Der Trotzkismus ist die Ideologie der 5. Kolonne gegen die sozialistische Weltrevolution

Nieder mit dem Trotzkismus !

Es leben die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus !

Es lebe die sozialistische Weltrevolution !

 

 


 

LENIN

GEGEN DEN TROTZKISMUS

 

 

 

 

TROTZKI

 

 

 

STALIN

GEGEN DEN TROTZKISMUS

Texte und Zitate zusammengestellt von Wolfgang Eggers

am 6. 7. 2016

 

 

“Es ist die Pflicht der Partei, den Trotzkismus als ideologische Strömung zu begraben.” – Josef Stalin

 

 

Resolution des 9. Plenums des EKKI

ÜBER DIE TROTZKI-OPPOSITION

15. Februar 1928 Resolutionen und Beschlüsse, IX Plenum, p. 5

vorgelegt von Ernst Thälmann

 

 

Zentralkomitee der KPdSU(B)

Die Lehren aus den Ereignissen im Zusammenhang mit dem Meuchelmord am Genossen Kirow

(Interner Brief des ZK der KPdSU, 18. Januar 1935)

 

 

Zentralkomitee der KPdSU(B)

 

Über die terroristische Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewistischen konterrevolutionären Blocks

 

(Interner Brief des ZK der KPdSU, Juli 1936)

 

 

PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES TROTZKISTISCH-SINOWJEWISTISCHEN
TERRORISTISCHEN ZENTRUMS

VERHANDELT VOR DEM MILITÄRKOLLEGIUM
DES OBERSTEN GERICHTSHOFES DER UdSSR

VOM 19.-24. AUGUST 1936

 

gegen
G. J. Sinowjew, L. B. Kamenew, G. J. Jewdokimow, I. N. Smirnow, I. P. Bakajew, W. A. Ter-Waganjan,
S. W. Mratschkowski, J. A. Dreitzer, E. S. Golzman, I. I. Reingold, R. W. Pikel, V. P. Olberg,
K. B. Berman-Jurin, Fritz David (I. I. Krugljanski), M. Lurie und N. Lurie

angeklagt gemäß Artikel 58-8 ,19 und 58-8, 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR

 

 

 

PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE
DES SOWJETFEINDLICHEN
TROTZKISTISCHEN ZENTRUMS

 

VERHANDELT VOR DEM MILITÄRKOLLEGIUM
DES OBERSTEN GERICHTSHOFES DER UdSSR

VOM 23.-30. JANUAR 1937

gegen
J. L. Pjatakow, K. B. Radek, G. J. Sokolnikow, L. P. Serebrjakow, N. I. Muralow, J. A. Liwschitz,
J. N. Drobnis, M. S. Boguslawski, I. A. Knjasew, S. A. Rataitschak, B. O. Norkin, A. A. Schestow,
M. S. Stroilow, J. D. Turok, I. J. Hrasche, G. J. Puschin und V. W. Arnold

angeklagt des Vaterlandsverrats, der Spionage, Diversionstätigkeit, Schädlingsarbeit
und der Vorbereitung terroristischer Akte, d. h. der Verbrechen
gemäß Artikel 58 1a, 58 8, 58 9, 58 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR

VOLLSTÄNDIGER STENOGRAPHISCHER BERICHT

 

 

 

PROZESSBERICHT ÜBER DIE STRAFSACHE DES ANTISOWJETISCHEN
„BLOCKS DER RECHTEN UND TROTZKISTEN"

VERHANDELT VOR DEM MILITÄRKOLLEGIUM
DES OBERSTEN GERICHTSHOFES DER UdSSR

VOM 2.-13. März 1938

gegen
N. I. Bucharin, A. I. Rykow, G. G. Jagoda, N. N. Krestinski, Ch. G. Rakowski, A. P. Rosengolz,
W. I. Iwanow, M. A. Tschernow, G. F. Grinko, I. A. Selenski, S. A. Bessonow, A. Ikramow,
F. Chodshajew, W. F. Scharangowitsch, P. T. Subarew, P. P. Bulanow, L. G. Lewin, D. D. Pletnjow,
I. N. Kasakow, W. A. Maximow-Dikowski und P. P. Krjutschkow

angeklagt der Verbrechen, vorgesehen in den Artikeln 58-1a, 58-2, 58-7, 58-8, 58-9 und 58-11
des Strafgesetzbuches der RSFSR, und gegen Iwanow, Selenski und Subarew außerdem
der Verbrechen gemäß Artikel 58-13 des Strafgesetzbuches der RSFSR.

VOLLSTÄNDIGER STENOGRAPHISCHER BERICHT

 

 

 

 

 

 

Michael Sayers

 Albert E. Kahn

Die große Verschwörung

 

 

Stalin oder Trotzki ?

Max Seydewitz

 

 

 

 

 

 

 

 

Die heutige revolutionäre Bewegung und der Trotzkismus

Agim Popa

Albanien Heute, 5/1972

 

 

 

 

"Über die Grundlagen und zu den Fragen des Stalinismus"

(Auszüge)

Gegen den Trotzkismus

 

 

 

 

 

Leitartikel "Roter Morgen"

Mai - Juni 1986

Kommunismus und Trotzkismus

sind

wie Feuer und Wasser

 

 

 

 

Die Generallinie

zur

Verteidigung des Marxismus-Leninismus

gegen den Trotzkismus und Zentrismus,

gegen das Spaltertum und Versöhnlertum

 

 

 

 

 


Betreibt unsere

spanische Bruderpartei PCE (ML) insgeheim die

Gründung einer "4 1/2 - Internationale" ?


Kritische Anmerkungen zum Artikel

von Elena Odena - Mitbegründerin der PCE (ML)


(Elena Odenas Artikel wurde veröffentlicht in "La Forge" (ZO der PCOF),

Nr 147 – 15. - 30. November 1985)

 

 

Die Kieler Erklärung“ vom 3. März 1985

 

Weg der Partei“ Nr. 1 – April 1985 parteiinterne

 

 

 

 

 

 

Parteikonferenz in Frankfurt – 7./8. September 1985

 

 

 

1985

Offener Brief des Koordinationskomitees an die Genossen“, verfasst vom Genossen Wolfgang Eggers, in Anschluss an die Frankfurter Konferenz

 

 

 

Kommuniqué

14 Thesen zum weiteren Parteiaufbau

 

 

 

 

 

 

Gegendarstellung zur „Ausschlusserklärung“ der Möllergruppe vom 1.1. 1986

 

 

 

 

Die KPD schreitet auf ihrem revolutionären, marxistisch-leninistischen Weg weiter vorwärts

(Theoretisches Organ: Weg der Partei Nr. 1 – 1986)

Wolfgang Eggers

 

 

 



Überblick über Trotzkistische Gruppen und Organisationen

Beitrag der deutschen Sektion der Komintern (SH)

 

 

Eine historische Abrechnung mit den heutigen Gegnern unserer stalinistisch-hoxhaistischen Sozialfaschismus-These

 

Es darf die historische Tatsache nicht vergessen werden, dass die Sozialfaschisten es waren, die den 1. Mai am 19. März 1929 verbieten ließen und am 1. Mai 1929, der als „Blutmai“ in die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung eingegangen ist, hunderte Arbeiter erschossen und verwundeten.


Und vor 85 Jahren ?

 

Es darf niemals die historische Tatsache vergessen werden:

Es waren die gelben Gewerkschaften, die ihren sozialfaschistischen Terror gegen die RGO ausübten und am Verbot der RGO und der KPD herbei führten.

Es war der ADGB, welcher sich im April 1933 öffentlich dazu bekannte, sich in den Dienst des Hitlerstaates zu stellen.

Also nicht die RGO, sondern die Sozialfaschisten haben gemeinsame Sache mit den Nazis gemacht gegen die Arbeiterklasse, gegen die proletarische Revolution !

Es kann von Niemandem die historische Tatsache geleugnet werden:

Der ADGB (heute DGB) forderte seine Mitglieder öffentlich dazu auf, am 1. Mai 1933 unter der Hakenkreuzfahne zu marschieren (!)

Und gleich am nächsten Tag, dem 2. Mai 1933, zerschlugen die Nazis dann die gelben Gewerkschaften. Joseph Goebbels schrieb hierüber in sein Tagebuch am 1. Mai 1933:

Morgen werden wir nun die Gewerkschaftshäuser besetzen. Widerstand ist nirgends zu erwarten.“


Und vor 35 Jahren ?


Vor 35 Jahren begann sich in unserer Partei, der KPD/ML, eine trotzkistische Linie durchzusetzen, mit welcher die korrekte Sozialfaschismus-These fallen gelassen und fortan bekämpft wurde. Im Roten Morgen Nr. 17 vom 29. April 1983 – also ausgerechnet zum 50. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazis – heißt es dort:

Die These des 'Sozialfaschismus' war falsch.“ (von der Roter Morgen Redaktion bewusst in Anführungsstriche gesetzt !)

Daraufhin eröffnete der Genosse Wolfgang Eggers vor 35 Jahren einen erbitterten Kampf gegen die trotzkistische Entartung unserer Partei und verteidigte unter Anderem auch die Sozialfaschismus-These, so wie die Komintern (SH) diese richtige These heute in der ganzen Welt verteidigt.

Die Sozialfaschismus-These ist ein Bollwerk der Komintern (SH), der RGI und der RGO im Kampf gegen alle Anti-Kommunisten. Die Sozialfaschismus-These ist eine marxistisch-leninistische These, deren Wahrheit auf unwiderlegbaren historischen Ereignissen und Erfahrungen beruht. Die Sozialfaschismus-These wurde von Stalin und der bolschewistischen Partei aufgestellt, vom 6. Weltkongress der Komintern, von Enver Hoxha und seiner marxistisch-leninistischen Weltbewegung, sowie von der KPD Ernst Thälmanns und von der KPD/ML des Genossen Ernst Aust in Deutschland propagiert und im Klassenkampf konkret angewandt und umgesetzt.

Die stalinistisch-hoxhaistische Sozialfaschismus-These ist sowohl in unserem Programm der KPD/ML, als auch in der Generallinie der Komintern (SH) fest verankert und unauslöschbar. Einheit mit Sozialfaschisten, ob am 1. Mai oder sonstwie – ist unvereinbar mit der stalinistisch-hoxhaistischen Einheitsfrontpolitik der Komintern (SH) und wird von uns strikt abgelehnt und bekämpft.


Man kann den Faschismus nur besiegen, wenn man auch seinen Zwillingsbruder, den Sozialfaschismus besiegt !!


Ernst Thälmann war in Deutschland der treueste und konsequenteste Vertreter der stalinistischen Sozialfaschismus-These.

Und ausgerechnet ihn verleumdeten die Trotzkisten aus unserer Partei zu Beginn des Jahres 1983, indem sie im oben genannten Roten Morgen schrieben:

Diese These wurde gegen [ !! ] den Willen solcher Genossen wie Ernst Thälmann angewandt.“

Das war eine freche Lüge.

Lassen wir Ernst Thälmann selber auf diese Lüge antworten:

In den kapitalistischen Ländern bedeutet die dritte Periode eine scharfe Zuspitzung der Widersprüche der kapitalistischen Stabilisierung, deren Erschütterung, den Übergang der Arbeiterklasse zum Gegenangriff auf die Bourgeoisie und den erbittertsten Kampf zwischen Kommunismus und Sozialfaschismus um die Mehrheit der Arbeiterklasse.“ (X. PLENUM DES EXEKUTIVKOMITEES DER KOMMUNISTISCHEN INTERNATIONALE Moskau, 3. Juli bis 19. Juli 1929)

Wenn Trotzkisten anfangen zu „schwören“, Ernst Thälmann angeblich gegen uns Stalinisten-Hoxhaisten „ verteidigen“ zu wollen, dann ist dieser trotzkistische Meineid nichts Anderes als Verrat an Ernst Thälmann. Ernst Thälmann hat nicht etwa die Sozialfaschismus-These bekämpft, sondern diese VERTEIDIGT, und zwar

erstens gegen die rechten Opportunisten und Versöhnler, die die Sozialfaschismus-These grundsätzlich leugneten und

zweitens gegen die Fehler und Übertreibungen der „linken“ Opportunisten, die die Einheitsfront mit den Klassenbrüdern, den sozialdemokratischen Arbeitern untergruben, indem sie einen sozialdemokratischen Arbeiter mit den Sozialfaschisten Noske, Severing und Zörgiebel GLEICHSETZTEN.

