DEUTSCH

 


 



 

Die Ermordung Stalins

 

"Ich habe ihn erledigt !“


"Ich habe euch alle gerettet!“

- Bekenntnis eines Mörders - Berija, am 1. Mai 1953

 

 

 

aus dem Buch:

“Über die Grundlagen und zu den Fragen des Stalinismus”

- von Wolfgang Eggers

geschrieben 2009



 

So wie die Rechten und Trotzkisten, die den Sozialismus „in einem“ Land für unmöglich hielten, so fürchteten sich die modernen Revisionisten vorm Weltsozialismus nach den großen Siegen Stalins.

Ohne den Faschismus von außen gäbe es in der Sowjetunion keine konterrevolutionäre Gruppierungen, die sich auf den Faschismus hätte stützen können. In der ersten Periode des Sozialismus, also in der Periode des Sozialismus in „einem“ Land, war es zwar unter großem Kräfteaufwand und unzähligen Opfern gelungen, den Block der Rechten und Trotzkisten von der Oberfläche hinwegzufegen, ihm empfindliche Niederlagen und Verluste zuzufügen, die dem Aufbau des Sozialismus einen enormen und entscheidenden Auftrieb gaben, um im Großen Vaterländischen Krieg über den Faschismus und seine 5. Kolonne in der Sowjetunion zu siegen, um sich bessere Bedingungen für den Übergang zur zweiten Periode des Sozialismus zu schaffen usw. usf. - aber die im Untergrund weiter wühlende Konterrevolution konnte nicht für immer unschädlich gemacht werden, hierzu bedurfte es der Verschärfung des Klassenkampfes in der Sowjetunion. In der ersten Periode des Sozialismus kann die Unvermeidlichkeit der konterrevolutionären Bewegung der Restauration des Kapitalismus nicht beseitigt werden – erst im Weltmaßstab, also in der zweiten Periode des Sozialismus. Das liegt in der historischen Tatsache begründet, dass die erste Periode des Sozialismus gekennzeichnet ist durch den sich verstärkenden Druck der weltimperialistischen Umkreisung:

 

Die kapitalistische Einkreisung,“ sagte Stalin im Jahre 1930, „darf man nicht als einen einfachen geographischen Begriff auffassen. Kapitalistische Einkreisung bedeutet, dass es rings um die Sowjetunion feindliche Klassen gibt, welche bereit sind, unsere Klassenfeinde innerhalb der Grenzen der Sowjetunion moralisch und materiell, sowie durch eine finanzielle Blockade und, wenn es möglich ist, auch mit Hilfe einer militärischen Intervention, zu unterstützen“ (Stalin, Werke, Band 12, Seite 265, KPD/ML, Hamburg 1971).

 

Zur Zeit des Faschismus konnten die konterrevolutionären Gruppierungen innerhalb der UdSSR sich nicht auf ein geschlossenes globales konterrevolutionäres System der imperialistischen Umkreisung stützen, sondern nur auf die einzelnen Großmächte, die sich selber bekriegten und gegenseitig schwächten, insbesondere Deutschland, England und Japan. Vor allem stützten sich die konterrevolutionären Gruppierungen auf diejenige Großmacht, die am ehesten zum Sturz der UdSSR und zur Eroberung der konterrevolutionären Macht beitragen konnten – auf Deutschland. Deutschland war vor dem Zweiten Weltkrieg der Hauptfeind, nach dem Krieg waren es die USA und sie sind es bis heute geblieben. Auch das entspricht dem Wesen der ersten Periode des Sozialismus. Wie aber verändern sich die Bedingungen der konterrevolutionären Gruppierungen in der Sowjetunion, nachdem einerseits der Weltimperialismus nach dem 2. Weltkrieg äußerst geschwächt und andererseits die Sowjetunion mit dem entstehenden sozialistischen Lager, mit der revolutionären Entwicklung Asiens usw. usf. in einem internationalen Ausmaß gestärkt wurde? Die Welt stand vor entscheidenden historischen Situation des weltweiten Siegeszugs des Sozialismus und damit des weltweiten Untergangs des Kapitalismus. Mit anderen Worten: der Sozialismus der ersten Periode war nach dem 2. Weltkrieg bereits so weit herangereift, dass sich der qualitative Sprung zum Weltsozialismus konkret anzubahnen begann. Die Verschwörung hätte den Tod Stalins nicht herbeiführen, hätte nicht Stalins Scheitern seines schon beschrittenen Übergangs in die zweite Periode des Sozialismus herbeiführen können, wenn der Weltimperialismus in dieser Situation nicht gezwungen gewesen wäre, diese Verschwörung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln von außen zu unterstützen. Berija vertrat den Standpunkt der Nichteinmischung. Für ihn war die Sowjetunion stark genug, um mit jedem in der Welt fertig zu werden, um sowohl mit Aggressoren als auch mit deren Opfern zusammenzuarbeiten „zum Wohl der Sowjetunion“. In Wirklichkeit bedeutete Berijas Haltung der Nichteinmischung eine Begünstigung der Aggression der alliierten Westmächte, begünstigte seine Haltung in Wirklichkeit nicht die Beendigung des Kalten Krieges, sondern im Gegenteil, wurde damit deren kriegerische Aggression nur noch mehr angestachelt.

Ohne einen Roosevelt und Churchill hätte es keinen Verschwörer Namens Berija gegeben. Die Ausrottung des Hitlerfaschismus war für die modernen Revisionisten eine Voraussetzung für das Bündnis mit den anderen Westmächten und nicht etwa ein entscheidender Schritt zur Ausrottung des ganzen Weltimperialismus – wie Stalin es plante. Ohne die Entschlossenheit und Geschlossenheit des weltimperialistischen Lagers, der drohenden Gefahr des sozialistischen Lagers mit aller Macht und mit allen Mitteln zu begegnen, hätte es keine nationalen Bewegungen in den Randgebieten der Sowjetunion gegeben, die sich von Berija zur Lostrennung vom russischen Zentrum hätten verführen lassen können. An der Schwelle der zweiten Periode des Sozialismus verwandelte sich auch der Charakter der Verschwörung. Sie diente nicht mehr nur dem Sturz des Sozialismus in „einem“ Land, sondern der Verhinderung des Übergangs zum Weltsozialismus. So ist der moderne Revisionismus zu einer weltrevisionistischen Strömung geworden. Die Verschwörer von 1953 verwandelten das Zentrum der Weltrevolution in ein Zentrum der Konterrevolution und genau das rettete den Weltimperialismus vor seinem Untergang. Dank der daraus entstehenden marxistisch-leninistischen Weltbewegung wurde der Sozialismus in Albanien siegreich verteidigt, das heißt, mit der Verhinderung des Übergangs zum Weltsozialismus wurde nicht die Entwicklung des Sozialismus in „einem“ Land verhindert, entwickelte sich der Sozialismus der ersten Periode weiter – und das trotz des Revisionismus an der Macht. Damit haben wir Marxisten-Leninisten der Welt bewiesen, dass wir Stalins Erbe siegreich verteidigt hatten, dass man Stalin ermorden, den Sozialismus für eine begrenzte Zeit vom Erdball fegen, aber Stalins Erbe nicht auf Dauer vernichten kann. Heute beginnt der Weltimperialismus global zu verfaulen, so dass auch die Revisionisten ihrer Unterstützung durch den Weltimperialismus beraubt werden, dass der Sieg der sozialistischen Weltrevolution unvermeidlich in greifbare Nähe rückt.

Auf dem XV. Parteitag spricht Stalin gegen die Opposition von Kamenew und Sinowjew:

 

Glaubt man denn wirklich, wir Bolschewiki, die wir den Adelsstand mit den Wurzeln ausgerodet haben, würden ihn jetzt in unserer Partei wieder herstellen?“ (Band 10, Seite 304).

 

Die Mehrheit des Präsidiums, ja das ganze Präsidium hätte Anfang der 50er Jahre ausgeschlossen werden müssen. Stalin wollte keine adligen „Bolschewiki“ in der Partei haben, weder solche vom alten noch solche vom neuen Adel .

Solche radikalen Situationen der Säuberung der gesamten Führungsspitze hatte es bei den Bolschewiki nicht zum ersten Mal gegeben. So wie Stalin 1953, war auch Lenin 1903 ganz allein. Von der führenden Sechsergruppe gingen Plechanow, Sassulitsch, Martow, Axelrod und Potressow. Im Ergebnis gelangte die Partei mit Lenin aber gerade dadurch auf den richtigen, auf den bolschewistischen Weg. Im Jahre 1907 und 1908 – in der Periode des Rückzugs der gescheiterten Revolution von 1905 - war die Situation nicht anders. Auch, was die Periode der NÖP und die darauf folgende Periode des Aufbaus des Sozialismus in „einem“ Land anbelangte, erforderte die Vernichtung der Führer der kapitalistischen Überreste und der trotzkistischen Führer der Opposition. Oder nehmen wir die Situation, die durch den Großen Vaterländischen Krieg entstanden war. Auch hier mussten unvermeidlich führende Parteiköpfe rollen, insbesondere in der Roten Armee. Und 1953? Das Gleiche ! Im Ergebnis hätte die Partei mit Stalin – mit stalinistischen Präsidiumsmitgliedern - den bolschewistischen Weg Lenins und Stalins siegreich fortsetzen können, wenn solche „Führer“ wie Chruschtschow, bzw. solche, die ihn haben zum Führer aufsteigen ließen, rechtzeitig von ihrem Posten gesäubert worden wären. Die Säuberungen der Partei, insbesondere die Säuberungen der Parteispitze, ist kein willkürlicher Akt, sondern steht untrennbar mit den historischen Wendungen des Klassenkampfes im Zusammenhang, die jede bolschewistische Partei zu meistern hat, und was nun einmal nicht ohne Parteiopfer, Opfer in der Parteiführung, abgeht, abgehen kann.

Es ist eine Tatsache, dass die Geschichte in ihrem Verlauf stets ganz bestimmte, entscheidende Wendungen vollzieht, so auch die Geschichte des Bolschewismus. Diese Wendungen führten jedes Mal zur Ablösung alter durch neue Parteiführer und zwar so radikal wie die Wendung selbst.

Auch Anfang der 50er Jahre stand der Bolschewismus an seiner historischen Wende – an der Wende zum Weltbolschewismus: die Zerschlagung des gesamten Weltimperialismus, das Durchbrechen seiner Umkreisung durch den proletarischen Internationalismus an der Macht, der Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab, die Wendung von der Diktatur des Proletariats in „einem“ Land zur Weltdiktatur des Proletariats, die Wendung des Kommunismus in „einem“ Land zum Weltkommunismus; kurz: der praktisch bevorstehende Übergang von der ersten zur zweiten Periode des Sozialismus – die Wende zum Weltsozialismus.

Anfang der 50er Jahre war mit solchen Präsidiumsmitgliedern – die angesichts dieser gewaltigen Herausforderung kalte Füße kriegten, die es sich in ihrem von der Arbeiterklasse eingerichteten herrschaftlichen Bett schon all zu gemütlich gemacht hatten - für Stalin ein Ding der Unmöglichkeit. Eben deswegen führte der Weg der Partei unweigerlich und unvermeidbar in die Degeneration, in die Entartung. Der Weg des Übergangs zum Weltsozialismus, der Übergang des Kommunismus „in einem“ Land, wurde durch die Wendung des ersten sozialistischen Staates auf der Welt in einen restaurierten kapitalistischen Staat verraten, womit die Wendung zur zweiten Periode mit dem vorläufigen Tod der ersten Periode des Sozialismus, der Übergang vom Sozialismus „in einem“ Land zum Kommunismus „in einem“ Land, endete.

Wir Marxisten-Leninisten haben immer von der kapitalistischen Umkreisung unter den Bedingungen der UdSSR Lenins und Stalins gesprochen, während wir nach der Machtergreifung der modernen Revisionisten von einer kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung auszugehen hatten. Das war natürlich völlig korrekt. Nur haben wir den dialektischen Entwicklungsprozess zur kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung richtig beleuchtet ? Wie kam es zu dieser entscheidenden qualitativen Veränderung der Umkreisung, mit der sich nun die marxistisch-leninistische Weltbewegung mit ihrem führenden albanischen Weltzentrum konfrontiert sah ?

Die Frage der kapitalistischen Umkreisung hat Stalin dialektisch zu lösen versucht. Die Umkreisung von außen wirkt auf die innere „Umkreisung“. Die Verschwörung von 1953 hatte zum Ziel, das führende Zentrum der bolschewistischen Partei mit Stalin an der Spitze „revisionistisch zu umkreisen“ vermittels der direkten und indirekten Unterstützung der kapitalistischen Umkreisung von außen. Die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung, wie sie nach Stalins Tod auf Albanien und die marxistisch-leninistische Weltbewegung wirkte, entwickelte sich also bereits zu Lebzeiten Stalins, nur dass Stalin bis zu seinem Tod die Vereinigung und Verschmelzung der kapitalistischen mit der revisionistischen Umkreisung zu einer einzigen Weltfront verhindern konnte.

Der Übergang zum Kommunismus „in einem“ Land hing davon ab, ob es Stalin gelingen würde, nicht nur den Kalten Krieg von außen, sondern auch den Kalten Krieg von innen, der von den Revisionisten nicht anders als unter den Bedingungen des Kalten Krieges von außen geführt werden konnte, hinauszuzögern, der unvermeidlich war, aber den er hinausgezögert hat, entweder bis zu dem Moment, da sich das sozialistische Weltlager genügend ausbreitet oder endlich bis zu dem Moment, da die Imperialisten untereinander als auch die Revisionisten untereinander, wegen der Ausbreitung des sozialistischen Weltlagers einerseits und des Übergangs zum Kommunismus „in einem“ Land andererseits, in die Haare geraten.

Stalin wollte die Partei von diesen schwankenden, kapitulierenden und lammentierenden Führungselementen befreien, die das Vorwärtskommen der Partei in diese Richtung zur Wende behindert hatten. Die Sprengung der inneren Umkreisung war aber schon keine innere Angelegenheit der Sowjetunion mehr, sondern war eng verknüpft mit dem Kampf gegen den Kalten Krieg der angloamerikanischen Imperialisten, also mit dem Kampf gegen das neu entstehende weltkapitalistische Lager.

Stalin pflegte hierzu stets zu sagen:

 

Nun wohl, wenn diese oder jene alten Führer sich in Ballast verwandeln und aus dem Wagen kippen wollen, so ist das wohl der ihnen beschiedene Weg!“ (Stalin Werke, Band 10, Seite 323).

 

Aber mit dem Mord an ihm konnte Stalin sein internationalistisches Werk nicht fortsetzen, blieb das in der Partei am Leben, was es nicht mehr wert war, am Leben zu bleiben und das Neue, das Wachsende, wurde mit Stalin getötet, muss heute unter großen Schwierigkeiten wieder von Vorne aufgebaut werden. So weit zu den welthistorischen Konsequenzen gescheiterter Säuberungen, so weit zum eisernen Grundsatz einer bolschewistischen Partei: Die Partei schreitet voran, indem sie sich von Unrat säubert. Die Partei wird umgekehrt von ihren eigenen rückschrittlichen Elementen gesäubert, wenn sie es versäumt, diesen eisernen Grundsatz ernsthaft zu beherzigen und konsequent in die Tat umzusetzen. Es darf uns doch nicht wundern, Genossen, dass die Bourgeoisie gerade diesen, unseren Säuberungsgrundsatz als „undemokratisches und unzivilisiertes, barbarisches Werkzeug der Schreckensdiktatur der Kommunistischen Partei über Andersdenkende und Oppositionelle“ vor den Massen demagogisch anprangert. Es darf uns ferner nicht wundern, dass die modernen Revisionisten die Säuberungen als „Teufelswerk Stalins“ verurteilten, um dem Weltimperialismus die Stiefel zu lecken. Bezeichnend dabei ist, dass die modernen Revisionisten Stalin als „Abweichler“ vom Leninismus brandmarkten, wo doch gerade der Leninismus die Säuberung der Partei lehrte, die Stalin nur meisterhaft umzusetzen verstand.

Bis zu Stalins Tod hatte die Verschwörung noch einen allgemein defaitistischen Charakter. Die Verschwörer waren es müde, ihren Unwillen und ihren Unmut vor Stalin ständig verbergen zu müssen, hatten sie doch schon lange mit Stalin gebrochen. Sie empfanden Schadenfreude, wenn Stalin Schwierigkeiten bei der Durchsetzung seiner Generallinie hinnehmen musste. Sie unterstützten ihn nur äußerst halbherzig und widerwillig und fielen ihm in den Rücken, wo und wann immer sich dazu eine Gelegenheit bot. Als ihre Unzufriedenheit sich bis zur Verweigerung gesteigert hatte, reifte in ihnen ein neuer „Tatendrang“ heran, verwandelte sich der passive Defaitismus in einen aktiven Defaitismus. Dies blieb Stalin natürlich nicht verborgen. Diese angespannte Situation blieb nicht ohne Folgen auf seinen Gesundheitszustand. Er war bereits 73 Jahre alt und dieser Kampf kostete ihm viel Kraft. Die verschiedenen Verschwörergruppen wurden alle von Stalin scharf kritisiert und bekämpft. Umgekehrt war Stalin für die Verwirklichung ihrer verbrecherischen Absichten eine ständige Bedrohung. Um ihn endlich loszuwerden, erteilten sie sich untereinander gegenseitige Amnestie, schloss man untereinander bis zur Eroberung ihrer revisionistischen Macht einen „Nichtangriffspakt“, um sich dann nach Stalins Tod im Konkurrenzkampf um die Nachfolge, um die eigene Macht, die Köpfe einzuschlagen. Es wäre allerdings unmarxistisch, persönliche Machtmotive in den Vordergrund zu schieben. In Wirklichkeit ging es der neuen Bourgeoisie nur darum, wie sie ihre politische Macht am besten nutzt, um die Restauration des Kapitalismus gesichert und reibungslos umzusetzen.

Die Verkommenheit von Chruschtschows Moralbegriffen drückt sich aus in der Beseitigung Berijas, die schon vor der Beseitigung Stalins von ihm geplant war. Chruschtschows Doppelzüngigkeit gegenüber Verschwörern, die ihm zur Eroberung der Macht verhalfen, erwies sich als eine Maskerade, welche ihm gestattete, gegen Berija das ganze Feuer zu richten, um die Macht zu behaupten und zu festigen. Chruschtschow beschuldigte Berija, „die Grundpfeiler der UdSSR zu erschüttern“, „Westagent“ zu sein usw. usf. und entlarvte diesen Doppelzüngler in der Absicht, die eigenen Spuren seiner Beteiligung an dem verruchten Verbrechen an Stalin zu verwischen. Alles, was Chruschtschow Berija in den schwärzesten Farben vorwarf, hatte Chruschtschow zum Teil selber begangen – das ist die Wahrheit. Chruschtschows Urteil gegen Berija war das Urteil gegen sich selbst. So ist auch Radek im Prozess gegen Sinowjew und Kamenew vorgegangen – genauso, nur mit dem Unterschied, dass Radek seiner gerechten Strafe nicht entging, während Chruschtschow seine Verbrechen fortsetzen konnte, die wir Hoxhaisten entlarvten und bekämpften. Chruschtschow ging über Leichen seiner Kumpanen hinweg, und wühlte sich aus seiner stinkenden, blutigen Kloake heraus, in der er schon zu Lebzeiten Stalins steckte. Aber Verräter entgehen niemals dem Urteil des Weltproletariats. Es wird nicht nur Chruschtschows Verbrechen an den Schandpfahl der Geschichte nageln, nicht nur den Chruschtschowismus, sondern den ganzen Weltrevisionismus vernichten.

Und Berija?

Berija, der zu Stalins Lebzeiten mit Chruschtschow an der Vorbereitung der „Palastrevolution“ teilgenommen hatte, schluchzt über die Leiche des ermordeten Stalin, um auch seine Spuren zu verwischen. Nur, dass er mit dem Verwischen seiner eigenen Spuren – und darin war er ein Meister, denn man konnte ihm tatsächlich nichts Schlimmes „beweisen“, ohne Gefahr zu laufen, bei der Aufdeckung seiner wahren Verbrechen die Spuren auf die anderen Verschwörer, auf Chruschtschow, zu lenken. So blieb Chruschtschow gar nichts Anderes übrig, als sein Todesurteil über Berija zu fällen, denn anders hätte er seine eigene Haut nicht retten können, hätte Berija seinen Willen gegenüber all den Anderen, und nicht zuletzt auch gegen Chruschtschow selbst, durchgesetzt. Berija war aber nicht von „nackter Machtgier besessen“. Das stimmt nicht. Das war ein Versuch, die öffentliche Meinung zu täuschen. Um das Programm der Restauration des Kapitalismus zu verbergen und unerkannt umzusetzen, schob Chruschtschow es Berija unter – nach dem Motto aller krimineller Verbrecher: „Haltet den Dieb!“ Nimmt man aber sowohl die verbrecherischen Taten Chruschtschows als auch die verbrecherischen Taten Berijas in der Zeit zwischen Stalins und Berijas Tod unter die marxistisch-leninistische Lupe, so wird man nicht leugnen können, dass beide „auf ihre Weise“ Verfechter des Programms der Restauration des Kapitalismus waren und dass sie sich nur durch die unterschiedliche Menge Blut an ihren Händen unterschieden. Wer das bestreitet, stellt sich auf die Seite der Restauration des Kapitalismus, ob er nun behauptet, „Anti-Revisionist, Marxist-Leninist“, zu sein oder nicht. Eine Unterscheidung von Berija und Chruschtschow ist keine Unterscheidung von modernem Revisionismus und Marxismus-Leninismus. Berija ist nicht als Stalinist, sondern als zu schnell voraus geeilter voreiliger Restaurator des Kapitalismus gestürzt worden. Berija und Chruschtschow waren sich zwar über die „Entstalinisierung“ grundsätzlich einig, aber es gab unüberbrückbare Differenzen auf dem Weg zum Kapitalismus bezüglich des Ausmaßes und der Grenzen der durchzuführenden Restauration des Kapitalismus als auch über das Tempo und die Methoden. Wer Berija als so geannten „Marxist-Leninist“ bezeichnet, macht einen folgenschweren Fehler und muss wissen, dass er der Bourgeoisie hilft, den modernen Revisionismus vor seinem endgültigen Untergang zu retten, begibt sich auf die andere Seite der Barrikade. Wir machen keinem Genossen Vorwürfe, der Berija bislang falsch eingeschätzt hat. Wir selbst haben auch erst jetzt Informationen über Berija bekommen, konnten uns also lange Zeit kein genaues Bild über ihn machen. Wen wir allerdings verurteilen, sind Leute, die dunkle Absichten verfolgen, wie die vom „red-channel“, die über die Verbrechen Berijas sehr wohl Bescheid wissen.

