelte bei den Soldaten die Liebe zur Heimat, sie stärkte ihren Kampfgeist, sie beflügelte sie zu Unerschrockenheit und Disziplin. Alles das war eine wichtige Bedingung unseres Sieges.

Nachdem der Krieg mit dem Sieg über die Feinde beendet wurde, ist die Sowjetunion in eine neue Periode eingetreten, eine friedliche Periode ihrer ökonomischen Entwicklung, Zurzeit steht vor dem sowjetischen Volk eine Aufgabe: die erreichten Positionen zu sichern und dann weiter voranzuschreiten zu einem neuen ökonomischen Aufschwung. Wir können uns nicht damit begnügen, einfach die erreichten Positionen zu sichern, denn das würde zur Stagnation führen. Wir müssen weiter voranschreiten, um die Bedingungen für einen neuen und machtvollen Aufschwung der Volkswirtschaft zu schaffen. Wir müssen in der kürzest möglichen Frist die Wunden heilen, die der Feind unserem Land zugefügt hat, und das Vorkriegsentwicklungsniveau der Volkswirtschaft wieder erreichen, damit wir in naher Zukunft dieses Niveau beträchtlich steigern, das materielle Wohlergehen des Volkes verbessern und die ökonomische und militärische Macht des sowjetischen Staates noch mehr verstärken können.

Unter diesen neuen Bedingungen muss die Rote Armee die friedliche, schöpferische Arbeit des sowjetischen Volkes wachsam beschützen, die Interessen des Staates des Sowjetunion wirksam sichern und die Grenzen unseres Vaterlandes für Feinde unantastbar machen.

Während des Krieges war es die Hauptaufgabe der Soldaten, Offiziere und Generale der Roten Armee, den Sieg zu erringen und alle ihre Kräfte und Kenntnisse für die vollständige Vernichtung des Feindes einzusetzen. Im Frieden besteht die erste Aufgabe von ausnahmslos allen Soldaten, Offizieren und Generalen darin, ohne Unterlass ihre militärischen und politischen Kenntnisse zu vervollkommnen.

Alle Soldaten und Unteroffiziere der Roten Armee müssen ohne Unterlass die Kriegskunst studieren, sie müssen ihre Waffen kennen lernen, sie müssen ihre Pflichten im Dienst einwandfrei erfüllen. Die Offiziere müssen - heute mehr denn je - ihre Untergebenen gut ausbilden und erziehen können.

Im Krieg haben die Offiziere und Generale der Roten Armee die Kunst der Truppenführung auf dem Schlachtfeld gut gemeistert. Jetzt müssen sich die Offiziere und Generale vollständig die Kunst zu eigen machen, die Truppen im Frieden auszubilden und zu erziehen.

Der Große Vaterländische Krieg hat viel Neues in der Kriegskunst hervorgebracht. Die auf den Schlachtfeldern erworbene Kampferfahrung stellt einen reichen Schatz für die Ausbildung und Erziehung der Truppe dar. Deshalb muss die gesamte Ausbildung der Armee auf der klugen Auswertung der Erfahrung dieses Krieges basieren. Es ist ebenso notwendig, diese Erfahrung auf allen Gebieten für die theoretische Schulung der Offizierskader und für die Weiterentwicklung der sowjetischen Militärwissenschaft fruchtbar zu machen. Man darf niemals vergessen, dass sich die Kriegskunst ständig und schnell entwickelt. Die Rote Armee hat die Pflicht, die Entwicklung der Kriegskunst nicht nur zu verfolgen, sondern auch diese Entwicklung voranzutreiben.

Die Rote Armee ist mit erstklassigem Material ausgerüstet. Es bildet die Basis ihrer Kampfkraft. Es geht darum, dieses Material völlig zu kennen, sich dieses Materials kunstvoll zu bedienen und es zu hüten wie den eigenen Augapfel.

