DIENSTAG, 4. JANUAR 1977

WIR MÜSSEN DIE VERTRÄGE EINVERNEHMLICH DURCHFÜHREN, DOCH OHNE IDEOLOGISCHE UND POLITISCHE ZUGESTÄNDNISSE ZU MACHEN

Mehmet unterrichtete mich über die Schwierigkeiten, die die Chinesen bei der Lieferung von verkokter Kohle machen, die nach dem Vertrag bis Ende 1976 hätte erfolgen müssen. Zur Zeit haben wir für den Hochofen nur noch Reserven bis Ende Februar dieses Jahres. Ich habe mit Mehmet einen Meinungsaustausch über dieses Problem gehabt. Wir kamen zu dem Schluss, dass uns Aufregung nicht förderlich ist, wir deshalb kühlen Kopf bewahren und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen müssen. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass uns die Chinesen große Schwierigkeiten bereiten werden, wenn sie uns nicht überhaupt unter Blockade stellen. Wir gehören natürlich nicht zu denen, die die Waffen strecken; wir werden den Revisionismus überall, wo er in Erscheinung tritt, erbarmungslos bekämpfen, ohne auch nur im Geringsten nachzugeben.

Den größten Teil der Kohle für das Jahr 1976 müssen uns die Chinesen liefern, da gibt es nichts. Für den Rest werden wir mit ihnen die Lieferfrist festlegen, und was die Kohlenmenge anbelangt, die im Vertrag für 1977 vorgesehen ist, so müssen wir darum ringen, so viel wie möglich sicherzustellen, denn wir beziehen sie auf Clearing-Basis. Unsere Geschäfte mit den Chinesen können nicht wie geschmiert laufen, deshalb müssen unsere Leute ruhig und geduldig mit ihnen reden, damit sie begreifen, dass sie falsch vorgehen. Zugleich müssen sie so weit wie möglich Reibungen in Fragen vermeiden, in denen wir im Gegensatz zu ihnen stehen. Wir müssen den Chinesen die Perspektive offen lassen, dass auch wir China einen Teil einiger wichtiger Produkte auf Clearing-Basis liefern. Dies müssen wir tun, um ihnen die Möglichkeit zu nehmen, uns beim Bau der Objekte, die wir von ihnen erhalten, zu behindern. Wir müssen im Handel mit den Chinesen wendig, nicht starr sein. Nehmen wir, was sie uns geben, und bestehen wir später auf dem Rest. Sagen wir nicht: «Wir haben Verträge», sondern kämpfen wir für ihre Einhaltung. Die Praxis zeigt, dass auch die kapitalistischen Länder Verträge brechen, wenn es ihnen nützt; dafür nehmen sie sogar Konventionalstrafen in Kauf. Sie brechen willkürlich nicht nur Verträge im Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen, sondern auch Verträge, bei denen es um viel wichtigere Probleme geht. So wird auch China künftig mit den Verträgen und Abkommen verfahren, die wir mit ihm haben. Deshalb: seien wir vorsichtig, geduldig, wachsam und bereit zu manövrieren.

Unser Handel, der Import und der Export, ist ein großes und kompliziertes Problem. Nun, da Chinas Himmel wolkenverhangen ist, ist dieses Problem noch viel verwickelter, deshalb kann es nicht «im Vorübergehen» gelöst werden, handelt es sich doch um eine komplexe Frage. Wir müssen dieses Problem in seiner Komplexität untersuchen.

Dringend und sehr nötig ist es, die Frage der Rohstoffe, die wir vordringlich importieren müssen, zu lösen. Woher werden wir sie beziehen? Was uns China liefern wird, gut, aber auch das müssen wir jetzt mit Vorbehalt betrachten. Es gilt also, sorgfältig zu rechnen, hier etwas einzusparen, dort eine andere Quelle aufzutun. Dies ist als Reserve zu betrachten, auch wenn uns China die eine oder andere Ware liefert.

Die Waren, die uns China nicht liefert, müssen wir auf anderen Märkten zu finden versuchen, und sei es auch auf denen der revisionistischen Länder - ich spreche von den sogenannten volksdemokratischen Ländern, mit denen wir die Handelsbeziehungen aufrechterhalten haben. Diese neuen Aufträge müssen zusätzlich zu denen erfolgen, um deren Sicherstellung wir normalerweise kämpfen. Natürlich müssen wir darum kämpfen, denn mit diesen Staaten treiben wir Handel auf Clearing-Basis, und zugleich müssen wir berücksichtigen, dass wir mit diesen Staaten in Feindschaft leben und dass sie uns auch unter Blockade stellen können. Deshalb müssen wir mit unseren Clearing-Waren geschickt umgehen.

