deutsch

 


 

 

 

 

" Die Fahne der Kommune

ist die Fahne der Weltrepublik ! "

[ 31. März 1871 - "Journal Officiel de la République francasise" - Paris ]

 

Es lebe die Pariser Kommune

(Bildergeschichte)

 

 

 

 

 

 

Der Bürgerkrieg in Frankreich

»Das Paris der Arbeiter, mit seiner Kommune, wird ewig gefeiert werden als der ruhmvolle Vorbote einer neuen Gesellschaft. Seine Märtyrer sind eingeschreint in dem großen Herzen der Arbeiterklasse. Seine Vertilger hat die Geschichte schon jetzt an jenen Schandpfahl genagelt, von dem sie zu erlösen alle Gebete ihrer Pfaffen ohnmächtig sind.«

 

 

 

Karl Marx/Friedrich Engels

über Kunst und Literatur

Pariser Kommune und überlieferte Kultur

 

1891 Einführung von Friedrich Engels
Zum 20. Jahrestag der Pariser Kommune

 

 

 

 

Friedrich Engels

 

Grußadresse an die französischen Arbeiter zum 20. Jahrestag der Pariser Kommune

 

London - 17. März 1891

 

 

 

 

 

 

 

 

Rosa Luxemburg

Über die Pariser Kommune

 

 

 

Aus Anlass des 100. Todestages von August Bebel

"Der Kampf in Paris ist

nur ein kleines Vorpostengefecht!"

(aus der Reichstagsrede August Bebels vom 25. Mai 1871)

 

 

 

 

Aus Anlass des 190. Geburtstags von Wilhelm Liebknecht

 

Die Pariser Kommune hat das Recht zur Verteidigung

Stellungnahme im Volksstaat

(31. Mai 1871)

 

 

 

Ernst Thälmann

Denkt an das Beispiel der Kommune

 

 

 

 

 

KARL MARX

UND DIE PARISER KOMMUNE

Rolf Kiau - 1953

»Frankreich - und seine Sache ist glücklicherweise weit entfernt davon, verzweifelt zu sein - kämpft in diesem Moment nicht bloß für seine eigene nationale Unabhängigkeit, sondern für die Freiheit Deutschlands und Europas.«

[Karl Marx: Die Preß- und Redefreiheit in Deutschland, in: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 17, S. 285.]

 

Stalin

"Unsere proletarische Revolution ist die einzige Revolution in der Welt, die in die Lage kam, dem Volke nicht nur ihre politischen Ergebnisse, sondern auch materiellen Ergebnisse zu bieten. Von allen Arbeiterrevolutionen kennen wir nur eine, die so oder so die Macht erlangte.

DAS WAR DIE PARISER KOMMUNE.

Aber sie bestand nicht lange. Sie versuchte zwar, die Fesseln des Kapitalismus zu sprengen, aber sie kam nicht dazu, sie zu sprengen, und noch weniger kam sie dazu, dem Volke segensreiche materielle Ergebnisse der Revolution darzubieten. Unsere Revolution ist die einzige, die nicht nur die Fesseln des Kapitalismus gesprengt und dem Volke die Freiheit gegeben hat, sondern dem Volke auch die materiellen Bedingungen für ein wohlhabendes Leben bieten konnte. Darin liegt die Kraft und Unbesiegbarkeit unserer Revolution."

(Stalin, Geschichte der KPdSU(B), Seite 425)

* * *

Die Revolution entwaffnen, ohne irgendeine Gewähr zu haben, dass die Feinde der Revolution entwaffnet werden - ist das denn nicht Torheit, ist das denn nicht ein Verbrechen an der Arbeiterklasse ?! Nein, Genossen, wir wollen nicht die Fehler der Pariser Kommunarden wiederholen. Die Pariser Kommunarden waren gegenüber den Versaillern zu milde, was ihnen Marx seinerzeit mit vollem Recht zum Vorwurf machte. Ihre Milde aber mussten sie damit bezahlen, dass, Thiers in Pris einzog, Zehntausende Arbeiter von den Versaillern niedergeschossen wurden. (Stalin - Unterredung mit ausländischen Arbeiterdelegationen)

 

 

 

 

Der Sieg der Pariser Kommune

von Wolfgang Eggers

 


 

Resolution der Kommunarden  

Musik: Hanns Eisler
Text: Bertolt Brecht
(1934)

