Liu Schao-tschi, Tschou En-lai, Deng Hsiao-ping, Peng Tschen und andere Elemente waren rechts, Elemente der Bourgeoisie, die die nationale Großbourgeoisie verteidigten, um, natürlich getarnt mit linksradikaler Demagogie, deren Vorrechte zu schützen. Und das tat diese Fraktion unter einer kommunistischen Larve. Innerhalb. der KP Chinas hatte diese Gruppe während der Zeit nach der Befreiung die Macht an sich gebracht und sorgte auf diesem Weg für die Konsolidierung der chinesischen kapitalistischen Bourgeoisie.

Mao Tsetung war kein Marxist-Leninist, sondern ein fortschrittlicher bürgerlicher Revolutionär, fortschrittlicher als Liu Schao-tschi, dennoch aber ein zentristischer Revolutionär, der sich als Kommunist ausgab und an der Spitze der Kommunistischen Partei Chinas stand. Innerhalb Chinas, in der Partei, im Volk, und außerhalb des Landes erwarb er sich den Ruf eines für den Aufbau des Sozialismus kämpfenden großen Marxisten-Leninisten. Seine Anschauungen jedoch waren nicht marxistisch-leninistisch, er folgte nicht der Theorie von Marx und Lenin. Er setzte das Werk Sun Yat-sens fort, doch auf fortgeschritteneren Positionen, sozusagen gekleidet in einige linke revolutionäre Formeln, einige marxistisch-leninistische Thesen und Schlagworte. Mao Tsetung gab sich als marxistisch-leninistischer Dialektiker aus, war es aber nicht. Er war ein Eklektiker, der die marxistische Dialektik mit dem konfuzianischen Idealismus und der alten chinesischen Philosophie verband. Tatsache ist, dass er sich bei der Leitung der Partei und des Staates, der Politik und der Ideologie, bei der Entwicklung Chinas und seiner Partei sowie der internationalen Verhältnisse nicht auf die marxistisch-leninistische materialistische Dialektik gestützt hat, um China auf den Weg zum Sozialismus zu führen.

Andererseits sehen wir, dass es in der Partei auch den linken Flügel gab, der sich ebenfalls mit marxistisch-leninistischen Parolen tarnte. All diese Abweichungen gereichten der Sache des Sozialismus nicht zum Vorteil. Alle Flügel erhoben Mao Tsetungs Banner, um - in unterschiedlichen Formen, mit unterschiedlichen Methoden, unter fast der gleichen Maske -- ein einziges Ziel zu erreichen, alle kämpften unter Mao Tsetungs Banner, einem Banner, das nur dem Namen nach marxistisch-leninistisch war. Dass dieses Banner nicht wirklich marxistisch-leninistisch war, stellte sich nach Mao Tsetungs Tod klar heraus.

Was geschah? Hua Guo-feng stürzte «auf einen Schlag», wie er selbst sagt, die «Vier» und die gesamte zentristische, unmarxistische Theorie Mao Tsetungs, brachte den rechten Flügel an die Macht, mit einem Wort, alle jene Elemente, die während der «großen» angeblich proletarischen «Kultur»Revolution verurteilt worden waren, und führte einen Staatstreich durch wie einst Napoleon I. und später auch Napoleon III. Und Deng Hsiao-ping ist nichts anderes als ein kleiner Napoleon. Wie Napoleon, der das französische Imperium zu schaffen suchte, damit Frankreich im damaligen Europa dominiere und dem englischen Empire den Schwung nehme, England auf der Insel blockiere und niederzwinge, so kämpfen auch Deng Hsiao-ping und Konsorten nun um Welthegemonie, mit dem Ziel, China in eine Supermacht zu verwandeln, die auf der Welt vorherrscht und, nach Möglichkeit, sogar über die Vereinigten Staaten von Amerika dominiert, über die Sowjetunion ja sowieso. Dieses Ziel versucht China durch Krieg zu erreichen, indem es mit den modernsten Waffen aufrüstet, seine Wirtschaft und Technologie mit Hilfe der kapitalistischen Staaten entwickelt und eine bestimmte Politik, eine bestimmte Ideologie betreibt, die sich auf eine unmarxistische Theorie, «Maotsetungideen» genannt, stützt.

