Schulungstext der Komintern / ML

gegen den Intellektualismus

Die Komintern /ML widmet diesem Kampf gegen den Intellektualismus stets besondere Aufmerksamkeit und der Genosse Wolfgang Eggers hat hier eine kleine , nützliche Zitatensammlung der Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha für uns zusammengestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.





Stalin

Kulturfront,

Intelligenz ,

Intellektualismus,

Kampf gegen die intelligenzlerisch-opportunistischen Elemente in der Kommunistischen Partei

Zitatensammlung

III. Teil



Stalin, Die Bucharingruppe und die rechte Abweichung in unserer Partei, Ende Januar – Anfang Februar 1929:

... die Bucharingruppe stellt eine rechte Abweichung dar, sie ist eine Kapitulantengruppe, die nicht für die Liquidierung der kapitalistischen Elemente in Stadt und Land, sondern für deren freie Entwicklung eintritt.“ (Stalin, Band 11, Seite 285/286).

Lenin hatte tausendmal Recht, als er bereits im Jahre 1916 an Schljanikow schrieb, dass Bucharin ´in der Politik verflucht wankelmütig ist`. Diese Wankelmütigkeit hat sich jetzt von Bucharin auf die Mitglieder seiner Gruppe übertragen.“ (Stalin, Band 11, Seite 288).



Stalin, Antwort an Bill-Belozerkowski, 2. Februar 1929:

1. Ich halte schon die Stellung der Frage nach ´Rechten` und ´Linken` in der schönen Literatur ( und also auch im Theater) für falsch. Der Begriff ´Rechte` bzw. ´Linke` ist heute in unserem Lande ein Parteibegriff, eigentlich ein innerparteilicher Begriff. ´Rechte` bzw. ´Linke` - das sind Leute, die eben von der Parteilinie nach dieser oder jener Seite abweichen. Es wäre deshalb sonderbar, diese Begriffe auf ein solches außerhalb der Partei liegendes und unvergleichlich breiteres Gebiet anzuwenden wie die schöne Litaratur, das Theater u.ä.“ (Stalin, Band 11, Seite 292).

(2.) „... damit der Zuschauer begreifen kann, dass alle diese auf ihre Weise ´ehrenhaften` Serafims und verschiedenen Privatdozenten nicht einer Laune der Bolschewiki wegen aus Russland hinausgeworfen wurden, sondern weil sie auf Kosten des Volkes schmarotzten ( trotz ihrer ´Ehrenhaftigkeit`), dass die Bolschewiki, als sie diese ´ehrenhaften` Anhänger der Ausbeutung fortjagten, den Willen der Arbeiter und Bauern vollzogen und deshalb völlig richtig handelten.“ (Stalin, Band 11, Seite 293).

(3.) „Natürlich ist es sehr leicht, zu ´kritisieren` und ein Verbot für nichtproletarische Literatur zu fordern. Aber das Leichteste ist nicht das Beste. Nicht auf das Verbot kommt es an, sondern darauf, die alte und neue nichtproletarische Makulatur auf dem Wege des Wettbewerbs, durch Schaffung echter, interessanter, künstlerischer Stücke sowjetischen Charakters, die sie ersetzen können, Schritt für Schritt von der Bühne zu verdrängen. Der Wettbewerb aber ist eine große und ernste Sache, denn nur unter den Verhältnissen des Wettbewerbs kann die Heranbildung und Kristallisation unserer proletarischen schönen Literatur erreicht werden.

4. Es ist richtig, dass Genosse Swiderski auf Schritt und Tritt die unglaublichsten Fehler begeht und Entstellungen zulässt. Aber richtig ist auch, dass die Spielplankommission in ihrer Arbeit nicht weniger Fehler macht, wenn auch nach der anderen Seite. Denken Sie nur an `Die Purpurinsel`, ´Die Verschwörung der Gleichen` und ähnliche Makulatur, die aus unerfindlichen Gründen für das wirklich bürgerliche Kammertheater gern zugelassen wird.

5. Was die ´Gerüchte` über `Liberalismus` betrifft, so lassen Sie uns lieber davon nicht sprechen – überlassen Sie es den Moskauer Marktweibern, sich mit ´Gerüchten` zu befassen. (Stalin, Band 11, Seite 293/294).



Stalin, Die nationale Frage und der Leninsimus, 18. März 1929:

... hielt es die Partei für notwendig, den zu neuem Leben erweckten Nationen unseres Landes zu helfen, sich in ihrer ganzen Größe aufzurichten, ihre nationale Kultur zu beleben und weiter zu entwickeln, in ihrer Muttersprache Schulen, Theater und andere Kulturinstitutionen zur Entfaltung zu bringen, den Partei-, Gewerkschafts-, Genossenschafts-, Staats- und Wirtschaftsapparat zu nationalisieren, das heißt, ihn seiner Zusammensetzung nach national zu gestalten, eigene nationale Partei- und Sowjetkader heranzubilden und all den – freilich nicht zahlreichen – Elementen, die diese Politik der Partei zu hemmen versuchen, den Zaum anzulegen.

Das bedeutet, dass die Partei die Entwicklung und das Aufblühen der nationalen Kulturen der Völker unseres Landes unterstützt und unterstützen wird, dass sie sich dieser Sache annimmt und sie vor allen und jeglichen anti-leninistischen Elementen schützen wird.

Aus ihren Briefen geht hervor, dass Sie diese Politik unserer Partei nicht billigen. Das kommt erstens daher, dass Sie die neuen, sozialistischen Nationen mit den alten, bürgerlichen Nationen verwechseln und nicht begreifen, dass die nationalen Kulturen unserer neuen sowjetischen Nationen ihrem Inhalt nach sozialistische Kulturen sind. Das kommt zweitens daher, dass Sie – verzeihen Sie meine Grobheit – in den Fragen des Leninismus ernstlich hinken und sich sehr schlecht in der nationalen Frage auskennen.

Beachten Sie nur folgende elementare Frage. Wir alle sprechen von der Notwendigkeit einer Kulturrevolution in unserem Lande. Will man diese Frage ernst nehmen und nicht leeres Stroh dreschen, so muss man in dieser Richtung wenigstens den ersten Schritt tun: vor allem die Grundschulbildung und dann die Mittelschulbildung für alle Bürger des Landes ohne Unterschied der Nationalität obligatorisch machen. Es ist klar, dass ohne dies keinerlei kulturelle Entwicklung unseres Landes möglich ist, ganz zu schweigen von der sogenannten Kulturrevolution. Mehr noch: Ohne dies wird es bei uns weder einen wirklichen Aufschwung der Industrie und der Landwirtschaft noch eine zuverlässige Landesverteidigung geben.

Wie ist das aber zu erreichen, wenn man bedenkt, dass der Prozentsatz der Analphabeten in unserem Lande immer noch sehr hoch ist, dass es in einer ganzen Reihe von Nationen unseres Landes 80 bis 90 Prozent Analphabeten gibt?

Dazu ist es notwendig, das Land mit einem weitverzweigten Netz von Schulen zu überziehen, die in der Muttersprache der einheimischen Bevölkerung unterrichten, und diese Schulen mit Lehrkräften zu versorgen, die die Sprache beherrschen.

Dazu ist es notwendig, den ganzen Verwaltungsapparat, von dem Partei- und dem Gewerkschaftsapparat bis zum Staats- und dem Wirtschaftsapparat, zu nationalisieren, das heißt ihn seiner Zusammensetzung nach national zu gestalten.

Dazu ist es notwendig, Presse, Theater, Kinos und andere Kulturinstitutionen in der Muttersprache zur Entfaltung zu bringen.

Warum, fragt sich, in der Muttersprache? Eben darum, weil die Millionenmassen des Volkes in der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung nur in ihrer Muttersprache, in der nationalen Sprache, vorwärtskommen können.

Nach all dem Gesagten ist es, glaube ich, nicht gar so schwer zu begreifen, dass Leninisten, natürlich wenn sie Leninisten bleiben wollen, keine andere Politik in der nationalen Frage betreiben können als die, die jetzt in unserem Lande betrieben wird.“ (Stalin, Band 11, Seite 316/317).



Stalin, Über die rechte Abweichung in der KPdSU (B), April 1929:

Wir sind alte Bolschewiki, und plötzlich haben wir Differenzen miteinander, können einander nicht mehr achten.

Ich glaube, dass all dies Jammern und Wehgeschrei keinen roten Heller wert ist. Wir sind kein Familienkreis, keine Innung persönlicher Freunde, sondern die politische Partei der Arbeiterklasse. Man darf nicht zulassen, dass die Interessen persönlicher Freundschaft über die Interessen der Sache gestellt werden.

Wenn wir uns nur deshalb alte Bolschewiki nennen, weil wir alt sind, dann ist es um unsere Sache schlecht bestellt, Genossen. Die alten Bolschewiki werden nicht deshalb geachtet, weil sie alt sind, sondern weil sie zugleich ewig junge, nie alt werdende Revolutionäre sind. Wenn ein alter Bolschewik vom Wege der Revolution abgeschwenkt oder politisch heruntergekommen ist und sein klares politisches Gesicht verloren hat, so hat er, wenn er gleich hundert Jahre alt wird, kein Recht, sich ein alter Bolschewik zu nennen, hat er kein Recht, von der Partei Achtung zu verlangen.

Ferner darf man Fragen der persönlichen Freundschaft nicht mit Fragen der Politik vermengen, denn, wie es heißt, Freundschaft ist Freundschaft und Dienst ist Dienst. Wir alle dienen der Arbeiterklasse, und wenn die Interessen der persönlichen Freundschaft den Interessen der Revolution zuwiderlaufen, dann muss die persönliche Freundschaft in den Hintergrund treten. Anders können wir als Bolschewiki die Frage nicht stellen.

Ich werde auch nicht auf die Anspielungen und versteckten Beschuldigungen persönlicher Art eingehen, mit denen die Reden der Genossen aus der Bucharinschen Opposition gespickt waren. Diese Genossen wollen offenbar die politische Grundlage unserer Meinungsverschiedenheiten mit Anspielungen und zweideutigen Bemerkungen vertuschen. Sie wollen die Politik durch Politikasterei ersetzen.“ (Stalin, Band 12, Seite 1 / 2).

Rykow sprach die Unwahrheit, als er in seiner Rede erklärte, dass wir eine Generallinie hätten. Damit wollte er seine eigene, sich von der Linie der Partei unterscheidende Linie verschleiern, um seine Wühlarbeit gegen die Linie der Partei im Geheimen zu betreiben. Die Politik des Opportunismus besteht ja gerade darin, die Meinungsverschiedenheiten zu verkleistern, die wirkliche Lage innerhalb der Partei zu vertuschen, seine eigene Position zu verschleiern und es der Partei unmöglich zu machen, volle Klarheit zu gewinnen.

Wozu braucht der Opportunismus eine solche Politik? Er braucht sie, um unter dem Deckmantel des Geschwätzes von der Einheit der Linie in Wirklichkeit seine eigene, sich von der Linie der Partei unterscheidende Linie zu verfolgen.“ (Stalin, Band 12, Seite 7).

Was hat sich im Zusammenhang mit der Schachty-Affäre herausgestellt? Es hat sich herausgestellt, dass die Bourgeoisie noch längst nicht endgültig geschlagen ist, dass sie in unserem Wirtschaftsaufbau Schädlingsarbeit organisiert und weiter organisieren wird, dass unsere Wirtschafts-, Gewerkschafts- und zum Teil auch Parteiorganisationen die Wühlarbeit unserer Klassenfeinde übersehen haben, dass wir also unsere Organisationen mit allen Kräften und allen Mitteln festigen und verbessern müssen, indem wir ihre Klassenwachsamkeit entwickeln und festigen.“ (Stalin, Band 12, Seite 10).

Man darf die sogenannte Schachty-Affäre nicht für einen Zufall halten. ´Schachtyleute` sitzen jetzt in allen Zweigen unserer Industrie. Viele von ihnen wurden herausgefischt, aber noch lange nicht alle. Die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen ist eine der gefährlichsten Formen des Widerstands gegen den sich entwickelnden Sozialismus. Die Schädlingsarbeit ist um so gefährlicher, als sie mit dem internationalen Kapital verbunden ist. Die Schädlingsarbeit der Bourgeoisie ist ein unzweifelhafter Beweis dafür, dass die kapitalistischen Elemente noch lange nicht die Waffen gestreckt haben, dass sie Kräfte zu neuen Vorstößen gegen die Sowjetmacht sammeln.“ (Stalin, Band 12, Seite 13).

Das kleinbürgerliche Element, das in den letzten Jahren um sich gegriffen hat, begann dieser anti-marxistischen Theorie Leben einzuhauchen und verlieh ihr aktuellen Charakter. Jetzt kann man nicht mehr sagen, dass sie ein verborgenes Dasein führt. Jetzt erhebt diese seltsame Theorie Bucharins den Anspruch, zum Banner der rechten Abweichung in unserer Partei, zum Banner des Opportunismus zu werden. Deshalb können wir an dieser Theorie nicht mehr achtlos vorbeigehen. Deshalb sind wir verspflichtet, sie als eine falsche und schädliche Theorie zu zerschmettern, um unseren Parteigenossen den Kampf gegen die rechte Abweichung zu erleichtern.“ (Stalin, Band 12, Seite 30).

Es handelt sich hier darum, dass der Sozialismus erfolgreich die kapitalistischen Elemente angreift, dass der Sozialismus schneller wächst als die kapitalistischen Elemente, dass die realtive Bedeutung der kapitalistischen Elemente infolgedessen geringer wird, und eben weil die relative Bedeutung der kapitalistischen Elemente geringer wird, wittern die kapitalistischen Elemente die tödliche Gefahr und verstärken ihren Widerstand.

Vorläufig haben sie noch die Möglichkeit, ihren Widerstand zu verstärken, nicht nur, weil sie vom Weltkapitalismus unterstützt werden, sondern auch, weil, ungeachtet des Rückgangs ihrer relativen Bedeutung, ungeachtet der Verminderung ihres realtiven Wachstums im Vergleich zum Wachstum des Sozialismus, ein absolutes Wachsen der kapitalistischen Elemente dennoch vor sich geht, und das gibt ihnen eine gewisse Möglichkeiten, Kräfte zu sammeln, um sich dem Wachstum des Sozialismus zu widersetzen.

Gerade auf dieser Grundlage kommt es im gegenwärtigen Entwicklungsstadium, unter den gegenwärtigen Bedingungen des Kräfteverhältnisses, zu einer Verschärfung des Klassenkampfes und zu einer Verstärkung des Widerstands der kapitalistischen Elemente in Stadt und Land.

Der Fehler Bucharins und seiner Freunde besteht darin, dass sie diese einfache und offenkundige Wahrheit nicht begreifen. Ihr Fehler besteht darin, dass sie an die Sache nicht wie Marxisten, sondern wie Spießbürger herangehen, da sie die Verschärfung des Klassenkampfes mit allerlei zufälligen Gründen zu erklären suchen. (...)

Es wäre demnach so, dass sich die Verschärfung des Klassenkampfes aus Ursachen erklärt, die im Apparat liegen, aus der Tauglichkeit oder Untauglichkeit, der Schwäche oder Stärke unserer unteren Organisationen.

Es wäre demnach zum Beispiel so, dass die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen in Schachty, die eine Form des Widerstands der bürgerlichen Elemente gegen die Sowjetmacht und eine Form der Verschärfung des Klassenkampfes ist, sich nicht aus dem Wechselverhältnis der Klassenkräfte, nicht aus dem Wachstum des Sozialismus, sondern aus der Untauglichkeit unseres Apparates erklärt.(...)

Das ist keine Erklärung, sondern ein Hohn auf eine Erklärung. Das ist keine Wissenschaft, sondern eine Afterwissenschaft.“ (Stalin, Band 12, Seite 31).

Worin besteht die Schädlichkeit der Bucharinschen Theorie vom Hineinwachsen der Kapitalisten in den Sozialismus und der Bucharinschen Auffassung von der Frage der Verschärfung des Klassenkampfes?

Darin, dass sie die Arbeiterklasse einschläfert, die Kampfbereitschaft der revolutionären Kräfte unseres Landes untergräbt, die Arbeiterklasse demobilisiert und die Offensive der kapitalistischen Elemente gegen die Sowjetmacht erleichtert.“ (Stalin, Band 12, Seite 34/35).

Man darf nicht vergessen, dass das kleinbürgerliche Element gerade in dieser Richtung wirkt – in der Richtung der NÖP von rechts.“ (Stalin, Band 12, Seite 40).

Also ein Theoretiker ohne Dialektik. Ein scholastischer Theoretiker. Ein Theoretiker, dessen ´theoretische Ansichten nur mit sehr großen Bedenken zu den völlig marxistischen gerechnet werden können`[Lenin]. Das ist die von Lenin gegebene Charakteristik der theoretischen Physiognomie Bucharins.

Sie verstehen selbst, Genossen, dass ein solcher Theoretiker noch zu lernen muss. Und wenn Bucharin begriffe, dass er noch kein ganz fertiger Theoretiker ist, dass er es nötig hat, noch zu lernen, dass er ein Theoretiker ist, der sich die Dialektik noch nicht zu eigen gemacht hat, wo doch die Dialektik die Seele des Marxismus ist – wenn er das begriffe, dann wäre er bescheidener, und die Partei würde dadurch nur gewinnen. Das Schlimme aber ist, dass Bucharin nicht an Bescheidenheit leidet. Das Schlimme ist, dass er nicht nur an Bescheidenheit leidet, sondern sich sogar unterfängt, unseren Lehrer Lenin in einer ganzen Reihe von Fragen zu belehren...“ (Stalin, Band 12, Seite 62).

Das geläufigste Modewort in den Reihen der Bucharingruppe ist jetzt das Wort ´Überspitzungen`. (...) Dieses Wort ist bei ihnen gang und gäbe, da es ihnen hilft, ihre opportunistische Linie zu maskieren. (...)

Weil Überspitzungen in der Durchführung einer richtigen Politik vorkommen, so muss man, wie sich herausstellt, diese richtige Politik aufgeben,. Das ist die gewöhnliche Manier der Opportunisten: da Überspitzungen bei der Durchführung einer richtigen Linie vorgekommen sind, ist diese Linie aufzugeben und durch eine opportunistische Linie zu ersetzen (...) Ersetzung der revolutionären Politik der Partei durch die opportunistische Politik der rechten Abweichler.“ (Stalin, Band 12, Seite 80 und 81).

Bucharin sagte, dass die Drei keine fraktionelle Gruppe darstellen. Das stimmt nicht Genossen. Die Bucharingruppe enthält alle Elemente einer Fraktion. Es gibt sowohl eine Plattform als auch fraktionelle Abgeschlossenheit, sowohl Demissionspolitik als auch organisierten Kampf gegen das ZK. (...) Die Wahrheit aber ist, dass die Bucharingruppe eine fraktionelle Gruppe ist. Und sie ist nicht einfach eine fraktionelle Gruppe, sondern – ich möchte sagen – die unangenehmste und erbärmlichste aller fraktionellen Gruppen, die wir in der Partei gehabt haben.“ (Stalin, Band 12, Seite 86).

Nein, Genossen, mit dem liberalen Geschwätz von der ´Zivilhinrichtung` werden die Bucharinleute die Partei nicht schrecken. Die Partei fordert von ihnen den entschiedenen Kampf gegen die rechte Abweichung und das Versöhnlertum ihr gegenüber, in Reih und Glied mit allen Mitgliedern des ZK unserer Partei. Sie fordert das von der Bucharingruppe, um die Mobilisierung der Arbeiterklasse zu erleichtern, den Widerstand der Klassenfeinde zu brechen und die entschlossene Überwindung der Schwierigkeiten unseres sozialistischen Aufbaus zu organisieren.

Entweder werden die Bucharinleute diese Forderung der Partei erfüllen – dann wird die Partei das begrüßen, oder sie werden es nicht tun – dann aber mögen sie sich die Folgen selber zuschreiben“ (Stalin, Band 12, Seite 93).



Stalin, An Genossen Felix Kon, 9. Juli 1929:

Genosse Kon!

Den Artikel der Genossin Russowa über die Broschüre der Genossin Mikulina (`Der Wettbewerb der Massen`) habe ich erhalten.

1. Die Rezension der Genossin Russowa macht den Eindruck einer allzu einseitigen und voreingenommenen Notiz. (...)

Wird denn der Wert einer Broschüre durch einzelne Details bestimmt und nicht durch ihre allgemeine Linie? Genosse Scholochow, der berühmte Schriftsteller unserer Zeit, hat in seinem ´Stillen Don` eine Reihe grober Fehler begangen und geradezu falsche Daten (...) angeführt, aber folgt daraus etwa, dass der ´Stille Don` überhaupt nichts taugt, dass er verdient, aus dem Verkauf gezogen zu werden?

Worin besteht der Vorzug der Broschüre der Genossin Mikulina? Darin, dass sie die Idee des Wettbewerbs popularisiert und den Leser mit dem Geist des Wettbewerbs beseelt. Darin liegt der Kern der Sache und nicht in einzelnen Fehlern des Details.

2. Es ist möglich, dass die Kritiker im Zusammenhang mit meinem Vorwort zu der Broschüre der Genossin Mikulina zuviel und irgend etwas Außergewöhnliches von dieser Broschüre erwarteten und nun, in ihren Erwartungen getäuscht, beschlossen haben, den Verfasser der Broschüre hierfür zu strafen. Das ist jedoch falsch und unbillig. Die Broschüre der Genossin Mikulina ist natürlich kein wissenschaftliches Werk. Die Broschüre der Genossin Mikulina ist eine Erzählung über Angelegenheiten des Massenwettbewerbs, über die Praxis des Massenwettbewerbs. Und nur dies. Es ist nicht die Schuld der Genossin Mikulina, wenn durch mein Vorwort eine zu hohe Meinung von ihrem, im Grunde genommen sehr bescheidenen Büchlein entstanden ist. Hierfür darf man weder den Verfasser der Broschüre noch auch die Leser der Broschüre dadurch bestrafen, dass man die Broschüre aus dem Verkauf zieht. Aus dem Verkauf ziehen kann man nur Werke, die eine nichtsowjetische Richtung vertreten, parteifeindliche, anti-proletarische Machwerke. Die Broschüre der Genossin Mikulina enthält nichts Parteifeindliches oder Nichtsowjetisches.