In Erwägung unserer Schwäche machtet
ihr Gesetze, die uns knechten soll'n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet
in Erwägung,
daß wir nicht mehr Knecht sein woll'n.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, daß wir hungrig bleiben
wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell'n,
daß nur Fensterscheiben
uns vom Brote trennen, das uns fehlt.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, daß da Häuser stehen
während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen,
jetzt dort einzuziehen
weil es uns in uns'ren Löchern nicht mehr paßt.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen
während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen,
sie uns jetzt zu holen
in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, es will euch nicht glücken
uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt
selber die Fabriken
in Erwägung, ohne euch reicht's für uns schon.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, daß wir der Regierung
was sie immer auch verspricht, nicht trau'n
haben wir beschlossen,
unter eig'ner Führung
uns ein gutes Leben aufzubau'n.

In Erwägung, ihr hört auf Kanonen
and're Sprachen könnt ihr nicht versteh'n
müssen wir dann eben,
ja das wird sich lohnen
die Kanonen auf euch dreh'n. 

 

historische Dokumente der Pariser Kommune

[aus: "Die politische Lithographie im Kampf um die Pariser- Kommune 1871

Verlag Gaehme-Henke - Dezember 1976

 

 

 

 

 

Vom Kampf der

Pariser Kommune lernen

- heißt siegen lernen!

 

 

Am 18. März 1871 hatten sich die Bauern und Arbeiter in Paris bewaffnet und sich zur Revolution gegen die französische Bourgeoisie erhoben, deren Staatsmacht gewaltsam zerschlagen und – erstmals in der Geschichte – ihre eigene revolutionäre Staatsmacht errichtet. Das war eine Kriegserklärung an die gesamte alte Welt der Ausbeutung. Die Pariser Kommune zeigte durch ihre Existenz und ihre Maßnahmen, auch wenn sie teilweise unvollkommen und inkonsequent waren, vor den Augen der ganzen Welt den Weg und das Ziel, um sich aus weltkapitalistischer Ausbeutung zu befreien. Dagegen hetzten die Herren der alten Welt, dagegen setzten sie ihre bewaffnete Konterrevolution. In einigen Aufrufen und Plakaten zur Demonstration gegen die EZB 2015 [Komintern(SH) berichtete hierüber] wurde der Jahrestag der Pariser Kommune erwähnt – allerdings ohne auch nur einen Satz zu verlieren über den Kampf und die Ziele des Kampfs der Pariser Kommune. Wir wollen im Folgenden vor allem drei wichtige Erfahrungen der Pariser Kommune vorstellen, die es lohnt, genauer unter die Lupe zu genommen zu werden – gerade auch angesichts aktueller Positionen innerhalb der Kräfte, die führend die Demonstration am 18. 3. 2015 in Frankfurt organisiert haben.

Internationale Solidarität oder,„eine gemeinsame europäische Bewegung schaffen...“?

Die Pariser Kommune hatte von Anfang an dem Chauvinismus den Krieg erklärt. Als Kampfansage an den französischen Chauvinismus beschloss die Kommune demonstrativ die Zerstörung der Vendôme-Säule, einem Symbol für die Unterdrückung anderer Länder. Die Kommune ließ Revolutionäre aus anderen Ländern direkt teilnehmen und berief einige zu Ministern. Der Generalrat der „Internationale“ wurde zum Zentrum der Unterstützungsaktionen für die Pariser Kommune. Marx schickte hunderte Briefe in alle Ecken der Welt zur Mobilisierung für die Kommune. Internationale Aktionen und Massenkundgebungen wurden in vielen Ländern durchgeführt. Die in der „Internationale“ organisierten Bauern und Arbeiter der ganzen Welt schauten auf den welthistorischen Kampf der Pariser Kommune und unterstützten ihn nach Kräften.

Und heute?

