DIENSTAG, 4. JANUAR 1977
WIR MÜSSEN DIE VERTRÄGE EINVERNEHMLICH DURCHFÜHREN, DOCH OHNE IDEOLOGISCHE UND POLITISCHE ZUGESTÄNDNISSE ZU MACHEN
Mehmet unterrichtete mich über die Schwierigkeiten, die die Chinesen bei der Lieferung von verkokter Kohle machen, die nach dem Vertrag bis Ende 1976 hätte erfolgen müssen. Zur Zeit haben wir für den Hochofen nur noch Reserven bis Ende Februar dieses Jahres. Ich habe mit Mehmet einen Meinungsaustausch über dieses Problem gehabt. Wir kamen zu dem Schluss, dass uns Aufregung nicht förderlich ist, wir deshalb kühlen Kopf bewahren und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen müssen. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass uns die Chinesen große Schwierigkeiten bereiten werden, wenn sie uns nicht überhaupt unter Blockade stellen. Wir gehören natürlich nicht zu denen, die die Waffen strecken; wir werden den Revisionismus überall, wo er in Erscheinung tritt, erbarmungslos bekämpfen, ohne auch nur im Geringsten nachzugeben.
Den größten Teil der Kohle für das Jahr 1976 müssen uns die Chinesen liefern, da gibt es nichts. Für den Rest werden wir mit ihnen die Lieferfrist festlegen, und was die Kohlenmenge anbelangt, die im Vertrag für 1977 vorgesehen ist, so müssen wir darum ringen, so viel wie möglich sicherzustellen, denn wir beziehen sie auf Clearing-Basis. Unsere Geschäfte mit den Chinesen können nicht wie geschmiert laufen, deshalb müssen unsere Leute ruhig und geduldig mit ihnen reden, damit sie begreifen, dass sie falsch vorgehen. Zugleich müssen sie so weit wie möglich Reibungen in Fragen vermeiden, in denen wir im Gegensatz zu ihnen stehen. Wir müssen den Chinesen die Perspektive offen lassen, dass auch wir China einen Teil einiger wichtiger Produkte auf Clearing-Basis liefern. Dies müssen wir tun, um ihnen die Möglichkeit zu nehmen, uns beim Bau der Objekte, die wir von ihnen erhalten, zu behindern. Wir müssen im Handel mit den Chinesen wendig, nicht starr sein. Nehmen wir, was sie uns geben, und bestehen wir später auf dem Rest. Sagen wir nicht: «Wir haben Verträge», sondern kämpfen wir für ihre Einhaltung. Die Praxis zeigt, dass auch die kapitalistischen Länder Verträge brechen, wenn es ihnen nützt; dafür nehmen sie sogar Konventionalstrafen in Kauf. Sie brechen willkürlich nicht nur Verträge im Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen, sondern auch Verträge, bei denen es um viel wichtigere Probleme geht. So wird auch China künftig mit den Verträgen und Abkommen verfahren, die wir mit ihm haben. Deshalb: seien wir vorsichtig, geduldig, wachsam und bereit zu manövrieren.
Unser Handel, der Import und der Export, ist ein großes und kompliziertes Problem. Nun, da Chinas Himmel wolkenverhangen ist, ist dieses Problem noch viel verwickelter, deshalb kann es nicht «im Vorübergehen» gelöst werden, handelt es sich doch um eine komplexe Frage. Wir müssen dieses Problem in seiner Komplexität untersuchen.
Dringend und sehr nötig ist es, die Frage der Rohstoffe, die wir vordringlich importieren müssen, zu lösen. Woher werden wir sie beziehen? Was uns China liefern wird, gut, aber auch das müssen wir jetzt mit Vorbehalt betrachten. Es gilt also, sorgfältig zu rechnen, hier etwas einzusparen, dort eine andere Quelle aufzutun. Dies ist als Reserve zu betrachten, auch wenn uns China die eine oder andere Ware liefert.
Die Waren, die uns China nicht liefert, müssen wir auf anderen Märkten zu finden versuchen, und sei es auch auf denen der revisionistischen Länder - ich spreche von den sogenannten volksdemokratischen Ländern, mit denen wir die Handelsbeziehungen aufrechterhalten haben. Diese neuen Aufträge müssen zusätzlich zu denen erfolgen, um deren Sicherstellung wir normalerweise kämpfen. Natürlich müssen wir darum kämpfen, denn mit diesen Staaten treiben wir Handel auf Clearing-Basis, und zugleich müssen wir berücksichtigen, dass wir mit diesen Staaten in Feindschaft leben und dass sie uns auch unter Blockade stellen können. Deshalb müssen wir mit unseren Clearing-Waren geschickt umgehen.
Bleibt uns noch der kapitalistische Markt, auf dem gewöhnlich Devisen verlangt werden. Devisen aber haben wir wenig, deshalb dürfen wir die, über die wir verfügen, nicht sinnlos vertun, sondern müssen sie sehr sparsam einsetzen, bei Waren, die wir wirklich unbedingt brauchen.
Als Schlussfolgerung sagte ich zu Mehmet, sie sollten dieses Problem studieren, in der Regierung Beschlüsse fassen und Maßnahmen ergreifen, damit der Plan erfüllt wird. Schon in diesem Jahr müssen auch die Probleme des gesamten Fünfjahrplans studiert werden, insbesondere hinsichtlich der Werke, für die uns China Kredite zugesagt hat. Es könnte uns mitten im Bau im Stich lassen, deshalb müssen wir rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und Beschlüsse fassen, um diese Objekte aus eigener Kraft weiterzubauen und fertigzustellend.
Diese Aufgaben im Zusammenhang mit den Chinesen müssen sorgfältig, mit kühlem Kopf angegangen werden, denn die Proteste haben nichts gebracht. Die Linie der Partei darf nicht verletzt werden, doch Handelsmanöver müssen gemacht werden. Wenn möglich, sollte bei ideologischen Gegensätzen der direkte Zusammenprall so lange vermieden werden, bis sie offen gegen uns vorgehen. Wir dürfen sie um keine Handelsvergünstigungen usw. mehr ersuchen, wir müssen dafür kämpfen, ich sage kämpfen, dass die Verträge eingehalten werden, und das, wohlgemerkt, entgegenkommend, doch ohne jedes ideologische und politische Zugeständnis.
Das habe ich mit Mehmet besprochen, und er war vollkommen einer Meinung mit mir.
MITTWOCH, 5. JANUAR 1977
DIE CHINESISCHE FÜHRUNG SCHLITTERT TÄGLICH TIEFER IN DEN ABGRUND
Die Chinesen schrieben vor zwei, drei Tagen, gedacht sicherlich als Angriff auf unsere richtige ideologische und politische These gegen die «dritte Welt», die auf dem 7. Parteitag dargelegt wurde, einen langen, angeblich theoretischen Artikel, unterteilt in Kapitel. Dieser Artikel war nicht nur kein bisschen theoretisch, sondern so, wie das Problem dort behandelt wurde, sogar falsch.
Die Absicht dieser Schrift kam klar zum Vorschein: zu «beweisen», dass die Teilung in «drei Welten» eine «geniale Erfindung Mao Tsetungs» ist. Sie wollen, dass Mao Tsetung die Vaterschaft für diese absurde und antimarxistische Erfindung in Bezug auf die Einteilung der Welt zuerkannt wird, die im Gegensatz zu der von Marx und Lenin vorgenommenen Einteilung steht. Die Bourgeoisie und Chruschtschow haben diesen «Bankert» schon früher in die Welt gesetzt, nichtsdestoweniger wollen ihn auch die Maoisten adoptieren. Jetzt haben sie ihn auf dem Hals.
Mit diesem Artikel wollen die Chinesen «beweisen», dass die «dritte Welt», diese ihre Ausgeburt, «große Erfolge» errungen hat, und dass die Lage dort «glänzend ist».
Doch die Chinesen machen sich nicht die Mühe, diese «dritte Welt» zu erläutern, denn sie können sie vom Marxismus-Leninismus her theoretisch nicht begründen. Weil ihnen dies nicht möglich ist, haben sie einige ihrer «Theoretiker» aufgeboten, Registratoren der Weltereignisse, die diese auf so banale Weise aufzählen, eines nach dem anderen, wie dies vielleicht eine Nachrichtenagentur in der Spalte «Ereignisse des Jahres» macht.
Dadurch wollen die «klugen» chinesischen Revisionisten der «dritten Welt» sagen: «Seht her, was für Erfolge! Seht, welch große Hilfe China euch leistet»(!) (wobei diese ihr vorgerechnet wird). Diese Aufzählung soll besagen: «China steht zu euch, es ist ein Teil der dritten Welt, deshalb hört auf es und lasst .euch von ihm führen, denn zusammen mit ihm seid ihr die Triebkraft der Welt, seid ihr der wahre Marxismus-Leninismus.»
Doch diese unbestimmte, beziehungsweise von den Chinesen bestimmte «dritte Welt», über wen trägt sie denn diese «glänzenden Erfolge» davon? «Ohne jeden Zweifel», sagen die Chinesen, «über den sowjetischen Sozialimperialismus». So wird in jedem Abschnitt dieses -Artikels» ausschließlich gegen die Sowjetunion gesprochen, die ihrer Meinung nach der alleinige Urheber aller Übel ist! Doch was sagen sie darin über den amerikanischen Imperialismus? Nicht viel: es wird nur davon gesprochen, dass die Sowjetunion Widersprüche mit den Vereinigten Staaten von Amerika hat. Doch warum bestehen diese Widersprüche, und worin? Der Artikel sagt darüber nichts aus, weil man sich nicht gegen die Vereinigten Staaten von Amerika äußern will! Also verteidigt China die Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist eindeutig, denn liest man die Statistiken über die Investitionen in der «dritten Welt», so wird man feststellen, dass 80 Prozent von den Amerikanern vorgenommen werden, 10 Prozent von der Sowjetunion und 10 Prozent von anderen imperialistischen Mächten! Es bedarf keines Kommentars, um die Verlogenheit des Kampfes der Chinesen zu durchschauen, wenn sie sich «gegen den Imperialismus, gegen den Sozialimperialismus, gegen den Hegermonismus» äußern. Weder in der Theorie noch in der Praxis erläutern die Chinesen diese kapitalen Fragen, denn damit würden sie hereinfallen. So führen sie Formeln an, um kein Risiko einzugehen, und handeln anders, als sie reden.
Gut, das erläutern sie also nicht, doch berühren, erläutern, erwähnen sie auch nur ein bisschen das Problem der Klassen und des Klassenkampfes innerhalb dieser Staaten der sogenannten dritten Welt? Überhaupt nicht, es ist um des Kampfes gegen die Sowjetunion sowie der Verteidigung der Vereinigten Staaten von Amerika und deren in der Mehrzahl der Staaten der «dritten Welt» herrschenden Cliquen willen völlig von der Bildfläche verschwunden. Doch was sind diese Cliquen für die Chinesen? Sie sind «demokratisch, nationalistisch, frei und souverän», wenn sie auf der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika stehen! Was geschieht mit dem Volk in diesen Ländern, und was müssen jene Menschen dort tun, die leiden, die unterdrückt werden, keine Arbeit haben? Was raten ihnen die Chinesen? Für die Chinesen sind diese Völker Viehherden, ohne Persönlichkeit, sind sie nur Völker der «dritten Welt», die nichts anderes zu tun haben, als das innere und äußere Joch des amerikanischen Imperialismus zu ertragen und gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu kämpfen! «Wir können», sagen die Chinesen, «unter diesem Banner der dritten Welt auch Beratungen veranstalten». «Beginnen wir mit der Bildung», sagt Zulfiqar Ali Bhutto. «Einverstanden», sagen die Chinesen, «morgen machen wir dann auch noch eine über den Umweltschutz.»
Die chinesischen revisionistischen Führer schlittern täglich tiefer in den Abgrund, und das wird so weitergehen. Mit diesen angeblich marxistisch-leninistischen Theorien lassen sich weder die Marxisten noch die Revolutionäre, noch die fortschrittlichen Menschen täuschen. Mit Gewäsch wie: «Die Lage in China ist glänzend», während dort ein Durcheinander besteht, oder: «Die Lage auf der Welt ist glänzend», während die Welt von der Gefahr des imperialistischen Krieges und der Versklavung der Völker bedroht ist, werden die Chinesen ihren Kredit vollkommen verspielen. Doch besser so, als dass Lüge und Revisionismus siegen.
SAMSTAG, 8. JANUAR 1977
DIE CHINESISCHEN REVISIONISTEN GREIFEN HINTERRÜCKS DIE PARTEI DER ARBEIT ALBANIENS AN
Die Kommunistische Partei Chinas hat hinter dem Rücken unserer Partei eine schmutzige Polemik eröffnet, ohne zuvor ihre Meinungsverschiedenheiten und Widersprüche mit unserer Partei offenzulegen. Sie hat ein Standardmaterial vorbereitet, ruft Vertreter aller möglichen marxistisch-leninistischen Parteien nach Peking und ackert es mit ihnen durch. Dieses Material richtet sich gegen die marxistisch-leninistische Linie unserer Partei im Allgemeinen und gegen ihren 7. Parteitag im Besonderen.
So revisionistisch, trotzkistisch ist noch nicht einmal Chruschtschow vorgegangen, weder gegen uns noch, soweit wir wissen, gegen die Chinesen. Der Renegat Chruschtschow hat uns angegriffen, attackiert, er hat sich uns entgegengestellt, offen oder brieflich, während die Chinesen so etwas noch nie getan haben.
Wir haben ihnen bei jeder Frage von prinzipieller Bedeutung, in der wir mit ihnen Divergenzen hatten, entweder Briefe geschrieben oder unsere Anschauungen durch Delegationen bekanntgemacht. Unsererseits wurde eine korrekte Haltung eingenommen, wie sie zwischen zwei Bruderparteien üblich ist. Wenn wir mit ihnen nicht einverstanden waren, haben wir ihnen alles offen gesagt, unsere Ansichten verfochten und unsere Meinung nicht geändert. Die Chinesen beantworteten unsere Briefe nicht, und bei einer Reihe von Problemen verfuhr jede Partei nach eigenem Ermessen.
Sie geben vor, sie wollten mit uns «nicht Polemik betreiben» über das, was wir ihnen unterbreitet haben, deshalb hätten sie uns nicht geantwortet. Sie handelten jedoch selbst ihrer Strategie gemäß, und das war ihr «Recht», aber auch wir handelten unserer Strategie und Taktik entsprechend. Doch anscheinend erblickten sie in unserer Strategie und Taktik Angriffe auf die Kommunistische Partei Chinas, also haben auch wir das Recht, die ihren als Angriffe auf die Partei der Arbeit Albaniens zu betrachten.
