1907

Wladimir Iljitsch Lenin







Der Internationale Sozialistenkongress in


Stuttgart



geschrieben Ende August bis Anfang September 1907



veröffentlicht am 20. Oktober 1907 im „Proletari“, Nr. 17; wieder veröffentlicht von der Komintern (SH) zum 140. Geburtstag Lenin – April 2010

Lenin, Band 13, Seite 66 – 73




Der Internationale Sozialistenkongress in Stuttgart, der im August dieses Jahres in Stuttgart tagte, zeichnete sich durch außerordentlich zahlreiche Beteiligung und vollständige Vertretung aus. Alle fünf Erdteile entsandten ihre Delegierten, deren Gesamtzahl sich auf 886 belief. Doch war der Kongress nicht nur eine grandiose Demonstration der internationalen Einheit des proletarischen Kampfes, sondern er spielte auch im Hinblick auf die Festlegung der Taktik der sozialistischen Parteien eine hervorragende Rolle. Zu einer ganzen Reihe von Fragen, die bisher ausschließlich im Rahmen der einzelnen sozialistischen Parteien entschieden wurden, fasste der Kongress allgemein gültige Resolutionen. In dieser zunehmenden Anzahl von Fragen, der für die verschiedenen Länder eine einheitliche prinzipielle Lösung erheischen, tritt der Zusammenschluss des Sozialismus zu einer einheitlichen internationalen Kraft besonders deutlich zu Tage. [ hervorgehoben von der Komintern (SH) ] ;

Wir bringen weiter unten den vollen Wortlaut der Stuttgarter Resolutionen [ im „Proletari“ Nr. 17 vom 20. Oktober 1907 veröffentlicht ] . An dieser Stelle aber wollen wir auf jede einzelne kurz eingehen, um die wichtigsten Streitfragen und den Charakter der Debatten des Kongresses hervorzuheben.



Nicht zum ersten Mal beschäftigt die Kolonialfrage internationale Kongresse.

Bisher bestanden ihre Beschlüsse stets darin, dass die bürgerliche Kolonialpolitik als Ausplünderungs – und Gewaltpolitik aufs schärfste verurteilt wurde. Diesmal aber war die entsprechende Kommission des Kongresses derart zusammengesetzt, dass opportunistische Elemente, mit dem Holländer van Kol an der Spitze, in ihr die Oberhand gewannen. In den Resolutionsentwurf wurde der Satz eingefügt, dass der Kongress nicht prinzipiell jede Kolonialpolitik verwerfe, die unter sozialistischem Regime zivilisatorisch wirken könne. Die Minderheit der Kommission (der Deutsche Ledebour, die polnischen und russischen Sozialdemokraten und viele andere) protestierte energisch gegen die Zulässigkeit eines solchen Gedankens. Die Frage wurde dem Kongress zur Entscheidung vorgelegt, und die Kräfte der beiden Strömungen erwiesen sich als zahlenmäßig derartig ausgeglichen, dass der Kampf mit beispielloser Leidenschaftlichkeit entbrannte.

Die Opportunisten scharten sich um van Kol. Im Namen der Mehrheit der deutschen Delegierten sprachen Bernstein und David für die Anerkennung der „sozialistischen Kolonialpolitik“ und wetterten gegen die Radikalen, weil sie einen unfruchtbaren negativen Standpunkt bezögen, kein Verständnis zeigten für die Bedeutung von Reformen, kein taktisches Kolonialprogramm vorzuweisen hätten usw. Ihnen erwiderte unter anderem Ksutsky, der sich genötigt sah, den Kongress zu ersuchen, sich gegen die Mehrheit der deutschen Delegation auszusprechen. Er wies mit Recht darauf hin, dass von einer Ablehnung des Kampfes um Reformen keine Rede sei: in den übrigen Teilen der Resolution, die keine Diskussion hervor gerufen hätten, sei dies mit aller Bestimmtheit ausgesprochen. Es handle sich darum, ob wir dem heutigen bürgerlichen Ausplünderungs – und Gewaltregime Zugeständnisse machen sollten. Zur Erörterung auf dem Kongress stehe die heutige Kolonialpolitik, diese Politik aber fuße auf direkter Knechtung der Wilden: die Bourgeoisie führe faktisch in den Kolonien die Sklaverei ein, setze die Eingeborenen unerhörten Misshandlungen und Vergewaltigungen aus, „zivilisiere“ sie durch die Verbreitung von Schnaps und Syphilis. Und angesichts dieser Sachlage redeten Sozialisten in gewundenen Phrasen von der Möglichkeit einer prinzipiellen Anerkennung der Kolonialpolitik ! Das würde den direkten Übergang zum bürgerlichen Standpunkt bedeuten. Das würde heißen, einen entschiedenen Schritt zu tun, um das Proletariat der bürgerlichen Ideologie, dem bürgerlichen Imperialismus, der heute besonders stolz sein Haupt erhebe, unterzuordnen.