Erfolge bei der Ausbildung und Erziehung der Truppe sind ohne feste Disziplin und strikte militärische Ordnung nicht zu erreichen. Diese aufrechtzuerhalten ist das hauptsächliche Anliegen aller Maßnahmen der Armee. Unsere Führungskader, einschließlich der Adjudanten und Sergeanten, die die unmittelbaren Vorgesetzten und Erzieher der Soldaten der Roten Armee sind, müssen in erster Linie die Stützen von Disziplin und Ordnung sein. Die Soldaten, Offiziere und Generale der Roten Armee haben große Verdienste um das Volk und das Vaterland erworben. Das darf jedoch nicht zu Eitelkeit oder Selbstzufriedenheit führen. Nicht aufgrund seiner Verdienste hochmütig werden, sondern auf seinem Posten gewissenhaft arbeiten und alle seine Kräfte und Kenntnisse in den Dienst der Roten Armee stellen - das wird von jedem sowjetischen Soldaten verlangt.

Genossen Rotarmisten und rote Matrosen, Unteroffiziere, Offiziere und Generale!

Im Namen der sowjetischen Regierung und unserer Kommunistischen Partei grüße ich Euch und spreche Euch anlässlich des 28. Jahrestages der Gründung der Roten Armee meinen Glückwunsch aus.

Zur Feier des Tages der Roten Armee befehle ich, heute, am 23. Februar, in der Hauptstadt unseres Vaterlandes, in Moskau, in den Hauptstädten der Unionsrepubliken und in den Heldenstädten Leningrad, Stalingrad, Sewastopol und Odessa einen Salut von zwanzig Artilleriesalven abzufeuern.

Es lebe unsere siegreiche Rote Armee!

Es lebe unsere siegreiche Kriegsmarine!

Es lebe unsere ruhmreiche Kommunistische Partei! Es lebe das große sowjetische Volk!

Es lebe unser mächtiges Vaterland!

Der Volkskommissar für die Verteidigung der UdSSR
und Generalissimus der Sowjetunion


J. Stalin

 

 

 Veröffentlichung der Komintern (SH)

 

Der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion

1941 - 1945 

(erster Teil - Beginn 22. Juni 1941)

 

ÜBER DEN GROSSEN
VATERLÄNDISCHEN
KRIEG
DER SOWJETUNION

(1946)

 

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3. Juli 1941 ... Rundfunkrede
6. November 1941 ... Der 24. Jahrestag der Grossen Sozialistischen Oktoberrevolution
7. November 1941 ... Rede bei der Parade der Roten Armee auf dem Roten Platz in Moskau
23. Februar 1942 ... Befehl Nr. 55 des Volkskommissars für Verteidigung
1. Mai 1942 ... Befehl Nr. 130 des Volkskommissars für Verteidigung
3. Oktober 1942 ... Antworten des Genossen J.W. Stalin auf die Fragen des Berichterstatters der amerikanischen Presseagentur Associated Press
6. November 1942 ... Der 25. Jahrestag der Grossen Sozialistischen Oktoberrevolution
7. November 1942 ... Befehl Nr. 345 des Volkskommisars für Verteidigung
13. November 1942 ... Antworten des Genossen J.W. Stalin auf die Fragen des Berichterstatters der amerikanischen Presseagentur Associated Press
25. Januar 1943 ...

Befehl des obersten Befehlshabers an die Truppen der Südwest-, der Süd-, der Don-, der Nordkaukasus-, der Woronesh-, der Kalinin-, der Wolchi- und der Leningrader Fromnt