Es genügt schon, einen Blick auf den von den europäischen Staaten organisierten Terror, z.B. gegen Asylbewerber und Flüchtlinge aus Afrika, zu werfen, bei dem der Weltimperialismus mit seinen Staaten an der Spitze steht, um zu verstehen, wie falsch und reaktionär die Position von "Blockupy" ist:,„eine gemeinsame europäische Bewegung schaffen...“ ( Aufruf von Blockupy zur Demo am,18. 3. 2015 in Frankfurt). Denn ein Kampf gegen den Anti-Flüchtlings-Terror des Weltimperialismus, der darauf abzielt, die Asylbewerber schon möglichst vor den Grenzen Europas „abzufangen“, ist unmöglich, ohne Solidarität und Zusammenschluss mit Bolschewisten und Stalinisten-Hoxhaisten aus den afrikanischen Ländern, ohne gemeinsamen Kampf mit den Asylbewerbern aus Afrika. Die Ignoranz gegenüber der Aufgabe des Hineintragens des weltrevolutionären Bewusstseins in die Flüchtlingsbewegung, die Vernachlässigung der Verschmelzung der Flüchtlingsbewegung mit der revolutionären Arbeiterbewegung wurzelt im Spontaneismus und erinnert an plattesten Ökonomismus! Wie die Flüchtlingsbewegung in einen Hebel der sozialistischen Weltrevolution verwandelt wird, das haben wir in unserem Flüchtlings- und Migrantenprogramm umfassend dargelegt. Dabei haben wir herausgestellt, dass die Flüchtlingsbewegung Richtung Europa nur als Bestandteil des weltweiten Flüchtlingsbewegung aufzufassen ist und sie als globale revolutionäre Kraft an der Beseitigung der Hauptursache teilnimmt - des Weltimperialismus. Karl Marx bringt es auf den Punkt:

"Denken wir an jenes Grundprinzip der Internationale: die Solidarität. Nur wenn wir dieses Leben spendende Prinzip unter sämtlichen Arbeitern aller Länder auf sichere Grundlagen stellen, werden wir das große Endziel erreichen, das wir uns gesteckt haben. Die Umwälzung muss solidarisch sein." (Karl Marx, MEW, Band 18, Seite 161)

Zerschlagung des finanzkapitalistischen Staatsapparats oder Schürenvon Illusionen in diesen Staat?

Nach dem Sieg des Aufstands am 18. 3. 1871 floh ein Teil der Beamten (sowie auch der herrschenden Klasse) nach Versailles, während die zurückgebliebenen Beamten der alten Macht die neue Macht, die Pariser Kommune, sabotierten. Der Pariser Kommune war klar, dass sie den alten, bürgerlichen Staatsapparat nicht einfach übernehmen konnte, denn er war darauf ausgerichtet, die werktätigen Massen zu unterdrücken und das weltkapitalistische Ausbeutungssystem aufrechtzuerhalten. Der Beamten-, Militär-, Justiz- und Polizeiapparat, der gesamte bürgerliche Staatsapparat musste zerschlagen werden und zwar durch die bewaffneten Bauern und Arbeiter. Die Erfahrungen der Pariser Kommune zeigen auch,was passiert wenn die bewaffneten Kräfte der Bourgeoisie nicht vollständig zerschlagen werden konnten und sich mit der internationalen Konterrevolution verbünden: Die heldenhaften Kämpfer der Kommune wurden von der französischen Bourgeoisie und ihrer bewaffneten Konterrevolution in Kollaboration mit preußischem Militär gejagt, eingekerkert und ermordet. 30.000 wurden von der französischen bewaffneten Konterrevolution ermordet, 45.000 verhaftet, viele später hingerichtet, 20.000 zu Gefängnis, 8.000 zur Verbannung verurteilt.

Und heute?

