Wie Shdanow die 2 - Welten -Theorie von Lenin und Stalin revidierte

(und Mao sie in seine 3-Welten-Theorie verwandelte)



Wir kritisieren Shdanows revisionistische Auffassung von den zwei Lagern der Weltpolitik, die er in der Kominform vorgetragen hatte und damit auf die gesamte kommunistische Weltbewegung einen negativen und schädlichen Einfluss ausübte. Die falsche Linie Shdanows bedeutete eine Gefahr der Verwandlung des sozialistischen Weltlagers Stalins in ein revisionistisches Weltlager gegen Stalin, gegen die Sowjetunion. Stalin wird dies erkannt haben und sein unvermeidliches Gegensteuern hat der Gruppe Berija/Malenkow ebenso unvermeidlich Auftrieb verschafft, hat deren Verschwörungspläne gegen Stalin beflügelt. Die falsche Shdanow-Linie in der Weltpolitik hat die weltproletarische Position Stalins auf jeden Fall geschwächt. Das ist sicher.

So wurde Shdanows falsche „Theorie“ von den zwei Lagern in der Weltpolitik seiner Zeit in den Kommunistischen Parteien geschult und als Richtlinie für ihr politisches Handeln ausgegeben, was dem kommenden Machtantritt des Revisionismus den Weg ebnete und ihm enormen Auftrieb gab, nicht zuletzt in der Sowjetunion selbst. Man kann die Kominform nicht los getrennt von der Verschwörung von 1953 betrachten. Die Kominform war nicht das Gleiche wie eine reorganisierte alte Komintern. Sie diente der Festigung und Ausbreitung des sozialistischen Weltlagers Stalins, diente als internationales Kampfinstrument zur Bekämpfung des revisionistischen Einflusses in der Kommunistischen Weltbewegung, war ein errichtetes Bollwerk gegen diesen Einfluss, insbesondere gegen den Titoismus, dem es gelungen war, sich zu einer Weltbühne des Revisionismus zu mausern, die gegen die Sowjetunion Stalins und das sozialistische Weltlager gerichtet war. Die Kominform war ein Versuch, den revisionistischen Einfluss in den revisionistischen Parteien zurück zu drängen und die revolutionären Kräfte in der Welt zu stärken und damit auch die Sowjetunion und ihr sozialistisches Lager.

Mit der Kominform öffnete Shdanow dem Geist der II. Internationale ein (großes) Hintertürchen, genauso wie es seiner Zeit Dimitroff mit der III. Internationale gemacht hatte. Das beflügelte auch den Sozialdemokratismus, verstärkt Einfluss auf die kommunistische Weltbewegung zu nehmen. Beide, sowohl die Komintern als auch die Kominform sind auf die gleiche Weise durch den revisionistischen Einfluss von der Bildfläche des internationalen Marxismus verschwunden. Einzig die Komintern / ML hat das weltrevolutionäre Banner der Komintern Lenins und Stalins und das der Kominform Stalins wieder aus dem Staub des Revisionismus erhoben und es gegen die rechte Abweichung von Dimitroff und Shdanow prinzipienfest verteidigt. Wir dürfen niemals die Tatsache außer Acht lassen, dass Shdanows falsche Theorie“ von den zwei Weltlagern den Vormarsch der Titoisten gegen die stalinistische Weltbewegung und schließlich die Auflösung der Kominform durch die Chruschtschowianer begünstigt hatte.

Betrachten wir nun die Zwei Lager in der Weltpolitik etwas genauer. Wir stimmen mit Shdanows Kominform-Linie genauso wenig überein wie mit der Komintern-Linie Dimitroffs. Sie weichen von der stalinistischen Generallinie des proletarischen Internationalismus, von der Generallinie der kommunistischen Weltbewegung Lenins und Stalins prinzipiell ab, ja beide waren anti-stalinistisch und haben ihre gemeinsamen Wurzeln im Kautskyanertum. Wir sehen Parallelen zwischen diesen beiden Linien Dimitroffs und Shdanows, ihre gemeinsamen revisionistischen Wurzeln des Versöhnlertums und des Kapitulantentums gegenüber der Bourgeoisie, die in ihrem Zusammenwirken zum revisionistischen Verrat an der kommunistischen Weltbewegung Lenins und Stalins erheblich beigetragen haben. Daraus folgt, dass uns heute weder die Komintern Dimitroffs, noch die Kominformlinie, die Shdanow vertrat, weiterhilft, um die Generallinie der Komintern / ML auf eine korrekte stalinistische Grundlage zu stellen. Beides sind es revisionistische Wege, die nicht zum Weltsozialismus, sondern direkt in die Arme des Weltkapitalismus führten. Deswegen lehnen wir beide Wege als falsch und gefährlich ab.

Für das revolutionäre Proletariat hat ein Weltlager der bürgerlichen Demokratie zwar unbestreitbar erzieherischen und schulischen Charakter zum Erlernen des Handwerks für die Errichtung seiner eigenen Weltdemokratie, seiner weltproletarischen Demokratie, aber das revolutionäre Weltproletariat ist sich dabei sehr wohl bewusst, das dieses bürgerliche demokratische Weltlager dem Wesen nach ein Weltlager für die Reichen und ein Betrug am Weltlager der Arbeiter ist, dass das Weltlager der proletarischen Demokratie nur das Lager der Weltdiktatur des Proletariats und nicht das der Diktatur der Weltbourgeoisie sein kann. Dazwischen kann es kein „Weltlager“ geben.

Wenn man die Regierungsform der bürgerlichen Demokratie und die Regierungsform des Faschismus gegenüberstellt, so zieht das Weltproletariat selbstverständlich die erste der zweiten Regierungsform vor, aber nicht um sich damit abzufinden, sondern damit die Bedingungen seiner revolutionären Befreiung zu verbessern. Man darf also niemals den Fehler machen und bei diesen beiden entgegengesetzten bürgerlichen Regierungsformen deren gemeinsamen ausbeuterischen und unterdrückenden Klassencharakter übersehen: beides sind Herrschaftsformen der Klasse der Bourgeoisie über die Klasse des Proletariats. Die bürgerliche Demokratie ihrerseits lehnt die Marxsche Lehre von der Diktatur des Proletariats ab, da sie angeblich dem Demokratismus widerspreche“ ( siehe: Lenin, „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“, Band 28, Seite 96).

Ein demokratisches Weltlager, so sehr es auch mit „linken“ Phrasen ausgeschmückt sein mag, um es dem Weltproletariat schmackhaft zu machen, ist beschränkt, heuchlerisch, verlogen und falsch, denn es lehnt das Weltlager der proletarischen Demokratie, das Weltlager der Diktatur des Proletariats, das sozialistische Weltlager ab und tritt ihm feindlich gegenüber.

Das demokratische Weltlager-Modell geht von der „Aufrechterhaltung des Gleichgewichts“ der internationalen Klassenkräfte zwischen den beiden Polen - Weltproletariat und Weltbourgeoisie – aus, während das sozialistische Weltlager die Beseitigung des kapitalistischen Lagers anstrebt. Angeblich soll das demokratische Weltlager in Koalition mit der Bourgeoisie gegen Reaktion und Faschismus ein „Bollwerk“ bilden, womit nur die Vernichtung des Bollwerks der proletarischen Weltrevolution gerechtfertigt werden soll. Die funktionelle Bedeutung der Schaffung eines demokratischen Weltlagers liegt darin, jene Arbeiter zu betrügen, die dem sozialistischen Weltlager zuströmen, die sich von der UdSSR Lenins und Stalins angezogen fühlen, die der proletarischen Weltrevolution und dem Kommunismus zustreben. Das demokratische Weltlager tritt hierzu als „Alternative“, als „friedlicher Übergang“ (usw. usf.), also in Worten als Wegbereiter des Sozialismus auf, aber in Taten entpuppt es sich vollkommen als Feind des sozialistischen Weltlagers, welches auf der Diktatur des Proletariats zur Zerschlagung der Diktatur der Bourgeoisie basiert. Deswegen ist das demokratische Weltlager (genauso wie das weltdemokratische Lager) als der größte Irrweg für die Diktatur des Weltproletariats so gefährlich.

Vorweg formulieren wir also erst einmal unsere eigene politische Einschätzung über die zwei Weltlager:

Natürlich ist es richtig von zwei Lagern in der Weltpolitik zu sprechen, das sind in der Epoche des Imperialismus selbstverständlich das sozialistische Lager und das kapitalistische Lager, andere „Lager“ (Zwischenlager) sind unserer Meinung nach mit den Lehren des Marxismus-Leninismus unvereinbar und daher als falsch abzulehnen und zu bekämpfen. Wir verteidigen Lenin, der die Welt zu seiner Zeit wie folgt aufteilte:

Es gibt jedoch heute auf der Welt zwei Welten: die alte – den Kapitalismus, der in eine Sackgasse geraten ist und niemals nachgeben wird, und die heranwachsende neue Welt, die noch sehr schwach ist, die aber stark und groß werden wird, denn sie ist unbesiegbar“ (Lenin, Werke, Band 33, Seite 132).

