Enver Hoxha

Rede im Namen des ZK der PAA auf der Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien

in Moskau 16. November 1960


Einige Auszüge betreffs Verteidigung Stalins und des sozialistischen Weltlagers im Kampf gegen den modernen Revisionismus, insbesondere gegen den Titoismus




Die Verräter des Marxismus-Leninismus, Agenten des Imperialismus und Intriganten wie Josif Broz Tito versuchen auf tausenderlei Weisen, wobei sie teuflische Pläne aushecken, die Völker und die neuen Staaten zu desorientieren, sie von ihren natürlichen Verbündeten abzuschneiden und mit dem amerikanischen Imperialismus direkt zu verbinden. Wir müssen alle Krfäte einsetzen, um die Pläne dieser Handlangerdes Imperialismus zu vereiteln.


Die absolute Garantie dafür, dass es keinen Weltkrieg mehr gibt, kann nur der Sieg des Sozialismus in der ganzen Welt oder in den meisten Ländern der Welt bieten.


Der grosse Lenin hat als erster das Prinzip der friedlichen Koexistenz von Staaten mit verschiedenen Gesellschaftssystemen als eine objektive Notwendigkeit dargelegt, solange es in der Welt nebeneinander sozialistische und kapitalistische Staaten gibt. Die friedliche Koexistenz zwischen zwei entgegengesetzten Systemen bedeutet aber nicht, dass man auf den Klassenkarnpf verzichten muss, wie das die modernen Revisionisten behaupten.

Wir sind auch gegen eine solche ,,Koexistenz,, mit dem jugoslawischen Staat, die zur Bedingung macht, auf den ideologischen und politischen Kampf gegen den jugoslawischenStaat und gegen die jugoslawischen Revisionisten, diese Agenten des internationalen lmperialismus, diese Verräter des Marxismus-Leninismus, zu verzichten.

Bis jetzt hat noch kein Volk, kein Proletariat, keine kommunistische oder Arbeiterpartei die Macht ohne Blutvergießen und ohne Gewalt errungen.

In der Moskauer Erklärung von 1957 heißt es:

"Die kommunistischen und Arbeiterparteien haben für das Schicksal des sozialistischen Weltsystemsund der internationalen kommunistischen Bewegung eine besonders große historische Verantwortung. Die kommunistischen und Arbeiterparteien, die an der Beratung teilnehmen, erklären, dass sie ihre Einheit und freundschaftliche Zusammenarbeit im Interesse des weiteren Zusammenschlusses der Familie der sozialistischen Staaten, im Interesse der internationalen Arbeiterbewegung, der Sache dcs Friedens und des Sozialismus unermüdlich festigen werden.

In der Moskauer Erklärung vom Jahr 1957 sowie in dem vorliegenden Erklärungsentwurf wird festgestellt, dass der Revisionismus heute die Hauptgefahr in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung ist. In der Moskauer Erklärung von 1957 wird zu Recht betont, dass der bürgerliche Einfluss die innere Quelle des Revisionismus ist, während die Kapitulation vor dem Druck des Imperialismus seine äußere Quelle ist.


Unter der Maske des schöpferischen Marxismus und der neuen Bedingungen machten die Revisionisten alle Anstrengungen, um einerseits den Marxismus seines revolutionren Geistes zu berauben und das Vertrauen der Arbeiterktasse und des werktătigen Volkes in den Sozialismus zu erschüttern. Andrerseits arbeiteten sie mit allen Mitteln, um den Imperialismus zu beschönigen, ihn als mild

und friedlich hinzustellen. Die drei Jahre seit der Moskauer Beratung haben vollkommen bewiesen, dass die modernenRevisionisten nichts anderes sind als Spalter der kommunistischen Bewegung und des sozialistischen Lagers, treue Lakaien des Irnperialismus, geschworene Feinde des Sozialismus und der Arbeiterklasse.