2. Februar 1943 ... Befehl des obersten Befehlshabers an die Truppen der Donfront
23. Februar 1943 ... Befehl Nr. 95 des obersten Befehlshabers
1. Mai 1943 ... Befehl Nr. 195 des obersten Befehlshabers
4. Mai 1943 ... Antworten des Genossen J.W. Stalin auf die Fragen des Berichterstatters der amerikanischen Zeitung "New York Times" und der englischen Zeitung "Times"
9. Mai 1943 ... Begrüßungstelegramme des Genossen J.W. Stalin an Herrn W. Churchill und Herrn F. Roosevelt anlässlich des Sieges der englischen und amerikanischen Truppen in Nordafrika
28. Mai 1943 ... Antwort des Genossen J.W. Stalin auf die Frage des Hauptberichterstatters der englischen Presseagentur Reuter
6. November 1943 ... Der 26. Jahrestag der Grossen Sozialistischen Oktoberrevolution
7. November 1943 ... Befehl Nr. 309des obersten Befehlshabers
23. Februar 1944 ... Befehl Nr. 16 des obersten Befehlshabers
1. Mai 1944 ... Befehl Nr. 70 des obersten Befehlshabers
13. Juni 1944 ... Antwort des Genossen J.W. Stalin auf die Frage des Berichterstatters der "Prawda"
20. August 1944 ... Befehl Nr. 152 des obersten Befehlshabers
6. November 1944 ... Der 27. Jahrestag der Grossen Sozialistischen Oktoberrevolution
7. November 1944 ... Befehl Nr. 220 des obersten Befehlshabers
19. November 1944 ... Befehl Nr. 225 des obersten Befehlshabers
23. Februar 1945 ... Befehl Nr. 5 des obersten Befehlshabers
21. April 1945 ... Rede des Genossen J.W. Stalin bei der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Sowjetunion und der Polnischen Republik über Freundschaft, gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit nach dem Kriege
27. April 1945 ... Befehl des obersten Befehlshabers an die kämpfenden Truppen der Armee
27. April 1945 ... Ansprache des obersten Befehlshabers Marschall der Sowjetunion J.W. Stalin an die Rote Armee und die Truppen der Verbündeten
1. Mai 1945 ... Befehl Nr. 20 des obersten Befehlshabers
9. Mai 1945 ... Ansprache des Genossen J.W. Stalin an das Volk
9. Mai 1945 ... Befehl des Obersten Befehlshabers an die Truppen der Roten Armee und die Kriegsmarine
24. Mai 1945 ... Rede des Genossen J.W. Stalin beim Empfang im Kremel zu Ehren der Befehlshaber der Truppen der Roten Armee
22. Juni 1945 ... Befehl Nr. 370 des Obersten Befehlshabers
22. Juli 1945 ... Befehl Nr. 371 des Obersten Befehlshabers an die Truppen der Roten Armee und die Kriegsmarine der UdSSR
19. August 1945 ... Befehl Nr. 51 des Obersten Befehlshabers
2. September 1945 ... Ansprache des Genossen J.W. Stalin
3. September 1945 ... Befehl Nr. 373 des Obersten Befehlshabers an die Truppen der Roten Armee und die Kriegsmarine

 

 

 

Der Sieg über den Faschismus - ein Werk des Kampfes
und der Opfer aller Völker der antifaschistischen Koalition

(Zeri i Popullit vom 20. April 1975)

 

 

Flublatt der Roten Armee an die deutschen Soldaten der Ostfront:

24. Jahrestag der Roten Armee

23. Februar 1942

 

 

"Dieses Flugblatt gilt als Passagierschein für deutsche Soldaten und Offiziere, die sich der Roten Armee gefangen geben"

"Deutscher Soldat! Gib dich freiwillig gefangen!"

Allen, die sich der Roten Armee gefangen geben, wird garantiert:

das Leben, gute Behandlung und die Heimkehr nach Kriegsende"

 

 

 

STALINGRAD

Wassilij Grossmann

 

 

 

Die Schlacht um Stalingrad

Nikolai Wirta

 

 

Proletarier aller Länder, vereinigt euch !

GESCHICHTSFÄLSCHER

[ Eine historische Richtigstellung ]

 

veröffentlicht vom Informationsbüro der Sowjetunion

Lenins und Stalins

Moskau 1948

 

 

Der Große Vaterländische Krieg und die

Zerschlagung des Hitlerfaschismus durch die Sowjetarmee 

[ internes Schulungsmaterial der KPD , ca. 1948 - seltenes Dokument - elektronische Ersveröffentlichung der Komintern (SH) ] 

Teil 1 

Teil 2

 

 

RED ARMY SINGS

 

 

FILM

SOVIET RED ARMY KALASHNIKOV RIFLE & MACHINE GUN AK-47 TRAINING

 

 



 

Clara Zetkin: Gruß an die Rote Armee

 

[Prawda (Moskau), Nr. 44 vom 23. Februar 1926. Nach Für die Sowjetmacht. Artikel, Reden und Briefe 1917-1933, S. 361]

