Schulungstext der Komintern / ML
gegen den Intellektualismus
Die Komintern /ML widmet diesem Kampf gegen den Intellektualismus stets besondere Aufmerksamkeit und der Genosse Wolfgang Eggers hat hier eine kleine , nützliche Zitatensammlung der Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha für uns zusammengestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Stalin
Kulturfront,
Intelligenz ,
Intellektualismus,
Kampf gegen die intelligenzlerisch-opportunistischen Elemente in der Kommunistischen Partei
Zitatensammlung
III. Teil
Stalin, Die Bucharingruppe und die rechte Abweichung in unserer Partei, Ende Januar – Anfang Februar 1929:
„... die Bucharingruppe stellt eine rechte Abweichung dar, sie ist eine Kapitulantengruppe, die nicht für die Liquidierung der kapitalistischen Elemente in Stadt und Land, sondern für deren freie Entwicklung eintritt.“ (Stalin, Band 11, Seite 285/286).
„Lenin hatte tausendmal Recht, als er bereits im Jahre 1916 an Schljanikow schrieb, dass Bucharin ´in der Politik verflucht wankelmütig ist`. Diese Wankelmütigkeit hat sich jetzt von Bucharin auf die Mitglieder seiner Gruppe übertragen.“ (Stalin, Band 11, Seite 288).
Stalin, Antwort an Bill-Belozerkowski, 2. Februar 1929:
„1. Ich halte schon die Stellung der Frage nach ´Rechten` und ´Linken` in der schönen Literatur ( und also auch im Theater) für falsch. Der Begriff ´Rechte` bzw. ´Linke` ist heute in unserem Lande ein Parteibegriff, eigentlich ein innerparteilicher Begriff. ´Rechte` bzw. ´Linke` - das sind Leute, die eben von der Parteilinie nach dieser oder jener Seite abweichen. Es wäre deshalb sonderbar, diese Begriffe auf ein solches außerhalb der Partei liegendes und unvergleichlich breiteres Gebiet anzuwenden wie die schöne Litaratur, das Theater u.ä.“ (Stalin, Band 11, Seite 292).
(2.) „... damit der Zuschauer begreifen kann, dass alle diese auf ihre Weise ´ehrenhaften` Serafims und verschiedenen Privatdozenten nicht einer Laune der Bolschewiki wegen aus Russland hinausgeworfen wurden, sondern weil sie auf Kosten des Volkes schmarotzten ( trotz ihrer ´Ehrenhaftigkeit`), dass die Bolschewiki, als sie diese ´ehrenhaften` Anhänger der Ausbeutung fortjagten, den Willen der Arbeiter und Bauern vollzogen und deshalb völlig richtig handelten.“ (Stalin, Band 11, Seite 293).
(3.) „Natürlich ist es sehr leicht, zu ´kritisieren` und ein Verbot für nichtproletarische Literatur zu fordern. Aber das Leichteste ist nicht das Beste. Nicht auf das Verbot kommt es an, sondern darauf, die alte und neue nichtproletarische Makulatur auf dem Wege des Wettbewerbs, durch Schaffung echter, interessanter, künstlerischer Stücke sowjetischen Charakters, die sie ersetzen können, Schritt für Schritt von der Bühne zu verdrängen. Der Wettbewerb aber ist eine große und ernste Sache, denn nur unter den Verhältnissen des Wettbewerbs kann die Heranbildung und Kristallisation unserer proletarischen schönen Literatur erreicht werden.
„4. Es ist richtig, dass Genosse Swiderski auf Schritt und Tritt die unglaublichsten Fehler begeht und Entstellungen zulässt. Aber richtig ist auch, dass die Spielplankommission in ihrer Arbeit nicht weniger Fehler macht, wenn auch nach der anderen Seite. Denken Sie nur an `Die Purpurinsel`, ´Die Verschwörung der Gleichen` und ähnliche Makulatur, die aus unerfindlichen Gründen für das wirklich bürgerliche Kammertheater gern zugelassen wird.
5. Was die ´Gerüchte` über `Liberalismus` betrifft, so lassen Sie uns lieber davon nicht sprechen – überlassen Sie es den Moskauer Marktweibern, sich mit ´Gerüchten` zu befassen. (Stalin, Band 11, Seite 293/294).
Stalin, Die nationale Frage und der Leninsimus, 18. März 1929:
„... hielt es die Partei für notwendig, den zu neuem Leben erweckten Nationen unseres Landes zu helfen, sich in ihrer ganzen Größe aufzurichten, ihre nationale Kultur zu beleben und weiter zu entwickeln, in ihrer Muttersprache Schulen, Theater und andere Kulturinstitutionen zur Entfaltung zu bringen, den Partei-, Gewerkschafts-, Genossenschafts-, Staats- und Wirtschaftsapparat zu nationalisieren, das heißt, ihn seiner Zusammensetzung nach national zu gestalten, eigene nationale Partei- und Sowjetkader heranzubilden und all den – freilich nicht zahlreichen – Elementen, die diese Politik der Partei zu hemmen versuchen, den Zaum anzulegen.
Das bedeutet, dass die Partei die Entwicklung und das Aufblühen der nationalen Kulturen der Völker unseres Landes unterstützt und unterstützen wird, dass sie sich dieser Sache annimmt und sie vor allen und jeglichen anti-leninistischen Elementen schützen wird.
Aus ihren Briefen geht hervor, dass Sie diese Politik unserer Partei nicht billigen. Das kommt erstens daher, dass Sie die neuen, sozialistischen Nationen mit den alten, bürgerlichen Nationen verwechseln und nicht begreifen, dass die nationalen Kulturen unserer neuen sowjetischen Nationen ihrem Inhalt nach sozialistische Kulturen sind. Das kommt zweitens daher, dass Sie – verzeihen Sie meine Grobheit – in den Fragen des Leninismus ernstlich hinken und sich sehr schlecht in der nationalen Frage auskennen.
Beachten Sie nur folgende elementare Frage. Wir alle sprechen von der Notwendigkeit einer Kulturrevolution in unserem Lande. Will man diese Frage ernst nehmen und nicht leeres Stroh dreschen, so muss man in dieser Richtung wenigstens den ersten Schritt tun: vor allem die Grundschulbildung und dann die Mittelschulbildung für alle Bürger des Landes ohne Unterschied der Nationalität obligatorisch machen. Es ist klar, dass ohne dies keinerlei kulturelle Entwicklung unseres Landes möglich ist, ganz zu schweigen von der sogenannten Kulturrevolution. Mehr noch: Ohne dies wird es bei uns weder einen wirklichen Aufschwung der Industrie und der Landwirtschaft noch eine zuverlässige Landesverteidigung geben.
Wie ist das aber zu erreichen, wenn man bedenkt, dass der Prozentsatz der Analphabeten in unserem Lande immer noch sehr hoch ist, dass es in einer ganzen Reihe von Nationen unseres Landes 80 bis 90 Prozent Analphabeten gibt?
Dazu ist es notwendig, das Land mit einem weitverzweigten Netz von Schulen zu überziehen, die in der Muttersprache der einheimischen Bevölkerung unterrichten, und diese Schulen mit Lehrkräften zu versorgen, die die Sprache beherrschen.
Dazu ist es notwendig, den ganzen Verwaltungsapparat, von dem Partei- und dem Gewerkschaftsapparat bis zum Staats- und dem Wirtschaftsapparat, zu nationalisieren, das heißt ihn seiner Zusammensetzung nach national zu gestalten.
Dazu ist es notwendig, Presse, Theater, Kinos und andere Kulturinstitutionen in der Muttersprache zur Entfaltung zu bringen.
Warum, fragt sich, in der Muttersprache? Eben darum, weil die Millionenmassen des Volkes in der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung nur in ihrer Muttersprache, in der nationalen Sprache, vorwärtskommen können.
Nach all dem Gesagten ist es, glaube ich, nicht gar so schwer zu begreifen, dass Leninisten, natürlich wenn sie Leninisten bleiben wollen, keine andere Politik in der nationalen Frage betreiben können als die, die jetzt in unserem Lande betrieben wird.“ (Stalin, Band 11, Seite 316/317).
Stalin, Über die rechte Abweichung in der KPdSU (B), April 1929:
„Wir sind alte Bolschewiki, und plötzlich haben wir Differenzen miteinander, können einander nicht mehr achten.
Ich glaube, dass all dies Jammern und Wehgeschrei keinen roten Heller wert ist. Wir sind kein Familienkreis, keine Innung persönlicher Freunde, sondern die politische Partei der Arbeiterklasse. Man darf nicht zulassen, dass die Interessen persönlicher Freundschaft über die Interessen der Sache gestellt werden.
Wenn wir uns nur deshalb alte Bolschewiki nennen, weil wir alt sind, dann ist es um unsere Sache schlecht bestellt, Genossen. Die alten Bolschewiki werden nicht deshalb geachtet, weil sie alt sind, sondern weil sie zugleich ewig junge, nie alt werdende Revolutionäre sind. Wenn ein alter Bolschewik vom Wege der Revolution abgeschwenkt oder politisch heruntergekommen ist und sein klares politisches Gesicht verloren hat, so hat er, wenn er gleich hundert Jahre alt wird, kein Recht, sich ein alter Bolschewik zu nennen, hat er kein Recht, von der Partei Achtung zu verlangen.
Ferner darf man Fragen der persönlichen Freundschaft nicht mit Fragen der Politik vermengen, denn, wie es heißt, Freundschaft ist Freundschaft und Dienst ist Dienst. Wir alle dienen der Arbeiterklasse, und wenn die Interessen der persönlichen Freundschaft den Interessen der Revolution zuwiderlaufen, dann muss die persönliche Freundschaft in den Hintergrund treten. Anders können wir als Bolschewiki die Frage nicht stellen.
Ich werde auch nicht auf die Anspielungen und versteckten Beschuldigungen persönlicher Art eingehen, mit denen die Reden der Genossen aus der Bucharinschen Opposition gespickt waren. Diese Genossen wollen offenbar die politische Grundlage unserer Meinungsverschiedenheiten mit Anspielungen und zweideutigen Bemerkungen vertuschen. Sie wollen die Politik durch Politikasterei ersetzen.“ (Stalin, Band 12, Seite 1 / 2).
„Rykow sprach die Unwahrheit, als er in seiner Rede erklärte, dass wir eine Generallinie hätten. Damit wollte er seine eigene, sich von der Linie der Partei unterscheidende Linie verschleiern, um seine Wühlarbeit gegen die Linie der Partei im Geheimen zu betreiben. Die Politik des Opportunismus besteht ja gerade darin, die Meinungsverschiedenheiten zu verkleistern, die wirkliche Lage innerhalb der Partei zu vertuschen, seine eigene Position zu verschleiern und es der Partei unmöglich zu machen, volle Klarheit zu gewinnen.
Wozu braucht der Opportunismus eine solche Politik? Er braucht sie, um unter dem Deckmantel des Geschwätzes von der Einheit der Linie in Wirklichkeit seine eigene, sich von der Linie der Partei unterscheidende Linie zu verfolgen.“ (Stalin, Band 12, Seite 7).
„Was hat sich im Zusammenhang mit der Schachty-Affäre herausgestellt? Es hat sich herausgestellt, dass die Bourgeoisie noch längst nicht endgültig geschlagen ist, dass sie in unserem Wirtschaftsaufbau Schädlingsarbeit organisiert und weiter organisieren wird, dass unsere Wirtschafts-, Gewerkschafts- und zum Teil auch Parteiorganisationen die Wühlarbeit unserer Klassenfeinde übersehen haben, dass wir also unsere Organisationen mit allen Kräften und allen Mitteln festigen und verbessern müssen, indem wir ihre Klassenwachsamkeit entwickeln und festigen.“ (Stalin, Band 12, Seite 10).
