Grußadressen der Solidarität

Grußadresse der Komintern (SH) aus Anlass des

125. Todestags

von Friedrich Engels

5. August 1895 – 5. August 2020


Vor 125 Jahren starb Friedrich Engels.

"Ewiges Gedenken dem großen Kämpfer und Lehrer des Proletariats Friedrich Engels!"

Das schrieb Lenin vor 125 Jahren in seinem berühmtem Nachruf, den die Komintern (SH)

in 16 Sprachen der Welt veröffentlicht hat.

 

Aus Anlass des 125. Todestages von Friedrich Engels stellen wir den Kampf von Marx und Engels in den Mittelpunkt, den sie Zeit ihres Lebens gegen den Opportunismus geführt haben.

Der Marxismus enwickelte sich aus dem Kampf gegen den Opportunismus. Lenin, Stalin und Enver Hoxha führten den Kampf gegen den Opportunismus fort. Uns Stalinisten-Hoxhaisten fiel die Aufgabe zu, diesen Kampf gegen den Opportunismus inbeirrt und prinzipienfest fortzusetzen.

So wie Friedrich Engels den Marxismus gegen den Opportunismus verteigigt hat, so verteidigen wir heute die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus gegen den Opportunismus.

 

Friedrich Engels

gegen den Opportunismus

Zum 125. Todestag am 5. August 1895


geschrieben von Wolfgang Eggers

am 5. August 2020

veröffentlicht von der Komintern (SH)



Ewiges Gedenken dem großen Kämpfer und Lehrer des Proletariats Friedrich Engels!“

(LENIN)


Einleitung


Es war Friedrich Engels, der den Marxismus bis in den Tod von Karl Marx, und bis zu seinem eigenen Lebensende im Jahre 1895, prinzipienfest und treu gegen alle Arten von Opportunismus verteidigte. Darüber hinaus war es Friedrich Engels, der den Marxismus auch nach dem Tod von Karl Marx weiter entwickelte und in die internationale Arbeiterbewegung trug.

Und schließlich führte Friedrich Engels nicht nur einen theoretischen Kampf, sondern stand gegen den Opportunismus auch an der Spitze des praktischen proletarischen Klassenkampfes. Friedrich Engels blieb bis ins hohe Alter der marxistische Führer der internationalen kommunistischen Bewegung im Kampf gegen den Opportunismus.

All das zeichnete Friedrich Engels - neben Karl Marx - aus, als den 2. Klassiker der Marxismus-Leninismus, als den Vorkämpfer auf dem allseitigen Schlachtfeld gegen den Opportunismus.

Am 125. Todestag von Friedrich Engels wollen wir sein titanenhaftes Lebenswerk im Kampf gegen den Opportunismus würdigen und daraus Lehren für unseren heutigen Kampf gegen den Opportunismus ziehen. Es versteht sich von selbst, dass wir angesichts der umfangreichen Werke, in denen sich Friedrich Engels mit dem Kampf gegen den Opportunismus befasste, im Rahmen dieses Artikels nur eine bescheidene Auswahl treffen können.


* * *


Der Marxismus gelangte historisch erst Schritt für Schritt in die internationale Arbeiterbewegung, und zwar auf dem Wege des Kampfes gegen den Opportunismus.

Auch in 20 Jahren, seitdem die Komintern (SH) besteht, hat sich die Lehre des Stalinismus-Hoxhaismus noch nirgendwo auf der Welt als vorherrschende Lehre durchgesetzt.

Was ist nun die zentrale Frage, in der sich die revolutionären Kräfte von den opportunistischen Kräften unversöhnlich gegenüber stehen ?

Das ist die Frage von

Reform oder Revolution ?

Die prinzipielle Frage, an der sich das Weltproletariat und die Weltbourgeoisie scheiden, lautete damals wie heute:

Ist die Eroberung der politischen Macht des Proletariats auf dem Wege der gewaltsamen Revolution, auf dem Wege der Zerschlagung des kapitalistischen Weltsystems, ist der Aufbau des Weltsozialismus durch die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats zu erreichen, oder kann der Kapitalismus auf dem friedlichen Wege durch Reformen überwunden werden, kann der Kapitalismus in den Sozialismus übergehen, ohne dass dabei die Herrschaft der Bourgeoisie angetastet werden muss ?

Es ging von Anfang an schon immer um die Frage:

Muss das Weltproletariat seine Herrschaft durch die revolutionäre Zerschlagung der Herrschaft der Weltbourgeoisie errichten oder nicht ?

Marx und Engels entschieden sich damals für den revolutionären Weg, während die Opportunisten die Arbeiterklasse vom revolutionären Weg abhalten und sie in reformistische Bahnen lenken.


Die Frage: Reform oder Revolution? kann nur auf der wissenschaftlichen Grundlage des Marxismus entschieden werden. Auf den ersten Blick scheint es “revolutionär” zu sein, sich prinzipiell gegen Reformen auszusprechen. Und so lehnen die “linken” Opportunisten den Kampf für Reformen ab und verurteilen ihn als “opportunistisch”. Es ist der “linke” Opportunismus, welcher die Notwendigkeit der Revolution zwar in Worten anerkennt, aber die Reformen im Kapitalismus als unverzichtbaren Hebel der Revolution leugnet. Und in der Tat haben Marx und Engels ihre Strategie und Taktik in der Frage: “Reform oder Revolution?” sowohl gegen den rechten Opportunismus, als auch gegen den “linken” Opportunismus entwickelt und konsolidiert.