Forderungen wie „Regulierung von Banken“ („Attac“ und Partei „Der Linke Sektor“,(PDL), „Grundsatzprogramm“) oder „Konzernbesteuerung“ („Attac“) sollen suggerieren, dass dieser Staat als Instrument gegen das Weltkapital eingesetzt werden könne. Forderungen wie „Stärkung der Parlamente“ (PDL,LINKEr Sektor, „Grundsatzprogramm“) schüren vor allem Illusionen in das parlamentarische System dieses Staats. Entscheidend dagegen ist heute: Im höchsten Stadium des Weltkapitalismus, im Weltimperialismus, entwickelt sich der staatsmonopolistische Kapitalismus, was in in engem Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung imperialistischer Kriege steht. Staatsmonopolistischer Kapitalismus als Kriegsinstrument bedeutet, dass das monopolistische Groß(finanz)kapital mit Hilfe seines ihm untergeordneten Staates verstärkt das gesamte, für den Krieg notwendige ,,Potential“ des jeweiligen Landes zusammenfasst: Arbeitskräfte, Rohstoffe, Transportmittel usw. wie das im Ersten und Zweiten Weltkrieg massiv durchgeführt wurde. Heute werden imperialistische Kriege im Interesse des weltweit vernetzten monopolistischen Großfinanzkapitals geführt, stellen imperialistische Staatenbündnisse ihre militärischen Kräfte unter das Kommando des Weltkapitals. So, wie die Pariser Kommune von der internationalen Konterrevolution zerschlagen wurde, so versucht auch die internationale Konterrevolution die sozialistische Weltrevolution zu verhindern. Das monopolistische Großfinanzkapital braucht den Staat gerade auch im Krieg als Instrument zur Unterdrückung des Kampfes der Bauern und Arbeiter, um Ruhe im ,,Hinterland“ durchzusetzen gegen jeglichen antimilitaristischen Protest und Widerstand. Hinzu kommt, dass es sind gerade die imperialistischen Kriege sind, die in den Kriegsgebieten Millionenströme von Flüchtlingen erzeugen – und auch in die in die imperialistische Staaten, die damit nicht etwa „Ruhe an der Heimatfront“ erzeugen, sondern das genaue Gegenteil. Dadurch beschleunigt und verschärft sich der Faschisierungsprozess in den imperialistischen Staaten und damit auch unvermeidlich die revolutionäre Krise im eigenen Land und damit im gesamten weltimperialistischen System. Heute ist die zunehmende Militarisierung und Faschisierung in der BRD  besonders beim Kriegseinsatz der Bundeswehrmacht in Afghanistan zu beobachten. Er wurde und wird von den deutschen Imperialisten benutzt, um die Mechanismen und Strukturen des staatsmonopolistischen Kapitalismus weiter auf- und auszubauen und zu erproben (Koordination von Bundeswehrmacht, Polizei, „Technischem Hilfswerk“, Krankenhäusern, Feuerwehr, Rüstungs- und „Zivil“industrie). Dass es um weit mehr geht, nämlich um die Vorbereitung auch eines groß angelegten weltimperialistischen Krieges, das machen gigantische Rüstungsprojekte, der forcierte Aufbau eines flächendeckenden „Heimatschutzes“ sowie die immer weiter gesteigerte Militarisierung des ganzen gesellschaftlichen Lebens deutlich (verstärkte militaristische Propaganda der bürgerlichen Medien, öffentliche Gelöbnisse, Werbe- und Rekrutierungsfeldzüge der Bundeswehrmacht etc.). Damit wird klar: Jede Unterstützung von Maßnahmen dieses Staats, jede Befürwortung einer Stärkung des deutschen Staates stärkt die Kriegsvorbereitungen des deutschen Imperialismus, Weltimperialismus und zu dem auch die Faschisierung des Staates im Inneren. Unter den Bedingungen der zunehmenden Krise des Weltimperialismus sind die bürgerlichen Staaten immer weniger in der Lage, das weltkapitalistische System zu sichern, nimmt der Druck auf das imperialistische Weltstaatensystem zu, nähert sich die weltimperialistische Kette dem Punkt, an dem sie unweigerlich zerreißen muss.

Kein Wahlsieg einer Parlamentspartei, keine „Stärkung der Parlamente“ kann auch nur das geringste an dieser Funktion ändern – in der BRD nicht und auch nicht in anderen weltkapitalistischen Ländern wie z.B. Griechenland. Denn der bürgerliche Parlamentarismus ist nichts Anderes als ein immens aufgeblähtes System des Betruges mit dem die Weltkapitalistenklasse versucht, den eigentliche Klassencharakter ihres Staates und seine hauptsächlichen Funktionen zu vertuschen und mit seiner Hilfe die Verschleierung der weltkapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse durchzuführen. Ein Mittel dabei ist, den Schein von wirklich inhaltlichen Unterschieden zwischen den Parlamentsparteien aufrechtzuerhalten. In der Tat existieren jedoch lediglich Unterschiede im Auftreten und in der Akzentsetzung der einzelnen bürgerlichen Parteien. Die Ursache dafür liegt vor allem darin, dass sie verschiedene Teile der Bevölkerung ansprechen und an sich binden müssen, so dass alle Parteien zusammen soweit als möglich die Bevölkerung insgesamt an sich und somit an das kapitalistische Weltsystem binden. So entstand und entwickelt sich eine Rollenverteilung der verschiedenen politischen Kräfte auf der parlamentarischen Bühne. So entstand und entwickelt sich eine bestimmte ideologisch geprägte Anhängerschaft der verschiedenen bürgerlichen Parteien. Wahlen in der bürgerlich-parlamentarischen Republik, das heißt also in Wirklichkeit, einmal in vier Jahren darüber zu entscheiden, welche Mitglieder und Handlanger der herrschenden Ausbeuterklasse die Interessen der breiten Massen der Bevölkerung zertreten sollen. Die Wahlen der bürgerlichen Demokratie sind aber auch ein Barometer dafür, welche Spielart der bürgerlichen Politik und Ideologie bestimmte Teile der weltproletarischen Klasse und andere Werktätige am meisten an sich bindet. Wer es heute also ernst meint mit dem Kampf für die sozialistische Weltrevolution, mit dem Kampf für die Vernichtung des Weltkapitalismus,  kommt nicht darum herum, sich klarzumachen, dass die herrschende weltkapitalistische Klasse wenn Gefahr besteht, dass sie ihr Ausbeuterparadies verlieren könnte, auch heute nicht zögern wird – so wie sie auch seit der Pariser Kommune niemals gezögert hat – ihren ganzen Staatsapparat, insbesondere ihren bewaffneten Apparat (Militär, Polizei) einzusetzen, um die weltrevolutionären Kämpfer zu vernichten. In diesem Kampf können die weltrevolutionären Kräfte nur siegen, wenn sie es schaffen, Armee und Polizei im bewaffneten Kampf zu besiegen, den ganzen weltkapitalistischen Staatsapparat zu zerschlagen und die Weltbourgeoisie zu stürzen.

