19. Januar 1918

Wladimir Iljitsch Lenin



Rede



anlässlich der Ermordung



Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts



19. Januar 1918

Kurzer Zeitungsbericht : Prawda, Nr. 14, 21. Januar 1919

Lenin, Band 28, Seite 422





Heute frohlocken in Berlin die Bourgeoisie und die Sozialverräter – es ist ihnen gelungen, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu ermorden. Ebert und Scheidemann, die vier Jahre lang die Arbeiter um räuberischer Interessen willen zur Schlachtbank führten, haben jetzt die Rolle von Henkern proletarischer Führer übernommen. Am Beispiel der deutschen Revolution überzeugen wir uns, dass die “Demokratie“ lediglich als Deckmantel für bürgerlichen Raub und brutalste Gewalt dient.

Tod den Henkern !











Sammlung von Zitaten



Lenins



über die Ermordung von



Karl Liebknecht und Rosa Luxemburgs





Karl Liebknecht, dieser Name ist den Arbeitern aller Länder bekannt. Überall, und besonders in den Ententeländern, ist dieser Name zum Symbol der Ergebenheit eines Führers für die Interessen des Proletariats, der Treue zur sozialistischen Revolution geworden. Dieser Name ist das Symbol des wahrhaft ehrlichen, wahrhaft opferbereiten, schonungslosen Kampfes gegen den Kapitalismus. Dieser Name ist das Symbol des unversöhnlichen Kampfes gegen den Imperialismus, eines kampfes nicht in Worten, sondern in Taten, der gerade dann größte Opferbereitschaft offenbart, wenn das „eigene“ Land vom Taumel imperialistischer Siege erfasst ist. Mit Liebknecht und den „Spartakusleuten“ geht alles, was unter den Sozialisten Deutschlands ehrlich und wirklich revolutionär geblieben ist, alles Beste und Überzeugte im Proletariat, die ganze Masse der Ausgebeuteten, die erfüllt sind von Empörung und unter denen die Bereitschaft zur Revolution wächst (Lenin, Band 28, Seite 444 - 445). [veröffentlicht wurde diese Charakteristik über Karl Liebknecht in der Prawda vom 24. Januar 1919, also nach Liebknechts Ermordung, aber Lenin begann seinen Brief an die Arbeiter Europas und Amerikas“ bereits am 12. Januar 1919 zu schreiben - also noch kurz vor der Ermordung, den er erst nach der Ermordung beendet. Er vollendete seinen Brief mit den folgenden Zeilen – Anmerkung der Komintern (SH)] Obige Zeilen waren noch vor dem bestialischen und niederträchtigen Meuchelmord geschrieben, den die Regierung Ebert-Scheidemann an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verübt hat. Diese Henkersknechte, diese Lakaien der Bourgeoisie, haben es den deutschen Weßgardisten, den Kettenhunden des geheiligten kapitalistischen Eigentums ermöglicht, Risa Luxemburg zu lynchen und Karl Liebknecht hinterrücks zu ermorden, wobei sie sich des offensichtlich erlogenen Vorwands bedienten, er sei „auf der Flucht“ erschossen worden (als der russische Zarismus die Revolution von 1905 im Blut erstickte, griff er oft zu derartigen Mordtaten unter dem selben erlogenen Vorwand, die Häftlinge wären „auf der Flucht“ erschossen worden), und zugleich deckten diese Henker die Weißgardisten durch die Autorität einer angeblich gänzlich schuldlosen, angeblich über den Klassen stehenden Regierung ! Man findet keine Worte für die ganze Abscheulichkeit und Niedertracht dieser Henkertaten der Pseudosozialisten. Die Geschichte hat offenbar einen Weg gewählt, auf dem die Rolle der „Arbeiterlieutenants der Kapitalistenklasse“ die „äußerste Grenze“ der Bestialität, Schändlichkeit und Niedertracht erreichen soll. Mögen die Kautskyaner, diese Narren, in ihrer Zeitung „Die Freiheit“ nur immer von einem „Gericht“ schwätzen, dem Vertreter „aller“ „sozialistischen“ Parteien (die Scheidemann, die Henker, werden von diesen Lakaienseelen weiterhin Sozialisten genannt) angehören sollen ! Diese Helden philiströsen Stumpfsinns und kleinbürgerlicher Feigheit begreifen nicht einmal, dass das Gericht ein Organ der Staatsmacht ist und dass der Kampf und der Bürgerkrieg in Deutschland eben darum gehen, in wessen Händen diese Macht liegen soll: in den Händen der Bourgeoisie, die die Scheidemann als Henker und Progromhelden und die Kautsky als Barden der „reinen Demokratie“ „bedienen“ werden, oder in den Händen des Proletariats, das die kapitalistischen Ausbeuter stürzen und ihren Widerstand brechen wird. (Lenin, Band 28, Seite 446 – 447) Noch sind die Ausbeuter stark genug, um die besten Führer der proletarischen Weltrevolution zu ermorden und zu lynchen, um in den Ländern und Gebieten, die von ihnen okkupiert oder erobert werden, die Opfer und Leiden der Arbeiter zu vergrößern. Aber die Ausbeuter der ganzen Welt werden nicht mehr die Kraft haben, den Sieg der proletarischen Weltrevolution aufzuhalten, die der Menschheit die Befreiung bringt vom Joch des Kapitals, von der ständigen Gefahr neuer und im Kapitalismus unvermeidlicher imperialistischer Kriege.