„Man darf die sogenannte Schachty-Affäre nicht für einen Zufall halten. ´Schachtyleute` sitzen jetzt in allen Zweigen unserer Industrie. Viele von ihnen wurden herausgefischt, aber noch lange nicht alle. Die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen ist eine der gefährlichsten Formen des Widerstands gegen den sich entwickelnden Sozialismus. Die Schädlingsarbeit ist um so gefährlicher, als sie mit dem internationalen Kapital verbunden ist. Die Schädlingsarbeit der Bourgeoisie ist ein unzweifelhafter Beweis dafür, dass die kapitalistischen Elemente noch lange nicht die Waffen gestreckt haben, dass sie Kräfte zu neuen Vorstößen gegen die Sowjetmacht sammeln.“ (Stalin, Band 12, Seite 13).
„Das kleinbürgerliche Element, das in den letzten Jahren um sich gegriffen hat, begann dieser anti-marxistischen Theorie Leben einzuhauchen und verlieh ihr aktuellen Charakter. Jetzt kann man nicht mehr sagen, dass sie ein verborgenes Dasein führt. Jetzt erhebt diese seltsame Theorie Bucharins den Anspruch, zum Banner der rechten Abweichung in unserer Partei, zum Banner des Opportunismus zu werden. Deshalb können wir an dieser Theorie nicht mehr achtlos vorbeigehen. Deshalb sind wir verspflichtet, sie als eine falsche und schädliche Theorie zu zerschmettern, um unseren Parteigenossen den Kampf gegen die rechte Abweichung zu erleichtern.“ (Stalin, Band 12, Seite 30).
„Es handelt sich hier darum, dass der Sozialismus erfolgreich die kapitalistischen Elemente angreift, dass der Sozialismus schneller wächst als die kapitalistischen Elemente, dass die realtive Bedeutung der kapitalistischen Elemente infolgedessen geringer wird, und eben weil die relative Bedeutung der kapitalistischen Elemente geringer wird, wittern die kapitalistischen Elemente die tödliche Gefahr und verstärken ihren Widerstand.
Vorläufig haben sie noch die Möglichkeit, ihren Widerstand zu verstärken, nicht nur, weil sie vom Weltkapitalismus unterstützt werden, sondern auch, weil, ungeachtet des Rückgangs ihrer relativen Bedeutung, ungeachtet der Verminderung ihres realtiven Wachstums im Vergleich zum Wachstum des Sozialismus, ein absolutes Wachsen der kapitalistischen Elemente dennoch vor sich geht, und das gibt ihnen eine gewisse Möglichkeiten, Kräfte zu sammeln, um sich dem Wachstum des Sozialismus zu widersetzen.
Gerade auf dieser Grundlage kommt es im gegenwärtigen Entwicklungsstadium, unter den gegenwärtigen Bedingungen des Kräfteverhältnisses, zu einer Verschärfung des Klassenkampfes und zu einer Verstärkung des Widerstands der kapitalistischen Elemente in Stadt und Land.
Der Fehler Bucharins und seiner Freunde besteht darin, dass sie diese einfache und offenkundige Wahrheit nicht begreifen. Ihr Fehler besteht darin, dass sie an die Sache nicht wie Marxisten, sondern wie Spießbürger herangehen, da sie die Verschärfung des Klassenkampfes mit allerlei zufälligen Gründen zu erklären suchen. (...)
Es wäre demnach so, dass sich die Verschärfung des Klassenkampfes aus Ursachen erklärt, die im Apparat liegen, aus der Tauglichkeit oder Untauglichkeit, der Schwäche oder Stärke unserer unteren Organisationen.
Es wäre demnach zum Beispiel so, dass die Schädlingsarbeit der bürgerlichen Intellektuellen in Schachty, die eine Form des Widerstands der bürgerlichen Elemente gegen die Sowjetmacht und eine Form der Verschärfung des Klassenkampfes ist, sich nicht aus dem Wechselverhältnis der Klassenkräfte, nicht aus dem Wachstum des Sozialismus, sondern aus der Untauglichkeit unseres Apparates erklärt.(...)
Das ist keine Erklärung, sondern ein Hohn auf eine Erklärung. Das ist keine Wissenschaft, sondern eine Afterwissenschaft.“ (Stalin, Band 12, Seite 31).
„Worin besteht die Schädlichkeit der Bucharinschen Theorie vom Hineinwachsen der Kapitalisten in den Sozialismus und der Bucharinschen Auffassung von der Frage der Verschärfung des Klassenkampfes?
Darin, dass sie die Arbeiterklasse einschläfert, die Kampfbereitschaft der revolutionären Kräfte unseres Landes untergräbt, die Arbeiterklasse demobilisiert und die Offensive der kapitalistischen Elemente gegen die Sowjetmacht erleichtert.“ (Stalin, Band 12, Seite 34/35).
„Man darf nicht vergessen, dass das kleinbürgerliche Element gerade in dieser Richtung wirkt – in der Richtung der NÖP von rechts.“ (Stalin, Band 12, Seite 40).
„Also ein Theoretiker ohne Dialektik. Ein scholastischer Theoretiker. Ein Theoretiker, dessen ´theoretische Ansichten nur mit sehr großen Bedenken zu den völlig marxistischen gerechnet werden können`[Lenin]. Das ist die von Lenin gegebene Charakteristik der theoretischen Physiognomie Bucharins.
Sie verstehen selbst, Genossen, dass ein solcher Theoretiker noch zu lernen muss. Und wenn Bucharin begriffe, dass er noch kein ganz fertiger Theoretiker ist, dass er es nötig hat, noch zu lernen, dass er ein Theoretiker ist, der sich die Dialektik noch nicht zu eigen gemacht hat, wo doch die Dialektik die Seele des Marxismus ist – wenn er das begriffe, dann wäre er bescheidener, und die Partei würde dadurch nur gewinnen. Das Schlimme aber ist, dass Bucharin nicht an Bescheidenheit leidet. Das Schlimme ist, dass er nicht nur an Bescheidenheit leidet, sondern sich sogar unterfängt, unseren Lehrer Lenin in einer ganzen Reihe von Fragen zu belehren...“ (Stalin, Band 12, Seite 62).
„Das geläufigste Modewort in den Reihen der Bucharingruppe ist jetzt das Wort ´Überspitzungen`. (...) Dieses Wort ist bei ihnen gang und gäbe, da es ihnen hilft, ihre opportunistische Linie zu maskieren. (...)
Weil Überspitzungen in der Durchführung einer richtigen Politik vorkommen, so muss man, wie sich herausstellt, diese richtige Politik aufgeben,. Das ist die gewöhnliche Manier der Opportunisten: da Überspitzungen bei der Durchführung einer richtigen Linie vorgekommen sind, ist diese Linie aufzugeben und durch eine opportunistische Linie zu ersetzen (...) Ersetzung der revolutionären Politik der Partei durch die opportunistische Politik der rechten Abweichler.“ (Stalin, Band 12, Seite 80 und 81).
„Bucharin sagte, dass die Drei keine fraktionelle Gruppe darstellen. Das stimmt nicht Genossen. Die Bucharingruppe enthält alle Elemente einer Fraktion. Es gibt sowohl eine Plattform als auch fraktionelle Abgeschlossenheit, sowohl Demissionspolitik als auch organisierten Kampf gegen das ZK. (...) Die Wahrheit aber ist, dass die Bucharingruppe eine fraktionelle Gruppe ist. Und sie ist nicht einfach eine fraktionelle Gruppe, sondern – ich möchte sagen – die unangenehmste und erbärmlichste aller fraktionellen Gruppen, die wir in der Partei gehabt haben.“ (Stalin, Band 12, Seite 86).
„Nein, Genossen, mit dem liberalen Geschwätz von der ´Zivilhinrichtung` werden die Bucharinleute die Partei nicht schrecken. Die Partei fordert von ihnen den entschiedenen Kampf gegen die rechte Abweichung und das Versöhnlertum ihr gegenüber, in Reih und Glied mit allen Mitgliedern des ZK unserer Partei. Sie fordert das von der Bucharingruppe, um die Mobilisierung der Arbeiterklasse zu erleichtern, den Widerstand der Klassenfeinde zu brechen und die entschlossene Überwindung der Schwierigkeiten unseres sozialistischen Aufbaus zu organisieren.
Entweder werden die Bucharinleute diese Forderung der Partei erfüllen – dann wird die Partei das begrüßen, oder sie werden es nicht tun – dann aber mögen sie sich die Folgen selber zuschreiben“ (Stalin, Band 12, Seite 93).
Stalin, An Genossen Felix Kon, 9. Juli 1929:
Genosse Kon!
Den Artikel der Genossin Russowa über die Broschüre der Genossin Mikulina (`Der Wettbewerb der Massen`) habe ich erhalten.
1. Die Rezension der Genossin Russowa macht den Eindruck einer allzu einseitigen und voreingenommenen Notiz. (...)
„Wird denn der Wert einer Broschüre durch einzelne Details bestimmt und nicht durch ihre allgemeine Linie? Genosse Scholochow, der berühmte Schriftsteller unserer Zeit, hat in seinem ´Stillen Don` eine Reihe grober Fehler begangen und geradezu falsche Daten (...) angeführt, aber folgt daraus etwa, dass der ´Stille Don` überhaupt nichts taugt, dass er verdient, aus dem Verkauf gezogen zu werden?
Worin besteht der Vorzug der Broschüre der Genossin Mikulina? Darin, dass sie die Idee des Wettbewerbs popularisiert und den Leser mit dem Geist des Wettbewerbs beseelt. Darin liegt der Kern der Sache und nicht in einzelnen Fehlern des Details.
2. Es ist möglich, dass die Kritiker im Zusammenhang mit meinem Vorwort zu der Broschüre der Genossin Mikulina zuviel und irgend etwas Außergewöhnliches von dieser Broschüre erwarteten und nun, in ihren Erwartungen getäuscht, beschlossen haben, den Verfasser der Broschüre hierfür zu strafen. Das ist jedoch falsch und unbillig. Die Broschüre der Genossin Mikulina ist natürlich kein wissenschaftliches Werk. Die Broschüre der Genossin Mikulina ist eine Erzählung über Angelegenheiten des Massenwettbewerbs, über die Praxis des Massenwettbewerbs. Und nur dies. Es ist nicht die Schuld der Genossin Mikulina, wenn durch mein Vorwort eine zu hohe Meinung von ihrem, im Grunde genommen sehr bescheidenen Büchlein entstanden ist. Hierfür darf man weder den Verfasser der Broschüre noch auch die Leser der Broschüre dadurch bestrafen, dass man die Broschüre aus dem Verkauf zieht. Aus dem Verkauf ziehen kann man nur Werke, die eine nichtsowjetische Richtung vertreten, parteifeindliche, anti-proletarische Machwerke. Die Broschüre der Genossin Mikulina enthält nichts Parteifeindliches oder Nichtsowjetisches.
3. Genossin Russowa ist besonders empört darüber, dass Genossin Mikulina ´Genossen Stalin irregeführt hat`. Die hier von Genossin Russowa bewiesene Sorge um Genossen Stalin ist schätzenswert. Indes besteht für diese Sorge, wie mir scheint, keinerlei Notwendigkeit.
Erstens ist es gar nicht so leicht, ´Genossen Stalin irrezuführen`.
Zweitens bereue ich nicht im Geringsten, dass ich der kleinen Broschüre eines in der literarischen Welt unbekannten Autors ein Vorwort vorausgeschickt habe, denn ich bin der Meinung, dass die Broschüre der Genossin Mikulina trotz einzelner und vielleicht sogar grober Fehler für die Arbeitermassen von großem Nutzen ist.