Weltrevolutionärer Staat der Diktatur des Proletariats als Instrument zur Niederhaltung und Vernichtung des Weltkapitalismus oder reformistisches Geschwätz über den friedlichen Weg zu „Überwindung“ des Kapitalismus?

Den  Kommunarden war nach der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparats sehr schnell klar, dass sie vor allem auch die Aufgabe in Angriff nehmen mussten, den alten Staat durch einen neuen, revolutionären Staat zu ersetzen. Dieser neue, revolutionäre Staat sollte den werktätigen Massen dazu dienen, den Kapitalismus zu vernichten, breiteste Demokratie für die werktätige Masse der Bevölkerung zu verwirklichen und eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung aufzubauen. Eine der wesentlichen Erfahrungen der Pariser Kommune war, dass dieser revolutionäre Staat nur aufrechterhalten werden kann, wenn dieser auf einer revolutionären Diktatur über die kleine Minderheit der Bourgeoisie und aller Reaktionäre beruht. Die bewaffnete Masse der Bevölkerung, in der Hauptsache Bauern und Arbeiter  waren die entscheidende Grundlage, um die Ausbeuter und Reaktionäre unterdrücken und niederhalten zu können und die Pariser Kommune gegen die Versuche der Ausbeuter, ihre Macht wiederherzustellen, offensiv zu verteidigen. Die unmittelbare Macht der bewaffneten und organisierten Bauern und Arbeiter – das war der Kern des neuen revolutionären Staates.

Und heute?

Das ganze Gerede der opportunistischer Kräfte vom „Kapitalismus überwinden“ ist bewusst unkonkret gehalten, um die Aufgaben, die die  Kommunarden angepackt haben, reformistisch zu vertuschen. Zudem wird in diesem Zusammenhang oftmals auch suggeriert, dass der Weltkapitalismus in den Sozialismus „hineinwachsen“ könne, auf „friedlichem Weg“, auf,dem Weg der Reformen, z.B. über eine angebliche „Wirtschaftsdemokratie“ (PDL, LINKEr Sektor „Grundsatzprogramm“). Wer bereit ist, heute wirklich für die weltrevolutionäre Vernichtung des Weltkapitalismus und für den Weltsozialismus und Bolschewismus zu kämpfen, kann die Erfahrung der Schaffung eines eigenständigen weltrevolutionären Staatsapparates durch die gegen den Weltkapitalismus aufständischen Massen, wie in der Pariser Kommune nicht übergehen. Wenn mit „Staat“ der heutige Staat des staatsmonopolistischen Kapitalismus gemeint ist, ist dieser Staat in der Tat verachtenswürdig, kann gerne auch mit diversen Schimpfnamen belegt werden und muss – wie schon gesagt – zerschlagen werden. Wenn die Aufständischen selbst einen neuen, weltrevolutionären Staat zur Abwehr der Konterrevolution schaffen, einen Staat aus ihren Reihen bilden, der nicht ihrer Unterdrückung, sondern ihrer Befreiung vom Weltkapitalismus dient, wie die Pariser Kommune das getan hat, dann stellt sich die Frage anders. Ein solcher Staat ist logisch und realistisch, so lange notwendig wie die Gefahr einer Konterrevolution bzw. Gefahr der Restauration des Kapitalismus existiert. Die Notwendigkeit der Unterdrückung konterrevolutionärer Bestrebungen umfasst einen langen Zeitraum, in dem dieser weltrevolutionäre Staat existiert, der sich (nicht in Bezug auf die Reaktion, aber in Bezug auf die Masse der arbeitenden und bäuerlichen Bevölkerung) immer globaler demokratisiert und stärkt, zunehmend an Abstraktheit verliert, konkret ein Instrument in der Hand, der weltproletarischen  (Welt )Masse der arbeitenden  und bäuerlichen Bevölkerung wird. Dieser weltsozialistische Staat existiert solange es die Klassengesellschaft gibt. Erst mit der klassenlosen Gesellschaft ist der Staat abgestorben. Dass das keine einfache, sondern eine sehr schwierige Aufgabe ist, dass die Gefahr existiert, dass auch ein sozialistischer Weltstaat zu einem Instrument der Restauration des Kapitalismus werden kann, hat die Geschichte der ehemals sozialistischen Länder eindringlich gezeigt. Einen großen Vorteil aber hat der Weltstaat gegenüber den ehemaligen sozialistischen Staaten: Die kapitalistische Umkreisung existiert nicht mehr und das heißt nichts Anderes, als das die Restauration eines kapitalistischen Staates nicht mehr unvermeidlich ist.