Als ihre (Tito-Clique) Gefährlichkeit später immer offener zu Tage trat, wurde der Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus, der konsequente, ununterbrochene Kampf zu seiner idcologischen und politischen Vernichtung, nicht mit der nötigen Energie geführt. Im Gegenteil. Und das ist die Quelle vieler Übel und Schäden in unserer internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung. Unsere Partei ist der Meinung, dass der Verzicht auf die restlose Entlarvung der revisionistischen Tito-Gruppe und die trügerischen «Hoffnungen" auf eine angebliche «Besserung und positive Wendung" dieser Verrätergruppe den versőhnlerischen Neigungen zuzuschreiben sind, dem falschen Standpunkt und der falschen Einschätzung der gefährlichen titoistischen Revisionistengruppe durch Chruschtschow und etliche andere sowjetische Führer.

Es hiess, dass sich J. W. Stalin in der Einschätzung der jugoslawischen Revisionisten und darin geirrt habe, dass ihnen gegenüber die Haltung verschärft wurde. Unsere Partei war mit solchen Ansichten niemals einverstanden, weil die Zeit und das Leben das Gegenteil bewiesen haben. Stalin schätzte die Gefahr, die von den jugoslawischen Revisionisten ausging, sehr richtig ein. Er tat alles, um diese Frage im richtigen Moment und auf marxistische Weise zu lösen. Damals trat das

Informbüro als kollektives Organ zusammen, und nach dler Entlarvung der titoistischen Gruppe wurde diese schonungslos bekämpft. Auch hier hat die Zeit immer wieder bestätigt, dass dies unerlässlich und richtig war.

Die Partei der Arbeit Albaniens war immer der Meinung und ist davon überzeugt, dass die Tito-Gruppe den Marxismus verraten hat, dass sie eine Agentur des Imperialismus, ein gefährlicher Feind des sozialistischen Lagers und der gesamten internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung ist. Deshalb muss man einen schonungslosen Kanipf gegen sie führen. Wir selbst haben diesen Kampf geführt und führen ihn weiter als internationalistische Kommunisten, weil wir die feindliche Tatigkeit der revisionistischen Titoclique gegen unsere Partei und unser Land am eigenen Lcib gespürt haben und täglich spüren. Aber diese Haltung unserer Partei gefiel und gefallt dem Genossen Chruschtschow und einigen anderen Genossen nicht.

Die titoistische Gruppe war schon seit langem eine Gruppe von Trotzkisten und Renegaten. Jedenfalls ist sie das für die Partei der Arbeit Albaniens seit dem Jahr 1942, also seit 18 Jahren.

Schon im Jahre 1942, als der Kampf des albanischen Volkes einen großen Aufschwung nahm, versuchte die trotzkistische Gruppe von Belgrad, unter Missbrauch unserer Freundschaft und unseres Vertrauens, die Ausdehnung unseres bewaffneten Kampfes, die Bildung von mächtigen Sturmabteilungen der albanischen Partisanen mit allen Mitteln zu verhindern. Als ihr dies nicht gelang, versuchte sie, ihre politische und militärische Leitung in ihre Hand zu bekommen. Sie versuchte, alles von Belgrad abhängig zu machen und unsere Partei

und unsere Partisanenarmee zu einfachen Anhängseln der Kommunistischen Partei Jugoslawiens und der jugoslawischen Nationalen Befreiungsarmee zu degradieren.

Unsere Partei aber durchkreuzte erfolgreich diese teuflischen Absichten, pflegte jedoch die Freundschaft zu den jugoslawischen Partisanen weiter. Die titoistische Gruppe versuchte damals, eine Balkanföderation unter der Fiihrung der Belgrader Titoisten zu schaffen, die kommunistischen Parteien vor den Karren der Kommunistischen Partei Jugoslawiens zu spannen und die Partisanenarmeen der Balkanvölker dem jugoslawischen titoistischen Generalstab unterzuordnen. Zu diesem Zweck bemühte sie sich damals im Einverständnis mit den Engländern, einen Balkanstab zu bilden und diesen, also unsere Armeen, der anglo-amerikanischen Leitung zu unterstellen. Unsere Partei widersetzte sich erfolgreich diesen teuflischen Plänen. Als dann in Tirana die Fahne der Befreiung entrollt wurde, gab die titoistische Bande von Belgrad ihren Agenten in Albanien Anweisungen, die Erfolge der Kommunistischen Partei Albaniens in Misskredit zu bringen und einen Putsch zum Sturz der Parteiführung zu organisieren, also jener Führung, die die Partei aufgebaut, den Nationalen Befreiungskampf geleitet und das albanische Volk zum Sieg geführt hatte. Der erste Putsch wurde von Tito gemeinsam mit seinen verkappten Agenten in unserer Partei organisiert.

