DEUTSCH

 

„Um die Weltwirtschaftskrisen abzuschaffen muss man den Weltkapitalismus abschaffen, muss man das ganze kapitalistische System abschaffen und das sozialistische System errichten - in jedem Land – und weltweit, eben deshalb, um die Wiederholung der Restauration des Kapitalismus in einem sozialistischen Land nunmehr unmöglich zu machen!“

(Komintern[ML])

 

 

Aus Anlass des 75. Jahrestages des „Schwarzen Freitags“ - Septembers 1929 an der New Yorker Börse und aus Anlass der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise veröffentlicht die Komintern/ML – weltweit erstmalig im Internet - :

 

Auszug aus



J. W. STALIN



Politischer Rechenschaftsbericht des ZK an den XVI. Parteitag der KPdSU [B]

                       

    27. Juni 1930

    (Quelle: Stalin Werke Band 12, Seite 207 – 229, Verlag Roter Morgen, KPD/ML, Hamburg 1971)

 

 

I

Die wachsende Krise des Weltkapitalismus und die außenpolitische Stellung der UdSSR

 

Genossen! Seit dem XV. Parteitag sind zweieinhalb Jahre verflossen. Ein, wie es scheint, nicht sehr großer Zeitabschnitt. Indessen sind während dieser Zeit überaus ernste Veränderungen im Leben der Völker und Staaten vor sich gegangen. Wollte man die abgelaufene Periode in kurzen Worten charakterisieren, so könnte man sie als eine Periode des Umschwungs bezeichnen. Sie war eine Periode des Umschwungs nicht nur für uns, für die UdSSR, sondern auch für die kapitalistischen Länder der ganzen Welt. Aber zwischen dem Umschwung hier und dem Umschwung dort besteht ein grundlegender Unterschied. Während der Umschwung für die UdSSR eine Wendung bedeutete in Richtung auf einen neuen, beträchtlicheren wirtschaftlichen Aufstieg, bedeutete dieser Umschwung für die kapitalistischen Länder eine Wendung zum wirtschaftlichen Niedergang. Bei uns in der UdSSR ein zunehmender Aufstieg des sozialistischen Aufbaus sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft. Drüben, bei den Kapitalisten, eine wachsende Krise in der Wirtschaft, sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft.

Das ist in kurzen Worten das Bild der heutigen Lage.

Erinnern Sie sich, wie die Dinge in den kapitalistischen Ländern vor zweieinhalb Jahren lagen. Anwachsen der industriellen Produktion und des Handels in fast allen Ländern des Kapitalismus. Anwachsen der Produktion von Rohstoffen und Lebensmitteln in fast allen Agrarländern. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika in der Aureole eines Landes des kraftstrotzenden Kapitalismus. Siegeshymnen auf die „Prosperität“, würdelose Anbetung des Dollars. Lobgesänge auf die neue Technik, auf die kapitalistische Rationalisierung. Proklamierung einer Ära der „Sanierung“ des Kapitalismus und der unerschütterlichen Festigkeit der kapitalistischen Stabilisierung. „Allgemeines“ Geschrei und Ge-unke über einen „unvermeidlichen Untergang“ des Landes der Sowjets, über einen „unausbleiblichen Zusammenbruch“ der UdSSR.

So lagen die Dinge gestern.

Wie aber ist das Bild heute?

Heute: Weltwirtschaftskrise in fast allen Industrieländern des Kapitalismus. Heute: landwirtschaftliche Krise in allen Agrarländern. An Stelle der „Prosperität“ - Massenelend und kolossale Zunahme der Arbeitslosigkeit. An Stelle eines Aufschwungs der Landwirtschaft – Ruin der Millionenmassen der Bauernschaft. Die Illusionen hinsichtlich der Allmacht des nordamerikanischen Kapitalismus überhaupt, der Allmacht des nordamerikanischen Kapitalismus im Besonderen stürzen in sich zusammen. Die Siegeshymnen zu Ehren des Dollars und der kapitalistischen Rationalisierung klingen immer schwächer. Immer stärker wird das pessimistische Gewinsel über „Fehler“ des Kapitalismus. Das „allgemeine“ Geschrei über „unvermeidlichen Untergang“ der UdSSR aber wird abgelöst von einem „allgemeinen“ giftigen Gezisch über die Notwendigkeit, „dieses Land“ zu strafen, das es wagt, seine Wirtschaft zu entwickeln, während ringsum die Krise wütet.

Dieses Bild sehen wir heute.

Es ist gerade so gekommen, wie die Bolschewiki es vor zwei oder drei Jahren gesagt haben.

Die Bolschewiki sagten, dass die Entwicklung der Technik in den kapitalistischen Ländern, das Wachstum der Produktivkräfte und der kapitalistischen Rationalisierung angesichts der Schranken, die der Lebenshaltung der Millionenmassen von Arbeitern und Bauern gezogen sind, unvermeidlich zu einer schweren Wirtschaftskrise führen muss. Die bürgerliche Presse spottete über die „originelle Prophezeiung“ der Bolschewiki. Die rechten Abweichler wollten mit der bolschewistischen Prognose nichts zu tun haben und setzten an die Stelle einer marxistischen Analyse das liberale Geschwätz von „organisiertem Kapitalismus“. Wie kam es aber in Wirklichkeit? Es kam so, wie die Bolschewiki gesagt hatten.

Das sind die Tatsachen.

Wenden wir uns nun der Untersuchung des Tatsachenmaterials über die Wirtschaftskrise in den kapitalistischen Ländern zu.



I

Die Weltwirtschaftskrise

 

a) Beim Studium der Krise fallen vor allem folgende Tatsachen auf:

1. Die heutige Wirtschaftskrise ist eine Krise der Überproduktion. Das bedeutet, dass mehr Waren erzeugt wurden, als der Markt aufzunehmen vermag. Das bedeutet, dass mehr Textilien, Heizstoffe, Fabrikate und Nahrungsmittel erzeugt wurden, als die Hauptverbraucher, d.h. die Volksmassen, deren Einkünfte auf einem niedrigen Niveau verbleiben, für ihr Geld kaufen können. Da nun die Kaufkraft der Volksmassen unter kapitalistischen Verhältnissen auf einem minimal niedrigen Niveau bleibt, so speichern die Kapitalisten die „Überschüsse“ an Waren, Textilien, Getreide usw. auf oder vernichten sie sogar, um die Preise hoch zu halten, sie schränken die Produktion ein, entlassen Arbeiter, und die Volksmassen müssen Not leiden, weil zuviel Waren produziert wurden.

2. Die heutige Krise ist die erste weltumspannende Wirtschaftskrise seit dem Kriege. Sie ist eine Weltkrise nicht nur in dem Sinne, dass sie alle oder fast alle industriellen Länder der Welt erfasst, wobei sogar Frankreich, das seinem Organismus systematisch Injektionen zuführt in Form von Milliarden Mark aus den Reparationszahlungen Deutschlands, einer gewissen Depression nicht aus dem Wege gehen konnte, die allen Angaben nach in eine Krise übergehen muss. Sie ist eine Weltkrise auch in dem Sinne, dass die Krise der Industrie zeitlich zusammenfällt mit einer Krise der Landwirtschaft, die die Produktion aller Arten von Rohstoffen und Nahrungsmitteln in den wichtigsten Agrarländern der Welt erfasst.