Ernst Thälmann war sowohl in der Komintern als auch in der KPD einer der konsequentesten Kämpfer gegen die Trotzkisten, welche unserer Sozialfaschismus-These bekanntlich bis auf den heutigen Tag feindlich gegenüber stehen. Unsere Trotzkisten ließen die Katze aus dem Sack als sie im Roten Morgen Nr. 17 vom 29. April 1983 die trotzkistische These aufstellten, dass die Korrektur des „falschen Kurses“ der „Dritten Periode“ der Komintern in der KPD ab 1932 begann. Nein, ihr Trotzkisten ! Der Kurs war richtig. Der Betrug an er KPD und an der Komintern bestand nicht nur darin, dass deren richtiger Kurs als angeblich „falscher“ Kurs korrigiert wurde. Der Betrug bestand vor Allem darin, dass die rechtsopportunistische „Korrektur“ der Sozialfaschismus-These obendrein dem angeblichen „Willen“ des Genossen Ernst Thälmann untergejubelt wurde, so als wäre Ernst Thälmann selber gegen die Sozialfaschismus-These gewesen. Ja, tatsächlich gab es in der KPD, insbesondere nachdem die Faschisten Ernst Thälmann eingekerkert hatten und dieser somit auch seine führende Position in der Komintern verlor, eine Reihe von Parteigenossen, die sich gegen den zunehmenden rechtsopportunistischen Kurs in der KPD und in der Komintern auflehnten, und zunächst an der Sozialfaschismus-These festhielten. Wir verteidigen heute eben nur jene Kommunisten, die damals den Mut hatten, den Verrätern in der KPD und in der Komintern vom korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt aus entgegenzutreten. Nebenbei bemerkt gab es auch solche Strömungen, die dem rechtsopportunistischen Kurs in der KPD und der Komintern NICHT vom korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt entgegen getreten waren, bzw. solche, die diese anti-marxistisch-leninistischen Strömungen heute noch vertreten!). Aber unter dem Druck von Ulbricht, Pieck und Konsorten gaben viele Genossen, die bis dahin zu Ernst Thälmann gehalten hatten, dem Druck der Verräter nach und schwenkten schließlich auf deren Kurs ein, welcher dann ja auch in der Geschichtsfälschung der DDR-Sozialfaschisten als „korrekter Kurs“ propagiert wurde. Die DDR-Sozialfaschisten schufen ein falsches Bild von Ernst Thälmann, eines welches ihnen in den Kram passte, womit sie ihren Verrat an der Arbeiterklasse und am Kommunismus verbergen konnte.

Was also nach 1933 „korrigiert“ wurde, das war in Wahrheit die stalinistische Linie des Genossen Ernst Thälmann. Das war der Beginn der rechtsopportunistischen Dimitroff-Linie, die sich mi Hilfe der Versöhnler in der kommunistischen Weltbewegung breit gemacht hatte. Der VII. Weltkongress lieferte dann das endgültige Ergebnis über den Kampf um die Sozialfaschismus-These, die als „links“-sektiererisch gebrandmarkt wurde und Ausgangspunkt für die Jagd auf alle wahren Kommunisten in der Welt wurde, welche es gewagt hatten, der Sozialfaschismus-These Stalins treu zu bleiben.

Bis heute scheiden sich an der Sozialfaschismus-These die Geister zwischen uns Stalinisten-Hoxhaisten und all unseren Gegnern.

Die Verteidigung der Sozialfaschismus-These, das ist prinzipiell – also nicht nur am 1. Mai – der Gradmesser des revolutionären Bewusstseins des Weltproletariats.

Diejenigen aber, die Ernst Thälmann in Worten vorgeben zu „verteidigen“, aber in Taten die Sozialfaschismus-These leugnen bzw. verworfen haben, können keine wahren Verteidiger des Genossen Ernst Thälmann sein.



Und heute ?


Heute steht der DGB – und das seit seiner Gründung – nicht etwa im Dienst der Arbeiterklasse, sondern im Dienst des deutschen Imperialismus. Entweder für die Arbeiter oder für die Kapitalisten. Eine Gewerkschaft kann niemals zwei antagonistischen Klassen gleichzeitig dienen.

An der Spitze des DGB stehen konterrevolutionäre Verbrecher, stehen Sozialfaschisten, Streikbrecher, die zwar vorgeben, die gewerkschaftlichen Interessen der Arbeiter zu „vertreten“, diese aber in Wahrheit mit Füßen treten und jede revolutionäre Aktion der Arbeiter im Keim ersticken, revolutionäre Arbeiter aus der Gewerkschaft ausschließen und sonstwie terrorisieren. Diesen Verbrechern muss das Handwerk gelegt werden ! Und was macht das „linke“ Spektrum stattdessen?

Diesen Verbrechern fressen die verschiedensten Lakaien im „linken“ Spektrum weiterhin aus der Hand, die Revisionistenführer, die Führer der verschiedenen neo-revisionistischen Gruppierungen, die Trotzkisten, Maoisten usw. Sie alle verraten in Wahrheit die Arbeiterklasse, und sie alle beschimpfen uns revolutionäre Arbeiter als „Sektierer“, als Spalter, als „Gewerkschaftsfeinde“. Ja, wir sind Gewerkschaftsfeinde, aber nur in Hinblick auf die gelben Gewerkschaften, nicht aber gegen die Gewerkschaft als Instrument des Klassenkampfes gegen die Kapitalisten. Wir roten Gewerkschafter sind die konsequentesten und treuesten Gewerkschafter im marxistischen Sinne, nämlich von Gewerkschaften als Schule des Kommunismus.

Es wird zwar von diesem ganzen „linken“ Gewerkschaftsspektrum unablässig und wortgewaltig Kritik an der Gewerkschaftsführung geübt, aber vom Ziel der revolutionären Zerschlagung der gelben Gewerkschaften, von der Beseitigung ihres sozialfaschistischen Apparats, vom Sturz der Verbrecherbande von Gewerkschaftsbonzen oder gar vom Aufbau roter Gewerkschaften, von der revolutionären Beseitigung der Lohnsklaverei - davon wollen sie alle nichts wissen. Sie alle betätigen sich lieber als Feinde der RGO und der RGI, als Feinde der Arbeiterklasse, als Feinde des Weltproletariats, als Feinde der weltrevolutionären Befreiung aus der Lohnsklaverei.

Was brauchen wir ?

Wir Arbeiter brauchen eine Gewerkschaft des Klassenkampfes und keine Gewerkschaft der Versöhnung mit den Kapitalisten und ihrem kapitalistischen Staat. Wir brauchen nicht Frieden mit den Kapitalisten und ihrem Staat, sondern wir brauchen dagegen den Klassenkrieg.

In 170 Jahren Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung muss daher die allerwichtigste Lehre gezogen werden:  

Ohne den arbeiterfeindlichen Dreierbund von imperialistischem Staat, Kapitalistenverbänden und sozialfaschistischen Gewerkschaftsbonzen revolutionär zu zerschlagen, wird sich die Arbeiterklasse weder aus ihrer Lohnsklaverei befreien, noch irgendeine nennenswerte Verbesserung ihrer Lebenslage langfristig sichern können.

Der 1. Mai muss wieder uns Arbeitern gehören !

Der 1. Mai muss auf der Straße erkämpft werden !

Der 1. Mai gehört nicht den Gewerkschaftsbonzen und politischen Sonntagsrednern !

Was wir heute brauchen, das ist eine Heerschau des Weltproletariats am revolutionären, roten 1. Mai.

Wir brauchen eine starke Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO).

Das ist die zentrale Botschaft der deutschen Sektion der Komintern (SH) an die Arbeiterklasse zum diesjährigen Ersten Mai.

Es lebe der 1. Mai, der Kampftag des Weltproletariats zum Sturz der Weltbourgeoisie !

Es lebe die sozialistische Weltrevolution !

Es lebe die Komintern (SH) !

Vereinigt euch unter dem weltrevolutionären Banner von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha !

Es lebe der Stalinismus-Hoxhaismus!

 

Mit dem Trotzkismus ist es so, dass er sich nicht "festlegen" (fassen) lässt mit seiner orthodoxen Argumentation im letzten Jahrhundert.  Es ist ja gerade das Wesen des Trotzkismus, dass er [wie ein Chamäleon]
a)  überall in Spalten eindringt, um sie zu sprengen [Entrismus]; und
b), dass er opportunistische  "Einheiten" zusammenkleistert, um den prinzipienfesten Kampf der Komintern (SH) für die Einheit der kommunistischen Weltbewegung auf dem Boden der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus zu untergraben, zu diskreditieren, zu spalten, zu liquidieren usw..
Die Trotzkisten tun uns nicht den Gefallen, uns  ihre alten (von uns bereits widerlegten) Positionen auf dem Silbertablett zu servieren. Sie vermeiden geschickt, ihre Positionen mit "linken" Phrasen zu tarnen, um uns nicht ins offene Messer zu laufen. Wir müssen sie konkret auf Schritt und Tritt entlarven. Das gilt aber nicht nur für die sich offen  trotzkistisch nennenden Organisationen, sondern auch für unseren Kampf gegen trotzkistische Positionen innerhalb der stalinistisch-hoxhaistischen Bewegung (Zentrismus, Versöhnlertum mit den Neo-Revisionisten usw.)

Anti-Trotzkismus in Worten und Trotzkismus in Taten - das ist der Neo-Trotzkismus, der dem Rechtsopportunismus der Neo-Revisionisten die Hasen in die Küche treiben will mit "stalinistisch-hoxhaistischer" Phraseologie. Der Trotzkismus von heute zielt darauf ab, den Stalinismus-Hoxhaismus durch den Trotzkismus zu ersetzen. Das ist die heutige Physiognomie des Neo-Trotzkismus -das macht seine heutige Gefahr für uns aus, wobei die Frage der sozialistischen Weltrevolution im Mittelpunkt steht: "Für die sozialistische Weltrevolution in Worten - gegen die sozialistische Weltrevolution in Taten". Das ist auch das Wesen des Neo-Revisionismus, nur dass der Neo-Trotzkismus den Neo-Revisionismus in "links"opportunistische,  "weltrevolutionäre" Phraseologie verpackt. Was wir entlarven müssen ist, dass hier die Neo-Revisionisten und Neo-Trotzkisten gegen uns zusammenarbeiten.

So ist es heute mit dem Trotzkismus bestellt. Das sind - kurz zusammengefasst, die Kernfragen, die wir theoretische darzulegen haben.

Das Wort „Trotzkismus“ ist nicht von mir erfunden. Es wurde erstmalig von Genossen Lenin gebraucht als etwas dem Leninismus Entgegengesetztes.

* * *

Es kann keinen Trotzkismus geben ohne Träger des Trotzkismus, das heißt ohne Trotzkisten, ebenso wie es auch keine Trotzkisten geben kann ohne den Trotzkismus - sei es auch ein verschleierter und verhüllter, aber immerhin Trotzkismus -, andernfalls würden sie aufhören, Trotzkisten zu sein.

* * *

Worin besteht die Hauptsünde des Trotzkismus ? Die Hauptsünde des Trotzkismus besteht darin, dass er nicht an die Kraft und an die Fähigkeit des Proletariats der UdSSR glaubt, die Bauernschaft, die Hauptmassen der Bauernschaft, zu führen sowohl im Kampf für die Festigung der Macht des Proletariats als auch insbesondere im Kampf für den Sieg des sozialistischen Aufbaus in unserem Lande.

Die Hauptsünde des Trotzkismus besteht darin, dass er die Leninsche Idee der Hegemonie des Proletariats (in Bezug auf die Bauernschaft) beider Erkämpfung und Festigung der Diktatur des Proletariats, bei der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft in den einzelnen Ländern nicht begreift und, im Grunde genommen, nicht anerkennt.

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Für denTrotzkismus ist die Partei eine Art Föderation fraktioneller Gruppen mit einzelnen fraktionellen Zentren.

Für den Trotzkismus ist die proletarische Disziplin der Partei unerträglich.

Der Trotzkismus kann das proletarische Regime in der Partei nicht ausstehen.

Der Trotzkismus begreift nicht, dass die Ausübung der Diktatur des Proletariats ohne eiserne Parteidisziplin unmöglich ist.

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Worin besteht das Wesen des Trotzkismus?