(Lenin, Band 28, Seite 448 - 449)







Genossen, das jüngste Ereignis in Deutschland, die viehische, heimtückische Ermordung Liebknechts und Luxemburgs, ist nicht nur das dramatischste und tragischste Ereignis der beginnenden deutschen Revolution, es wirft auch ein außerordentlich grelles Licht darauf, wie in den gegenwärtigen Strömungen der verschiedenen politischen Ansichten und in den heutigen theoretischen Konzeptionen die Fragen des heutigen Kampfes gestellt werden.

(Lenin, Band 28, Seite 224)





wer von dem Standpunkt urteilt, an Liebknecht und Luxemburg sei einfach ein Mord verübt worden, der ist mit Blindheit geschlagen, der zeichnet sich durch feige Denkart aus, der will nicht begreifen, dass es sich hier um Explosionen eines unaufhaltsamen Bürgerkriegs handelt, der unabwendbar aus allen Widersprüchen des Kapitalismus entsteht.

(Lenin, Band 28, Seite 429)







Im Auftrag des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Russlands eröffne ich den ersten Internationalen Kommunistischen Kongress. Vor allem bitte ich alle Anwesenden. sich zum Andenken der besten Vertreter der III. Internationale, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, von den Sitzen zu erheben. (Alle erheben sich von den Plätzen.);

(Lenin, Band 28, Seite 469)





Die Bourgeoisie wird noch in einer Reihe von Ländern wüten, wie das die bestialische Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts durch die Weißgardisten zeigt. Solche Opfer sind unvermeidlich. Wir suchen keinen Kompromiss mit der Bourgeoisie, wir ziehen in den letzten und entscheidenden Kampf gegen sie. – Wir wissen, dass die Stunde dieser Räuber geschlagen hat!

(Lenin, Band 28, Seite 498)





Rede auf einer Kundgebung anlässlich der Grundsteinlegung zu einem Denkmal für



Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Petrograd, 19. Juli 1920



Petrogradskaja Prawda“, Nr. 159, vom 21. Juli 1920

Lenin, Werke, Ergänzungsband 1917 – 1923, Seite 197

[ W. I. Lenin hielt die hier veröffentlichte Rede auf einer Massenkundgebung, die nach Beendigung der ersten Sitzung des II. Kongresses der Komintern am Abend des 19. Juli auf dem Urizkiplatz in Petrograd stattfand ]



Genossen, in allen Ländern bringen die kommunistischen Führer unermessliche Opfer, zu Tausenden sterben sie in Finnland, in Ungarn und in anderen Ländern. Doch keinerlei Verfolgungen werden das Anwachsen des Kommunismus aufhalten, und das Heldentum solcher Kämpfer wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verleiht uns Mut und Glauben an den endgültigen Sieg des Kommunismus. (Die Rede des Genossen Lenin wird von lauten Hurra-Rufen übertönt. Es erklingt die „Internationale“.)