Der ideologische Zweifrontenkrieg wurde von Lenin, Stalin und Enver Hoxha nur weiter entwickelt, denn damit begonnen hatten vorher bereits Marx und Engels, und das zeitlebens in allen historischen Phasen ihres Zweifrontenkrieges. So entlarvte Engels das Revoluzzertum der die Anarchisten, die sich zum Beispiel auf den kleinbürgerlichen Proudhonismus beriefen. Bakunin sah in Proudhon „unser aller Meister“. (Engels, Vorwort zur zweiten, durchgesehenen Auflage „Zur Wohnungsfrage“ vom 10. Januar 1887).

Auch die praktischen politischen Konsequenzen „linker“ opportunistischer Auffassungen trafen sich bereits in der vor-imperialistischen Zeit oft mit reformistischen, rechtsopportunistischen Praktiken und umgekehrt. Marx und Engels waren strikt gegen sektiererische Revolutionsmacherei, die dem Reformismus in die Hände arbeitet. Das kann man bei Friedrich Engels nachlesen in seiner Schrift aus dem Jahre 1885: “Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten”.

* * *

Der Kampf gegen den Opportunismus, den die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus geführt haben, wurde unter zwei grundsätzlich verschiedenen historischen Bedingungen des proletarischen Klassenkampfes geführt – unter den Bedingungen der Herrschaft der Bourgeoisie und unter den Bedingungen der Herrschaft des Proletariats.

Der Stalinismus-Hoxhaismus unterscheidet drei dialektische Phasen des Auftretens des Opportunismus. In seiner ersten Phase richtet sich der Opportunismus gegen die Errichtung der Diktatur des Proletariats.

In der zweiten Phase ist der Opportunismus auf die Degeneration und Liquidierung der Diktatur des Proletariats gerichtet.

Und in der dritten Phase wiederholt sich diese Entwicklung auf höherer Stufenleiter, nämlich im Weltmaßstab.

Karl Marx und Friedrich Engels führten den Kampf gegen den Opportunismus unter den Bedingungen der Weltherrschaft der Bourgeoisie, genauso wie wir Stalinisten-Hoxhaisten dies heute wieder tun müssen.

Hingegen führten Lenin, Stalin und Enver Hoxha den Kampf gegen den Opportunismus unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats.

Und während Marx und Engels den Kampf gegen den Opportunismus in der Aufbauphase der bürgerlichen Klassenherrschaft führten, so setzen wir diessen Kampf gegen den Opportunismus heute in der Zerfallsphase des Kapitalismus fort.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass sich die Formen und Methoden des Opportunismus unter den verschiedenen historischen Bedingungen des Klassenkampfes sehr wohl voneinander unterscheiden, aber dass sich der Opportunismus seinem Wesen nach, also als Ideologie der bürgerlichen Agentur in der Arbeiterbewegung, grundsätzlich nicht verändert. Das kann auch gar nicht anders sein, solange die Bourgeoisie und mit ihr die kapitalistische Klassengesellschaft existiert. Mit dem Opportunismus soll das Proletariat an den Kapitalismus gekettet bleiben. Das war so zur Zeit von Friedrich Engels und das ist auch heute so: Bourgeoisie und Proletariat stehen sich unversöhnlich gegenüber im Kampf um die Klassenherrschaft.

Welches Ziel verfolgt die Bourgeoisie mit dem Opportunismus ?

Die Bourgeoisie braucht den Opportunismus, um die Arbeiterklasse an der sozialistischen Revolution zu hindern, um so der Errichtung der Diktatur des Proletariats zuvorzukommen oder sie zu vereiteln.

Und in dem Falle, dass der Opportunismus diesen Zweck nicht erfüllen konnte, weil er am Marxismus gescheitert ist?

In diesem Falle setzt die Bourgeoisie solche Formen und Methoden des Opportunismus ein, die am besten dazu gereignet sind, die Diktatur des Proletariats zu unterwandern, zu schwächen und schließlich zu zerschlagen. Hier dient der Opportunismus der Restauration der Diktatur der Bourgeoisie.

Und heute dient der Opportunismus der Bourgeoisie dazu, jegliche Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats von vornherein zu verhindern und das Weltproletariat von der sozialistischen Weltrevolution fern zu halten.


Wir unterscheiden 6 historische Zeitabschnitte des Marxismus im Kampf gegen den Opportunismus:


1

1845 – 1852

– Kampf des Marxismus gegen den “Sozialismus” wie er von seinen kleinbürgerlichen und bürgerlichen Vertretern aufgefasst und verbreitet wurde. Insbesondere gegen den Opportunismus innerhalb der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 und kurz danach.


2

1864 - 1876

Die Zeit während der Ersten Internationale. Engels' Kampf gegen die sozialreformeriche Programmatik des Trade-Unionismus und des Bakunismus.


3

1875

Marx und Engels und ihre Kritik am Gothaer Programmatik


4

1878

Engels' “Anti-Dühring”


5

1878 – 1890

Engels im Kampf gegen die opportunistischen Auffassungen des Sozialdemokratismus (Rolle der Partei während der Sozialistengesetze / Parlamentarismus)


6

1891 – 1895

Engels gegen die bürgerliche Revision des Marxismus



* * *


1

1845 – 1852

gegen den kleinbürgerlichen Sozialismus


Der erste Zeitabschnitt, in dem Friedrich Engels den Marxismus gegen den Opportunismus verteidigte, waren die Jahre 1845 bis 1852.

