Lenin

Parteiorganisation und Parteiliteratur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wladimir Iljitsch Lenin

 

Parteiorganisation und Parteiliteratur

(1905)

Nowaja Shisn, Nr.12, 13. November 1905
W.I. Lenin, Werke, Bd.10, S.29-34.

 

Der programmatische Artikel Parteiorganisation und Parteiliteratur, in dem W.I. Lenin das Prinzip der Parteiliteratur begründet, den Platz des ideologischen Kampfes innerhalb der gesamten Parteiarbeit bestimmt und das Wesen von Parteilichkeit und Freiheit des literarischen und künstlerischen Schaffens überhaupt vom Standpunkt des Proletariats erklärt, erschien in der Nowaja Shisn, Nr. 12 vom 13. November 1905.

 

Die nach der Oktoberrevolution [2] in Rußland entstandenen neuen Bedingungen für die sozialdemokratische Tätigkeit haben die Frage der Parteiliteratur auf die Tagesordnung gestellt. Der Unterschied zwischen illegaler und legaler Presse – dieses traurige Erbe der Epoche des leibeigenschaftlichen, absolutistischen Rußlands – beginnt zu schwinden. Dieses Erbe ist noch nicht tot, bei weitem nicht tot. Die Willkür der heuchlerischen Regierung unseres Ministerpräsidenten geht noch so weit, daß die Iswestija Sowjeta Rabotschith Deputatow [3] „illegal“ gedruckt werden, aber die dummen Versuche, das zu „verbieten“, was sie nicht zu verhindern imstande ist, bringen der Regierung nichts ein als Schande und neue moralische Hiebe.

Solange ein Unterschied zwischen illegaler und legaler Presse bestand, wurde die Frage, was als Partei- und was nicht als Parteiliteratur zu betrachten ist, äußerst einfach und äußerst falsch und unnatürlich gelöst. Die gesamte illegale Presse war Parteiliteratur, wurde von Organisationen herausgegeben und von Gruppen geleitet, die so oder anders mit Gruppen praktischer Parteiarbeiter in Verbindung standen. Die gesamte legale Presse war keine Parteiliteratur, weil die Parteien verboten waren – aber sie „tendierte“ zu der einen oder ändern Partei. Unnatürliche Bündnisse, anormale „Ehen“, falsche Aushängeschilder waren unvermeidlich. Man konnte nicht mehr unterscheiden zwischen den erzwungenen Unausgesprochenheiten jener, die gewillt waren, die Auffassungen der Partei zum Ausdruck zu bringen, und der Beschränktheit oder Feigheit des Denkens jener, die zu diesen Auffassungen noch nicht herangereift, im Grunde also keine Parteileute waren.

Verfluchte Zeit der äsopischen Redeweise, der literarischen Knechtschaft, der Sklavensprache, der geistigen Leibeigenschaft! Das Proletariat hat dieser Niedertracht, die alles Lebendige und Frische in Rußland zu ersticken drohte, ein Ende gemacht. Aber das Proletariat hat bisher nur die halbe Freiheit für Rußland erkämpft.

Die Revolution ist noch nicht vollendet. Hat der Zarismus nicht mehr die Kraft, die Revolution zu besiegen, so hat die Revolution noch nicht die Kraft, den Zarismus zu besiegen. Und wir leben in einer Zeit, da sich diese widernatürliche Verbindung der offenen, ehrlichen, direkten und konsequenten Parteilichkeit mit der unterirdischen, verdeckten, „diplomatischen“ und aalglatten „Legalität“ überall und in allem auswirkt. Diese widernatürliche Verbindung wirkt sich auch in unserer Zeitung aus: Herr Gutschkow [4] mag noch so sehr witzeln über eine sozialdemokratische Tyrannei, die es verbietet, bürgerlich-liberale, gemäßigte Zeitungen zu drucken, die Tatsache bleibt dennoch bestehen, daß das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands, der Proletari [5], bislang außerhalb der Grenzen des absolutistischen Polizeistaates Rußland erscheint.

