J. W. Stalin

Was sind die „Nationalsozialisten“?

(aus: Werke, Band 14, Seite 251-254; „Der 24. Jahrestag der Oktoberrevolution“, KPD/ML, 1976, Dortmund)



Die deutschen Eindringlinge, das heißt die Hitlerleute, werden bei uns gewöhnliche Faschisten genannt. Die Hitlerleute aber halten das, wie sich herausstellt, für unrichtig und fahren hartnäckig fort, sich „Nationalsozialisten“ zu nennen. Die Deutschen wollen uns also einreden, dass die Partei der Hitlerleute, die Partei der deutschen Landräuber, die Europa ausgeplündert und einen frevelhaften Überfall auf unseren sozialistischen Staat ins Werk gesetzt hat, eine sozialistische Partei sei, Ist das möglich? Was kann es Gemeinsames geben zwischen dem Sozialismus und den vertierten hitlerischen Landräubern, die die Völker Europas ausplündern und unterdrücken?

Kann man die Hitlerleute für Nationalisten halten? Nein, das kann man nicht. In Wirklichkeit sind die Hitlerleute jetzt keine Nationalisten, sondern Imperialisten. Solange sich die Hitlerleute damit befassten, die deutschen Länder zusammenzufassen und ihnen das Rheingebiet, Östereeich usw. wieder anzuschließen, konnte man sie mit einer gewissen Berechtigung für Nationalisten halten. Nachdem sie jedoch fremde Gebiete geraubt und europäische Nationen – die Tschechen, die Slowaken, Polen, Norweger, Dänen, Holländer, Belgier, Franzosen, Serben, Griechen, Ukrainer, Belorussen, Balten isw. - unterjocht haben und dazu übergegangen sind, die Weltherrschaft anzustreben, hat die Hitlerpartei aufgehört, eine nationalistische Partei zu sein, denn seit diesem Augenblick ist sie zu einer imperialistischen, annexionistischen Unterdrückerpartei geworden.

Die Partei der Hitlerleute ist eine Partei von Imperialisten, und zwar der gierigsten und räuberischsten Imperialisten unter allen Imperialisten der Welt.

Kann man die Hitlerleute für Sozialisten halten? Nein, das kann man nicht. In Wirklichkeit sind die Hitlerleute geschworene Feinde des Sozialismus, die schlimmsten Reaktionäre und Progromhelden, die die Arbeiterklasse und die Völker Europas der elementarsten und demokratischen Freiheiten beraubt haben. Um ihr reaktionäres Progromwesen zu bemänteln, beschimpfen die Hitlerleute das innere Regime Englands und Amerikas als ein plutokratisches Regime. Aber in England und in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es elementare demokratische Freiheiten, dort bestehen Gewerkschaften der Arbeiter und Angestellten, es bestehen Arbeiterparteien, es gibt ein Parlament, während all diese Einrichtungen in Deutschland unter dem Hitlerregime vernichtet worden sind. Man braucht nur diese beiden Tatsachenreihen gegeneinanderzusetzen, um das reaktionäre Wesen des Hitlerregimes und die ganze Verlogenheit des Geschwätzes der deutschen Faschisten über das plutokratische Regime Englands und Amerikas zu begreifen. Dem Wesen der Sache nach ist das Hitlerregime eine Kopie jenes reaktionären Regimes, das in Russland unter dem Zarismus bestanden hat. Man weiß, dass die Hitlerleute die Rechte der Arbeiter, die Rechte der Intelligenz sowie die Rechte der Völker ebenso gern mit Füßen treten, wie das zaristische Regime sie mit Füßen getreten hat, dass sie ebenso gern mittelalterliche Judenprogrome veranstalten, wie sie das zaristische Regime veranstaltet hat.

Die Hitlerpartei ist eine Partei der Feinde der demokratischen Freiheiten, eine Partei mittelalterlicher Reaktion und finsterer Progrome.

