9. MAI 1945

Zum 30. Jahrestag

des Sieges über den Faschismus

Der Sieg über den Faschismus

ein Werk des Kampfes und der Opfer aller Völker der anti-faschistischen Koalition

veröffentlicht am 20. April 1975

erschienen im „Roter Morgen“, Zentralorgan der KPD/ML, Beilage 18 / 1975

auch als Radio Tirana Sendung, abgedruckt in „Radio Tirana“ - Ausgewählte Sendungen, Nr. 1 – 1975, Seite 1 - 7

wiederveröffentlicht von der KPD /SH und der Komintern (SH) am 9. Mai 2010









Die Völker der Welt feiern in diesem Jahr eines der bedeutendsten Ereignisse der Geschichte der neuen Zeit:

den 30. Jahrestag des Siegs über den Faschismus.

Zu diesem großen Jubiläum werden in der ganzen Welt große Feierlichkeiten durchgeführt, bei denen die historischen Anstrengungen der Völker der antifaschistischen Koalition und der unermessliche Preis wachgerufen werden, den die Menschheit bezahlt hat, um von der faschistischen Pest erlöst zu werden. Die Hitler-Aggression war die größte Herausforderung, die jemals an die Freiheit und Unabhängigkeit der Nationen, an das Recht der Menschen auf der Erde frei zu leben und zu arbeiten, an die Aussicht der fortschrittlichen Entwicklung der Welt gerichtet worden ist. Darum ist der Sieg über den Faschismus ein Sieg von großer historischer Bedeutung für die ganze Menschheit. Die Zerschlagung der faschistischen Mächte gab den versklavten Völkern die Möglichkeit, die Freiheit und Unabhängigkeit zu gewinnen, schuf günstige Voraussetzungen für den Sieg des Sozialismus in einer Anzahl von Ländern, für das Anwachsen der revolutionären und nationalen Befreiungsbewegung, für die Erschütterung und den Zusammenbruch des Kolonialsystems.

Unser Volk, das eines der ersten Opfer des Faschismus war, ist stolz darauf, an der Seite der übrigen Völker der anti-faschistischen Koalition mit seinen ganzen Kräften zum historischen Sieg vom 9. Mai 1945 beigetragen zu haben. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl hat unser Volk einen der größten Beiträge unter den Ländern geleistet, die gegen den Faschismus gekämpft haben. Im Kampf gegen die fremden Eindringlinge fielen 28 000 der besten Töchter und Söhne des albanischen Volkes, und es büßte in diesem Kampf sein Hab und Gut ein. Von seiner Kommunistischen Partei und Genossen Enver Hoxha erzogen, setzte es sich mit allen Kräften im Kampf gegen den Faschismus ein und brachte außerordentliche Opfer im festen Bewusstsein, dass es nicht nur im Namen der Freiheit und Unabhängigkeit seines Vaterlandes kämpfte, sondern im Namen der Befreiung auch der anderen geknechteten Völker. Unser nationaler Befreiungskampf war fester Bestandteil des anti-faschistischen Weltkrieges. Darum gedenken wir all jener in großer Ehre, die auf dem Schlachtfeld oder im Hinterland des Feindes für die Zerschlagung des Nazi-Faschismus kämpften und fielen.

Ganz besonders seien an diesem Jubiläum die heroischen Anstrengungen der Sowjetvölker unter der Führung der Bolschewistischen Partei mit Josef Wissarionowitsch Stalin an der Spitze hervorgehoben, die die schwerste Last des anti-faschistischen Krieges trugen und einen entscheidenden Beitrag zum Sieg leisteten. Für alle, die die Waffen gegen den Nazismus ergriffen hatten, war der Kampf der Sowjetvölker eine große Quelle der Begeisterung und die Versicherung, dass Hitler besiegt und der Sieg errungen wird.

Die Welt würdigte und würdigt nach wie vor den titanischen Kampf der Völker der Sowjetunion und Stalins für die Zerschlagung des Faschismus sowie ihre Anstrengungen nach dem Krieg, einen gerechten Frieden herzustellen und gestützt auf die Gleichheit, die Nichteinmischung und die Zusammenarbeit eine neue Gemeinschaft von Nationen zu schaffen, in der imperialistische Drohungen, Erpressungen und Einschüchterungen ausgeschlossen sein sollten.