Es zeigt sich klar, dass die Kommunistische Partei Chinas, die heuchlerisch behauptet, es dürfe keine «Mutterpartei» und «Tochterparteien» geben, wollte, dass die Partei der Arbeit Albaniens blindlings ihrer Linie folgte. Nicht nur das, sie wollte uns auch ihre eigenen Ansichten aufzwingen. Ich sage das, weil sie nicht einmal geruhte, über diese Divergenzen, die unseren beiden Parteien bekannt waren, zu sprechen. Doch wie konnte das geschehen?
Erstens meinen wir, dass sie sich als «Großmacht» fühlten, die Kommunistische Partei Chinas für eine «große Partei» und Mao Tsetung für «einen unfehlbaren Führer» hielten. So waren die Gefühle der «Großmacht», der «großen Partei» und des «großen Führers» en bloc wirksam.
Zweitens fürchtete China, obwohl es «für bilaterale Beziehungen und Gespräche» ist, eine Meinungskonfrontation mit uns. Bilaterale Gespräche «akzeptiert» China, doch es wünscht sie nur insoweit, als es darum geht, sich zu informieren und dann, wo es ihm möglich ist, den anderen Direktiven zu geben.
Drittens meint China, weil es uns einige Kredite gibt, müssten wir uns seinen Ansichten fügen.
Ich möchte ein wenig gründlicher darauf eingehen, warum wir meinen, dass Mao Tsetung und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas mit uns nicht über die Probleme sprechen wollten, die wir ihnen gegenüber anschnitten und in denen wir Divergenzen mit ihnen hatten. Wir meinen, dass der Grund dafür in den sozialdemokratischen und opportunistischen Ansichten zu suchen ist, die bei Mao Tsetung bestanden. Was dieses Problem angeht, so war es ihm egal, ob entgegengesetzte Meinungen existierten. Doch darüber hinaus gab es noch einen anderen Grund, nämlich dass die betreffenden Probleme andere Probleme im Zusammenhang mit der Generallinie unserer Partei, ihrer Partei und der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) hätten aufbrechen lassen.
Sie machen uns einige haltlose Vorwürfe, zum Beispiel, wir seien für die Thesen der chruschtschowschen «friedlichen Koexistenz», hätten den Stalinkult attackiert, später aber diese Kritik getilgt, für uns gäbe es «nur die eine Möglichkeit - dass der Krieg verhindert wird», und andere solche Aussagen, die sich weder durch die Handlungen unserer Partei noch durch ihre schriftlichen Dokumente belegen lassen. Doch an diesen haltlosen Vorwürfen, die sie vorbringen, erweist sich etwas anderes, für China und die kommunistische Weltbewegung sehr Kritisches und sehr Wichtiges. Unserer Meinung nach erweist sich, dass Mao Tsetung und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas nach Stalins Tod, während der chruschtschowschen Umwandlungen, bis zum 20. Parteitag, sozusagen eine gewisse Befriedigung dahingehend empfanden, dass «wir (die Chinesen) von nun an in unseren inneren Angelegenheiten und auf internationaler Ebene mehr Handlungsfreiheit haben». Dies ist unser Eindruck, wie wir ihn sowohl aus den Gesprächsbeiträgen als auch aus den späteren Thesen Mao Tsetungs gewannen, wonach angeblich «Stalin den Chinesen und allen anderen marxistisch-leninistischen Parteien die Ansichten der Bolschewistischen Partei aufzwang». Also waren, laut Mao, zur Zeit Stalins alle marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt gezwungen, die Sowjetunion und ihre Linie zu unterstützen, standen sie im Dienst der Bolschewistischen Partei und fühlten sich nicht als selbständige marxistischleninistische Parteien. Dies behauptete Mao Tsetung persönlich auf der Moskauer Beratung 1957. Außerdem schnitt Mao Tsetung auf dieser Beratung die Frage an, dass «wir alle, die kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt, also das Lager des Sozialismus, ein Haupt haben müssen, und dieses Haupt muss die Sowjetunion sein». Diese These unterbreitete und verfocht Mao Tsetung auf der Moskauer Beratung, während Chruschtschow so tat, als stehe ihm danach nicht der Sinn. Wir müssen zugeben, dass auch wir, auch die anderen diese These vertraten. Doch Genosse Mao Tsetung mit all seiner großen Autorität sagte auch noch etwas anderes: -Chruschtschow ist ein hervorragender Marxist-Leninist, ein grosser Führer der Sowjetunion», «mit Chruschtschow kann man reden und vorankommen» während man bei Stalin, das wollte er damit sagen, in «Habtachtstellung» zu verharren hatte.
Ebenso unterstützte Mao Tsetung Chruschtschow - und das haben wir mit eigenen Ohren gehört - vorbehaltlos, als er die sogenannte parteifeindliche Gruppe Molotows und seiner Genossen liquidierte. All diese Fakten zeigen also, dass Mao Tsetung voll und ganz für die revisionistische Linie und die putschistischen, entwürdigenden und verschwörerischen Akte gegen die (bolschewistische) Kommunistische Partei, gegen Stalin, gegen die Sowjetunion war.
Unsere Partei nahm nicht diese Positionen Mao Tsetungs oder der Kommunistischen Partei Chinas ein. Nach Stalins Tod meinten wir, jemand anders werde an die Spitze der Partei kommen, und, nebenbei gesagt, wir dachten dabei an Molotow. Genau nach dem Tod Stalins kamen wir in Konflikt mit der neuen Führung der Sowjetunion, mit Malenkow, Bulganin, Chruschtschow, Mikojan und anderen. Drei, vier Monate nach dem Tod Stalins griffen sie uns unverschämt und scharf an, beschuldigten uns, wir verstünden es nicht, die geringen Kredite, die sie uns gegeben hatten, zu nutzen und jene wenigen Industriewerke zu bauen, die wir in Wirklichkeit fristgerecht errichteten, weil wir für den Vormarsch des Sozialismus in unserem Land arbeiteten.
Wir nahmen an den Beratungen der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau teil, doch wir gingen nicht mit den Anschauungen Mao Tsetungs dorthin. Wir äußerten uns nicht gegen die Sowjetunion, solange die Bedingungen noch nicht reif waren, doch in uns nagten großer Kummer und Zweifel an ihrer Führung. Sie zeigte sich nicht entschlossen, befand sich in Konfusion. Wir witterten die Widersprüche, die in ihrem Innern, unter den Führern bestanden, besonders was die Linie Stalins anbelangte, wussten aber nichts darüber.
Unserer Meinung nach wusste Mao Tsetung von diesem Zustand, und er muss mit der Linie und dem Vorgehen Chruschtschows gegen Stalin und die Linie der Bolschewistischen Partei einverstanden gewesen sein. Mao Tsetung hatte von Chruschtschow wohl auch Zusicherungen über Wirtschaftshilfe und politische Hilfe auf internationaler Ebene erhalten, ebenso über Militärhilfe, einschließlich des Geheimnisses der Atombombe. Chruschtschow, so meinen wir, hat diese Zusicherungen gegeben, und für eine gewisse Zeit schienen die Dinge gut zu laufen, doch er war ein Betrüger.
Auch Mao hatte, so meinen wir, seine eigenen Absichten. Mao (das sind natürlich Vermutungen) stellte sich nach Stalins Tod, auch wenn er sagte, Chruschtschow sei «ein großer Mann», selbst über Chruschtschow und meinte, ihm als «großem philosophischem Kopf» und Führer des bevölkerungsreichsten Landes der Welt stehe der Platz hinter Lenin zu. Obwohl er sagte: «An der Spitze des Lagers muss die Sowjetunion stehen», meinte er in Wirklichkeit doch, es müssten mindestens zwei sein: China und die Sowjetunion, einer de jure, doch de facto zwei, die auf der Welt das Gesetz zu machen hätten.
Wir hielten den 7. Parteitag ab, und die Partei der Arbeit Albaniens äußerte ihre Ansichten, wie sie sie für richtig hielt, während die chinesische Führung sauer wurde und den tragischen Fehler beging, unseren Parteitag auf eine verwerfliche Weise anzugreifen, im Widerspruch zu den Normen, die für die Beziehungen zwischen marxistisch-leninistischen Parteien gelten. Zu Lebzeiten Maos und Tschous hatten wir interne Widersprüche, doch sie waren nicht bereit, sie zu diskutieren, oder beharrten auf ihrer Meinung, während wir, weil wir nicht anders konnten, bei der unseren blieben. Das war ihrerseits eine opportunistische Taktik, doch diesen anti-marxistischen Fehler, den die chinesischen Führer jetzt begehen, machten sie damals nicht, weil sie erstens wussten, dass unsere Anschauungen unerschütterlich waren, und weil zweitens die Partei der Arbeit Albaniens mit ihrer richtigen Linie die Kommunistische Partei Chinas und China in den schwierigsten Augenblicken, die sie erlebten, verteidigte, etwa auf der Bukarester Beratung und auf der Beratung der 81 Parteien in Moskau sowie auch später während der Großen Proletarischen Kulturrevolution.
Warum machten Hua Guo-feng und Konsorten diesen Fehler? Weil ihre Politik Schlappen erlitten und innerhalb und außerhalb Chinas grosse Konfusion hervorgerufen hat. Wir konnten Huas Vorgehen innerhalb Chinas nicht verteidigen - weil wir gute Gründe hatten, es nicht zu unterstützen und weil wir uns noch nicht im Klaren darüber sind, was in China vor sich geht. Chinas außenpolitische Haltung schwächte seine Positionen. Das Vorgehen der heutigen Führer bedeutete einen indirekten Angriff auf Mao, während Deng, der einmal rehabilitiert worden war und wieder gestürzt wurde, nun wieder die Szene betrat, um sich seine verlorenen Posten zurückzuholen.
In letzter Zeit tauchte auch die Frage der «Vier» auf, die auf einer schmutzigen, persönlichen und nicht auf politischer und ideologischer Ebene angegriffen wurden. Die Kulturrevolution wird nun höchstens noch erwähnt, sie wurde verdunkelt und faktisch liquidiert. Alle diese Ereignisse bewirkten, dass bei den Marxisten-Leninisten der Welt grosse Zweifel an der Kommunistischen Partei Chinas zu entstehen begannen. Mao Tsetung und Tschou En-lai, die zu manövrieren wussten, starben, und China trieb ins Chaos. Doch warum? Weil seine Linie keine korrekte marxistisch-leninistische Linie gewesen ist. In der Partei herrschten zwei oder mehr Linien, gab es Fraktionen, die einander bekämpften, usw.
In dieser Situation trat der 7. Parteitag unserer Partei zusammen, auf dem über 40 Parteien durch Delegationen vertreten waren oder Solidaritätstelegramme schickten. Die Chinesen sahen in dieser internationalistischen Solidarität sicherlich eine Herausforderung und eine Schlappe für sich selbst, denn Vieles lief ihren Thesen zuwider. Unsere prinzipienfeste Haltung hob die Autorität der Partei der Arbeit Albaniens in der internationalen kommunistischen Bewegung und auf der Welt. Deshalb begannen die jetzigen Führer Chinas, in der Einschätzung, dass die Situation schwierig für sie ist, hinterhältig mit dem feindseligen, trotzkistischen Angriff auf unsere Partei. Sie riefen einen Vertreter der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien nach dem anderen nach Peking, angefangen bei der Hills in Australien über die von Jurquet in Frankreich bis hin zu denen Lateinamerikas. Während sie uns in einer unadressierten Note, ohne Briefkopf, lakonisch erklärten: «Auf dem 7. Parteitag sind die Linie und die Strategie Mao Tsetungs angegriffen worden»! Natürlich antworteten wir den Chinesen ausführlicher, als sie uns geschrieben hatten, und verlangten von ihnen eine Erklärung, wo und weshalb wir die Strategie Mao Tsetungs angegriffen haben sollen.
In dem besagten Standardmaterial entstellen die chinesischen Revisionisten die Wahrheit, die in unseren Materialien, unseren Dokumenten festgehalten ist, etwa in unseren Briefen an sie über die Grenzfragen mit der Sowjetunion, über ihren Vorschlag, nach dem Sturz Chruschtschows nach Moskau zu fahren, über Nixons Reise nach Peking, über Kossygins Treffen mit Tschou En-lai usw. Von unseren Briefen an die Chinesen existieren Kopien. Pech für sie, «verba volant, scripta manent»*. *( Worte verwehen, Schriften bleiben (lat. im Original) Diese Briefe entlarven ihre Verleumdungen, Betrügereien, Entstellungen und Absichten, sie zeigen auf, warum sie diese feindlichen, antimarxistischen und konterrevolutionären Handlungen unternommen haben. Mit Betrügereien lassen sich ihre Absichten nicht verhüllen. Die Meinungen und Handlungen unserer Partei im Zusammenhang mit den genannten Problemen waren nicht nur damals richtig, das Leben hat auch gezeigt, dass sie heute noch richtig sind, und wir sind der Ansicht, dass sie auch morgen noch richtig sein werden. Die Tatsachen sind hartnäckig, und sie bestätigen unsere marxistisch-leninistischen Thesen. Die Demagogie, derer sich die chinesischen Revisionisten bedienen, ihre Behauptung, sie stützten ihr Vorgehen gegen das sozialistische Albanien auf leninistische theoretische Grundlagen, all das ist nutzlos, taugt nicht dazu, ihre revisionistische und opportunistische Fratze zu verbergen. Unsere Widersprüche zu den chinesischen Revisionisten sind prinzipieller Art, umsonst behaupten sie, unsere Analysen seien «schwach», «unfundiert», nur sie allein analysierten die internationale politische Situation «objektiv».
Die Hauptsache für die Chinesen ist, den Leuten im stillen Kämmerlein einzureden, die Vereinigten Staaten von Amerika seien wirtschaftlich und militärisch schwächer geworden, ihre Schulden im In- und Ausland hätten erheblich zugenommen, ihr Zustand sei sogar schon so weit gediehen, dass die anderen kapitalistischen Länder in den Vereinigten Staaten von Amerika investieren, und diese seien nicht mehr so stark wie früher. Dies ist eine falsche, haltlose Analyse, mit der etwas bewiesen werden soll, was sich nicht beweisen lässt. Sie wollen beweisen, die Vereinigten Staaten von Amerika seien nicht mehr aggressiv, sie versuchten nur das zu erhalten, was sie erworben haben, sie wollten den Status quo wahren, deshalb sei für die Welt «der Hauptfeind der sowjetische Revisionismus, der nach Expansion strebt». Das ist eine der Thesen der Chinesen, eine der Hauptthesen. Sie werfen uns vor, wir unterzögen die internationale Lage und die Widersprüche zwischen den beiden Supermächten nicht einer marxistisch-leninistischen Analyse und folgten deshalb nicht dem Weg der Chinesen, das «Vereinte Europa», die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und das Weltproletariat dazu aufzurufen, sich allesamt gegen die Sowjets zu vereinigen. Daraus haben sie ihre «Schlussfolgerung» gezogen» dass wir angeblich den sowjetischen Sozialimperialisimus begünstigen! Dies ist nicht nur eine revisionistische These im anti-revisionistischen Gewand, sondern auch feindselig und verleumderisch uns gegenüber.