Das Wesen des Trotzkismus besteht vor allem darin, dass er die Möglichkeit leugnet, den Sozialismus in der UdSSR mit den Kräften der Arbeiterklasse und der Bauernschaft unseres Landes zu errichten. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir, wenn uns nicht in nächster Zeit die siegreiche Weltrevolution zu Hilfe kommt, vor der Bourgeoisie kapitulieren und den Weg frei machen müssten für eine bürgerlich-demokratische Republik. Wir haben hier also eine bürgerliche Leugnung der Möglichkeit, den Sozialismus in unserem Lande zu errichten, getarnt durch eine „revolutionäre“ Phrase vom Sieg der Weltrevolution.

Ist es bei solchen Auffassungen möglich, die Millionenmassen der Arbeiterklasse zum Arbeitsenthusiasmus, zum sozialistischen Wettbewerb, zu einer Massenbewegung der Stoßarbeiter, zur entfalteten Offensive gegen die kapitalistischen Elemente zu begeistern? Natürlich ist das nicht möglich. Es wäre dumm, annehmen zu wollen, dass sich unsere Arbeiterklasse, die drei Revolutionen gemacht hat, für den Arbeitsenthusiasmus und die Massenbewegung der Stoßarbeiter gewinnen lassen würde, um den Boden für den Kapitalismus zu düngen. Unsere Arbeiterklasse will mit ihrem Arbeitsenthusiasmus nicht dem Kapitalismus dienen, sondern den Kapitalismus endgültig begraben und den Sozialismus in der UdSSR errichten. Man nehme ihr die feste Überzeugung, dass es möglich ist, den Sozialismus zu errichten, und man vernichtet damit jeden Boden für den Wettbewerb, für den Arbeitsenthusiasmus, für die Stoßarbeiterbewegung.

Daher die Schlussfolgerung: Um die Arbeiterklasse zum Arbeitsenthusiasmus und zum Wettbewerb begeistern und die entfaltete Offensive organisieren zu können, musste man vor allem die bürgerliche Theorie des Trotzkismus begraben, nach der es unmöglich ist, den Sozialismus in unserem Lande zu errichten.

Das Wesen des Trotzkismus besteht zweitens darin, dass er die Möglichkeit leugnet, die Hauptmassen der Bauernschaft für den sozialistischen Aufbau im Dorf zu gewinnen. Was bedeutet dies? Es bedeutet, dass er behauptet, die Arbeiterklasse sei nicht imstande, die Bauernschaft bei der Überleitung der individuellen Bauernwirtschaften auf die kollektiven Geleise mitzureißen, die Bauernschaft werde, wenn der Arbeiterklasse nicht in kürzester Frist der Sieg der Weltrevolution zu Hilfe kommt, die alten bürgerlichen Zustände wiederherstellen. Wir haben hier also eine bürgerliche Leugnung der Kräfte und Möglichkeiten der proletarischen Diktatur, die Bauernschaft zum Sozialismus zu führen, getarnt durch die Maske „revolutionärer“ Phrasen vom Sieg der Weltrevolution.

Ist es bei solchen Auffassungen möglich, die Bauernmassen für die Kollektivwirtschaftsbewegung zu mobilisieren, eine kollektivwirtschaftliche Massenbewegung zu organisieren, die Liquidierung des Kulakentums als Klasse zu organisieren? Natürlich ist das nicht möglich.

Daher die Schlussfolgerung: Um die kollektivwirtschaftliche Massenbewegung der Bauernschaft zu organisieren und das Kulakentum liquidieren zu können, musste man vor allem die bürgerliche Theorie des Trotzkismus begraben, nach der es unmöglich ist, die werktätigen Massen der Bauernschaft in den Sozialismus einzugliedern.

Das Wesen des Trotzkismus besteht schließlich darin, dass er die Notwendigkeit einer eisernen Disziplin in der Partei leugnet, die Freiheit fraktioneller Gruppierungen in der Partei fordert und es für notwendig hält, eine trotzkistische Partei zu bilden. Der Trotzkismus will, dass die KPdSU(B) keine einheitliche und fest zusammengefügte Kampfpartei sei, sondern ein Sammelsurium von Gruppen und Fraktionen mit eigenen Zentralen, mit eigener Disziplin, mit eigener Presse usw. Was aber bedeutet dies? Es bedeutet die Verkündung der Freiheit politischer Fraktionen in der Partei. Es bedeutet, dass der Freiheit politischer Gruppierungen in der Partei die Freiheit politischer Parteien im Lande, das heißt die bürgerliche Demokratie, folgen muss. Demnach haben wir hier eine Anerkennung der Freiheit fraktioneller Gruppierungen in der Partei, einbegriffen die Zulassung politischer Parteien im Lande der Diktatur des Proletariats, getarnt mit der Phrase von „innerparteilicher Demokratie“, von „Verbesserung des Regimes“ in der Partei. Dass die Freiheit fraktionellen Gezänks von Intellektuellengruppen noch keine innerparteiliche Demokratie ist, dass aber die entfaltete Selbstkritik, die von der Partei durchgeführt wird, und die kolossale Aktivität der Parteimassen die Erscheinungsform einer tatsächlichen und wahren innerparteilichen Demokratie sind - das zu verstehen ist dem Trotzkismus nicht gegeben.

Ist es bei solchen Auffassungen von der Partei möglich, die eiserne Disziplin in der Partei, die eiserne Einheit der Partei zu sichern, die für den erfolgreichen Kampf gegen den Klassenfeind notwendig ist? Natürlich ist das nicht möglich.

Daher die Schlussfolgerung: Um die eiserne Einheit der Partei und die proletarische Disziplin in ihr zu sichern, musste man vor allem die Organisationstheorie des Trotzkismus begraben.

Kapitulantentum in der Tat als Inhalt, „linke“ Phrasen und „revolutionär“-abenteuerliche Allüren als eine Form, die den kapitulantenhaften Inhalt verhüllt und für ihn Reklame machen soll - das ist das Wesen des Trotzkismus.

Diese Zwiespältigkeit des Trotzkismus widerspiegelt die zwiespältige Lage des dem Ruin verfallenen städtischen Kleinbürgertums, das das „Regime“ der Diktatur des Proletariats nicht erträgt und sich bemüht, entweder „sofort“ in den Sozialismus hinüber zu springen, um dem Ruin zu entgehen (daher Abenteurertum und Hysterie in der Politik), oder, wenn dies nicht möglich ist, dem Kapitalismus jedwede Konzession zu machen (daher Kapitulantentum in der Politik).

Diese Zwiespältigkeit des Trotzkismus erklärt die Tatsache, dass der Trotzkismus seine „rasenden“ Scheinangriffe gegen die rechten Abweichler in der Regel durch einen Block mit ihnen als den Kapitulanten ohne Maske krönt.

Was aber stellen die „linken“ Überspitzungen dar, die wir in der Partei auf dem Gebiet der kollektivwirtschaftlichen Bewegung hatten? Sie stellen einen gewissen, allerdings unbewussten Versuch dar, die Traditionen des Trotzkismus bei uns in der Praxis wiederaufleben zu lassen, die trotzkistische Einstellung zum Mittelbauern wiederaufleben zu lassen. Sie sind das Resultat jenes Fehlers in der Politik, den Lenin „Überadministrierung“ nennt. Dies bedeutet, dass einige unserer Genossen, berauscht von den Erfolgen der Kollektivwirtschaftsbewegung, das Problem des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus nicht als Baumeister, sondern vornehmlich als Administratoren anzupacken begannen, weswegen sie eine Reihe gröbster Fehler begingen.

Es gibt bei uns in der Partei Leute, die glauben, man hätte die „linken“ Überspitzer nicht zur Ordnung zu rufen brauchen. Sie meinen, man hätte unsere Funktionäre nicht kränken und ihrem Übereifer nicht entgegenwirken dürfen, selbst wenn dieser Übereifer zu Fehlern führte. Das sind Kindereien, Genossen. So können nur Leute reden, die unbedingt mit dem Strom schwimmen wollen. Es sind die gleichen Leute, die nie imstande sein werden, sich die Leninsche Linie zu Eigen zu machen - gegen den Strom zu schwimmen, wenn die Lage es erfordert, wenn die Interessen der Partei es erfordern. Es sind Nachtrabpolitiker und keine Leninisten. Der Partei gelang es gerade deswegen, ganze Gruppen unserer Genossen auf den richtigen Weg zu bringen, es gelang ihr gerade deswegen, die Fehler zu korrigieren und Erfolge zu erzielen, weil sie im Interesse der Verwirklichung der Generallinie entschlossen gegen den Strom ankämpfte. Das eben ist Leninismus in der Praxis, Leninismus in der Führung.

Deswegen glaube ich, dass wir ohne Überwindung der „linken“ Überspitzungen nicht jene Erfolge in der kollektivwirtschaftlichen Bewegung, die wir heute haben, hätten erzielen können.

So verhält es sich mit dem Kampf gegen die Überreste des Trotzkismus und ihre Nachwirkungen in der Praxis.

Etwas anders verhält es sich mit der Frage des Rechtsopportunismus, an dessen Spitze Bucharin, Rykow und Tomski standen oder stehen.

Von den rechten Abweichlern läßt sich nicht sagen, dass sie die Möglichkeit, den Sozialismus in der UdSSR zu errichten, nicht zugeben. Nein, sie geben sie zu, und darin unterscheiden sie sich von den Trotzkisten. Das Malheur der rechten Abweichler ist jedoch, dass sie, obgleich sie die Möglichkeit der Errichtung des Sozialismus in einem Lande formal zugeben, die Mittel und Wege des Kampfes, ohne die die Errichtung des Sozialismus unmöglich ist, nicht anerkennen wollen. Sie wollen nicht anerkennen, dass die mit allem Nachdruck betriebene Entwicklung der Industrie der Schlüssel ist zur Umgestaltung der gesamten Volkswirtschaft auf den Grundlagen des Sozialismus. Sie wollen den unversöhnlichen Klassenkampf gegen die kapitalistischen Elemente und die entfaltete Offensive des Sozialismus gegen den Kapitalismus nicht anerkennen. Sie begreifen nicht, dass alle diese Mittel und Wege jenes System von Maßnahmen darstellen, ohne die es unmöglich ist, die Diktatur des Proletariats zu behaupten und den Sozialismus in unserem Lande zu errichten. Sie glauben, man könne den Sozialismus in aller Stille errichten, im Selbstlauf, ohne Klassenkampf, ohne Offensive gegen die kapitalistischen Elemente. Sie glauben, die kapitalistischen Elemente würden entweder selbst unmerklich absterben oder in den Sozialismus hineinwachsen. Da aber solche Wunder in der Geschichte nicht vorkommen, so ergibt sich, dass die rechten Abweichler in der Praxis zu einer Auffassung abgleiten, die die Möglichkeit leugnet, den Sozialismus in unserem Lande zu errichten.

Von den rechten Abweichlern kann man auch nicht sagen, dass sie die Möglichkeit verneinen, die Hauptmassen der Bauernschaft in den Aufbau des Sozialismus im Dorf einzubeziehen. Nein, sie erkennen diese Möglichkeit an, und darin unterscheiden sie sich von den Trotzkisten. Aber bei formaler Anerkennung dieser Möglichkeit lehnen sie gleichzeitig die Mittel und Wege ab, ohne die die Einbeziehung der Bauernschaft in den Aufbau des Sozialismus unmöglich ist. Sie wollen nicht zugeben, dass die Sowjet- und Kollektivwirtschaften das grundlegende Mittel und die „Heerstraße“ zur Einbeziehung der Hauptmassen der Bauernschaft in das sozialistische Aufbauwerk sind. Sie wollen nicht zugeben, dass ohne Durchführung der Politik der Liquidierung des Kulakentums als Klasse die Umgestaltung des Dorfes auf den Grundlagen des Sozialismus nicht zu erreichen ist. Sie glauben, man könne das Dorf in aller Stille, im Selbstlauf, ohne Klassenkampf, nur durch die Einkaufs- und Absatzgenossenschaften auf die Geleise des Sozialismus überleiten - sind sie doch überzeugt, der Kulak werde von selbst in den Sozialismus hineinwachsen. Sie glauben, die Hauptsache bestehe jetzt nicht in dem hohen Entwicklungstempo der Industrie und nicht in den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften, sondern darin, die Elementarkräfte des Marktes zu „entfesseln“, den Markt „freizugeben“ und den individuellen Wirtschaften, die kapitalistischen Elemente im Dorf nicht ausgenommen, „die Fesseln abzunehmen“. Da aber der Kulak nicht in den Sozialismus hineinwachsen kann und die „Freigabe“ des Marktes die Bewaffnung des Kulakentums und die Entwaffnung der Arbeiterklasse bedeutet, so ergibt sich, dass die rechten Abweichler in der Praxis zu einer Auffassung abgleiten, die die Möglichkeit leugnet, die Hauptmassen der Bauernschaft in den Aufbau des Sozialismus einzubeziehen.