3. Die heutige Weltkrise entwickelt sich trotz ihres allgemeinen Charakters ungleichmäßig und erfasst die einen oder die anderen Länder zu verschiedener Zeit und mit verschiedener Stärke. Die Industriekrise begann am frühesten in Polen, Rumänien, auf dem Balkan. Sie entwickelte sich dort im Laufe des ganzen vorigen Jahres. Deutliche Anzeichen der einsetzenden Landwirtschaftskrise gab es schon Ende 1928 in Kanada, in den USA, in Argentien, in Brasilien, in Australien. Während dieser ganzen Periode geht es mit der Industrie der USA bergauf. Gegen Mitte des Jahres 1929 erreicht die industrielle Produktion in den USA fast eine Rekordhöhe. Erst im zweiten Halbjahr 1929 tritt ein Umschwung ein, und dann allerdings greift eine stürmische Krise der industriellen Produktion um sich, die die USA auf das Niveau von 1927 zurückwarf. Darauf folgt die Industriekrise in Kanada und in Japan. Dann setzen Bankrotte und eine Krise in China und in den Kolonialländern ein, wo die Krise durch den Preisfall des Silbers verschlimmert wird und wo sich die Überproduktionskrise paart mit der Zerstörung der bäuerlichen Wirtschaft, die in Folge der Ausbeutung durch die Feudalherren und durch die unerträglichen Steuern zur völligen Erschöpfung gebracht wird. Was Westeuropa anbelangt, so beginnt die Krise sich hier erst seit Anfang dieses Jahres auszuwirken, und zwar nicht überall mit gleicher Kraft, während Frankreich sogar in dieser Periode immer noch ein Anwachsen der industriellen Produktion aufzuweisen hat.

Ich glaube, es erübrigt sich, besonders auf die Zahlen einzugehen, die das Vorhandensein der Krise demonstrieren. Dass die Krise da ist, bestreitet heute kein Mensch mehr. Ich beschränke mich deshalb darauf, eine kleine, aber charakteristische Tabelle anzuführen, die kürzlich vom deutschen „Institut für Konjunkturforschung“ veröffentlicht worden ist. Diese Tabelle widerspiegelt die Entwicklung des Bergbaus und der Hauptzweige der verarbeitenden Großindustrie in den USA, England, Deutschland, Frankreich, Polen und der UdSSR seit 1927, wobei das Produktionsniveau von 1928 gleich 100 gesetzt ist.

(Wir haben die Tabelle hier nicht aufgeführt und verweisen auf die Quelle zum Nachschauen – Anmerkung der Komintern/ML-Redaktion).

Was besagt diese Tabelle?

Sie besagt vor allem, dass die USA, Deutschland und Polen eine scharf ausgeprägte Krise der industriellen Großproduktion durchmachen, wobei im ersten Quartal 1930 das Produktionsniveau in den USA nach dem Aufschwung in der ersten Häfte 1929 gegenüber 1929 um 10, 8% sank und auf das Niveau von 1927 zurückging; dass in Deutschland das Produktionsniveau nach einer dreijährigen Stockung, mit dem Vorjahr verglichen, um 8,4 % zurückging und um 6,7 % unter den Stand des Jahres 1927 sank, während in Polen das Produktionsniveau nach der vorjährigen Krise, mit dem Vorjahr verglichen, um 15,2 % sank und damit um 3,9 % unter den Stand des Jahres 1927 zurückging.

Sie besagt zweitens, dass England schon drei Jahre nicht vom Fleck kommt, über den Stand von 1927 nicht hinaus kann und eine schwere wirtschaftliche Stockung durchmacht, ja, im ersten Quartal 1930 das Niveau der Produktion gegenüber dem Vorjahr schon um 0,5 % gesenkt hat und damit in die Anfangsphase der Krise eingetreten ist.

Sie besagt drittens, dass es von den großen kapitalistischen Ländern nur Frankreich ist, wo ein gewisses Wachstum der Großindustrie stattfindet, und zwar betrug der Zuwachs im Jahre 1928 13,4 % und im Jahre 1929 9,4 %, erreichte dagegen im ersten Quartal 1930 – mit 1929 verglichen – nur 3,7 % und bietet somit das Bild einer von Jahr zu Jahr sinkenden Entwicklungskurve.

Sie besagt schließlich, dass es von allen Ländern der Welt nur die UdSSR ist, wo ein stürmischer Aufschwung der Großindustrie vor sich geht, und zwar ist das Produktionsniveau im ersten Quartal 1930 mehr als doppelt soch hoch wie das Niveau von 1927, die Zuwachsrate steigt von 17,6 % im Jahre 1928 auf 23,5 % im Jahre 1929 und auf 32 % im ersten Quartal 1930, bietet also das Bild einer von Jahr zu Jahr ansteigenden Entwicklungskurve.

Man könnte einwenden: Mag das auch der Stand der Dinge bis Ende des ersten Quartals dieses Jahres gewesen sein, so wäre es doch nicht ausgeschlossen, dass im zweiten Quartal dieses Jahres eine Wendung zum Besseren eingetreten sei. Aber die Angaben für das zweite Quartal widerlegen entschieden eine solche Annahme. Sie besagen im Gegenteil, dass die Lage sich im zweiten Quartal noch mehr verschlechtert hat. Diese Angaben zeugen: von einem neuen Aktiensturz an der New Yorker Börse und einer neuen Welle der Bankrotte in den USA; von einem neuen Rückgang der Produktion, einer Senkung der Löhne der Arbeiter und einem Anwachsen der Arbeitslosigkeit in den USA, Deutschland, England, Utalien, Japan, Südamerika, Polen, der Tschechoslowakei usw.; vom Eintreten einer Reihe von Industriezweigen Frankreichs in der Phase der Stockung, die bei der heutigen internationalen Wirtschaftslage ein Anzeichen der einsetzenden Krise ist. Arbeitslose gibt es heute in den USA mehr als 6 Millionen, in Deutschland etwa 5 Millionen, in England über 2 Millionen, in Italien, Südamerika und Japan je eine Million, in Polen, der Tschechoslowakei und Österreich je 500 000. Ich spreche gar nicht von der weiteren Verschärfung der Landiwrtschaftskrise, die Millionen Farmer und werktätige Bauern ruiniert. Die Überproduktionskrise in der Landwirtschaft geht so weit, dass zur Aufrechterhaltung der hohen Preise und Profite der Bourgeoisie in Brasilien 2 Millionen Sack Kaffee ins Meer versenkt wurden; in Amerika hat man begonnen, statt Kohle Mais zu verfeuern, in Deutschland werden Hunderttausende Zentner Roggen als Schweinefutter verwandt; und was Baumwolle und Weizen anbetrifft, so werden alle Maßnahmen getroffen, um die Anbaufläche um 10 bis 15 % einzuschränken.