Doch die revisionistischen Herren in Moskau haben diese glänzende Seite der Geschichte der Sowjetvölker zerrissen und zertreten. Die heutige Sowjetunion ist nicht mehr die der Jahre des Vaterländischen Krieges, der Zeiten Stalins, sondern eine imperialistische Großmacht, die im Ringen und in Rivalität mit dem US-Imperialismus eine wütende, hegemonistische und expansionistische Politik betreibt und durch Intrigen, Komplotte und Gewalt ihre Herrschaft über die ganze Welt zu errichten versucht.

Im Dienst dieser Politik und dieser Ziele manipulieren sie auch die Geschichte, sie entstellen die bekannten Wahrheiten, vertuschen die Tatsachen und beflecken die revolutionären Ereignisse der Vergangenheit. Im Beschluss der Revisionisten-Klique über die Feier des Jubiläums des Vaterländischen Krieges wird lang und breit über jene Periode gesprochen. Doch darin, sowie in den Pressebeiträgen und in den Reden der Führer zu diesem Ereignis kann man kein einziges Wort über den Mann finden, der während des Krieges an der Spitze des Sowjetstaates und der Sowjetarmee stand, die großen Schlachten, die zur Zerschlagung der Hitler-Armeen führten, organisierte und befehligte, die Sowjetvölker zu dem von aller Welt bekannten Massenheldentum anspornte; über Stalin, der die sowjetische Diplomatie in jener, sehr komplizierten Zeit leitete, wird kein einziges Wort verloren, nichts davon, was sein Name damals für das Sowjetvolk und die anderen anti-faschistischen Völker bedeutete.

Die Sowjetmenschen fragen sich unvermeidlich: „Weshalb dieses Stillschweigen über Stalin ?“ Alle wissen, dass mit seinem Namen die Mobilisierung und Leitung der Sowjetunion zum Großen Vaterländischen Krieg, die Organisierung und Leitung der legendären Schlachten der Roten Armee, die zur Zerschlagung und Bezwingung der Wehrmacht führten, der scharfe diplomatische Kampf zur Sicherung eines gerechten Friedens nach dem Krieg eng verbunden sind. Mit Stalins Namen auf den Lippen fielen auf dem Schlachtfeld Millionen Töchter und Söhne des Sowjetvolkes. Seine Gestalt wurde eine Quelle der Begeisterung und das Banner des anti-faschistischen Widerstandes vieler Völker.





Stalin und die Oktober-Revolution,

Stalin und der Vaterländische Krieg,

Stalin und der Marxismus-Leninismus

sind voneinander untrennbar.





Stalin und die Bolschewistische Partei, an deren Spitze er stand, erzogen das Sowjetvolk tapfer und partiotisch, der Sache des Kommunismus und des Internationalismus treu zu sein, in den vordersten Linien des anti-faschistischen und anti-imperialistischen Kampfes zu stehen. Niemand hat wie Stalin während des Krieges und danach das Recht der Völker auf Selbstbestimmung, ihre Ideale von Demokratie und Fortschritt verteidigt. Niemand hat sich wie Stalin der imperialistischen Politik widersetzt, besonders der britischen, die in Europa die alten Einflussbereiche wieder herstellen, die gestürzten Klassen in Osteuropa, die mit den Besatzern zusammengearbeitet hatten, wieder an die Macht bringen und die Überreste der Reaktion und aller Konterrevolutionäre in Schutz nehmen wollte.

Es ist daher nicht nur unmöglich, sondern auch absurd, vom Vaterländischen Krieg der Sowjetunion und überhaupt vom Zweiten Weltkrieg zu sprechen und dabei Stalins Rolle nicht zu erwähnen, wie es die Kreml-Führer heute tun. Wer sich bemüht, Stalin aus der Geschichte zu streichen, verstümmelt die Geschichte selbst. Stalin und die Oktober-Revolution, Stalin und der Vaterländische Krieg, Stalin und der Marxismus-Leninismus sind voneinander untrennbar.

Damit, dass sie Stalin verleugnen, verleugnen die Sowjetrevisionisten auch die Oktoberrevolution, den Vaterländischen Krieg und den Marxismus-Leninismus, alle revolutionären und kommunistischen Traditionen der Vergangenheit. Diese Verleugnung zeigt, dass sie selbst zu Faschisten und Aggressoren geworden sind. Die Kreml-Führer und ihre Nachbeter wollen von Stalin nichts wissen, denn sein Name und sein Werk sind eine ständigen Anklage für ihren revisionistischen Verrat, sind unvereinbar mit dem groß-russischen Chauvinismus und der expansionistischen Politik, die die Führung der Sowjetunion heute betreibt, sind ein Kampfruf zur Zerschlagung der Konterrevolution und des Kapitalismus, die heute im Sowjetland herrschen.

