Es lebe der 196. Geburtstag von

Friedrich Engels !

 



Grußadresse der Komintern (SH) aus Anlass des 196. Geburtstags von Friedrich Engels

28. November 1820

28. November 2016

 

Heute feiern wir den 196. Geburtstag von Friedrich Engels.

Wir haben in den letzten Grußadressen versucht, die Bedeutung der Lehren von Friedrich Engels für die aktuelle Weltlage zu würdigen und daraus Schlussfolgerungen zur Einschätzung der heutigen Weltereignisse zu ziehen. Dies will auch unser Anliegen in dieser Grußadresse zum 196. Geburtstag sein.

Wir wollen uns zum 196. Geburtstag von Friedrich Engels mit seiner Schrift : "Was hat die Arbeiterklasse mit Polen zu tun ?" beschäftigen, die er vor 150 Jahren geschrieben hat. Die Haltung der Arbeiterklasse zu Polen im Jahre 1866 unterscheidet sich wesentlich von der im Jahre 2016. Nur durch eine konkrete Analyse dieses Unterschiedes können wir dem Marxismus treu bleiben:

1. Die Gesamtinteressen des Weltproletariats stehen höher als die Einzelinteressen der großen Völker und nicht zuletzt auch der kleinen Völker.

2. Die demokratischen Forderungen, die Engels vor 150 Jahren in Bezug auf Polen aufgestellt hatte, müssen heute im Weltmaßstab betrachtet werden. Damals handelte es sich um eine Front der westeuropäischen Demokratien gegen den Zarismus, der einzelne kleine nationale Bewegungen zu seinen reaktionären Zwecken ausnutzte. Heute handelt es sich um das Bündnis des russischen Imperialismus mit den anderen weltimperialistischen Mächten zur Durchsetzung ihrer gemeinsamen globalen Interessen der Unterdrückung des Weltproletariats und seiner sozialistischen Revolution und der Unterdrückung kleinerer, abhängiger Nationen und ihrem Kampf um Selbstbestimmung.

Die Interessen der Demokratie eines einzelnen Landes sind den Interessen der Weltdemokratie untergeordnet.

Sehr lehrreich im Kampf gegen die heutigen Putin-Speichellecker ist Friedrich Engels' Darstellung der räuberischen Kriege und listigen Methoden, derer sich der Zarismus bediente, um Polen zu unterjochen.

Was heute die Sympathiebekundungen gegenüber Putin anbelangt, so ist das Proletariat in den meisten Ländern der Welt gespalten in einen revolutionären Teil, der den russischen Imperialismus kritisiert und bekämpft und in einen anderen Teil, der ihn vor den anderen imperialistischen Weltmächten zu "schützen" versucht. Wie wir heute sehen, handelt es sich um jenen Teil des Proletariats, der sich von der aggressiven sozialimperialistischen Propaganda des russischen Imperialismus angezogen fühlt und von den Revisionisten und Neo-Revisionisten maßgeblich beeinflusst wird. Der Unterschied zwischen den Revisionisten und den Neo-Revisionisten besteht lediglich darin, dass die Einen ihre Sympathien für Putin offen zur Schau stellen, während die Anderen ihre Sympathien für Putin hinter revolutionären Phrasen zu verbergen versuchen. Wer nicht sieht, dass der Expansionismus des russischen Imperialismus eine akute Bedrohung für den Weltfrieden und insbesondere für den Frieden in Europa darstellt, der ist entweder mit Blindheit geschlagen oder ein ausgemachter Schuft in "rotem" Gewand. Deswegen unterstützt die Komintern (SH) die Bestrebungen der osteuropäischen Völker, sich vom Einfluss des russischen Imperialismus zu befreien. Das heißt nicht, dass wir die räuberischen Absichten aller anderen Imperialisten auf der Welt, insbesondere der westlichen und chinesischen Imperialisten unter den Teppich kehren wollen, die nicht minder gefährlich sind für die unterdrückten Völker. Der Kampf des westeuropäischen Proletariats gegen den europäischen Imperialismus, und gegen den deutschen Imperialismus im Besonderen, ist der beste internationalistische Beitrag für die Befreiung der Arbeiterklasse in den osteuropäischen Ländern.