Der Kommissionsantrag wurde auf dem Kongress mit 128 gegen 108 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen (Schweiz) zu Fall gebracht. Es sei hier bemerkt, dass in Stuttgart den einzelnen Nationen zum ersten Mal bei den Abstimmungen verschiedene Stimmenzahlen zugesprochen wurden – von 20 Stimmen an (große Nationen, darunter Russland) bis herunter zu 2 (Luxemburg). Die kleinen Nationen, die entweder keine Kolonialpolitik treiben oder aber unter ihr leiden, überwogen in ihrer Gesamtheit diejenigen Staaten, die sogar das Proletariat in gewissem Grad mit der Sucht nach Eroberungen angesteckt haben.

Diese Abstimmung in der Kolonialfrage ist von außerordentlicher Bedeutung. Erstens stellt sie eine besonders anschauliche Selbstentlarvung des sozialistischen Opportunismus dar, der den bürgerlichen Lockungen nicht zu widerstehen vermag. Zweitens trat hier ein negativer Zug der europäischen Arbeiterbewegung zu Tage, der geeignet ist, der Sache des Proletariats nicht geringen Schaden zuzufügen, und daher ernste Beachtung verdient. Marx hat mehrfach auf einen Ausspruch Sismondis hingewiesen, der von größter Bedeutung ist. Die Proletarier des Altertums – so lautet dieser Ausspruch – lebten auf Kosten der Gesellschaft. Die moderne Gesellschaft lebt auf Kosten der Proletarier [ Marx, „Das Kapital“ in MEW Werke , Band 23, Seite 621 ]

Die Klasse der zwar Besitzlosen, aber nicht Werktätigen, ist nicht fähig, die Ausbeuter zu stürzen. Nur die Klasse der Proletarier, von deren Arbeit die ganze Gesellschaft lebt, ist imstande, die soziale Revolution zu vollziehen. Nun hat aber die ausgedehnte Kolonialpolitik dazu geführt, dass der europäische Arbeiter zum Teil in eine solche Lage geraten ist, dass die Gesellschaft als Ganzes nicht von seiner Arbeit, sondern von der Arbeit der fast zu Sklaven herab gedrückten kolonialen Eingeborenen lebt. Die englische Bourgeoisie zum Beispiel zieht aus den Millionen und aber Millionen der Bevölkerung Indiens und anderer Kolonien größere Profite als aus den englischen Arbeitern. Unter solchen Verhältnissen entsteht in bestimmten Ländern die materielle, ökonomische Grundlage, um das Proletariat des einen oder anderen Landes mit dem Kolonialchauvinismus anzustecken. Dies kann natürlich nur eine vorübergehende Erscheinung sein, nichtsdestoweniger aber muss man das Übel klar erkennen, seine Ursachen begreifen, um das Proletariat aller Länder zum Kampf gegen einen solchen Opportunismus zusammenschließen zu können. Und dieser Kampf wird unausbleiblich zum Siege führen, denn die „privilegierten“ Nationen bilden in der Gesamtheit der kapitalistischen Nationen einen immer geringeren Teil. [ hervorgehoben von der Komintern (SH) ] ;