Da wir Marxisten-Leninisten den Renegaten Chruschtschow durchschaut und angeprangert hatten, musste dessen Liquidierung Berijas so aussehen als würde hier ein „Führer des Marxismus-Leninismus“, „ein treuer Stalinanhänger“, den Revisionisten „zu Opfer gefallen“ sein. Die Wahrheit aber ist, dass hier nur ein Verschwörer Stalins einem rivalisierenden Verschwörer Stalins zum Opfer gefallen ist. Auf diese Weise haben diese Berijaner versucht, den Revisionismus hinüberzuretten und ihn uns Marxisten-Leninisten unterzujubeln. Jeder Revisionismus, jeder Revisionist, der nicht entlarvt ist und sich weiter verbergen kann, bedeutet für uns Marxisten-Leninisten eine Gefahr, der wir begegnen müssen. Das ist genau das, was wir unter Neo-Revisionismus verstehen : „Anti-Revisionismus in Worten – Revisionismus in Taten!“

 

Die Haltung gegenüber Berija ist ein Prüfstein zur Abgrenzung des Marxismus-Leninismus vom Neo-Revisionismus ! Die feindliche Haltung von „red channel“ uns gegenüber ist kein Zufall, hat ihren Grund – „red channel“ verteidigt die DDR vor unserem Sozialfaschismusvorwurf, logischerweise müssen sie auch Berija vor uns in Schutz nehmen. Wer die sozialfaschistische DDR Ulbrichts und Honeckers unterstützt, der ist ein Erzrevisionist, den wir Stalinisten nicht mit Samthandschuhen anfassen, denn das hat der StaSi mit unseren marxistisch-leninistischen Genossen auch nicht gemacht. Sollen sie ihre DDR verteidigen, sie werden genauso auf dem Misthaufen der Geschichte landen wie die DDR.

Sowohl Berija als auch Chruschtschow waren der Meinung, dass der Weltimperialismus mit den USA an der Spitze siegen und alles erwürgen würde und dass es daher besser sei, sich rechtzeitig mit ihm zu verständigen und irgendeinen Kompromiss im Sinne des Rückzugs vom Sozialismus zum Kapitalismus einzugehen. Nur Berija machte das hinter dem Rücken der Partei vermittels seiner Macht im Innenministerium, während Chruschtschow den geeigneteren Weg über die Partei wählte – mit Erfolg verschaffte sich dieser den entscheidenden Einfluss in der Parteibasis und damit zu den Massen. Berija war so sehr mit blindem Hass gegen Stalin erfüllt, dass er unvorsichtig war und den Einfluss Stalins in der Partei und in den Massen unterschätzte, und diesen Umstand nicht wahrhaben wollte, den Chruschtschow aber sehr wohl begriff. Denn wie sich herausstellte, fühlten sich die Kader in Partei, Staat und Armee von Berijas atemberaubenden Reformkurs überrumpelt, misstrauten sie Berijas Übergehen der Partei, verurteilten sie Berija, was Chruschtschow geschickt auszunutzen vermochte, um selber die Zügel in die Hand zu bekommen, indem er sich auf die Partei, und damit auf die Massen „stützte“.Dazu war Berija nicht fähig, weil ihm das als mächtigster Führer der Apparatschiks immer am Arsch vorbeigegangen war.

Wenn man nun „Beweise“ gegen Berija verlangt, so ist dazu zu sagen, was für „Beweise“ sollen über solche Verschwörer geliefert werden ? Man wird wohl kaum irgendein Dokument auftreiben können, in dem sich Berija mit seiner Unterschrift als Verschwörer gegen Stalin oder als seinen Mörder bekannt hat? Das Wesen seiner Verschwörung bestand ja gerade darin, seine Verbrechen hinter dem Marxismus-Leninismus, hinter Stalin zu verbergen, d.h. „marxistisch-leninistisch“, „stalinistisch“ erscheinen zu lassen. Man kann die Verschwörung von Verschwörern unmöglich von einem Notar beglaubigen lassen, um die Schuld zu beweisen. So kann man die Frage der Beweisführung also gar nicht stellen, vor allem nicht, wenn der KGB die „Akte Berija“ wie ein Heiligtum vor den Augen der Öffentlichkeit bis heute hütet, wenn es sie denn noch überhaupt gibt.





Ich habe ihn erledigt !

Ich habe euch alle gerettet!

Das sagte der sozialfaschistische Schlächter

Berija auf der Tribüne des Mausoleums am 1. Mai 1953



Ich liebe euch doch alle!“

 

Das rief sein deutscher Schüler, der sozialfaschistische Schlächter Mielke, auf seinem Prozess 1989

 

Wie der Meister - so sein Schüler!

 

Meister und Schüler haben ihre Verbrechen nie bereut, sondern haben sich damit auch noch als „Befreier“ gefeiert. Beide haben im Namen des "Stalinismus" nicht nur Kommunisten verfolgt, eingesperrt, gequält, gefoltert, erschlagen, vergiftet, ermordet, sondern dies auch allen anderen Menschen angetan, wenn sie ihren anti-stalinistischen Zielen im Wege standen.

Es gibt nicht nur eine bürgerliche Hetzpropaganda, die diese beiden Mörder als „stalinistische“ Schlächter hinstellen, um damit die kapitalistischen Verbrechen an der Menschheit dem Stalinismus in die Schuhe zu schieben. Nein, damit nicht genug. Es stellen sich auch Leute in den Dienst dieser bürgerlichen Hetzpropaganda, die „wissenschaftlich nachweisen“, dass die Mörder Stalins in Wahrheit „Marxisten-Leninisten“, „treue Anhänger“ Stalins gewesen seien [sic !!!!].

 

Es ist klar, dass wir Stalinisten hierzu nicht länger schweigen konnten, dass wir dieses Scheinmanöver der Bourgeoisie aufdecken, brandmarken und verurteilen mussten, dass wir uns von den Berijanern nicht nur konsequent abgrenzen, sondern auch eine marxistisch-leninistische Offensive gegen sie starten mussten, dass wir den ideologischen Einfluss der Berijaner in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung zurückdrängen mussten, dass wir sie aus der marxistisch-leninistischen Weltbewegung vertreiben mussten, dass sich die marxistisch-leninistische Weltbewegung vom schädlichen Einfluss des Berijanertums befreien und sich durch die Säuberung stärken musste.

Wir haben hier die Person Mielke hinzugezogen, weil wir von der KPD/ML in der DDR zum „Staatsfeind Nr. 1“ erklärt worden waren. So lautete es im Befehl Mielkes, den er der StaSi gab. Wir gehören also zu jenen Stalinisten, die von einem Schüler Berijas gejagt wurden, und diese Jagd auf uns ist auch nach dem Tod Mielkes bis heute nicht beendet, befinden sich die Mielke- Spitzel immer noch ungeschoren unter uns.

Wir nehmen hier also als direkt betroffene Stalinisten Stellung zu dem Artikel Bill Blands: „DER 'ÄRZTPROZESS' UND DER TOD STALINS“ (den wir auf unserer CIML-Homepage zum Nachlesen veröffentlicht haben).

Als betroffene Stalinisten gehen wir im Gegensatz zu Bill Bland an die Frage des Todes des Genossen Stalin politisch und parteilich heran, wenn man so will auch parteipolitisch. Das ist nicht etwa historisch einseitig oder unwissenschaftlich, sondern ganz im Gegenteil, ganz im Sinne des Marxismus-Leninismus. Wir können uns also mit der Zitatensammlung bürgerlicher Historiker, mit denen Bill Bland den zeitlichen Ablauf der Ereignisse voll gestopft hat, nicht anfreunden. Solche antikommunistischen „Historiker“ wie Robert Conquest, den Bill Bland so gerne zitierte, sind zutiefst verabscheuenswürdig. So schrieb Robert Conquest auch das Vorwort zu der antistalinistischen Hetzschrift des Berija-treuen Sudoplatow:Der Handlanger der Macht – Enthüllungen eines KGB-Generals“, was sehr wohl, wenn auch von ihm nicht beabsichtigt, zur Enthüllung über Berijas Anti-Stalinismus beigetragen hat. Sudoplatow verehrte Berija einst als den „Befreier“ vom Stalinismus, als Führer des Kampfes gegen das Terrorregime“ Stalins, der Kriminalität Stalins“ (Sudoplatow Seite 103), der „Verbrechen des Stalinismus“ (ebenda) usw. usf. Sicherlich ist es richtig, dass Sudoplatow auch heftige Kritik an Berija übte, denn davon hing ja auch das Wohlwollen westlicher Historiker ab, ohne die Sudoplatow nicht an die Weltöffentlichkeit treten konnte. Was wir an Sudoplatow kritisieren, ist nicht, dass er etwa für den Stalinismus nicht gekämpft habe. Sudoplatow war nicht von der Sorte des Klassenfeindes wie es Berija einer war. Berija war sein Mentor und dessen Befehlen gehorchte Sudoplatow. Als ehemaliger überzeugter Stalinist hatte er sich einst große Verdienste erworben und die können wir als Stalinisten natürlich nicht verurteilen wollen. Was wir Sudoplatow und vielen anderen Genossen, allerdings vorwerfen müssen, ist, dass er sich schließlich von den Machtintrigen der Führung“ enttäuscht abwandte (wie er es nannte). Er sah sich in der Opferrolle, die „von oben“ diktiert worden sei. Er hätte als Stalinist treu und als solcher an der Seite Stalins bleiben müssen, um die Intriganten gegen Stalin in den eigenen Reihen zu jagen, zum Beispiel Berija und all die anderen Verschwörer. Sudoplatow leugnete seine einstigen stalinistischen Handlungen zwar nicht, aber schätzte sie später alsfatale Fehler“ ein, machte in unzulässiger Weise den Stalinismus für diese Fehler“ verantwortlich, um sich selber endlich als Held feiern zu können – selbst um den Preis, von der kapitalistischen Welt Applaus zu ernten. Sudoplatow verlor, wie viele andere Stalinisten, in entscheidenden Momenten des erbitterten Klassenkampfes in der Sowjetunion die Orientierung über die vor sich gehenden Fraktionskämpfe, vermochte nicht mehr Freund und Feind zu unterscheiden, weigerte sich schließlich, dies unterscheiden zu müssen und wurde so tatsächlich ein Handlanger der Macht – nicht etwa der Macht Stalins, sondern der Macht der Gegner Stalins wie es Berija einer war. Er verlor durchaus nicht seine soldatische, aber sehr wohl seine proletarische Haltung, seinen revolutionären, bolschewistischen Geist, auf den er immer so stolz war. Sudoplatow war einer der vielen proletarischen Revolutionäre, die durch Berija zu kapitalistischen Soldaten wurden. Das Tragische an ihm ist es, dass er bis zu seinem letzten Atemzug sich der berijanischen „Selbsttäuschung“ hingab, nicht er, Sudoplatow, sondern umgekehrt, Stalin habeseinen revolutionären Geist eingebüßt“. So sehr war Sudoplatow und Tausende anderer Stalinisten von den hinterlistigen Gegnern Stalins an der Führungsspitze der Sowjetunion beeinflusst, dass es diesen gelang, sie als Werkzeug gegen Stalin zu missbrauchen. Das war ein großes Verbrechen an den stalinistischen Kadern, das nicht nur Berija, sondern die modernen Revisionisten insgesamt begangen hatten. Das ist eine historische Tatsache, an der nicht vorbei diskutiert werden darf. Bis auf den heutigen Tag besteht die Wirkung des berijanischen Gifts darin, aufrechte Genossen gegen aufrechte Genossen zu hetzen, sie zu brechen und sie sich zu unterwerfen, die Führer zu kompromittieren, die Kader zu verheizen und die Massen zu betrügen. Vom Berijanertum haben auch die Spitzeldienste im Weltmaßstab profitiert und profitieren sie weiterhin davon. Hieraus müssen wir Stalinisten Lehren ziehen: Wir müssen unsere Kader so gut erziehen, dass wir sie nicht eines guten Tages an den Klassenfeind verlieren, der sie gegen uns einsetzt, um uns zu vernichten. Wenn wir die Kader zum stärksten Punkt machen, muss man dabei stets damit rechnen, dass sie gerade dadurch zum schwächsten Punkt werden können und man muss entsprechende Vorsorge dagegen treffen.

Und diese Sudoplatow` sche „Doppel-Tragik“ (die ihn und viele andere ereilte), bestand darin, dass die modernen Revisionisten ihn so lange vergewaltigten, bis sie seiner überdrüssig waren und ihn der Geilheit der westlichen Hetzkanaillen überließen.

In dem Vorwort schreibt Robert Conquest über diese Autobiographie Sudoplatows: ... unseres Wissens womöglich der wichtigste Einzelbeitrag seit Chruschtschows Geheimrede“ (Sudoplatow, Seite 7); Sudoplatow handelte selbstverständlich zumeist als verbrecherischer Handlanger eines verbrecherischen Regimes“ (ebenda, Seite 8); Sudoplatow erweist sich in wichtigen Fragen der gesamten Zeit des Hochstalinismus als eine der wertvollsten aller möglich Quellen“ (ebenda, Seite 14)tja, eben solcheQuellen“, die dem Anti-Stalinismus der Imperialisten neue Munition lieferten und die Bill Bland unkritisch übernahm.

Übrigens, in der Einleitung zu Sudoplatows Autobiographie wird die Haltung Sudoplatows zu Berija mit folgenden Worten charakterisiert:

Sudoplatow deckt auch den komplexen Charakter Lawrentij Berijas auf, seines Mentors in den Jahren 1939 bis 1953. Er bemühte sich, den Menschen Berija so darzustellen, wie er ihn kannte: als einen Mann mit Weitblick und hervorragenden Führungsqualitäten, unter dessen erfolgreicher Aufsicht die erste Atombombe der Sowjetunion gebaut wurde [etwa genauso wie „Hitler die Autobahnen gebaut“ hatte ? – Anmerkung der Redaktion]. Sudoplatow hatte gehofft, dass Berija die Führung übernehmen, seine Härte und Energie auf die Beseitigung der Korruption [für die er Stalin verantwortlich machte – Anmerkung der Redaktion] konzentrieren und der Sowjetunion zu größerem Ansehen in der Welt verhelfen würde [zu einem Ansehen etwa, das Stalin „ramponiert“ habe ???? - Anmerkung der Redaktion]. (...) Sudoplatow zu Folge war Berija ein Erneuerer [Reformist – Anmerkung der Redaktion], der die Wiedervereinigung Deutschlands in den fünfziger Jahren unter Vermeidung der Krisen [als Kapitulant im Dienst der Imperialisten – Anmerkung der Redaktion], die zum Bau der Berliner Mauer führten, bewerkstelligt hätte. In den wenigen Monaten zwischen Stalins Tod und seiner Inhaftierung durch Chruschtschows Gefolgsleute hatte er bereits begonnen, den Gulag zu räumen und darauf gedrängt, politische Gefangene [ nur die anti-kommunistischen Gefangenen Stalins, nicht die von Berija gefangen gehaltenen Stalinisten – Anmerkung der Redaktion ] - freizulassen“ (ebenda, Seite 20-21). Also ist der „arme, gute“ Berija sowohl durch Stalins als auch durch Chruschtschows Terror gehindert worden, für die (imperialistische) Welt Gutes zu tun. Und Bill Bland verlieh Berija dafür den Orden eines „Marxisten-Leninisten“. Marxismus-Leninismus definiert sich somit als eine Lehre gegen den Stalinismus einerseits und dem modernen Revisionismus andererseits. Für die Berijaner besteht ihr anti-revisionistischer Kampf also sowohl aus dem Kampf gegen die modernen Revisionisten (offen), als auch (versteckt) gegen den Stalinismus.

Solche Leute wie Robert Conquest versuchten, mit ihren Hetzschriften die Stalinfreunde in England und Amerika und ihre Sympathien für den sowjetischen Kommunismus systematisch zu desillusionieren und wurden dafür an höchster Stelle honoriert. Sie arbeiteten direkt als amerikanische und englische Agenten des Weltimperialismus und zeichnen ein düsteres Bild über Stalin wie es schlimmer nicht geht. Und das trifft nicht nur zu auf die Fälschungen über die Umstände, durch den der Tod Stalins herbeigeführt worden war. All das verschweigt Bill Bland. Da heißt es bei Bill Blands Quellenangabe nur neutral: „Robert Conquest – Historiker“. Warum hat Bill Bland sich zu seinen so genannten „Quellen“ nicht kritisch und selbstkritisch geäußert, warum hat er Robert Conquest nicht als den kritisiert, der er war, ein Verbrecher der Feder - im Auftrag der Imperialisten ?!

Als Stalin-Kenner wusste Bill Bland Bescheid darüber, dass die Banditen der Feder nie mehr Lügen über Stalin verbreitet haben als über seinen Tod, und dass man also jeglicher Spekulation kritisch entgegen treten muss, zumindest eine gesunde kritische Haltung der Distanz einnehmen muss. Ist das zu viel verlangt? Wer die Werke Stalins aufmerksam liest, der findet auch genug Erklärungen Stalins, sich gegen Fälschungen und Lügenerfindungen zu wehren, und es ist kein Zufall, dass der meiste anti-stalinistische Dreck im Auftrag der angloamerikanischen Imperialisten über die Weltöffentlichkeit ausgeschüttet worden ist und weiter ausgeschüttet wird – von den revisionistischen Nestbeschmutzern einmal abgesehen.

Nehmen wir uns nur zum Beispiel den Band 10 der Stalinwerke vor. Der letzte Artikel in diesem Band trägt den Titel: Erklärung für die Vertreter der ausländischen Presse über die gefälschten `Artikel Stalins `“ (Seite 324-327).

Darin dementiert der Genosse Stalin eine Reihe von angeblichen „Interviews und Artikeln Stalins“ , die es nie gegeben hat und vom Westen rein erfunden waren:

Ihr Ziel ist, die Wirkung zu erschüttern, die die Delegation der UdSSR in Genf mit ihrer Deklaration über die völlige Abrüstung erzielt hat. (...)

Die Tatsache, dass die Agenten des Kapitals gezwungen sind, im Kampf gegen die Friedenspolitik der UdSSR alle möglichen verdächtigen Individuen und allerlei Banditen der Feder um Hilfe anzugehen – diese Tatsache demonstriert besser als alles andere die moralische Kraft und die prinzipielle Stärke der Position, die die Delegation der UdSSR in Genf in der Frage der Abrüstung bezogen hat“ (16. Dezember 1927).

An diesen journalistischen Verbrechermethoden der Lakaien des Kapitals hat sich nichts geändert, sie sind nur weiter verfeinert worden. Eine dieser verfeinerten Methoden ist es, der revolutionären Linken die Mörder Stalins als „Marxisten-Leninisten“ zu verkaufen.

Wir müssen es politisch begründen, warum wir es ablehnen, dass Bill Bland jedesmal, wenn die Namen Berija und Makarenko und die Namen anderer Verräter am Stalinismus in seinen bürgerlichen Zitaten erwähnt werden, in Klammern solche Anmerkungen macht wie: („es handelt sich um einen Marxisten-Leninisten – der Verfasser Bill Bland“). Es wäre die Pflicht von Bill Bland gewesen, seine Anmerkungen politisch zu begründen, aber das hat er unterlassen, aus welchem Grund auch immer.

Es gibt in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung noch keine ausreichende, einheitliche und geschlossene Beurteilung der Ereignisse, die den Tod des Genossen Stalin herbeiführten, ganz einfach aus Gründen mangelnder Beweise. Allerdings gibt es Hinweise des Genossen Enver Hoxha, der aber selber bedauerte, nicht genügend Informationen hierüber gehabt zu haben. Es ist erstaunlich, dass der Hoxhaist Bill Bland die äußerst aufschlussreichen Bemerkungen Enver Hoxhas verschweigt wie zum Beispiel:

Diese Elemente sowie Chruschtschow, Mikojan, Berija und ihre Apparatschiks verheimlichten Stalin die Wahrheit. Auf die eine oder andere Weise täuschten, hintergingen sie Stalin“ (Enver Hoxha, „Die Chruschtschowianer“, Seite 20).