Gleichviel, auch die halbe Revolution zwingt uns alle, sofort an eine Neuregelung der Dinge zu gehen. Die Literatur kann jetzt sogar „legal“ zu neun Zehnteln Parteiliteratur sein. Und sie muß Parteiliteratur werden. Im Gegensatz zu den – bürgerlichen Sitten, im Gegensatz zur bürgerlichen Unternehmer- und Krämerpresse, im Gegensatz zum bürgerlichen Karrierismus und Individualismus in der Literatur, zum Edelanarchismus“ und zur Jagd nach Gewinn muß das sozialistische Proletariat das Prinzip der Parteiliteratur aufstellen, dieses Prinzip entwickeln und es möglichst vollständig und einheitlich verwirklichen.

Worin besteht nun dieses Prinzip der Parteiliteratur? Nicht nur darin, daß für das sozialistische Proletariat die literarische Tätigkeit keine Quelle des Gewinns von Einzelpersonen oder Gruppen sein darf, sie darf überhaupt keine individuelle Angelegenheit sein, die von der allgemeinen proletarischen Sache unabhängig ist. Nieder mit den parteilosen Literaten! Nieder mit den literarischen Übermenschen! Die literarische Tätigkeit muß zu einem Teil der allgemeinen proletarischen Sache, zu einem „Rädchen und Schräubchen“ des einen einheitlichen, großen sozialdemokratischen Mechanismus werden, der von dem ganzen politisch bewußten Vortrupp der ganzen Arbeiterklasse in Bewegung gesetzt wird. Die literarische Betätigung muß ein Bestandteil der organisierten, planmäßigen, vereinigten sozialdemokratischen Parteiarbeit werden.

„Jeder Vergleich hinkt“, sagt ein deutsches Sprichwort. So hinkt auch mein Vergleich der Literatur mit einem Schräubchen und der lebendigen Bewegung mit einem Mechanismus. Es werden sich sogar sicher hysterische Intellektuelle finden, die ein Geschrei erheben ob eines solchen Vergleichs, der den freien Kampf der Ideen, die Freiheit der Kritik, die Freiheit des literarischen Schaffens usw. usf. herabwürdigt, abtötet, „bürokratisiert“. Ein solches Geschrei wäre im Grunde nur der Ausdruck von bürgerlich-intellektuellem Individualismus. Kein Zweifel, das literarische Schaffen verträgt am allerwenigsten eine mechanische Gleichmacherei, eine Nivellierung, eine Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Kein Zweifel, auf diesem Gebiet ist es unbedingt notwendig, weiten Spielraum für persönliche Initiative und individuelle Neigungen, Spielraum für Gedanken und Phantasie, Form und Inhalt zu sichern. Das alles ist unbestritten, aber das alles beweist lediglich, daß der literarische Teil der Parteiarbeit des Proletariats den anderen Teilen der Parteiarbeit des Proletariats nicht schablonenhaft gleichgesetzt werden darf. Das alles widerlegt keineswegs die in den Augen der Bourgeoisie und der bürgerlichen Demokratie fremdartige und seltsame These, daß die literarische Tätigkeit unbedingt und jedenfalls ein mit den anderen Teilen untrennbar verbundener Teil der sozialdemokratischen Parteiarbeit werden muß. Die Zeitungen müssen Organe der verschiedenen Parteiorganisationen werden. Die Literaten müssen unbedingt Parteiorganisationen angehören. Verlage und Lager, Läden und Leseräume, Bibliotheken und Buchvertriebe – alles dies muß der Partei unterstehen und ihr rechenschaftspflichtig sein. Diese ganze Arbeit muß vom organisierten sozialistischen Proletariat verfolgt und kontrolliert werden, das dieser ganzen Arbeit, ohne jede Ausnahme, den lebendigen Atem der lebendigen proletarischen Sache einhauchen und so dem alten, halb Oblomowschen, halb krämerhaften russischen Prinzip: der Schriftsteller schreibt, wie’s kommt, der Leser liest, wie’s kommt [6], den Boden unter den Füßen wegziehen muß.