Aber die Kommunistische Partei Albaniens liquidierte das Komplott Titos.

Die Beigrader Verschwörer warfen jedoch nicht die Flinte ins Korn, sondern schmiedeten gemeinsam mit ihrem Chefagenten in unserer Partei, dem Verrăter Koçi Xoxe, in einer anderen, neuen Form ein zweites Komplott gegen das neue Albanien: Albanien sollte die siebte Republik Jugoslawiens werden.

Zu dieser Zeit war unser Land zerstört und verwüstetund musste neu aufgebaut werden. Die BevöIkerung hatte kein Brot und keine Wohnungen, doch sie besaß eine hohe Moral. Damals mussten das Volk und die Armee mit der Waffe in der Hand äußerst wachsam sein gegen die von den anglo-amerikanischen Missionen organisierten Machenschaften der Reaktion, wodurch das neue Albanien von neuen Invasionen bedroht wurde. Damals hatte ein grosser Teil der albanischen Partisanenarmee die Grenzen des Vaterlandes überschritten, um den jugoslawischen Brüdern zu Hilfe zu eilen, und befreite gemeinsam mit ihnen Montenegro, Bosnien, die Herzegowina, Kossowo, die Metohija und Mazedonien. Gerade zu dieser Zeit schmiedeten die Belgrader Putschisten Pläne, um Albanien zu versklaven.

Unsere Partei aber widersetzte sich heroisch diesen Agenten, die sich als Kommunisten getarnt hatten. Als die Belgrader Trotzkisten sahen, dass sie Schiffbruch erlitten, dass ihre Kornplotte von unserer Partei zunichte gemacht wurden, spielten sie die letzte Karte aus. Sie hatten die Absicht, Albanien militärisch zu besetzen, jeden Widerstand zu erdrosseln, die Fiihrer der Partei der Arbeit Albaniens und des albanischen Staates zu verhaften und Albanien zur siebten Republik Jugoslawiens zu machen. Die Partei machte auch diesen teuflischen Plan zunichte. Die Hilfe und das Eingreifen J. W. Stalins waren in diesen Augenblicken für unsere Partei und für die Freiheit des albanischen Volkes von entscheidender Bedeutung.

Gerade damals entlarvte das Informbüro die Titoclique. Das Informbüro brachte die Komplotte der Titoclique nicht nur in Albanien, sondern auch in anderen Ländern der Volksdernokratie zum Scheitern. Als Kommunisten getarnt, machten Tito, dieser Renegat und Agent des Imperialismus, und seine Bande Anstrengungen, die volksdemokratischen Länder des Balkan und Mitteleuropas von der Freundschaft und dern Kampfbündnis mit der Sowjetunion zu trennen, die kommunistischen und Arbeiterparteien unserer Länder zu zerstören und unsere Staaten in ein Hinterland des anglo-amerikanischen Imperialismus zu verwandeln.

Wer kannte nicht diese feindlichen, Pläne des Imperialismus und seines treuen Agenten Tito, wer sah nicht, wie sie in die Tat umgesetzt wurden? Alle kannten sie, alle erfuhren davon, alle billigten daher einstimmig die richtigen Beschlüsse des Informbüros, die nach unserer Meinung ausnahmslos richtig waren und weiterhin richtig bleiben.

Diejenigen, die die Handlungen dieser Verbrecherbandenicht sehen und erkennen wollten, konnten sich durch die ungarische Konterrevolution und die vielen Komplotte in Albanien erneut davon überzeugen, dass der Wolf zwar sein Fell wechseln kann, aber dennoch ein Wolf bleibt, dass Tito und seine Bande also zwar allerlei Drehe erfinden und unterverschiedenen Masken auftreten können, trotzdem aber Verräter, Agenten des Imperialismus, Henker der heroischen internationalistischen Kommunisten Jugoslawiens sind und auch bleiben und dementsprechend handeln, bis sie völlig verschwunden sind.