Wie kann da Hoxhaist Bill Bland einen Berija als „Marxisten-Leninisten“ lobpreisen, der nach der Aussage Enver Hoxhas Stalin getäuscht und hintergangen hat? Wie kann man sich da als ehrlicher Hoxhaist, als Freund Albaniens ausgeben ? Man kann also Bill Blands Einschätzung nicht als einheitliche Einschätzung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gelten lassen, die dem Hoxhaismus verpflichtet ist. Im Gegenteil, Bill Blands Einschätzung ist vielmehr zu verwerfen, ohne dabei den Wert der von ihm gesammelte Materialien der bürgerlichen Historiker herabzumindern. Wir sind allerdings der Meinung, dass Bill Bland den Fehler gemacht hat, die bürgerlichen Schreiberlinge, die er zitiert hat, überbewertet zu haben. Eine Überbewertung dieser Materialien, wie wir sie bei Bill Bland feststellen können, ist zu kritisieren, weil sie die einheitliche, marxistische Beurteilung des Todes des Genossen Stalin im Lager der marxistisch-leninistischen Weltbewegung erschwert und behindert anstatt tatsächlich aufzuklären. Und das kann bei bürgerlichen Historikern ja auch gar nicht anders sein. Wenn sie nicht Lügen verbreiten würden, wären sie ja keine bürgerlichen Historiker.

Die Wahrheit über Stalins Tod herauszufinden ist ein Jahrzehnte langer Prozess, der genauso lange andauert wie der Prozess seiner Verheimlichung und Verfälschung. Es kann bei uns Marxisten-Leninisten jedoch kein Zweifel darüber bestehen, dass Stalin nicht der einzige Stalinist in der Sowjetunion war oder dass mit seinem Tod die Stalinisten nicht etwa aufgehört haben, Stalinisten zu sein und zu bleiben. Der Kampf der Stalinisten in der Periode der Machtübernahme der modernen Revisionisten hat unserer Meinung nach objektiv stattgefunden – das ist eine Tatsache, die niemals verschwiegen oder verfälscht werden darf. Hier stimmen alle Genossen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung überein, denn es ist nun einmal das Wesen der Stalinisten, ihren Kampf zur Verteidigung Stalins niemals aufzugeben, sondern ihn im Gegenteil zu verstärken.

Die anti-stalinistische Taktik des Verschweigens hat ausgedient. Es mehren sich unter den bürgerlichen Historikern die Stimmen, die offen zugeben, dass Stalin ermordet wurde. An die Stelle tritt immer offensichtlicher die alternative anti-stalinistische Taktik, den Konkurrenzkampf der Revisionisten untereinander fälschlicherweise als „Kampf der Revisionisten gegen die Marxisten-Leninisten“ umzudichten. Wir kommen nicht umhin festzustellen, dass in Bill Blands Artikel „DER 'ÄRZTPROZESS' UND DER TOD STALINS“ dieser bürgerlichen Geschichtsfälscher-Taktik Vorschub geleistet wird. Dies hat uns wiederum auf die Spur gebracht, um herauszufinden, WER die damaligen Stalinisten in Wirklichkeit waren und WIE sie gegen die verschiedenen revisionistischen Fraktionen gekämpft haben, wie sie organisiert waren, welche Aktionen sie durchführten, welche Opfer zu beklagen waren, welche Verbrechen die Revisionisten gegen die wahren Stalinisten verübt haben, usw. usf. Man kann nicht den Tod Stalins aufklären, ohne den Tod aller Stalinisten aufzuklären, ohne den Kampf um die Verteidigung der ersten Diktatur des Proletariats aufzuklären. Wenn wir die Lügenmärchen über die angeblichen „Marxisten-Leninisten“ Berija und Konsorten entlarvt haben, so haben wir damit erst die halbe Wahrheit aufgedeckt. Es drängt sichunvermeidlich die Frage auf: Wenn die angeblichen „Marxisten-Leninisten“ entlarvt sind, wer sind dann die wahren Marxisten-Leninisten gewesen ?? Wie sah der Kampf zur Verteidigung der Diktatur des Proletariats in Wahrheit damals aus ? Wo stand die Partei ? Wo stand die Arbeiterklasse ? Wo standen die Massen ? Stalin hat doch nicht allein gegen die ganze Welt gekämpft ?! Wir sind fest davon überzeugt, dass hier ein heldenhafter Kampf geführt wurde von Helden, deren Existenz unter den Tisch der Geschichte gekehrt worden sind in der Absicht, den Anker des Stalinismus aus der Partei, aus der Arbeiterklasse, aus den werktätigen Massen mit der Methode des Stillschweigen herausreißen zu wollen.

Wenn man uns hierzu auch noch absichtlich im Dunkeln tappen lässt, so ist uns eines klar: Ohne die nachhaltige Wirksamkeit des anti-revisionistischen Kampfes der Stalinisten hätten die modernen Revisionisten für den vollständigen Abschluss des Restaurationsprozesses des Kapitalismus mit Sicherheit nicht fast vier Jahrzehnte benötigt !!! Es ist kein Zufall, dass heute noch fernab der russischen Metropolen, unzählige Stalin- und Lenindenkmäler, Statuen und Büsten weiter aufrecht stehen und noch nicht umgestürzt worden sind. Und dass die stalinistische Bewegung trotz schwerster Verfolgungen immer offener auftritt mit Stalin-Demonstrationen und Stalin-Bildern, das ist ebenfalls kein Zufall. Es ist für uns Stalinisten, die wir seit 40 für den Stalinismus kämpfen, eine überwältigende Freude, dies noch miterleben zu dürfen. Die stalinistische Bewegung hat historisch standgehalten und entwickelt sich weiter vorwärts. Bravo !!!! Dies können selbst die eingefleischtesten Anti-Stalinisten nun nicht mehr leugnen.

Wir sind uns ferner darüber im Klaren, dass die stalinistische Bewegung in der revisionistischen Sowjetunion und in anderen revisionistischen Staaten (mit Ausnahme der stalinistischen Bewegung in Ost- und Westdeutschland) von der tatsächlich existierenden marxistisch-leninistische Weltbewegung außerhalb der revisionistischen Staaten isoliert worden war, dass es keinerlei Kontakte zwischen „hüben und drüben“ gab. Das hat sich heute geändert. Es gibt keine revisionistisch-bürgerliche Mauer mehr zwischen den stalinistischen Bewegungen aller Länder dieser Erde. Die stalinistische Weltbewegung ist heute dabei, sich über alle nationalen und politischen Grenzen hinweg global zu vereinigen und den Kampf des Genossen Stalin für den Weltsozialismus nach seinem Tod zu Ende zu führen. Das ist eine Tatsache.

Natürlich ist sich die stalinistische Weltbewegung darüber bewusst, dass die Revisionisten so lange weiter im Trüben fischen können wie wir den ins Dunkel verhüllten Klassenkampf zwischen den Stalinisten und den Revisionisten - kurz vor dem Tod Stalins, während der Machtübernahme der modernen Revisionisten und unmittelbar danach - nicht ans Tageslicht bringen. Hier sind wir insbesondere auf die solidarische Unterstützung der stalinistischen Genossen der ehemaligen Sowjetunion angewiesen, die die Lage von innen besser beurteilen können als das von außen möglich ist. Den Kampf gegen den Revisionismus zu führen, das heißt heute nicht zuletzt, die ganze Physiognomie des stalinistischen Kampfes in der Sowjetunion kurz vor und nach dem Mord an Stalin, aufzuklären und zu dokumentieren., aus diesem Kampf zu lernen. Nur so können wir den Revisionisten allmählich das Wasser abgraben, können wir sie aus unseren Schützengräben, in die sie Unterschlupf gefunden haben, hinaus jagen und vor die Flinte kriegen. Der Kampf der Stalinisten in Ländern, in denen die Revisionisten die Macht eroberten, ist eines der wichtigsten Erfahrungen der internationalen, revolutionären Arbeiterbewegung, aus deren Siegen und Niederlagen wir wichtige Lehren ziehen, um zu verhindern, dass sich die Geschichte derart wiederholen kann.

Wenn wir uns also mit dem Tod Stalins beschäftigen, dann tun wir das nicht ohne Absicht, daraus historische Beweise für die Existenz und des aktiven Weiterlebens der stalinistischen Bewegung unter den Bedingungen des Revisionismus an der Macht herauszufinden. Vieles, was Mielke, der Schüler Berijas, in ganz Deutschland gegen die stalinistische Bewegung unternommen hat, wird sicherlich Parallelen in allen anderen revisionistischen Staaten aufzuweisen haben. Die KPD / ML in Deutschland hat sich das Verdienst erworben, dieses Kapitel der Geschichte zu beleuchten und revolutionär zu verändern.

Nun taucht zwar die so genannte „parteifeindliche Gruppierung“ um Molotow, Kaganowitsch usw. auf, aber was beweist das ? Alles, was wir über sie wissen, deutet darauf hin, dass sie niemals die Führer der stalinistischen Bewegung nach dem Tod Stalins gewesen sein konnte. Im Gegenteil, wir sind mit Stalin einer Meinung, dass sie vom Weg des Stalinismus abgewichen sind, dass sie Stalin in den Rücken gefallen sind und dass Stalins Tod sie nicht wieder reumütig zum Stalinismus zurückgeführt hat. Sie haben nicht nur vor der Macht der modernen Revisionisten kapituliert, sondern ihnen sogar den Weg zur Macht bereitet. Sie hatten schon zu Lebzeiten Stalins aufgehört, Stalinisten zu sein und daran hat sich nach Stalins Tod nichts geändert. Sowohl Berija als auch Chruschtschow haben sich dieser Leichen des Bolschewismus bedient, um den Stalinismus zu begraben.

Vermutlich wird diese „parteifeindliche Gruppierung“ mit der eigentlichen stalinistischen Bewegung in Verbindung gestanden haben, aber die illegalen Stalinisten sind dieser Gruppierung sicherlich nicht in die Kapitulation gefolgt. Sie haben weiter ihre revolutionäre Pflicht im Kampf gegen den Revisionismus an der Macht erfüllt, allen Versöhnlern und Kapitulanten zum Trotz - ohne Opfer, ohne den Tod zu scheuen, worüber bis heute noch Totschweigen herrscht. Von dieser festen Überzeugung lassen wir heutigen Stalinisten uns nicht abbringen und wir werden die Beweise dafür liefern, dass wir uns nicht geirrt haben. Zeugnis ist zum Beispiel das Dokument: “Programmatischer Aufruf der Revolutionären (Bolschewistischen) Kommunisten der Sowjetunion“, welches in der Sowjetunion illegal verteilt worden war und das die albanischen Genossen Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre veröffentlichten. Dieses Dokument kann im Internet nachgelesen werden.

So, wie man den Stalinismus nicht „entstalinisieren“ kann, so bedeutet dies konsequenter Weise auch, dass man weder einen Stalinisten, noch gar die ganze stalinistische Bewegung „entstalinisieren“ kann. Ein wesentlicher Punkt bei der stalinistischen Bewegung ist der, dass die konterrevolutionäre Desorganisierung der stalinistischen Bewegung nur noch mehr zu Belebung und Wiederbelebung der stalinistischen Bewegung im nationalen wie im internationalen Maßstab beigetragen hat, dass der Klassenfeind selber unvermeidlich zu ihrer Ausbreitung und Festigung beitragen musste und es weiter tut. Und dass die stalinistische Bewegung bis heute existiert, zeigt, dass nicht nur die russische Bourgeoisie 150 verschiedene „stalinistische“ Scheinorganisationen ins Leben rufen musste, in der Absicht, den stalinistischen Kern darin zu ertränken, sondern dies ist auch zunehmend ein globales Phänomen geworden. So ist es kein Zufall, dass solche Scheinorganisationen auch in Europa, Amerika und auf allen anderen Kontinenten der Welt geschaffen worden sind, um den Kern der stalinistischen Weltbewegung im globalen Sammelbecken des Revisionismus zu ertränken. Aber im dialektischen Sinne wird dies unvermeidlich zu einem ideologischen Klärungsprozess führen, wo sich der Weizen von der Spreu trennt, wo sich die wahrhaft stalinistische Weltbewegung immer enger zusammenschließt und stark genug geworden ist, sich hunderte „stalinistische“ Scheinorganisationen im stalinistischen Sinne „vom Halse“ zu schaffen. Die Komintern / ML hat sich jedenfalls mit ihrer ganzen Arbeit seit dem Jahre 2000 auf diesen ideologischen Klärungsprozess konzentriert - und wir sind sicher, dass diese Mühe eines Tages Früchte tragen wird, dass die stalinistische Weltbewegung nach Stalins Tod wieder zur führenden politischen Kraft in der Welt wird. Diesem Ziel dient unser ganzes politische Streben !! Das ist das Vermächtnis, dass uns Stalin hinterlassen hat und das wir in Ehren erfüllen werden !! Und dazu gehört auch, dass wir gegen solche Auffassungen antreten, mit denen die Mörder Stalins heute noch als „Marxisten-Leninisten“ „geehrt“ werden können, ohne dafür jemals zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.



Nun war Stalin nicht irgendein Kommunist, sondern der 4. Klassiker des Marxismus-Leninismus, der Führer der internationalen Arbeiterklasse, der Erbauer des ersten sozialistischen Staates der Welt, der Sieger über den Faschismus, der Führer des sozialistischen Weltlagers, der engste Kampfgefährte Lenins, einer der besten und bedeutendsten Weltrevolutionäre in der Geschichte der Menschheit. Von alledem liest man bei Bill Bland nichts, überhaupt nichts.

Um so schwerer wiegt das welthistorische Verbrechen der Verschwörer, die Stalin 1953 ermordeten. Sie alle haben gegenüber dem Weltproletariat schwerste Schuld auf sich geladen. Sie alle waren sich darin einig, den Stalinismus mit dem Mord an der Person Stalins zu beenden. Alle Präsidiumsmitglieder empfanden es als ihre „Pflicht“, dass „es mit Stalin nicht mehr so weitergehen“ könne, dass die Sowjetunion von Stalin „befreit“ werden müsse.

Berija und Malenkow waren die aktivsten Organisatoren des Mordes an Stalin. Sie waren es, die sich einen Tag nach Stalins Tod die höchsten Posten der neuen sowjet-revisionistischen Führung einverleiben konnten.

Berija hatte die optimalsten Bedingungen zur Beseitigung Stalins. Ihm unterstand die 4. Hauptabteilung des Ministeriums für Gesundheitswesen, und er hatte damit die Ärzte in seiner Hand. Deswegen konnte er ja auch mit der der Taktik der Ärzteverschwörung geschickt manövrieren.

Unmittelbar vor Stalins Tod rangierte Berija nicht mehr auf dem viert wichtigsten Platz, sondern auf dem sechsten, noch hinter Bulganin. Kaganowitsch, Molotow, Mikojan, Woroschilow und Andrejew waren bereits in Ungnade gefallen. Die beiden Letzteren wurden auch nicht mehr zu Politbürositzungen eingeladen.

Stalin lebte kurz vor seinem Tod in seiner spärlich eingerichteten Datscha von Kunzew sehr zurückgezogen oder eigentlich war er schon von seinen Verschwörern völlig isoliert worden. Dort wurde er nur noch von Berija, Malenkow, Bulganin, Mikojan und Chruschtschow besucht. Die Personen, die jahrzehntelang zu Stalins privaten Umfeld gehörten, waren eine nach der anderen von Berija und Malenkow entfernt worden. In seinen allerletzten Tagen wurde Stalin von diesem Abschaum behandelt, als wenn um ihn herum die Welt nicht mehr existiere. Es wurden zwar die alten Witze heraus gequält, aber politisch herrschte beklemmendes Schweigen. Das kam einer Grabesruhe gleich, die dem Mord an ihm vorausging. Ein Schweigen von Totengräbern, die Stalin wie Sterbehelfer begleiteten. Stalin muss sich über diese Situation bewusst gewesen sein.

Berija wollte als „reiner“ Marxist-Leninist dastehen. Aber er geht in die Geschichte ein als Mörder Stalins. Es ist die Geschichte selbst, die alle Lobeshymnen der Berijaner von ganz allein zum Verstummen bringt. Berija verfügte mit der MWD Besetzung Moskaus schlagartig über die absolute Macht in der Sowjetunion. Dieser Putsch mit Hilfe von Sicherheitstruppen ist eine historische Tatsache, die belegt ist durch die Ereignisse, die unmittelbar auf Stalins Tod folgten.

Das Militär der Roten Armee hätte viele Tage und heftiger blutiger Straßenkämpfe bedurft, um Berijas innen-militärische Macht über das Präsidium zu vereiteln, das von ihm in den Kremlmauern eingeschlossen und von der Außenwelt völlig abgeschirmt war. Keine Maus, kein Rotarmist wäre in diesem Augenblick nach Moskau, geschweige denn in Moskau hineingelangt. Berijas Truppen hatten die Kreml-Wache überwältigt. Proskrionischew und all die anderen treuen Stalinanhänger wurden auf der Stelle erschossen. Berijas Geheimdienst tat, was ihm befohlen war -der Konterrevolution zum Sieg zu verhelfen. Alles verlief nach Plan, aber die Macht erobern und die Macht halten, sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge.

Berija war für eine Alleinherrschaft viel zu schwach, hatte viel zu viele Feinde. Aber für eine Dreierherrschaft von ihm Malenkow und Molotow war er eher schon zu stark. Er rückte seine Truppen ab, nachdem die Präsidiumsmitglieder darauf hin klein beigeben mussten. Aber er hatte diese nun durch sein eigenmächtiges Handeln geradezu zum Gegenschlag herausgefordert. Berijas „Handstreich“ konnte gar nicht anders enden als mit einem „Handstreich“ gegen ihn selbst. Hass auf Berija hatte auch die ausgetrickste Rote Armee. Sie hegte gegenüber dem eigenen Militär des inneren Apparates sowieso schon seit der Oktoberrevolution aufgestaute Wut. Die „Strafe“ folgte also auf dem Fuß. Berija konnte nicht das ganze Präsidium umbringen, er musste die Macht mit ihm teilen. Aber das Präsidium wollte und brauchte nicht die Macht mit Berija teilen. Also wurde der Kreml ein paar Monate später für Berija , der diesen noch kurz zuvor selber zur Besetzung des ganzen Präsidiums genutzt hatte, zur Todesfalle - eben dieses Präsidiums, das sich inzwischen in Händen der Chruschtschowianer befand. Das hatte Chruschtschow geschickt eingefädelt, und alle Präsidiumsmitglieder waren einverstanden mit seinem Plan.

Berija hätte schon eine Unterstützung des Westens gebraucht, um die er sich zuvor geheimdienstlich krampfhaft bemüht hatte (siehe Auftrag an Sudoplatow). Aber im Westen war man zunächst noch viel zu misstrauisch ihm gegenüber. Die wussten, was von Berija zu halten war. Die Amis hielten also getreu an ihrer alten Strategie fest: je mehr sich die Kreml-Fraktionen in ihrem Machtkampf gegenseitig schwächen, um so besser für den Westen. „Abwarten und Tee trinken“, so galt die Devise der englischen Imperialisten. Und so verstrich denn auch für Berija die Zeit, ohne dass er die erwartete Unterstützung aus dem Westen erhielt; und er musste sich nun mächtig ins Zeug legen, um noch etwas zu reißen, was er denn auch tat. Das Zögern des Westens kostete Berija den Kopf – es konnte und wollte ihn niemand auf der Welt mehr retten.

Wie bereits erwähnt, hatte Stalin Säuberungspläne in der Tasche und zwar standen dort die Namen sämtlicher Präsidiumsmitglieder. Hier begann also das Ende des Wettlaufs: wer – wen? Das gesamte Präsidium liquidieren, um die Generallinie Stalins zu retten oder Stalin ermorden und die Waffen des Sozialismus gegenüber dem Kapitalismus zu strecken ? Der Mord kam also nicht unverhofft, sondern es gab für die Verräter am Sozialismus gar keine andere Wahl, entweder Stalin oder sie? Hier muss man sich als Marxist-Leninist entscheiden – entweder den Klassenkampf gegen die Restauration mit größten Anstrengungen für die Umsetzung der Generallinie Stalins mutig und konsequent fortsetzen und damit auch Opfer in Kauf zu nehmen oder zu kapitulieren und den Rückzug des Sozialismus anzutreten. So schlecht auch die Ausgangssituation historisch ausgemalt wurde von Seiten der Konterrevolution, wir von der revolutionären Seite hätten uns auf sozialistische Kräfte stützen können wie sie zum damaligen Zeitpunkt einmalig in der jungen Geschichte des Sozialismus waren. Wir sehen die Situation von 1953 nicht düster, sondern außerordentlich positiv. Mit der richtigen Mannschaft hinter sich hätte Stalin für den Sieg der Weltrevolution gesorgt und wenn nicht er dann so sein Nachfolger hätte diesen Sieg perfekt machen können. Aber dafür hätte vorher noch die weltweite Säuberungswelle gegen die Kapitulanten hinweg brausen müssen. Wenn Stalin die USA-Imperialisten vernichtend geschlagen hätte, würden wir uns heute der sozialistischen, friedliebenden und wohlhabenden sozialistischen Welt erfreuen können. So wurde diese Chance vereitelt, müssen wir das Werk ohne Stalin vollbringen, den Amis die Herrschaft über die Welt entreißen und in Amerika die Rote Fahne auf dem Washingtoner Capitol hissen, so wie Stalin es 1945 auf dem Brandenburger Tor gemacht hatte (Der mit der Roten Fahne auf dem Brandenburger Tor war übrigens ein Rotarmist aus Georgien!).