Und das Programm der Komintern von 1928 spricht eindeutig von der Weltkoalition des Kapitals“. Ihr „steht eine einheitliche und geschlossene Weltkoalition der Arbeit gegenüber. So erwuchs aus der ersten Folge imperialistischer Kriege ein neuer Grundwiderspruch, weltgeschichtlich nach Ausmaß und Bedeutung: der Widerspruch zwischen der Sowjetunion und der kapitalistischen Welt“ (Programm der Komintern).

Der zweite Weltkrieg endete mit einer Schwächung des Kapitalismus und mit der Stärkung des Sozialismus. Das Pendel des Kräfteverhältnisses schlug also zu Gunsten des Sozialismus und zu Ungunsten des Imperialismus aus. Das hatte Auswirkung auf die Umkreisungstaktik der Imperialisten – sie wurde zwar nicht gesprengt, aber genug gelockert und brüchig, was Stalin zu seinen Gunsten optimal ausschöpfte. Der Vormarsch der Sowjetmacht und der sich öffnende Weg zum Weltsozialismus wurde auf Grund des neuen Kräfteverhältnisses in der internationalen Lage deutlich erkennbar. War nach dem Ersten Weltkrieg die weltimperialistische Kette durch die Oktoberrevolution zum ersten mal durchbrochen worden mit dem Ergebnis der Schaffung des ersten sozialistischen Staates, so wurden durch den Zweiten Weltkrieg eine ganze Reihe weiterer Glieder aus der imperialistischen Kette heraus gebrochen, war die Sowjetunion als Hebel und Basis der Weltrevolution von Volksdemokratien umgeben, war die Umkreisung des sozialistischen Lagers durch den Weltimperialismus weiter zurückgedrängt worden und damit neue Möglichkeiten für die bessere Entfaltung der sozialistischen Weltrevolution geschaffen. Die Imperialisten verloren durch die revolutionären Befreiungskämpfe der unterdrückten Völker und durch die Tatsachen, die die Rote Armee historisch geschaffen hatten, große Teile ihres Hinterlandes und waren dadurch ihrer Reserven beraubt. Hinzu kam der Sieg der chinesischen Revolution und das Anwachsen der demokratischen Kräfte auf dem ganzen Erdball. All das waren hervorragende Voraussetzungen für die endgültige Vernichtung des Weltimperialismus. Als Ergebnis der militärischen Zerschlagung schieden Deutschland, Japan und Italien aus der Zahl der imperialistischen „Großmächte“ aus. Frankreich verlor seine Bedeutung als „Großmacht“. Es blieben im Grunde genommen nur noch zwei „große“ imperialistische Mächte übrig: die USA und England – wobei die Macht Englands bedeutend geschwächt war.

Das waren also insgesamt genommen glänzende weltrevolutionäre Perspektiven für die weitere Ausbreitung des Sozialismus. Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte seines Befreiungskrieges war das Weltproletariat unter der Führung Stalins näher dran, im Weltmaßstab zu siegen, als im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges. Das ist ein Grund dafür, warum die Komintern / ML gerade aus diesem welthistorischen Zeitabschnitt für das Weltproletariat wichtige Lehren herausarbeiten möchte. Und es waren die modernen Revisionisten, die in jenem Augenblick die Notbremse zogen, um den Weltimperialismus vor seinem unausbleiblichen Untergang zu retten.

Leider hat Shdanow zu diesem wichtigen Zeitpunkt die Erwartungen, die man an einen bolschewistischen Führer des Weltproletariats stellen muss, in seiner Kominform-Politik unseres Erachtens nicht befriedigend erfüllt. Die Kommunistischen Parteien wurden davon abgehalten, sich gemeinsam auf die Weltevolution vorzubereiten durch die Abkoppelung von der stalinistischen Generallinie. Die beiden entstandenen Weltlager des Sozialismus und des Kapitalismus muss ein Marxist-Leninist immer im Blickfeld des Sozialismus im Weltmaßstab begreifen, muss man an das Ziel des Weltkommunismus knüpfen und nicht von diesem Ziel abkoppeln. Es geht uns Marxisten-Leninisten doch schließlich darum, die Unvermeidlichkeit der beiden Weltlager zu beseitigen, nämlich den Weltkapitalismus zu zerschlagen und den Übergang zum Weltsozialismus zu bewältigen. Die Situation der zwei Weltlager ist doch schließlich nur eine vorüber gehende Übergangssituation, in der sich entscheidet, welcher Weg siegt, der Weg zum Weltsozialismus oder der Weg zum Weltkapitalismus. Beides kann und wird nicht auf Ewigkeit bestehen bleiben. Und daruaf muss eine bolschewistische Weltpolitik ausgerichtet sein, die sich bei Shdanow leider vermissen lässt. Letztendlich wird die neue Welt die alte Welt besiegen und für immer die geteilte Welt beseitigen. Ein Zwischending gibt es nicht, einer Zwischenetappe bedarf es nicht. Die Verewigung der Politik der zwei Weltlager ist revisionistisch, denn sie führt stets zur Rettung des Weltkapitalismus.

Das sozialistische Weltlager ist also nicht der historische „Schlussstrich“ unter die Entwicklung des Sozialismus, sondern nur ein Schritt hin zur Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats, zur Beseitigung des Weltkapitalismus. Man darf politisch nicht auf der Stufe der beiden Weltlager stehen bleiben, darf sich nicht ein-igeln und diese Politik konservieren wollen, sondern muss die Entwicklung der Weltrevolution bewusst in Wort und Tat vorantreiben, muss die Erfüllung der Mission des Weltproletariats politisch in den Mittelpunkt seiner internationalistischen Außenpolitik der friedlichen Koexistenz stellen und sie diesem Klassenkampfziel unterordnen, sich an ihm orientieren und ausrichten. Das sozialistische Weltlager erleichtert zwar die Bedingungen zum Erreichen des Ziels, aber man darf nicht versuchen, die sozialistische Weltlagerpolitik in den Weltsozialismus „hinüberzuretten“. Im Weltsozialismus gibt es keine friedliche Existenz der beiden Gesellschaftsformationen mehr. Dadurch entscheidet sich ja gerade die erste von der zweiten Periode des Sozialismus. Im Das Wesen des Weltsozialismus unterscheidet sich vom Wesen des Sozialismus „in einem“ Land – also auch von dem des sozialistische Weltlagers – nur darin, dass die Teilung der Welt in zwei entgegengesetzte Gesellschaftsformationen aufgehoben ist.

Die Politik der zwei Weltlager ist der Politik der Weltrevolution untergeordnet, dient ihr und darf sie nicht ersetzen, darf sie nicht für überflüssig erklären. Entscheidend ist der kommunistische Charakter des sozialistischen Weltlagers:

´“Die Organisierung der Kräfte der Weltrevolution ist deshalb nur auf der Plattform des Kommunismus möglich“ (Programm der Komintern 1928).

Ziel ist zunächst die Zerschlagung des Weltkapitalismus und das kann nur das Weltproletariat, formiert als eine internationale Klasse. Wie die Geschichte bewiesen hat, reicht dafür die friedliche Koexistenz der zwei Weltlager - allein und für sich genommen - nicht aus, kommt das Weltproletariat nicht an die sozialistische Weltrevolution heran, verwandelt sich die friedliche Koexistenz Lenins und Stalins von einer Triebfeder zu einem Hemmschuh der Weltrevolution. Fazit: Mit einer solchen revisionistischen Auslegung der Politik des sozialistischen Weltlagers, mit der die Weltrevolution faktisch für überflüssig erklärt wird, kommt man nicht etwa zum Weltsozialismus, sondern endet geradewegs im Weltkapitalismus. Und diese falschen Auffassungen von den beiden Weltlagern waren im Endeffekt Auffassungen zur Liquidierung des sozialistischen Weltlagers, waren Auffassungen, die gegen die Weltrevolution des Weltproletariats gerichtet waren – konterrevolutionäre Auffassungen des modernen Revisionismus, Auffassungen der Agenturen der Weltbourgeoisie zur Restauration des Weltkapitalismus. Heute existiert nicht mehr das kapitalistische Lager, das dem sozialistischen Lager feindlich gegenübersteht, sondern die Weltordnung ist charakterisiert durch einen Weltkapitalismus, der seine Macht nicht mehr mit dem Sozialismus teilt, der das sozialistische Lager von sozialistischen Staaten (vorübergehend) beseitigt hat, der wieder die Position der absoluten Alleinherrschaft über die Welt eingenommen hat. Im Gegensatz zu damals ist heute das sozialistische Weltlager nur in Form seiner internationalen Bewegung vorhanden – als marxistisch-leninistische Weltbewegung. Das heutige sozialistische Weltlager existiert als marxistisch-leninistische Weltbewegung natürlich weiter, ist nicht beseitigt.

Man darf also die Koexistenz der beiden Gesellschaftsordnungen nicht zum „ehernen Gesetz“ erheben, sondern muss sie als eine unvermeidliche Stufe auf dem Weg zum Weltsozialismus begreifen, die man möglichst bald hinter sich lassen muss. Verabsolutiert man die friedliche Koexistenz, richtet man sich gemütlich auf ihr ein, verliert man dabei die Weltrevolution aus den Augen, begnügt man sich mit dem Erreichten, dann bedeutet das unweigerlich die Restauration des Kapitalismus. Die Phase der zwei Weltlager ist noch keine Garantie für den endgültigen Sieg des Sozialismus und kann es auch gar nicht sein. Wer das Gegenteil behauptet, ist ein Revisionist. Die Kommunistischen Parteien verließen den stalinistischen Kurs, um sich dem revisionistischen Kurs zuzuwenden und sich von einer bürgerlichen Politik leiten zu lassen. Sie passten sich an das kapitalistische Lager an, um sich später diesem anzubiedern, anstatt es revolutionär zu überwinden. Der subjektive Faktor versagte in diesem welthistorischen Augenblick der nahen politischen Machtübernahme des Weltproletariats insofern, als dieser von der Tagesordnung der Ziele und Prinzipien des proletarischen Internationalismus gestrichen wurde.