Das ist das allgemeine Bild der sich entfaltenden Weltwirtschaftskrise.

b) Jetzt, da die Weltwirtschaftskrise ihre zerstörende Wirkung entfaltet, indem sie ganzen Schichten mittlerer und kleiner Kapitalisten den Untergang bereitet, ganze Gruppen der Arbeiteraristokratie und der Farmer ruiniert und die Millionenmassen der Arbeiter zum Hungern verdammt, fragt alles:

Wo liegt die Ursache der Krise, worin ist sie begründet, wie soll man sie bekämpfen, wie kann man sie aus der Welt schaffen?

Es werden die verschiedenartigsten „Theorien“ der Krise ausgeklügelt. Es werden ganze Projekte vorgeschlagen zur „Linderung“, „Verhütung“, „Liquidierung“ der Krise. Die bürgerlichen Oppositionen deuten hin auf die bürgerlichen Regierungen, die jetzt auf einmal „nicht alle Maßnahmen ergriffen haben“ sollen, um die Krise zu verhüten. Die „Demokraten“ beschuldigen die „Republikaner“, die „Republikaner“ die „Demokraten“ und alle zusammen die Gruppe Hoover mit ihremn „Federal Reserve System“, das die Krise nicht „zu zügeln“ vermochte. Es gibt sogar Schlauköpfe, die die Ursache der Weltwirtschaftskrise in „Ränken der Bolschewiki“ sehen. Ich denke dabei an den bekannten „Unternehmer“ Rechberg, der eigentlich einem Unternehmer wenig ähnlich sieht und viel eher an einen „Unternehmer“ unter den Literaten und an einen „Literaten“ unter den Unternehmern erinnert. (Heiterkeit.)

Es versteht sich, dass all diese „Theorien“ und Projekte mit Wissenschaft nichts gemein haben. Man muss feststellen, dass die bürgerlichen Ökonomen sich angesichts der Krise als völlig bankrott erwiesen haben. Mehr noch, ihnen fehlt, wie sich herausgestellt hat, sogar jenes Minimum an Wirklichkeitssinn, das man ihren Vorgängern nicht immer absprechen kann. Diese Herren vergessen, dass die Wirtschaftskrisen ein unvermeidliches Resultat des Kapitalismus sind. Diese Herren vergessen, dass die Krisen zusammen mit der Herrschaft des Kapitalismus auf die Welt kamen. Seit mehr als hundert Jahren treten periodische Wirtschaftskrisen ein, die sich nach Ablauf von je zwölf, zehn, acht und weniger Jahren wiederholen. Seit dieser Zeit haben bürgerliche Regierungen aller Ränge und Farben, bürgerliche Persönlichkeiten aller Stufen und Kaliber, alle ohne Ausnahme ihre Kräfte an dem Problem der „Verhütung“ und „Beseitigung“ der Krisen versucht. Sie alle aber erlitten Schiffbruch. Sie erlitten Schiffbruch, weil die Wirtschaftskrisen weder verhütet noch beseitigt werden können, wenn man im Rahmen des Kapitalismus bleibt. Was ist also Erstaunliches daran, wenn die bürgerlichen Persönlichkeiten von heute ebenfalls Schiffbruch erleiden? Was ist also Erstaunliches daran, wenn die Maßnahmen der bürgerlichen Regierungen in Wirklichkeit nicht zu einer Linderung der Krise, nicht zu einer Erleichterung der Lage der Millionenmassen der Werktätigen führen, sondern zu einer Kette neuer Bankrotte, zu einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit, zum Verschlingen der weniger starken kapitalistischen Vereinigungen durch die stärkeren kapitalistischen Vereinigungen?

Die Basis der ökonomischen Überproduktionskrisen, ihre Ursache liegt im ganzen System der kapitalistischen Wirtschaft selbst. Die Basis der Krise liegt in dem Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der kapitalistischen Form der Aneignung der Produktionsergebnisse. Ausdruck dieses Grundwiderspruches des Kapitalismus ist der Widerspruch zwischen dem kolossalen Anwachsen der Produktionskapazitäten des Kapitalismus, die auf die Erzielung eines Maximums kapitalistischen Profits berechnet sind, und dem relativen Rückgang der zahlungsfähigen Nachfrage seitens der Millionenmassen der Werktätigen, deren Lebenshaltung die Kapitalisten ständig in die Schranken des äußersten Minimums zu halten suchen. Um im Konkurrenzkampf zu gewinnen und möglichst viel Profit herauszupressen, müssen die Kapitalisten die Technik entwickeln, eine Rationalisierung durchführen, die Ausbeutung der Arbeiter verschärfen und die Produktionskapazitäten ihrer Betriebe bis aufs Äußerste steigern. Damit keiner hinter dem anderen zurückbleibe, sind alle Kapitalisten gezwungen, in einer oder anderen Weise diesen Weg rasender Entwicklung der Produktionsmöglichkeiten zu beschreiten. Aber der Binnenmarkt wie der Außenmarkt, die Kaufkraft der Millionenmassen der Arbeiter und Bauern, die in letzter Instanz die Hauptkäufer sind, bleiben auf einem niedrigen Niveau. Daher die Überproduktionskrisen. Daher die bekannten Resultate, die sich mehr oder weniger periodisch wiederholen, kraft deren die Waren unverkauft bleiben, die Produktion zurückgeht, die Arbeitslosigkeit wächst, die Löhne gesenkt werden, wodurch sich der Widerspruch zwischen dem Produktionsniveau und dem Niveau der zahlungsfähigen Nachfrage noch mehr verschärft. Die Überproduktionskrise ist der Ausdruck dieses Widerspruches in stürmischen und verheerenden Formen.

Könnte der Kapitalismus die Produktion nicht der Erzielung eines Maximums von Profit, sondern einer systematischen Verbesserung der materiellen Lage der Volksmassen anpassen, könnte er den Profit verwenden nicht zur Befriedigung der Launen parasitärer Klassen, nicht zur Vervollkommnung der Ausbeutungsmethoden, nicht zur Kapitalausfuhr, sondern zur systematischen Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern, dann gäbe es keine Krisen. Aber dann wäre auch der Kapitalismus kein Kapitalismus. Um die Krisen abzuschaffen, muss man den Kapitalismus abschaffen. Das ist die Basis der ökonomischen Überproduktionskrisen im Allgemeinen.

Aber hiermit kann es bei der Charakterisierung der heutigen Krise nicht sein Bewenden haben. Die heutige Krise ist nicht als eine einfache Wiederholung der alten Krisen zu betrachten. Sie entspringt und entwickelt sich unter einigen neuen Bedingungen, die man klarstellen muss, um ein volles Bild der Krise zu erhalten. Sie kompliziert und vertieft sich durch eine ganze Reihe besonderer Umstände, ohne deren Klärung es unmöglich ist, sich eine klare Vorstellung von der heutigen Wirtschaftskrise zu verschaffen.