Dass es zur Verschwörung von 1953 kommen konnte, zeigt, dass die kleinste Unaufrichtigkeit der Partei gegenüber, die kleinste Schwankung gegenüber der Generallinie Stalins, genügte, um im Lager der Konterrevolution zu landen. Das Abgehen von den Positionen des Bolschewismus endet im politischen, konterrevolutionären Banditentum. Die ganze anti-kommunistische Propaganda der Weltimperialisten konnte sich mit der Machtübernahme der modernen Revisionisten auf deren Antikommunismus stützen – immer darauf bedacht, das Geheimnis, dass der moderne Revisionismus nicht der sozialistischen sondern der bürgerlichen Ideologie entspringt, zu lüften.

 

 16 Stunden war nichts geschehen, wurden keine Ärzte geholt, Berija hat dem Personal Stalins strengstens untersagt, ärztliche Hilfe zu holen. Schon allein mit dieser Tat hat er sich des Verbrechens der unterlassenen Hilfestellung schuldig gemacht.  Keiner wagte, gegen Berijas Befehle zu opponieren. Er hatte die Macht über Leben und Tod des Genossen Stalin und Berija nutzte diese Macht, um den Tod des Genossen Stalin herbeizuführen. Er ist in unseren Augen der hinterhältigste und gemeinste Mörder, den es jemals auf der Welt gegeben hat. 

 Rybin, ein Augenzeuge der Leibwache, gab zu Protokoll, dass Berija und Malenkow am 2. März um 3.00 Uhr nachts mit einem Auto vorgefahren waren. Jemand wollte ärztliche Hilfe holen, aber Berija und Malenkow hatten dies verboten. Sie entfernten sich in ihrem Auto und Stalin blieb dramatische Stunden ohne ärztliche Betreuung seinem Todeskampf allein überlassen.

Aufgrund der Blutergüsse an Kopf und Händen ist Totschlag nicht auszuschließen. Wie neueste Dokumente belegen, seien die gleichen Blutergüsse bei anderen Opfern Berijas nachgewiesen worden.

Generalleutnant Wlasik, der für die Kremlgarde und Stalins Sicherheit verantwortlich war, wurde kurz zuvor als Lagerleiter nach Sibirien geschickt und dort heimlich inhaftiert !!!! Malenkow hatte große Machtbefugnisse über Stalins Umfeld unmittelbar vor dessen Tod , denn er war aus der Ausschaltung der Leningrader Gruppe gestärkt hervorgegangen. Malenkow stand auf der höchsten Stufe seiner Macht und spekulierte auf Stalins Nachfolge wie es sich auch gern die Revisionsten in den Volksdemokratien gewünscht hätten, bis auf die Albaner, die mit Molotow als Nachfolger zu rechnen hofften. Wlasik blieb bis 1955 in Haft. Es gab einen Machtkampf um die alte und die junge Generation in Stalins Kremlumfeld.

Das Politbüro ging gegen Stalin u.a. deshalb im Februar 1953 eiligst vor, weil sie gezwungen waren, die brenzlig herangenahte Säuberungsaktion in der Führungsspitze abzuwenden. Das „Herbeiführen von Stalins Tod“ war die einzige Lösung für Beria, Malenkow und die anderen Verschwörer, um ihren Kopf aus Stalins Schlinge zu ziehen. Berija war für den Tod von Stalin direkt verantwortlich, Malenkow sein Komplize und Chruschtschow, Bulganin und all die Anderen Beteiligte und Begünstigte.

Wenn Chruschtschow und Mikojan nach Aussage von Enver Hoxha mit ihrem Mord an Stalin geprahlt haben sollen, dann galt das sicherlich eher der Einschüchterung Enver Hoxhas. Zweifellos waren sie alle mehr oder weniger mitschuldig an Stalins Tod. Wir Marxisten-Leninisten trauen diese grausame Tat diesen beiden revisionistischen Verschwörern durchaus zu, aber wir glauben eher, dass sie sich da mit „fremden Federn“ schmücken, denn es gab noch einen anderen, der nicht hinterhältiger war als sie selbst: Berija. Wir sehen in ihm eine Person, der sich mit allen Mitteln – auch mit Mitteln der Gewalt - systematisch zu Stalin Zugang verschaffte, sich dessen Vertrauen erschlich und hinter seinem Rücken den Kampf gegen die marxistisch-leninistische Generallinie des Genossen Stalin angezettelt hatte. Er übernahm für alle die „Drecksarbeit“.

Hören wir uns Enver Hoxhas Sicht der Dinge aus dem Jahre 1980 an. Darin wird Berija übrigens nicht mit Namen erwähnt, sondern es ist von „Chruschtschow und Mikojan und ihren anderen Kumpanen“ die Rede:

Diese Schurkereien zeigten sich bald nach Stalins Tod oder genauer gesagt nach Stalins Ermordung. Ich sage: nach Stalins Ermordung, denn Mikojan selbst sagte zu mir und dem Genossen Mehmut Shehu, sie hätten zusammen mit Chruschtschow und ihren anderen Kumpanen beschlossen gehabt, `Pokuschenie` zu machen, Stalin durch ein Attentat zu ermorden. Später, so sagte Mikojan zu uns, hätten sie diesen Olan aufgegeben. Es ist allgemein bekannt, dass die Chruschtschow-Leute Stalins Tod kaum erwarten konnten. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt“ (Enver Hoxha, „Begegnungen mit Stalin, KPD/ML, 1980, Seite 29).

Demzufolge muss es also vor der eigentlichen Ermordung Stalins schon Mordpläne gegeben haben, deren Ausführung jedoch scheiterten. Wenn Enver Hoxha feststellte, dass die Umstände ungeklärt sind, heißt das ja nicht, dass sie unaufklärbar sind, sondern er sagt dies ehrlich aus dem Stand seiner Informationen heraus. Enver Hoxha hat klar von Ermordung gesprochen, aber sich über die Umstände aus Mangel an Informationen nicht weiter äußern können.

Was die „Weißkittel“ anbelangt, so fährt Enver Hoxha fort:

In dieser Hinsicht ist auch die Sache mit den `Weißkitteln` ein ungelöstes Rätsel – der Prozess gegen die Kremlärzte, die zu Stalins Lebzeiten beschuldigt wurden, versucht zu haben, viele Führer der Sowjetunion zu ermorden. Nach Stalins Tod wurden diese Ärzte rehabilitiert, und damit war die Sache erledigt ! Doch warum wurde unter diese Sache ein Schlussstrich gezogen ?! Die verbrecherische Tätigkeit dieser Ärzte war zur Zeit ihrer Aburteilung bewiesen worden, oder etwa nicht ? Die Sache mit den Ärzten wurde abgeschlossen, weil – hätte man weitere Untersuchungen angestellt, hätte man tiefer nachgebohrt – viele unsaubere Dinge ans Tageslicht gefödert worden wären, viele Verbrechen und Komplotte der verkappten Revisionisten mit Chruschtschow und Mikojan an der Spitze. So hätte sich vielleicht auch das unerwartete, rasche Ableben von Gottwald, Bierut, Foster, Dimitroff und einigen anderen, die an durchaus heilbaren Krankheiten litten, erklären lassen. (Ich habe darüber in meinen unveröffentlichten Erinnerungen „Die Chruschtschow-Leute und wir“ berichtet). Damit ließe sich auch der wahre Grund für den unerwarteten Tod Stalins aufklären“ (Enver Hoxha, ebenda, Seite 29 – 30). Wir werden uns an anderer Stelle noch über die Ärzte und den Zusammenhang mit Berija äußern.

Berija ließ Stalin seit Jahren auf Schritt und Tritt bespitzeln und betrieb die Isolierung Stalins sowohl in seiner Familie als auch in seinem politischen Freundeskreis, aber auch gegenüber anderen Führern in Staat und Partei. Berija räumte alle Menschen aus dem Weg, die ihm dabei hinderlich waren.

Der Stalinmörder Berija starb nicht durch marxistisch-leninistische, sondern durch revisionistische Hand !

Die Verschwörer mussten schon jahrelang an einem Putsch, an der Spaltung, an der Machtübernahme gearbeitet haben, aber alle Versuche schlugen fehl durch die konzentrierte Aufmerksamkeit Stalins. Gerade die Aussichtslosigkeit, hinter Stalins Rücken und an Stalin vorbei die Politik in der Sowjetunion zu bestimmen, brachte sie zur Verzweiflung.

Wenn wir mal davon ausgehen, dass die oberste Bestie, welche umgebracht wurde, Berija war, dann wurde dieser deswegen zum Schweigen gebracht, weil Berija bis beide Ohren im Mord verwickelt war. Berija machte nicht den Eindruck des Eingeschüchterten und Ängstlichen, sondern eines aggressiven, streitsüchtigen, aufgekratzten und überschäumenden Arbeitsstils. Mit Macht umgehen ist die eine Sache, der eine beherrscht diese Waffe meisterhaft, der andere unterliegt der Macht. Weil Berija sie nicht richtig beherrscht hatte, entzog man ihm gewaltsam die Macht.

Die am Mordterror unmittelbar beteiligten Helfershelfer wurden physisch vernichtet. Die Stalingenossen sollten von allen Partei und Sowjetposten entfernt und von „ausgesuchten, zuverlässigen““ Leuten ersetzt werden. Zum Verwischen der Spur, setzte man sich an die Spitze „des Kampfes gegen die Parteifeinde“, um die Parteifeinde zu schützen oder gegebenenfalls besser zu liquidieren, zum Beispiel, wer zu viel wusste – und die besten Kämpfer gegen die Parteifeinde als „Parteifeinde“ zu liquidieren, ins Gefängnis ins Lager usw. zu stecken bzw. zu degradieren. Die Kunst der modernen Revisionisten bestand darin, ihre wahre Verbrecherphysiognomie hinter der proletarischen Weltanschauung, hinter dem Kommunismus zu verbergen, also die offenen Verbrechen als kommunistische Errungenschaften zu lobpreisen und heimliche Verbrechen gegen die Kommunisten, gegen die Marxisten-Leninisten, gegen die Arbeiter und Bauern, gegen die Massen zu begehen – gegebenenfalls auch mit dem Pomp der öffentlichen Inquisition, um die Massen vom Widerstand abzuschrecken. Die modernen Revisionisten verschworen sich gegen die Marxisten-Leninisten im Namen des „Marxismus-Leninismus“, um sie zu vernichten und dadurch ungehindert die Massen im Namen des „Sozialismus“ auszubeuten und zu unterdrücken.

Vorteilhaft für seine Tarnung war für Berija, dass er den Mord zu jeder brenzligen Gelegenheit anderen in die Schuhe schieben konnte. Chruschtschow hätte Berija gern sofort als Mörder entlarvt – wenn er denn könnte -, aber überhaupt die Tatsache aufzudecken, dass an Stalin ein Mord verübt worden war, würde große Empörung und Kampfbereitschaft der Massen hervorrufen und damit seine eigene Tarnung, ja das ganze konterrevolutionäre Programm der Restauration des Kapitalismus gefährdet sein. Deswegen blieb dieses Thema bis zum Untergang der Sowjetunion strengstes Tabu. So waren sich alle einig (mitgehangen-mitgefangen), den Mord an Stalin zu verschweigen und dessen Tod als eine „natürliche Folge“ von Krankheit und Alter erscheinen zu lassen. Darauf stützten sie die „Legitimation“ ihrer Macht.

Die Idee der „Palastrevolution“ der Verschwörer von 1953 stammt von den rechten Verschwörern des Jahres 1933 – und ist somit 20 Jahre gereift, aber sie wurde ganz anders in die Tat umgesetzt, da ganz andere Bedingungen herrschten. Verhaftungen und Erschießungen von Stalinanhängern wurden vor dem Mord an Stalin heimlich und chirurgisch durchgeführt und ein „natürlicher Tod“ vorgetäuscht, eben um kein Aufsehen zu erregen – so als wenn alles in Ordnung ist und alles seinen „sozialistischen“ gewohnten Gang weiter geht. Das war die neue Taktik der „Palastrevolte“ von 1953. Der Tod Stalins bedeutete das Ende der Stalinära, und die Macht war nun vollkommen in den Händen der modernen Revisionisten, waren also weitere Morde an solchen Stalinanhänger nicht mehr opportun, nicht mehr bei denjenigen Stalinisten unvermeidlich, von denen für die modernen Revisionisten keine Gefahr mehr auszugehen schien. Eine „Palastrevolte“ hat Sinn, wenn es um die Verhaftung der sozialistischen Regierung gegangen wäre, aber mit dem Mord an Stalin hatten die Verschwörer ja bereits die Macht in den Händen, brauchte man das Präsidium nicht „verhaften“ - denn das Präsidium bestand selber nur noch aus Verschwörern, bzw. solchen Kapitulanten, die ihnen keinen Widerstand entgegen zu setzten hatten und sich dem Druck der Revisionisten fügten. Insofern zog Berija seine militärischen Truppen wieder zurück, die Moskau besetzt hatten. Mit militärischer Gewalt konnte er das Präsidium für eine gewisse Zeit nach seiner Pfeife tanzen lassen. Hätten die Verschwörer Berija noch vor Stalin umgebracht, dann würde dies dafür sprechen, dass Berija der Verschwörung aus irgendeinem Grunde im Weg gewesen wäre. Das war aber nicht der Fall. Die Tatsache, dass Berija erst nach dem Tod Stalins erschossen wurde, spricht vielmehr dafür, dass er zwar die gleiche Strategie aller Verschwörer teilte (und also gebraucht wurde bei der kapitalistischen Umgestaltung der Sowjetunion, die gleich mit einschneidenden Maßnahmen gegen den Sozialismus begann - also im Bündnis aller Verschwörer bis zu Berijas Tod!), sich aber kurz danach der besonderen taktischen Linie der anderen Präsidiumsmitglieder nicht unterordnen wollte, weil er die anderen in der Hand zu haben glaubte. Er besaß die Macht, über die Verbrechen der Anderen Bescheid zu wissen und setzte sie damit unter Druck, seiner geraden und schroffen Linie zum Kapitalismus zu folgen. Berija und Malenkow überschätzten dabei ihre eigene Macht und unterschätzten die der Chruschtschowgruppe – das war ihr Fehler, mit dem sie sich schließlich selber bestraften.

Berija war nie vor äußersten Mittel zurückgeschreckt, um seine Gegner zu zwingen, ihm dienstbar zu sein. Welche Arglist musste man haben, um unter den Augen aller, auf einem solch verantwortlichen Posten, welcher als Hauptaufgabe den Kampf zum Erhalt des Lebens und Schutzes des sozialistischen Staates, seiner Bürger, seiner Führer hat, im Verlaufe einer Reihe von vielen Jahren täglich an der Zertrümmerung des Staates und am Mord Stalins straflos zu bleiben, ja die Spitze der Macht in Händen zu halten.

Wir wissen nicht genau, ob Stalins Tod durch Vergiftung eintrat. Berija und Co waren Mörder, die Jahrzehnte lang mit Giftmitteln arbeiteten, ohne entlarvt zu werden. Die Vergiftungen sollten stets als natürliche Tod infolge Krankheit erklärt werden. Jagoda formulierte folgende entsetzlichen Worte:

Der Mensch erkrankt und alle gewöhnen sich daran, dass er krank ist. Der Arzt kann die Genesung des Kranken fördern, aber der Arzt kann auch den Tod des Kranken beschleunigen. Das ist der Hauptinhalt der Idee. Und alles Übrige ist Sache der Technik“. Darin bestand die Kunst von Berijas Verbrechen, eine Kunst in der er im Laufe seiner konterrevolutionären Tätigkeit „Meister“ geworden war. Berija war einer der wenigen Mächtigen in der UdSSR, der Zugang hatte zum toxikologischen Institut, Zugang zum Gift. Majronowski war ab 1937 Leiter der Forschungsgruppe der Toxikologie !!! war dem NKWD unterstellt. Auf direkte Anweisung der Volkskommissare und Minister für Staatssicherheit Berija, Jeshow und Merkulow vollstreckte Majronowski neben seiner Forschungsarbeit Todesurteile. 1937 bis 1947 wurden geheime Liquidierungen mit Gift durchgeführt. Sogar ranghöchstem Personal des NKWD war der Zutritt in das toxikologische Institut nicht erlaubt.

1951 stellte man Majronowski unter Anklage – auch an Vergiftung hochrangiger Sowjetpolitiker teilgenommen zu haben – unter anderem an Stalin!!!! angeblich unter Anweisung von Abakumow und Eitingon und jüdischen Ärzten. Majronowskis Geständnis würde die Schuld von Berija, Molotow und Chruschtschow offen legen. Er wurde in Abwesenheit von einem geheimen Untersuchungsausschuss im Februar 1953 – also unmittelbar vor Stalins Tod [sic !!!] zu 10 Jahren Gefängnis bestraft. Typisch daran: Leute, die man noch später als Zeuge brauchte, wurden nicht hingerichtet!

Der Mörder konnte seine privilegierte Stellung gegenüber dem Opfer ausnutzen. Der Hauptorganisator der Giftmorde, der im Prozess 1936-1938 auf der Anklagebank saß, hieß Innenminister Jagoda. Der Hauptverantwortliche für die Giftmorde Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre war Berija. Der eine Antistalinist wurde von Stalins Kugel niedergestreckt, der andere durch eine revisionistische Kugel. Am 1. Mai 1953 plaudert der Mörder das Geheimnis des Mordes aus: „Ich habe ihn getötet!“

Berija trug ein Leben lang eine Maske, gab sich für einen unversöhnlichen Bolschewiki aus, tatsächlich war er aber nie Bolschewik im wahren Sinne. Berija wusste nicht wie der Kampf zwischen Stalin und seinen Widersachern ausgehen würde und schuf sich solche Bedingungen, unter denen er so oder so seinen verräterischen Weg am besten gehen könnte. Er wollte sich nur pro forma der Seite anschließen, die siegen würde. Als Berija schließlich zu der Einschätzung gelangte, dass Chruschtschow schließlich als reale Kraft siegen würde, erklärte Berija, dass er mit ihm war, aber ohne zu versäumen, dass er eine besondere Stellung beanspruche. Berija zog es immer dort hin, wo die Macht, wo die Majorität war. Er war nicht der Typ eines Alleinherrschers.

Allen Verbrechen von Verschwörungen wurden grundsätzlich und konkret Verbindungen zum kapitalistischen Ausland nachgewiesen. Dies trifft auf Chruschtschow zu, sein Deal mit den USA war, unbehelligt den Kapitalismus aufbauen und dafür im Kreis der Großmächte mitreden zu dürfen. Dies trifft auch auf den Verbrecher Berija zu. Berija stellte den Mord an Stalin als einen „notwendigen Akt“ hin, der „im Interesse“ des sowjetischen Staates und der Sowjetvölker stehe. Und die anderen Verschwörer billigten dies. Mord an Stalin auch unter dem Druck des Kalten Krieges. Der Westen bot der Sowjetunion Frieden an, wenn Stalin beseitigt wird, egal wie !

Für die Geheimhaltung des Putsches von 1953 gab es nur zwei Wege: „Freiwilliges“ Schweigen durch die Mittäterschaft und damit Teilung der Schuld am Verbrechen oder gewaltsames Schweigen durch Liquidierung. Alle Verschwörer wählten den ersten Weg, für Berija blieb nur der zweite Weg übrig.

Im September 1950 wurde der ukrainische Sicherheitsminister Drosdow von Stalin nach Moskau geholt. Das war das Spezialbüro Nr.2 „Überwachung und Entführung von Feinden Stalins (auch vorgeblicher Feinde)“. Berijas erste Amtshandlung nach dem Tod Stalins: Drosdow zu feuern, weil dieser zu viel über interne Kämpfe gegen Stalin wusste und sich Drosdow mit Kobulow (Kobulow war Stellvertreter von Berija) nicht verstand.

Unmittelbar nach Stalins Tod, also am selben Abend, wurde Berija zum Minister des erweiterten Innenressorts (MWD) ernannt, das sowohl die Miliz als auch den Sicherheitsapparat umfasste !! Also war es Berija, der die MWD-Truppen nach Moskau beorderte !!!! Innerhalb von 24 Std nach Stalins Tod (!!!) wurde von Berija das Ministerium für Staatssicherheit und das Ministerium für Innere Angelegenheiten zusammengelegt - unter Berijas alleiniger Führung.

Der Tod von Stalin wirkte auf einen Teil der Präsidiummitglieder „bedrückend“ und „lähmend“ - schlechtes Gewissen von Molotow, Kaganowitsch, Woroschilow, Bulganin . Auf andere wirkte er „befreiend“ und „belebend“, Chruschtschow, Mikojan, Berija, Malenkow ( gewissenlos).

Die Periode – unmittelbar nach Stalins Tod - war die Periode der höchsten Macht Berijas. Dies ist die Periode, in der er selber sein wahres Gesicht offen zeigte. Dies ist die Periode, wo wir Marxisten-Leninisten viele entscheidenden Prüfsteine für Berijas Verbrechen tatsächlich in Händen halten und der Weltöffentlichkeit vorweisen können. Es ist also kein Zufall, wenn ausgerechnet in dieser Periode die Berijaner den „Marxisten-Leninisten“ Berija vor uns Stalinisten in Schutz nehmen mussten, indem sie die Beseitigung Berijas als anti-stalinistischen Akt der Chruschtschowianer verfälschten.