3. Genossin Russowa ist besonders empört darüber, dass Genossin Mikulina ´Genossen Stalin irregeführt hat`. Die hier von Genossin Russowa bewiesene Sorge um Genossen Stalin ist schätzenswert. Indes besteht für diese Sorge, wie mir scheint, keinerlei Notwendigkeit.

Erstens ist es gar nicht so leicht, ´Genossen Stalin irrezuführen`.

Zweitens bereue ich nicht im Geringsten, dass ich der kleinen Broschüre eines in der literarischen Welt unbekannten Autors ein Vorwort vorausgeschickt habe, denn ich bin der Meinung, dass die Broschüre der Genossin Mikulina trotz einzelner und vielleicht sogar grober Fehler für die Arbeitermassen von großem Nutzen ist.

Drittens bin ich entschieden dagegen, dass nur zu Broschüren und Büchern von literarischen ´Würdenträgern`, von Leuten mit literarischem ´Namen`, von `Koryphäen` usw. Vorworte geschrieben werden. Ich bin der Meinung, es ist an der Zeit, dass wir mit dieser Herrengewohnheit Schluss machen und aufhören, die ohnehin im Vordergrund stehenden literarischen ´Würdenträger` herauszustreichen, unter deren ´Größe` unsere jungen, niemandem bekannten und von allen vernachlässigten literarischen Kräfte schwer zu leiden haben.

Bei uns gibt es Hunderte und Tausende fähiger junger Menschen, die mit aller Kraft bemüht sind, sich emporzuarbeiten, um die allgemeine Schatzkammer unseres Aufbaus durch ihr Scherflein zu bereichern. Aber ihre Versuche bleiben häufig vergeblich, da sie auf Schritt und Tritt durch den Eigendünkel von Leuten mit literarischem ´Namen`, durch den Bürokratismus und das herzlose Verhalten mancher unserer Organisationen und schließlich durch den Neid ihrer Altersgenossen und – genossinnen (der noch nicht in Wettbewerb übergegangen ist) erstickt werden. Eine unserer Aufgaben ist es, diese Mauer zu durchbrechen und den jungen Kräften, deren Zahl Legion ist, einen Ausweg zu schaffen. Mein Vorwort zu der kleinen Broschüre eines in der literarischen Welt unbekannten Autors stellt den Versuch dar, einen Schritt zur Lösung dieser Aufgabe zu tun. Ich werde auch künftig Vorworte nur zu einfachen, nicht auf Sensation berechneten Broschüren einfacher und unbekannter junger Autoren schreiben. Es ist möglich, dass eine solche Handlungsweise manchen Leuten, die auf Rangordnung Wert legen, nicht gefallen wird. Aber was kümmert mich das? Ich bin überhaupt kein Freund von solchen Leuten ...

4.Ich denke, die Iwanowo-Wosnessensker Genossen sollten Genossin Mikulina nach Iwanowo-Wosnessensk kommen lassen und ihr für die von ihr begangenen Fehler ´den Kopf waschen`. Ich bin keineswegs dagegen, dass man Genossin Mikulina wegen ihrer Fehler in der Presse gehörig vornimmt. Aber ich bin entschieden dagegen, dass man diese zweifellos begabte Schriftstellerin zu Boden wirft und sie als hoffnungslos aufgibt.

Was den Vorschlag betrifft, die Broschüre der Genossin Mikulina aus dem Verkauf zu ziehen, so sollte man diesen barbarischen Gedanken meines Erachtens ´unberücksichtigt` lassen. Mit kommunistischen Gruß (Stalin, Band 12, Seite100 – 102).



Stalin, Eintragung in das Schiffsjournal des Kreuzers „Tscherwona Ukraina“, 25. Juli 1929:

War auf dem Kreuzer ´Tscherwona Ukraina`. Habe einer Laienkunstveranstaltung beigewohnt.

Allgemeiner Eindruck: prächtige Menschen, kühne, gebildete Genossen, die für unsere gemeinsame Sache zu allem bereit sind.

Es ist angenehm, mit solchen Genossen zu tun zu haben. Es ist angenehm, in den Reihen solcher Kämpfer gegen die Feinde zu streiten. Mit solchen Genossen kann man die ganze Welt der Ausbeuter und Unterdrücker besiegen.

Ich wünsche Euch Erfolg, Freunde von der ´Tscherwona Ukraina!`“ (Stalin, Band 12, Seite 104).



Stalin, Das Jahr des großen Umschwungs, 3. November 1929:

Die Aufgabe der Errichtung einer Schwerindustrie stößt nicht nur auf das Akkumulationsproblem. Sie stößt weiter auf das Kaderproblem, auf das Problem:

a) der Einbeziehung Zehntausender sowjetisch gesinnter Techniker und Spezialisten in den sozialistischen Aufbau und

b) der Heranbildung neuer roter Techniker und roter Spezialisten aus den Reihen der Arbeiterklasse.(...)

Hieraus folgt die Aufgabe der Partei – die Lösung des Kaderproblems unmittelbar in Angriff zu nehmen und diese Festung um jeden Preis zu erobern.“ (Stalin, Band 12, Seite 110).

Es ist klar, dass unser junger sozialistischer landwirtschaftlicher Großbetrieb (Kollektiv- und Sowjetwirtschaften) eine große Zukunft hat, dass er in seinem Wachstum Wunder an den Tag legen wird. (...)

Dieser Erfolg erklärt sich vor allem daraus, dass die Partei die Leninsche Politik der Erziehung der Massen befolgte und die Bauernmassen durch Schaffung und Förderung der Genossenschaftsbewegung Schritt für Schritt an die Kollektivwirtschaften herangeführt hat. Er erklärt sich daraus, dass die Partei sowohl gegen diejenigen, die der Bewegung vorauszueilen und die Entwicklung der Kollektivwirtschaften zu diskreditieren suchten (die ´linken` Phrasendrescher), als auch diejenigen, die die Partei nach rückwärts zu ziehen suchten und hinter der Bewegung einhertrotten wollten ( die rechten Toren), einen erfolgreichen Kampf geführt hat. Ohne diese Politik hätte die Partei die Kollektivwirtschaftsbewegung zu keiner wirklichen Massenbewegung der Bauern selbst machen können.“ (Stalin, Band 12, Seite 112/113).

Die Praxis hat die Einwände der ´Wissenschaft` widerlegt und ein übriges Mal gezeigt, dass nicht nur die Praxis bei der ´Wissenschaft` lernen muss, sondern dass es auch der ´Wissenschaft` nicht schaden würde, bei der Praxis zu lernen.“ (Stalin, Band 12, Seite 114).



Stalin, An alle Organisationen und Genossen, die Genossen Stalin zu seinem 50. Geburtstag Glückwünsche sandten, 21. Dezember 1929:

Ihre Glückwünsche und Grüße beziehe ich auf die große Partei der Arbeiterklasse, die mich nach ihrem Ebenbild erschaffen und erzogen hat. Und nur weil ich sie auf unsere ruhmreiche Leninsche Partei beziehe, erlaube ich mir, Ihnen mit bolschewistischem Dank zu antworten.

Sie können gewiss sein, Genossen, dass ich bereit bin, auch in Zukunft für die Sache der Arbeiterklasse, für die Sache der proletarischen Revolution und des Weltkommunismus alle meine Kräfte, alle meine Fähigkeiten und, wenn es notwendig ist, all mein Blut, Tropfen für Tropfen, hinzugeben.“ (Stalin, Band 12, Seite 124).



Stalin, Zur Frage der Agrarpolitik der UdSSR, 29. Dezember 1929:

Ist es denn schwer zu begreifen, dass es ohne einen unversöhnlichen, auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Theorie geführten Kampf gegen die bürgerlichen Theorien unmöglich ist, den völligen Sieg über unsere Klassenfeinde zu erringen?“ (Stalin, Band 12, Seite 126).

Um nicht hinter der Praxis zurückzubleiben, muss man sofort darangehen, alle diese Probleme unter dem Gesichtspunkt der neuen Situation zu bearbeiten. Sonst ist eine Überwindung der bürgerlichen Theorien, die die Köpfe unserer Praktiker verkleistern, unmöglich. Sonst ist die Ausmerzung dieser Theorien, die die Zähigkeit von Vorurteilen erlangten, unmöglich. Denn nur im Kampf gegen bürgerliche Vorurteile in der Theorie kann man die Position des Marxismus-Leninismus fest verankern.“ (Stalin, Band 12, Seite 126/127).

Es ist Ihnen natürlich bekannt, dass unter den Kommunisten die sogenannte Theorie des ´Gleichgewichts` der Sektoren unserer Volkswirtschaft noch immer im Umlauf ist. Diese Theorie hat natürlich mit dem Marxismus nichts gemein. Indes wird gerade diese Theorie von einer Reihe von Leuten aus dem Lager der rechten Abweichler propagiert.

Dieser Theorie zufolge haben wir vor allem einen sozialistischen Sektor – das ist eine Art Kasten – und außerdem einen nichtsozialistischen, wenn Sie so wollen, einen kapitalistischen – das ist der andere Kasten. Diese beiden Kästen befinden sich auf verschiedenen Geleisen und gleiten friedlich vorwärts, ohne einander zu stören. Aus der Geometrie weiß man, dass parallele Linien nicht zusammentreffen. Die Urheber dieser wunderbaren Theorie sind indes der Meinung, dass diese parallelen Linien irgendwann zusammentreffen werden, und wenn sie zusammengetroffen sind, dann werden wir den Sozialismus haben. Dabei lässt diese Theorie außer Acht, dass hinter den sogenannten ´Kästen` Klassen stehen und dass die Bewegung dieser ´Kästen` in Form eines erbitterten Klasenkampfes vor sich geht, eines Kampfes auf Leben und Tod, eines Kampfes nach dem Prinzip ´Wer – wen?´.

Es ist nicht schwer zu verstehen, dass diese Theorie mit dem Leninismus nichts gemein hat. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass diese Theorie objektiv das Ziel hat, die Positionen der individuellen Bauernwirtschaft zu verteidigen, den Kulakenelementen für ihren Kampf gegen die Kollektivwirtschaften eine ´neue` theoretische Waffe zu liefern und die Positionen der Kollektivwirtschaften zu diskreditieren.

Trotzdem ist diese Theorie bis heute in unserer Presse in Umlauf. Und man kann nicht behaupten, dass sie bei unseren Theoretikern eine ernste, geschweige denn eine vernichtende Abfuhr gefunden hätte. Wodurch könnte man diese Widersinnigkeit sonst erklären, wenn nicht dadurch, dass unser theoretisches Denken zurückbleibt?“ (Stalin, Band 12, Seite 127/128).

Die Theorie des ´Selbstlaufs` im sozialistischen Aufbau.

Die Urheber dieser Theorie behaupten (...), das Dorf könne im Selbstlauf der sozialistischen Stadt folgen. (...) Ist es nicht sonderbar, dass unsere Theoretiker noch immer keine Zeit gefunden haben, diese sonderbare Theorie, die die Köpfe der Praktiker unseres kollektivwirtschaftlichen Aufbaus verkleistern, kurz und klein zu schlagen?

Kann man sagen, dass die bäuerliche kleine Warenwirtschaft ihrer Grundlage nach auch von gleichem Typus ist wie die sozialistische Produktion in der Stadt? Es ist klar, dass man das nicht sagen kann, ohne mit dem Marxismus zu brechen. Sonst hätte Lenin nicht gesagt: ´Solange wir in einem kleinbäuerlichen Lande leben, besteht für den Kapitalismus in Russland eine festere ökonomische Basis als für den Kommunismus` [Lenin].

Also ist die Theorie des ´Selbstlaufs` im sozialistischen Aufbau eine faule, eine anti-leninistische Theorie.“ (Stalin, Band 12, Seite 130/131).

Es handelt sich darum, dass unsere Praxis, unser Leben neue Argumente gegen diese Theorie [Die Theorie von der „Stabilität“ der kleinbäuerlichen Wirtschaft als das dritte von Stalin kritisierte Vorurteil in der politischen Ökonomie - Redaktion] liefert, unsere Theoretiker aber sonderbarerweise diese neue Waffe nicht gegen die Feinde der Arbeiterklasse ausnutzen wollen oder können.“ (Stalin, Band 12, Seite 133).

Unverständlich bleibt nur, warum die anti-wissenschaftlichen Theorien der ´Sowjet`ökonomen vom Schlage eines Tschajanow in unserer Presse ungehindert Verbreitung finden sollen, die genialen Werke von Marx, Engels und Lenin über die Theorie der Grundrente und der absoluten Grundrente aber nicht popularisiert und in den Vordergrund gerückt werden, sondern ein verborgenes Dasein führen sollen.“ (Stalin, Band 12, Seite 134).

Es gibt ein von den bürgerlichen Ökonomen gezüchtetes Vorurteil über die sogenannte ´Schere`, dem man ebenso wie allen anderen bürgerlichen Theorien, die leider in der Sowjetpresse Verbreitung finden, den schonungslosen Krieg erklären muss. Ich meine die Theorie, wonach die Oktoberrevolution der Bauernschaft weniger gegeben hätte als die Februarrevolution, wonach die Oktoberrevolution der Bauernschaft eigentlich nichts gegeben hätte.“ (Stalin, Band 12, Seite 138).

Das Geschwätz vom Klassenkampf, das Gewinsel und Geheul über den Klassenkampf in den Kollektivwirtschaften ist heutzutage ein charakteristisches Merkmal aller unserer ´linken` Schreihälse. Das Komischste bei diesem Gewinsel ist, dass seine Urheber den Klassenkampf dort ´sehen`, wo es ihn nicht gibt oder fast nicht gibt, ihn aber dort, wo es ihn gibt und wo er überschäumt, nicht sehen.“ (Stalin, Band 12, Seite 144).

„...alle wie immer gearteten bürgerlichen Theorien, die – zu unserer Schande – mitunter von unseren eigenen Genossen, von Kommunisten, verbreitet werden und die die Köpfe unserer Praktiker verkleistern, mit Stumpf und Stiel auszurotten. Es wäre längst an der Zeit gewesen, diese Theorien auszurotten und hinwegzufegen. Denn nur im schonungslosen Kampf gegen diese und ähnliche Theorien kann das theoretische Denken der marxistischen Agrarwissenschaftler sich entwickeln und erstarken.“ (Stalin, Band 12, Seite 150/151).

Das, was die Statistische Zentralverwaltung im Jahre 1926 als volkswirtschaftliche Bilanz veröffentlicht hat, ist keine Bilanz, sondern ein Spiel mit Zahlen. Auch die Art, wie Baserow und Groman das Problem der volkswirtschaftlichen Bilanz behandeln, taugt nichts. Das Schema für die volkswirtschaftliche Bilanz der UdSSR muss von revolutionären Marxisten ausgearbeitet werden, wenn sie überhaupt gewillt sind, sich mit den Fragen der Ökonomik der Übergangsperiode zu befassen.

Es wäre gut, wenn unsere marxistischen Ökonomen eine besondere Gruppe von Genossen bestimmten, die die Probleme der Ökonomik der Übergangsperiode in ihrer neuen Fragestellung entsprechend der jetzigen Entwicklungsetappe ausarbeiten sollten.“ (Stalin, Band 12, Seite 151/152).



Stalin, Brief an A. M. Gorki, 17. Januar 1930:

Die Geschichte unserer Partei (und nicht nur die Geschichte unserer Partei) lehrt, dass die Logik der Dinge stärker ist als die Logik der Absichten der Menschen.“ (Stalin, Band 12, Seite 155).

Was die Erzählungen über den Krieg betrifft, so sind sie nur nach sorgfältiger Auswahl zu veröffentlichen. Auf dem Büchermarkt gibt es eine Menge belletristischer Erzählungen, die die ´Schrecken` des Krieges malen und Abscheu gegen jeglichen Krieg (nicht nur gegen den imperialistischen, sondern auch gegen jeden anderen Krieg) einflößen. Das sind bürgerlich-pazifistische Erzählungen, die nicht viel wert sind. Wir brauchen Erzählungen, die, ausgehend von den Schrecken des imperialistischen Krieges, die Leser an die Notwendigkeit der Überwindung der imperialistischen Regierungen, die diese Kriege organisieren, heranführen. Außerdem sind wir doch nicht gegen jeglichen Krieg. Wir sind g e g e n den imperialistischen Krieg als konterrevolutionären Krieg. Aber wir sind f ü r den Befreiungskrieg, den anti-imperialistischen, revolutionären, ungeachtet der Tatsache, dass ein solcher Krieg bekanntlich nicht frei ist von den `Schrecken des Blutvergießens`, sondern diese sogar reichlich aufweist. (...)

5. Sie haben völlig Recht, wenn Sie sagen, dass bei uns, in unserer Presse, ein großes Durcheinander in Fragen der anti-religiösen Propaganda herrscht. Mitunter werden die unwahrscheinlichsten Dummheiten begangen, die Wasser auf die Mühle der Feinde leiten. Auf diesem Gebiet steht eine Unmenge Arbeit bevor.“ (Stalin, Band 12, Seite 155/ 156).



Stalin, Antwort an die Genossen Swerdlower, 9. Februar 1930:

Der Genauigkeit halber sei festgestellt, dass die Partei nicht die Weisung gegeben hat, die Losung der Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf die neue, städtische Bourgeoisie auszudehnen. Man muss den Unterschied sehen zwischen den NÖP-Leuten, denen im Wesentlichen schon lange ihre Produktionsbasis genommen ist und die deshalb keine irgendwie erhebliche Bedeutung in unserem Wirtschaftsleben haben, und den Kulaken, die bis in die letzte Zeit hinein gewaltige wirtschaftliche Bedeutung auf dem Lande hatten und denen wir erst jetzt ihre Produktionsbasis nehmen.

Mir scheint, dass einige Organisationen diesen Unterschied vergessen und einen Fehler begehen, wenn sie versuchen, die Losung der Liquidierung des Kulakentums als Klasse durch die Losung der Liquidierung der städtischen Bourgeoisie zu ´ergänzen`.“ (Stalin, Band 12, Seite 164).

Was halten Sie von dem Streit, der unter den Ökonomen über wichtige Probleme der politischen Ökonomie entbrannt ist?“ [10. Frage der Swerdlower – Redaktion]; (Stalin, Band 12, Seite 163).

Zur zehnten Frage. Mir scheint, dass in dem Streit zwischen den Ökonomen viel Scholastisches und Ausgeklügeltes liegt. Wenn man den Streit seiner äußeren Hülle entkleidet, so bestehen die grundlegenden Fehler der streitenden Parteien in Folgendem:

a) Keine der Parteien hat es verstanden, die Methode des Kampfes an zwei Fronten richtig anzuwenden: sowohl gegen den ´Rubinismus` als auch gegen den ´Mechanizismus` [„Rubinismus“ und „Mechanizismus“ – antimarxistische, revisionistische Richtungen in der politischen Ökonomie – Näheres in Anmerkung Nr.33 – Stalin, Band 12, Seite 332- Redaktion];

b) Beide Parteien sind von den grundlegenden Fragen der Sowjetökonomie und des Weltimperialismus abgeschweift, haben sich auf das Gebiet talmudistischer Abstraktionen begeben und so zwei Jahre lang mit Arbeiten über abstrakte Themen die Zeit totgeschlagen, natürlich zu Nutz und Frommen unserer Feinde.“ (Stalin, Band 12, Seite 167).



Stalin, Vor Erfolgen von Schwindel befallen, 2. März 1930:

Die Kunst der Führung ist eine ernste Sache. Man darf nicht hinter der Bewegung zurückbleiben, denn zurückbleiben heißt sich von den Massen loslösen. Man darf aber auch nicht vorauseilen, denn vorauseilen heißt die Masen verlieren und sich isolieren. Wer die Bewegung führen und zu gleicher Zeit die Verbindung mit den Millionenmassen bewahren will, der muss den Kampf an zwei Fronten führen – sowohl gegen die Zurückbleibenden als auch gegen die Vorauseilenden. Unserer Partei ist deshalb stark und unbesiegbar, weil sie es als Fühererin der Bewegung versteht, ihre Verbindungen mit den Millionenmassen der Arbeiter und Bauern zu wahren und zu mehren.“ (Stalin, Band 12, Seite 175).



Stalin, Brief an Genossen Besymenski, 19. März 1930:

Ich bin kein Literaturkenner und natürlich kein Kritiker. Trotzdem kann ich Ihnen angesichts Ihrer beharrlichen Bitten meine persönliche Meinung mitteilen. (...)

... Allerdings stecken einige Reste des Konsomolzen-Avantgardismus darin. Bei der Lektüre dieser Werke [„Schuss“ und „Ein Tag aus unserem Leben“ - Redaktion] kann es dem unerfahrenen Leser sogar scheinen, dass nicht die Partei die Fehler der Jugend korrigiert, sondern umgekehrt. Aber nicht dieser Mangel bildet den Grundzug, die Grundidee dieser Werke. Ihre Grundidee besteht in der Zuspitzung der Frage auf die Mängel unseres Apparates und in dem festen Glauben an die Möglichkeit, diese Mängel zu beseitigen.“ (Stalin, Band 12, Seite 176).



Stalin, Antwort an die Genossen Kollektivbauern, 3. April 1930:

1. Verletzt wurde das Leninsche Prinzip der Freiwilligkeit bei der Errichtung von Kollektivwirtschaften.“ (Stalin, Band 12, Seite 179).

2. Verletzt wurde beim kollektivwirtschaftlichen Aufbau das Leninsche Prinzip, dass die Mannigfaltigkeit der Bedingungen in den verschiedenen Gebieten der UdSSR zu berücksichtigen ist. Man vergaß, dass es in der UdSSR die mannigfaltigsten Gebiete mit verschiedenen Wirtschaftsformen und verschiedenen Kulturstufen gibt.“ (Stalin, Band 12, Seite 181).

3. Verletzt wurde beim kollektivwirtschaftlichen Aufbau das Leninsche Prinzip, dass man eine noch nicht abgeschlossene Form der Bewegung nicht überspringen darf.“ (Stalin, Band 12, Seite 183).

