Nicht einmal die Presse des amerikanischen, des englischen, des französischen, japanischen u.a. Imperialismus macht sich vorläufig die Mühe, das Feuer zu erwidern und in eine Polemik mit den Artikeln der «Prawda» einzutreten. Die Imperialisten kümmern sich um ihre eigenen Angelegenheiten, halten Beratungen ab, treffen Maßnahmen, betreiben Propaganda und schreiben natürlich auch Artikel, skandalös ist aber, dass der Chinese den «Krapfen», den Carter in London gebacken hat, schon zwischen den Zähnen hatte, ehe er noch richtig «aus dem Ofen» war.

Die Chinesen geraten mit jedem Tag tiefer in den Schlamm, in den Sumpf des Opportunismus, und sie empfinden kein Fünkchen Scham vor der Weltöffentlichkeit, vor den Marxisten-Leninisten und den Revolutionären. Wie die schmierigsten Lakaien verteidigen sie jede Handlung des amerikanischen Imperialismus und der bürgerlich kapitalistischen Staaten, und alles, was diese aggressiven imperialistischen Großmächte, die die Völker unterdrücken, tun, wird von China beklatscht. Weiter kann man, so scheint mir, in der Unterwürfigkeit gegenüber dem amerikanischen Imperialismus, jenem Imperialismus, der China Kredite gibt, damit es sich stärken kann, nicht gehen. Hua Guo-feng und Yä Djiän-ying tönen in den Stadionveranstaltungen, an denen Zehntausende teilnehmen, als ob der Weltkrieg morgen ausgerufen würde, sagen, man müsse deshalb den bewaffneten Kampf organisieren, die Kriegsindustrie und die Wirtschaft entwickeln und neue Ölfelder erschließen oder eine neue Industrie im Innern Chinas bauen. Doch es muss gesagt sein, dass sie die wahren Absichten dieser Kampagne verhüllen. Nach Aussage der Chinesen wird den Krieg die Sowjetunion gegen den amerikanischen Imperialismus führen, und sie erklären, sie müssten sich unbedingt auf den Krieg vorbereïten. Bis gestern sagten sie das noch nicht. Stellt sich die Frage: Wenn sie sich auf den Krieg vorbereiten, gegen wen? Wer wird China angreifen, der amerikanische Imperialismus oder der sowjetische Sozialimperialismus? Es ist nicht auszuschließen, dass der sowjetische Sozialimperialismus China angreift, deshalb sollten die Chinesen nicht zu der falschen Schlussfolgerung kommen, die Sowjetunion werde Europa und nicht China angreifen. Diese ganze heutige Politik Chinas hat ein klares Ziel: Zeit zu gewinnen, um aufzurüsten und zur kapitalistischen Großmacht zu werden, das heißt, die gleiche Position einzunehmen wie die beiden anderen Supermächte und sich in eine Reihe mit ihnen zu stellen.

Was die Revolution betrifft, so wurde sie auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.





MONTAG, 16. MAI 1977





DIE CHINESISCHE DELEGATION ÄUSSERT SICH MIT GROSSER BEGEISTERUNG ÜBER DAS TITOISTISCHE REGIME

TANJUG, «Renmin Ribao» und Hsinhua machen täglich gemeinsam Reklame für die Jugoslawienreise der Delegation des Nationalen Volkskongresses Chinas unter Leitung von Saifudin. Der äußert sich mit besonderem Wohlwollen und bewundernd über den Kampf der Völker Jugoslawiens, die Organisierung und den Aufbau des «Sozialismus» in Jugoslawien, besucht Fabriken, Farmen usw. Er lässt es sich nicht nehmen, in Reden und Trinksprüchen seine Zufriedenheit auszudrücken, die «Gefühle der engen und aufrichtigen Freundschaft des chinesischen Volkes für das heldenhafte jugoslawische Volk». Saifudin wurde im Weißen Palast (dem amerikanischen Weißen Haus in Belgrad) mit Ehren auch von Tito empfangen. Das Kommuniqué, das TANJUG herausgab, wurde auch von Hsinhua unterstützt.

Tito äußerte Saifudin gegenüber Sympathie und Bewunderung für das große China, für seine Erfolge, die gewichtige Rolle, die es auf der Welt spiele, und bat ihn auch, «Genossen» Hua Guo-feng seiner größten Verehrung zu versichern. Saifudin seinerseits überbrachte Tito die Grüße Hua Guo-fengs, beglückwünschte ihn herzlich zum Geburtstag und überreichte ihm als Geschenk einen Wandteppich. Einen solchen Wandteppich haben die Chinesen auch Kim Ir Sen, ihrem engen Freund, zum Geburtstag geschenkt.

Man schickte Saifudin in die Woiwodina, wo der Präsident des Parlaments der Woiwodina ihm erzählte, wie in Jugoslawien all die verschiedenen Völker dieses Landes «in voller Harmonie zusammenleben», um Saifudin durch die Blume zu sagen, die nationale Frage in Jugoslawien sei richtig gelöst. Von dort aus fuhr Saifudin weiter nach Montenegro, also in die Nähe unserer Grenze, um auch „dieses gebirgige Land und seine heldenhafte Bevölkerung kennenzulernen und sich mit ihr anzufreunden“. Bei dieser Pilgerfahrt wurde Saifudin von Peko Dapčević begleitet, einem alten General, einem Partisanen der jugoslawischen Armee aus Montenegro. Dann führten sie ihn nach Dubrovnik, um ihm den Hafen dieser Stadt und die sowjetischen Kriegsschiffe, die dort - wie auch in anderen Häfen Jugoslawiens - ankern, vorzuführen.

In seinen Gesprächen mit den Jugoslawen und Tito versäumte es Saifudin nicht, von der «blockfreien Welt» zu sprechen, um sich bei den Jugoslawen anzubiedern. Doch ist klar, dass Saifudin nicht nur dorthin fuhr, um die Freundschaft zwischen den beiden Staaten zu festigen, sondern auch, um Verbindungen beider Parteien herzustellen, denn die Kommunistische Partei Chinas verbindet sich gegenwärtig mit allen revisionistischen Parteien westlichen Gepräges.

Ein Botschaftsrat in Peking sagte einem unserer Genossen, gegenwärtig befinde sich in Peking eine hohe Delegation der italienischen Revisionistenpartei, die Gespräche mit dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas führe, doch, so setzte der Rat hinzu, «ihr Besuch in Peking soll nicht in der Presse veröffentlicht werden», d.h., dieser Besuch soll nicht offiziell bekanntgegeben werden.

Nach dem offiziellen Treffen, das sie mit Carrillo gehabt hat, der von einiger Zeit nach Peking gereist ist, organisiert die Kommunistische Partei Chinas nun also auch Gespräche mit der italienischen Revisionistenpartei.





MITTWOCH, 18. MAI 1977





EIN KULT GEHT UNTER, EIN ANDERER STEIGT AUF

Seit 7 Monaten lesen wir Tag für Tag lange Artikel und Kommuniqués am laufenden Band, die sich gegen die «Viererbande» richten. Und was wird dieser «Bande» nicht alles nachgesagt! Alles Schlechte und Feindliche, was man sich vorstellen kann, hat die «Viererbande» getan. Diese «Bande», so die gegenwärtigen chinesischen Führer, besteht aus den vier Führern, die aus der Kulturrevolution hervorgingen.

Diese Kulturrevolution stand unter Mao Tsetungs Führung, was bedeutet, dass diese Elemente in ihrem Handeln die volle Unterstützung Mao Tsetungs genossen. Stellt sich nun die Frage: Waren diese Unterstützung und dieses Vertrauen begründet oder nicht? Meiner Meinung nach müssen sie begründet gewesen sein, sonst hätten Mao Tsetung und die andern, seine Genossen, die die Kulturrevolution führten, schwere Schuld auf sich geladen. Damit will ich sagen, dass man, wenn sie Agenten waren, wenn Dschang Tschun-tjiao ein Agent der Kuomintang bzw. Tjiang Tjing eine Hure war, die auf Tschiang Kai-Schecks Schoß saß, wie man ihr vorwirft, usw. usf., die Frage stellen muss: wie war es um die Wachsamkeit Mao Tsetungs und der anderen Führer, etwa Kang Schengs, bestellt, ließen sie doch zu, dass diese Leute - sowohl als Tschen Bo-da verurteilt wurde, als auch bei der Verurteilung Lin Biaos, als auch bei der Entfaltung der Kritik an Konfuzius und Menzius - im Zentralkomitee verblieben und laut Hua Guo-feng und Konsorten das Gesetz machten? Das ist natürlich seltsam, gleichzeitig aber auch unannehmbar.

Wir meinen, dass die gegenwärtige anti-marxistische und antirevolutionäre Führung, die einen reaktionären Kurs verfolgt zugunsten des amerikanischen Imperialismus und vereint mit ihm gegen die andere Supermacht, den sowjetischen Sozialimperialismus -, diese Elemente, die wohl nicht nur zu viert sind, sondern nach Millionen zählen, niedergeworfen hat und fortfährt, sie bloßzustellen. Das zeigt, dass diese «Vier» nicht allein waren, und es erhebt sich die Frage: hatte diese ganze Masse von Leuten unrecht, waren sie blind, ahnten, sahen sie nicht, wohin sie das Land trieben? Ein unannehmbarer Zustand, aber es ist eine Tatsache, dass die chinesische Armee, von «Generalen» mit merkwürdigen Tendenzen kommandiert, während dieser ganzen Zeit das Gesetz machte, auch während der Kulturrevolution. Gestützt auf die Armee handelte auch Lin Biao. Ebenso machen es nun auch Hua Guo-feng, der sich auf die Armee stützt, und Yä Djiän-ying, um diesen, wie sie sagen, plötzlichen Stoß zu führen und so «die Vier mit einem Schlag zu liquidieren».

Inzwischen wird in China eine grosse Propaganda betrieben, um den Hua-Guo-feng-Kult hochzujubeln. Hua Guo-feng verfolgt die Taktik ellenlanger Versammlungen, die an die 20 Tage dauern und an denen bis zu 7 000 Menschen teilnehmen. Die Teilnahme von bis zu 7 000 Menschen an solch breiten Versammlungen über ein Problem dient folgendem Zweck: Hua Guo-fengs Stern aufgehen zu lassen. So geht ein Kult unter, ein anderer steigt auf. Für den Augenblick ist die Waage auf Maos Seite leichter geworden und drückt auf der Seite Hua Guo-fengs schwer herab, doch wie lange das so sein wird, das wenden wir noch sehen. Mao Tsetung hat gesagt: «Alle 7 Jahre wird eine Revolution stattfinden, es werden die Rechten kommen, dann werden die Linken kommen und so weiter, zehntausend Jahre lang.»





FREITAG, 20. MAI 1977





DAS CHINESISCHE VOLK BEWAHRT SEINE LIEBE FÚR DAS ALBANISCHE VOLK UND DIE PARTEI DER ARBEIT ALBANIENS

Dem Bericht, den uns Genosse Behar über seine Reise durch einige Provinzen Chinas geschickt hat, lässt sich entnehmen, dass er von den Offiziellen im allgemeinen korrekt, aber kühl empfangen wurde. Behar wurde von Liu Dschen-hua begleitet, dem vorletzten Botschafter in unserem Land, einem unguten Element, das insbesondere gegen Ende zeigte, was sich hinter seinem dümmlichen Lächeln verbarg.

Viele der Personen, die Behar in Peking kennengelernt hatte, gaben ihm kühl die Hand und entfernten sich, weil sie von denen, die sie beobachteten, nicht in seiner Nähe gesehen werden wollten. Anscheinend war von oben der Befehl ergangen, sich so zu verhalten. Trotzdem gab es den einen oder anderen Führer von Regionen, die sie besuchten, der nichts von diesem Befehl wissen wollte und Behar gegenüber seine Liebe und Sympathie für unser Land und unsere Partei zum Ausdruck brachte.

Wo Behar an der Basis Kontakt bekam, war die Lage ganz anders. Anscheinend war der Befehl nicht bis dorthin durchgedrungen, obwohl es nicht mehr die Herzlichkeit, Liebe und Aufrichtigkeit von früher gab. Man spürte, dass sich etwas geändert hatte, und diese Änderung wiederum hatte ihre Ursache in der Propaganda der chinesischen Führung gegen unsere Partei und unser Land. Trotzdem war es dieser Propaganda nicht gelungen, sich richtig festzusetzen, und auch dort, wo sie sich festgesetzt hatte, war dies, Behars Meinung nach, nur pro forma, denn in Wirklichkeit bewahren die Menschen an der Basis, das Volk ihre Liebe und Freundschaft für das albanische Volk und die Partei der Arbeit Albaniens.

Es gibt gute Leute, die besonders Hua Guo-fengs Politik Jugoslawien und Rumänien gegenüber scharf kritisieren und sagen

«Was sind das nur für niederträchtige Machenschaften, die da vor sich gehen? Wir freunden uns mit unseren Feinden an und verfeinden uns mit unseren Freunden wie dem sozialistischen Albanien und der Partei der Arbeit Albaniens, die immer in der Vorhut standen, wenn es um die Verteidigung der Reinheit des Marxismus-Leninismus und besonders Chinas ging.»

Zweifellos gibt es in China gegenwärtig ein Chaos in Politik, Ideologie und Wirtschaft. Dieses Chaos hat seine Ursachen in der opportunistischen, revisionistischen Linie der Gruppe Hua Guo-fengs, die Anstrengungen unternimmt, diese Linie zu entwickeln und sowohl in der Partei als auch unter den Massen zu verankern.

Behar informiert uns, dass er nirgends, wo er hinkam, mehr auf die Wendung «der Vorsitzende Mao Tsetung» stieß, alle sprachen nur von «Genossen Mao Tsetung». Inzwischen gilt dort nur noch Hua Guo-feng als «Vorsitzender»





SAMSTAG, 21. MAI 1977





SAGE MIR, MIT WEM DU UMGEHST, SO SAGE ICH DIR, WER DU BIST

Saifudins Ausflug durch Jugoslawien ging «mit größtem Erfolg» zu Ende. Nach den Worten des Vorsitzenden der chinesischen Parlamentarierdelegation «waren die Ergebnisse glänzend». Er bedankte sich, so meldeten die Nachrichtenagenturen, im Namen der Delegation «für den so herzlichen Empfang, der ihm zu Teil wurde», und besonders dankte er Präsident Tito, der seiner Aussage nach «ausführlich und sehr herzlich mit der Delegation sprach».

Saifudin erklärte, die Mitglieder der Delegation hätten sehr positive Eindrücke über die Entwicklung in Jugoslawien gewonnen. Er sagte: «Die Nationen und Nationalitäten in Jugoslawien haben durch ihren Kampf unter Führung des Präsidenten Tito die Freiheit und Unabhängigkeit gewonnen, und jetzt, nach der Befreiung, bauen sie auf die eigene Kraft gestützt (und das betonte Herr Saifudin in seinen Reden ständig) ihr Land auf und verfügen über eine wertvolle Erfahrung», was den Chinesen gewiss sehr dienlich sein wird!

Vor aller Welt erklären, die jugoslawische Wirtschaft habe sich auf die eigene Kraft gestützt entwickelt, das heißt unter anderem, den sogenannten Selbstverwaltungssozialismus in Schutz nehmen und zu vertuschen versuchen, dass diese Art «Sozialismus» bedingt hat, dass sich die jugoslawische Wirtschaft nicht auf die eigene Kraft, sondern auf die Kredite und Almosen des Imperialismus und Kapitalismus gestützt entwickelt. Zu erklären, dass sich das titoistische Jugoslawien «auf die eigene Kraft stützt», das hat bis heute noch nicht einmal Tito selbst gewagt. Diese Haltung bringt die chinesische Führung in die lächerliche Position eines Winkeladvokaten, der ohne jedes Argument die Schuld leugnet, die der Angeklagte selbst zugegeben hat.

Diese Delegation mit diesem gewissen Saifudin an der Spitze kam auch zum Urteil, äußerte ihre besondere Zufriedenheit darüber, konstatieren zu können, dass «die Nationen Jugoslawiens die geeignete Leitung gefunden haben, und hier, in Jugoslawien, die nationalen Probleme im Einklang mit den marxistischen Prinzipien gelöst worden sind». Laut Saifudin ist also das titoistische Jugoslawien mit seinem Präsidenten wahrhaftig marxistisch-leninistisch und baut den Sozialismus auf!

Es ist weltweit bekannt, dass die titioistische «Selbstverwaltung» Jugoslawien neben vielen anderen Übeln auch die Vertiefung der Streitigkeiten und ernsten Zerwürfnisse zwischen den Nationen eingebracht hat. Die neue jugoslawische Bourgeoisie mit Tito an der Spitze hat den nationalen Minderheiten gegenüber immer die Politik der Unterdrückung verfolgt. Diese Politik hat zum Misstrauen und zur Feindschaft zwischen den Nationen und Völkern Jugoslawiens geführt und die bürgerliche Ideologie und den bürgerlichen Nationalismus um sich greifen lassen.

Welche Gefahr in der Politik der Vertiefung der Spannungen zwischen den Nationen, die zum föderativen jugoslawischen Staat gehören, liegt, hat auch Tito selbst erkannt, dem es trotz der staatlichen Maßnahmen und des staatlichen Zwangs, mit denen er der Auflösung seiner Föderation vorbauen will, und einiger verstümmelter Rechte, die er den Nationalitäten zuerkannt hat, um den Aufruhr wenigstens zeitweilig zu beschwichtigen, außerordentlich große Sorgen bereitet, was nach seinem Tod mit diesen Nationen geschehen wird.

Wenn es um die Bereinigung der schon zur Zeit der Zaren zwischen China und der Sowjetunion festgelegten Grenzen geht, so erheben Mao Tsetung und die Kommunistische Partei Chinas die Forderung danach, und zwar lautstark. Doch während sie das Problem aufwerfen, die Abkommen des Zweiten Weltkriegs müssten rückgängig gemacht werden, da die «Staatsgrenzen falsch festgelegt worden sind» - selbstverständlich von Stalin -, finden sie Titos angebliche Lösung für das Problem der Nationen innerhalb der jugoslawischen Föderation «richtig» und «marxistisch-leninistisch».

Eine größere Lanze können die Chinesen für Tito nicht mehr brechen, und noch mehr hätte Saifudin nicht sagen können, um jene zufriedenzustellen, die ihn nach Jugoslawien geschickt hatten, um Tito die Hand zu küssen. So sehr die Chinesen auch falsches Zeugnis ablegen, so sehr sie auch versuchen, den Titoismus zu beschönigen, ihr Gewäsch kann die jugoslawische Föderation nicht von dieser chronischen Krankheit heilen, die ihr auf den Atem drückt.

Saifundin würdigte ebenso «Jugoslawiens Politik der Blockfreiheit, die Zusammenarbeit und Solidarität mit den anderen blockfreien Ländern und den Entwicklungsländern», nur sagte er nicht: «mit den Ländern der dritten Welt». So servil und scheinheilig sind diese Leute. Tito und alle jene, die Saifudin empfingen und mit ihm sprachen, verkündeten offen ihre Linie und ihre Ansichten, der Chinese dagegen verheimlichte sie. Und warum? Um sich bei den Titoisten anzubiedern.

Tatsächlich betrachteten die Chinesen früher die «Bewegung für die Blockfreiheit» als ein Mittel in den Händen der kapitalistischen Staaten zur Beherrschung der Völker. Jetzt haben sie eine neue Platte aufgelegt, werten sie sie als Bewegung, die sich angeblich gegen den Imperialismus und den Kolonialismus richtet, während sie Tito, diesen Renegaten der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung, als den Begründer der «Blockfreiheit» präsentieren. Und Saifudin bringt den veränderten chinesischen Kurs auch der sogenannten Bewegung der Blockfreiheit gegenüber zum Ausdruck, wenn er betont: «Ebenso freuen wir uns, feststellen zu können, dass Jugoslawien als einer der Begründer der Bewegung der Blockfreiheit entschieden an der Politik der Blockfreiheit festhält, entschlossen seine Souveränität und Unabhängigkeit verteidigt, unermüdliche Anstrengungen unternimmt, um die Einheit der blockfreien Länder und der anderen Entwicklungsländer im Kampf gegen den Imperialismus, den Kolonialismus und den Hegemonismus zu stärken», usw. Diese Erklärungen sprechen für sich und beweisen, dass die Chinesen zu verschleiern versuchen, dass der Titoismus, diese opportunistische ideologische und politische Strömung, unter den fortschrittlichen Kräften der Länder, die für Freiheit und Unabhängigkeit kämpfen, Sabotagearbeit leistet und ihre Anstrengungen, die kolonialen Überreste usw zu beseitigen, in die Irre führt.

Es ist ganz klar, dass die chinesische Parlamentarierdelegation keine Zufallsdelegation ist, sondern mit einigen bestimmten Zielen nach Jugoslawien kam. Und die Hauptsache dabei ist nicht nur, sich für Tito und den Titoismus stark zu machen, zu bekräftigen, dass die Entwicklung in Jugoslawien sich «auf die eigenen Kräfte stützt» und dass die Politik der «Blockfreiheit» sich angeblich gegen den Imperialismus und den Kolonialismus richtet, sondern es geht auch darum, die Staats- und Parteiverbindungen zu festigen, die Freundschaftsbande dicker zu machen, als Genossen eines gemeinsamen ldeals zusammenzuarbeiten, und das ganz unverhüllt. Dieses Ziel verheimlichte der Leiter der chinesischen Parlamentarierdelegation in Jugoslawien durchaus nicht. In der Rede, die er auf dem Bankett hielt, das zu seinen Ehren gegeben wurde, als er in Belgrad eintraf, drückte er sich folgendermaßen aus : «. . .China und Jugoslawien sind durch Tausende von Bergen und Flüssen getrennt, doch. . . sie sind durch die gemeinsame historische Erfahrung und den gemeinsamen Kampf, den wir heute vor uns haben, miteinander verbunden. Wir sympathisieren miteinander, unterstützen und ermutigen uns gegenseitig. . . Wir wünschen euch neue, noch größere Erfolge unter der Führung des Präsidenten Tito. . .» Es ist ganz klar ersichtlich, dass die Chinesen zusammen mit den Titoisten kämpfen wollen. Doch was wird das für ein Kampf sein und gegen wen wird er sich richten? Ganz zweifellos wird dieser «Kampf» so aussehen wie der Titos, der vom Imperialismus unterstützt wird, und er wird sich gegen den Marxismus-Leninismus, den Sozialismus und die Befreiungsbewegungen richten. Die gegenwärtige chinesische Führung wird diesen Weg gehen, denn sonst würde sie sich nicht Genossen, Freunde und Mitarbeiter wie Tito suchen, würde sie sich nicht in eine Front mit ihm stellen. Anders lassen sich diese Tatsachen nicht logisch bewerten.

Über all die Ansichten, die ich den erwähnte, berichtet TANJUG lang und .breit. Man muss sagen, dass diese Nachrichtenagentur über die Dinge spricht, wie sie sind, nichts beschönigt, genau ist, denn die Interessen des modernen Revisionismus, den Tito vertritt, sind groß, denn der jugoslawische Staat hat dabei große Interessen. Deshalb verfolgen sie die Absicht, China und Hua Guofeng ordentlich ins revisionistische Fahrwasser zu bringen und den chinesischen Staat zu ihrem Verbündeten zu machen, das heißt, seine pro-amerikanischen Positionen zu verstärken.

Der Verrat der Chinesen an der marxistisch-leninistischen Linie zeigt sich auch an den Kommuniqués, die zu dieser Reise Saifudins herausgegeben wurden. Hsinhua bringt kurze, nichtssagende Kommuniqués, in denen die Probleme, die ich oben ausgesprochen habe, die Ansichten also, die die chinesische Delegation in Jugoslawien üußerte, verschleiert, verschwiegen werden. Das geschieht aus Angst vor der inländischen chinesischen Öffentlichkeit, die gegen einen solchen gemeinsamen Weg mit dem Verräter Tito ist, aber auch aus Angst vor der Weltmeinung, die China dort einordnen möchte, wo es dies verdient. Aus diesem Grund verheimlicht Hsinhua die Wahrheit, damit die Ziele, um derentwillen Saifudin nach Jugoslawien reiste, das, was er dort tat und was er dort sagte, nicht ans Licht kommen. Das chinesische Volk soll diese Reise für unwichtig halten, während sie für die chinesische Führung in Wirklichkeit große Bedeutung hat.

Auch wenn China in vielen Fragen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika unterhält und sich mit ihnen selbst direkt verständigen kann, mag es in der Praxis doch einige Dinge geben, bei denen die Einschaltung dieses jugoslawischen Gauners als nötig empfunden wird, um den Prozess der Freundschaft zwischen China und den Vereinigten Staaten von Amerika zu beschleunigen. Dieses Geschäft hat Josip Broz-Tito immer betrieben, und er hat es niemals versäumt, nach einer solchen Tat den Scheck aus Washington, in Empfang zu nehmen.