Bleibt uns noch der kapitalistische Markt, auf dem gewöhnlich Devisen verlangt werden. Devisen aber haben wir wenig, deshalb dürfen wir die, über die wir verfügen, nicht sinnlos vertun, sondern müssen sie sehr sparsam einsetzen, bei Waren, die wir wirklich unbedingt brauchen.

Als Schlussfolgerung sagte ich zu Mehmet, sie sollten dieses Problem studieren, in der Regierung Beschlüsse fassen und Maßnahmen ergreifen, damit der Plan erfüllt wird. Schon in diesem Jahr müssen auch die Probleme des gesamten Fünfjahrplans studiert werden, insbesondere hinsichtlich der Werke, für die uns China Kredite zugesagt hat. Es könnte uns mitten im Bau im Stich lassen, deshalb müssen wir rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und Beschlüsse fassen, um diese Objekte aus eigener Kraft weiterzubauen und fertigzustellend.

Diese Aufgaben im Zusammenhang mit den Chinesen müssen sorgfältig, mit kühlem Kopf angegangen werden, denn die Proteste haben nichts gebracht. Die Linie der Partei darf nicht verletzt werden, doch Handelsmanöver müssen gemacht werden. Wenn möglich, sollte bei ideologischen Gegensätzen der direkte Zusammenprall so lange vermieden werden, bis sie offen gegen uns vorgehen. Wir dürfen sie um keine Handelsvergünstigungen usw. mehr ersuchen, wir müssen dafür kämpfen, ich sage kämpfen, dass die Verträge eingehalten werden, und das, wohlgemerkt, entgegenkommend, doch ohne jedes ideologische und politische Zugeständnis.

Das habe ich mit Mehmet besprochen, und er war vollkommen einer Meinung mit mir.





MITTWOCH, 5. JANUAR 1977





DIE CHINESISCHE FÜHRUNG SCHLITTERT TÄGLICH TIEFER IN DEN ABGRUND

Die Chinesen schrieben vor zwei, drei Tagen, gedacht sicherlich als Angriff auf unsere richtige ideologische und politische These gegen die «dritte Welt», die auf dem 7. Parteitag dargelegt wurde, einen langen, angeblich theoretischen Artikel, unterteilt in Kapitel. Dieser Artikel war nicht nur kein bisschen theoretisch, sondern so, wie das Problem dort behandelt wurde, sogar falsch.

Die Absicht dieser Schrift kam klar zum Vorschein: zu «beweisen», dass die Teilung in «drei Welten» eine «geniale Erfindung Mao Tsetungs» ist. Sie wollen, dass Mao Tsetung die Vaterschaft für diese absurde und antimarxistische Erfindung in Bezug auf die Einteilung der Welt zuerkannt wird, die im Gegensatz zu der von Marx und Lenin vorgenommenen Einteilung steht. Die Bourgeoisie und Chruschtschow haben diesen «Bankert» schon früher in die Welt gesetzt, nichtsdestoweniger wollen ihn auch die Maoisten adoptieren. Jetzt haben sie ihn auf dem Hals.

Mit diesem Artikel wollen die Chinesen «beweisen», dass die «dritte Welt», diese ihre Ausgeburt, «große Erfolge» errungen hat, und dass die Lage dort «glänzend ist».

Doch die Chinesen machen sich nicht die Mühe, diese «dritte Welt» zu erläutern, denn sie können sie vom Marxismus-Leninismus her theoretisch nicht begründen. Weil ihnen dies nicht möglich ist, haben sie einige ihrer «Theoretiker» aufgeboten, Registratoren der Weltereignisse, die diese auf so banale Weise aufzählen, eines nach dem anderen, wie dies vielleicht eine Nachrichtenagentur in der Spalte «Ereignisse des Jahres» macht.

Dadurch wollen die «klugen» chinesischen Revisionisten der «dritten Welt» sagen: «Seht her, was für Erfolge! Seht, welch große Hilfe China euch leistet»(!) (wobei diese ihr vorgerechnet wird). Diese Aufzählung soll besagen: «China steht zu euch, es ist ein Teil der dritten Welt, deshalb hört auf es und lasst .euch von ihm führen, denn zusammen mit ihm seid ihr die Triebkraft der Welt, seid ihr der wahre Marxismus-Leninismus.»