Erfolge steigen zuweilen zu Kopf. Sie erzeugen nicht selten übermäßigen Eigendünkel und Überheblichkeit. Das kann besonders leicht Vertretern einer Partei passieren, die an der Macht steht. Insbesondere einer solchen Partei wie der unseren, deren Stärke und Autorität schier unermesslich sind. Hier sind Fälle kommunistischer Hoffart, gegen die Lenin einen so heftigen Kampf geführt hat, durchaus möglich. Hier ist der Glaube an die Allmacht des Dekrets, der Resolution, der Verfügung durchaus möglich. Hier ist die Gefahr durchaus real, dass einzelne Vertreter der Partei in diesem oder jenen Winkel unsere unermesslichen Landes die revolutionären Maßnahmen der Partei in hohles, bürokratisches Dekreditieren verwandeln. Ich meine hier nicht nur Funktionäre von Ortsorganisationen, sondern auch einzelne Gebietsfunktionäre und auch einzelne Mitglieder des ZK.“ (Stalin, Band 12, Seite 185).

Die Sache ist die, dass die Fehler der ´linken` Überspitzer auf dem Gebiet der kollektivwirtschaftlichen Bewegung Fehler sind, die günstige Verhältnisse für die Stärkung und Festigung der rechten Abweichung in der Partei schaffen. Warum? Weil diese Fehler die Linie der Partei in einem falschen Licht erscheinen lassen – folglich die Diskreditierung der Partei erleichtern – und so den Kampf der rechten Elemente gegen die Führung der Partei erleichtern. Die Diskreditierung der Parteiführung ist jener elementare Boden, auf dem sich allein der Kampf der rechten Abweichler gegen die Partei entfalten kann. Diesen Boden bieten den rechten Abweichlern die ´linken` Überspitzer, ihre Fehler und Verzerrungen. Um also den rechten Opportunismus mit Erfolg zu bekämpfen, muss man die Fehler der ´linken` Opportunisten überwinden. Die ´linken` Überspitzer sind objektiv die Verbündeten der rechten Abweichler. Das ist der eigenartige Zusammenhang zwischen dem ´linken´ Opportunismus und der rechten Abweichung.“ (Stalin, Band 12, Seite 190/191).



Stalin, An die Absoventen des ersten Lehrgangs der Industrieakademie, 25. April 1930:

Die Heranbildung neuer Kader für die sozialistische Industrie aus den Reihen der Arbeiterklasse und der Werktätigen überhaupt, die fähig sind, die Betriebe sowohl in gesellschaftlich-politischer als auch in produktionstechnischer Hinsicht zu leiten, ist eine erstrangige Aufgabe des gegenwärtigen Augenblicks. (...)

Die Absolventen des ersten Lehrgangs der Industrieakademie – das ist der erste Pfeil, den die Akademie ins Lager unserer Feinde, ins Lager des Althergebrachten in der Produktion und der technischen Rückständigkeit abschießt.

Wir wollen hoffen, dass die neuen Leiter der Industrie, die heute die Akademie verlassen, in der Praxis besipielhaften Arbeitsenthusiasmus an den Tag legen und eine beispielhafte, wahrhaft revolutionäre Arbeit bei der Gewährleistung des bolschewistischen Aufbautempos leisten werden.

Gruß den Absolventen des ersten Lehrgangs der Industrieakademie, die dem Lande eine neue, mit technischen Kenntnissen ausgerüstete bolschewistische Gruppe von Leitern unserer sozialistischen Industrie zuführt.“ (Stalin, Band 12, Seite 201/202).



Stalin, Antwort an Genossen M. Rafail, 31, Mai 1930:

Ist es möglich, dass die regierende Partei die neuen Prozesse, die im Leben vor sich gehen, sofort erfasst und sie ebenfalls sofort in ihrer praktischen Politik widerspiegelt? Ich glaube, das ist unmöglich. Das ist unmöglich, da zuerst immer die Tatsachen da sind, dann ihre Widerspiegelung im Bewusstsein der fortgeschrittensten Elemente der Partei, und erst danach tritt der Zeitpunkt ein, da die Massen der Parteimitglieder sich der neuen Prozesse bewusst werden. (...) Das Bewusstsein bleibt stets etwas hinter den Tatsachen zurück.“ (Stalin, Band 12, Seite 204).



Stalin, Politischer Rechenschaftsbericht an den XVI. Parteitag, 27. Juni 1930:

Es gibt sogar Schlauköpfe, die die Ursache der Weltwirtschaftskrise in ´Ränken der Bolschewiki`sehen. Ich denke dabei an den bekannten ´Unternehmer` Rechberg, der eigentlich einem Unternehmer wenig ähnlich sieht und viel eher an einen ´Unternehmer` unter den Literaten und an einen ´Literaten` unter den Unternehmern erinnert. (Heiterkeit.)

Es versteht sich, dass alle diese ´Theorien` und Projekte mit Wissenschaft nichts gemein haben. Man muss feststellen, dass die bürgerliche Ökonomen sich angesichts der Krise als völlig bankrott erwiesen haben... (...) haben bürgerliche Regierungen aller Ränge und Farben, bürgerliche Persönlichkeiten aller Stufen und Kaliber, alle ohne Ausnahme ihre Kräfte an dem Problem der ´Verhütung` und ´Beseitigung` der Krisen versucht. Sie alle aber erlitten Schiffbruch. Sie erlitten Schiffbruch, weil die Wirtschaftskrisen weder verhütet noch beseitigt werden können, wenn man im Rahmen des Kapitalismus bleibt. Was ist also Erstaunliches daran, wenn die bürgerlichen Persönlichkeiten von heute ebenfalls Schiffbruch erleiden? Was ist also Erstaunliches daran, wenn die Maßnahmen der bürgerlichen Regierungen in Wirklichkeit nicht zu einer Linderung der Krise, sondern zu einer Kette neuer Bankrotte, zu einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit, zum Verschlingen der weniger starken kapitalistischen Vereinigungen durch die stärkeren kapitalistischen Vereinigungen führen?“ (Stalin, Band 12, Seite 213/214).

Gehen wir zur Frage der Arbeitslosigkeit über. Auf diesem Gebiet herrscht, das muss man so sagen, sowohl beim Volkskommissariat für Arbeit als auch beim Zentralrat der Gewerkschaften ein großes Durcheinander. Einerseits geht aus den Angaben dieser Institutionen hervor, dass wir ungefähr 1 Millionen Arbeitslose haben, von denen die mit minimaler Qualifikation nur 14, 3 Prozent ausmachen, während etwa 73 Prozent aus Leuten soganannter intellektueller Arbeit und aus Ungelernten bestehen., wobei die gewaltige Mehrheit der letzteren Frauen und Jugendliche sind, die noch nichts mit industrieller Produktion zu tun gehabt haben.

Andererseits leiden wir nach denselben Angaben einen schrecklichen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die Arbeitsnachweise können die Nachfrage unserer Betriebe nach Arbeitskräften zu 80 Prozent nicht befriedigen, und wir sind daher gezwungen, schnellstens, buchstäblich von heute auf morgen ganz unqualifizierte Leute zu schulen und zu qualifizierten Facharbeitern zu machen, um die Bedürfnisse unserer Betriebe auch nur minimal befriedigen zu können.“ (Stalin, Band 12, Seite 256).

Was die kulturelle Lage der Arbeiter und Bauern betrifft, so haben wir auch auf diesem Gebiet gewisse Errungenschaften, die uns jedoch angesichts ihrer Geringfügigkeit keinesfalls zufriedenstellen können. Sieht man ab von den Arbeiterklubs jeder Art, den Lesehallen, den Büchereien und den Stellen zur Liquidierung des Analphabetentums, die in diesem Jahr 10, 5 Millionen Menschen erfassten, so stellt sich die Lage des Kultur- und Bildungswesens folgendermaßen dar: Die Grundschulen erfassen im laufenden Jahr 11 638 000 Schüler, die Schulen zweiter Stufe 1 945 000, die industriell-technischen, Transport- und Landwirtschaftsschulen sowie die Produktionskurse für Massenschulung 333 100, die Techniken und ihnen gleichgestellte Berufsschulen 238 700, die allgemeinen Hochschulen und technischen Hochschulen 190 400. All das hat es ermöglichts, den Prozentsatz der des Lesens und Schreibens Kundigen in der UdSSR von 33 Prozent in der Vorkriegszeit auf 62, 6 Prozent zu erhöhen.

Die Hauptsache ist jetzt, zur allgemeinen Grundschulpflicht überzugehen. Ich sage ´die Hauptsache`, weil ein derartiger Übergang einen entscheidenden Schritt in der Kulturrevolution bedeuten würde. Dazu übergehen, ist aber schon längst Zeit, denn wir haben jetzt alles, was notwendig ist für die Einführung der allgemeinen Grundschulpflicht in allen Gebieten der UdSSR.

Bisher waren wir gezwungen, ´an allem zu sparen, sogar an den Schulen`, um ´die Schwerindustrie zu retten, sie wiederherzustellen`(Lenin).

In letzter Zeit jedoch haben wir die Schwerindustrie bereits wiederhergestellt und bringen sie weiter vorwärts. Folglich ist die Zeit gekommen, in der wir die restlose Einführung der allgemeinen Grundschulpflicht in Angriff nehmen müssen.

Ich glaube, dass der Parteitag recht daran tun wird, wenn er in dieser Hinsicht einen bestimmten und absolut kategorischen Beschluss fasst. (Beifall.)“ (Stalin, Band 12, Seite 262/263).

... muss man den Umstand im Auge haben, dass unsere Arbeit an der sozialistischen Rekonstruktion der Volkswirtschaft, die die ökonomischen Beziehungen des Kapitalismus zerreißt und alle Kräfte der alten Welt über den Haufen wirft, den verzweifelten Widerstand dieser Kräfte hervorrufen muss. Bekanntlich ist dem auch so. Die böswillige Schädlingsarbeit einer Oberschicht der bürgerlichen Intelligenz in allen Zweigen unserer Industrie, der bestialische Kampf des Kulakentums gegen die kollektiven Wirtschaftsformen im Dorf, die Sabotage der von der Sowjetmacht getroffenen Maßnahmen durch die bürokratischen Elemente des Apparats,die eine Agentur des Klassenfeindes darstellen – das sind vorläufig die Hauptformen des Widerstands der untergehenden Klassen unseres Landes. Es ist klar, dass diese Umstände nicht dazu angetan sind, unsere Arbeit an der Rekonstruktion der Volkswirtschaft zu erleichtern.

(...) muss man den Umstand im Auge haben, dass die untergehenden Klassen unseres Landes bei ihrem Widerstand nicht von der Außenwelt isoliert sind, sondern dass ihr Widerstand von der kapitalistischen Umwelt unterstützt wird. Die kapitalistische Umwelt ist nicht als ein einfacher geographischer Begriff zu betrachten. Kapitalistische Umwelt heißt, dass die UdSSR von feindlichen Klassenkräften umgeben ist, die bereit sind, unsere Klassenfeinde im Innern der UdSSR sowohl moralisch und materiell als auch durch eine Finanzblockade und bei Gelegenheit auch durch eine militärische Intervention zu unterstützen. Es ist bewiesen, dass die Schädlingsarbeit unserer Spezialisten, die sowjetfeindlichen Aktionen des Kulakentums, die Brandstiftungen und Sprengstoffanschläge auf unsere Betriebe und Bauten von außen subsidiert und inspiriert wurden. (...) Es ist verständlich, dass dieser Umstand gleichfalls nicht dazu angetan ist, unsere Rekonstruktionsarbeit zu erleichtern. (...) Daraus folgt schließlich, dass unsere Schwierigkeiten, die ihrem ganzen Charakter nach Schwierigkeiten des Wachstums sind, uns die zur Unterdrückung der Klassenfeinde erforderlichen Möglichkeiten geben.

Um aber diese Möglichkeiten auszunutzen und sie Wirklichkeit werden zu lassen, um den Widerstand der Klassenfeinde zu unterdrücken und die Überwindung der Schwierigkeiten durchzusetzen, gibt es nur ein Mittel: Organisierung der Offensive gegen die kapitalistischen Elemente an der ganzen Front und Isolierung der opportunistischen Elemente in unseren eigenen Reihen, die die Offensive hindern, die in ihrer Panik von einem Extrem ins andere stürzen und in der Partei den Glauben an den Sieg zu erschüttern suchen. (Beifall.)“ ; (Stalin, Band 12, Seite 266/267).

Das Wesen der bolschewistischen Offensive besteht schließlich darin, dass man die Partei selbst zur Organisierung der Offensive in ihrer Gesamtheit mobilisiert; dass man die Parteiorganisationen festigt und ihnen die nötige Schärfe verleiht, indem man die Elemente des Bürokratismus und der Entartung aus ihnen vetreibt; dass man die Träger [hervorgehoben von der Redaktion] der rechten und ´linken` Abweichung, der Abweichung von der Leninschen Linie, isoliert und beiseite drängt und wirkliche, standhafte Leninisten aufrücken lässt.“ (Stalin, Band 12, Seite 273/274).

Es ist noch nicht lange her, dass bei uns Stimmen laut wurden, die den Wettbewerb und die Stoßarbeiterbewegung als etwas ´Ausgeklügeltes` und ´Unhaltbares` bezeichneten. Heute werden diese ´Schlauköpfe` nicht einmal mehr des Spottes gewürdigt, sie gelten einfach als abgelebte ´Schlauberger`.“ (Stalin, Band 12, Seite 275/276).

Weiter folgt das Problem der Kader, sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft. Jedermann weiß, dass unsere wirtschaftlichen Kader, unsere Spezialisten, Techniker und Wirtschaftler technisch noch wenig erfahren sind. Die Sache wird dadurch noch kompliziert, dass, wie sich herausgestellt hat, ein Teil der Spezialisten, der mit den früheren Unternehmern verbunden ist und vom Ausland aufgewiegelt wird, an der Spitze der Schädlingstätigkeit steht. Noch komplizierter wird die Sache durch den Umstand, dass eine ganze Reihe unserer als Wirtschaftler tätigen Kommunisten hierbei keine revolutionäre Wachsamkeit gezeigt hat und sich häufig im geistigen Bann von Schädlingselementen befand. Indessen stehen wir vor den durch die Rekonstruktion der gesamten Volkswirtschaft bedingten ungeheuren Aufgaben, die eine große Anzahl neuer, zur Meisterung der neuen Technik fähiger Kräfte erfordern. In Verbindung damit ist das Problem der Kader bei uns wirklich zum vordringlichsten Problem geworden.

Die Lösung dieses Problems erfolgt bei uns im Zuge folgender Maßnahmen:

1.entschlossener Kampf gegen die Schädlinge;

  1. ein Maximum an Fürsorge und Entgegenkommen gegenüber der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Spezialisten und Techniker, die sich von den Schädlingen abgegrenzt haben ( ich denke dabei nicht an Phrasendrescher und Wichtigtuer vom Schlage Ustrjalows, sondern an wirkliche Wissenschaftler, die schlicht und redlich mit der Arbeiterklasse zusammenarbeiten);

  2. Organisierung technischer Hilfe aus dem Ausland;

  3. Entsendung unserer Wirtschaftler ins Ausland zum Studium und überhaupt zur Erwerbung technischer Erfahrungen;

  4. Unterstellung der technischen Lehranstalten unter die entsprechenden wirtschaftlichen Organisationen, damit in möglichst kurzer Frist Techniker und Spezialisten aus den Reihen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft in genügender Anzahl herangebildet werden.“ (Stalin, Band 12, Seite 286/287).

... das Problem der individuellen Leitung. Unerträglich werden auch die Verstöße gegen das Prinzip der individuellen Leitung in den Betrieben. Die Arbeiter klagen immer wieder: ´Es gibt keinen Verantwortlichen im Betrieb`, ´Es herrscht keine Ordnung in der Arbeit.` Es darf nicht länger geduldet werden, dass unsere Betriebe sich aus Produktionsorganismen in Parlamente verwandeln. Unsere Partei- und Gewerkschaftsorganisationen müssen endlich begreifen, dass wir ohne Sicherung der individuellen Leitung und ohne Einführung einer strengen Verantwortlichkeit für den Gang der Arbeit die mit der Rekonstruktion der Industrie verbundenen Aufgaben nicht lösen können.“ (Stalin, Band 12, Seite 291).

Eine der bemerkenswertesten Errungenschaften der Kollektivwirtschaftsbewegung besteht darin, dass dank ihr bereits Tausende Organisatoren und Zehntausende Agitatoren für die Sache der Kollektivwirtschaften aus den Reihen der Bauern selbst hervorgegangen sind. Jetzt sind es nicht mehr wir, die qualifizierten Bolschewiki, allein, sondern Bauern aus den Kollektivwirtschaften selbst, Zehntausende Bauern, die als Organisatoren und Agitatoren für die Sache der Kollektivwirtschaften das Banner der Kollektivierung vorwärtstragen werden. Die bäuerlichen Agitatoren sind glänzende Agitatoren für die Kollektivwirtschaftsbewegung, denn sie werden Argumente zu Gunsten der Kollektivwirtschaften finden, die für die übrige Masse der Bauern verständlich und annehmbar sind, Argumente, von denen wir, qualifizierte Bolschewiki, nicht einmal träumen können.“ (Stalin, Band 12, Seite 292/293).

Der XVI. Parteitag ist der Parteitag der voll entfalteten Offensive des Sozialismus an der ganzen Front, der Liquidierung des Kulakentums als Klasse und der Verwirklichung der durchgängigen Kollektivierung. Das ist, kurz gesagt, das Wesen der Generallinie unserer Partei (...) Die Kapitalisten und ihre Lakaien schmähen unsere Partei – folglich ist die Generallinie unserer Partei richtig. (Beifall.)

Eingetreten ist der Zerfall, das Ende des Trotzkismus. Ein Teil der Trotzkisten hat bekanntlich mit dem Trotzkismus gebrochen... Der andere Teil der Trotzkisten ist tatsächlich zu typischen kleinbürgerlichen Konterrevolutionären entartet und hat sich praktisch in ein Büro verwandelt, das der kapitalistischen Presse Spitzelinformationen über die KPdSU (B) liefert.“ (Stalin, Band 12, Seite 300).

Es besteht eine Theorie, nach der ein hohes Entwicklungstempo nur in der Wiederherstellungsperiode zulässig wäre, während das Aufbautempo mit dem Anbruch der Rekonstruktionsperiode von Jahr zu Jahr krass sinken müsste. Diese Theorie nennt sich die Theorie der ´erlöschenden Kurve`. Es ist eine Theorie zur Rechtfertigung unserer Rückständigkeit. Sie hat mit Marxismus-Leninismus nichts gemein. Sie ist eine bürgerliche Theorie und zielt darauf ab, die Rückständigkeit unseres Landes zu verewigen. Von den Leuten, die Beziehungen zu unserer Partei hatten oder haben, vertreten und propagieren diese Theorie nur die Trotzkisten und die rechten Abweichler.

Die Trotzkisten werden von einigen für Ultraindustrialisierer gehalten. Diese Auffassung ist aber nur teilweise richtig. Sie ist nur soweit richtig, als es sich um das Ende der Wiederherstellungsperiode handelt, wo die Trotzkisten tatsächlich Phantasien von Ultraindustrialisierung entwickelten. Was die Rekonstruktionsperiode betrifft, so sind die Trotzkisten vom Gesichtspunkt des Tempos extremste Minimalisten und jämmerliche Kapitulanten. (Heiterkeit, Beifall.)“; (Stalin, Band 12, Seite 305).

Kann man einen erfolgreichen Kampf gegen die Klassenfeinde führen, ohne gleichzeitig gegen die Abweichungen in unserer Partei zu kämpfen, ohne diese Abweichungen zu überwinden? Nein, das geht nicht. Das geht nicht, weil es unmöglich ist, einen wirklichen Kampf gegen die Klassenfeinde zu entfalten, wenn man im Rücken ihre Agenten hat, wenn man Leute im Rücken belässt, die nicht an unsere Sache glauben und in jeder Weise bestrebt sind, unseren Vormarsch zu hemmen. Daher der unversöhnliche Kampf gegen die Abweichungen von der Leninschen Linie als nächste Aufgabe der Partei.“„Kann man einen erfolgreichen Kampf gegen die Klassenfeinde führen, ohne gleichzeitig gegen die Abweichungen in unserer Partei zu kämpfen, ohne diese Abweichungen zu überwinden? Nein, das geht nicht. Das geht nicht, weil es unmöglich ist, einen wirklichen Kampf gegen die Klassenfeinde zu entfalten, wenn man im Rücken ihre Agenten hat, wenn man Leute im Rücken belässt, die nicht an unsere Sache glauben und in jeder Weise bestrebt sind, unseren Vormarsch zu hemmen.

Das Trotzkismus besteht vor allem darin, dass er die Möglichkeit leugnet, den Sozialismus in der UdSSR mit den Kräften der Arbeiterklasse und der Bauernschaft unseres Landes zu errichten. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir, wenn uns nicht in nächster Zeit die siegreiche Weltrevolution zu Hilfe kommt, vor der Bourgeoisie kapitulieren und den Weg frei machen müssten für eine bürgerlich-demokratische Republik. Wir haben hier also eine bürgerliche Leugnung der Möglichkeit, den Sozialismus in unserem Lande zu errichten, getarnt durch eine ´revolutionäre` Phrase vom Sieg der Weltrevolution.“ (Stalin, Band 12, Seite 309/310).

Der Trotzkismus will, dass die KPdSU (B) keine einheitliche und fest zusammengefügte Kampfpartei sei, sondern ein Sammelsurium von Gruppen und Fraktionen mit eigenen Zentralen, mit eigener Disziplin, mit eigener Presse usw. Was aber bedeutet dies? Es bedeutet die Verkündung der Freiheit politischer Fraktionen in der Partei. Es bedeutet, dass der Freiheit politischer Gruppierungen in der Partei die Freiheit politischer Parteien im Lande, das heißt die bürgerliche Demokratie, folgen muss. Demnach haben wir hier eine Anerkennung der Freiheit fraktioneller Gruppierungen in der Partei, einbegriffen die Zulassung politischer Parteien im Lande der Diktatur des Proletariats, getarnt mit der Phrase von ´innerparteilicher Demokratie`, von ´Verbesserung des Regimes` in der Partei. Dass die Freiheit fraktionellen Gezänks von Intellektuellengruppen noch keine innerparteiliche Demokratie ist, dass aber die entfaltete Selbstkritik, die von der Partei durchgeführt wird, und die kolossale Aktivität der Parteimassen die Erscheinungsform einer tatsächlichen und wahren innerparteilichen Demokratie sind – das zu verstehen ist dem Trotzkismus nicht gegeben.“ (Stalin, Band 12, Seite 311).