Der amerikanische Imperialismus ist aggressiv, kriegslüstern und kriegstreiberisch, und eine These, die das Gegenteil besagt, hält den Tatsachen nicht stand. Die Stützpunkte der Amerikaner, die Kredite der Amerikaner, ihre gewaltige Aufrüstung, die pro-amerikanischen Cliquen, die überall ans Ruder gebracht wurden, all das beweist, dass die amerikanischen Imperialisten nicht nur den Status quo erhalten wollen, sondern auch nach Expansion streben. Andernfalls gäbe es keinen Grund, warum zwischen ihnen und der Sowjetunion so tiefe Widersprüche bestehen sollten. «Die Sowjetunion will den Krieg», sagen die Chinesen, «die Vereinigten Staaten von Amerika hingegen nicht.» Und sie geben zu verstehen, dies zeige das Maowort: «Die Vereinigten Staaten von Amerika sind wie eine Maus geworden und die ganze Welt schreit auf der Straße: schlagt sie tot,, schlagt sie tot.» Daran sieht man auch die Schonung, die sich die Chinesen auferlegen, und das kommt einem indirekten Aufruf gleich, einem Staat wie den Vereinigten Staaten von Amerika, der inzwischen angeblich zur Maus heruntergekommen ist, ja keine Schläge zu versetzen.
Ist diese Strategie Maos etwa eine marxistische Strategie?
Die «auf der marxistisch-leninistischen Analyse basierende» Strategie Mao Tsetungs hat definitiv festgelegt, dass «die Rivalität zwischen den beiden Supermächten in Europa besteht». Merkwürdig! Warum besteht sie nicht auch an irgendeinem schwächeren Punkt auf der Welt, wo die Sowjetunion nach Expansion strebt, etwa in Asien, in Afrika, in Australien oder Lateinamerika?! Es lag schon immer in der Tradition der Kolonisatoren, sich die schwächsten Punkte vorzunehmen. Auch die Raubkriege entfesseln die Imperialisten im Kampf um Hegemonie, um neue Märkte, um die Neuaufteilung der Welt. Besteht die Hauptrivalität etwa nicht zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der revisionistischen Sowjetunion? Mithin, so die Chinesen, werden diese beiden Supermächte, von denen die eine den Status quo und die andere Expansion will, schließlich in Europa den Krieg auslösen, so wie zur Zeit Hitlers, denn auch dieser wollte Expansion. Doch um das zu erreichen, musste Hitler Frankreich, England und die Sowjetunion bezwingen. Deshalb begann er den Krieg in Europa und nicht anderswo. Stalin ging mit England und den Vereinigten Staaten von Amerika erst ein Bündnis ein, als Deutschland die Sowjetunion schon überfallen hatte und nicht vorher. Die Chinesen jedoch benutzen die Taktik, die Stalin unter diesen Bedingungen einzuschlagen gezwungen war, als Argument, um zu sagen: Warum sollten nicht auch wir uns in diesem künftigen Krieg auf die Vereinigten Staaten von Amerika stützen?
All das belegt nicht die These der Chinesen in Bezug auf die Bündnisse, die sie predigen, es belegt das Gegenteil. Als das Deutschland Wilhelms II. Frankreich und England angriff, predigte die II. internationale die «Vaterlandsverteidigung», also die Verteidigung des bürgerlichen Vaterlandes. Das galt sowohl für die deutschen Sozialisten als auch die französischen, obwohl der Krieg von beiden Seiten aus imperialistischen Charakter trug. Wie Lenin dies verurteilte und was er gegen die imperialistischen Kriege und über ihre Umwandlung in den Bürgerkrieg sagte, ist bekannt. Wenn sich die Chinesen heute für die Verteidigung des «Vereinten Europa» stark machen, so tun sie nichts anderes als die II. Internationale. Sie hetzen zum künftigen Atomkrieg, den die beiden Supermächte zu entfesseln suchen, und obwohl dieser Krieg zwischen den beiden Supermächten nichts als ein imperialistischer Krieg sein kann,, richten sie «patriotische» Aufrufe an die Völker Westeuropas, an sein Proletariat, die «Kleinigkeiten», die zwischen ihnen und der Bourgeoisie stehen, beiseite zu schieben (diese «Kleinigkeiten» sind Unterdrückung, Hunger, Streiks, Morde, Arbeitslosigkeit, die Unantastbarkeit der Macht der Bourgeoisie), sich mit der NATO, mit dem «Vereinten Europa», mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft der Großbourgeoisie der Konzerne zusammenzuschließen und gegen die Sowjetunion zu kämpfen, zum Kanonenfutter für die Bourgeoisie zu werden.
Besser hätte auch die II. Internationale nicht Propaganda betreiben können!
Was aber empfiehlt China den Völkern der Sowjetunion und der anderen revisionistischen Länder, die zum Warschauer Pakt und zum RGW gehören? Nichts! Durch sein Schweigen bedeutet es ihnen: «Haltet aus, kämpft und vergießt euer Blut für die blutrünstige Kremlclique!» Ist das eine leninistische Haltung?! Nein! Diese Linie der Kommunistischen Partei Chinas ist antiproletarisch,, kriegstreiberisch.
Die Chinesen sind nicht dafür, einen Zweifrontenkrieg gegen die beiden imperialistischen Supermächte zu führen, um deren Raubkriegspläne zu durchkreuzen; sie wollen nicht, dass darauf hingearbeitet wird, den Krieg, sollte er ausbrechen, in einen Bürgerkrieg, in einen gerechten Krieg zu verwandeln. Wir halten uns genau an diese leninistische Lehre, deshalb werfen uns die Chinesen vor, wir hätten Illusionen über den Frieden und leiteten Wasser auf die Mühlen der Sowjets ! !
Die Chinesen unterstellen uns, wir überschätzten die Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Sowjetunion und unterschätzten die Widersprüche zwischen ihnen. Ebenso sagen sie: «Die Albaner betonen, beide Supermächte, die eine wie die andere, seien gleichermaßen gefährlich.» Das erste stimmt nicht, das zweite dagegen ist absolut wahr. Nicht nur, dass wir die Widersprüche zwischen den beiden Supermächten kennen und richtig beurteilen, wir kämpfen auch, damit sie weiter vertieft werden. In allen unseren Dokumenten werden diese Probleme richtig bestimmt.
Die Chinesen reden nicht viel von der Tatsache, dass sich die beiden Supermächte vollkommen einig sind, wo es gegen den Sozialismus, den Kommunismus und die Befreiung der Völker geht. Mit ihren Verleumdungen, ihren Sophismen können die Chinesen weder vertuschen, dass sie den Marxismus-Leninismus revidiert haben, noch der richtigen Linie und den richtigen Auffassungen unserer Partei etwas anhaben. Die Chinesen erklären offen, dass die Amerikaner ihnen sagen: «Seht euch vor, die Sowjetunion wird euch überfallen.» Das heißt: «Habt keine Angst vor uns Amerikanern, ihr C'hinesen, denn euer Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika ist auf einem guten Weg.» Und aufbauend auf dieser Empfehlung verfolgen die Chinesen eine «.geniale» Politik: «Sagen wir der Sowjetunion, sie solle Europa angreifen, damit schwächen wir indirekt auch die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten, und so siegen wir»! Chinesiaden!
Noch eine andere wichtige Sache: Um ihre Hetze zum künftigen imperialistischen Krieg zu verschleiern und ihre These vom «Vereinten Europa» zu verteidigen, versuchen die Chinesen Lenins klaren Gedanken, den wir auf dem 7. Parteitag unserer Partei im Zusammenhang mit dem «Vereinten Europa» zitiert haben, zu Fall zu bringen. Sie behaupten, dass die Albaner, wenn sie sich auf Lenin berufen, um die These vom «Vereinten Europa» zu widerlegen, «ins Leere stoßen, hat sich doch Lenin dabei gegen eine europäische Föderation zwischen Russland, Österreich, England, also Imperialisten, ausgesprochen». Und sie setzen hinzu: «Wir (die Chinesen) beziehen uns auf die Vereinigung der Länder Westeuropas.» Das heißt, für die Chinesen sind die kapitalistischen Länder Westeuropas nicht reaktionär! Doch diese «Vereinigten Staaten von Europa» sagen selbst jeden Tag, dass sie, wenn sie sich zusammenschließen, zwangsläufig zu einem imperialistischen Ganzen werden. Und was sind das für Staaten? Es sind eben die, von denen die Chinesen sagen, sie seien «so mächtig geworden, dass sie sogar in den Vereinigten Staaten von Amerika investieren»!
In den Beziehungen der Kommunistischen Partei Chinas zu den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt ist alles verlegen, demagogisch. Die Chinesen unterhalten mit diesen Parteien keine aufrichtigen Verbindungen. Verbindungen unterhalten sie nur mit ihren Lakaien, mit denen, die sich ihren anti-marxistischen Grundsätzen fügen. Den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien auf der Welt geben sie klar zu verstehen, dass es keine internationalistische Hilfe und auch keinen proletarischen Internationalismus gibt. Gerade dieser anti-marxistischen Grundidee entspringen alle ihre Theorien: über die «bilateralen Treffen», die sie nur insoweit «wünschen», als es darum geht, den anderen Parteien, die widersprechen, eine Gehirnwäsche zu verpassen. Die Chinesen vermeiden Beratungen vieler Parteien, da sie, ihrer Aussage nach, die Einheit der marxistisch-leninistischen Bewegung nicht etwa stärken, sondern vielmehr spalten und die Meinungsverschiedenheiten vermehren.
Absurd! Anti-marxistisch! Mit dieser Linie stellen sie sich gegen die Einheit der internationalen Bewegung des Proletariats.
Die Chinesen laden keine Delegationen zu ihren Parteitagen ein und schicken auch keine eigenen Delegationen zu den Parteitagen der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien. Auch die Gründe, die sie für diese ihre Haltung anführen, sind absurd! In Wirklichkeit wollen sie mit all dem verdecken, dass ihre Linie faul ist, dass es ihrer Parteiarbeit in jeder Hinsicht an Leninismus fehlt. So wollen sie auf diesen Versammlungen keine anderen Parteien, die über sie ein Urteil fällen könnten. Die bilateralen Beratungen dienen ihnen nur dazu, Informationen einzuholen, und die Abteilung Internationale Verbindungen ihres Zentralkomitees ist nichts als ein Kontor des Sicherheitsdienstes. Geht es nach den Chinesen, dann darf jede Partei getrost kämpfen, wie sie es versteht, und sie versäumen es nicht, diese Idee mit irgendeinem «marxistischen» Zitat zu «illustrieren». Doch ebenso wenig versäumen sie es, den anderen Parteien zu bedeuten: «Arbeitet so, wie wir es euch sagen.»
Die Chinesen erkennen jede Partei und jede Gruppe an, die sich selbst «marxistisch-leninistisch» oder besser maoistisch nennt. Das bedeutet, die wirklich marxistisch-leninistischen Parteien zu spalten, Konfusion, Fraktionen zu schaffen, die internationalistische marxistisch-leninistische Einheit und die Stäbe der Revolution zu schwächen.
«Die diplomatische Unterstützung», sagen die Chinesen, «unterstützt die Revolution.» So müsste es sein, doch bei den Chinesen war und ist es nicht so. Wir haben ihnen früher gesagt: «Ihr müsst diplomatische Beziehungen zu den Staaten der Welt unterhalten und dürft nicht in der Isolation verharren», doch sie haben unserer Ansicht widersprochen und uns die «Taiwanfrage» vorgehalten, die Bedingung, dass die verschiedenen Staaten erst Volkschina anerkennen müssten, ehe sie diplomatische Beziehungen mit ihm aufnehmen könnten. Wir kämpften in der UNO so lange für China, bis es aufgenommen wurde, doch die chinesischen Führer wünschten diese Aufnahme gar nicht, denn Tschou En-lai hatte öffentlich den Wunsch geäußert, seine eigene, neue UNO zu schaffen. Wir waren gegen diese Idee, doch sie reden von dem, was sie gestern getan haben, heute nicht mehr. Wir schlugen ihnen vor, die diplomatischen Beziehungen zur Suharto-Regierung in Indonesien abzubrechen, die China auch als Staat erniedrigte. doch sie taten es nicht. Genauso wenig ist. ihre Diplomatie mit Pinochet und Franco zu rechtfertigen! Warum nehmen sie denn dann nicht auch zu Israel Beziehungen auf? Etwa, weil es ein Aggressor ist? Und was ist Pinochet, der in Chile das Volk, die Proletarier, die Kommunisten und die fortschrittlichen und freiheitsliebenden Menschen unterdrückt und mordet?
«Die Partei der Arbeit Albaniens ist nicht mit uns einverstanden, wenn wir das Feuer auf die Sowjetunion konzentrieren», sagen die Chinesen. Das ist eine Verleumdung. Wir sind gegen ihre Haltung, weil sie das Feuer nicht gleichermaßen auch auf die Vereinigten Staaten von Amerika konzentrieren. Wir sind dafür, dass das Feuer im gleichen Maß wie auf die Sowjetunion auch auf die Vereinigten Staaten von Amerika konzentriert wird. Warum erklären die chinesischen Führer niemals laut und deutlich, dass die Sowjetunion auch China angreifen kann, so wie sie das für Westeuropa behaupten? Doch die Chinesen sagen nur: «Die Sowjetunion wird Europa angreifen.» Und warum fühlen sie sich an ihren Ostgrenzen so sicher? Wir haben das Recht, diese Frage aufzuwerfen und dieses Problem zur Diskussion zu stellen.
Wenn die marxistisch-leninistischen Parteien Lateinamerikas das Feuer auf die Vereinigten Staaten von Amerika konzentrieren, so richten sie es zugleich auch gegen die herrschenden Generalscliquen in ihren Ländern und gegen die revisionistische Sowjetunion - China dagegen tut das nicht! Einen Feind erkennt es an, zwei unterschätzt es! Chinas Strategie gründet also weder auf der Wirklichkeit, noch auf den marxistisch-leninistischen Prinzipien.