Genau im Anschluss an Saifudins Abreise traf in Jugoslawien der Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika ein, der ebenfalls herzliche Gespräche mit Tito führen wird. Der wird ihn über das in Kenntnis setzen, was ihm Saifudin vortrug, er wird für den amerikanischen Vizepräsidenten auch Empfehlungen bereit halten und natürlich auch den Lohn für die geleistete Arbeit erhalten, sicherlich in Form eines fetten Schecks.

Wir albanischen Kommunisten bedauern das chinesische Volk, das von dieser Führung auf den Weg des Verrats gebracht wird, sehr, doch wir können nichts tun, das ist ein Kampf, den es selbst zu führen hat, ein Kampf, den es zunächst verstehen und dann mit größter Härte entfalten muss. Doch diese nun eingetretene Lage hat auch ihr Gutes: die revisionistische und anti-marxistische Renegatenclique, die in China die Macht übernommen hat, wird sich mit diesen Handlungen entlarven.

Das heutige China hat sich auf die Seite der Vereinigten Staaten von Amerika, des Titoismus, aller revisionistischen sogenannten kommunistischen Parteien geschlagen. Eine Volksweisheit bei uns heißt: «Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist.»







DONNERSTAG, 2. JUNI 1977





CHINA HÄLT JENEN PARTEIEN DIE STANGE, DIE DIE TROMMELFÜR ES RÜHREN

Die Kommunistische Partei Chinas arbeitet systematisch daran, die kommunistische Weltbewegung zu spalten. Sie hat ihre Basis über die prinzipiellen Widersprüche mit der Partei der Arbeit Albaniens in Kenntnis gesetzt. Diese Information erfolgte von ihrem Standpunkt aus, die Partei und die Basis wurden also mit der Behauptung betrogen, «die Schuld und die falschen Ansichten» lägen auf unserer Seite, sie selbst dagegen befinde sich auf marxistisch-leninistischem Weg.

Hinsichtlich der anderen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, die in verschiedenen Ländern der Welt geschaffen worden sind, nimmt die Kommunistische Partei Chinas folgende Haltung ein: jene marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, die entschlossen den Marxismus-Leninismus anwenden, die die Probleme im Licht des Marxismus-Leninismus analysieren und für die Reinheit des Marxismus-Leninismus kämpfen, die im Denken und im Handeln Revolutionäre sind, bekämpft sie; jene «marxistisch-leninistischen» Parteien und Gruppen dagegen, die sich blindlings auf die Seite der Kommunistischen Partei Chinas schlagen und die falschen Linien von der «dritten Welt», vom Kampf nur gegen den sowjetischen Sozialimperialismus, von der Einheit mit der Bourgeoisie, von der Verteidigung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft usw. usf. vertreten, verkünden und hinausposaunen, hat sie in zwei Gruppen eingeteilt: die, die uneingeschränkt zu ihr halten, hat sie nach Peking beordert, wo sie von Hua Guo-feng persönlich empfangen wurden, die anderen, die ebenfalls für die revisionistische Linie der Kommunistischen Partei Chinas sind, sie aber nicht so glühend verteidigen, sondern nur eben erwähnen, werden nicht von Hua Guofeng, sondern von Geng Biao oder Li Hsiän-niän empfangen. Für sie gibt es kein Bankett mit Hua Guo-feng, für die anderen indessen gibt es eines.

In den Ländern, wo es keine solchen Parteien gibt, schaffen die Chinesen - durch Elemente, die für die Kommunistische Partei Chinas die Trommel rühren und Agentenorganisationen in ihrer Dienst sind, durch die Chinafreundschaftsgesellschaften dieser Länder, die von den Hsinhua-Korrespondenten in verschiedenen Ländern, Agenten der chinesischen Staatssicherheit (davon sind wir überzeugt und das hat sich in vielen Fällen bestätigt), bearbeitet worden sind Gruppen, die sich marxistisch-leninistische Partei nennen und auf die Ideologie der «Maotstungideen» ausgerichtet sind. Diese «Parteien» erhalten von den Chinesen Anweisung, den Kampf gegen die wahren marxistisch-leninistischen kommunistischen Partien zu führen, die in verschiedenen Ländern seit längerem bestehen und konsequent, auf dem Weg des Marxismus-Leninismus, für die Revolution kämpfen.

Das, so scheint mir, geschieht in doppelter Absicht. Die erste Absicht ist, die chinesische Linie zu verteidigen, das heißt, den amerikanischen Imperialismus und die kapitalistische Bourgeoisie zu verteidigen, diese schlechte Welt zu erhalten und die Revolution hinauszuschieben. Eben deshalb werden die wahrhaft marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien bekämpft, die ein Hemmschuh für diese chinesische Linie sind. Andererseits ist es so, dass China mit Hilfe dieser sogenannten marxistisch-leninistischen Parteien und Gruppen, die indessen für die Chinesen die Trommel rühren, die Einheit mit den alten revisionistischen Parteien Westeuropas, aber auch anderer Kontinente, etwa Australiens, plant, betreibt und eingeht. So hat die Kommunistische Partei Chinas bereits Kontakt mit der spanischen Revisionistenkartei Carrillos hergestellt. Es heißt, sie habe auch mit der italienischen Revisionistenpartei Kontakt aufgenommen, und gewiss wird sie auch mit der französischen Revisionistenpartei in Kontakt treten. Ebenso hat sich offen gezeigt, dass - mit der Entsendung der chinesischen Parlamentarierdelegation nach Belgrad - die Verbindungen der Kommunistischen Partei Chinas mit den Títorevisionisten und dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens, wenn nicht offiziell, so doch de facto hergestellt worden sind, ohne noch bekanntgegeben zu sein. Diese beiden Parteien, die chinesische und die jugoslawische, sind jeweils mit der Linie der andern einverstanden, denn sie haben nicht viele Differenzen.

In staatlicher Hinsicht entwickelt China die Beziehungen zu Jugoslawien unter großem Spektakel. Dutzende jugoslawischer Delegationen kommen nach China. Das zeigt Chinas Annäherung an Jugoslawien. Es stellt sich die Frage: Warum erklärt China nicht die Herstellung von Parteiverbindungen mit Jugoslawien? Das tut es vorläufig noch nicht, weil es sich dadurch übel entlarven würde, und entlarven will es sich nicht, deshalb verschweigt es die Wahrheit sowohl dem eigenen Volk als auch der Weltöffentlichkeit. Doch auch diese Sache betreibt die Kommunistische Partei Chinas in verschiedenen Formen nach chinesischer Art, um einen fait accompli zu schaffen, in der Absicht, es sowohl dem eigenen Volk als auch der Weltöffentlichkeit als natürliche Sache erscheinen zu lassen, dass die Kommunistische Partei Chinas Beziehungen zum Bund der Kommunisten Jugoslawiens hat, so wie sie auch Beziehungen und Verbindungen zur Rumänischen Kommunistischen Partei hat.

Mit der Partei der Arbeit Albaniens unterhält sie in Wahrheit keine Verbindungen. Wir wollten Verbindungen mit der Kommunistischen Partei Chinas haben, doch diese Verbindungen haben nicht existiert. Zwischen uns gab es nur diplomatische, freundschaftliche und kommerzielle Beziehungen, aber keine Parteibeziehungen. Auch wenn Delegationen unserer Partei dorthin gefahren sind, haben sie Spazierfahrten gemacht, nicht aber gearbeitet und Gespräche geführt, wie wir uns das gewünscht hätten.

Mit den Revisionisten dagegen hat sich die Kommunistische Partei Chinas tiefer und immer tiefer auf Arbeitsverbindungen, ideologische und organisatorische Verbindungen eingelassen, und damit fährt sie fort. So sieht die Lage aus, das ist die neue Taktik der Kommunistischen Partei Chinas auf dem Weg ihrer revisionistischen Entartung.







FREITAG, 3. JUNI 1977





KOREA UND CHINA BEREITEN SICH DARAUF VOR, TITO ZU EMPFANGEN

Unsere Botschaften in Pjöngjang und in Peking melden uns, dass die Presse und die Nachrichtenagenturen Koreas und Chinas tagtäglich eine überschwängliche Propaganda für das revisionistische Jugoslawien und seinen Präsidenten, den Renegaten Tito, betreiben. Die Absicht aller dieser Agenturen ist, offen zu propagieren, Jugoslawien sei ein Land, das «erfolgreich» und «aus eigener Kraft» den Sozialismus aufbaut, ein fortschrittliches Land usw. Dies ist eine große Lüge von Weltformat, und wir meinen, dass es auf der einen Seite ganz gut ist, dass dem so geschieht, weil die wahren Marxisten-Leninisten, die ehrlichen Menschen, die die ganze vielschichtige Entwicklung des jugoslawischen Staates verfolgt haben, verstehen werden, von was für einer Ideologie sich die Partei der Arbeit Koreas und die Kommunistische Partei Chinas da leiten lassen, und selbst zu der Schlussfolgerung gelangen werden, dass diese Ideologie, die jene beiden Länder leitet, revisionistisch ist.

Wie nun scheint, bereiten diese beiden Länder die inländische Offentlichkeit auf einen eventuellen Besuch Titos in Korea und in Peking vor. Tito hat nach Aussage der jugoslawischen Botschafter versprochen, er werde nach Korea reisen, doch er muss zuvor seinen Besuch in Peking vorbereiten. Anscheinend sind sich die Chinesen und die Titoisten bei dem Besuch der chinesischen Parlamentarierdelegation, die sich so begeistert über das titoistische Regime äußerte, einig geworden, dass Tito Peking besucht, doch wann dieser Besuch stattfinden soll, ist noch nicht bekanntgegeben worden. Wie dem auch sei, die Vorbereitungen dafür werden getroffen, und dies wird für uns sehr gut sein, haben wir doch alles getan, um sowohl China und Korea als auch der ganzen Welt zu beweisen, dass das Titojugoslawin ein kapitalistisches Land ist, so wie wir das schon früher ständig gezeigt haben.





DIENSTAG, 7. JUNI 1977





WARUM FÄHRT TITO NACH CHINA?

Die diversen Nachrichtenagenturen schreiben, dass der Präsident Jugoslawiens, Josip Broz-Tito, im August nach Moskau und Pjöngjang und danach nach Peking fahren werde. Diese Nachricht gab der italienische Außenminister Forlani, der von Tito empfangen worden war, in Belgrad vor der Presse bekannt. Heute brachte auch die jugoslawische Nachrichtenagentur TANJUG diese Nachricht. Der Besuch dieses Renegaten in Peking wird genau zur Zeit der großen Wende Chinas hin zur engen Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika und der ganzen übrigen kapitalistischen Welt gegen den sowjetischen Sozialimperialismus stattfinden, von dem die chinesische Führung tönt, er sei der hauptsächliche und einzige Feind des Sozialismus und der Freiheit der Völker.

Tito, dieser Renegat des Marxismus-Leninismus, dieser Agent des amerikanischen Imperialismus und Lakai der kapitalistischen Weltbourgeoisie, wird also voll Begeisterung und mit Pomp von einem anderen Renegaten des Marxismus-Leninismus, Hua Guo-feng, empfangen werden. Hua Guo-feng hat heute - wie lange noch, weiß man nicht - ein 800-Millionen-Volk unter seiner Herrschaft, einen ganzen Kontinent, und der Renegat Tito, ein alter Fuchs, der es versteht zu lavieren, um Kapitalien anzulocken und den Sozialismus zu liquidieren, wird sich in Pjöngjang und Peking wie zu Hause fühlen. Ich glaube, in Pjöngjang wird sogar Tito über das Ausmaß des Kults um seinen Gastgeber staunen. Für diesen Kult gibt es kein Beispiel, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart, und schon gar nicht in einem Land, das sich sozialistisch nennt.

Doch auch Hua Guo-feng, der an die Stelle Mao Tsetungs trat, fing nach dem Sieg des von ihm organisierten Militärputschs gleichfalls mit einer ohrenbetäubenden Propaganda an, um den Kult um seine Person anzukurbeln. Unter anderem kommen Tag für Tag nicht nur eine, sondern zig verschiedene Delegationen nach China -. einige, um diesem Menschen Lobeshymnen darzubringen, andere, um der Macht, die er errichtete, das Hosianna zu singen, oder auch dem Kampf, den Hua Guo-feng seit nunmehr 8 oder 9 Monaten gegen die «Vier» führt, die er «Banditen», «Diebe», «Hurenböcke» und sonst noch alles mögliche nennt. Nach China reisen Gruppen von Geschäftsleuten des amerikanischen Imperialismus und der anderen kapitalistischen Staaten, um zu investieren und sich Märkte für ihre Waren zu sichern.

So wird sich bei den beiden, Hua Guo-feng und Kim Ir Sen, also auch Tito einfinden. China und Korea hat Tito bisher noch nicht besucht, so verwirklicht er sich denn auch diesen Wunsch. Eben die Briefmarken Chinas und Koreas fehlten noch in seiner Sammlung; die Marken von Franco und Pinochet dagegen konnte er noch nicht bekommen, doch auch die wird er sich morgen in das Album seiner Reisen kleben können, die er unternimmt, um unter dem Deckmantel einer großen Weltpolitik Intrigen zu spinnen. Eines muss man Tito tatsächlich lassen: Er ist zwar ein niederträchtiger Verräter, aber auch ein ganz gerissenes Element, was Intrigen, Machenschaften, Kombinationen und die Auflösung von Kombinationen anbelangt. Deshalb ist seine Reise nach Peking nicht einfach nur ein Besuch, sie soll dazu dienen, China seine «Herrlichkeit» vorzuführen, dem chinesischen Volke und der Kommunistischen Partei Chinas zu zeigen: «Seht her, ich bin wer ich bin, und eure, die chinesische Führung, verbeugt sich vor mir. Wenn eure Führung, die doch marxistisch-leninistisch ist, sich bei meiner Ankunft in Peking verbeugt, so heißt das, sie verbeugt sich vor einem großen Marxisten-Leninisten, der als erster Stalin trotzte, der allen Weltkapitalisten, dem amerikanischen Imperialismus, dem sowjetischen Sozialimperialismus trotzt», usw. Das will ihnen Tito zu verstehen geben.

Tito fährt sicherlich nach China, um politische und wirtschaftliche Gespräche zu führen. Was die wirtschaftlichen Fragen betrifft, so hofft Tito, einige Probleme der Krise, in der Jugoslawien steckt, lösen zu können. Diese Absicht wird ein Pfeil in seinem Köcher sein, doch ein anderer Pfeil ist auf die weitere Festigung der Verbindungen der Hua-Guo-feng-Gruppe mit dem amerikanischen Imperialismus gerichtet, and dies nicht etwa deshalb, weil es Hua Guofengs Gruppe bisher versäumt hätte; immer engere und freundschaftlichere Beziehungen zu den amerikanischen Kapitalisten, den großen amerikanischen Konzernen and Trusten aufzunehmen and zu entwickeln, sondern weil eine Hilfestellung durch diesen amerikanischen Agenten sowohl Washington als auch China dienlich sein kann.

In China wird Tito Versprechungen abgeben and erhalten. Er kommt nicht mit leeren Händen, weder was die Sowjets noch was den amerikanischen Imperialismus angeht. Die Vorschläge, die von ihm kommen werden, wird er vor seiner Reise nach Peking gewiss mit den beiden Supermächten abgestimmt haben, die natürlich jede für sich und direkt auf den Ablauf der Ereignisse in China Einfluss zu nehmen versuchen, doch Tito wird auch in eigenem Auftrag tätig werden.

Meiner Meinung nach wird Titos Arbeit in China zum Vorteil des amerikanischen Imperialismus and zum Nachteil des sowjetischen Sozialimperialismus sein. Er wird dabei mit Sicherheit raffiniert zu Werke gehen, was ganz nach dem Geschmack der Chinesen sein wird, und diese werden mit Vergnügen darauf eingehen. Sollte Tito auch von Breschnew Vorschläge zu einer Entspannung mit China, also einer gewissen Übereinkunft bzw. dem Beginn einer Übereinkunft zwischen China and der Sowjetunion, mit auf den Weg bekommen haben, so wird er auch in diesem Sinne aktiv werden, and das lohnt sich für ihn, denn er hat den sehnlichen Wunsch, mit seinem Verrat die Balancepolitik zwischen dem amerikanischen Imperialismus and dem sowjetischen Sozialimperialismus fortzusetzen, natürlich mit ein paar Kilo mehr in der amerikanischen Waagschale.

Tito wird von allen drei Seiten Handgeld erhalten, von den beiden alten Supermächten and der neuen Supermacht, die gerade emporsteigt and dabei ist, die Insignien der «sozialistischen» Republik China zu «vergolden». Man gibt vor, Tito komme als Präsident der Föderativen Republik Jugoslawien .and nicht als Generalsekretär des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens nach China. Dieser Quatsch soll dazu dienen, den Verrat der chinesischen Führung zu übertünchen, die ihre revisionistische Fratze nicht sofort enthüllen will. Sie möchte sich hinter der Maske des sogenannten maoistischen Marxismus verbergen, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Mao selbst war für Tito and gegen Stalin, obzwar er auch schon das Gegenteil erklärt hat - nämlich, Tito sei unverbesserlich - and ihn in eine Reihe mit Hitler and Hirohito stellte. Seine Stellvertreter, - beziehungsweise Hua Guo-feng, dem Mao Tsetung gesagt haben soll: «Nun, da du die Sache in der Hand hast, sterbe ich ruhig» haben d.iesen Renegaten «gebessert».

Es ist eine Tatsache, dass Tito mit der Reise nach China and Korea seine Autorität als Renegat international erhöht. Er erhöht diese Autorität, versteht sich, in der Welt der kapitalistischen Intrigen, in der Welt der Versklavung der Völker, and dieser Titel wird ihm immer anhaften.

Kim Ir Sen dagegen meint, der Korea-Besuch Titos, den er als großen Mann betrachtet, werde ihm beim Volk noch mehr Kredit verschaffen, so dass er den Kult um seine Person vertiefen kann. Kim Ir Sen setzt große Hoffnungen auf Tito and wird ihn sehr herzlich and mit großem Prunk empfangen, weiß er doch, dass Tito der Abgesandte Carters, der Amerikaner ist. Kim Ir Sen wünscht sich Verbindungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika, möchte diplomatische Beziehungen zu diesem Land herstellen, damit es Korea gegenüber eine mildere Haltung einnimmt.

Was die Frage der Einheit bzw. der Vereinigung der beiden koreanischen Staaten betrifft, so ist dies ein Problem, das sich heute nicht lösen lässt. Und wenn diese Vereinigung nicht auf marxistisch-leninistischem Weg vollzogen wird, dann ist sie selbstverständlich nicht zum Vorteil des Sozialismus.

Tito fährt daher nach Korea, um Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Imperialismus and Kim Ir Sen in Gang zu bringen, denn um Tito Kredite zu geben, dafür fehlt Korea der Geldschrank. Korea ist selbst so tief in Schulden versackt, dass es nicht in der Lage ist, sie abzutragen.

Was die «dritte Welt» anbelangt, so erhebt Kim Ir Sen Anspruch darauf, nicht nur Mitglied, sondern möglichst auch ihr Chef zu sein. Ebenfalls beansprucht er, dass die «Ju-Je»-Ideen, das heißt die Kim-Ir-Sen-Ideen, mit großer Geschwindigkeit auf der ganzen Welt verbreitet werden. All diese Ansprüche stören Tito weiter nicht, der sich bekanntlich als Chef der «blockfreien Welt», der «blockfreien Staaten» aufspielt. In Pjöngjang werden sich die beiden «Chefs» in die Arme schließen, so wie auch ihre beiden Welten zusammenstimmen. Beide Seiten werden den Segen vor allem des amerikanischen Imperialismus haben, in diesem oder jenen Punkt aber auch den Segen des sowjetischen und des chinesischen Sozialimperialismus.

Die Führung der Kommunistischen Partei Chinas hat Verrat begangen. Wir können sagen, dass sich auch in Korea die Führung der Partei der Arbeit Koreas in diesem Fahrwasser befindet. Von Tito weiß man ja, dass er ein alter Verräter ist. Das ist natürlich sehr schlecht für die Revolution, ein Rückschlag und ein schwerer Schaden für den Marxismus-Leninismus. Doch dies Schlechte, das sich da abspielt und nicht von uns abhängt, hat auch sein Gutes, und dieses Gute ist, dass diese Leute, diese Gruppen, diese Cliquen sich nun entlarven und dass die wahren Marxisten-Leninisten, die Revolutionäre, das Weltproletariat, das leidet, das kämpft und bei Demonstrationen, bei Streiks getötet wird, sehen, wie ihre Unterdrücker, die Kapitalisten, die Imperialisten und ihre Agenten, die sich als Kommunisten, als Marxisten-Leninisten ausgeben, auf Kosten der Revolution, auf Kosten der Völker Komplotte schmieden. Dieser große Verrat wird somit den Menschen die Augen öffnen, und der Kampf der Völker und der Marxisten-Leninisten gegen diese Verräter wird sich in Quantität und Qualität weiterentwickeln. Es wird in den verschiedenen Ländern die Zeit kommen, da in jedem von ihnen das Proletariat mit seiner wahrhaft marxistisch-leninistischen Partei den Schlag gegen die Macht des Kapitals führen wird.

Der Marxismus-Leninismus ist nicht tot, er ist auch nicht alt geworden, er ist immer revolutionär, ist jung, ist die Triebkraft der heutigen Welt. Die Revolution unter Führung des Proletariats ist die große Kraft, die die Welt umgestalten wird, und nicht jene «dritte Welt», für die Mao und die Maoisten die Trommel rühren. Gestern sagte Li Hsiän-niän bei einem Abendessen, das die chinesischen Führer für Numeri aus dem Sudan gaben, unter anderem: «Der Imperialismus und der Sozialimperialismus sind keine große Kraft, wir, die dritte Welt, sind heute die größte Kraft auf dem Erdball.»

Was wird diese «größte Kraft auf dem Erdball» tun? Li Hsiänniän, dieser «große Politiker», erläuterte es nicht, doch mit dieser «großen Kraft» meint er: «Zu dieser dritten Welt gehören auch wir Chinesen mit unsren 800 Millionen Menschen, deshalb steigen wir nun auf zu einer großen Kraft, und ihr, Sudanesen und andere halbkoloniale Volker, vereinigt euch mit uns, denn wir werden euch leiten.» Das ist, in andere Worte gekleidet, der Sinn dieser Aussage.

Unter diesen für den Kapitalismus und den Imperialismus schwierigen Bedingungen undUmständen winden sich also die anti-kommunistischen und anti-marxistischen Schlangen sowohl in Washington als auch in Moskau und Peking, wo sich die herrschenden Cliquen in einer schwierigen Situation befinden. Überall finden Veränderungen statt, große Erschütterungen sind festzustellen, und all diese Veränderungen zeugen nicht von der Stärke, sondern von der Fäulnis des Imperialismus, vor seiner Ablösung durch den Sozialismus.

Die Niederlage, die die kommunistische Weltbewegung hinzunehmen hatte, ist zeitweilig. Der Berg muss erklommen werden, doch mit dem Banner on Marx, Engels, Lenin und Stalin wird ihn das Proletariat erklimmen.







SAMSTAG, 11. JUNI 1977





DIE CHINESISCHE SABOTAGE AN DER WIRTSCHAFT UNSERES LANDES GEHT WEITER

Wir erhielten ein Radiogramm von unserem Handelsattaché in Peking, in dem er uns darüber in Kenntnis setzt, dass die Leute vom Industrieministerium in China ihm erklären, sie hätten eine Reihe von Maschinen, die für die Eisenmetallurgie und für Ballsh benötigt werden, nicht bereit, nicht erprobt, und dass sie sich damit begnügen zu sagen: «Wir werden weitersehen», «wir werden es schon machen» usw. Kurzum, die Chinesen treiben Sabotage gegen uns und zögern die Lieferung dieser Maschinen hinaus. Natürlich protestierte unser Handelsattaché offiziell und erklärte, dass wir erneut verlangen werden, dass man diese Dinge überprüft.





SAMSTAG, 18. JUNI 1977





DIE CHINESEN BETREIBEN AGENTENTÄTIGKEIT

Unser Botschafter in China teilt uns mit, dass die Chinesen begonnen haben, unsere Studenten zu belästigen, in der Absicht, sie als Agenten anzuwerben. Das war der Fall bei einem unserer Studenten an der Universität Peking, den ein Dozent auf etwas derartiges ansprach. Unser Student antwortete ihm sofort sehr entrüstet und wandte sich umgehend an die Botschaft, um über diesen Vorfall zu berichten. Dies ist ein gemeines, feindseliges Vorgehen. Wir hatten so etwas vorausgesehen, deshalb hatten wir die Genossen der Botschaft benachrichtigt, sie sollten mit allen Studenten Kontakt aufnehmen, ihnen raten, im Unterricht, im Benehmen und bei der Arbeit korrekt, zugleich aber auch wachsam zu sein, die Linie der Partei und ihr sozialistisches Vaterland gegen jeden Vorstoß, gleich welcher Art, gegen jede Provokation und jeden Rekrutierungsversuch der Chinesen zu verteidigen.

