DEUTSCH

 

 

ENVER HOXHA

 

ÜBER KUBA


Sammlung von Zitaten

zeitlich geordnet und zusammengestellt von Wolfgang Eggers

 

 

1960

 

Radiogramm vom 28. September 1960

Die Rede Castros war gut. Wir veröffentlichen das, was TASS wiedergegeben hatte. Die Reden anderer Freunde haben wir nicht veröffentlicht.

[Enver Hoxha: "Der Kampf der PAA gegen den Chruschtschow-Revisionismus"; aus dem 19. Band der Werke Enver Hoxhas, Seite 141]

 

1961



Montag, 17. April 1961


Die amerikanischen Imperialisten greifen Kuba an


Heute um fünf Uhr morgens griffen die Amerikaner und kubanischen Söldner Kuba an. *)


Die Kämpfe haben begonnen. Das heldenhafte kubanische Volk aber wird sich nicht niederwerfen lassen ! Es stellte sich heraus, was es in Wirklichkeit mit den widerwärtigen Prahlereien Chruschtschows auf sich hat, er werde seine Raketen einsetzen. Wie verlogen klingt die berühmt-berüchtigte Parole vom "friedlichen Weg" der Machtergreifung, der von den Revisionisten Chruschtschow, Gomulka, Togliatti und Konsorten gepredigt wird ! Nicht nur, dass die Bourgeoisie ihre Macht nicht hergibt, wenn man sie ihr nicht mit Gewalt entreißt - nein, auch wenn man die Macht gewaltsam erobert hat, geht sie zum Angriff über, um sie wieder an sich zu reißen. Kuba wird zu leiden haben, der große Verrat der Revisionisten unter Chruschtschow und Genossen jedoch wird in den Augen der Völker und der aufrechten Kommunisten offenbar werden.

 

*) Am 15. und 16. April bombardierten amerikanische B-26-Kampfflugzeuge Havanna und einige andere Städte Kubas. Die Landung erfolgte an verschiedenen Punkten der Provinz Oriente, darunter auch am Badestrand von Giron.

 

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 54]


 

Donnerstag, 20. April 1961

Glänzender Sieg

Die Kubaner haben den Sieg davon getragen. Der Angriff der amerikanischen Imperialisten und ihrer Söldner wurde zurückgeschlagen, die Konterrevolutionäre wurden vernichtet. Das hat Castro heute bekannt gegeben. Ein glänzender Sieg ! Ein großer Sieg für Kuba, ein großer Sieg für uns und für die Revolution überhaupt. Bestätigung der richtigen Linie unserer Partei, Niederlage der opportunistisch-revisionistischen Linie von Chruschtschow und Konsorten, Fiasko der Politik der Lobhudeleien, des Lächelns und der Konzessionen gegenüber den Imperialisten. So werden sie, wie auch die jugoslawischen Revisionisten und die griechischen Monarcho-Faschisten, die gegen uns Verschwörungen anzetteln, stets mit ihren Plänen Schiffbruch erleiden. Unser Volk und alle revolutionären Völker sind unbesiegbar. Die Feinde können sich tarnen, wie sie wollen ! Bravo Kuba !

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 55]

 

 

1962

 

5. Juli 1962

Die chinesischen Genossen ziehen aus den Weltereignissen nicht die nötigen Schlüsse

China hat die "Bewegung der Raketen" zur Unterstützung Kubas übersehen. Als Kuba in der Schweinebucht angegriffen wurde, gerieten Chruschtschows Raketen nicht in Bewegung, aber in Bewegung kam später die "chruschtschowsche Rakete" Escalante *).

Interessant, die chinesischen Genossen ziehen aus den Weltereignissen nicht die notwendigen Schlüsse.

*) - A. Escalante, ehemaliger Organisationssekretär des Komitees der Vereinten Revolutionären Organisationen Kubas.

[Enver Hoxha: Betrachtungen über China, Band I, Seite 29]

 

 

19. und 20. September 1962

Der moderne Revisionismus unterstützt die Grundstrategie des amerikanischen Imperialismus.

Aus dieser Strategie des Imperialismus und seinen Kriegvorbereitungen heraus sind auch die vielen gefährlichen Handlungen zu erklären, die der amerikanische Imperialismus in letzter Zeit unternommen hat, wie z.B. (...) die barbarische Beschießung Havannas, die Vorbereitung einer neuen Aggression gegen Kuba (...).

Die Truppen der USA (...) unternahmen die Aggression gegen Kuba, um die Interessen der Zuckertrusts zu schützen.

Die Vorbereitungen für eine Invasion Kubas (...) zeigen, dass die Imperialisten vor keinem Mittel zurückschrecken, wenn es sich um die Erhaltung und die Wiederherstellung ihrer Positionen handelt.

Auf dem amerikanischen Kontinent bemühen sich die USA, die Organisation der amerikanischen Staaten in einen Militärblock, der gegen Kuba und die nationale Befreiungsbewegung in Lateinamerika gerichtet ist, umzuwandeln.

 

[Enver Hoxha: Artikel aus "Zeri i Popullit" vom 19. und 20. September 1962]

 

 

Großer Verrat am Marxismus-Leninismus.

Auf Einladung Titos stattete Breshnew Jugoslawien einen offiziellen elftägigen Besuch ab. Wer den Besuch Breschnews aus der Nähe verfolgt und das Schlusskommuniqué über die Besprechungen zwischen Tito und Breschnew aufmerksam liest, dem fällt es auf, dass die Gefahr, welche dem Frieden, der nationalen Unabhängigkeit der Völker und dem Sozialismus seitens des amerikanischen Imperialismus droht, nicht unterstrichen, die Illusion verbreitet wird, dass jetzt angeblich die Zeit gekommen ist, wo die Imperialisten einen großen Teil der infolge der Abrüstung frei gewordenen Beträge zum Wohle der Völker, vor allem der Entwicklungsländer verwenden werden. Wenn die kubanische Frage berührt wird, wird es nicht auf den amerikanischen Imperialismus, der Kuba mit Aggression bedroht, mit dem Finger gezeigt, sondern über einige aggressive Kreise des Imperialismus gesprochen.

[Enver Hoxha: Artikel aus "Zeri i Popullit" vom 13. Oktober 1962]

 

 

Montag - 22. Oktober 1962

Eine kriegstreiberische Rede Kennedys.

An die Adresse der Sowjetunion gerichtet und konkret zur Kuba-Frage hielt Kennedy eine weitere kriegstreiberische und in höchstem Maße drohende Rede, eine Rede im Stile Hitlers. Das Entscheidende an seiner Rede ist die Drohung mit einem neuen Weltkrieg. So wie Danzig für Hitler bildet für ihn Kuba den Anlass. In der Rede verkündete Kennedy die militärische Seeblockade über Kuba, weil dort von den Sowjets Offensivwaffen gegen den amerikanischen Kontinent aufgebaut wurden. Kennedy erklärte, er werde jedes Schiff, das auf dem Weg nach Kuba ist, kontrollieren und Schiffe, die Widerstand leisten, versenken lassen. Weiter erklärte er, falls die Vereinigten Staaten von Amerika von Kuba aus mit Raketen beschossen würden, würden die Amerikaner ihre Atombomben und Atomraketen auf die Sowjetunion los lassen usw. Mit einem Wort, die Vereinigten Staaten von Amerika bereiten sich auf den Angriff gegen Kuba vor, sie verhängen die Blockade, um die Hilfeleistung für Kuba zu stoppen, und drohen Chruschtschow offen. Kennedy, der Freund Chruschtschows und der Revisionisten, wird ihnen jetzt wohl die Flausen austreiben.

 

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 93]

 

Dienstag - 23. Oktober 1962

Die Chruschtschowianer sind Angsthasen, Kompromissler und Verräter.

