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Es lebe Genosse Lenins

150. Geburtstag!

 

22. April 1870 – 22. April 2020

 

 

 

 

Grußadressen der Solidarität

 

Grußadresse der Komintern (SH)

zum 150. Geburtstag des Genossen Lenin

am 22. April 2020

 

Heute feiern wir den 150. Geburtstag von Lenin.
Wir grüßen alle Leninisten in der ganzen Welt.

In unserer Grußadresse zum 101. Jahrestag der Komintern vom 4. März 2020 haben wir bereits die aktuelle Bedeutung der Presse der Komintern hervor gehoben (Inprekorr). Darin findet sich auch der Beschluss der Komintern (SH), den 5. Mai 2020 zum „Tag der weltkommunistischen Propaganda“ zu erklären, angelehnt an den 108. Jahrestag der Gründung der „Prawda“, der in der Sowjetunion als Tag der Sowjetpresse gefeiert wurde.

Unser Zentralorgan „Weltrevolution“ will diese Tradition ehrenvoll fortsetzen. Unser Ziel ist die Schaffung einer kommunistischen, klassenlosen Weltpresse.

Wir nehmen den 150. Geburtstag von Lenin daher zum Anlass, um in unserer Grußadresse die Pressetätigkeit Lenins zu würdigen.




Lenin und die Parteipresse



Worin bestand für Lenin das Prinzip der Parteiliteratur?

Wir beginnen mit einem längeren Leninzitat:

„Nicht nur darin, dass für das sozialistische Proletariat die literarische Tätigkeit keine Quelle des Gewinns von Einzelpersonen oder Gruppen sein darf, sie darf überhaupt keine individuelle Angelegenheit sein, die von der allgemeinen proletarischen Sache unabhängig ist. Nieder mit den parteilosen Literaten! Nieder mit den literarischen Übermenschen! Die literarische Tätigkeit muß zu einem Teil der allgemeinen proletarischen Sache, zu einem „Rädchen und Schräubchen“ des einen einheitlichen, großen weltbolschewistischen Mechanismus werden, der von dem ganzen politisch bewußten Vortrupp des gesamten Weltproletariats in Bewegung gesetzt wird. Die literarische Betätigung muß ein Bestandteil der organisierten, planmäßigen, vereinigten weltbolschewistischen Parteiarbeit werden.

Der Gefangenschaft der leibeigenschaftlichen Zensur entronnen, wollen und werden wir uns nicht in die Gefangenschaft der bürgerlich-krämerhaften Literaturverhältnisse begeben. Wir wollen und werden eine freie Presse schaffen, frei nicht nur von der Polizei, sondern auch vom Kapital und vom Karrierismus, ja noch mehr, frei auch vom bürgerlich-anarchistischen Individualismus. Jeder hat die Freiheit, zu schreiben und zu reden, was ihm behagt, ohne die geringste Einschränkung. Aber jeder freie Verband (darunter die Partei) hat auch die Freiheit, solche Mitglieder davonzujagen, die das Schild der Partei benutzen, um parteiwidrige Auffassungen zu predigen. Die Partei ist ein freiwilliger Verband, der unweigerlich zunächst ideologisch und dann auch materiell zerfallen würde, wenn er sich nicht derjenigen Mitglieder entledigte, die parteiwidrige Auffassungen predigen. Zur Festsetzung der Grenze aber zwischen dem, was parteimäßig und was parteiwidrig ist, dient das Parteiprogramm, dienen die taktischen Resolutionen und das Statut der Partei, dient schließlich die ganze Erfahrung der internationalen Sozialdemokratie, der internationalen freiwilligen Verbände des Proletariats, das in seine Parteien ständig einzelne Elemente oder Strömungen einschließt, die nicht ganz konsequent, nicht ganz rein marxistisch, nicht ganz richtig sind, das aber auch ständig periodische „Reinigungen“ seiner Partei vornimmt.

In einer Gesellschaft, in der die Massen der Werktätigen ein Bettlerdasein und das Häuflein Reicher ein Schmarotzerleben führen, kann es keine reale und wirkliche „Freiheit“ geben. Das wird eine freie Literatur sein, weil nicht Gewinnsucht und nicht Karriere, sondern die Idee des Sozialismus und die Sympathie mit den Werktätigen neue und immer neue Kräfte für ihre Reihen werben werden. Das wird eine freie Literatur sein, weil sie nicht einer übersättigten Heldin, nicht den sich langweilenden und an Verfettung leidenden „oberen Zehntausend“ dienen wird, sondern den Millionen und aber Millionen Werktätigen, die die Blüte des Landes, seine Kraft, seine Zukunft verkörpern. Das wird eine freie Literatur sein, die das letzte Wort des revolutionären Denkens der Menschheit durch die Erfahrung und die lebendige Arbeit des sozialistischen Proletariats befruchten und zwischen der Erfahrung der Vergangenheit (dem wissenschaftlichen Sozialismus, der die Entwicklung des Sozialismus, von seinen primitiven, utopischen Formen an, vollendet hat) und der Erfahrung der Gegenwart (dem heutigen Kampf der Genossen Arbeiter) eine ständige Wechselwirkung schaffen wird.



Lenin und die „alte“ Iskra.

 

Auf deutsch heißt „Iskra“ - Der Funke: „Aus dem Funken wird die Flamme schlagen!“

Am 11. Dezember 1900 erschien Nr. 1 der „Iskra“. Lenin war 30 Jahre alt. Den Leitartikel „Die aktuellen Aufgaben unserer Bewegung“ schrieb Lenin. Von ihm stammen fast alle grundlegenden Artikel, die zur politisch-ideologischen Leitlinie des Kampfes der revolutionären Arbeiter wurden. Lenin gab Antwort auf alle brennenden Fragen der Bewegung und zeigte auf, was zu machen ist und wie es zu machen ist. Hauptziel der „Iskra“ war die Schaffung einer starken, organisierten Partei ohne die die Arbeiterklasse ihre große historische Mission nicht erfüllen kann: sich selbst und das ganze Volk aus der politischen und ökonomischen Versklavung zu befreien.

Im Mai 1901 erschien in Nummer 4 der „Iskra“ der berühmte Artikel Lenins „Womit beginnen?“ In ihm wurde eine Skizze des Leninschen Plans für den Aufbau einer marxistischen Partei gegeben.

Man muss mit der Organisierung einer gesamtrussischen politischen Zeitung beginnen, lehrte Lenin, insbesondere unter den damals vorherrschenden Bedingungen der ideologischen Zerfahrenheit der Bewegung. Die Zeitung ist ein zentrales Instrument zur ideologischen Zerschlagung aller Feinde in der Arbeiterbewegung und zur Reinhaltung der revolutionären Theorie und des Festhaltens an den revolutionären Prinzipien. Lenin sorgte mit der „Iskra“ für die programmatischen Ziele und praktischen Aufgaben der Partei. Gleichzeitig diente die „Iskra“ der organisatorischen Vereinigung und der Zusammengehörigkeit der örtlichen Parteiorganisationen. Lenin lehrte:

Die Rolle der Zeitung beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Verbreitung von Ideen, nicht allein auf die politische Erziehung und die Gewinnung politischer Bundesgenossen. Die Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator.”