Und Stalin sagte :

Die Zerschlagung und die Liquidierung der Hauptherde des Faschismus und der Weltaggression führten zu tief greifenden Veränderungen im politischen Leben der Völker der Welt, zu einem bedeutenden Wachstum der demokratischen Bewegung der Völker. Durch die Kriegserfahrungen gereift, verstanden die Volksmassen, dass man das Schicksal der Staaten keinen reaktionären Lenkern anvertrauen darf, die enge Klassen- und selbstsüchtige, volksfeindliche Ziele verfolgen. Eben deshalb nehmen die Völker, die nicht mehr wie bisher leben wollen, das Schicksal ihrer Staaten in die eigenen Hände und errichten eine demokratische Ordnung und führen einen aktiven Kampf gegen die Kräfte der Reaktion, gegen die Brandstifter eines neuen Krieges“ (Stalin, Befehl des Ministers der Streitkräfte der UdSSR“ vom 1. Mai 1946).

Stalin spricht hier sehr richtig von Klasseninteressen der Weltreaktion. Hingegen muss man in der Kominform-Rede Shdanows die revolutionären, sozialistischen Klasseninteressen des Proletariats wie eine Stecknadel im Heuhaufen suchen. Das Wort „Klassenkampf“ kommt darin nicht ein einziges Mal vor, geschweige denn das Wort „Weltrevolution“, das weltproletarische Banner der einstigen Kommunistischen Internationale, und auch vom proletarischen Internationalismus ist in Shdanows Rede nichts – aber auch rein gar nichts - zu finden. Das Proletariat soll mit seiner Weltpolitik für alles Mögliche kämpfen, nur nicht für den Kommunismus, nur nicht für seine eigenen revolutionären Klasseninteressen. Stalin hat niemals vergessen, dass alle Teilungen in Weltlager, Teilungen in antagonistische Klassenlager und keine klassenversöhnlerische Weltlager sind, dass die Klasse des Weltproletariats der Klasse der Weltbourgeoisie im internationalen Klassenkampf feindlich gegenübersteht, dass dieser Klassenkampf mit der Beseitigung der Weltbourgeoisie beginnt und mit der klassenlosen Gesellschaft, mit dem Absterben der Klasse einschließlich des Weltproletariats im Kommunismus endet. Der Stalinismus lehrt, dass die beiden Weltlager einen Kampf auf Leben und Tod führen, dass der Klassenkampf des Weltproletariats gegen die Weltbourgeoisie dabei die Haupttriebfeder ist.

So spaltet sich die moderne Gesellschaft in zwei große Lager, jedes dieser Lager organisiert sich zu einer besonderen Klasse, der zwischen ihnen entbrannte Klassenkampf wird mit jedem Tag tiefer und stärker, und um diese beiden Lager scharen sich alle übrigen Gruppen zusammen“ (Stalin, Band 1, Seite 247).

Was ist aber nun mit dem Lager, das dem imperialistischen Lager damals - zur Zeit von Shdanows Auffassung von den beiden Weltlagern - gegenüberstand ? War es ein sozialistisches Lager ? War es ein demokratisches Lager ? War es ein anti-imperialistisches Lager oder gar ein anti-faschistisches Lager ? Hier hat Shdanow unserer Meinung nach für Verwirrung in der kommunistischen Weltbewegung gesorgt, was wir vom korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt aus unbedingt kritisieren müssen.

Doch überzeugt euch selbst, Genossen:

Shdanow spricht in seiner bekannten Rede, die er vor der Kominform Ende September 1947 in Polen gehalten hatte, nicht mehr vom sozialistischen Weltlager, sondern vom „Entstehen von zwei Lagern, des imperialistischen und anti-demokratischen Lagers einerseits, und des anti-imperialistischen und demokratischen andererseits.“ An anderer Stelle sagt er in seiner Rede:

Die anti-imperialistischen und antifaschistischen Kräfte stellen das andere Lager dar.“

Und wieder an einer anderen Stelle spricht er von den Kräften „des demokratischen Lagers“ (Was denn nun für ein Lager ? Er eiert hier genauso herum wie Dimitroff in seiner Rede auf dem VII. Weltkongress der Komintern).

Die Außenpolitik der Sowjetunion und der demokratischen Länder“ bezeichnet Shdanow alsPolitik des Kampfes um eine konsequente Verwirklichung der demokratischen Grundsätze der Nachkriegswelt(alle diese Zitate aus: Shdanow, Rede vor der Kominform“, Ende September 1947“). Wir denken, das braucht man als Marxist-Leninist nicht zweimal zu lesen, um zu erkennen, dass diese Politik nicht die weltrevolutionäre Klassenpolitik zur Befreiung des Proletariats sein konnte. Als Marxist-Leninist konnte man damals nur für eine sozialistische Nachkriegswelt kämpfen, die eben nicht anders als durch sozialistische Grundsätze zu verwirklichen war. Mit einer Aufteilung in ein imperialistisches und ein demokratisches Weltlager sind wir also ganz und gar nicht einverstanden, denn im Grunde genommen ist beides Bestandteil ein und desselben Lagers, nämlich des weltkapitalistischen Lagers. Das Weltproletariat, die Kommunisten, die Sowjetunion Lenins und Stalins, sie alle standen außerhalb dieses Weltlagers, bildeten ihr eigenes Weltlager, wenn man so will, höchstens das sozialistische Lager der proletarischen Weltdemokratie. Das Lager der bürgerlichen Demokratie und das Lager der proletarischen Demokratie stehen sich klassenmäßig unversöhnlich gegenüber, weswegen sie gar nicht in einem Lager zu vereinigen sind. So etwas ist Revisionismus, denn im Lager der bürgerlichen Demokratie hat sich noch nie proletarische Demokratie entwickelt und wird sie sich niemals entwickeln können. Proletarische Demokratie ist nur unter der Diktatur des Proletariats zu verwirklichen, also nur auf den Trümmern der bürgerlichen Demokratie. Die Diktatur des Proletariats ist nur auf dem Wege der gewaltsamen Revolution des Proletariats, nur durch den Sturz der Bourgeoisie samt ihrer bürgerlichen Demokratie herzustellen. Und nur auf dieser prinzipienfesten Grundlage kämpft das sozialistische Weltlager gegen das kapitalistische Weltlager. Hier kommen wir zum entscheidenden Argument Lenins, das wir gegen das so genannte demokratische Weltlager ins Feld führen:

Die Marxisten aber wissen, dass die Demokratie die Klassenunterdrückung nicht beseitigt, sondern lediglich den Klassenkampf reiner, breiter, offener, schärfer gestaltet, und das ist es, was wir brauchen“ (Lenin, Band 23, Seite 68).

Mit „lediglich“ meinte Lenin jedoch nicht „verzichtbar.“ Im Genteil, Lenin betont:

Der Sozialismus ist in zweifachem Sinne ohne die Demokratie unmöglich: 1. das Proletariat wird die sozialistische Revolution nicht durchführen können, wenn es sich nicht durch den Kampf für die Demokratie auf die Revolution vorbereitet; 2. ohne restlose Verwirklichung der Demokratie kann der siegreiche Sozialismus seinen Sieg nicht behaupten und das Absterben des Staates für die Menschheit nicht Wirklichkeit werden lassen“ (Lenin, Band 23, Seite 69).

Diese Lenin´ sche Lehre ist sowohl gültig im nationalen wie auch im internationalen Maßstab und das kann nur heißen:

Nicht das demokratische, sondern das sozialistische Weltlager beseitigt die Klassenunterdrückung des weltimperialistischen Lagers – Der Weltsozialismus ist nicht ohne restlose Verwirklichung der Weltdemokratie möglich. Nur beides zusammengenommen führt zum gewünschten Ergebnis. Trennt man beides, hat das die unvermeidliche Niederlage zur Folge. Shdanows Fehler liegt eben darin, dass er mit seinem demokratischen Weltlager die Lehre Lenins nicht begriffen hatte, dass das Letztere nicht ohne das Erstere verwirklichbar ist.

Obwohl die Entfaltung der Demokratie unter den Bedingungen des Weltimperialismus eng begrenzt und formal ist, obwohl sie nur bedingt verwirklicht werden kann, proklamieren wir Marxisten-Leninisten deshalb noch lange nicht den Verzicht auf die Organisierung unserer demokratischen Weltfront, denn ein Verzicht auf die demokratische Weltfront des sozialistischen Weltlagers hieße, überhaupt auf den Kampf für den Weltsozialismus zu verzichten, bedeutet im leninschen Sinne die Unmöglichkeit des Weltsozialismus. Und diese Unverzichtbarkeit des demokratischen Kampfes traf gebieterisch auf die besonders günstige Situation nach dem Zweiten Weltkrieg zu, nämlich jene günstige Situation, den ansonsten eng begrenzten Rahmen der bürgerlichen Demokratie zum schwächsten Zeitpunkt der Weltbourgeoisie bis zu einem gewissen Grade zu sprengen und mit der Niederlage des Faschismus dem Weltproletariat den Weg zur proletarischen Demokratie zu öffnen und ihm das Erreichen des Zieles der Diktatur des Proletariats zu erleichtern.