Die internationalistische Erziehung der Arbeiter in Russland und in der ganzen Welt hat also darin zu liegen, dass sie die anti-imperialistischen Befreiungsbestrebungen der Völker (insbesondere der ehemaligen Sowjetvölker) unterstützen. Ohne das gibt es keinen Internationalismus. Theoretisch ist das allen klar, aber die Wurzel des Übels liegt in der fehlenden praktischen Umsetzung. Unsere Sektionen in den unterdrückenden Nationen propagieren die Freiheit der Lostrennung. Unsere Sektionen in den unterdrückten Ländern verfechten die Losung von der Freiheit der Vereinigung und Verschmelzung. Das ist auf den ersten Blick "widersprüchlich", aber das entspricht der Haltung der Komintern (SH), die unterschiedlichen Bedingungen in einer Welt zu berücksichtigen, die in unterdrückende und unterdrückte Nationen gespalten ist.

Engels warnte vor der Gefahr, dass reaktionäre Kräfte die nationale Bewegung besonders der kleinen Völker ausnutzen. Er enthüllte in seinem Artikel das wahre Wesen des "Nationalitätenprinzips", das vom Zarismus und den herrschenden Kreisen anderer Länder benutzt wurde, um den nationalen Kampf der unterdrückten Völker den Interessen der reaktionären Mächte unterzuordnen. Der Kampf des polnischen Volkes für eine revolutionäre, demokratische Umgestaltung Europas war nach den Lehren von Marx und Engels entscheidend, um für den internationalen Emanzipationskampf des Proletariats günstigere Bedingungen zu schaffen.

Engels ging es um den Kampf gegen den Zarismus und gegen einige von ihm in reaktionäre Richtung ausgenutzte Bewegungen kleinerer Nationen.

Heute geht es um die weltproletarische Einheitsfront gegen den Weltimperialismus, einschließlich des Sozialimperialismus und seines revisionistischen und neo-revisionistischen Anhangs. Heute ist das Weltproletariat gespalten in einen von den Weltimperialisten korrumpierten Teil, der von der Ausbeutung der unterdrückten Völker profitiert (Arbeiteraristokratie) und einen Teil, der sich nicht befreien kann, solange er die unterdrückten Völker nicht befreit hat.

Heute geht es um die Ausnutzung aller nationalen Bewegungen im Interesse des Sieges der sozialistischen Weltrevolution. Je klarer wir dieses weltrevolutionäre Ziel der anti-imperialistischen Weltfront propagieren, desto zwingender steht die Umsetzung des Prinzips des proletarischen Internationalismus auf der Tagesordnung:

Kein Volk der Welt kann frei sein, das andere Völker unterdrückt. Die Völker können erst frei sein, wenn sie gemeinsam die Unterdrückung auch des letzten Volkes beseitigt haben. Und dies wird erst der Fall sein, wenn die sozialistische Weltrevolution unter der Führung des Weltproletariats und seiner revolutionären Weltpartei über den Weltimperialismus gesiegt hat. Das russische Volk konnte zur Zeit von Friedrich Engels nicht frei sein, solange der Zarismus Polen unterdrückte. Heute kann das russische Volk nicht frei sein, solange es das ukrainische Volk und andere ehemalige Sowjetvölker unterdrückt, bzw wenn es korrumpiert wird mit den Brocken, die von Putins Tisch abfallen.

 

Friedrich Engels und die Außenpolitik des internationalen Proletariats

Gleich in seinem ersten Satz schreibt Friedrich Engels von der "Außenpolitik der in politischen Bewegungen selbstständig auftretenden Arbeiterklasse". Wenn von der Außenpolitik die Rede ist, dann ist damit im Allgemeinen die Außenpolitik dieses oder jenen Staates gemeint. Die Frage ist also berechtigt, ob es bereits vor der Gründung des ersten proletarischen Staates eine proletarische Außenpolitik gegeben hat, eine Außenpolitik der "vaterlandslosen Gesellen." Friedrich Engels und Karl Marx gingen vom internationalen Charakter der Arbeiterklasse aus, um die Außenpolitik der proletarischen Klasse im Weltmaßstab zu definieren, unabhängig davon, ob das Proletariat seinen eigenen Staat errichtet hat oder nicht.