Im Jahre 1902 erschien Lenins Werk Was tun?“ Es war eine Weiterentwicklung des Artikels „Womit beginnen?“, der nicht mehr als eine Skizze war. In „Was tun?“ schrieb Lenin den berühmten Satz: „Ohne revolutionäre Theorie kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben. Die Rolle des Vorkämpfers kann nur eine Partei erfüllen, die von einer fortgeschrittenen Theorie geleitet wird.“ (Lenin, Werke Band 5). Nach Lenins Plan sollte die Partei aus zwei Teilen bestehen: einem engen Kreis von leitenden Kadern (Berufsrevolutionären), und einem breiten Netz von Peripherie-Parteiorganisationen, der zahlenmäßig starken, von der Sympathie und Unterstützung Hunderttausender von Werktätigen umgebenen Mitgliedermasse. Mit Lenins „Was tun?“ zeichnete Lenin seine Artikel zum ersten Mal mit dem Namen „Lenin“. Der Name Lenin wurde von nun an zum Banner des Kampfes für die Befreiung der ganzen werktätigen Menschheit. Zu dieser Zeit nahm die Anhängerschaft der „Iskra“ einen großen Aufschwung. Zu den überzeugtesten Anhängern gehörte der Genosse Stalin:

Die Bekanntschaft mit Lenins revolutionärer Tätigkeit, sagte Genosse Stalin, „seit Ende der 90er Jahre und besonders nach dem Jahre 1901, nach der Herausgabe der 'Iskra', hatte mich zu der Überzeugung gebracht, dass wir in Lenin einen außergewöhnlichen Menschen besitzen. Er war damals in meinen Augen nicht ein einfacher Führer der Partei. Sondern ein tatsächlicher Schöpfer, denn er allein verstand das innere Wesen und die dringenden Bedürfnisse der Partei – ein Führer höheren Typs, ein Bergadler, der keine Furcht im Kampfe kennt und kühn die Partei vorwärts führt auf den unerforschten Wegen der russischen revolutionären Bewegung.“ (Stalin, „Über Lenin“, 1924).

Die „Iskra“ war eine echt bolschewistische Zeitung, eine Zeitung neuen Typs, die die Revolution in Russland vorbereitete. Die „Iskra“ erhob das Banner des Kampfes für die revolutionäre Theorie des Marxismus. In ihrem Kampf gegen die Feinde des Marxismus war die Zeitung schonungslos. „Die alte „Iskra“ hat sich die ehrenvolle Feindschaft sowohl der russischen als auch der westeuropäischen Opportunisten verdient.“ (Lenin, Werke Band 2, Seite 468). Stalin war es, der in Georgien für die Herausgabe eines Teils der „Iskra“ sorgte. Seine Zeitung „Brdsola“ (Der Kampf) war das beste Organ der „Iskra“-Anhänger in Russland.

Lenin war der Schöpfer des „Iskra“-Programms. Es war ein revolutionäres Programm der Partei der Arbeiterklasse, das sich von allen opportunistischen Programmen scharf unterschied und folglich die Kritik aller Opportunisten auf sich zog. In der „Iskra“ wurde dann auch das Leninsche Agrarprogramm veröffentlicht, in dem die Rolle der Bauern in der proletarischen Revolution klar definiert wurde. Die Opportunisten traten dann 1903 auf dem II. Parteitag der SDAPR gegen Lenin auf und es kam zur Spaltung der Partei. Die Anhänger Lenins, die auf dem II. Parteitag die Mehrheit der Stimmen erhielten, nannte man seitdem Bolschewiki. Und die Gegner Lenins, die in der Minderheit waren, hießen Menschewiki. Der erbitterte Kampf gegen den Menschewismus, der nach dem II. Parteitag entbrannte, zieht sich bis heute durch die ganze Geschichte der kommunistischen Weltbewegung. Das traf insbesondere auf den erbitterten Kampf um die Rolle des Zentralorgans zu.

Wer ist wem untergeordnet – das ZK dem ZO oder umgekehrt das ZO dem ZK ? Seit Lenin wissen wir Kommunisten, dass das Zentralorgan dem Zentralkomitee untergeordnet ist und nicht umgekehrt. Das Zentralorgan untersteht der Partei und ist ihr rechenschaftspflichtig. In zahlreichen kommunistischen Parteien tauchte diese Frage in der einen oder anderen Form auf und führte in nicht wenigen Fällen zur Spaltung. So war diese Frage für Lenin auch nicht anders zu entscheiden, als durch die Spaltung der bolschewistischen Partei. Denn: Während Lenin gegenüber dem Menschewismus unbeugsam blieb, wechselte Plechanow, der vorher noch zu Lenins „Iskra“ Redaktion gehörte, nach dem II. Parteitag ins Lager der Menschewiki. Plechanow kooptierte solche Menschewiki, wie Martow, Axelrod, Sassulitsch und Potressow in die „Iskra“-Redaktion. Lenin ließ sich nicht von Plechanow erpressen und verließ die „Iskra“-Redaktion, denn Plechanow verstieß eindeutig gegen die Beschlüsse des II. Parteitags. Das zeigte zum ersten Mal, dass sich die Zentristen - insbesondere in kritischen Situationen der Partei - mit den Opportunisten gegen die Bolschewistische Partei vereinigten. Wer sind die Zentristen ? Zentristen sind die „am meisten zum Menschewismus hinneigenden Genossen im Lager der Bolschewiki als auch die am meisten zum Bolschewismus hinneigenden Genossen im Lager der Menschewiki.“ (siehe Lenin). Das Erste traf zu auf Plechanow vor dem II. Parteitag, und zur zweiten Sorte der Zentristen gehörte der gleiche Plechanow nach dem II. Parteitag der SDAPR. Von der Nummer 52 an hatte sich die Leninsche „Iskra“ in eine menschewistische „Iskra“ verwandelt. Über ein Jahr lang musste Lenin nun auf das von ihm selbst geschaffene, mächtigste Instrument des kollektiven Propagandisten, Agitators und Organisators, wie die „Iskra“, verzichten. Es sagt sich so leicht dahin: Die bolschewistische Partei entwickelt ihre Stärke durch Reinigung von den Opportunisten“. Aber wie Lenins leidvolle Erfahrungen zeigen, vollzieht sich diese viel zitierte Reinigung nicht ohne Kampf der Gegensätze und ohne eine damit unvermeidlich verbundene vorübergehende Schwächung oder gar Spaltung der Partei. Welche Lehre ziehen wir hieraus ? Es geht nicht allein um den Akt des Rausschmisses der Opportunisten – das ist relativ einfach. Viel entscheidender ist die aufreibende und unnachgiebige Bekämpfung der Opportunisten, die dem Rausschmiss voraus geht. Aber noch entscheidender ist schließlich, ob und wie es die Partei versteht, nach dem Rausschmiss der Opportunisten ihren revolutionären Kampf unbeirrbar auf den alten prinzipienfesten Parteibeschlüssen fortzusetzen. Es ist klar, dass der Kampf gegen die Opportunisten auch nach ihrem Rausschmiss niemals aufhört. Wurden die Opportunisten aufs Haupt geschlagen, so verbargen sie sich geschickt hinter „revolutionärer“ Phraseologie, um ihre Schädlingsarbeit unbemerkt mit noch größerem Eifer fortzusetzen.