Der 8. Jahrestag der Roten Armee steht im Zeichen des Locarno-Vertrages. Dieser Vertrag bedeutet, dass sich die imperialistischen Länder mit aller Kraft gegen die Sowjetunion, den einzigen friedliebenden Staat der Welt, bewaffnen. Die Rote Armee ist ein unüberwindliches Bollwerk der Sowjetunion. Hinter ihren eisernen Mauern vollzieht sich der wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aufbau des Sozialismus. Die Aufklärungs-Organisationen der Roten Armee sind eine der Quellen, aus denen dieser Aufbau Lebenskräfte schöpft. Die herzlichsten Wünsche den Verteidigern des Friedens, den Organisatoren des Aufbaus, ihren militärischen Beschützern! Es lebe die Rote Armee!

Clara Zetkin

 

Die Baltische Flotte an die internationale Arbeiterklasse

 

[Nach Bote der Russischen Revolution. Organ der ausländischen Vertretung des Zentralkomitees der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki) Nr. 7, 27. Okt. 1917, S. 1]

Unterdrückte aller Länder! Brüder!

In der Schicksalsstunde, da in unseren Ohren die Kampfsignale, die Todessignale gellen, verstärken wir unseren Ruf, senden wir Euch unsere Grüße und unseren letzten Willen. Angegriffen von der mächtigen deutschen Flotte, gehen unsere Kriegsschiffe dem Untergange im ungleichen Kampfe entgegen. Kein einziges von ihnen weicht dem Kampfe aus und kein einziger Matrose wird auf Land Rettung suchen.

Die verunglimpfte, die verleumdete Flotte wird ihre Pflicht vor der großen Revolution erfüllen. Wir haben uns verpflichtet, die Front zu halten und die Zugänge zu Petrograd zu verteidigen. Wir werden die übernommenen Verpflichtungen erfüllen.

Nicht auf Geheiß irgend eines armseligen russischen Bonaparte erfüllen wir sie, dem nur die maßlose Geduld der russischen Revolution die Herrschaft überlässt. Nicht der Verträge unserer Regierung mit dem Alliierten wegen, die Handschellen der russischen Freiheit anlegen, gehen wir in den Kampf. Wir folgen dem Rufe unseres revolutionären Bewusstseins. Wir gehen in den Tod mit dem Namen der großen Revolution in unserem heißen Herzen, und auf unseren Lippen, die nicht erbleichen.

Die russische Flotte stand immer in den ersten Reihen der Revolution. Die Namen der Matrosen sind mit goldenen Lettern eingezeichnet im Buche der Geschichte des Kampfes mit dem verfluchten Zarismus. In den Tagen der Revolution schritten die Matrosen in den ersten Reihen der Kämpfer für unsere letzten Ziele, für die Befreiung aller Mühseligen. Und dieser Kampf mit den eigenen Ausbeutern, diesen Kampf auf Leben und Tod, gibt uns das heilige Recht, Euch Proletarier aller Länder mit starker Stimme, mit der Stimme derer, die dem Tode in die Augen blicken, zum Aufstand gegen die Unterdrücker aufzufordern. Streift die Ketten ab, Ihr Unterdrückten! Steht auf zum Kampf! Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten.

Wir glauben an den Sieg der Revolution, von diesem Sieg sind wir erfüllt. Wir wissen, dass unsere Brüder in der Revolution ihre Pflicht bis zu Ende erfüllen werden, bis zum letzten Kampf auf den Barrikaden. Wir wissen, dass entscheidende Kämpfe nahen. Ein großer Kampf entbrennt. Schon zeigen sich auf dem Horizonte die Lohen des Aufstandes der unterdrückten Völker.

Im Augenblick, wo die Wellen des Baltischen Meeres sich mit dem Blute unserer Brüder färben, wo sich die Wellen über ihnen zusammenschließen, erheben wir unsere Stimme. Von Todeszuckungen schon ergriffen, senden wir Euch, Unterdrückte aller Länder, den heißen Ruf:

Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!

Steht auf, Ihr Unterdrückten!