Die gesamte revisionistische Propaganda über die Feierlichkeiten zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges ist durch und durch Demagogie. Es ist eine große zynische und gemeine Spekulation. Sie stellt einen ganzen Plan dar, dessen Ziel es ist, die Vergangenheit – allerdings entstellt und verstümmelt – in den Dienst der chauvinistischen und expansionistischen Pläne des Kreml zu stellen und so einige historisch falsche, ideologisch reaktionäre und politisch gefährliche Thesen zu schaffen.

Die revisionistischen Historiker und Politiker geben sich viel Mühe, heißt es in „Zeri i Popullit“ weiter, um den Kampf der anderen anti-faschistischen Völker und ihre Rolle beim Erreichen des endgültigen Sieges herabzusetzen und zu bagatellisieren. Die Revisionisten der Sowjetunion sprechen nur vom sowjetischen Beitrag zur Befreiung der Völker Europas aus dem Nazijoch und verabsolutieren diese Rolle. Damit wollen sie ihre chauvinistische und hegemonistische These untermauern, dass die befreiten Völker ohne den Schutz und die Vormundschaft des Kreml nicht frei leben könnten. Den Kampf der Sowjetunion für die Zerschlagung des Faschismus wollen die sowjet-revisionistischen Führer aus einem hohen Ausdruck des sozialistischen Patriotismus und des Internationalismus, was er seiner Zeit war, zu einer Verpflichtung machen, die die Anderen mit ihrer Unterwerfung unter Moskau bezahlen sollen.

Von der Partei der Bolschewiki und Stalin erzogen, haben Millionen einfacher Sowjetmenschen gekämpft und ihr Leben hingegeben mit dem flammenden Wunsch, den Faschismus zu vernichten und auszurotten, jedes nationale Joch, jede Begrenzung der nationalen Souveränität, jede Verletzung des Selbstbestimmungsrechts der Völker zu beseitigen. Das Sowjetvolk und Stalin kämpften mit Nachdruck und aufrichtig, um die chauvinistische und hegemonistische Politik des Imperialismus zu zerschlagen und zu zerschmettern, sie kämpften für die Gleichheit, die Respektierung der Rechte aller Völker in den internationalen Beziehungen, die Beseitigung des Kolonialismus und der Abhängigkeit der Staaten. Es kann daher keine schwerere Beleidigung und keine größere Verhöhnung für alle Gefallenen und ihre Ideale geben.

Die „begrenzte Souveränität“, die neo-kolonialistische Herrschaft vom Typ des RGW, die militärische Unterordnung, wie sie durch den Warschauer Pakt verwirklicht wird, sind Produkte des Revisionismus, sind Verletzungen des Marxismus-Leninismus, Verleugnungen des Marxismus-Leninismus.

Im Frühjahr 1945 marschierten die sowjetischen Panzer in Prag ein, um die Nazi-Besatzer zu verjagen. Im Frühjahr 1975 stehen sie dort als Wachen einer neuen faschistischen Besatzung. Der sowjetische Soldat ist in Osteuropa heute ein Gendarm der politischen und militärischen Interessen des Sozialimperialismus, Räuber der Reichtümer und der Früchte der Arbeit der Völker dieser Länder, eine Vorhut der sowjetischen militärischen Aggression. Es ist eine von den Völkern gehasster und grausamer Feind, er ist ein Besatzer, der die deutschen Nazis ersetzt hat.