Die „Iskra“, welche die Menschewisten an sich gerissen hatte, begann nun mit einer tollwütigen Hetze gegen Lenin und brachten nicht nur das ZO, sondern auch das ZK in ihre Gewalt. Wie löste Lenin dieses Problem ? Mit persönlichem Briefwechsel mit den örtlichen Parteiorganisationen und einzelnen Parteimitgliedern, die Lenin weiter unterstützten (im Monatsdurchschnitt über 300 Briefe!) . Aus diesem Briefwechsel entstand dann auch die persönliche Bekanntschaft zwischen Lenin und Stalin, dem treuesten Schüler Lenins. In der Periode der Korrespondenzen zur Aufrechterhaltung der Parteikontakte schrieb Lenin das Buch: „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“ zur Reorganisierung der Partei, das am 6. Mai 1904 erschien. Stalin schrieb über Lenins Buch:

Die Bedeutung dieses Werkes besteht vor Allem darin, dass es das Parteiprinzip gegen das Zirkelwesen und die Partei gegen die desorganisierenden Elemente behauptete, den menschewistischen Opportunismus in den Organisationsfragen zerschlug und die Organisationsgrundlagen der bolschewistischen Partei schuf. Damit ist jedoch seine Bedeutung nicht erschöpft. Seine historische Bedeutung besteht darin, dass Lenin in diesem Werk als erster in der Geschichte des Marxismus die Lehre von der Partei ausarbeitete als der führenden Organisation des Proletariats, als der Hauptwaffe in den Händen des Proletariats, ohne die man im Kampf für die proletarische Diktatur nicht siegen kann.“ (aus: Geschichte der KPdSU [B], Seite 64).





Von Lenins „alter „Iskra“ zur „Prawda“



Zur Lösung des Problems gründete Lenin die Zeitung „Wperjod“ (Vorwärts), die Ende Dezember 1904 erschien. Lenin schrieb hierüber an alle Bolschewiki Russlands: „Dieses Organ ist jetzt das Allerwesentlichste.“ Es handelte sich um Leben oder Tod der Partei. Diese Zeitung diente der Vorbereitung des III. Parteitags, der im April 1905 in London statt fand.

Lenin wurde auf dem III. Parteitag als verantwortlicher Redakteur des „Proletari“ gewählt, dem neuen Zentralorgan der bolschewistischen Partei. Der „Proletari“ setzte die Linie der alten, Leninschen Iskra und des bolschewistischen Wperjod fort (später menschewistischer „Wperjod“). Die erste Ausgabe erschien am 14. Mai 1905 und die letzte Ausgabe 1909. Der „Proletari“ (Wochenzeitung) führte einen schonungslosen Kampf gegen die Menschewiki und andere opportunistische und revisionistische Elemente. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Propagierung der Beschlüsse des III. Parteitags und beim organisatorischen und ideologischen Zusammenschluss der Bolschewiki. Es kamen 50 Nummern heraus: die ersten 20 in Finnland, die übrigen in Genf und Paris. Lenin schrieb mehr als 100 Artikel. In der Stolypinschen Reaktion spielte der illegale „Proletari“ (Der Proletarier) eine hervorragende Rolle für die Erhaltung und Festigung der Partei. Auf dem Plenum des ZK der SDAPR im Januar 1910 gelang es den Versöhnlern und Trotzkisten jedoch, einen Beschluss durchzusetzen, dem zufolge der „Proletari“ nicht weiter erschien (Bildung des parteifeindlichen Augustblock durch den Judas Trotzki).

Nowaja Shisn (Neues Leben) – war die erste legale bolschewistische Tageszeitung, die vom 27. Oktober (9. November) bis 3. (16.) Dezember 1905 in Petersburg erschien. Lenin war Leiter der Zeitung und am 10. November erschien sein erster Artikel: „Über die Reorganisation der Partei.“ Die Artikel Lenins in der Nowaja Shisn dienten als Anweisungen für die Tagesarbeit der Partei. Offiziell galt als verantwortlicher Redakteur der Nowaja Shisn der Dichter N.M. Minski und als Herausgeberin M.F. Andrejewa. Nachdem W.I. Lenin Anfang November 1905 aus der Emigration nach Petersburg zurückgekehrt war, erschien die Zeitung unter seiner unmittelbaren Leitung. Die Nowaja Shisn war faktisch das Zentralorgan der SDAPR. Die engsten Mitarbeiter der Zeitung waren W.D. Bontsch-Brujewitsch, A.W. Lunatscharski, M.S. Olminski, W.W. Worowski und andere. Maxim Gorki arbeitete aktiv an der Zeitung mit und erwies ihr auch seine große finanzielle Unterstützung. In der Zeitung wurden 14 Artikel W.I. Lenins veröffentlicht. Die Nowaja Shisn war häufig Repressalien ausgesetzt. Nach Erscheinen der Nummer 27 vom 2. Dezember wurde die Zeitung von der zaristischen Regierung verboten. Die letzte Ausgabe, Nr.28, erschien illegal. Daraufhin erschienen neue legale bolschewistische Zeitungen unter wechselndem Titel „“Wolna“ (Die Woge), „Wperjod“, „Echo“. Lenin redigierte diese Zeitungen. Immer schwieriger wurde die regelmäßige Herausgabe der legalen Zeitung. Im Juli 1906 verbot die zaristische Regierung die legale Zeitung „Echo“. Es erschien dann eine neue legale Zeitung „Nowy Lutsch“ (Der neue Strahl) und „Nasche Echo“ (Unser Echo).. Und im August 1906 nahmen die Bolschewiki im Ausland die Herausgabe des illegalen „Proletari“ unter der Redaktion von Lenin wieder auf. In den Jahren der Reaktion wurde Lenins Kampf gegen die Feinde der Partei noch härter und unversöhnlicher: „Nicht umsonst hat man uns die Felsenfesten genannt.“ Lenin sah unter den illegalen Bedingungen in der Zeitung das wichtigste Mittel zur Sammlung, zum Zusammenschluss und zur Erziehung der bolschewistischen Kader, das wichtigste Instrument zur ideologischen und organisatorischen Vorbereitung der Partei auf einen neuen Aufschwung der Revolution. Aber sehr bald entbrannten in der Redaktion, der Lenin, Dubrowinski und Bogdanow angehörten, ernste Meinungsverschiedenheiten, die auf dem ideologischen Druck der Konterrevolution in Russland zurückzuführen waren – die so genannte „Kritik“ am Marxismus. Lenins Artikel waren eine Kriegserklärung gegen den Revisionismus. Mit seinem Buch: „Materialismus und Empiriokritizismus“, das im Mai 1909 erschien, zerschlug Lenin den philosophischen Revisionismus.