Es lebe die Weltrevolution!

Es lebe der gerechte allgemeine Frieden!

Es lebe der Sozialismus!

Der zweite Kongress der Baltischen Flotte.

Der zweite Kongress der Baltischen Flotte fand statt, als die Nachricht von den deutschen Operationen im Baltischen Meer kam. Die Mitglieder des Kongresses eilten darauf zu ihren Schiffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MILITÄRPROGRAMM

der sozialistischen Weltrevolution

"Dreht die Gewehre um !" 

20 militärische Leitsätze der Komintern (SH)

beschlossen am 9. 9. 2016

geschrieben von Wolfgang Eggers

Die Rote Weltarmee

 

„Keine Armee vermag im Krieg ohne einen erfahrenen Stab auszukommen, wenn sie nicht einer Niederlage entgegengehen will. Ist es nicht klar, dass das Proletariat erst recht nicht ohne einen solchen Stab auskommen kann, wenn es sich nicht seinen Todfeinden mit Haut und Haar ausliefern will? Aber wo ist dieser Stab? Dieser Stab kann nur die revolutionäre Partei des Proletariats sein. Die Arbeiterklasse ohne revolutionäre Partei – das ist eine Armee ohne Stab. Die Partei ist der Kampfstab des Proletariats“ (Stalin, „Fragen des Leninismus“, Seite 88 deutsche Ausgabe, Moskau 1947).

Die Komintern (SH) ist der Kampfstab des Weltproletariats.

Für die proletarische Weltrevolution, die eine Fortsetzung des politischen Kampfes mit gewaltsamen Mitteln unvermeidlich macht, schafft sich das Weltproletariat unvermeidlich internationale militärische Kampforgane und wendet unvermeidlich internationale militärische Kampfformen an.

Die sozialistische Revolution der gesamten Klasse des Weltproletariats setzt die Bewaffnung der Klasse des Proletariats in (fast) jedem einzelnen Land voraus.

Unter Führung der Komintern (SH) schafft sich das Weltproletariat seine rote Weltarmee mit ihren militärischen Abteilungen in jedem Land der Welt.

Damit die Proletarier aller Länder gegen die Bourgeoisie aller Länder einen revolutionären Krieg führen können, muss eine revolutionäre Weltarmee gegen die konterrevolutionäre Weltarmee aufgestellt werden.

Eine revolutionäre Armee, die heute unter globalisierten Bedingungen siegreich sein will, muss ihrem Wesen nach nicht nur internationalistisch sein, sondern auch international geführt werden, geführt von der Komintern (SH).

Die Rote Weltarmee ist der konzentrierte organisatorische Ausdruck der konsequenten Fortsetzung der weltrevolutionären Politik der Kommunistischen Internationale (Stalinisten-Hoxhaisten) mit militärischen Mitteln.

Die Rote Weltarmee ist eine Armee, die in der stalinistisch-hoxhaistischen Ideologie geformt und gestählt ist. In der Roten Weltarmee gilt das Kommando der Komintern (SH), was nichts Anderes bedeutet, als dass die ideologisch-politischen Organe des Weltproletariats den militärischen Organen absolut übergeordnet sind. Die Partei befehligt die Armee und niemals umgekehrt.

Unsere internationalen militärischen Kampfformen sind die Fortsetzung unserer internationalen politischen Kampfformen mit internationalen bewaffneten Mitteln. Neben der regulären Roten Weltarmee werden auch eigenständige bewaffnete Kampfverbände geschaffen, zum Beispiel Parteisaneneinheiten usw.

Die militärischen Kampforgane werden nach dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution in bewaffnete Staatsorgane der Diktatur des Weltproletariats umgewandelt.

Wir rekrutieren die proletarische Rote Weltarmee vorwiegend aus Arbeitern und armen Bauern, aber auch aus allen anderen Klassen. Wir nehmen insbesondere Soldaten (Überläufer) der konterrevolutionären Armeen in die Rote Weltarmee auf.