Die Frage von Reform oder Revolution spielte schon in jungen Jahren die entscheidende Rolle im Leben von Friedrich Engels. Damals stand die proletarische Revolution noch nicht auf der Tagesordnung des Proletariats, das im Klassenkampf noch sehr unerfahren war. Das war die Zeit, als das Proletariat gerade erst begonnen hatte, sich als eigenständige Klasse zu begreifen, sich zu sammeln, sich zu formieren, sich zu organisieren und sich seine eigene revolutionäre Klassenpartei zu schaffen.

In seinem „Nachwort auf Friedrich Engels“ schrieb Lenin:

Marx und Engels erzogen die Arbeiterklasse zur Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein und setzten an die Stelle der Träumereien die Wissenschaft.”

Bevor der Marxismus im gerade erwachenden Proletariat Fuß fasste, musste er sich zunächst mit den kleinbürgerlichen Auffassungen über den Sozialismus auseinandersetzen, die sich am Vorabend der bürgerlichen Revolutionen herausgebildet hatten. In Abgrenzung zu den kleinbürgerlichen Vertretern des „wahren“ Sozialismus entwickelten Marx und Engels die proletarische Ideologie.

Eine Kritik am „wahren“ Sozialismus gaben Karl Marx und Friedrich Engels in ihren Werken „Die deutsche Ideologie“, „Zirkular gegen Kriege“, „Deutscher Sozialismus in Versen und Prosa“, „Die wahren Sozialisten“ und im „Kommunistischen Manifest“.

Marx und Engels setzten sich insbesondere im zweiten Teil ihres Werke: „Die deutsche Ideologie“ mit dem deutschen so genannten „wahren Sozialismus“ auseinander. Sie wiesen nach, dass die „wahren“ Sozialisten den französischen kleinbürgerlichen Sozialismus auf eklektische Weise mit dem Hegelianertum und der Philosophie Feuerbachs zu verknüpfen suchten.

Um mit Engels zu sprechen, bestand Hegels Verdienst darin, dass er als erster alle Erscheinungen vom dialektischen Standpunkt in ihrer Entwicklung, vom Standpunkt ihres Werdens und Vergehens betrachtet hat. Die „wahren“ Sozialisten waren hingegen Esoteriker und verstanden weder die französische noch die deutsche Geschichtsphilosophie, weil sie auf dem Standpunkt des philosophischen Idealismus verharrten. Die „wahren“ Sozialisten (Karl Grün, Moses Hess, Herrman Kriege u.a.) verneinten die Notwendigkeit der bürgerlich-demokratischen Revolution und die damit verbundene revolutionäre Rolle des Proletariats am Anfang der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts.

Diese Leute wollten nicht begreifen, dass der Sozialismus eine Klassenfrage ist, in der das Proletariat die entscheidende Rolle spielt.

Der 'wahre' Sozialismus ist die vollkommenste soziale Literaturbewegung, die ohne wirkliche Parteiinteressen entstand und nun, nachdem die kommunistische Partei sich formiert hat, trotz ihr fortbestehen will.“ (MEW, Band 3, Seite 443)

Selbst die deutsche Polizei findet wenig an ihr auszusetzen – Beweis genug, dass sie nicht zu den progressiven, revolutionären, sondern zu den stabilen, reaktionären Elementen der deutschen Literatur gehört.“ (aus: Engels „Der Status quo in Deutschland“ - März/April 1847)

Im Jahre 1888 schrieb Engels rückblickend über die „wahren“ Sozialisten:

An die Stelle der wissenschaftlichen Erkenntnis trat die belletristische Phrase, an die Stelle der Emanzipation des Proletariats durch die ökonomische Umgestaltung der Produktion die Befreiung der Menschheit vermittelst der 'Liebe'. Was fernerhin nicht zu vergessen: Die Hegelsche Schule war aufgelöst, aber die Hegelsche Philosophie war nicht kritisch überwunden. Man wird mit einer Philosophie nicht fertig dadurch, dass man sie einfach für falsch erklärt. Mit Feuerbach ließ sich die Hegelsche Philosophie nicht beseitigen. Sie musste in ihrem eigenen Sinn 'aufgehoben' werden, d.h., in dem Sinn, dass ihre Form kritisch vernichtet, der durch sie gewonnene neue Inhalt aber gerettet wurde. Einstweilen schob die Revolution von 1848 jedoch die gesamte Philosophie ebenso ungeniert beiseite wie Feuerbach seinen Hegel. Und damit wurde auch Feuerbach selbst in den Hintergrund gedrängt“ (MEW, Band 21, Seite 272 – 273.)

Engels erklärte wiederholt, daß Feuerbach »trotz der« materialistischen »Grundlage in den überkommenen idealistischen Banden befangen« blieb, daß der »wirkliche Idealismus Feuerbachs« zutage tritt, »sobald wir auf seine Religionsphilosophie und Ethik kommen«. (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie)

Die »höchste Frage der gesamten Philosophie«, sagt Engels, ist die »Frage nach dem Verhältnis des Denkens zum Sein, des Geistes zur Natur...« »Je nachdem diese Frage so oder so beantwortet wurde, spalten sich die Philosophen in zwei große Lager. Diejenigen, die die Ürsprünglichkeit des Geistes gegenüber der Natur behaupteten,... bildeten das Lager des Idealismus. Die ändern, die die Natur als das Ursprüngliche ansahen, gehören zu den verschiednen Schulen des Materialismus«. (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, S. 16/17.)