Kapitulantentum in der Tat als Inhalt, ´linke` Phrasen und ´revolutionär`- abenteuerliche Allüren als eine Form, die den kapitulantenhaften Inhalt verhüllt und für ihn Reklame machen soll – das ist das Wesen des Trotzkismus.

Diese Zwiespältigkeit des Trotzkismus widerspiegelt die zwiespältige Lage des dem Ruin verfallenen städtischen Kleinbürgertums, das das ´Regime` der Diktatur des Proletariats nicht erträgt und sich bemüht, entweder ´sofort` in den Sozialismus hinüberzuspringen, um dem Ruin zu entgehen (daher Abenteuertum und Hysterie in der Politik), oder, wenn dies nicht möglich ist, dem Kapitalismus jedwede Konzession zu machen (daher Kapitulantentum in der Politik).

Diese Zwiespältigkeit des Trotzkismus erklärt die Tatsache, dass der Trotzkismus seine ´rasenden` Scheinangriffe gegen die rechten Abweichler in der Regel durch einen Block mit ihnen als den Kapitulanten ohne Maske krönt.“ (Stalin, Band 12, Seite 312).

Das Grundübel des Rechtsopportunismus besteht darin, dass er mit der Leninschen Auffassung vom Klassenkampf bricht und auf den Standpunkt eines kleinbürgerlichen Liberalismus hinabsinkt.

Die Kraft des Rechtsopportunismus besteht in der Stärke des kleinbürgerlichen Elements, in der Stärke des Drucks, den die kapitalistischen Elemente überhaupt und das Kulakentum im Besonderen auf die Partei ausüben. Und gerade weil die rechte Abweichung den Widerstand der entscheidenden Elemente der ablebenden Klassen widerspiegelt, gerade deswegen ist die rechte Abweichung zur Zeit die Hauptgefahr in der Partei.“ (Stalin, Band 12, Seite 315).

Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf an zwei Fronten auch in Zukunft fortzusetzen, sowohl gegen die ´Linken` , die den kleinbürgerlichen Radikalismus vertreten, als auch gegen die Rechten, die den kleinbürgerlichen Liberalismus vertreten.

Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf gegen jene versöhnlerischen Elemente in der Partei auch in Zukunft fortzusetzen, die die Notwendigkeit des entschlossenen Zweifrontenkampfes nicht begreifen oder so tun, als ob sie diese Notwendigkeit nicht begriffen.“ (Stalin, Band 12, Seite 316).

Was heißt nationale Kultur unter der Herrschaft der nationalen Bourgeoisie? Bürgerlich ihrem Inhalt und national ihrer Form nach, hat diese Kultur das Ziel, die Massen mit Nationalismus zu vergiften und die Herrschaft der Bourgeoisie zu festigen.

Was heißt nationale Kultur unter der Diktatur des Proletariats? Sozialistisch ihrem Inhalt und national ihrer Form nach, hat diese Kultur das Ziel, die Massen im Geiste des Sozialismus und des Internationalismus zu erziehen.

Wie kann man diese beiden prinzipiell verschiedenen Erscheinungen verwechseln, ohne mit dem Marxismus zu brechen?“ (Stalin, Band 12, Seite 321).

Sie [die zum großrussischen Chauvinismus abweichen] begreifen offenbar nicht, dass sich die Entwicklung der nationalen Kulturen mit Einführung und Verankerung der allgemeinen Grundschulpflicht in der Muttersprache mit neuer Kraft entfalten muss. Sie begreifen nicht, dass man die rückständigen Nationalitäten nur unter der Bedingung in den sozialistischen Aufbau wirklich wird einbeziehen können, dass sich die nationalen Kulturen entwickeln. Sie begreifen nicht, dass die Leninsche Politik der Förderung und Unterstützung der Völker der UdSSR bei der Entwicklung ihrer nationalen Kulturen gerade dies zur Grundlage hat.

Es mag sonderbar erscheinen, dass wir, die Anhänger der künftigen Verschmelzung der nationalen Kulturen zu einer (nach Form wie nach Inhalt) gemeinsamen Kultur, mit einer gemeinsamen Sprache, gleichzeitig Anhänger des Aufblühens der nationalen Kulturen im gegenwärtigen Augenblick, in der Periode der Diktatur des Proletariats, sind. Aber daran ist nichts Sonderbares. Man muss den nationalen Kulturen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und zu entfalten, alle ihre Potenzen zu Tage zu fördern, um die Voraussetzungen zu schaffen für ihre Verschmelzung zu einer gemeinsamen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache in der Periode, da der Sozialismus in der ganzen Welt gesiegt haben wird. Das Aufblühen der ihrer Form nach nationalen und ihrem Inhalt nach sozialistischen Kulturen unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats in einem Lande zum Zwecke ihrer Verschmelzung zu einer (nach Form wie nach Inhalt) gemeinsamen sozialistischen Kultur mit gemeinsamer Sprache, wenn das Proletariat in der ganzen Welt gesiegt und der Sozialismus sich im Leben eingebürgert haben wird – darin besteht gerade das dialektische Wesen des Leninschen Herantretens an die Frage der nationalen Kultur.“ (Stalin, Band 12, Seite 322/323).

...Formel ... der nationalen Kultur: Aufblühen der nationalen Kulturen (und Sprachen) in der Periode der Diktatur des Proletariats in einem Lande zwecks Vorbereitung der Bedingungen für ihr Absterben und ihre Verschmelzung zu einer gemeinsamen sozialistischen Kultur ( und zu einer gemeinsamen Sprache) in der Periode des Sieges des Sozialismus in der ganzen Welt.

Wer diese Eigenart und diesen ´Widerspruch` unserer Übergangszeit nicht begriffen hat, wer diese Dialektik der historischen Prozesse nicht begriffen hat, der ist für den Marxismus verloren.“(Stalin, Band 12, Seite 323).

Was hatten wir 1918...? ...ein Wachsen der ´neuen` Bourgeoisie in der Stadt... Was haben wir heute [im Jahre 1930]? ... eine sterbende ´neue` Bourgeoisie in der Stadt...

Es ist klar, dass wir die Übergangsperiode im alten Sinne des Wortes bereits hinter uns haben und dass wir in die Periode des direkten und vollentfalteten sozialistischen Aufbaus an der ganzen Front eingetreten sind. Es ist klar, dass wir bereits in die Periode des Sozialismus eingetreten sind, denn der sozialistische Sektor hält jetzt alle wirtschaftlichen Hebel der gesamten Volkswirtschaft in seinen Händen, obwohl es noch weit ist bis zur Vollendung der sozialistischen Gesellschaft und bis zur Beseitigung der Klassenunterschiede.“ (Stalin, Band 13, Seite 5).

Die Fragesteller sind zweitens nicht darüber klar geworden, dass die Frage des Absterbens der Nationalsprachen und ihrer Verschmelzung zu einer gemeinsamen Sprache keine innerstaatliche Frage, keine Frage des Sieges des Sozialismus in einem Lande ist, sondern eine internationale Frage, eine Frage des Sieges des Sozialismus im internationalen Maßstab. Die Fragesteller haben nicht begriffen, dass man den Sieg des Sozialismus in einem Land nicht mit dem Sieg des Sozialismus im internationalen Maßstab verwechseln darf.Nicht umsonst sagte Lenin, dass die nationalen Unterschiede noch lange Zeit sogar nach dem Siege der Diktatur des Proletariats im internationalen Maßstab bestehen bleiben werden.“ (Stalin, Band 13, Seite 6).

Jeder Bolschewik, jeder Revolutionär, jedes sich selbst achtende Parteimitglied wird verstehen, dass man in den Augen der Partei nur steigen und gewinnen kann, wenn man klare und unbestreitbare Tatsachen offen und ehrlich anerkennt.“ (Stalin, Band 13, Seite 7).

Solange man diese Leute [Rechtsopposition-Red.] nicht unter Druck setzt, ist bei ihnen nichts zu erreichen.“ (Stalin, Band 13, Seite 9).

Unser bolschewistisches Tempo, unsere neuen Entwicklungswege, die mit der Rekonstruktionsperiode zusammenhängen, die Verschärfung des Klassenkampfes und die Auswirkungen dieser Verschärfung rufen bei ihnen Unruhe und Konfusion hervor, flößen ihnen Angst und Schrecken ein. Es ist daher verständlich, dass sie alles von sich fern halten, was mit den schärfsten Losungen unserer Partei zusammenhängt.

Sie leiden an derselben Krankheit, an der Tschechows bekannter Held Bjelikow litt, ein Griechischlehrer, der ´Mann im Futteral` . Erinnern Sie sich der Erzählung Tschechows `Der Mann im Futteral`? Dieser Held ging bekanntlich stets in Galoschen, im wattierten Mantel, mit einem Regenschirm, bei heißem und bei kaltem Wetter. ´Gestatten Sie, wozu brauchen Sie Galoschen und einen wattierten Mantel mitten im Juli, bei solcher Hitze?` fragte man Bjelikow. ´Für alle Fälle`, antwortete Bjelikow, ´es kann doch etwas passieren: vielleicht tritt plötzlich Frost ein, was dann?`(Allgemeine Heiterkeit, Beifall.) Er fürchtete wie die Pest alles Neue, alles, was außerhalb des gewohnten grauen Spießerlebens lag. Es wurde eine neue Speisehalle eröffnet – Bjelikow war schon besorgt: ´Es kann ja ganz gut sein, eine Speisehalle zu haben, aber scheuen Sie, dass nur nichts passiert.` Man organisierte einen Theaterzirkel, einen neuen Lesesaal – Bjelikow war wieder in Unruhe: ´Ein Theaterzirkel, ein neuer Lesesaal, wozu das? Schauen Sie, dass da nichts passiert.`(Allgemeine Heiterkeit.)“; (Stalin, Band 13, Seite 11).

Dasselbe muss man von den ehemaligen Führern der Rechtsopposition sagen. Erinnern Sie sich der Geschichte mit der Unterstellung der technischen Hochschulen unter die Volkskommissariate für Wirtschaft? Wir wollten alles in allem zwei technische Hochschulen dem Obersten Volkswirtschaftsrat unterstellen. Man sollte meinen, eine geringfügige Sache. Aber bei den Rechtsabweichlern begegneten wir erbitterten Widerstand. `Zwei technische Hochschulen dem Obersten Volkswirtschaftsrat unterstellen? Wozu das? Ist es nicht besser abzuwarten? Schaut, dass bei dieser Geschichte nichts passiert.` Jetzt aber sind alle unsere technischen Hochschulen den Volkskommissariaten für Wirtschaft unterstellt. Und nichts ist passiert!“ (Stalin, Band 13, Seite 12).



Stalin, Brief an Genossen Schatunowski, August 1930:

Sie wundern sich darüber, dass nach Stalins Auffassung die neuen Wirtschaftskader in technischer Hinsicht erfahrener sein müssen als die alten. Warum eigentlich? Stimmt es etwa nicht, dass sich unsere alten Wirtschaftskader in der Wiederherstellungsperiode herangebildet haben, in der Periode der Ausnutzung der alten Betriebe, die technisch rückständig waren und in denen man daher keine großen technischen Erfahrungen sammeln konnte? Stimmt es etwa nicht, dass die alten Wirtschaftskader in der Rekonstruktionsperiode, wo neue, moderne technische Anlagen in Betrieb genommen werden, völlig umlernen und dabei nicht selten den neuen, technisch geschulteren Kadern Platz machen müssen? Wollen Sie etwa bestreiten, dass die alten Wirtschaftskader, die sich in der Zeit der Ausnutzung und Inbetriebnahme der alten Betriebe herangebildet haben, nicht nur der neuen Technik, sondern auch unserem neuen Tempo oft geradezu hilflos gegenüberstehen?

Sie sprechen von Ihrer ´Ergebenheit` mir gegenüber. Mag sein, dass Ihnen diese Worte nur zufällig entschlüpft sind. Mag sein ... Sollten Ihnen aber diese Worte nicht zufällig entscglüpft sein, so würde ich Ihnen raten, das ´Prinzip` der Ergebenheit gegenüber Personen über Bord zu werfen. Das ist nicht bolschewistische Art. Seien Sie der Arbeiterklasse, ihrer Partei, ihrem Staat ergeben. Das ist notwendig und gut. Aber verwechseln Sie diese Ergebenheit nicht mit der Ergebenheit gegenüber Personen, mit diesem hohlen und unnützen intelligenzlerischen Phrasengeklingel.“ (Stalin, Band 13, Seite 16/ 17).



Stalin, An Genossen Demjan Bjedny, 12. Dezember 1930:

Dutzende Male hat das ZK Sie gelobt, als es zu loben galt. Dutzende Male hat Sie das ZK (nicht ohne Ihnen manches nachzusehen!) gegen Angriffe einzelner Gruppen und Genossen unserer Partei geschützt. Dutzende Dichter und Schriftsteller hat das ZK zurechtgewiesen, wenn sie diesen oder jenen Fehler machten. Sie haben das alles für normal und verständlich gehalten. Aber jetzt, da das ZK sich genötigt sah, Ihre Fehler einer Kritik zu unterziehen, beginnen Sie plötzlich, zu maulen und von eine ´Schlinge` zu schreien. Mit welchem Recht? Vielleicht hat das ZK nicht das Recht, ihre Fehler zu kritisieren? Vielleicht ist der Beschluss des ZK für Sie nicht verbindlich? Vielleicht sind Ihre Gedichte über jede Kritik erhaben? Finden Sie nicht, dass Sie von einer gewissen unangenehmen Krankheit angesteckt worden sind, die ´Überheblichkeit` heißt?. Mehr Bescheidenheit, Genosse Demjan... (Stalin, Band 13, Seite 22).

... begannen Sie vor aller Welt zu verkünden, dass Russland im Vergangenen ein Gefäß des Greuels und der Unsauberkeit gewesen, dass das heutige Russland ein einziges ´Gelumpe` sei, dass ´Faulheit`, und der Drang, ´auf dem Ofen zu hocken`, schier ein nationaler Zug der Russen überhaupt sei und folglich auch – der russischen Arbeiter, die, nachdem sie die Oktoberrevolution vollbracht haben, natürlich nicht aufgehört haben, Russen zu sein. Und das heißt bei Ihnen bolschewistische Kritik! Nein, hochgeehrter Genosse Demjan, das ist nicht bolschewistische Kritik, sondern Verleumdung unseres Volkes, Diffamierung der UdSSR, Diffamierung des Proletariats der UdSSR und Diffamierung des russischen Proletariats.

Und danach wollen Sie, dass das ZK schweigt! Wofür halten Sie unser ZK?

Vielleicht werden Sie als ´gebildeter Mensch` es nicht ablehnen, die folgenden Worte Lenins anzuhören....“ (Stalin Band 13, Seite 23).

Sie müssen also den alten, Leninschen Weg einschlagen, trotz alledem.

Darin besteht der Kern der Sache und nicht in den leeren Lamentationen eines in Angst geratenen Intellektuellen, der vor lauter Schreck davon schwätzt, dass man angeblich Demjan ´isolieren` will, dass man Demjan ´nicht mehr drucken wird` und dergleichen mehr.“ (Stalin, Band 13, Seite 25).



Stalin, Über den Antisemitismus, 12. Januar 1931:

Der Antisemitismus als extreme Form des Rassenchauvinismus ist der gefährlichste Überrest des Kannibalismus.

... sind Kommunisten als konsequente Internationalisten unversöhnliche und geschworene Feinde des Antisemitismus. (...) Aktive Antisemiten werden nach den Gesetzen der UdSSR mit dem Tode bestraft.“ (Stalin, Band 13, Seite 26).



Stalin, Über die Aufgaben der Wirtschaftler, 5. Februar 1931:

Was heißt, die Produktion leiten? Bei uns ist die Frage der Leitung nicht immer bolschewistisch behandelt.

(...) Sie erinnern sich, wie Frau Pompadoure [Figur des Satirikers Saltykow-Schtschedrin- Red.] den jungen Pompadour belehrt: Zerbrich dir nicht den Kopf über die Wissenschaft, vertiefe dich nicht in Dinge, mögen sich andere damit befassen, das ist nicht deine Sache – deine Sache ist es, Papiere zu unterzeichnen. Zu unserer Schande muss man gestehen, dass es auch unter uns Bolschewiki nicht wenig Leute gibt, deren Leitung in der Unterzeichnung von Papieren besteht. Sich jedoch in die Dinge vertiefen, die Technik zu meistern, zum wirklichen Meister seines Fachs werden – in dieser Hinsicht ist bei ihnen nichts zu merken. (...)

Auch uns, die Zentrale, trifft hier die Schuld. Etwa vor zehn Jahren wurde die Losung ausgegeben: `Da die Kommunisten mit der Produktionstechnik noch nicht richtig vertraut sind, da sie die Verwaltung der Wirtschaft erst noch lernen müssen, so sollen die alten Techniker und Ingenieure, die Spezialisten, die Produktion leiten; ihr Kommunisten aber mischt euch nicht in die Technik der Arbeit ein, sondern studiert die Technik, ohne euch einzumischen, studiert die Wissenschaft der Verwaltung der Produktion ohne Rast und Ruh, um dann zusammen mit den uns ergebenen Spezialisten zu wirklichen Leitern der Produktion zu werden, zu wirklichen Meistern eures Fachs.` So lautete die Losung. Was geschah aber in Wirklichkeit? Der zweite Teil dieser Formel wurde über Bord geworfen, denn lernen ist schwerer als Papiere unterschreiben, der erste Teil der Formel aber wurde verflacht, indem die Nichteinmischung als Verzicht auf das Studium der Produktionstechnik ausgelegt wurde. Es kam ein Unsinn, ein schädlicher und gefährlicher Unsinn heraus, und je rascher wir uns von ihm befreien, desto besser“ (Stalin, Band 13, Seite 33).

Natürlich liegt dem Schädlingswesen der Klassenkampf zu Grunde. Natürlich setzt der Klassenfeind der sozialistischen Offensive wütenden Widerstand entgegen. Das allein genügt aber nicht, um eine so üppige Entfaltung des Schädlingswesens zu erklären. Wie konnte es geschehen, dass das Schädlingswesen ein so großes Ausmaß angenommen hat? Wer ist Schuld daran? Wir sind Schuld daran. Hätten wir die Leitung der Wirtschaft anders organisiert, wären wir viel früher zum Studium der Technik, zur Meisterung der Technik übergegangen, hätten wir häufiger und mit Sachkenntnis in die Leitung der Wirtschaft ergriffen, dann wäre es den Schädlingen nicht gelungen, soviel Schaden anzurichten. (...) Es ist Zeit, dass wir die alte Losung, die überholte Losung von der Nichteinmischung in die Technik, über Bord werfen und dass wir selbst Spezialisten, Sachkundige, selbst vollauf Meister der Wirtschaft werden.(...) Die Hauptsache ist hier das leidenschaftliche bolschewistische Verlangen nach Meisterung der Technik, nach der Meisterung der Wissenschaft von der Produktion. Bei leidenschaftlichem Verlangen kann man alles erreichen, alles überwinden.“ (Stalin, Band 13, Seite 34 und 35).

... sich in alles einzumischen. Bist du ein Direktor eines Betriebes, so mische dich in alle Dinge, dringe in alle Einzelheiten ein, lasse dir nichts entgehen, lerne und noch einmal lerne. Die Bolschwiki müssen die Technik meistern. Es ist Zeit, dass die Bolschewiki selbst zu Spezialisten werden. Die Technik entscheidet in der Rekonstruktionsperiode alles. Und ein Wirtschaftler, der die Technik nicht studieren will, der die Technik nicht meistern will, der ist eine Witzfigur, aber kein Wirtschaftler. Man sagt, es sei schwer, die Technik zu meistern. Falsch! Es gibt keine Festungen, die die Bolschewiki nicht nehmen könnten.“ (Stalin, Band 13, Seite 38).

IV. Die Frage der technischen Intelligenz der Arbeiterklasse

... dass wir nicht mehr mit jener Mindestzahl an Ingenieuren, Technikern und Leitern der Industrie auskommen können, mit der wir früher auskamen. Daraus folgt, dass die alten Zentren für die Heranbildung von Ingenieuren und Technikern nicht mehr genügen, dass ein ganzes Netz von neuen Zentren geschaffen werden muss (...)

Doch brauchen wir nicht beliebige Leiter, Ingenieure und Techniker. Wir brauchen solche Leiter, Ingenieure und Techniker, die fähig sind, sich diese Politik zu eigen zu machen, und die bereit sind, sie gewissenhaft zu verwirklichen. Was bedeutet das aber? Das bedeutet, dass unser Land in eine Entwicklungsphase eingetreten ist, in der sich die Arbeiterklasse ihre eigene technische Intelligenz schaffen muss, die fähig ist, die Interessen der Arbeiterklasse in der Produktion als die Interessen der herrschenden Klasse zu vertreten.

Keine herrschende Klasse ist je ohne ihre eigene Intelligenz ausgekommen. Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die Arbeiterklasse der UdSSR ebenfalls nicht ohne ihre eigene technische Intelligenz auskommen kann.

Die Sowjetmacht hat diesem Umstand Rechnung getragen und hat die Tore der Hochschulen aller Zweige der Volkswirtschaft für die Angehörigen der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft geöffnet. Sie wissen, dass Zehntausende junger Arbeiter und Bauern jetzt an den Hochschulen lernen. Waren früher, unter dem Kapitalismus, die Hochschulen das Monopol der Herrensöhnchen, so bildet dort heute, unter der Sowjetordnung, die Arbeiter- und Bauernjugend den ausschlaggebenden Faktor. Es steht außer Zweifel, dass wir aus unseren Lehranstalten bald Tausende neuer Techniker und Ingenieure, neuer Leiter unserer Industrie erhalten werden.

Das ist aber nur die eine Seite der Sache. Die andere Seite der Sache besteht darin, dass die technische Intelligenz der Arbeiterklasse sich nicht nur aus den Absolventen der Hochschulen zusammensetzen, sondern sich auch aus Praktikern unserer Betriebe rekrutieren werden, aus qualifizierten Arbeitern, aus den kulturellen Kräften der Arbeiterklasse, in den Werken, Fabriken, Bergwerken. Die Initiatoren des Wettbewerbs, die Führer der Stoßbrigaden, die praktischen Inspiratoren des Arbeitsaufschwungs, die Organisatoren der Arbeit an diesem oder jenem Abschnitt des Aufbaus – das ist die neue Schicht der Arbeiterklasse, die zusammen mit den Genossen, die die Hochschule absolviert haben, den Kern der Intelligenz der Arbeiterklasse, den Kern der leitenden Kader unserer Industrie bilden soll. Die Aufgabe besteht darin, diese Genossen, die von ´unten` kommen und Initiative besitzen, nicht an die Wand zu drücken, sondern sie kühner auf die leitenden Posten zu stellen, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre organisatorischen Fähigkeiten zu entfalten, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Kenntnisse zu vervollständigen, und für sie die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, ohne die Ausgaben für diesen Zweck zu scheuen.