Um vor der Weltöffentlichkeit den Eindruck zu vermeiden, sie befände sich in heller Aufregung, gab die sowjetische Regierung im Zusammenhang mit Kennedys kriegstreiberischer Rede zur Kuba-Frage mit Verspätung eine verwaschene, abgedroschene und pazifistische Erklärung heraus. Darin spricht sie weder davon, dass die Sowjetunion Kuba verteidigen werde, noch wird eine Antwort auf die unverhohlenen Attacken und Drohungen Kennedys gegeben. Hier zeigen sich die Chruschtschowianer als das, was sie sind: Angsthasen, Kompromissler und Verräter, die ihre Freunde im Stich lassen; sie sind Leute ohne Grundsätze und ohne Moral. So enthüllen sie vor der Weltöffentlichkeit ihren wahren Charakter. Sie werden sich mit Kennedy einigen, sie werden ihm Zugeständnisse machen, aber wenn sie das heroische Kuba im Stich lassen, wird das ihr größtes Verbrechen sein und zu ihrer vollständigen Entlarvung führen.

Unter der Parole "Vaterland oder Tod" hat Kuba die allgemeine Mobilmachung verkündet. Es hat die Einberufung des UNO-Weltsicherheitsrates verlangt. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion haben sie beantragt, und er wird heute zusammentreten.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 94]

 

 

Samstag - 27. Oktober 1962

Chruschtschow hat kapituliert und Kuba in Stich gelassen.

Was wir gedacht haben, ist eingetreten. Chruschtschow hat vor Kennedy kapituliert und Kuba in Stich gelassen. Botschaften wurden ausgetauscht. Kennedy hat Chruschtschow ultimativ bedroht, um ihn zu zwingen, den Aufbau von Raketenstellungen einzustellen, die schon vorhandenen wieder zu demontieren und von Kuba abzuziehen. Der Verräter Chruschtschow hat Kennedys Bedingungen in servilem Tonfall und vor Angst zitternd akzeptiert. Das Schreckliche ist, dass er mit dieser Haltung direkt die Sowjetunion diskreditiert hat. Das ist ein neuer, schwerer Verrat an der Sowjetunion, am Marxismus-Leninismus, am Sozialismus, an der Menschheit, am Frieden. Diese Haltung macht den Imperialisten Appetit.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 95]

 

 

Donnerstag - 8. November 1962

Schande über Chruschtschow !

Die Nachrichtenagenturen melden, dass die sowjetischen Raketen gerade aus Kuba abtransportiert werden und dass der Abtransport auf offenem Meer von amerikanischen Schiffen überwacht werden wird. Schande über Chruschtschow und seine Genossen ! Wie tief sind sie herabgesunken, dass sie die Sowjetunion so schändlich erniedrigen ! Aber ihr Schicksal wird sie schon ereilen, und dieser Tag wird kommen.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 96]

 

 

 

 

 

Vom politischen, praktischen Standpunkte aus, sind diese Konzepte sehr gefährlich, weil sie pazifistische Illusionen über Kennedy und die anderen Häupter des Imperialismus verbreiten und dadurch die Wachsamkeit der Völker einschläfern, die Sache des Friedens schädigen und geben den imperialistischen Kriegstreibern die Hände frei. Aber all diese pazifistischen Illusionen, welche die Führung der KP Italiens, die revisionistische Chruschtschow-Gruppe, die Tito-Clique und sämtliche Revisionisten verbreiten, sind bestimmt, vor dem Leben und den Tatsachen, wie Seifenblasen zu zerplatzen. Was zeigt das gefährliche Abenteuer, welches in den letzten Tagen der "realistische" und "friedliebende" Präsident der USA John Kennedy unternahm? Wo sind die "Elemente der Differenzierung", auf denen die Thesen mit großem Nachdruck bestehen ? Soll man etwa die aggressiven und kriegshetzerischen Handlungen Kennedys für eine "verständliche Sorge um die Sicherheit der USA" halten und ihm "die Befriedigung und den Dank" aussprechen, weil er sich heute der "Verantwortung für die Erhaltung des Weltfriedens bewusst ist" ? Es ist wirklich erstaunlich, dass es solche "Kommunisten" gibt, die sich die Aufgabe stellen, den Präsidenten der USA und den anderen Häuptern des Imperialismus zu schmeicheln und sie als "kluge, realistische und friedliebende Menschen" hinzustellen.

[Enver Hoxha: Über die Thesen des X. Parteitages der Kommunistischen Partei Italiens, aus: "Zeri i Popullit" vom 17. - 18. November 1962]

 

 

 

 

 

Den Imperialismus mit dem der USA an der Spitze charakterisieren immer mehr und mehr seine "Politik des Kalten Krieges", die fieberhaften Anstrengungen, diesen Krieg in einen warmen Krieg zu verwandeln, sowie seine "Politik der Stärke", die Politik der Drohreden, des Drucks und der offenen Aggression. Die USA-Imperialisten verursachten die Krise am Karibischen Meer und bedrohen Kuba mit einer Aggression.

Die schädliche und kapitulierende Politik der Revisionisten trat besonders in den letzten Ereignissen am Karibischen Meer ganz deutlich zu Tage. Jetzt tun die Chruschtschow-Gruppe und ihr Anhang alles, um die dem USA-Imperialismus gemachten Konzessionen und ihren Rückzug vor ihren Völkern und der Weltöffentlichkeit zu rechtfertigen.

Man sagt, dass, indem man die Raketen und die anderen Mittel abmontierte und aus Kuba entfernte, N. Chruschtschow die Menschheit vor einer Kernraketenkatastrophe bewahrte. Wer aber die einseitige Entfernung der Raketen aus Kuba eine Handlung, die die Menschheit vor dem Weltkrieg bewahrte, bezeichnet, der akzeptiert tatsächlich die These der imperialistischen Propaganda, dass die Sowjetunion durch die Stationierung dieser Raketen in Kuba die Welt an den Rand des Atomkriegs gebracht hätte. Der Weg zur Bewahrung der Menschheit vor einem Kriege und zur Erhaltung des Friedens ist nicht die Entwaffnung der sozialistischen Länder, die Schwächung ihrer Verteidigungskraft, die Unterwerfung unter das Diktat und Ultimatum der Imperialisten und die Kapitulation vor ihrem Druck und ihren Drohungen, wodurch sie noch aggressiver werden. Ein solcher Weg führt nicht zur Festigung des Friedens, sondern unausbleiblich zum Kriege. Was für schöne Aussichten, diese kapitulierende Haltung der Chruschtschow-Gruppe in der Krise am Karibischen Meer für die Lösung der internationalen Fragen !

Ferner sagt man, dass N. Chruschtschow durch seine Haltung Kuba vor einer imperialistischen Aggression bewahrte und seine Freiheit und Unabhängigkeit garantierte. Aber in Wirklichkeit ist die Gefahr einer Aggression gegen Kuba keineswegs gebannt. Wenn auch die modernen Revisionisten den Worten des Präsidenten Kennedy trauen, dass er Kuba nicht invadieren wird, so trauen glücklicher Weise weder das kubanische Volk noch die Völker der Welt, die den USA-Imperialismus gut kennen, den Worten des Präsidenten Kennedy. Es sind nur Worte, um die sich Kennedy durch allerlei Manöver herumdrückt. Um Kuba wirklich zu garantieren, braucht man Tatsachen, konkreten Taten, wie sie in den 5 Punkten Fidel Castros festgelegt sind. Denn diese bilden die einzige richtige Basis, um die Rechte des heroischen kubanischen Volkes wirkungsvoll und würdig zu verteidigen.