Drittens bin ich entschieden dagegen, dass nur zu Broschüren und Büchern von literarischen ´Würdenträgern`, von Leuten mit literarischem ´Namen`, von `Koryphäen` usw. Vorworte geschrieben werden. Ich bin der Meinung, es ist an der Zeit, dass wir mit dieser Herrengewohnheit Schluss machen und aufhören, die ohnehin im Vordergrund stehenden literarischen ´Würdenträger` herauszustreichen, unter deren ´Größe` unsere jungen, niemandem bekannten und von allen vernachlässigten literarischen Kräfte schwer zu leiden haben.
Bei uns gibt es Hunderte und Tausende fähiger junger Menschen, die mit aller Kraft bemüht sind, sich emporzuarbeiten, um die allgemeine Schatzkammer unseres Aufbaus durch ihr Scherflein zu bereichern. Aber ihre Versuche bleiben häufig vergeblich, da sie auf Schritt und Tritt durch den Eigendünkel von Leuten mit literarischem ´Namen`, durch den Bürokratismus und das herzlose Verhalten mancher unserer Organisationen und schließlich durch den Neid ihrer Altersgenossen und – genossinnen (der noch nicht in Wettbewerb übergegangen ist) erstickt werden. Eine unserer Aufgaben ist es, diese Mauer zu durchbrechen und den jungen Kräften, deren Zahl Legion ist, einen Ausweg zu schaffen. Mein Vorwort zu der kleinen Broschüre eines in der literarischen Welt unbekannten Autors stellt den Versuch dar, einen Schritt zur Lösung dieser Aufgabe zu tun. Ich werde auch künftig Vorworte nur zu einfachen, nicht auf Sensation berechneten Broschüren einfacher und unbekannter junger Autoren schreiben. Es ist möglich, dass eine solche Handlungsweise manchen Leuten, die auf Rangordnung Wert legen, nicht gefallen wird. Aber was kümmert mich das? Ich bin überhaupt kein Freund von solchen Leuten ...
4.Ich denke, die Iwanowo-Wosnessensker Genossen sollten Genossin Mikulina nach Iwanowo-Wosnessensk kommen lassen und ihr für die von ihr begangenen Fehler ´den Kopf waschen`. Ich bin keineswegs dagegen, dass man Genossin Mikulina wegen ihrer Fehler in der Presse gehörig vornimmt. Aber ich bin entschieden dagegen, dass man diese zweifellos begabte Schriftstellerin zu Boden wirft und sie als hoffnungslos aufgibt.
Was den Vorschlag betrifft, die Broschüre der Genossin Mikulina aus dem Verkauf zu ziehen, so sollte man diesen barbarischen Gedanken meines Erachtens ´unberücksichtigt` lassen. Mit kommunistischen Gruß (Stalin, Band 12, Seite100 – 102).
Stalin, Eintragung in das Schiffsjournal des Kreuzers „Tscherwona Ukraina“, 25. Juli 1929:
„War auf dem Kreuzer ´Tscherwona Ukraina`. Habe einer Laienkunstveranstaltung beigewohnt.
Allgemeiner Eindruck: prächtige Menschen, kühne, gebildete Genossen, die für unsere gemeinsame Sache zu allem bereit sind.
Es ist angenehm, mit solchen Genossen zu tun zu haben. Es ist angenehm, in den Reihen solcher Kämpfer gegen die Feinde zu streiten. Mit solchen Genossen kann man die ganze Welt der Ausbeuter und Unterdrücker besiegen.
Ich wünsche Euch Erfolg, Freunde von der ´Tscherwona Ukraina!`“ (Stalin, Band 12, Seite 104).
Stalin, Das Jahr des großen Umschwungs, 3. November 1929:
„Die Aufgabe der Errichtung einer Schwerindustrie stößt nicht nur auf das Akkumulationsproblem. Sie stößt weiter auf das Kaderproblem, auf das Problem:
a) der Einbeziehung Zehntausender sowjetisch gesinnter Techniker und Spezialisten in den sozialistischen Aufbau und
b) der Heranbildung neuer roter Techniker und roter Spezialisten aus den Reihen der Arbeiterklasse.(...)
Hieraus folgt die Aufgabe der Partei – die Lösung des Kaderproblems unmittelbar in Angriff zu nehmen und diese Festung um jeden Preis zu erobern.“ (Stalin, Band 12, Seite 110).
„Es ist klar, dass unser junger sozialistischer landwirtschaftlicher Großbetrieb (Kollektiv- und Sowjetwirtschaften) eine große Zukunft hat, dass er in seinem Wachstum Wunder an den Tag legen wird. (...)
Dieser Erfolg erklärt sich vor allem daraus, dass die Partei die Leninsche Politik der Erziehung der Massen befolgte und die Bauernmassen durch Schaffung und Förderung der Genossenschaftsbewegung Schritt für Schritt an die Kollektivwirtschaften herangeführt hat. Er erklärt sich daraus, dass die Partei sowohl gegen diejenigen, die der Bewegung vorauszueilen und die Entwicklung der Kollektivwirtschaften zu diskreditieren suchten (die ´linken` Phrasendrescher), als auch diejenigen, die die Partei nach rückwärts zu ziehen suchten und hinter der Bewegung einhertrotten wollten ( die rechten Toren), einen erfolgreichen Kampf geführt hat. Ohne diese Politik hätte die Partei die Kollektivwirtschaftsbewegung zu keiner wirklichen Massenbewegung der Bauern selbst machen können.“ (Stalin, Band 12, Seite 112/113).
„Die Praxis hat die Einwände der ´Wissenschaft` widerlegt und ein übriges Mal gezeigt, dass nicht nur die Praxis bei der ´Wissenschaft` lernen muss, sondern dass es auch der ´Wissenschaft` nicht schaden würde, bei der Praxis zu lernen.“ (Stalin, Band 12, Seite 114).
Stalin, An alle Organisationen und Genossen, die Genossen Stalin zu seinem 50. Geburtstag Glückwünsche sandten, 21. Dezember 1929:
„Ihre Glückwünsche und Grüße beziehe ich auf die große Partei der Arbeiterklasse, die mich nach ihrem Ebenbild erschaffen und erzogen hat. Und nur weil ich sie auf unsere ruhmreiche Leninsche Partei beziehe, erlaube ich mir, Ihnen mit bolschewistischem Dank zu antworten.
Sie können gewiss sein, Genossen, dass ich bereit bin, auch in Zukunft für die Sache der Arbeiterklasse, für die Sache der proletarischen Revolution und des Weltkommunismus alle meine Kräfte, alle meine Fähigkeiten und, wenn es notwendig ist, all mein Blut, Tropfen für Tropfen, hinzugeben.“ (Stalin, Band 12, Seite 124).
Stalin, Zur Frage der Agrarpolitik der UdSSR, 29. Dezember 1929:
„Ist es denn schwer zu begreifen, dass es ohne einen unversöhnlichen, auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Theorie geführten Kampf gegen die bürgerlichen Theorien unmöglich ist, den völligen Sieg über unsere Klassenfeinde zu erringen?“ (Stalin, Band 12, Seite 126).
Um nicht hinter der Praxis zurückzubleiben, muss man sofort darangehen, alle diese Probleme unter dem Gesichtspunkt der neuen Situation zu bearbeiten. Sonst ist eine Überwindung der bürgerlichen Theorien, die die Köpfe unserer Praktiker verkleistern, unmöglich. Sonst ist die Ausmerzung dieser Theorien, die die Zähigkeit von Vorurteilen erlangten, unmöglich. Denn nur im Kampf gegen bürgerliche Vorurteile in der Theorie kann man die Position des Marxismus-Leninismus fest verankern.“ (Stalin, Band 12, Seite 126/127).
„Es ist Ihnen natürlich bekannt, dass unter den Kommunisten die sogenannte Theorie des ´Gleichgewichts` der Sektoren unserer Volkswirtschaft noch immer im Umlauf ist. Diese Theorie hat natürlich mit dem Marxismus nichts gemein. Indes wird gerade diese Theorie von einer Reihe von Leuten aus dem Lager der rechten Abweichler propagiert.
Dieser Theorie zufolge haben wir vor allem einen sozialistischen Sektor – das ist eine Art Kasten – und außerdem einen nichtsozialistischen, wenn Sie so wollen, einen kapitalistischen – das ist der andere Kasten. Diese beiden Kästen befinden sich auf verschiedenen Geleisen und gleiten friedlich vorwärts, ohne einander zu stören. Aus der Geometrie weiß man, dass parallele Linien nicht zusammentreffen. Die Urheber dieser wunderbaren Theorie sind indes der Meinung, dass diese parallelen Linien irgendwann zusammentreffen werden, und wenn sie zusammengetroffen sind, dann werden wir den Sozialismus haben. Dabei lässt diese Theorie außer Acht, dass hinter den sogenannten ´Kästen` Klassen stehen und dass die Bewegung dieser ´Kästen` in Form eines erbitterten Klasenkampfes vor sich geht, eines Kampfes auf Leben und Tod, eines Kampfes nach dem Prinzip ´Wer – wen?´.
Es ist nicht schwer zu verstehen, dass diese Theorie mit dem Leninismus nichts gemein hat. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass diese Theorie objektiv das Ziel hat, die Positionen der individuellen Bauernwirtschaft zu verteidigen, den Kulakenelementen für ihren Kampf gegen die Kollektivwirtschaften eine ´neue` theoretische Waffe zu liefern und die Positionen der Kollektivwirtschaften zu diskreditieren.
Trotzdem ist diese Theorie bis heute in unserer Presse in Umlauf. Und man kann nicht behaupten, dass sie bei unseren Theoretikern eine ernste, geschweige denn eine vernichtende Abfuhr gefunden hätte. Wodurch könnte man diese Widersinnigkeit sonst erklären, wenn nicht dadurch, dass unser theoretisches Denken zurückbleibt?“ (Stalin, Band 12, Seite 127/128).
„Die Theorie des ´Selbstlaufs` im sozialistischen Aufbau.
Die Urheber dieser Theorie behaupten (...), das Dorf könne im Selbstlauf der sozialistischen Stadt folgen. (...) Ist es nicht sonderbar, dass unsere Theoretiker noch immer keine Zeit gefunden haben, diese sonderbare Theorie, die die Köpfe der Praktiker unseres kollektivwirtschaftlichen Aufbaus verkleistern, kurz und klein zu schlagen?
Kann man sagen, dass die bäuerliche kleine Warenwirtschaft ihrer Grundlage nach auch von gleichem Typus ist wie die sozialistische Produktion in der Stadt? Es ist klar, dass man das nicht sagen kann, ohne mit dem Marxismus zu brechen. Sonst hätte Lenin nicht gesagt: ´Solange wir in einem kleinbäuerlichen Lande leben, besteht für den Kapitalismus in Russland eine festere ökonomische Basis als für den Kommunismus` [Lenin].
Also ist die Theorie des ´Selbstlaufs` im sozialistischen Aufbau eine faule, eine anti-leninistische Theorie.“ (Stalin, Band 12, Seite 130/131).
„Es handelt sich darum, dass unsere Praxis, unser Leben neue Argumente gegen diese Theorie [Die Theorie von der „Stabilität“ der kleinbäuerlichen Wirtschaft als das dritte von Stalin kritisierte Vorurteil in der politischen Ökonomie - Redaktion] liefert, unsere Theoretiker aber sonderbarerweise diese neue Waffe nicht gegen die Feinde der Arbeiterklasse ausnutzen wollen oder können.“ (Stalin, Band 12, Seite 133).