Und in seinem Vorwort zur vierten deutschen Ausgabe (1890) des „Manifests der Kommunistischen Partei“ [MEW, Band 22, Seite 57] schrieb Friedrich Engels:

.. die Revolution permanent machen, solange, bis alle mehr oder weniger besitzenden Klassen von der Herrschaft verdrängt sind, die Staatsgewalt vom Proletariat erobert, und die Assoziation der Proletarier nicht nur in einem Lande, sondern in allen herrschenden Ländern der ganzen Welt so weit fortgeschritten ist, dass die Konkurrenz der Proletarier aller Länder aufgehört hat, und wenigstens die entscheidenden produktiven Kräfte in den Händen der Proletarier konzentriert sind.“

Damit kommen wir zur Ersten Internationale:


2

1864 – 1876

Die Erste Internationale


Die Frage von Reform und Revolution stand ebenfalls im Mittelpunkt, als sich der Marxismus mit der internationalen Arbeiterbewegung vereinigte, in der Periode der Ersten Internationale.

Die Erste Internationale musste, wie Engels im Vorwort zur vierten Ausgabe des „Kommunistischen Manifests“ schrieb, muss „ein Programm haben, das den englischen Trade Unions, den französischen, belgischen, italienischen und spanischen Proudhonisten und den deutschen Lassalleanern die Tür nicht verschloss“. (MEW, Band 22, Seite 57)

Das war eine große Herausforderung für Marx und Engels, die sie hervorragend meisterten, indem sie sich mit der Ersten Internationale klar und eindeutig vom Opportunismus abgrenzten und dort ihre marxistischen Grundsätze durchsetzten.

Jetzt ging es nicht mehr darum, den Opportunismus allein in Deutschland zu bekämpfen, sondern ihm auf der internationalen Kampfbühne genauso entschieden entgegen zu treten.

So beschränkten sich die Forderungen der englischen Trade Unions, die sich vorwiegend aus Mitgliedern der Arbeiteraristokratie zusammensetzten, im Wesentlichen auf soziale und politische Verbesserungen innerhalb der kapitalistischen Klassenordnung, also auf weitere Privilegien der besser bezahlten Arbeiter.

In den anderen kapitalistischen Ländern Europas gab es zum Zeitpunkt der Gründung der Ersten Internationale noch keine Arbeiteraristokratie wie in England. Unter den Arbeitern herrschten dort noch die Einflüsse des kleinbürgerlichen Reformismus vor, welcher zwar die Beseitigung der Missstände des Kapitalismus forderte, aber noch weit entfernt war von der kommunistischen Zielsetzung der revolutionären Zerschlagung des Kapitalismus. Die Arbeiterbewegung stand damals noch unter dem herrschenden Einfluss Proudhons, der nicht all zu viel hielt von der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiterklasse, von ihren Streikkämpfen und dem revolutionären Kampf für ihre politische Emanzipation. Proudhon propagierte stattdessen seine Tauschbanken, Genossenschaften und Kreditanstalten, weswegen Engels dessen Bücher bezeichnete als „einen letzten Versuch, die Bourgeoisie theoretisch zu halten.“ (Brief von Engels an Marx vom 21. August 1851. In MEW, Band 27, Seite 314)

Während Engels in seiner Artikelserie „Was hat die Arbeiterklasse mit Polen zu tun?“ den proletarischen Internationalismus propagierte, zog sich Proudhon auf die bürgerlich-nationale Position der „Neutralität“ zurück, als der polnischen Arbeiteraufstand im Blut erstickt wurde von preußischen und zaristischen Truppen.

Und schließlich traten Marx und Engels auch dem deutschen Lassalleanertum entschieden entgegen. Lassalle war kein proletarischer Internationalist, sondern gehörte zu den Vertretern des national beschränkten kleinbürgerlichen Sozialismus. Lassalle wollte die Gesetze der kapitalistischen Produktion aufheben, ohne die kapitalistische Produktion selbst anzutasten. Er war der reformistischen Illusion erlegen, dass die Arbeiterklasse den Sozialismus unter der Herrschaft des junkerlich-preußischen Staates erreichen könne. Er war also einer der ersten Vertreter des friedlichen Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus. Deswegen hatten sich Marx und Engels schon Ende der 50er Jahre theoretisch von Lassalle getrennt und dann in den 60er Jahren die Teilnahme an der Lassalleanischen Arbeiterpartei auch praktisch abgelehnt.

Engels entwickelte in seiner 1865 veröffentlichten Schrift „Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei“ in indirekter Polemik mit den staatssozialistischen lassalleanistischen Auffassungen die Konzeption von der proletarischen Partei für den Kampf gegen die reaktionäre preußische Regierung. Mit dieser Arbeit leistete Engels einen wichtigen Beitrag zur Durchsetzung der marxistischen Ziele der Ersten Internationale in der deutschen Arbeiterbewegung und zur Vorbereitung der Gründung der ersten marxistischen Partei in der Welt.