Die Sowjetarmee ist heute weder Nachfolger noch Erbe der Armee des Vaterländischen Krieges und der Zeiten Stalins. Die Versuche der Moskauer Revisionisten-Klique, die Mission der Sowjetarmee in der Kriegszeit und jener, die sie heute erfüllt, gleichzusetzen, sind vergebens und können niemanden überzeugen. Infolge des revisionistischen Verrats ist an der heutigen Sowjetarmee außer der Uniform nicht mehr mit der Roten Armee gleich. Sie ist eine aggressive, imperialistische Besatzerarmee, eine faschistische Armee, die die Freiheit und Unabhängigkeit der Völker in Europa und im Mittelmeer, in Asien und überall bedroht. Der heutige Sowjetsoldat ist ein zum Morden und Brennen aufgezogener Roboter, bereit, jeden zu unterdrücken und zu erwürgen und überall, wo es seine Oberherren befehlen, mit Feuer und Schwert vorzugehen. Sie züchten und erziehen ihn im Geiste des grausamen russischen und panslavistischen Chauvinismus, sie nähren und hetzen ihn mit faschistisch-rassistischen Theorien zur Verachtung der Freiheit und Souveränität der anderen Völker, zur Unterschätzung und Verleugnung der Kultur und der nationalen Eigenständigkeit der anderen Länder, zur Missachtung der internationalen Gesetze und Normen.

Die Argumente, mit denen die Sowjet-Revisionisten die Stationierung ihrer Truppen in fremden Ländern rechtfertigen wollen, sind unbegründet und haben weder eine historische noch eine juristische Basis. Die Kremlherren haben ihre militärische Anwesenheit in den Ländern Osteuropas bisher mit der Gefahr des deutschen Revanchismus und mit der vertraglichen Pflicht, die Partner des Warschauer Paktes zu schützen, zu rechtfertigen versucht. Als sich aber sie selbst und die anderen revisionistischen Kliquen mit Bonn aussöhnten, wurde die deutsche Gefahr durch andere Rechtfertigungen, durch neue Argumente und Thesen ersetzt. Eine davon ist die Behauptung, dass die sowjetischen Truppen in Deutschland, in der Tschechoslowakei, Ungarn, Polen usw. stehen, um die Ergebnisse des 2. Weltkriegs oder die aus dem Sieg über den Faschismus stammenden Rechte zu beschützen.

Um welche Rechte und welche Ergebnisse handelt es sich ? Hat etwa die Rote Armee gegen Hitlerdeutschland gekämpft, um fremde Territorien zu erobern, oder wurden etwa die sowjetischen Soldaten nach Polen, in die Tschechoslowakei oder nach Ungarn verlegt, um das Kaiserreich Romanows wieder herzustellen ?

Das sind offen chauvinistische Zielsetzungen, Ausdruck der alten großrussischen, expansionistischen Politik. Sie sind das völlige Gegenteil der Ideale und des Inhalts des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetvölker. Auf den Fahnen der Soldaten Stalins, die Warschau, Prag, Berlin usw. befreit haben, standen die Ideale der Völkerbefreiung. Die Fahne aber, die die Soldaten Breschnews und Gretschkos in diesen Hauptstädten heute mit sich führen, ist die schwarze Fahne der fremden Besetzung und der Knechtschaft der Völker.

Die Interessen des wahren Friedens und der wahren Sicherheit in Europa, das unleugbare Recht der europäischen Völker, vollkommen frei und unabhängig zu leben, erfordern den vollständigen und bedingungslosen Abzug der gegenwärtig in mehreren Ländern unseres Kontinents stationierten sowjetischen und amerikanischen Truppen. Die so genannten „Initiativen“ der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten bezüglich der Europäischen Sicherheit, der Reduzierung der Streitkräfte in Mitteleuropa, sind Pläne und Machenschaften deren Ziel es ist, die Aufrechterhaltung der Einflussbereiche in Europa, die Anwesenheit ihrer Besatzungstruppen in diesem Raum zu rechtfertigen, zu legalisieren. Wie viele anderen Unternehmungen zur ideologischen und psychologischen Bearbeitung der Völker, ist auch die neue Propaganda-Kampagne der sowjetischen Führerschaft im Zusammenhang mit dem 30. Jahrestag des Siegs über den Faschismus ein Versuch, den militärischen Geist des russischen Imperialismus wieder zu beleben, die Köpfe der Menschen zu militarisieren und Situationen zu schaffen, in denen das Volk ihre Aggressionen akzeptieren und unterstützen sollen.