Dort wo der Krieg die ökonomische Basis der Herrschaft der Bourgeoisie erschüttert und fast völlig zerstört hatte, mochte allein der demokratische Wille der Massen ausgereicht haben, um den Wiederaufbau in die eigene Hand nehmen zu können , ohne dass mit einem nennenswerten Widerstand der Fabrik- und Grundbesitzer gerechnet werden musste. Mit dem Sturz des Faschismus, mit dem Ende des Krieges und dem unmittelbaren Beginn der Nachkriegszeit gab es tatsächlich für ganz kurze Zeit eine solche friedliche und demokratische Phase als die letzte Chance, nach bestialischem Krieg und Faschismus erneut Opfer eines drohenden Weltbürgerkriegs zu vermeiden und die friedliche Entwicklung der Weltrevolution auszunutzen auf Grund des tiefen Friedenswunsches und des überwältigenden Bedürfnisses nach Demokratie bei den Millionenmassen in der ganzen Welt. Das war eine ähnliche (nur diesmal im Weltmaßstab) Situation wie zwischen der Februar- und der Oktoberrevolution, wo Lenin auf Grund der verheerenden Situation am Ausgang des Ersten Weltkrieges die Ausnutzung der Möglichkeiten für eine friedliche Entwicklung der Revolution hinarbeitete, um den drohenden Bürgerkrieg in Russland zu verhindern (siehe Lenin, Band 26). Auch bei noch so geringer Chance war diese demokratische Taktik der Weltrevolution auf Grund des vorhandenen sozialistischen Weltlagers, auf Grund der Massenbasis einerseits und der geschwächten Lage der Bourgeoisie andererseits nicht unbedingt aussichtslos, wäre es gegen die Grundbedürfnisse der Massen gerichtet, auf einen taktischen Friedensversuch von vornherein zu verzichten oder den Zeitpunkt dieses Versuchs zu versäumen und nutzlos verstreichen zu lassen.

Demokratische Grundsätze der Nachkriegswelt zu verwirklichen, das brauchte das sozialistische Weltlager, das war also natürlich gut. Sogar sehr gut. Dagegen haben wir nichts. Im Gegenteil. Es gab nach dem Zweiten Weltkrieg vielleicht für kurze Zeit eine friedliche Möglichkeit von Zugeständnissen insbesondere gegenüber dem demokratischen Kleinbürgertum

(nicht gegenüber der Großbourgeoisie, an deren Regenerierung Stalin nach dem Krieg natürlich überhaupt nicht interessiert sein konnte. Allerdings sprach Stalin auch von konkreten Bedingungen, unter denen man die patriotische Bourgeoisie“ ausnutzen könne, so äußerte sich Stalin zum Beispiel in einem Gespräch mit Enver Hoxha – März/April 1949:

Lenin lehrt uns, dass die Kommunisten dort, wo die Revolution anti-imperialistischen Charakter trägt, während der ersten Phase der Revolution die Hilfe der patriotischen Bourgeoisie ausnutzen können. Dies hängt natürlich von den konkreten Bedingungen, von der Haltung dieser Bourgeoisie selbst zu den brennendsten Problemen, vor denen das Land steht, ab. In den volksdemokratischen Ländern zum Beispiel hatte sich die Großbourgeoisie mit den deutschen Besatzern eingelassen und ihnen geholfen. Als die Sowjetarmee diese Länder befreite, wählte die gekaufte Bourgeoisie den Weg in die Emigration“ [Stalin, zitiert von Enver Hoxha, in: „Begegnungen mit Stalin, Seite 94, KPD/ML, 1980])



, das sich hinter der geschwächten Weltbourgeoisie nicht mehr so recht sicher fühlte und zum sozialistischen Weltlager hinüber zu schielen begann. Hinzu kam, dass sich mit dem Großen Vaterländischen Krieg das Kleinbürgertum unter dem Wüten des Hitlerfaschismus zunächst voll auf die Seite des Sowjetpatriotismus gestellt hatte. In der Nachkriegszeit verblasste der Sowjetpatriotismus wieder im Kleinbürgertum. Insbesondere die Intelligenz begann auf den „demokratischen“ (im Gegensatz zum faschistischen) Westen zu schielen. Und das Kleinbürgertum, das sich so vehement auf die Seite des Anti-Faschismus gestellt hatte, fing an, sich mehr für die westliche Demokratie als für die proletarische Demokratie des Ostens zu interessieren. Alle diese Veränderungen nahmen von dem Augenblick an besonders zu als sich die Weltbourgeoisie wieder fing und sich schnell auf dem Weg der Regeneration befand, was ihr hauptsächlich mit der vermögenden Position des amerikanischen Imperialismus möglich war. Schwankte das demokratische Kleinbürgertum für einen Moment zwischen dem kapitalistischen und dem sozialistischen Weltlager hin und her, um sich vielleicht auf die friedlich-demokratische Seite des sozialistischen Weltlagers zu schlagen, wo man ihm [nicht nur ] die [leere] Hand hätte entgegenstrecken müssen, so änderte sich dies mit der schnellen Regeneration und der zunehmend aggressiven Haltung des kapitalistischen Weltlagers mit den USA an der Spitze gegenüber dem sozialistischen Weltlager, stellte sich das schwankende, kapitulantenhafte Verhalten des Kleinbürgertums schnell wieder ein. In Worten sich auf die Seite des vermeintlich Schwächeren zu stellen, um in Taten vor dem Stärkeren zu kapitulieren, darin besteht die Paktiererei des Kleinbürgertums im Weltmaßstab.

Zugeständnisse gegenüber dem Kleinbürgertum hängen nicht nur von der eigenen, von der proletarischen Stärke, sondern auch von der Schwäche des Klassenfeindes ab und das gilt besonders in Kriegssituationen, wo sich das Kräfteverhältnis zwischen Proletariat und Bourgeoisie von Minute zu Minute verändern kann. In Krisen- und Kriegszeiten muss man sich natürlich diese verstärkt auftretenden kleinbürgerlichen Schwankungen zunutze machen, aber man darf sich dabei nicht die Finger verbrennen. Das Proletariat muss in jeder sich rapide verändernden Situation Herr der Lage seiner Bündnispolitik bleiben. Mit dem Beginn des Kalten Krieges schlugen sich wieder immer mehr Kräfte des demokratischen Kleinbürgertums auf die Seite der Bourgeoisie, weswegen Stalin zwar nicht auf die Fortsetzung seines demokratischen Weltkampfes verzichtete, aber die einst noch günstigen Bedingungen hatten sich schnell wieder verschlechtert und das erforderte nicht etwa die Beibehaltung der Taktik für Zugeständnisse, sondern gebot im Gegenteil deren (von den veränderten Bedingungen aufgezwungenen) taktischen Rückzug. Die demokratische Weltfront verläuft nicht statisch, sie bewegt sich zwischen den beiden Weltlagern hin und her und schlug unmittelbar nach dem Krieg stärker aus als in der längeren Nachkriegszeit. All diese Dinge muss man taktisch klug im Auge haben, um optimal damit manövrieren zu können. Manchmal sind die Dinge ausgereizt und dann muss man seine Taktik ändern, wenn man an der demokratischen Weltfront keine Niederlagen erleiden und den Fuß in der Tür behalten will. Auf jeden Fall kann man mit der proletarischen Weltfront nicht so umgehen wie mit der demokratischen Weltfront. Da gibt es wesentliche (Klassen)Unterschiede. Auf keinen Fall darf man sie gleichsetzen oder gar die proletarische Weltfront in der demokratischen Weltfront aufgehen – also untergehen – lassen. Das ist das Entscheidende, was Dimitroff in der antifaschistischen Weltfront schon nicht begriffen hatte. Daraus hatte Shdanow keine Lehren gezogen, weswegen er mit seiner demokratischen Weltfront unvermeidlich scheitern musste, zum Wohlgefallen des kapitalistischen und zum Schaden des sozialistischen Weltlagers.