Was sind das für besondere Umstände?

Sie, diese besonderen Umstände, laufen auf folgende charakteristische Tatsachen hinaus:

1. Die Krise hat am stärksten das Hauptland des Kapitalismus, seine Zitadelle, die USA, erfasst, die nicht weniger als die Hälfte der gesamten Produktion und des gesamten Konsums aller Länder der Welt in ihren Händen konzentrieren. Man begreift, dass dieser Umstand notwendigerweise die Einflusssphären der Krise kolossal erweitern, zu einer Verschärfung der Krise und zur Anhäufung unvorhergesehener Schwierigkeiten für den Weltkapitalismus führen muss.

2. Im Laufe der Entfaltung der Wirtschaftskrise ist die Industriekrise der wichtigsten kapitalistischen Länder mit der landwirtschaftlichen Krise der Agrarländer nicht einfach zusammengefallen, sondern hat sich mit ihr verflochten, wodurch sich die Schwierigkeiten vertieften und ein allgemeines Absinken der wirtschaftlichen Aktivität unvermeidlich wurde. Es erübrigt sich zu sagen, dass die industrielle Krise die landwirtschaftliche verstärken und die landwirtschaftliche die industrielle in die Länge ziehen wird, was notwendigerweise zu einer Vertiefung der Wirtschaftskrise in ihrer Gesamtheit führt.

3. Der heutige Kapitalismus ist, zum Unterschied vom alten Kapitalismus, monopolistischer Kapitalismus, und das macht von vornherein den Kampf unvermeidlich, den die kapitalistischen Vereinigungen führen, um die hohen Monopolpreise der Waren trotz Überproduktion aufrechtzuerhalten. Es versteht sich, dass dieser Umstand, der die Krise für die Volksmassen, diese Hauptverbraucher der Waren, besonders qualvoll und verheerend gestaltet, unvermeidlich die Krise in die Länge ziehen, ihr Abflauen aufhalten muss.

4. Die heutige Wirtschaftskrise entfaltet sich auf der Basis der allgemeinen Krise des Kapitalismus, die bereits in der Periode des imperialistischen Krieges begonnen hat, die die Grundpfeiler des Kapitalismus unterwühlt und die den Eintritt der Wirtschaftskrise erleichtert hat.

Was bedeutet das?

Das bedeutet vor allem, dass der imperialistische Krieg und seine Folgen die Fäulnis des Kapitalismus verstärkt und sein Gleichgewicht erschüttert haben, dass wir heute in einer Epoche der Kriege und Revolutionen leben, dass der Kapitalismus schon nicht mehr das einzige und allumfassende System der Weltwirtschaft darstellt, dass neben dem kapitalistischen Wirtschaftssystem das sozialistische System besteht, das wächst und gedeiht, das dem kapitalistischen System gegenüber steht und das durch die bloße Tatsache seines Bestehens die Fäulnis des Kapitalismus demonstriert und dessen Grundlagen erschüttert.

Das bedeutet weiter, dass der imperialistische Krieg und der Sieg der Revolution in der UdSSR die Grundpfeiler des Imperialismus in den kolonialen und abhängigen Ländern erschüttert haben, dass die Autorität des Imperialismus in diesen Ländern schon untergraben ist, dass er nicht mehr die Kraft hat, in diesen Ländern auf die alte Art zu wirtschaften.

Das bedeutet weiter, dass während des Krieges und nach dem Kriege in den kolonialen und abhängigen Ländern ein eigener junger Kapitalismus entstanden und herangewachsen ist, der mit den alten kapitalistischen Ländern auf den Märkten erfolgreich konkurriert und dadurch den Kampf um die Absatzmärkte verschärft und kompliziert.

Das bedeutet schließlich, dass der Krieg den meisten kapitalistischen Ländern ein schweres Erbe in Gestalt der chronischen Unterbelastung der Betriebe und des Vorhandenseins von Millionenarmeen Arbeitsloser hinterlassen hat, die sich aus Reservearmeen in ständige Arbeitslosenarmeen verwandelt haben, was für den Kapitalismus schon vor der jetzigen Wirtschaftskrise eine Menge Schwierigkeiten schuf und die Dinge während der Krise noch weiter komplizieren muss.

Das sind die Umstände, die die Weltwirtschaftskrise verschlimmern und verschärfen.

Es muss festgestellt werden, dass die heutige Wirtschaftskrise von allen bisherigen Weltwirtschaftskrisen die ernsteste und tiefgehendste Krise ist.



2. Die Verschärfung der Gegensätze des Kapitalismus

 

Das wichtigste Resultat der Weltwirtschaftskrise ist die Bloßlegung und Verschärfung der dem Weltkapitalismus innewohnenden Gegensätze.

a) Es entblößen und verschärfen sich die Gegensätze zwischen den wichtigsten imperialistischen Ländern, der Kampf um die Absatzmärkte, der Kampf um die Rohstoffe, der Kampf um den Kapitalexport. Heute gibt sich keiner der kapitalistischen Staaten mehr mit der alten Aufteilung der Einflusssphären und Kolonien zufrieden. Sie sehen, dass sich das Kräfteverhältnis geändert hat, und in Übereinstimmung damit müssen die Absatzmärkte, die Rohstoffquellen, die Einflusssphären usw. neu verteilt werden. Der wichtigste dieser Gegensätze ist der Gegensatz zwischen den USA und England. Sowohl auf dem Gebiet der Fertigwarenausfuhr als auch auf dem Gebiet der Kapitalausfuhr spielt sich der Kampf vornehmlich zwischen den USA und England ab. Man braucht nur eine beliebige Wirtschaftszeitung, ein beliebiges Dokument über die Waren- und Kapitalausfuhr zur Hand zu nehmen, um sich davon zu überzeugen. Die Hauptarena dieses Kampfes sind Südamerika, China, die Kolonien und Dominions der alten imperialistischen Staaten. Das Übergewicht liegt auf Seiten der USA.

Auf diesen wichtigsten Gegensatz folgen die zwar weniger wichtigen, aber doch recht wesentlichen Gegensätze: zwischen Amerika und Japan, zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Frankreich und Italien, zwischen England und Frankreich usw.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass im Zusammenhang mit der sich entfaltenden Krise der Kampf um Absatzmärkte, Rohstoffe und Kapitalausfuhr mit jedem Monat, mit jedem Tag stärker werden wird.

Die Mittel des Kampfes sind Zollpolitik, billige Waren, billiger Kredit, Umgruppierung der Kräfte und neue militärisch-politische Bündnisse, zunehmende Rüstungen, Vorbereitung zu neuen imperialistischen Kriegen und schließlich - der Krieg.

Ich sprach von einer Krise, die alle Produktionszweige erfasst hat. Aber es gibt einen Produktionszweig, der nicht von der Krise erfasst ist. Dieser Produktionszweig ist die Kriegsindustrie. Sie wächst ständig, trotz der Krise. Die bürgerlichen Staaten betreiben eine wahnwitzige Auf- und Umrüstung. Wozu? Natürlich nicht zum Zeitvertreib, sondern zum Krieg. Den Krieg aber brauchen die Imperialisten, da er das einzige Mittel ist zur Neuaufteilung der Welt, zur Neuaufteilung der Absatzmärkte, der Rohstoffquellen, der Sphären der Kapitalanlagen.