Und Lenin würdigte die Erste Internationale in ihrem Kampf gegen den Opportunismus wie folgt:

Indem Marx die Arbeiterbewegung der verschiedenen Länder zusammen fasste und die verschiedenen Formen des nichtproletarischen vormarxistischen Sozialismus (Mazzini, Proudhon, Bakunin, der englische Trade Unionismus, die lassalleanischen Rechtsschwankungen in Deutschland u. dgl. mehr) in die Bahnen gemeinsamen Handelns zu lenken suchte, schmiedete er eine einheitliche Taktik des proletarischen Kampfes der Arbeiterklasse der verschiedenen Ländern.“ ( Lenin, Werke, Band 21, Seite 37)

Marx und Engels siegten „gegen die Sekten und Amateurversuche, die sich gegen die wirkliche Bewegung der Arbeiterklasse innerhalb der Internationalen selbst zu behaupten suchten.“ (Marx an Friedrich Bolte, Brief vom 23. November 1871. In: MEW, Band 33, Seite 328/329)


Schließlich sei auch der Kampf von Marx und Engels gegen das Revoluzzertum des Bakunismus hervorzuheben. Engels verfasste hierzu 1873 den Artikel:Ein Komplott gegen die Internationale Arbeiterassoziation (Bakunin)


3

1875

Marx und Engels und ihre Kritik am Gothaer Programmatik


Marx' Kritik des Gothaer Programmentwurfs ist die umfassendste, tiefschürfendste und leidenschaftlichste Auseinandersetzung mit der reformistischen Konzeption von Lassalle. Mit der konsequent prinzipienfesten Haltung der Eisenacher, die den Standpunkt von Marx und Engels - welche mit der deutschen Arbeiterbewegung enger verbunden waren als mit der Arbeiterbewegung aller anderen Länder -, den Standpunkt des proletarischen Internationalismus und den Standpunkt der Pariser Kommune verteidigten, waren die Lassalleaner gezwungen ihren „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ aufzulösen. Andererseits bedeutete ein gewisses versöhnlerisches Verhalten gegenüber einigen entscheidenden Einflüssen Lassalles eine Zunahme opportunistischer und reformistischer Auffassungen, insbesondere durch den damit verbundenen Zustrom kleinbürgerlicher Elemente in die proletarische Partei. Der viel zu teuer erkaufte Kompromiss mit Lassalle rief scharfe Kritik von Marx und Engels hervor.

Marx: „Übrigens taugt das Programm nichts, auch abgesehn von der Heiligsprechung des Lassalleschen Glaubensartikel.“ (MEW, Band 34, Seite 137/138).

Wir empfehlen dringend das Studium der Kritik von Friedrich Engels, die er in seinem Brief an Bebel vom 18/28. März 1875 formuliert hat. In diesem Brief heißt es beispielsweise:

Da nun der Staat doch nur eine vorübergehende Einrichtung ist, deren man sich im Kampf, in der Revolution bedient, um seine Gegner gewaltsam niederzuhalten, so ist es purer Unsinn, von freiem Volksstaat zu sprechen: solange das Proletariat den Staat noch gebraucht, gebraucht es ihn nicht im Interesse der Freiheit, sondern der Niederhaltung seiner Gegner, und sobald von Freiheit die Rede sein kann, hört der Staat als solcher auf zu bestehen. Wir würden daher vorschlagen, überall statt StaatGemeinwesen‘ zu setzen, ein gutes altes deutsches Wort, das das französische ‚Kommune‘ sehr gut vertreten kann.“

Lenin kommentiert diesen Brief von Engels an Bebel in der Frage des Staates („Staat und Revolution“):

Man muß im Auge behalten, dass dieser Brief sich auf das Parteiprogramm bezieht, das Marx in einem nur wenige Wochen später geschriebenen Brief (vom 5. Mai 1875) kritisierte, und dass Engels damals mit Marx zusammen in London lebte. Wenn also Engels im letzten Satz „wir“ sagt, so empfiehlt er zweifellos in seinem und in Marx’ Namen dem Führer der deutschen Arbeiterpartei, das Wort „Staat“ aus dem Programm zu streichen und es durch das Wort „Gemeinwesenzu ersetzen. Welches Geheul über „Anarchismus“ würden die Häuptlinge des jetzigen, für die Opportunisten gebrauchsfertig zurechtgemachten „Marxismus“ erheben, wenn man ihnen eine solche Korrektur am Programm vorschlagen wollte!"

Der ‚Volksstaat‘ ist uns von den Anarchisten bis zum Überdruss in die Zähne geworfen worden“, sagt Engels und meint in erster Linie Bakunin und dessen Ausfälle gegen die deutschen Sozialdemokraten. Engels erkennt diese Ausfälle insoweit für berechtigt an, als der „Volksstaat“ ein ebensolcher Unsinn und ein ebensolches Abweichen vom Sozialismus ist wie auch der „freie Volksstaat“. Engels ist bemüht, den Kampf der deutschen Sozialdemokraten gegen die Anarchisten zu korrigieren, diesem Kampf die prinzipiell richtige Linie zu geben, ihn von den opportunistischen Vorurteilen in Bezug auf den „Staat“ zu reinigen.