Schließlich stellt die Chruschtschow-Gruppe ihre Haltung zu den kubanischen Ereignissen als ein Modell der Politik der friedlichen Koexistenz hin, die nach den eigenen Worten Chruschtschows nur ein Kompromiss sei. Die Propagandisten der Chruschtschow-Gruppe suchen mit der Laterne in der Hand nach Argumenten, um den prinzipienlosen Kompromiss dieser Gruppe mit dem USA-Imperialismus über die kubanische Frage zu rechtfertigen und gehen dabei so weit, sich in banaler Weise auf W. I. Lenin zu berufen, der mit Recht die Sowjetunion zur Zeit des Friedensvertrages von Brest-Litowsk im Jahre 1918 mit einem entwaffneten und von Straßenräubern überfallenen Menschen verglichen hatte. Aber die Sowjetunion ist heute nicht die des Jahres 1918, ist nicht jener entwaffnete und von Straßenräubern überfallene Mensch. Das können heute nur jene sagen, denen die Angst in alle Glieder gefahren ist, die die Kräfte des sozialistischen Lagers, vor allem der Sowjetunion, unterschätzen und die Kräfte des Imperialismus überschätzen. Natürlich sind diese Menschen bereit, vor jeder Erpressung und Drohung der Imperialisten vollständig zu kapitulieren. Selbstverständlich sind gegenseitige Konzessionen und Kompromisse im Rahmen des Kampfes für den Frieden und die friedliche Koexistenz notwendig, um zu Abkommen zu gelangen. Aber die Konzessionen und Kompromisse dürfen erstens nicht unsere Gesamtinteressen schädigen oder die Rechte der souveränen Völker mit Füßen treten, und zweitens müssen sie auf Gegenseitigkeit beruhen, dürfen nicht einseitig sein, wie in der Kubafrage, wo die Chruschtschowgruppe in allem nachgab, während der USA-Imperialismus außer leeren Worten gar keine Konzessionen machte. Auch ist es nicht richtig, die friedliche Koexistenz den Kompromissen N. Chruschtschows gleichzusetzen. Den entscheidenden Faktor, um die friedliche Koexistenz zu verwirklichen, bilden nicht die Kompromisse, sondern der entschlossene Kampf aller friedliebenden Kräfte, um die friedliche Koexistenz dem Imperialismus aufzuzwingen. Gerade dieser Kampf zwingt die Imperialisten, Konzessionen zu machen und Kompromisse zu schließen. Um ihre Kapitulation vor dem Imperialismus und die Annäherung an diesen zu rechtfertigen, muss die Chruschtschow-Gruppe die friedliche Koexistenz als ein Kompromiss und nur als Kompromiss hinstellen.

[Enver Hoxha: Wir müssen das revolutionäre Banner der Moskauer Deklaration hochhalten und sie vor Angriffen der modernen Revisionisten schützen, aus: "Zeri i Popullit" vom 6. Dezember 1962]

 

 

 

 

Donnerstag - 13. Dezember 1962

Chruschtschow versucht, Erklärung für seinen Verrat zu geben.

Auf der gestrigen Sitzung des Obersten Sowjets der Sowjetunion hielt Chruschtschow eine Rede über die internationale Lage und die Außenpolitik der Sowjetunion. Auf dem Präsidium der Versammlung saß ihm zur Seite sein Bruder und enger Genosse, der Verräter Tito. Mit seiner langen Rede beabsichtigte Chruschtschow, lang und breit seinen Verrat, also sein Zurückweichen angesichts der Macht des amerikanischen Imperialismus zu erklären ( es in Wirklichkeit natürlich nicht zu erklären). Das Hauptproblem bestand darin, sich selber reinzuwaschen, alle Schuld fortzuspülen und den schlimmen Eindruck, die große Schande, die er der Sowjetunion bereitet hat, zu übertünchen und vergessen zu machen. Aber das hat er bisher nicht geschafft und wird es auch in Zukunft niemals schaffen. Dieses Thema und diese Zielsetzung hat sich mittlerweile der gesamte Chor der Revisionisten zu eigen gemacht. Den Abzug der Raketen aus Kuba stellte Nikita Chruschtschow als einen Sieg hin, als einen ( zu neuen, skandalösen Kompromissen und Zugeständnissen). Die zweite Absicht seiner Rede war, offiziell und in einer auf öffentliches Aufsehen berechneten Weise die titoistischen Renegaten in staatlicher, besonders jedoch in ideologischer Hinsicht zu rehabilitieren. In dieser Frage ließ er alle Masken fallen. Die Voraussagen der Partei der Arbeit Albaniens haben sich bestätigt.

Wie gewöhnlich griff Chruschtschow ohne ein einziges Argument die Partei der Arbeit und ihre Führung an. Damit bereitete er Tito großes Vergnügen. Er attackierte ebenfalls die Kommunistische Partei Chinas. Jeden Tag kommt das verräterische Ziel der revisionistischen Chruschtschowgruppe klarer ans Licht: die Spaltung des Lagers, die Formierung eines internationalen revisionistischen Blocks, die fieberhafte, offensichtliche Annäherung an den amerikanischen Imperialismus, die Versuche Chruschtschows, Kennedy so viele Zeichen seines Wohlwollens wie möglich zu liefern, damit die Übereinkommen, die man mit dessen Agenten Tito erreichen will, von Kennedy auch gut aufgenommen werden. Die Zukunft wird alle ihre Intrigen, alle ihre Kapitulantenpläne aufdecken.

 

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 97 - 98]

 

 


Die PAA entlarvte weiterhin die konterrevolutionäre Politik der Versöhnung mit dem amerikanischen Imperialismus. Sie machte klar, dass die sowjetisch-amerikanische Zusammenarbeit, die Bildung eines Bümdnisses zwischen dem amerikanischen Imperialismus und dem sowjetischen Revisionismus ( der sich in einen neuen Imperialismus verwandelt hatte) zur Beherrschung der Welt den Kern der Linie der Chruschtschow-Revisionisten darstellte. Diese Politik trieb die revisionistische Sowjetführung in eine schändliche Kapitulation vor dem amerikanischen Imperialismus. Unter amerikanischer Drohung zog sie 1962 ihre Raketen und Flugzeuge aus Kuba zurück, die sie kurz zuvor entsandt hatte, und akzepteirte zugleich die "internationale" Kontrolle der USA über sowjetische Schiffe und auf kubanischem Territorium.


[ Geschichte der PAA - Seite 381]


 

 

1963

 

 

Je mehr die Zeit vergeht, desto tiefer versinken die modernen Revisionisten im Schmutz des Verrats an den Interessen des Marxismus-Leninismus, der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung, des Sozialismus, der Befreiung der Völker und des Friedens. Ein schlagender Beweis ist die gesamte Geschichte der Evolution der titoistischen Renegaten-Clique und der revisionistischen Chruschtschow-Gruppe. Das zeigen insbesondere die Ereignisse der letzten Zeit. Die Haltung der revisionistischen Chruschtschow-Gruppe gegenüber der Krise im Karibischen Raum (...), die volle Annäherung zwischen diesen Gruppen und der revisionistischen Tito-Clique, die immer wilderen Handlungen N. Chruschtschows und seiner Anhänger gegen die Partei der Arbeit Albaniens und die anderen Parteien, welche die Reinheit des Marxismus-Leninismus mit Nachdruck schützen, sowie seine ungeheuerlichen Verleumdungen und Angriffe gegen sie, decken nicht nur die jetzige, sondern auch die künftige Tätigkeit der modernen Revisionisten auf.

Das Prestige der revisionistischen Chruschtschow-Gruppe erhielt einen schweren Schlag. Um seine opportunistische und verräterische Politik zu rechtfertigen und das verlorene Prestige wieder zu gewinnen, widmete N- Chruschtschow den größten Teil seiner Rede dem Verlaufe der Krise am Karibischen Meer und erbrachte die notwendigen "Beweise", um zu zeigen, dass seine Haltung den Interessen des Friedens und des Sozialismus entsprach.

In seiner Rede am 12. Dezember 1962 unterstrich N. Chruschtschow, dass die Völker der Welt die sowjetische Haltung angeblich als eine "maßvolle Haltung, welche Kuba und die Welt vor einer Kernwaffenkatastrophe bewahrte" begrüßten, usw.