„Unverständlich bleibt nur, warum die anti-wissenschaftlichen Theorien der ´Sowjet`ökonomen vom Schlage eines Tschajanow in unserer Presse ungehindert Verbreitung finden sollen, die genialen Werke von Marx, Engels und Lenin über die Theorie der Grundrente und der absoluten Grundrente aber nicht popularisiert und in den Vordergrund gerückt werden, sondern ein verborgenes Dasein führen sollen.“ (Stalin, Band 12, Seite 134).
„Es gibt ein von den bürgerlichen Ökonomen gezüchtetes Vorurteil über die sogenannte ´Schere`, dem man ebenso wie allen anderen bürgerlichen Theorien, die leider in der Sowjetpresse Verbreitung finden, den schonungslosen Krieg erklären muss. Ich meine die Theorie, wonach die Oktoberrevolution der Bauernschaft weniger gegeben hätte als die Februarrevolution, wonach die Oktoberrevolution der Bauernschaft eigentlich nichts gegeben hätte.“ (Stalin, Band 12, Seite 138).
„Das Geschwätz vom Klassenkampf, das Gewinsel und Geheul über den Klassenkampf in den Kollektivwirtschaften ist heutzutage ein charakteristisches Merkmal aller unserer ´linken` Schreihälse. Das Komischste bei diesem Gewinsel ist, dass seine Urheber den Klassenkampf dort ´sehen`, wo es ihn nicht gibt oder fast nicht gibt, ihn aber dort, wo es ihn gibt und wo er überschäumt, nicht sehen.“ (Stalin, Band 12, Seite 144).
„...alle wie immer gearteten bürgerlichen Theorien, die – zu unserer Schande – mitunter von unseren eigenen Genossen, von Kommunisten, verbreitet werden und die die Köpfe unserer Praktiker verkleistern, mit Stumpf und Stiel auszurotten. Es wäre längst an der Zeit gewesen, diese Theorien auszurotten und hinwegzufegen. Denn nur im schonungslosen Kampf gegen diese und ähnliche Theorien kann das theoretische Denken der marxistischen Agrarwissenschaftler sich entwickeln und erstarken.“ (Stalin, Band 12, Seite 150/151).
„Das, was die Statistische Zentralverwaltung im Jahre 1926 als volkswirtschaftliche Bilanz veröffentlicht hat, ist keine Bilanz, sondern ein Spiel mit Zahlen. Auch die Art, wie Baserow und Groman das Problem der volkswirtschaftlichen Bilanz behandeln, taugt nichts. Das Schema für die volkswirtschaftliche Bilanz der UdSSR muss von revolutionären Marxisten ausgearbeitet werden, wenn sie überhaupt gewillt sind, sich mit den Fragen der Ökonomik der Übergangsperiode zu befassen.
Es wäre gut, wenn unsere marxistischen Ökonomen eine besondere Gruppe von Genossen bestimmten, die die Probleme der Ökonomik der Übergangsperiode in ihrer neuen Fragestellung entsprechend der jetzigen Entwicklungsetappe ausarbeiten sollten.“ (Stalin, Band 12, Seite 151/152).
Stalin, Brief an A. M. Gorki, 17. Januar 1930:
„Die Geschichte unserer Partei (und nicht nur die Geschichte unserer Partei) lehrt, dass die Logik der Dinge stärker ist als die Logik der Absichten der Menschen.“ (Stalin, Band 12, Seite 155).
„Was die Erzählungen über den Krieg betrifft, so sind sie nur nach sorgfältiger Auswahl zu veröffentlichen. Auf dem Büchermarkt gibt es eine Menge belletristischer Erzählungen, die die ´Schrecken` des Krieges malen und Abscheu gegen jeglichen Krieg (nicht nur gegen den imperialistischen, sondern auch gegen jeden anderen Krieg) einflößen. Das sind bürgerlich-pazifistische Erzählungen, die nicht viel wert sind. Wir brauchen Erzählungen, die, ausgehend von den Schrecken des imperialistischen Krieges, die Leser an die Notwendigkeit der Überwindung der imperialistischen Regierungen, die diese Kriege organisieren, heranführen. Außerdem sind wir doch nicht gegen jeglichen Krieg. Wir sind g e g e n den imperialistischen Krieg als konterrevolutionären Krieg. Aber wir sind f ü r den Befreiungskrieg, den anti-imperialistischen, revolutionären, ungeachtet der Tatsache, dass ein solcher Krieg bekanntlich nicht frei ist von den `Schrecken des Blutvergießens`, sondern diese sogar reichlich aufweist. (...)
5. Sie haben völlig Recht, wenn Sie sagen, dass bei uns, in unserer Presse, ein großes Durcheinander in Fragen der anti-religiösen Propaganda herrscht. Mitunter werden die unwahrscheinlichsten Dummheiten begangen, die Wasser auf die Mühle der Feinde leiten. Auf diesem Gebiet steht eine Unmenge Arbeit bevor.“ (Stalin, Band 12, Seite 155/ 156).
Stalin, Antwort an die Genossen Swerdlower, 9. Februar 1930:
„Der Genauigkeit halber sei festgestellt, dass die Partei nicht die Weisung gegeben hat, die Losung der Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf die neue, städtische Bourgeoisie auszudehnen. Man muss den Unterschied sehen zwischen den NÖP-Leuten, denen im Wesentlichen schon lange ihre Produktionsbasis genommen ist und die deshalb keine irgendwie erhebliche Bedeutung in unserem Wirtschaftsleben haben, und den Kulaken, die bis in die letzte Zeit hinein gewaltige wirtschaftliche Bedeutung auf dem Lande hatten und denen wir erst jetzt ihre Produktionsbasis nehmen.
Mir scheint, dass einige Organisationen diesen Unterschied vergessen und einen Fehler begehen, wenn sie versuchen, die Losung der Liquidierung des Kulakentums als Klasse durch die Losung der Liquidierung der städtischen Bourgeoisie zu ´ergänzen`.“ (Stalin, Band 12, Seite 164).
„Was halten Sie von dem Streit, der unter den Ökonomen über wichtige Probleme der politischen Ökonomie entbrannt ist?“ [10. Frage der Swerdlower – Redaktion]; (Stalin, Band 12, Seite 163).
„Zur zehnten Frage. Mir scheint, dass in dem Streit zwischen den Ökonomen viel Scholastisches und Ausgeklügeltes liegt. Wenn man den Streit seiner äußeren Hülle entkleidet, so bestehen die grundlegenden Fehler der streitenden Parteien in Folgendem:
a) Keine der Parteien hat es verstanden, die Methode des Kampfes an zwei Fronten richtig anzuwenden: sowohl gegen den ´Rubinismus` als auch gegen den ´Mechanizismus` [„Rubinismus“ und „Mechanizismus“ – antimarxistische, revisionistische Richtungen in der politischen Ökonomie – Näheres in Anmerkung Nr.33 – Stalin, Band 12, Seite 332- Redaktion];
b) Beide Parteien sind von den grundlegenden Fragen der Sowjetökonomie und des Weltimperialismus abgeschweift, haben sich auf das Gebiet talmudistischer Abstraktionen begeben und so zwei Jahre lang mit Arbeiten über abstrakte Themen die Zeit totgeschlagen, natürlich zu Nutz und Frommen unserer Feinde.“ (Stalin, Band 12, Seite 167).
Stalin, Vor Erfolgen von Schwindel befallen, 2. März 1930:
„Die Kunst der Führung ist eine ernste Sache. Man darf nicht hinter der Bewegung zurückbleiben, denn zurückbleiben heißt sich von den Massen loslösen. Man darf aber auch nicht vorauseilen, denn vorauseilen heißt die Masen verlieren und sich isolieren. Wer die Bewegung führen und zu gleicher Zeit die Verbindung mit den Millionenmassen bewahren will, der muss den Kampf an zwei Fronten führen – sowohl gegen die Zurückbleibenden als auch gegen die Vorauseilenden. Unserer Partei ist deshalb stark und unbesiegbar, weil sie es als Fühererin der Bewegung versteht, ihre Verbindungen mit den Millionenmassen der Arbeiter und Bauern zu wahren und zu mehren.“ (Stalin, Band 12, Seite 175).
Stalin, Brief an Genossen Besymenski, 19. März 1930:
„Ich bin kein Literaturkenner und natürlich kein Kritiker. Trotzdem kann ich Ihnen angesichts Ihrer beharrlichen Bitten meine persönliche Meinung mitteilen. (...)
... Allerdings stecken einige Reste des Konsomolzen-Avantgardismus darin. Bei der Lektüre dieser Werke [„Schuss“ und „Ein Tag aus unserem Leben“ - Redaktion] kann es dem unerfahrenen Leser sogar scheinen, dass nicht die Partei die Fehler der Jugend korrigiert, sondern umgekehrt. Aber nicht dieser Mangel bildet den Grundzug, die Grundidee dieser Werke. Ihre Grundidee besteht in der Zuspitzung der Frage auf die Mängel unseres Apparates und in dem festen Glauben an die Möglichkeit, diese Mängel zu beseitigen.“ (Stalin, Band 12, Seite 176).
Stalin, Antwort an die Genossen Kollektivbauern, 3. April 1930:
„1. Verletzt wurde das Leninsche Prinzip der Freiwilligkeit bei der Errichtung von Kollektivwirtschaften.“ (Stalin, Band 12, Seite 179).
2. Verletzt wurde beim kollektivwirtschaftlichen Aufbau das Leninsche Prinzip, dass die Mannigfaltigkeit der Bedingungen in den verschiedenen Gebieten der UdSSR zu berücksichtigen ist. Man vergaß, dass es in der UdSSR die mannigfaltigsten Gebiete mit verschiedenen Wirtschaftsformen und verschiedenen Kulturstufen gibt.“ (Stalin, Band 12, Seite 181).
3. Verletzt wurde beim kollektivwirtschaftlichen Aufbau das Leninsche Prinzip, dass man eine noch nicht abgeschlossene Form der Bewegung nicht überspringen darf.“ (Stalin, Band 12, Seite 183).
„Erfolge steigen zuweilen zu Kopf. Sie erzeugen nicht selten übermäßigen Eigendünkel und Überheblichkeit. Das kann besonders leicht Vertretern einer Partei passieren, die an der Macht steht. Insbesondere einer solchen Partei wie der unseren, deren Stärke und Autorität schier unermesslich sind. Hier sind Fälle kommunistischer Hoffart, gegen die Lenin einen so heftigen Kampf geführt hat, durchaus möglich. Hier ist der Glaube an die Allmacht des Dekrets, der Resolution, der Verfügung durchaus möglich. Hier ist die Gefahr durchaus real, dass einzelne Vertreter der Partei in diesem oder jenen Winkel unsere unermesslichen Landes die revolutionären Maßnahmen der Partei in hohles, bürokratisches Dekreditieren verwandeln. Ich meine hier nicht nur Funktionäre von Ortsorganisationen, sondern auch einzelne Gebietsfunktionäre und auch einzelne Mitglieder des ZK.“ (Stalin, Band 12, Seite 185).