Die albanische Revolution war eine Revolution, mit deren Hilfe die Restauration des Kapitalismus siegreich bekämpft und die Umkreisung der kapitalistisch-revisionistischen Welt durchbrochen wurde. Aufbauend auf die Revolution in Albanien wird die sozialistische Weltrevolution die Unvermeidbarkeit der kapitalistischen Restauration beseitigen durch die Beendigung der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung.

Und so hat auch die Pariser Kommune den Weg zur Oktoberrevolution geebnet. Stalin drückt dies wie folgt aus:

"Unsere proletarische Revolution ist die einzige Revolution in der Welt, die in die Lage kam, dem Volke nicht nur ihre politischen Ergebnisse, sondern auch materiellen Ergebnisse zu bieten. Von allen Arbeiterrevolutionen kennen wir nur eine, die so oder so die Macht erlangte. DAS WAR DIE PARISER KOMMUNE.

Aber sie bestand nicht lange. Sie versuchte zwar, die Fesseln des Kapitalismus zu sprengen, aber sie kam nicht dazu, sie zu sprengen, und noch weniger kam sie dazu, dem Volke segensreiche materielle Ergebnisse der Revolution darzubieten. Unsere Revolution ist die einzige, die nicht nur die Fesseln des Kapitalismus gesprengt und dem Volke die Freiheit gegeben hat, sondern dem Volke auch die materiellen Bedingungen für ein wohlhabendes Leben bieten konnte. Darin liegt die Kraft und Unbesiegbarkeit unserer Revolution." (Stalin, Geschichte der KPdSU(B), Seite 425)

 

Die weltrevolutionären Erfahrungen der Pariser Kommune und der Oktoberrevolution sowie der albanischen Revolution sind dialektische Bezugspunkte für die sozialistische Weltrevolution.

Dialektisch betrachtet entwickelt sich die Klassengesellschaft in Perioden zwischen den Revolutionen. Der Pariser Kommune ging der Oktoberrevolution voraus. Die albanische Revolution folgte der Oktoberrevolution. Die Weltrevolution nimmt alles Wertvolle der voran gegangenen Revolutionen in sich auf und überwindet alles, was sich den voran gegangenen Revolutionen in den Weg gestellt hatte.

Die Pariser Kommune war eine kreative Revolution, die Oktoberrevolution noch kreativer. Die sozialistische Weltrevolution ist allerdings die kreativste aller Revolutionen, die nicht nur die alte Weltordnung der herrschenden Klassen zerschmettert, sondern auch die Globalisierung der alten Ordnung dazu benutzt, um die neue sozialistische Weltgesellschaft zu erschaffen. Die proletarische Weltrevolution unterscheidet sich von jeder voran gegangenen Revolution dadurch, dass sie als einzige den Kapitalismus im Weltmaßstab hinweg fegt und damit den einzig möglichen Weg zur klassenlosen Weltgesellschaft ebnet.

Die Bedeutung der sozialistischen Weltrevolution besteht darin, dass es mit ihr nirgends mehr auf der Welt Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen durch Menschen geben wird. Und die Pariser Kommune war ein Meilenstein auf dem Weg dorthin, zur Befreiung der Menschheit aus der Klassengesellschaft.