Aber wenn alle Völker der Welt die Haltung N. Chruschtschows so begeistert begrüßten, was nötigte dann N. Chruschtschow die Krise am Karibischen Meer so eingehend zu schildern ? Wenn alles klar und in Ordnung ist, weshalb musste dann diese Frage auf allen Parteitagen, Plenarversammlungen des ZK und nationalen und regionalen Konferenzen diskutiert und besondere Resolutionen verfasst werden, welche diese Haltung N. Chruschtschows unterstützten ? Die Propaganda der Revisionisten behandelt die Frage der "Elastizität" N. Chruschtschows in der Kubakrise in einer so großen Aufmachung, dass man davon den Eindruck gewinnt, dass alles schon vorher sorgfältig vorbereitet war um auf diese Weise den künftigen Kompromissen den Weg zu eröffnen. Aber ungeachtet des Ohren betäubenden Lärms, sahen die Völker und die wahren Revolutionäre während der Kubakrise ganz deutlich die Gefahr, welche von den politischen Akrobatenstücken und von seinen opportunistischen und verräterischen Neigungen nach Kapitulation und Kompromissen mit dem Imperialismus droht. Denn er nimmt weder Rücksicht auf die Souveränität der Völker noch auf die Gefahr, welche den Weltfrieden in Zukunft gefährdet.

Die Krise am Karibischen Meer zeigte erneut, dass der amerikanische Imperialismus das Hauptbollwerk der Aggression und des Krieges, der wildesten Feinde der sozialistischen Länder und der Völker ist. Um seine reaktionären und räuberischen Ziele zu realisieren, zögert er nicht, die gefährlichsten Aktionen gegen das sozialistische Kuba unternahmen nicht etwa einige "Wütende" und "Wahnsinnige", wie N. Chruschtschow sagt, sondern die amerikanische Regierung selbst mit dem Präsidenten Kennedy an der Spitze, mit Vorbedacht und vollem Bewusstsein.

An einem Oktobertage 1962 beschloss der amerikanische Imperialismus mit der bekannten Unverschämtheit und Frechheit, die den Kriegstreibern eigen ist, einem souveränen Volke, dem kubanischen Brudervolke vorzuschreiben, welche Verteidigungswaffen es haben und welche es nicht haben, von welchem es diese erhalten und von welchen es nicht erhalten dürfe. An das Volk und die Regierung Kubas wurde das Ultimatum gestellt, entweder diese Verteidigungswaffen aus Kuba zu entfernen und die Kontrolle der Imperialisten zu gestatten, oder die USA würden Kuba angreifen. Über Kuba wurde die Seeblockade verhängt. Das souveräne Recht eines Volkes wurde mit Füßen getreten. Die USA nahmen sich das Recht, den Anderen ihren Willen, heute Kuba, morgen einem anderen Land zu diktieren.

Gegenüber dieser arbiträren Banditenhandlung des amerikanischen Imperialismus wurden zweierlei Haltungen eingenommen. Das heroische Volk von Kuba stand unter Führung des Genossen Fidel Castro mit der Losung "Vaterland oder den Tod!"

"Wir werden siegen!" wie ein Mann auf, um seine Unabhängigkeit, Souveränität und nationale Würde zu schützen; auch die Völker der Welt und die gesamte Weltöffentlichkeit standen auf. Diejenigen, welche auf die Volkskräfte und die Rolle der Massen vertrauen und ihre Aktion würdigen, kommen zu dem Schluss, dass gerade die unbeugsame revolutionäre und würdevolle Haltung des kubanischen Volkes und seiner Führer, mit Genossen Fidel Castro an der Spitze, sowie die Solidarität des sozialistischen Lagers und aller Völker, den amerikanischen Imperialismus zwangen, den Rückzug anzutreten, sich Zügel aufzuerlegen und auf sein gefährliches Abenteuer zu verzichten. Im Ergebnis dieses entscheidenden Faktors wurde die unmittelbare Aggression gegen Kuba und die Kriegsgefahr gebannt.

Die Chruschtschow-Gruppe schlug während der Kubakrise den Weg der Konzessionen und der Kapitulation, den Weg der Lösung der Fragen durch die tatsächliche Billigung des Rechts des amerikanischen Imperialismus ein, den Anderen seinen Willen aufzuzwingen und ihre Solidarität mit Füßen zu treten. Durch die Unterschätzung der Volkskräfte und die Überschätzung der Kräfte des Imperialismus, sowie um dem Präsidenten Kennedy zu zeigen, dass er ein großer Pazifist ist und dem Imperialismus sehr entgegen kommt, entfernte N. Chruschtschow die Raketen und Flugzeuge aus Kuba, die seiner Ansicht nach die Ursache der Krise waren, und akzeptierte das Kontrollrecht der USA. Nach N. Chruschtschow machten beide Teile Konzessionen. Welche Konzession N. Chruschtschow machte, das ist mehr als klar; auch die Konzession der USA ist klar. Nach den Propagandisten N. Chruschtschows gab Kennedy Garantien, dass er auf eine militärische Einmischung in Kuba Abstand nehmen wird. Kann man dies eine Konzession nennen? Mit Recht sagte der Präsident von Kuba, Genosse O. Dorticos:

'.... Wenn man die militärische Nichteinmischung als Garantie betrachtet, so wird dadurch ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, der zur Anerkennung des Rechts der bewaffneten Einmischung führen würde. Wenn wir auf unser souveränes Recht verzichten, uns, im Austausch der Verzichtleistung der USA auf eine militärische Einmischung, die Art der Waffen, die wir haben dürfen, vorzuschreiben, dann könnte man die militärische Einmischung in unser Land für ein souveränes Recht der USA halten, auf das sie nach Gutdünken verzichten können. (...) Wir und kein Mensch wird dieses militärische Einmischungsrecht akzeptieren.'

Das ist also der "vernünftige" Kompromiss N. Chruschtschows, welches, wie er behauptet, Kuba und den Weltfrieden rettete und alle Teile befriedigte. Ein russisches Sprichwort lautet: "Auch die Wölfe wurden satt und die Schafe erlitten nichts!" Umsonst bemüht sich N. Chruschtschow, das, was man nicht verheimlichen kann, zu verheimlichen; nämlich seine schimpfliche Kapitulation vor den Atomprahlereien des amerikanischen Imperialismus. Er zögerte nicht, auch die Souveränität der Völker und die Interessen des Sozialismus der verschiedenen Länder zu opfern.

N. Chruschtschow bemüht sich, die kubanischen Ereignisse für seine anti-marxistischen Ziele auszunützen. Er versucht, die Illusion zu verbreiten, dass die Gefahr einer Aggression gegen Kuba und die Kriegsgefahr gebannt und der Frieden gefestigt seien und der Weg zur friedlichen Lösung aller großen internationalen Fragen geebnet worden sei, weil die "feste" Haltung N. Chruschtschows die imperialistischen Kriegshetzer gezügelt und sie genötigt habe, sich zurückzuziehen und vernünftig zu werden. Und wirklich zeigt die Entwicklung der Ereignisse nach der Kubakrise, dass der amerikanische Imperialismus nicht nur nicht vernünftig, sondern im Gegenteil noch gefährlicher geworden ist, da sich sein Appetit vergrößert hat. Die Imperialisten betreiben jetzt noch eifriger die Kriegsvorbereitungen und Komplotte gegen die Völker. Die amerikanischen Imperialisten und ihr Präsident machen jetzt, ermutigt durch die Ereignisse von Kuba, große Anstrengungen, um ihre Weltherrschaft und über ihre NATO-Bundesgenossen zu errichten.