Alles Andere wäre gefährliches Wunschdenken gewesen, was auf einer unzulässigen Überschätzung der tatsächlich noch übrig gebliebenen Möglichkeiten von Zugeständnissen seitens des sozialistischen Weltlagers beruhen würde. Wie man die Situation mit Ende des Krieges auch einschätzen mag, - und wir leugnen durchaus nicht, dass es tatsächlich gewisse Kompromisslösungen auf Grund der vorübergehend günstigen Lage gegeben haben mochte, bei denen man nachgibt ohne dabei dem sozialistischen Weltlager zu schaden -, so beißt die Maus keinen Faden von der Grundlage des Marxismus-Leninismus ab, dass der demokratische Kampf prinzipiell und praktisch-konkret dem sozialistischen Kampf dient, diesem untergeordnet ist und nicht umgekehrt. Nur die Opportunisten beschränken ihre Haltung zum „Klassenkampf“ auf die Schaffung, Beibehaltung oder Wiedererrichtung bürgerlicher Verhältnisse. Eben eine Taktik, die nur in einem bestimmten Bereich der (sozialistischen) Politik eingeschlagen wird und die sich für einen kurzen Moment durch die veränderte Weltlage ergibt, eine solche Taktik, die im notwendigen Augenblick wieder fallen gelassen werden muss sobald die Bedingungen sich geändert haben, eine solche Taktik unzulässig in den Rang von prinzipieller Bedeutung zu erheben, eine konkret auf den Augenblick zugeschnittene Taktik als neue „Generallinie“ deklarieren zu wollen, um auf diese Weise die „veraltete“ Generallinie Stalins zu ersetzen, den gewaltsamen Weg zum Sozialismus durch den friedlichen Weg zum Sozialismus zu ersetzen, eben das entspricht der Physiognomie des Opportunismus in der Frage des „demokratischen Weltlagers“, die im Prinzip die Lösung der Frage des sozialistischen Weltlagers ERSETZEN sollte.

Hingegen war Stalins Haltung zum demokratischen Kampf prinzipienfest, verteidigte Stalin die Lehre des Leninismus als er die Volksdemokratie als eine geeignete Form der Stärkung und Vergrößerung des sozialistischen Weltlagers erkannte.

Der Stalinismus, das ist die Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Lehre von der permanenten Revolution (ohne Anführungsstriche), vom Übergang der Volksrevolution zur sozialistischen Revolution unter den geschaffenen Voraussetzungen des Sieges des Großen Vaterländischen Krieges.

Sie wurde von Enver Hoxha in Albanien siegreich umgesetzt, weiter entwickelt und damit praktisch bestätigt. Diese Form beruhte aber erstens grundsätzlich auf der Voraussetzung der starken Diktatur des Proletariats der Sowjetunion als Basis und Hebel dieser Volksdemokratien und zweitens als eine neue Form der Errichtung der Diktatur des Proletariats in denjenigen Ländern, die die Sowjetarmee bereits befreit hatte (bzw. Albanien als Ausnahme, das sich ohne Einmarsch der Sowjetarmee selbst von faschistischer Unterjochung befreien konnte. Das ist sehr wichtig.) und sie somit dem Zugriff des Weltimperialismus entrissen hatte. Ohne diese Voraussetzungen gäbe es die Volksdemokratien, so wie sie entstanden, nicht.

Hier tut sich ein deutlicher Widerspruch zwischen dem Modell Stalins und Shdanows auf: Die volksdemokratische Revolution des Proletariats ersetzt nicht ihre unmittelbare Fortsetzung in die sozialistische Revolution, sondern bereitet der sozialistischen Revolution unmittelbar und direkt den Boden. Diese beiden Revolutionen sind weder gleichzusetzen, noch durch ein künstliches Zwischenstadium zu trennen, sondern sind aufeinander folgende, ineinander übergehende Formen eines einheitlichen Prozesses der permanenten Revolution (siehe die Lehren des Hoxhaismus über die Volksrevolution und ihren Übergang in die sozialistische Revolution unter Führung der Kommunistischen Partei Albaniens: Revolutionäre Beseitigung der militärischen und politischen Unterdrückung und Beendigung der ökonomischen Ausbeutung durch die faschistische Besatzung als Voraussetzung für den Übergang zur Diktatur des Proletariats und den Aufbau der sozialistischen Ökonomik). Da darf man nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Der sozialistische Kampf ist die unverzichtbare und unmittelbare Fortsetzung des von den Kommunisten geführten [!!] demokratischen, anti-faschistischen Kampfes , um die Volksrevolution zu festigen und den siegreichen Übergang von der Volksrevolution zur sozialistischen Revolution sicherzustellen, ansonsten muss die Volksrevolution scheitern..

Im Rahmen eines demokratischen Weltlagers kann man die Millionenmassen der Werktätigen nicht dauerhaft zusammenschließen auf Grund der kapitalistischen Verhältnisse, weil es sie selber gar nicht beseitigen kann. Diese Millionenmassen der Werktätigen verbleiben als Angehörige von ausgebeuteten Klassen solange sie nur einem demokratischen Weltlager angehören. Nur im sozialistischen Weltlager können sich die werktätigen Millionenmassen unter Führung des Proletariats vereinigen zu einem dauerhaften Bund, wird die Ausbeutung und Unterdrückung beseitigt, die Diktatur des Proletariats gefestigt und die sozialistische Ökonomik aufgebaut usw. usf..

Ein demokratisches Weltlager kann vielleicht die Fesseln des Faschismus lockern, kann die Lage und den Kampf der Arbeiterklasse erleichtern aber niemals die Klassenfesseln des Kapitalismus beseitigen.

Ein demokratisches Weltlager findet fertige Formen der kapitalistischen Verhältnisse vor. Das sozialistische Weltlager muss sich die neuen Formen sozialistischer Verhältnisse erst schaffen.

Ein demokratisches Weltlager darf niemals das sozialistische Weltlager ersetzen, denn nur dieses verfügt über einen längeren Hebel und eine breitere Basis zur Auslösung der sozialistischen Weltrevolution als der Sozialismus „in einem“ Land. Auf friedlichem Wege, mit einem demokratischen Weltlager, kann man die Herrschaft der Weltbourgeoisie nicht zerschlagen. Mit einem demokratischen Weltlager kann man keine Diktatur des Weltproletariats errichten.

Die kleinbürgerlichen Demokraten, die Lakaien des bürgerlichen Weltlagers, rufen nach der Mehrheitsentscheidung der Weltbevölkerung bei Aufrechterhaltung der Macht des kapitalistischen Lagers. Wir Stalinisten rufen zuerst das Weltproletariat mittels seines sozialistischen Weltlagers zum Sturz des kapitalistischen Lagers auf, dann wird sich das sozialistische Weltlager der Sympathien der Mehrheit der Weltbevölkerung sicher sein, weil nunmehr die ökonomischen Bedürfnisse der Weltbevölkerung auf Kosten des kapitalistischen Lagers befriedigt werden und das Wedeln der kleinbürgerlichen Demokraten mit der Fahne des demokratischen Weltlagers nichts mehr daran ändert.

Ein sozialistisches Weltlager darf man also nicht etwa mit einem kleinbürgerlichen „Friede-Freundschaft-Eierkuchen“-Weltlager verwechseln ( vgl. Maos kleinbürgerliches Paktierertum: „gute“ Kapitalisten / „schlechte“ Kapitalisten) und schon gar nicht an dieses mit der Bourgeoisie paktierende Kleinbürgertum verschachern. Die Proletarier haben keine Prinzipien zu verschenken, weder an die Bourgeoisie noch an das Kleinbürgertum. Die Taktik des demokratischen Weltkampfes darf nicht zur Entwaffnung des sozialistischen Weltlagers missbraucht werden, sondern muss vielmehr zur Stärkung, Vergrößerung und Festigung des sozialistischen Weltlagers beitragen. Wir kritisieren Shdanow nicht, dass er für die Ausnutzung der Möglichkeit der demokratischen Weltfront eintrat, sondern dass er in der Kominform daraus in unzulässiger Weise eine prinzipielle KlassenLinie ableitete, nämlich das sozialistische Weltlager durch das demokratische Weltlager zu ersetzenund all das zu einem Zeitpunkt, als die friedliche „Atempause“ vorüber und der Kalte Krieg bereits in vollem Gange war, wo man sich schon wieder auf militärische Fragen des Schutzes des sozialistischen Weltlagers und die Fortsetzung des weltrevolutionären Befreiungskrieges konzentrieren musste und also die demokratischen Möglichkeiten der Änderung der Klassenverhältnisse in der Welt unmittelbar nach Kriegsende von den Imperialisten längst begraben worden waren (1948 !!!).

Im Aufbau einer demokratischen Weltfront, darin erschöpft sich nun einmal nicht der Stalinismus, sie ist nur ein Bestandteil der Einheitsfronttaktik des Stalinismus unter gegebenen Augenblicksvoraussetzungen der sich verändernden politischen Weltlage.

Ein demokratisches Weltlager ist längst nicht hinreichend für das Ziel der Weltdiktatur des Proletariats, füllt nicht allein die stalinistische Außenpolitik aus, um beispielsweise nicht nur den Hitlerfaschismus zu besiegen, sondern die Unvermeidlichkeit von Krieg und Faschismus überhaupt aufzuheben [Wir haben diese ganze Problematik des prinzipiellen Unterschieds zwischen dem Kampf gegen den Faschismus und dem Kampf zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus bereits ausführlich dargelegt, was in unserer Generallinie der Komintern / ML nachgelesen werden kann]. Dieser Kampf gegen die Unvermeidlichkeit des Faschismus kann doch nicht der demokratische, sondern das kann nur der sozialistische Kampf sein. Erst mit der Weltdiktatur des Proletariats ist die Unvermeidbarkeit des Faschismus beseitigt – nicht vorher, also nicht durch ein „demokratisches Weltlager“. Um die Unvermeidlichkeit vom Faschismus zu beseitigen, um die demokratischen Grundsätze der Nachkriegszeit konsequent zu verwirklichen, hätte Shdanow für die revolutionäre Vernichtung des Weltimperialismus durch die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats kämpfen müssen – und das geht nur, wenn man das sozialistische Weltlager mit aller Kraft in die Waagschalewirft, anstatt sie tot zuschweigen, wie es Shdanow in seiner Rede in der Kominform getan hat.