Schon am zweiten Tag seines Dienstantritts als Innenminister tauschte Berija 82 Offiziere Stalins aus und besetzte die Posten mit seinen eigenen Leuten, darunter auch Sudoplatow, der in seinem Auftrag geheime Kontakte zum Westen knüpfte und zwar ohne Wissen des Außenministeriums, ohne Wissen der Partei, ohne Wissen der Roten Armee.

Vor allem hatte Berija seinen Kopf aus der Schlinge gezogen als er am 13. März 1953 (!!) alles belastende Material gegen ihn selbst, alle Anklagen und Prozessvorbereitungen - womit Stalin sein Todesurteil begründete – einfach verschwinden ließ und für null und nichtig erklärte kraft seines Amtes als Innenminister, das er sich in den Sterbestunden Stalins aus dessen Safe unter den Nagel gerissen hatte.

 

Berijas Verhaftung war der Höhepunkt des Machtkampfes nach Stalins Tod und Chruschtschow war der Drahtzieher des Komplotts gegen Berija. Chruschtschows „beste Freunde“ waren Malenkow und Beria gewesen. Chruschtschow hatte schon in den 30er Jahren Einfluss auf Bulganin ausgeübt: Bulganin hatte den Auftrag, seine bewaffneten Generäle in den Kreml zu holen, wo sie auf Berija warteten, darunter auch der bewaffnete Breschnew. Dabei wusste vorher keiner von ihnen, warum sie mit Waffen im Kreml erscheinen sollten. Selbst Shukow wurde erst wenige Stunden vor Berijas Festnahme eingeweiht. Das war eine äußerst heikle Situation und in der Geschichte der Sowjetunion ein einmaliger Vorgang. Selbst unter Stalin war es strengstens verboten, den Kreml mit einer Waffe zu betreten. Jeder, der sich mit einer Waffe Zugang zum Kreml verschaffen würde, wäre auf der Stelle von den Kreml-Wachen erschossen worden. Warum setzte Chruschtschow sich diesem Risiko aus, warum gehörte das Eindringen in den Kreml mit Waffen zu seinem Plan ? Er muss sich also sehr sicher gewesen sein, dass sein Mordplan gelingt. Er musste Verbindungen zur Roten Armee-Führung haben, er musste ausreichende Machtbefugnisse haben. Berija hingegen mangelte es an genügender Vertrauensbasis bei seinen Mitverschwörern. Er war wegen seiner arglistigen Unberechenbarkeit gefürchtet und von allen Anderen möglichst gemieden. Seine Initiativen beweisen, dass er einen Anspruch auf Alleinherrschaft nicht realisieren konnte und er sich stattdessen möglichst viel illegale Entscheidungsgewalt sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik sichern wollte. Er nutzte seine langjährige persönliche Beziehung zu Malenkow aus, um seine Alleingänge zu machen, aber dadurch brachte er Malenkow in eine unangenehme isolierte Stellung gegenüber den anderen Mitgliedern des ZK-Präsidiums, die Chruschtschow zu nutzen verstand.

Es stellte sich heraus, dass Berijas Position vollständig von Malenkows Macht und seiner Unterstützung abhängig war. Berija hatte Malenkow verärgert, indem er in Absprache mit Chruschtschow für Ignatjews Entfernung sorgte. Ignatjew war Malenkows Mann und hatte die Sicherheitsmaschinerie der Partei überwacht. Malenkow seinerseits hatte seine Popularität überschätzt; ihm war entgangen, dass Berijas Unterstützung für seine Position entscheidend war, weil Berija, Perwuchin, Saburow und Malenkow die vergleichsweise jüngere Generation im herrschenden Präsidium darstellten. Die alte Garde – Molotow, Woroschilow, Mikojan, Kaganowitsch , denen Stalin das Vertrauen schon längst entzogen und ihre einstige Macht beschnitten hatte, war dieser jungen Generation, die nach den Säuberungen der 30er Jahre an die Macht gekommen war, feindlich gesonnen. Zwischen den beiden Generationen herrschte ein empfindliches Ungleichgewicht; die älteren Führer genossen höheres Ansehen als Malenkow, Chruschtschow und Berija, die in den Augen der Öffentlichkeit eher Stalins Bediensteten gewesen seien als ihre „geliebte Helden“.

Chruschtschow lavierte erfolgreich zwischen beiden Lagern; er half Berija bei der Schwächung Malenkows, als Ignatjew in der Ärzteverschwörung kompromittiert wurde. Abermals unterstützte er Berija, Malenkow seines mächtigen Postens als Sekretär des ZK zu entheben. Heute steht fest, dass Chruschtschow die Unzufriedenheit über Berijas neuen Aktivismus ausnutzte, um seine Demontage einzuleiten. 1952 wurde das Amt des Generalsekretärs abgeschafft, was Chruschtschow zum Primus interpares machte; um der oberste Führer zu werden, musste er Malenkow als Regierungschef loswerden. Die beste Möglichkeit dazu war, Malenkows wahre Machtbasis zu kappen, nämlich seine Verbindung zu Berija und die Kontrolle über die Sicherheitsmaschinerie. Dadurch mussten Chruschtschows Männer an entscheidenden Positionen im Staatssicherheitsdienst aufrücken.

Berija wollte Führungspositionen von Einheimischen besetzen , aber auch in der Ukraine – deswegen wurde der Zusammenprall mit Chruschtschow unvermeidlich, der seine ukrainischen Leute für Moskaus Macht brauchte, während Berija sie gegen Moskau brauchte, warum sonst hat Berija sich Jugoslawien angenähert? Revisionistische Hebel von außen gegen das Moskauer Zentrum?? Berija setzte sich für ethnische Minderheiten ein, rehabilitierte die von Stalin gefangen genommenen und verurteilten Kräfte, „um das Nationalgefühl zu stärken“. Auf Berijas Initiative hin wurden gewöhnliche Verbrecher freigelassen. In die Städte ergoss sich eine Flut von Gesindel. Im Land breiteten sich Unruhen aus und es kam zu Straßenkämpfen, die Berija erst provoziert und dann niedergeschlagen hatte. Das schmälerte Berijas Ansehen im Sowjetvolk. Das war nicht etwa ungeschickt von Berija, sondern ein ausgeklügelter taktischer Schachzug: nämlich ein Alibi zu haben, politische Straßenkämpfe als „Aktionen von Kriminellen“ niederschlagen zu können. Er ließ Kriminelle frei, um einen Vorwand für die Beseitigung der Stalinisten zu haben, die er kriminalisierte. Dies war unserer Meinung auch einer der Gründe, weswegen Berija am folgenden Tag der Ermordung Stalins Moskau von MWD-Truppen abriegeln ließ, nämlich um sicher zu sein, Operationen, die Stalin vorher im Falle seines Todes gegen die Machtergreifung seiner Parteifeinde getroffen haben konnte. Jedenfalls wurde Berija zu Recht vorgeworfen, er hätte die MDW-Truppen nach Moskau geholt, um die Regierung festzunehmen. Die Berijaner schweigen hierüber bzw. einige wie Sudoplatow behaupten „stock und steif“: ein solcher Plan Berijas habe nicht existiert (Sudoplatow Seite 444).

Die Mörder schreiben die Nachrufe. Warum hat die Partei den Genossen Stalin verloren? Die Partei hat den Genossen Stalin verloren, weil die modernen Revisionisten ihn ermordet haben. Die Mörder, die den Posten ihres Opfers an sich gerissen hatten, beweinten ihr Opfer, um sich dann - „insgeheim“ ( Chruschtschow auf dem XX. Parteitag !) - selber als Opfer des Opfers zu präsentieren.

Die Istwestija berichtete, dass sich der russische Gerichtshof noch einmal mit der Frage der Rehabilitation Berijas beschäftigte. Am 30. 5. 2000 erging folgendes Urteil: Ablehnung der Rehabilitation, aber Erschießung zu Unrecht.









Enver Hoxha

verteidigte Stalin gegen Berija

und Swetlana ihren Vater

Wenn jemand die Hintergründe und das wahre Ausmaß der meuchlerischen Putsches der Verschwörer gegen Stalin aus marxistisch-leninistischer Sicht analysiert und beurteilt hat, dann war es der Genosse Enver Hoxha, der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, auf dessen Standpunkt wir Weltbolschewisten uns im Wesentlichen stützen und den wir auf jeden Fall verteidigen. Wir empfehlen hierzu hauptsächlich das Studium seiner Schrift Die Chruschtschowianer“ (Internetarchiv der Komintern /ML).

Es gibt ein ganz bezeichnendes Zitat aus einer anderen Schrift Enver Hoxhas: “Die Titoisten“, in dem Chruschtschow seine antistalinistische Wut über Enver Hoxha ausließ und mit dem wir beginnen wollen, bevor wir die Rolle und Person Berijas im Lichte der Sicht Enver Hoxhas darstellen. Dies deshalb, weil Enver Hoxha Berija als Mitglied der Verbrecherbande Chruschtschows sieht, die ein gemeinsames Ziel verfolgt: Stalin zu beseitigen und die „Entstalinisierung“ einzuleiten. Was entgegnete der entsetzte Chruschtschow also dem Genossen Enver Hoxha?

`Wo wollt ihr uns eigentlich hinführen, auf den Weg Stalins?`(Enver Hoxha, „Die Titoisten“, Seite 643, Tirana 1983).

 

Das sagt im Grunde genommen Alles !!!

 

1. Der Weg Enver Hoxhas war der Weg Stalins. Der Weg Stalins war die Fortsetzung des Weges Lenins. Und der Weg Lenins war die Fortsetzung des Weges von Marx und Engels. Man kann also weder vorwärts noch rückwärts auf halbem Wege des Kommunismus stehen bleiben, so wie man zwar die Uhr, aber nicht die Zeit anhalten kann; wer „A“ sagt muss auch „B“ sagen – das gilt für beide Seiten der Barrikaden. Der Weg von Stalin führt zum Kommunismus, der Weg der „Entstalinisierung“ führte zurück zum Weltimperialismus.

2. Sagt Chruschtschow hier das Wort wir“, womit er natürlich die ganze chruschtschowianische Verbrecherbande im Präsidium (einschließlich Berijas!) meinte, das in einer Front gegen Enver Hoxha mit provizierenden Streitereien, Flüchen, Drohungen, Erpressungen und Verleumdungen in Moskau vorging in der Art:Was bildet ihr euch eigentlich ein, wer ihr seid; wenn ihr euer freches Maul aufreißt, zerquetschen wir euch wie eine kleine Laus.“ Das wirft ein bezeichnendes Licht darauf, wie diese Verbrecherbande mit Stalin und den Stalinanhängern in der UdSSR, in den Ländern der Volksdemokratie und in der ganzen Welt umgegangen waren und später umgegangen sind und weiter umgehen werden.



Hier noch mal eine Auswahl von Zitaten aus: „Die Chruschtschowianer“, aus denen wir zum ersten Mal erfuhren, welche parteifeindlichen Elemente Stalin umgeben hatten und mit welchen Elementen er sich auseinander zusetzen hatte.

Unmittelbar – noch nicht einmal (!) ein Tag nach Stalins Tod - verteilten die Verschwörer im Eiltempo die neuen Posten der Macht, getrieben von der Panik, ja nicht bei dem Deal zu kurz zu kommen oder übers Ohr gehauen zu werden: Ministerpräsident Malenkow, Erster Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Berija, dann Bulganin, Kaganowitsch, Mikojan, Molotow: An diesem Tag wurden einschneidende Veränderungen in allen hohen Organen der Partei und der Staatsmacht vorgenommen. Das Präsidium und das Büro des Präsidiums des ZK der Partei wurde zu einem einzigen Organ verschmolzen, Sekretäre des ZK der Partei wurden neu gewählt, einige Ministerien wurden aufgelöst, andere zusammengelegt, im Präsidium des Obersten Sowjets wurden Veränderungen vorgenommen usw.“ (Enver Hoxha, „Die Chruschtschowianer“, Seite 14 – 15, Tirana 1980).

Am 7. März 1953 wurde in einem gemeinsamen Beschluss des Plenums des ZK, des Ministerrats und des Präsidiums des Obersten Sowjet die stalinsche Organisationsstruktur abgeschafft, nämlich die gemeinsame Führung des ZK und des Ministerrats. Das Büro des Präsidiums des ZK und das Büro des Ministerrats wurden kurzer Hand aufgelöst. Die verloren gegangene Macht der „Alten Garde“ - Stalin hatte ihr zu Lebzeiten die Macht entzogen - holten sie sich zurück, kaum dass Stalin seinen letzten Atemzug gemacht hatte.

Es war noch nicht einmal ein Jahr seit dem XIX. Parteitag vergangen – der noch gezwungen war, auf die Generallinie Stalins Rücksicht zu nehmen - da wurde eiligst mit der Demontage der Generallinie Stalins begonnen, was sich in der Verteilung der Kompetenzen und in der längst heimlich beschlossenen neuen organisatorischen Parteistruktur ausdrückte. Daran lässt sich ablesen, mit welchem Doppelzünglertum die Verschwörer bereits auf dem XIX. Parteitag – also nur ein paar Monate vor Stalins Ermordung aufgetreten waren. Sie heuchelten gegenüber dem Parteitag, der Generallinie Stalins zu folgen, und hatten – während sie dort große Reden über die „Genialität Stalins“ hielten - in Wirklichkeit schon alle neuen Posten untereinander aufgeteilt – ein Grund mehr, die lange vorher geplante Verschwörung gegen Stalin anzuprangern und Stalins Generallinie als Generallinie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung fortzusetzen und zum Sieg zu führen.

Diese Herren machten sich über alles her, was von Stalins organisatorischen Kompetenz übrig geblieben war, teilten sie gierig untereinander auf wie die Erbschleicher. Aber nicht etwa zur Stärkung der Einheit des leitenden „Kollektivs“- wie man hätte annehmen dürfen - sondern zur Bereicherung der eigenen Machtkompetenz, also als willkommene Bereicherung ihrer Werkzeuge, mit denen sie die Restauration des Kapitalismus durchsetzen wollten. Auf der Trauerfeier drängelten sie sich vor wie auf dem Hühnerhof – ein ekelerregendes heuchlerisches Schauspiel. Darin wurde für Enver Hoxha deutlich,dass im Präsidium des ZK keine Einheit bestand“ (ebenda, Seite 16). Nach der Trauerfeier traf sich das Präsidium im Kreml schleunigst, um die „unterbrochene“ Postenverteilung fortzusetzen. Enver Hoxha sah darin eine Bestätigung, dass das Komplott schon lange vorher vorbereitet war. Alle vorausgegangenen Verschwörungen gegen Stalin wurden vereitelt, nur die von 1953 nicht mehr. Das lässt darauf schließen, welche Macht sie bereits in den Händen vereinigt hatte und wie gefährlich sie tatsächlich war – die größte Verschwörung in der Geschichte des Kommunismus.

Eine der Hauptstoßrichtungen von Chruschtschows Strategie und Taktik war es, die politische und ideologische Macht innerhalb der Sowjetunion vollständig an sich zu bringen und die sowjetische Armee und die Staatssicherheitsorgane in seinen Dienst zu stellen“ (Enver Hoxha, „Die Chruschtschowianer“, Seite 43, Tirana 1980). Mit Malenkows Posten des Ersten Sekretärs des ZK verschaffte Chruschtschow sich die Macht in der Partei, um zunächst Berija zu beseitigen und dessen Staatssicherheitsorgane mit Chruschtschowanhängern zu besetzen und sodann die Armee ( insbesondere die GRU-Führung) durch Beseitigung von Bulganin und Schukow in seine Hände zu bekommen. Kurz: Chruschtschow übernahm (zuerst noch) „im Namen“ Stalins die Partei mit Hilfe der Apparatschiks des Verteidigungs- und des Innenministeriumsund bemühte sich, die Partei der Bolschewiki in ein seelenloses, willenloses Gebilde ohne Energie zu verwandeln, das Tag um Tag dahinvegetierte und sich in alles fügte, was die Bürokratie anordnete, ausheckte und verdrehte“ (ebenda, Seite 58).Erst im Januar 1956anlässlich einer Beratung aller sozialistischen Länder in Moskau – sprach Chruschtschow in einem vertraulichen Gespräch mit Enver Hoxha zum ersten Mal offen Schlechtes über Stalin. Zu dem Zeitpunkt hatte Chruschtschow schon seine Geheimrede auf dem XX. Parteitag vorbereitet. Im Februar 1956 wurden die trotzkistischen Verschwörer und Konterrevolutionäre, Sinowjew und Kamenew, Rykow und Pjatakow rehabilitiert. Chruschtschow war selber ein verkappter Trotzkist und gab sich selber als einOpfer des stalinistischen Terrors“ aus. Im Juni 1953 erwies sich Mikojan in den Gesprächen mit Enver Hoxha alsdas negativste, zweifelhafteste Element, der übelste Intrigant unter den Mitgliedern des Präsidiums des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (...) als äußerst bösartig, besonders uns Albanern gegenüber. (...) Jedes internationalistische, sozialistische, freundschaftliche Gefühl war in ihm erloschen“ (ebenda, Seite 67). „Offensichtlich stützte sich die sowjetische Führung auf die 'große wirtschaftliche Erfahrung` dieses kosmopolitischen Schiebers, von dem die Geschichte zu berichten weiß, dass er sich zusammen mit Nikita Chruschtschow gegen Stalin verschworen hatte, um ihn, wie er selbst im Februar 1960 Mehmet und mir gegenüber zugab, zu ermorden [!!!]. Nach dem Putsch knüpften sie Bande zum amerikanischen Imperialismus und gingen daran, das große Werk Lenins und Stalins, den Sozialismus in der Sowjetunion, vollständig zu zerstören. In den Beziehungen zu uns war Mikojan nicht nur der Knausrigste, sondern auch der Beleidigendste. Diese albanienfeindliche Linie hatte er schon immer verfolgt, schon zu Stalins Lebzeiten.“ (ebenda, Seite 68). Das lässt sich auch in Enver Hoxhas Erinnerungen „Begegnungen mit Stalin“ nachlesen:

'Aber werden die Albaner auch selbst arbeiten?' Ich begriff, warum er (Stalin) mir diese Frage stellte. Das war das Ergebnis der böswilligen Informationen durch den amerikanischen Krämer Mikojan. Er hatte sich bei einem Treffen mit mir nicht nur einer Sprache bedient, die ganz anders war als die Stalins, sondern in seinen kritischen Bemerkungen über die Planerfüllung in unserem Land auch harte Worte gebraucht, indem er unterstellte, unser Volk arbeite nicht genug usw. Seine Absicht war, das Tempo und die Menge der Hilfe an uns herunter zuschrauben. Das ist immer Mikojans Haltung gewesen. Doch Stalin bewilligte alle unsere Forderungen“ (Enver Hoxha, „Begegnungen mit Stalin“; ad die zweite Begegnung März/April 1949, Seite 96-97, KPD/ML August 1980).



Kommen wir nun zu dem Bild, das Enver Hoxha von Berija gezeichnet hat.

Wer war Berija und welche Rolle spielte er „an der Seite“ Stalins? Es gibt nicht Wenige in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die diesen „Genossen“ als den „treusten Marxisten-Leninisten an der Seite Stalins“ kultivieren, voran die Berijaner selbst. Diese Zeilen lesen zu müssen, das wird diesen Leuten natürlich weh tun, und wenn sie an die Stelle hinfassen, wo der Schmerz herkommt, dann werden wir auf ihren wunden Punkt zeigen. Warten wir ab, was sie tun werden. Wir sind zum Kampf bereit. Ihre Tarnung ist nun aufgeflogen und sie müssen sich etwas einfallen lassen. Diese Leute sind deswegen so gefährlich, weil sie ihre rechtsopportunistische Ideologie hinter einer „sehr“ „marxistisch-leninistischen“, „anti-revisionistischen“ Linie verbergen und sich u.a. auf Enver Hoxha „stützen“. Wir denken, dass die Schonzeit, die wir ihnen gewährt haben, um ihren falschen Standpunkt zu überdenken, schon lange abgelaufen ist und wir sagen offen, was wir denken und was wir von ihnen halten – Verräter !. Möge sich jeder seine eigene Meinung über unsere feindliche Haltung gegenüber diesen Berija-Leuten bilden.