Durch energische Maßnahmen erreichte Lenin die Herausgabe eines neuen Bolschewistischen Organs im Ausland, der „Rabotschaja Gaseta“, und der legalen Zeitung „Swesda“ (Der Stern) sowie die Zeitschrift „Mysl“ (Der Gedanke) in Russland.

Seit der Zeit der alten „Iskra“ hat Lenin den Aufbau einer illegalen bolschewistischen Partei „neuen Typs“ unter den illegalen Bedingungen der wütenden russischen Konterrevolution unbeirrbar fortgesetzt, und zwar im Kampf gegen alle Gegner, die „Ökonomisten“, Menschewiki, Trotzkisten, Otsowisten, Idealisten aller Schattierungen, bis zu den Empiriokritizisten. Lenin siegte über alle Gegner, weil er eine prinzipienfeste Politik verfolgte als die „einzig richtige Politik“.

 

 

Der Sieg des Parteiprinzips ist der Sieg der „Prawda“ und umgekehrt“

(Lenin)



Ohne ein politisches Organ ist im heutigen Europa eine Bewegung, die die Bezeichnung politisch verdient, undenkbar. Ohne ein solches Organ ist unsere Aufgabe – alle Elemente der politischen Unzufriedenheit und des Protestes zu konzentrieren und mit ihnen die revolutionäre Bewegung des Proletariats zu befruchten – absolut undurchführbar.“ (Lenin)

Die Arbeiterpresse war im zaristischen Russland der strengen Verfolgung durch die Polizei ausgesetzt. Die größten Verfolgungen hatte natürlich die bolschewistische Presse zu erleiden.

Aber nach der Periode der tiefsten Reaktion begann in Russland ein erneuter revolutionärer Aufschwung. Und mit diesem revolutionären Aufschwung entstand die „Prawda“. Die täglich erscheinende bolschewistische Zeitung „Prawda“ war im Jahre 1912 gemäß den Anweisungen Lenins auf Anregung von Stalin gegründet worden, der gerade aus der sibirischen Verbannung nach Petersburg gereist war. Kaum hatte Stalin mit der Leitung der „Prawda“ begonnen, wurde Stalin erneut verhaftet. Der 5. Mai, der Tag des ersten Erscheinens der „Prawda“, war in der UdSSR der Feiertag der kommunistischen Presse. Diese Tradition wird die Komintern (SH) ab dem 5. Mai 2020 fortsetzen – und einen internationalen Tag des Zentralorgans „Weltrevolution“ ins Leben rufen.

Lenin hatte sich zu dieser Zeit in Paris aufgehalten und verlegte für die nächsten zwei Jahre seinen Aufenthaltsordnung am 19. Juni 1912 nach Krakau, weil die Redaktion von dort aus dichter an der russischen Grenze tätig sein konnte. Durch die engere Verbindung zur revolutionären Bewegung in Russland konnte Lenin besser und schneller Einfluss nehmen. Von Krakau gelangte die Zeitung illegal nach Russland. Lenin widmete der „Prawda“ große Aufmerksamkeit. Die Verbindung zu Lenin stellte Molotow her, der Sekretär der „Prawda“ war. Lenin gewann auch Maxim Gorki für dessen Mitarbeit an den bolschewistischen Publikationen. Fast täglich erschienen die Artikel von Lenin in der „Prawda“. Lenin sorgte dafür, dass die „Prawda“ nicht erst einige Tage nach den bürgerlichen Zeitungen herauskam, sondern in Russland gleichzeitig zu lesen war. Lenin sammelte um die „Prawda“ die literarischen Kräfte der Partei.

Am wichtigsten war es für Lenin, dass die „Prawda“ ihren Weg in die Betriebe zu den Arbeitern fand. Es ging insbesondere darum, den noch vorherrschenden Einfluss der Menschewiki in den Betrieben (menschewistische Zeitung „Lutsch“ [Der Strahl]) zurück zu drängen. Die menschewistischen Zeitungen wurden insbesondere von der liberalen Bourgeoisie finanziell großzügig unterstützt. Dagegen veröffentlichte die „Prawda“ Berichte über die Geldmittel, die beim Unterstützungsfonds der Zeitung aus den zahlreichen Kollektiven der Arbeiter eingingen. Viele Arbeiter spendeten einen Tagelohn an die „eiserne Kasse“, die zur Zahlung der hohen, fast täglich fälligen Geldstrafen eingerichtet worden war. Nicht selten gelangte ein beträchtlicher Teil der durch die zaristische Polizei beschlagnahmten Nummern der „Prawda“ trotzdem in die Hände der Arbeiter, weil ihre revolutionärsten Elemente bereits in der Nacht zur Druckerei kamen und die Zeitungsstöße mitgenommen hatten. Die zaristische Regierung hat die „Prawda“ innerhalb von 2 ½ Jahren acht Mal geschlossen. Mit Hilfe der Arbeiter erschien sie jedoch stets sofort wieder unter ähnlich klingenden Namen, wie „Sa Prawdu“ (Für die Wahrheit), „Putj Prawdy“ (Weg der Wahrheit), „Trudowaja Prawda“ ( Arbeiter-Wahrheit). In jeder Nummer der „Prawda“ waren Dutzende von Berichten der Arbeiter enthalten, in denen das Leben der Arbeiter, die grausame Ausbeutung, Unterdrückung durch die Kapitalisten, sowie der Fabrikdirektoren und Meister geschildert wurden. Hinzu kamen Artikel über das schwere Los der Bauern, ihr Hungerelend und ihre Ausbeutung durch die Grundbesitzer. Schließlich übertraf die „Prawda“ den Einfluss aller anderen Zeitungen in der Arbeiterbewegung.

Auf Lenins Initiative hin wurde unter den Fabrikarbeitern die Zahl von 30 000 Abonnenten in kürzester Zeit verdoppelt. Lenins Artikel spielten eine wichtige Rolle bei der Führung der Partei und ihrer Verbindung zur Arbeiterbewegung. Er hob das sozialistische Bewusstsein und förderte die Organisierung der Arbeiterklasse. Lenin schrieb so, dass es die Arbeiter leicht verstehen konnten. Die kompliziertesten Fragen legte Lenin klar und einfach dar. Lenin hat zusammen mit Stalin die „Prawda“ geschaffen, die Hunderttausende von revolutionären, Opfer bereiten Kämpfern erzogen hatte.