Noch keine einzige Frage des Klassenkampfes [auch nicht die Frage des demokratischen bzw. anti-faschistischen Kampfes – Anmerkung der Redaktion] ist in der Geschichte anders als durch Gewalt entschieden worden“ (Lenin, Band 26, Seite 459).

Über die Weltgeschichte kann die revolutionäre Gewalt - allein in einem einzigen Land angewandt - rein gar nichts entscheiden. Die Frage des internationalen Klassenkampfes kann nicht anders als durch revolutionäre Gewalt im Weltmaßstab, durch die gewaltsame proletarische Weltrevolution, entschieden werden, während die demokratische Weltfront diesen Kampf nur erleichtern kann.

Das Wesen des proletarischen Antifaschismus ist es niemals gewesen, der Wiedererrichtung der bürgerlichen Demokratie zu dienen, denn aus keiner anderen als der bürgerlichen Demokratie ist der Faschismus entstanden und daraus wird stets nur wieder unvermeidlich neuer Faschismus entstehen, aber niemals Sozialismus. Wer für die Wiedererrichtung der Diktatur der Bourgeoisie kämpft, kann also nicht zum Lager des Sozialismus gehören und damit auch nicht zum Kämpfer für die proletarische Demokratie, kann kein wahrer Antifaschist sein. Nur proletarischer Antifaschismus ist wahrer Antifaschismus, ist der einzige Antifaschismus auf der Welt, der die Geißel des Faschismus durch den Weltsozialismus für immer vom Erdball beseitigt. Der Weltbourgeoisie kommt es in erster Linie darauf an, ihre ökonomische Weltmacht in den Händen zu behalten, die Frage der politischen Form ist dem untergeordnet; da ist die Weltbourgeoisie „flexibel“, ist sie sogar bereit und in der Lage, dem Proletariat gewisse Zugeständnisse in Fragen der Demokratie zu machen, die das Proletariat seinerseits für seine sozialistische Revolution auszunutzen versteht.

... bei einem starken Druck `von unten` hat sich die Bourgeoisie immer und überall mit der Republik ´abgefunden` , wenn sie nur ihre ökonomische Herrschaft behielt“ (Lenin, Band 26, Seite 36). [oder diese zurück erhielt].

Was also die demokratischen Fragen anbelangt, da darf man keine gefährlichen Illusionen schüren, damit beseitigt man nicht die kapitalistische Klassengesellschaft wie Lenin richtig festgestellt hat. Es geht um die Beseitigung der politischen Macht der Weltbourgeoisie, um ihr die weltökonomische Macht überhaupt entreißen zu können – und das ist eine sozialistische, keine demokratische Frage des Klassenkampfes.

Die konsequentesten Antifaschisten können nur die Proletarier als revolutionäre Klasse sein, können nur die Kommunisten sein, denn sie kämpfen als einzige Antifaschisten nicht nur gegen diesen oder jenen konkreten, besonderen Faschismus, sondern darüber hinaus gegen seine Unvermeidbarkeit, gegen den Faschismus generell und überhaupt, gegen das sozialdemokratische Paktierertum gegenüber der Bourgeoisie als die andere Seite der Medaille des Faschismus.

Das Weltproletariat in ein demokratisches Lager um den Preis hinein zwängen zu wollen, wohlgemerkt: auf Kosten des sozialistischen Lagers -, ist also revisionistisch, bedeutet, auf den Spuren der revisionistischen Einheitsfronttaktik Dimitroffs im bürgerlichen Lager des Sozialdemokratismus zu landen.

Die Menschewisten haben gegenüber dem Stalinismus nie etwas Anderes getan als zu schwanken. Und die heftigsten Schwankungen des Menschewismus fanden mit dem Entstehen des Klassenkampfes zwischen dem sozialistischen und des kapitalistischen Weltlager nach dem Großen Vaterländischen Krieg statt. Die als „Stalinisten“ verkappten Menschewiki konnten sich weder für das eine, noch für das andere Lager konsequent entscheiden. Sie nahmen keinerlei selbständigen Standpunkt ein, sondern Zuflucht zum Phantom des „demokratischen Weltlagers“. Das bedeutete für Stalin ganz und gar nicht, dass ihm diese kleinbürgerliche Pufferzone zwischen dem bürgerlichen und dem proletarischen Weltlager egal war. Er verstand es meisterlich, diese Neutralisierungskräfte in Kräfte gegen den Weltimperialismus zu verwandeln, wenn auch nur im begrenzten Rahmen und nur für eine begrenzte Zeit. Wie sah diese Taktik aus ?

Es gab nicht Wenige, die bereit waren, die Sowjetunion nicht etwa deswegen zu unterstützen, weil sie kommunistisch war, sondern weil sie den Untergang der Welt befürchteten, wenn das internationale Gleichgewicht“ durch eine Schwächung der Sowjetunion gestört sei. Diese Kräfte stellten sich also auf die Seite der Sowjetunion, weil sie die Weltversklavung durch den amerikanischen Imperialismus kommen sahen. Ihre Angst gegenüber den USA war größer als die gegenüber der UdSSR. Diese Wendehälse erschraken jedoch nicht schlecht, als sie plötzlich erkannten, dass der Stalinismus ansetzte, die Welt zu erobern. In diesem Augenblick stellten sich diese demokratischen Neutralisten gegen die Sowjetunion, also auf die Seite des Weltimperialismus. Damit war Stalins Taktik zwar hinfällig geworden, aber sie erfüllte für einen entscheidenden Augenblick ihren weltrevolutionären Zweck und muss als sehr erfolgreich und lehrreich beurteilt werden, insbesondere was den taktischen Umgang mit den Menschewisten anbelangte. So hatte Stalin ja auch den Menschewisten Berija unter strenger Kontrolle eine Zeit lang für die proletarische Sache arbeiten lassen. Wie oft hat Stalin Berija zurück gepfiffen, wenn dieser auf der schiefen Bahn in den Menschewismus abzutauchen versuchte ? Als Berija jedoch zu stark und damit zur Gefahr zu werden drohte, versuchte sich Stalin dieses Menschewisten zu entledigen, was leider umgekehrt endete. Es war der Fehler Shdanows, dass er Stalins demokratische Welt-Taktik mit Stalins sozialistischer Welt-Strategie verwechselte, was einem Berija nie passiert war. Und eben das war es, was ihn gegenüber Stalin so gefährlich machte. Daran wird zudem deutlich, wie unterschiedlich die Charaktere von Berija und Shdanow waren. Der eine machte schwere Fehler im Glauben, ein guter Stalinist zu sein und der andere vermied als Anti-Stalinist schwere Fehler in berechnender Weise, nämlich Stalin damit um so leichter zu stürzen. Der eine wäre nie auf die Idee gekommen, den anderen zu liquidieren, während der andere diese Idee skrupellos in die Tat umsetzte.

Die schwankende Haltung zwischen dem Lager der Bourgeoisie und dem Lager des Proletariats ist weit entfernt vom Klassenstandpunkt des Weltproletariats und entsprach stets dem Wesen des Menschewismus, ja brachte den Klassenstandpunkt des Kleinbürgertums immer besonders dann zum Ausdruck, wenn diese beiden Lager unversöhnlich und mit gigantischen Kräften aufeinander prallten. Es ist klar: Zu keiner Zeit in der Geschichte des Sozialismus prallten die beiden Lager, Bourgeoisie und Proletariat, so gewaltig aufeinander wie gerade in der Zeit des kapitalistischen und sozialistischen Weltlagers, war die schwankende Haltung des Menschewismus nie zu einem so großen Hemmschuh geworden wie mit dem Eintritt in die Übergangsphase von der kapitalistischen in die sozialistische Welt, also unter den Nachkriegsbedingungen des Stalinismus. So gab es auch in der ganzen Geschichte der KPdSU (B) keinen vergleichbareren erbitterterten Kampf gegen den Menschewismus wie gerade zu dieser Zeit.



Es ergibt sich:

Die Losung vom „demokratischen Weltlager“ ist eine klassenversöhnlerische Losung, die vom Sozialismus weg und zurück zum Kapitalismus führt, dieder Restauration des Kapitalismus den Weg ebnet . Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass der Kapitalismus durch die sozialistische Revolution zerschlagen werden muss, dass die revolutionäre Zerschlagung des Faschismus mit dem direkten Ziel der Errichtung der Diktatur des Proletariats verbunden werden muss – und zwar so wie es die Albaner vorgemacht haben. Es ist das Verdienst von Stalin und Enver Hoxha, dass sich ihre marxistisch-leninistische These des revolutionären Übergangs vom Faschismus zum Sozialismus in der Praxis bestätigt und bewährt hat (und also gültig bleibt im Weltmaßstab !! ) und dass dieser Übergang unmöglich durch eine reformistische Volksfrontpolitik oder reformistische Weltdemokratiepolitik gewährleistet werden kann, in welcher Form auch immer. Was also heißt heute, Gültigkeit dieser marxistisch-leninistischen These unter den Bedingungen der Globalisierung ?