Zunächst möchten wir bekräftigen, dass wir die Kritik des Genossen Enver Hoxha an Berija in jeder Hinsicht verteidigen. Wir führen zum Beweis die folgenden Zitate Enver Hoxhas gegen Berija auf:

Was die

Person Berija

anbelangt, so wird dieser erst bei Enver Hoxhas letzten Begegnung mit Stalin (Enver Hoxha: „Begegnungen mit Stalin“, erschienen bei der KPD/ML, Dortmund 1980) erwähnt und zwar zusammen mit Molotow, Malenkow und Bulganin, also nicht mehr mit Mikojan. Das war im April 1951. Stalin durchschaute Titos Großmachtchauvinismus gegenüber Albanien, weil es Enver Hoxha gelungen war, direkt zu Stalin vorzustoßen, ohne dass Tito es noch weiter verhindern konnte (und Berija?). Als Stalin Enver Hoxha persönlich kennenlernte, wuchs seine Freundschaft mit Albanien im gleichen Maße wie seine Feindschaft zu Tito. Stalin interessierte sich bei dem Treffen mit Enver Hoxha sofort dafür, wie sich Albanien auf seine Verteidigung, auf einen drohenden Kriegsfall vorbereitete, der von Tito im Auftrage von den angloamerikanischen Imperialisten geplant war. Berija war also sehr wohl anwesend (!!!), als Enver Hoxha von der Bestrafung der parteifeindlichen, jugoslawischen Elemente im eigenen Land berichtete, die Stalin ausdrücklich begrüßte. Berija kannte also ganz genau die feindliche Haltung der Albaner gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus (und zwar durch alle seine Geheimdienstinformationen schon lange vor diesem Treffen Enver Hoxhas mit Stalin !) als er sich nach Stalins Tod um eine Versöhnung mit Tito bemühte, um bei den angloamerikanischen Imperialisten zu punkten. In seiner Schrift „Die Titoisten“ beurteilte Enver Hoxha die Haltung zu Titos Jugoslawien als einenPrüfstein, um zu sehen, wer die neuen Führer waren, die in der Sowjetunion nach Stalins Tod die Macht ergriffen, wer die Führer auch der anderen Parteien waren, die sofort, nachdem der Chruschtschow-Revisionismus ans Licht gekommen war, den Kurs wechselten“ (Enver Hoxha, „Die Titoisten, Seite 638, Tirana 1983; vergleiche hierzu auch: Enver Hoxha, „Die Chruschtschowianer“, insbesondere das Kapitel „Der Prüfstein“, Seite 111 ff, Tirana 1980). Daran maß Enver Hoxha vor allem die Person und Rolle Berijas. Dem ist von uns Weltbolschewisten nichts hinzuzufügen. Wir haben nachweisen können wie gut die Nase von Enver Hoxha war. Von der kritischen Haltung, die Enver Hoxha gegenüber der verräterischen Haltung Berijas bezüglich des jugoslawischen Revisionismus einnahm, müssen wir Rückschlüsse über Berijas grundsätzlich verräterische Haltung gegenüber Stalin ziehen. Wir müssen hier die Generallinie Stalins als Prüfstein für Berija nehmen, so wie das Enver Hoxha gegenüber Tito gemacht hat. Eine vollkommene Bestätigung von Enver Hoxhas korrekter Einschätzung über Berija wird unsere Reihen gegenüber feindlichen Einflüssen besser schützen, wird uns im Kampf gegen das Berijanertum ungemein stärken und wird schwankenden und unsicheren Genossen helfen, sich selber zu überzeugen.

Enver Hoxha hat sich von der Gerissenheit Berijas nicht einschüchtern und täuschen lassen und ihn eindeitig als Feind Albaniens durchschaut und als solchen verurteilt, denn jede Versöhnung mit dem jugoslawischen Revisionismus bedeutete zwangsläufig auch eine Verstärkung der Bedrohung des marxistisch-leninistischen Albaniens durch das revisionistische Jugoslawien. Berija wusste also sehr wohl davon, dass Tito an der Eliminierung Enver Hoxhas, am Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats gearbeitet hatte, was Berija nicht daran hinderte, nach Stalins Tod der erste (!) zu sein, der den Kampf gegen den modernen Revisionismus an der Macht einstellte und freundschaftliche Beziehungen zu Jugoslawien aufzunehmen begann ( siehe sein Brief an Tito). Der Aufbau des Sozialismus in Albanien wurde von den neuen revisionistischen Machthabern im Kreml systematisch sabotiertein Schulterschluss des jugoslawischen und sowjetischen Revisionismus gegen den einzig am Leben gebliebenen Schüler Stalins. Enver Hoxha schreibt in denChruschtschowianern“:

Natürlich traf uns der verächtliche und beleidigende Ton der neuen Sowjetführung, natürlich fragten wir uns verwundert: `Woher wissen die in Moskau, ob wir unsere Probleme richtig oder falsch dargestellt haben, schließlich leben und arbeiten nicht sie, sondern wir in Albanien?!`“ (Seite 80).

Heute wissen wir, dass die sowjetischen Revisionisten hierfür ihre albanischen Spitzel hatten. Mehmut Shehu hatte - ohne dass die KPA davon wusste, also seit vielen Jahren heimlich Kontakt zum sowjetischen Geheimdienst. Der russische Spitzel Major Iwanow hat höchstwahrscheinlich auch davon „gewusst“, dass der Putschist Mehmut Shehu sowohl anglo-amerikanischer als auch jugoslawischer Agent war. Iwanow musste von der GRU-Führung gedeckt worden sein, die ihre Informationen vor Stalin verheimlichten. Wäre das Geheimdienstwissen, ob nun von der GRU oder vom NKWD, rechtzeitig zu Stalin vorgedrungen, hätte Stalin Enver Hoxha mit Sicherheit darüber „informiert“ und Mehmut Shehu (und nicht nur der!!!!????- u.a. auch Berija!) wäre schon eher entlarvt und bestraft worden und der Mord an Stalin hätte vielleicht verhindert werden können. Dies beweist, dass die sowjetischen Geheimdienste mehr wussten als Stalin, dass sie Stalin die Wahrheit verheimlichten, dass sie gegen Stalin und für Tito gegen Albanien und damit für die Angloamerikaner gearbeitet haben mussten. Und das beweist auch, warum Tito Enver Hoxha nicht an Stalin herankommen ließ, denn dann wäre auch Berija gefährdet. Berija war jemand, der sich seiner Rädchen der Beschaffung von geheimen Informationen über den marxistisch-leninistischen Kampf der Albaner gegen den ersten modernen Revisionismus an der Macht bedient hatte und also darüber im Bilde gewesen war. So hätte Mehmut Shehu ohne von Berija gedeckt zu sein, keinerlei schändliche Schädlingsarbeit bis zum 8. Parteitag der PAA fortsetzen können. Bis Shehu dann bei seiner Entlarvung – in die Ecke gedrängt – feigen Selbstmord verübte. Enver über Shehu::

Auf Grund entdeckter Dokumente und unwiderlegbarer Indizien wird bewiesen, dass er sich noch vor dem Krieg in den Dienst des amerikanischen Geheimdienstes gestellt hat. Während des Kriegs und nach der Befreiung hat Mehmut Shehu in Albanien als Söldner der Ausländer und unter ihren Befehlen gekämpft und gearbeitet. Schon als er in der I. Brigade war, ist er vom jugoslawischen Geheimdienst (OZNA, heute UDB), danach auch vom sowjetischen KGB angeworben worden, denen er mit Eifer gedient hat. Im Auftrag und entsprechend den Anweisungen der ausländischen Spionagezentren, vor allem des CIA und der UDB, haben er und die mit ihm verbundene Gruppe von Verschwörern, die nunmehr den Ermittlungsbehörden übergeben sind, dafür gearbeitet, die Partei und die Volksmacht zu liquidieren und Albanien unter ausländische Herrschaft zu stellen.

Um die von ihren Oberherren Washington, Belgrad und anderswo ausgearbeiteten diversionistischen und banditenhaften Pläne durchzuführen, hatten sich Mehmut Shehu und seine Kumpane auf schwere Verbrechen vorbereitet. Mehmut Shehu hatte von der jugoslawischen UDB den Befehl erhalten, den Ersten Sekretär des Zentralkomitees und andere Partei- und Staatsführer zu ermorden sowie durch terroristische Mittel all die zu unterdrücken, die sich gegen diesen großen Verrat erheben würden. Und wenn sie nicht zu handeln vermochten, um ihre verbrecherischen Ziele zu verwirklichen, so hängt dies mit der großen Furcht zusammen, die sie vor dem Volk und vor der Partei hatten, vor der stählernen Einheit, die keinerlei Feind, und mag er noch so verschlagen und teuflisch sein, auch nur einen Schritt tun lässt. Mehmut Shehu vermochte zu keiner Zeit, die Parteilinie zu verrücken und zu entstellen, denn, hätte er das versucht, wäre er auf der Stelle demaskiert worden“ (Enver Hoxha, Rede vor den Wählern, November 1982, Tirana 1982, Seite 5-6).

Enver Hoxha hielt diese Rede 1982, also 3 Jahre vor seinem Tod, wo schon Ramit Alia als nächster am Verrat arbeitete. Daran ist ersichtlich wie gefährlich der Feind vor und nach dem Tod Enver Hoxhas war. Hier lassen sich viele Parallelen ziehen zwischen dem Tod Enver Hoxhas und Stalins – die Mörder waren die Gleichen – Revisionisten ! Dass das Ende Albaniens mit dem Ende der Sowjetunion zeitlich zusammenfiel, ist kein Zufall. Die Fäden lassen sich bis nach Washington verfolgen.

Iwanow war später – 1957 - revisionistischer Botschafter der SU in Tirana - also ein Mann Chruschtschows. Der Poly-Agent Mehmut Shehu hat also auch im Auftrage Chruschtschows gegen Albanien gearbeitet. Berijas Sicherheitsministerium hatte seine Informationen von Mehmut Shehus Sicherheitsministerium ohne Wissen der KPA und der KPdSU, ohne Wissen von Stalin und Enver Hoxha !

Das waren nämlich die „Informationen über die Interna aus Albanien“, mit denen Berija des Genossen Enver Hoxha im Juni 1953 in Moskau so unverschämt und niederträchtig konfrontiert hatte. Berija hat vielleicht nicht in allen Einzelheiten gewusst, dass von 1948 an hunderte von Diversanten- und Verbrecherbanden, die von Tito und dem Westen gemeinsam nach Albanien geschickt und von albanischen Sicherheitsorganen allesamt vernichtend geschlagen wurden, aber er muss als einer der führendsten Sicherheitsoffiziere der sowjetischen Regierung auf jeden Fall grundsätzlich darüber informiert gewesen sein, musste nicht zuletzt mit Hilfe von Mehmut Shehu gewusst haben, was er da tat und kann heute – allein, was seine feindliche Haltung zu Albanien und seine pro-jugoslawische Haltung anbelangt - nicht blind als „Marxist-Leninist“ rehabilitiert werden. Wir müssen höchst wahrscheinlich davon ausgehen, dass es Berija nicht bei der „Sammlung von Informationen“ belassen hat, sondern dass er diese missbraucht hat, dass er sie gegen Stalin, gegen Enver Hoxha und damit gegen die revolutionäre Sache des Weltproletariats verwendet hat. In „Die Titoisten“ schreibt Enver Hoxha, auf Seite 674:

Nach Stalins Tod verurteilte die an die Macht gekommene Mannschaft den Chef des sowjetischen KGB Berija wegen zahlreicher Verstöße gegen die Gesetzlichkeit. Wir forderten Mehmut Shehu auf zu prüfen, ob nicht auch in den Organen unseres Innenministeriums, das er leitete, Fehler vorgekommen seien. Mehmet Shehu bekam es mit der Angst, ob nicht auch seine Verbindungen mit dem sowjetischen KGB oder mit westlichen Agenturen aufgedeckt worden seien und er das Schicksal Berijas erleiden könnte. Er ging zum sowjetischen Botschafter Lewitschkin, dem er seine Ergebenheit gegenüber der neu an die Macht gekommenen chruschtschowianischen Mannschaft versicherte, er verlangte sowjetischen Schutz.“

1952-1953 war dieser Gesandter und 1953-1955 Botschafter in Albanien. 1956 leitete dieser die 5. Europa-Abteilung des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR. Da er von Chruschtschow nicht ausgetauscht wurde, ist zu vermuten, dass Lewitschkin schon im Jahre 1952 „kein felsenfester Anhänger“ Stalins gewesen sein konnte.

Es dürfte nicht uninteressant sein festzuhalten, dass es zwischen den Innenministerien Albaniens und der Sowjetunionen erstaunliche Parallelen gegeben hat. In beiden Fällen nutzten Verschwörer die höchsten Posten der Innenministerien zum Sturz der Diktatur des Proletariats und zur Liquidierung der Parteiführung – und das nicht nur einmal, sondern häufige Male im langen Zeitraum von Jahrzehnten ! Ebenso erstaunlich wie bemerkenswert ist es, dass nicht etwa die Innenministerien selbst alle diese Verschwörungen und Komplotts aufdeckten und zerschlugen (wofür das Proletariat sie ja eigentlich eingerichtet hatten und das also ihre vordringlichste Aufgabe gewesen wäre!!!), sondern das taten die bolschewistischen Parteien, PAA und die KPdSU mit Enver Hoxha und Stalin an der Spitze – und das nicht, ohne sich dabei in einen gefährlichen Kampf mit den Maulwürfen der Innenministerien zu begeben !



Zurück zur letzten Begegnung Enver Hoxhas mit Stalin: Wenn man mal die Situation in der sowjetischen Parteiführung im Hinterkopf behält, kommt der Antwort Stalins auf Enver Hoxhas Bericht über den Kampf gegen die parteifeindlichen Elemente in der KPA eine aufschlussreiche Bedeutung zu:'Das habt ihr richtig gemacht`, sagte Stalin zu mir.`Der Feind wird versuchen, sich auch in die Partei selbst einzuschmuggeln, bis in ihr Zentralkomitee. Doch durch große Wachsamkeit und eine entschlossene Haltung lassen sich solche Versuche aufdecken und durchkreuzen`(ebenda, Seite 187). Und das war mit Sicherheit auch direkt für die Ohren Berijas bestimmt, der zum gleichen Zeitpunkt in der Mingrelischen Affäre verwickelt war. Mehr noch: Berija, der an dieser Besprechung zwischen Stalin und Enver Hoxha persönlich teilgenommen hatte, verschwieg bewusst alle geheimdienstlichen Informationen, die er über die Lage innerhalb der albanischen Partei erhalten hatte. Berija hinterging nicht nur Enver Hoxha, sondern auch Stalin bei dieser Besprechung. Nach Enver Hoxhas Aussage, 1981-1982, belieferte Mehmut Shehu schon kurz nach der Befreiung Albaniens den sowjetischen Geheimdienst mit geheimen Informationen. Damit haben sich sowohl Mehmut Shehu als auch der sowjetische Geheimdienst schuldig gemacht, ist von einer Zusammenarbeit von Shehu und Berija zweifellos auszugehen.

Stalin wandte sich an Enver Hoxha in der Frage des wirtschaftlichen Aufbaus,dass ihr (...) auch verstärkt darauf achten müsst, die Arbeiterklasse zu stärken und Kader auszubilden. Besonders um die Arbeiterklasse muss sich die Partei kümmern“ (ebenda). Aus Stalins Willen zur Stärkung der Einheit zwischen Partei und Arbeiterklasse ist zu entnehmen, dass dies für seine Auseinandersetzung in der eigenen Partei- und Staatsführung von großer Bedeutung gewesen sein musste, insbesondere für den sowjetischen Wiederaufbau der Wirtschaft nach dem Kriege. Enver Hoxha berichtete auch von Stalins Kritik, dass in der Sowjetunion vieles krankhaft idealisiert worden sei, und dass der Slogan „ alles seiin schönster Ordnung“ (ebenda, Seite 196) gefährlich sei. Wir wissen heute, dass die modernen Revisionisten gern mit diesem Slogan operierten, um dahinter den von ihnen verfolgten Weg der Restauration des Kapitalismus zu verbergen. In Ordnung“ war nicht der Weg zum Kommunismus, sonder „in Ordnung“ war der Weg zurück zum Kapitalismus. Das war das Wesen der „Ordnung“ der Revisionisten.



Enver Hoxha muss Berija vor Stalins Tod das letzte Mal auf dem XIX. Parteitag – also 1952 gesehen haben. Erst im Juni 1953 ist er ihm wieder in Moskau begegnet, also wenige Monate nach Stalins Tod und wenige Monate vor Berijas Verhaftung.

Nachfolgend führen wir hier – Seite für Seite der „Chruschtschowianer“ Enver Hoxhas Einschätzungen auf:

Wenn es (...) einige Auswüchse gab, so wurden sie nicht von Stalin verschuldet, sondern von Chruschtschow, Berija und Konsorten, die sich, als sie noch weniger mächtig waren, in finsterer und verhohlener Absicht beim Säubern besonders eifrig zeigten. Damit wollten sie sich Kredit verschaffen als 'glühende Verteidiger` der Diktatur des Proletariats, die 'erbarmungslos die Feinde` verfolgten, um so die Leiter emporzuklimmen und dann später die Macht zu usurpieren. Es ist eine Tatsache, dass ein Jagoda oder ein Jeschow, als Stalin ihrer feindlichen Tätigkeit auf die Spur kam, vom Revolutionsgericht ohne Zögern verurteilt wurden. Diese Elemente sowie Chruschtschow, Mikojan, Berija und ihre Apparatschiks verheimlichten Stalin die Wahrheit. Auf die eine oder andere Weise täuschten, hintergingen sie Stalin. Er vertraute ihnen nicht, hatte ihnen deshalb offen ins Gesicht gesagt: '... wenn es mich nicht mehr gibt, werdet ihr die Sowjetunion verschachern'. Und Stalins Voraussage bewahrheitete sich. Zu seinen Lebzeiten sprachen auch diese Feinde von Einheit, doch nach seinem Tod schürten sie die Spaltung“ (ebenda, Seite 19-20).

Im Juni 1953 wurde Enver Hoxha in Moskau empfangen als Chruschtschow noch nicht die Macht vollständig in Händen hatte, wo Malenkow noch an erster und Berija an zweiter Stelle rangierten: Neben ihm (Malenkow) saß Berija, mit hinter den Brillengläsern glitzernden Augen und Händen, die ständig in Bewegung waren“ (ebenda, Seite 22).

Nachdem Enver Hoxha kaum zwanzig Minuten gesprochen hatte,hörte ich , wie Berija mit den Schlangenaugen zu dem mumiengleich dasitzenden und zuhörenden Malenkow sagte: `Sollen wir ihnen nicht endlich sagen, was wir zu sagen haben, damit wir zu einem Ende kommen`? (...) Berija, befriedigt, dass ich aufgehört hatte, steckte die Hände in die Taschen und musterte mich forschend, um zu ergründen, was für einen Eindruck ihre Antwort auf mich machte“ (ebenda S. 25).

(...) Malenkow und Berija waren die beiden `Hähne im Korb`(ebenda, Seite 26).

Nun ergriff Berija das Wort. Hektisch und nervös bewegte er unablässig seine Augen und Hände, als er zu erzählen anhob, ihren Informationen nach gebe es bei uns ungeeignete und zweifelhafte Elemente nicht nur in der Armee, sondern auch im Staats- und Wirtschaftsapparat! (...) Bulganin atmete erleichtert auf (...) doch Berija trieb ihm das Lächeln schnell aus. Er widersprach nämlich offen Bulganins 'Rat', Säuberungen durchzuführen, betonte, die Elemente mit schlechter Vergangenheit, die später einen richtigen Weg eingeschlagen hätten, dürfe man nicht wegsäubern, man müsse ihnen vielmehr verzeihen. (...) Wie sich später herausstellte, waren die Widersprüche zwischen Bulganin und Berija, nicht nur einfach persönlicher Natur, in ihnen spiegelten sich die Widersprüche, Streitereien und tiefen Gegensätze zwischen dem sowjetischen Staatssicherheitsdienst und der sowjetischen militärischen Aufklärung wider“ (ebenda, Seite 28). Auf Berijas Beschuldigungen antwortete Enver Hoxha:... ich weise diese Beschuldigungen nicht nur zurück, sondern erkläre Ihnen auch, dass Ihre Informanten Sie belügen, Verleumder sind“ (ebenda, Seite 29). (Das galt Berija !!! Und das hat gesessen !!!)

Ich sah, dass man in der Führung der Sowjetunion unserem Land nicht wohlgesinnt war. Ihr großspuriges Auftreten bei der Zusammenkunft, die Tatsache, dass sie uns die wenigen Dinge, die wir wünschten, nicht gaben, und der verleumderische Angriff auf die Kader unserer Armee waren kein gutes Zeichen. Außerdem stellte ich bei diesem Treffen fest, dass es im Präsidium der Kommunistischen Partei der Sowjetunion keine Einheit gab: Malenkow und Berija dominierten, Molotow sagte fast überhaupt nichts, Mikojan, im Schatten, verspritzte Gift, während Bulganin Mist von sich gab. Offensichtlich waren unter den tonangebenden Leuten im Präsidium des ZK der KP der SU Rangeleien ausgebrochen“ (ebenda, Seite 31).