Was die Republik betrifft, so hat Engels sie zum Schwerpunkt seiner Kritik am Entwurf des Erfurter Programms gemacht. Und wenn wir bedenken, welche Bedeutung das Erfurter Programm in der ganzen internationalen Sozialdemokratie gewonnen hat, dass es für die gesamte II. Internationale zum Vorbild geworden ist, so wird man ohne Übertreibung sagen dürfen, daß Engels hier den Opportunismus der gesamten II. Internationale kritisiert.

Die politischen Forderungen des Entwurfs“, schreibt Engels, haben einen großen Fehler. Das, was eigentlich gesagt werden sollte, steht nicht drin(hervorgehoben von Engels).

Der Kompromiss mit Lassalle führte zur Spaltung der Arbeiterbewegung, die später mit der Gründung der Kommunistischen Internationale weltweit ihren Höhepunkt erreichte und bis heute weiter besteht in der Frage: Reform oder Revolution?



4

1878

Engels' “Anti-Dühring”


In Deutschland macht sich in unserer Partei, nicht so sehr in der Masse, als unter den Führern (…) ein fauler Geist geltend. Der Kompromiss mit den Lassalleanern hat zu Kompromiss auch mit anderen Halbheiten geführt (…) mit Dühring und seinen 'Bewunderern'“. (Marx, Brief an Sorge vom 19. Oktober 1877)

Dühring vertrat einen reaktionären kleinbürgerlichen Sozialismus. In seinen Theorien vereinigte er eklektisch Idealismus, Vulgärmaterialismus und Positivismus. Seine Auffassungen trafen sich mit dem Lassalleanismus in der Illusion vom friedlichen Hineinwachsen des Kapitalismus in den Sozialismus. Im Gegensatz zu früheren Gegnern des Marxismus griff Dühring alle Bestandteile des Marxismus an, wobei er den Anspruch erhob, ein neues, allumfassendes System der Philosophie, der politischen Ökonomie und des Sozialismus geschaffen zu haben. Da der Einfluss des vormarxistischen Sozialismus noch nicht überwunden war, wurde es notwendig den Marxismus allseitig zu verteidigen, geschlossen darzulegen und breit zu propagieren.

Daraufhin entschloss sich Engels im Mai 1876, seine Arbeit an dem Buch „Dialektik der Natur“ zu unterbrechen, um mit Dühring abzurechnen und einer vernichtenden Kritik zu unterziehen.

Engels erklärte selber, warum gerade ihm die Aufgabe, gegen Dühring und Andere zu kämpfen, zugefallen war:

Infolge der Teilung der Arbeit, die zwischen Marx und mir bestand“, schrieb Engels,“ fiel es mir zu, unsere Ansichten in der periodischen Presse, also namentlich im Kampf mit gegnerischen Ansichten, zu vertreten, damit Marx für die Ausarbeitung seines großen Hauptwerkes [Das Kapital] Zeit behielt. Ich kam dadurch in die Lage, unsere Anschasungsweise meist in polemischer Form, im Gegensatz zu anderen Anschauungsweisen, darzustellen.“ (MEW, Band 21, Seite 328)

Zwei Gründe veranlassten Engels zu seiner ausführlichen Kritik an Dühring. Erstens war Dühring ein typischer Vertreter jener typische Vertreter und jenes Vulgärdemokratismus, die damals selbst unter den Sozialisten weit verbreitet waren und besonders unter der opportunistisch eingestellten sozialdemokratischen Intelligenz. Es war notwendig, die Arbeiterbewegung von dieser „Kinderkrankheit“ zu heilen. Zweitens gab die Kritik an Dühring die Möglichkeit, die Grundsätze der marxistischen Theorie zu allen Grundproblemen der Philosophie, der politischen Ökonomie und des Sozialismus gegenüber zu stellen. Der Anti-Dührung gehört somit zu den wichtigsten marxistischen Büchern, in denen die Frage „Reform oder Revolution“? auf wissenschaftlicher Grundlage beantwortet wurde. Der Anti-Dühring ist eine wahre Enzyklopädie des Marxismus.

Der „Anti-Dühring“ wurde zum Handbuch jedes klassenbewussten Arbeiters, das ihm half, sich über viele theoretische Fragen Klarheit zu verschaffen und unwissenschaftliche, dem Marxismus feindliche Auffassungen als solche zu erkennen und zurückzuweisen. Im Vorwort zur dritten Auflage schrieb Friedrich Engels:

Im Übrigen kann ich vollständig zufrieden sein mit der Ausbreitung, die die in dieser Schrift vertretenen Anschauungen, seit der vorigen Auflage, im öffentlichen Bewusstsein der Wissenschaft und der Arbeiterklasse gemacht hqaben, und zwar in allen zivilisierten Ländern der Welt.“ ( (MEW, Band 20, Seite 15)

Lenin schrieb in seinem „Nachwort auf Friedrich Engels“:

Engels beleuchtete in außerordentlich flüssig geschriebenen, oft polemischen Arbeiten die allgemeinsten wissenschaftlichen Fragen und die verschiedensten Erscheinungen der Vergangenheit und Gegenwart im Geiste der materialistischen Geschichtsauffassung und der ökonomischen Theorie von Marx - die polemische Schrift gegen Dühring (in ihr werden die tiefsten Probleme der Philosophie, der Natur- und Gesellschaftswissenschaft untersucht) ".