Unter den Genossen gibt es nicht wenig Parteilose. Das kann aber kein Hindernis dafür sein, sie entschlossener auf leitende Posten zu stellen. Im Gegenteil, gerade diese parteilosen Genossen müssen mit besonderer Aufmerksamkeit umgeben, müssen auf leitende Posten gestellt werden, damit sie sich in der Praxis davon überzeugen, dass die Partei fähige und begabte Menschen zu schätzen weiß.

Manche Genossen sind der Meinung, man dürfe auf leitende Posten in den Fabriken und Werken nur Parteigenossen stellen. Aus diesem Grunde schieben sie oft fähige parteilose Genossen, die Initiative besitzen, beiseite und lassen an die erste Stelle Parteimitglieder aufrücken, selbst wenn diese weniger fähig sind und keine Initiative besitzen. Es ist überflüssig zu sagen, dass es nichts Dümmeres und Reaktionäreres gibt als eine solche, mit Verlaub zu sagen, ´Politik`. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass man mit einer solchen ´Politik` nur die Partei diskreditieren und die parteilosen Arbeiter von der Partei abstoßen kann. Unsere Politik besteht keineswegs darin, die Partei in eine abgesonderte Kaste zu verwandeln. Unsere Politik besteht darin, zwischen den der Partei angehörenden und den parteilosen Arbeitern eine Atmosphäre ´gegenseitigen Vertrauens`, eine Atmosphäre ´gegenseitiger Kontrolle`(Lenin) zu schaffen. Unsere Partei ist in der Arbeiterklasse unter anderem eben deshalb so stark, weil sie diese Politik durchführt.

Also: Erreichen, dass die Arbeiterklasse der UdSSR ihre eigene technische Intelligenz habedas ist die Aufgabe.“ (Stalin Band 13, Seite60 – 62).

V. Anzeichen eines Umschwungs unter der alten technischen Intelligenz

Auch um die Frage des Verhältnisses zu der alten, der bürgerlichen technischen Intelligenz ist es jetzt anders bestellt.

Vor etwa zwei Jahren lagen die Dinge bei uns so, dass der qualifizierteste Teil der alten technischen Intelligenz von der Schädlingskrankheit angesteckt war. Mehr noch, das Schädlingswesen war damals eine Art Mode. Die einen betätigten sich als Schädlinge, die anderen deckten die Schädlinge, die dritten wuschen ihre Hände in Unschuld und wahrten Neutralität, die vierten schwankten zwischen der Sowjetmacht und den Schädlingen. Allerdings arbeitete die Mehrheit der alten technischen Intelligenz mehr oder weniger loyal weiter. Hier aber handelt es sich nicht um die Mehrheit, sondern um den qualifiziertesten Teil der technischen Intelligenz.

Wie entstand die Schädlingsbewegung, wieso entwickelte sie sich? Infolge der Verschärfung des Klassenkampfes innerhalb der Ud SSR, infolge der Offensivpolitik der Sowjetmacht gegen die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land, infolge des Widerstands dieser Elemente gegen die Politik der Sowjetmacht, infolge der Kompliziertheit der internationalen Lage, infolge der Schwierigkeiten im Aufbau der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften. Wurde die Tätigkeit der aktiven Gruppen der Schädlinge durch die Interventionspläne der Imperialisten der kapitalistischen Länder und durch die Schwierigkeiten bei der Getreidebeschaffung innerhalb des Landes gefördert, so wurde das Schwanken des anderen Teils der alten technischen Intelligenz nach der Seite der aktiven Schädlinge verstärkt durch das zur Mode gewordene Gerede der trotzkistisch-menschewistischen Schwätzer, dass ´aus den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften sowieso nichts werden wird`, dass ´die Sowjetmacht sowieso entartet und in Kürze fallen muss`, dass ´die Bolschewiki mit ihrer Politik selbst die Intervention begünstigen´ usw.,usf. Wenn außerdem sogar manche zur rechten Abweichung gehörenden alten Bolschwiki der ´Ansteckung` nicht widerstanden und in dieser Periode Schwankungen durchmachten, die von der Partei hinwegführten, so braucht man sich nicht zu wundern, dass ein gewisser Teil der alten technischen Intelligenz, der niemals etwas mit dem Bolschewismus zu tun hatte, ebenfalls mit Gottes Hilfe ins Schwanken geriet.

Selbstverständlich konnte die Sowjetmacht bei einer solchen Sachlage nur eine einzige Politik gegenüber der alten technischen Intelligenz verfolgen, die Politik der Zerschmetterung der aktiven Schädlinge, der Differenzierung der Neutralen und der Heranziehung der Loyalen.

So war es vor ein, zwei Jahren.

Kann man sagen, dass die Verhältnisse jetzt genau dieselben sind? Nein, das kann man nicht sagen. Im Gegenteil, jetzt haben sich bei uns ganz andere Verhältnisse herausgebildet. Zunächst sei festgestellt, dass wir die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land geschlagen haben und jetzt erfolgreich mit ihnen aufräumen. Selbstverständlich kann das der alten Intelligenz keine Freude bereiten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie immer noch Mitleid für ihre geschlagenen Freunde bekundet. Doch pflegen Anteilnehmende und erst recht Neutrale und Schwankende nicht freiwillig das Los ihrer aktiven Freunde zu teilen, nachdem diese eine schwere und nicht wieder gut zu machende Niederlage erlitten haben.

Ferner haben wir die Schwierigkeiten bei der Getreidebeschaffung überwunden und nicht nur überwunden, sondern führen eine solche Menge Getreide ins Ausland aus wie noch nie, seitdem die Sowjetmacht besteht. Also fällt auch dieses ´Argument` der Schwankenden weg.

Ferner sehen heute selbst Blinde, dass wir an der Front des Aufbaus von Kollektiv- und Sowjetwirtschaften entschieden gesiegt und gewaltige Erfolge errungen haben.

Was also in dem ´Arsenal` der alten Intelligenz das Wichtigste war, das ist zunichte geworden. Was nun die Interventionshoffnungen der bürgerlichen Intelligenz betrifft, so muss festgestellt werden, dass sie sich – wenigstens einstweilen – als auf Sand gebaut erwiesen haben. In der Tat, sechs Jahre hindurch verhieß man ihr die Intervention, und nicht ein einziges Mal versuchte man zu intervenieren. Es ist an der Zeit festzustellen, dass man unsere scharfsichtige bürgerliche Intelligenz einfach an der Nase herumgeführt hat. Ich spreche gar nicht erst davon, dass allein schon das Verhalten der aktiven Schädlinge in dem bekannten Moskauer Prozess die Schädlingsidee diskreditieren musste und auch tatsächlich diskreditiert hat.

Es versteht sich, dass diese neuen Umstände nicht ohne Einfluss auf unsere alte technische Intelligenz bleiben konnten. Die neuen Verhältnisse mussten unter der alten technischen Intelligenz andere Stimmungen hervorrufen und haben sie auch tatsächlich hervorgerufen. Dadurch erklärt sich auch eigentlich die Tatsache, dass wir bei einem gewissen Teil dieser Intelligenz, der früher mit den Schädlingen sympathisierte, bestimmte Anzeichen einer Hinwendung zur Sowjetmacht wahrnehmen. Die Tatsache, dass nicht nur diese Schicht der alten Intelligenz, sondern sogar entschiedene Schädlinge von gestern, ein bedeutender Teil der Schädlinge von gestern in einer Reihe von Werken und Fabriken gemeinsam mit der Arbeiterklasse zu arbeiten beginnt – diese Tatsache zeugt zweifellos davon, dass der Umschwung unter der alten technischen Intelligenz schon begonnen hat. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass es bei uns keine Schädlinge mehr gibt. Nein, das bedeutet es nicht. Schädlinge gibt es und wird es geben, solange wir Klassen haben, solange eine kapitalistische Umwelt besteht. Das bedeutet aber: Wenn einmal ein bedeutender Teil der alten technischen Intelligenz, der früher in dieser oder jener Weise mit den Schädlingen sympathisierte, sich jetzt der Sowjetmacht zugewandt hat, so sind aktive Schädlinge nur in geringer Zahl geblieben, sie sind isoliert und werden sich eine gewisse Zeit lang in tiefe Illegalität zurückziehen müssen.

Daraus folgt aber, dass sich dementsprechend auch unsere Politik gegenüber der alten technischen Intelligenz ändern muss. Drückte sich in der Periode, als das Schädlingswesen auf dem Höhepunkt war, unser Verhalten zu der alten technischen Intelligenz hauptsächlich in der Politik des Zerschlagens aus, so muss heute, in der Periode der Wendung dieser Intelligenz zur Sowjetmacht, unser Verhalten ihr gegenüber hauptsächlich in der Politik ihrer Heranziehung und der Sorge um sie bestehen. Es wäre falsch und undialektisch, wollte man unter den neuen, veränderten Verhältnissen die alte Politik fortsetzen. Es wäre dumm und unvernünftig, heute beinahe in jedem Spezialisten und Ingenieur der alten Schule einen noch nicht ertappten Verbrecher und Schädling zu sehen. ´Spezialistenfresserei` hat bei uns immer als schädliche und schmähliche Erscheinung gegolten und wird auch weiter als solche gelten.

Also: Das Verhalten zu den Ingenieuren und Technikern der alten Schule ändern, sie mit mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge umgeben, sie kühner zur Arbeit heranziehen das ist die Aufgabe.“ (Stalin, Band 13, Seite 63-65).

VII Auf neue Art arbeiten, auf neue Art leiten

    d) Es ergibt sich weiter, dass es nicht mehr möglich ist, wie früher, mit jener Mindestzahl von alten Ingenieuren und Technikern auszukommen, die wir vom bürgerlichen Russland als Erbe übernommen haben. Um das heutige Tempo zu steigern und die heutigen Ausmaße der Produktion zu vergrößern, muss man erreichen, dass die Arbeiterklasse über eine eigene technische Intelligenz verfügt.

    e) Es ergibt sich weiter, dass man nicht mehr, wie früher, alle Spezialisten, Ingenieure und Techniker der alten Schule in einen Topf werfen darf. Um der veränderten Lage Rechnung zu tragen, müssen wir unsere Politik ändern und gegenüber den Spezialisten, Ingenieuren und Technikern der alten Schule, die sich entschieden der Arbeiterklasse zuwenden, ein Höchstmaß von Fürsorge an den Tag legen.“ (Stalin, Band 13, Seite 69).

Es gibt im Umkreis der Partei gewisse Spießer, die versichern, dass unser Produktionsprogramm irreal, undurchführbar sei. Es sind dies Leute von der Art der Schtschedrinschen ´neunmalweisen Gründlinge`, die stets bereit sind, um sich herum eine ´Leere der Denkschwäche` zu verbreiten. Ist unser Produktionsprogramm real? Ohne Zweifel, ja! Es ist schon deswegen real, weil wir über alle zu seiner Verwirklichung notwendigen Bedingungen verfügen. Es ist schon deswegen real, weil seine Durchführung jetzt ausschließlich von uns selbst abhängt, von unserer Fähigkeit und unserem Willen, unsere überaus reichen Möglichkeiten auszunutzen. Wie wäre sonst die Tatsache zu erklären, dass eine ganze Reihe von Betrieben und Industriezweigen den Plan bereits übererfüllt hat? Folglich können auch die anderen Betriebe und Industriezweige den Plan erfüllen und übererfüllen.“ (Stalin, Band 13, Seite 71).



Stalin, Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus, 1931:

Eine Verleumdung muss man brandmarken, nicht aber zum Gegenstand einer Diskussion machen.“ (Stalin, Band 13, Seite 78).

Es kann nichts Flacheres geben, da selbst die offenkundigsten Flachköpfe unter den Menschewiki einzusehen beginnen, dass die russische Revolution keine Privatangelegenheit der Russen ist, dass sie im Gegenteil die Sache der Arbeiterklasse der ganzen Welt, die Sache der proletarischen Weltrevolution ist. Es kann nichts Gemeineres geben, da selbst die berufsmäßigen Verleumder aus der II. Internationale einzusehen beginnen, dass der konsequente und bis zum Letzten revolutionäre Internationalismus der Bolschewiki ein Musterbeispiel des proletarischen Internationalismus für die Arbeiter aller Länder ist“ (Stalin, Band 13, Seite 84).

Der Trotzkismus ist ein Vortrupp der konterrevolutionären Bourgeoisie.

Deshalb ist der Liberalismus gegenüber dem Trotzkismus, auch wenn dieser geschlagen ist und sich maskiert, eine Torheit, die an ein Verbrechen, an einen Verrat an der Arbeiterklasse grenzt.

Deshalb müssen die Versuche mancher ´Literaten` und ´Historiker` , in unsere Literatur maskierten trotzkistischen Plunder einzuschmuggeln, auf die entschiedene Abfuhr der Bolschewiki stoßen.

Deshalb darf man keine literarische Diskussion mit trotzkistischen Schmugglern zulassen.“ (Stalin, Band 13, Seite 89.



Stalin, Unterredung mit dem deutschen Schriftsteller Emil Ludwig, 13. Dezember 1931:

Was mich betrifft, so bin ich nur ein Schüler Lenins, und das Ziel meines Lebens ist es, ein würdiger Schüler Lenins zu sein.

Die Aufgabe, der ich mein Leben widme, besteht darin, den Aufstieg einer anderen Klasse zu fördern, nämlich der Arbeiterklasse. Diese Aufgabe besteht nicht in der Festigung irgendeines `National`staates, sondern in der Festigung des sozialistischen, und folglich eines internationalen Staates, wobei jede Festigung dieses Staates zur Stärkung der gesamten internationalen Arbeiterklasse beiträgt. Wäre nicht ein jeder Schritt in meiner Arbeit, die dem Aufstieg der Arbeiterklasse und der Festigung des sozialistischen Staates dieser Klasse gilt, darauf gerichtet, die Lage der Arbeiterklasse zu festigen und zu verbessern, so würde ich mein Leben als zwecklos ansehen. (...)

Was Lenin und Peter den Großen betrifft, so war letzterer nur ein Tropfen im Meer, Lenin dagegen ein ganzer Ozean.

Ludwig: Der Marxismus verneint die hervorragende Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte. Sehen Sie keinen Widerspruch zwischen der materialistischen Geschichtsauffassung und der Tatsache, das Sie trotzdem die hervorragende Rolle geschichtlicher Persönlichkeiten anerkennen?

Stalin. Nein, hier besteht kein Widerspruch. Der Marxismus verneint keineswegs die Rolle hervorragender Persönlichkeiten oder die Tatsache, dass die Menschen die Geschichte machen. Sie können bei Marx im ´Elend der Philosophie` und in seinen anderen Werken Ausführungen darüber finden, dass eben Menschen die Geschichte machen. Allerdings machen die Menschen die Geschichte nicht so, wie es ihnen die Phantasie eingibt, nicht so, wie es ihnen gerade einfällt. Jede neue Generation findet bestimmte Verhältnisse vor, die bereits in fertiger Gestalt vorhanden waren, als diese Generation zur Welt kam. Und große Männer sind nur insoweit von Bedeutung, als sie es vermögen, diese Verhältnisse richtig zu verstehen und zu erkennen, wie sie zu ändern sind. Wenn sie diese Verhältnisse nicht verstehen und sie verändern wollen, wie es ihnen ihre Phantasie eingibt, so geraten sie, diese Leute, in die Lage Don Quichottes. Somit lehrt gerade Marx, dass man die Menschen keinesfalls den Verhältnissen entgegenstellen darf. Eben die Menschen machen die Geschichte, aber nur insofern, als sie die Verhältnisse richtig verstehen, die sie in fertiger Gestalt vorfinden, und nur insofern, als sie verstehen, wie diese Verhältnisse zu ändern sind. So wenigstens verstehen wir russischen Bolschewiki Marx. Und wir haben Marx einige Jahrzehnte lang studiert.

Ludwig. Vor dreißig Jahren, als ich die Universität besuchte, haben zahlreiche deutsche Professoren, die sich für Anhänger der materialistischen Geschichtsauffassung hielten, uns eingeredet, der Marxismus verneine die Rolle der Helden, die Rolle heroischer Persönlichkeiten in der Geschichte.

Stalin. Das waren Vulgarisatoren des Marxismus. Der Marxismus hat nie die Rolle der Helden verneint. Im Gegenteil, er erkennt diese Rolle als bedeutend an, allerdings mit den Vorbehalten, die ich eben erwähnt habe.

Ludwig. Um den Tisch, an dem wir sitzen, stehen 16 Stühle. Im Ausland weiß man einerseits, dass die UdSSR ein Land ist, in dem kollegial entschieden werden soll, andererseits aber weiß man, dass alles durch eine einzelne Person entschieden wird. Wer entscheidet denn nun?

Stalin. Nein, eine einzelne Person darf nicht entscheiden. Entscheidungen einer einzelnen Person sind immer oder fast immer einseitige Entscheidungen. In jedem Kollegium, in jedem Kollektiv gibt es Menschen, mit deren Meinung man rechnen muss. In jedem Kollegium, in jedem Kollektiv gibt es Menschen, die auch falsche Meinungen zu Ausdruck bringen können. Auf Grund der Erfahrungen von drei Revolutionen wissen wir, dass unter hundert Entscheidungen, die von einzelnen Personen getroffen und nicht kollektiv überprüft und berichtigt wurden, annähernd neunzig Entscheidungen einseitig sind.“

Unser führendes Organ, das Zentralkomitee unserer Partei, das alle unsere Sowjet- und Parteiorganisationen leitet, besteht aus etwa siebzig Mitgliedern. Unter diesen siebzig Mitgliedern des ZK befinden sich unsere besten Industriefachleute, unsere besten Genossenschaftler, unsere besten Versorgungsfachleute, unsere besten Militärfachleute, unsere besten Propagandisten, unsere besten Agitatoren, die besten Kenner unserer Sowjetwirtschaften, die besten Kenner unserer Kollektivwirtschaften, die besten Kenner der individuellen Bauernwirtschaft, unsere besten Kenner der Nationen der Sowjetunion und der nationalen Politik. In diesem Areopag ist die Weisheit unserer Partei konzentriert.“ (Stalin, Band 13, Seite 94/95/96).

Niemals unter keinen Umständen würden unsere Arbeiter heutzutage die Macht eines einzelnen dulden. Selbst die größten Autoritäten verlieren jegliche Bedeutung, verwandeln sich in ein Nichts, sobald die Arbeitermassen aufhören, ihnen zu vertrauen, sobald sie den Kontakt mit den Arbeitermassen verlieren. Plechanow genoss außerordentlich große Autorität. Und was geschah? Sobald er in politischer Hinsicht zu hinken begann, vergaßen ihn die Arbeiter, sie wandten sich von ihm ab und vergaßen ihn einfach. Ein anderes Beispiel: Trotzki. Trotzki genoss ebenfalls große Autorität, wenn auch bei weitem nicht die gleiche wie Plechanow. Und was geschah? Sobald er sich von den Arbeitern abwandte, vergaßen sie ihn.“ (Stalin, Band 13, Seite 98/99).

Der revolutionären Bewegung schloss ich mich im Alter von 15 Jahren an, als ich mit den illegalen Gruppen russischer Marxisten, die damals in Transkaukasien lebten, Verbindung aufgenommen hatte. Diese Gruppen übten großen Einfluss auf mich aus und brachten mit Geschmack an der illegalen marxistischen Literatur bei.

Ludwig. Was trieb Sie in die Opposition? Vielleicht schlechte Behandlung seitens Ihrer Eltern?

Stalin. Nein, Meine Eltern waren zwar keine gebildeten Leute, aber sie behandelten mich keineswegs schlecht. Ganz anders war es im griechisch-orthodoxen Priesterseminar, wo ich damals lernte. Aus Protest gegen das schändliche Regime und die jesuitischen Methoden, die im Seminar angewandt wurden, war ich bereit, ein Anhänger des Marxismus, dieser wahrhaft revolutionären Lehre.“ (Stalin, Band 13, Seite 100/101).

Obwohl der Feudalismus als Gesellschaftsordnung in Europa schon längst zerschlagen ist, bestehen dort in der Lebensart und in den Gepflogenheiten weiterhin bedeutende Überreste des Feudalismus. Die feudalen Kreise stellen weiterhin Techniker, Spezialisten, Gelehrte und Schriftsteller, die in die Industrie, Technik, Wissenschaft und Literatur Herrenmanieren hineintragen. Die feudalen Traditionen sind noch nicht restlos beseitigt.“

Ludwig. Warum gerade [Sympathien] für die deutsche Nation?

Stalin. Allein schon deshalb, weil sie der Welt solche Männer wie Marx und Engels gegeben hat. Es genügt, dies als Tatsache zu konstatieren.“ (Stalin, Band 13, Seite 102).

Bolschewiki, Marxisten glauben nicht an ´Schicksal`. Schon der Begriff ´Schicksal` ist ein Vorurteil, ist Unsinn, ist ein Überbleibsel der Mythologie, etwa der Mythologie der alten Griechen, bei denen die Schicksalsgöttin die Geschicke der Menschen lenkte“ (Stalin, Band 13, Seite 106).

Was die Kenntnis Europas, das Studium Europas anbetrifft, so hatten selbstverständlich diejenigen, die Europa studieren wollten, mehr Möglichkeiten, dies zu tun, wenn sie in Europa lebten. Und in diesem Sinne haben diejenigen von uns, die nicht längere Zeit im Ausland gelebt haben, einiges versäumt. Aber der Aufenthalt im Ausland ist keineswegs von entscheidender Bedeutung für das Studium der europäischen Wirtschaft, Technik, der Kader der Arbeiterbewegung, jeglicher Literatur, der schönen wie der wissenschaftlichen. Unter sonst gleichen Bedingungen ist es natürlich leichter, Europa zu studieren, wenn man dort gelebt hat. Aber dieses Minus, das bei den Menschen besteht, die nicht in Europa gelebt haben, hat keine große Bedeutung. Im Gegenteil, ich kenne viele Genossen, die zwanzig Jahre im Ausland verbrachten, irgendwo in Charlottenburg oder im Quartier latin lebten, jahrelang in Cafés herumsaßen, Bier tranken und trotzdem nicht imstande waren, Europa kennenzulernen und zu verstehem.“ (Stalin, Band 13, Seite 107/108).