Chruschtschow versetzte Malenkow einen Fußtritt, indem er ihm nur noch den Ministerpräsidentenposten beließ, und wurde im September 1953 selbst Erster Sekretär des Zentralkomitees. Natürlich hatten Chruschtschow und die Gruppe seiner Vertrauten die Intrige im Präsidium sorgfältig eingefädelt, indem sie unter den Gegnern Streitereien schürten, indem sie Berija aus dem Weg räumten und die anderen, wie es scheint, `zur Räson brachten`. Von Berijas Festnahme und Hinrichtung gibt es viele Versionen. Unter anderem hieß es, Berija sei von Leuten der Armee mit General Moskalenko an der Spitze direkt in einer Sitzung des Präsidiums des Zentralkomitees der Partei verhaftet worden. Offenbar übertrugen Chruschtschow und Konsorten diesen 'Spezialauftrag' der Armee, weil sie dem Staatssicherheitsdienst, der jahrelang in der Hand Berijas gewesen war, nicht trauten. Der Plan war schon früher ausgeheckt worden: Während das Präsidium des ZK der Partei tagte, hatten Moskalenko und seine Leute unbemerkt ein angrenzendes Zimmer betreten. Im entsprechenden Augenblick hatte Malenkow auf einen Klingelknopf gedrückt, worauf Moskalenko das Amtszimmer, in dem die Sitzung stattfand, betrat und sich Berija näherte, um ihn zu verhaften. Dieser, so heißt es, habe die Hand nach der Mappe neben sich ausgestreckt, doch Chruschtschow, der neben ihm saß und `gut aufpasste`, sei `geschickter' gewesen und habe die Mappe früher an sich gebracht. (...) So sagte man, habe es sich abgespielt, und auch Chruschtschow selbst bestätigte das. Später berichtete uns auch ein General (...) Sergatzkow (...) etwas über den Prozess gegen Berija: Er sagte, man habe ihn als Zeuge geladen, damit er vor Gericht aussage, Berija habe sich ihm gegenüber arrogant benommen. Dabei sagte Sergatzkow im Vertrauen zu unseren Genossen: 'Berija hat sich vor Gericht sehr geschickt verteidigt, er hat nichts zugegeben und alle Anschuldigungen zurückgewiesen'“ (ebenda, Seite 32-33).

Im Juni 1954 war Enver Hoxha wieder in Moskau, wo er es zum ersten Mal direkt mit Chruschtschow zu tun bekam – also einige Monate, nachdem dieser Erster Sekretär des ZK der KPdSU geworden war:

`Die Partei`, theoretisierte er (Chruschtschow) an uns hin, `führt, organisiert, kontrolliert. Sie ist die Initiatorin, die Inspiratorin. Berija jedoch wollte der Partei ihre Rolle nehmen`. Und nach einem Moment des Schweigens fragte er mich: `Habt ihr die Resolution erhalten, in der die Bestrafung Berijas bekanntgegeben wird?' `Ja`, antwortete ich. Er ließ seine Ansprache über die Partei sein und fing an, über Berijas Tätigkeit zu sprechen. Er warf ihm ungefähr alles vor, schob ihm die Schuld an vielen Missständen in die Schuhe. Das war der erste Vorgeschmack auf die Angriffe gegen Stalin. Chruschtschow spürte, dass er vorläufig noch nicht gegen Stalin, gegen sein Werk und seine Gestalt angehen konnte, deshalb fing er bei Berija an, um den Boden vorzubereiten. Bei dieser Zusammenkunft erklärte uns Chruschtschow zu unserem Erstaunen sogar: ' Als Sie letztes Jahr hier waren, haben Sie uns dabei geholfen, Berija auf die Schliche zu kommen und ihn zu entlarven`. Ich blickte ihn verwundert an, um herauszufinden, worauf er hinaus wollte. Chruschtschows Erklärung sah folgendermaßen aus: 'Erinnern Sie sich an die Diskussion, die Sie letztes Jahr mit Bulganin und Berija über den Vorwurf hatten, den sie eurer Armee machten? Wir hatten diese Informationen von Berija, und Ihr heftiger Widerstand in Gegenwart der Genossen des Präsidiums half uns, unseren Verdacht und die Beweise, die wir für Berijas feindliche Tätigkeit hatten, zu komplettieren. Wenige Tage nach Ihrer Rückkehr nach Albanien haben wir ihn verhaftet.` (...) Die Akte `Berija` war abgeschlossen, Chruschtschow hatte mit ihm abgerechnet“ (ebenda, Seite 38-39).

Chruschtschow und Mikojan waren die geschworensten Feinde des Marxismus-Leninismus und Stalins. Sie (...) gingen planmäßig vor und hatten nach Stalins Tod auch deswegen leichtes Spiel, weil Malenkow, Berija, Bulganin und Woroschilow sich nicht nur als blind, sondern auch als ehrgeizig erwiesen und jeder von ihnen um die Macht kämpfte. (...) Sie verfolgten, kurz formuliert, folgende Taktik: im Präsidium spalten, die Truppen des Putsches außerhalb organisieren, weiter gut über Stalin reden, um die Millionenmassen für sich zu gewinnen, und so den Tag der Machtergreifung, der Liquidierung der Gegner, der Liquidierung einer ganzen ruhmreichen Epoche des Aufbaus des Sozialismus, der Siege im Vaterländischen Krieg usw. beschleunigt herbeizuführen. Diese ganze fieberhafte Tätigkeit sollte dazu dienen (und wir spürten das), Chruschtschow innerhalb und außerhalb der Sowjetunion populär zu machen“ (ebenda, Seite 53-54).

Tatsächlich war in dieser Anfangsphase von Chruschtschows revisionistischer Offensive Berija die geeignete Karte, um die geheimen Pläne voranzutreiben. Wie bereits erwähnt, wurde Berija von Chruschtschow als Urheber vieler Übel hingestellt: er habe die Rolle des Ersten Sekretärs geringgeschätzt, die `kollektive Führung` beeinträchtigt, die Partei der Leitung des Staatssicherheitsdienstes unterstellen wollen. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den von Berija angerichteten Schaden fasste Chruschtschow einerseits in der Führung der Partei und des Staates festen Fuß und brachte das Innenministerium an sich, und andererseits bereitete er die öffentliche Meinung auf den offenen Angriff vor, den er wenig später gegen Josef Wissarionowitsch Stalin, gegen das wahre Werk der Bolschewistischen Partei Lenins und Stalins unternehmen sollte“ (ebenda, Seite 55-56).

Ich habe schon von der Zusammenkunft mit Malenkow, Berija, Mikojan und anderen im Juni 1953 in Moskau berichtet. Es war unter anderem die Art, wie sie mit uns umsprangen, wie sie an die von uns aufgeworfenen Wirtschaftsprobleme herangingen, die mir das Gefühl gab, dass der unvergessliche Stalin nun im Kreml nicht nur leiblich fehlte, sondern dass auch seine große, menschliche Seele, sein rücksichtsvolles, herzliches Benehmen, sein hervorragendes marxistisch-leninistisches Denken zu vermissen waren(ebenda, Seite 72).

Auf einer Zusammenkunft mit den Sowjetführern am 8. Juni 1954 kam Chruschtschows sozialimperialistische Fratze in der albanischen Erdölfrage voll zum Ausdruck als er frech erklärte:

'Ich weiß, dass euer Erdöl nicht sehr gefragt ist, es enthält viele Verunreinigungen, vor allem Bitumen und einen hohen Schwefelanteil, und bei der Verarbeitung verliert es noch mehr an Wert. Ich möchte euch als Beispiel erzählen, was uns mit dem Erdöl von Baku passiert ist. Wir haben dort Milliarden Rubel investiert. Berija hat für die Entwicklung der Erdölwirtschaft in Baku von Josef Wissarionowitsch ständig Investitionen verlangt, weil Stalin, der früher selber in Baku gearbeitet hatte, wusste, dass es dort Erdöl gab. Doch die Funde, auf die wir inzwischen an anderen Orten unseres Vaterlandes gestoßen sind, und unsere Analysen haben ergeben, dass sich die Ausbeutung des Bakuer Erdöls nicht lohnt`“ [eine unverschämte Lüge, allein wenn man an den 1. und 2. Weltkrieg und vor allem an die heutige Ereignisse an Georgien denkt!]. Nachdem er mir (...) ausführlich Unterricht über die `Rentabilität` und 'Unrentabilität` der Erdölförderung erteilt hatte, damit nicht auch ich 'irre' wie Stalin (!!), brachte Chruschtschow das Gespräch auf den Punkt: ' (...) Sollte es bei euch rentable Erdölquellen geben, gut, dann erhaltet ihr Kredit von uns. Kalkuliert man aber so, dann stellt sich heraus, dass es rentabler ist, wenn wir euch von unserem Erdöl geben...`“ (ebenda, Seite 84-85).

Chruschtschows Kurs sah vor, den sozialistischen Aufbaus Albanien auf den „Anbau von Zitrusfrüchten“ zu beschränken. Chruschtschow wollte aus Albanien einen Obstgarten der UdSSR machen. Und als Beispiel führte er die Beschränkung auf den Obstanbau an, den er gleich nach seiner Machtübernahme schon den Georgiern aufgezwungen hatte. 1954 war also der russische Sozialimperialismus von Chruschtschow planmäßig in die Tat umgesetzt worden, auch in den nichtrussischen Sowjetrepubliken.

Chruschtschow hielt es 1954 noch für verfrüht, die marxistisch-leninistische Linie Stalins in der Jugoslawienfrage offen anzugreifen und setzte stattdessen eine seiner beliebten Taschenspielertricks ein. Er vertrat die These, dass Berija Jugoslawien nur noch weiter in die Arme des Imperialismus getrieben hätte und das man es vielmehr umarmen müsse, um es sich besser einverleiben zu können. Enver Hoxha schreibt hierzu:

Also fand man die `Schuldigen`: bei den Sowjets Berija, der durch sein Vorgehen 'bei der jugoslawischen Führung berechtigte Unzufriedenheit` hervorgerufen habe, und bei den Jugoslawen Djilas' (den Tito in der Zwischenzeit verurteilt hatte) (...) So hatte Chruschtschow also eine ganz einfache Lösung gefunden: für den Bruch mit Jugoslawien gab es keine Ursachen, sondern nur Vorwände; `grundlos sind wir über sie hergefallen, die Schuldigen sind gefunden: Berija bei uns, Djilas bei euch. Inzwischen haben beide Seiten diese Feinde verurteilt, also brauchen wir uns nur noch zu küssen, zu versöhnen und über das Vergangene Gras wachsen lassen`“ (ebenda, Seite 121).

Tito hatte Chruschtschow vier Bedingungen gestellt, von denen die Vierte wie folgt lautete:

Viertens, sagte Tito, sind weder Berija noch Djilas für den Konflikt verantwortlich, die Ursachen liegen tiefer. Deshalb müsst ihr Sowjets und die Anderen endgültig mit der Linie der Stalinzeit brechen“ (ebenda, Seite 128).

Hieraus ist indirekt abzulesen, dass man Berija nicht loswerden wollte, weil dieser ein hinderlicher Verteidiger von Stalins Jugoslawienlinie von 1948/49 war. Sowohl Chruschtschow als auch Tito waren sich gegen Stalin zwar einig, aber beide Seiten begründeten Berijas Schuld jedenfalls nicht mit dessen „Verteidigung“ Stalins. Dies richten wir an die Adresse der Berijaner !

Im Sommer 1955 traf Enver Hoxha in Moskau mit dem Chruschtschowianer Suslow, dem größten Demagogen, zusammen, der 1941 – 44 Mitglied des Kriegsrates im Kaukasus, Chef der dortigen Partisanenverbände, 1952 – 1953 Mitglied des Präsidiums des ZK der KPdSU war und zur Zeit des Treffens mit Enver Hoxha der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten des Unionsrats des Obersten Sowjets der UdSSR angehörte:

Gleich seine ersten Worte waren, wir müssten uns über die Jugoslawienfrage unterhalten. (...) ' Das Hauptproblem ist, dass das ZK der KPdSU an die Jugoslawienfrage realistisch herangegangen ist. Es hat die verräterische Tätigkeit Berijas mitberücksichtigt, und dafür haben wir Selbstkritik geübt. Unser ZK ist zur Schlussfolgerung gelangt, dass der Abbruch der Beziehungen zu Jugoslawien ein Fehler war, d.h., dass wir voreilig waren`“ (ebenda, Seite 146);(...) (Suslow) fing an, eine Reihe von `Argumenten` aufzuzählen, die mich davon überzeugen sollten, dass die jugoslawischen Führer nicht auf dem falschen Weg seien. Natürlich versuchte auch er, Berija und Djilas sowie den Anstrengungen des Imperialismus, `Jugoslawien auf seine Seite zu ziehen`, die Schuld zu geben. `Auch Molotow', fuhr Suslow fort, ' hat zu diesem Problem eine ziemlich sektiererische Haltung eingenommen (...) wir haben ihn für seine Haltung schwer kritisiert. Schließlich schloss sich auch er dem Standpunkt des ZK an`“ (ebenda, Seite 147).

Um die Albaner zur Versöhnung mit den Belgrader Revisionisten und sie damit zur Rehabilitierung der von ihnen verurteilten jugoslawischen parteifeindlichen Elemente zu zwingen, wurde Enver Hoxha mitten in der Nacht von einem Anruf Mikojans aus dem Schlaf geholt:

Mikojan begann am Telefon mit einem Standardmonolog über das 'sozialistische Jugoslawien', über Tito, der ein ' ehrenwerter Mann` sei, über Berijas Fehler und 'unsere`(der Sowjetunion und des Informbüros) Sünden, um dann zu schließen: (...) 'Auch ihr müsst mithelfen, dass Jugoslawien nicht ins imperialistische Lager übergeht..'“ (ebenda, Seite 151).

Genau nach dem Tod Stalins kamen wir in Konflikt mit der neuen Führung der Sowjetunion, mit Malenkow, Bulganin, Chruschtschow, Mikojan, und anderen. Drei, vier Monate nach dem Tod Stalins griffen sie uns unverschämt und scharf an... Wir nahmen an den Beratungen der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau teil, doch wir gingen nicht mit den Anschauungen Mao Tsetungs dorthin. Wir äußerten uns nicht gegen die Sowjetunion solange die Bedingungen noch nicht reif waren, doch in uns nagten großer Kummer und Zweifel an ihrer Führung. Sie zeigte sich nicht entschlossen, befand sich in Konfusion. Wir witterten Widersprüche, die in ihrem Innern, unter den Führern bestanden, besonders was die Linie Stalins anbelangte, wussten aber nichts darüber. Unserer Meinung nach wusste Mao tsetung von diesem Zustand, und er muss mit der Linie und dem Vorgehen Chruschtschows gegen Stalin und die Linie der Bolschewistischen Partei einverstanden gewesen sein...

Auch Mao hatte, so meinen wir, seine eigenen Absichten. Mao (das sind natürlich nur Vermutungen) stellte sich nach Stalins Tod, auch wenn er sagte, Chruschtschow sei `ein großer Mann` , selbst über Chruschtschow und meinte als `großem philosophischem Kopf` und Führer des bevölkerungsreichsten Landes der Welt stehe der Platz hinter Lenin zu.“ („Betrachtungen über China“, Seite 412-415, Bd. II, dt. Ausgabe).

  • Ende der Enver Hoxha-Zitate, die sich mit Berija befassen







So – nun haben wir uns die Mühe gemacht, alle Zitate Envers, in denen Berija erwähnt wurde, sorgfältig zusammen zu tragen. Wir denken, dass darin mehr als deutlich zum Ausdruck kommt, dass Enver in Berija einen Feind des Marxismus-Leninismus erkannt hat. Möge der Leser selber urteilen, ob er sich mit uns auf die Seite Enver Hoxhas oder mit den Berijanern auf die Seite Berijas stellen will. Wohlgemerkt: Die Berijaner geben vor, sich SOWOHL auf den Marxisten-Leninisten Hoxha, ALS AUCH auf den „Marxisten-Leninisten“ Berija zu stützen ?! Wer ist denn nun der Marxist-Leninist, Enver oder Berija? Wer sich auf die Seite Berija stellt, ist unserer Meinung nach ein Feind Enver Hoxhas und Stalins. Anerders kann unsere Schlussfolgerung gar nicht lauten ! Wir von der Komintern /ML sind der Meinung, dass Enver Hoxha nicht nur ein Marxist-Leninist, sondern der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus ist und sein Wort um so größeres Gewicht hat. Sein Wort ist für uns Marxisten-Leninisten Gesetz: Anklage und Verurteilung des Anti-Marxisten-Leninisten Berija, Anklage und Verurteilung der Berijaner und des Berijanertums! Das entspricht dem revolutionären Geist Enver Hoxhas – das ist Hoxhaismus ! Der heutige Kampf gegen das Berijanertum ist die Weiterentwicklung des Hoxhaismus !!

Die Berijaner sind in Worten Hoxhaisten – in Taten sind sie Anti-Hoxhaisten ! Und als solche errichten wir zwischen ihnen und uns eine unüberbrückbare Demarkationslinie: Ein Marxist-Leninist kann niemals den Marxismus-Leninismus verteidigen, wenn er gleichzeitig seine Feinde verteidigt.

Man braucht sich nur ansehen, wie hinterhältig die Berijaner mit den Zitaten von Enver Hoxha umgehen. Allein daraus ziehen wir unsere Schlüsse, dass wir uns vor ihnen hüten, denn sie unterstellen Enver Hoxha genau das Gegenteil von dem, was er gesagt hat, wie wir gleich sehen werden.

Und genau so sind die Berijaner auch gegenüber der Komintern / ML vorgegangen. Sie verschweigen sämtliche Einschätzungen von Enver Hoxha bezüglich Berija. Das Einzige, was die Berijaner bei Enver Hoxha gefunden haben, ist noch nicht einmal von Enver Hoxha selbst (!), sondern Enver Hoxha schreibt da über jemanden, der ihn aus zweiter Hand darüber berichtet habe, wie sich Berija in seinem Prozess so listig verteidigt hätte, dass ihm nichts nachzuweisen gewesen sei. Wir entnehmen dieses Zitat von Enver Hoxha von den Berijaner freundlichen „red channel“ aus dem Internet, wo es zu finden ist:

Als ein General, der, glaube ich, Sehatskow hieß, als militärischer Berater nach Tirana kam, erzählte er auch etwas über den Prozess gegen Berija. Bei dieser Gelegenheit erzählte uns Sergatskow vertraulich: 'Berija hat sich sehr gut vor Gericht verteidigt. Er hat keine der Beschuldigungen akzeptiert und alles widerlegt`.

Hand aufs Herz, Genossen, kann man mit diesem Zitat allen Ernstes belegen wollen, dass Enver Hoxha Berija für einen Marxisten-Leninisten hielt?

Zur Untermauerung“ führen sie noch die Anti-Stalinisten Nikolajewski und Lang an. Bei denen weiß man doch, dass man ihnen nichts glauben darf. Auch Sudoplatow, der Schüler Berijas, nimmt Berija logischerweise in Schutz, wenn er auf den Prozess zu sprechen kommt. Man darf doch nicht Leuten glauben, die gar keine Marxisten-Leninisten sind, ebenso wenig darf man verschweigen, was die Marxisten-Leninisten über Berija glauben. Stalin hatte das Todesurteil für Berija schon in der Tasche, der Prozess gegen Berija war von Stalin im März 1953 angesetzt. Sollen denn die Genossen Stalin als Feind des Marxismus-Leninismus bezichtigen, weil er denMarxisten-Leninisten“ Berija liquidieren wollte?

Ferner führen die Berijaner noch ein Zitat von Swetlana, Stalins Tochter an. Was Swetlana von Berija gehalten hat, das haben wir auch gesammelt und hier anschließend aufgeführt, um zu beweisen, dass die Berijaner mit dem gleichen Taschenspielertrick gearbeitet haben wie mit den Zitaten von Enver Hoxha. Sie haben alle vernichtenden Urteil Swetlanas über Berija in der Schublade verschwinden lassen (und das sind eine ganze Menge !!!) und nur ein einziges Zitat (!) von ihr herangezogen, um damit das von ihnen hervorgekramte Zitat von Enver Hoxha zu belegen“. Das Zitat lautet:

Der Prozess war inszeniert – ohne, dass es Beweise gab“. Wir haben Swetlanas Zitat hier wiederum aus dem Internet genommen, also wieder von red channel“.

Die Absicht der Berijaner ist durchsichtig. Sie behaupten: wenn Berija von den Chruschtschowianern ohne Beweise erschossen wurde, ergo muss es sich bei Berija um einen „Marxisten-Leninisten“ gehandelt haben. Ist das marxistische Logik? Für wie dumm halten die Berijaner uns denn eigentlich? Berija hatte als mächtigster Mann im Staat genug Beweise, um alle anderen Präsidiumsmitglieder erschießen zu lassen, denn so viel Dreck hatten die am Stecken. Ja er war so mächtig, dass er auch ganz ohne Beweise mit ihnen tun und lassen konnte, was er wollte. Er hat mit seinen eigenen Truppen den Kreml besetzt und dem ganzen Präsidium seine Pistole auf die Brust gesetzt – und sie mussten klein bei geben, mussten tun, was er sagt. Was anderes blieb ihnen gar nicht übrig, wenn ihnen ihr Leben lieb war. Ja, das war Berija ! Das sind Tatsachen und genau das war Berijas Todesurteil – er wusste zu viel und hatte sie alle in der Hand. Die Präsidiumsmitglieder wurden von ihm erpresst, von ihm vorgeführt, mussten nach seiner Pfeife tanzen. Hätten sie ihn nicht beseitigt , wären alle Verschwörungsgruppen aufgeflogen und der ganze Putsch gegen Stalin gefährdet. Wenn einer auspackt, waren allesamt geliefert. Selbst, wenn sie es denn zu jenem Zeitpunkt gewollt hätten, alles über Berijas Verbrechen auszupacken, würden sie sich damit nur ihr eigenes Grab schaufeln. Nur mit einem Trick gelang es den Chruschtschowianern schließlich, Berija in eine Falle zu locken und sie zuschnappen zu lassen – mit einem korrekten Vorgehen einer bolschewistischen Partei hatte dieser gegenseitige Putschismus nichts zu tun. Also zunächst blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich auf die Zähne zu beißen und den XX. Parteitag abzuwarten, wo sie dann gut vorbereitet, ihre Lügenmärchen über Berija – vermischt mit Halbwahrheiten und Wahrheiten - auftischen konnten, ohne sich selber damit zu belasten.