Lenin beschränkte sich nicht auf die „Prawda“, sondern baute darüber hinaus die gesamte legale Verlagsarbeit der Bolschewiki auf. Er organisierte die legale bolschewistische Monatsschrift „Prosweschtschenije“ (Aufklärung“, deren erste Nummer schon im Dezember 1911 in Petersburg erschien. Ferner schuf er die Moskauer „Prawda“: „Jeder bewusste Arbeiter versteht, dass Petersburg ohne Moskau dasselbe ist, wie eine Hand ohne die andere … Moskau wird natürlich eine eigene täglich erscheinende Arbeiterzeitung erhalten müssen.“ (Lenin)

Im August erschien dann die Moskauer Zeitung „Nasch Putj“ (Unser Weg). Lenin veröffentlichte in dieser Zeitung eine Reihe von Artikeln.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges hielt Lenin sich in der „neutralen“ Schweiz auf. Dort organisierte er die Verbreitung bolschewistischer Publikationen unter illegalen Bedingungen. Dank seiner unermüdlichen Energie wurde die Herausgabe des „Sozialdemokrat“ wieder aufgenommen. Ferner wurden die Zeitschrift „Kommunist“ (1915), zwei „Sammelhefte des Sozialdemokrat“, Flugblätter und Broschüren heraus gegeben. In Russland selbst mussten die Bolschewiki in noch tieferer Illegalität arbeiten. Trotz massenhafter Verhaftungen ging die Herausgabe der „Prawda“ weiter voran: „Die 'Prawda' hat tausende bewusste Arbeiter erzogen, aus denen sich trotz allen Schwierigkeiten von Neuem ein Kollektiv von Führern bilden wird – das russische ZK der Partei.“ (Lenin).

Einige Tage, bevor die zaristische Regierung den imperialistischen Krieg erklärte, wurde die Herausgabe der „Prawda“ verboten. So sehr fürchtete der Zarismus den Einfluss der Bolschewiki auf die Massen.

Als aber die zaristische Willkürherrschaft gestürzt war, erneuerte die „Prawda“ 5 Tage nach der Februarrevolution im Jahre 1917 in Petrograd ihr Erscheinen. Einige Tage danach wurde in Moskau eine andere bolschewistische Zeitung, „Sozialdemokrat“ (Der Sozialdemokrat) herausgegeben.

Die ersten Nummern der Zeitung „Iswestija Sowjeta Rabotschich Deputatow“ (Nachrichten der Sowjets der Deputierten der Werktätigen der UdSSR) wurden bereits in den Oktober-, November- und Dezembertagen des Jahres 1905 in Petersburg unregelmäßig herausgegeben. In Moskau erschienen gleichfalls im Dezember 1905 sechs Nummern der „Nachrichten des Moskauer Sowjets der Arbeiter-Deputierten“. Im Jahre 1917, vom 13. März an, wurde die Zeitung „Iswestija“ wieder herausgegeben. Nach dem Zweiten Sowjetkongress (ab November 1917) wurde die „Iswestija“ das offizielle Organ der Sowjetregierung. Mit der Verlegung der Hauptstadt von Petrograd nach Moskau im Jahre 1917 wurde auch die Herausgabe der „Iswestija“ nach Moskau verlegt.

Die Arbeiterpresse genoss auch bei der bürgerlichen Provisorischen Regierung des Jahres 1917 keine volle Freiheit. Im Juli 1917 wurde die „Prawda“ und ihre Druckerei zerstört. Die Herausgabe der Zeitung wurde verboten. Das Zentralorgan der Partei der Bolschewiki, das damals Stalin unmittelbar leitete, erschien unter der Bezeichnung „Rabotschij i Soldat“ (Arbeiter und Soldat), „Proletarij“ (Der Proletarier), „Rabotschij“ (Der Arbeiter) und „Rabotschij Putj“ (Der Arbeiter-Weg). Es ist bezeichnend, dass die Provisorische Regierung das Erscheinen der reaktionären Zeitung „Nawoje Wremja“ gestattete, während die bolschewistische Zeitung „Proletarij“ verboten wurde. Lenin schrieb damals, dass die Provisorische Regierung für die Arbeiterzeitung und für die Zeitung der Progromleute und Provokateure zweierlei Maß anlegte. Die bürgerliche Provisorische Regierung fasste die Pressefreiheit als Recht dazu auf, die Arbeiterpresse auf jede Weise zu beschneiden. Die „Prawda“ erhielt kein Papier und musste in vierseitigem Kleinformat erscheinen, während die bürgerlichen Zeitungen beträchtliche Papiervorräte sowie ihre eigene Druckerei hatten und ohne Beschränkungen verbreitet werden konnten.

Nach der Großen Oktoberrevolution wurde die Nationalisierung der Großindustrie, darunter auch der Unternehmungen der polygraphischen Industrie (der Druckereien), durchgeführt. Der bürgerlichen Presse wurde ihre technische Basis entzogen. Das wird die Komintern (SH) mit der sozialistischen Weltrevolution nicht viel anders handhaben. Nichtsdestoweniger setzten die Zeitungen der bürgerlichen Parteien und ihrer „linken“ Ableger ihr Erscheinen noch eine Zeit lang unter der Sowjetmacht fort. Die Redaktionsräume dieser Zeitungen wurden zu echten Nestern der bewaffneten Konterrevolution, anti-bolschewistische Treffpunkte von Verschwörern und Terroristen. Die bürgerlichen Zeitungen hofften, dass die Macht der Bolschewiki nicht von Dauer seien. Und knapp 40 Jahre später, mit der Verwandlung der „Prawda“ in ein Instrument der neuen Bourgeoisie durch die Sowjetrevisionisten, erfüllte sich tatsächlich der Traum von der Restauration des Kapitalismus.

Bereits im Sommer 1918 begann die Flucht der bürgerlichen Journalisten nach dem Süden: nach Kiew zu Skoropadskij, an den Don zu Krasnow, dann unter die Fittiche von Koltschak und Denikin, und schließlich folgte die Emigration ins Ausland, wo die anti-sowjetischen Blättchen „Rul“ (Das Steuer) in Berlin, „Poslednije Nowosti“ (Letzte Nachrichten) in Paris entstanden. Schließlich wurde unter den Verhältnissen des Bürgerkrieges und des Kampfes gegen die ausländische Intervention die bürgerliche Presse in Sowjetrussland verboten und liquidiert.