Dieser revisionistischen Theorie werden sich die chinesischen Revisionisten als Larve bedienen, um sich als Sozialisten aufzuspielen, doch in Wirklichkeit sind sie es nicht und können es nicht -sein, können sie keine Marxisten-Leninisten sein. So wenig Napoleon ein Anhänger Robespierres, ein Jakobiner sein konnte, so wenig er ein Anhänger Babeufs sein konnte, so wenig können auch die chinesischen Revisionisten Marxisten-Leninisten sein. Die chinesischen Revisionisten sind genau wie einst Napoleon, der sein Imperium errichten wollte. Er schuf, errichtete das Imperium, doch es wurde bald zerschlagen. So wird der Tag kommen, da auch die chinesischen Revisionisten zerschlagen werden.

Der Marxismus-Leninismus und die proletarische Revolution werden in China siegen und diese Renegaten werden unterliegen. Diese Revolution kann natürlich nicht ohne Kampf und ohne Blut siegen, denn in China werden viele Anstrengungen nötig sein, um den subjektiven Hauptfaktor zu schaffen - die revolutionäre marxistisch-leninistische Partei, die es früher nicht gab und auch heute nicht gibt.

Ebenso müssen die Massen vorbereitet werden, damit sie verstehen, dass man nicht mit Illusionen leben kann. Die Massen müssen politisch begreifen, dass an ihrer Spitze keine marxistisch-leninistischen Revolutionäre stehen, sondern Elemente der Bourgeoisie, des Kapitalismus, die einen Weg eingeschlagen haben, der nicht das geringste mit Sozialismus und Kommunismus gemein hat. Doch um dies zu begreifen, müssen sich die Massen über die Grundfrage klar werden, dass nämlich die «Maotsetungideen» nicht der Marxismus-Leninismus sind, und dass Mao Tsetung kein Marxist-Leninist war. Er blieb sich sozusagen treu. Wir sagen, dass Mao Tsetung ein Renegat, ein Antimarxist ist, und das ist er tatsächlich. Wir sagen das, weil er versuchte, sich mit dem Marxismus-Leninismus zu tarnen, in Wirklichkeit jedoch niemals ein Marxist war.

Man kann sagen, dass die Revolution in China ganz allgemein in verschiedener Hinsicht einige Merkmale aufzuweisen hatte, die auf eine sozialistische Entwicklung angelegt waren, doch die Maßnahmen, die ergriffen wurden, blieben auf halbem Weg stecken oder wurden rückgängig gemacht, so wie das derzeit geschieht, und eine Maske nach der anderen wird fallen. All dies muss das chinesische Volk begreifen, aber auch außerhalb Chinas muss man es begreifen, denn leider ist die gesamte Entwicklung dieses Landes - der nationale Befreiungskampf des chinesischen Volkes, die Errichtung einer fortschrittlichen volksdemokratischen bürgerlichen Macht - in die Geschichte als proletarische Revolution eingegangen, die sie in Wirklichkeit nicht war, ist China in die Geschichte eingegangen als ein Land, in dem der Sozialismus aufgebaut wird, was ebenfalls nicht wahr ist.

Alles, was wir auf dem 2. und 3. Plenum des ZK der PAA und in diesen Aufzeichnungen über China gesagt haben, enthüllt meiner Meinung nach im großen Ganzen die chinesische Realität, doch dürfen wir bei dem, was wir gesagt haben, nicht stehenblieben. Es ist unsere Pflicht, die hauptsächlichen und entscheidenden, die Schlüsselfragen der Politik und der Tätigkeit der Kommunistischen Partei Chinas in der dialektischen Entwicklung ihrer Geschichte, gründlich zu untersuchen, um die allgemeinen Vorstellungen und Schlussfolgerungen, zu denen wir gelangt sind und die meiner Meinung nach nicht falsch sind, mit Fakten und Dokumenten zu untermauern. Zweifellos gibt es Fragen, die wir nicht restlos beantwortet haben; gibt es Mängel, gibt es Probleme, über die man diskutieren kann, die gründlicher untersucht werden müssen. Das lässt sich nicht leugnen, doch insgesamt zeigen die Fakten, dass China diesen chaotischen unmarxistischen Weg zurückgelegt hat.

Mit dem, was nun, d.h. nach dem Putsch von Hua Guo-feng und Deng Hsiao-ping, geschieht, ist China dabei, noch hinter das zurückzufallen, was es mit Mao Tsetung erreicht hatte. Dieser war fortschrittlicher als Hua Guo-feng und Deng Hsiao-ping, denn er war ein Zentrist, während diese beiden ultrarechts sind.