Die sowjetischen Generäle nützen die Gelegenheit aus, die Stärke ihrer Waffen zu demonstrieren und die Aggressivität der sowjetischen Militärmaschine zu rühmen. Sie reden auch viel über die Innen- und Außenpolitik, was ein Zeichen davon ist, dass ihr Gewicht im System der sowjetischen Führung sehr gewachsen ist. Sie greifen aber auch in den Bereich der Geschichte ein, die sie nach Laune umgestalten wollen. Einige von ihnen gehen sogar so weit zu sagen, dass die Befreiungsbewegungen in den besetzten Ländern Europas erst nach dem Einmarsch der Roten Armee Aufschwung nahmen. Dies wahr vielleicht tatsächlich in irgendeinem Land, das ein Hitlersatellit gewesen ist, der Fall. Die Verallgemeinerung, die Verabsolutierung dieser Tatsache durch die sowjetischen Marschälle sind jedoch völlig tendenziös. Das ist die schwerste Beleidigung für den anti-faschistischen Widerstand in Europa und eine grausame Erscheinung des revisionistischen Größenwahns, der chauvinistischen und expanisionistischen Bestrebungen der Militärstäbe des Kremls.

Da aber mit dieser These in erster Linie auf den anti-faschistischen Widerstand auf dem Balkan abgespielt wird, so möchten wir diesen Herren sagen, dass es auf dieser Halbinsel Völker gibt, die nicht auf den Herbst 1944 warteten, um sich gegen den Faschismus zu erheben. Das Heranrücken der Roten Armee an die Grenzen ihrer Länder hat allerdings ihrem Kampfesschwung und ihrer Siegeszuversicht Aufschwung verliehen. Es ist aber auch eine Tatsache, wie ihre Geschichte bewiesen hat, dass wenn sie ganz allein hätten kämpfen müssen, selbst wenn es 500 Jahre gedauert hätte, um die Freiheit zu erringen, sie die Waffen nie gestreckt hätten.

Die sowjetischen Generäle und Marschälle und die Sowjetvölker selbst, die schrecklich, ideologisch und chauvinistisch bearbeitet worden sind, heißt es in „Zeri i Popullit“ ferner, müssen noch etwas wissen: Die Hilfe, die die Sowjetunion den besetzten Völkern geleistet hat, haben die Anti-Faschisten Europas bis zum Letzten zurückgegeben, und sind ihr nichts mehr schuldig.

In den schwierigen Tagen der Schlacht bei Moskau, der Einkreisung Leningrads, des Widerstandes bei Stalingrad usw. wusste die Sowjetarmee, dass in den Bergen Albaniens, Jugoslawiens und Griechenlands, auf den Feldern Frankreichs und in den Fjorden Norwegens tausende und abertausende Menschen standen, die ihr Leben hingaben, damit die Sowjetunion es leichter hatte, die Nazis zu schlagen, dass Hunderttausende von ihnen alles aufopferten, um Dutzende deutsche und Quislind-Divisionen zu binden, damit sie nicht an die Sowjetfront geschickt wurden. Sie wusste, dass im Osten dem aggressiven Vormarsch des japanischen Imperialismus das hunderte Millionen starke chinesische Volk die Stirn bot. Die Hilfe war also gegenseitig; und das ist eine so große Tatsache, wie auch, dass der Sieg über den Faschismus ein Werk des gemeinsamen Kampfes und der gemeinsamen Opfer aller Völker der anti-faschistischen Koalition ist. Und nichts kann diese Wahrheit vertuschen, keine Festlichkeit, möge sie noch so pompös sein, keine Propaganda, möge sie noch so raffiniert sein, keine Reklame, möge sie noch so großspurig sein.

Die heutigen sowjetischen Führer spekulieren mit der ruhmreichen Vergangenheit ihres Landes, mit der sie aber nichts mehr gemein haben. Sie spekulieren mit den Gefühlen und Erinnerungen des Sowjetvolkes, mit seinen Leiden und Opfern. Sie spekulieren mit der Bewunderung und dem Respekt, den die Völker nach wie vor für den großen Beitrag hegen, den die Menschen der Sowjetunion zum Sieg über den Faschismus und die Befreiung der Völker vom Nazi-faschistischen Joch geleistet haben. Keine Propaganda, keine Bemühungen sich aufzupolieren und sei es auch, um sich den Ruhm der historischen Vergangenheit der Sowjetvölker zuzuschreiben, kann ihren Verrat und ihre Niederlagen verdecken. Die gegenwärtige Kampagne zum 30. Jahrestages des Siegs über den Faschismus wird bestimmt scheitern wie alle bisherigen Kampagnen. Die Sowjetrevisionisten haben sich immer als Sozialisten, als Marxisten-Leninisten, als proletarische Internationalisten, als Anti-Imperialisten, als direkte Erben der Oktoberrevolution usw. aufgespielt. Es waren aber stets nur Masken von Spekulanten und Schacherern, um ihre Schundware, den Revisionismus, an den Mann zu bringen, um ihre hegemonistische Politik zu verzuckern, um die Völker zu betrügen und ihre eigenen sozialimperialistischen Pläne zu verschleiern.