Lenin

– Gründer der Sowjetpresse

 

In Verbindung mit der Entwicklung der neuen sowjetischen Presse stellte Lenin das Arbeitsprogramm der Presse unter den neuen Bedingungen auf. Im ursprünglichen Entwurf des Artikels „Die nächsten Aufgaben der Sowjetpresse“ hatte Lenin geschrieben (bezogen auf Ende März 1918):

... Die Sowjetpresse hat jenen politischen Kleinigkeiten, jenen persönlichen Fragen der politischen Führung, mit denen die Kapitalisten aller Länder versuchen, die Aufmerksamkeit der Volksmassen von den wirklich ernsten, tiefen und grundlegenden Fragen ihres Lebens abzulenken, außerordentlich viel Raum und Aufmerksamkeit gewidmet. In dieser Hinsicht müssen wir fast ganz von Neuem an die Lösung der Aufgabe heran gehen, für die alle materiellen Voraussetzungen vorhanden sind. Es fehlen nur das Bewusstsein von der Notwendigkeit dieser Aufgabe und die Bereitschaft, sie zu lösen. Und das ist die Aufgabe, die Presse aus einem Organ, das vorwiegend über politische Tagesneuigkeiten unterrichtet, in ein ernstes Organ der wirtschaftlichen Erziehung der Volksmassen zu verwandeln. Wir müssen es erreichen, und wir werden es erreichen, dass die Presse, die für die Massen der Sowjetrepublik schreibt, den Fragen der persönlichen Zusammensetzung der politischen Führung oder unbedeutenden politischen Maßnahmen, die die gewöhnliche Tätigkeit, die übliche Arbeit aller politischen Institutionen bilden, weniger Platz einräume. (…) Die Organisation der Arbeit ist die wichtigste, grundlegendste und brennendste Frage des gesamten öffentlichen Lebens. Unser Hauptmittel zur Hebung der Selbstdisziplin der Werktätigen und zum Übergang von den alten, ganz untauglichen Methoden der Arbeit … muss die Presse sein, die die Mängel des wirtschaftlichen Lebens in jeder Arbeitskommune aufdeckt, diese Mängel erbarmungslos brandmarkt, alle Eiterbeulen unseres wirtschaftlichen Lebens aufdeckt und auf diese Weise an die öffentliche Meinung der Werktätigen zur Heilung dieser Eiterbeulen appelliert.“

Die Verwirklichung der Aufgabe, die durch Lenin der sowjetischen Presse gestellt wurden, wandelte entscheidend ihren Charakter. Der Stamm der Journalisten war noch in den alten Vorstellungen über die Aufgaben und den Charakter der Presse befangen, d.h., in Vorstellungen, die sich in vor-revolutionärer Zeit gebildet hatten. Die Presse war daher aus einem einfachen Apparat zur Mitteilung politischer Neuigkeiten in ein Werkzeug der wirtschaftlichen Umerziehung der Volksmassen zu verwandeln, in ein Werkzeug, das die Massen damit bekannt machte, wie die Arbeit auf eine neue Art zu gestalten war.

Lenin und Stalin sorgten dafür, dass die Sowjetpresse als Werkzeug des sozialistischen Aufbaus diente, dass sie sich in allen Einzelheiten mit den Erfolgen der Musterbetriebe bekannt machte, indem sie die Ursachen dieser Erfolge studierte und zur gleichen Zeit einen energischen Kampf gegen die „Traditionen des Kapitalismus“ führte: mit der Anarchie, der Spekulation und der Unordnung. In dem Artikel, den die „Prawda“ am 20. September 1918 brachte, schrieb Lenin über die Aufgaben der Sowjetpresse:

Weniger politisches Wortgeprassel. Weniger intelligenzlerische Betrachtungen. Näher ans Leben heran. Mehr Aufmerksamkeit dafür, wie die Arbeiter- und Bauernmassen tatsächlich in ihrer Alltagsarbeit etwas Neues bauen.“

Die Schaffung einer neuen Zeitung „Ekonomitscheskaja Shisnj“ (Das Wirtschaftsleben), die sich den ökonomischen Fragen widmete, war ein Ausdruck dieser Hinwendung des Interesses der Sowjetpresse zu den Fragen der sozialistischen Ökonomie.

Der Mangel an Papier, der durch die Folgen des Ersten Weltkrieges und durch die ausländische Intervention hervor gerufen worden war, führte dazu, dass die Zeitungen nur in kleinen Auflagen erschienen. Ihre Zahl reichte nicht aus, und man musste die Zeitungen in den Schaukästen auf den Straßen der Städte aushängen, sie an die Wände der Häuser kleben und in „Dorf-Lesestuben“ gemeinschaftliche Zeitungs-Lesestunden veranstalten. Zur gleichen Zeit tauchten in den Fabriken und Betrieben und später auch in den Arbeiterkollektiven in der Stadt und auf dem Lande eigene örtliche Wandzeitungen auf, die in der Geschichte der Presse der ganzen Welt keinen Präzedenzfall haben. Es waren die Zeitungen, die in wenigen Exemplaren vervielfältigt waren und nicht von Berufsjournalisten, sondern von einfachen Sowjetmenschen geschrieben wurden.

Als der Bürgerkrieg und die Intervention beendet waren und eine neue Periode des Überganges zur friedlichen Arbeit für die Wiederherstellung der Volkswirtschaft begann, setzte sich die Entwicklung der sowjetischen Presse rasch fort. Der im Jahre 1918 entstandene Staatsverlag „Gosudarstwennoje isdatelstwo“ erweiterte seine Arbeit beträchtlich, und gleichzeitig entstanden neue Privatverlage unter der Kontrolle der Diktatur des Proletariats. In dem neuen philosophischen Journal „Pod Snamenem Marksisma“ (Unter der Fahne des Marxismus) Nr. 3, Jahrgang 1922, wurde ein Artikel von Lenin veröffentlicht, in dem die Notwendigkeit eines Bündnisses zwischen Kommunisten und Parteilosen betont wurde. Ein Korrespondentenwesen der Arbeiter wurde organisiert. Stalin nannte die Arbeiterkorrespondenten „Kommandeure der proletarischen öffentlichen Meinung“ und sagte, dass „die Unabhängigkeit des Korrespondenten von den Einrichtungen und den Personen, mit denen er bei seiner Arbeit in Berührung kommt, als Basis für seine Arbeit festgelegt werden müsse.“ 1924 gab Stalin der „Krestjanskaja Gaseta“ (Bauernzeitung) die Anweisung: „Hüte deine Dorfkorrespondenten wie deinen Augapfel, das ist deine Armee!“

Zu nennen ist auch die Militärzeitung „Krasnaja Swesda“ (Roter Stern) als Spiegel und Sprachrohr der Roten Armee.