Die Stalinisten von heute, wir Weltbolschewisten, kämpfen für den Übergang des Weltfaschismus in den Weltsozialismus unter Zuzr-Hilfenahme des demokratischen Weltkampfes. Der heutige antifaschistische Kampf ist dem Wesen nach ein weltrevolutionärer Klassenkampf unter Führung des Weltproletariats zur Zerschlagung des Weltfaschismus und zur Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats. Das ist unsere Demarkationslinie, das ist die Grundlage unserer Bündnispolitik für unsere globalisierte Einheitsfront gegen den Weltfaschismus. Für uns gibt es nur eine anti-weltfaschistische Einheitsfront, nämlich die vom revolutionären Weltproletariat angeführt wird und direkt zur Eroberung seiner politischen Weltherrschaft über den Weltimperialismus führt.

Wer dies leugnet und stattdessen mit der revisionistischen „Zweistadientheorie“ der Wiederherstellung gemäßigterer, moderater, „noch erträglicher“ Regierungsformen der Diktatur der Bourgeoisie befolgt, um „von dort aus“ auf den friedlichen Weg zum Weltsozialismus zu gelangen, der lässt es zu, dass sich aus der bürgerlichen Demokratie unvermeidlich wieder Faschismus entwickelt. Dies mit „Marxismus-Leninismus“ begründen zu wollen, das ist Sozialfaschismus, nämlich Sozialismus in Worten und Faschismus in Taten. Wir Marxisten-Leninisten sind nicht nur Gegner dieser „Stadientheorie“ des friedlichen Weges zum Sozialismus im nationalen Maßstab, wir sind es als Internationalisten um so mehr im Weltmaßstab. Es gibt keinen friedlichen Weg eines demokratischen Weltlagers zum sozialistischen Weltlager, es gibt keinen friedlichen Weg zum Weltsozialismus solange der Weltimperialismus die Welt beherrscht.

Der Kommunist kämpft nur für die eine Demokratie, nämlich für die proletarische Demokratie, für die Diktatur des Proletariats, was Bündnisse und Kompromisse auf dem Weg dorthin nicht ausschließt, aber solche faulen Bündnisse und Kompromisse sehr wohl ausschließt, die vom Ziel der Diktatur des Proletariats wegführen. Im antifaschistischen Kampf kann man für wahre Demokratie nur auf dem Boden des Marxismus-Leninismus kämpfen und das heißt nichts Anderes, als für die proletarische Demokratie, für den Sozialismus, für die Diktatur des Proletariats und eben nicht für die Fortsetzung oder die Wiedererrichtung der Diktatur der Bourgeoisie zu kämpfen. Die proletarische Demokratie ist nicht mit der Bourgeoisie teilbar; sie schließen einander aus. Der Zerfall und schließlich die Beseitigung der bürgerlichen Demokratie ist nicht etwa eine bolschewistische Erfindung, sondern eine absolute historische Notwendigkeit und genauso unvermeidlich wie der Sieg der proletarischen Demokratie. Das ist eine unwiderlegbare Lehre der Geschichte, eine Bestätigung der Lehre des Marxismus. Das ist eine Demarkationslinie gegenüber dem Revisionismus, der die Demokratie des Proletariats an den Kapitalismus anzupassen, sie diesem unterzuordnen versucht, die bürgerliche Demokratie zu retten und zu restaurieren versucht, um sie gegen das Weltproletariat zu richten.

Und die Demokratie des Weltproletariats zu errichten, muss es in der sozialistischen Weltrevolution den Sieg erringen. Dies zu unterstützen und voranzutreiben, das ist und kann nur Sinn und Zweck der internationalistischen Außenpolitik eines marxistisch-leninistischen Staates sein. Wenn von den angloamerikanischen Imperialisten die Hauptgefahr ausging, so hätten die Kominform gerade in diesen Ländern die Arbeiterklasse in den Kampf für die sozialistische Revolution führen müssen. Das wäre nicht nur eine große Tat des proletarischen Internationalismus, sondern auch eine Verpflichtung gegen über dem Weltproletariat gewesen, und Shdanow hätte diesen revolutionären Kampf der Arbeiterklasse in den USA und in England mit aller Kraft unterstützen müssen, aber er schwieg, was das anging. Stattdessen propagierte Shdanow, sich in Amerika und England, also den Hauptkriegsbrandstiftern, dem anti-kommunistischen Weltzentrum (!!), mit der „Verwirklichung demokratischer Grundsätze“ zu begnügen, anstatt für ihren Sturz unter dem Siegesbanner des Kommunismus zu kämpfen (natürlich nicht ohne Ausnutzung des Kampfes für die proletarische Demokratie – damit wir hier nicht falsch verstanden und in die sektiererisch-dogmatische Ecke gestellt werden !). Sehen wir, was Shdanow den kommunistischen Bruderparteien Frankreichs, Italiens, Englands und der anderen Länder als „besondere Aufgabe“ zuwies:

Sie müssen das Banner der Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit und Souveränität ihrer Länder [wohlgemerkt bürgerlichen, imperialistischen Länder – Anmerkung der Redaktion] hochhalten (...), dann wird kein Plan zur Versklavung Europas verwirklicht werden können“ (Shdanow, ebenda, aus: Tägliche Rundschau“, 24. Oktober 1947).

Für die nationale Unabhängigkeit und Souveränität der Imperialisten kämpfen, um damit die Welt von der Versklavung des Imperialismus zu befreien ???? Na bestens ! Die USA, der Hauptfeind Nr. 1, wo der Kommunistischen Partei, wo der Arbeiterklasse eine besonders wichtige Aufgabe zugekommen war, nennt Shdanow „eigenartiger Weise“ überhaupt nicht. Und warum nicht ? Weil der Klassenkampf in den USA für ihn gar nicht existierte, weil er die Bedeutung der revolutionären Haupttriebkraft des Weltproletariats in seiner „Weltpolitik“ völlig außer Acht gelassen hatte und sie stattdessen durch geopolitische Gesichtspunkte ersetzte, die seine „Weltpolitik“ bestimmten. Und eben hierauf stützte sich ganz besonders Maos „Drei-Welten-Theorie“. Wer wie Shdanow und Mao den Klassenkampf als Grundlage und Ausgangspunkt für die Theorie der Weltpolitik leugnet, der betreibt Klassenversöhnung. Mit der Klassenversöhnung aber konnte weder Shdanows „demokratisches Weltlager“, noch Maos Lager der „Dritten Welt“ zur Demokratie, geschweige denn zum Sozialismus führen. Beide „Theorien“ lenken von der Hauptaufgabe der sozialen Befreiung ab, wie Enver Hoxha es hervorgehoben hat:

Wir sind (...) gegen jene revisionistischen Theoretiker, die predigen, der gesamte revolutionäre Kampf müsse jetzt auf den Kampf für die nationale Unabhängigkeit reduziert werden, um sie zu erringen und sie vor der Aggression der imperialistischen Mächte zu beschützen, und damit den Kampf für die soziale Befreiung leugnen. Allein der Sieg dieses Kampfes sichert auch die vollständige und wahre nationale Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 318).

Wir sehen heute, wohin diese „Verwirklichung demokratischer Grundsätze“, wohin die „Verteidigung nationaler Unabhängigkeit und Souveränität“ (wohlgemerkt in den Ländern der Hauptkriegsbrandstifter !!! - nicht in den vom Imperialismus unterdrückten Ländern) geführt hat – nämlich genau zur jener Versklavung Europas, die dadurch angeblich verhindert werden sollte !! Was da verwirklicht wurde, ist kapitalistische Weltversklavung, ist imperialistischer Krieg und Weltfaschismus. Ist diese heutige Tatsache nicht Beweis genug dafür, dass man mit der Shdanowschen Kominform -Taktik keinen Weltimperialismus in die Knie zwingen und dass sich das Proletariat damit überhaupt nicht von kapitalistischer Sklaverei befreien kann ? Wenn man in den Ländern der Kriegsbrandstifter das Proletariat zur „Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit“ und „Souveränität“ aufruft, dann ist das im Grunde genommen Verrat an den revolutionären Interessen des Weltproletariats, an den Interessen der vom Weltimperialismus unterdrückten Völker, dann spricht daraus der Geist der II. und nicht der III. Internationale Lenins und Stalins.

Und Malenkow? In seinem Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag nimmt er auf dem Gebiet der Außenpolitik der UdSSR die Haltung von „Friede, Freundschaft, Eierkuchen“ ein, anstatt wie Lenin und Stalin am Kommunistischen Manifest festhaltend, den Klassenkampf der Proletarier aller Länder, die Weltrevolution, hochzuhalten und für die Zerschlagung des Kapitalismus und des Weltimperialismus einzutreten. Ganz anders der Genosse Stalin. In seinem Rechenschaftsbericht auf dem XVII. Parteitag sagte er:

Während aber die Bourgeoisie den Weg des Krieges wählt, beschreitet die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder (...) den Weg der Revolution“ (Stalin, Band 13, Seite 265).

Im Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag hat Stalin die Frage von Krieg und Revolution allerdings nicht mehr ausdrücklich hervorgehoben, das ist eine Tatsache, die man nicht unter den Teppich kehren darf, wenn man sich Malenkows Rechenschaftsbericht anguckt.