Die Partei der Arbeit Albaniens betrachtet die Beschlüsse, die damals vom Informbüro gegen die Renegatengruppe Titos gefasst wurden, nicht als persönliche Entscheidungen des Genossen Stalin, sondern als Beschlüsse aller Parteien, die dem Informbüro angehörten ; und nicht nur der Parteien des Informbüros, sondern auch aller kommunistischen und Arbeiterparteien, die ihm nicht angehörten. Da diese Fragen alle kommunistischen und Arbeiterparteien angingen, gingen sie auch die Partei der Arbeit Albanien an. Sie studierte das an das Zentralkomitee der Kommunistischen- Partei Jugoslawiens gerichtete Schreiben Stalins und Molotows und erklärte sich mit diesem Schreiben und mit den Beschlüssen des Informbüros vollkommen solidarisch.

Warum wurde aber dann der ,,Kurswechsel», der von Genossen Chruschtschow und dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion gegenüber den jugoslawischen Revisionisten im Jahre 1955 vorgenommen wurde, nicht Gegenstand einer ordnungsgemäßen Konsultation mit den anderen kommunistischen und Arbeiterparteien, warum wurde er so hastig und einseitig beschlossen und in die Tat umgesetzt? Diese Frage ging doch uns alle an. Entweder standen die jugoslawischen Revisionisten im Kampf gegen den Marxis-mus-Leninismus und gegen die kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt oder nicht, entweder hatten sie einen schweren Fehler begangen, oder wir alle, und nicht alleinStalin. Diese Angelegenheit konnte und durfte Chruschtschow nicht selbstherrlich lösen. Doch tatsăchlich ging er genau so vor und verband die Wendung in den Beziehungen zu den jugoslawischen Revisionisten mit seiner Reise nach Belgrad. Für die Partei der Arbeit Albaniens war das wie eine plötzliche Bombe und sie erhob sofort energischen Einspruch. Vor der Abreise des Genossen Chruschtschow nach Belgrad im Mai 1955 schickte das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens ein Schreiben an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, in dem es sich gegen die Belgradreise Chruschtschows aussprach und betonte, dass die jugoslawische Frage nicht einseitig gelöst werden könne, sondern dass dazu das Informbüro zusammentreten müsse, und in dem wir darum ersuchten, dazu auch die Partei der Arbeit Albaniens einzuladen. Dort sollte dann aber die Frage nach eingehender und korrekter Diskussion entschieden werden.

Sicherlich, formal hatten wir wohl kein Recht, darüber zu entscheiden, ob Genosse Chruschtschow nach Belgrad gehen durfte oder nicht, deshalb hielten wir uns zuück; doch dem Wesen nach und mit unserer Meinung waren wir im Recht, dass man eine solche Sache nicht solcherart übers Knie brechen dürfte, und die Zeit bestätigte dies auch.

Es wurde die Parole der "Überlagerungen" ausgegeben, die zweite Resolution des Inforrnbüros schleunigst zurückgezogen, die «Epoche der Versöhnung» mit den «jugoslawischen Genossen» eröffnet. Die Verschwörer wurden nochmals überprüft und rehabilitiert, und "jugoslawische Genossen» hin und »jugoslawische Genossen» her, und diese «jugoslawischen Genossen» tauchten plőtzlich reingewaschen vor uns auf, führten sich auf wie Kampfhăhne und posaunten in alle Welt, dass ihre “gerechte Sache" gesiegt habe, dass alles bloß vom «Verbrecher Stalin» ausgeheckt worden sei. So wurde eine Situation geschaffen, in der jeder, der nicht diesen neuen Weg ging, ein Stalinist war, der liquidiert werden musste.