In einer meiner Anmerkungen habe ich geschrieben, dass die Mythen gestürzt werden müssen. Was ich dabei vor Augen hatte, war eben, dass der Mythos Mao Tsetungs, der Mythos, er sei ein «großer» Marxist-Leninist gewesen, gestürzt werden musste und muss. Mao Tsetung ist kein Marxist-Leninist, sondern ein fortschrittlicher revolutionärer Demokrat, und unter diesem Blickwinkel, so meine ich, muss sein Werk studiert werden.

Ich habe gesagt, dass Mao Tsetungs Anschauungen nicht nur an Hand der zurechtgerückten Phrasen in den veröffentlichten vier Bänden, sondern in ihrer praktischen Umsetzung studiert werden müssen. Und praktisch umgesetzt wurden sie in einer anderen als der Periode der bürgerlich-demokratischen Revolution in Frankreich, als die Bourgeoisie - in ihrer Epoche - eine fortschrittliche Klasse war. Die Ansichten Mao Tsetungs werden heute, in der Epoche der Fäulnis des Imperialismus, im letzten Stadium des Kapitalismus entwickelt, in der Epoche also, da die proletarischen Revolutionen auf der Tagesordnung stehen und das Beispiel und die großen Lehren der Grossen Sozialistischen Oktoberrevolution, die Lehren von Marx und Lenin für uns ein unfehlbarer Wegweiser sind. Mao Tsetungs Theorie, die «Maotsetungideen», die unter diesen neuen Bedingungen entstanden, würden sich in das Gewand der revolutionärsten und wissenschaftlichsten Theorie der Zeit, des Marxismus-Leninismus, zu kleiden versuchen, im Kern aber blieben sie eine anti-marxistische Theorie, denn sie steht im Gegensatz zu den proletarischen Revolutionen und kommt dem in Fäulnis begriffenen Imperialismus zu Hilfe.

Deshalb haben in der Ideologie Mao Tsetungs alle Aspekte der Ideen ihren Niederschlag gefunden, die der Kapitalismus und Imperialismus während der gesamten vieljährigen Periode seines Niedergangs und seiner Fäulnis hervorgebracht hat.

Die «Maotsetungideen» sind ein Amalgam von Ideologien, vom Anarchismus, Trotzkismus, über den modernen Revisionismus à la Tito, à la Chruschtschow, den Eurokommunismus à la Marchais-Berlinguer-Carrillo bis hin zur Verwendung marxistisch-leninistischer Formeln. In diesem ganzen Amalgam müssen wir auch noch die alten Ideen des Konfuzius, des Menzius und der anderen chinesischen Philosophen unterscheiden, die die Herausbildung der Ideen Mao Tsetungs, seine kulturelle und theoretische Entwicklung außerordentlich stark beeinflussten. So ist es schwierig, eine einzige oder, sozusagen, klare Linie der chinesischen Ideologie zu bestimmen. Auch jene Seiten, die man als eine Art deformierten Marxismus-Leninismus bezeichnen könnte, sind von asiatischer Prägung, asiatischem Charakter, tragen das Spezifikum eines «asiatischen Kommunismus», einer Art «Asiokommunismus» - entsprechend dem «Eurokommunismus» -, wo der proletarische Internationalismus von Marx und Lenin in seiner vollen und wahren Bedeutung nicht aufzufinden ist. In der chinesischen Ideologie finden sich kräftige Dosen von nationalistischen, fremdenfeindlichen, religiösen, buddhistischen Zügen, ausgeprägte Überreste der feudalen Ideologie, ganz zu schweigen von den vielen anderen Überresten, die es gibt, und die weder in der Periode des nationalen Befreiungskampfes noch, insbesondere in der Periode der Errichtung der Macht der Volksdemokratie systematisch bekämpft worden sind.