Den Personenkult. wem er auch gelten mag, haben wir verurteilt und verurteilen ihn auch jetzt. Wir stellen uns in dieser Frage auf den Standpunkt von Marx. und deshalb gibt es bei uns in der Führung marxistisch-leninistische Einheit. gibt es marxistisch-leninistische Liebe. Aufrichtigkeit. Achtung für die Genossen. beruhend auf der Arbeit und der Treue jedes Einzelnen zu den Prinzipien der Partei. Idolatrie* *( hier: übertriebene Verehrung.) gibt es bei uns nicht. bei uns ist vor allem anderen von der Partei die Rede, und von Enver wird gerade so viel geredet, wie es die Interessen der Partei und des Landes erfordern. Und wenn es an der Basis und bei den Massen manchmal Übertreibungen gibt, haben wir, das Zentralkomitee, die Parteiführung und ich persönlich, soweit es mir möglich ist und soweit man in dieser Hinsicht auf mich hört, immer Maßnahmen ergriffen, und wir werden dies weiter tun, damit die Dinge ihren richtigen Gang nehmen.
Bei den Verleumdungen und Unterstellungen der Kommunistischen Partei Chinas gegen unsere Partei, wir hätten uns «der Linie der chruschtschowschen friedlichen Koexistenz angeschlossen» usw., will ich mich nicht lange aufhalten. Der ganze Kampf unserer Partei, alle ihre Dokumente und Schriften beweisen das Gegenteil von den chinesischen Vorwürfen, die Linie der Kommunistischen Partei Chinas dagegen ist gleich wie die der Chruschtschowianer gewesen. Warum gab es bei dieser Partei der Chinesen Zickzack in der Linie? Auch das hat seine Gründe, die ich bereits in anderen Schriften erläutert habe.
Was die Theorie der «drei Welten» anbetrifft, so haben wir sie auf dem Parteitag analysiert und betrachten sie, wie wir gesagt haben, als eine fiktive, nicht klassenmäßige, nicht marxistische Einteilung. Maos These und die Versuche der Chinesen, diese Benennung unter Hinweis auf eine Analyse Lenins ohne Herkunftsangabe angeblich von der theoretischen Seite her zu analysieren, erfüllen ihren Zweck nicht. Lenin hat die internationale Lage nach dem Ersten Weltkrieg und später analysiert, doch er hat geschrieben, es gebe zwei Welten: «die kapitalistische Welt und unsere Welt, die sozialistische Welt». Die Chinesen sagen: «Da die Sowjetunion und einige ehemals sozialistische Länder Verrat begangen haben und zu kapitalistischen Ländern geworden sind, ist das sozialistische System verschwunden»! Nein, das sozialistische System ist nicht verschwunden, es existiert und schreitet voran in den wahrhaft sozialistischen Ländern wie der Sozialistischen Volksrepublik Albanien, die dem Marxismus-Leninismus treu bleiben. Doch auch wenn kein einziger sozialistischer Staat mehr übrig geblieben wäre, stünde Lenins These unerschütterlich. Auch dann würden im Kampf, in der Revolution zwei Welten geschaffen werden, also existieren.
Wir und alle marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien untersuchten und untersuchen die internationale Lage im Lichte der Analysen Lenins und seiner Theorie. Während des Krieges und auch nachher haben wir die internationale Situation gründlich studiert. Auf jedem unserer Parteitage haben wir das Kräfteverhältnis auf der Welt analysiert, denn dies ist absolut notwendig, will man nicht im Dunkeln tappen. Eine Partei oder ein - sozialistischer oder nichtsozialistischer - Staat taumelt, wenn er die internationale Lage nicht analysiert, in den Abgrund. Doch die Welt in mehrere Welten einzuteilen, diese mit arabischen oder römischen Ziffern zu versehen, sich selbst in eine von ihnen zu integrieren und diese imaginäre Einteilung auch den anderen aufzwingen zu wollen - das ist unannehmbar. Wie kann sich ein sozialistisches Land mit der «dritten Welt» identifizieren, also mit Ländern, in denen Ausbeuterklassen und Unterdrückung herrschen, wie kann es sich in eine Reihe mit den Königen und Schahs stellen, wie die Chinesen selbst bekennen, wenn es den Völkern dieser Länder Hilfe und Unterstützung auch geben kann, ohne sich selbst in diese «Welt» einzubeziehen und ohne die Welt dreizuteilen? Unser Standpunkt ist weder einseitig noch zweideutig, wie uns die Chinesen vorwerfen, sondern leninistisch und entspricht der Wirklichkeit. Wir helfen mit der klassenmäßigen Analyse der Lage und der richtigen Klassenhaltung in erster Linie .den Völkern, dem Proletariat, der Freiheit, der Unabhängigkeit und der wirklichen Souveränität der Völker und ganz ausgesprochen nicht den Staaten, in denen Könige, Schahs und reaktionäre Cliquen herrschen. Wir helfen den Völkern und jenen demokratischen Staaten, die sich wirklich vom Joch der Supermächte befreien wollen. Wir betonen, dass diese Aufgabe nicht richtig und auf klassenmäßigem Weg erfüllt werden kann, wenn man nicht auch die Schahs, die Könige und die internationalen Konzerne bekämpft. Die Chinesen irren, wenn sie diesen Kampf so verstehen und meinen, sie lösten dieses verwickelte Klassenproblem, indem sie in dieser imaginären Welt aufgehen, einer Welt, die weder Kopf noch Fuß hat, die man vielmehr als Staatengruppierung mit unterschiedlichen Regimen und unterschiedlicher Politik betrachten kann. Nicht alle diese Staaten sind, wie die Chinesen behaupten, für den Befreiungskampf, gegen die «zweite» oder die «erste Welt», und auch nicht für den Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus oder den sowjetischen Sozialimperialismus.
Die Strömung der Völker der Welt geht dem Befreiungskampf, der Revolution, dem Sozialismus entgegen, doch dies kann nicht der Weg der Cliquen jener Staaten der «dritten Welt» sein, die man alle in einen Topf geworfen hat. Als Teil dieser «dritten Welt» versteht sich auch China selbst, so wie sich Tito der «blockfreien» Welt zurechnet. Beide Seiten sind bemüht, sich beim Verkauf von «Eintrittskarten» für ihre jeweilige Welt den Rang abzulaufen.
Der Standpunkt, den wir bei unserer Analyse einnehmen, baut auf der klassenmäßigen Einteilung der Welt durch Lenin auf. Diese Analyse hindert uns nicht daran, gegen die beiden Supermächte zu kämpfen und allen Völkern und Staaten, die nach Befreiung streben und Widersprüche zu den beiden Supermächten haben, zu helfen. Kann sein, dass wir auch dem einen oder anderen König oder Fürsten helfen, wenn es die Situation und das Interesse des Volkes des betreffenden Landes erfordern, doch die Prinzipien der sozialistischen Ordnung, ihre Klassennatur zu verhehlen, den Marxismus-Leninismus und die ideologischen und politischen Normen der Partei des Proletariats zu verheimlichen und zu entstellen, das ist antimarxistisch, ist Betrug und Heuchelei. Die Partei der Arbeit Albaniens hat dies nie getan und wird es nie tun, denn das wäre ein unverzeihliches Verbrechen an ihrem eigenen Volk, an den anderen Völkern, am Weltproletariat und an der Weltrevolution.
SONNTAG, 16. JANUAR 1977
WARUM DIESE VARIATIONEN IN DER CHINESISCHEN STRATEGIE?
Ich möchte nun in diesen Aufzeichnungen einige Gedanken Über ein paar der haltlosen und trotzkistischen Kritiken niederlegen, die die Kommunistische Partei Chinas bei Treffen mit Genossen verschiedener marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien der Welt hinter dem Rücken der Partei der Arbeit Albaniens an dieser geübt hat. Die Chinesen rufen sie nach Peking oder in ihre Botschaften in verschiedenen Ländern der Welt und behandeln mit ihnen, entsprechend ihrer eigenen Strategie und Taktik, Probleme der internationalen Politik und der kommunistischen Weltbewegung. Bei einigen dieser Probleme befinden sie sich in flagrantem Gegensatz zur Strategie und zur Linie unserer Partei.
Doch heute möchte ich auf die Frage eingehen, die die chinesischen Führer mit der Behauptung aufgeworfen haben, es sei ein anti-chinesischer Standpunkt, wenn wir sagen, man dürfe sich nicht auf einen Imperialismus stützen, um einen anderen Imperialismus zu bekämpfen.
Die chinesischen Revisionisten verlangen von jeder marxistisch-leninistischen Partei, dass sie getreulich den verschiedenen Varianten ihrer Strategie folgt. Auf ihrem 8. Parteitag richtete die Kommunistische Partei Chinas ihre Strategie darauf aus, alle Kräfte zusammenzuschließen, mit denen ein Zusammenschluss möglich war, und mit der Sowjetunion an der Spitze einen scharfen, ununterbrochenen Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus zu führen.
Später, auf dem 9. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, änderte sich ihre Strategie. Sie verlangte nun, dass man mit aller Kraft und gleichzeitig sowohl gegen den amerikanischen Imperialismus als auch gegen den sowjetischen Sozialimperialismus als die wütendsten Feinde der Völker zu kämpfen. Auf diesem Parteitag wurde auch gesagt, man müsse so kämpfen, dass sowohl dem amerikanischen Imperialismus als auch dem sowjetischen Sozialimperialismus das Grab geschaufelt werde.
Auf dem 10. Parteitag änderte sich diese Strategie erneut, und man ging vom Kampf an beiden Fronten zum Kampf an einer Front über. Im sowjetischen Sozialimperialismus sah man den größten Feind der Menschheit, während der amerikanische Imperialismus ins zweite Glied rückte. Wir können also feststellen, dass auf jedem Parteitag eine neue Strategie auftaucht. Die Strategie unserer Partei bleibt dagegen unverändert, unsere Linie ist: es gibt zwei Hauptfeinde der Völker, des Sozialismus und des Kommunismus - den amerikanischen Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus mit allen ihren Verbündeten, der reaktionären Großbourgeoisie.
Unsere Schlussfolgerung, dass man sich nicht auf einen Imperialismus stützen kann, um einen anderen zu bekämpfen, ist also die Konsequenz aus der unbeirrbaren Strategie der Partei der Arbeit Albaniens. Diese unbeirrbare und beständige Strategie unserer Partei auf dem marxistisch-leninistischen Weg nennen die Chinesen eine anti-chinesische Strategie! Doch warum nennen sie sie eine anti-chinesische Strategie? Daran ist etwas Wahres: die Chinesen stützen sich auf den amerikanischen Imperialismus gegen den sowjetischen Sozialimperialismus.
Ich meine, das Sich-Stützen der Chinesen auf den amerikanischen Imperialismus ist nicht etwa fiktiv. Seit Tschou En-lais und später Maos Treffen mit Kissinger, Nixon, Schlesinger und einer ganzen Masse von Spezialistengruppen des amerikanischen Senats, der amerikanischen Großfinanz und Schwerindustrie hat sich bestätigt, dass dieses Sich-Stützen real ist.
Natürlich machten sich die beiden Seiten, als sie die Gespräche begannen, gegenseitig Zugeständnisse. Das Ziel des amerikanischen Imperialismus ist, China auf seine Seite zu bringen, zu verhindern, dass es sich auf die Seite der Sowjetunion stellt. Natürlich hat auch China seine eigenen Absichten: es möchte zur Supermacht und zum Gegengewicht gegen die beiden anderen Supermächte werden. Dazu braucht es jedoch Zeit, Mittel, moderne Waffen, und die Kommunistische Partei Chinas hat sich dabei, wie sich nun zeigt, für den Weg entschieden, sich auf den amerikanischen Imperialismus zu stützen.
Hat China von den Vereinigten Staaten von Amerika Hilfen erhalten? Wir können es nicht belegen, aber wir glauben, dass es welche erhalten hat. Wir stützen uns dabei auf das, was die amerikanischen Zeitungen schreiben, auf die Reden des Präsidenten Ford, die Anspielungen Kissingers und die offizielle Unterstützung, die er China in einer Rede zu Teil werden ließ, in der er sagte, das Gleichgewicht in den internationalen Beziehungen werde eine große Verschiebung erfahren, falls China von irgendeiner anderen Macht angegriffen werde, und das werde gewichtige Folgen nach sich ziehen. Dies sind in etwa die Worte, die Kissinger gebrauchte. Wie dem auch sei, die Vereinigten Staaten von Amerika bewilligten China 10 Boeing-Flugzeuge, ohne noch diplomatische Beziehungen zu ihm aufgenommen zu haben - es gibt bisher nur ein amerikanisches Büro in China und umgekehrt ein chinesisches Büro in Washington. Über diese Verbindungsbüros, d.h. unter ihrer Abschirmung, wurde und wird der Austausch zahlloser Delegationen, bekanntgegebener oder nicht bekanntgegebener, abgewickelt. Doch es geht nicht nur um die Boeings, denn letzten Endes kann man ein Flugzeug als eine Handelsware betrachten, die die Vereinigten Staaten der ganzen Welt verkaufen. Aus den Reden Fords vor dem Senat wird ersichtlich, dass China von Amerika wohl auch Computer gekauft hat. Diese Computer, wichtige Anlagen, dienen unter anderem auch der Überwachung leistungsfähiger Radarsysteme und der Zielleitung von aus Flugzeugen abgefeuerten Fernlenkgeschossen. Dies erregte in den Vereinigten Staaten von Amerika großes Aufsehen und löste eine Polemik aus, tatsächlich erfahren wir aber, dass China nach dem Kauf dieses Computers bzw. dieser Computer damit begonnen hat, die Erdölförderung zu intensivieren, denn solche Anlagen sind hochgradig perfektioniert und dienen sowohl der zivilen als auch der Kriegsindustrie.
Natürlich bestand auch die Angst, mit diesem Schritt könne das Gleichgewicht gestört werden, und deshalb boten die Vereinigten Staaten von Amerika, wie wir in der Presse gelesen haben, auch der Sowjetunion solche Computer an. Die Chinesen haben von den Amerikanern möglicherweise auch noch andere wichtige militärische Patente erhalten und werden sie, glaube ich, auch in Zukunft erhalten. Deshalb sage ich, dass das Sich-Stützen der Chinesen auf die Vereinigten Staaten von Amerika nicht fiktiv, sondern real ist.
Doch warum geben die Vereinigten Staaten von Amerika China diese Dinge? Sicherlich haben sie ihre strategischen Ziele. Die Vereinigten Staaten von Amerika möchten, dass China aufrüstet, jedoch für den Angriff gegen die Sowjetunion und nicht gegen sie. Das heißt, sie werden die Waffen, die sie China liefern, wohl zu bemessen wissen. Die Waffen, die Patente oder Lizenzen zur Waffenproduktion, die die Vereinigten Staaten von Amerika China geben werden, werden diesem auch dazu dienen, sich gegen einen möglichen sowjetischen Angriff zu verteidigen. So schließen die Amerikaner einen Zusammenstoß zwischen China und der Sowjetunion nicht aus, sie wünschen ihn sogar, deshalb helfen sie China mit Waffen und schüren so die Wut des sowjetischen Imperialismus.
