1918

Wladimir Iljitsch Lenin



Resolution über Krieg und Frieden



7. März 1918

Siebenter Parteitag der KPR (B)

zuerst vollständig veröffentlicht 1923

Am 22. April 2010 zum ersten Mal im Internet von der Komintern (SH) herausgegeben aus Anlass des 140. Geburtstags Lenins

Lenin, Band 28, Seite 105 – 106



Der Parteitag erkennt es für notwendig, den von der Sowjetmacht unterzeichneten überaus schweren, überaus erniedrigenden Friedensvertrag mit Deutschland zu bestätigen, weil wir keine Armee haben, weil die demoralisierten Fronttruppen sich in einem außerordentlich schlimmen Zustand befinden, weil es notwendig ist, sich jede, und sei es die geringste Möglichkeit einer Atempause zu Nutze zu machen, bevor der Imperialismus die Offensive gegen die Sozialistische Sowjetrepublik eröffnet.

Wiederholte militärische Angriffe der imperialistischen Staaten (sowohl vom Westen als auch vom Osten) gegen Sowjetrussland sind historisch unvermeidlich in der jetzigen Periode, mit der die Ära der sozialistischen Revolution begonnen hat. Die historische Unvermeidlichkeit solcher Angriffe kann, bei der jetzigen äußersten Verschärfung aller innerstaatlichen, klassenmäßigen und ebenso internationalen Beziehungen, jederzeit, auch im nächsten Augenblick, sogar in wenigen Tagen, zu neuen imperialistischen Angriffskriegen gegen die sozialistische Bewegung überhaupt [ als die weltrevolutionäre Bewegung – Anmerkung der Komintern (SH) ] , gegen die Russische Sozialistische Sowjetrepublik im Besonderen führen.

Deshalb erklärt der Parteitag, dass die erste und grundlegende Aufgabe sowohl unserer Partei als auch der gesamten Vorhut des klassenbewussten Proletariats und ebenso der Sowjetmacht darin besteht, die energischsten Maßnahmen, schonungslos entschlossene und drakonische Maßnahmen zu ergreifen zwecks Hebung der Selbstdisziplin und der Disziplin der Arbeiter und Bauern Russlands, zwecks Aufklärung über die Unvermeidlichkeit des historischen Heranrückens Russlands an einen vaterländischen, sozialistischen Befreiungskrieg, zwecks Schaffung von Massenorganisationen an allen Ecken und Enden, von Massenorganisationen, die aufs strengste untereinander verbunden sind und durch einen einheitlichen eisernen Willen zusammengehalten werden, von Organisationen, die zum geschlossenen und opfermütigen Handeln sowohl im Alltagsleben als auch und besonders in kritischen Augenblicken des Volkslebens fähig sind – und schließlich zwecks allseitiger, systematischer, allgemeiner Unterweisung der erwachsenen Bevölkerung, ohne Unterschied des Geschlechts, in militärischen Kenntnissen und militärischen Operationen.

Der Parteitag sieht die sicherste Garantie für die Festigung der sozialistischen Revolution, die in Russland gesiegt hat, nur in ihrer Umwandlung in eine internationale Arbeiterrevolution.

Der Parteitag ist überzeugt, dass vom Standpunkt der Interessen der internationalen Revolution der von der Sowjetmacht unternommene Schritt bei dem gegebenen Kräfteverhältnis in der Weltarena unvermeidlich und notwendig war.

In der Überzeugung, dass die Arbeiterrevolution in allen kriegführenden Ländern unablässig heranreift und die unvermeidliche und völlige Niederlage des Imperialismus vorbereitet, erklärt der Parteitag, dass das sozialistische Proletariat Russlands mit allen Kräften und allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die brüderliche revolutionäre Bewegung des Proletariats aller Länder unterstützen wird.

[ Anmerkung der Komintern (SH): diese Resolution Lenins, die mehrheitlich angenommen wurde und auf Vorschlag Lenins als Militärgeheimnis eingestuft wurde, zeugt nicht nur von verantwortungsvoller Selbstdisziplin und weiser Voraussicht des Führers der Weltrevolution, sondern wirft auch ein vernichtendes Licht auf Trotzki. Während Stalin diese weltrevolutionäre Resolution Lenins vollkommen unterstützte in Wort und Tat, versuchte Trotzki, der von den Trotzkisten in der Weltöffentlichkeit heute noch immer als der wahre „Verteidiger der Weltrevolution gegen Stalin“ gepriesen wird, diese Resolution Lenins mit allen erdenklichen, selbst mit den hinterhältigsten Mitteln zu Fall zu bringen. Trotzki organisierte eine anti-leninistische Fraktion, um den Brester Friedensvertrag zu verhindern und damit die aufkeimende Weltrevolution von vornherein zu ersticken durch einen Dolchstoß gegen die Sowjetrepublik. Es war schließlich Lenin, dem es gelang , den Angriff Trotzkis und die so genannten „linken“ Kommunisten auf dem VII. Parteitag erfolgreich zurückzuweisen. Trotzki musste gegen die Bolschewiki eine herbe Niederlage einstecken. Die von ihm angezettelte Krise der Partei in einer ihrer heikelsten Augenblicke in ihrer Geschichte und eine der gefährlichsten Situationen der Sowjetrepublik und der sozialistischen Revolution, wurde dank Lenin überwunden. ]