Und wenn diese abgefeimten Imperialisten und schlimmsten Reaktionäre immer noch fortfahren, sich in die Toga von „Nationalisten“ und „Sozialisten“ zu hüllen, so tun sie das zu dem Zweck, das Volk zu betrügen, einfältige Leute zum Narren zu halten und mit der Flagge des „Nationalismus“ und des „Sozialismus“ ihr imperialistisches Räuberunwesen zu tarnen.

Krähen, die sich mit Pfauenfedern schmücken.... Aber wie sehr sich Krähen auch mit Pfauenfedern schmücken mögen, sie hören deshalb nicht auf, Krähen zu sein.

„Man muss mit allen Mitteln danach streben“, erklärt Hitler, “dass die Welt von den Deutschen erobert wird. Wenn wir unser großdeutsches Reich schaffen wollen, so müssen wir vor allem die slawischen Völker – die Russen, Polen, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Ukrainer, Belorussen – verdrängen und ausrotten. Es gibt keinen Grund, das nicht zu tun.“

„Der Mensch“, erklärt Hitler, „ist von Geburt an sündhaft, man kann ihn nur mit Hilfe von Gewalt lenken. Im Umgang mit ihm sind alle Methoden erlaubt. Wenn die Politik es erfordert, muss man lügen, Verrat üben und sogar morden.“

„Tötet jeden“, erklärte Göring, „der gegen uns ist, tötet, tötet, nicht ihr werdet dafür die Verantwortung tragen, sondern ich, also tötet!“

„Ich werde die Menschen“, erklärte Hitler, „vor dem erniedrigenden Wahn bewahren, der Gewissen heißt. Gewissen und Bildung machen den Menschen zum Krüppel. Ich genieße den Vorzug, dass ich durch keine Erwägungen theoretischer und moralischer Art gehemmt bin.“

In einem der Befehl eines deutschen Armeekommandeurs vom 25. September, der an das Infanterieregiment 489 gerichtet ist und bei einem gefallenen deutschen Unteroffizier gefunden wurde, heißt es:

„Ich befehle, auf jeden Russen zu feuern, sobald er sich in einer Entfernung von 600 Metern zeigt. Der Russe muss wissen, dass er einen entschlossenen Feind vor sich hat, von dem er keine Nachsicht zu erwarten hat.“

In einem der Apelle des deutschen Oberkommandos an die Soldaten, der bei dem gefallenen Leutnant Gustav Ziegel aus Frankfurt am Main gefunden wurde, heißt es:

„Habe kein Herz und keine Nerven, man braucht sie im kriege nicht. Vernichte in dir Erbarmen und Mitleid – töte jeden Sowjetrussen, mach nicht halt, auch wenn du einen Greis oder eine Frau, ein kleines Mädchen oder einen Jungen vor dir hast – töte, denn dadurch rettest du dich vorm Untergang, sicherst die Zukunft deiner Familie und erwirbst dir ewigen Ruhm.“

Hier haben wir das Programm und die Befehle der Führer der Hitlerpartei und des Hitlerschen Oberkommandos, das Programm und die Befehle von Menschen, die jedes Menschenantlitz verloren haben und auf das Niveau wilder Tiere herabgesunken sind.

Und diese Leute, die des Gewissens und der Ehre bar sind, Leute mit einer Moral von Bestien, haben die Stirn, zur Vernichtung der großen russischen Nation aufzurufen, der Nation Plechanows und Lenins, Belinskis und Tschernyschewskis, Puschkins und Tolstois, Glinkas und Tschaikowskis, Gorkis und Tschechows, Setschenows und Pawlows, Repins und Surikows, Suworows und Kutusows!...

Die deutschen Landräuber wollen den Vernichtungskrieg gegen die Völker der UdSSR. Nun wohl, wenn die Deutschen einen Vernichtungskrieg wollen, so werden sie ihn bekommen.(Stürmischer, lang anhaltender Beifall).

