Schulungstext der Komintern / ML

gegen den Intellektualismus

Die Komintern /ML widmet diesem Kampf gegen den Intellektualismus stets besondere Aufmerksamkeit und der Genosse Wolfgang Eggers hat hier eine kleine , nützliche Zitatensammlung der Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha für uns zusammengestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.



Stalin

Zitatensammlung über

die bürgerliche / kleinbürgerliche Intelligenz

und der Kampf gegen die intelligenzlerisch - opportunistischen Elemente



Stalin, Die Sozialdemokratische Partei Russlands und ihre nächsten Aufgaben, November/ Dezember 1901

Das menschliche Denken hatte viele Mühseligkeiten, Qualen und Wandlungen durchzumachen, bevor es zu dem wissenschaftlich ausgearbeiteten und begründeten Sozialismus gelangte. Die westeuropäischen Sozialisten hatten sehr lange in der Wüste des utopischen (unerfüllbaren, nicht zu verwirklichenden) Sozialismus umher zu irren, bis sie sich den Weg bahnten, bis sie die Gesetze des gesellschaftlichen Lebens erforschten und begründeten und aus ihnen die Notwendigkeit des Sozialismus für die Menschheit ableiteten. Europa hat seit Beginn des vorigen Jahrhunderts viele tapfere, selbstlose, ehrliche Männer der Wissenschaft hervorgebracht, die danach strebten, die Frage zu klären und zu beantworten, was die Menschheit von dem Übel erlösen kann, das mit der Entwicklung von Handel und Industrie immer stärker und schlimmer wird.“ (Stalin, Werke, Band 1, Seite 10).

... gab es Sozialismus (utopischer Traum (ebenda, Seite 11)), gab es eine Arbeiterbewegung (spontane Rebellion (ebenda, Seite 11)), aber sie gingen unabhängig voneinander ihren Weg (...) ,ohne einander zu kennen.“ (Stalin, Band 1, Seite 11).

Aber die ersten Siege verwirrten manche schwache Menschen und stiegen ihnen zu Kopf. Wie einst die utopischen Sozialisten ihre Aufmerksamkeit nur auf das Endziel gerichtet und, durch dieses Endziel geblendet, die reale Arbeiterbewegung, die sich vor ihren Augen entfaltete, gar nicht bemerkt oder abgelehnt hatten, so wandten einige russische Sozialdemokraten umgekehrt alle ihre Aufmerksamkeit ausschließlich der spontanen Arbeiterbewegung, ihren Tagesbedürfnissen zu.“ (Stalin, Band 1, Seite 14).

... eine große Energie wird nur für ein großes Ziel geboren.“ (Stalin, Band 1, Seite 18).

Es stöhnt ein Teil der kleinen und sogar der mittleren Bourgeoisie, der sich mit der Knute des Zaren nicht abfinden kann, besonders der gebildete Teil der Bourgeoisie, die sogenannten Vertreter der freien Berufe (Lehrer, Ärzte, Advokaten, Studenten und Lernende überhaupt).“ (Stalin, Band 1, Seite 19).

Von den Vertretern des privilegierten Standes hat nur ein Teil der Studentenschaft seine Entschlossenheit gezeigt, bis zu Ende für seine Forderungen zu kämpfen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass auch dieser Teil der Studentenschaft aus den Söhnen derselben unterdrückten Bürger besteht; dabei neigt die Studentenschaft, als die studierende Jugend, solange sie noch nicht im praktischen Leben aufgegangen ist und dort noch nicht eine bestimmte gesellschaftliche Stellung eingenommen hat, am meisten idealen bestrebungen zu, die sie zum Kampf für die Freiheit rufen.

Wie dem auch sei, gegenwärtig tritt die Studentenschaft in der Bewegung der `Gesellschaft` fast als Leiter, als Vortrupp auf. Um sie gruppiert sich heute der unzufriedene Teil der verschiedenen Gesellschaftsklassen. Anfänglich versuchte die Studentenschaft, mit Hilfe eines von den Arbeitern übernommenen Mittels zu kämpfen – mit Hilfe der Streiks. Als aber die Regierung auf ihre Streiks mit einem bestialischen Gesetz (...) antwortete, laut welchem streikende Studenten als Rekruten eigezogen werden, blieb der Studentenschaft nur ein einziges Kampfmittel übrig – von der russischen Gesellschaft Hilfe zu verlangen und von Streiks überzugehen zu Straßendemonstrationen. So ging die Studentenschaft denn auch vor.Sie streckte die Waffen nicht, sondern im Gegenteil, sie begann noch mutiger und entschlossener zu kämpfen. Um sie gruppierten sich die unterjochten Bürger, die Arbeiterklasse reichte ihnen die helfende Hand, und die Bewegung wurde machtvoll und für die Staatsgewalt bedrohlich.