Wir behaupten selbstverständlich nicht, daß diese Wandlung des von der asiatischen Zensur und der europäischen Bourgeoisie verhunzten literarischen Schaffens mit einem Schlag erfolgen kann. Der Gedanke, irgendein einförmiges System oder die Lösung der Aufgabe durch ein paar Entschließungen zu verkünden, liegt uns fern. Nein, von Schematismus kann auf diesem Gebiet am allerwenigsten die Rede sein. Es handelt sich darum, daß unsere ganze Partei, daß das gesamte bewußte sozialdemokratische Proletariat ganz Rußlands diese neue Aufgabe erkennt, sie klar stellt und ihre Lösung allüberall in die Hand nimmt. Der Gefangenschaft der leibeigenschaftlichen Zensur entronnen, wollen und werden wir uns nicht in die Gefangenschaft der bürgerlich-krämerhaften Literaturverhältnisse begeben. Wir wollen und werden eine freie Presse schaffen, frei nicht nur von der Polizei, sondern auch vom Kapital und vom Karrierismus, ja noch mehr, frei auch vom bürgerlich-anarchistischen Individualismus.

Diese letzten Worte mögen als ein Paradox oder eine Verhöhnung der Leser anmuten. Wie denn! wird vielleicht ein Intellektueller, ein eifriger Freund der Freiheit, ausrufen. Wie denn! Ihr wollt eine so delikate, individuelle Sache wie das literarische Schaffen der Kollektivität unterordnen! Ihr wollt, daß die Arbeiter mit Stimmenmehrheit über Fragen der Wissenschaft, der Philosophie, der Ästhetik entscheiden! Ihr leugnet die absolute Freiheit des absolut individuellen geistigen Schaffens!

Beruhigt euch, Herrschaften! Erstens ist von der Parteiliteratur und ihrer Unterordnung unter die Parteikontrolle die Rede. Jeder hat die Freiheit, zu schreiben und zu reden, was ihm behagt, ohne die geringste Einschränkung. Aber jeder freie Verband (darunter die Partei) hat auch die Freiheit, solche Mitglieder davonzujagen, die das Schild der Partei benutzen, um parteiwidrige Auffassungen zu predigen. Die Freiheit des Wortes und der Presse soll vollständig sein. Aber auch die Freiheit der Verbände soll vollständig sein. Ich muß dir im Namen der Freiheit des Wortes das volle Recht einräumen, zu schreien, zu lügen und zu schreiben, was dir behagt. Du aber mußt mir im Namen der Freiheit der Verbände das Recht einräumen, mit Leuten, die das oder jenes sagen, ein Bündnis zu schließen oder zu lösen. Die Partei ist ein freiwilliger Verband, der unweigerlich zunächst ideologisch und dann auch materiell zerfallen würde, wenn er sich nicht derjenigen Mitglieder entledigte, die parteiwidrige Auffassungen predigen. Zur Festsetzung der Grenze aber zwischen dem, was parteimäßig und was parteiwidrig ist, dient das Parteiprogramm, dienen die taktischen Resolutionen und das Statut der Partei, dient schließlich die ganze Erfahrung der internationalen Sozialdemokratie, der internationalen freiwilligen Verbände des Proletariats, das in seine Parteien ständig einzelne Elemente oder Strömungen einschließt, die nicht ganz konsequent, nicht ganz rein marxistisch, nicht ganz richtig sind, das aber auch ständig periodische „Reinigungen“ seiner Partei vornimmt. So wird es, meine Herren Anhänger der bürgerlichen „Freiheit der Kritik“, innerhalb der Partei auch bei uns sein: Unsere Partei wird jetzt mit einemmal zu einer Massenpartei, wir erleben jetzt einen jähen Übergang zur offenen Organisation, zu uns werden jetzt unweigerlich viele (vom marxistischen Standpunkt aus) inkonsequente Leute stoßen, vielleicht sogar manche Christen, vielleicht sogar manche Mystiker. Wir haben gesunde Mägen, wir sind felsenfeste Marxisten. Wir werden diese inkonsequenten Leute verdauen. Die Freiheit des Denkens und die Freiheit der Kritik innerhalb der Partei werden uns nie vergessen lassen, daß es eine Freiheit der Gruppierung von Menschen zu freien Verbänden gibt, die man Parteien nennt.