Von nun an wird es unsere Aufgabe, die Aufgabe der Völker der UdSSR, die Aufgabe der Kämpfer, der Kommandeure und der politischen Funktionäre unserer Armee und unserer Flotte sein, alle Deutschen, die in das Gebiet unserer Heimat als Okkupanten eingedrungen sind, bis auf den letzten Mann zu vernichten. (Stürmischer Beifall. Rufe: „Sehr richtig!“ Hurrarufe).

Keine Gnade den deutschen Okkupanten!

Tod den deutschen Okkupanten! (Stürmischer Beifall.)

aus: „Der 24. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“

Bericht in der Festsitzung des Moskauer Sowjets der Deputierten der Werktätigen gemeinsam mit den Partei- und gesellschaftlichen Organisationen der Stadt Moskau,

am 6. November 1941





Josef W. Stalin

zum 24. Jahrestag der Sozialistischen Oktoberrevolution

Moskau, 6. November 1941


»Genossen!

(...) Die Mißerfolge der Roten Armee haben das Bündnis der Arbeiter und Bauern wie auch die Freundschaft der Völker der Sowjetunion nicht nur nicht geschwächt, sondern im Gegenteil, sie haben dieses Bündnis sowie diese Freundschaft noch gefestigt. Mehr noch - sie haben die Völkerfamilie der Sowjetunion in ein einheitliches unerschütterliches Lager verwandelt, das seine Rote Armee und seine Rote Flotte aufopferungsvoll unterstützt. Niemals noch war das Sowjethinterland so fest wie jetzt. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß jeder beliebige andere Staat, der solche Gebietsverluste erlitten hätte wie wir, die Prüfung nicht bestanden hätte und niedergebrochen wäre. Wenn die Sowjetunion die Prüfung so leicht bestanden und ihr Hinterland noch gefestigt hat, so bedeutet das, daß die Sowjetordnung heute die stabilste aller Ordnungen ist.

(...) Und diese Leute, die weder Gewissen noch Ehre besitzen, Leute mit einer Moral von Bestien, haben die Stirn, zur Vernichtung der großen russischen Nation aufzurufen, der Nation Plechanows und Lenins, Belinkis und Tschernyschewskis, Puschkins und Tolstois, Glinkas und Tschaikowskis, Gorkis und Tschechows, Setschenows und Pawlows, Repins und Surikows, Suwurows und Kutusows! ...

Die deutschen Landräuber wollen den Vernichtungskrieg gegen die Völker der Sowjetunion. Nun wohl, wenn die Deutschen einen Vernichtungskrieg wollen, so werden sie ihn bekommen.

Von nun an wird es unsere Aufgabe, die Aufgabe der Völker der Sowjetunion, die Aufgabe der Kämpfer, der Kommandeure und der politischen Funktionäre unserer Armee und unserer Flotte sein, alle Deutschen, die in das Gebiet unserer Heimat als Okkupanten eingedrungen sind, bis auf den letzten Mann zu vernichten.

Keine Gnade den deutschen Okkupanten!

Tod den deutschen Okkupanten!

(...) Die Dreimächtekonferenz, die kürzlich in Moskau stattgefunden hat und an der als Vertreter Großbritanniens Herr Beaverbrook und als Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika Herr Harriman teilnahmen, hat den Beschluß gefaßt, unserem Lande mit Panzern und Flugzeugen systematisch zu helfen. Bekanntlich haben wir bereits auf Grund dieses Beschlusses Panzer und Flugzeuge erhalten. Schon früher hat Großbritannien die Versorgung unseres Landes mit solchen Mangelstoffen wie Aluminium, Blei, Zinn, Nickel und Kautschuk sichergestellt. Fügt man die Tatsache hinzu, daß die Vereinigten Staaten von Amerika in diesen Tages beschlossen haben, der Sowjetunion eine Anleihe in Höhe von einer Milliarde Dollar zu gewähren, so kann man mit Gewißheit sagen, daß die Koalition der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und der Sowjetunion eine reale Angelegenheit ist, die wächst und wachsen wird zum Wohl unseres gemeinsamen Befreiungswerkes. Das sind die Faktoren, die den unvermeidlichen Untergang des faschistischen deutschen Imperialismus bestimmen. (...)