So sieht es mit der «engen», «unvergänglichen» Freundschaft und den anderen großmäuligen Phrasen aus, die die Chinesen im Zusammenhang mit uns von sich geben. Sie sind nicht nur Heuchler, sondern auch Feinde, haben sie es in ihrer Tätigkeit gegen unser Land doch schon so weit gebracht. Sie machen aber auch noch etwas anderes: Im Gespräch mit unseren Studenten legen sie es darauf an, aus ihnen herauszubekommen, wo ihre Eltern arbeiten, wie viel Personen sie zu Hause sind, was sie arbeiten. Anscheinend legen sie Karteikarten über jeden Albaner an, der zum Studium oder zur Arbeit nach China kommt. Und warum? Natürlich, um auch in Zukunft eine ständige feindliche Sabotagetätigkeit gegen unser Land betreiben zu können. Das gleiche machen die Chinesen auch hier, in unserem Land. An der Spitze ihrer Agentenorganisation steht der Hsinhua-Korrespondent. Wir sind zur Überzeugung gelangt, dass die Botschaftsangestellten, einschließlich auch der Übersetzer, keine Karrierediplomaten oder Parteikader sind, sondern Agenten des chinesischen Sicherheitsdienstes. Sie halten natürlich Verbindung mit ihren Spezialisten, die in den Fabriken und an den anderen Objekten arbeiten, die wir gerade bauen, und diese Ingenieure verrichten mit Sicherheit zugleich Informantendienste für die chinesische Botschaft.

Was die Frage des Baus der Fabriken und Werke anbelangt, die wir mit chinesischer Hilfe errichten, so legen sie uns große Hindernisse in den Weg, insbesondere beim metallurgischen Kombinat und beim Werk in Ballsh. Das Ballsher Werk müsste schon seit Jahren fertig sein, doch es kann weiterhin nicht in Betrieb genommen werden, weil einige äußerst unbedeutende Teile fehlen, einige Pumpen, die sie einmal schicken, dann wieder zurückholen, wieder schicken, montieren und dann wieder abmontieren, unter dem Vorwand: «Wir sind uns nicht sicher, wir müssen Sicherheit haben, ehe wir sie montieren, sie werden noch erprobt» usw. Und beim Bau des metallurgischen Kombinats legen sie uns eine ganze Reihe von Hindernissen in den Weg. Eine ganze Liste hat das chinesische Bergbauministerium unserem Beauftragten vorgelegt und ihm gesagt, dieses Objekt könne nicht zum vorgesehenen Termin geliefert werden, es sei noch nicht in der Erprobung, dies und das sei gerade in die Erprobung gegangen, doch habe diese noch keine Ergebnisse erbracht, man müsse noch erproben usw. usf. So wollen diese neuen Revisionisten jene beiden vorrangigen Werke bei uns sabotieren. Auch in Fierza sieht es nicht anders aus.

Wir haben Geduld, doch uns ist klar, dass die Werke und Fabriken, die von China kommen, mit großer Verspätung den Betrieb aufnehmen werden, wenn nicht überhaupt mitten in den Bauarbeiten aufgehört wird. Sollte es dazu kommen, wird das einen großen Skandal für sie bedeuten. Wie dem auch sei, sie werden für diese Schäden bezahlen, die sie mit ihrer Verräterlinie der Wirtschaft unseres Landes zufügen. Am Ende wird abgerechnet und dann werden sie alles bezahlen.

In China verhalten sich die Offiziellen, die Direktoren, die stellvertretenden Minister, die Sektorchefs unseren Leuten gegenüber kalt wie Eis. Das bedeutet, dass Hua Guo-fengs Führung den gesamten chinesischen Apparat angewiesen hat, wie man sich gegenüber der Partei der Arbeit Albaniens und der Sozialistischen Volksrepublik Albanien zu verhalten hat. Im Volk dagegen gibt es Leute, die für uns sind, die uns von ganzem Herzen lieben, die gut über uns sprechen: es gibt auch andere, die Angst haben, aber sich nicht gegen uns äußern. Es gibt chinesische Botschafter im Ausland, die sich so dreist, so unverschämt benehmen, dass einem übel wird. Sie sagen zu unseren Botschaftern: «Es gibt nichts wie die Freundschaft zwischen China und Albanien, sie wird ewig bestehen; es gibt keine Kraft, die diese Freundschaft zerstören könnte; wir lieben Albanien von ganzem Herzen», und dergleichen Gefasel mehr. Doch sie lassen es in ihrer Heuchelei dabei noch nicht bewenden. Einerseits haben sie mit Tito eine so enge Freundschaft geknüpft - ideologisch, politisch, wirtschaftlich und überhaupt -, und auf der anderen Seite treibt zum Beispiel der chinesische Botschafter in Bukarest vor dem ,jugoslawischen Botschafter Demagogie, indem er unserem Botschafter rnit den Worten den Arm um die Schulter legt: «Mit Albanien sind wir eng verbunden, denn wir sind Marxisten-Leninisten, wir lieben einander aufrichtig, und es gibt keine Kraft auf der Welt, die uns trennen könnte.» Doch auch der jugoslawische Botschafter spielt seine Rolle gut. Als der Chinese über diese Dinge sprach, fing der jugoslawische Botschafter an, sichtbar mit der Hand und dem Kinn zu zittern, um sich den Anschein zu geben, als sei er sehr betroffen über die Worte des Chinesen, die sich angeblich gegen Jugoslawien richteten! Possen!

Aus Anlass der Abreise des chinesischen Botschafters aus Italien, so besagen Meldungen aus Rom, war eine große Menge hoher italienischer Funktionäre eingeladen worden. Der chinesische Botschafter hielt sich mit all den Direktoren und Vorsitzenden italienischer Großfirmen und Konzerne wie «FIAT», «ENI», «Montedison» usw. in einem besonderen Raum auf.

Wie sich zeigt, hat sich China in ein kapitalistisches Land verwandelt und geht immer weiter auf diesem Weg; es bejaht die Zusammenarbeit mit den Konzernen der kapitalistischen Welt oder «zweiten Welt», wie es sie nennt. Morgen wird China dasselbe auch in Bezug auf die Vereinigten Staaten von Amerika bejahen, während es auf der Ebene des Kampfes gegen unsere Partei und die wahren marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien das Schwert gezogen hat. Überall finanziert und sammelt es den Unrat und verleiht ihm den Titel «kommunistische Partei», «Arbeiterpartei», «Befreiungspartei», «marxistisch-leninistische Partei». Alle diese «Parteien» plappern nach, was China über die «dritte Welt», über die Vereinigung mit dem amerikanischen Imperialismus und den Monopolen dieses Landes im «gemeinsamen frontalen Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus» sagt. Das alles ist nichts anderes als ein Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, gegen die Revolution, gegen den Sozialismus, um zu erreichen, dass China eine grosse kapitalistische Weltmacht wird.

In China gibt man gegenwärtig sehr viel Geld für Empfänge und Verabschiedungen aus. Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Delegationen aus allen Teilen der kapitalistischen Welt überschwemmen es. Mit ihnen werden offen Verträge unterzeichnet, doch sicherlich versäumt man es auch nicht, Geheimverträge abzuschließen, man manipuliert mit feindseligen, gegen die Völker der Welt gerichteten politischen und militärischen Einstellungen, und China ist bestrebt, dies mit einer angeblich marxistischen Phraseologie zu tarnen, die in Wirklichkeit lächerlich ist. Es versucht, diese stinkenden Handlungen mit Rosenwasser oder «l'eau de rose», wie der Franzose sagt, zu besprengen.

Chinas Eindringen in Afrika erfolgt von Tag zu Tag offener, und stets ist es ein «aufrichtiger», aber ungleicher Partner der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Vereinigten Staaten sind sich der Handlungen Chinas so sicher, dass sie es gewähren lassen, denn das Vorgehen der Chinesen, beispielsweise in Zaire oder jetzt in Äthiopien und anderswo, ist den Amerikanern sehr dienlich.

Also sagt die Welt, dass China vom Marxismus-Leninismus abgewichen ist; es ist zum engen Freund Titojugoslawiens geworden und Tito wird nach China reisen, um sich in staatlicher Beziehung und von der Parteilinie her mit ihm anzufreunden, und er ist dabei, eins mit der Gruppe Hua Guo-fengs zu werden.

Inzwischen trifft China Vorbereitungen für den Empfang Titos. Zu diesem Zweck werden Leitartikel veröffentlicht, allerdings nicht ohne chinesische Winkelzüge. Man lässt durchblicken: «Tito werde ich zwar empfangen, ich werde ihm auch große staatliche Ehrungen zu Teil werden lassen usw., doch ich werde auch gut über Stalin sprechen, werde sagen, er habe so und so gehandelt, deshalb sage ich Tito, selbst wenn ich ihn empfange, dass ich Bewunderung für Stalin empfinde.» Das Ganze ist eine weitere Handvoll Brennnesseln im chinesischen Salat. Doch wird Tito diesen chinesischen Salat essen? Solche Salate isst er mit Sicherheit nicht.

Titos Reise nach Peking wird kein Touristenausflug sein. Mit seinem Besuch dort will Tito in erster Linie sein Prestige erhöhen, der Welt sagen: «Seht her, auch China ist mir zu Füßen gefallen, hat mich als Hauptführer der kommunistischen Weltbewegung anerkannt; Hua Guo-fengs China hat die Linie Mao Tsetungs fallenlassen, der einst zwar einige Pfeile auf mich abgeschossen, aber auch Gutes über mich gesagt hat. Nun, da ich nach China reise, wird alles hinfällig, was gegen mich gesagt worden ist.»

Tito hat bei seiner Reise nach China sicherlich auch noch andere Gaunerstücke vor, um China noch tiefer auf den Weg des Verrats und der Bloßstellung zu treiben, damit es keinen Atem mehr schöpfen kann. Tito wird diesen Besuch an viele Bedingungen knüpfen, politische, ideologische Bedingungen, er wird wirtschaftliche Forderungen stellen und über militärische Fragen reden. Er wird zum Fürsprecher des amerikanischen Imperialismus werden, zum Vermittler der Sowjets bei verschiedenen China betreffenden Problemen, und bei vielen dieser Probleme wird er zunächst die Meinung und die Zustimmung des «neuen großen Vorsitzenden» Chinas, Hua Guo-feng, einholen und dann nach China fahren.

Tito tat seine Arbeit, als er erklärte, die chinesische Führung habe ihn zu einem Besuch nach China eingeladen, und er werde auch fahren, nur wann, das sei noch nicht bekannt. Er wird den Besuch machen, wenn er die Zustimmung der Chinesen zu vielen seiner Ansichten erhalten hat. Unseres Erachtens wird Tito zur chinesischen Theorie der «dritten Welt» niemals ja sagen, er beharrt auf seiner Formel von den «blockfreien Ländern» und ist von ihr in seinem Größenwahn fest überzeugt, denn er dreht diese «blockfreie Weït» wie den berühmten Ring mit dem Edelstein, den er am Finger trägt. «Wenn Hua Guo-feng mit seiner nichtvorhandenen sogenannten dritten Welt will», sagt Tito, «soll er doch in unsere Welt kommen.»

Ein jugoslawischer Botschafter hat zu einem unserer Botschafter gesagt: «Uns ist klar, warum China behauptet, es gebe eine 'dritte Welt', obwohl sie in Wirklichkeit gar nicht existiert. Damit sucht es zur Führung aller blockfreien Länder zu werden. Doch die Führer der blockfreien Länder sind wir. Und nicht nur das, China ist in der 'dritten Welt' sogar in Verruf geraten. Solche Ansichten haben auch die Koreaner, die gleichfalls bestrebt sind, zur blockfreien Welt gezählt zu werden, denn sie wollen mit ihrer 'Ju-Je'-Theorie eine führende Rolle spielen, doch auf diese Versuche gehen wir, die Jugoslawen, nicht ein.»

Wir sehen also, wie eine Bande von Verrätern, Revisionisten, Faschisten, die durch Komplotte und Diversion an die Macht gekommen sind und sich als Vertreter der Völker und des Proletariats tarnen und Diversionstätigkeit gegen die Befreiung der Völker und die Revolution betreiben, auf Kosten der Völker, auf Kosten des Proletariats eine Tragikomödie aufführt.

Ein gemeinsames Merkmal aller modernen Revisionisten an der Macht ist die Diversionstätigkeit. Die Diplomaten der revisionistischen Länder versuchen mit allen Mitteln, den Widerstand der Völker gegen die inländischen Unterdrücker und die gemeinsamen kapitalistischen Konzerne und Truste vieler Staaten zu schwächen, um jenes Monopol zu schaffen, welches das Proletariat versklavt und unterdrückt. Wie die Sowjets betreiben auch die Chinesen auf der ganzen Welt, in allen Staaten, in denen sie diplomatische Vertretungen unterhalten, Agententätigkeit.

Ich bin der Ansicht, dass bei den Sowjets und bei den Chinesen die Organisierung dieser diversionistischen Tätigkeit sogar entwickelter ist als bei vielen kapitalistischen Staaten. Der moderne, Revisionismus ist eine dekadente Strömung unter den bürgerlichen kapitalistischen Strömungen, die nicht die geringste Überzeugungskraft besitzt. Die revisionistischen Parteien sind genau wie die anderen Parteien des Kapitals nicht mit den Massen verbunden. Der moderne Revisionismus, der eine Ausgeburt des Verrats am Marxismus ist und für die Revision des Marxismus kämpft, kann keinerlei politischen Einfluss mehr haben, denn er ist in keiner Weise aufrichtig zu den breiten Massen der Völker. Die breiten Massen der Völker, die unter den Losungen des Marxismus-Leninismus nach dem Sozialismus gestrebt, um ihn gekämpft haben, sie haben gespürt und begriffen, dass diese Theorie richtig ist, und sehen, dass die Verräter an ihr anders handeln als sie sprechen. Deshalb haben sie vollständig das Vertrauen in die revisionistischen Häupter verloren, und ohne jeden Zweifel verfängt deren Agitation und Propaganda bei ihnen nicht.



Bisher war eine Art Salat bekannt, die man russischen Salat nannte. Inzwischen gibt es noch einen anderen Salat, den chinesischen Salat. Dieser Salat ist so faulig, dass er Tausende von Meilen weit stinkt. «Renmin Ribao» bringt gegenwärtig redaktionelle Artikel, in denen Stalin «verteidigt» wird, doch die «Verteidigung» Stalins wird gleichgesetzt mit der Verteidigung Hua Guo-fengs. Hua Guo-feng spielt sich als «Stalin Chinas» auf. Zur Zeit wird dort reichlich davon gesprochen, Stalin sei ein großer Marxist-Leninist gewesen, der gegen die Trotzkisten und die Bucharinisten, gegen Sinowjev, Kamenev, gegen X und Y gekämpft habe. Diesen Stalin hat Mao angeblich so sehr geliebt und gelobt usw. usf, und von hier aus kommt man zur Schlussfolgerung, dass «Genosse Hua Guofeng gegen die Vier kämpft», die ihrer Aussage nach in der und der Beziehung wie die Trotzkisten, die Bucharinisten usw. sind. Dies ist ein Sträußchen Kräuter im chinesischen Salat. Ein Unkraut darin ist auch die Freundschaft mit Tito. Die Nachricht von Titos bevorstehendem Besuch in Peking oder, besser gesagt, Chinas Herantreten an Tito hat China bei den Völkern und den Revolutionären in ein sehr schlechtes Licht gebracht. Sie alle sagen, dass China sich mit Tito, mit dem Revisionismus angefreundet hat, also vom marxistisch-leninistischen Weg abgewichen ist, auf dem es tatsächlich niemals richtig war.





MONTAG, 20. JUNI 1977





CHINA NÄHERT SICH ZUNEHMEND KAPITALISTISCHEN STAATEN AN

Der Besuch des italienischen Außenministers Forlani in Peking ist «erfolgreich» beendet worden. In seinen Erklärungen sprach er natürlich herzlich über Hua Guo-fengs China, dem sich die Italiener nun annähern, über die guten, täglich besser werdenden Beziehungen, über die großen Perspektiven, die sich Italien beim Export von verschiedenen Maschinen mit hohem technologischem Standard auf dem chinesischen Markt eröffnen. Er äußerte sich nicht dazu, ob die Italiener in China investieren werden, doch es wäre nicht verwunderlich, wenn sie auch dies täten, obgleich Italien unter den entwickelten Ländern eines der ärmsten ist. Dennoch ziehen es die italienischen Kapitalisten vor, die italienischen Werktätigen arbeitslos zu lassen, leiden zu lassen, wenn sie nur selbst große Profite aus den Ländern herausholen können, in denen sich ihre Kapitalien gewinnbringender anlegen lassen.

Forlanis Gespräche mit Huang Hua waren «sehr herzlich», und dieser trat lachend und fröhlich auf, ist doch Italien der gehorsamste und getreuste Sklave unter den «Verbündeten» der Vereinigten Staaten von Amerika. Im «italienischen Stiefel» steckt fest der amerikanische Fuss, daher ist Italien für China in jeder Beziehung ein guter Verbündeter. Dagegen wissen die Chinesen, dass Frankreich nicht stillhält, ab und zu gegen die lästige und arrogante Herrschaft der amerikanischen kapitalistischen Monopole «aufmuckt».

China möchte, dass Frankreich unter das amerikanische Diktat zurückkehrt, keine unabhängige Politik macht, dass es vor allem nicht einen Weg der Versöhnung mit der Sowjetunion einschlägt. Doch was soll man machen, wenn Giscard d'Estaing, der heute mit Pomp Leonid Breschnew in seiner Funktion als Präsident des Obersten Sowjets empfängt, nicht auf China hören will. Selbstverständlich fuhr Feldherr Leonidas nach Frankreich, um die Freundschaft mit Giscard «zu vertiefen», und das ist weder im Sinne der Vereinigten Staaten von Amerika noch Westdeutschlands, noch Chinas. Giscard d'Estaing versucht auf diese Weise, seine Stellung etwas zu festigen - sowohl im Hinblick auf die USA, als auch auf ihren gefährlichsten Partner, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, für die sich China zerreißt. Es propagiert sie als bedeutsam für den Frieden, für das Wohl der Völker Westeuropas und ruft alle dazu auf, sich in dieser Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu vereinigen. Es propagiert ebenso, alle sollten sich im «Vereinten Europa» zusammenschließen, Proletarier und Reiche.

Giscard d'Estaing manövriert, denn nächstes Jahr werden in Frankreich Wahlen stattfinden, und es geht ihm darum, die sogenannte kommunistisch-sozialistische Koalition von Marchais und Mitterand zu spalten. In Wirklichkeit ist diese Koalition eine Utopie, denn Mitterand möchte auf keinen Fall, dass die «Kommunisten» vollkommen gleichberechtigt, wie die Franzosen sagen, an einer künftigen «Links»regierung teilnehmen. Deshalb manövriert Giscard d'Estaing rechtzeitig, um diese rissige Einheit weiter zu spalten, eine Einheit, die nur auf dem Papier, in einigen unwichtigen Dingen besteht und die man «Linksunion» nennt.

Auf diese Weise nähert sich China der französischen Revisionistenpartei, Marchais an, und da ihm die Politik Giscards nicht gefällt, gefällt ihm natürlich die Politik von Marchais. Doch China gefällt ;auch die «neue Politik» Carters nicht, hat es sich doch eingebildet, die Vereinigten Staaten von Amerika würden eine Politik nach dem Belieben und dem Geschmack Mao Tsetungs, Tschou En-lais oder Hua Guo-fengs betreiben. Wirklich ein Zeichen «großer Klugheit», wenn all die chinesischen Führer meinten, sie hätten international ein enormes Gewicht in die Waagschale zu legen, und die Vereinigten Staaten von Amerika würden einen Kniefall vor ihnen machen und ihre Politik gegenüber der Sowjetunion verschärfen! Natürlich haben die Vereinigten Staaten von Amerika als Imperialisten, die sie sind, große Widersprüche zur Sowjetunion, doch sie stellen ihre eigene Rechnung an, wollen China in Feindschaft mit der Sowjetunion halten, es aufstacheln, nach Möglichkeit sollen sie an den Grenzen sogar aneinandergeraten, wenn nicht gerade in einem großen Krieg, so doch zumindest in einigen Scharmützeln.

Obwohl Carters «neue Politik» China nicht gefällt, liegt sie doch auch auf der Linie Chinas, denn sie erlaubt ihm, die begonnene Propaganda für die Vereinigten Staaten von Amerika fortzusetzen, indem es behauptet, diese seien «pazifistisch», «nicht aggressiv», «wünschen den Status quo», «suchen Übereinkünfte» usw. usf. Die Rede, die Carter nach seiner Ankunft in London hielt, zeigt genau diese verlogene Linie, als seien die Vereinigten Staaten von Amerika für eine Détente im breiten Maßstab, als seien sie dafür, den Entwicklungsländern zu helfen, als seien sie für eine noch engere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion, für eine enge Freundschaft mit China usw. usf.

Dieser Politik Carters ist es zuzuschreiben, dass die Chinesen die Vereinigten Staaten von Amerika verehren, obwohl sie es gerne hätten, wenn sie sich anders über die Sowjetunion äußerten. Die Chinesen waren ganz verliebt in den Banditen Nixon, denn der sagte, er werde am Bau einer großen Brücke arbeiten, die in San Francisco beginnen und in Peking enden solle, der Brücke der Freundschaft der Vereinigten Staaten von Amerika mit dem China des Vorsitzenden Mao Tsetung. Damals beklatschte China diesen «genialen» Gedanken, die glühenden Wünsche dieses amerikanischen Ganoven.

Den Bau der Brücke, den Nixon mit Mao Tsetung und Tschou En-lai begann, führt nun Hua Guo-feng mit Carter weiter, ungeachtet der bestehenden feinen Unterschiede. Feine Unterschiede kann es immer geben, doch die chinesische Linie, der nun verfolgte chinesische Kurs wird sich nicht ändern, wenn sich nicht die gegenwärtige chinesische Führung ändert, wenn sich die Kommunistische Partei Chinas nicht auf den richtigen marxistisch-leninistischen Weg begibt.







MITTWOCH. 22. JUNI 1977



RICHTIGE KRITIKEN UND FORDERUNGEN UNSERER ARBEITERKLASSE

In Korça findet zur Zeit der 8. Kongress des Gewerkschaftsverbandes Albaniens statt. Genosse Rita Marko erwähnte in seinem Bericht die Freundschaft mit dem chinesischen Volk nur mit einem Satz und ging auf die Wirtschaftshilfe gar nicht ein.

Die Delegierten dagegen unterließen es nicht nur, über die Hilfe der Chinesen zu sprechen, von denen sie wegen ihrer Verzögerungen und Sabotageakte die Nase voll haben, sondern äußerten in indirekter Form sogar ihre Unzufriedenheit. So brachten der Delegierte der Werktätigen des metallurgischen Kombinats in Elbasan und der Delegierte des Werks für kontinuierliche Erdölverarbeitung in Ballsh in ihren Diskussionsbeiträgen - nachdem sie über die erzielten Erfolge gesprochen hatten, ohne China, dessen Hilfe oder die chinesischen Spezialisten überhaupt zu erwähnen - einige Spitzen an, als sie das Handelsministerium, die Organe, die sich mit dem Außenhandel und dem Export-Import befassen, sowie das Industrie- und Bergbauministerium als Investor dafür kritisierten, dass sie nicht rechtzeitig und in der festgelegten Frist die benötigten Maschinen beschafft hatten. Dies führe, so stellten sie heraus, zu planwidrigen Verspätungen bei der Fertigstellung dieser beiden wichtigen Werke der Industrie unseres Landes und schade folglich den wirtschaftlichen Interessen der Sozialistischen Volksrepublik Albanien und der albanischen Arbeiterklasse schwer. Daher verlangten sie von der Regierung, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und den zuständigen Organen noch einmal die Anweisung zu geben, die Beschaffung dieser Anlagen und Maschinen zu beschleunigen, die, wie in den staatlichen Verträgen längst vorgesehen. aus dem Ausland eingeführt werden sollen. Alle begriffen, dass diese Kritiken an die chinesische Führung gerichtet waren. Das nennt man: «Den Sack schlagen und den Esel meinen».