Man muss zugeben, dass die reaktionäre Weltbourgeoisie die Entwicklung der Politik und Ideologie Mao Tsetungs, die Entwicklung der politisch-ideologischen Kämpfe Chinas sorgfältiger verfolgt und studiert hat, nicht nur in der vorrevolutionären Zeit, sondern auch während der Revolution. Eben weil die reaktionäre Weltbourgeoisie erkannte, dass diese Politik und Ideologie ihre besonderen asiatischen, chinesischen Merkmale hatte, weit vom Marxismus-eninismus entfernt war, hat sie sie verteidigt, unterstützt und sogar auch als marxistisch-leninistisch - propagiert. In ihren eigenen Schriften und Veröffentlichungen zeigt die Bourgeoisie die Ausrichtung der Politik und Ideologie Mao Tsetungs klar auf, und sie wertet sie nicht als marxistisch, sondern als eine bürgerlich revolutionäre Ideologie. Und das ist sie auch wirklich. Der Imperialismus, der Weltkapitalismus war daran interessiert, dass China, gleichsam ein grosser Kontinent, diesen Weg weiterbeschritt, Mao Tsetungs politische und ideologische Orientierung verfolgte, die eines Tages in offenen Gegensatz zum wissenschaftlichen Marxismus geraten musste, weil China nicht den Weg des wissenschaftlichen Marxismus verfolgen würde. Des zeigte sich klar an Chinas Entwicklung; die ideologischen Gegensätze zwischen dem Marxismus-Leninismus und den «Maotsetungideen» wurden - nicht erst jetzt, sondern auch schon früher - unvermeidbar.

Alle Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, die die Chinesen in Widerspruch Sowjetunion, zur Komintern und zu Stalin brachten, waren Gegensätze in prinzipiellen Fragen und hatten keinen anderen Grund.

Wenn wir die «Maotsetungideen» untersuchen, müssen wir meiner Meinung nach all die Faktoren berücksichtigen, die in der politisch-theoretischen Entwicklung der chinesischen Führung, der Kommunistischen Partei Chinas eine große Rolle gespielt und sich in ihren Orientierungen und Handlungen niedergeschlagen haben. Dort wurzelt noch die gegenwärtige Strategie des Maoismus, die bekanntlich im Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika und dem gesamten Weltkapitalismus besteht, um der revisionistischen Sowjetunion entgegenzuwirken.

Dies ist nicht bloß eine durch Zeitumstände bedingte Politik, sondern eine Politik, die einen ideologischen Inhalt hat, und die Maoisten sind ideologisch davon überzeugt. Die chinesischen Führer denken nahezu gleich wie die amerikanischen Imperialisten und die Häupter der anderen entwickelten kapitalistischen «Demokratien», Ideologisch stimmen sie überein, besonders in den Vorherrschaftsabsichten, denn als großer Staat will auch China nicht unter die Leitung und den Stiefel egal welches dieser Imperialisten und Kapitalisten geraten, sondern dominieren oder zumindest ein gewichtiges Wort auf der Welt mitreden. Das ist der Grund, weshalb das maoistische China auf die eine oder andere Weise das Bündnis des Weltproletariats mit der kapitalistischen Bourgeoisie und dem amerikanischen Imperialismus predigt. Damit, dass es diesen Weg eingeschlagen hat, hemmt China tatsächlich die Weltrevolution, entstellt es die marxistisch-leninistische Theorie, so wie das auch die anderen Revisionisten tun. Seine Politik und seine Tätigkeit dienen dem sterbenden Imperialismus und Kapitalismus als eine frische Injektion, die ihn wieder zu Kräften bringen, sein Dasein verlängern soll.

Was die Frage der Widersprüche des maoistischen China zum Sowjetrevisionismus anbelangt, so besteht sie nur darin, dass es die Sowjetunion für eine schwächere imperialistische Macht hält als die Vereinigten Staaten von Amerika und meint, im Bündnis mit dem amerikanischen Imperialismus könne es seine expansionistischen Träume, die Eroberung Sibiriens und der anderen östlichen Regionen der Sowjetunion, verwirklichen.

Hierin besteht der Widerspruch zwischen China und der Sowjetunion, und dieser Widerspruch trägt nicht ideologischen Charakter, wie man ihn darstellt, das heißt, dass China angeblich marxistisch-leninistisch und die Sowjetunion revisionistisch sei. Nein, beide Länder sind revisionistisch, lassen sich von einer bürgerliehen Ideologie leiten und kämpfen genau unter den Bedingungen der Fäulnis des Imperialismus gegen die Revolution.

Deshalb, so scheint mir, müssen alle diese Anmerkungen durch eine ausführliche Dokumentation vertieft und besser begründet wer den. Man muss nach diesen Dokumenten forschen, denn es gibt sie auf die eine oder andere Weise, und sei es in den Zeitungen oder Büchern, die von Zeit zu Zeit innerhalb oder außerhalb Chinas erscheinen. Doch diese müssen kritisch studiert und mit der chinesischen Realität sowie den grundlegenden Thesen unserer großen revolutionären Ideologie, des Marxismus-Leninismus, konfrontiert werden.



ENDE