„Die Sache ist die, dass die Fehler der ´linken` Überspitzer auf dem Gebiet der kollektivwirtschaftlichen Bewegung Fehler sind, die günstige Verhältnisse für die Stärkung und Festigung der rechten Abweichung in der Partei schaffen. Warum? Weil diese Fehler die Linie der Partei in einem falschen Licht erscheinen lassen – folglich die Diskreditierung der Partei erleichtern – und so den Kampf der rechten Elemente gegen die Führung der Partei erleichtern. Die Diskreditierung der Parteiführung ist jener elementare Boden, auf dem sich allein der Kampf der rechten Abweichler gegen die Partei entfalten kann. Diesen Boden bieten den rechten Abweichlern die ´linken` Überspitzer, ihre Fehler und Verzerrungen. Um also den rechten Opportunismus mit Erfolg zu bekämpfen, muss man die Fehler der ´linken` Opportunisten überwinden. Die ´linken` Überspitzer sind objektiv die Verbündeten der rechten Abweichler. Das ist der eigenartige Zusammenhang zwischen dem ´linken´ Opportunismus und der rechten Abweichung.“ (Stalin, Band 12, Seite 190/191).
Stalin, An die Absoventen des ersten Lehrgangs der Industrieakademie, 25. April 1930:
„Die Heranbildung neuer Kader für die sozialistische Industrie aus den Reihen der Arbeiterklasse und der Werktätigen überhaupt, die fähig sind, die Betriebe sowohl in gesellschaftlich-politischer als auch in produktionstechnischer Hinsicht zu leiten, ist eine erstrangige Aufgabe des gegenwärtigen Augenblicks. (...)
Die Absolventen des ersten Lehrgangs der Industrieakademie – das ist der erste Pfeil, den die Akademie ins Lager unserer Feinde, ins Lager des Althergebrachten in der Produktion und der technischen Rückständigkeit abschießt.
Wir wollen hoffen, dass die neuen Leiter der Industrie, die heute die Akademie verlassen, in der Praxis besipielhaften Arbeitsenthusiasmus an den Tag legen und eine beispielhafte, wahrhaft revolutionäre Arbeit bei der Gewährleistung des bolschewistischen Aufbautempos leisten werden.
Gruß den Absolventen des ersten Lehrgangs der Industrieakademie, die dem Lande eine neue, mit technischen Kenntnissen ausgerüstete bolschewistische Gruppe von Leitern unserer sozialistischen Industrie zuführt.“ (Stalin, Band 12, Seite 201/202).
Stalin, Antwort an Genossen M. Rafail, 31, Mai 1930:
„Ist es möglich, dass die regierende Partei die neuen Prozesse, die im Leben vor sich gehen, sofort erfasst und sie ebenfalls sofort in ihrer praktischen Politik widerspiegelt? Ich glaube, das ist unmöglich. Das ist unmöglich, da zuerst immer die Tatsachen da sind, dann ihre Widerspiegelung im Bewusstsein der fortgeschrittensten Elemente der Partei, und erst danach tritt der Zeitpunkt ein, da die Massen der Parteimitglieder sich der neuen Prozesse bewusst werden. (...) Das Bewusstsein bleibt stets etwas hinter den Tatsachen zurück.“ (Stalin, Band 12, Seite 204).
Stalin, Politischer Rechenschaftsbericht an den XVI. Parteitag, 27. Juni 1930:
„Es gibt sogar Schlauköpfe, die die Ursache der Weltwirtschaftskrise in ´Ränken der Bolschewiki`sehen. Ich denke dabei an den bekannten ´Unternehmer` Rechberg, der eigentlich einem Unternehmer wenig ähnlich sieht und viel eher an einen ´Unternehmer` unter den Literaten und an einen ´Literaten` unter den Unternehmern erinnert. (Heiterkeit.)
Es versteht sich, dass alle diese ´Theorien` und Projekte mit Wissenschaft nichts gemein haben. Man muss feststellen, dass die bürgerliche Ökonomen sich angesichts der Krise als völlig bankrott erwiesen haben... (...) haben bürgerliche Regierungen aller Ränge und Farben, bürgerliche Persönlichkeiten aller Stufen und Kaliber, alle ohne Ausnahme ihre Kräfte an dem Problem der ´Verhütung` und ´Beseitigung` der Krisen versucht. Sie alle aber erlitten Schiffbruch. Sie erlitten Schiffbruch, weil die Wirtschaftskrisen weder verhütet noch beseitigt werden können, wenn man im Rahmen des Kapitalismus bleibt. Was ist also Erstaunliches daran, wenn die bürgerlichen Persönlichkeiten von heute ebenfalls Schiffbruch erleiden? Was ist also Erstaunliches daran, wenn die Maßnahmen der bürgerlichen Regierungen in Wirklichkeit nicht zu einer Linderung der Krise, sondern zu einer Kette neuer Bankrotte, zu einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit, zum Verschlingen der weniger starken kapitalistischen Vereinigungen durch die stärkeren kapitalistischen Vereinigungen führen?“ (Stalin, Band 12, Seite 213/214).
„Gehen wir zur Frage der Arbeitslosigkeit über. Auf diesem Gebiet herrscht, das muss man so sagen, sowohl beim Volkskommissariat für Arbeit als auch beim Zentralrat der Gewerkschaften ein großes Durcheinander. Einerseits geht aus den Angaben dieser Institutionen hervor, dass wir ungefähr 1 Millionen Arbeitslose haben, von denen die mit minimaler Qualifikation nur 14, 3 Prozent ausmachen, während etwa 73 Prozent aus Leuten soganannter intellektueller Arbeit und aus Ungelernten bestehen., wobei die gewaltige Mehrheit der letzteren Frauen und Jugendliche sind, die noch nichts mit industrieller Produktion zu tun gehabt haben.
Andererseits leiden wir nach denselben Angaben einen schrecklichen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die Arbeitsnachweise können die Nachfrage unserer Betriebe nach Arbeitskräften zu 80 Prozent nicht befriedigen, und wir sind daher gezwungen, schnellstens, buchstäblich von heute auf morgen ganz unqualifizierte Leute zu schulen und zu qualifizierten Facharbeitern zu machen, um die Bedürfnisse unserer Betriebe auch nur minimal befriedigen zu können.“ (Stalin, Band 12, Seite 256).
„Was die kulturelle Lage der Arbeiter und Bauern betrifft, so haben wir auch auf diesem Gebiet gewisse Errungenschaften, die uns jedoch angesichts ihrer Geringfügigkeit keinesfalls zufriedenstellen können. Sieht man ab von den Arbeiterklubs jeder Art, den Lesehallen, den Büchereien und den Stellen zur Liquidierung des Analphabetentums, die in diesem Jahr 10, 5 Millionen Menschen erfassten, so stellt sich die Lage des Kultur- und Bildungswesens folgendermaßen dar: Die Grundschulen erfassen im laufenden Jahr 11 638 000 Schüler, die Schulen zweiter Stufe 1 945 000, die industriell-technischen, Transport- und Landwirtschaftsschulen sowie die Produktionskurse für Massenschulung 333 100, die Techniken und ihnen gleichgestellte Berufsschulen 238 700, die allgemeinen Hochschulen und technischen Hochschulen 190 400. All das hat es ermöglichts, den Prozentsatz der des Lesens und Schreibens Kundigen in der UdSSR von 33 Prozent in der Vorkriegszeit auf 62, 6 Prozent zu erhöhen.
Die Hauptsache ist jetzt, zur allgemeinen Grundschulpflicht überzugehen. Ich sage ´die Hauptsache`, weil ein derartiger Übergang einen entscheidenden Schritt in der Kulturrevolution bedeuten würde. Dazu übergehen, ist aber schon längst Zeit, denn wir haben jetzt alles, was notwendig ist für die Einführung der allgemeinen Grundschulpflicht in allen Gebieten der UdSSR.
Bisher waren wir gezwungen, ´an allem zu sparen, sogar an den Schulen`, um ´die Schwerindustrie zu retten, sie wiederherzustellen`(Lenin).
In letzter Zeit jedoch haben wir die Schwerindustrie bereits wiederhergestellt und bringen sie weiter vorwärts. Folglich ist die Zeit gekommen, in der wir die restlose Einführung der allgemeinen Grundschulpflicht in Angriff nehmen müssen.
Ich glaube, dass der Parteitag recht daran tun wird, wenn er in dieser Hinsicht einen bestimmten und absolut kategorischen Beschluss fasst. (Beifall.)“ (Stalin, Band 12, Seite 262/263).
„... muss man den Umstand im Auge haben, dass unsere Arbeit an der sozialistischen Rekonstruktion der Volkswirtschaft, die die ökonomischen Beziehungen des Kapitalismus zerreißt und alle Kräfte der alten Welt über den Haufen wirft, den verzweifelten Widerstand dieser Kräfte hervorrufen muss. Bekanntlich ist dem auch so. Die böswillige Schädlingsarbeit einer Oberschicht der bürgerlichen Intelligenz in allen Zweigen unserer Industrie, der bestialische Kampf des Kulakentums gegen die kollektiven Wirtschaftsformen im Dorf, die Sabotage der von der Sowjetmacht getroffenen Maßnahmen durch die bürokratischen Elemente des Apparats,die eine Agentur des Klassenfeindes darstellen – das sind vorläufig die Hauptformen des Widerstands der untergehenden Klassen unseres Landes. Es ist klar, dass diese Umstände nicht dazu angetan sind, unsere Arbeit an der Rekonstruktion der Volkswirtschaft zu erleichtern.
(...) muss man den Umstand im Auge haben, dass die untergehenden Klassen unseres Landes bei ihrem Widerstand nicht von der Außenwelt isoliert sind, sondern dass ihr Widerstand von der kapitalistischen Umwelt unterstützt wird. Die kapitalistische Umwelt ist nicht als ein einfacher geographischer Begriff zu betrachten. Kapitalistische Umwelt heißt, dass die UdSSR von feindlichen Klassenkräften umgeben ist, die bereit sind, unsere Klassenfeinde im Innern der UdSSR sowohl moralisch und materiell als auch durch eine Finanzblockade und bei Gelegenheit auch durch eine militärische Intervention zu unterstützen. Es ist bewiesen, dass die Schädlingsarbeit unserer Spezialisten, die sowjetfeindlichen Aktionen des Kulakentums, die Brandstiftungen und Sprengstoffanschläge auf unsere Betriebe und Bauten von außen subsidiert und inspiriert wurden. (...) Es ist verständlich, dass dieser Umstand gleichfalls nicht dazu angetan ist, unsere Rekonstruktionsarbeit zu erleichtern. (...) Daraus folgt schließlich, dass unsere Schwierigkeiten, die ihrem ganzen Charakter nach Schwierigkeiten des Wachstums sind, uns die zur Unterdrückung der Klassenfeinde erforderlichen Möglichkeiten geben.
Um aber diese Möglichkeiten auszunutzen und sie Wirklichkeit werden zu lassen, um den Widerstand der Klassenfeinde zu unterdrücken und die Überwindung der Schwierigkeiten durchzusetzen, gibt es nur ein Mittel: Organisierung der Offensive gegen die kapitalistischen Elemente an der ganzen Front und Isolierung der opportunistischen Elemente in unseren eigenen Reihen, die die Offensive hindern, die in ihrer Panik von einem Extrem ins andere stürzen und in der Partei den Glauben an den Sieg zu erschüttern suchen. (Beifall.)“ ; (Stalin, Band 12, Seite 266/267).
„Das Wesen der bolschewistischen Offensive besteht schließlich darin, dass man die Partei selbst zur Organisierung der Offensive in ihrer Gesamtheit mobilisiert; dass man die Parteiorganisationen festigt und ihnen die nötige Schärfe verleiht, indem man die Elemente des Bürokratismus und der Entartung aus ihnen vetreibt; dass man die Träger [hervorgehoben von der Redaktion] der rechten und ´linken` Abweichung, der Abweichung von der Leninschen Linie, isoliert und beiseite drängt und wirkliche, standhafte Leninisten aufrücken lässt.“ (Stalin, Band 12, Seite 273/274).