DONNERSTAG, 23 JUNI 1977





CHINA WILL DIE ROLLE DES «ALTEN DER BERGE» SPIELEN

Die Vertreter der chinesischen Nachrichtenagentur in Europa und die Lakaien der Chinesen, besonders der Trotzkist Jurquet in Frankreich sowie die Elemente von der «Roten Fahne» in Deutschland [MLPD – Anmerkung der Red.] sind auf Hua Guo-fengs Verräterlinie am aktivsten. Sie aktivieren Leute nicht nur innerhalb ihrer Länder, sondern überall, wo sie können.

China finanziert alle diese Agenten, die eine Presse geschaffen haben, eine gewisse Propaganda betreiben, doch die Hauptpropaganda erfolgt in klingender Münze. China gibt diesen Agenten Geld, um damit die Schwankenden in den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien Europas zu kaufen. Genossen von Bruderparteien haben uns erzählt, dass Angestellte der chinesischen Botschaften direkt, auf der Straße, Kontakt mit Parteigenossen aufnehmen, ohne vorher mit ihnen bekannt gewesen zu sein, ein Gespräch anknüpfen und ihnen dann nach zwei, drei Treffen, nach angeblich ideologischen Diskussionen, Geld anbieten. Einige weigern sich entrüstet und kategorisch, es anzunehmen, doch der eine oder andere nimmt es. Mit solcher Arbeit befasst sich die Agentenorganisation Geng Biaos, der für die Beziehungen der Kommunistischen Partei Chinas zu den kommunistischen Parteien auf der Welt zuständig ist.

Die marxistisch-leninistischen kommunistischen Bruderparteien sind heute in der Lage, zu urteilen und zu handeln, und wir meinen, dass sie nicht zögern dürfen, die richtigen Schritte gegen diese feindseligen Versuche der modernen Revisionisten zu unternehmen, der chinesischen und sowjetischen Revisionisten, der Trotzkisten und aller anderen Lumpen in ihrem Dienst.

Es ist Sache der marxistisch-leninistischen Parteien selbst, sich zu entscheiden, auch offen zu sprechen, wenn die Situation es von ihnen verlangt. Sie dürfen sich nicht strikt an unsere Taktik halten, denn sie kennen unsere Auffassungen und Ansichten über diese revisionistische Linie der Kommunistischen Partei Chinas genau. Wir äußern uns offen gegen diese Linie, gegen ihre Strategie und Taktik, doch ohne Chinas Namen auszusprechen, ohne mit dem Finger auf die Kommunistische Partei Chinas zu deuten. Trotzdem, inzwischen begreifen das alle. Vielleicht ist jetzt für die jungen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien die Zeit gekommen, auch offener zu sprechen, und sie dürfen, wenn die Situation reif ist, nicht zögern, denn die Gruppen und Parteien, die China mit seinem Hua Guo-feng bildet, werden speziell dazu aufgebaut, diese Parteien zu verunglimpfen und zu bekämpfen.

Das Ziel der chinesischen Taktik ist, wie ich auch schon früher gesagt habe, die Polemik anzufachen, doch soll sich diese Polemik zwischen den marxistisch-leninistischen Parteien und den faschistischen Gruppierungen mit maoistischem Etikett abspielen, während sich China heraushält, nicht erwähnt wird und die Rolle des «Gottes auf dem Olymp» spielt, die Rolle des «Alten der Berge». So hieß in der Geschichte der Führer der Aschaschen-Sekte, der in den syrischen Bergen lebte. In seiner Höhle sammelte er Menschen um sich. berauschte sie mit Mohn, führte sie in seinen Garten voll Blumen und Huris und schickte sie dann aus in alle Teile der Welt, um seine Sekte zu propagieren und die Feinde des «Alten der Berge» zu töten. Dieses mittelalterliche Geschäft betreibt auch Peking. Deshalb muss man ihm und seinen Agenten, um sie zu entlarven und zu zerschlagen, die stählerne Kraft der marxistisch-leninistischen Ideologie entgegensetzen.







DURRËS, SONNTAG, 26. JUNI 1977





EINE KURZE INFORMATION ÜBER DIE LAGE IN CHINA

Heute morgen kam Genosse Behar Shtylla, der gestern aus Peking zurückgekehrt ist, nach Durrës. Er berichtete mir ausführlich über die Lage in China. Sie ist so, wie wir uns das dachten. Dort sind die Armee und die Staatssicherheit an der Macht, an deren Spitze Hua Guo-feng, Yä Djiän-ying und Li Hsiän-niän stehen. Die Außenpolitik macht Geng Biao.

Der Kampf wird nicht nur gegen die «Vier» geführt, sondern selbstverständlich auch gegen alle Gegner, die es in China gibt. In jeder Straße in Peking gibt es eine Armeekaserne. Noch nie zuvor hat es in der chinesischen Hauptstadt eine solche Flut von Soldaten, Polizisten und Agenten der Staatssicherheit gegeben. Das Leben ist schwierig geworden, insbesondere für die Botschaft unseres Landes. Von der diplomatischen Seite her wird sie vollkommen vernachlässigt. Natürlich rangieren die Rumänen, die Jugoslawen und andere an erster Stelle unter den diplomatischen Vertretungen.

Der Kurs geht in Richtung auf die Annäherung an die Vereinigten Staaten von Amerika und die kapitalistischen Länder des Westens. Die Chinesen erhalten weiterhin in verschiedener Form Kredite von den Vereinigten Staaten von Amerika, von Japan und den kapitalistischen Ländern Europas.

Behar, der seit vier Jahren dort lebt, sagte uns, es sei erstaunlich, wie sehr sich die wirtschaftliche Lage in China verschlechtert hat, während es früher vor allem landwirtschaftliche Produkte so reichlich gab, dass man sie sogar auf der Strasse verkaufte. Er berichtete uns von den grossen Schwächen und den Mängeln, die sich auf dem chinesischen Markt und in der chinesischen Wirtschaft bemerkbar machen.

Titos Chinareise erwarten sie ungeduldig, obwohl im diplomatischen Corps fast überhaupt nicht über seinen Besuch gesprochen wird. Oder, wie ein Botschafter zu Behar sagte: «Unter uns gesagt, es ist China, das zu Tito geht, und nicht Tito, der nach China fährt.» Warum dieses Schweigen im diplomatischen Corps in China über Titos Besuch? Das lässt sich daraus erklären, dass der Westen diesen Besuch nicht schon jetzt propagieren will, weil er damit China keinen guten Dienst leistet. Sie wollen nicht, dass China sich vollständig entlarvt, fällt doch mit Titos Besuch natürlich Chinas Maske als sozialistisches Land. Auch die kapitalistischen Länder wollen, dass es die Maske wahrt, während die Chinesen selbst ihre Maske von sich geworfen haben, deshalb Tito ungeduldig erwarten und ihm, wie sie sagen, einen prächtigen Empfang bereiten werden.

Doch Tito geht eben nicht, ohne Vorbedingungen gestellt zu haben, und er wird seine Reise nach China zum Ausklang seines Lebens mit einem Erfolg krönen, der den Eindruck hinterlassen wird, dass auch China vor ihm auf die Knie gefallen ist.

Was unsere Wirtschaftsbeziehungen anbelangt, so verfolgen die Chinesen bei der Lieferung von Maschinen und Anlagen für die Werke, die wir gerade bauen, jene bekannte «Hinhalte»Taktik - verschleppen, hinausschieben, mit allen möglichen «Gründen» auffahren und die vertraglich vereinbarten Fristen nicht einhalten. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde unser Handel mit China nur zu 30 Prozent realisiert, die im Vertrag vorgesehenen Waren machen nur 70 Prozent von diesen 30 Prozent aus. Für die Verspätungen lassen sich reichlich Gründe finden. 90 Prozent von ihnen sind haltlos, nur ungefähr 10 Prozent lassen sich vielleicht halten.

Die chinesische Generallinie ist also, Albanien zu blockieren, es innerhalb Chinas zu blockieren, aber auch außerhalb, es auch wirtschaftlich zu blockieren. Man verfolgt uns gegenüber die gleiche feindliche, revisionistische, ja sogar eine noch brutalere Politik als damals die Sowjetrevisionisten.

Der chinesische Staatssicherheitsdienst überwacht die Angestellten der Botschaft nun auf Schritt und Tritt. Es gibt keinen Chinesen, der in China auf der Straße oder bei der Arbeit einem Albaner begegnet, ohne dass man ihn herbeizitiert und fragt: «Worüber hast du mit dem Albaner gesprochen, was hat dir der Albaner gesagt?» Auf unsere Leute sind Leute von der Staatssicherheit angesetzt, und wir haben sogar Fakten, dass sie auch versuchen, sie als Agenten anzuheuern.





DURRES, DIENSTAG, 5. JULI 1977





DIE KP CHINAS ORGANISIERT IHRE SATELLITEN

Die Kommunistische Partei Chinas ist dabei, ihre Satelliten zu organisieren. Sie sollen Beratungen abhalten und Erklärungen herausgeben. Die letzte Beratung fand zwischen den belgischen und holländischen angeblich marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien statt. Diese Parteien bekräftigten ihre «kämpferische Einheit und die Übereinstimmung der Ansichten beider Seiten». Beide Parteien ehrten das Andenken Mao Tsetungs und verkündeten, er habe «die Wissenschaft der Revolution in hohem Grad und in so enger Verbindung mit den drei Elementen der Epoche bereichert, die sind: der Marxismus, der Leninismus und die Maotsetungideen». Inzwischen reden sie nicht mehr von «Marxismus-Leninismus-Maotsetungideen», sondern stellen die drei in eine Reihe. Sie betonen, man müsse bei der Analyse der internationalen Lage von Mao Tsetungs «berühmter» These von den «drei Welten» ausgehen, denn diese ist ihrer Aussage nach «die mächtige Triebkraft, die die Welt, das Proletariat, die fortschrittlichen Länder und Völker voranführt», wobei sie nicht zu sagen versäumen, die beiden Supermächte, der sowjetische Sozialimperialismus und der amerikanische Imperialismus, bildeten die «erste Welt», und beide seien geschworene Feinde der Völker. Dann betonen sie, der sowjetische Sozialimperialismus sei dabei, zum Raubtier zu werden, kurz, er rüste immer mehr auf und gefährde insbesondere Europa.

Diese beiden «Parteien» sagen ebenso, sie seien gegen den Hegemonismus, zugleich sind sie aber auch für die nationale Verteidigung angesichts der Gefahren, die die nationale Unabhängigkeit bedrohen. Um diese Unabhängigkeit zu verteidigen, müssen sich deshalb, ihnen zufolge, die unabhängigen Nationen Europas und der anderen Kontinente mit der «dritten Welt» vereinigen und so eine einheitliche Taktik entwickeln, zu einem einheitlichen Vorgehen gegen die Gefahr der Supermacht, des sowjetischen Sozialimperialismus, finden. Und am Schluss kommt die Leier: Lobhudeleien für Hua Guo-feng, der der würdige Nachfolger des Vorsitzenden Mao sei und «die faschistische Viererbande zerschlagen, China befreit» habe. Diese «Viererbande» sei «eine große Gefahr für China, für die Welt und für alle» gewesen. So sehen die Erklärungen aus, die China für diesen konfusen bzw. entarteten Abschaum vorfabriziert, den man bis zu einem gewissen Grad und eine gewisse Zeit lang für «marxistisch-leninistische kommunistische Parteien» hielt.

Jetzt, da die revisionistische Abweichung in China in Entwicklung begriffen ist, finden diese Parteien ihren Platz, finden sie auch den Schirm, unter dem sie Schutz suchen können, und von diesen Positionen aus bekämpfen sie unsere Partei, die anderen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, die fest auf der Linie der marxistisch-leninistischen Theorie stehen, bekämpfen sie also die proletarische Revolution und zugleich die Befreiung der Völker.

Es ist interessant festzustellen (und das stellen wir nicht erst jetzt fest), dass sich die Kommunistische Partei Chinas nicht darauf einlässt, diese Formulierungen ihrer Ideen, die sie auf der Welt verbreitet, zu begründen und zu untermauern. Sie versucht nicht, diese Formulierungen von der «dritten Welt», vom mächtigeren und weniger mächtigen Imperialismus theoretisch zu erklären, zu beweisen, dass der amerikanische Imperialismus schwächer, «eine Maus geworden ist, während der sowjetische Sozialimperialismus ein Bär und ein Tiger geworden ist, den man nicht füttern darf».

Die Kommunistische Partei Chinas hält sich also aus dieser Polemik heraus, bringt sich aus der Schusslinie, sieht von weitem zu, denn sie hat Angst vor den Pfeilen, die auf sie niederprasseln werden und die für die chinesischen Revisionisten todbringend sein werden. Und es ist nicht ausgeblieben, dass diese Pfeile auf sie abgeschossen wurden, und es wird auch weiter nicht an ihnen fehlen.

Die Kommunistische Partei Chinas verfolgt gegenwärtig die Taktik, die angeblich marxistisch-leninistischen Parteien vorzuschieben, die sie unter Huas Herrschaft gebracht hat, damit sie dieser anti-marxistischen Theorie das Wort reden. Natürlich dreschen diese sogenannten marxistisch-leninistischen Parteien, die für die Chinesen die Trommel rühren, angesichts der marxistisch-leninistischen Reaktion gegen sie in der Welt dann Phrasen, zwei- und dreideutige Phrasen. Das sind Phrasen, die ihnen Geng Biao aus einem Zentrum mit Sitz in Peking geliefert hat. Sie verfolgen also genau die Taktik, die Mao Tsetung und seine Nachfolger immer verfolgt haben: nicht úber heikle Fragen sprechen, sich nur mit großen Vorbehalten äußern, zweideutig reden, sowohl ja als auch nein, sowohl in der Mitte als auch vorne als auch hinten, so dass sie in jeder Situation etwas aus dem Sack, in dem sie alle diese «Kostbarkeiten» gesammelt haben, ziehen und sagen können: «Seht her, wir haben dies gesagt und nicht das.»

Deshalb müssen wir fortfahren, unsere Polemik gegen diese rechte Abweichung, gegen diese gefährliche Variante des modernen Revisionismus, gegen diesen Verrat, der erneut am Marxismus-Leninismus begangen wird, diesmal von der chinesischen Führung, zu entfalten. Bei dieser Polemik müssen wir ständig Betonung auf ihre Schärfe legen, wir müssen die Fragen gut herausarbeiten, damit nichts im Dunkeln bleibt und die Genossen unserer Partei und unser ganzes Volk begreifen, um welche Probleme es geht und gegen wen sich diese Polemik richtet. So werden auch unsere marxistisch-leninistischen revolutionären Genossen im Ausland und ihre wahren Parteien an Hand unserer Polemik die Situation klarer erkennen können, werden sie genauer wissen, welcher Meinung unsere Partei über diese rechte, verräterische Abweichung ist.







DURRËS, DONNERSTAG, 7. JULI 1977





EIN ARTIKEL, DER EINE GROSSE INTRIGE ZUM SCHADEN DER VÖLKER ENTLARVT

Ich glaube, unser Artikel «Theorie und Praxis der Revolution», der heute in der Zeitung «Zeri i popullit» erschien, wird bei den Marxisten-Leninisten im Ausland, aber auch bei den fortschrittlichen bürgerlichen Denkern eine große Wirkung erzielen, während die Chinesen und ihre Ableger, gegen die sich der Artikel tatsächlich richtet, ohne Frage vor Wut schäumen werden. Es war notwendig, sogar sehr notwendig und unerlässlich, dass wir diesen Artikel ausarbeiteten und veröffentlichten, denn die chinesischen Revisionisten richteten immer mehr Schaden an, verstärkten ihren Kampf gegen den Marxismus-Leninismus und besonders gegen die Partei der Arbeit Albaniens.

Wie ich schon andere Male gesagt habe, wurde dieser Kampf auf hinterhältige, heimtückische, heuchlerische Weise geführt und hatte nichts Prinzipienfestes an sich. Die Chinesen machten sich nicht die geringste Mühe, sich zu verteidigen, denn ihre berüchtigten Thesen über die Revolution sind tatsächlich auch überhaupt nicht zu verteidigen, weil die Dreiteilung der Welt und die Einordnung Chinas in die «dritte Welt» nichts ist als ein Versuch, die proletarische Revolution zu erdrosseln und das Proletariat unter das Joch der kapitalistischen Bourgeoisie der Industrieländer und des amerikanischen -imperialismus zu zwingen. Mit dieser absurden und anti-marxistischen Theorie wurde angeblich der sowjetische Sozialimperialismus bekämpft, der sowohl den amerikanischen Imperialismus als auch den chinesischen Sozialimperialismus als auch die entwickelten kapitalistischen Länder gefährdete. Mit den Völkern und der Revolution rechnen die Theorien der Chinesen, die ihren Ursprung in den bürgerlich-revisionistischen Ansichten Mao Tsetungs, Tschou En-lais, Deng Hsiao-pings und des Vorsitzenden Hua haben, überhaupt nicht.

Hinter der Verteidigung des amerikanischen Imperialismus und der anderen Imperialisten in Europa und Asien seitens der Chinesen steckt ein großes Ziel, auf das sie nun praktisch hinarbeiten. Sie sprechen mittlerweile offen davon, sie wollten Hilfen und Kredite von diesen Staaten und kapitalistischen Firmen erhalten, um ihre Wirtschaft und ihre Armee zu stärken, mit anderen Worten, um auch China zu einer Supermacht zu machen, wobei ihm jene natürlich helfen, um es gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu hetzen.

Bei diesem großen Intrigenspiel zum Schaden der Völker, das mit einer pseudo-marxistisch-leninistischen Theorie maskiert wird, spekulieren die revisionistischen chinesischen Führer darauf, dass der amerikanische Imperialismus zusammen mit dem aufsteigenden chinesischen Sozialimperialismus in einen dritten Weltkrieg geht, um die andere Supermacht, die Sowjetunion, zu liquidieren. Die Chinesen gehen dabei natürlich von einer angeblich marxistisch-leninistischen Plattform aus, kämpft doch ein «sozialistisches» und «marxistisch-leninistisches» Land gegen einen Sozialimperialismus, während die Vereinigten Staaten von Amerika dabei von den Positionen eines mächtigen Imperialismus ausgehen, der einen anderen Imperialismus, der ihm den Platz streitig macht, vernichten will.

Die Hilfe, die China von den Vereinigten Staaten von Amerika und von anderen entwickelten kapitalistischen Ländern erhalten wird, wird so geartet sein, dass sie weder für den amerikanischen Imperialismus noch für die anderen entwickelten kapitalistischen Länder eine Gefahr bedeutet, doch im Bündnis mit diesen Mächten wird sich die Waage mehr dem amerikanischen Imperialismus zuneigen, was zur Schwächung des sowjetischen Sozialimperialismus beitragen wird. Mithin werden sich die Widersprüche, durch die die Völker in einen Weltkrieg getrieben werden, noch mehr vertiefen. Das antisozialistische China kämpft also für die Entfesselung eines dritten Weltkriegs. Das ist ein schweres Verbrechen an der Menschheit.

Wäre China sozialistisch, müsste es beide großen imperialistischen Mächte bekämpfen, die Widersprüche zwischen ihnen ausnutzen und vertiefen, dafür kämpfen, die Vorbereitungen beider Supermächte auf einen Weltkrieg zu neutralisieren, und die Freunde und Genossen auf der ganzen Welt wappnen, damit sie sich der Katastrophe eines neuen Vernichtungskriegs entgegenstellen. Das tut China nicht, deshalb musste unser Artikel «Theorie und Praxis der Revolution» unbedingt zu diesem Zeitpunkt erscheinen.

Dieser Artikel wird auch von anderen theoretischen Studien, anderen Artikeln begleitet sein, natürlich ohne China namentlich zu erwähnen. Doch wenn die Situation es verlangt, wird auch das geschehen. Heute verstehen alle, dass sich die Haltung der Partei der Arbeit Albaniens gegen die anti-marxistische Theorie Mao Tsetungs und Hua Guo-fengs richtet. Möglich, dass die bürgerliche Presse und der bürgerliche Rundfunk diesem Artikel große Beachtung schenken, möglich ist aber auch, dass sie ihn mit Schweigen übergehen. Beide Möglichkeiten bestehen. Jene, die China verteidigen wollen, damit es weiterlügt und tief in Abhängigkeit von ihnen gerät, werden natürlich schweigen, die anderen dagegen, die Realistischeren, denen dieser Weg Chinas nicht gefällt, werden sprechen.

Wie dem auch sei, die Linie der Partei der Arbeit Albaniens wird auf der Welt ein starkes Echo finden, und dies wird unserer Partei, ihrer richtigen marxistisch-leninistischen Linie zustatten kommen.





SAMSTAG, 9. JULI 1977





EIN KORB VOLL KREBSEN

Zwischen dem Korea Kim Ir Sens, dem Jugoslawien Titos und dem China Hua Guo-fengs ist, natürlich in aller Stille, gedämpft, ein angeblich ideologischer Konflikt ausgebrochen, der durchaus nicht das Bild eines solchen Konflikts bietet, sondern bei dem es darum geht, wer das Banner der falschen Ideologie an sich bringt. Die drei Streithähne wollen die Vorrangstellung in den «Welten»gruppierungen, die sie gemeinsam mit den Imperialisten erfunden haben, also der «blockfreien Welt», der «dritten Welt» und der «Welt in Entwicklung». Jeder versucht, die Grenzen seiner Welt zu wahren, Grenzen, die es in Wirklichkeit nicht gibt und nicht geben kann, denn tatsächlich predigen diese «Freunde» des Weltkapitals den nach Befreiung strebenden unterdrückten Völkern, sich weiter brav unter das Joch zu ducken.

Die drei Anwärter auf die Throne dieser «Welten» wollen von einigen Brosamen vom Tisch des amerikanischen Imperialismus oder des sowjetischen Sozialimperialismus und der anderen entwickelten kapitalistischen Länder profitieren. Sie wollen den größten Teil davon für sich selbst behalten und sich als die Führungen dieser Gruppierungen aufspielen, die in den armen Ländern der verschiedenen Kontinente Regen und Sonnenschein machen .

...Da Korea zu den Staaten gehört, die nicht ohne fremde Hilfe leben können, steht es jetzt am Scheideweg, denn seine Gläubiger helfen ihm nicht mehr mit Anleihen, weil es seine Schulden nicht bezahlt. Das Weltkapital hat kein Interesse mehr daran, in Korea zu investieren.

Trotzdem verlangt die koreanische Presse von der Welt, sich vor Kim Ir Sen zu verbeugen, und erklärt ihn dreist zum «größten Führer, den die Welt bis heute gekannt hat»! Deshalb verlangt er nicht nur Hilfen und Almosen für sich selbst, sondern will außerdem, dass die Vereinigten Staaten von Amerika von jeder Hilfe für Südkorea Abstand nehmen, in dem sie eine wichtige Basis haben, die auch China indirekt verteidigt. So wünscht und versucht Kim Ir Sen, die beiden Koreas unter seiner Fahne zu vereinigen.

Das ist der Tagtraum dieses geborenen «großen Führers», und um sich Autorität zu verschaffen, hat er den Plan gefasst, große Persönlichkeiten in Pjöngjang zu empfangen und zu verabschieden sowie allerlei internationale Seminare und Beratungen abzuhalten. So ist zum Beispiel eine große Beratung der Jugend der «dritten Welt» vorgesehen, an der aber ebenfalls sowohl die Jugend der «blockfreien Welt» als auch die Jugend der «Welt in Entwicklung» als auch der Teufel und seine Großmutter teilnehmen sollen. Man kann sich natürlich vorstellen, was das für eine Veranstaltung gibt; nur dem Namen nach wird es eine «Beratung der Jugend» sein.

In dem «Netz», das da ausgeworfen worden ist, wird es allerlei Fische und Krebse geben, Leute aller Tendenzen und aller Kaliber, von gekauften Agenten bis hin zu vagabundierenden Gaffern, die immer auf dem Sprung sind, durch die Welt zu reisen, natürlich nicht, um zu lernen, sondern um sich «gratis» zu amüsieren.

Doch das gefällt nun den Titoisten nicht, deshalb versuchen sie, es zu sabotieren. Die jugoslawischen Revisionisten wollen nicht, das Kim Ir Sen die Führung der Weltjugend übernimmt. Aber auch den anderen revisionistischen Ländern gefällt es nicht, etwa der Sowjetunion, denn auch sie ist nicht daran interessiert, dass dieser Mensch, Kim Ir Sen, sich als etwas aufspielt, was er nicht ist. Den Chinesen gefällt es ebenfalls nicht, und nicht anders sieht es bei den Mitgliedern der «dritten Welt» aus. Niemand gefällt es, dass die «dritte Welt», angeblich ihre Welt, die Jugend nach Pjöngjang schicken soll, und dass die Koreaner dort dann schwadronieren, wie sie wollen. So sagen viele Botschafter verschiedener Länder zu unseren Botschaftern: «Wir sind nicht einverstanden mit diesen, wir sind nicht einverstanden mit jenen, wir wollen nicht, dass die kommen, wir wollen nicht, dass jene kommen, wir sind nicht einverstanden, dass sie sich in Korea treffen» und anderes dieser Art. Natürlich, wie sollten sie auch einverstanden sein, wenn das alles ein Korb voll Krebsen ist, wo jeder für seine eigenen Interessen arbeitet, und wenn in ihrem Pferch alle Sorten von Ideologien herrschen, nur nicht die marxistische. Wir haben es hier mit einem Basar zu tun, wo jeder sich als der Krämer mit den meisten Menschen oder den meisten Ländern aufzuspielen versucht und die Waren an den Mann bringen will, die ihm der eine oder der andere Imperialismus liefert. Das Ganze ähnelt einem tragikomischen Jahrmarkt.