Den Amerikanern geht es noch um etwas anderes: wenn China aufrüstet und dem sowjetischen Sozialimperialismus eine relativ starke Macht entgegensetzt, dann muss die Sowjetunion, so denken die Vereinigten Staaten von Amerika, Truppen aus Europa abziehen, um sie an die lange Grenze mit China zu verlegen. Außerdem werden die Vereinigten Staaten von Amerika mit diesem Vorgehen wie schon in anderen Ländern auch im chinesischen Volk ihrer Lebens- und Denkweise Auftrieb geben, denn eine derart substantielle Hilfe der Amerikaner wird natürlich bei der chinesischen Führung Sympathie wecken, aber auch in der chinesischen Armee wird eine alte Freundschaft neu belebt werden. Es wird auch nicht ausbleiben, dass die amerikanische Lebens- und Denkweise in das Volk eindringt. Deshalb haben die Vereinigten Staaten von Amerika in China nicht nur einen großen Markt gefunden, wo sie ihre Waren absetzen und die chinesischen Rohstoffe aufsaugen können. Es ist auch so, dass unter den Waren, die sie exportieren werden, die Rüstungsgüter ganz oben stehen werden, denn die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion sind zu den größten Waffenlieferanten der anderen Staaten geworden.
Die Amerikaner kennen die Mentalität des chinesischen Volkes und der chinesischen Führer genau. Im Bewusstsein des chinesischen Volkes haben vor über 2000 Jahren die konfuzianischen Ansichten Wurzeln geschlagen, während die Periode des Aufbaus des Sozialismus (so wie dieser Sozialismus in China eben aufgebaut wird) einen sehr kurzen Zeitraum darstellt. Konfuzianische Anschauungen gibt es im chinesischen Volk wie in der chinesischen Führung, die nicht von ihren Überresten gereinigt worden sind, sehen wir doch, und die Tatsachen sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache, dass es in der chinesischen Führung eine Reihe von Fraktionen gibt, sehen wir doch, dass Komplotte zum Sturz der einen oder der anderen eingefädelt, organisiert und aufgelöst werden, dass Morde und viele andere Handlungen angezettelt werden, die, leider, auch der alten chinesischen Mentalität entsprechen. Bis zu einem gewissen Grad werden diese Überreste auch heute, da in China die Volksrepublik proklamiert ist, weiter genährt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika studieren all diese Fragen genau. Der amerikanische Imperialismus hatte im Raum des Pazifik, in Japan, Korea, China, Vietnam, Indien und anderswo immer außerordentlich große Interessen. Deshalb haben sich die amerikanischen Sinologen an die Arbeit gemacht und systematisch jede Situation analysiert, d.h., sie haben die politischen Tendenzen, die politischen Ansichten im Volk und in der Führung untersucht und die Probleme so behandelt, dass sie im Interesse der Amerikaner gelöst werden oder doch beginnen, im Interesse der Amerikaner gelöst zu werden.
Der 10. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas vollzog also mit dem Bericht, den Tschou En-lai dort hielt, eine Wendung in der Strategie Chinas hin auf das Sich-Stützen auf die Vereinigten Staaten von Amerika, und zwar nicht auf fiktive, sondern auf reale, konkrete Weise. China ist sehr daran interessiert, innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erstarken, den Tschou En-lai auf dem 10. Parteitag umriss, als er erklärte, China müsse es schaffen, bis zum Jahr 2000 eine «sozialistische Großmacht» zu werden. Natürlich sollte diese «sozialistische Großmacht» nach Ansicht der Gruppe Tschou En-lais wohl aus eigener Kraft, der Kraft Chinas, geschaffen werden, aber eben auch mit Hilfe einer Supermacht, und diese Supermacht war, den Anschauungen und Neigungen Mao Tsetungs und Tschou En-lais gemäß, der amerikanische Imperialismus. Die beiden hätten auch die Sowjetunion nehmen können, doch die war für sie ohne Bedeutung, brachte doch das Bündnis mit der Sowjetunion Mao Tsetung und Tschou En-lai nicht das ein, was sie sich erhofft hatten. So wurde die Wendung hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika vollzogen. Die Richtung dieses Schwenks war auch von militärischen Gesichtspunkten bestimmt, mit denen die Chinesen nicht herauskommen, an die sie aber denken. Und hierin liegt auch die Verlogenheit der Propaganda, die ihre Strategie erläutert: die Sowjetunion sei in erster Linie eine mächtige Landmacht. Wenn es einen Angriff gebe, der eine gewisse Wirkung auf China haben könne, so sei dies in erster Linie der Angriff, der von den Grenzen mit der Sowjetunion her komme, die über eine starke konventionelle Bewaffnung verfüge, aber auch mit modernen Waffen, mit Atombomben gut gerüstet sei, ganz zu schweigen von der Kriegsflotte, die derartig vergrößert und verstärkt worden sei, dass sie sogar dem amerikanischen Imperialismus und seinen englischen, japanischen und anderen Verbündeten Angst eingejagt habe. Die Strategie der Sowjetrevisionisten sei die Beherrschung der Welt, die Beherrschung der Meere und die Unterdrückung der Völker.
China ist also zu dem Urteil gekommen, einen möglichen Angriff habe es eher von der Sowjetunion als vom amerikanischen Imperialismus zu erwarten. Dieser wiederum durchschaut diese Situation und hat sie ständig durchschaut, hat er doch in den beiden ersten Weltkriegen, geschützt durch Ozeane, durch Flotten, durch die Waffen, über die er verfügte, und seine Wirtschaftskraft, die anderen in den Krieg gegeneinander gehetzt, sie sich gegenseitig morden und zerstören lassen, um schließlich selbst vom fremden Blut, das vergossen wurde, zu profitieren. Der amerikanische Imperialismus hat also immer die anderen zum Krieg aufgestachelt, um selbst zu profitieren. Das tut er auch heute mit China; er hilft ihm, damit es stark wird und gegen die Sowjetunion Krieg führt. Mag sein, dass die Vereinigten Staaten von Amerika China auch im Krieg helfen, trotzdem wird es aber das Blut des chinesischen und des sowjetischen Volkes sein, das fließen wird. Der Krieg kann sich in einen Weltkrieg verwandeln, so wie die beiden vorangegangenen Kriege, und die Vereinigten Staaten von Amerika können dann in der Endphase eingreifen, nachdem die anderen sehr hohe Verluste erlitten und Pyrrhussiege errungen haben.
China seinerseits verfolgt die Strategie, vom amerikanischen Imperialismus zu profitieren, der Sowjetunion nicht den Krieg zu erklären, sondern eine Politik zu betreiben, die ihm den Ruf einbringt, der Weltschiedsrichter bei der Uzung der Probleme zu sein. Dabei gründet der chinesische Standpunkt auf der Idee des großen Staates, auf der Größe des chinesischen Kontinents und auf der großen chinesischen Bevölkerung. Natürlich baut diese Politik auch auf der wirtschaftlichen und militärischen Stärke auf, die China in dieser Zeit zu erreichen gedenkt, deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn Hua Guo-feng, sollte er an der Macht bleiben, bzw. die Person, die ihn später ersetzt, beiden Supermächten gegenüber eine «behutsame» Politik empfehlen würde. Das hieße, Chinas Beziehungen zur Sowjetunion wären nicht mehr gespannt, auch zu den Vereinigten Staaten von Amerika unterhielte es gute Beziehungen, es würde dann die Beziehungen zur Sowjetunion weiter verbessern, um sich hier wie dort Hilfen zu holen und so in aller Ruhe seine wirtschaftliche und militärische Macht zu entfalten. Tatsache ist, dass China momentan in einem politischen, ökonomischen und organisatorischen Chaos steckt, das unbedingt behoben werden muss, da es sonst immer schwach bleiben und der Gnade der Großmächte ausgeliefert sein wird.
China muss seine Wirtschaft stärken, denn die chinesische Wirtschaft scheint gegenwärtig nicht stark zu sein. Es hat reiche Bodenschätze, doch sie müssen gefördert, angereichert und verarbeitet werden. Auch was die Rüstung anbelangt, ist China schwach. Zwar besitzt es eine Anzahl Atombomben, doch nach Aussage amerikanischer und westeuropäischer Fachleute braucht China noch etwa 20 Jahre, um den gegenwärtigen Rüstungsstand der Sowjetunion zu erreichen.
Deshalb ist es in dieser Situation durchaus möglich, dass wir Zeugen eines neuen Kurswechsels in der Politik der Kommunistischen Partei Chinas werden, will sagen, einer neuen Strategie, die sich von den vorherigen unterscheidet - der einstigen Strategie: Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus mit der Sowjetunion an der Spitze; der Strategie: gleichzeitig Kampf gegen den Arneerikanischen Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus, dann der Strategie: vereint auch mit dem amerikanischen Imperialismus Kampf gegen die Sowjetunion. Es ist möglich, dass die Chinesen zu einer neuen Strategie übergehen: Friede an beiden Fronten, Freundschaft mit der Sowjetunion, Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Wie es scheint, ist China bestrebt, diese Strategie zu verfolgen, und das kann ihm auch gelingen.
Natürlich können wir China auf diesem Weg niemals folgen, auch wenn wir damit allein bleiben; doch wir meinen, dass diese Variationen in der chinesischen Strategie sein Prestige auf der Welt nicht heben werden. Die Völker und die fortschrittlichen Menschen auf der Welt werden begreifen, dass die Partei der Arbeit Albaniens, eine kleine Partei, eine konsequente und richtige Politik verfolgt, eine beständige, marxistisch-leninistische Politik, und dass der Marxismusleninismus eine unfehlbare Theorie ist.
DIENSTAG,25. JANUAR 1977
DIE «THEORIE» VON DER «DRITTEN WELT» IGNORIERT DEN KLASSENKAMPF
Die These: «Die dritte Welt ist die größte und mächtigste Triebkraft der Revolution» und andere sind anti-marxistische, konterrevolutionäre Thesen, aufgebracht von Mao Tsetung und seinen chinesischen Schülern (alles sogenannte Marxisten). Diese Thesen, gewonnen aus «einer marxistisch-leninistischen Untersuchung der Weltlage und ihrer Entwicklung», stellen für die Weltrevolution und die nationalen Revolutionen einen ernsten Hemmschuh dar. China und sein Führer Mao, denen ein Ruf anhängt, dem sie in Wirklichkeit nicht gerecht werden, bezeichnen sich selbst als Teil der «dritten Welt», wobei sie es darauf anlegen, den Klassenkampf auf nationaler und internationaler Ebene noch mehr zu schwächen.
Doch wer sind diese Staaten der «dritten Welt»? Bis heute wurde noch keine «Liste» herausgegeben, und das ist gewiss auch unmöglich. Mao und seine Adepten sagen nur, es seien jene Staaten, die weder zur «ersten» noch zur «zweiten Welt» gehören. Die «erste Welt» zu bestimmen, fällt ihm leicht: es sind dies die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion; die «zweite Welt» sind die «entwickelten Staaten», doch welches diese Staaten sind und warum sie es sind, wird nicht gesagt, und der Rest ist die «dritte Welt». Diese Einteilung, die keinerlei wissenschaftliche und klassenmäßige theoretische Grundlage hat, erscheint lächerlich!! Und das ist sie in der Tat. Die ganze «theoretische» Begründung dieser Einteilung besteht darin, die «dritte Welt» strebe nach Befreiung vom Sozialimperialismus und vom Imperialismus. Diese These ist keinesfalls marxistisch-leninistisch. Nur die können meinen, sie sei es, die vergessen, dass sich die Welt in Kapitalisten und Proletarier teilt, die nicht zugeben, dass der Graben, die Kluft zwischen diesen beiden Klassen durch den Klassenkampf täglich größer wird und sich vertieft, die nicht auf der Seite der Unterdrückten gegen die Unterdrücker stehen, die diesen Klassenkampf zwischen den Kapitalisten und dem Proletariat nicht vorantreiben.
«Die Nationen wollen Freiheit, die Völker wollen Revolution» usw., sagt Mao. Das stimmt, doch gegen wen müssen die Völker kämpfen? Seine Aussage darüber ist nicht vollständig. «Gegen die Sowjetunion, den Hauptfeind, und in zweiter Linie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika», sagt Mao. Gegen die sie unterdrückenden Kapitalisten im eigenen Land müssen diese Völker nicht kämpfen? Diesen Kampf erwähnt Mao nicht, denn nach ihm darf es ihn nicht geben, da er globalisiert.
Mao formuliert auf anti-marxistische Art und Weise die These von der «dritten Welt» und bezieht sich selbst in diese Welt mit ein, um sie zu beherrschen. Er übersieht die Cliquen der Schahs, der Könige, der faschistischen Generale, die Cliquen der Scheichs, der Emire und all der Kasten Indiens, Afghanistans, Pakistans usw., die brutal über die Völker herrschen und so eng mit den imperialistischen und sozialimperialistischen Mächten verbunden sind! Wenn also China diese engen Verbindungen, ihren Zweck und ihre Entwicklung ignoriert, dann sind seine Führer Antimarxisten. Und das sind sie tatsächlich.
Wie können nur die Marxisten-Leninisten die Länder und Völker, die nach Befreiung vom Joch des nationalen und internationalen Kapitals streben, mit den sie unterdrückenden und ausbeutenden kapitalistischen Cliquen durcheinander werfen?! Wie kann man zur Befreiung und zur Revolution gelangen, wenn man keinen Unterschied zwischen den Unterdrückern und den Unterdrückten, den Ausbeutern und den Ausgebeuteten macht, und wenn zwischen ihnen kein Kampf stattfindet?! Nicht allein, dass Mao Tsetung mit der Theorie der «drei Welten» gerade diesen Unterschied nicht macht, er kämpft sogar, den Klassenkampf auf nationaler und internationaler Ebene aus der Welt zu schaffen, zu ersticken.
Das China Mao Tsetungs wiegelt von antileninistischen Positionen aus zum Kampf gegen die Sowjetunion auf und schwächt den Kampf gegen die Vereinigten Staaten von Amerika ab. Diese Politik ist ganz und gar anti-marxistisch, schürt den imperialistischen Weltkrieg, anstatt ihn zu schwächen und zu erschlagen, weil es die Völker sind, die von allen Leiden betroffen sind, die ihr Blut vergießen, die ins Elend stürzen. China schürt die Raubkriege und hemmt die gerechten, revolutionären Kriege.