Dies gibt denn auch die Erklärung für die Tatsache, dass die rechten Abweichler ihre Hahnenkämpfe gegen die Trotzkisten gewöhnlich hinter den Kulissen durch Verhandlungen krönen, die sie mit den Trotzkisten über Blockbildung führen.

Das Grundübel des Rechtsopportunismus besteht darin, dass er mit der Leninschen Auffassung vom Klassenkampf bricht und auf den Standpunkt eines kleinbürgerlichen Liberalismus hinabsinkt.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass ein Sieg der rechten Abweichung in unserer Partei die vollständige Entwaffnung der Arbeiterklasse, die Bewaffnung der kapitalistischen Elemente im Dorf und wachsende Aussichten für eine Restaurierung des Kapitalismus in der UdSSR bedeuten würde.

Die rechten Abweichler vertreten nicht die Bildung einer anderen Partei, und dies ist ein weiteres Merkmal, das sie von den Trotzkisten unterscheidet. Die Führer der rechten Abweichler haben offen ihre Fehler bekannt und vor der Partei kapituliert. Es wäre jedoch töricht, aus diesem Grunde glauben zu wollen, dass die rechte Abweichung bereits begraben sei. Die Kraft des Rechtsopportunismus darf nicht an diesem Umstand gemessen werden. Die Kraft des Rechtsopportunismus besteht in der Stärke des kleinbürgerlichen Elements, in der Stärke des Drucks, den die kapitalistischen Elemente überhaupt und das Kulakentum im Besonderen auf die Partei ausüben. Und gerade weil die rechte Abweichung den Widerstand der entscheidenden Elemente der ablebenden Klassen widerspiegelt, gerade deswegen ist die rechte Abweichung zurzeit die Hauptgefahr in der Partei.

Daher erachtete es die Partei für notwendig, einen entschlossenen und unversöhnlichen Kampf gegen die rechte Abweichung zu führen.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass wir es ohne den entschlossenen Kampf gegen die rechte Abweichung, ohne die Isolierung ihrer führenden Elemente nicht fertig gebracht hätten, die Kräfte der Partei und der Arbeiterklasse zu mobilisieren, die armen Bauern und die Masse der Mittelbauern zu mobilisieren für die entfaltete Offensive des Sozialismus, für die Organisierung von Sowjet- und Kollektivwirtschaften, für den Wiederaufbau unserer Schwerindustrie, für die Liquidierung des Kulakentums als Klasse.

So verhält es sich mit der „linken“ und mit der rechten Abweichung in der Partei.

Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf an zwei Fronten auch in Zukunft fortzusetzen, sowohl gegen die „Linken“, die den kleinbürgerlichen Radikalismus vertreten, als auch gegen die Rechten, die den kleinbürgerlichen Liberalismus vertreten.

Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf gegen jene versöhnlerischen Elemente in der Partei auch in Zukunft fortzusetzen, die die Notwendigkeit des entschlossenen Zweifrontenkampfes nicht begreifen oder so tun, als ob sie diese Notwendigkeit nicht begriffen.

 

 

Unser internationale Kampf gegen den Neo-Revisionismus wird nicht auf dem Boden des trotzkistischen Revolutionismus geführt, sondern auf dem Boden des Stalinismus-Hoxhaismus." 

Komintern [SH]

 

 

Über die historischen Wurzeln des heutigen Trotzkismus

 

Die allgemeine Protestbewegung weltweit, so auch in der BRD, ist in viele Gruppen, Parteien und Organisationen der unterschiedlichsten Orientierung aufgespalten. Nach wie vor sind die stärksten Kräfte der moderne Revisionismus/ Neorevisionismus und der Reformismus in der allgemeinen Protestbewegung. Auch wenn sich viele sich kommunistisch nennende Parteien der Chrustschowianerrichtung umbenannt und dem sozialdemokratischen und sozialfaschistischen Reformismus immer mehr angepasst haben: ihre ideologisch-politischen Wurzeln sind nach wie vor Grundthesen des 20. Parteitages der KPdSU von 1956. Da Konservative, Liberale, Sozialdemokraten und mittlerweile auch die Ökofaschisten „Grünen“ zu einer Gift gemischten, antikommunistischen Soße geronnen sind, übernehmen diese modern-revisionistischen und neorevisionistischen Parteien die Funktion der Abfederung von Protesten gegen die „Mitte der Gesellschaft“, d.h. der bürgerlichen Herrschaft. In manchen Staaten sind sie selbst an bürgerlichen Regierungen beteiligt, so seit Jahrzehnten in Indien, in Italien und auf kommunaler Ebene der Linke  Sektor in der Bundesrepublik Deutschland.

Eine konterrevolutionär und zahlenmäßig anwachsende Kraft in etlichen Staaten der Welt, ganz besonders in Lateinamerika, sind trotzkistische Gruppen und Parteien. Sie haben insbesondere starken Zulauf innerhalb der kleinbürgerlichen Studenten- und Schülerbewegungen. Aber auch innerhalb der allgemeinen Protestbewegung und in den sozialfaschistischen Gewerkschaften nimmt ihr Einfluss zu. Größtes Hindernis, damit die Trotzkisten sich zu einer geballten Kraft entwickeln, ist ihr ureigenster Spaltungstrieb. Die trotzkistische Richtung hält in der Aufsplitterung in Hunderte verschiedener Gruppierungen einen einsamen Rekord, zumal sie diese auch zum programmatischen Credo erklärt: Ein Widerspruch – eine Spaltung!

Viele verlumpte Kleinbürger sind von den diversen trotzkistischen Gruppen angezogen. Der wuchtige Antistalinismus und Antihoxhaismus, der die gesamte Debatte und Geschichtsschreibung in der BRD prägt, ist ein enormer „Pluspunkt“ des Trotzkismus. Einerseits propagieren sie offensiv den Sozialismus, berufen sich auf die sozialistische Oktoberrevolution im Russischen Reich; gleichzeitig hausieren sie mit ihren Verleumdungen gegen Stalin, Enver Hoxha und sehen die sozialistische Sowjetunion und das sozialistische Albanien als „degenerierten Arbeiterstaat“. Sie bauen auf dem vorherrschenden Antistalinismus und Antihoxhaismus auf, verpassen ihm ein " marxistisches" Mäntelchen und ziehen damit ideologisch viele verlumpte Kleinbürger an. Verbal geben sie sich sehr radikal, fordern permante Revolution hier und heute, während sie in der konkreten Praxis mit dem modernen Revisionismus/ Neorevisionismus, Reformismus kräftig zusammenarbeiten, bzw. in deren Parteien/Organisationen eintreten und versuchen sie von ‚innen zu übernehmen’, mit der Methodik des sogenannten „ Entrismus“. Aus all diesen Gründen ist es für uns Stalinisten-Hoxhaisten zentral, sich mit dem Trotzkismus in Geschichte und Gegenwart auseinander zusetzen und sie immer, wo es nur geht zu bekämpfen. Viele weltrevolutionäre Jugendliche sind interessiert an einer Diskussion unserer Kritiken und Positionen an dieser konterrevolutionären, antiweltbolschewistischen Richtung.

 

 

ÜBER DEN VERRÄTER TROTZKI

(kritische Notizen zu seiner Biographie)

 

Leo Davidovich Bronstein wurde geboren am 7. November 1879 in der Ukraine (Janowka). Sein Vater, D. L. Bronstein „war ein unternehmungslustiger Arbeiter, anscheinend viel aktiver und viel intelligenter als seine durchschnittliche Umgebung. Während etwa dreißig Arbeitsjahren erwarb er Grundstücke, ließ ein ordentliches Haus bauen, schaffte es, seinen Kindern eine höhere Schulbildung zukommen zu lassen…“ (Victor Serge, „Leo Trotzki, Leben und Tod“, S. 17, im weiteren „Serge“) Seine Mutter Anna entstammte dem städtischen Kleinbürgertum. Sie brachte acht Kinder zur Welt. Vier Kinder starben in frühen Jahren, die anderen vier, darunter Trotzki, überlebten. Die Familie gehörte der jüdischen Religion an.

Die jüngere Schwester Olga trat später in die SDAPR ein und heiratete Leo Rosenfeld (Kamenjev). 1888 ging Trotzki allein nach Odessa zum Besuch der deutsch-lutherischen Schule. 1897 bestand er das Abitur als bester seines Jahrgangs. Mit 17 entwickelt Trotzki sich zunächst zu einem volkstümlerischen Oppositionellen.

Damals gab es zwei Richtungen in der russischen kämpfenden Bewegung: die Volkstümler (Narodniki) und die Marxisten (Sozialdemokraten). Die Volkstümler waren zunächst die vorherrschende Strömung, die ihr Gift in die fortschrittlichen Arbeiterschaft und der Intelligenz versprühten. Für sie war die Bauernschaft die revolutionäre Hauptkraft (und nicht die Arbeiter). Nach schweren Repressionen des Zarismus setzten die Narodniki vor allem auf einen „terroristischen Weg“ der Machterkämpfung: individueller Terror und Attentate. Der Marxismus im Russischen, verfochten von der Gruppe „Befreiung der Arbeit“ breitete sich in scharfer ideologischer Auseinandersetzung mit den Volkstümlern aus. 1898 fand in Minsk der I. Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) statt.

Eine Kontrahentin Trotzkis in dem Oppositionszirkel war die sieben Jahre ältere, Alexandra L. Sokolowskaja, die er 1900 in der Verbannung heiratete. Er entwickelte sich hin zum Marxismus. Trotzki war 1897 maßgeblich beteiligt an der Gründung des Südrussischen Arbeiterverbandes. 1898 wurde die ganze Gruppe das erste Mal verhaftet. Trotzki saß ein Jahr im Knast in Odessa. 1899 wurde er in die Verbannung nach Sibirien und 1900 mit Alexandra zur Verbannung nach Irkutsk geschickt. Im selben Jahr wurde seine Tochter Sinadya geboren, 1902 dann Nina.

Die Verbannungsjahre waren für Trotzki Schulungsjahre. In Irkutsk schrieb er für die lokale liberale Zeitung Artikel über Literatur und Kunst. 1902 floh er im Einvernehmen mit seiner Frau, beide Kinder zurücklassend, aus der Verbannung. Sein gefälschter Pass lautete auf den Namen Trotzki. Seine erste Station war Paris. Die Partei war noch nicht gespalten. Exilgruppen unter Führung von Lenin gaben die Zeitung Iskra, Zentralorgan der Partei, heraus. (Lenin, Martow, Plechanow). In Paris lernte er Natalja Sedowa (später Trotzki) kennen und über sie die anderen sozialdemokratischen Führer. Natalya Sedowa erzählte:

„1902 wohnte ich in Paris. Ich nahm meine Mahlzeiten in einer Wohnung in der Rue Lalande ein, wobei wir, um billiger leben zu können, unsere Geldmittel zusammenlegten. Julian Martow kam dorthin. …er war es, der eines Tages bei Tisch die Ankunft eines jungen Flüchtlings aus Sibirien ankündigte… Und Leo Dawidowitsch kam bereits am Tag seiner Ankunft in Paris in die Rue Lalande. Er war dreiundzwanzig Jahre alt; er hatte drei Jahre Verbannung in Ostsibirien hinter sich. Seine Vitalität, sein lebhafter Geist, sein Arbeitseifer ließen in ihm bereits eine energische und reife Persönlichkeit erkennen. … Er legte vor allem Wert darauf, mit der sozialistischen Bewegung der russischen Emigration bekannt zu werden.“ (Serge, S. 22)

1902 ging Trotzki nach London zu Lenin. Dort arbeitet er mit ihm als leitender Redakteur der „Iskra“.



1903 – II. Parteitag der SDAPR

Auf dem II. Parteitag der SDAPR 1903, der in Brüssel begann und dann in London weitergeführt wurde, kam es zur Spaltung zwischen den zwei Flügeln der SDAPR, in die Menschewiki (Minderheit) / Bolschewiki (Mehrheit). Auf der einen Seite standen Martow, Axelrod und Vera Sassulitsch, auf der anderen Seite Lenin. Inhaltlich ging es um das Statut und um die Frage, wer ist Parteimitglied. Nach Lenin ist nur derjenige ein Parteimitglied, der das Programm und das Statut anerkennt, Beitrag zahlt und in einer Organisation der Partei aktiv mitarbeitet. Nach Martow (und alle seine Anhänger in dieser Frage, auch Trotzki) ist jeder Mitglied, der sich zur Partei "zugehörig fühlt".