Unter verschiedenen Bedingungen ist die Rolle des Ehrgeizes verschieden. Je nach den Bedingungen kann Ehrgeiz ein Ansporn oder ein Hemmnis für die Tätigkeit einer großem geschichtlichen Persönlichkeit sein. Meist ist er ein Hemmnis.“ (Stalin, Band 13, Seite 109).



Stalin, Nishni-Nowgorod an den Bauleiter und an den Direktor der Molotow-Autowerke, 2. Januar 1932:

Unseren Dank den ausländischen Arbeitern, Technikern und Ingenieuren, die der Arbeiterklasse der Sowjetunion bei der Errichtung, Montage und Inbetriebnahme des Werks geholfen haben.“ (Stalin, Band 13, Seite 110).



Stalin, Antwort an Olechnowitsch und Aristow, 15. Januar und 25. Januar 1932:

Es kann keinen Trotzkismus geben ohne Träger des Trotzkismus, das heißt ohne Trotzkisten, ebenso wie es auch keine Trotzkisten geben kann ohne den Trotzkismus – sei es auch ein verschleierter und verhüllter, aber immerhin Trotzkismus -, andernfalls würden sie aufhören, Trotzkisten zu sein.“ (Stalin, Band 13, Seite 113).

Ich kann Ihnen im Vertrauen sagen, dass Sie Trotzki und den trotzkistischen Schmugglern den größten Dienst erweisen, wenn Sie die Methode der künstlichen Trennung der Frage des Trotzkismus von der Frage der Trotzkisten in unserer politischen Praxis einführen. (...)

In Wirklichkeit war der Trotzkismus eine Fraktion des Menschewismus bis zum Eintritt der Trotzkisten in unsere Partei, er wurde vorübergehend zu einer Fraktion des Kommunismus nach dem Eintritt der Trotzkisten in unsere Partei, er ist von neuem zu einer Fraktion des Menschewismus geworden nach der Vertreibung der Trotzkisten aus unserer Partei. ´Der Hund ist zu seinem Auswurf zurückgekehrt.`

... dass der Trotzkismus ´in einem bestimmten historischen Zeitabschnitt` eine Fraktion des Kommunismus darstellte – eine Fraktion, die zwischen Bolschewismus und Menschewismus schwankte.“ (Stalin, Band 13, Seite 115/116).

Nicht Trotzki, sondern Rosa Luxemburg und Parvus haben die Theorie der ´permanenten` Revolution ersonnen. Nicht Rosa Luxemburg, sondern Parvus und Trotzki sind im Jahre 1905 für die Theorie der ´permanenten` Revolution gegen Lenin zu Felde gezogen und haben aktiv für sie gekämpft.

Später begann Rosa Luxemburg gleichfalls, aktiv gegen das Leninsche Revolutionsschema zu kämpfen. Das war aber bereits nach 1905. (Stalin, Band 13, Seite 117).



Stalin, Herr Campbell schneidet auf, 23. November 1932:

Der Wunsch, mit dem Namen Stalins zu spekulieren, führt Hernn Campbell offensichtlich auf Abwege.

Herr Campbell schneidet ein übriges Mal auf, wenn er Stalin die Worte unterschiebt, dass ´man zur Zeit Trotzkis wirklich bemüht war, den Kommunismus in der ganzen Welt zu verbreiten, dass dies der Hauptgrund war, der zum Bruch zwischen Trotzki und ihm (das heißt Stalin) geführt hat, dass Trotzki an den Weltkommunismus glaubte, während er, Stalin, seine Tätigkeit auf das eigene Land beschränken wollte.` An diese ungereimte Lügengeschichte, die die Tatsachen völlig auf den Kopf stellt, können nur Überläufer glauben, die im Lager der Kautsky und Wels gelandet sind.“ (Stalin, Band 13, Seite 132).

Niederschrift der Unterredung mit Herrn Campbell vom 28. Januar 1929:

Wir verfolgen die Entwicklung in den USA, denn dieses Land ist ein in wissenschaftlicher und technischer Hinsicht hochstehendes Land. Wir wünschten, dass die Wissenschaftler und Techniker in Amerika auf dem Gebiet der Technik unsere Lehrmeister und wir ihre Schüler wären.“ (Stalin, Band 13, Seite 134).



Stalin, Die Ergebnisse des ersten Fünfjahrplans, 7. Januar 1933:

Man sagt uns, dass es unmöglich sei, den Handel zu entfalten, selbst wenn es der Sowjethandel ist, ohne eine gesunde Geldwirtschaft und eine gesunde Valuta zu haben, dass vor allem die Geldwirtschaft und unsere Sowjetvaluta, die angeblich gar keinen Wert darstelle, kuriert werden müssten. Das sagen uns die Ökonomen der kapitalistischen Länder. Ich glaube, dass diese verehrten Ökonomen von politischer Ökonomie nicht mehr verstehen als, sagen wir, der Erzbischof von Canterbury von anti-religiöser Propaganda. (...) Werden die Ökonomen der kapitalistischen Länder jemals begreifen, dass sie mit der Theorie der Goldreserve als das ´einzigen` Sicherung der Stabilität der Valuta endgültig in eine Sackgasse geraten sind?“ (Stalin, Band 13, Seite 183 und 184).

Als Ergebnis der Verwirklichung des Fünfjahrplans auf dem Gebiet der Industrie, der Landwirtschaft und des Handels haben wir in allen Sphären der Volkswirtschaft das Prinzip des Sozialismus durchgesetzt und aus ihnen die kapitalistischen Elemente vertrieben.

Wozu musste das in Bezug auf die kapitalistischen Elemente führen, und wozu hat es in der Tat geführt?

Das hat dazu geführt, dass die letzten Überreste der sterbenden Klassen: die Privatindustriellen und ihr Anhang, die Privathändler und ihre Handlanger, die ehemaligen Adligen und Popen, die Kulaken und ihre Helfershelfer, die ehemaligen weißen Offiziere und Landpolizisten, die ehemaligen Polizisten und Gendarmen, die verschiedensten bürgerlichen Intellektuellen chauvinistischer Färbung und alle sonstigen anti-sowjetischen Elemente aus dem Gleise geworfen wurden.(...)

Gegen die Sowjetmacht direkt Attacke zu reiten sind diese Herrschaften nicht mehr imstande. Sie und ihre Klassen haben schon einige Male solche Attacken geritten, aber sie wurden geschlagen und zerstreut.. Darum ist das einzige, was sie noch tun können, Schaden und Unheil für die Arbeiter, die Kollektivbauern, die Sowjetmacht und die Partei zu stiften. Und sie schaden auch, wo sie nur können, indem sie versteckte Wühlarbeit betreiben. Sie stecken Lagerhäuser in Brand und beschädigen Maschinen. Sie organisieren Sabotage. Sie organisieren Schädlingsarbeit in den Kollektivwirtschaften, in den Sowjetwirtschaften, wobei manche von ihnen, unter denen sich auch einige Professoren befinden, in ihrem Schädlingsdrang so weit gehen, dass sie dem Vieh in den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften die Pest, die sibirische Seuche einimpfen, die Verbreitung der Meningitis unter den Pferden fördern usw.

Aber das ist nicht die Hauptsache. Die Hauptsache in der ´Tätigkeit` dieser Ehemaligen besteht darin, dass sie massenhaft Diebstahl und Veruntreuung staatlichen und genossenschaftlichen Gutes, kollektivwirtschaftlichen Eigentums organisieren. (...) Sie als Marxisten müssen wissen, dass das Bewusstsein der Menschen in seiner Entwicklung hinter ihrer tatsächlichen Lebenslage zurückbleibt. Die Kollektivbauern sind ihrer Lage nach nicht mehr Einzelbauern, sondern Kollektivisten, aber ihr Bewusstsein ist einstweilen noch das alte, das Bewusstsein von Privateigentümern. Und die aus den Ausbeuterklassen stammenden Ehemaligen nutzen die aus dem Privateigentum herrührenden Gewohnheiten der Kollektivbauern aus, um Diebstahl an gesellschaftlichem Gut zu organisieren und damit die Grundlage der sowjetischen Gesellschaftsordnung, das gesellschaftliche Eigentum, zu erschüttern. (...)

Die Kapitalisten haben das Privateigentum für heilig und unantastbar erklärt und seinerzeit eine Festigung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung erreicht. Wir Kommunisten müssen um so mehr das gesellschaftliche Eigentum für heilig und unantastbar erklären, um damit die neuen, die sozialistischen Wirtschaftsformen auf allen Gebieten der Produktion und des Handels zu festigen.“ (Stalin, Band 13, Seite 186/187).

Eine starke und mächtige Diktatur des Proletariats – das ist es, was wir jetzt brauchen, um die letzten Überreste der sterbenden Klassen zu vernichten und ihre Diebesmachenschaften zu vereiteln.

Manche Genossen haben die These von der Aufhebung der Klassen, von der Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft und vom Absterben des Staates als Rechtfertigung für Trägheit und Gleichmütigkeit aufgefasst, als Rechtfertigung der konterrevolutionären Theorie vom Erlöschen des Klassenkampfes und von der Schwächung der Staatsmacht. Es erübrigt sich zu sagen, dass solche Leute mit unserer Partei nichts gemein haben können. Das sind Entartete oder Doppelzüngler, die man aus der Partei verjagen muss. Die Aufhebung der Klassen wird nicht durch das Erlöschen des Klassenkampfes, sondern durch seine Verstärkung erreicht. Das Absterben des Staates wird nicht durch die Schwächung der Staatsmacht erfolgen, sondern durch ihre maximale Verstärkung, die notwendig ist, um die Überreste der sterbenden Klassen zu vernichten und die Verteidigung gegen die kapitalistische Umkreisung zu organisieren, die noch bei weitem nicht beseitigt ist und noch nicht so bald beseitigt sein wird.

Durch die Verwirklichung des Fünfjahrplans haben wir erreicht, dass wir die letzten Überreste der feindlichen Klassen aus ihren Positionen in der Produktion endgültig hinausgeworfen, das Kulakentum geschlagen und die Grundlage für seine Vernichtung geschaffen haben. Das ist das Ergebnis des Fünfjahrplans auf dem Gebiet des Kampfes gegen die letzten Trupps der Bourgeoisie. Aber das ist noch zu wenig. Die Aufgabe besteht darin, diese Ehemaligen aus unseren eigenen Betrieben und Institutionen hinauszuwerfen und sie endgültig unschädlich zu machen.

Man kann nicht sagen, dass diese Ehemaligen durch ihre Schädlings- und Diebesmachenschaften an der jetzigen Lage in der UdSSR irgend etwas ändern könnten. Sie sind zu schwach und ohnmächtig, um sich den Maßnahmen der Sowjetmacht zu widersetzen. Wenn sich aber unsere Genossen nicht mit revolutionärer Wachsamkeit wappnen und das spießbürgerlich gleichmütige Verhalten zu Fällen des Diebstahls und der Veruntreuung gesellschaftlichen Eigentums nicht aus der Praxis ausmerzen, so können die Ehemaligen nicht wenig Schaden anrichten. Man muss im Auge behalten, dass die wachsende Macht des Sowjetstaates den Widerstand der letzten Überreste der sterbenden Klassen verstärken wird. Gerade weil sie im Sterben liegen und ihre letzten Tage fristen, werden sie von den Vorstößen der einen Form zu Vorstößen in anderen, schärferen Formen übergehen, an rückständige Schichten der Bevölkerung appelieren und sie gegen die Sowjetmacht mobilisieren. Es gibt keine Gemeinheit und keine Verleumdung, zu der diese Ehemaligen in ihrem Kampf gegen die Sowjetmacht nicht greifen und mit deren Hilfe sie nicht versuchen würden, die rückständigen Elemente zu mobilisieren.

Auif diesem Boden können die zerschlagenen Gruppen der alten konterrevolutionären Parteien der Sozialrevolutionäre, Menschewiki, der bürgerlichen Nationalisten im Zentrum des Landes und in den Randgebieten wiederaufleben und sich zu regen beginnen. Können die Splitter der konterrevolutionären Elemente aus den Reihen der Trotzkisten und der rechten Abweichler wiederaufleben und sich zu regen beginnen. Das ist natürlich nicht schrecklich. Aber all dies muss man im Auge behalten, wenn wir mit diesen Elementen schnell und ohne besondere Opfer Schluss machen wollen.

Deshalb ist die revolutionäre Wachsamkeit diejenige Eigenschaft, die die Bolschewiki jetzt besonders brauchen.“ (Stalin, Band 13, Seite 188-190).



Stalin, Über die Arbeit auf dem Lande, Rede 11. Januar 1933:

Man sucht den Klassenfeind außerhalb der Kollektivwirtschaften, man sucht ihn in der Gestalt von Leuten mit tierischer Physiognomie, mit riesigen Zähnen, mit feisten Nacken und mit einem Stutzen in der Hand. Man sucht den Kulaken, wie wir ihn von Plakaten her kennen. Aber solche Kulaken sind schon längst von der Bildfläche verschwunden. Die Kulaken von heute und ihre Tellerlecker, die heutigen sowjetfeindlichen Elemente auf dem Lande – das sind größtenteils ´stille`, ´honigtriefende`Leute, beinahe ´Heilige`. Man braucht sie nicht weit von der Kollektivwirtschaft zu suchen, sie sitzen in der Kollektivwirtschaft selbst und bekleiden dort die Posten (...)

Um einen so geriebenen Feind zu durchschauen und auf die Demagogie nicht hereinzufallen, muss man revolutionäre Wachsamkeit üben, muss man die Fähigkeit besitzen, dem Feinde die Maske herunterzureißen und den Kollektivbauern sein wirkliches, konterrevolutionäres Gesicht zu zeigen. Gibt es aber bei uns auf dem Lande Kommunisten, die über diese Eigenschaften verfügen? Nicht nur, dass die Kommunisten oft solche Klassenfeinde nicht entlarven, sondern sie fallen im Gegenteil selbst auf deren Gaunerdemagogie herein und lassen sich von ihnen am Gängelband führen.“

Bei einem so scharfen Klasenkampf, wie er gegenwärtig bei uns im Sowjetland vor sich geht, bleibt kein Raum für ´neutrale` Kollektivwirtschaften, unter solchen Verhältnissen können Kollektivwirtschaften nur entweder bolschewistisch oder sowjetfeindlich sein. Und wenn in diesen oder jenen Kollektivwirtschaften nicht wir die Führung haben, dann bedeutet das, dass sie von sowjetfeindlichen Elementen geführt werden. Darüber kann gar kein Zweifel bestehen.“ (Stalin, Band 13, Seite 205/206).



Stalin, Rede auf dem ersten Unionskongress der Stoßarbeiter, 23. Februar 1933:

... besteht die Aufgabe darin, den Leninismus zu studieren und immer wieder zu studieren. (...) Studiert den Bolschewismus und führt die Schwankenden vorwärts! Redet weniger, arbeitet mehr – und euer Werk wird bestimmt von Erfolf gekrönt sein. (Beifall.); (Stalin, Band 13, Seite 227).



Stalin, Unterredung mit Oberst Robins, 13. Mai 1933:

Was die mangelnden Arbeitsfertigkeiten, die ungenügende Vorbildung der Arbeiter betrifft, so stimmt es, dass es bei uns wenige vorgebildete Arbeiter gibt, und sie werden nicht so leicht mit den Maschinen fertig wie die Arbeiter in Europa oder in Amerika. Aber das ist bei uns eine vorübergehende Erscheinung. Wenn man zum Beispiel die Frage prüft, wo die Arbeiter im Laufe der Geschichte die neue Technik schneller meistern lernten – in Europa, in Amerika oder in diesen fünf Jahren in Russland -, so denke ich, dass die Arbeiter in Russland dies trotz ihrer geringen Vorbildung schneller gelernt haben. (...)

Meiner Meinung nach erklärt sich die schnelle Meisterung der Produktion von Maschinen nicht aus den besonderen Fähigkeiten der russischen Arbeiter, sondern daraus, dass die Produktion (...) bei uns nicht als private Angelegenheit des Menschen gilt, sondern als Angelegenheit des Staates (...) als Angelegenheit der Gesellschaft, (...) als Sache der Ehre.“ (Stalin, Band 13, Seite 237/238).

Bei uns wird das Kind nicht geschlagen, sehr selten wird es bestraft, man gibt ihm die Möglichkeit, selbst zu wählen, was ihm gefällt, man gibt ihm die Möglichkeit, den Weg zu gehen, den es sich selbst erwählt. Ich glaube, dass nirgends für das Kind, für seine Erziehung und Entwicklung so gut gesorgt wird wie bei uns, in der Sowjetunion.“ (Stalin, Band 13, Seite 242).



Stalin, Grußbotschaft zum 15. Jahrestag des Leninschen Kommunistischen Jugendverbands der Sowjetunion, 28. Oktober 1933:

Ich wünsche ihm Erfolg bei der Erziehung unserer Jugend im Geiste des Leninismus, bei der Erziehung unserer Jugend im Geiste des unversöhnlichen Kampfes gegen die Feinde der Arbeiterklasse und der allseitigen Festigung der internationalen brüderlichen Bande zwischen den Werktätigen aller Sprachen und Rassen der Welt.“ (Stalin, Band 13, Seite 245).



Stalin, Unterredung mit Herrn Duranti, 4. Januar 1934:

Es gibt ein philosohisches System, den Solipsismus, das darin besteht, dass der Mensch nicht an die Existenz der Außenwelt, sondern nur an sein eigenes Ich glaubt. Lange Zeit schien es, als huldige die amerikanische Regierung diesem System und glaube nicht an die Existenz der UdSSR.“ (Stalin, Band 13, Seite 249).

Leider sind gute Militärfachleute nicht immer gute Volkswirtschaftler, und sie können nicht immer zwischen der Macht der Waffen und der Macht der ökonomischen Gesetze unterscheiden.“ (Stalin, Band 13, Seite 250).



Stalin, Rechenschaftsbericht an den XVII. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU (B), 26. Januar 1934):

Was die kulturelle Entwicklung des Landes betrifft, so haben wir in der Berichtsperiode:

a) die Einführung der allgemeinen Schulpflicht in der ganzen UdSSR und die Erhöhung des Prozentsatzes der Lese- und Schreibkundigen von 67 Prozent Ende 1930 auf 90 Prozent Ende 1933;

b) das Anwachsen der Schülerzahl in den Schulen aller Stufen von 14 358 000 im Jahre 1929 auf 26 419 000 im Jahre 1933, darunter in den Elementarschulen von 11 697 000 auf 19 163 000, in den Mittelschulen von 2 453 000 auf 6 674 000, in den Hochschulen von 207 000 auf 491 000;

c) Das Anwachsen der Zahl der von der Vorschulerziehung erfassten Kinder von 838 000 im Jahre 1929 auf 5 917 000 im Jahre 1933;

d) das Anwachsen der Zahl der höheren Lehranstalten, der allgemeinen und der speziellen, von 91 im Jahre 1914 auf 600 im Jahre 1933;

e) das Anwachsen der Zahl der wissenschaftlichen Forschungsinstitute von 400 im Jahre 1929 auf 840 im Jahre 1933;

f) das Anwachsen der Zahl der Klubs und ähnlicher Einrichtungen von 32 000 im Jahre 1929 auf 54 000 im Jahre 1933;

g) das Anwachsen der Zahl der Lichtspieltheater, der Lichtspielapparate in den Klubs und der Wanderkinos von 9800 im Jahre 1929 auf 29 200 im Jahre 1933;

h) das Anwachsen der Auflagen der Zeitungen von 12 500 000 im Jahre 1929 auf 36 500 000 im Jahre 1933.

Es dürfte wohl nicht schaden festzustellen, dass unter den Studierenden der höheren Lehranstalten die Arbeiter 51, 4 Prozent, die werktätigen Bauern 16, 5 Prozent ausmachen, während in Deutschland zum Beispiel unter den Studierenden der höheren Lehranstalten im Unterrichtsjahr 19/32/33 die Arbeiter im Ganzen nur 3, 2 Prozent, die Kleinbauern im ganzen nur 2, 4 Prozent ausmachten.

Als erfreuliche Tatsache und als Zeichen des ansteigenden Kulturniveaus im Dorfe muss das Anwachsen der Aktivität der Kollektivbäuerinnen auf dem Gebiet der gesellschaftlichen organisatorischen Arbeit festgestellt werden. (...)

Dieser Umstand, Genossen, ist von gewaltiger Bedeutung. Er ist von gewaltiger Bedeutung, weil die Frauen die Hälfte der Bevölkerung unseres Landes ausmachen, weil sie eine riesige Arbeitsarmee bilden, weil sie berufen sind, unsere Kinder, unsere künftige Generation, das heißt unsere Zukunft, zu erziehen. Deshalb können wir nicht zulassen, dass diese gewaltige Armee von Werktätigen in Finsternis und Unwissenheit dahinvegetieren! Deshalb müssen wir die zunehmende gesellschaftliche Aktivität der werktätigen Frauen und ihr Aufrücken in leitende Stellungen als unzweifelhaftes Zeichen des Steigens unseres Kulturniveaus begrüßen. (Anhaltender Beifall.)

Schließlich muss man noch eine Tatsache hervorheben, allerdings negativer Natur. Ich meine die unzulässige Erscheinung, dass die pädagogischen und medizinischen Fakultäten bei uns immer noch stiefmütterlich behandelt werden. Das ist ein großer Mangel, der an Verletzung der Staatsinteressen grenzt. Dieser Mangel muss unbedingt behoben werden, und je schneller das geschieht, desto besser.“ (Stalin, Band 13, Seite 300 – 302).