Es ist das Wesen des Imperialismus, immer wieder, und zwar unvermeidlich, Krieg und Faschismus zu erzeugen. Und wie wir in den revisionistischen Ländern gesehen haben, zeigte auch der moderne Revisionismus seine blutige sozialfaschistische und Völker mordende sozialimperialistische Fresse, die nur von der revolutionären Arbeiterklasse poliert werden kann - und Stalin würde uns sicherlich zustimmen, wenn er noch lebte.

Die Komintern / ML bleibt also mit ihrer heutigen Weltpolitik fest auf dem revolutionären Boden des Leninismus:

Der Leninismus ist die Theorie und Taktik der proletarischen Revolution im Allgemeinen, die Theorie und Taktik der Diktatur des Proletariats im Besonderen“ (Stalin, Die Grundlagen des Leninismus). Demnach hat Lenin die Welt in ein kapitalistisches und in ein sozialistisches Lager aufgeteilt.

Bei Stalin könnten wir ein ganzes Dutzend Zitate anführen und wir haben bereits einige davon zitiert. Nehmen wir ein Zitat aus Stalins Schrift „Über die nächsten Aufgaben des Kommunismus in Georgien und Transkaukasien“ vom 6. Juli 1921:

Es bedarf wohl kaum eines Beweises, dass sich die Welt mit Beginn des Bürgerkriegs in zwei entgegengesetzte Lager gespalten hat, das Lager des Imperialismus mit der Entente an der Spitze und das Lager des Sozialismus mit Sowjetrussland an der Spitze, dass im ersten Lager sich alle möglichen kapitalistischen, `demokratischen` [sic!!] und menschewistischen Staaten befinden, während zu dem zweiten Lager die Sowjetstaaten, darunter auch Georgien (...) , gehören“ (Stalin, Band 5, Seite 76).

Nehmen wir das andere Zitat von Stalin. 1924 schrieb er in dem gleichen Werk `Über die Grundlagen des Leninismus`:

`a) die Welt ist in zwei Lager geteilt: in das Lager einer Handvoll zivilisierter Nationen, die über das Finanzkapital verfügen und die die gewaltige Mehrheit der Bevölkerung des Erdballs ausbeuten, und in das Lager der unterdrückten und ausgebeuteten Völker der Kolonien und der abhängigen Länder, die diese Mehrheit bilden` (Stalin, Bd. 6, Seite 148, alb. Ausgabe). Wir haben dieses Zitat bewusst ausgewählt: Aus diesen beiden Lagern von ausbeutenden und unterdrückenden Nationen und den ausgebeuteten und unterdrückten Nationen hat Mao nämlich seine berüchtigte 3 – Welten-Theorie“ zusammen gezimmert.

Und Stalin hat nicht nur in seinen „Frühschriften“, sondern noch 1952 in seiner letzten Schrift Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ klar definiert, worum es sich handelt, nämlich um ein sozialistisches Lager, das dem Kapitalismus gegenübersteht“ (Moskau, 1952, Seite 37, dt. Ausgabe). Von einem „demokratischen Weltlager“ kann also weder bei Lenin noch bei Stalin die Rede sein.



Aus all den von uns angeführten Gründen lehnen wir die Shdanowsche „Theorie von den zwei Lagern in der Weltpolitik“ ab. Dem Wesen nach ist die Shdanowsche „Zweiteilung der Welt“ nicht anders als Maos „Drei-Welten-Theorie“ = anti-marxistisch. Die eine wie die andere Theorie“ leugnet die Existenz, die Eigenständigkeit des Sozialismus, wobei Shdanows „Theorie“ sich nur dadurch von Maos Theorie“ unterscheidet, dass bei ihm der Sozialismus mit dem demokratischen Weltlager“ identifiziert wird, um darin zu verschwinden, während bei Mao der Sozialismus mit dem Lager der Dritten Welt“ identifiziert wird, um darin zu verschwinden. Wir lehnen beide als revisionistische Aufteilungen der Welt ab. Und noch einmal: Es gibt keinen „dritten Weg“ Weg“ (Dritte Welt) zum Sozialismus, genauso wenig wie es ein „demokratisches Weltlager“ geben kann, das „friedlich“ zum Weltsozialismus führt. Teilt man die Welt in ein anti-demokratisches und ein demokratisches Lager, wie es Shdanow getan hat, dann ist da kein Platz mehr für ein sozialistisches Lager ! Und so kam es denn ja auch !

Und Titos blockfreie Welt?“ Diese im Dienst des amerikanischen Imperialismus stehende Weltpolitik hat Tito von Browder abgeguckt. Und wir wissen nicht wer alles von wem abgeguckt hat, aber eins ist für uns klar: Zwischen der Weltpolitik Shdanows, Maos, Titos, Browders, Dimitroffs usw. ist der Geist der II. Internationale und der gemeinsame anti-bolschewistische Kurs durchgehend derselbe: Aufhebung der Trennungslinie zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Alle diese Arten von Weltpolitik arbeiteten Hand in Hand gegen die Weltpolitik Stalins, so verhielt es sich ganz besonders mit der Weltpolitik Shdanows und der Weltpolitik Titos ! Sie sind wesensgleich.

Und heute ? Nachdem das letzte sozialistische Bollwerk Albanien im Jahre 1990 gefallen war, herrscht der Weltimperialismus über alle Länder der Welt. Heute ist die Welt nicht nur reif für die Wiedererrichtung eines neuen sozialistischen Lagers, sondern sogar für die Errichtung des Weltsozialismus. Die Komintern / ML kämpft daher für die völlige Zerschlagung des gesamten Weltimperialismus zur Schaffung einer neuen sozialistischen Weltordnung. Damit wollen wir die imperialistische Epoche beenden und die Unvermeidbarkeit der Spaltung der Welt in ein kapitalistisches und sozialistisches Lager für immer beseitigen. Die Komintern / ML vertritt die Theorie von dem politischen Lager des Weltproletariats und dem politischen Lager der Weltbourgeoisie. Das weltrevolutionäre Lager wird angeführt vom Weltproletariat und seiner Vorhutpartei, die Komintern / ML. Die Komintern / ML vertritt die Weltpolitik des Proletariats, die Eroberung der politischen Macht des Weltproletariats vermittels seiner proletarischen Weltrevolution, die darin besteht, die Weltdiktatur der Bourgeoisie zu stürzen und die Weltdiktatur des Proletariats zu errichten. Unsere Definition der beiden heutigen Weltlager lautet:

Die heutige Welt ist gespalten in das Lager der proletarischen Weltrevolution und das Lager ihrer Gegner, das Lager der imperialistischen Konterrevolution.

Genossen, kann man die Generallinie der Komintern / ML, die Linie des Lagers der proletarischen Weltrevolution, noch klarer und unmissverständlicher ausdrücken ? Wir denken, nein. Entweder man ordnet sich unserem stalinistischen Lager der proletarischen Weltrevolution unter oder man stellt sich gegen unser Lager. Ein „revisionistisches Zwischending“ á la Shdanow oder à la Dimitroff kann und wird es nicht wieder geben.

Wie stellte Stalin die Frage von den beiden Weltlagern ?

Stalin sah die beiden Weltlager so, dasssich im Laufe der weiteren Entwicklung der internationalen Revolution und der internationalen Reaktion zwei Zentren im Weltmaßstab herausbilden: ein sozialistisches Zentrum, das eine Anziehungskraft auf die Länder ausübt, die zum Sozialismus tendieren, und ein kapitalistisches Zentrum, das eine Anziehungskraft auf die Länder ausübt, die zum Kapitalismus tendieren. Der Kampf dieser beiden Lager wird das Schicksal des Kapitalismus und des Sozialismus in der ganzen Welt entscheiden“ (Stalin, Werke, Band 10, Seite 118).

Diese beiden Zentren im Weltmaßstab, die Stalin oben benennt, sind heute – unter den Klassenverhältnissen der Globalisierung - klar definiert: und zwar das Weltzentrum des Weltproletariats und das Weltzentrum der Weltbourgeoisie.

Der weltrevolutionäre Sieg des sozialistischen Weltzentrums über das kapitalistische Weltzentrum - das ist heute die Grundlage des Stalinismus für die Errichtung des Weltsozialismus.

Und Stalin hat auf dieser theoretischen Grundlage den Kampf um die praktische Verwirklichung der Errichtung des Weltsozialismus konsequent geführt mit einem überwältigenden welthistorischen Ergebnis. Stalin hat das „alte Gleichgewicht“ der beiden Weltlager auf den Kopf gestellt. Stalin baute die revolutionäre Weltfront zur Zerschlagung des Weltimperialismus auf – eine welthistorische Tat, die die Interessen des Weltproletariats zu jenem Zeitpunkt optimal zum Ausdruck brachten. Stalin entwickelte eine ideologische Basis für eine neue, marxistisch-leninistische, eine aktive, offensive weltproletarische Politik, die die bisherige Isolation des Sozialismus „in einem“ Land in eine Isolation des Kapitalismus in „zwei“ Ländern, des angloamerikanischen Kapitalismus, zu verwandeln begann. Es war die neue stalinsche Weltpolitik der Umkreisung des Kapitalismus durch den Sozialismus, die wir im letzten Kapitel ganz besonders würdigen wollen. Der Kalte Krieg der Imperialisten war der erste Krieg in der Geschichte des Imperialismus, wo die Frage entschieden werden musste: Welche Umkreisung wird siegen, die kapitalistische oder die sozialistische ? Wer umkreist wen ?