Erstens existiert die Gefahr einer Invasion Kubas seitens des amerikanischen Imperialismus, unabhängig von der farblosen und wiederholt dementierten Erklärung des Präsidenten Kennedy, dass er keine bewaffnete Invasion gegen dieses unternehmen werde, weiter. In der Tat, sowohl in dem Interview vom 17. Dezember 1962 als auch beim Treffen mit den ehemaligen konterrevolutionären kubanischen Gefangenen, die am 29. Dezember 1962 nach den USA zurückkehrten, sprach Kennedy von der "Befreiung Kubas", von der Notwendigkeit der Vorbereitung gegen das "kommunistische Regime Fidel Castros" usw. Die wirklichen Garantien, eine militärische Einmischung des USA-Imperialismus in Kuba zu verhindern, sind in den fünf Forderungen Fidel Castros enthalten. In der gemeinsamen Erklärung der Führung der ORB und der Regierung von Kuba vom 25. Oktober 1962 heißt es mit Recht:

"Wir trauen nicht der leeren Versprechung, dass man uns nicht angreifen wird. Wir wollen Tatsachen. Und die Tatsachen, die wir brauchen, sind in unseren fünft Forderungen enthalten."

Zweitens haben viele Staatsmänner der USA, Adenauer und andere Westdeutsche, Home in England, sowie viele Persönlichkeiten des Westens nach den kubanischen Ereignissen erklärt und erklären weiter, dass man gegenüber der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern die "Politik der Stärke" mit Nachdruck betreiben müsse, dass die strittigen Fragen nur auf Kosten der Konzessionen des einen Teils gelöst werden müssen, und dass in Anbetracht der Lehre von Kuba die Sowjetunion dem NATO-Block in Allem nachgeben müsse usw. Diese Schlussfolgerungen haben die imperialistischen Kreise aus dem "vernünftigen Kompromiss" N. Chruschtschows gezogen. Es ist also ganz klar, dass die Politik der Schmeicheleien und prinzipienlosen Konzessionen die Imperialisten weder vernünftiger, noch friedfertiger macht.

Aber die imperialistischen Kreise begnügen sich nicht mit Worten und Erklärungen, sie unternahmen und unternehmen auch praktische Handlungen. Nach den Ereignissen auf dem Karibischen Meer kamen die Anstrengungen der Imperialisten zur Vorbereitung des Krieges in den Besprechungen zwischen Kennedy und Macmillan klar zum Ausdruck.

Die kubanischen Ereignisse und die Abwendung der unmittelbaren Gefahr der amerikanischen Aggression zeigten jedoch bestens die entscheidende Rolle und Bedeutung der Völker selbst und der internationalen Solidarität für die Erhaltung des Friedens.

N. Chruschtschow unterschätzt die Rolle der Volksmassen, er fürchtet sich vor der Kraft und Entschlossenheit der Völker, ihr Schicksal zu verteidigen. Aus seiner Rede sieht man, dass die Proteste der Völker und ihre internationalistische Solidarität nichts Anderes seien, als "bombastische Deklarationen", worduch die "imperialistischen Kräfte nicht schwächer und Kubas Sache nicht leichter wurden".

Diese Haltung N. Chruschtschows stammt aus der Tatsache, dass er bei seinen Geschäften mit dem Imperialismus freie Hand haben möchte, und dass die Massen ihm blindlings folgen und bedingungslos jedes seiner "Kompromisse", jedes Abkommen mit den Imperialisten billigen sollten. Das sagte ganz offen der sowjetische Außenminister Gromyko mit diesen Worten:

" ... Wenn zwischen dem sowjetischen Regierungschef, N. Chruschtschow und dem Präsidenten der USA, Kennedy eine Harmonie existiert, dann kann auch eine Lösung für die internationalen Fragen, von denen das Schicksal der Menschheit abhängt, gefunden werden".

Es ist klar, dass eine solche gefährliche Auffassung mit dem Marxismus-Leninismus nichts gemeinsam hat. Die Moskauer Erklärung vom Jahre 1960 unterstreicht:

"Für den Frieden kämpfen, heißt eine sehr viel größere Wachsamkeit zeigen, die Politik des Imperialismus dauern enthüllen, die Intrigen und Machenschaften der Kriegstreiber mit großer Aufmerksamkeit verfolgen, den heiligen Zorn der Völker auf jene, die eine Kriegspolitik betreiben, lenken, die Organisation aller friedlichen Kräfte verbessern, die aktiven Massenaktionen zur Erhaltung des Friedens dauern vermehren."

Überall werden die Massen in den Vordergrund gesetzt, überall wird ihre entscheidende Rolle unterstrichen. Nirgends werden ihre Handlungen als "bombastische Erklärungen" bezeichnet, an keiner Stelle heißt es, dass das Schicksal des Weltfriedens in den Händen zweier Persönlichkeiten liegt. Und es kann nicht anders sein. Ohne die Rolle der Persönlichkeiten zu verneinen, lehrt der Marxismus-Leninismus, dass die Massen, die Völker die Hauptkraft der Geschichte und nicht die Persönlichkeiten, mögen sie noch so hervorragend sein und einen noch so hohen Posten bekleiden, sind. Das ist die elementarste Lehre des Marxismus-Leninismus, die N. Chruschtschow in seinem revisionistischen Eifer für seine künftigen Ziele als wertlos zu verwerfen, bestrebt ist.

[Enver Hoxha: Die revisionistische Chruschtschow-Tito-Gruppe schmiedet neue Pläne zum Schaden der Sache des Sozialismus; aus Zeri i Popullit vom 8. Januar 1963]

 

 

 

Sonntag - 3. Februar 1963

Kennedy nimmt die unterirdischen Atomversuche wieder auf.

Eine weitere Niederlage für Chruschtschow und eine neue Bestätigung für die Richtigkeit unserer Linie ! Chruschtschows "guter Mensch", Kennedy, setzt den Rüstungswettlauf und die atomare Erpressung fort - wie könnte es auch anders sein. Er gab die Wiederaufnahme der unterirdischen Atomversuche bekannt. Sicherlich wird Kennedy jetzt von Chruschtschow verlangen, noch weitere Zugeständnisse zu machen und dieser wird ihm gewiss weiter entgegen kommen, denn sein Weg steht fest. Kennedy hat ihn jetzt fest in den Klauen. Zugleich mit der Erklärung über die Wiederaufnahme der Atomversuche haben die amerikanischen Imperialisten die Frage der Anwesenheit von 17 000 sowjetischen Militärs auf Kuba bzw. die Frage ihres Rückzugs aufgeworfen und werden mit Sicherheit eine Kampagne dazu veranstalten. Die Amerikaner werden dieses Ziel auch mit Leichtigkeit erreichen, denn Nikita redet viel und poltert herum, aber er ist ein Angsthase. Andererseits erreicht Chruschtschow dadurch, dass er seine Raketen aus Kuba zurückzieht, dass diese nicht in das Eigentum der Kubaner übergehen können.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 97 - 98]

 

 

 

Die hässliche Widerspiegelung der falschen und schädlichen Handlungen und revisionistischen Konzepte und grundsatzlosen Konzessionen N. Chruschtschows ist ohne Zweifel seine Haltung während der kubanischen Krise (...).

Während der Ereignisse auf Kuba handelte N. Chruschtschow sowohl als Abenteurer als auch als Kapitulant. Bekanntlich wurden die amerikanischen Imperialisten während der kubanischen Krise durch Zurückziehung der Raketen, Flugzeuge und Militärspezialisten aus Kuba nicht nur einseitige Konzessionen gemacht, sondern auch auf ein souveränes Land dauernd ein Druck ausgeübt, die internationale Kontrolle des amerikanischen Imperialismus auf seinem Boden zu akzeptieren, damit das Versprechen, welches N. Chruschtschow Kennedy gab, erfüllt werden könnte. Ohne Zweifel wird sich einmal N. Chruschtschow für die Schäden, die er der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung zugefügt hat und zufügt, verantworten müssen. Er wird nicht nur vor seiner Partei und seinem Volk, sondern auch vor allen kommunistischen Parteien auf den kommenden internationalen Foren Rechenschaft ablegen müssen.