Unsere Leute erklären natürlich allen den Standpunkt unserer Partei zu dieser Frage und sagen ihnen, dass wir uns nicht nur gegen dieses Vorgehen verwahren, dass wir nicht nur gegen das Wesen dieser Veranstaltung, gegen die Benennungen für diese Gruppierung sind, sondern auch keinesfalls an diesem Mummenschanz teilnehmen werden, der da in Pjöngjang stattfinden soll, denn unsere Partei ist eine ernsthafte Partei, die wie eh und je den Prinzipien des Marxismus-Leninismus die Treue halten wird.



In eben dieser Situation hat Tito beschlossen, zu Besuch in den Fernen Osten zu reisen, und man redet jetzt über diesen Besuch, doch wann und wie er fährt, steht noch nicht fest. Es heißt, er werde Ende Juli fahren, andere sagen, im August oder Ende August. Es heißt, er werde über die Sowjetunion reisen, von anderer Seite wiederum hört man, die Sowjetunion gestatte nicht, dass Tito über ihr Territorium nach China fährt. Es gibt auch Leute, die sagen, China wünsche nicht, dass er über die Sowjetunion kommt, weil das so interpretiert werden würde, als sei er ein Vermittler. Und tatsächlich ist Tito ein Vermittler zwischen der Sowjetunion und China. China möchte diesen Menschen völlig mit Beschlag belegen. Es bemüht sich, Tito zu zeigen, dass es ihn mit offenen Armen empfängt, mit Gongs und Millionen Menschen, die auf dem Tienanmen-Platz, auf den Boulevards, selbst auf dem Flughafen in Sympathiebekundungen für ihn ausbrechen werden. Die Chinesen werden die Straßen säumen, um in ihrem Land den «Triumphator» des Anti-marxismus, den Renegaten des Marxismus-Leninismus, den Agenten des amerikanischen Imperialismus und der reaktionären Weltbourgeoisie zu empfangen.

Doch wird Tito bei dieser Gelegenheit auch nach Korea fahren? Natürlich, auf seinem Plan steht dieser Besuch, doch damit er zur Wirklichkeit wird, müssen noch einige Dinge geregelt werden, denn Tito geht nicht nur dorthin, um irgendeine hohe Auszeichnung entgegenzunehmen, sondern auch wegen einiger Angelegenheiten, die ins Reine gebracht werden müssen. Doch was sind das für Angelegenheiten? Angelegenheiten in seinem Sinn, im Zusammenhang mit dem amerikanischen Imperialismus, der möchte, dass diese Länder von ihm abhängig sind, und Tito will bei diesem Schacher bzw. Zwischenhandel einen fetten Kredit seines Herrn herausholen, denn so war es jedes Mal nach seinen Besuchen in verschiedenen Ländern. Diese Besuche haben ihm immer Profit gebracht.

In diesen Augenblicken der Rückschläge und Niederlagen für Hua Guo-fengs China wird nun Tito nach Peking reisen. Während Tito aufbricht, um China zu besuchen, wird auf der anderen Seite Zulfiqar Ali Bhutto, der sich als Freund Chinas ausgab und tatsächlich sein Freund war, zum Teufel gejagt. Er ist ein pakistanischer Geldsack, der die Parole ausgegeben und gepredigt hatte, man solle eine Beratung von Vertretern des Bildungswesens der Länder der «dritten Welt» durchführen. Das war aber natürlich ein Schlag ins Wasser, denn niemand zog mit ihm in dieser Frage mit. Im Übrigen ließ man ihn noch nicht einmal den Versuch machen, fegte doch ein kürzlich von der pakistanischen Reaktion und sicherlich auch vom englischen, amerikanischen oder auch sowjetischen Imperialismus inszenierter Staatsstreich Ali Bhutto von der Bühne, brachte ihn mitsamt seiner Regierung ins Gefängnis, und mit Sicherheit wird in Pakistan die Opposition an die Macht kommen, für die die «Freundschaft» mit China ohne Frage das Letzte ist, worum sie sich sorgt.

Diese Regierung der Reaktion in Pakistan wird also enge Freundschaft mit dem chinafeindlichen und pro-amerikanischen bzw. pro-sowjetischen Indien schließen. Das werden wir im Laufe der Ereignisse sehen, eines aber können wir sagen: dass einer der Freunde Chinas schweren Schiffbruch erlitten hat. Das ist zugleich auch eine Niederlege für die «kluge» Politik Hua Guo-fengs.







DURRËS, MONTAG, 11. JULI 1977





WANN UND WARUM WIRD DER PARTEITAG IN CHINA ZUSAMMENTRETEN?

Unsere Botschaft in Peking berichtet uns, gestützt auf das, was man sich in Freundeskreisen und im diplomatischen Corps erzählt, dass es in der chinesischen Führung große Widersprüche gebe. Widersprüche zeigen sich zwischen Hua Guo-feng und Yä Djiän-ying. Y4 Djiän-ying ist dafür, Deng Hsiao-ping sobald wie irgend möglich zu rehabilitieren, während Hua Guo-feng nicht dafür ist. Er setzt alles daran, diese Situation hinauszuschieben, und möchte, dass das Zentralkomitee oder der Parteitag so schnell wie möglich einberufen werden. Es heißt, man habe oben festgelegt, wer am Parteitag teilnehmen soll, und dass der Parteitag die Funktionen und Aufgaben zu bestimmen habe, die Deng Hsiao-ping übertragen werden sollen.

Natürlich redet man davon, dass dieser Parteitag heute oder morgen stattfinden könne, doch das sagt man nun schon seit fast einem Jahr, ohne dass der Parteitag zusammentritt, und die Gegensätze bleiben bestehen. Indessen entnehmen wir den Informationen, über die wir verfügen, dass die Gegensätze nicht nur in der Führung, sondern auch unter den breiten Massen der Partei und des Volkes weiterbestehen. Die Lage in China kann also gar nicht anders sein als unruhig, unbeständig.

Was die Beziehungen zu uns betrifft, so haben die chinesischen Führer nicht nur unter den Parteikadern, sondern auch unter dem Volk Kälte verbreitet - überall, wo unsere Leute Gelegenheit zu Kontakten mit chinesischen Arbeitern, Studenten usw. haben. Die chinesischen Werktätigen sind gehemmt, fürchten sich davor, unseren Leuten zu begegnen und mit ihnen zu sprechen. Wo es um die anderen geht, machen die chinesischen Offiziellen genau das Gegenteil, sie übertreiben ostentativ, um durchblicken zu lassen, dass die Sache mit uns Albanern böse aussieht, d.h. sich verschlechtert hat, während mit den Jugoslawen und den Rumänen alles in Ordnung ist.

Gestern abends las ich einen Artikel der Zeitung «Renmin Ribao» über die Eindrücke der chinesischen Veteranendelegation bei ihrem Besuch in Jugoslawien. Was wird in diesem Artikel nicht alles gesagt! Es wird auf den so herzlichen und großartigen Empfang, den die Jugoslawen den Chinesen bereitet haben, hingewiesen! Es wird berichtet, man habe einen Volkshelden Jugoslawiens entdeckt, der im Gefängnis gewesen sei, weil er zur Zeit von König Alexander ein Gedicht über Mao Tsetungs Langen Marsch geschrieben habe! Dann wird erzählt, wie die Chinesen in den Häusern jugoslawischer Veteranen empfangen wurden, wie diese ihnen sagten, sie hätten den Kampf des chinesischen Volkes sehr aufmerksam verfolgt. Aber auch die Chinesen ihrerseits, heißt es im Artikel von «Renmin Ribao» weiter, hätten mit größter Aufmerksamkeit jeden Schritt des heroischen Kampfes der Völker Jugoslawiens verfolgt! Selbst wir, die wir hier ganz in ihrer Nähe waren und Beziehungen zu ihnen unterhielten, wussten nichts Konkretes über diesen Kampf der Völker Jugoslawiens, seine Entwicklung, und da wollen die Chinesen aus dem hintersten Tangschan oder Hunan den jugoslawischen nationalen Befreiungskampf «unter Führung des Helden Tito mit größter Aufmerksamkeit» verfolgt haben! Doch das alles ist natürlich dazu da, die «große Einheit» zu zeigen, die zwischen diesen beiden revisionistischen Ländern besteht. Die Chinesen sind inzwischen dabei, einen triumphalen Empfang für den revisionistischen Renegaten Tito vorzubereiten, der erklärt hat, er werde zunächst nach Moskau reisen und von dort aus weiter nach Peking.

All das, wie auch die Tätigkeit der Titoisten, die es verstehen zu lavieren, die Chinesen hinters Licht zu führen und sie für ihre kleinbürgerlichen Untugenden zu beweihräuchern, hat den Zweck, sie hereinzulegen, um sie tiefer in den revisionistischen Verrat hineinzutreiben und sie vor den Karren des amerikanischen Imperialismus zu spannen. Dies ist ganz offenkundig, und wir liegen durchaus nicht falsch, wenn wir diesen ideologischen Kampf gegen die revisionistische chinesische Führung beginnen, die die Theorien des modernen Revisionismus anwendet, praktiziert und entwickelt.







DONNERSTAG, 28. JULI 1977





DER MACHTANTRITT HUA GUO-FENGS UND DIE REHABILITIERUNG DENG HSIAO-PINGS SIND SKANDALÖS

Den Machtantritt Hua Guo-fengs sowie die volle Rehabilitierung Deng Hsiao-pings und seine Wiedereinsetzung in alle früheren Funktionen betrachten wir als einen skandalösen Fall, was die Anwendung der marxistisch-leninistischen Grundprinzipien der Organisierung der Partei anbelangt. Es ist offensichtlich, dass Hua Guo-feng durch einen Militärputsch an die Macht kam, an dessen Spitze er selbst und Yä Djiän-ying standen. Sie verhafteten die vier Personen, die sie als Rechtsradikale bezeichnen, und übernahmen die Macht. Die Clique, die den Putsch machte, ernannte Hua Guo-feng zum Vorsitzenden des Staatsrats, zum Parteivorsitzenden, weil ihn Mao Tsetung vor seinem Tod angeblich dazu bestimmt hat. Allerdings hätte dies vom Politbüro und vom Zentralkomitee bestätigt werden müssen. Das geschah nicht, sondern man handelte gegen das Statut der Kommunistischen Partei Chinas und gegen jede Norm einer wirklich marxistisch-leninistischen Partei. Weder fand eine Sitzung des Politbüros statt, noch wählte das Zentralkomitee Hua Guo-feng. Dieser machte sich selbst zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas, zerschlug mit einem Schlag die «Vier», ernannte sich :selbst zum Ministerpräsidenten usw. usf. Die Art und Weise, wie Hua Guo-feng an die Macht kam, trägt also alle Merkmale eines Militärputschs, wie man ihn von den Ländern Lateinamerikas kennt.

Das Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas war amputiert, weil eine große Anzahl seiner Mitglieder schon vor langem ausgeschaltet worden war, deshalb konnte es nicht zusammentreten. Wie kann es sein, dass vier Mitglieder aus dem Politbüro ausgeschlossen werden. ohne dass dieses zuvor einberufen und sein Beschluss dann dem Zentralkomitee der Partei vorgelegt wird? Nichts davon geschah. Hua Guo-feng wurde somit nicht von den Organen gewählt, die nach dem Statut der Kommunistischen Partei Chinas dafür zuständig sind, und die «Vier» wurden nicht auf der Grundlage der in eben diesem Statut verankerten Regeln von den Organen der Partei ausgeschlossen. Das ganze Verfahren war illegal, antimarxistisch.

Zu Deng Hsiao-ping ist zu sagen, dass er ein gebrandmarkter Antimarxist ist, der Hauptgehilfe Liu Schao-tschis war. Letzterer wurde von Mao Tsetung bezichtigt, ein Revisionist und der chinesische Chruschtschow Nr. 1 zu sein, während Deng Hsiao-ping als Chruschtschow Nr. 2 betrachtet und zusammen mit Peng Tschen und vielen ihrer Gefolgsleute auf die gleiche Weise ausgeschaltet wurde. Erst danach fanden Versammlungen zur Entlarvung dieser Personen statt. Deng Hsiao-ping war tatsächlich ein Revisionist, und als er erneut an die Macht kam, geschah das nicht auf korrektem marxistisch-leninistischem Weg, sondern auf persönlichen Wunsch Mao Tsetungs. Mao Testung hatte ihn also verurteilt, dann rehabilitierte er ihn, und zwar gründlich, indem er ihn zum ersten Stellvertreter des Ministerpräsidenten Tshou En-lai, zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas und gleichzeitig zum Generalstabschef der Armee ernannte. Dies war eine antimarxistische Entscheidung nur nach dem Gefallen der Clique Mao Tsetungs und Tschou En-lais. Tschou En-lai rehabilitierte seine alten Genossen, mit denen er gleichen Sinnes gewesen war, ohne damals dasselbe Schicksal erlitten zu haben wie Liu und Deng, weil Mao Tsetung sich vollkommen isoliert fühlte und seine Hand über Tschou hielt. Das hat er auch selbst zugegeben, und er rief zur Kulturrevolution auf.

Deng Hsiao-ping wurde also verurteilt, weil er die von Mao Tsetung inspirierte Kulturrevolution verurteilte. Dieser Mao Tsetung war es, der die «Rote Garde» dazu aufrief. sich zu erheben und die Hauptquartiere anzugreifen, und die «Rote Garde» stürmte die Hauptquartiere. Doch als er den Aufruf erließ, die Hauptquartiere anzugreifen. stellte Mao fest, dass seine Partei ganz und gar liquidiert war. Auch die Gewerlzschaften und alle anderen Massenorganisationen wurden liquidiert. Dies geschah, weil alle diese Massenorganisationen, mit der Partei an der Spitze, unter dem Einfluss Deng Hsiao-pings, Liu Schao-tschis, Peng Tschens und der anderen standen. Deshalb gab es in der Kulturrevolution, die von Mao Tset ung ausgelöst wurde, an der Basis und in der Führung nicht die Partei und die Arbeiterklasse, sondern nur die Intellektuellen, die Studenten und insbesondere die Schüler der höheren Schulen, die, aufgeputscht durch Maos Aufrufe, ihre Theorien schufen, taten, was ihnen in den Sinn kam. Unter ihnen gab es eine ganze Reihe von Provokateuren, Pro-maoisten, Antisozialisten, Pro-sozialisten und was nicht sonst noch alles. Später rehabilitierte Mao Tsetung Deng Hsiaoping, in der Absicht, den rechten Weg hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika, hin zu einem Bündnis mit dem amerikanischen Imperialismus gegen den sowjetischen Sozialimperialismus einzuschlagen. Später prangerte er dieses Element wieder an, enthob es der hohen Funktionen, mit denen er es betraut hatte, und setzte es auf die Straße, ließ ihm nichts als das Parteibuch in der Tasche. Das war nach Tschou En-lais Tod, als es so aussah, als werde alles laufen wie geschmiert: Deng Hsiao-ping werde an Tschou En-lais Stelle treten und seinen Weg unter Mao Tsetungs Banner fortsetzen. Doch es kam anders. Mao stellte Deng zum zweiten Mal bloß und hinterließ angeblich die Anweisung, Hua Guo-feng solle an die Macht kommen, womit er alle Parteinormen mit Füßen trat. Anders gesagt, auch Hua Guo-feng beschuldigte auf dem Tienanmen-Platz Deng Hsiao-ping, ein Rechter und Revisionist zu sein; das tat auch Wu Dö, Mitglied des Politbüros und Bürgermeister von Peking. So verschwand also Deng Hsiao-ping erneut für 10 oder 12 Monate im Dunkeln, um nach Hua Guo-fengs und Yä Djiän-yings Staatsstreich wieder auf der Bildfläche zu erscheinen.

Inzwischen sitzt Deng Hsiao-ping fest im Sattel, in der Staatsmacht und in der Partei. Möglicherweise wird ihn der 11. Parteitag, der, wie man hört, Ende des Jahres abgehalten werden soll, zum Ministerpräsidenten machen, in Erwartung des Sturzes Hua Guo-fengs um dann Deng Hsiao-ping auch zum Vorsitzenden der Partei zu ernennen. Nach Dengs Machtantritt wird Chinas Politik natürlich weiter Kurs auf den Revisionismus, auf die Einheit und Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika halten.

So wird in China unter sozialistischen und marxistisch-leninistischen Parolen der Kapitalismus wiederhergestellt werden.

Deng Hsiao-ping ist gegen die Kulturrevolution, und alles, was über diese Revolution gesagt wird, .nämlich dass sie 7 gute und 3 schlechte Seiten gehabt habe, wird der Jangtsekiang davontragen. Die Kulturrevolution ist für Deng Hsiao-ping eine feindliche Revolution, die mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden muss. Also wird Deng Hsiao-ping auch Mao Tsetungs Autorität liquidieren. Maos Autorität fehlt eben, unter theoretischem und politischem Blickwinkel betrachtet, der Unterbau, und es stimmt nicht, dass Mao eine konsequente marxistisch-leninistische Autorität war. Deng Hsiao-ping und seine Kumpane, die nun die Macht ergriffen haben, wollen Mao Tsetung in der Versenkung verschwinden lassen, sie wollen, dass niemand mehr von ihm spricht. Und diese Zeit wird kommen, es wird dann keinen Mythos um Mao Tsetung gegen die Strömung mehr geben, ihn wird vielmehr die Strömung des Jangtsekiang mit sich nehmen und ins Meer spülen. So wird es geschehen bei der Linie, die Deng Hsiao-ping nun verfolgen wird.



POGRADEC, MONTAG, 1 AUGUST 1977





DIE «MUTTER»PARTEI UND IHRE BASTARD«TÖCHTER»

Die Abteilung Internationale Verbindungen des Zentralkomitees der KP Chinas in Peking, die angeblich die Verbindungen mit dem Ausland und der internationalen kommunistischen Bewegung betreut, ist faktisch zu einem Zentrum geworden, wo Pläne zur Spaltung der wahrhaft marxistisch-leninistischen Parteien und zur Bildung neuer Parteien oder Gruppen, die der neuen revisionistischen chinesischen Linie folgen, geschmiedet werden. Selbstverständlich sind diaee letzteren keine marxistisch-leninistischen kommunistischen, sondern revisionistische, pro-chinesische Parteien. Diese Abteilung wird von einem gewissen Geng Biao geleitet, Exbotschafter in Schweden, in Albanien und was weiß ich wo sonst noch überall. Es ist eine Tatsache, dass alle «Vertreter» von Hsinhua in verschiedenen Ländern der Welt, die der chinesischen Spionage angehören, mit dieser Abteilung in Verbindung stehen. Die da angeblich für Hsinhua arbeiten, leisten vielerlei Arbeit, sie informieren sich über alles, über staatliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche Einrichtungen, über die militärische Organisation und Ausrüstung, über die politischen Parteien, die Persönlichkeiten und das Leben des Landes, in das man sie geschickt hat. Kurzum, sie erfüllen Spionageaufgaben.

Die andere Mission dieser Abteilung Internationale Verbindungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Parbei Chinas ist es, wie ich schon erwähnte, pro-chinesische Parteien zu fabrizieren, die sich selbst marxistisch-leninistisch nennen. Diese Parteien werden ins Leben gerufen, um vorzutäuschen, die Kommunistische Partei Chinas genieße breite Untenstützung unter dem Weltproletariat. Diese «marxistisch-leninistischen» Parteien schießen wie Pilze aus dem Boden, natürlich mit Hilfe von in Dollars umgewechselten Yuan, ohne mehr zu sein als einige sich selbst marxistisch-leninistisch nennende und von der chinesischen Revisionistenführung mit einem Taufschein versehene Gruppierungen.

Solche Gruppen oder Parteien entstehen täglich in verschiedenen Ländern der Welt. In Italien gibt es, soweit wir wissen, drei pro-chinesische Parteien, in Frankreich zwei, in Belgien eine, in Luxemburg eine, in Griechenland kann ich nicht genau sagen, ob dort zwei oder drei solche Parteien gegründet worden sind, in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde eine gebildet, in Portugal eine, es können aber auch zwei sein, und in Spanien werden ebenfalls solche maoistische Gruppen geschaffen. Auch in Lateinamerika geschieht das Gleiche.

In den Ländern, wo es wahrhaft marxistisch-lenintische Parteien gibt, fabriziert China sogenannte marxistisch-leninistische kommunistische Parteien, die die revisionistischen, anti-marxistischen, pro-imperialistischen Thesen von Mao Tsetungs China propagieren sollen, gegen den Marxismus-Leninismus, gegen unsere Partei und alle anderen wirklich marxistisch-leninistischen Parteien.

Diese wilde chinesische revisionistische Strömung hängt sich an die andere wilde revisionistische Strömung, die sowjetische, an. Beide Strömungen unterscheiden sich im Kern nicht voneinander und stellen eine große, eine kolossale Kraft gegen die Revolution dar. Wir Marxisten-Leninisten, die wir in wahrhaft marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien kämpfen, müssen dieser blindwütigen anti-marxistischen Strömung die Stirn bieten und sie entlarven. Sie bedient sich aller Mittel des Betrugs am Weltproletariat, damit es nicht kämpft, damit es einen «Klassenfrieden» mit seinem wütenden Feind schließt, dem weltweiten Großkapitalismus, der es unterdrückt. Dazu gehören auch die beiden sozialimperialistischen Staaten, der sowjetische und der chinesische, der eine durchgebildet, der andere noch in der Herausbildung begriffen, doch ohne auf seinem Weg anzuhalten.

Wir müssen uns vor Augen frühren, dass unter diesen Bedingungen der Kampf mit den chinesischen Revisionisten unvermeidlich ist und heute oder morgen offener werden wird. Wir müssen der kapitalistischen und sozialimperialistischen Kapitulantenstrategie des chinesischen Revisionismus unsere marxistisch-leninistische revolutionäre Strategie entgegensetzen. Wir dürfen uns nicht der geringsten Hoffnung hingeben, die chinesischen Revisionisten könnten in die Reihe gebracht werden, genauso wenig dürfen wir zaudern, was unsere Haltung ihnen gegenüber anbelangt.

Natürlich müssen wir für diesen Kampf unsere Kräfte sammeln, den geeignetsten Zeitpunkt finden, unsere Granaten und Kugeln abzufeuern, damit sie die nötige, die unerlässliche Wirkung erzielen, denn wir haben zwei in jeder Hinsicht mächtige Staaten vor uns, schwach nur ideologisch und politisch. Diese beiden wirtschaftlich und militärisch großen, politisch und ideologisch aber schwachen Mächte können uns nichts anhaben, weil unsere marxistisch-leninistische Ideologie unfehlbar ist, daher werden wir die Feinde entlarven und bezwingen. Wenn wir es wie bisher verstehen, unseren Kampf gegen die Feinde der Revolution, des Proletariats und des Sozialismus richtig und angemessen einzusetzen, werden wir mit Sicherheit siegen.

Es ist klar, dass Chinas gegenwärtige Strategie konterrevolutionar ist, dass sie Hand in Hand und im Bündnis mit der Strategie des amerikanischen Imperialismus marschiert. Die Partei der Arbeit Albaniens und alle anderen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien müssen demnach diesen beiden gleichen Strafregien ihre revolutionäre marxistisch-lenistische Strategie entgegenstellen. Die Zeit und die Umstände werden uns die Methoden und Formen des Kampfes lehren. Wir müssen und werden die geeignetsten Taktiken finden, und dabei wissen wir, dass diese Taktiken, je mehr Zeit vergeht und je mehr sich der Kampf zwischen uns .und den Feinden verschärft, immer mehr von ihrer jetzigen Zurückhaltung einbüßen werden. Diese unsere taktische Zurückhaltung in verschiedener Hinsicht ist logisch und notwendig, weil wir mit unserem Kampf zweierlei Ziele verfolgen : erstens. den amerikanischen Imperialismus, den sowjetischen Sozialimrerialismus, die chinesischen modernen Revisionisten und alle ihre Helfer zu entlarven, und zweitens, den Völkern, dem Proletariat. den Kommunisten, auch den guten Kommunisten in den Parteien, die Verrat begangen haben, Klarheit zu verschaffen, damit sie den revolutionären, den marxistisch-leninistischen Weg verfolgen. Das dürfen wir nicht vergessen.