Die von der Studentenschaft erhobenen Forderungen aber, die Forderungen der Lehrfreiheit, der Freiheit des inneren Universitätslebens sind für eine breite gesellschaftliche Bewegung zu eng. Um alle Teilnehmer dieser Bewegung zusammenzuschließen, braucht man ein Banner, das allen verständlich ist und nahesteht, das alle Forderungen vereinigt. Ein solches Banner ist der Sturz der Selbstherrschaft.

Natürlich kann die Studentenschaft nicht mit eigenen Kräften diesen grandiosen Kampf führen, ihre schwachen Hände werden dieses schwere Banner nicht halten können. Um es zu halten, braucht man stärkere Hände, und eine solche Kraft findet man unter den heutigen Verhältnissen nur in der vereinigten Kraft des arbeitenden Volkes. Folglich muss die Arbeiterklasse der Studentenschaft das Banner ganz Russlands aus den schwachen Händen nehmen, die Losungen `Nieder mit der Selbstherrschaft! Es lebe die demokratische Verfassung!`darauf schreiben und das russische Volk zur Freiheit führen. Den Studenten aber müssen wir dankbar sein für die uns erteilte Lehre: sie haben gezeigt, von welch großer bedeutung die politische Demonstration im revolutionären Kampf ist.“ (Stalin, Band 1, Seite 21 und 22).

Die Bourgeoisie bedient sich gewöhnlich mit Vergnügen der muskulösen Fäuste der Arbeiter im Kampf gegen die Selbstherrschaft, und wenn der Sieg bereits erkämpft ist, eignet sie sich seine Resultate an und lässt die Arbeiter leer ausgehen. (...) Was die Studenten und die anderen Protestierenden aus der gesellschaft anbelangt, so gehören ja auch sie zu der nämlichen Bourgeoisie. Man braucht ihnen nur eine absolut harmlose ´gerupfte Verfassung` zu bieten, die dem Volke ganz geringfügige Rechte gewährt, damit alle diese Protestierenden ein anderes Lied anstimmen und das ´neue Regime` zu lobpreisen beginnen. Die Bourgeoisie lebt in ständiger Furcht vor dem ´roten Gespenst` des Kommunismus und bemüht sich in allen Revolutionen, die Sache dort enden zu lassen, wo sie eigentlich erst beginnt. Hat sie ein unbedeutendes, für sie vorteilhaftes Zugeständnis erlangt, so reicht sie, durch die Arbeiter erschreckt, der Staatsgewalt die hand der Versöhnung und verrät schamlos die Sache der Freiheit¹.

¹) Wir haben hier natürlich nicht jene Intelligenz im Auge, die sich bereits von ihrer Klasse lossagt und in den Reihen der Sozialdemokratie kämpft. Solche Intellektuelle aber sind nur eine Ausnahme, sie sind ´weiße Raben`.

Nur die Arbeiterklasse ist eine zuverlässige Stütze der wahren Demokratie. Nur sie kann auf keine Verständigung mit der Selbstherrschaft um irgendeines Zugeständnisses willen eingehen und wird sich nicht einschläfern lassen, wenn man ihr ein süßes Lied unter den Klängen der konstitutionellen Laute zu singen beginnt.

Für die Sache der Demokratie in Russland ist es deshalb von außerordentlich großer bedeutung, ob die Arbeiterklasse es verstehen wird, an die Spitze der demokratischen gesamtbewegung zu treten, oder aber ob sie im nachtrab der bewegung einhertrotten wird als Hilfskraft der ´Intelligenz`, dh. der Bourgeoisie.

Um jedoch diese führende Rolle spielen zu können, muss sich die Arbeiterklasse zu einer selbständigen politischen Partei zusammenschließen. Dann werden ihr Verrätereien und Treuebrüche ihres zeitweiligen Verbündeten, der ´Gesellschaft`, im Kampf gegen den Absolutismus nichts anhaben können. Von dem Augenblick an, wo diese ´Gesellschaft` die Sache der Demokratie verrät, wird die Arbeiterklasse selbst, mit ihren eigenen Kräften, dieses Werk voranführen – die selbständige politische Partei wird ihr hierzu die notwendige Kraft verleihen“ (Stalin, Band 1, Seite 26).