Es ist durchaus begreiflich, dass unter diesen Umständen der sogenannte Pazifismus in den letzten Zügen liegt, der Völkerbund bei lebendigem Leibe verfault, die „Abrüstungsprojekte“ in der Versenkung verschwinden und die Konferenzen für die Einschränkung der Flottenrüstungen sich in Konferenzen zur Modernisierung und Erweiterung der Marine verwandeln.

Das bedeutet, dass die Kriegsgefahr in beschleunigtem Tempo wachsen wird.

Mögen die Sozialdemokraten von Pazifismus, von Frieden, von friedlicher Entwicklung des Kapitalismus und dergleichen schwätzen. Die Erfahrungen mit den Regierungen der Sozialdemokratie in Deutschland und England zeigen, dass ihr Pazifismus lediglich eine Maske ist, notwendig zur Verschleierung der Vorbereitung neuer Kriege.

b) Es entblößen sich und werden sich weiter verschärfen die Gegensätze zwischen den Siegerländern und den besiegten Ländern. Unter den letzteren meine ich insbesondere Deutschland. Unzweifelhaft wird sich im Zusammenhang mit der Krise und der Verschärfung des Problems der Märkte der Druck auf Deutschland verstärken, das nicht nur Schuldner, sondern auch einer der größten Exporteure ist. Man könnte das eigenartige Verhältnis, das sich zwischen den Siegerländern und Deutschland herausgebildet hat, als eine Pyramide darstellen, auf deren Spitze Amerika, Frankreich, England usw. wie die Herren thronen, mit dem Young-Plan in Händen, auf dem geschrieben steht: „Zahle!“, während unten Deutschland hingestreckt liegt, das sich abplagt und alle Kräfte aus sich herausholen muss, um die befohlenen Milliardenkontributionen zahlen zu können. Wollen Sie wissen, was das ist? Das ist der „Geist von Locarno“. Zu glauben, dass ein solcher Zustand für den Weltkapitalismus ohne Folgen bleiben könne, hieße vom Leben überhaupt nichts verstehen. Zu glauben, dass die deutsche Bourgeoisie imstande sein werde, in den nächsten 10 Jahren 20 Milliarden Mark zu zahlen, und dass das unter dem doppelten Joch der „eigenen“ und der „fremden“ Bourgeoisie lebende deutsche Proletariat sich diese 20 Milliarden Mark ohne ernstliche Kämpfe und Erschütterungen von der deutschen Bourgeoisie abzapfen lassen werde, hieße, den Verstand verloren haben. Mögen deutsche oder französische Politiker sich den Anschein geben, als glaubten sie an dieses Wunder. Wir Bolschewiki glauben micht an Wunder.

c) Es entblößen und verschärfen sich die Gegensätze zwischen den imperialistischen Staaten und den kolonialen und abhängigen Ländern. Die wachsende Wirtschaftskrise verstärkt unvermeidlich den Druck der Imperialisten auf die Kolonien und die abhängigen Länder, die die wichtigsten Absatz- und Rohstoffmärkte darstellen. Und tatsächlich verstärkt sich der Druck bis aufs Äußerste. Ist es doch Tatsache, dass sich die europäische Bourgeoisie jetzt im Zustand des Krieges mit „ihren“ Kolonien in Indien, in Indochina, in Indonesien, in Nordafrika befindet. Ist es doch Tatsache, dass das „abhängige“ China bereits faktisch in Einflusssphären aufgeteilt ist und dass die Generalscliquen der konterrevolutionären Kuomintang , die sich gegenseitig bekämpfen und das chinesische Volk an den Bettelstab bringen, den Willen ihrer Gebieter aus dem imperialistischen Lager erfüllen.

Die verlogene Version, dass Mitarbeiter der russischen Botschaften in China an der Störung von „Frieden und Ruhe“ in China die Schuld trügen, muss als endgültig widerlegt betrachtet werden. Schon lange gibt es weder in Süd- noch in Mittelchina russische Botschaften. Dafür aber gibt es dort englische, japanische, deutsche, amerikanische und alle möglichen anderen Botschaften. Russische Botschafter gibt es schon lange weder in Süd- noch in Mittelchina. Dafür aber gibt es dort deutsche, englische und japanische militärische Ratgeber bei den kriegführenden chinesischen Generalen. Russische Botschafter gibt es dort schon lange nicht mehr. Dafür aber gibt es englische, amerikanisdche, deutsche, tschechoslowakische und alle möglichen anderen Geschütze, Gewehre, Flugzeuge, Tanks und Giftgase. Und was sehen wir? Statt „Frieden und Ruhe“ sehen wir in Süd- und Mittelchina jetzt den zügellosesten und verheerendsten Generalskrieg, der von den „zivilisierten“ Staaten Europas und Amerikas finanziert und nach ihren Instruktionen geführt wird. Somit bietet die „zivilisatorische“ Tätigkeit der kapitalistischen Staaten ein recht pikantes Bild. Unverständlich ist nur, was die russischen Bolschewiki damit zu tun haben sollen.

Es wäre lächerlich zu glauben, dass die erwähnten Gewalttaten der Imperialisten ihnen ohne Folgen hingehen werden. Die chinesischen Arbeiter und Bauern haben darauf bereits mit der Bildung von Sowjets und einer Roten Armee geantwortet. Man sagt, dass dort schon eine Regierung der Sowjets gebildet worden ist. Ich glaube, dass dies, wenn es wahr ist, nicht weiter verwunderlich ist. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass nur Sowjets imstande sind, China vor dem endgültigen Zerfall und vor der Verelendung zu retten.

Was Indien, Indochina, Indonesien, Afrika usw. anbelangt, so unterliegt es keinem Zweifel, dass die revolutionäre Bewegung in diesen Ländern, die zeitweise die Formen eines nationalen Befreiungskrieges annimmt, im Wachsen begriffen ist. Die Herren Bourgeois gedenken in diesen Ländern Ströme von Blut zu vergießen und sich auf Polizeibajonette zu stützen, wobei sie Leute wie Gandhi zu Hilfe rufen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass Polizeibajonette eine schlechte Stütze sind. Auch der Zarismus suchte sich seinerzeit auf Polizeibajonette zu stützen, aber was für eine Stütze daraus geworden ist, weiß jedermann. Was die Helfer vom Schlage Gandhis anbelangt, so hatte der Zarismus ihrer eine ganze Herde in der Person liberaler Paktierer jeder Art, was jedoch nichts anderes als Blamage zur Folge hatte.

d) Entblößt und verschärft haben sich die Gegensätze zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat in den kapitalistischen Ländern. Die Krise hat bereits zu verstärktem Druck der Kapitalisten auf die Arbeiterklasse geführt. Die Krise hat bereits eine neue Welle kapitalistischer Rationalisierung, eine neue Verschlechterung der Lage der Arbeiterklasse, Zunahme der Arbeitslosigkeit, Vermehrung des ständigen Arbeitslosenheeres und Lohnabbau ausgelöst. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Umstände die Situation revolutionieren, den Kampf der Klassen verschärfen und die Arbeiter zu neuen Klassenschlachten drängen.