Auf Initiative von Stalin wurde die Jugendzeitung gegründet, „Komsomolskaja Prawda“ (Die Komsomol-Prawda). In einer Begrüßungsrede sagte Stalin:

Möge die 'Komsomolskaja Prawda' eine Alarmglocke sein, die die Schlafenden weckt, die die Müden aufmuntert, die die Zurückgebliebenen antreibt, die den Bürokratismus unserer Behörden geißelt, die die Mängel unserer Arbeit aufdeckt, die die Erfolge unseres Aufbaus verkündet und auf diese Weise die Formung der neuen Menschen, der neuen Errichter des Sozialismus, der neuen Generation von Jungen und Mädchen, die fähig sind, die alte Garde der Bolschewiki zu ersetzen, erleichtert (gedruckt in der „Komsomolskaja Prawda“ Nr. 122 vom 27. Mai 1928).



Und heute ?



Wie oben beschrieben hob Lenin die internationale Bedeutung eines politischen Organs hervor:

Ohne ein politisches Organ ist im heutigen Europa eine Bewegung, die die Bezeichnung politisch verdient, undenkbar. Ohne ein solches Organ ist unsere Aufgabe – alle Elemente der politischen Unzufriedenheit und des Protestes zu konzentrieren und mit ihnen die revolutionäre Bewegung des Proletariats zu befruchten – absolut undurchführbar.“

In der gegenwärtigen, noch ersten Phase des Aufbaus der Komintern (SH), dient unser zentrales Organ als kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator, um die fortschrittlichsten Elemente des Weltproletariats für die proletarische Weltrevolution zu rekrutieren. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist kein Selbstzweck, sondern dient im nächsten Schritt als Vorstufe für die Schaffung einer stalinistisch-hoxhaistischen Weltpresse zur Mobilisierung des gesamten Weltproletariats und aller arbeitenden Massen auf der ganzen Welt. Ohne Verankerung in den Massen kann die Avantgarde die Massen nicht führen, sie kann sich also nicht in der zweiten Phase ihres Aufbaus zu einer bolschewistischen Massenpartei entwickeln. Im Moment dient unser zentrales Organ hauptsächlich als Leitfaden für die Genossen auf der ganzen Welt und insbesondere für die Sektionen, wie der Stalinismus-Hoxhaismus korrekt in ihre revolutionäre Praxis umgesetzt werden kann. Und das wird noch einige Jahre so bleiben, bevor wir eine Massenleserschaft in der Arbeiterklasse gewinnen können.
Ohne die Zeitung „Weltrevolution“ kann die Komintern (SH) ihren Bolschewisierungsprozess nicht systematisch vorantreiben. Ohne ein zentrales Organ ist es unmöglich, den Stalinismus-Hoxhaismus erfolgreich zu verbreiten und in die Praxis umzusetzen. Ohne ein zentrales Organ können wir keine Verbindung zum Weltproletariat herstellen und das Weltproletariat nicht zur sozialistischen Weltrevolution mobilisieren.

Wie definiert der Stalinismus-Hoxhaismus die weltrevolutionäre Propaganda ?

Die weltrevolutionäre Propaganda ist die hingebungsvolle Überzeugungsarbeit über die Notwendigkeit der weltrevolutionären Bewegung und des weltrevolutionären Kampfes des Weltproletariats, die Überzeugungsarbeit über die Notwendigkeit der sozialistischen Weltrevolution, über den Weltsozialismus und Weltkommunismus - durch die Proletarier in ausnahmslos allen Ländern.

Die Komintern (SH) wird die Sowjetpresse gegen alle Feinde verteidigen und sie im Geiste von Lenin und Stalin im Weltmaßstab fortsetzen.

Wolfgang Eggers

22. April 2020

 

 

Wenn ihr euer Wissen über Lenins "Iskra" vertiefen wollt, stellt die Komintern (SH) euch folgenden Text zur Verfügung

 

(entnommen aus:

"Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion- Herausgeber: ZK der KPdSU"

 

 

 

LENINS "ISKRA"

 

 

 

 

Aus Anlass des 150. Geburtstags veröffentlichen wir 100 neue Schriften von Lenin.

Unser Lenin-Archive umfasst jetzt über 50 Sprachen der Welt.

Wie kann man den 150. Geburtstag Lenins besser feiern als mit der Veröffentlichung seiner Schriften ?

Diese Aufgabe hat sich die Komintern (SH) seit ihrer Gründung gestellt und hat bis heute das größte Leninarchiv der Welt geschaffen.

Nur dadurch, dass wir die Schriften Lenins in der ganzen Welt beknnt machen, können wir Lenins Werk vollenden, nämlich die sozialistische Weltrevolution im Geiste des Leninismus zum Sieg zu führen.

 

 

Georgian

 

The great comradeship of Lenin and Stalin

G. V. Bregadze - 1950

 

Lenin on Propaganda and agitation

1962

 

 

Lenin on public education

1936

Lenin on Religion

1955

 

 

Lenin about upbringing and education

1972

 

 

 

Lenin about Youth

1956

 

Lenin - Marx - Engels - Marxism

1948

 

Lenin on the National Question

1937

 

 

 

Lenin on Culture and Art

1957

 

 

 

Lenin on the Fight against Nationalism

1981

 

 

 

Lenin on Socialism and Religion

1980

 

 

 

What is Soviet Power and other Actual Articles

1954

 

 

Complete works in Georgian language

 

Volume 2

1948

 

Volume 26

1948

 

Volume 29

1948

 

 

Volume 30

1948

 

 

Albanian

V. I. Lenin 

Tri Burimet dhe Tri Pjeset Perberese te Marksizmit

1913

 

 

V. I. Lenin 

FATET HISTORIKE TË DOKTRINËS SË KARL MARKSIT

Pravda Nr. 50, 1 mars 1913.

 

German

 

,

Über den Staat

11. Juli 1919

 

 

 

Icelandic Archive

V. I. Lenin 

 

 

Uzbek

V. I. Lenin 

Davlat va inqilob

 

Burmese Archive

 

Czech

V. I. Lenin 

Referát na zasedání VÚVV

(29. dubna 1918)

 

 

POLITICKÁ ZPRÁVA UV KS(b)R NA XI. SJEZDU

1922

 

Lenin in Greek language

Volume 1 - 3

Β.Ι. Λένιν - Άπαντα

(τόμος 1)

 

 

Β.Ι. Λένιν - Άπαντα

(τόμος 2)

 

 

Β.Ι. Λένιν - Άπαντα

(τόμος 3)

 

 

 

Indonesian

Surat Lenin Untuk Komite Pusat PBSDR

(1917)

 

 

ગુજરાતી

Gujarati

Sinhala (සිංහල)

SINHALA

Lenin , Selected works in 12 Volumes

1

 

 

2

 

 

3

 

 

4

 

 

5

 

 

6

 

 

 

7

 

 

8

 

 

9

 

 

10

 

 

11

 

 

12

 

 

Turkish

ANARŞİZM VE ANARKO-SENDİKALİZM

MARX, ENGELS, LENİN

 

 