„Es ist noch nicht lange her, dass bei uns Stimmen laut wurden, die den Wettbewerb und die Stoßarbeiterbewegung als etwas ´Ausgeklügeltes` und ´Unhaltbares` bezeichneten. Heute werden diese ´Schlauköpfe` nicht einmal mehr des Spottes gewürdigt, sie gelten einfach als abgelebte ´Schlauberger`.“ (Stalin, Band 12, Seite 275/276).
„Weiter folgt das Problem der Kader, sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft. Jedermann weiß, dass unsere wirtschaftlichen Kader, unsere Spezialisten, Techniker und Wirtschaftler technisch noch wenig erfahren sind. Die Sache wird dadurch noch kompliziert, dass, wie sich herausgestellt hat, ein Teil der Spezialisten, der mit den früheren Unternehmern verbunden ist und vom Ausland aufgewiegelt wird, an der Spitze der Schädlingstätigkeit steht. Noch komplizierter wird die Sache durch den Umstand, dass eine ganze Reihe unserer als Wirtschaftler tätigen Kommunisten hierbei keine revolutionäre Wachsamkeit gezeigt hat und sich häufig im geistigen Bann von Schädlingselementen befand. Indessen stehen wir vor den durch die Rekonstruktion der gesamten Volkswirtschaft bedingten ungeheuren Aufgaben, die eine große Anzahl neuer, zur Meisterung der neuen Technik fähiger Kräfte erfordern. In Verbindung damit ist das Problem der Kader bei uns wirklich zum vordringlichsten Problem geworden.
Die Lösung dieses Problems erfolgt bei uns im Zuge folgender Maßnahmen:
1.entschlossener Kampf gegen die Schädlinge;
ein Maximum an Fürsorge und Entgegenkommen gegenüber der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Spezialisten und Techniker, die sich von den Schädlingen abgegrenzt haben ( ich denke dabei nicht an Phrasendrescher und Wichtigtuer vom Schlage Ustrjalows, sondern an wirkliche Wissenschaftler, die schlicht und redlich mit der Arbeiterklasse zusammenarbeiten);
Organisierung technischer Hilfe aus dem Ausland;
Entsendung unserer Wirtschaftler ins Ausland zum Studium und überhaupt zur Erwerbung technischer Erfahrungen;
Unterstellung der technischen Lehranstalten unter die entsprechenden wirtschaftlichen Organisationen, damit in möglichst kurzer Frist Techniker und Spezialisten aus den Reihen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft in genügender Anzahl herangebildet werden.“ (Stalin, Band 12, Seite 286/287).
„... das Problem der individuellen Leitung. Unerträglich werden auch die Verstöße gegen das Prinzip der individuellen Leitung in den Betrieben. Die Arbeiter klagen immer wieder: ´Es gibt keinen Verantwortlichen im Betrieb`, ´Es herrscht keine Ordnung in der Arbeit.` Es darf nicht länger geduldet werden, dass unsere Betriebe sich aus Produktionsorganismen in Parlamente verwandeln. Unsere Partei- und Gewerkschaftsorganisationen müssen endlich begreifen, dass wir ohne Sicherung der individuellen Leitung und ohne Einführung einer strengen Verantwortlichkeit für den Gang der Arbeit die mit der Rekonstruktion der Industrie verbundenen Aufgaben nicht lösen können.“ (Stalin, Band 12, Seite 291).
„Eine der bemerkenswertesten Errungenschaften der Kollektivwirtschaftsbewegung besteht darin, dass dank ihr bereits Tausende Organisatoren und Zehntausende Agitatoren für die Sache der Kollektivwirtschaften aus den Reihen der Bauern selbst hervorgegangen sind. Jetzt sind es nicht mehr wir, die qualifizierten Bolschewiki, allein, sondern Bauern aus den Kollektivwirtschaften selbst, Zehntausende Bauern, die als Organisatoren und Agitatoren für die Sache der Kollektivwirtschaften das Banner der Kollektivierung vorwärtstragen werden. Die bäuerlichen Agitatoren sind glänzende Agitatoren für die Kollektivwirtschaftsbewegung, denn sie werden Argumente zu Gunsten der Kollektivwirtschaften finden, die für die übrige Masse der Bauern verständlich und annehmbar sind, Argumente, von denen wir, qualifizierte Bolschewiki, nicht einmal träumen können.“ (Stalin, Band 12, Seite 292/293).
„Der XVI. Parteitag ist der Parteitag der voll entfalteten Offensive des Sozialismus an der ganzen Front, der Liquidierung des Kulakentums als Klasse und der Verwirklichung der durchgängigen Kollektivierung. Das ist, kurz gesagt, das Wesen der Generallinie unserer Partei (...) Die Kapitalisten und ihre Lakaien schmähen unsere Partei – folglich ist die Generallinie unserer Partei richtig. (Beifall.)
Eingetreten ist der Zerfall, das Ende des Trotzkismus. Ein Teil der Trotzkisten hat bekanntlich mit dem Trotzkismus gebrochen... Der andere Teil der Trotzkisten ist tatsächlich zu typischen kleinbürgerlichen Konterrevolutionären entartet und hat sich praktisch in ein Büro verwandelt, das der kapitalistischen Presse Spitzelinformationen über die KPdSU (B) liefert.“ (Stalin, Band 12, Seite 300).
„Es besteht eine Theorie, nach der ein hohes Entwicklungstempo nur in der Wiederherstellungsperiode zulässig wäre, während das Aufbautempo mit dem Anbruch der Rekonstruktionsperiode von Jahr zu Jahr krass sinken müsste. Diese Theorie nennt sich die Theorie der ´erlöschenden Kurve`. Es ist eine Theorie zur Rechtfertigung unserer Rückständigkeit. Sie hat mit Marxismus-Leninismus nichts gemein. Sie ist eine bürgerliche Theorie und zielt darauf ab, die Rückständigkeit unseres Landes zu verewigen. Von den Leuten, die Beziehungen zu unserer Partei hatten oder haben, vertreten und propagieren diese Theorie nur die Trotzkisten und die rechten Abweichler.
Die Trotzkisten werden von einigen für Ultraindustrialisierer gehalten. Diese Auffassung ist aber nur teilweise richtig. Sie ist nur soweit richtig, als es sich um das Ende der Wiederherstellungsperiode handelt, wo die Trotzkisten tatsächlich Phantasien von Ultraindustrialisierung entwickelten. Was die Rekonstruktionsperiode betrifft, so sind die Trotzkisten vom Gesichtspunkt des Tempos extremste Minimalisten und jämmerliche Kapitulanten. (Heiterkeit, Beifall.)“; (Stalin, Band 12, Seite 305).
„Kann man einen erfolgreichen Kampf gegen die Klassenfeinde führen, ohne gleichzeitig gegen die Abweichungen in unserer Partei zu kämpfen, ohne diese Abweichungen zu überwinden? Nein, das geht nicht. Das geht nicht, weil es unmöglich ist, einen wirklichen Kampf gegen die Klassenfeinde zu entfalten, wenn man im Rücken ihre Agenten hat, wenn man Leute im Rücken belässt, die nicht an unsere Sache glauben und in jeder Weise bestrebt sind, unseren Vormarsch zu hemmen. Daher der unversöhnliche Kampf gegen die Abweichungen von der Leninschen Linie als nächste Aufgabe der Partei.“„Kann man einen erfolgreichen Kampf gegen die Klassenfeinde führen, ohne gleichzeitig gegen die Abweichungen in unserer Partei zu kämpfen, ohne diese Abweichungen zu überwinden? Nein, das geht nicht. Das geht nicht, weil es unmöglich ist, einen wirklichen Kampf gegen die Klassenfeinde zu entfalten, wenn man im Rücken ihre Agenten hat, wenn man Leute im Rücken belässt, die nicht an unsere Sache glauben und in jeder Weise bestrebt sind, unseren Vormarsch zu hemmen.
„Das Trotzkismus besteht vor allem darin, dass er die Möglichkeit leugnet, den Sozialismus in der UdSSR mit den Kräften der Arbeiterklasse und der Bauernschaft unseres Landes zu errichten. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir, wenn uns nicht in nächster Zeit die siegreiche Weltrevolution zu Hilfe kommt, vor der Bourgeoisie kapitulieren und den Weg frei machen müssten für eine bürgerlich-demokratische Republik. Wir haben hier also eine bürgerliche Leugnung der Möglichkeit, den Sozialismus in unserem Lande zu errichten, getarnt durch eine ´revolutionäre` Phrase vom Sieg der Weltrevolution.“ (Stalin, Band 12, Seite 309/310).
„Der Trotzkismus will, dass die KPdSU (B) keine einheitliche und fest zusammengefügte Kampfpartei sei, sondern ein Sammelsurium von Gruppen und Fraktionen mit eigenen Zentralen, mit eigener Disziplin, mit eigener Presse usw. Was aber bedeutet dies? Es bedeutet die Verkündung der Freiheit politischer Fraktionen in der Partei. Es bedeutet, dass der Freiheit politischer Gruppierungen in der Partei die Freiheit politischer Parteien im Lande, das heißt die bürgerliche Demokratie, folgen muss. Demnach haben wir hier eine Anerkennung der Freiheit fraktioneller Gruppierungen in der Partei, einbegriffen die Zulassung politischer Parteien im Lande der Diktatur des Proletariats, getarnt mit der Phrase von ´innerparteilicher Demokratie`, von ´Verbesserung des Regimes` in der Partei. Dass die Freiheit fraktionellen Gezänks von Intellektuellengruppen noch keine innerparteiliche Demokratie ist, dass aber die entfaltete Selbstkritik, die von der Partei durchgeführt wird, und die kolossale Aktivität der Parteimassen die Erscheinungsform einer tatsächlichen und wahren innerparteilichen Demokratie sind – das zu verstehen ist dem Trotzkismus nicht gegeben.“ (Stalin, Band 12, Seite 311).
„Kapitulantentum in der Tat als Inhalt, ´linke` Phrasen und ´revolutionär`- abenteuerliche Allüren als eine Form, die den kapitulantenhaften Inhalt verhüllt und für ihn Reklame machen soll – das ist das Wesen des Trotzkismus.
Diese Zwiespältigkeit des Trotzkismus widerspiegelt die zwiespältige Lage des dem Ruin verfallenen städtischen Kleinbürgertums, das das ´Regime` der Diktatur des Proletariats nicht erträgt und sich bemüht, entweder ´sofort` in den Sozialismus hinüberzuspringen, um dem Ruin zu entgehen (daher Abenteuertum und Hysterie in der Politik), oder, wenn dies nicht möglich ist, dem Kapitalismus jedwede Konzession zu machen (daher Kapitulantentum in der Politik).
Diese Zwiespältigkeit des Trotzkismus erklärt die Tatsache, dass der Trotzkismus seine ´rasenden` Scheinangriffe gegen die rechten Abweichler in der Regel durch einen Block mit ihnen als den Kapitulanten ohne Maske krönt.“ (Stalin, Band 12, Seite 312).
„Das Grundübel des Rechtsopportunismus besteht darin, dass er mit der Leninschen Auffassung vom Klassenkampf bricht und auf den Standpunkt eines kleinbürgerlichen Liberalismus hinabsinkt.
Die Kraft des Rechtsopportunismus besteht in der Stärke des kleinbürgerlichen Elements, in der Stärke des Drucks, den die kapitalistischen Elemente überhaupt und das Kulakentum im Besonderen auf die Partei ausüben. Und gerade weil die rechte Abweichung den Widerstand der entscheidenden Elemente der ablebenden Klassen widerspiegelt, gerade deswegen ist die rechte Abweichung zur Zeit die Hauptgefahr in der Partei.“ (Stalin, Band 12, Seite 315).
„Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf an zwei Fronten auch in Zukunft fortzusetzen, sowohl gegen die ´Linken` , die den kleinbürgerlichen Radikalismus vertreten, als auch gegen die Rechten, die den kleinbürgerlichen Liberalismus vertreten.
Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf gegen jene versöhnlerischen Elemente in der Partei auch in Zukunft fortzusetzen, die die Notwendigkeit des entschlossenen Zweifrontenkampfes nicht begreifen oder so tun, als ob sie diese Notwendigkeit nicht begriffen.“ (Stalin, Band 12, Seite 316).
„Was heißt nationale Kultur unter der Herrschaft der nationalen Bourgeoisie? Bürgerlich ihrem Inhalt und national ihrer Form nach, hat diese Kultur das Ziel, die Massen mit Nationalismus zu vergiften und die Herrschaft der Bourgeoisie zu festigen.
Was heißt nationale Kultur unter der Diktatur des Proletariats? Sozialistisch ihrem Inhalt und national ihrer Form nach, hat diese Kultur das Ziel, die Massen im Geiste des Sozialismus und des Internationalismus zu erziehen.
Wie kann man diese beiden prinzipiell verschiedenen Erscheinungen verwechseln, ohne mit dem Marxismus zu brechen?“ (Stalin, Band 12, Seite 321).
„Sie [die zum großrussischen Chauvinismus abweichen] begreifen offenbar nicht, dass sich die Entwicklung der nationalen Kulturen mit Einführung und Verankerung der allgemeinen Grundschulpflicht in der Muttersprache mit neuer Kraft entfalten muss. Sie begreifen nicht, dass man die rückständigen Nationalitäten nur unter der Bedingung in den sozialistischen Aufbau wirklich wird einbeziehen können, dass sich die nationalen Kulturen entwickeln. Sie begreifen nicht, dass die Leninsche Politik der Förderung und Unterstützung der Völker der UdSSR bei der Entwicklung ihrer nationalen Kulturen gerade dies zur Grundlage hat.
Es mag sonderbar erscheinen, dass wir, die Anhänger der künftigen Verschmelzung der nationalen Kulturen zu einer (nach Form wie nach Inhalt) gemeinsamen Kultur, mit einer gemeinsamen Sprache, gleichzeitig Anhänger des Aufblühens der nationalen Kulturen im gegenwärtigen Augenblick, in der Periode der Diktatur des Proletariats, sind. Aber daran ist nichts Sonderbares. Man muss den nationalen Kulturen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und zu entfalten, alle ihre Potenzen zu Tage zu fördern, um die Voraussetzungen zu schaffen für ihre Verschmelzung zu einer gemeinsamen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache in der Periode, da der Sozialismus in der ganzen Welt gesiegt haben wird. Das Aufblühen der ihrer Form nach nationalen und ihrem Inhalt nach sozialistischen Kulturen unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats in einem Lande zum Zwecke ihrer Verschmelzung zu einer (nach Form wie nach Inhalt) gemeinsamen sozialistischen Kultur mit gemeinsamer Sprache, wenn das Proletariat in der ganzen Welt gesiegt und der Sozialismus sich im Leben eingebürgert haben wird – darin besteht gerade das dialektische Wesen des Leninschen Herantretens an die Frage der nationalen Kultur.“ (Stalin, Band 12, Seite 322/323).
„...Formel ... der nationalen Kultur: Aufblühen der nationalen Kulturen (und Sprachen) in der Periode der Diktatur des Proletariats in einem Lande zwecks Vorbereitung der Bedingungen für ihr Absterben und ihre Verschmelzung zu einer gemeinsamen sozialistischen Kultur ( und zu einer gemeinsamen Sprache) in der Periode des Sieges des Sozialismus in der ganzen Welt.
Wer diese Eigenart und diesen ´Widerspruch` unserer Übergangszeit nicht begriffen hat, wer diese Dialektik der historischen Prozesse nicht begriffen hat, der ist für den Marxismus verloren.“(Stalin, Band 12, Seite 323).
„Was hatten wir 1918...? ...ein Wachsen der ´neuen` Bourgeoisie in der Stadt... Was haben wir heute [im Jahre 1930]? ... eine sterbende ´neue` Bourgeoisie in der Stadt...
Es ist klar, dass wir die Übergangsperiode im alten Sinne des Wortes bereits hinter uns haben und dass wir in die Periode des direkten und vollentfalteten sozialistischen Aufbaus an der ganzen Front eingetreten sind. Es ist klar, dass wir bereits in die Periode des Sozialismus eingetreten sind, denn der sozialistische Sektor hält jetzt alle wirtschaftlichen Hebel der gesamten Volkswirtschaft in seinen Händen, obwohl es noch weit ist bis zur Vollendung der sozialistischen Gesellschaft und bis zur Beseitigung der Klassenunterschiede.“ (Stalin, Band 13, Seite 5).
„Die Fragesteller sind zweitens nicht darüber klar geworden, dass die Frage des Absterbens der Nationalsprachen und ihrer Verschmelzung zu einer gemeinsamen Sprache keine innerstaatliche Frage, keine Frage des Sieges des Sozialismus in einem Lande ist, sondern eine internationale Frage, eine Frage des Sieges des Sozialismus im internationalen Maßstab. Die Fragesteller haben nicht begriffen, dass man den Sieg des Sozialismus in einem Land nicht mit dem Sieg des Sozialismus im internationalen Maßstab verwechseln darf.Nicht umsonst sagte Lenin, dass die nationalen Unterschiede noch lange Zeit sogar nach dem Siege der Diktatur des Proletariats im internationalen Maßstab bestehen bleiben werden.“ (Stalin, Band 13, Seite 6).
„Jeder Bolschewik, jeder Revolutionär, jedes sich selbst achtende Parteimitglied wird verstehen, dass man in den Augen der Partei nur steigen und gewinnen kann, wenn man klare und unbestreitbare Tatsachen offen und ehrlich anerkennt.“ (Stalin, Band 13, Seite 7).
„Solange man diese Leute [Rechtsopposition-Red.] nicht unter Druck setzt, ist bei ihnen nichts zu erreichen.“ (Stalin, Band 13, Seite 9).
„Unser bolschewistisches Tempo, unsere neuen Entwicklungswege, die mit der Rekonstruktionsperiode zusammenhängen, die Verschärfung des Klassenkampfes und die Auswirkungen dieser Verschärfung rufen bei ihnen Unruhe und Konfusion hervor, flößen ihnen Angst und Schrecken ein. Es ist daher verständlich, dass sie alles von sich fern halten, was mit den schärfsten Losungen unserer Partei zusammenhängt.
Sie leiden an derselben Krankheit, an der Tschechows bekannter Held Bjelikow litt, ein Griechischlehrer, der ´Mann im Futteral` . Erinnern Sie sich der Erzählung Tschechows `Der Mann im Futteral`? Dieser Held ging bekanntlich stets in Galoschen, im wattierten Mantel, mit einem Regenschirm, bei heißem und bei kaltem Wetter. ´Gestatten Sie, wozu brauchen Sie Galoschen und einen wattierten Mantel mitten im Juli, bei solcher Hitze?` fragte man Bjelikow. ´Für alle Fälle`, antwortete Bjelikow, ´es kann doch etwas passieren: vielleicht tritt plötzlich Frost ein, was dann?`(Allgemeine Heiterkeit, Beifall.) Er fürchtete wie die Pest alles Neue, alles, was außerhalb des gewohnten grauen Spießerlebens lag. Es wurde eine neue Speisehalle eröffnet – Bjelikow war schon besorgt: ´Es kann ja ganz gut sein, eine Speisehalle zu haben, aber scheuen Sie, dass nur nichts passiert.` Man organisierte einen Theaterzirkel, einen neuen Lesesaal – Bjelikow war wieder in Unruhe: ´Ein Theaterzirkel, ein neuer Lesesaal, wozu das? Schauen Sie, dass da nichts passiert.`(Allgemeine Heiterkeit.)“; (Stalin, Band 13, Seite 11).
„Dasselbe muss man von den ehemaligen Führern der Rechtsopposition sagen. Erinnern Sie sich der Geschichte mit der Unterstellung der technischen Hochschulen unter die Volkskommissariate für Wirtschaft? Wir wollten alles in allem zwei technische Hochschulen dem Obersten Volkswirtschaftsrat unterstellen. Man sollte meinen, eine geringfügige Sache. Aber bei den Rechtsabweichlern begegneten wir erbitterten Widerstand. `Zwei technische Hochschulen dem Obersten Volkswirtschaftsrat unterstellen? Wozu das? Ist es nicht besser abzuwarten? Schaut, dass bei dieser Geschichte nichts passiert.` Jetzt aber sind alle unsere technischen Hochschulen den Volkskommissariaten für Wirtschaft unterstellt. Und nichts ist passiert!“ (Stalin, Band 13, Seite 12).
Stalin, Brief an Genossen Schatunowski, August 1930:
„Sie wundern sich darüber, dass nach Stalins Auffassung die neuen Wirtschaftskader in technischer Hinsicht erfahrener sein müssen als die alten. Warum eigentlich? Stimmt es etwa nicht, dass sich unsere alten Wirtschaftskader in der Wiederherstellungsperiode herangebildet haben, in der Periode der Ausnutzung der alten Betriebe, die technisch rückständig waren und in denen man daher keine großen technischen Erfahrungen sammeln konnte? Stimmt es etwa nicht, dass die alten Wirtschaftskader in der Rekonstruktionsperiode, wo neue, moderne technische Anlagen in Betrieb genommen werden, völlig umlernen und dabei nicht selten den neuen, technisch geschulteren Kadern Platz machen müssen? Wollen Sie etwa bestreiten, dass die alten Wirtschaftskader, die sich in der Zeit der Ausnutzung und Inbetriebnahme der alten Betriebe herangebildet haben, nicht nur der neuen Technik, sondern auch unserem neuen Tempo oft geradezu hilflos gegenüberstehen?
Sie sprechen von Ihrer ´Ergebenheit` mir gegenüber. Mag sein, dass Ihnen diese Worte nur zufällig entschlüpft sind. Mag sein ... Sollten Ihnen aber diese Worte nicht zufällig entscglüpft sein, so würde ich Ihnen raten, das ´Prinzip` der Ergebenheit gegenüber Personen über Bord zu werfen. Das ist nicht bolschewistische Art. Seien Sie der Arbeiterklasse, ihrer Partei, ihrem Staat ergeben. Das ist notwendig und gut. Aber verwechseln Sie diese Ergebenheit nicht mit der Ergebenheit gegenüber Personen, mit diesem hohlen und unnützen intelligenzlerischen Phrasengeklingel.“ (Stalin, Band 13, Seite 16/ 17).
Stalin, An Genossen Demjan Bjedny, 12. Dezember 1930:
„Dutzende Male hat das ZK Sie gelobt, als es zu loben galt. Dutzende Male hat Sie das ZK (nicht ohne Ihnen manches nachzusehen!) gegen Angriffe einzelner Gruppen und Genossen unserer Partei geschützt. Dutzende Dichter und Schriftsteller hat das ZK zurechtgewiesen, wenn sie diesen oder jenen Fehler machten. Sie haben das alles für normal und verständlich gehalten. Aber jetzt, da das ZK sich genötigt sah, Ihre Fehler einer Kritik zu unterziehen, beginnen Sie plötzlich, zu maulen und von eine ´Schlinge` zu schreien. Mit welchem Recht? Vielleicht hat das ZK nicht das Recht, ihre Fehler zu kritisieren? Vielleicht ist der Beschluss des ZK für Sie nicht verbindlich? Vielleicht sind Ihre Gedichte über jede Kritik erhaben? Finden Sie nicht, dass Sie von einer gewissen unangenehmen Krankheit angesteckt worden sind, die ´Überheblichkeit` heißt?. Mehr Bescheidenheit, Genosse Demjan... (Stalin, Band 13, Seite 22).