Die Frage war also, soll die kommunistische Partei eine Vorhutorganisation, eine Organisation der Weltrevolutionäre sein, oder eine bloße Massenorganisation, wo jeder Mitglied ist, der sich ihr zugehörig fühlt. Lenin betonte immer wieder: Trotzki stand faktisch in der Organisations-Frage auf der Seite der Menschewiki. In seiner Rede auf dem Parteitag geht Lenin speziell auf die Positionen Trotzkis ein: „Genosse Trotzki hat den Grundgedanken meines Buches „Was tun?“ sehr falsch verstanden, als er sagte, die Partei sei keine Verschwörerorganisation (diesen Einwand erhoben auch viele andere gegen mich). ... Er hat vergessen, dass die Partei nur der Vortrupp, der Führer der gewaltigen Masse der Arbeiterklasse sein soll, die sich ganz (oder fast ganz) „unter der Kontrolle und Leitung“ der Parteiorganisationen betätigt, die aber der „Partei“ nicht ganz angehört und nicht ganz angehören darf. In der Tat, man sehe sich an, zu welchen Schlüssen Gen. Trotzki infolge seines Grundfehlers gelangt. … Er betrachtet das als traurig, was jeden einigermaßen erfahrenen Revolutionär nur freuen könnte. Würden sich Hunderte und Tausende von Arbeitern, die wegen Streiks und Demonstrationen verhaftet werden, als Nichtmitglieder von Parteiorganisationen herausstellen, so bewiese das nur, dass unsere Organisationen gut sind ...“. (Lenin Werke, Bd. 6, S. 501)

Zu der Auseinandersetzung auf dem Kongress schreibt Serge: „Ohne näher auf die Debatte einzugehen, kann man sagen, dass die Menschewiki die Zusammenarbeit mit der liberalen Bourgeoisie gegen die alte Regierung anstrebten, während die Bolschewiki an einer Auffassung festhielten, die Lenin kurz darauf als „proletarisches Jakobinertum“ bezeichneten.“ (Serge, S. 24) und zu Trotzkis Haltung: „Trotzki hielt sich aus beiden Fraktionen heraus. Da Lenin begonnen hatte, eine streng zentralistische Organisation aufzubauen, deren Ziel die „Hegemonie des Proletariats“ in der revolutionären Bewegung war, bekämpfte Trotzki seine Formulierung.“ (Serge, S. 24)

Diese Darstellung entsprach auch dem Selbstbild Trotzkis, traf aber nicht das Wesen der Auseinandersetzung.

Die Menschewiki boykottierten eine Zeitlang nach dem II. Parteitag, das vom II. Parteitag gewählte Zentralkomitee. Später schloss sich Plechanow den Menschewiki an und so konnten die Menschewiki die Iskra übernehmen. Während dieser Zeit gab sich Trotzki wieder „überfraktionell“. Inhaltlich war er aber auf der Seite der Menschewiki. Die Bolschewiki nahmen Kurs auf den III. Parteitag.

Von August 1904 an wohnte Trotzki ein halbes Jahr in München. Dort lernte er den Sozialdemokraten Parvus persönlich kennen, der großen Einfluss auf ihn ausübte. Zusammen mit Parvus nahm Trotzki an der 1905 Revolution in St.Petersburg teil. Nach der Biographie von Natalia Trotzki, haben beide gemeinsam die trotzkistische Theorie der permanenten Revolution entwickelt: „Mit Trotzki formulierte er (Parvus A.d.V) die Theorie der „permanenten Revolution“, die die Leitlinie der gesamten ersten Phase der künftigen russischen Revolution werden sollte. Nach dieser Auffassung sollte sich die bürgerliche Revolution in Russland nicht stabilisieren, sondern über sich selbst hinauswachsen unter dem unvermeidlichen Druck des Proletariats und des Bauerntum sozialistisch werden und das Zeichen für die sozialistische Revolution in Zentral- und Westeuropa geben“. (Serge, S. 33/34) (1)

 
1904 russisch-japanischer Krieg, die Niederlage des Zarismus und die Revolution 1905

In dem von beiden Seiten räuberischen Krieg zwischen dem Russischen und Japanischen Reich um die Vorherrschaft im Pazifischen Ozean und die Aufteilung Chinas, standen die Menschewiki auf den Positionen der Vaterlandsverteidigung. Nach der Geschichte der KPdSU auch Trotzki: „Die Menschewiki, darunter Trotzki, sanken auf die Position der Vaterlandsverteidigung hinab, das heißt der Verteidigung des „Vaterlandes“ des Zaren, der Gutsbesitzer und der Kapitalisten.“ (Geschichte der KPdSU, Bolschewiki, Kurzer Lehrgang S. 70)

Die verheerende Lage der Arbeiter und Bauern, die Lasten des Krieges, führten 1905 zur Revolution im Russischen Reich.

Die Bolschewistischen Organisationen kamen im April 1905 in London zum III. Partei-Kongress zusammen. Vertreten waren 20 bolschewistische Komitees mit 24 Delegierten.

Parallel dazu veranstalteten die Menschewiki ihre eigene Konferenz in Genf.

Konkret ging es um die Frage der ‘Zwei Taktiken’ in der demokratischen Revolution: Die Bolschewiki sahen die working class als Anführer der Bauern gegen Zarismus und liberale Bourgeoisie, und sie kämpften für die Diktatur der Arbeiter und Bauern. Die Menschewiki vertraten: die Führung der demokratischen Revolution muss durch die liberale Bourgeoisie gemacht werden und die Arbeiter und Bauern können sie nur unterstützen. In der Folge entstehen faktisch zwei Parteien. Trotzki kehrte illegal ins Russische Reich/ St. Petersburg – Natalja voraus – zurück. Am 1. Mai wurden sie auf Aktionen überfallen. Natalja kam in den Knast. Trotzki ging nach Finnland. In Moskau und Petersburg entstanden Sowjets, von den Parteien unabhängige Arbeiter- und Bauernvereinigungen, die gesetzgebende und exekutive Gewalt haben sollten. In Petersburg wird Trotzki zum Vorsitzenden des Sowjets gewählt. In der Revolution gibt es eine gewisse Annäherung in der Praxis an die Bolschewiki. In der Geschichte der KPdSU wird Trotzki zu den Menschewiki gerechnet und die Rolle der Petersburger Sowjet negativ eingeschätzt:

„Der Sowjet der Arbeiterdeputierten von Petersburg als Sowjet des größten industriellen und revolutionären Zentrums Russlands, der Hauptstadt des Zarenreiches, hätte in der Revolution von 1905 eine entscheidende Rolle spielen müssen. Der Sowjet erfüllte jedoch infolge seiner schlechten, menschewistischen Führung seine Aufgaben nicht. Bekanntlich war Lenin damals noch nicht in Petersburg, er weilte immer noch im Ausland. Die Menschewiki nützten die Abwesenheit Lenins aus, schlichen sich in den Petersburger Sowjet ein und rissen dessen Führung an sich. Kein Wunder, dass es unter solchen Umständen den Menschewiki Chrustaljow, Trotzki, Parvus und anderen gelang, den Petersburger Sowjet gegen die Politik des Aufstands zu kehren. Anstatt die Soldaten dem Sowjet näher zu bringen und sie in den gemeinsamen Kampf einzubeziehen, forderten sie die Entfernung der Soldaten aus Petersburg. Anstatt die Arbeiter zu bewaffnen und sie zum Aufstand vorzubereiten, rührte sich der Sowjet nicht vom Fleck und stand der Vorbereitung des Aufstands ablehnend gegenüber.“ (Geschichte der KPdSU Bolschewiki, Kurzer Lehrgang, S. 100)

Nach den Dezember Aufständen wird die Revolution unterdrückt. Die Sowjets wurden aufgelöst. Trotzki wurde verhaftet und zu lebenslanger Verbannung verurteilt.

Im Gefängnis schreibt er „Russland in der Revolution“ und „Ergebnisse und Perspektiven“. Nach 13 Monaten Haft wird er in die Verbannung geschickt und floh abermals 1907 mit Parvus. 1906 wird das dritte Kind, ein Junge geboren, ein Jahr später noch ein Sohn. Die nächsten Stationen sind Petersburg – Finnland – Stockholm – das Habsburgische Wien…

 
Strategie der russischen Revolution und der Fraktionskampf

Eine Hauptthese stellte Trotzki sowohl für das Russische Reich (das ein imperialistisches, halbfeudales Land war) wie für die Revolutionen in kolonialen Ländern wie China auf: „Die Losung Diktatur der Arbeiter und Bauern … ist falsch … dies ist die Selbstbegrenzung des Proletariats mit der bürgerlichen Demokratie“. Seiner Meinung nach, müsse der Kampf sofort für die Diktatur des Proletariats geführt werden. Er schrieb in der von Rosa herausgegebenen polnischen Zeitung „Sozialdemokratische Rundschau“ 1909: „… gelangen die Bolschewiki, ausgehend von der gleichen bloßen Abstraktion, ‘demokratische, nicht sozialistische Diktatur’, zu der Vorstellung einer bürgerlich-demokratischen Selbstbeschränkung des Proletariats mit der Macht in der Hand … drohen die antirevolutionären Aspekte des Bolschewismus nur im Fall eines Sieges der Revolution zu einer großen Gefahr.“ (Trotzki, Die permanente Revolution, S. 253)

„Die Bauernschaft ist konservativ, kann nicht ein zuverlässiger Bündnispartner sein.“ ... „Ohne die direkte, staatliche Unterstützung des europäischen Proletariats kann die russische Arbeiterklasse die Macht nicht halten, und seine provisorische Herrschaft nicht in eine sozialistische Diktatur umwandeln.“ (ebenda) Das vertrat Trotzki in einem Land, in dem von der erwerbsfähigen Bevölkerung 80 % Bauern und 10 % Arbeitern sind.

Diese These war entscheidend auch für das ganze weitere Konzept der " Permanenten Revolution" von Trotzki: Für alle, also auch für alle kolonialen und halbfeudalen Länder stellte er, sehr wortradikal, den Kommunistischen Organisationen die Aufgabe für die Etappe der sozialistischen Revolution zu kämpfen. „Der Versuch der Komintern, den Ländern des Ostens die Parole von der demokratischen Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft aufzuzwingen, die schon vor langer Zeit von der Geschichte widerlegt wurde, kann nur einen reaktionären Effekt erzielen.“ (Trotzki, Die permanente Revolution, S. 48) Damit legte er die Führung der demokratischen Revolution, die in diesen Ländern an der Tagesordnung war in die Hände der nationalen und Kompradoren-Bourgeoisien. Unter dem Deckmantel der Wahrung der reinen Arbeiterinteressen, nutzte er nicht das Potential der werktätigen Bauern und Arbeiter in den kolonialen Ländern als einer Triebkraft der proletarischen Revolution. Dieser Theorie klebte er das Etikett der „permanenten Revolution“ auf.

Die Komintern, Lenin, Stalin und Enver Hoxha wiesen praktisch und theoretisch nach, dass die demokratischen, antiimperialistischen Revolutionen in den kolonialen und abhängigen Ländern unter der Führung ihrer Bourgeoisie nicht mehr siegreich sein konnten. Früher oder später verkauften sich diese Bourgeoisien dem Weltimperialismus, weil sie noch mehr als die weltimperialistische Versklavung das kämpfende Weltproletariat fürchteten. Der Weltimperialismus hatte alle grundlegenden Widersprüche zugespitzt. Und so stand auch in diesen Ländern die Frage demokratische Revolution und Fortschritt zum Weltsozialismus unter Führung des Weltproletariats oder Kooperation und Auslieferung an die imperialistischen Großmächte durch die Bourgeoisie. Daher war die einzige Chance die demokratische Revolution unter der Führung der kommunistischen Partei im engen Arbeiter- und Bauernbündnis siegreich durchzuziehen. Bündnisse mit der nationalen Bourgeoisie, unter bestimmten Bedingungen auch mit Teilen der Kompradorenbourgeoisie (z.B. im Falle eines nationalen Befreiungskrieges), wurden dabei nicht von vorneherein ausgeschlossen.