Und in seinem Werk „Materialismus und Empiriokritizismus“ schreibt Lenin über den „Anti-Dühring“ von Engels:

Entweder bis zu Ende konsequenter Materialismus oder die Lüge und Konfusion des philosophischen Idealismus – das ist die Fragestellung, wie sie in jedem Absatz des Anti-Dühring gegeben ist.(Lenin, Band 14, Seite 342)

Der „Anti-Dühring" rief bei den Feinden des Marxismus eine wütende Reaktion hervor. Auf dem Kongress der Sozialistischen Arbeiterpartei in Gotha (1877) wurde vergeblich versucht, den „Anti-Dühring“ zu verbieten. Und 1878, unter dem Sozialistengesetz, wurde das Buch von Engels in Deutschland verboten.


5

1878 – 1890

Engels im Kampf gegen die opportunistischen Auffassungen des Sozialdemokratismus (Rolle der Partei während der Sozialistengesetze / Parlamentarismus)


Mit der theoretischen und praktischen Hilfe von Marx und Engels setzten sich die revolutionären Kräfte in der deutschen Sozialdemokratie unter Führung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegen die Verfechter der gefühlssozialistischen opportunistischen Richtung durch. Unter den neuen Bedingungen des Sozialistengesetzes arbeiteten sie ihre revolutionäre Strategie und Taktik des Kampfes gegen den preußisch-deutschen Staat aus und entwickelten, unterstützt von Marx und Engels, neue Methoden des Klassenkampfes, wie die Verbindung von legaler und illegaler Arbeit, die Verbindung von Partei, Gewerkschaft und anderen Massenorganisationen. Während der Sozialistengeetze blieb das Wahlrecht in Kraft, so dass die marxistische Partei im Reichstag vertreten war. Aber die opportunistischen Kräfte in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion versuchten, die Partei von ihrem revolutionären Kurs abzubringen und auf den Weg des Reformismus zu drängen. Engels griff ein und vertrat den Standpunkt, dass die Verfechter kleinbürgerlich-sozialistischer Auffassungen nicht in die Reihen der Sozialdemokratie gehören. Engels' Hilfe beschränkte sich nicht auf die deutsche Partei. Er kämpfte gegen die auftretenden opportunistischen Strömungen in den Parteien der anderen Länder.. Sie kamen in den 80er Jahren in England vor Allem im reformistischen Trade-Unionismus (Verabsolutierung des ökonomischen Kampfes der Arbeiterklasse) und in Frankreich in der possibilistischen Richtung innerhalb der Arbeiterbewegung zum Ausdruck. Engels forderte, dass die marxistische Partei unverzichtbar ist und nicht durch die Gewerkschaften ersetzt werden darf, dass sich die Arbeiterklasse gegen die Arbeiteraristokratie stellen muss.

Der Kampf gegen die opportunistische Richtung in der französischen Arbeiterbewegung erfolgte vor Allem im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Gründung der Zweiten Internationale. Engels verhinderte, dass die französischen Vertreter des Opportunismus die Führung der internationalen Arbeiterbewegung an sich rissen. Er sah ihre historische Parallele in der Ersten Internationale, insbesondere mit dem Bakunismus. Engels wies nach, dass sowohl der „linke“ als auch der rechte Opportunismus zur Unterwerfung der Arbeiterklasse unter die Bourgeoisie führt:

Die Gegner sind dieselben, nur dass die anarchistische Flagge mit der possibilistischen vertauscht ist: Verkauf des Prinzips an die Bourgeoisie gegen Konzessionen im Detail und namentlich gegen gut bezahlte Posten für die Führer.“ (Friedrich Engels, Brief an Sorge vom 8. Juni 1889. In: MEW, Band 37, Seite 231/232)

Vor Allem durch den großen persönlichen Einsatz von Engels – trotz seines hohen Alters - vollzog sich die Gründung der Zweiten Internationale auf dem Boden des Marxismus und spiegelte in den ersten Jahren ihrer Existenz den großen Einfluss wider, den die Ideen von Marx und Engels auf die internationale Arbeiterbewegung genommen hatte.




6

1891 – 1895

Engels gegen die bürgerliche Revision des Marxismus

Nach dem Sieg der Arbeiter über das Sozialistengesetz griff Engels in die Diskussion über das Programm des Erfurter Parteitags von 1891 ein. Er zeigte den Weg der Arbeiterklasse zur Eroberung der politischen Macht auf. Dies war dringend notwendig, weil die opportunistischen Kräfte in Deutschland, aber auch überall auf der Welt ihren reformistischen Einfluss auf die Arbeiterklasse verstärkten. Engels trat gegen diese opportunistischen Käfte auf und entlarvte die Illusion über den friedlichen Weg zum Sozialismus vermittels des Parlamentarismus. Solche Opportunisten, wie in Deutschland Georg von Vollmar, lehnten die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats ab. Aber Dank seiner intensiven Arbeit gelang es Friedrich Engels, dass der Erfurter Parteitag ein marxistisches Programm, das erste marxistische Programm der Welt, verabschiedete.

Engels setzte den Marxismus nicht nur in der Frage "Reform oder Revolution?" oder in der Staatsfrage durch, sondern auch in vielen anderen Grundfragen des proletarischen Klassenkampfes. so auch in der Agrarfrage und der Bündnisfrage mit den Bauern. Er übte nicht nur Kritik am schädlichen Einfluss der Opportunisten, sondern arbeitete umfassend und überzeugend die theoretischen Grundlagen des Agrarprogramms der proletarischen Partei unter sozialistischen Bedingungen aus.