İŞÇİ SIN IFI PARTİSİ ÜZERİNE

MARX, ENGELS, LENlN

 

 

PARTİZAN SAVAŞI

MARX, ENGELS, LENlN, STALIN

 

 

 

 

Marksist Felsefe Kilavuzu

MARX, ENGELS, LENlN

 

 

PARIS KOMUNU UZERINE


MARX, ENGELS, LENIN

 

 

SENDIKALAR UZERINE

MARX, ENGELS, LENIN

 

 

lll.ENTERNASYONAL
KONUŞMALARI

 

 

1905

 

 

1917 SUBAT DEVRIMI

1917 Yazilari - 1

 

 

BOTON IKTIDAR SOVETLERE

1917 Yazdan - 2

 

 

AYDIN KESİMİ ÜSTÜNE

 

 

 

 

BÖLÜ ÜZERE

(RSDIP'de Bölünmenin Tarihçesi)

 

 

DEVLET

 

 

DEVLET UZERINE

 

 

SOVYET lKTlDARI VE
DONYA DEVRlMl

Devrim Yazilan - 1

 

 

BOLSEVIKLER VE PROLETARYA
DIKTATORLOGO

Devrim Yazilan - 2

 

 

SOSYALIZME GECIS DONEMINDE EKONOMI

Devrim Yazilan - 3

 

 

 

KRONSTADT'TAN PARTI IÇI MUHALEFETE

Devrim Yazilan - 4

 

 

 

DEVRIMCI LAFAZANLIK

 

 

DEVRIMCI PROLETARYANIN

1 MAYIS EYLEMI

 

 

DOGU'DA ULUSAL KURTULUŞ HAREKETLERİ

 

 

EDEBIYAT VE SANAT UZERINE

 

 

EMPERYAIST EKONOMIZM

MARKSIZMlN BIR KARIKTÜRÜ

 

 

FELSEFE DEFTERLERI

 

 

"HALKIN DOSTLARI" KIMLERDIR?

VE
SOSYAL-DEMOKRATLARA KARŞI NASIL MÜCADELE EDERLER?

 

 

FRENCH

Sur Lénine

 

La Révolution Russe de 1917

Lénine - Staline

 

LE DÉVELOPPEMENT DU CAPITALISME EN RUSSIE

1899

 

A propos des grèves en cours


 

Par où commencer ?

1901

 


Que faire ?

1902

 

 


BILAN D'UNE DISCUSSION SUR LE DROIT DES NATIONS A DISPOSER D'ELLES-MEMES

1916

 

L'ETAT ET LA REVOLUTION

30 novembre 1917.

PDF

 

Discours prononcé à l'inauguration du monument à Marx et à Engels

1918

 

 

De l'Etat

11. Juillet 1919

PDF

 

 

 

RUSSIAN

 

ЛЕНИН

 

 

 

В. И. ЛЕНИН В КАЗАНИ

открытки

 

 

ИСТОРИЧЕСКИЕ МЕСТА УЛЬЯНОВСКА

(Путеводитель) - 1954

 

 

ЛЕНИН В ШВЕЦИИ

1972

 

 

Ленин - Основатель Интернационала

 

 

Председатель Совета Народных Комиссаров

ОЧЕРКИ ГОСУДАРСТВЕННОЙ ДЕЯТЕЛЬНОСТИ
В 1917—1918 гг.

М.П. ИРОШНИКОВ

 

 

Ленинский нэп

1924

 

Ленин В.И.

ВОПРОСЫ СТРОИТЕЛЬСТВА СОЦИАЛИЗМА И КОММУНИЗМА В СССР

1959

 


К. Маркс, Ф. Энгельс, В.И. Ленин

2

 

Владимир Ильич Ленин

Четыре работы о марксизме

 

В. И. ЛЕНИН ОБ ИСТОРИЧЕСКОМ ОПЫТЕ
ВЕЛИКОГО ОКТЯБРЯ

 

 

 

 

 

с Лениным

Попов - 1963

 

 

 

 

 

Смерть В. И. Ленина.
Правительственное сообщение.

 

 

 

 

 

Ленин в творчестве народов Востока.

Л.В.Соловьев

 

 

 

 

 

Октябрьская революция

1934

 

 

 

 

 

Мурзилка

сказки на ленина

1938 - 01

 

 

 

МАРИЯ АЛЕКСАНДРОВНА УЛЬЯНОВА
В книге рассказывается о жизни матери В.И.Ленина

ЖОРЕС ТРОФИМОВ

 

 


О В.И.Ленине и семье Ульяновых

М.И.Ульянова

 

 

 

 

Ярославский

1925

 

 

 

Ленин и философия.

Иван Капитонович Луппол - 1930

 

 


ЛЕНИН И ДЕТИ

В. БОНЧ-БРУЕВИЧ - 1987

 

 

Водитель Ленина помнит ...

1957

 

 

 

По залам Центрального музея
В.И.ЛЕНИНА

КРАТКИЙ ПУТЕВОДИТЕЛЬ
1968

 

Сталин

По поводу смерти Ленина
Речь на II Всесоюзном Съезде Советов 26 января 1924 г.

О Ленине: Речь на вечере кремлевских курсантов 28 января 1924 г

 

 

 

TAMIL

new Lenin archive:

Tamil / தமிழ

 

லெனின்
மாயகோவ்ஸ்கி

 

TAJIKS

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Tajiks / تاجيک

Ленин дар масъалаи миллй

 

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Thai

เลนิน

 

 

HINDI

अक्टूबर क्रांति पर लेनिन

1955

 

 

 

1960

 

 

BANGLA

লেনিন

1932

 

new Lenin Archive

ASSAMESE

অসমীয়া

 

new Lenin Archive

Gujarātī

 

 

URDU

 

لینن
ولادیمیر یاکووسکی

 

 

 

لینن: کیا کرنا ہے؟ -

 

 

 

 

Yiddish

ייִדיש‎, יידיש‎ or אידישyidish/idish

LENIN VLADIMIR ILITSH

OYSGEVEYLTE VERK

IN ZEKS BENDER

(selected works, Vol 1 - 6 )

ṿerḳ 1

ṿerḳ 2

ṿerḳ 3

ṿerḳ 4

ṿerḳ 5

ṿerḳ 6

 

 

LENIN VLADIMIR ILITSH

Lenin's life and work

1945

 

 

LENIN

ILUSTRIRT ZAMLBUKH

 

1918

 

 

LENIN 1918

DI REDE FUN MKHOVER

 

 

LENIN IN ZSHENEVE UN IN PARIZ

1931 - I. M. VLADIMIROV

 

 

MOTELE FUN DORF "IKOR" UN KHAVER LENIN

Solomon Davidman

 

 

LENIN

N. K. Krupskaya

1932

 

 

 

DRAY ATENTATN AF V. I. LENIN

Vladimir Dmitrievich Bonch Bruevich - 1931