Stalin charakterisiert zutreffend den Gehalt der Theorie von Trotzki zur permanenten Revolution: „Erstens. Trotzkismus ist die Theorie der „permanenten“ (ununterbrochenen) Revolution. Was ist nun aber die permanente Revolution nach der trotzkistischen Auffassung? Es ist eine Revolution ohne Berücksichtigung der unbemittelten Bauernschaft als einer revolutionären Kraft. Die „permanente“ Revolution Trotzkis ist, wie Lenin sagt, ein „überspringen“ der Bauernbewegung, ein „Spiel mit der Machtergreifung“. Worin besteht ihre Gefährlichkeit? Darin, dass eine solche Revolution, sollte man versuchen, sie durchzuführen, unvermeidlich mit einem Zusammenbruch enden würde, denn sie würde den Verbündeten des russischen Proletariats, das heißt die unbemittelte Bauernschaft, vom russischen Proletariat loslösen. Daraus erklärt sich auch der Kampf, den der Leninismus schon seit 1905 gegen den Trotzkismus führt.

Wie schätzt Trotzki den Leninismus vom Standpunkt dieses Kampfes ein? Er betrachtet ihn als eine Theorie, die „antirevolutionäre Züge“ aufweist. Worauf beruht dieses grimmige Urteil über den Leninismus? Darauf, dass der Leninismus seinerzeit die Idee der Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft verfocht und sie durchsetzte.

Trotzki beschränkt sich nicht auf dieses grimmige Urteil. Er geht weiter und behauptet: „Das gesamte Gebäude des Leninismus ist gegenwärtig auf Lüge und Fälschung aufgebaut und trägt den Giftkeim seiner eigenen Zersetzung in sich“ (siehe den Brief Trotzkis an TschcheÏdse von 1913). Wie Sie sehen, haben wir es mit zwei entgegengesetzten Linien zu tun.“ (Stalin, Werke, Bd. 6, S. 312)

Die Bolschewiki sahen durch die Zuspitzung der Widersprüche im Weltimperialismus die herausragend neue Bedeutung der kolonialen und halbkolonialen Bewegungen als Bündnispartner des Weltproletariats. Durch die Hegemonie des Proletariats in der Diktatur der Arbeiter und Bauern, der demokratischen Revolution eröffneten die Bolschewiki zunächst theoretisch und dann praktisch dem Prozess der sozialistischen Weltrevolution eine neue Perspektive. Sie verwirklichte sich nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in Albanien.

Nach einigen Querelen hat Trotzki sich später wieder mit den Bolschewiki zusammengetan. 1906 fand im April der IV. Kongress in Stockholm statt. Die formelle Einheit der Partei wurde wieder hergestellt. Die Menschewiki waren in der Mehrheit. Der innerparteiliche Kampf ging weiter. 1907-1912 waren Jahre der tiefsten Konterrevolution. Im Mai 1907 wurde der V. Parteikongress in London abgehalten. Vertreten waren als Delegierte 105 Bolschewiki und 97 Menschewiki, ansonsten noch Vertreter des Bundes, der polnischen, lettischen Sozialdemokratischen Parteien. Trotzki versuchte eine zentristische Gruppe zu bilden, es folgte ihm aber niemand. Während seiner Exilzeit in Wien verfasste er zunehmend Artikel über Kunst und Literatur. Trotzki verhielt sich überfraktionell, er versuchte die Fronten zu „versöhnen“. 1908 gab er mit Adolf Joffe die Pravda (nicht zu verwechseln mit der späteren Parteizeitung) heraus. Zu dieser Zeit versuchte vor allem Kamenjev ihn von Lenins Positionen zu überzeugen. Trotzki polemisiert gegen den angeblichen „Substitutionalismus“ (das Stellvertretertum) in der Volksbewegung. So wirft Trotzki den Bolschewiki vor, wie die Dekabristen Mitte des 19. Jahrhundert, stellvertretend für die Mittelschichten, die Narodniki (Volkstümler) im Namen der Bauern, nun als marxistische Intellektuelle stellvertretend für die working class Politik zu machen!

Diese Zeit war eine Zeit des Terrors, der Reaktion. Die Antwort der Inteligenz und vieler Konterrevolutionäre und schwankender Elemente waren: Gottsuche; Idealismus; Liquidatorentum. Die Liquidatoren teilten sich in Legalisten (Rechtsopportunisten, die jeglichen illegalen Kampf ablehnten und nur legal in der Duma arbeiten wollten) und in Otzowisten (Linksopportunisten, die keinerlei legalen Kampf akzeptierten: Otzowisten bedeutet „Zurückrufer“. Sie forderten die Dumadeputierten der Partei, die ja legal in der Duma [Pseudoparlament des Zarismus] kämpften, sollten abberufen werden. Die Bolschewiki schlossen sie 1909 aus der Partei aus). Trotzki war zu dieser Zeit in Wien, pflegte die Bekanntschaft mit namhaften Vertretern der internationalen Sozialdemokraten und versuchte sie in den innerparteilichen Auseinandersetzungen der SDAPR auf seine Seite zu ziehen.

Ab 1910 wurde wieder verstärkt versucht, eine Einigung aller Teile der Partei zu erzielen, gegen das Liquidatorentum. Die Bolschewiki stellten als Voraussetzung für eine Einheit „die Trennung von den Liquidatoren“. Zu diesem Zeitraum gab sich Trotzki wieder als überfraktionell und großer Versöhnler aus. Aber in der Praxis vereinigte er sich praktisch mit jedem gegen die Bolschewiki. Diese Haltung wurde von den Bolschewiki als „Zentrismus“ kritisiert, als in der Mitte der verschiedenen miteinander ringenden Gruppen stehend, praktisch sich aber auf die Seite des Opportunismus schlagend. In seiner Schrift „Über die Fraktion der Versöhnler oder der Tugendhaften“ 1911 erläutert Lenin diesen Zentrismus:

„Das Versöhnlertum ist eine Summe von Stimmungen, Bestrebungen und Auffassungen, die mit dem eigentlichen Wesen der historischen Aufgabe, vor die die SDAPR in der Epoche der Konterrevolution der Jahre 1908 bis 1911 gestellt ist, unlösbar verknüpft sind. Deshalb ‘verfiel’ in dieser Periode eine ganze Reihe von Sozialdemokraten, von den verschiedensten Voraussetzungen ausgehend, dem Versöhnlertum. Am konsequentesten hat Trotzki das Versöhnlertum zum Ausdruck gebracht; er versuchte fast als einziger, dieser Richtung ein theoretisches Fundament zu geben. Dieses Fundament sieht so aus: Fraktionen und Fraktionswesen seien ein Kampf der Intelligenz ‘um den Einfluss auf das unreife Proletariat’ gewesen. Das Proletariat erlange immer höhere Reife, und das Fraktionswesen gehe von selbst unter. Nicht die Veränderungen in den Beziehungen zwischen den Klassen, nicht die Evolution der grundlegenden Ideen der zwei Hauptfraktionen liege dem Prozess der Verschmelzung der Fraktionen zugrunde, sondern die Sache hänge von der Einhaltung oder Nichteinhaltung der Vereinbarungen zwischen allen ‘Intellektuellen’fraktionen ab. Trotzki predigt denn auch beharrlich – schon seit langem, dabei bald mehr zu den Bolschewiki, bald mehr zu den Menschewiki hinneigend – eine solche Verständigung (oder ein Kompromiss) zwischen allen und jeglichen Fraktionen.“ (Lenin, Werke, Bd. 17, S. 246)

Zu dieser Zeit polemisierte Lenin „Über die Schamröte des Juduschka Trotzki“ (Notiz Januar 1911, Bd. 17, S. 29) und in dem Brief „An die Redaktion der Zeitung ‘Sozialdemokrat’, August 1909 schreibt er: „Was die ‘Prawda’ betrifft – haben Sie den Brief Trotzkis an Inok gelesen? Ich hoffe, Sie haben sich nach der Lektüre dieses Briefes davon überzeugt, dass Trotzki sich wie der niederträchtigste Karrierist und Fraktionsmacher vom Schlage Rjasanows und Co benommen hat? ... Schwätzt von der Partei und benimmt sich schlimmer als alle übrigen Fraktionsmacher.“ (Lenin, Werke, Bd. 34, S. 392)

1912 versuchten die Bolschewiki auf der Grundlage der leninistischen Positionen die Partei wieder auf die Beine zu bringen und auf ein festes Fundament zu stellen. Gegen diese Anstrengungen organisierte Trotzki maßgeblich den August-Block (Block aller Gegner der Bolschewiki). Gegen diesen Block wurde ein Parteiblock gebildet. Im Januar 1912 wurde in Prag eine Parteikonferenz organisiert, wo sich die Bolschewiki die Aufgabe stellten, die Parteireihen von den Opportunisten zu säubern. Es ist die tatsächliche Gründung der Bolschewistischen Partei (SDAPR/B). Der August-Block löste sich als völlig illusorisches Projekt auf.

1914 rechnete Lenin in dem Artikel „Über die Verletzung der Einheit, bemäntelt durch Geschrei über die Einheit“ mit der windigen Haltung Trotzkis ab. Trotzki versuchte durch die Herausgabe einer Zeitschrift weiterhin die Einheit der sich zusammengeschlossenen Partei zu unterminieren. Lenin kennzeichnet hier schon bissig die Methode Trotzkis:

„Gerade so spricht Trotzki, der, außerstande, seine Gedanken zu durchdenken und seine Phrasen miteinander in Einklang zu bringen, bald gegen das Fraktionswesen lamentiert und bald schreit: „Die Spaltung macht eine selbstmörderische Eroberung nach der anderen“ (Nr. 1, S. 6). Der Sinn dieser Erklärung kann nur der eine sein: „Die Prawdisten machen eine Eroberung nach der anderen (das ist eine objektive, überprüfbare Tatsache, die durch das Studium der proletarischen Massenbewegung Russlands, sagen wir in den Jahren 1912 und 1913, festgestellt werden kann) aber ich, Trotzki, verurteile die Prawdisten 1. als Spalter und 2. als Selbstmordpolitiker.

Wollen wir das untersuchen.

Vor allem danken wir Trotzki: Vor kurzem (von August 1912 bis Februar 1914) folgte er Th. Dan, der bekanntlich drohte und aufforderte, das Antiliquidatorentum zu ‘vernichten’ Jetzt droht Trotzki nicht mit dem ‘Vernichten’ unserer Richtung (und unserer Partei – seien Sie nicht böse, Bürger Trotzki, das ist doch die Wahrheit!), sondern prophezeit nur, dass sie sich selbst vernichten werde!

Das ist weit milder, nicht wahr? Das ist fast ‘nichtfraktionell’, nicht wahr?

Aber Spaß beiseite (obwohl Spaß die einzige Methode ist, auf die unerträgliche Phrasendrescherei Trotzkis milde zu reagieren).

Das mit dem ‘Selbstmord’ ist einfach eine Phrase, eine hohle Phrase, bloßer ‘Trotzkismus’.“ („Prawdisten“ – die Bolschewiki, sie gaben die Zeitung Prawda heraus) (Lenin, Bd. 20, S. 332/333)

 

Der I. Weltkrieg und die russische Revolution

 

Bis 1914 war Trotzki Mitglied der menschewistischen SDAPR mit Martow an der Spitze. Auch wenn er darin eine eigene Fraktion, den Augustblock gebildet hatte. Während des ersten imperialistischen Weltkrieges verhielt sich Trotzki weitgehend anti-internationalistisch. Er stellte sich in W o r t e n gegen die Vaterlandsverteidigung, im Gegensatz zu 1905. Das brachte ihn wieder den Bolschewiki näher. Nach seiner Ausweisung aus der Schweiz (1915) zog Trotzki nach Spanien. Aber sein Zentrismus hielt an. In Zimmerwald, wo es um die Schaffung einer neuen Internationale gegen die II. Sozialdemokratische ging, versuchte er den Bruch mit den Zentristen zu verhindern. Dabei ist er erfolgreich. Lenin charakterisierte Trotzki in dieser Auseinandersetzung so: „Und Trotzki? Nachdem er mit der Partei Martows gebrochen hat, macht er uns weiterhin den Vorwurf, Spalter zu sein. Er bewegt sich allmählich nach links und schlägt sogar vor, mit den Führern der russischen Sozialchauvinisten (das sind die Vaterlandsverteidiger A.d.V.) zu brechen, ohne uns aber endgütig zu sagen, ob er hinsichtlich der Fraktion TschcheÏdse Einheit oder Spaltung will. Und das ist gerade eine der wichtigsten Fragen.