Die Frage des Frauenwahlrechts rief auf dem Kongress fast keine Diskussion hervor. Es fand sich nur eine Engländerin aus der extrem opportunistischen englischen „Gesellschaft der Fabier“ [ seit 1884 , Gruppe bürgerlicher Intellektueller, die den friedlichen Übergang zum Sozialismus predigten ] , die versuchte, die Zulässigkeit eines sozialistischen Kampfes um ein beschränktes Frauenwahlrecht, das heißt, kein allgemeines, sondern ein Zensurwahlrecht, zu verfechten. Die Fabierin blieb völlig isoliert. Die Hintergründe ihres Standpunkts sind einfach: die englischen bürgerlichen Damen erhoffen für sich das Wahlrecht, wollen es aber nicht auf das weibliche Proletariat ausgedehnt wissen.

Zu gleicher Zeit mit dem Internationalen Sozialistenkongress tagte in Stuttgart in dem selben Gebäude die erste Internationale Sozialistische Frauenkonferenz. Auf dieser Konferenz und in der Kommission des Kongresses kam es bei der Erörterung der Resolution zu interessanten Debatten zwischen deutschen und österreichischen Sozialdemokraten. In ihrem Kampf um das allgemeine Wahlrecht ließen die letzteren die Forderung nach Gleichstellung der Frauen etwas in den Hintergrund treten: aus praktizistischen Erwägungen heraus stellten sie als ihre Forderung nicht das Allgemeine Wahlrecht in den Mittelpunkt, sondern das Wahlrecht für Männer. In den Reden Clara Zetkins und anderer deutscher Sozialdemokraten wurden die Österreicher mit Recht darauf verwiesen, dass sie falsch gehandelt und dadurch, dass sie nur das Wahlrecht für Männer, nicht aber mit aller Energie auch das Wahlrecht für Frauen verlangten, die Kraft der Massenbewegung geschwächt hätten. Die letzten Worte der Stuttgarter Resolution („Forderung des allgemeinen Wahlrechts für Frauen und Männer“) stehen zweifellos im Zusammenhang mit dieser Episode eines übermäßigen „Praktizismus“ in der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung.



Die Resolution über die Beziehung zwischen den sozialistischen Parteien und den Gewerkschaften ist für uins Russen von besonders großer Bedeutung. Der Stockholmer Parteitag der SDAPR spräch sich für parteilose Gewerkschaften aus und stellte sich somit auf den Standpunkt der Neutralität. Der gleiche Standpunkt wurde stets auch von unseren parteilosen Demokraten, Bernsteinianern und Sozialrevolutionären vertreten. Der Londoner Parteitag stellte dagegen ein anderes Prinzip auf : Annäherung der Gewerkschaften an die Partei so weit, dass die Gewerkschaften (unter bestimmten Bedingungen) als parteiliche Organisationen anerkannt werden. Die sozialdemokratische Untersektion der russischen Sektion (die Sozialisten jedes Landes bilden auf den internationalen Kongressen eine selbständige Sektion) spaltete sich in Stuttgart bei der Erörterung dieser Frage. In anderen Fragen kam es zu keiner Spaltung). Es handelte sich um Folgendes:Plechanow trat prinzipiell für die Neutralität ein. Der Bolschewik Woinow [ Lunatscharski ] vertrat den anti-neutralistischen Standpunkt des Londoner Parteitags und der belgischen Resolution ( die zusammen mit dem Bericfht de Brouckères in den Materialien des Kongresses abgedruckt wurde; dieser Bericht erscheint demnächst in russischer Sprache). Clara Zetkin bemerkte in ihrer Zeitschrift „Die Gleichheit“ [ Halbmonatsschrift, Organ der deutschen Arbeiterbewegung von1890 – 1923 ] mit Recht, die Argumente Plechanows zu Gunsten der Neutralität seien ebenso verunglückt wie der der Franzosen. Die Resolution des Stuttgarter Kongresses macht, wie Kautsky richtig hervor hob und wovon sich jeder durch aufmerksames Studium überzeugen kann, der prinzipiellen Anerkennung der „Neutralität“ ein Ende. Von Neutralität oder Parteilosigkeit steht in ihr kein Wort. Im Gegenteil, es wird mit aller Bestimmtheit die Notwendigkeit anerkannt, innige Beziehungen zwischen den Gwerkschaften und der sozialistischen Partei herzustellen und diese Beziehungen dauernd zu unterhalten.