Im Zusammenhang damit werden die sozialdemokratischen Illusionen in den Arbeitermassen zerstört und beseitigt. Nach den Erfahrungen mit den Regierungen der Sozialdemokratie, die Streiks abwürgen, Aussperrungen organisieren und Arbeiter niederschießen, klingen die lügnerischen Versprechungen einer „Wirtschaftsdemokratie“, eines „Industriefriedens“ und „friedlicher Methoden“ des Kampfes in den Ohren der Arbeiter wie ein böser Hohn. Ob man jetzt noch viele Arbeiter finden wird, die willens sind, den verlogenen Predigten der Sozialfaschisten zu glauben? Die bekannten Arbeiterdemonstrationen am 1. August 1929 (gegen die Kriegsgefahr) und am 6. März 1930 (gegen die Arbeitslosigkeit) zeigen, dass die besten Elemente der Arbeiterklasse sich bereits von den Sozialfaschisten abgewandt haben. Die Wirtschaftskrise wird den sozialdemokratischen Illusionen unter den Arbeitern einen neuen Schlag versetzen. Es werden sich jetzt wenig Arbeiter finden, die nach den durch die Krise ausgelösten Wellen von Bankrott und Ruin gewillt sein werden, an die Möglichkeit der Bereicherung „jedes Arbeiters“ durch Beteiligung an „demokratisierten“ Aktiengesellschaften zu glauben. Es erübrigt sich zu sagen, dass die Krise allen diesen und ähnlichen Illusionen einen vernichtenden Schlag versetzen wird.

Aber die Abkehr der Arbeitermassen von der Sozialdemokratie bedeutet, dass sie sich dem Kommunismus zuwenden. So geschieht es auch tatsächlich. Das Anwachsen der der kommunistischen Partei nahestehenden Gewerkschaftsbewegung; due Wahlerfolge der kommunistischen Parteien; die Welle von Streiks unter führender Beteiligung der Kommunisten; das Umschlagen wirtschaftlicher Streiks in politische, von den Kommunisten organisierte Protestaktionen; die Massendemonstrationen der mit dem Kommunismus sympathisierenden Arbeiter, die in der Arbeiterklasse den lebhaftesten Widerhall finden – alles das zeugt davon, dass die Arbeitermassen in der kommunistischen Partei die einzige Partei sehen, die fähig ist, den Kapitalismus zu bekämpfen, die einzige Partei, die das Vertrauen der Arbeiter würdig ist, die einzige Partei, der man im Kampf für die Befreiung vom Kapitalismus folgen kann, die es Wert ist, dass man ihr folgt. Das ist eine Schwenkung der Massen zum Kommunismus. Es ist die Gewähr dafür, dass unsere kommunistischen Bruderparteien zu großen Massenparteien der Arbeiterklasse werden. Notwendig ist nur, dass die Kommunisten es verstehen, die Lage richtig zu bewerten und sie in entsprechender Weise ausnutzen. Durch die Entfaltung ihres unversöhnlichen Kampfes gegen die Sozialdemokratie, die Agentur des Kapitals in der Arbeiterklasse, durch die Zerschlagung aller und jeglicher Abweichungen vom Leninismus, die Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie sind, haben die kommunistischen Parteien gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Es ist notwendig, dass sie auf diesem Wege endgültig festen Fuß fassen. Können sie doch unter diesen Bedingungen darauf rechnen, die Mehrheit der Arbeiterklasse zu erobern und das Proletariat erfolgreich auf die kommenden Klassenschlachten vorzubereiten. Kann doch nur unter dieser Bedingung auf ein weiteres Steigen des Einflusses und Ansehens der Kommunistischen Internationale gerechnet werden.

So steht es mit den grundlegenden Gegensätzen des Weltkapitalismus, die sich infolge der Weltwirtschaftskrise aufs Äißerste verschärft haben.

Wovon zeugen alle diese Tatsachen?

Davon, dass die Stabilisierung des Kapitalismus ihrem Ende entgegengeht.

Davon, dass der Aufschwung der revolutionären Massenbewegung mit neuer Kraft weitergehen wird.

Davon, dass die Weltwirtschaftskrise in einer Reihe von Ländern in eine politische Krise umschlagen wird.

Das bedeutet erstens, dass die Bourgeoisie den Ausweg aus der Lage auf dem Gebiet der Innenpolitik in weiterer Faschisierung suchen wird, wozu sie alle reaktionären Kräfte, darunter auch die Sozialdemokratie, benutzen wird.

Das bedeutet zweitens, dass die Bourgeoisie den Ausweg auf dem Gebiet der Außenpolitik in einem neuen imperialistischen Krieg suchen wird.

Das bedeutet schließlich, dass das Proletariat im Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung und die Kriegsgefahr den Ausweg on der Revolution suchen wird.







Anmerkung der Komintern (ML) : Seite 223 – 278 , (also die Abschnitte 3 – 7 seines Rechenschaftsberichtes) haben wir hier aus Mangel an Zeit und Kräften ausgelassen. Wir haben uns aber entschlossen, hier noch Punkt 8 anzufügen, wo Stalin die Vorzüge des sozialistischen Wirtschaftssystems gegenüber dem kapitalistischen Wirtschaftssystem kurz und prägnant herausgestellt hat:



8. Kapitalistisches oder sozialistisches Wirtschaftssystem?

Wir haben somit ein Bild von der inneren Lage der UdSSR.

Wir haben gleichzeitig damit ein Bild von der inneren Lage in den wichtigsten kapitalistischen Ländern.

Unwillkürlich entsteht die Frage: Welcher Art sind die Ergebnisse, wenn man die beiden Bilder gegeneinander hält, sie miteinander vergleicht?

Diese Frage ist um so interessanter, als die bürgerlichen Politiker aller Länder, die bürgerliche Presse aller Stufen und Ränge, von den ausgesprochen kapitalistischen bis zu den menschewistisch-trotzkistischen, wie aus einem Munde schreien und von „Prosperität“ der kapitalistischen Länder, vom „Untergang“ der UdSSR, von „finanziellem und wirtschaftlichem Zusammenbruch“ der UdSSR usw. reden.

Welches sind also die Ergebnisse einer Analyse der Lage bei uns, in der UdSSR, und bei ihnen, in den kapitalistischen Ländern?

Vermerken wir die wichtigsten, allgemein bekannten Tatsachen.

Bei ihnen, den Kapitalisten, herrschen Wirtschaftskrise und Niedergang der Produktion sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft.

Bei uns, in der UdSSR, wirtschaftlicher Aufstieg und Wachstum der Produktion in allen Zweigen der Volkswirtschaft.