Natürlich werden unsere revolutionären Gedanken und Anschauungen nicht in all diesen Ländern die von uns erwünschte Verbreitung finden, denn vor allem in den revisionistischen Staaten wird man über unsere Ideen eine scharfe und gemeine faschistische Zensur verhängen. Doch die siegreichen Ideen des Marxismus-Leninismus lassen sich nicht einsperren. Trotz der scharfen Zensur werden sie durchdringen, nicht nur, weil sie von uns verfochten werden, sondern auch wegen der Widersprüche innerhalb dieser Länder zwischen dem Proletariat in Einheit mit dem freiheitsliebenden Volk auf der einen und der revisionistischen, faschistischen Führerbande, die die Macht ergriffen hat und sich bemüht, den Kapitalismus wiederherzustellen und die Diktatur des Proletariats zu beseitigen, auf der anderen. In all diesen Ländern gibt es revolutionäre, marxistisch-leninistische Kräfte, Völker, die begreifen, was vor sich geht und auf passive Weise Widerstand leisten. Doch aus diesem passiven wird ein aktiver Widerstand werden, er wird sich vervielfachen, und es wird der entscheidende Zeitpunkt kommen, da das Proletariat und die Völker sich zum Aufstand erheben. Die Völker werden sowohl dem amerikanischen Imperialismus als auch dem Weltkapitalismus Widerstand leisten.

Deshalb ist es unsere Pflicht, die Pflicht der wahren marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, die Handlungen zu koordinieren, vor allem, was die allgemeinen Züge unserer Politik und Ideologie anbelangt. Wir müssen uns bemühen, Schwankungen in unseren Reihen zu vermeiden. Jede Partei leninistischen Typs muss im Einklang mit den Bedingungen im eigenen Land handeln, diese Bedingungen aber sehr sorgfältig einschätzen, einer marxistischleninistischen Analyse unterziehen und auf der Grundlage dieser realen und konkreten Analyse die Taktiken festlegen, die sie wirklich von Sieg z» Sieg führen werden.

Keine der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien darf meinen. man müsse irgendwo Direktiven einholen. Jede soll von den Direktiven von Marx, Engels, Lenin und Stalin lernen. Der Hauptquell der Orientierung ist für uns alle der Marxismus-Leninismus. Es ist zwingend notwendig, auf diese Ideologie gestützt gemeinsam zu handeln, ohne dass eine Partei von der anderen abhängig wäre. Wir sind gegen die These, es müsse eine Mutterpartei und Tochterparteien geben. Wir sind für Parteien mit gleichen Rechten, so wie uns Marx lehrt, doch diese Gleichheit setzt voraus, dass diese Parteien eine klare Ideologie haben, von der sie sich leiten lassen, und diese klare Ideologie kann nichts anderes sein als der Marxismus-Leninismus. Daher müssen wir, um gegen die Feinde kämpfen, ihre Schliche, ihre Lügen und ihre Versuche, uns zu spalten und zu bekämpfen, durchschauen zu können, den Marxismus-Leninismus gut beherrschen.

Es ist sehr wichtig, den Marxismus-Leninismus zu .beherrschen, was keineswegs ausschließt, sondern sogar unbedingt voraussetzt, dass wir untereinander eng zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen. Wir müssen auf die Erfahrung der Bruderparteien zurückgreifen, und sie genauso auf unsere. Diese unerlässliche Zusammenarbeit bedeutet keinesfalls, dass wir voneinander abhängig sind. Wir wenden die Plattform des Marxismus-Leninismus an, sind eng mit dieser Plattform verbunden und sprechen über die Erfolge des anderen, weil sie uns freuen. Es ist dringend nötig, unabdingbar, dass wir voneinander sprechen und nicht unter dem Vorwand schweigen, man werde uns dann für abhängig halten, es werde dann heißen, die Partei des einen sei abhängig von der Partei des andern usw. Nein, diese Unterstellung der Feinde, die unsere Zusammenarbeit mit scheelen Augen betrachten, darf keinesfalls ein Hindernis auf unserem Weg des gemeinsamen Handelns und des gemeinsamen Kampfes gegen den Hauptfeind sein. Wir sind verbündet, doch nicht auf formale, bürgerliche Weise. Unser Bündnis ist solide, internationalistisch, es hat eine einheitliche, hervorragende, unfehlbare Führung: den Marxismus-Leninismus, die Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Wir müssen es verstehen, diese anzuwenden, und um sie richtig anwenden zu können, müssen wir sie uns so gut wie möglich aneignen. Es ist nötig, dass wir die Aufgaben für eine bestimmte Zeit, für einem bestimmten Augenblick und zu bestimmten Problemen mit dieser Theorie als Richtschnur festlegen.

China macht nun in der Praxis das, was es in der Theorie angeblich bekämpft hat. Es fesselt die von ihm organisierten Parteien. die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, an sich und lenkt sie. Diese Parteien warten auf die Direktiven Geng Biaos, um die Haltung einnehmen zu können, die den chinesischen Revisionisten gefällt. Das ist vor allem deshalb so, weil sie keine Parteien der Arbeiterklasse sind, sondern Gruppen von Leuten, die für ihre Dienste bezahlt werden. Diese Leute, die sich selbst «Marxisten» nennen, sind Söldlinge und keine Kommunisten. Man hat ihnen die Mittel und das Geld gegeben, um eine Zeitung herauszugeben. Und in diesen Zeitungen bringen sie einige internationale Nachrichten, ihr Hauptziel ist jedoch, die revisionistische Theorie der Chinesen zu unterstützen.

Die chinesische revisionistische Partei ist praktisch zu einer „Mutterpartei“ geworden, und die anderen sind ihre «Töchter», ihre Bastarde. Wie die «Mutter», so die «Töchter», deshalb muss man sowohl diese als auch jene entlarven, zerschlagen, denn sie alle haben sich mit der kapitalistischen Bourgeoisie in jedem Land und der internationalen Bourgeoisie zusammengetan und schmieden gemeinsam infame Pläne gegen die Völker, gegen die Revolution, womit sie großen Schaden anrichten.

Unsere Partei wird, wie bisher, so auch in Zukunft, nach dem Vorbild des großen Lehrmeisters Lenin handeln, der, ohne jemals zu zögern, nicht nur allen Sorten von Parteien der Bourgeoisie in verschiedenen Ländern Schläge versetzte, sondern auch die Renegaten angriff, jene, die anfänglich eine marxistisch-leninistische Haltung eingenommen hatten, dann aber Verrat begingen. Unsere Partei hat stets als Beispiel die Tätigkeit des großen Lenin vor Augen, der niemals Opportunist war, sondern immer das große Interesse der Weltrevolution sah.







POGRADEC, MITTWOCH, 3. AUGUST 1977





DAS ECHO AUF UNSEREN ARTIKEL: „THEORIE UND PRAXIS DER REVOLUTION“

Seit der Veröffentlichung unseres Artikels «Theorie und Praxis der Revolution» ist nun schon beinahe ein Monat vergangen, doch das Echo auf ihn bleibt immer noch sehr stark. Inzwischen wird er nicht nur von allen Nachrichtenagenturen der Welt gebracht und von verschiedenen Kreisen kommentiert, sondern auch von den großen internationalen Zeitungen recht ausführlich behandelt, und die Kommentare fallen günstig für uns aus. China schweigt, oder sagen wir besser, Yä Djiän-ying erklärte in seiner Rede aus Anlass des Jahrestages der chinesischen Armee nur, sie würden die «dritte Welt» unterstützen. Das betrachtete TANJUG sofort als «starke Antwort» auf unseren Artikel. Warum? Weil Yä Djiän-ying es sagte.

Die sogenannten marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, Chinas Anhängsel, verhalten sich unserem Artikel vom 7. Juli gegenüber weiter ganz unterschiedlich. Einige dieser Parteien schweigen in ihrer Presse vollständig. Natürlich haben sie den Artikel nicht veröffentlicht, aber sie bringen auch noch nicht einmal Kommentare dazu, nur die Mitglieder dieser Parteien äußern da und dort einige haltlose Argumente, die von den Chinesen ausgeborgt sind. Auf diese Weise entlarven sie sich, anstatt sich zu verteidigen. Das ist die Haltung, die der eine Teil dieser Parteien einnimmt. Der andere Teil verteidigt ganz offen die Thesen der Chinesen. So gab zum Beispiel eine griechische Maoistenpartei, von der ich schon einmal feststellte, dass sie revisionistisch ist, in einem Artikel einen langen Kommentar mit genau diesen haltlosen «Argumenten». In ihrem Artikel wird China verteidigt, wird Hua Guo-feng verteidigt, wird Deng Hsiao-ping usw. verteidigt und indirekt wird auch unser Artikel attackiert. So verfuhr, wenn ich mich nicht irre, auch ein amerikanischer «Pilz», der, organisiert von den Chinesen, in letzter Zeit emporgeschossen ist. Auch noch eine oder zwei andere Parteien haben diese Haltung.

Die pro-chinesische Partei in Belgien und die anderen Parteien dieser Sorte haben dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas Glückwunschtelegramme geschickt und zum «großen Meisterwerk» gratuliert, zum Zusammentreten des Plenums des Zentralkomitees der Partei, das Hua Guo-feng als Vorsitzenden und Deng Hsiao-ping als stellvertretenden Vorsitzenden bestätigte usw. In diesen Telegrammen erwähnen und rühmen sie Chinas Innen- und Außenpolitik und die «dritte Welt». Einige andere, sehr schwankende und opportunistische Parteien, sitzen zwischen zwei Stühlen: sie schweigen, sprechen sich weder für noch gegen unseren Artikel aus und nehmen auf der anderen Seite vorläufig keine offen pro-chinesische Stellung mehr ein.

Erst kürzlich veröffentlichte die Zeitung einer solchen Partei einen von ihrem Chefredakteur, der soeben aus China zurüokgekehrt war, gezeichneten Artikel. Was enthält dieser Artikel? Geschwafel! Darin wird die These vertreten, wenn von der «dritten Welt» die Rede sei, so heiße das nicht, dass diese Welt führe, sondern dass sie die Triebkraft sei. Wir stellen allerdings die Frage: wenn diese «dritte Welt», die Triebkraft ist, wie geht sie dann gegen den Imperialismus und für die Revolution vor? Spontan? Das meinen heißt, nicht auf marxistische Weise urteilen. Wenn diese Leute annehmen, dass die sogenannte dritte Welt nicht von einigen Prinzipien geleitet wird, dann können sie sich nicht Marxisten nennen, dann können sie keine richtige marxistische Analyse der Situation vornehmen, denn in den Führungen dieser Staaten der «dritten Welt» sitzen bürgerliche, feudale und kapitalistische Elemente. Wenn wir sagen würden, dass die Leute, die diese Staaten führen, gegen den Imperialismus kämpfen, da doch in Wirklichkeit bekannt ist, dass sie es nicht tun, dann würde das bedeuten, dass es eine andere große Kraft geben muss, die diese «dritte Welt», diese «große Kraft» zu leiten, ihr Anweisungen zu geben, sie zum Kampf gegen den Imperialismus zu Führer hat, und dann soll man auch offen sagen, dass diese «große Kraft China ist», weil es sich der «dritten Welt» angeschlossen hat. China als «großer, mächtiger sozialistischer» Staat führt demnach diese «dritte Welt». Doch solche Dinge sagen sie nicht und können sie nicht analysieren, weil sie dabei hereinfallen würden. Auch wenn China so tut, als führte es diese Länder und beseelte sie mit den Ideen der Revolution, so hört doch in dieser «dritten Welt» niemand auf es. Deshalb sind diese Theoretisierereien ohne Basis.

Eine andere «Theorie» ist jene, die predigt, man dürfe zur Zeit die Polemik noch nicht eröffnen, weil dies der kommunistischen Weltbewegung schade. Ein schönes Argument! Genau wie damals bei Chruschtschow. Das heißt, wir hätten die Polemik gegen den Sowjetrevisionismus und den modernen Revisionismus sein lassen müssen, um dadurch nicht die kommunistische Weltbewegung zu spalten, hätten also Chruschtschow in Ruhe sein Geschäft betreiben lassen müssen. Analog dazu dürfen wir nach Meinung dieser chinesischen Agenten jetzt, da wir die Abweichung der Chinesen feststellen, daraus kein Weltproblem machen, keine offene Polemik führen. Wir führen die Polemik nicht offen, doch selbstverständlich entlarven wir, wenn wir die revisionistischen Theorien angreifen, diejenigen, die sie aufstellen.

Es gibt einige Genossen anderer marxistisch-leninistischer Parteien, die gut sind, aber keine Klarheit haben. So hält sich beispielsweise derzeit ein Genosse einer marxistisch-leninistischer kommunistischen Partei in Albanien auf, der sich mit unseren Ansichten vollkommen einverstanden erklärte, allerdings sagte, es gebe einige Dinge, die erläutert werden müssten, weil sie ihnen nicht ganz klar seien. Solchen Genossen müssen wir zuerst unsere Auffassungen über die internationalen Fragen und unsere politische und ideologische Linie zu allen brennenden Problemen erklären. Sollte dann die Frage gestellt werden, warum unsere Partei sie nicht auf dem Laufenden gehalten habe, müssen wir ihnen das korrekte Verhalten unserer, Partei erklären und sie davon überzeugen, dass sie die Bruderparteien, für die sie grosse Achtung empfindet, wenn es notwendig war, ins Bild gesetzt hat.

Vor allem brauchten wir den Bruderparteien gar nicht zu sagen, dass Mao Tsetung 1956 offen Chruschtschow verteidigte, immerhin wurde das nach dem 8. Parteitag der KP Chinas in der chinesischen Presse verkündet, und jede marxistisch-leninistische kommunistische Partei konnte sich selbst ein Urteil darüber bilden.

Auch später waren die Kommunistische Partei Chinas, Mao Tsetung und Tschou En-lai nicht davon überzeugt, dass man die Polemik gegen den Chruschtschowrevisionismus fortsetzen müsse, während wir uns in dieser Frage im Widerspruch zu ihnen befanden und so handelten, wie es nötig war, um den Chruschtschowrevisionismus zu entlarven. Sie wollten Gespräche mit den Chruschtschowianern aufnehmen, um sich mit ihnen zu versöhnen, während wir erklärten, wir würden keine Gespräche führen, wobei wir darauf beharrten, dass die Chruschtschowianer offen ihre Fehler zugeben, die falschen Anschuldigungen zurücknehmen müssten, die sie öffentlich gegen uns gerichtet hatten. Später erkannten die Chinesen, dass wir Recht hatten, und begannen, als sie sahen, dass ihre Taktik der Gespräche mit den Chruschtschowianern erfolglos blieb, mit uns zusammen ebenfalls die Chruschtschowianer anzugreifen (Mao hat in einem Gespräch mit Kossygin sogar gesagt, diese Polemik werde zehntausend Jahre weitergehen). Wir bemühten uns nach Kräften, China zu veranlassen, in die offene Polemik mit dem Chruschtschowrevisionismus einzutreten, doch das war eine interne Angelegenheit der beiden Parteien, wir konnten nicht alle Parteien über diese Auseinandersetzungen und Debatten informieren.

Die Chinesen machten offen Grenzansprüche gegenüber der Sowjetunion geltend. Im Zusammenhang mit dieser Frage richteten wir einen kameradschaftlichen, internen Brief an die Kommunistische Partei Chinas, in dem wir schrieben, es sei nicht opportun, eine solche Frage aufzuwerfen, da dies den Kampf gegen die Sowjetrevisionisten schwäche und dem großrussischen Chauvinismus Auftrieb gäbe. Auch davon konnten wir die anderen marxistisch leninistischen Parteien nicht unterrichten.

Als Chruschtschow stürzte, versuchte Tschou En-lai, uns die Ansicht aufzuzwingen, wir müssten nach Moskau fahren, alles vergessen, was geschehen war, und mit den neuen Führern sprechen, weil sie angeblich positiv seien. Wir sagten zu Tschou En-lai: «Auch die sind nicht positiv, sondern Feinde, sie sind Chruschtschowianer und noch schlimmer als Chruschtschow. deshalb fahren wir nicht nach Moskau.» Tschou En-lai selbst fuhr. Er aß und trank dort, verhandelte, und schließlich erklärte ihm Malinowski: «Warum behaltet ihr diese alte Galosche immer noch an der Macht?» Damit meinte er Mao Tsetung, und Tschou En-lai schluckte diese schreckliche Beschimpfung, blieb sogar weiter in Moskau, als ob nichts gewesen wäre. Jedenfalls scheiterte auch dieser Besuch. Auch damals war es nicht angebracht, diese Sache allen marxistisch-leninistischen kommunistischen Bruderparteien mitzuteilen.

Was den amerikanischen Imperialismus betrifft, so ist allgemein bekannt, dass unsere Partei den Kampf gegen ihn von Anfang an ununterbrochen geführt hat, dass sie ihn fortsetzen wird bis zum Sieg des Kommunismus. Zu Nixons Reise nach China - unter den Umständen, unter denen sie stattfand - schrieb unsere Partei dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas einen internen Brief, in dem sie diesen Akt verurteilte. Auch über diesen unseren Schritt konnten wir nicht alle Bruderparteien informieren, doch Stellung bezogen wir.

Die Sache mit Nixons Reise nach Peking ist ein öffentlich bekanntes Ereignis, und alle hätten damals Stellung beziehen müssen, wie unsere Partei das tat. Mit Nixons Besuch in China verfestigte sich bei uns der Verdacht, dass die Kommunistische Partei Chinas dabei war, in den Sumpf des Opportunismus, in den Sumpf der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Imperialismus abzugleiten, noch mehr.

Uns fielen bei der Kommunistischen Partei Chinas und dem chinesischen Staat noch viele andere offensichtliche Dinge auf, denn wir hatten Beziehungen zu ihnen und bemühten uns stets, ihnen alle Fragen, in denen Widersprüche zwischen uns bestanden, entweder schriftlich, wie schon gesagt, oder mündlich, in Gesprächen, zu unterbreiten. Die Chinesen beantworteten unsere Gedanken und Vorschläge nicht.

Schließlich forderten wir, eine hohe Partei- und Regierungsdelegation solle nach Peking reisen, um über alle diese Probleme zu sprechen, die es auf der Welt und zwischen unsern beiden Parteien gab. Diese Forderung trugen wir vor beinahe vier Jahren an sie heran, wir haben sie inzwischen viermal wiederholt und niemals eine positive Antwort erhalten. Unsere Forderung wurde auf die lange Bank geschoben. Man muss den Genossen gegenüber betonen, dass Mao Tsetung damals noch lebte, vollständig gesund war, und dass unsere Forderung zu einer Zeit gestellt wurde, da in China Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen, Faschisten und kapitalistische Bourgeois, Vertreter des amerikanischen Senats, Nixon und wer sonst noch alles empfangen wurden. Nur wir wurden nicht empfangen. Auch darüber, dass wir darum ersucht hatten, die Delegation nach China, zu schicken, um uns mit den Chinesen auszusprechen, konnten wir nicht die ganze kommunistische Weltbewegung in Kenntnis setzen. Als marxistisch-lenimstische Partei hatten wir die Pflicht, nur unter uns, nur zwischen den beiden Seiten eine Klärung herbeizuführen, doch die Chinesen wollten keine zweiseitigen Gespräche, obwohl sie in der Theorie angeblich für solche Gespräche sind.

Alle kommunistischen Genossen wissen, dass sich die Chinesen ab dem 6. Parteitag unserer Partei weigerten, Delegationen zu entsenden, weil sie, wie sie sagten, an den Parteitagen von Bruderparteien nicht teilnehmen. Diese Praxis wurde danach auch bei den Kongressen aller Massenorganisationen verfolgt.

Das zeigt also, dass die Kommunistische Partei Chinas nicht gewillt ist, mit den Bruderparteien kameradschaftlich über ihre Auffassungen und Meinungen zu diskutieren, und vor allem ist sie nicht gewillt, mit der Partei der Arbeit Albaniens zu diskutieren, während sie einige andere Parteien, von denen sie weiß, dass sie ihren Ansichten nicht widersprechen, empfängt. Dies wurde in letzter Zeit sogar noch ausgeprägter, als die Chinesen nicht nur mit den wirklich marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt Kontakt hielten, sondern auch mit jeder anderen Gruppe, die sich «marxistisch-leninistisch, maoistisch nannte, auch wenn sie faschistisch sein mochte. Mit ihnen hatten die Chinesen Verbindungen. Wir dagegen nahmen eine andere Haltung ein. Die Bruderparteien sahen, dass wir nur zu ihren marxistisch-leninistischen Parteien Verbindungen unterhielten.

Die Theorie der «drei Welten», die wir auf dem 7. Parteitag kritisierten, war nichts Neues. Die Chinesen, die dabei waren, ihre pro-amerikanische «neue Strategie» zu entwickeln, brauchten diese Schöpfung anderer, die „drei Welten“. Nicht Mao Tsetung hat diese Theorie erfunden, wie die Chinesen behaupten, auch nicht Deng Hsiao-ping, der in seiner Rede 1974 vor der UNO China ebenfalls in diese Welt steckte. Das ist eine alte Bezeichnung, und ausgedacht hatten sie sich der amerikanische Imperialismus, der sowjetische Sozialimperialismus und die Chruschtschowianer. Gegen diese These kämpft unsere Partei seit langem an, dafür gibt es Dokumente, die jedermann vorliegen. Wenn sie jemand nicht gelesen hat, ist das nicht unsere Schuld. Tatsache ist aber, dass wir gegen die Theorie der «drei Welten» angekämpft haben. Als wir allerdings sahen und zum Urteil kamen, dass die Absicht, die laufenden Handlungen und die Strategie Chinas eine anti-marxistische Richtung genommen hatten, da bezogen wir auf unserem 7. Parteitag offener Stellung zu diesen politisch-ideologischen Anschauungen, die die Welt und die Kommunisten beunruhigten.

Jetzt müssen wir all dies den Genossen der marxistisch-leninistischen Bruderparteien erklären und sie davon überzeugen, dass unsere Partei immer eine konsequente und lautere marxistisch-leninistische Haltung eingenommen hat, ganz besonders gegenüber allen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien. Auch gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas hat unsere Partei eine marxistisch-leninistische Haltung eingenommen.







DURRES, DONNERSTAG. 11. AUGUST 1977





IN DER POLITIK GEHT ES NICHT ZU WIE IM MÄRCHEN

Ich will nicht lange auf die große Wirkung eingehen, die der Artikel «Theorie und Praxis der Revolution» auf der Welt und in den politischen Kreisen verschiedener Länder hervorgerufen hat. Die Weltöffentlichkeit äußert sich günstig über die richtigen und realistischen Ideen, die in diesem Artikel zum Ausdruck kommen. Alle wissen inzwischen, dass sich dieser Artikel gegen die chinesische Theorie der «drei Welten» sowie gegen Chinas Öffnung für das Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika und den anderen entwickelten kapitalistischen Ländern der Welt richtet.

Mittlerweile hat China alle seine Ableger, die von ihm finanzierten pseudo-marxistischen Parteien, mobilisiert, und diese schreiben phrasenhafte, verworrene Artikel, um die chinesischen Thesen zu verteidigen, die sich nicht verteidigen lassen. Die Chinesen gehen so weit, dass sie als Beistand für ihre anti-marxistischen Ansichten auf einen Lakaien zurückgreifen, einen gewissen Hill aus Australien, einen Doppelzügler (oder sagen wir besser, einen Vielzüngler, denn wir wissen nicht, wem er sonst noch alles dient. . .), der sich einmal als Freund unserer Parti ausgab. In einem Artikel, den wir gestern lasen, nennt Herr Hill Mao Tsetung «den höchsten Gipfel der Geschichte»! Auch Hills Artikel war der Gipfel seiner Niedertracht.

Was die «Beweis»gründe für die chinesischen Thesen anbelangt, so sind sie zum Heulen, wie auch einige Artikel der Zeitung «Renmin Ribao», über die ich mich schon früher geäußert habe, zum Heulen sind.

Doch das Problem der verschiedenen feindseligen Taktiken, derer sich die Chinesen gegenwärtig bedienen, besteht nicht nur darin. Die Feinde und Verräter Beqir Balluku und Abdyl Këllezi mit Konsorten, die vor Gericht gestellt und verurteilt worden sind, haben zugegeben, dass Tschou En-lai ihnen geraten hatte: «Albanien sollte sich in Freundschaft und in einem Bündnis mit Jugoslawien und Rumänien zusammenschließen.» Tschou En-lai scheiterte mit diesem Versuch. Jetzt haben wir Informationen, die in Anbetracht der feindlichen Haltung der chinesischen Führung uns gegenüber glaubwürdig sind, dass sie nämlich, während sie einerseits, um den Schein zu wahren, behaupten, sie wollten die Freundschaft und die wirtschaftlichen Beziehungen mit Albanien aufrechterhalten, auf der anderen Seite einigen Botschaftern kapitalistischer und revisionistischer Staaten sagen, unter den gegenwärtigen Umständen werde es schwierig sein, Albanien zu helfen. Sie verbreiten, Albanien sei «bestrebt», sich selbst zu entwickeln.