Die Londoner Resolution der SDAPR über die Gewerkschaften hat nunmehr in Gestalt der Stuttgarter Resolution eine feste prinzipielle Basis gewonnen. Die Stuttgarter Resolution stellt im Allgemeinen und für alle Länder die Notwendigkeit dauerhafter und enger Beziehungen zwischen Gewerkschaften und sozialistischer Partei fest ; die Londoner Resolution verweist darauf, dass für Russland unter günstigen Verhältnissen die Form der Beziehungen darin bestehen muss, dass die Gewerkschaften sich der Partei anschließen und dass darauf die Tätigkeit der Parteimitglieder gerichtet sein muss.

Bemerkt sei, dass in Stuttgart das Neutralitätsprinzip seine schädlichen Seiten dadurch offenbarte, dass die Hälfte der deutschen Delegation, nämlich die Gewerkschaftsvertreter, am entschiedensten den opportunistischen Standpunkt vertrat. Deshalb waren zum Beispiel die Deutschen in Essen gegen van Kol ( in Essen handelte es sich um einen Parteitag und nicht einen Gewerkschaftskongress) , in Stuttgart aber für ihn. Die Neutralitätspropaganda trug in Deutschland faktisch schlimme Früchte, indem sie dem Opportunismus in der Sozialdemokratie in die Hände arbeitete. Mit dieser Tatsache muss man von nun an unbedingt rechnen, und das besonders in Russland, wo bürgerlich-demokratische Ratgeber, die dem Proletariat die „Neutralität“ der Gewerkschaftsbewegung empfehlen, so zahlreich sind.



Über die Resolution zur Aus – und Einwanderungsfrage wollen wir nur einige Worte sagen. Auch hier wurde in der Kommission versucht, zünftlerisch beschränkte Anschauungen zu verfechten, ein Verbot der Einwanderung von Arbeitern aus den rückständigen Ländern (Kulis aus China usw.) durchzubringen. Das ist der selbe Geist des Aristokratismus unter den Proletariern einiger „zuvilisierter“ Länder, die aus ihrer privilegierten Lage gewisse Vorteile ziehen und daher geneigt sind, die Forderungen internationaler Klassensolidarität zu vergessen. Auf dem Kongress selbst fanden sich keine Verfechter dieser zünftlerischen und spießbürgerlichen Beschränktheit. Die Resolution entspricht durchaus den Forderungen der revolutionären Sozialdemokratie. [ hervorgehoben von der Komintern (SH) ] ;


Nunmehr zur letzten und nahezu wichtigsten Resolution des Kongresses:

zur Frage des Anti-Mil.itarismus.