Zweitens, meine Herren bürgerlichen Individualisten, müssen wir euch sagen, daß eure Reden über absolute Freiheit eine einzige Heuchelei sind. In einer Gesellschaft, die sich auf die Macht des Geldes gründet, in einer Gesellschaft, in der die Massen der Werktätigen ein Bettlerdasein und das Häuflein Reicher ein Schmarotzerleben führen, kann es keine reale und wirkliche „Freiheit“ geben. Herr Schriftsteller, sind Sie frei von Ihrem bürgerlichen Verleger? von Ihrem bürgerlichen Publikum, das von Ihnen Pornographie in Rahmen [7] und Bildern und Prostitution als „Ergänzung“ zur „heiligen“ Bühnenkunst fordert? Diese absolute Freiheit ist doch eine bürgerliche oder anarchistische Phrase (denn als Weltanschauung ist der Anarchismus die umgestülpte Bürgerlichkeit). Man kann nicht zugleich in der Gesellschaft leben und frei von ihr sein. Die Freiheit des bürgerlichen Schriftstellers, des Künstlers und der Schauspielerin ist nur die maskierte (oder sich heuchlerisch maskierende) Abhängigkeit vom Geldsack, vom Bestochen- und vom Ausgehaltenwerden.

Und wir Sozialisten entlarven diese Heuchelei, reißen die falschen Aushängeschilder herunter – nicht um eine klassenfreie Literatur und Kunst zu erhalten (das wird erst in der klassenlosen sozialistischen Gesellschaft möglich sein), sondern um der heuchlerisch freien, in Wirklichkeit aber mit der Bourgeoisie verbundenen Literatur die wirklich freie, offen mit dem Proletariat verbundene Literatur gegenüberzustellen.

Das wird eine freie Literatur sein, weil nicht Gewinnsucht und nicht Karriere, sondern die Idee des Sozialismus und die Sympathie mit den Werktätigen neue und immer neue Kräfte für ihre Reihen werben werden. Das wird eine freie Literatur sein, weil sie nicht einer übersättigten Heldin, nicht den sich langweilenden und an Verfettung leidenden „oberen Zehntausend“ dienen wird, sondern den Millionen und aber Millionen Werktätigen, die die Blüte des Landes, seine Kraft, seine Zukunft verkörpern. Das wird eine freie Literatur sein, die das letzte Wort des revolutionären Denkens der Menschheit durch die Erfahrung und die lebendige Arbeit des sozialistischen Proletariats befruchten und zwischen der Erfahrung der Vergangenheit (dem wissenschaftlichen Sozialismus, der die Entwicklung des Sozialismus, von seinen primitiven, utopischen Formen an, vollendet hat) und der Erfahrung der Gegenwart (dem heutigen Kampf der Genossen Arbeiter) eine ständige Wechselwirkung schaffen wird.

An die Arbeit denn, Genossen! Vor uns liegt eine schwierige und neue, aber große und dankbare Aufgabe – das umfassende, vielseitige, mannigfaltige literarische Schaffen in enger und unlösbarer Verbindung mit der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung zu organisieren. Die ganze sozialdemokratische Literatur soll Parteiliteratur werden. Alle Zeitungen, Zeitschriften, Verlage usw. müssen sich sofort an die Reorganisation machen und Vorbereitungen dafür treffen, daß sie auf dieser oder jener Grundlage völlig in die eine oder andere Parteiorganisation eingehen können. Nur dann wird die „sozialdemokratische“ Literatur wirklich sozialdemokratisch werden, nur dann wird sie ihre Pflicht erfüllen können, nur dann wird sie auch im Rahmen der bürgerlichen Gesellschaft imstande sein, sich von der Sklaverei der Bourgeoisie frei zu machen und mit der Bewegung der wirklich fortgeschrittensten und bis zu Ende revolutionären Klasse zu verschmelzen.