Die chinesische Führung und Mao wollen nicht wahrhaben, dass die in der Mehrzahl der Länder der «dritten Welt» herrschenden Cliquen von der Technologie, den modernen Waffen und den Krediten des amerikanischen Imperialismus und des sowjetischen Sozialimperialismus abhängig sind. Diese Abhängigkeit, insbesondere die von den Vereinigten Staaten von Amerika, nennen die chinesischen Revisionisten «Fortschritt»
Für sie bewaffnet und finanziert das imperialistische Amerika die Schahs sowie die Generale Lateinamerikas, damit «diese ihre Länder und ihre Völker unabhängig machen»! Eine «schöne» Vorstellung von der Unabhängigkeit, eine «schöne», «richtige» und „marxistisch-leninistische» Vorstellung vom Imperialismus! Solche Vorstellungen haben Mao Tsetung und seine Adepten verbreitet und gefördert.
Die «Maotsetungideen» sind konterrevolutionär, streikbrecherisch, sie haben es übernommen und sind dabei, die marxistisch-leninistische revolutionäre Bewegung zu spalten, die aus dem Kampf gegen den chruschtschowschen modernen Revisionismus und die anderen revisionistischen Parteien hervorgegangen ist und sich in diesem Kampf konsolidiert hat. Die Gegensätze zwischen den Chruschtschowianern und den Maoisten sind nicht grundsätzlicher Natur, beide Strömungen sind anti-marxistisch, revisionistisch. Den Gegensätzen, die diesen Anschauungen entspringen, liegen die Rivalitäten der beiden imperialistischen Großmächte zugrunde, die eine ausgeformt und die andere im Aufstieg begriffen.
Wie wir die Chruschtschowrevisionisten entlarvt haben, so müssen wir auch die Maoisten entlarven.
MITTWOCH, 2. FEBRUAR 1977
«KLEINODE» DER CHINESISCHEN PRESSE
Merkwürdige Dinge schreibt die chinesische Presse unter der Rubrik des Kampfes der «Vier» gegen Tschou En-lai!
«Renmin Ribao» schrieb am 27. Januar: «Als die Vier ihre schwarze Hand nach der Stadt Paoting (Provinz Hopei) ausstreckten, wurde dort eine Zeit lang die Ruhe gestört, Spaltung hervorgerufen, und es kam zu bewaffneten Zusammenstößen.»
Die Armeezeitung beschuldigt am 23. Januar die «Vier» ebenfalls, sie hätten «die Redefreiheit verletzt, gewaltsam die Handlungen der revolutionären Massen unterdrückt, dem Volk die demokratischen Rechte und Freiheiten vorenthalten, vom Zentrum bis an die Basis Agententätigkeit betrieben» usw. usf. Sie schreibt, die «Vier» hätten Maos Linie «Lasst hundert Blumen blühen und hundert Schulen miteinander wetteifern» sabotiert.
Dieselbe Zeitung wirft den «Vier» in einem Artikel vom 24. Januar 1977 vor, sie hätten «die Befreiung Taiwans sabotiert, da das Schanghaier Kommuniqué zwischen China und den USA günstige Bedingungen für die Befreiung geschaffen» habe, und Tschang Tschun-tjiao habe «die Ausbildung von Kadern aus Taiwan nicht zugelassen».
In diesem Artikel heißt es unter anderem: «Hua Guo-feng kümmert sich sehr um die Brüder aus Taiwan, persönlich sorgte er für die Amnestierung aller inhaftierten Kriegsverbrecher, er ließ alle Spione der Amerikaner und Tschiang Kai-scheks frei, die im Gefängnis saßen, ebenso die Partei- und Regierungsangestellten der Kuomintang auf Distrikt- und Brigadeebene.» Diese Maßnahme, so die Zeitung, «erzog die Bevölkerung Taiwans gründlich und übte sowohl im In- als auch im Ausland großen Einfluss aus».
Solche revisionistischen «Kleinode» bringen die wichtigsten chinesischen Zeitungen! So verfährt die chinesische Presse, die natürlich diejenigen verteidigt, die nun die Macht usurpiert haben, und bringt damit ungewollt klar ans Licht, welch reaktionäre Macht mittlerweile in China errichtet worden ist. Und diese «Tatsachen» lassen die Schlussfolgerung zu, dass die «Vier» auf dem richtigen Weg gewesen sein müssen.
Die revisionistische Idee Mao Tsetungs von den «hundert Blumen» und den «hundert Schulen» zu bekämpfen, hiess für Tschou En-lai, Hua Guo-feng und Konsorten, antimarxistisch zu sein. Doch all diese Dinge und all diese Vorwürfe gegen die «Vier» führen zu der berechtigten Frage: Und was tat Mao? Warum griff er nicht ein, um diese «Abweichler» von seiner «unfehlbaren marxistisch-leninistischen» Linie in die Schranken zu verweisen?! Sah Mao sie nicht handeln? Las er in den Zeitungen nicht all jene «Ungeheuerlichkeiten», die die «Vier» anstellten? Berichtete ihm sein «Intimus», als der sich Tschou En-lai, der mit den «Vier» «erbittert kämpfte», nun entpuppt, nicht über all diese ihre Umtriebe?
Sehr geheimnisvolle, merkwürdige und widersprüchliche Dinge kommen ans Tageslicht. Wenn man Fragen stellt, tief in diese Probleme eindringt, dann stellt sich heraus, dass Mao Tsetung ein Revisionist, ein Liberaler war, der jeden auf Kosten Chinas sein Spielchen treiben ließ. Das wird belegt durch das .Motto von den «hundert Blumen» und den «hundert Schulen». «Wenn ihr euch nur nicht umbringt», lautete seine Ausrichtung, «könnt ihr euch ruhig gegenseitig stürzen. Ich, der 'große Steuermann' halte es dann mit dem, der siegt.» Das ist die Hauptidee. Was Tschou betrifft, so hielt er es teils mit Mao, teils aber auch nicht. Wäre er ganz auf Maos Seite gewesen, hätten sie gemeinsam die «Vier» «erbittert bekämpfen» und liquidieren müssen. Doch Tschou hatte nicht Maos vollständige Billigung, allerdings nicht, weil Mao das Problem richtig gesehen hätte. Tschou arbeitete im Stillen und wartete auf den Tod des «Vorsitzenden». All dies ist wahr und lässt sich durch nichts vertuschen. Marxistisch-leninistische Ideologie gab es dabei nicht, vielmehr spielte sich dort, wie ich schon in anderen Aufzeichnungen dieses Tagebuchs aufgezeigt habe, ein Kampf um die persönliche Macht ab, gab es eine Intrige, ein Komplott, einen Putsch nach dem andern.
MONTAG, 7. FEBRUAR 1977
SIE SÄTEN WIND UND ERNTEN NUN STURM!
Wir erhalten Informationen, nach denen die Chinesen Vertretender (marxistisch-leninistischen) kommunistischen Parteien Kolumbiens und Argentiniens nicht nur nach Peking, sondern auch in ihre Botschaft in Paris geladen und ihnen auch Geld angeboten haben, um sie zu korrumpieren, alles in der Absicht, sie dazu zu bringen, die Unterschrift ihrer Parteien unter der gemeinsamen Erklärung der acht marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Länder Lateinamerikas zurückzunehmen, die aus ihrer Beratung im November 1976 hervorging. Die Genossen der beider Parteien waren entrüstet über dieses skrupellose, feindliche und so gemeine Vorgehen der Chinesen. Sie wiesen diese so schändlichen und feindlichen Angebote und Taten kategorisch zurück. Natürlich hatten von diesem Vorgehen der Chinesen auch andere Genossen marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien Europas erfahren und waren entrüstet.
Es kann einem wirklich leid tun um das chinesische Brudervolk und die wahren marxistisch-leninistischen chinesischen Genossen, wenn man sieht, in welche Fiebersümpfe, in welchen Schmutz und in was für einen Abgrund die chinesischen Revisionisten, die die Macht übernommen haben, China führen. Doch man muss mit dem Messer in das Geschwür fahren, damit der Eiter herauskommt, das chinesische Volk also sieht, wo der Wundherd sitzt, und die Kräfte mobilisiert, um seinen Körper von dieser Pest zu heilen, die ihm an der Gurgel sitzt und den Atem nimmt.
Sollen genauso auch alle wahren Marxisten-Leninisten auf der Welt sehen, was für ein verlogener «Marxismus-Leninismus» in China von einer Reihe von Führern ausgeklügelt wurde, die sich mit der marxistischen Theorie tarnten, um ihren Rechtsopportunismus, ihren Revisionismus und ihre Verbindungen mit der inneren und der internationalen Bourgeoisie zu verbergen.
Mao, dem Hauptakteur dieser Tragödie. wurde nach seinem Tod die Maske vom Gesicht gerissen. Er war als «großer Marxist-Leninist» in die Geschichte eingegangen und konnte, solange er lebte, Völker, Parteien und Menschen betrügen, doch zu guter Letzt wurde sein Spiel, das Spiel eines um die Entstellung des Marxismus-leninismus «verdienten» Schauspielers aufgedeckt. Sein Lebenslauf, die Entwicklung der Strategie und Taktik der Kommunistischen Partei Chinas, die von Mao persönlich festgelegt wurden, und die gegenwärtige Lage in China bestätigen nun die Thesen der Partei der Arbeit Albaniens, die schon früh, schon in den sechziger Jahren, die ersten Anzeichen dieser ideologischen Entartung festgestellt hatte, einer Entartung, die sich allmählich entwickelte, so wie sich auch unsere Zweifel allmählich entwickelten und präziser wurden.
Unser 7. Parteitag machte den chinesischen Revisionisten einen dicken Strich durch die Rechnung, deshalb handelten sie wie Wahnsinnige. Wie die chinesischen Revisionisten innerhalb Chinas verfuhren, mit dem Staatsstreich, den sie mit Hua Guo-feng an der Spitze durchführten, so gingen sie auch außerhalb des Landes vor, und zwar in erster Linie gegen den unbezwingbaren Feind des modernen Revisionismus, die Partei der Arbeit Albaniens. Doch sie rannten mit dem Kopf gegen die Wand und holten sich dabei eine blutige Nase! Sie säten Wind und ernten nun Sturm! Die chinesischen Revisionisten meinten, sie könnten uns einschüchtern, dachten, sie würden uns mit ihrem großen Leib die Luft abdrücken oder uns isolieren, glaubten, der «Kult der Toten» werde dieselbe Rolle spielen wie ihr Kult, als sie noch lebten.
Doch Mao Tsetung und Tschou En-lai waren schlau, beide manövrierten, verstanden sich auf Winkelzüge, wussten Politik zu machen, während der Titular des chinesischen Ministeriums des Innern, Hua Guo-feng, meinte, die Gesetze seiner Geheimpolizei könnten die revolutionäre Theorie von Marx und Lenin ersetzen. Gerade hierbei rannte er sich den Kopf ein.
In vielen Schlüsselproblemen, so bei den antimarxistischen Beschlüssen, mit denen verschiedene Male die Strategie der Kommunistischen Partei Chinas geändert wurde, bei der antimarxistischen Haltung, die man einnahm, als man die Briefe der Partei der Arbeit Albaniens nicht beantwortete, als man zu den Parteitagen der anderen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien keine Delegationen der Kommunistischen Partei Chinas schickte und auch zu den eigenen Parteitagen keine Delegationen anderer Parteien einlud, bei der Ablehnung von Beratungen mit Vertretern vieler marxistisch-leninistischer Parteien, in der Frage der Einteilung der Welt in «drei Welten», beim Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika und in vielen anderen Problemen waren Mao und Tschou aktiv, doch sie machten keine Affäre daraus, zwangen sich denen, die nicht mitmachen wollten, nicht offen auf. Sie bedienten sich «geschmeidiger» Taktiken, während die «Freunde», die nach ihnen kamen, weder mit dem Verstand noch mit der Befähigung der Verstorbenen gesegnet, «auf die Bullentour» kamen, zum Knüppel griffen und erklärten: «Alles, was China getan hat und tut, alles, was Mao Tsetung und Tschou En-lai gesagt und getan haben, ist heilig, deshalb müssen alle vor ihnen auf die Knie fallen.»! Und damit schnitten sie sich ins eigene Fleisch.
Die Verbindungen der Kommunistischen Partei Chinas mit den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt besorgt gegenwärtig ein gewisser Geng Biao, ein Antimarxist, der nach Belieben schaltet und waltet. Niemand verlangt Rechenschaft von ihm. Den Inhalt und die Formen der Verbindungen mit den anderen Parteien entwickelt er sowohl ideologisch als auch organisatorisch von den anti-marxistischen, den revisionistischen Positionen der chinesischen Führung aus, den Positionen einer Großmacht und einer großen Partei. Wir für unseren Teil haben mit dieser äußerst zweifelhaften Person und ihrer Abteilung, die nichts ist als ein «Wespennest», keinerlei Verbindungen unterhalten und tun dies auch jetzt nicht.
Wir haben Geng Biao schon vor längerem kennengelernt, als er für kurze Zeit chinesischer Botschafter in Tirana war. Kaum war er von hier weggegangen, wurde er Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas. Nach unserem 7. Parteitag wurden die Beziehungen zwischen der Kommunistischen Partei Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens aus ihrer Lethargie gerissen, und dieser gewisse Agent, Geng Biao, erhob die Nichtteilnahme marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien am Parteitag einer Partei zur Prinzipienfrage, erhob zum Prinzip, es dürfe keine Beratungen von Vertretern mehrerer Parteien geben. Für ihn sind nur «bilaterale Treffen» «legal», denn bei solchen Treffen kann er intrigieren, kann er verleumden, kann er korrumpieren, kann er denen, mit denen er redet, drohen, ihnen «ein X für ein U vormachen».
Dieser gewisse Leiter versucht, allen die Politik des chinesischen Staates aufzuzwingen. Dieser Geheimagent hat doch tatsächlich vor Militärkadern eine Rede gehalten, in der er sagte: «Angesichts der sowjetischen Gefahr ist die amerikanische Präsenz im Fernen Osten, in Japan und auf den Philippinen notwendig, die Taiwanfrage ist zweitrangig, einige 'revolutionäre Starrköpfe' verstehen die Strategie Chinas nicht, dass nämlich die NATO, das 'Vereinte Europa', die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die von der Sowjetunion bedroht werden, unterstützt werden müssen. Dieser gewisse Geng Biao, der wie ein Advokat Verteidigungsreden für den amerikanischen Imperialismus hält, warum sollte er nicht auch ein Agent der Amerikaner sein?
Auf jeden Fall ist er ein geschworener Feind des Marxismus-Leninismus, des Sozialismus und des Kommunismus, der Partei der Arbeit Albaniens und des albanischen Staates, ein Feind der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt. Geng Biao und sein Chef Hua Guo-feng konzipieren und betreiben mit allen Mitteln den Kampf gegen die marxistisch-leninistische Ideologie überall auf der Welt, den Kampf gegen das Prinzip des proletarischen Internationalismus sowie die Einheit der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien und des Weltproletariats, die gegen die beiden Supermächte, gegen die Oligarchien, gegen den Weltkapitalismus kämpfen.