... In Zimmerwald wollte Trotzki sich nicht der „Zimmerwalder Linken“ anschließen. Trotzki vertrat mit der Genossin Roland-Holst das „Zentrum“.“ (Lenin Werke Bd. 23, S. 208)

1916 zog Trotzki mit seiner Frau Natalja in die USA um.

Lenin in einem Brief an Ines Armand, 19. Januar 1917: „Es ist auch noch ein Brief von unserer Freundin Kollontai eingetroffen, die … aus Amerika nach Norwegen zurückgekehrt ist. N. Iw. (Bucharin A.d.V.) und Pawlow ... haben, so schreibt sie, den „Nowy Mir“ erobert, ... aber … da kam Trotzki an, und dieser Schuft hat sofort gemeinsame Sache gemacht mit dem rechten Flügel des „Nowy Mir“ gegen die linken Zimmerwalder!! Da haben Sie es!! Das ist Trotzki!! Er bleibt sich immer gleich: voller Winkelzüge, ein Gauner, spielt sich als Linker auf und hilft den Rechten, solange er nur kann.” (Lenin, Werke, Bd.35, S. 265)

Eine breite Debatte in der internationalen Bewegung nahm die Frage des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen ein. Lenin kämpft hier besonders gegen falsche Auffassungen der Menschewiki, Trotzkis aber auch Rosa Luxemburgs. In seiner programmatischen Schrift „Die Ergebnisse der Diskussion über die Selbstbestimmung“ polemisiert Lenin gegen die opportunistische Haltung Trotzkis in dieser Diskussion:

„Die Kautskyaner hingegen erkennen heuchlerisch das Selbstbestimmungsrecht an – bei uns in Russland gehen Trotzki und Martow diesen Weg. In Worten sind beide für das Selbstbestimmungsrecht, ebenso wie Kautsky. Aber wie sieht es in Wirklichkeit aus? Bei Trotzki – man nehme seinen Artikel „Nation und Wirtschaft“ im „Nasche Slowo“ – sehen wir seinen gewohnten Eklektizismus: einerseits würden die Nationen durch die Wirtschaft verschmolzen, andererseits durch die nationale Unterdrückung zersplittert. Und die Schlussfolgerung? Die Schlussfolgerung ist, dass die herrschende Heuchelei nicht entlarvt wird, dass die Agitation ohne Leben bleibt und das Wichtigste, Grundlegende, Wesentliche, der Praxis Nächstliegende gar nicht berührt – das Verhältnis zu der Nation, die von ‚meiner’ Nation unterdrückt wird. … Was immer die subjektiv ‚edlen’ Absichten Trotzkis und Martows sein mögen, objektiv unterstützen sie durch ihre ausweichende Haltung den russischen Sozialimperialismus“. (Lenin Werke, Bd. 22, S. 367 ff.)

Die Nachricht über die Februarrevolution erreichte Trotzki in den USA. Der Zar wurde abgesetzt und die bürgerlich provisorische Regierung unter dem Fürsten Lwow und seinem Kriegsminister Kerenski gebildet. Zugleich entstanden wieder die Sowjets/Räte als Machtorgane der Massen. Es kam die Zeit der Doppelherrschaft von Regierung und Sowjets. Doppelherrschaft bedeutete, dass die Sowjets/Räte neben der provisorischen Regierung Machtorgane waren, die demokratisch in den Betrieben und Wohnvierteln regierten und sich auf die bewaffnete Macht der Arbeiter und Bauern stützten.

Auf dem Weg ins Russische Reich wurde Trotzki in Halifax (Kanada) festgenommen und in ein Internierungslager gebracht. Daraufhin setzte der Petrograder (ehem. St. Petersburg) Sowjet die Provisorische Regierung unter Druck, sich für die Freilassung Trotzkis einzusetzen. Trotzki kam frei und erreichte im Mai 1917 Petrograd. Dort schloss er sich der zentristischen Partei „Überregionale Organisation Vereinigter Sozialdemokraten“ an, welche angeblich das Ziel hatte, die Bolschewiki und Menschewiki auszusöhnen. Er fing an im Sowjet zu arbeiten und verteidigte die richtige Linie, die Sowjets sollten alle Macht übernehmen. Inzwischen hatte die bolschewistische Partei die Aprilthesen Lenins angenommen und Kurs auf die sozialistische Revolution genommen.

„Alle Macht den Räten“ war die Hauptlosung. Die Bolschewistische Partei hatte an alle Internationalisten, und an alle, die Zusammenarbeit mit der Provisorischen Regierung ablehnenden Weltrevolutionäre, den Aufruf gemacht, sich der bolschewistischen Partei anzuschließen. Die theoretischen Positionen deckten sich nun mit den praktischen Fragen der Revolution.

Die Partei Trotzkis hatte nach internen Debatten beschlossen sich der Bolschewistischen Partei anzuschließen. Dabei spielten die Juli-Ereignisse auch eine wichtige Rolle. Mitte Juli 1917 brach ein nicht genug vorbereiteter Aufstand in Petrograd los. Auslöser war die Weiterführung des Krieges durch die bürgerliche Regierung und die Niederlage an der Front. Der Aufstand wurde blutig unterdrückt. Die Menschewiki gingen vollständig auf die Seite der Konterrevolution über. Die Doppelherrschaft hatte de facto aufgehört zu existieren.

Lenin hatte seine „April-Thesen“ verfasst, die den Übergang zur sozialistischen Revolution vorbereiteten. Die Bolschewistische Partei wurde zum Hauptangriffsziel der russischen Bourgeoisie mit dem „deutschen Agenten Lenin“ an der Spitze. Lenin musste nach Finnland in den Untergrund. Die Bolschewistische Partei hielt unter diesen Bedingungen, zwischen dem 26. Juli – 3. August 1917 illegal in Petrograd ihren VI. Parteikongress ab. Die Partei nahm Kurs auf die Aufstandsvorbereitung.

In den Julitagen hatte die „Zwischengruppe“ (die Gruppe Trotzkis wurde so genannt) praktisch dieselbe Haltung angenommen wie die Bolschewiki. Ihr Antrag zur Aufnahme in die Bolschewistische Partei wurde vom VI. Kongress der Partei angenommen. So wurde Trotzki, der in Haft war, Mitglied der SDAPR. Er wurde in Abwesenheit in das ZK gewählt. Ein Beispiel trotzkistischer Geschichtsklitterung sei hier angeführt. In der Reihe theorie.org ist in dem Band „Trotzkismus – Einführung in seine Grundlagen – Fragen nach seiner Zukunft“ folgende Version nachzulesen: „In den Monaten zwischen Februar- und Oktoberrevolution von 1917 näherte Lenin seine Position derjenigen Trotzkis weitgehend an, was auch den Eintritt Trotzkis und seiner Anhänger in die bolschewistische Partei ermöglichte“ (S. 53) Das ist definitiv falsch. Lenin hat seine Positionen kein Gramm verrückt. Nur die demokratische Revolution war durchgeführt, das Proletariat ging zur proletarischen Revolution über und da sprang Trotzki sozusagen auf den abgefahrenen Zug auf. Theoretisch rechtfertigte er seine Position damit, dass sich jetzt angeblich sein Modell der „reinen“ proletarischen Revolution durchgesetzt habe.

Trotzki verteidigte Lenin von der Tribüne der vereinigten Sowjets der Arbeiter, Soldaten und Bauern gegen die Verleumdungen, er sei ein Agent des Deutschen Reiches und verfasste einen offenen Brief an die provisorische Regierung, in der er ihn in Schutz nimmt. „Jeder glaubt, dass er an Lenin hinterrücks Rufmord begehen kann (…). Wer Lenin als deutschen Agenten bezeichnet, ist ein Schuft!“ (Serge, S. 58) Er wurde deswegen am 24. Juli wieder in Haft genommen und Mitte September freigelassen. Am 23. September wurde er per Wahlbetrug zum Vorsitzenden des Petrograder Sowjets . Er organisierte in dieser Funktion die „Kampfverbände der Roten Garde.“ In der Parteileitung lief eine heiße Debatte darüber, ob die Zeit reif für den bewaffneten Aufstand war. Sinowjev und Kamenjev hielten den Aufstand für verfrüht und als militärisches Abenteurertum. Lenin trat vehement für den Aufstand ein. Trotzki stimmte auch für den Aufstand, mit der Begründung, die Machtübernahme im Russischen Reich, würde die Initialzündung für die Revolution in Europa sein.

„Unsere ganze Hoffnung setzen wir darauf, dass unsere Revolution die europäische Revolution entfesseln wird. Werden die aufständischen Völker Europas den Imperialismus nicht erwürgen, dann werden wir erwürgt werden. Das ist unbestreitbar. Entweder wird die russische Revolution einen Sturm des Kampfes im Westen hervorrufen, oder die Kapitalisten aller Länder werden unsere Revolution erdrosseln.“ (Rede am 26. Oktober 1917, im Allrussischen Sowjetkongress, zitiert in Victor Serge, „Leo Trotzki Leben und Tod“ S. 89/90)

Am 10. Oktober 1917 fasste das ZK der Bolschewistischen Partei den Aufstandsbeschluss. Militärrevolutionäre Komitees in Petrograd, und Moskau wurden gebildet.

Am 26. Oktober war der organisierte Aufstand in Petrograd und Moskau erfolgreich. Der II. Gesamtrussische Kongress der Arbeiter, Bauern und Soldaten Deputierten wählte eine Regierung der Sowjets der Volkskommissare. Die ersten Dekrete über Frieden und über den Grund und Boden wurden verabschiedet. In der Regierung der Volkskommissare waren nur Bolschewiki. Die Parteien in der Duma lehnten die Anerkennung der neuen Regierung ab. Die Duma wurde später aufgelöst. Der 1.Akt der Oktoberrevolution war beendet.

Es war Trotzki, der Stalin vorwarf, der angebliche "Verräter" der Oktoberrevolution zu sein und somit ein Verräter an der sozialistischen Weltrevolution.

Damit reihte sich Trotzki ein in die Front des offenen Anti-Stalinismus, deren Wegbereiter Trotzki war als Führer der 5. Kolonne des Weltimperialismus.

Zum Verrat Trotzkis während und nach der Oktoberrevolution verweisen wir auf die englische Schrift der Komintern (SH):

 

"100 years struggle against the betrayal at the October Revolution"

 

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Anmerkung:

1) Alexander Parvus (Israel Lazarevich Helphand) war jüdischer Sozialdemokrat aus Weißrussland. Er war Migrant, der in vielen Ländern Europas lebte, vor allem im Deutschen Reich. Parvus war Mitglied der SPD und einer ihrer Theoretiker. 1906 Deportation nach Sibirien und Flucht ins Deutsche Reich. In einer dubiosen Finanzaktion hat er Autorengelder von Maxim Gorki veruntreut. Die Bolschewiki machten diesen Skandal öffentlich und die SPD Zeitungen veröffentlichten keine Artikel mehr von ihm. Die SPD distanzierten sich von Parvus. Parvus lebte von 1910-1914 in der Türkei, schloss sich den Jungtürken an und war ein Vordenker des Kemalismus. Er begründete ein Handelsunternehmen, beteiligte sich an Rüstungsgeschäften und war Generalvertreter deutscher Konzerne wie Krupp, aber auch brittischer Rüstungsunternehmen. Er verdiente ein Vermögen an den Balkankriegen des osmanischen Reiches. Er arbeitete bereits in der Türkei mit amtlichen deutschen Stellen zusammen. Zurück in Europa wurde er einer der Theoretiker des „Kriegssozialismus“ der SPD, d.h. der Rechtfertigung der Vaterlandsverteidigung im 1. imperialistischen Weltkrieg. Trotzki trennte sich bei Beginn des 1. Weltkrieges von ihm. Parvus arbeitete seit 1915 gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt des Deutschen Reiches an Plänen zum Sturz des Zarismus. Er hat dafür hohe Summen vom deutschen Staat einkassiert. Im Rahmen seiner Geheimdienstaktivitäten organisierte er die Durchreise Lenins in Deutschland mit.