Die kapitalistische Welt, der das sozialistische Albanien ein Dorn im Auge ist, weil es allen Feinden, einschließlich des neuen Feindes, des chinesischen Revisionismus, Widerpart bietet, hat auch ohne das Gerede der Chinesen schon zu propagieren begonnen, die wirtschaftlichen Beziehungen (gar nicht zu reden von den politischen und ideologischen) zwischen Albanien und China seien nahezu abgebrochen und hingen an einem seidenen Faden, Albanien sei ein isoliertes Land und könne ohne irgendjemandes Unterstützung nicht leben.

Augenblicklich beschäftigen sich alle mit diesem Problem. Sie bedauern Albanien! Sie bedauern den Reiter, weil ihm die Beine herabhängen! Die weit entfernt sind, geben «Ratschläge», die in der Nähe unternehmen verschiedene Vorstöße und üben Druck aus. Die Jugoslawen stehen auf der Seite Chinas, loben seine Politik und seine Entwicklung. Das macht umgekehrt auch China. Es propagiert Jugoslawiens Entwicklung und berichtet in der Zeitung «Renmin Ribao» gar, wie in Jugoslawien Gemüse angebaut wird! Mit all dem wird der Boden für Titos triumphalen Empfang in China bereitet. Uns ist es recht, wenn sie Tito triumphal empfangen, denn dann sieht die Welt, dass die Chinesen sich mit den Revisionisten und mit dem Agenten des Imperialismus, Tito, abküssen.

Die Jugoslawen kennen unsere Haltung, deshalb treten sie nicht mit unannehmbaren Vorschlägen und Erpressungsversuchen an uns heran, sondern sagen, die Beziehungen zwischen unseren Ländern müssten ausgebaut werden.

Die realistischen Kreise Griechenlands wünschen die Freundschaft, die kulturellen und Handelsbeziehungen mit uns zu entwickeln. Tatsächlich sind wir dabei, diese Beziehungen zu entwickeln, nicht weil uns die Chinesen nicht mehr helfen wie früher, sondern weil es unser gemeinsames Interesse erfordert.

Auch mit Italien treiben wir Handel, ohne allerdings zu vergessen, dass es in Italien Menschen und Kreise gibt, die unter neuen Umständen alte Illusionen hegen. So sagte der stellvertretende Chefredakteur einer führenden italienischen Zeitung im Gespräch mit einem Angestellten unserer Botschaft in Rom, Albanien sei ein Land, das eine unabhängige Politik verfolge, und andere solche Sachen, um ihm um den Bart zu gehen. Dann sagte er zu ihm, Albanien stehe ja nun allein und brauche deshalb Hilfe. Dieser italienische «Laffe» ließ in dem Gespräch durchblicken, Italien sei bereit, Albanien Hilfe zu geben. Albanien müsse sich im Klaren darüber sein, dass es, allein geblieben, möglicherweise von den Sowjets oder einer Staatenkoalition angegriffen werde, so dass die Adria und das Mittelmeer in Gefahr gerieten, um die sich sowohl die NATO als auch der Warschauer Vertrag Kopfzerbrechen machten. Dieser Faschist meint, das «isolierte» Albanien werde möglicherweise die Sowjets einladen, Vlora und seine anderen Häfen zu «besetzen», und hielt es deshalb für angebracht, Albanien nach einigen Lobhudeleien mit einer Drohung zu kommen, damit es Angst bekommt und sich an den Westen bindet. Er sagte unverblümt, Albaniens Wohl liege in seiner Bindung an den Westen. Der Angestellte unserer Botschaft gab ihm natürlich die gebührende Antwort.

In Italien und in einigen westlichen Ländern gibt es Journalisten, die in Gegenwart von Angestellten unserer Botschaft Albaniens Tapferkeit, seinen Mut usw. usf. loben, es gibt aber auch Leute von Parteien der Reaktion, die sagen, Albanien dürfe nun nicht in der Isolation bleiben, es müsse sich dem Westen öffnen. Einige der Journalisten wollen - der eine in guter, der andere in schlechter Absicht - nach Albanien kommen, um diese so interessante Situation zu studieren und darüber zu schreiben. «Geben Sie mir das Visum, und ich werde einen Artikel schreiben, der eine Atombombe zugunsten Albaniens sein wird», sagte der provokatorische italienische Journalist, der sich mit dem Angestellten unserer Botschaft in Rom unterhalten hat.

Unser Außenministerium muss die Meldungen, die von den Botschaften kommen, sorgfältig analysieren, um zu sehen, welcher Taktiken der Feind und die Reaktion sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegen uns bedienen. Unsere Botschaften dürfen nicht das «alte Lied» anstimmen, das heißt, sich an die überholte Anweisung halten, den Leuten auf die Frage nach unseren Beziehungen mit China zu antworten, von einer Trübung könne nicht die Rede sein, und unsere Beziehungen zu China seien gut. Diese Situation ist nun vorbei, ein anderes Problem ist aufgetaucht, das wir bewältigen müssen. Wir müssen den «Ballon» zum Platzen bringen, den die westliche Reaktion aufsteigen lässt, und den die Chinesen bereit sind, weiter aufzublasen.

Die Chinesen wollen nach wie vor mit allen Mitteln Albanien kompromittieren, damit es einen falschen Schritt tut, und aus diesem Schritt soll dann eine falsche Linie werden. Doch das sozialistische Albanien, geführt von seiner Partei der Arbeit, tut keinen einzigen falschen Schritt. Es wird fest auf dem marxistisch-leninistischen Weg bleiben, deshalb muss in erster Linie daran gearbeitet werden, macht nur die Einheit des Volkes mit der Partei zu härten, sondern auch jeden Vorstoß und jedes Manöver des Feindes mit Fakten und Argumenten zu entlarven. In dieser Frage ist Wachsamkeit geboten, daher müssen die Weltmeinung über China, über Albanien sowie die Meinung der anderen über die internationale Politik schlechthin hautnah verfolgt werden.

Albanien ist mittlerweile zu einem Staat geworden, auf dessen richtige Ansichten man auf der Welt hört und auf dessen richtige Handlungen man blickt. Unser Handeln muss immer bedacht und richtig sein. Wir müssen diese Situation dahingehend nutzen, zahlreiche Freunde um uns und um die Marxisten-Leninisten der Welt zu scharen, es gleichzeitig aber auch verstehen, die Feinde der Revolution und der Sozialistischen Volksrepublik Albanien zu entlarven. Wir müssen all ihre Verleumdungen und Bemühungen im Keim ersticken. Deshalb müssen unsere Leute mit Verstand vorgehen.

In der Politik geht es nicht zu wie im Märchen, und wir dürfen uns keinesfalls durch Euphorie blenden lassen, genauso wenig wie durch die Lobhudeleien, die uns die Reaktion und der Imperialismus zollen, ja selbst der Sozialimperialismus, denn auch er hat um seiner Interessen willen damit angefangen. Darüber müssen wir uns völlig im Klaren sein, denn diese Sache hat ihre gute Seite - die Weltöffentlichkeit erfährt etwas -, der Feind aber hat andere Ziele, mit denen er hinter dem Berg hervorkommt, wenn er die zu ihrer Verwirklichung notwendigen Vorbereitungen getroffen hat. Wenn der Feind dann vorbereitet ist, wird er weitere Versuche starten, uns zu schwächen. Deshalb muss die Politik unserer Partei unverändert dynamisch und nicht träge, routinemäßig sein.





DURRËS, MONTAG, 15. AUGUST 1977





EIN DOKUMENT, DAS UNSERE UNERSCHÜTTERLICHE HALTUNG ZEIGT

Heute brachte AFP eine erste Blitzmeldung über meinen Gesprächsbeitrag beim Treffen mit Tschou En-lai im März 1965, der gestern in der Zeitung «Zëri i popullit» veröffentlicht wurde. Der erste Funken also. Es waren anderthalb Seiten, die allerdings die wichtigsten Fragen enthielten. Die Nachrichtenagentur betonte, dass die Partei der Arbeit Albaniens am Marxismus-Leninismus festhält und ihn verteidigt, dass sie und der albanische Staat mit China und seiner Partei nur befreundet sind und sein werden, soweit diese Freundschaft auf marxistisch-leninistischen Grundlagen steht.

Weiter stellte diese Nachrichtenagentur heraus: «Enver Hoxha sagt, die Hauptfeinde der Welt, der Völker und des Kommunismus sind: der amerikanisehe Imperialismus, der sowjetische Sozialimperialismus, der Titoismus und alle Reaktionäre auf der Welt, die wir alle erbarmungslos bekämpfen müssen.»

AFP betonte auch, ich hätte zu Tschou En-lai gesagt, wir müssten eine gemeinsame Kampfstrategie ausarbeiten und wir stimmten in dieser Frage vollkommen überein.

Sie spricht auch den Punkt an, dass ich in Bezug auf die Gespräche, die wir führten, Tschou En-lai gegenüber äußerte: der Meinungsaustausch, wie wir ihn gerade durchführen, ist eine sehr gute Sache, und sehr gut ist es auch, dass die Chinesen mit den kommunistischen Parteien Asiens Meinungen austauschen, uns ist diese Möglichkeit allerdings verschlossen.

Ob die bürgerliche Presse nun meinen Gesprächsbeitrag mit Tschou En-lai verbreitet oder nicht, das ist ihre Sache, das werden wir sehen. Wir haben aber ein Interesse daran, dass dieser Gesprächsbeitrag verbreitet wird, da so die Weltöffentlichkeit von der unabhängigen politischen und ideologischen Haltung der Partei der Arbeit Albaniens erfährt und zugleich begreift, wer von den soliden Posi-tionen abgegangen ist, wir oder die Chinesen. Mein Beitrag im Gespräch mit Tschou En-lai macht dies ganz deutlich, zieht man die aktuelle Lage in Betracht. Dort heißt es, unsere beiden Parteien seien sich einig, eine gemeinsame Kampfstrategie auszuarbeiten.

Besonders wichtig ist aber, dass die wirklich marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien diesen Gesprächsbeitrag kennenlernen, weil sie dann die korrekte marxistisch-leninistische Linie unserer Partei noch klarer und in ihrer Kontinuität sehen.

Auf der anderen Seine werden die falschen marxistisch-leninistischen Parteien und alle maoistischen, trotzkistischen und anarchistischen Gruppierungen, die mittlerweile in verschiedenen Kontinenten der Welt wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, gespalten und zerschlagen werden, und viele irregeleitete Menschen in diesen Parteien und Gruppierungen werden sich den wahren marxistisch-leninistischen kommunistischen Partien ihrer Länder anschließen. Das ist sehr wichtig für unsere Partei und den proletarischen Staat des sozialistischen Albanien.

Mein Gespräch mit Tschou En-lai schafft bei den wirklichen Revolutionären Klarheit, genauso wie unser 7. Parteitag und der Artikel vom 7. Juli in «Zeri i popullit», genauso wie schon früher all das, was unsere Partei sagte, denn schon als sie gegründet wurde, hatte unsere Partei eine richtige, unerschütterliche marxistisch-leninistische Ansicht über die internationalen Probleme und die inneren Probleme unseres Landes. So ist es auch heute und so wird es in Zukunft sein.





DURRËS, MONTAG, 15. AUGUST 1977





ARTIKEL MIT ABGEDROSCHENEN «THEORETISIEREREIEN»

Ich lese gerade vier oder fünf chinesische Materialien, die zusammengenommen einen einzigen Artikel mit der Überschrift «Die Dreiteilung der Welt durch Vorsitzenden Mao - eine marxistischleninistische Definition» ergeben. Diese Artikelserie dient angeblich für die Kompanien in der Armee, ist aber tatsächlich der einzige vorgeblich theoretische Artikel, den die «große» Kommunistische Partei Chinas gegenwärtig über die Theorie der «drei Welten» veröffentlicht und der auf den Artikel von «Zëri i popullit», «Theorie und Praxis der Revolution», antwortet. Über den chinesischen Artikel kann man wahrhaftig nur lachen und spotten; denn in dieser Darlegung oder Analyse, wenn man es so nennen kann, gibt es keine einzige ideologische Argumentation, es werden nur allgemeine politische Aussagen aneinandergereiht.

Diesem Artikel zufolge teilte der Vorsitzende Mao nach dem Zweiten Weltkrieg, schon 1947, noch ehe China befreit und die Republik proklamiert worden war, die Welt in zwei Welten ein, das heißt, in die Vereinigen Staaten von Amerika als mächtigsten Imperialismus auf der einen und England und Frankreich (Deutschland erwähnt er nicht, denn das war ein Staat, der aus dem Krieg geschwächt hervorgegangen war) auf der anderen Seite. Später nahm er noch die Zwischenzonen dazu, die die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder einschlossen, die das sozialistische Lager bildeten. So teilte also dieser «große Steuermann» die Welt bis zu einer Zeit ein, da er es nicht mehr schafft, sich mit Chruschtschow über seine Absichten zu einigen. Später nahm Mao eine andere Einteilung vor, da Chruschtschow die Sache des Marxismus-Leninismus verraten hatte: Die sozialimperialistische Sowjetunion stellte er an die Seite der Vereinigten Staaten von Amerika und nannte dies «erste Welt», in die «zweite Welt» steckte er die entwickelten kapitalistischen Staaten, die sich wieder erholt hatten, und in die «dritte Welt» packte er alle Zwischenzonen samt China. Natürlich steckte er in Gedanken auch Albanien in diese «dritte Welt», äußerte sich aber, weil er dazu kein Recht hatte, nur global.

Das ist alles, was dieser «große Denker» zu diesem Problem gesagt hat. Irgendeine theoretische Erklärung, warum er die Welt so einteilte, gab er nicht. Genauso wenig unterzog er die vier großen Hauptwidersprüche der Epoche, die Lenin bestimmt hat (um nicht auch Stalin zu nennen, denn Stalin verurteilte er und hielt ihn durchaus nicht für einen Führer des Weltproletariats), irgendeiner Analyse. Das tat er nicht, denn das war der Sache der chinesischen Revisionisten, ihrer Absicht nicht dienlich. Das ist die «Erläuterung», die die Kommunistische Partei Chinas für diese «weise», «geniale» Theorie des «großen Steuermanns» liefert!! Auf diese Weise ließ Mao die «dritte Welt» in der Luft hängen. Er war der Vater dieser «Welt», dieses illegitimen Findelkindes.

Nach diesen «Erläuterungen» fährt der Artikel fort mit abgeschmackten politischen «Theoretisierereien», wonach die Vereinigten Staaten von Amerika zwar eine Supermacht seien, aber im Abstieg begriffen, der sowjetische Sozialimperialismus dagegen eine aufsteigende Supermacht. Erstere sei weniger aggressiv, die andere aggressiver, deshalb müssten sie bekämpft werden. Um sie aber zu bekämpfen, muss ihrer Meinung nach die «dritte Welt» ein Bündnis mit der «zweiten Welt» eingehen. Diese sei allerdings noch weiter unterteilt. Dazu gehörten die Staaten, die weiterhin die Völker erbarmungslos unterdrücken, aber auch jene, die nicht fortfahren, sie auf diese Weise zu unterdrücken. Deshalb müssten sich die «zweite Welt» und die «dritte Welt» mit dem ersten Teil der «ersten Welt», das heißt den Amerikanern, vereinigen und alle zusammen den sowjetischen Sozialimperialismus bekämpfen.

Weiter unten fangen die Prahlereien an. Der Artikel beginnt, eine Reihe marxistisch-leninistischer Parteien auf der Welt auf zuzählen (die «marxistisch-leninistischen kommunistischen» Anhängselparteien der Kommunistischen Partei Chinas), die nach der Veröffentlichung des Artikels von «Zëri i popullit», «Theorie und Praxis der Revolution», oder schon früher, nach der Veröffentlichung des Berichts an den 7. Parteitag unserer Partei, wo unsere Ansichten über die «Dreiteilung der Welt» dargelegt werden, damit angefangen hatten, Artikel zu schreiben, in denen die «Genialität» Maos, der die Welt dreigeteilt hat, in den Himmel gehoben wird. Nach Mao ist die «dritte Welt» die Haupttriebkraft auf dem Erdball im Kampf gegen den Imperialismus, sie ist also für die Revolution und den Sozialismus! So wollen diese «Theoretiker» mit ein paar Seifenblasen die ganze marxistisch-leninistische Theorie wegwischen, so wollen sie Marx', Engels', Lenins und Stalins Ideen als «überholte Dogmen» über Bord werfen.

In diesem Material werden, um die Soldaten zu beschwatzen, nacheinander die Worte Hills, die Huldigungen Jurquets, die Lobhudeleien irgendeines Amerikaners, der unlängst eine «marxistisch leninistische» Gruppe ins Leben rief, das Palaver eines griechischen Trotzkisten, der eine neue «marxistisch-leninistische» Gruppe gebildet hat, das Geschwätz einiger bedeutungsloser trotzkistischer Gruppen auf der Welt angeführt. Und sie meinen, auf diese Weise ließe sich diese berühmte «marxistisch-leninistische» These des «großen Theoretikers» Mao Tsetung «beweisen».

Dieser Artikel ist natürlich nicht nur dazu gedacht, die Soldaten in den Kompanien zu schulen, wie es heißt, sondern richtet sich an die ganze Kommunistische Partei Chinas. Dieser Artikel wird auch für die revisionistischen und trotzkistischen Anhängselparteien veröffentlicht, die sich selbst marxistisch-leninistisch nennen.

Das ganze Material entbehrt jeder Grundlage, es ist zum Lachen und zum Weinen. Nicht nur, dass sie damit unserem marxistisch-leninistischen Artikel, der unangreifbar ist wie eine Granitfestung, nichts anhaben können; vielmehr wird das Ansehen unserer Partei noch mehr erhöht und das marxistisch-leninistische Gedankengut unserer Partei, die die internationale Situation, die soziale Lage, den Kampf, die Revolution und ihre Triebkräfte, alle Mittel, die eingesetzt werden, um diese Ziele zu erreichen, wirklich einer soliden Analyse unterzieht, noch weiter aufgewertet.

Uns ist klar, dass die Kommunistische Partei Chinas auf dem anti-marxistischen Kurs, auf dem sie sich gegenwärtig befindet, gar nichts anderes machen kann als solche Eseleien, die sie noch tiefer in den revisionistischen Sumpf bringen.





SONNTAG, 21. AUGUST 1977





DIE HAUPTIDEEN DES 11. PARTEITAGS DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI CHINAS

Gestern brachte Hsinhua die Nachricht, dass der 11. Parteitag per Kommunistischen Parrei Chinas abgeschlossen worden ist. Der Parteitag dauerte an die sechs oder sieben Tage, was für China eine Rekordzeit ist, da die Parteitage der Kommunistischen Partei Chinas und ihre Sitzungen, egal welcher Art, gewöhnlich wochenlang, wenn nicht monatelang dauern. Dieser Parteitag wurde rasch, geordnet und diszipliniert durchgeführt. Natürlich, so wollen sie uns weismachen, waren «dieses Mal.» die Parteitagsteilnehmer von der Gruppe Hua Guo-fengs und Deng Hsiao-pings auf «demokratischste» Weise (aus)gewählt worden. Kurz gesagt, die Delegierten waren ernannt, waren durch ein «schönes», «demokratisches» Sieb gegangen, und die Diskussionen verliefen, wie der Franzose sagt, tambour battant*.*(* hier: in aller Eile (frz. im Original).) Die Clique Hua Guo-fengs wurde mit stürmischem Beifall empfangen, berichtete das Kommuniqué, und ins Präsidium wurden gewählt: Hua Guo-feng, Yä Djlän-ying, Deng Hssao-ping und einige andere, deren Namen nicht erwähnt wurden.

Die Themen, die auf dem Parteitag behandelt wurden, sind mehr oder weniger die, die ich in einer meiner früheren Anmerkungen vorausgesehen habe. Bisher wissen wir aus dem etwa 17 Seiten langen Hsinhua-Kommuniqué (den vollen Text haben wir noch nicht erhalten), dass dort zwei Referate gehalten wurden: das politische Referat, das Hua Guo-feng verlas, und das Referat über die neue Verfassung, das Yä Djiän-ying hielt. Den Schlusspunkt hinter den Parteitag setzte Deng Hsiao-ping, der von Mao Tsetung einst zu Chinas «Chruschtschow Nr. 2» erklärt worden war. Später wurde der Revisionist Deng rehabilitiert und kletterte im Rang, wurde dann aber gleichfalls von Mao Tsetung wieder als Revisionist bezeichnet, so dass er nach Tschou En-lais Tod erneut gestürzt wurde und im Dunkeln verschwand. Nach dem Staatsstreich von Hua Guo-feng und Konsorten kam Deng Hsiao-ping als einer der «ruhmreichsten Kommunisten» der Kommunistischen Partei Chinas wieder an die Macht.

Was enthält die politische Rede Hua Guo-fengs? Was die Außenpolitik anbelangt, so erklärte er, China rücke um kein Haar von seiner Haltung ab, die Chinesen seien (angeblich) gegen die beiden Supermächte, die den Krieg wollten, besonders aber gegen die Sowjetunion, die aggressiver sei. Die Perspektive ist also Chinas Orientierung auf die Vereinigten Staaten von Amerika.

Mächtig Demagogie betreibt er mit Chinas Unterstützung für die «dritte Welt». Auf diese Frage geht er zuletzt ein, erläutert sie aber schon vorher mit der Behauptung, China werde allen Völkern helfen, die nach Befreiung streben usw. usf., und denen, die vom Proletariat geführt werden. Das ist also die Erklärung, die das China Hua Guo-fengs für die «dritte Welt» gibt, und weiter unten betont er, er verfechte die «berühmte» Theorie Mao Tsetungs.

In einem französischen Lexikon las ich zufällig, dass Roosevelt den Begriff «dritte Welt» schon 1945 verwendet und erklärt hat, die Vereinigten Staaten von Amerika müssten den Ländern dieser Welt helfen. Die Chinesen dagegen behaupten, Mao Tsetung habe diese Theorie 1974 erfunden. Doch das ist nicht sehr wichtig. Wichtig ist, dass die Chinesen in dieser Hinsicht nichts erklären und sich nichts erklären können, weil die Linie der Kommunistischen Partei Chinas und ihres Parteitags nicht marxistisch-leninistisch ist. Nur vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus aus kann alles richtig erklärt werden.

Die andere Frage, die außerordentlich hochgespielt wird, ist der Kampf gegen die «Vier». Auf diesem Parteitag, im Bericht Hua Guo-fengs, wird der Schlussstrich unter die Kulturrevolution gezogen. Er sagt offen, dass die Kulturrevolution zu Ende ist. Wie er sagt, stellt diese Revolution ein großes Ereignis in der Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas dar. Doch warum beurteilt dieser Mensch die von Mao Tsetung geführte Kulturrevolution so, wenn diese doch ausging wie das Hornberger Schießen? Um zu zeigen, dass nur Mao Tsetung in dieser Kulturrevolution fehlerfrei blieb, während alle andern Jünger des «Christus» Mao liquidiert wurden. Die «Vier», die während der Kulturrevolution eine große Rolle spielten, wurden inhaftiert, es heißt, Maos Neffe sei getötet worden, Zehntausende weitere wurden ins Gefängnis gesteckt, und jetzt sind nur die an der Macht, die die Große Kulturrevolution als Verräter brandmarkte, mit Ausnahme Tschou En-lais, der gestorben ist. So haben diese Verräter zusammen mit einigen, die so viel Lärm um die Kulturrevolution machten, einen Schlussstrich unter sie gezogen, machten den Putsch, übernahmen die Macht und halten nun den 11. Parteitag ab, der diese Kulturrevolution liquidiert.

Die neue Bande, die nun in China die Szene betreten hat, tastet Mao natürlich nicht direkt an, doch tatsächlich hat sie ihn mit ,ihrem Handeln diskreditiert. Diese Bande gibt sich als der makelloseste Teil der Kulturrevolution aus. Sie tun so, als seien sie es gewesen, die sich den Ungerechtigkeiten und dem Terror der «Vier» widersetzten, und nun, da sie die Macht ergriffen haben, führen sie einen harten Kampf gegen die angeblich negative Seite der Kulturrevolution. Deng Hsiao-ping, der ein Revisionist, ein enger Freund Liu Schao-tschis und Peng Tschens war, ist nun an die Macht gekommen und hat dieser Revolution ein Ende gesetzt. Dennoch erklärt Hua Guo-feng aus demagogischen Gründen, der Klassenkampf gehe weiter. Ganz gewiss geht er weiter, denn in China ist es nicht ruhig, dort gibt es Marxisten-Leninisten, die sich durch diese Demagogie nicht täuschen lassen. Deshalb forderte Hua Guo-feng - nach dem, was ich in diesem Kommuniqué gelesen habe - nicht nur einmal, sondern drei oder vier Mal, dass überall die innere Ordnung und Disziplin wiederhergestellt werden müsse.