Der Marxismus hat diese Frage also mit einem klaren Ja beantwortet - nebenbei bemerkt bereits in ihren früheren Werken haben Marx und Engels den Begriff der Außenpolitik des Proletariats benutzt. Spätestens mit der Gründung der Ersten Internationale wurde die Außenpolitik des internationalen Proletariats theoretisch vertieft und zum ersten Mal in der Geschichte der Arbeiterbewegung in der Praxis organisatorisch umgesetzt. Hierzu gehört auch der Artikel: "Was hat die Arbeiterklasse mit Polen zu tun?"

In der Ersten Internationale traten Marx und Engels unter der Losung auf: "Widerstand gegen russische Übergriffe in Europa - Wiederherstellung Polens!" Und diesen Kampfaufruf bezeichnete Friedrich Engels als "Programm der Außenpolitik der Arbeiter West- und Mitteleuropas".

Friedrich Engels sprach sogar von der Ersten Internationale als die neue "Großmacht" in der Welt, somit also auch von der Außenpolitik dieser Großmacht des internationalen Proletariats.

Seit der Ersten Internationale hat sich Einiges geändert auf der Welt. Damals verstand man unter dem internationalen Proletariat im Wesentlichen die Proletarier der europäischen Länder und Nordamerika. Die Erste Internationale betrachtete die Ereignisse in den einzelnen Ländern eben vom Standpunkt der Interessen des europäischen und nordamerikanischen Proletariats.

Wie sieht das heute unter den Bedingungen der Globalisierung aus ?

Nicht mehr die Proletarier der Länder zur Zeit von Friedrich Engels, sondern das durch die globale Produktionsweise hervorgebrachte globalisierte Industrieproletariat ist heute zur weltrevolutionären Triebkraft geworden - und zwar nicht nur bei der weltrevolutionären Umwälzung des Weltimperialismus, sondern auch beim Aufbau des Weltsozialismus. Die Zeit, wo die Proletarier eines Landes ihren eigenen Sozialismus aufgebaut haben, gehört unter den Bedingungen der Globalisierung der Geschichte an. Heute ist es die Komintern (SH), die die Außenpolitik des Weltproletariats vertritt und umsetzt. Dabei ist die Außenpolitik des Proletariats in einem Land der Außenpolitik des Weltproletariats untergeordnet, so wie alle Einzelinteressen den Gesamtinteressen untergeordnet sind, die wir Kommunisten bekanntlich seit dem "Kommunistischen Manifest" in erster Linie vertreten.

Worin besteht die Innen- und Außenpolitik des Weltproletariats ?

Die Innenpolitik des Weltproletariats besteht darin, ein Höchstmaß dessen durchzuführen, was im Weltmaßstab für die Entwicklung, Unterstützung und Entfachung der Weltrevolution, zur Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats und später für den Weltsozialismus durchführbar ist.

Die Außenpolitik des Weltproletariats besteht darin, ein Höchstmaß dessen durchzuführen, was für die Entwicklung, Unterstützung, Entfachung der sozialistische Revolution in einem Land, zur Errichtung der Diktatur des Proletariats in einem Land, für die Verwirklichung des Sozialismus im nationalen Rahmen eines jeden Landes durchführbar ist.

Der Wert des dialektischen Verhältnisses zwischen Innen- und Außenpolitik des Weltproletariats besteht darin, dass es die weltproletarischen Triebkräfte des globalen Revolutionsprozesses richtig in Rechnung stellt, diese voraussieht und ihre Entfaltung erleichtert.

Die Grundlage des Lebens und der Arbeit der Weltpartei liegt in ihrer Weltpolitik, in ihrer globalen „Innenpolitik“, d.h., die Weltpolitik der aus der Vereinigung aller befreiten Länder geschaffenen befreiten Welt als Ganzes - und ihrer „Außenpolitik“, d.h., ihrer Weltpolitik gegenüber den einzelnen Ländern der Welt, die deren Zusammenfassung und Vereinigung durch das globale Ganze dient.

So wie die Innenpolitik der Diktatur des Proletariats „in einem“ Land nur die Innenpolitik in eben diesem Land sein kann, so ist in der Diktatur des Weltproletariats die Innenpolitik auf die Welt als Ganzes beschränkt, während die Innenpolitik der weltsozialistischen Staaten dabei unberührt, also erhalten bleibt.