„... begannen Sie vor aller Welt zu verkünden, dass Russland im Vergangenen ein Gefäß des Greuels und der Unsauberkeit gewesen, dass das heutige Russland ein einziges ´Gelumpe` sei, dass ´Faulheit`, und der Drang, ´auf dem Ofen zu hocken`, schier ein nationaler Zug der Russen überhaupt sei und folglich auch – der russischen Arbeiter, die, nachdem sie die Oktoberrevolution vollbracht haben, natürlich nicht aufgehört haben, Russen zu sein. Und das heißt bei Ihnen bolschewistische Kritik! Nein, hochgeehrter Genosse Demjan, das ist nicht bolschewistische Kritik, sondern Verleumdung unseres Volkes, Diffamierung der UdSSR, Diffamierung des Proletariats der UdSSR und Diffamierung des russischen Proletariats.
Und danach wollen Sie, dass das ZK schweigt! Wofür halten Sie unser ZK?
Vielleicht werden Sie als ´gebildeter Mensch` es nicht ablehnen, die folgenden Worte Lenins anzuhören....“ (Stalin Band 13, Seite 23).
„Sie müssen also den alten, Leninschen Weg einschlagen, trotz alledem.
Darin besteht der Kern der Sache und nicht in den leeren Lamentationen eines in Angst geratenen Intellektuellen, der vor lauter Schreck davon schwätzt, dass man angeblich Demjan ´isolieren` will, dass man Demjan ´nicht mehr drucken wird` und dergleichen mehr.“ (Stalin, Band 13, Seite 25).
Stalin, Über den Antisemitismus, 12. Januar 1931:
„Der Antisemitismus als extreme Form des Rassenchauvinismus ist der gefährlichste Überrest des Kannibalismus.
... sind Kommunisten als konsequente Internationalisten unversöhnliche und geschworene Feinde des Antisemitismus. (...) Aktive Antisemiten werden nach den Gesetzen der UdSSR mit dem Tode bestraft.“ (Stalin, Band 13, Seite 26).
Stalin, Über die Aufgaben der Wirtschaftler, 5. Februar 1931:
„Was heißt, die Produktion leiten? Bei uns ist die Frage der Leitung nicht immer bolschewistisch behandelt.
(...) Sie erinnern sich, wie Frau Pompadoure [Figur des Satirikers Saltykow-Schtschedrin- Red.] den jungen Pompadour belehrt: Zerbrich dir nicht den Kopf über die Wissenschaft, vertiefe dich nicht in Dinge, mögen sich andere damit befassen, das ist nicht deine Sache – deine Sache ist es, Papiere zu unterzeichnen. Zu unserer Schande muss man gestehen, dass es auch unter uns Bolschewiki nicht wenig Leute gibt, deren Leitung in der Unterzeichnung von Papieren besteht. Sich jedoch in die Dinge vertiefen, die Technik zu meistern, zum wirklichen Meister seines Fachs werden – in dieser Hinsicht ist bei ihnen nichts zu merken. (...)
Auch uns, die Zentrale, trifft hier die Schuld. Etwa vor zehn Jahren wurde die Losung ausgegeben: `Da die Kommunisten mit der Produktionstechnik noch nicht richtig vertraut sind, da sie die Verwaltung der Wirtschaft erst noch lernen müssen, so sollen die alten Techniker und Ingenieure, die Spezialisten, die Produktion leiten; ihr Kommunisten aber mischt euch nicht in die Technik der Arbeit ein, sondern studiert die Technik, ohne euch einzumischen, studiert die Wissenschaft der Verwaltung der Produktion ohne Rast und Ruh, um dann zusammen mit den uns ergebenen Spezialisten zu wirklichen Leitern der Produktion zu werden, zu wirklichen Meistern eures Fachs.` So lautete die Losung. Was geschah aber in Wirklichkeit? Der zweite Teil dieser Formel wurde über Bord geworfen, denn lernen ist schwerer als Papiere unterschreiben, der erste Teil der Formel aber wurde verflacht, indem die Nichteinmischung als Verzicht auf das Studium der Produktionstechnik ausgelegt wurde. Es kam ein Unsinn, ein schädlicher und gefährlicher Unsinn heraus, und je rascher wir uns von ihm befreien, desto besser“ (Stalin, Band 13, Seite 33).
„Natürlich liegt dem Schädlingswesen der Klassenkampf zu Grunde. Natürlich setzt der Klassenfeind der sozialistischen Offensive wütenden Widerstand entgegen. Das allein genügt aber nicht, um eine so üppige Entfaltung des Schädlingswesens zu erklären. Wie konnte es geschehen, dass das Schädlingswesen ein so großes Ausmaß angenommen hat? Wer ist Schuld daran? Wir sind Schuld daran. Hätten wir die Leitung der Wirtschaft anders organisiert, wären wir viel früher zum Studium der Technik, zur Meisterung der Technik übergegangen, hätten wir häufiger und mit Sachkenntnis in die Leitung der Wirtschaft ergriffen, dann wäre es den Schädlingen nicht gelungen, soviel Schaden anzurichten. (...) Es ist Zeit, dass wir die alte Losung, die überholte Losung von der Nichteinmischung in die Technik, über Bord werfen und dass wir selbst Spezialisten, Sachkundige, selbst vollauf Meister der Wirtschaft werden.(...) Die Hauptsache ist hier das leidenschaftliche bolschewistische Verlangen nach Meisterung der Technik, nach der Meisterung der Wissenschaft von der Produktion. Bei leidenschaftlichem Verlangen kann man alles erreichen, alles überwinden.“ (Stalin, Band 13, Seite 34 und 35).
„... sich in alles einzumischen. Bist du ein Direktor eines Betriebes, so mische dich in alle Dinge, dringe in alle Einzelheiten ein, lasse dir nichts entgehen, lerne und noch einmal lerne. Die Bolschwiki müssen die Technik meistern. Es ist Zeit, dass die Bolschewiki selbst zu Spezialisten werden. Die Technik entscheidet in der Rekonstruktionsperiode alles. Und ein Wirtschaftler, der die Technik nicht studieren will, der die Technik nicht meistern will, der ist eine Witzfigur, aber kein Wirtschaftler. Man sagt, es sei schwer, die Technik zu meistern. Falsch! Es gibt keine Festungen, die die Bolschewiki nicht nehmen könnten.“ (Stalin, Band 13, Seite 38).
IV. Die Frage der technischen Intelligenz der Arbeiterklasse
„ ... dass wir nicht mehr mit jener Mindestzahl an Ingenieuren, Technikern und Leitern der Industrie auskommen können, mit der wir früher auskamen. Daraus folgt, dass die alten Zentren für die Heranbildung von Ingenieuren und Technikern nicht mehr genügen, dass ein ganzes Netz von neuen Zentren geschaffen werden muss (...)
Doch brauchen wir nicht beliebige Leiter, Ingenieure und Techniker. Wir brauchen solche Leiter, Ingenieure und Techniker, die fähig sind, sich diese Politik zu eigen zu machen, und die bereit sind, sie gewissenhaft zu verwirklichen. Was bedeutet das aber? Das bedeutet, dass unser Land in eine Entwicklungsphase eingetreten ist, in der sich die Arbeiterklasse ihre eigene technische Intelligenz schaffen muss, die fähig ist, die Interessen der Arbeiterklasse in der Produktion als die Interessen der herrschenden Klasse zu vertreten.
Keine herrschende Klasse ist je ohne ihre eigene Intelligenz ausgekommen. Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die Arbeiterklasse der UdSSR ebenfalls nicht ohne ihre eigene technische Intelligenz auskommen kann.
Die Sowjetmacht hat diesem Umstand Rechnung getragen und hat die Tore der Hochschulen aller Zweige der Volkswirtschaft für die Angehörigen der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft geöffnet. Sie wissen, dass Zehntausende junger Arbeiter und Bauern jetzt an den Hochschulen lernen. Waren früher, unter dem Kapitalismus, die Hochschulen das Monopol der Herrensöhnchen, so bildet dort heute, unter der Sowjetordnung, die Arbeiter- und Bauernjugend den ausschlaggebenden Faktor. Es steht außer Zweifel, dass wir aus unseren Lehranstalten bald Tausende neuer Techniker und Ingenieure, neuer Leiter unserer Industrie erhalten werden.
Das ist aber nur die eine Seite der Sache. Die andere Seite der Sache besteht darin, dass die technische Intelligenz der Arbeiterklasse sich nicht nur aus den Absolventen der Hochschulen zusammensetzen, sondern sich auch aus Praktikern unserer Betriebe rekrutieren werden, aus qualifizierten Arbeitern, aus den kulturellen Kräften der Arbeiterklasse, in den Werken, Fabriken, Bergwerken. Die Initiatoren des Wettbewerbs, die Führer der Stoßbrigaden, die praktischen Inspiratoren des Arbeitsaufschwungs, die Organisatoren der Arbeit an diesem oder jenem Abschnitt des Aufbaus – das ist die neue Schicht der Arbeiterklasse, die zusammen mit den Genossen, die die Hochschule absolviert haben, den Kern der Intelligenz der Arbeiterklasse, den Kern der leitenden Kader unserer Industrie bilden soll. Die Aufgabe besteht darin, diese Genossen, die von ´unten` kommen und Initiative besitzen, nicht an die Wand zu drücken, sondern sie kühner auf die leitenden Posten zu stellen, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre organisatorischen Fähigkeiten zu entfalten, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Kenntnisse zu vervollständigen, und für sie die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, ohne die Ausgaben für diesen Zweck zu scheuen.
Unter den Genossen gibt es nicht wenig Parteilose. Das kann aber kein Hindernis dafür sein, sie entschlossener auf leitende Posten zu stellen. Im Gegenteil, gerade diese parteilosen Genossen müssen mit besonderer Aufmerksamkeit umgeben, müssen auf leitende Posten gestellt werden, damit sie sich in der Praxis davon überzeugen, dass die Partei fähige und begabte Menschen zu schätzen weiß.
Manche Genossen sind der Meinung, man dürfe auf leitende Posten in den Fabriken und Werken nur Parteigenossen stellen. Aus diesem Grunde schieben sie oft fähige parteilose Genossen, die Initiative besitzen, beiseite und lassen an die erste Stelle Parteimitglieder aufrücken, selbst wenn diese weniger fähig sind und keine Initiative besitzen. Es ist überflüssig zu sagen, dass es nichts Dümmeres und Reaktionäreres gibt als eine solche, mit Verlaub zu sagen, ´Politik`. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass man mit einer solchen ´Politik` nur die Partei diskreditieren und die parteilosen Arbeiter von der Partei abstoßen kann. Unsere Politik besteht keineswegs darin, die Partei in eine abgesonderte Kaste zu verwandeln. Unsere Politik besteht darin, zwischen den der Partei angehörenden und den parteilosen Arbeitern eine Atmosphäre ´gegenseitigen Vertrauens`, eine Atmosphäre ´gegenseitiger Kontrolle`(Lenin) zu schaffen. Unsere Partei ist in der Arbeiterklasse unter anderem eben deshalb so stark, weil sie diese Politik durchführt.
Also: Erreichen, dass die Arbeiterklasse der UdSSR ihre eigene technische Intelligenz habe – das ist die Aufgabe.“ (Stalin Band 13, Seite60 &ndas