Jeder, der den Verlauf der Ereignisse und die Haltung Jugoslawiens gegenüber verschiedenen internationalen Fragen aufmerksam verfolgt, kann feststellen, dass die Haltung der jugoslawischen Revisionisten in keinem einzigen Fall mit der Haltung der sozialistischen Länder irgend etwas gemein gehabt hat. Beweis dafür ist die Haltung der Tito-Clique während der Krise am Karibischen Meer (...), wo sie sich auf die Seite der Aggressoren stellte und (...) Kuba und Fidel Castro (...) verurteilte.

[Enver Hoxha: N. Chruschtschow erneut in der Rolle des Demagogen, Verleumders und Spalters, aus: "Zeri i Popullit" vom 18. April 1963]

 

 

 

Wer also gegen diese verräterischen Konzepte ist, die nur im Interesse des Imperialismus liegen und die Interessen der Völker und der Revolution schädigen, der ist nach Ansicht der Revisionisten ein Abenteurer und Trotzkist. Aber die Revisionisten vergessen, dass, wenn man diese Ausdrücke gebrauchen will, sie viel besser zu N. Chruschtschow als zu irgendeinen anderen passen; denn ersterer benahm sich vor nicht langer Zeit, während der Ereignisse im Karibischen Meer, sowohl als trotzkistischer Abenteurer als auch als Kapitulant.

[Enver Hoxha: Der neue Kreuzzug der Revisionisten gegen den Marxismus-Leninismus wird schimpflich scheitern, aus: "Zeri i Popullit" vom 15. Juni 1963]

 

 

 

Die Tito-Clique hat in ihrer auswärtigen Politik, die den Interessen des Imperialismus gedient hat und weiter dient, gar keine Änderungen gemacht. Dafür gibt es viele Beispiele: Welche Haltung nahmen beispielsweise die jugoslawischen Revisionisten während der karibischen Krise ein ?

Anstatt den USA-Imperialismus als Aggressor und Kriegstreiber zu verurteilen, schrieb die "Borba" vom 1. November 1962: "Wenn wir nach der Ursache der kubanischen Krise forschen, werden wir feststellen, dass sie in der Schaffung der fatalen Blöcke und in jenem Gedankengang liegt, der die Politik der Stärke und des Kernwaffenpotentials zum Grundsatz erhebt." Also werden die Länder des sozialistischen Lagers mit den Imperialisten auf eine Linie gestellt. Die entschlossene Haltung der revolutionären kubanischen Regierung gegenüber der imperialistischen USA-Aggression nannten die jugoslawischen Revisionisten "einseitige Außenpolitik", "Verschärfung der Beziehungen zu den USA", "Mangel an Taktik", "Rückkehr Kubas zur Front des Kalten Krieges"; sie verurteilten Kuba, weil es Schlag mit Schlag beantwortete, und beschuldigten die kubanische Regierung, dass sie mit ihrer Haltung ein Hindernis für die Erzielung eines Abkommens zwischen Kennedy und Chruschtschow bilde. Ferner verurteilten sie die Weigerung Kubas, eine "internationale Inspektion" zu akzeptieren, und betrachteten die in fünf Punkten zusammengefassten gerechten Forderungen Kubas als ein Hindernis für die Lösung der kubanischen Krise."

[Enver Hoxha: 15 Jahre nach Veröffentlichung der Resolution des Informationsbüros, Artikel aus der Zeitung "Zeri i Popullit" vom 29. Juni 1963]

 

 

 

Es ist derselbe Chruschtschow, der die Antwort schuldig bleibt, wenn ihn die Zeitungsberichterstatter fragen, ob sie ihn auf seiner geplanten Reise nach Havanna begleiten sollen oder nicht, der aber mit den USA sehr gut zu schachern versteht und zur Zeit der Krise am Karibischen Meer im Oktober des Vorjahres nach Kuba gar nicht fragte.

[Enver Hoxha: Obwohl sich Chruschtschow um die Weltöffentlichkeit nicht kümmert, kann er trotzdem die Komplotte der Tito-Chruschtschow-Gruppe nicht tarnen, Artikel aus der Zeitung "Zeri i Popullit" vom 1. September 1963]

 

 

 

 

 

 

Bekanntlich machte N. Chruschtschow in seiner berüchtigten Rede vor dem Obersten Sowjet am 12. Dezember 1962 die sensationelle "Entdeckung", dass für den Krieg nicht allein die "Besessenen" unter den Imperialisten, sondern auch die so genannten "Dogmatiker", welche an den Sieg des Sozialismus unter den Bedingungen der friedlichen Koexistenz nicht glauben, seien ! Tatsächlich beschuldigte er die Partei der Arbeit Albaniens, dass sie angeblich versucht habe, die Sowjetunion und die USA in einen Krieg zu stürzen! Die Chruschtschowgruppe hat nicht nur selbst auf die Enthüllung des Imperialismus verzichtet, sondern versucht diese Linie auch allen kommunistischen und Arbeiterparteien unter Androhung aufzuzwingen, sie ansonsten für "kriegstreiberisch" zu erklären. Das ist wirklich ein wertvoller Dienst, den N. Chruschtschow den amerikanischen und anderen Imperialisten leistet und für den er ihren Dank und ihr Lob verdient hat.

 

Die Chruschtschow-Gruppe gefährdet mit ihren Auffassungen und Handlungen ernstlich die Sache des Friedens. Denken wir einmal an die Karibische Krise, mit der sich die Chruschtschow-Gruppe auch im Offenen Brief vom 14. Juli eingehend beschäftigt. Trotz der Ohren betäubenden Propaganda der Sowjetführung, dass angeblich dank ihrer und vor allem Chruschtschows Haltung Kuba vor einem nuklearen Krieg bewahrt wurde, ist es für jeden objektiv denkenden Menschen klar, dass die anfangs abenteuerlichen und schließlich kapitulierenden Handlungen N. Chruschtschows der Sache des Friedens, Kuba und der Sowjetunion selbst ernstlich schadeten. Die Karibische Krise verschlechterte maximal die internationale Lage, brachte das sozialistische Kuba in eine schwierige Lage, diskreditierte die Sowjetunion, ermutigte den amerikanischen Imperialismus bei der Durchführung ihrer Politik der "Stärke" und der Atomprahlerei und ebnete den Weg für solche "vernüftige Kompromisse" mit dem Imperialismus, die in Wahrheit eine bedingungslose Unterwerfung sind.

 

Nach Chruschtschow brauchen Länder wie Kuba, Algerien, die VAR, Indonesien usw. ihr Verteidigungspotential nicht zu erhöhen, um jeder Drohung und Aggression der Imperialisten und der alten und neuen Kolonialisten zu begegnen, sondern sollen für die Abrüstung kämpfen, weil einer im Falle einer Gefahr sie schon beschützen würde ( wie er Kuba "beschützte", als er die Raketen hinschickte und sie unter dem Druck des amerikanischen Imperialismus in schimpflicher Weise wieder zurückzog!!).

[Enver Hoxha: N. Chruschtschow entfaltete offen das Banner der Spaltung und des Verrats, Artikel aus der Zeitung "Zeri i Popullit" vom 4. Oktober 1963]

 

 

1964

 

Wer hat Annibale Escalante, den Renegaten, welcher die revolutionäre Führung des kubanischen Volkes zu untergraben versuchte, und deshalb aus Kuba ausgewiesen wurde, aufgenommen ? Die Chruschtschowgruppe soll diese Tatsache verneinen und verwerfen, wenn sie den Mut dazu aufbringt.

[Enver Hoxha: Die gefährlichen Manöver der Chruschtschowgruppe im Zusammenhang mit dem so genannten "Personenkult" muss man bis zum Schluss enthüllen, Seite 32]

 

 

 

1967

 

Montag, 24. Juli 1967

Die chinesische Diplomatie ist in Schlaf versunken.

Wie denken die chinesischen Genossen über die Kubafrage ?