 


Anmerkungen

 

[1] Nowaja Shisn (Neues Leben) – erste legale bolschewistische Tageszeitung, die vom 27. Oktober (9. November) bis 3. (16.) Dezember 1905 in Petersburg erschien. Offiziell galt als verantwortlicher Redakteur der Nowaja Shisn der Dichter N.M. Minski und als Herausgeberin M.F. Andrejewa. Nachdem W.I. Lenin Anfang November 1905 aus der Emigration nach Petersburg zurückgekehrt war, erschien die Zeitung unter seiner unmittelbaren Leitung. Die Nowaja Shisn war faktisch das Zentralorgan der SDAPR. Die engsten Mitarbeiter der Zeitung waren W.D. Bontsch-Brujewitsch, A.W. Lunatscharski, M.S. Olminski, W.W. Worowski und andere. Maxim Gorki arbeitete aktiv an der Zeitung mit und erwies ihr auch große finanzielle Unterstützung. In der Zeitung wurden 14 Artikel W.I. Lenins veröffentlicht.

Die Nowaja Shisn war häufig Repressalien ausgesetzt. Nach Erscheinen der Nummer 27 vom 2. Dezember wurde die Zeitung von der zaristischen Regierung verboten. Die letzte Ausgabe, Nr.28, erschien illegal.

[2.] Es handelt sich um den politischen Generalstreik in Rußland vom Oktober 1905.

[3.] Iswestija Sowjeta Rabotschich Deputatow (Nachrichten des Sowjets der Arbeiterdeputierten) – offizielles Organ des Petersburger Sowjets der Arbeiterdeputierten; erschien vom 17. (30.) Oktober bis 14. (27.) Dezember 1905 und brachte laufend Informationen über die Tätigkeit des Sowjets. Die Zeitung hatte keine ständige Redaktion; sie wurde ohne Genehmigung der Behörden und der Besitzer in den Druckereien verschiedener bürgerlicher Zeitungen gedruckt. Es erschienen 10 Nummern. Nr.11 wurde von der Polizei während des Drucks beschlagnahmt.

[4.] Gutschkow A.I. (1862-1936) – Großkapitalist, Organisator und Führer der Partei der Oktobristen.

[5.] Proletari (Der Proletarier) – illegale bolschewistische Wochenzeitung, Zentralorgan der SDAPR, gegründet auf Beschluß des III. Parteitags. Das Plenum des Zentralkomitees der Partei vom 27. April (10. Mai) 1905 ernannte W.I. Lenin zum verantwortlichen Redakteur des ZO. Der Proletari wurde vom 14. (27.) Mai bis 12. (25.) November 1905 in Genf herausgegeben; es erschienen 26 Nummern. Der Proletari setzte die Linie der alten, Leninschen Iskra und des bolschewistischen Wperjod fort. Lenin schrieb für die Zeitung etwa 90 Artikel und Notizen. Ständige Mitarbeiter der Redaktion waren A.W. Lunatscharski, M.S. Olminski und W.W. Worowski. Eine umfangreiche Arbeit in der Redaktion leisteten N.K. Krupskaja, W.A.. Karpinski und W. M. Welitschkina.

Der Proletari führte einen schonungslosen Kampf gegen die Menschewiki und andere opportunistische und revisionistische Elemente. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Propagierung der Beschlüsse des III. Parteitags und beim organisatorischen und ideologischen Zusammenschluß der Bolschewiki.

Bald nachdem Lenin Anfang November 1905 nach Rußland abgereist war, stellte der Proletari sein Erscheinen ein. Die letzten beiden Nummern (Nr.25 und Nr.26) erschienen unter der Redaktion von W.W. Worowski, aber auch für diese Nummern hatte Lenin einige Artikel geschrieben, die erst nach seiner Abreise aus Genf veröffentlicht wurden.

[6.] Oblomow – Titelheld eines Romans von I.A. Gontscharow. Er wurde zum Symbol der patriarchalischen Rückständigkeit, Stagnation, Trägheit, des gesellschaftlichen Para- sitismus. – Der Ausspruch: „Der Schriftsteller schreibt, wie’s kommt ...“ stammt aus Bunte Briefe von M.J. Saltykow-Schtschedrin.

[7.] Offensichtlich ein Schreibfehler im Zeitungstext. Sinngemäß müßte es heißen: „in Romanen“.