Bei ihnen, den Kapitalisten, Verschlechterung der materiellen Lage der Werktätigen, Abbau der Arbeitslöhne und Wachstum der Arbeitslosigkeit.

Bei uns, inder UdSSR, Hebung der materiellen Lage der Werktätigen, Erhöhung der Arbeitslöhne und Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Bei ihnen, den Kapitalisten, Zunahme der Streiks und Demonstrationen, die den Verlust von Millionen von Arbeitstagen zur Folge hat.

Bei uns, in der UdSSR keinerlei Streiks und ein zunehmender Arbeitsenthusiasmus der Arbeiter und Bauern, der unserer Gesellschaftsordnung Millionen zusätzlicher Arbeitstage gibt.

Bei ihnen, den Kapitalisten, Verschärfung der inneren Lage und Anwachsen der revolutionären Bewegung der Arbeiterklasse gegen das kapitalistische Regime.

Bei uns, in der UdSSR, Festigung der inneren Lage und Zusammenschluss der Millionenmassen der Arbeierklasse um die Sowjetmacht.

Bei ihnen, den Kapitalisten, Zuspitzung der nationalen Frage und ein Anwachsen der nationalen Befreiungsbewegung in Indien, Indochina, Indonesien, auf den Philippinen isw., das in den nationalen Krieg übergeht.

Bei uns, in der UdSSR, Festigung der Grundlagen der nationalen Brüderlichkeit, gesicherter nationaler Frieden und Zusammenschluss der Millionenmassen der Völker der UdSSR um die Sowjetmacht.

Bei ihnen, den Kapitalisten, Verwirrung und die Perspektive einer weiteren Verschlechterung der Lage.

Bei uns, in der UdSSR, Glauben an die eigenen Kräfte und die Perspektive einer weiteren Verbesserung der Lage.

Man schwätzt von „Untergang“ der UdSSR, von „Prosperität“ der kapitalistischen Länder und dergleichen mehr. Wäre es nicht richtiger, von dem unvermeidlichen Untergang derjenigen zu sprechen, die so „unerwartet“ in den Strudel der Wirtschaftskrise geraten sind und sich noch immer nicht aus dem Morast des Niederganges herausarbeiten können?

Wo liegen die Ursachen eines so ernsten Fiaskos bei ihnen, den Kapitalisten, und so ernster Erfolge bei uns, in der UdSSR?

Man sagt, der Zustand der Volkswirtschaft hänge in vielem vom Überfluss oder Mangel an Kapital ab. Das stimmt natürlich! Erklären sich nun vielleicht die Krise in den kapitalistischen Ländern und der Aufstieg in der UdSSR aus unserem Überfluss und ihrem Mangel an Kapital? Nein, natürlich nicht! Jedermann weiß, dass die UdSSR viel weniger Kapital besitzt als die kapitalistischen Länder. Wäre im gegebenen Fall der Stand der Akkumulation entscheidend, so hätten wir eine Krise und die kapitalistischen Länder einen Aufstieg.

Man sagt, der Zustand der Wirtschaft hänge in vielem von der technischen und organisatorischen Geschultheit der wirtschaftlichen Kader ab. Das ist natürlich richtig. Erklärt sich nun vielleicht die Krise in den kapitalistischen Ländern und der Aufstieg in der UdSSR aus ihrem Mangel und unserem Überfluss an technischen Kadern? Nein, natürlich nicht! Jedermann weiß, dass die kapitalistischen Länder weitaus mehr technisch erprobte Kader besitzen als wir in der UdSSR. Wir haben nie verheimlicht und tragen uns auch nicht mit der Absicht, es zu verheimlichen, dass wir auf dem Gebiet der Technik Schüler der Deutschen, Engländer, Franzosen, Italiener und vor allem und hauptsächlich der Amerikaner sind. Nein, entscheidend ist hier nicht der Überfluss oder Mangel an technischen Kadern, wenn auch das Problem der Kader für die Entwicklung der Volkswirtschaft von ernster Bedeutung ist.

Vielleicht findet man des Rätsels Lösung darin, dass das Kulturniveau bei uns höher ist als in den kapitalistischen Ländern? Wiederum neun. Jedermann weiß, dass das allgemeine Kulturniveau der Massen bei uns niedriger ist als in den USA, in England, in Deutschland. Nein, es handelt sich hier nicht um die Kultiviertheit der Massen, obgleich auch sie für die Entwicklung der Volkswirtschaft von gewaltiger Bedeutung ist.

Vielleicht liegt die Ursache hier in den persönlichen Eigenschaften der führenden Männer in den kapitalistischen Ländern? Wiederum nein. Die Krisen wurden gleichzeitig mit dem Anbruch der Herrschaft des Kapitalismus geboren. Schon seit mehr als hundert Jahren kommt es zu periodischen Wirtschaftskrisen des Kapitalismus, die sich alle zwölf, zehn, acht oder weniger Jahre wiederholen. Alle Parteien des Kapitalismus, alle einigermaßen namhaften Vertreter des Kapitalismus, von den „genialsten“,bis zu den mittelmäßigen, haben ihre Kräfte an der „Verhütung“ oder „Beseitigung“ der Krisen erprobt. Sie haben aber alle eine Niederlage erlitten. Was ist also Erstaunliches daran, dass Hoover samt seiner Gruppe ebenfalls eine Niederlage erlitten hat? Nein, hier handelt es sich nicht um die Führer oder die Parteien des Kapitalismus, obgleich auch die Führer und die Parteien des Kapitalismus dabei von nicht geringer Bedeutung sind.

Worum handelt es sich also?

Was ist die Ursache dafür, dass die UdSSR trotz ihrer kulturellen Rückständigkeit, trotz des Mangels an Kapital, trotz des Mangels an technisch erfahrenen Wirtschaftskadern sich in einem wachsenden wirtschaftlichen Aufstieg befindet und an der Front des Wirtschafsaufbaus entscheidende Erfolge aufzuweisen hat, während die führenden kapitalistischen Länder trotz des Überflusses an Kapitalien, trotz des Überflusses an technischen Kadern und trotz eines höheren Kulturniveaus sich im Zustand einer wachsenden Wirtschaftskrise befinden und auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Entwicklung Niederlage auf Niederlage erleiden?

Die Ursachen liegen im Unterschied der Wirtschaftssysteme bei uns und bei den Kapitalisten.

Die Ursache liegt in der Unhaltbarkeit des kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Die Ursache liegt in den Vorzügen des sowjetischen Wirtschaftssystems gegenüber dem kapitalistischen System.



Was ist das sowjetische Wirtschaftssystem?