Die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie war trotz ihrer großen Erfolge und Siege für die Arbeiterklasse, die sie nicht zuletzt Karl Marx bnd Friedrich Engels zu verdanken hat, ab der zweiten Hälfte der 90er Jahre davon geprägt, dass sich der Opportunismus immer stärker ausbreiten und in Gestalt des Bernsteinschen Revisionismus sowohl in der Führung der deutschen Sozialdemokratie als auch in der Führung der Zweiten Internationale die Oberhand gewinnen konnte. Und mit der Vorherrschaft des Imperialismus erlangte der Opportunismus schließlich eine neue Qualität. Aber diesen gesetzmäßigen Zusammenhang der weiteren Entwicklung des Opportunismus mit der Analyse des Imperialismus aufgedeckt zu haben, das ist das historische Verdienst von Lenin. Aber Lenin hat dabei stets an die von Marx und Engels geführten Auseinandersetzungen mit dem Opportunismus angeknüpft.

* * *

Abschließend fügen wir noch eine Zitatensammlung von Marx und Engels hinzu über ihren Kampf gegen

die intelligenzlerisch - opportunistischen Elemente

* * *

Es ist bekannt, dass es Versuche gab (und immer noch gibt !), dass Friedrich Engels im hohen Alter angeblich vom Marxismus "abgewichen" sei. Noch zu Lebzeiten erteilte Engels solchen Verfälschern eine entschiedene Abfuhr und verwahrte sich dagegen, als Verfechter der "Gesetzlichkeit um jeden Preis" hingestellt zu werden.

Engels, Brief an Richard Fischer, vom 8. März 1895:

"Keine Partei irgendeines Landes geht so weit, auf das Recht zu verzichten, der Ungesetzlichkeit mit den Waffen in der Hand zu widerstehn. Gesetzlichkeit solange und so weit sie uns passt, aber keine Gesetzlichkeit um jeden Preis, selbst nicht in der Phrase!"

Marx und Engels setzten sich mit dem Opportunismus auseinander bis zum Bruch mit seinen Vertretern. Sie sagten: "Solche Leute müssen aus der Partei ausgeschlossen werden."

Dabei unterschied Engels zwei Arten von Opportunismus, den "linken" und den rechten Opportunismus. Wir stellen hier abschließend beide Arten gegenüber an Hand zweier Zitate von Engels:

1. Zitat von Engels:

"Man schiebt allgemeine, abstrakte politische Fragen in den Vordergrund und verdeckt dadurch die nächsten konkreten Fragen, die Fragen, die bei den erstem großen Ereignissen, bei der ersten politischen Krise sich selbst auf die Tagesordnung setzen. Was kann dabei heraus kommen, als dass die Partei plötzlich, im entscheidenden Moment ratlos ist, dass über die entscheidensten Punkte Unklarheit und Uneinigkeit herrscht, weil diese Punkte nie diskutiert worden sind."

2. Zitat von Engels:

"Dies Vergessen der großen Hauptgesichtspunkte über den augenblicklichen Interessen des Tages, dies Ringen und Trachten nach dem Augenblickserfolg ohne Rücksicht auf die späteren Folgen, dies Preisgeben der Zukunft der Bewegung um der Gegenwart der Bewegung willen mag 'ehrlich' gemeint sein, aber Opportunismus ist und bleibt es." (beide Zitate in: Engels "Zur Kritik des sozialdemokratischen Programmentwurfs" 1891)

Die Erfahrungen der kommunistischen Weltbewegung zeigen, dass die Kämpfe des Weltproletariat immer dann von Erfolg gekrönt waren, wenn die proletarische Internationale konsequent gegenüber allen Erscheinungen des Opportunismus auftritt und ihre Strategie auf den revolutionären Erkenntnissen der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus aufbaut, insbesondere auf dem Marxismus, den Marx und Engels gemeinsam geschaffen haben.

Im Kampf gegen den Oppoortunismus zu lernen heißt, von Friedrich Engels zu lernen !

 

Es lebe der 125. Todestag von Friedrich Engels, dem 2. Klassiker des Marxismus-Leninismus!

Es leben die unbesiegbaren Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus:

Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!

Es lebe die gewaltsame, proletarische, sozialistische Weltrevolution und die bewaffnete Diktatur des Weltproletariats!

Es lebe der Weltsozialismus und der Weltkommunismus!

Es lebe die Komintern (SH)!

Wolfgang Eggers

Komintern (SH)

05. 08. 2020


 


 

Heute vor 125 Jahren, am 5. August 1895, starb Friedrich Engels.

 


Es lebe Friedrich Engels , der 2.Klassiker des Marxismus-Leninismus und, zusammen mit Karl Marx, der Wegbereiter der sozialistischen Weltrevolution !

* * *

 

 

 

Friedrich Engels

- wir werden dich nie vergessen !  


 

 

1895 

LENIN

über

Friedrich Engels

(geschrieben 1895) 

[ in 16 verschiedenen Sprachen ]

 

* * *

Friedrich Engels

Gallerie

 

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Friedrich Engels

in verschiedenen Sprachen

 

 

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05. 08. 2020

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Фридрих Энгельс

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Фридрих Энгельс
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(November 1894)

 

 

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