Lenin unterscheidet zwei Arten von Kriegen: Eroberungskriege, das heißt ungerechte Kriege, und Befreiungskriege, gerechte Kriege. Die Deutschen führen heute einen Raubkrieg, einen ungerechten Krieg, der auf der Eroberung fremden Gebiets und die Unterwerfung fremder Völker abzielt. Darum müssen sich alle ehrlichen Menschen gegen die deutschen Eindringlinge als gegen ihre Feinde erheben.

Zum Unterschied von Hitlerdeutschland führen die Sowjetunion und ihre Bundesgenossen einen Befreiungskrieg, einen gerechten Krieg, der auf die Befreiung derunterjochten Völker Europas und der Sowjetunion von der Hitlertyrannei abzielt. Dazu müssen alle ehrlichen Menschen die Armeen der Sowjetunion, Großbritanniens und der anderen Verbündeten als Befreiungsarmeen unterstützen.

Wir haben zwei Kriegsziele und können keine Kriegsziele haben wie die Eroberung fremder Gebiete oder die Unterwerfung fremder Völker, ganz gleich, ob es sich um Völker und Gebiete Europas oder um Völker und Gebiete Asiens, darunter auch Irans, handelt. Unser erstes Ziel besteht darin, unsere Gebiete und unsere Völker vom faschistischen deutschen Joch zu befreien.

Wir haben keine Kriegsziele und können keine Kriegsziele haben wie etwa das Ziel, den slawischen und den anderen unterjochten Völkern Europas, die von uns Hilfe erwarten, unseren Willen und unser Regime aufzuzwingen. Unser Ziel besteht darin, diesen Völkern in ihrem Befreiungskampf gegen die Hitlertyrannei zu helfen und es ihnen dann zu überlassen, sich auf ihren Boden völlig frei so einzurichten, wie sie das wollen. Keinerlei Einmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Völker!

Um aber diese Ziele verwirklichen zu können, gilt es, die militärische Macht der deutschen Eindringlinge zu zerschmettern, gilt es, alle deutschen Okkupanten, die in unser Heimatland eingedrungen sind, um es zu unterjochen, bis auf den letzten Mann auszutilgen.

Dazu aber ist notwendig, daß unsere Armee und unsere Flotte von unserem ganzen Lande wirksam und aktiv unterstützt werden, daß unsere Arbeiter und Angestellten, Männer und Frauen in den Betrieben arbeiten, ohne die Hände in den Schoß zu legen, und der Front immer mehr und mehr Panzer, Panzerbüchsen und Panzerabwehrgeschütze, Flugzeuge, Granatwerfer, Maschinengewehre, Gewehre und Munition liefern, daß unsere Kollektivbauern, Männer und Frauen, auf ihren Feldern arbeiten, ohne die Hände in den Schoß zu legen, und der Front und dem Lande immer mehr und mehr Getreide, Fleisch und Industriestoffe liefern, daß unser ganzes Land und alle Völker der Sowjetunion sich zu einem einzigen Kampflager zusammenschließen, das gemeinsam mit unserer Armee und unserer Flotte den Großen Befreiungskrieg für die Ehre und die Freiheit unserer Heimat, für die Zerschmetterung der deutschen Armee führt.

Darin besteht jetzt unsere Aufgabe.

Wir können und wir müssen diese Aufgabe bewältigen.

Nur wenn wir diese Aufgabe bewältigt und die deutschen Eindringlinge zerschlagen haben, können wir einen dauerhaften und gerechten Frieden erzielen.

Für die völlige Zerschmetterung der deutschen Eindringlinge!

Für die Befreiung aller unter dem Joch der Hitlertyrannei stöhnenden unterdrückten Völker! Es lebe die unverbrüchliche Freundschaft der Völker der Sowjetunion!

Es lebe unsere Rote Armee und unsere Flotte!

Es lebe unser ruhmreiches Vaterland!

Unsere Sache ist gerecht - der Sieg wird unser sein!«