Der bekannte Hervé, der in Frankreich und Europa so viel Staub aufgewirbelt hat, vertrat in dieser Frage einen halb-anarchistischen Standpunkt, indem er naiv beantragte, jeden Krieg mit Streik und Aufstand zu „beantworten“. Einerseits begriff er nicht, dass der Krieg ein unvermeidliches Produkt des Kapitalismus ist und dass das Proletariat die Beteiligung an einem revolutionären Krieg nicht von vorn herein ablehnen kann, da in kapitalistischen Gesellschaften solche Kriege möglich sind und es sie tatsächlich gegeben hat. Andererseits begriff er nicht, dass die Möglichkeit, den Krieg zu „beantworten“, vom Charakter der durch den Krieg hervor gerufenen Krise abhängt. Von diesen Bedingungen ist die Wahl der Kampfmittel abhängig, wobei dieser Kampf ( und dies ist der dritte Punkt der Missverständnisse oder des Umstands des Hervéismus) nicht allein die Ersetzung des Krieges durch den Frieden, sondern die Ersetzung des Kapitalismus durch den Sozialismus zum Ziele haben muss. [ hervorgehoben von der Komintern (SH) ] ; Es handelt sich nicht allein darum, den Ausbruch des Krieges zu verhindern, sondern darum, die durch den Krieg hervor gerufene Krise zur Beschleunigung des Sturzes der Bourgeoisie auszunutzen. Doch hinter all den halb-anarchistischen Ungereintheiten des Hervéismus verbirgt sich ein praktisch richtiger Kern: Man muss dem Sozialismus einen Anstoß in dem Sinne geben, dass man sich nicht nur auf parlamentarische Kampfmittel beschränken darf, dass man in den Massen das Bewusstsein der Notwendigkeit revolutionärer Aktionsmethoden in Verbindung mit den Krisen, die der Krieg unvermeidlich im Gefolge hat, entwickeln muss, in dem Sinne schließlich, dass man in den Massen ein lebendigeres Bewusstsein der internationalen Solidarität der Arbeiter und der Verlogenheit des bürgerlichen Patriotismus schaffen muss.

Die Resolution Bebels, die von den Deutschen eingebracht wurde und sich in allen wesentlichen Punkten mit der Resolution von Guesde deckte, litt gerade an dem Mangel, dass in ihr jeder Hinweis auf die aktiven Aufgaben des Proletariats fehlte. Dies gab die Möglichkeit, die orthodoxen Formulierungen Bebels durch die opportunistische Brille zu lesen. Vollmar setzte diese Möglichkeit unverzüglich in die Wirklichkeit um.

Daher brachten Rosa Luxemburg und die russischen sozialdemokratischen Delegierten zur Bebelschen Resolution Abänderungsanträge ein. Diese Anträge besagten 1. , dass der Militarismus ein Hauptwerkzeug der Klassenunterjochung ist, verwiesen. 2. auf die Aufgabe der Agitation unter der Jugend und betonten 3. die Aufgabe der Sozialdemokratie, nicht nur gegen den Ausbruch von Kriegen oder für die rasche Beendigung bereits ausgebrochener Kriege zu kämpfen, sondern auch die durch den Krieg herbei geführte Krise auszunutzen, um den Sturz der Bourgeoisie zu beschleunigen.

All diese Abänderungsanträge nahm die Unterkommission ( die von der Kommission für die Frage des Anti-Militarismus gewählt worden war) in die Bebelsche Resolution auf. Außerdem schlug Jaurés einen trefflichen Plan vor: statt auf die Kampfmittel (Streik, Aufstand) solle auf die historischen Beispiele des Kampfes des Proletariats gegen den Krieg – von den Demonstrationen in Europa bis zur Revolution in Russland – hingewiesen werden. Das Resultat dieser ganzen Umarbeitung war eine zwar übermäßig lange, dafür aber wirklich Gedanken reiche, die Aufgaben des Proletariats genau aufzeigende Resolution. Sie verbindet die Strenge einer orthodoxen, d.h., der einzig wissenschaftlichen marxistischen Analyse mit der Empfehlung entschlossenster und revolutionärster Kampfmaßnahmen für die Arbeiterparteien. Diese Resolution kann man nicht auf Vollmarsche Art lesen, ebensowenig wie man sie in den engen Rahmen des naiven Hervéismus zwängen kann.


Im Großen und Ganzen hat der Stuttgarter Kongress in einer ganzen Reihe bedeutsamster Fragen den opportunistischen und den revolutionären Flügel der internationalen Sozialdemokratie in aller Deutlichkeit einander gegenüber gestellt und die Fragen im Geiste des revolutionären Marxismus gelöst. Die Resolutionen dieses Kongresses, im Lichte der Kongressdebatten betrachtet, müssen ständige Begleiter eines jeden Propagandisten und Agitators werden. Die Einheit der Taktik und die Einheit des revolutionären Kampfes der Proletarier aller Länder wird das in Stuttgart getane Werk kräftig voran bringen.[ hervorgehoben von der Komintern (SH) ]