Ist es nicht an der Zeit, dass sie unter Wahrung unserer Prinzipien ein klein wenig von ihren starren Positionen gegenüber Kuba abgehen, in diesen Augenblicken, da Castro Widersprüche zu den Sowjets, den Kapitalisten der Länder Lateinamerikas und, wie immer, zu den Vereinigten Staaten von Amerika hat ? Wir wissen genau, wer Castro ist, was für Ideen er hat, was für Bestrebungen er hegt und welcher Methoden er sich bedient. Tatsache ist jedoch, dass er, während sich sein Land in einem sehr schwierigen wirschaftlichen Zustand befindet, auf seine Weise sowohl den Sowjets als auch den Amerikanern bis zu einem gewissen Grad Widerstand leistet und überall zur "Weltrevolution" aufruft. Castro nimmt unsere Standpunkte nicht an, so wie wir niemals seine Standpunkte einnehmen. Doch während seine Standpunkte uns nicht beeinflussen, können unsere Standpunkte auf ihn Einfluss ausüben.

Tatsache ist, dass er Zeichen der Annäherung an uns zeigt, fühlt, dass er uns braucht. Dürfen wir also weiterhin "starr" bleiben, darauf verzichten, eine prinzipienfeste Politik zu machen, um die Divergenzen zwischen Castro und den Sowjets zu vertiefen ? Nein, auf keinen Fall. Wir müssen uns rühren. Was gedenken die Chinesen in dieser Situation zu tun, damit wir die Handlungen aufeinander abstimmen können ?

In der gesamten anarchistischen Tätigkeit Castros gibt es einige Etappen, die nicht vergessen werden dürfen, so den entschlossenen Widerstand gegen die Amerikaner, den Widerstand in der Raketenfrage, den Kampf in der Schweinebucht und nun die Meinungsverschiedenheiten mit den Sowjets. Purist ist Castro nicht, doch er ist auch nicht wie einige koreanische und rumänische Führer. Bei Castro gibt es einen ausgeprägten Widerstandsgeist. Gestützt auf diese Eigenschaften sollten wir, ohne von unseren Prinzipien abzugehen versuchen, zum Guten auf ihn Einfluss zu nehmen, denn diese Arbeit ist im Interesse der Revolution.

[Enver Hoxha: Betrachtungen über China, Band I, Seite 399 - 400]

 

 

 

1969

 

Dienstag - 29. Juli 1969

Einige Aspekte der internationalen Lage

Südamerika ist ein Kontinent im Umbruch.

Castro ist ein Anti-Marxist an der sowjetischen Kette. Positiv ist, dass es in Lateinamerika eine ausgeprägte, gegen die Vereinigten Staaten von Amerika gerichtete Stimmung gibt. Die wahren marxistisch-leninistischen Parteien dort stehen organisiert im Kampf.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 300]

 

1976

 

 

1. Januar 1976

Zickzack in der chinesischen Linie

Fidel Castro tönt: "Die Armee ist die Partei." Die modernen Revisionisten sagen das nicht offen, doch es ist eine Tatsache, dass in China die Armee die Partei kommandiert, die von Mao Tsetung während der Kulturrevolution "aufgelöst" wurde. Während dieser Revolution war und blieb die Armee die einzige "Säule" des Regimes: Partei, Gewerkschaften, die Arbeiterklasse an der Macht gab es nicht. So war es, das ist eine Tatsache. Doch warum war das so ? Das ist völlig klar: die Ursache war die nicht marxistisch-leninistische Weltanschauung.

[Enver Hoxha: Betrachtungen über China, Band II, Seite202 - 203]

 

 

 

 

 

1978


"Obwohl die Kapitalinvestitionen der imperialistischen Staaten in Lateinamerika zur Errichtung einer gewissen modernen Industrie, besonders der fördernden Industrie und ebenso der Leicht- und Nahrungsmittelindustrie führten, bremsten sie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der lateinamerikanischen Länder außerordentlich. Die ausländischen Monopole und die neokolonialistische Politik der imperialistischen Staaten gaben der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder eine verschandelte, einseitige Form, einen monokulturellen Charakter. Sie verwandelten sich in bloße und spezialisierte Rohstofflieferanten:


Venezuela für Erdöl, Bolivien für Zinn, Chile für Kupfer, Brasilien und Kolumbien für Kaffee, Kuba, Haiti und die Dominikanische Republik für Zucker, Uruguay und Argentien für Viehzuchtprodukte, Ekuador für Bananen usw. usf.


[Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 229]




Die lateinamerikanischen Völker setzten große Hoffnungen auf den Sieg des kubanischen Volkes und hatten viele Illusionen darüber, einen Sieg, der zu einem Ansporn und einer Ermutigung im Kampf für die Beseitigung des Jochs der einheimischen Herrscher, der Kapitalisten und Großgrundbesitzer, sowie der amerikanischen Imperialisten wurde. Diese Hoffnungen und dieser Ansporn erloschen jedoch schnell, als sie feststellten, dass sich das castristische Kuba nicht auf dem Weg des Sozialismus, sondern auf dem Weg des Kapitalismus revisionistischen Typs entwickelte und als es darüber hinaus zum Vasallen und Söldner des sowjetischen Sozialimperialismus wurde.


[Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 231-232]




Als Mittel, um in Afrika und anderswo einzudringen, benutzen und verbreiten die Sowjetrevisionisten Parolen mit sozialistischem Anstrich, um die Völker, die nach Befreiung, nach Beseitigung der Ausbeutung und Unterdrückung streben und wissen, dass der einzige Weg zur vollständigen nationalen und sozialen Befreiung der Sozialismus ist, zu betrügen. In ihre Einmischung zieht die Sowjetunion ihre Verbündeten oder, besser gesagt, Satelliten hinein. Konkret sehen wir das gerade in Afrika, wo sich die sowjetischen Sozialimperialisten und ihre kubanischen Söldner unter dem Vorwand einmischen, der Revolution zu helfen. Das ist eine Lüge. Ihre Einmischung ist nichts anderes als kolonialistisches Vorgehen zum Zweck der Eroberung von Märkten und der Unterwerfung der Völker. Dieser Art ist das Eingreifen der Sowjetunion und der kubanischen Söldner in Angola. Sie hatten und haben nicht im Geringsten das Ziel, die angolanische Revolution zu unterstützen, sondern ihre Krallen in dieses afrikanische Land zu schlagen, das nach der Verjagung der portugiesischen Kolonisatoren eine gewisse Unabhängigkeit erlangt hatte. Die kubanischen Söldner sind die Kolonialarmee, die von der Sowjetunion ausgeschickt wurde, um Märkte und strategische Positionen in den Ländern Schwarzafrikas zu besetzen, um von Angola zu anderen Staaten überzugehen, damit sich auch die sowjetischen Sozialimperialisten ein modernes Kolonialreich schaffen können. Unter dem Deckmantel der Hilfe für die Befreiung der Völker intervenieren die Sowjetunion und ihr Söldner Kuba mit Truppen, die mit Kanonen und Maschinengewehren ausgerüstet sind, in anderen Ländern, angeblich, um dort den Sozialismus aufzubauen, der weder in der Sowjetunion selbst noch in Kuba existiert. Diese beiden bürgerlich-revisionistischen Staaten drangen in Angola ein, um einer kapitalistischen Clique zur Macht zu verhelfen, im Gegensatz zu den Bestrebungen des angolanischen Volkes, das gegen die portugiesischen Kolonisatoren kämpfte, um seine Freiheit zu erringen.


[Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 239-241]

 

 

Samstag - 18. Februar 1978

Auf der Welt vermehren sich die Zentren des Raubkriegs.

Die Interessen der Vereinigten Staaten verlangen, dass die amerikanische Regierung ihre Streitkräfte und ihre Diplomatie besser auf Afrika konzentriert, wo es Krisenherde gibt, z.B. den Krieg zwischen Somalia und Äthiopien, aber auch andere. Hier handelt es sich um ungerechte, um räuberische Kriege. In Äthiopien dominieren die Sowjets, sie schaffen Waffen und kubanische Söldner dorthin, welche dafür kämpfen, Gebiete im Ogaden zu besetzen, möglichst sogar ganz Somalia.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 537 - 538]

 

 

Samstag - 20. Mai 1978

Söldnertum auf der Tagesordnung.