Die Kommunistische Partei Chinas hat mit diesen Leuten an der Spitze den Weg der Spaltung eingeschlagen, der Schaffung von «Parteien» und «Gruppen», die sich von opportunistischen, revisionistischen, eklektischen maotsetungschen Ideen leiten lassen. Diese neuen Revisionisten werden sich mit jedem Tag mehr entlarven, tiefer im Sumpf versinken, aus dem sie nicht anders herauskommen können, denn als dritte Supermacht. Und Maos Partei wird die Farbe, die Merkmale und den ideologischen Inhalt der «Kommunistischen» Partei der Sowjetunion, der Chruschtschowianer annehmen und deren strategische Ziele verfolgen.
SAMSTAG, 12. FEBRUAR 1917
«HIMMLISCHE» ARGUMENTE!
Was wir nicht alles zu hören bekommen!!
Die chinesische Zeitung «Renmin Ribao», das Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, schreibt zur Entlarvung der «Vier» unter anderem: «Auch die Götter sind empört über den Verrat der Viererbande.»
Anscheinend «ging Mao hin und wurde von den Göttern in Audienz empfangen» (wie er zu Edgar Snow gesagt hatte), bei denen er sich dann über seine Frau Djiang Tjing und ihre Genossen beklagt hat!! Nicht einmal die konservativste, reaktionärste Bourgeoisie greift zu solchen Eseleien, um ihre Feinde anzuprangern.
Die heutigen chinesischen Führer sind nicht nur Antimarxisten, sie haben auch jedes Maß an gesundem Menschenverstand eingebüßt. Wie es scheint, stecken sie in grossen Schwierigkeiten, weil niemand ihren «materiellen» Argumenten gegen die «Vier» glaubt. Deshalb haben sie nun begonnen, «himmlische» Argumente ins Feld zu führen!
MONTAG, 14. FEBRUAR 1977
DER «WINKELADVOKAT» DER VERROTTETEN CHINESISCHEN LINIE
Die revisionistische Linie der Kommunistischen Partei Chinas hat wieder einmal Zuwachs von einem weiteren gehorsamen Soldaten zu verzeichnen. Es ist Kazimierz Mijal, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Polens. Nach Hill aus Australien, nach dem Franzosen Jurquet tritt nun ein weiterer Renegat des Marxismus-Leninismus auf, um die marxistisch-leninistischen Thesen des 7. Parteitags der Partei der Arbeit Albaniens anzugreifen. Er schickte uns diese Kritiken schriftlich, in einem Brief. Angeblich sind es Beschlüsse des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Polens, mit dem er seit 7 oder 8 Monaten keinerlei Verbindung mehr hat. Der Brief kommt angeblich aus Warschau, doch auch dorthin hat Mijal keinerlei Verbindung. Diese ganze verlogene Inszenierung, mit der er seinen revisionistischen «Thesen» Bedeutung verleihen, den Eindruck erwecken will, er sei prinzipienfest und leite kollektiv, hat den Zweck, uns vorzumachen, die an die Partei der Arbeit Albaniens. gerichteten Kritiken stammten vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Polens und durchaus nicht von den Chinesen, seien ihm nicht in Peking oder später, nach dem 7. Parteitag, vom chinesischen Botschafter in Tirana eingeflüstert worden.
Der polnische Revisionist Mijal ist zu einem Lakaien der Chinesen geworden. Was die Probleme, in denen er uns nun angreift, und viele andere Thesen anbelangt, so war er früher ausdrücklich für unsere Thesen und gegen die Kommunistische Partei Chinas. Das ist in Protokollen dokumentiert. Nun hat er die Fahne gewechselt. Warum wohl? Weil er nicht nur ein getarnter Revisionist, sondern möglicherweise auch ein - auf die uns bekannte dramatische Art und Weise - zu uns geschickter Agent ist. Wir haben ihn aufgenommen, Opfer gebracht und alles getan, damit er sich während seines Aufenthalts hier wie in seinem eigenen Land fühlen konnte.
In den politischen und ideologischen Auffassungen gab es zwischen uns und ihm keinerlei Widersprüche, nur eines rieten wir ihm: es sollten außerhalb Polens über einen vom ZK der Kommunistischen Partei Polens entsandten Genossen Verbindungen hergestellt werden, denn diese Verbindungen konnten nicht über unsere Botschaft erfolgen.
Anfangs äußerte sich Mijal nicht sehr begeistert über China, aber auch nicht dagegen. Allmählich vertiefte er die Kritik und war gegen eine Reihe von chinesischen Thesen, verurteilte sie. Als er einmal nach China fuhr, behandelten sie ihn dort äußerst geringschätzig. Daraufhin kam er wutschnaubend aus Peking zurück und zog über die Chinesen her. Gut, bis hier war alles normal, nichts gab uns Grund zu zweifeln.
Doch dann, nachdem er einige verdächtige Handlungen begangen hatte, begann Mijal mit revisionistischen Thesen die Beschlüsse und Handlungen unserer Partei zu kritisieren. Das veranlasste uns zu noch größerer Wachsamkeit. Wir beantworteten seine Kritiken, .und er schien verwirrt zu sein. Er ging danach noch weiter, bis er uns dann den besagten Brief schickte, in dem gegen unseren 7. Parteitag und für die revisionistische chinesische Linie Stellung bezogen wird. Das heißt, als Mijal sah, dass wir Widersprüche zu den Chinesen hatten, schwenkte er um.
Steht Mijal womöglich (und das ist eine Vermutung) im Dienst der Sowjets, wurde er in bestimmter Absicht nach Albanien geschickt? Hatte er vielleicht die Aufgabe, in der Situation, die zwischen uns und den chinesischen Führern entstanden war, im Interesse anderer das Vertrauen der letzteren zu gewinnen? Dies ist eine «wichtige Aufgabe», die der polnische und der sowjetische Geheimdienst Mijal, der nach unserem Parteitag begann, uns offen anzugreifen, übertragen haben könnten. Die Chinesen freuen sich über diese räudige Ziege, die da in ihren Stall getrottet ist.
Doch kommen wir zurück auf den Brief, den dieser Lakai der chinesischen Revisionisten unserer Partei geschrieben hat.
Kazimierz Mijal kritisiert uns in zwei Fragen, die er «politische und ideologische Fehler», «verhängnisvolle, anti-leninistische und anti-stalinistische Fehler» nennt, weil sie nicht mit den «Maotsetungideen» übereinstimmen. Er verdreht die Ideen und Handlungen Lenins und Stalins, attackiert die beiden, attackiert die Partei der Arbeit Albaniens, himmelt Mao und seine revisionistischen Ideen mit Formeln an, die angeblich theoretisch, in Wirklichkeit aber nur banale Argumentationen der kapitalistischen Propaganda, der Phrasendrescherpropaganda sind, also keinen Funken marxistisch-leninistischer Ideologie an sich haben, sondern von den Chinesen als «Krücke» für ihre revisionistischen Ideen erfunden worden sind.
Was für Widersprüche hat Kazimierz Mijal zu uns? Es sind zwei
1) Die «dritte Welt».
2) Er besteht darauf, es gebe keine zwei Hauptfeinde für die Völker der Welt, sondern nur einen, und zwar immer einen.
Die Thesen unseres Parteitags sind bekannt, deshalb werde ich richt lange darauf eingehen, sondern ein wenig die revisionistischen «Kostbarkeiten» dieses Renegaten, dieses «Winkeladvokaten» der wurmstichigen chinesischen Linie kommentieren.
1) Dass die «dritte Welt» eine «These Maos» ist, kann er nicht verbergen, auch wenn er sagt, es sei «Deng Hsiao-ping, der sie vor der UNO offen äußerte». Doch diese These muss ideologisch begründet werden. Eine solche Begründung gibt es nicht, wenigstens nicht für die Öffentlichkeit, weder von Mao noch von Deng. Also greift der «Advokat» Mijal ein, um sie zu verteidigen, und zwar «gestützt auf Lenin». Allerdings hat Lenin die Welt weder drei- noch viergeteilt. Lenin hat von Staatengruppen gesprochen, und wo es ihm um Welten geht, erwähnt er nur zwei: die kapitalistische Welt und unsere Welt des Sozialismus. Diese marxistische These hat unsere Partei auf ihren Parteitagen vertreten, sie vertrat sie auch kürzlich auf dem 7. Parteitag.
Doch wie verteidigt der «Advokat» Mijal Maos «unfehlbare» These von den «drei Welten»? Er interpretiert Maos Theorie der «drei Welten» «marxistisch-leninistisch», indem er erklärt, richtig ausgelegt bedeute dies «Staatentypen, Staatengruppen». Also stellen «die Welten» «Staatentypen» dar; die «dritte Welt» ist eine «Staatengruppe», ein «Staatentyp», und schon ist für diesen «Advokaten» alles von der klassenmäßigen und jeder anderen Seite her politisch und ideologisch geklärt. «Deshalb ist an dieser Einteilung alles klassenmäßig». So hat sich denn auch, seiner Meinung nach, «die Partei der Arbeit Albaniens auf ihrem Parteitag geirrt».
Um Maos revisionistische und konterrevolutionäre These zu illustrieren, sagt der «Advokat»: «Die Entwicklungsstufe des Kapitalismus in den verschiedenen Staaten der Welt, deren wirtschaftliche u.a. Verflechtung im Weltmaßstab stehen der Hegemonie der Supermächte entgegen» usw. Doch diese These beweist nicht die These von den «drei Welten».
Diese kapitalistischen «Staatengruppen» mit unterschiedlicher Entwicklung bleiben kapitalistische Staaten und Reserven des einen oder anderen Imperialismus. Diese kapitalistischen «Staatengruppen» haben Widersprüche zu den imperialistischen Mächten und untereinander, und man muss daran arbeiten, diese Widersprüche zu vertiefen, zum Vorteil der Revolution und der Sache der Befreiung der Völker vom in- und ausländischen Kapital. Das ist die marxistisch-leninistische These der Partei der Arbeit Albaniens, während der «Advokat» Mijal die maoistische These der «drei Welten» zu erklären versucht. Nach diesem «Hokuspokus», den er veranstaltet, um sich für alle Fälle abzusichern, fängt dieser «Advokat» davon zu reden an, an der Spitze dieser «Staatentypen», die Mao «Welt» nennt; stünden Könige, Feudale usw. Darunter gebe es fortschrittliche Elemente usw., und die Situation in diesen Staaten sei kompliziert sagt der «Advokat». Es scheint, als habe der «große Steuermann» womöglich «eine dritte Welt» gemacht, in der er zusammen mit China auch selbst untergeschlüpft ist, um es weniger kompliziert zu machen. So haben sich denn Mao, der Schah des Iran, der König von Saudiarabien, der Faschist Pinochet in Chile, die faschistische Junta Brasiliens usw. bei der Hand gefasst und tanzen den Reigen der «dritten Welt». Weiter unten im Brief gibt der «Advokat» zu, dass «diese Staaten der dritten Welt mit dem neokolonialistischen System -. verbunden sind», usw.
In Bezug auf die Formulierung, die wir unserer These geben und die der Rechenschaftsbericht an den Parteitag gut erläutert, auch was die Probleme der Staaten, die Widersprüche usw. anbelangt, hätte der «Advokat» gerne «bewiesen», dass «diese Formulierung pauschal ist, wenn gesagt wird, das seien bürgerliche, kapitalistische Staaten». Doch wenn sie das nicht sind, was sind sie dann? Das sagt uns der «Advokat» nicht, er versucht nur, auch Albanien in die .dritte Welt» zu stecken (weil China ohnehin darin ist). Also müssen wir uns «zur 'dritten Welt' zählen», denn wir sind «Entwicklungsländer». Dies, seiner Meinung nach, ist die «theoretische» und «klassenmässige» Bestimmung der «dritten Welt» durch den «großen Steuermann» und seinen polnischen «Advokaten»! Für sie ist das klassenmässig, vom Standpunkt der Klasse aus, unter dem Blickwinkel der Interessen der Klasse und der proletarischen Revolution gesehen! Die Sicht eines revisionistischen Renegaten, eines Agenten der internationalen und nationalen kapitalistischen Bourgeoisie!
Der Gipfel ist, wenn diese Verräter behaupten, um die Einteilung der Staaten in «Welten» hätten sich weder die Komintern noch Stalin Sorgen gemacht. Warum hätten sie sich auch Sorgen machen sollen? Für Lenin wie für die Komintern gab es Staaten und Staatengruppen, aber für sie gab es nur zwei Welten und nicht drei.
Der «Advokat» sagt, Lenin habe die bürgerlich-kapitalistischen Staaten in fünf Gruppen eingeteilt. Lenins Analyse ist richtig, doch die Staatengruppen betrachtete er nicht als «fünf Welten» und steckte auch die Sowjetunion nicht in eine dieser Gruppen; er blieb bei seiner Aussage, dass es zwei Welten gibt, die «kapitalistische und die sozialistische Welt».
Welch niederträchtige Verdrehungen! Nach all diesen Entstellungen, die er bringt, sagt der «Advokat», um sich zu tarnen und abzusichern: «Als Lenin davon sprach, die kommunistische Weltbewegung müsse die revolutionären Bewegungen der Länder Asiens, Amerikas und Lateinamerikas unterstützen, die Mao 'dritte Welt' nennt [so hat er auch Mao an die Seite Lenins gestellt, um uns weiszumachen, Mao denke wie Lenin!!], wollte er damit nicht die Staaten unterstützen, sondern die revolutionären Bewegungen in diësen Staaten» usw. Was beweist der «Advokat» damit? Das Gegenteil von dem, was er verteidigen will, denn was er sagt, beweist, dass Mao weder in der Theorie noch in der Praxis für die revolutionären Bewegungen innerhalb dieser Staaten eintritt, sondern für die Staaten, die das Proletariat und die Revolution unterdrücken.
Dieser bankrotte «Advokat» Kazimierz Mijal hat einen weiteren revisionistischen Gipfel erklommen, wenn er sagt, man dürfe «die Beziehungen der internationalen Arbeiterbewegung, einschließlich jener der sozialistischen Staaten, nicht mit der revolutionären Bewegung verwechseln, die in den mehr oder weniger entwickelten kapitalistischen Staaten stattfindet», usw. Und was macht Mao?
Seiner Ansicht nach dürfen diese beiden Bewegungen keine Verbündeten sein, dürfen sie weder miteinander verschmelzen, noch darf die eine die andere führen. Mit anderen Worten, die eine schlägt auf die Nägel, die andere aufs Hufeisen, genug, wenn sie sich in der «dritten Welt» miteinander vermengen, genug, wenn sie die maoistischen Thesen verfechten, das Bündnis mit dem Kapital und dem amerikanischen Imperialismus, gegen die sozialimperialistische Sowjetunion.