Unsere Partei akzeptierte diesen versöhnlerischen und opportunistischen Kurs nicht. Sie beharrte weiter auf ihrem ideologisch richtigen marxistisch-leninistischen Standpunkt, dem Standpunkt des ideologischen und politischen Kampfes gegen die jugoslawischen Revisionisten. Die Partei der Arbeit Albaniens hielt unerschütterlich an ihrem Standpunkt fest, dass die titoistische Gruppe aus Verrätern, Renegaten, Trotzkisten und Spaltern besteht, dass sie eine Agentur der Amerikaner ist und dass die Partei der Arbeit Albaniens ihr gegenüber durchaus richtig gehandelt hatte.

Die Partei der Arbeit Albaniens hielt unerschütterlich an ihrer Meinung fest, dass Genosse Stalin in dieser Frage nicht geirrt hatte, dass die Revisionisten mit ihrer verräterischen Linie versucht hatten, Albanien zu versklaven, die Partei der Arbeit Albaniens zu zerstören und dadurch, dass sie in Zusammenarbeit mit den anglo-amerikanischen Imperialisten eine Reihe internationaler Komplotte schmiedeten, Albanien in internationale Konflikte hinein zerren wollten.

Andrerseits war die Partei der Arbeit Albaniens bereit, mit der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien gutnachbarliche staatliche Beziehungen, Handelsbeziehungen und kulturelle Beziehungen herzustellen, falls die Regeln der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung respektiert würden. Für die Partei der Arbeit Albaniens wird das titoistische Jugoslawien niemals ein sozialistisches Land sein, solange an seiner Spitze eine Renegatengruppe und Agenten des Imperialismus stehen.

Kein einziger offener oder versteckter Versuch vermochte die Partei der Arbeit Albaniens von diesem richtigen Standpunkt abzubringen. Vergeblich bemühte sich das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion durch Genossen Suslow uns zu überreden, im Bericht unseres 3. Parteitags, der im Mai 1956 stattfand, die Frage Koçi Xoxenicht zu erwähnen, d.h. unseren Kampf und unsere grundsätzliche Auffassung hierüber zu verleugnen.

In Albanien stießen die Titoisten auf unüberwindlichen Widerstand, oder, wie Tito sich ausdrückte, Albanien wurde für sie ein Knüppel zwischen den Beinen. Natürlich setzte die titoistische Verrätergruppe den Kampf gegen die Partei derArbeit Albaniens fort und glaubte, dass sie uns bloßstellte, indem sie uns als «Stalinisten» bezeichnete.

Die Belgrader Gruppe bekämpfte uns nicht nur mit ihrer Propaganda, sondern sie setzte die Spionage, die Diversion und die Komplotte sowie die Entsendung von bewaffneten Banden in unser Land fort und handelte noch eifriger als vor dem Jahre 1948. All das beruht auf Tatsachen. Aber die Tragödie liegt darin, dass sich die Partei der Arbeit Albaniens einerseits gegen die ununterbrochenen heftigen Angriffe der jugoslawischen Revisionisten verteidigen musste, während gleichzeitig ihre feste grundsätzliche marxistisch-leninistische Haltung im Widerspruch zu der versöhnlerischen Haltung der Führer der Sowjetunion und einiger kommunistischer und Arbeiterparteien gegenüber den jugoslawischen Revisionisten stand.

Damals wurde großspurig erklärt und geschrieben: «Jugoslawien ist ein sozialistisches Land, und das ist eine Tatsache, die jugoslawischen Kommunisten haben große Erfahrungen und große Verdienste», »die jugoslawische Erfahrung ist des größten lnteresses würdig und verdient, eingehend studiert zu werden», Periode der Streitigkeiten und Missverständnisse ist nicht durch Verschulden Jugoslawiens verursacht und ihm wurde großes Unrecht angetan» usw. usf. Diese Haltung ermutigte natürlich die Titocligue, denn sie glaubte schon, alles gewonnen zu haben, abgesehen vom «Knüppel zwischen den Beinen», den sie zu isolieren und dann zu liguidieren gedachte. Es gelang ihr jedoch nicht, unsere Partei zu isolieren, geschweige denn, sie zu liquidieren. tm Gegenteil, die Zeit bestätigt vielmehr, dass die Auffassungen unserer Partei richtig waren.