Natürlich sprach Hua Guo-feng auch über die wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Er sagte, der wissenschaftlich-technischen Revolution, der Bildung, der Kultur und in erster Linie der Verstärkung der Verteidigung werde große Bedeutung zukommen. Um dieses Ziel zu erreichen, hob er hervor, wollten sie die auf dem 10. Parteitag vom «geehrten Ministerpräsidenten» Tschou En-lai definierten Weisungen des Vorsitzenden Mao anwenden, so dass China schon zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einer «sozialistischen Großmacht» werde. Das sagt Hua Guo-feng in seinem politischen Bericht.

Yä Djiän-ying wiederum, der Vertreter der Armee, der die Clique von Hua Guo-feng, Deng Hsiao-ping, ihm selbst und Tschou En-lai an die Macht brachte, huldigte Hua Guo-feng. Er sagte sogar ausdrücklich: «Nun schreitet China unter dem Banner Mao Tsetungs, glänzenden Siegen entgegen, denn Hua Guo-feng ist der Mann, der uns bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts fühnen wird», usw.

Was zeigt diese Erklärung? Sie zeigt, dass Yä Djiän-ying log, als er zuvor sagte, Hua Guo-feng sei auf vollkommen reguläre Weise an die Spitze der Partei gekommen, wie vorgesehen. Die Feststellung, Hua Guo-feng werde noch dreißig oder vierzig Jahre an der Spitze der Partei stehen, bedeutet also, dass es keine demokratischen. Wahlen in der Kommunistischen Partei Chinas geben wird; sie bedeutet, dass Hua Guo-feng von Yä Djiän-ying und der Armee eingesetzt worden ist und es in ihrer Hand liegt, ob er an der Macht bleibt. Nicht einmal Tito ging, als er beschloss, auf Lebenszeit Präsident zu bleiben, willkürlich vor, sondern verankerte «das. Recht» durch ein von der Skupstina gebilligtes Gesetz, beachtete die bestehenden Gesetze, obwohl er überzeugt war, dass er gewählt werden würde. Yä Djiän-ying dagegen verlor weder über eine Wahl durch die Verbretungsorgane noch über etwas anderes auch nur ein Wort. So wird also dieser gewisse Hua Guo-feng bis zum Beginn des 21. Jahrhumderts der Hauptführer der Kommunistischen Partei Chinas bleiben. Natürlich, diese chinesischen Führer wie Mao, Yä Djiän-ying oder Hua Guo-feng leben lang, wie die Kardinäle im Vatikan, die mit fast 90 Jahren sterben, weil sie nicht viel Sorgen im Kopf haben, sich nicht den Schlaf rauben lassen. Maos «Theorie», aufgestellt in einem Brief*, *(* s. S. 46 dieses Bandes.) besagt, alle 7 Jahre werde es eine Revolution und eine Konterrevolution geben, doch Yä Djiän-ying fegte in seiner Rede diese «Theorie» hinweg und erklärte vor dem Parteitag, es werde keine weiteren Revolutionen mehr geben. An der Spitze wird also Hua Guo-feng bleiben.

Doch der Gang der Ereignisse in China hängt weder ab von Yä Djiän-ying noch von sonst jemandem. Im Gegenteil, in China wird ein Putsch auf den anderen folgen, das hat Mao Tsetung nich schlecht vorausgesehen. Mag sein, dass er sich hinsichtlich des. Abstands zwischen den Putschen geirrt hat, doch bei seiner Voraussage ging er aus von seinen eklektischen Anschauungen, von den beiden Linien und den vielen Linien, die in der Kommunistischen Partei Chinas bestanden haben und bestehen. Die Sache wird davon abhängen, wer am stärksten ist. Er wird putschen und die Macht übernehmen.

Das waren in aller Kürze die Ideen des 11. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas, die wir in extenso* *(* ausführlich (lat. im Original).) in den Parteitags-. berichten finden werden, die die Chinesen, wie wir glauben, veröffentlichen werden. Mittlerweile finden in China Kundgebungen statt, das Volk ist auf den Straßen, Feuerwerke werden abgebrannt, die Menschen jubeln dem Gott Hua Guo-feng zu - zum Empfang des amerikanischen Außenministers Vance und, 10 oder 12 Tage später, auch des jugoslawischen Oberrevisionisten Tito, der dieser schmutzigen Linie der Kommunistischen Partei Chinas die Krone aufsetzen wird.

Das Wichtigste bei dem Parteitag aber war sein apotheotischer [= götzenverherrlichender – Anmerkung der Red.] Abschluss. In den Geschichten über das alte Rom und Byzanz, die wir gelesen haben, heißt es, Kaiser Konstantin habe, als er gegen Maxentius in den Krieg zog, am Himmel ein Kreuz erblickt mit der Inschrift: in hoc signo vinces («in diesem Zeichen wirst du siegen»). Und dieses Zeichen übernahm er in seine Fahne oder Labarum, wie die Historiker sagen. Auch Hua Guo-feng erschien auf dem, Parteitag mit einer Haartracht, die der Mao Tsetungs nachempfunden war. Seine vollen schwarzen Haare, die ihm früher wie Igelstacheln in die Höhe gestanden waren, hatte er wachsen lassen, sie waren raffiniert geschnitten und frisiert und gaben seinem Kopf die Form von Mao Tsetungs Kopf. Auch seine Stirn war dadurch hoch geworden, wie die Maos. Auch dazu können wir also sagen: «in hoc signo vinces». Durch seinen Haarschnitt nahm Hua Guo-feng Mao Tsetungs Aussehen an und in diesem Zeichen «wird er siegen».





MONTAG, 22. AUGUST 1979





CHINA WIRD VON DEN MILITÄRS GEFÜHRT

Gestern Abend veröffentlichte Hsinhua ein Kommuniqué, wonach angeblich das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas zusammengetreten ist und Hua Guo-feng zum Parteivorsitzenden sowie Yä Djiän-ying, Deng Hsiao-ping, Li Hsiän-niän und einen anderen (dessen Namen ich nicht behalten habe, von dem ich aber weiß, dass er der Kommandant von Maos Leibgarde war) zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt hat. Nach dem Kommuniqué sind auch das Politbüro mit 23 Mitgliedern und 3 Kandidaten und der Ständige Ausschuss des Politbüros gewählt worden. Wenn ich mich nicht täusche, sind im Politbüro 10 Karrieremilitärs, die z. Zt. die Truppen kommandieren. Rechnet man auch Hua Guo-feng, Deng Hsiaoping und den mit, der Maos Leibgarde kommandierte, so wird die Zahl der Militärs noch höher. Das Politbüro, der Ständige Ausschuss des Politbüros und das Zentralkomitee der Partei bestehen in ihrer überwiegenden Mehrheit aus Militärs. Also wird China nun von den Militärs geführt. Sie haben auch den «berühmten» Geng Biao ins Politbüro aufgenommen, der die Abteilung Internationale Beziehungen des Zentralkomitees und den ideologischen Kampf gegen unsere Partei leitet.

Natürlich muss ich zum Abschluss des 11. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas ein Glückwunschtelegramm an Hua Guofeng schicken, der zum Parteivorsitzenden gewählt worden ist. So ist es die Regel, so haben wir es auch beim 10. Parteitag gemacht, als Mao Tsetung in diese Funktion gewählt wurde. Wir werden auf diese Weise auch beim 11. Parteitag verfahren, denn auch sie haben zu unseren 7. Parteitag eine Grußbotschaft geschickt, die wir veröffentlicht haben. Da sie uns nicht über die Einberufung des Parteitags informiert haben, sollten wir, so habe ich mir gedacht, im Text des Telegramms erwähnen: «Wir erfuhren von der Abhaltung des Parteitags» und «wir wünshen, dass sich unsere Freundschaft auf marxistisch-leninistischem Weg festigen möge», usw. usf. Trotzdem, wir wollen sehen, wie wir das Telegramm an sie am besten formulieren, das wir dann heute oder morgen veröffentlichen können.







SAMSTAG, 27. AUGUST 1977





TAIWAN GERÄT IN VERGESSENHEIT

Cyrus Vance, Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika, beendete seinen Besuch in China. Ich las alle Meldungen der ausländischen Nachrichtenagenturen über diesen Besuch. Natürlich sprachen sie nicht über die Fragen, die Gegenstand der Verhandlungen waren, denn sie kennen sie nicht. Sie schreiben aber, Vance habe dort auch eine Pressekonferenz gegeben, er sei sehr zufrieden über den herzlichen Empfang gewesen, und sie hätten im beiderseitigen guten Einvernehmen wichtige Probleme diskutiert, über die er Carter Bericht erstatten werde. Vance sagte, er sei sowohl von Hua Guo-feng als auch von Deng Hsiao-ping herzlich empfangen worden, China und die Vereinigten Staaten von Amerika hätten vieles gemeinsam, und viele andere gute Worte. Hua Guo-feng trug Vance auf, er solle Carter Grüße bestellen, und natürlich unterhielt er sich mit ihm über zahlreiche Fragen; das tat auch Deng Hsiao-ping.

Mit anderen Worten, beide Seiten, die Amerikaner wie die Chinesen, werteten den Vance-Besuch als fruchtbar. Er werde, so unterstreicht AFP, «befriedigende Ergebnisse für Chinas zukünftigen Weg zeitigen».

Von der Taiwanfrage wurde diesmal über das hinaus, was Hua Guo-feng auf dem 11. Parteitag sagte, gar nicht gesprochen. Doch dieses Tamtam kennen wir von ihnen seit langem. Wir wissen auch, wie sie sich bei den diplomatischen Beziehungen, die sie zu all den Staaten auf der Welt hergestellt haben, darüber hinweggesetzt haben. Die Taiwanfrage stört sie also nicht bei den engen freundschaftlichen, kommerziellen, kulturellen und möglicherweise auch militärischen Verbindungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Es sollte uns nicht wundern, wenn es zwischen ihnen auch Geheimabkommen gäbe, über Taiwan sowieso, aber auch über andere Fragen.

In dieser Situation und mit diesen seinen Ansichten ist China daran interessiert, dass der Status quo auf Taiwan erhalten bleibt, dass dort amerikanische Truppen stehen, dass die amerikanischen Truppen in Japan und überall sonst, wo sie stationiert sind, bleiben, denn China braucht sie. China hat sich mit den Vereinigten Staaten von Amerika verbündet, das steht außer Zweifel. Unsere Thesen waren, sind und bleiben richtig, das Leben hat sie bestätigt. China stützt sich auf einen wütenden Imperialismus, um einen anderen Imperialismus zu bekämpfen. Nicht etwa, um der Revolution einen Dienst zu erweisen, sondern um selbst ebenfalls zur Supermacht zu werden, zu einer weiteren sozialimperialistischen Macht. Darauf richten sich alle Absichten Chinas, darauf zielt auch die chinesisch-amerikanische Übereinkunft ab, die getroffen wurde und sich weiter festigen wird.





DIENSTAG, 30. AUGUST 1977





DER EHRENVOLLE EMPFANG FÜR TITO IST EINE GRENZENLOSE NIEDERTRACHT

In einer ersten Nachricht aus Peking wird gemeldet, dass Tito mit einem Sonderflugzeug angekommen ist. Auf dem Flughafen wurde er von Hua Guo-feng, Deng Hsiao-ping, Li Hsiän-niän und vielen anderen «hervorragenden» chinesischen Führern sowie von Tausenden und Abertausenden Pekinger Bürgern empfangen, die sangen und Gongs schlugen. Auf den 30 Kilometern vom Flugplatz zur Stadt war die Straße überfüllt mit Menschen, die dem «Helden» Tito zujubelten, während sich auf dem Tienanmen-Platz hunderttausend Tänzer in Nationaltracht versammelt hatten, die in ihren Händen alle möglichen Blumen, Spruchbänder und was weiß ich noch trugen.

In den Morgennachrichten des italienischen Rundfunks hieß es, bisher sei einem Staatschef in Peking noch niemals ein solcher Empfang bereitet worden. Indes erfahren wir, dass Tito auch in Korea nicht nur in den Straßen Pjöngjangs und auf dem großen Platz, wo man ihm mit unbeschreiblicher Begeisterung zujubelte, ein großartiger und pompöser Empfang bereitet wurde. Darüber hinaus verlieh Kim Ir Sen Tito - nachdem er sich mit ihm an Teichen ergangen und in Palästen sowie bei Jachtausflügen zahlreiche Mittag- und Abendessen gegeben hatte - den «Orden des Helden der Koreanischen Volksdemokratischen Republik», verehrte ihm die Jubiläumsplastik «Kämpfer gegen den Imperialismus», machte ihn zum Ehrenbürger Pjöngjangs und überreichte ihm auch den silbernen Dolch, jenen Dolch, der nach ihrer Sitte den «Verteidiger des Glücks und der Sicherheit» symbolisiert!

Solche Pseudo-marxisten sind die, die diesem Renegaten des Marxismus-Leninismus einen derart spektakulären Empfang bereiten. Sie rutschen vor ihm auf dem Bauch. Niemals würden sich die bürgerlichen Führer so erniedrigen wie diese Revisionisten. Alle spotten über sie, weil sie sich so würdelos verhalten.





DIENSTAG, 30. AUGUST 1977





TITO ERWEIST MAO IM MAUSOLEUM «DIE REVERENZ»

Gestern Abend sah ich die Berichte des italienischen und des jugoslawischen Fernsehens über Titos Besuch in Peking. Italien maß diesem Besuch überhaupt keine Bedeutung bei. Es zeigte auf dem Bildschirm einige Szenen und nichts weiter. Jugoslawien dagegen zeigte großes Interesse, und die Übertragung war länger. Ich konstatierte ein großes Durcheinander auf dem Flughafen. Es war nicht festzustellen, wo sich Tito und Hua Guo-feng befanden. Die beiden tauchten zwei oder drei Mal auf, dann kamen die Blumen der Bevölkerung und der Schüler, die sich auf dem Flughafen versammelt hatten, ins Bild. Ein großes Gedränge von Leuten, Polizisten, Hsinhua-Korrespondenten fiel auf, die durcheinander liefen, einander wegstießen und keinen Blick auf die Hauptpersonen zuließen. Man sah flüchtig Tito und Hua Guo-feng, der sich hinter ihm hielt. Auffällig war die große Nervosität der Chinesen. Anscheinend fürchteten sie, Tito könnte etwas zustoßen, deshalb wimmelte es auf dem Flughafen von Agenten in Zivil. Auch als der Wagen auf dem Tienanmen-Platz fuhr, herrschte ein auffälliger Mangel an Ordnung und Disziplin. Völlig anders stellte sich uns der Empfang in Korea dar, wo sich niemand von den Gehsteigen und den Plätzen wegbewegte. Man tanzte, schwenkte Blumen, und jede Bewegung verlief geordnet.

Auch das Abendessen, das die Chinesen zu Titos Ehren gaben, erschien wie ein privates Essen, obwohl es in Wirklichkeit prunkvoll im großen Saal des Volkskongresses gegeben wurde. Dabei hielten Hua Guo-feng und Tito Reden. Hua Guo-feng sprach über die herzliche Freundschaft mit den Völkern Jugoslawiens, über die Heldentaten des jugoslawischen Volkes im Kampf für die gemeinsamen Ziele und so weiter, erwähnte jedoch nicht den Aufbau des Sozialismus in Jugoslawien. Im Gegensatz zu Tito, der sagte, der Krieg könne vermieden werden, erklärte er, der Krieg sei unvermeidlich. Hua Guo-feng sprach auch von Titos großer Rolle bei der Leitung der «blockfreien Welt» und versäumte nicht zu sagen, Tito sei ein hervorragender Führer dieser «Welt». Tito dagegen bezeichnete, ohne sie ausdrücklich anzusprechen, die «dritte Welt», der Hua Guo feng die Treue hält, als künstliche Einteilung und gab eine lange Tirade zur Verteidigung der «blockfreien Länder» von sich, die, so betonte er, «die einzige Kraft sind, die dem Imperialismus die Stirn bieten und von ihm fordern kann, sich nicht einzumischen, sondern zu helfen». Und so weiter und so fort. Es zeigt sich ganz deutlich, dass die Freundschaft innig ist. Hua Guo-feng sagte, Mao Tsetung habe 1975 Tito lobend erwähnt. Er habe gesagt, Tito habe einen stählernen Willen. Heute morgen legte Tito im Mao-Tsetung-Mausoleum einen Kranz nieder. Tito, der moderne Revisionist, ist der erste von allen ausländischen Führern, die Peking besucht haben, der in diesem Mausoleum einen Kranz niederlegte.

Hua Guo-fengs Rede lässt sich entnehmen, dass er zweigleisig fährt: sowohl auf den Geleisen der «dritten Welt» als auch auf denen der «blockfreien Welt». Er spricht sich also für beide aus. Nicht ohne Absicht fährt er zweigleisig. Hua hofft darauf, China könne nach Titos Tod auch die Pseudowelt von Titos «Blockfreien» einkassieren, sie vereinheitlichen und selbst zur einzigen Führung dieser zwei sogenannten Welten werden, die in Wirklichkeit allerdings gas Gleiche sind.

Wie ich irgendwo in einer meiner Schriften geschrieben habe, nützt Titos Pseudotheorie der «Blockfreien» gegenwärtig dem amerikanischen Imperialismus und den Sowjets, weil sie sich in den Dienst des Neokolonialismus stellt. Tito, der diese Theorie vertritt, leugnet nicht die Widersprüche, die zwischen den Staaten bestehen, auch nicht die Widersprüche zwischen den «blockfreien» Staaten und dem Imperialismus sowie den anderen kapitalistischen Mächten. Aber er sagt es nicht laut, weil er eine so offensichtliche und wichtige These des Marxismus-Leninismus, der sich keine Kraft auf der Welt widersetzen kann, nicht verteidigen will. Immerhin ist Tito mit dem Begriff «blockfreie Länder» Mao Tsetung mit seiner Dreiteilung der Welt überlegen, denn Mao Tsetungs «dritte Welt» - so habe ich auf unserem 7. Parteitag betont, so steht es im Artikel «Theorie und Praxis der Revolution» und in allen meinen Schriften - tilgt die wesentlichen Widersprüche zwischen Sozialismus und Kapitalismus, zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, das heißt zwischen Arbeit und Kapital, die Widersprüche zwischen den abhängigen Staaten und den imperialistischen Mächten sowie die Widersprüche zwischen den kapitalistischen Ländern untereinander - mit einem Wort: die vier Hauptwidersprüche .unserer Epoche. Unter diesem Gesichtspunkt ist also Mao Tsetungs und Hua Guo-fengs «Welt» Titos «blockfreier Welt» unterlegen.

Tito nennt seine «Theorie» allgemeingültig. Um sie hätten sich all diese «blockfreien Staaten» mit ihren Widersprüchen, mit unterschiedlichen Regierungen jeden Typs, mit unterschiedlichen Regimen zu sammeln, denn ihre Vereinigung sei erforderlich, um die akuten politischen Fragen zu bewältigen und eine neue Weltwirtschaftsordnung zu schaffen. Mit anderen Worten: sie sollen in Frieden, in friedlicher Koexistenz leben, und es soll, so Tito, eine angemessenere Aufteilung der Reichtümer der Welt vorgenommen werden.

Mao Tsetung und Hua Guo-feng verfolgen mit ihrer Dreiteilung der Welt bestimmte Absichten. Sie unterschlagen die Widersprüche und predigen Bündnisse zwischen diesen «drei Welten», um den sowjetischen Sozialimperialismus zu bekämpfen, der ihnen zufolge die einzige aggressive Supermacht ist. Die Chinesen haben erklärt, die Sowjetunion sei noch nicht als revisionistischer imperialistischer bzw. sozialimperialistischer Staat entlarvt. Deshalb wollen die Chinesen, die mit dieser Theorie Anspruch darauf erheben, wahre Marxisten-Leninisten zu sein, im Kampf gegen den Sozialimperialismus als Hauptgefahr fortfahren, ihn vermittels ihrer anti-marxistischen chinesischen Ideologie ideologisch bloßzustellen. So wollen sie zu Bannerträgern werden, wollen sie erreichen, dass man sie als die marxistisch-leninistischen Hauptführer betrachtet, die angeblich eine Supermacht, die Sowjetunion, niedergerungen haben. Und wenn sie dann alle Kräfte gesammelt haben, die es nur zu sammeln gibt, wollen sie sich die andere Supermacht vornehmen, den amerikanischen Imperialismus! Wann? Am Sankt-Nimmerleins-Tag! So werden die Chinesen die Verhältnisse auf der Welt friedlich, ohne Kriege, ohne Klassen, ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen «ordnen»! Das ist tatsächlich ein Märchen, das heute noch von manchem geglaubt wird. Doch mit jedem Tag wird sich klarer zeigen, dass dieses Märchen ein Schwindel ist. Ich sage Schwindel und nicht Utopie, wie sich der Revisionist Carrillo ausdrückt, der über seine «sozialistischen» Ansichten sagt, dass Marx sie, wären sie ihm seinerzeit zu Ohren gekommen, für utopisch gehalten hätte.







DIENSTAG, 30. AUGUST 1977





AUCH DIE CHINESEN WERDEN VERSUCHEN, DIE «MARXISTISCHE» MASKE ZU WAHREN

Bei China mit seiner Theorie der «drei Welten», bei Tito mit seiner Theorie der «blockfreien Welt» und Carrillo samt Konsorten mit ihrem «Eurokommunismus» gibt es ausgeprägte Tendenzen zu einer angeblichen Überprüfung der Analyse der Weltlage. Sie wollen einen neuen, vom sowjetischen modernen Revisionismus abgesetzten revisionistischen ideologischen Block bilden. Was den Marxismus-Leninismus anbelangt, so passt er ihnen überhaupt nicht in den Kram, um ihn kümmern sich weder der neue revisionistische Block noch der alte sowjetische Block.

Der Sowjetblock mit all seinen Satelliten, den modernen Revisionisten, die Mitglied im Warschauer Vertrag sind, tarnt sich mit marxistisch-leninistischen Parolen. Genauso tarnt sich Tito mit Parolen des Marxismus-Leninismus, obwohl er bekanntlich keineswegs ein Marxist, sondern ein Pseudo-marxist gleichen Ranges wie die Pseudo-marxisten des «Eurokommunismus» ist. Er gehört zur gleichen Kategorie von Renegaten wie jene von der «Kommunistischen» Partei Italiens, der «Kommunistischen» Partei Frankreichs, der «Kommunistischen» Partei Spaniens, der «Kommunistischen» Partei Englands und all jener Parteien, die mit ihren revisionistischen Theorien und Aktivitäten in Wirklichkeit gegen die Ideen des Marxismus-Leninismus kämpfen. Sie wünschen Einheit in der Pluralität, das heißt, sie wollen frei sein, den «Sozialismus» auf dem Weg aufzubauen, der ihnen jeweils passt. Zu dieser Kategorie gehört auch die Kommunistische Partei Chinas, die in ideologischer Hinsicht viel Ähnlichkeit mit dem Titoismus und den Parteien des «Eurokommunismus» aufzuweisen hat.

Hinter dem äußeren Anschein, den sie sich gibt, zielt die Kommunistische Partei Chinas darauf ab, eine neue Gruppierung unter ihrer Leitung zu schaffen, so wie sich der sowjetische Revisionismus seine eigene Gruppierung geschaffen hat, die er nun zusammenzuhalten versucht. Das heißt, unter einer heuchlerischen Maske baut sie angeblich den Sozialismus in der Vielfalt auf und tarnt sich mit dem Begriff Marxismus-Leninismus. Doch ihrer Theorie und Tätigkeit liegt nicht der Marxismus-Leninismus zu Grunde, sie ist sogar gegen den Marxismus-Leninismus. Die Kommunistische Partei Chinas gibt vor, sie wünsche die Unabhängigkeit jeder pseu-domarxistischen Partei und billige, dass jede von ihnen ihre Tätigkeit nach eigenem Gusto ausrichtet, ohne sich um «die alten Dogmen» des Marxismus-Leninismus, wie Carrillo sie nennt, zu kümmern. In Wirklichkeit träumt die Kommunistische Partei Chinas davon, diese Gruppen über kurz oder lang unter ihre eigene Führung zu bringen, wenn China dann eine Großmacht geworden ist. Sie meint, ihre pseudo-marxistische Theorie werde dann durch vielseitige Bündnisse mit den anderen revisionistischen Parteien und den neuen Anhängselparteien, die sie überall auf der Welt ins Leben ruft, vorherrschend sein.

Zu Teil 7