Im Unterschied zum Sozialismus der ersten Periode, verwandelt sich in der zweiten Periode des Sozialismus - also in der Periode des Weltsozialismus - die Außenpolitik dem Wesen nach dadurch, dass sie sich nur noch mit nicht-antagonistischen außenpolitischen Widersprüchen befasst und nicht mehr mit antagonistischen Widersprüchen. Wobei dies nicht bedeutet, dass sich die nicht-antagonistischen Widersprüche nicht wieder in antagonistische Widersprüche zurückverwandeln können – wenn auch die Gefahr der Verwandlung der nicht-antagonistischen Widersprüche in antagonistische Widersprüche im Weltmaßstab viel geringer sein muss, als unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats „in einem“ Land (Wegfall der imperialistisch-revisionistischen Umkreisung).

Erst die Innenpolitik der Weltpartei schafft die Voraussetzungen und Bedingungen für die Entfaltung ihrer Außenpolitik. Die Erfolge der Innenpolitik der bolschewistischen Weltpartei wird eine der Hauptursachen für das Anwachsen der revolutionären Bewegungen in den weltsozialistischen Ländern werden. Erst das vervollständigte Ganze entfaltet die Kraft der Bewegung aller seiner Teile. Der Vereinigung aller Teile zum Ganzen bedingt die Vereinigung aller Teile durch das Ganze.

Zuerst geht es bei der Innenpolitik der Weltpartei um die Festigung der Diktatur des Weltproletariats und dann um die außenpolitische Ausdehnung ihres Wirkungsbereiches auf die Diktatur des Proletariats in jedem Land. Erst geht es um die Vereinigung der Anstrengungen der Proletarier aller Länder zur Schaffung ihrer gemeinsamen Macht, sodann um die Anstrengungen des Weltproletariats zur Festigung der Diktatur des Proletariats in den einzelnen Ländern.

Erst in der Übergangsphase vom Weltsozialismus zum Weltkommunismus wachsen Innen- und Außenpolitik zusammen, bilden diese eine Einheit, die sich ihrer Identität dermaßen nähert, dass sie über genügend Kraft verfügen, sich gegenseitig aufzulösen. Der Weltkommunismus hat das politische Weltreich mit allen seinen Formen, wozu auch die Innen- und Außenpolitik gehört - für immer hinter sich gelassen.

Wir verteidigen also Friedrich Engels nicht dadurch, dass wir seine Lehren konservieren bzw., in die heutige Zeit 1:1 kopieren, sondern seine Lehren unter den heutigen Bedingungen modifiziert anwenden und weiter entwickeln.

Es lebe der 196. Geburtstag von Friedrich Engels, der 2. Klassiker des Marxismus-Leninismus!

Es leben die unbesiegbaren Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus:

Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!

Es lebe die gewaltsame, proletarische, sozialistische Weltrevolution und die bewaffnete Diktatur des Weltproletariats!

Es lebe der Weltsozialismus und der Weltkommunismus!

Es lebe die Komintern (SH)!

 

 

Wolfgang Eggers

 

28. 11. 2016

 


 

 

1895 

LENIN

Friedrich Engels

(1895) 

[ in 17 verschiedenen Sprachen ]

(jetzt auch in tschechischer Sprache) 

* * *

Friedrich Engels - Gallerie

 

* * *

Friedrich Engels

in verschiedenen Sprachen

NEUE PUBLIKATIONEN

aus Anlass des

196. Geburtstages

- vom 28. 11. 2016

 

 

in deutscher Sprache

 

Was hat die Arbeiterklasse mit Polen zu tun?

1866

 

 

English

 

What have the working classes to do with Poland?

1866

 

 

 

 

polnisch

W kwestii mieszkaniowej

1873

 

 

 

Arabisch

The Principles of Communism

 

دور العمل في تحوّل القرد إلى إنسان

(Anteil der Arbeit an der Menschwerdung der Affen)

 

 

 

TSCHECHISCH

Bedřich Engels

1895

 

 

Friedrich Engels

- 196. Geburtstag 28. 11. 2016