Katanga und ganz Zaire steht unter der Herrschaft der imperialistischen Großmächte, die es ausbeuten. Ein Angriff der so genannten Katanga-Gendarmen auf Katanga erfolgt schon zum zweiten Mal. Wer sind diese Katanga-Gendarmen? Sie sind nichts anderes als Söldner, welche in Angola von den sowjetischen Sozialimperialisten und den Kubanern ausgebildet wurden und mit Sicherheit auch von Offizieren dieser Staaten begleitet werden. Sie greifen in Zaire ein, um Mobutu zu stürzen und aus Zaire ein angeblich demokratisches, womöglich sogar "sozialistisches" Land zu machen ( so, wie man moregn vielleicht auch Äthiopien nennen wird) und um es unter die Fittiche des sowjetischen Sozialimperialismus zu bringen.

 

Ebenso gingen zu Kennedys Zeiten die Vereinigten Staaten von Amerika vor, als Kennedy jenen Angriff gegen Kuba in der Schweinebucht durchführte, wohin er kubanische Söldner geschickt hatte, die er in Miami hatte ausbilden lassen. Doch in diesem Falle erlitten die Söldner eine Niederlage.

Heute ist die Kubanische Armee zur "Fremdenlegion" der Sowjetunion geworden und wird gegenwärtig als Söldnertruppe besonders in Afrika, in Äthiopien gegen Somalia eingesetzt. Dort leiten die kubanischen Söldnersoldaten die äthiopischen Truppen und kämpfen für die Eliminierung Somalias, um dort, mit anderen Worten, eine neue sowjetische Kolonie zu schaffen. In Angola ist dieses Ziel bereits erreicht, wo die Kubaner mit der Rückendeckung der Sowjets Neto unterstützten, ihn an die Macht brachten und heute dort eine ansehnliche Zahl von Söldnern unterhalten, um gegen die Wiedersacher Netos, das heißt die Leute der Amerikaner und der anderen ehemaligen Kolonialisten, zu kämpfen, den sowjetischen Einfluss fest zu etablieren und das Land in einen sowjetischen Markt zu verwandeln.

Das Söldnertum ist also ein Mittel, das jetzt bei der Verteidigung des Neokolonialismus und zum Zwecke der Tarnung direkter Interventionen durch bewaffnete Kräfte der kapitalistischen Staaten in verschiedenen Ländern der Welt zur Anwendung kommt.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 546 - 548]

 

 

1979

 

13. August 1979

 

In den gegenwärtig bestehenden revolutionären Situationen kommt deutlicher als zuvor die Fäulnis der kapitalistischen und revisionistischen Regime zum Vorschein. Das gilt auch für das titoistische Regime. Um den Schein zu wahren und um seinen Betrug fortzusetzen, beruft sich diese4s auf sein Steckenpferd, auf die so genannten "blockfreien" Länder, die ja angeblich die große Macht der "dritten Welt" verkörpern sollen, welche dem Imperialismus und dem Sozialimperialismus die Stirn bieten kann. Diese Macht ist nur dem Namen nach "blockfrei", in Wirklichkeit aber handelt es sich bei ihr um ein einziges Mischmasch. In der Vorbereitung der Komferenz in Havanna steckt schon der Keim des Fiaskos. Die Konferenz wird eben durchgeführt werden, und viele Reden werden dort geschwungen werden, doch alles wird mit einer Pleite enden. Die Völker der Welt werden davon keinerlei Vorteil haben.

Mag sein, dass es in Havanna auch zu Reibereien und zu Widerstand seitens der Mitläufer der Sowjetunion kommen wird, weil letztere die "blockfreie Welt" unter ihre Fittiche nehmen möchte. Und in der Tat wird in der "Prawda" für die Versammlung bereits lauthals die Trommel gerührt und unterstrichen, dass die Macht der "blockfreien Länder" wichtig sei und gestärkt werden müsse.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 601]

 

1980

 

Sonntag - 16. März 1980

Die Politik der "Blockfreiheit" - eine auf Sand gebaute Burg

Die amerikanische Politik hat auf der Welt ein Fiasko erlitten, und das fand seine Widerspiegelung auch in der so genannten Politik der "blockfreien" Länder. So kam es auf der Konferenz von Havanna zu Divergenzen zwischen den Teilnehmerländern, zwischen den Verbündeten der beiden Blöcke. Die pro-sowjetischen Länder wie Kuba, Somalia und andere unterstützten die Politik der Sowjetunion, die Gruppe hingegen, die vorgibt, der Politik Belgrads zu folgen, nahm unter der Maske der "blockfreien! Politik, unter der Maske einer Politik "außerhalb der Blöcke und im Gegensatz zu ihnen" die amerikanische Politik in Schutz. Die Konferenz in Havanna war, wie auch die künftigen Konferenzen dieser Art, nichts als eine Maskerade; und eine Maskerade werden auch die künftigen Konferenzen sein, weil jeder kapitalistische Staatr, ob groß oder klein, der zu der Welt der "Blockfreien" gehört, eine Außenpolitik verfolgt, die nach der Stimmgabel desjenigen gestimmt ist, der ihn finanziert und unterstützt und die Geschicke der jeweiligen Regierungsclique an sich gebunden hat.

 

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 634]

 

 

1981

 

 

Die hegemonistische und expansionistische Politik zur Errichtung der Weltherrschaft, der abenteuerliche Kurs der Kriegsvorbereitung und der Kriegstreiberei charakterisieren heute auch den sowjetischen Sozialimperialismus; seine Globalstrategie und insbesondere deren Durchführungsweise sind ebenso noch aggressiver geworden. Angefangen mit der Besetzung der Tschechoslowakei hat die Politik der Sowjetunion schrittweise und immer mehr mehr einen audgeprägten militaristischen Charakter angenommen, der im Einsatz seiner militärischen Stärke zur Realisierung seiner eigenen expansionistischen Ziele zum Ausdruck kommt. Eine militärische Intervention folgte der anderen. Nach der Tschechoslowakei kamen Angola, Jemen, Äthiopien, Eritrea, wo die Sowjets durch Dritte eingegriffen haben.

[Enver Hoxha: Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 192 - 193]

 

 

1983

 

 

Dienstag - 25. Oktober 1983

Die Vereinigten Staaten von Amerika besetzen das kleine Grenada

Zum Vorwand und als Rechtfertigung für die molitärische Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer Anzahl souveräner Länder Zentralamerikas, wie Honduras, Nicaragua, El Salvador, Panama oder in einige andere Länder Lateinamerikas nehmen die Vereinigten Staaten von Amerika die Gefahr, Kuba oder die Sowjetunion könnten in diesen Ländern Einfluss nehmen oder eingreifen, sowie Anstrengungen unternehmen, dort Stützpunkte gegen die Vereinigten Staaten zu errichten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Kuba oder die Sowjetunion, oder noch besser ausgedrückt, letztere mittels ersterem versuchen, ihre Nase in die inneren Angelegenheiten dieser Länder zu stecken, um dort Märkte und Einflusszonen zu gewinnen.

In den konkreten Fällen jedoch haben wir es mit den Intrigen der imperialistischen Kreise Amerikas zu tun, um den Befreiungskampf der Völker Lateinamerikas zu sabotieren und zu zerschlagen und um den Monopolen, den multinationalen Gesellschaften und den Finanzkreisen Washingtons zu Hilfe zu kommen, damit diese die Investitionen und Reichtümer nicht einbüßen, die sie in diesem Kontinent zusammenrauben.

[Enver Hoxha: Die Supermächte, Seite 741]

 

 

 

 

 

 

 

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