Wegen unserer Haltung ist auf unsere Partei vielfacher Druck ausgeübt worden. Man nannte die albanische Fiihrung hitzköpfig , starrsinnig», man sagte, sie «überspanne» die Sache mit Jugoslawien, sie reize die Jugoslawen ungerechter Weise usw. Vor allern wurde unsere Partei in dieser Hinsicht von Genossen Chruschtschow angegriffen.

Vorhin erwähnte ich bereits kurz, was die jugoslawischen Revisionisten während des Kriegs, nach dem Krieg und nach 1948 gegen unsere Partei und unser Land unternommen hatten. Jetzt möchte ich mich ein wenigmit den Ereignissen rund um die ungarische Konterrevolution befassen, die das Werk der jugoslawischen Agenten ist. Die Belgrader Verrătergruppe hatte auch in Albanien begonnen, die Konterrevolution zu organisieren. Wenn unsere Partei den Fehler begangen hătte, sich dem "Reigen der Versöhnung" mit den Revisionisten anzuschließen, wie man das nach dem Jahr 1955 gepredigt hatte, dann wăre es um das volksdemokratische Albanien geschehen gewesen. Wir Albaner săßen dann heute nicht in diesem Saal, sondern müssten weiter in den Bergen kämpfen.

Partei und Volk waren, in stăhlerner Einheit, äußerst wachsam und entlarvten die Spione Titos in unserem Zentralkomitee, die mit der jugoslawischen Gesandtschaft in Tirana zusammenarbeiteten. Tito ließ diesen Verbrechern sagen, dass sie zu voreilig gewesen seien, dass sie auf seine Anweisungen hätten warten sollen. Diese Spione und Verräter sandten übrigens auch Genossen Chruschtschow einen Brief, worin sie ihn aufforderten, gegen das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens vorzugehen. All das ist durch Dokumente belegt. Titos Ziel war es, die Konterrevolution in Albanien mit der in Ungarn zu koordinieren.

Nach dem 20. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion sollte unser 3. Parteitag stattfinden. Die jugoslawischen Agenten dachten, die Zeit sei gekommen, um die "starrsinnige stalinistische albanische Führung» zu stürzen,und organisierten die Verschwörung, die auf der Parteikonferenz in Tirana im April 1956 aufgedeckt und zerschlagen wurde. Die Verschwörer erhielten die ihnen gebührende strenge Strafe.

Die anderen gefährlichen Agenten Titos in Albanien, Dali Ndreu und Liri Gega, erhielten von Tito den Befehl, nach Jugoslawien zu fliehen, da sie "in Gefahr" seien und ihre Tätigkeit gegen unsere Partei ,"vom jugoslawischen Territorium aus organisiert werden“ solle. Unsere Partei war über diese Tätigkeiten und geheimen Befehle Titos genau informiert. Sie war wachsam und ergriff die Verräter an der Grenze, als sie zu fliehen versuchten. Sie wurden vor Gericht gestellt und erschossen. Die gesamte jugoslawische Agentur, die die Konterrevolution in Albanien vorhereiten sollte, wurde aufgedeckt und unschädlich gemacht. Zu unserer Verwunderung trat Genosse Chruschtschow jedoch als Verteidiger dieser Verräter und jugoslawischen Agenten auf. Er beschuldigte uns, wir hätten die Verräterin und jugoslawische Agentin Liri Gega erschossen, «während sie schwanger war, was nicht einmal unter der Zarenherrschaft vorgekommen ist und einen schlechten Eindruck in der Weltöffentlichkeit hinterlassen hat". Doch das waren Verleumdungen der Jugoslawen, denen Genosse Chruschtschow mehr vertraute als uns. Natürlich wiesen wir diese Unterstellungen des Genossen Chruschtschow zurück.