„Revolutionäre Armee – das ist auch ein sehr großes Wort. Sie zu schaffen ist ein schwieriger, komplizierter und langwieriger Prozess. Wenn wir aber sehen, dass dieser Prozess schon begonnen hat und überall abschnittweise, stückweise vor sich geht, wenn wir wissen, dass ohne eine solche Armee ein wirklicher Sieg der Revolution unmöglich ist, dann müssen wir eine entschiedene und direkte Losung aufstellen, sie propagieren und zum Prüfstein der aktuellen politischen Aufgaben machen." (Lenin, Band 9, Seite 366-367)

Die militärische Befreiung des Weltproletariats ist eine unabdingbare Voraussetzung für seine ökonomische und soziale Befreiung. Die weltrevolutionäre Rolle der proletarischen Weltarmee erschöpft sich also nicht in Befreiung und Machtergreifung, sondern dient schließlich der Errichtung und Verteidigung der sozialistischen Weltordnung, wird zum festen Bestandteil der Weltdiktatur des Proletariats, wird zur Armee der proletarischen Weltdiktatur, von einer Weltarmee Unterdrückter und Ausgebeuteter zu einer Armee Befreiter und Herrschender, erhält sie eine neue Qualität. Ihre Rolle gilt erst dann als erfüllt, wenn es nicht nur keine kapitalistische Weltordnung mehr gibt, sondern wenn die Gefahr der Restauration jeglicher kapitalistischen Ordnung für immer gebannt ist, wenn die Menschen auf dieser Welt nicht mehr andere ausbeuten und unterdrücken und dies auch nicht mehr können.

So wie der politische Klassenkampf die ökonomische Befreiung des Weltproletariats zum Ziel hat, so hat auch der militärische Klassenkampf das Ziel der militärischen Zerschlagung der internationalen Konterrevolution zur Erringung der politischen Herrschaft des Weltproletariats, ohne die die eigentliche soziale und ökonomische Umgestaltung der Welt des Kapitalismus in die Welt des Sozialismus nicht durchgeführt werden kann.

Ohne die Organisierung seiner Bewaffnung kann das Weltproletariat die imperialistische Armee der Weltbourgeoisie nicht schlagen. Ohne eine vereinigte, globale militärische Strategie und Taktik wird es den revolutionären Armeen in einzelnen Ländern nicht gelingen, die Macht auf Dauer zu behaupten. Ohne sie ist der revolutionäre nationale Befreiungskampf der Völker letztendlich nicht siegreich zu Ende zu führen. Ohne sie kann die Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege nicht beseitigt werden. Ohne sie kann der Sozialismus nicht weltweit aufgebaut geschweige denn in einzelnen Ländern auf Dauer verteidigt und behauptet werden. Mit der ideologischen, politischen und militärischen Waffe ausgestattet wird das Weltproletariat den kürzesten Weg zum Kommunismus nehmen. Die internationale Proletarierarmee ist die einzige Armee der Welt, die nicht nur alle Armeen der Welt besiegen kann, sondern eines Tages überhaupt jegliche Armee überflüssig macht, einschließlich sich selbst. Sie ist eine Armee zur endgültigen Abschaffung der Armee. In einer Gesellschaft, in der die Klassen abgeschafft werden, brauchen die Menschen auch keine Waffen mehr, die einst der Befreiung einer Klasse bzw der Errichtung und Aufrechterhaltung ihrer Macht gedient hatten. Diese proletarische Weltarmee wird dafür sorgen, sich eines Tages selbst überflüssig zu machen,und sich aufzulösen, weil kein Mensch mehr die Waffe gegen einen anderen Menschen erheben wird, einer Zukunft, in der die Waffen nur noch im Museum der Menschheitsgeschichte zu finden sein werden. In der Übergangsperiode, in der zu schaffenden sozialistischen Weltordnung, wird die Aufrechterhaltung der proletarisch-revolutionären Weltarmee jedoch noch sehr lange, und zwar so lange notwendig bleiben, bis die Gefahr der Restauration des Kapitalismus, der Zurückeroberung der Macht der Bourgeoisie in einem Land, bzw. der Wiedergeburt der Bourgeoisie im Weltmaßstab, der Wiedererrichtung des Weltimperialismus endgültig gebannt ist.