Man muss ferner Vorurteile anderer Art überwinden. Ich meine das ultralinke Geschwätz, das unter einem Teil unserer Funktionäre in Umlauf ist, dass nämlich der Sowjethandel ein überholtes Stadium sei, dass wir den direkten Produktenaustausch organisieren müssten, dass das Geld bald abgeschafft werden würde, weil es zu einem bloßen Rechenschein geworden sei, dass man den Handel nicht zu entwickeln brauche, da doch der direkte Produktenaustausch bereits vor der Tür stehe. Es muss betont werden, dass dieses kleinbürgerliche ultralinke Geschwätz, das den kapitalistischen Elementen, die bestrebt sind, die Entfaltung des Sowjethandels zu vereiteln, in die Hände arbeitet, nicht nur bei einem Teil der ´roten Professoren`, sondern auch bei manchem Funktionären des Handels in Umlauf ist. Es ist natürlich lächerlich und drollig, dass diese Leute, die nicht fähig sind, die überaus einfache Sache des Sowjethandels zu organisieren, von ihrer Bereitschaft schwatzen, die kompliziertere und schwierigere Sache des direkten Produktenaustausches zu organisieren. Aber die Don Quichottes heißen gerade deswegen Don Quichottesm weil ihnen der elementare Sinn für die Wirklichkeit abgeht. Diese Leute, die vom Marxismus ebenso entfernt sind wie der Himmel von der Erde, verstehen offenbar nicht, dass das Geld bei uns noch lange bestehen wird, bis zum Abschluss des ersten Stadiums des Kommunismus, des sozialistischen Entwicklungsstadiums. Sie verstehen nicht, dass das Geld ein Instrument der bürgerlichen Ökonomik ist, das die Sowjetmacht in ihre Hände genommen und den Interessen des Sozialismus angepasst hat, um den Sowjethandel voll zu entfalten und dadurch die Bedingungen für den direkten Produktenaustausch vorzubereiten. Sie verstehen nicht, dass der Produktenaustausch nur als Ablösung und Ergebnis eines ideal organisierten Sowjethandels kommen kann, von dem bei uns noch nicht die leiseste Spur vorhanden ist und den wir nicht so bald haben werden. Es ist klar, dass die Partei, die bestrebt ist, den vollentfalteten Sowjethandel zu organisieren, es für notwendig gehalten hat, auch diese ´linken` Missgestalten hart anzupacken, ihrem kleinbürgerlichen Geschwätz aber ein Ende zu machen.“ (Stalin, Band 13, Seite 304/305).

III Partei

Der jetzige Parteitag steht im Zeichen des vollen Sieges des Leninismus, im Zeichen der Liquidierung der Überreste der anti-leninistischen Gruppierungen.“ (Stalin, Band 13, Seite 308).

Die Feinde der Partei, die Opportunisten aller Schattierungen, die nationalistischen Abweichler aller Art sind geschlagen. Aber Überreste ihrer Ideologie leben noch in den Köpfen einzelner Parteimitglieder fort und machen sich nicht selten bemerkbar. Man darf die Partei nicht als etwas von den sie umgebenden Menschen Losgelöstem betrachten. Sie lebt und wirkt innerhalb des sie umgebenden Milieus. Kein Wunder, dass nicht selten von außen ungesunde Stimmungen in die Partei eindringen. Ein Boden für solche Stimmungen besteht aber zweifellos in unserem Lande, schon aus dem Grunde, weil bei uns immer noch gewisse Zwischenschichten der Bevölkerung sowohl in der Stadt als auch im Dorfe vorhanden sind, die einen Nährboden für solche Stimmungen bilden.

Die XVII. Konferenz unserer Partei hat erklärt, dass eine der grundlegenden politischen Aufgaben bei der Verwirklichung des zweiten Fünfjahrplans in der ´Überwindung der Überreste des Kapitalismus in der Wirtschaft und im Bewusstsein der Menschen` besteht. Das ist ein völlig richtiger Gedanke. Kann man jedoch sagen, dass wir bereits alle Überreste des Kapitalismus in der Wirtschaft überwunden haben? Nein, das kann man nicht sagen. Um so weniger kann man sagen, dass wir die Überreste des Kapitalismus im Bewusstsein der Menschen überwunden haben. Das kann man nicht nur deshalb nicht sagen, weil das Bewusstsein der Menschen in seiner Entwicklung hinter ihrer ökonomischen Lage zurückbleibt, sondern auch deshalb, weil immer noch die kapitalistische Umwelt besteht, die bestrebt ist, die Überreste des Kapitalismus in der Wirtschaft und im Bewusstsein der Menschen in der UdSSR zu beleben und aufrechtzuerhalten, und gegen die wir Bolschewiki immer unser Pulver trocken halten müssen.

Man begreift, dass diese Überreste unvermeidlich einen günstigen Nährboden bilden, um die Ideologie der zerschlagenen anti-leninistischen Gruppen in den Köpfen einzelner Mitglieder unserer Partei neu zu beleben. Nimmt man noch das nicht sehr hohe theoretische Niveau der Mehrzahl der Mitglieder unserer Partei hinzu, die schwache ideologische Arbeit der Parteiorgane, die Überlastung unserer Parteifunktionäre mit rein praktischer Arbeit, die sie der Möglichkeit beraubt, ihr theoretisches Wissen zu vervollständigen, dann wird man verstehen, woher der Wirrwarr in einer Reihe von Fragen des Leninismus in den Köpfen einzelner Parteimitglieder kommt, der nicht selten in unsere Presse eindringt und die Belebung der Überreste der Ideologie der zerschlagenen anti-leninistischen Gruppen erleichtert.

Aus diesem Grunde kann man nicht sagen, dass der Kampf zu Ende sei und dass keine Notwendigkeit mehr bestehe, eine Politik der Offensive des Sozialismus zu betreiben.

Man könnte eine Reihe von Fragen des Leninismus nehmen und an ihnen demonstrieren, wie zählebig bei manchen Parteimitgliedern die Überreste der Ideologie der zerschlagenen anti-leninistischen Gruppen noch sind.“ (Stalin, Band 13, Seite 309/310).

Die bürgerlichen Schriftsteller stellen mit Vorliebe den marxistischen Sozialismus als eine alte zaristische Kaserne dar, wo alles dem ´Prinzip` der Gleichmacherei unterworfen ist. Aber die Marxisten können nicht für die Unwissenheit und für den Stumpfsinn der bürgerlichen Schriftsteller verantwortlich gemacht werden.“ ( Stalin, Band 13, Seite 316).

Der Sozialismus kann nur auf der Basis eines stürmischen Wachstums der Produktivkräfte und Waren, auf der Basis eines Lebens der Werktätigen in Wohlstand, auf der Basis eines stürmischen Wachstums der Kultur errichtet werden. Denn der Sozialismus, der marxistische Sozialismus, bedeutet nicht Einschränkung der persönlichen Bedürfnisse, sondern ihre allseitige Erweiterung und Entfaltung, nicht Beschränkung oder Verzicht auf die Befriedigung dieser Bedürfnisse, sondern allseitige und vollständige Befriedigung aller Bedürfnisse kulturell hochstehender werktätiger Menschen.

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass dieser Wirrwarr in den Anischten einzelner Parteimitglieder in Bezug auf Armut und Wohlstand eine Widerspiegelung der Ansichten unserer ultralinken Toren ist, die die Armut als ewige Stütze des Bolschewismus unter allen und heglichen Umständen idealisieren...“ (Stalin, Band 13, Seite 319).

Die Hauptgefahr stellt diejenige Abweichung dar, gegen die man zu kämpfen aufgehört und die man dadurch zu einer staatsgefährlichen Erscheinung hat anwachsen lassen.“ (Stalin, Band 13, Seite 321).

Manchmal lässt man im Kampf gegen die rechte Abweichung die ´linke` Abweichung gewähren und schwächt den Kampf gegen sie ab, weil man glaubt, dass sie nicht gefährlich oder nur weniger gefährlich sei. Das ist ein ernster und gefährlicher Fehler. Das ist ein Zugeständnis an die ´linke` Abweichung, das für Parteimitglieder unzulässig ist. Es ist um so unzulässiger, als in der letzten Zeit die ´Linken` endgültig zu den Positionen der Rechten hinabgeglitten sind und sich im Grunde genommen von ihnen durch nichts mehr unterscheiden.

Wir haben stets erklärt, dass die ´Linken` dasselbe sind wie die Rechten, nur dass sie ihre rechte Politik mit linken Phrasen maskieren.“ (Stalin, Band 13, Seite 321/322).

Unsere Aufgaben auf dem Gebiet der ideologisch-politischen Arbeit bestehen darin:

  1. das theoretische Niveau der Partei auf die gebührende Höhe zu heben;

  2. die ideologische Arbeit in allen Gliedern der Partei zu verstärken;

  3. unermüdlich den Leninismus in den Reihen der Partei zu propagieren;

  4. die Parteiorganisationen und das sie umgebende parteilose Aktiv im Geiste des Leninschen Internationalismus zu erziehen;

  5. die Abweichungen mancher Genossen vom Marxismus-Leninismus nicht zu vertuschen, sondern mutig zu kritisieren;

  6. die Ideologie und die Überreste der Ideologie der dem Leninismus feindlichen Strömungen systematisch zu entlarven.“ (Stalin, Band 13, Seite 323).



Der eine Typ von Funktionären, das sind Leute mit gewissen Verdiensten in der Vergangenheit, Leute, die Würdenträger geworden sind, die glauben, dass die Partei- und Sowjetgesetze nicht für sie, sondern für Dummköpfe geschrieben seien. (...) Diese überheblichen Würdenträger glauben, dass sie unersetzbar seien und ungestraft die Beschlüsse der leitenden Organe verletzen können. Was soll mit solchen Funktionären geschehen? Man muss sie ohne Schwanken von den leitenden Posten absetzen, ohne Rücksicht auf ihre Verdienste in der Vergangenheit. (Zurufe: ´Sehr richtig!`) Man muss sie absetzen, sie auf niedrigere Posten stellen und das in der Presse bekanntmachen. (...)

Jetzt komme ich zu dem zweiten Typ von Funktionären. Ich meine den Typ von Schwätzern, ich möchte sagen, von ehrlichen Schwätzern (Heiterkeit), von ehrlichen Leuten, die der Sowjetmacht ergeben, aber nicht fähig sind, zu leiten, nicht fähig sind, irgendetwas zu organisieren.“ (Stalin, Band 13, Seite 328/329).

... Erfolge haben manchmal auch ihre Schattenseiten. Sie erzeugen mitunter gewisse Gefahren, die, wenn man sie sich entwickeln lässt, dazu führen können, dass die ganze Sache aus den Fugen geht. (...) Es besteht die Gefahr, dass mancher unserer Genossen, von Erfolgen berauscht, ganz und gar hochmütig wird und anfängt, sich mit Prahlereien einzulullen. (...) Es gibt nichts Gefährlicheres als solche Stimmungen, denn sie entwaffnen die Partei und demoralisieren ihre Reihen. Wenn solche Stimmungen in unserer Partei überhand nehmen, so können wir der Gefahr gegenüberstehen, dass alle unsere Erfolge zunichte gemacht werden.“ (Stalin, Band 13, Seite 333).

Man darf also die Partei nicht einlullen, sondern muss in ihr die Wachsamkeit entwickeln, darf sie nicht einschläfern, sondern muss sie im Zustand der Kampfbereitschaft halten, darf sie nicht entwaffnen, sondern muss sie bewaffnen, darf sie nicht demoralisieren, sondern muss sie im Zustand der Mobilisierung zur Verwirklichung des zweiten Fünfjahrplans halten. (...)

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass wir, solange wir dieser Lehre [von Marx , Engels und Lenin] treu bleiben, solange wir diesen Kompass besitzen, Erfolge in unserer Arbeit haben werden.“ (Stalin, Band 13, Seite 334).

Der Marxismus ist der wissenschaftliche Ausdruck der Lebensinteressen der Arbeiterklasse. Um den Marxismus zu vernichten, müsste man die Arbeiterklasse vernichten. Die Arbeiterklasse aber kann man nicht vernichten.“ (Stalin, Band 13, Seite 335).

Bis zum Letzten treu bleiben der Sache des proletarischen Internationalismus, der Sache des brüderlichen Bundes der Proletarier aller Länder.“ (Beifall.); (Stalin, Band 13, Seite 336).



(Ende Band 1 - 13)



Stalin, Unterredung mit H.G. Wells, 23. Juli 1934:

Sie wenden sich gegen die vereinfachte Unterteilung der Menschheit in arm und reich. Natürlich gibt es eine Mittelschicht; es gibt die technische Intelligenz, die Sie angesprochen haben, und es gibt sehr gute und sehr redliche Menschen in ihr. Es gibt in ihr auch unredliche und schlechte Menschen. Sie finden hier überhaupt alle Arten von Menschen. Aber zuallererst zerfällt die Menschheit in reich und arm, in Besitzende und Ausgebeutete, und von dieser grundlegenden Zweiteilung absehen, heißt, von der grundlegenden Tatsache absehen. Ich bestreite nicht die Existenz von Zwischen-, von Mittelschichten, die sich entweder auf die eine oder die andere Seite dieser beiden kämpfenden Klassen schlagen oder aber in diesem Kampf eine neutrale oder halbneutrale Position beziehen. Aber ich wiederhole, von dieser grundlegenden Zweiteilung der Gesellschaft und dem grundlegenden Kampf zwischen den beiden Hauptklassen absehen, heißt, die Augen vor den Tatsachen verschließen. Dieser Kampf ist im Gang, und er wird weitergehen. Wie der Kampf enden wird, hängt vom Proletariat, von der Arbeiterklasse ab.

Wells: Aber gibt es nicht viele Leute, die nicht arm sind und doch arbeiten, produktiv arbeiten?

Stalin: Natürlich gibt es kleine Landbesitzer, Handwerker, kleine Händler; aber das Schicksal eines Landes hängt nicht von diesen Menschen ab, sondern von den arbeitenden Massen, die alles das produzieren, was die Gesellschaft braucht. (...)

Der Kapitalismus wird nicht durch Organisatoren der Produktion, nicht durch die technische Intelligenz beseitigt, sondern durch die Arbeiterklasse, weil die eben erwähnten Schichten keine selbständige Rolle spielen. Der Ingenieur, der Organisator der Produktion arbeitet nicht so, wie er möchte, sondern so, wie er soll, er arbeitet in einer Weise, die den Interessen seines Arbeitgebers dient. Natürlich gibt es Ausnahmen; es gibt Menschen in dieser Schicht, die aus dem Rausch des Kapitalismus erwacht sind. Die technische Intelligenz kann unter bestimmten Bedingungen Wunder vollbringen und der Menschheit große Dienste erweisen. Aber sie kann auch großen Schaden anrichten. Wir Sowjetmenschen haben nicht wenig Erfahrungen mit der technischen Intelligenz. Nach der Oktoberrevolution weigerte sich ein bestimmter Teil der technischen Intelligenz, am Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuarbeiten; er widersetzte sich dieser Aufbauarbeit und sabotierte sie. Wir taten alles, was in unseren Kräften stand, um die technische Intelligenz in diese Aufbauarbeit einzubeziehen; wir versuchten es so und so. Es verging viel Zeit, ehe unsere ausgebildete Intelligenz sich bereit fand, das neue System aktiv zu unterstützen. Heute steht der beste Teil dieser technischen Intelligenz in der vordersten Reihe derer, die die sozialistische Gesellschaftaufbauen. Ausgehend von diesen Erfahrungen sind wir weit davon entfernt, die guten wie die schlechten Seiten der technischen Intelligenz zu unterschätzen; wir wissen, dass sie auf der einen Seite Schaden anrichten, auf der anderen Seite ´Wunder` vollbringen kann. Natürlich stünden die Dinge anders, wenn es möglich wäre, die technische Intelligenz mit einem Schlag der kapitalistischen Welt zu entreißen. Aber das ist Utopie. Gibt es unter der technischen Intelligenz viele, die es wagen würden, mit der bürgerlichen Welt zu brechen und sich für die Errichtung einer neuen Gesellschaft einzusetzen? Glauben Sie, dass es viele solcher Menschen, sagen wir in England oder in Frankreich, gibt? Nein, es sind nur wenige, die bereit wären, sich von ihren Arbeitgebern zu trennen und mit dem Aufbau einer neuen Welt zu beginnen. Außerdem dürfen wir die Tatsache nicht außer Acht lassen, dass man, um die Welt zu verändern, im Besitz der politischen Macht sein muss? Es scheint mir Mr. Wells, dass Sie die Frage der politischen Macht sehr unterschätzen, dass diese Frage in Ihrer Konzeption überhaupt nicht berücksichtigt ist. Was können diese Menschen auch mit den besten Absichten in der Welt tun, wenn sie nicht in der Lage sind, die Machtfrage zu stellen und selbst nicht im Besitz der Macht sind? Im besten Fall können sie die Klasse, die die Macht ergreift, unterstützen, aber sie können die Welt nicht aus eigener Kraft verändern. Dies kann nur eine große Klasse, die an die Stelle der Kapitalistenklasse tritt und statt ihrer zum souveränen Herrscher wird. Diese Klasse ist die Arbeiterklasse. Natürlich muss man die Hilfe der technischen Intelligenz annehmen; und umgekehrt, muss man ihr helfen. Aber man darf nicht glauben, dass die technische Intelligenz eine selbständige historische Rolle zu spielen vermag. Diese große Aufgabe erfordert eine große Klasse. Nur große Schiffe gehen auf lange Reisen.

Wells: Ja, aber um auf eine lange Reise zu gehen, braucht man einen Kapitän und einen Steuermann.

Stalin: Das ist richtig, aber das erste, was man für eine lange Reise braucht, ist ein großes Schiff. Was ist ein Steuermann ohne Schiff? Nichts.

Wells: Das große Schiff ist die Menschheit, nicht eine Klasse.

Stalin: Sie, Mr. Wells, gehen offenbar von der Annahme aus, dass alle Menschen gut sind. Ich dagegen vergesse nicht, dass es auch viele schlechte Menschen gibt. Ich glaube nicht an die Tugend der Bourgeoisie.

Wells: (...) Heute vertritt der Mann an der Spitze der Royal Society revolutionäre Ansichten und dringt auf wissenschaftliche Reorganisation der menschlichen Gesellschaft. Ihre Klassenkrieg - Propaganda hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Das Denken der Menschen verändert sich.

Stalin: Ich weiß ja, und die Erklärung dafür ist in der Tatsache zu suchen, dass die kapitalistische Gesellschaft sich in einer Sackgasse befindet. Die Kapitalisten suchen einen Ausweg aus dieser Sackgasse, der mit dem Ansehen dieser Klasse, mit den Interessen dieser Klasse vereinbar wäre, finden ihn aber nicht. Sie könnten ein Stück weit auf allen Vieren aus der Krise herauskriechen, aber sie können keinen Ausweg finden, der es ihnen ermöglichte, erhobenen Hauptes herauszuschreiten, einen Weg, der nicht grundlegend gegen die Interessen des Kapitalismus verstoßen würde. Dies wird natürlich in weiten Kreisen der technischen Intelligenz begriffen. Ein großer Teil dieser Menschen beginnt die Interessengemeinschaft mit der Klasse zu begreifen, die fähig ist, den Weg aus der Sackgasse zu weisen.

(...)

Wells: Aber standen an der Spitze der großen Französischen Revolution nicht einige Rechtsanwälte?

Stalin: Es liegt mir fern, die Rolle der Intelligenz in revolutionären Bewegungen schmälern zu wollen. Aber war die große Französische Revolution eine Rechtsanwalts-Revolution oder eine Volksrevolution, die den Sieg errang, indem sie breite Volksmassen zum Kampf gegen den Feudalismus mobilisierte und die Interessen des Dritten Standes verfocht? Und handelten die Rechtsanwälte unter den Führern der großen Französischen Revolution in Übereinstimmung mit den Gesetzen der alten Ordnung? Führten sie nicht ein neues, bürgerlich-revolutionäres Recht ein? Reiche historische Erfahrungen lehren, dass bis heute keine einzige Klasse freiwillig einer anderen Klasse Platz gemacht hat. Es gibt dafür keinen Präzedenzfall in der Geschichte. Die Kommunisten haben diese historische Lektion gelernt. Die Kommunisten würden es begrüßen, wenn die Bourgeoisie freiwillig abträte...

(...)

Wells: ... Es besteht keine Notwendigkeit, das alte System zu desorganisieren, weil es sich, so wie die Dinge liegen, schon von allein desorganisiert. Deshalb erscheint mir der Aufstand gegen die alte Ordnung, gegen das Gesetz veraltet und überholt. ... ich fürchte, dass Klassenkrieg – Propaganda gerade diejenigen gebildeten Menschen vom Sozialismus abschreckt, die der Sozialismus braucht.

Stalin: Will man ein großes Ziel erreichen, ein wichtiges gesellschaftliches Ziel, braucht man eine zentrale Kraft, ein Bollwerk, eine revolutionäre Klasse. Als nächstes ist es erforderlich, die Unterstützung dieser zentralen Kraft durch Hilfskräfte zu organisieren; in diesem Fall ist diese Hilfskraft die Partei, der auch die besten Kräfte der Intelligenz angehören. Sie haben gerade von ´gebildeten Menschen` gesprochen. Aber an welche gebildeten Menschen haben Sie dabei gedacht? Standen in England im 17. Jahrhundert, in Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts und in Russland in der Epoche der Oktoberrevolution nicht zahlreiche gebildete Menschen auf Seiten der alten Ordnung? Die alte Ordnung hatte viele hochgebildete Menschen in ihren Diensten, die die alte Ordnung verteidigten, die die neue Ordnung bekämpften. Bildung ist eine Waffe, deren Wirkung davon abhängt, welche Hand sie geschmiedet hat, wessen Hand sie führt. Natürlich braucht das Proletariat, der Sozialismus, hochgebildete Leute, Gewiss, Einfaltspinsel können dem Proletariat im Kampf für den Sozialismus, beim Aufbau einer neuen Gesellschaft keine Hilfe sein. Ich unterschätze die Rolle der Intelligenz nicht; im Gegenteil, ich unterstreiche sie. Die Frage ist jedoch, von welcher Intelligenz wir sprechen? Denn es gibt verschiedene Arten von Intelligenz.

(...)

Gestatten Sie mir nun, auf Ihre drei Punkte zu antworten. Erstens: Das Wichtigste für die Revolution ist die Existenz eines gesellschaftlichen Bollwerks. Dieses Bollwerk der Revolution ist die Arbeiterklasse. Zweitens: Es ist eine Hilfskraft erforderlich, das, was die Kommunisten Partei nennen. Der Partei gehört die Arbeiterintelligenz an und diejenigen Elemente der technischen Intelligenz, die eng mit der Arbeiterklasse verbunden sind. Die Intelligenz ist nur dann stark, wenn sie sich mit der Arbeiterklasse verbindet. Stellt sie sich gegen die Arbeiterklasse, wird sie zu einer bloßen Ziffer.“ (Stalin, Band 14, Seite 12, 13, 14, 15,18, 19 und 20).