In seiner unrichtigen, prinzipienlosen und unfreundlichen Haltung gegenüber unserer Partei und ihrer Führung ließ es Genosse Chruschtschow aber damit noch keineswegs genug sein. Ein weiterer Agent und Verräter der Partei der Arbeit Albaniens und des albanischen Volkes, Panajot Plaku, flüchtete nach Jugoslawien und stellte sich in den Dienst der Jugoslawen. Er organisierte dort die feindseligen Sendungen des sogenannten "Radio des Sozialistischen Albanien». Dieser Verräter schrieb an den Banditen Tito und an Genossen Chruschtschow und forderte letzteren auf, er solle durch seine Autoritat die albanische Führung mit Enver Hoxha an der Spitze liquidieren, da wir "antimarxistisch“, "stalinistisch" seien. Weit davon entfernt, über den Brief dieses Verräters empört zu sein, meinte Genosse Chruschtschow, er könne entweder nach Albanien zurückkehren, falls wir zusagten, ihn in Ruhe zu lassen, oder von der Sowjetunion politisches Asyl erhalten. Uns war, als seien uns die Kremlmauern auf den Kopf gefallen, denn wir hatten uns niemals vorstellen können, dass der Erste Sekretar des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion so weit gehen würde, die AgentenTitos und die Verräter an unserer Partei gegen unsere Parteiund unser Volk zu unterstützen.

Den Gipfelpunkt erreichte unsere grundsätzliche Opposition gegen die Politik Chruschtschows in der jugoslawischen Frage, als dieser sich angesichts unserer prinzipienfesten Beharrlichkcit bei der Entlarvung der Belgrader titoistischen Agenten so aufführte, dass er während der offiziellen Verhandlung zwischen unseren beiden Delegationen im April 1957 wütend erklärte: "Machen wir Schluss. Wir können uns mit Ihnen nicht verständigen. Sie versuchen uns auf den Weg Stalins zu führen!".

Wir waren empört über diese unfreundliche Haltung des Genossen Chruschtschow, der beabsichtigte, die Verhandlungen abzubrechen, d. h. die Beziehungen zur Partei der Arbeit Albaniens und zum albanischen Staat wegen der Verräter des Marxismus-Leninismus, der Tito-Gruppe, zuzuspitzen. Wir waren in dieser Frage keineswegs einer Meinung, dennoch bewahrten wir, die man uns als "hitzköpfig" bezeichnete,

den Kopf, denn wir waren überzeugt, dass wir und nicht Genosse Chruschtschow recht hatten, dass unsere Linie und nicht die Chruschtschows richtig war und dass das Leben unsere Linie bestätigen würde, wie es sie wiederholt bestätigt hat.


Die Partei der Arbeit Albaniens sieht die Frage des jugoslawischen Revisionismus vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus aus, sie bekämpft den Revisionismus als die Hauptgefahr in der internationalen kommunistischen Bewegung, als eine Gefahr für die Einheit des sozialistischen Lagers.

Der jugoslawische Revisionismus ist nicht liquidiert worden, und wie wir ihn heute behandeln, bleibt ihm ein weites Feld für alle Formen seiner Tätigkeit.


Gibt es denn nicht auch in den anderen Parteien Besorgnis erregende Erscheinungen des modernen Revisionismus? Wer das leugnet, der verschließt die Augen vor dieser Gefahr. Unsere Partei ist der Meinung, dass der Verzicht auf die restlose Entlarvung der revisionistischen Tito-Gruppe und die trügerischen «Hoffnungen" auf eine angebliche «Besserung» und positive «Wendung" dieser Verrätergruppe den versőhnlerischen Neigungen zuzuschreiben sind, dem falschen Standpunkt und der falschen Einschätzung der gefährlichen titoistischen Revisionistengruppe durch Chruschtschow und etliche andere sowjetische Führer. Wir werden gegen den modernen Revisionismus, besonders gegen den jugoslawischen titoistischen Revisionismus pausenlos, in aller Schärfe und ohne jeglichen Kompromiss kämpfen.


Die Partei der Arbeit Albaniens ist, wie ich bereits vorhin sagte, der Auffassung, dass unser Lager des Sozialismus, das ein einheitliches Ziel hat und sich vom Marxismus-Leninismus leiten lässt, auch eine gemeinsame Strategie und Taktik haben muss, und dass diese von den Parteien und den Staaten des sozialistischen Lagers gemeinsam ausgearbeitet werden müssen.



 

 

Enver Hoxha