Die globalisierte Konterrevolution erzeugt unvermeidlich die Globalisierung des organisierten, bewaffneten Weltproletariats. Die einzelnen roten Soldaten aller Länder bilden ja nur insofern eine Weltarmee, als sie einen gemeinsamen Krieg gegen die Armee der Weltbourgeoisie zu führen haben.

Die Proletarier aller Länder werden erkennen, dass sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Waffen vereinigen müssen.

Für die sozialistischen Revolution in "einem" Land - in der ersten Periode des Sozialismus - spielte das revolutionäre Weltproletariat die Rolle einer Reserve.

Für die sozialistische Weltrevolution, für den revolutionären Weltkrieg, für den globalen Bürgerkrieg, für den internationalen Klassenkrieg - in der zweiten Periode des Sozialismus - verwandelt sich die bewaffnete Rolle des Weltproletariats aus einer Reserve in die entscheidende revolutionäre Haupttriebkraft für alle Werktätigen in jedem einzelnen Land.

Weder die Weltarmee, noch die einzelnen Abteilungen dieser Weltarmee in jedem Land, sind als etwas Passives zu betrachten, die lediglich dazu berufen sind, internationalistische Unterstützung von außen anzunehmen. Sie sind gleichzeitig innerer Teil eines eigenständigen, aktiven, zentralisierten Gesamtsystems der organisierten revolutionären Waffen des Weltproletariats, gleichzeitig zugehöriges Teil einer international-vereinheitlichten kommunistischen Kriegsmaschinerie. In jedem Land kämpft eine Abteilung der internationalen Armee des Weltproletariats. Wir brauchen die revolutionäre proletarische Armee in allen Ländern der Welt, Armeen, die miteinander vernetzt sind und einen gemeinsamen, vereinigten, zentralistischen Kampfstab besitzen, um globalisiert operieren zu können.

Es ist notwendig, dass die bolschewistische Armee der Kommunistischen Internationale eine eiserne proletarische Disziplin entwickelt, die auf der Grundlage der ideologischen Einheit des proletarischen Internationalismus, der Klarheit und Ziele der revolutionären Weltbewegung, die Einheit des praktischen Handelns und des bewussten Verhaltens jedes einzelnen roten Weltsoldaten zu den Aufgaben der ganzen Armee beruht.

Fahneneid der Roten Weltarmee:

Ich leiste beim Eintritt in die Reihen der Roten Weltarmee den Fahneneid und schwöre feierlich, stets ein ehrlicher, tapferer, disziplinierter, wachsamer Soldat zu sein, Militärgeheimnisse streng zu wahren, alle militärischen Dienstanordnungen und Befehle der Kommandeure, Kommissare und Vorgesetzten widerspruchslos auszuführen.

Ich schwöre, die proletarische Kriegskunst gewissenhaft zu erlernen, das proletarische Eigentum mit allen Kräften zu hüten und der Sache des Kommunismus bis zum letzten Atemzug treu zu sein.

Ich bin immer bereit, auf Befehl der Komintern (SH) für die Verteidigung des Kommunismus einzutreten und schwöre als Soldat der Roten Weltarmee, für die sozialistische Weltrevolution tapfer, umsichtig, mit Ehre und Würde zu kämpfen und sie ebenso zu verteidigen, ohne mein Blut oder sogar mein Leben zu schonen, zur Erringung eines vollen Sieges über die Feinde.

Wenn ich diesen meinen feierlichen Eid jedoch böswillig breche, so mögen mich die strenge Strafe der revolutionären Gesetzlichkeit, der allgemeine Hass und die Verachtung der Werktätigen treffen“


 

"Entweder die Komintern (SH) schafft eine echte Rote Weltarmee, eine streng disziplinierte reguläre Armee, um die Sozialistische Weltrepublik im jeden Winkel der Welt zu verteidigen , oder sie tut es nicht, und dann wird es keinen Aufbau des Weltsozialismus geben." (Komintern (SH) 

 


Über die marxistisch-leninistischen Grundlagen der weltproletarischen Militärwissenschaft und der weltrevolutionären Klassenkriegskunst“

Wolfgang Eggers

(Schulungsmaterial der Komintern [SH])