Sowjetisches Wirtschaftssystem bedeutet:

1. Die Klassenmacht der Kapitalisten und der Gutsherren ist gestürzt und durch die Macht der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft ersetzt;

2. die Produktionsinstrumente und -mittel, der Boden, die Industriebetriebe usw. sind den Kapitalisten genommen und der Arbeiterklasse und den werktätigen Bauernmassen übereignet;

3. die Entwicklung der Produktion ist nicht dem Prinzip der Konkurrenz und der Sicherung kapitalistischen Profits untergeordnet, sondern dem Prinzip planmäßiger Leitung und systematischer Hebung des materiellen und kulturellen Niveaus der Werktätigen;

4. das Volkseinkommen wird nicht im Interesse der Bereicherung der Ausbeuterklassen und ihres zahlreichen parasitären Anhangs verteilt, sondern im Interesse systematischer Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern und der Erweiterung der sozialistischen Produktion in Stadt und Land;

5. die systematische Verbesserung der materiellen Lage der Werktätigen und die ununterbrochene Steigerung ihrer Bedürfnisse (der Kaufkraft), die die ständig wachsende Quelle der Produktionserweiterung sind, sind für die Werktätigen eine Garantie gegen Überproduktionskrisen, gegen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und des Elends;

6. die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft sind Herren des Landes, sie arbeiten nicht für die Kapitalisten, sondern für ihr eigenes werktätiges Volk.



Was ist kapitalistisches Wirtschaftssystem?

Kapitalistisches Wirtschaftssystem bedeutet:

1. Die Macht im Lande gehört den Kapitalisten;

2. die Produktionsinstrumente und -mittel sind in den Händen der Ausbeuter konzentriert;

3. die Produktion ist nicht dem Prinzip der Verbesserung der materiellen Lage der werktätigen Massen, sondern dem Prinzip der Sicherung eines hohen kapitalistischen Profits untergeordnet;

4. das Volkseinkommen wird nicht im Interesse einer Verbesserung der materiellen Lage der Werktätigen verteilt, sondern im Interesse der Sicherung maximaler Profite der Ausbeuter;

5. die kapitalistische Rationalisierung und das rasche Wachstum der Produktion, die das Ziel verfolgen, den Kapitalisten hohe Profite zu sichern, stoßen auf die Schranke der Verelendung und der materiellen Schlechterstellung der werktätigen Millionenmassen, die nicht immer die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse auch nur im Rahmen des äußersten Minimums zu befriedigen, was unvermeidlich den Boden vorbereitet für Überproduktionskrisen, für das Wachstum der Arbeitslosigkeit und des Massenelends;

6. die Arbeiterklasse und die werktätigen Bauern sind Ausgebeutete, die nicht für sich selbst, sondern für eine fremde Klasse, für die Klasse der Ausbeuter arbeiten.

Das sind die Vorzüge des sowjetischen Wirtschaftssystems gegenüber dem kapitalistischen Wirtschaftssystem.

Das sind die Vorzüge der sozialistischen Wirtschaftsorganisation gegenüber der kapitalistischen Organisation.

Das ist die Ursache dafür, dass es bei uns, in der UdSSR, einen wachsenden Wirtschaftsaufstieg und bei ihnen, den Kapitalisten, eine wachsende Wirtschaftskrise gibt.

Das ist die Ursache dafür, dass bei uns, in der UdSSR, das Wachstum des Verbrauchs (die Kaufkraft) der Massen dauernd das Wachstum der Produktion überholt und damit die Produktion vorwärtstreibt, während umgekehrt bei ihnen, den Kapitalisten, das Wachstum des Verbrauchs der Massen (der Kaufkraft) nie Schritt hält mit dem Wachstum der Produktion, sondern ständig hinter ihm zurückbleibt und die Produktion immer wieder zu Krisen verdammt.

Das ist die Ursache dafür, dass es bei ihnen, den Kapitalisten, als durchaus normal gilt, wenn während der Krisen der „Überfluss“ an Industriewaren vernichtet und der „Überschuss“ an landwirtschaftlichen Produkten verbrannt wird, damit die hohen Preise gehalten und hohe Profite gesichert werden können, während man bei uns, in der UdSSR, die solcher Verbrechen Schuldigen ins Irrenhaus stecken würde. (Beifall.)

Das ist die Ursache dafür, dass dort, bei den Kapitalisten, die Arbeiter streiken und demonstrieren und den revolutionären Kampf gegen die bestehende kapitalistische Macht organisieren, während wir bei uns, in der UdSSR, ein Bild des großen Arbeitswettbewerbs von Millionen Arbeitern und Bauern vor uns haben, die bereit sind, für den Schutz der Sowjetmacht ihr Leben einzusetzen.

Das ist die Ursache für die Stabilität und Festigkeit der inneren Lage der UdSSR, für die Labilität und Brüchigkeit der inneren Situation in den kapitalistischen Ländern.

Man muss schon sagen, dass ein Wirtschaftssystem, das nicht weiß, was es mit dem „Überfluss“ seiner Produktion anfangen soll, und gezwungen ist, ihn zu verbrennen, während unter den Massen Not und Arbeitslosigkeit, Hunger und Ruin herrschen – dass ein solches Wirtschaftssystem über sich selbst das Todeurteil fällt.

Die letzten Jahre waren eine Periode der praktischen Prüfung, eine Periode des Examens der beiden einander entgegengesetzten Wirtschaftssysteme, des sowjetischen und des kapitalistischen Systems. In diesen Jahren wurden immer wieder der „Untergang“ und der „Zusammenbruch“ des Sowjetsystems prophezeit. Noch mehr redete und sang man Lobeshymnen von der „Prosperität“ des Kapitalismus. Und die Wirklichkeit? Diese Jahre haben nich einmal gezeigt, dass das kapitalistische Wirtschaftssystem ein unhaltbares System ist, dass das sowjetische Wirtschaftssystem über Vorzüge verfügt, von denen kein einziger bürgerlicher Staat, und sei er auch der „demokratischste“, der „volksumfassendste“ usw., auch nur zu träumen wagt.

In seiner Rede auf der Konferenz der KPR(B) im Mai 1921 sagte Lenin:

„Jetzt wirken wir auf die internationale Revolution hauptsächlich durch unsere Wirtschaftspolitik ein. Auf die Russische Sowjetrepublik sind die Augen aller gerichtet, aller Werktätigen in allen Ländern der Welt ohne jede Ausnahme und ohne jede Übertreibung. Das ist erreicht. Die Kapitalisten können jetzt nichts mehr verschweigen, nichts mehr verbergen, sie suchen daher vor allem nach unseren wirtschaftlichen Fehlern und unseren Schwächen. Der Kampf ist im Weltmaßstab auf dieses Gebiet übertragen. Lösen wir diese Aufgabe, dann haben wir im internationalen Maßstab bestimmt und endgültig gewonnen“ (4. Ausgabe, Bd. 32, S. 413, russ.)

Es muss festgestellt werden, dass unsere Partei die von Lenin gestellte Aufgabe erfolgreich erfüllt.





Hier endet der 8. Punkt des politischen Rechenschaftsberichtes des Genossen Stalin an den XVI. Parteitag der KPdSU [B]

(sobald die Komintern (ML) kräftemäßig dazu in der Lage ist, werden wir den hier unvollständig veröffentlichten Rechenschaftsbericht des Genossen Stalin vervollständigen. Der Leser möge uns verzeihen: Wir wollten hier nur derjenigen Stellen hervorheben, die im direkten Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise stehen.





 

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