Das 30. Jubiläum des Siegs über den Faschismus ist nicht nur eine Gelegenheit, um die historische Vergangenheit zu ehren, um der leiden und Opfer zu gedenken, die die Völker bachten, um sich aus dem Nazi-Joch zu erlösen. Es regt zum nachdenken an, um die Ursachen und die Ereignisse einzuschätzen, die der faschistischen Aggression den Weg bereiteten, um aus der großen Tragödie des 2. Weltkriegs die notwendigen Lehren zu ziehen, um die Kräfte zu mobilisieren und die Anstrengungen zu verstärken, damit jede Katastrophe in Zukunft vereitelt wird. Die Geschichte des anti-faschistischen Kampfes soll dazu dienen, die heutige internationale Lage zu verstehen, damit die breiten Volksmassen ihre Kräfte gegen die Kriegsvorbereitungen und die aggressiven Pläne der imperialistischen Mächte mobilisieren. Das ist unerlässlich und darf weder unterschätzt, noch ignoriert werden.

Die Imperialisten und Sozialimperialisten häufen hektisch Waffen an, die modernsten und tödlichsten. Diese Waffen sind nicht nur zur Parade da, sondern um die Völker einzuschüchtern und um gegen sie eingesetzt zu werden. Die Kriegsschiffe füllen die Meere und ihre Kanonen sind auf fremde Küsten gerichtet, um die Völker abzuschrecken und ihre Kanonenpolitik durchzuführen. Die Gefahr neuer Aggressionen durch die beiden Supermächte nimmt in der heutigen Situation wegen der Wirtschaftskrise zu, die sie getroffen hat und wegen der politischen Niederlagen, die sie erlitten haben. Wenn die Politik der Supermächte nicht entlarvt und nicht energisch und entschieden bekämpft wird, kann die Welt Überraschungen erleben, die sie teuer zu stehen kommen würden. Auf der europäischen Bühne tritt eine neue Gefahr auf: In einigen Ländern haben die faschistischen Kräfte begonnen, sich zu regen und manchmal versuchten sie sogar mit Gewlt, die Macht zu ergreifen.

Die Geschichte hat gezeigt, dass die Zugeständnisse und das nachgeben gegenüber dem Imperialismus und seiner faschistischen Aggression, ihn nicht mildern, sondern im Gegenteil ermuntern und bei seinen expanisionistischen Handlungen frecher machen. Ebenso wurde bewiesen, dass die pazifistischen Illusionen, die von den aggressiven Mächten angeregten Träumereien von Sicherheit und internationalen Garantien nicht weniger gefährlich für die wahre Sicherheit und den wahren Frieden der Völker sind. Wie unsere Partei gesagt hat, werden sie mit dem Ziel verbreitet, die Wachsamkeit der Völker einzuschläfern, ihren Widerstand zu schwächen und sie angesichts einer imperialistischen Aggression unvorbereitet zu lassen.

Die aggressive Politik des amerikanischen Imperialismus und des sowjetischen Sozialimperialismus, so schließt „Zeri i Popullit“, die den Platz der Hitlerfaschisten eingenommen haben, ist gefährlich, man kann sie aber abwehren und bekämpfen. Die Völker der Welt haben heute die Möglichkeit und die Kraft, einen hohen Wall zu errichten, an der alle imperialistischen und revisionistischen Pläne und Komplotte zerschellen werden. Möge der 30. Jahrestag des Sieges über den Faschismus als Anregung dienen, um die revolutionäre Wachsamkeit der Völker gegenüber den Kriegsvorbereitungen des amerikanischen Imperialismus, des sowjetischen Sozialimperialismus und alle anderen reaktionären Kräfte zu verschärfen, um die Anstrengungen zu vereinigen, zum Schutz der Freiheit, Unabhängigkeit und nationalen Souveränität und alles Nötige zu tun, damit die neuen Anwärter auf die Weltherrschaft Schiffbruch erleiden und vernichtet werden.