Schließlich entschärft der «Advokat» vorsichtshalber: «Diese verschiedenen Bewegungen dürfen nicht mit den internationalen Beziehungen zwischen Staaten verwechselt werden.» Um uns weiszumachen, die «dritte Welt» Maos gründe auf dem «Klassenstandpunkt», sagt er, die «dritte Welt» sei keine Abstraktion, denn sie bestehe aus hundert Staaten. So hat er auch ihre Zahl bestimmt, dabei aber tatsächlich abstrahiert von allen Klassenwidersprüchen und dem Kampf, der innerhalb dieser Staaten der «dritten Welt» gegen die inländische Kapitalistenklasse und das internationale Monopolkapital geführt wird.
Der «Advokat» Mijal, der sich als «leninistischer Theoretiker» auszugeben versucht, hat den Kopf voll von konterrevolutionären Weltanschauungen. Er entstellt und zerstückelt Formulierungen und Zitate Lenins, Stalins und der Komintern, gibt die Quelle nicht an. Dennoch belegen sie auch so, wie er sie hindreht, noch immer nicht seine und Maos Thesen, die revisionistisch sind. Mao ist konsequent in seinen revisionistischen Anschauungen, während der Pole mehr einem Revisionisten gleicht, der «nackt und bloß» auf der Straße steht und versucht, ein Dach über seinen Kopf voll Mist zu bekommen.
Er zögert bei seiner Verteidigung der revisionistischen Thesen Maos über die «Dreiteilung der Welt», versucht es mit der Version von den «Staatentypen», versucht, unsere Thesen zu widerlegen, in dem er die Formulierungen Lenins verdreht, der bei der Analyse der damaligen Weltlage zu einer Einteilung der bürgerlich-kapitalistischen Staaten in fünf Grupen kam. Doch Kazimierz Mijal müht sich vergebens, denn damit errreicht er nichts, er ist nicht einmal in der Lage, an den leninistschen Thesen unseres Parteitags auch nur zu kratzen.
Wie ein Anwalt, der den Straftäter, dessen Verteidigung er übernommen hat, befragt, um dann das Verteidigungsplädoyer auszuformulieren, das er vor Gericht halten will, so ging auch der «Advokat» Mijal zum chinesischen Botschafter in Tirana und erkundigte sich, welche Fragen Hua Gu-feng vor der Partei der Arbeit Albaniens und der internationalen kommunistischen Bewegung durch ihn gerne verteidigt hätte. Und das tat er dann auch, er verteidigte den maoistischen modernen Revisionismus, griff die Partei der Arbeit Albaniens, die internationale kommunistische Bewegung an, verteidigte die Thesen des Kapites, des amerikanischen Imperialismus und der revisionistischen Sowjetunion. Große Renegaten wie Tito, Chruschtschow, Mao und dan auch kleine wie Mijal, Hill und Jurquet tauchen an Wendepunkten der marxistisch-leninistischen revolutionären Bewegung zwangläufig auf, doch all diese Renegaten gleich welchen Schlags werde entlarvt, diskreditiert werden und wie alle ihre Vorgänger auf derr Misthaufen der Geschichte enden.
Das ist der Kern und ie Begründung der ersten Kritik des Polen Miial an einer der Thesen des 7. Parteitags.
2) Seine zweite Kritik gilt unserer These: «Beide Supermächte sind gleichermaßen gefährlich.» Seiner Meinung nach «ist dies eine abstrakte Wahrheit» und um dies zu konkretisieren, versäumt er es nicht, sich die Thesen unsers 7. Parteitags vorzunehmen, in denen die internationale Lage und die, verschiedenen miteinander kämpfenden Kräfte sehr real und mit marxistisch-leninistischen theoretischen Schlussfolgerungen dargestellt werden.
Der «Advokat» der chinesischen Revisionisten, der Revisionist Miial. bedient sich der gleichen Methoden, der gleichen Taktik. der gleichen Verdrehungen, dergleichen Taschenspielertricks und der gleichen «sicheren» Pose eines «Theoretikers» wie im ersten Punkt. Doch dies ist ein «harter Brocken» und kaum zu schlucken. Der Pole will Gründe finden, mit denen er jene revisionistische These beweisen kann, die selbst die Chinesen bis jetzt noch nicht so offen vertreten haben, wie er das tut, weil sie damit hereinfallen würden.
Die Chinesen sagen: «Der Hauptfeind ist die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten von Amerika dagegen kommen an zweiter Stelle.» Diese These ist anti-marxistisch. Ihre gesamte Ideologie und Politik bauen sie auf dieser Definition auf, und jeder ihrer Schritte auf internationaler Ebene ergibt sich daraus. Um sich angesichts unserer marxistisch-leninistischen Linie vor der kommunistischen Weltbewegung und der Weltöffentlichkeit zu tarnen, versäumen es die Chinesen allerdings nicht, von Zeit zu Zeit zu erklären: «Wir haben zwei Hauptfeinde, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten von Amerika.»
Der Pole Mijal wird nun «päpstlicher als der Papst». Er gleicht dem Frosch im Märchen, der so groß werden wollte wie ein Büffel und sich deshalb aufblies und immer weiter aufblies, bis er platzte. Auch der Pole Mijal hat sich bei der Verteidigung einer reaktionären revisionistischen These so sehr aufgeblasen, dass er geplatzt ist und dabei seine ganze innere Fäulnis ans Licht gebracht hat, zugleich aber auch die der Chinesen.
Wie versucht Mijal unsere These zu Fall zu bringen? Ganz einfach: «Ein Land kann keine zwei Feinde haben, sondern nur einen, einen äußeren und einen inneren. Auch auf der Ebene der Kontinente gibt es nur einen Hauptfeind und nicht zwei»!
Der Pole hat das Problem angeschnitten, um die chinesische These zu verteidigen, dass «der Hauptfeind der sowjetische Sozialimperialismus ist», weil er «wirtschaftlich am reichsten, am höchsten gerüstet, am dynamischsten, am wenigsten entlarvt ist»! (Alles Begründungen, die von Geng Biao zusammengebraut und frei Haus geliefert wurden.)
Doch Mijal berücksichtigt, dass sich die chinesische Strategie auf jedem Parteitag ändert. Der 8. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas verwies darauf, dass «der Hauptfeind die Vereinigten Staaten von Amerika sind, weswegen wir uns mit der Sowjetunion gegen die Amerikaner vereinigen müssen». Inzwischen sind die Vereinigten Staaten von Amerika allerdings angeblich weniger gefährlich geworden! Es wäre kein Wunder, wenn dereinst der 11. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas beschlösse, der Haupt feind sei nicht die Sowjetunion, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika, oder aber beide für ungefährlich erklärte!
Diese volte-fade* *( Kehrtwendung) erklärt der Pole mit dem «Argument», dass «das Leben nicht stehen bleibt». Das heißt, seiner Meinung nach müssen die kommunistischen Parteien alle 7 Jahre ihre Strategie ändern, weil «heute die Sowjetunion der Hauptfeind ist und die anderen ihre Kettenhunde sind», morgen aber «die Vereinigten Staaten von Amerika zum Hauptfeind werden und die anderen zu ihren Kettenhunden». Dieses «Argument», mit dem er seine revisionistische Idee veranschauliehem will, hat Mijail angeblich von Lenin.
Ausgehend von diesen revisionistischen Thesen urteilt Mijal wie ein polnischer Nationalist und keineswegs wie ein Internationalist. Er sagt: «Für die Kommunistische Partei Polens gibt es einen äußeren Feind, die Sowjetunion, und einen inneren Feind, Gierek. Im Kampf gegen diese beiden muss sich die Kommunistische Partei Polens auch mit der schwärzesten Reaktion zusammenschließen.» (Eine These, die von Geng Biao geliefert wurde.) Wenn sich Mijal schon mit der schwärzesten Reaktion (dem Vatikan) zusammenschließen kann, warum sollte er sich dann nicht auch mit Gierek vereinigen, denn der mag die Sowjets auch nicht. Doch die Zeit wird kommen, da er sich auch mit Gierek zusammenschließt!
Und die Kommunistische Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten - wer ist, nach Mijal, für sie der Hauptfeind? Er sagt es nicht, denkt aber: «Die Sowjetunion». Dass aber Westdeutschland gleichzeitig unter den Bonner Revanchisten leidet und von den Vereinigten Staaten von Amerika unterdrückt wird, und Ostdeutschland gleichzeitig von der revisionistischen Honeckerbande und von der Sowjetunion unterdrückt wird, das ist diesem maoistischen «Dialektiker» egal.
Und die Kommunistische Parti Italiens / Marxisten-Leninisten, die zwei innere Feinde hat und dazu noch die Vereinigten Staaten von Amerika, gegen wen muss sie nach Mijals Ansicht kämpfen? Auch das sagt er nicht, doch er denkt: «Gegen die Sowjetunion.»
So klar. so einfach, so «theoretisch» regelt der Renegat also diese Dinge!!
Von hier aus kommt er zu einer anderen Frage: wir Albaner irrten, wenn wir sagen, dass «wir uns nicht auf einen Imperialismus stützen dürfen, um den anderen zu bekämpfen». Nach Ansicht dieses Lakaien der Amerikaner können wir uns auf die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Kettenhunde stützen, um den Hauptfeind, die Sowjetunion, zu bekämpfen.
Mijal sagt, die These unseres Parteitags habe «Kompromissen», «Bündnissen» innerhalb wie außerhalb des Landes den Weg verbaut. Und um diese Absurdität zu begründen, verdreht er Lenin und Stalin, verfälscht er die Geschichte! Er führt den Frieden von Brest-Litowsk als Beispiel an und nennt ihn «einen Kompromiss Lenins mit Deutschland». Der Friede von Brest-Litowsk war nicht, wie Mijal ihn interpretiert, ein prinzipienloser Kompromiss, sondern ein Friede, der Lenin durch die Notwendigkeit aufgezwungen wurde, die Sowjetrepublik zu retten. Dadurch entzog Lenin den ersten Staat der Proletarier, den er geschaffen hatte, einem imperialistischen Raubkrieg und verteidigte die Revolution. Das war richtig gehandelt und lief den Absichten der Aristokraten und Kerenskis zuwider, die Hand in Hand mit den anglo-französischen Imperialisten den Krieg des gestürzten Zarenrusslande fortsetzen und die Revolution ersticken wollten. Dieser Renegat geht sogar noch weiter und schlachtet die «Geschichte vom plombierten Waggon» aus, um zu demonstrieren, wie weit Lenins Kompromiss mit dem Kaiserdeutschland gegangen sei. Damit versucht dieser Renegat, Lenin und die Oktoberrevolution mit Schmutz zu bewerfen, weil sie angeblich vom deutschen Kaiserreich unterstützt wurden.
Mijal lässt auch den «sowjetisch-deutschen Nichtangriffspakt» Stalins und das zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika und England abgeschlossene Bündnis gegen den Nazismus nicht unerwähnt. Stalin handelte richtig und ging keinen prinzipienlosen Kompromiss ein, weder mit Hitler noch mit dem anglo-amerikanischen Imperialismus. Als der Krieg seinen Schatten über die Sowjetunion warf, als Hitler Österreich und die Tschechoslowakei geschluckt hatte, als Chamberlain das Münchner Abkommen unterzeichnet hatte, um Hitler gegen die Sowjetunion zu treiben, rief Stalin die westlichen «Demokratien» zur antifaschistischen Allianz auf, stieß aber bei ihnen auf taube Ohren. Daraufhin erst ging er, um Zeit zu gewinnen, den Nichtangriffspakt, nicht aber ein Bündnis mit Nazideutschland ein.
Nachdem er diese «Kompromisse» ins Feld geführt und damit die «Argumente» geliefert hat, fragt der polnische Renegat: «Haben Lenin und Stalin damit etwa den Marxismus-Leninismus und die Revolution verraten?» Und er gibt sich die Antwort gleich selbst: «Auf gar keinen Fall.» Diese Art «Argumentation» ist eine trotzkistische Provokation.
Der polnische Renegat behauptet also, die Marxisten-Leninisten könnten zu jeder Zeit, in jeder Situation «auch mit dem Teufel» Bündnisse und Kompromisse eingehen, um den «Beelzebub» auszutreiben. All das dient ihm dazu, die Freundschaft der Maoisten mit den Amerikanern zu verteidigen, denn «es kann nicht gleichzeitig zwei Hauptfeinde geben, sondern nur einen, also kann man sich auf den einen Feind stützen, um den anderen zu bekämpfen». Wäre diese These des revisionistischen Renegaten richtig, dann müsste er konsequenterweise auch erklären, dass Giereks Einheit mit der Sowjetunion in Ordnung, richtig ist. Dieser «große Theoretiker» ist gegen Schablonen, betreibt aber in Wirklichkeit, um seine revisionistische These zu belegen, nichts als Geschichtsfälschung und benutzt sie als Schablone, um Mao und China aus dem Sumpf zu ziehen.
Abgekapselt und ganz und gar vom revolutionären Leben loserlöst, sieht der Pole Mijal die Welt und die Politik mit den Augen eines von der Sonne Geblendeten, der sich an Hand der «Stimme Freies Europa», anhand von «Radio Warschau» und «Radio Moskau» orientiert. Vollgestopft mit Hsinhua-Futter, brütet er angeblich marxistisch-leninistische theoretische Auffassungen aus, mit denen er diese beiden Thesen unseres 7. Parteitags zu Fall bringen will, behauptet er doch, er sei «mit jeder anderen These des 7. Parteitags der PAA einverstanden». Der Demagoge bleibt Demagoge und kleidet diese Kritiken in Lobeshymnen auf die Partei der Arbeit Albaniens, auf mich usw.
Wie glaubhaft ist seine Aussage, die anderen Thesen dei Partei der Arbeit Albaniens seien richtig, wenn er auch die, welche er kritisiert, noch gestern als ganz richtig verfochten hat? Wir haben an der Strategie unserer Partei nichts geändert, deshalb hat sie Erfolge geerntet. Die Maoisten trieben China in den Sumpf des Opportunismus, deshalb passieren dort diese Dinge. Der Revisionist Mijal will, dass auch wir in diesen Sumpf gehen, wie er. Nein, dies wird niemals geschehen, wenn wir den Marxismus-Leninismus, die marxistisch-leninistischen Normen, den Klassenkampf weiter so gewissenhaft anwenden, wie wir das bisher taten. Die Partei der Arbeit Albaniens geht von diesem Weg nicht ab.
Die Analysen, denen unsere Partei die innere und äussere Situation unterzogen hat, sind marxistisch-leninistisch, deshalb gelangt man zu richtigen Schlussfolgerungen, deshalb wird gekämpft, wie es nötig ist, um die Widersprüche zwischen den Feinden der Revolution und der Befreiung der Völker zu vertiefen, deshalb beurteilt unsere Partei