Zitate von Lenins Kritik an Trotzki

Lenin zu Trotzki Sozialdemokratie und provisorische revolutionäre Regierung, 1905

„Nachdem Parvus den Alpdruck der superklugen Axelrodschen (oder Luxemburgschen?) Theorie von der Organisation als Prozess abgeschüttelt hat, ist er endlich imstande, vorwärtszugehen, statt wie ein Krebs rückwärts zu krabbeln. ... Er trat direkt (leider zusammen mit dem Schwätzer Trotzki im Vorwort zu dessen schwatzhafter Broschüre ‘Vor dem 9. Januar’) mit einer Verteidigung der Idee der revolutionär-demokratischen Diktatur hervor, ... ... Wenn der Schwätzer Trotzki, jetzt (leider neben Parvus) schreibt, dass es ‘für einen zweiten Gapon keinen Platz gibt’, so lediglich deshalb, weil er eben ein Schwätzer ist.“ (Bd. 8, S. 281ff)

Der historische Sinn des innerparteilichen Kampfes in Russland, 1911

„Trotzki dagegen repräsentiert lediglich seine persönlichen Schwankungen und sonst nichts. 1903 war er Menschewik; 1904 rückte er vom Menschewismus ab, und 1905 kehrte er, lediglich mit ultrarevolutionären Phrasen prunkend, zu den Menschewiki zurück; 1906 wandte er sich abermals vom Menschewismus ab; Ende 1906 verfocht er Wahlabkommen mit den Kadetten (d.h. ging faktisch wieder mit den Menschewiki), und im Frühjahr 1907 sprach er auf dem Londoner Parteitag davon, dass der Unterschied zwischen ihm und Rosa Luxemburg „eher ein Unterschied in der individuellen Schattierung als in der politischen Richtung“ sei. Trotzki begeht heute ein Plagiat an dem geistigen Rüstzeug der einen, morgen an dem der anderen Fraktion, und darum gibt er sich als über beiden Fraktionen stehend aus. Trotzki ist in der Theorie in nichts mit den Liquidatoren und den Otsowisten einverstanden, in der Praxis dagegen ist er in allem mit den „Golos“- und den „Wperjod“-Leuten einverstanden.“ (Bd. 16, S. 398)

.. Die Leser mögen nun selbst urteilen, ob Trotzki eine ‘allgemein parteiliche’ oder eine „allgemein parteifeindliche“ Tendenz in der Sozialdemokratie Russlands vertritt.“ (Bd. 16, S. 399)

An A.M. Gorki, November 1910

„Die ‘Rabotschaja Gaseta’ wird gebraucht, und mit Trotzki, der zugunsten der Liquidatoren und der otsowistischen ‘Wperjod’-Leute intrigiert, ist eine Zusammenarbeit unmöglich. Plechanow und ich haben schon in Kopenhagen energisch gegen Trotzkis hundsgemeinen Artikel im ‘Vorwärts’ protestiert. Und welche neue Infamie hat er in der ‘Neuen Zeit’ über den historischen Sinn des Kampfes unter den russischen Sozialdemokraten veröffentlicht!“ (Bd. 34, S. 426)

Der historische Sinn des innerparteilichen Kampfes im Russischen Reich, 1911

„Trotzki entstellt den Bolschewismus, denn niemals konnte sich Trotzki irgendwelche bestimmte Anschauungen über die Rolle des Proletariats in der russischen bürgerlichen Revolution zu eigen machen.“ (Bd. 16, S. 387) „Zweitens bringt diese Unwahrheit in der Praxis die auf Reklame ausgehende ‘Politik’ der Trotzki-Fraktion zum Ausdruck. Dass Trotzskis Unternehmen der Versuch ist, eine Fraktion zu schaffen, sieht jetzt, wo Trotzki den Vertreter des ZK aus der ‘Prawda’ entfernt hat, jedermann ein.“ (S. 397)

Brief an die Redaktion der „Prawda“, Juli 1912

„Ich rate ihnen Trotzki im Briefkasten zu antworten: ‘An Trotzki (Wien) Briefe mit Klatsch und Intrigen werden wir nicht beantworten’. Trotzkis niederträchtige Kampagne gegen die ‘Prawda’ist eine einzige Lüge und Intrige. Der bekannte Marxist und Plechanowanhänger Rothstein (London) schrieb uns, er habe Trotzkis Klatscherei erhalten und habe ihm geantwortet: Ich kann der Petersburger ‘Prawda’ absolut nichts zur Last legen. Aber dieser Intrigant und Liquidator lügt wahllos nach rechts und links.“ (Bd. 35, S. 19)

Die Frage der Einheit, „Prawda“-Artikel, Februar 1913

„Der Brief der Deputierten der Arbeiter von Kostroma, Schagow an die Prawda (Nr. 22/226) hat sehr deutlich gezeigt, unter welchen Bedingungen die Arbeiter die Einheit der Sozialdemokratie für realisierbar halten. ... Man kann sich nach einer so klaren und direkten Fragestellung nur wundern, im ‘Lutsch’, Nr. 27 (113) wieder die alten, hochtrabenden, aber völlig inhaltlosen Phrasen Trotzkis vorzufinden. Kein Wort zum Kern der Frage! Nicht der geringste Versuch, exakte Fakten anzuführen und sie allseitig zu untersuchen! Keine Andeutung der realen Bedingungen der Einheit! Bloße Deklamation, hochtrabende Worte, überhebliche Ausfälle an die Adresse von Gegnern, die der Verfasser nicht nennt, imposant wichtige Beteuerungen – das ist Trotzkis ganzes Gepäck.“ (Bd. 18, S. 546)

Über die Verletzung der Einheit, bemäntelt durch Geschrei über die Einheit, Mai 1914

„Trotzki liebt es sehr mit ‘gelehrter Kennermine’, mit schwülstigen und klangvollen Phrasen die historischen Erscheinungen auf eine für Trotzki schmeichelhafte Art zu erklären. Wenn ‘zahlreiche fortgeschrittene Arbeiter’ zu ‘eifrigen Agenten’ einer politischen und Parteilinie werden, die mit der Linie Trotzkis nicht in Einklang steht, so löst Trotzki, ohne sich zu genieren, die Frage auf einen Hieb und schnurstracks: Diese fortgeschrittenen Arbeiter befinden sich ‘im Zustand völliger politischer Kopflosigkeit’ er aber, Trotzki, offenbar ‘im Zustand’ einer politisch festen, klaren und richtigen Linie ... Und der nämliche Trotzki donnert, sich an die Brust schlagend, gegen das Fraktionswesen, gegen das Zirkelwesen, dagegen, dass die Intellektuellen den Arbeitern ihren Willen aufzwingen wollen! ... Wirklich, wenn man derartige Dinge liest, fragt man sich unwillkürlich, ob solche Stimmen nicht aus einem Irrenhaus ertönen?“ (Bd. 20, S. 334)

Über die zwei Linien der Revolution, 1915

„Die Klassenverhältnisse in der bevorstehenden Revolution klarzustellen ist die Hauptaufgabe einer revolutionären Partei. Dieser Aufgabe geht das OK aus dem Wege, es bleibt in Russland ein treuer Verbündeter des ‘Nasche Delo’ und wirft im Ausland mit nichtssagenden ‘linken’ Phrasen um sich. Diese Aufgabe wird von Trotzki im ‘Nasche Slowo’ nicht richtig gelöst, er wiederholt seine ‘originelle’ Theorie aus dem Jahre 1905 und will sich keine Gedanken darüber machen, aus welchen Gründen das Leben volle zehn Jahre an dieser wunderbaren Theorie vorbeigegangen ist. Die originelle Theorie Trotzkis übernimmt von den Bolschewiki den Appell zum entschlossenen revolutionären Kampf des Proletariats und zur Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat, von den Menschewiki aber die ‘Negierung’ der Rolle der Bauernschaft. Die Bauernschaft sei in Schichten zerfallen, habe sich differenziert; ihre mögliche revolutionäre Rolle sei immer geringer geworden; in Russland sei eine ‘nationale’ Revolution unmöglich: ‘Wir leben in der Epoche des Imperialismus’, ‘der Imperialismus’ aber ‘stellt nicht die bürgerliche Nation dem alten Regime, sondern das Proletariat der bürgerlichen Nation entgegen’. Da haben wir ein kurioses Beispiel für ein ‘Spiel mit dem Wörtchen’ Imperialismus! Wenn in Russland das Proletariat bereits ‘der bürgerlichen Nation’ gegenübersteht, dann heißt das: Russland steht direkt vor der sozialistischen Revolution!! Dann ist die (von der Januarkonferenz 1912 aufgestellte und danach von Trotzki 1915 wiederholte) Losung ‘Konfiskation der Gutsbesitzerländereien’ falsch, dann muss man nicht von ‘revolutionärer Arbeiter’regierung, sondern von ‘sozialistischer Arbeiter’regierung sprechen!! Wie weit das Durcheinander bei Trotzki geht, ersieht man aus seinem Satz, das Proletariat werde durch seine Entschlossenheit auch die ‘nichtproletarischen (!) Volksmassen’ mit sich reißen!! (Nr. 217.) Trotzki hat sich nicht überlegt, dass, wenn es dem Proletariat gelingt, die nichtproletarischen ländlichen Massen zur Konfiskation der Gutsbesitzerländereien mit sich zu reißen und die Monarchie zu stürzen, dies eben die Vollendung der ‘nationalen bürgerlichen Revolution’ in Russland, dies eben die revolutionär-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft sein wird! Das ganze Jahrzehnt 1905-1915 – dieses große Jahrzehnt – hat das Vorhandensein von zwei und von nur zwei Klassenlinien der russischen Revolution erwiesen. Die Differenzierung der Bauernschaft hat den Klassenkampf innerhalb der Bauernschaft verstärkt, hat sehr viele politisch schlummernde Elemente wachgerüttelt und das Landproletariat dem städtischen Proletariat nähergebracht. (Auf einer besonderen Organisation des Landproletariats bestanden die Bolschewiki seit 1906, und sie brachten diese Forderung in die Resolution des Stockholmer, des menschewistischen, Parteitags hinein.) Aber der Antagonismus zwischen der ‘Bauernschaft’ und den Markow – Romanow – Chwostow ist stärker geworden, ist gewachsen, hat sich verschärft. Das ist eine so offensichtliche Wahrheit, dass sogar Tausende von Phrasen in Dutzenden von Pariser Trotzki-Artikeln sie nicht zu ‘widerlegen’ vermögen. In Wirklichkeit hilft Trotzki den liberalen Arbeiterpolitikern in Russland, die unter der ‘Negierung’ der Rolle der Bauernschaft den mangelnden Willen verstehen, die Bauern zur Revolution auf zurütteln!“ (Bd. 21, S. 426/427)

Brief an A. Schljapnikow, März 1916

„In Russland gibt es auch Uneinigkeit? Oh, natürlich! Aber es ist nicht unsere Aufgabe sie zu vergrößern. Mögen sich TschcheÏdse und Co und Trotzki und Co. damit beschäftigen (das ist ihr ‘Beruf’), die Uneinigkeit zu vergrößern, unsere Aufgabe aber ist es, unsere eigene Linie zu verfolgen. Die Früchte einer solchen Arbeit liegen vor: die Petograder Arbeiter sind hundertmal besser als die Petograder Intellektuellen.“ (Bd. 35, S. 189)

 

 

 

Gedicht :

 

Zum Bolschewisten gehört mehr dazu als nur immer dummes Zeug zu reden
Zeigen, daß man was im Gepäck hat, doch daran wird`s euch fehlen
Man sieht euch in euren Kadavergehorsam immer schön in Reih und Glied
Mit so einem Blödsinn wie " permanente Revolution" wär der Sieg


Wir sind die 3. Internatioanle - wer seid ihr ?
Wir sind die Proletarier aller Länder  - und üble Trotzkisten seid ihr


Wenn man die Trotzkisten sieht und erst hört packt einen die Wut
Was haben denn Dialektiker mit Entrismus am Hut ?
Doch auf dem Opportunismus konntet ihr schon immer blind vertrauen u. darauf schwören
Nie eigene Wege geh'n und auf den Klassenkämpfer und Proletarier hören


Wir sind die 3. Internatioanle - wer seid ihr ?
Wir sind die Marxisten-Leninsten - üble Trotzkisten seid ihr


Bei eurem Trotzki wäre es dem Weltproletariat nicht geheuer- u. wisst ihr auch warum?
Bei dem sind sogar Literatur u. Kunst politisch und dumm
Eurer Trotzki hat zu ziemlich allem eine konterrevolutionäre Meinung
Doch wo soll das bloß hinführ'n ?- das steht dann in der Prawda Zeitung


Wir sind die 3. Internatioanle - wer seid ihr ?
Wir sind die Stalinisten-Hoxhaisten- und üble Trotzkisten seid ihr  ?

FRENCH

GREEK

Die Stalinistisch-Hoxhaistische Weltbewegung zerschlägt die trotzkistische Weltbewegung !