In „Die Chruschtschowianer“ hat Enver Hoxha – wie eben zu lesen war – hierüber alles Entscheidende gesagt. Wir haben diese Ereignisse an anderer Stelle noch einmal beleuchtet. So wie wir es auch mit den Enver Hoxha-Zitaten gemacht haben, wollen wir Swetlana hier ausführlich zu Wort kommen lassen, damit Ihr euch davon selber ein Bild machen könnt. Alles, was Swetlana über Berija in Georgien geschrieben hat, haben wir im Kapitel zur mingrelischen Verschwörung Berijas aufgeführt und hier weggelassen, um uns nicht zu wiederholen.







Swetlana verteidigt ihren Vater gegen Berija:



Swetlana hat ihren Vater geliebt, das wird von niemandem auf der Welt bestritten. Warum sollte sie nach seinem Tod lügen? Warum sollte sie irgendetwas verheimlichen, warum sollte sie jemanden zu Unrecht beschuldigen ? Wir Marxisten-Leninisten sind nicht mit allem einverstanden, was sie über ihren Vater und den Sozialismus in der Sowjetunion zu Papier brachte, aber wir glauben ihr, was ihr ehrliches Kinderherz über Berijas ständiger Gegenwart empfand, und wir haben daher ihre Briefe über das Leben mit ihrem Vater mit großer Aufmerksamkeit und nicht ohne Mitgefühl für ihren Hass auf Berija studiert. Eins spricht Swetlana klar und deutlich aus: Es gibt für sie auf der ganzen Welt keinen Menschen, den sie in ihrem Leben mehr gehasst hatte als Berija, und den sie – unfreiwillig - persönlich näher als andere kennen lernte. Um ihren Vater vor Berija zu schützen, hätte sie alles getan, und gerade diese Ohnmacht gegenüber Berija – tatenlos mit ansehen zu müssen wie ihr Vater immer weiter ins Verderben lief - hatte ihr das Herz gebrochen. Vertraute der Tochter Stalins vermuten, dass Swetlana ihre Kritik an Berija nur in der „Sklavensprache“ hat schreiben dürfen. Dafür spricht erstens, dass sie ihre „20 Briefe an einen Freund“ im Westen und damit unter möglicher Beeinflussung bestimmter politischer Kreise in Verlag und Herausgabe veröffentlichen musste. Dafür spricht zweitens, dass ihr, Chruschtschow die Anweisung gegeben hatte, ja nichts über den Mord an ihrem Vater offen zulegen, denn der wird von offizieller Stelle in Russland bis heute verschwiegen. Aber Swetlana hat mit ihrer Wortwahl trotzdem ziemlich deutlich durchblicken lassen, dass sie Berija nur aus einem Grund so abgrundtief hassen konnte: Sie wusste davon genauso wie ihr Bruder, der nur deswegen ins Gefängnis gesperrt wurde, weil er ebenfalls von der Wahrheit wusste und – im Gegensatz zu Swetlana es gewagt hatte, nicht zu schweigen, sondern den Mord an seinem Vater offen auszusprechen, was er mit seinem Leben bezahlte. Was wir hier sehen, das ist die sozialfaschistische Gewalt, nämlich in die persönlichen Beziehungen nicht nur der Massen, sondern auch in die des großen Führers Stalin brutal einzudringen, sein Familienleben zu zerstören, zu quälen und zu töten und im Interesse ihrer Macht zu verwerten. Swetlanas Wunsch war es, das Land, in dem der Mord an ihrem Vater offiziell vertuscht worden ist, für immer zu verlassen. Chruschtschow hätte sie wohl kaum aus der Sowjetunion unbehelligt ausreisen lassen, wenn sie ihm nicht öffentlich ausdrücklich bescheinigt, dass sie die Wahrheit für sich behalten würde. Es ist menschlich nachzuvollziehen, was auf Swetlanas Seele brannte. Sie musste ihre Seele erleichtern und hat der Öffentlichkeit so viel offenbart wie sie nur konnte. Bevor Berija in das Leben ihrer Familie eingetreten war, fühlte sie sich in ihrer Familie glücklich und liebevoll aufgehoben, war ihr Verhältnis zum Vater unbelastet und unbeschwert. Seit Berija aufgetaucht war, schildert sie das Leben als Hölle – Berija löschte die Hälfte der Familie Stalins aus und all das hat sie als Kind hautnah mit durchmachen müssen.

Berija war – und das wird auch von niemandem bestritten - die Person, die den leichtesten, offensten, ungehindertsten und zeitlich längsten Zugang hatte zu dem am strengsten bewachten Politiker der Menschheitsgeschichte. Schon allein wegen dieser Tatsache darf man ihn objektiv als Täter unmöglich ausschließen. Wir stellen hier solche Aussagen von Swetlana zusammen, die uns über Berija aufschlussreich erscheinen – entnommen aus: Swetlana Allilujewa, „20 Briefe an einen Freund“, 1963 geschrieben mit dem Begleitwort: „Jeder, der diese Briefe liest, soll sie so aufnehmen, als ob sie an ihn persönlich gerichtet wären“).

Am 2. März 1953 wurde Swetlana von der Schule zum Sterbebett ihres Vaters gebracht. Sie schreibt: Alle zeigten sich bemüht zu schweigen wie in einem Dom, niemand verlor ein Wort... Nur ein Mensch benahm sich beinahe unanständig – Berija. Er war aufs Äußerste erregt, sein ohnehin abstoßendes Gesicht wurde immer wieder entstellt durch das Hervorbrechen seiner Leidenschaften. Seine Leidenschaften aber waren: Ehrgeiz, Macht, Macht und noch einmal Macht, Grausamkeit, Schlauheit. Er war sehr bemüht, sich in diesem verantwortungsvollen Augenblick ja nicht anmerken zu lassen, dass er die Anderen überspielen, sich selbst aber von ihnen nicht überspielen lassen wollte. Und doch stand ihm das deutlich an die Stirn geschrieben. Er trat an das Bett und betrachtete längere Zeit das Gesicht des Kranken (der Vater öffnete manchmal die Augen, aber offenbar ohne oder doch bei nur getrübtem Bewusstsein), und Berija bohrte seine Blicke in diese verschleierten Augen, er wollte auch hier der 'Allergetreueste', der 'Allerergebenste' sein, als welcher er sich dem Vater mit allen Kräften zu erweisen gesucht und damit auch leider nur allzu lange Erfolg gehabt hatte. In den letzten Minuten, als bereits alles zu Ende ging, bemerkte Berija plötzlich auch mich und ordnete an: 'Führt Swetlana hinaus!' Als dann alles vorbei war, sprang er als erster auf den Korridor hinaus, und in der Stille des Saales, wo alle stumm um das Sterbelager standen, war seine laute unverhohlen triumphierende Stimme zu hören: `Chrustaljow – den Wagen!' Er war ein modernes Prachtstück von einem verschlagenen Höfling, die Verkörperung östlicher Hinterlist, Schmeichelei, Heuchelei, die sogar meinen Vater betörte, den man sonst nur sehr schwer täuschen konnte [Anmerkung der Redaktion: es gibt Genossen, die damals in unmittelbarer Nähe Stalins gedient hatten, davon überzeugt waren, dass dieser Höfling für Berija die eigentliche Drecksarbeit mit der Beschaffung und der Verabreichung des Gifts gemacht haben soll!]. Vieles von dem, was diese Hydra verbrach , fiel jetzt als Makel auf den Namen meines Vaters, in manchem hatten sie sich gemeinsam schuldig gemacht, doch der Umstand, dass Lawrentij Berija den Vater in vielen Dingen schlau zu gängeln vermochte und sich dabei ins Fäustchen lachte, ist für mich unbezweifelbar. Und das wussten auch 'oben` alle. Jetzt kam sein ganzes widerliches Inneres an die Oberfläche, es fiel ihm schwer sich zurückzuhalten. Nicht nur ich, auch viele andere begriffen, das es so war. Jedoch, man hatte eine panische Angst vor ihm und wusste, dass in dem Augenblick, da der Vater sterben würde, in ganz Russland niemand über mehr Macht und Kräfte verfügte als dieser entsetzliche Mensch “ (Seite 21-22).

Als Swetlana die Hand ihres sterbenden Vaters hielt bemerkte sie in seinem letzten bewussten Moment;... da hob er plötzlich die linke Hand (die noch beweglich war) und wies mit ihr nach oben, drohte uns allen. Die Geste war unverständlich, aber drohend, und es blieb unbekannt, worauf oder auf wen sie sich bezog ... Im nächsten Augenblick riss sich die Seele nach einer letzten Anstrengung vom Körper los“ (Seite 25).

Berija, diese Missgeburt, einzig in ihrer Art“ (Seite 25).

Swetlana berichtete in ihrem „Briefen an einen Freund“ von den Vorwürfen, die Stalin von seiner Frau zu hören bekam, weil er sich von Berija einwickeln lässt.Ich sehe keine Beweise“ - „Ich weiß nicht, was du für Beweise brauchst; ich sehe, dass er ein Schuft ist!“ „Mit Berijas Hilfe sind wir dem Aufstand der Mingrelier in Georgien zuvorgekommen...

[ Zwischenbemerkung der Redaktion: 1929 hatte sich Stalin also noch nicht davon überzeugt, dass Berija 1924 der eigentliche Anführer des Aufstandes der Mingrelier war, sondern dass Stalin umgekehrt Berija als „Tschekisten“ vertraute, den er zu Unrecht gegen den Verdacht seiner Frau verteidigte !! Bitte also hier nicht den Aufstand der Mingrelier mit der späteren Mingrelischen Verschwörung verwechseln - das einzige, was beide gemeinsam hatten, war natürlich Berija !!! Swetlana schreibt hier über das Jahr 1929, als es zwischen Stalin und seiner Frau über Berija Streit gegeben hatte – mit ein Grund, warum Berija gerade diejenigen Verwandten Stalins umbrachte, die gegen Berija Verdacht geschöpft hatten !!! Das Erstaunliche an diesem Streit, den Swetlana hier zwischen ihren Eltern beschrieben hat, ist es, dass Stalins Frau schon im Jahre 1929 das Jahr 1951/52 vorausgesehen hatte, dass der Drahtzieher der Mingrelischen Verschwörung kein Anderer als Berija war – also nachdem die Mutter Swetlanas schon über 20 Jahre tot war ! Also war Stalin schon 1929 gewarnt, aber er hatte die Warnung seiner Frau in den Wind geschlagen. Es gibt eben Dinge im Leben, die man nicht erst unterlassen sollte, wenn „Beweise“ dagegen vorliegen. Gerade solche „Gegenbeweise“ hatte Berija stets an allen 10 Fingern zur Hand !!! Stalin hatte zwar 1951/52 endlich genug Beweise gegen Berija gesammelt, aber es sollte sich zeigen, dass es zur Verurteilung Berijas an Hand eben dieser gesammelten Beweise schon zu spät war !]

.... ich glaube ihm. Beweise, Beweise brauche ich.“ Meine arme kluge Mama! Die Beweise kamen später... (Seite 38). Hier hört der Satz bei Swetlana plötzlich auf, ohne zu Ende geführt zu werden – wir erfahren nicht warum, aber denken kann sich das jeder: Hätte Stalin auf seine Frau gehört, wäre er 1953 noch am Leben geblieben. In der Anmerkung ihrer „20 Briefe...“ findet sich eine Anmerkung des Übersetzers, die wir hier nicht vorenthalten wollen, darin heißt es : „Die Mingrelische Affäre von 1951/52, trotz zahlreicher Untersuchungsergebnisse bis heute ungeklärt „hatte eine Säuberung des georgischen Partei- und Staatsapparates zur Folge, deren Ausmaß das Blutbad der Jahre 1936 bis 1938 beinahe in den Schatten stellte (Anmerkung des Übersetzers).“

Bis heute ungeklärt ???“ - Weil der Mord an Stalin verschwiegen wurde, muss in Mingrelien genau das Gegenteil von dem passiert sein, was man hinterher darüber offiziell verlauten ließ. Der Übersetzer wollte (oder musste ?) die Öffentlichkeit auf eine falsche Fährte führen, um davon abzulenken, was wirklich geschehen war.

Weiter schreibt Swetlana:

Am zweiten Tag nach dem Tod des Hausherren – das Begräbnis hatte noch nicht einmal stattgefunden – wurden auf Anordnung Berijas die Dienerschaft, die Mannschaft der Wache und alle, die in der Datscha Dienst machten, zusammengerufen. Man sagte ihnen, dass die gesamte Einrichtung sofort von hier weggebracht werden müsse... Berija zu widersprechen, wäre unmöglich gewesen... Menschen, die hier seit 10 oder 15 Jahren ehrlich und redlich gedient hatten, wurden auf die Straße gesetzt. ... Zwei haben sich erschossen. Warum ging man gerade gegen sie so vor? ... Später, nachdem Berija selbst „zu Fall gekommen“ war, begann man die Residenz wieder herzustellen [Anmerkung der Redaktion: damit ist bewiesen, dass, solange Berija nach dem Tod Stalins lebte, er alles vernichtete und beseitigte, was auch nur im Geringsten an Stalin erinnerte !!!!]. Man brachte die Sachen zurück. .. Man hatte vor, hier ein neues Museum einzurichten. ...Aber dann kam der XX. Parteitag, nach welchem selbstverständlich niemand mehr auf eine solche Idee gekommen wäre“ (Seite 42-43). In dieser interessanten Dreiteilung des Zeitabschnittes nach Stalins Tod spiegeln sich in Swetlanas Aussagen 3 Haltungen zu Stalin wider und das sind genau die drei über dem Sozialismus hereingebrochenen Momente: Umsturz, innehaltende Schreckmomente der Leere nach dem Verlust Stalins, ein kurzes Wiederaufflackern des Stalinismus, um schließlich zu erlöschen, endgültige Abkehr.

Swetlana weiter:

Damals, in jenen Jahren ( also vor Berijas Auftauchen in Stalins Nähe – Anmerkung der Redaktion) konnte von einer Isolierung des Vaters nicht die Rede sein. Dazu kam es erst später, zugleich mit der Trennung von allen aufrichtigen, ehrlichen, wohlmeinenden, ihm ebenbürtigen und nahe stehenden Menschen“ (Seite 60).

Berija, der sich [etwa 1938 – Anmerkung der Redaktion] indessen in Moskau festgesetzt hatte, ... ging so weit, dass er behauptete, Onkel Pawluschas Witwe J. Alexandrowna stehe im Verdacht, ihren Gatten vergiftet zu haben. ... Berija aber gab sich noch immer nicht zufrieden: 1948, 10 Jahre nach Onkel Pawluschas Tod, - wurde dessen Witwe in den Kerker geschickt... Erst im Jahre 1954 entließ man sie aus dem Gefängnis“ (Seite 87) Also erst nach Berijas Tod – er ließ unmittelbar nach Stalins Tod größte Amnestie walten, aber warum nicht in diesem Fall? Ja, warum wohl nicht?).

Dass aber diese X und Y alles Beliebige angeben und beweisen würden in den Gefängnissen des NKWD, dem ging der Vater nicht nach; das war eben Sache Berijas, Jeshows und der übrigen Henker.“

In diesem Punkt war der Vater gegenüber den Machinationen Berijas machtlos; es ist verwunderlich, bis zu welchem Grade er diesem abscheulichen Monstrum gegenüber hilflos war! Es genügt, dass Papiere, Protokolle vorgelegt wurden, in denen stand, dass N seine Schuld einbekannt habe, oder dass andere an seiner Stelle 'gestanden` hätten, oder dass N nicht ' gestanden' habe – und das war noch ärger“ (Seite 121).

Oder ob Berija beschlossen hatte, mit allen jenen abzurechnen, die seine dunklen Geschäfte und ihn selbst zu genau kannten, und er meinen Vater leicht dazu zu bringen vermochte?“ (Seite 121-122).

... geschickten Intriganten wie Berija“ (Seite 192).

Nicht zufällig spreche ich von seinem Einfluss auf Vater, und nicht umgekehrt. Ich bin der Meinung – und davon kann mich niemand abbringen -, dass Berija schlauer, treuloser, heimtückischer, unverschämter, zielbewusster, härter und infolgedessen auch stärker war als Vater. Mein Vater hatte schwache Seiten, er konnte zweifeln, er war vertraunsseliger, schroffer, heftiger, er war natürlicher, und es war für einen schlauen Fuchs wie Berija leicht, ihn hinters Licht zu führen. Er kannte Vaters Schwächen, seinen leicht zu kränkenden Ehrgeiz, seine Niedergeschlagenheit, seine seelische Verarmung, und goss immer mehr Öl in das bösartige Feuer und entfachte es, soweit er konnte, während er dem Vater gleichzeitig mit echt östlicher Schamlosigkeit schmeichelte. Er schmeichelte und streute ihm so viel Weihrauch, dass die alten Freunde vor Scham nicht aus noch ein wussten, denn sie hatten in Vater bisher einen mit ihnen auf gleicher Stufe stehenden Kameraden gesehen.

Berija hat im Leben unserer ganzen Familie eine schreckliche Rolle gespielt – wie hat Mama ihn gehasst und sich vor ihm gefürchtet! Und alle ihre Freunde, die beiden Swanidse, auch deren Schwester Mariko Swanidse, die als Sekretärin bei Janukidse arbeitete, und Awel, Mamas Taufpate, selbst waren die ersten, die umkamen, als Berija Vater davon überzeugt hatte, dass sie seine persönlichen Feinde seien und ihm schaden wollten...

Ich habe schon gesagt, dass in vielen Fällen beide, Vater und Berija, gemeinsam schuldig waren. Ich möchte nicht die Schuld des einen auf den anderen schieben. Leider wurden sie geistig unzertrennlich; der Einfluss dieses grauenhaften, bösartigen Dämons auf meinen Vater war zu stark und hatte eine unwiderstehliche Wirkung.

Diese Jahre – 1949 bis 1952 – waren für mich, aber auch für alle anderen sehr schwierig. Das ganze Land drohte zu ersticken, alle fühlten sich kraftlos, hilflos. Wo ich jetzt lebte, regierte orthodoxer Parteigeist; es war nicht jene Parteigesinnung, zu der sich Großvater und Großmutter, Mama, die Swanidse und die vielen andern alten Parteimitglieder, die mir vertraut waren, bekannt hatten. Hier war alles nur Schaustellung, äußerlich, aufgeblasen (Seite 277).

Es hing sicherlich auch mit seiner Krankheit zusammen, dass Vater nach dem XIX. Parteitag zweimal seinen Rücktritt angeboten hatte. Diese Tatsache ist den Mitgliedern des ZK, das damals gewählt wurde, wohl bekannt“ (Seite 288).

Swetlana berichtet vom 73. Geburtstag, dem 21. Dezember 1952, wo sie ihren Vater zum letzten Mal gesehen hatte: „In der letzten Zeit waren (...) die gewohnten Gesichter ringsum (...) Berija, Malenkow, Bulganin und Mikojan; auch Chruschtschow erschien. (...) Es muss hier vermerkt werden, dass in allerletzter Zeit sogar Personen, die jahrelang zu Vaters nächster Umgebung gehört hatten, in `Ungnade' gefallen waren; der unvermeidliche Wlassik saß seit dem Winter 1952/53 im Gefängnis, der Sekretär Poskrebyschew, der rund 20 Jahre gedient hatte, war von seinem Posten entfernt worden. (...) Das übliche lange Verweilen bei Tisch – und nichts Neues, kein einziges Wort. Als ob die Welt ringsum überhaupt nicht existierte. Haben denn all diese Leute, die da sitzen, an diesem Tag wirklich nichts Neues, Interessantes aus aller Welt erfahren? Sie verfügen doch über Informationen wie niemand sonst. Aber es ist, als verfügten sie nicht über solche.“

Über Stalins Sohn – ihren Bruder - schreibt Swetlana:

...Vaters Tod, der ihn allerdings tief erschütterte. Er war entsetzt und fest davon überzeugt, dass man Vater vergiftet, ermordet habe (...) warf er mit Verdächtigungen und Vorwürfen nur so um sich, beschuldigte die Regierung, die Ärzte und alle möglichen Personen, die ihm gerade einfielen, sie hätten Vater nicht entsprechend behandelt und würden ihn jetzt nicht gebührend bestatten“ (Seite 300).

Hier enden unsere Zitate Swetlanas und man sollte sie wieder und immer wieder lesen, um sich ihr Bild von Berija einzuprägen.

Stalins Sohn Wassili wurde übrigens von Chruschtschow ins Gefängnis gesteckt, weil er Chruschtschow als Mörder seines Vaters beschuldigt hatte.

Abschließend noch ein Zitat aus Swetlanas „Das erste Jahr“ (Seite 340):

Swetlana erwähnt darin, dass ihr Vater im Kreis von Genossen gerne eine Geschichte über Berija zum Besten gab. Sie „handelt von einem Tschekisten und seinem Nachbarn, einem Professor: `Ach Sie ! Sie wissen ja noch nicht einmal, wer Eugen Onegin geschrieben hat !` Der Tschekist war beleidigt, da er das tatsächlich nicht wusste. Bald darauf verhaftete er seinen Nachbarn, den Professor; und er brüstete sich vor seinen Freunden:Er hat gestanden ! Er selbst ist der Autor `“

Wen Stalin damit wohl gemeint haben mochte ?








 

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