Stalin, Rede vor den Absolventen der Akademie der Roten Armee, 4. Mai 1935:

´Die Kader entscheiden alles` - das ist jetzt die Hauptsache. (...)

Die Maschinen zu schätzen und darüber zu berichten, wie es um die technische Ausrüstung der Werke und Fabriken bestellt ist, das hat man gelernt. Aber ich kenne keinen einzigen Fall, wo man mit gleicher Lust darüber berichtet hätte, wieviel Menschen wir in einer bestimmten Periode herangebildet und wie wir ihnen geholfen haben, sich zu entwickeln und sich in der Arbeit zu stählen. Wodurch ist das zu erklären? Das ist dadurch zu erklären, dass man bei uns noch nicht gelernt hat, die Menschen zu schätzen, die Arbeitskräfte zu schätzen, die Kader zu schätzen. (...)

Man muss endlich begreifen, dass von allen wertvollen Kapitalien, die es in der Welt gibt, das wertvollste und entscheidenste Kapital die Menschen, die Kader sind. (...) Haben wir gute und zahlreiche Kader (...), so wird unser Land unbesiegbar sein. Haben wir solche Kader nicht, so werden wir auf beiden Beinen hinken.“ (Stalin, Band 14, Seite 28/29).



Stalin, Rede auf der ersten Unionsberatung der Stachanowleute, 17. November 1935:

Die Stachanowbewegung ist eine Bewegung der Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich die Überwindung der jetzigen technischen Normen, die Überwindung der bestehenden projektierten Leistungsfähigkeiten, die Überwindung der bestehenden Produktionspläne und – bilanzen zum Ziel setzt. Ich sage Überwindung, denn diese Normen sind für unsere Tage, für unsere neuen Menschen bereits veraltet. Diese Bewegung wirft die alten Auffassungen von der Technik über den Haufen, bricht mit den alten technischen Normen, den alten projektierten Leistungsfähigkeiten, wirft die alten Produktionspläne über den Haufen und fordert die Aufstellung neuer, höherer technischer Normen, Leistungsfähigkeiten und Produktionspläne. Sie ist berufen, in unserer Industrie eine Revolution zu vollbringen. Gerade deshalb ist die Stachanowbewegung in ihrer Grundlage zutiefst revolutionär.

Warum kann, muss und wird der Sozialismus das kapitalistische Wirtschaftssystewm unbedingt besiegen? Weil er höhere Leistungen in der Arbeit, eine höhere Arbeitsproduktivität schaffen kann als das kapitalistische Wirtschaftssystem. Weil er der Gesellschaft mehr Produkte liefern und die Gesellschaft reicher machen kann als das kapitalistische Wirtschaftssystem.

Die Bedeutung der Stachanowbewegung besteht darin, (...) den Sozialismus in unserem Lande weiter zu festigen und unser Land zum wohlhabendsten Lande zu machen.

Doch ist die Bedeutung der Stachanowbewegung damit nicht erschöpft. Ihre Bedeutung besteht weiter darin, dass sie die Bedingungen für den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus vorbereitet.

Das Prinzip des Sozialismus besteht darin, dass in der sozialistischen Gesellschaft jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Konsumtionsmittel nicht nach seinen Bedürfnissen, sondern nach der Arbeit erhält, die er für die Gesellschaft geleistet hat. Das bedeutet, dass das kulturelle und technische Niveau der Arbeiterklasse noch immer nicht sehr hoch ist, dass der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit noch fortbesteht, dass die Arbeitsproduktivität noch nicht hoch genug ist, um einen Überfluss an Konsumtionsmitteln zu gewährleisten, wodurch die Gesellschaft genötigt ist, die Konsumtionsmittel nicht gemäß den Bedürfnissen der Mitglieder der Gesellschaft zu verteilen, sondern gemäß der Arbeit, die sie für die Gesellschaft geleistet haben.

Der Kommunismus stellt eine höhere Entwicklungsstufe dar. Das Prinzip des Kommunismus besteht darin, dass in der kommunistischen Gesellschaft jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Konsumtionsmittel nicht nach der von ihm geleisteten Arbeit, sondern nach den Bedürfnissen erhölt, die er als kulturell entwickelter Mensch hat. Das bedeutet, dass das kulturelle und technische Niveau der Arbeiterklasse hoch genug gestiegen ist, um dem Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit den Boden zu entziehen, dass der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit schon verschwunden ist und dass die Arbeitsproduktivität eine so hohe Stufe erreicht hat, dass sie Konsumtionsmittel in Hülle und Fülle sicherstellen kann, wodurch die Gesellschaft die Möglichkeit hat, diese Konsumtionsmittel gemäß den Bedürfnissen ihrer Mitglieder zu verteilen.

Manche glauben, die Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit könne erreicht werden durch eine gewisse kulturelle und technische Gleichstellung der Hand- und Kopfarbeiter auf der Grundlage einer Senkung des kulturellen und technischen Niveaus der Ingenieure und Techniker, der Kopfarbeiter, auf das Niveau der Arbeiter mittlerer Qualifikation. Das ist völlig unrichtig. Nur kleinbürgerliche Schwätzer können so über den Kommunismus denken. In Wirklichkeit kann die Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit nur dadurch erreicht werden, dass das kulturelle und technische Niveau der Arbeiterklasse auf das Niveau von Ingenieuren und Technikern gehoben wird. Es wäre lächerlich zu glauben, dies sei nicht zu verwirklichen. Dies ist durchaus zu verwirklichen in den Verhältnissen der Sowjetgesellschaft, wo die Produktivkräfte des Landes von den Fesseln des Kapitalismus befreit sind, wo die Arbeit vom Joche der Ausbeutung befreit ist, wo die Macht in den Händen der Arbeiterklasse liegt und die junge Generation der Arbeiterklasse alle Möglichkeiten hat, sich eine ausreichende technische Bildung anzueignen. Es liegt keinerlei Grund vor, daran zu zweifeln, dass nur ein solcher kultureller und technischer Aufschwung der Arbeiterklasse die Grundlage des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit untergraben kann, dass nur er allein jene hohe Arbeitsproduktivität und jenen Überfluss an Konsumtionsmitteln sicherstellen kann, die notwendig sind, um mit dem Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus zu beginnen.

Die Stachanowbewegung ist in diesem Zusammenhang dadurch bedeutsam, dass sie die ersten, allerdings noch schwachen Ansätze, aber immerhin Ansätze eines solchen kulturellen und technischen Aufschwungs der Arbeiterklasse unseres Landes in sich birgt.

In der Tat, seht euch doch die Genossen Stachanowleute näher an. Was sind das für Menschen? Das sind hauptsächlich Arbeiter und Arbeiterinnen in jungen und mittleren Jahren, technisch beschlagene Kulturmenschen, die Muster an Genauigkeit und Pünktlichkeit in der Arbeit liefern, die den Zeitfaktor in der Arbeit zu schätzen wissen und gelernt haben, die Zeit nicht nur nach Minuten, sondern sogar nach Sekunden zu messen. Die meisten von ihnen haben die Prüfung im sogenannten technischen Minimum abgelegt und fahren fort, ihre technische Bildung zu vervollkommnen. Sie sind frei von Konservatismus und der Unbeweglichkeit gewisser Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler; sie schreiten kühn vorwärts, brechen mit den veralteten technischen Normen und schaffen neue, höhere Normen, sie korrigieren die von den Leitern unserer Industrie projektierten Leistungsfähigkeiten und aufgestellten Wirtschaftsplänen, ergänzen und korrigieren immer wieder die Ingenieure und Techniker, belehren sie nicht selten und treiben sie vorwärts; denn sie sind Menschen, die die Technik ihres Faches völlig gemeistert haben und verstehen, aus der Technik das Höchstmaß dessen herauszuholen, was aus ihr herauszuholen ist. Heute gibt es noch wenig Stachanowleute, aber wer kann daran zweifeln, dass es morgen ihrer zehnmal soviel geben wird? Ist es etwa nicht klar, dass die Stachanowleute Neuerer in unserer Industrie sind, dass die Stachanowbewegung die Zukunft unserer Industrie darstellt, dass sie den Keim des künftigen kulturellen und technischen Aufschwungs der Arbeiterklasse in sich birgt, dass sie uns den Weg öffnet, auf dem allein jene Höchstleistungen der Arbeitsproduktivität erzielt werden können, die für den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus und für die Aufhebung des Gegensatzes zwischen geistiger und körperlicher Arbeit notwendig sind?

(...) ... ist die Stachanowbewegung als eine von unten kommende Bewegung entstanden und zur Entfaltung gelangt. Und gerade weil sie aus sich selbst heraus entstanden ist, gerade weil sie von unten kommt, ist sie die lebenskräftigste und unüberwindlichste Bewegung der Gegenwart. (...)

Ihr habt hier Stachanow und Bussygin gesehen. Sie haben in der Beratung gesprochen. Das sind einfache und bescheidene Menschen, die keinen Anspruch erheben, Lorbeeren als große Männer der Sowjetunion zu ernten. Mir scheint sogar, dass sie durch den Umfang der Bewegung, die sich bei uns entgegen ihren Erwartungen entfaltet hat, etwas betroffen sind. Und wenn trotzdem der von Stachanow und Bussygin entzündete Funke dazu ausreichte, dass diese ganze Sache sich zur Flamme entfachte, so bedeutet das, dass die Voraussetzungen der Stachanowbewegung völlig herangereift waren. Nur eine Bewegung, die völlig herausgereift ist und auf einen Anstoß wartet, um zum Durchbruch zu kommen, nur eine solche Bewegung konnte so schnell um sich greifen und wie eine Lawine anwachsen.

Womit ist es zu erklären, dass die Stachanowbewegung sich als völlig herangereift erwies? Wo liegen die Ursachen dafür, dass sie eine so schnelle Verbreitung erlangt hat? Welches sind die Wurzeln der Stachanowbewegung?

Dieser Ursachen gibt es mindestens vier:

  1. Als Grundlage der Stachanowbewegung diente vor allem die radikale Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter. (...)

  2. Die zweite Quelle der Stachanowbewegung ist die Tatsache, dass es bei uns keine Ausbeutung gibt. (...)

  3. Als dritte Quelle der Stachanowbewegung ist die Tatsache zu betrachten, dass wir eine neue Technik haben.

  4. Die Entstehung und das Anwachsen der Stachanowbewegung bedeuten, dass diese Kader bei uns unter den Arbeitern und Arbeiterinnen bereits entstanden sind.

Ich sagte, dass die Stachanowbewegung sich nicht allmählich entwickelte, sondern einer Explosion glich, die einen Damm gesprengt hat. Offensichtlich hatte sie gewisse Hindernisse zu überwinden. Mancher hemmte sie, mancher hielt sie auf, und nun hat die Stachanowbewegung, nachdem sie Kräfte gesammelt hatte, diese Hindernisse durchbrochen und das Land überflutet.“

Man redet von der Wissenschaft. Man sagt, dass die Angaben der Wissenschaft, die Angaben der technischen Handbücher und Instruktionen den Forderungen der Stachanowleute nach neuen, höheren technischen Normen widersprechen. Aber von welcher Wissenschaft ist hier die Rede? Die Angaben der Wissenschaft wurden stets durch die Praxis, durch die Erfahrung geprüft. Eine Wissenschaft, die die Verbindung mit der Praxis, mit der Erfahrung verloren hat – was ist das für eine Wissenschaft? Wäre die Wissenschaft so, wie sie von manchen unserer konservativen Genossen dargestellt wird, so wäre sie für die Menschheit schon längst verloren. Die Wissenschaft heißt gerade deshalb Wissenschaft, weil sie keine Fetische anerkennt, sich nicht fürchtet, gegen das Überlebte, das Alte die Hand zu erheben, und ein feines Gehör für die Stimme der Erfahrung, der Praxis hat. Wäre es anders, dann gäbe es bei uns überhaupt keine Wissenschaft, dann gäbe es zum Beispiel keine Astronomie, und wir würden uns immer noch mit dem vermoderten System des Ptolemäus abgeben, dann gäbe es bei uns keine Biologie, und wir würden noch immer mit der Legende von der Erschaffung des Menschen fürliebnehmen müssen, dann gäbe es keine Chemie, und wir würden uns immer noch mit den Weissagungen der Alchimisten abgeben.

Deshalb glaube ich, dass unsere Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler, die schon recht weit hinter der Stachanowbewegung zurückgeblieben sind, gut daran täten, wenn sie aufhörten, sich an die alten technischen Normen zu klammern, und sich auf richtige, wissenschaftliche, auf neue, auf Stachanowsche Art umstellten.(...)

Eins ist jedenfalls klar: Die jetzigen technischen Normen entsprechen bereits nicht mehr der Wirklichkeit, sie sind zurückgeblieben und zu einem Hemmschuh für unsere Industrie geworden. Damit sie aber unsere Industrie nicht hemmen, müssen sie durch neue, durch höhere technische Normen ersetzt werden. Neue Menschen, neue Zeiten – neue technische Normen.

Worin bestehen unsere nächsten Aufgaben vom Standpunkt der Interessen der Stachanowbewegung?

Erstens. Die Aufgabe besteht darin, den Stachanowleuten zu helfen, die Stachanowbewegung weiter zu entfalten und sie in der Breite und in der Tiefer auf alle Gebiete und Rayons der Sowjetunion auszudehnen. Dies einerseits. Und andererseits – allen denjenigen Elementen unter den Wirtschaftlern, Ingenieuren und Technikern Zügel anzulegen, die sich hartnäckig an das Alte klammern, nicht vorwärtsschreiten wollen und die Entfaltung der Stachanowbewegung systematisch hemmen. Um die Stachanowbewegung mit voller Kraft auf unser ganzes Land auszudehnen, dazu reichen natürlich die Stachanowleute allein nicht aus. Es ist notwendig, dass sich unsere Parteiorganisationen in diese Sache einschlaten und den Stachanowleuten helfen, die Bewegung zur Vollendung zu bringen. (...)

Zweitens. Die Aufgabe besteht darin, denjenigen Wirtschaftlern, Ingenieuren und Technikern zu helfen, sich umzustellen und an die Spitze der Stachanowbewegung zu treten, die die Stachanowbewegung nicht hemmen wollen, die mit dieser Bewegung sympathisieren, es aber noch nicht verstanden haben, sich umzustellen und an die Spitze der Stachanowbewegung zu treten.

Einige Worte über die jetzige Beratung, über ihre Bedeutung. Lenin lehrte, dass nur solche Führer wirkliche bolschewistische Führer sein können, die es nicht nur verstehen, die Arbeiter und Bauern zu lehren, sondern auch von ihnen zu lernen. Manchem Bolschewik haben diese Worte Lenins nicht gefallen. Doch zeigt die Geschichte, dass Lenin auch in dieser Hinsicht hundertprozentig Recht behalten hat. In der Tat, Millionen Werktätige, Arbeiter und Bauern arbeiten, leben und kämpfen. Wer kann bezweifeln, dass diese Menschen nicht einfach so dahinleben, dass diese Menschen in ihrem Leben und in ihren Kämpfen gewaltige praktische Erfahrungen sammeln? Kann man etwa bezweifeln, das Führer, die diese Erfahrungen missachten, nicht als wirkliche Führer gelten können?

Wir die Führer der Partei und der Regierung, müssen also nicht nur die Arbeiter lehren, sondern auch von ihnen lernen. Dass ihr, die Teilnehmer dieser Beratung, hier in der Beratung einiges von den Führern unserer Regierung gelernt habt, das will ich nicht bestreiten. Aber man kann ebensowenig bestreiten, dass auch wir, die Führer der Regierung, von euch Stachanowleuten, von den Teilnehmern dieser Beratung, viel gelernt haben. Also habt Dank, Genossen, für die Lehre, vielen Dank! (Stürmischer Beifall). (Stalin, Band 14, Seite32 – 46).



Stalin, Über den Entwurf der Verfassung der UdSSR, 25. November 1936:

... sind im Wesentlichen die Veränderungen, die in unserer Ökonomie in der Periode von 1924 bis 1936 vor sich gegangen sind.

Entsprechend diesen Veränderungen in der Ökonomie der Sowjetunion hat sich auch die Klassenstruktur unserer Gesellschaft verändert.

Die Klasse der Gutsbesitzer war bekanntlich schon mit der siegreichen Beendigung des Bürgerkriegs liquidiert worden. Was die anderen Ausbeuterklassen betrifft, so haben sie das Schicksal der Klasse der Gutsbesitzer geteilt. Verschwunden ist die Kpitalistenklasse in der Industrie. Verschwunden ist die Kulakenklasse in der Landwirtschaft. Verschwunden sind die Händler und Spekulanten auf dem Gebiet des Warenumsatzes. Alle Ausbeuterklassen sind somit liquidiert.

Geblieben ist die Arbeiterklasse.

Geblieben ist die Klasse der Bauern.

Geblieben ist die Intelligenz.

Es wäre aber verfehlt zu glauben, dass diese sozialen Gruppen während dieser Zeit keine Veränderungen durchgemacht hätten, dass sie dieselben geblieben seien, die sie, sagen wir, in der Periode des Kapitalismus waren. (...)

Gehen wir schließlich zur Frage der Intelligenz über, zur Frage der Ingenieure und Techniker, der Mitarbeiter an der Kulturfront, der Angestellten überhaupt usw. Die Intelligenz hat in der vergangenen Periode ebenfalls große Veränderungen durchgemacht. Das ist schon nicht mehr jene alte, verknöcherte Intelligenz, die sich über die Klassen zu stellen suchte, tatsächlich aber in ihrer Masse den Gutsbesitzern und Kapitalisten diente. Unsere Sowjetintelligenz ist eine völlig neue Intelligenz, die mit allen Fasern mit der Arbeiterklasse und der Bauernschaft verbunden ist. Verändert hat sich erstens die Zusammensetzung der Intelligenz. Die Intellektuellen adliger und bürgerlicher Herkunft machen einen kleinen Prozentsatz unserer Sowjetintelligenz aus. 80 bis 90 Prozent der Sowjetintelligenz entstammen der Arbeiterklasse, der Bauernschaft und den anderen Schichten der Werktätigen. Geändert hat sich schließlich auch der Charakter der Tätigkeit der Intelligenz. Früher musste sie den reichen Klassen dienen, denn sie hatte keinen anderen Ausweg. Jetzt muss sie dem Volk dienen, denn es gibt keine Ausbeuterklassen mehr. Und gerade deshalb ist sie jetzt gleichberechtigtes Mitglied der Sowjetgesellschaft, wo sie gemeinsam mit den Arbeitern und Bauern, an dem selben Strange ziehend, die neue, die klassenlose, sozialistische Gesellschaft aufbaut.

Wie ihr seht, ist das eine völlig neue, eine werktätige Intelligenz, derengleichen ihr in keinem Lande der Welt findet. (...)

Wovon zeugen diese Veränderungen?

Sie zeugen erstens davon, dass die Grenzlinien zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft, ebenso wie diejenigen zwischen diesen Klassen und der Intelligenz sich verwischen, dass die alte Klassenabgeschlossenheit verschwindet. Das bedeutet, dass der Abstand zwischen diesen sozialen Gruppen sich immer mehr verringert.

Sie zeugen zweitens davon, dass die ökonomischen Gegensätze zwischen diesen sozialen Gruppen dahinschwinden, sich verwischen.

Sie zeugen schließlich davon, dass auch die politischen Gegensätze zwischen ihnen dahinschwinden und sich verwischen.

So steht es mit den Veränderungen in der Klassenstruktur der Sowjetunion.“ (Stalin, Band 14, Seite 61 - 64).

Er [der Entwurf der Verfassung der UdSSR] erkennt keinen Unterschied in den Rechten zwischen (...) Gebildeten und Ungebildeten an. Für ihn sind alle Bürger in ihren Rechten gleich. Nicht die Vermögenslage, nicht die nationale Herkunft, nicht das Geschlecht, nicht die Dienststellung, sondern die persönlichen Fähigkeiten und die persönliche Arbeit jedes Bürgers bestimmen seine Stellung in der Gesellschaft.“ (Stalin, Band 14, Seite 69/70).

Können wir Marxisten in der Verfassung die Frage der Klassenzusammensetzung unserer Gesellschaft umgehen? Nein, das können wir nicht. Die Sowjetgesellschaft besteht bekanntlich aus zwei Klassen, aus Arbeitern und Bauern. Artikel 1 des Verfassungsentwurfs spricht gerade davon. Also bringt Artikel 1 des Verfassungsentwurfs die Klassenzusammensetzung unserer Gesellschaft richtig zum Ausdruck. Man könnte fragen: und die werktätige Intelligenz? Die Intelligenz war niemals eine Klasse und kann es nicht sein, sie war und bleibt eine Zwischenschicht, die sich aus allen Klassen der Gesellschaft rekrutiert. In der alten Zeit rekrutierte sich die Intelligenz aus dem Adel, der Bourgeoisie, teilweise aus der Bauernschaft und nur in ganz geringfügigem Maße aus der Arbeiterschaft. In unserer, in der Sowjetzeit rekrutiert sich die Intelligenz hauptsächlich aus den Reihen der Arbeiter und Bauern. Doch ist die Intelligenz, wie sie sich auch rekrutieren und welchen Charakter sie auch tragen möge, dennoch eine Zwischenschicht und keine Klasse.

Beeinträchtigt dieser Umstand nicht die Rechte der werktätigen Intelligenz? Nicht im Geringsten! Artikel 1 des Verfassungsentwurfs spricht nicht von den Rechten der verschiedenen Schichten der Sowjetgesellschaft, sondern von der Klassenzusammensetzung dieser Gesellschaft. Von den Rechten der verschiedenen Schichten der Sowjetgesellschaft, darunter von den Rechten der werktätigen Intelligenz, ist hauptsächlich im zehnten und elften Kapitel des Verfassungsentwurfs die Rede. Aus diesen Kapiteln geht hervor, dass die Arbeiter, die Bauern und die werktätige Intelligenz in allen Sphären des wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens des Landes völlig gleichberechtigt sind. Also kann von einer Beeinträchtigung der Rechte der werktätigen Intelligenz keine Rede sein.“ (Stalin, Band 14, Seite 80/81).“