Doch diese unbestimmte, beziehungsweise von den Chinesen bestimmte «dritte Welt», über wen trägt sie denn diese «glänzenden Erfolge» davon? «Ohne jeden Zweifel», sagen die Chinesen, «über den sowjetischen Sozialimperialismus». So wird in jedem Abschnitt dieses -Artikels» ausschließlich gegen die Sowjetunion gesprochen, die ihrer Meinung nach der alleinige Urheber aller Übel ist! Doch was sagen sie darin über den amerikanischen Imperialismus? Nicht viel: es wird nur davon gesprochen, dass die Sowjetunion Widersprüche mit den Vereinigten Staaten von Amerika hat. Doch warum bestehen diese Widersprüche, und worin? Der Artikel sagt darüber nichts aus, weil man sich nicht gegen die Vereinigten Staaten von Amerika äußern will! Also verteidigt China die Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist eindeutig, denn liest man die Statistiken über die Investitionen in der «dritten Welt», so wird man feststellen, dass 80 Prozent von den Amerikanern vorgenommen werden, 10 Prozent von der Sowjetunion und 10 Prozent von anderen imperialistischen Mächten! Es bedarf keines Kommentars, um die Verlogenheit des Kampfes der Chinesen zu durchschauen, wenn sie sich «gegen den Imperialismus, gegen den Sozialimperialismus, gegen den Hegermonismus» äußern. Weder in der Theorie noch in der Praxis erläutern die Chinesen diese kapitalen Fragen, denn damit würden sie hereinfallen. So führen sie Formeln an, um kein Risiko einzugehen, und handeln anders, als sie reden.

Gut, das erläutern sie also nicht, doch berühren, erläutern, erwähnen sie auch nur ein bisschen das Problem der Klassen und des Klassenkampfes innerhalb dieser Staaten der sogenannten dritten Welt? Überhaupt nicht, es ist um des Kampfes gegen die Sowjetunion sowie der Verteidigung der Vereinigten Staaten von Amerika und deren in der Mehrzahl der Staaten der «dritten Welt» herrschenden Cliquen willen völlig von der Bildfläche verschwunden. Doch was sind diese Cliquen für die Chinesen? Sie sind «demokratisch, nationalistisch, frei und souverän», wenn sie auf der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika stehen! Was geschieht mit dem Volk in diesen Ländern, und was müssen jene Menschen dort tun, die leiden, die unterdrückt werden, keine Arbeit haben? Was raten ihnen die Chinesen? Für die Chinesen sind diese Völker Viehherden, ohne Persönlichkeit, sind sie nur Völker der «dritten Welt», die nichts anderes zu tun haben, als das innere und äußere Joch des amerikanischen Imperialismus zu ertragen und gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu kämpfen! «Wir können», sagen die Chinesen, «unter diesem Banner der dritten Welt auch Beratungen veranstalten». «Beginnen wir mit der Bildung», sagt Zulfiqar Ali Bhutto. «Einverstanden», sagen die Chinesen, «morgen machen wir dann auch noch eine über den Umweltschutz.»

Die chinesischen revisionistischen Führer schlittern täglich tiefer in den Abgrund, und das wird so weitergehen. Mit diesen angeblich marxistisch-leninistischen Theorien lassen sich weder die Marxisten noch die Revolutionäre, noch die fortschrittlichen Menschen täuschen. Mit Gewäsch wie: «Die Lage in China ist glänzend», während dort ein Durcheinander besteht, oder: «Die Lage auf der Welt ist glänzend», während die Welt von der Gefahr des imperialistischen Krieges und der Versklavung der Völker bedroht ist, werden die Chinesen ihren Kredit vollkommen verspielen. Doch besser so, als dass Lüge und Revisionismus siegen.







SAMSTAG, 8. JANUAR 1977





DIE CHINESISCHEN REVISIONISTEN GREIFEN HINTERRÜCKS DIE PARTEI DER ARBEIT ALBANIENS AN

Die Kommunistische Partei Chinas hat hinter dem Rücken unserer Partei eine schmutzige Polemik eröffnet, ohne zuvor ihre Meinungsverschiedenheiten und Widersprüche mit unserer Partei offenzulegen. Sie hat ein Standardmaterial vorbereitet, ruft Vertreter aller möglichen marxistisch-leninistischen Parteien nach Peking und ackert es mit ihnen durch. Dieses Material richtet sich gegen die marxistisch-leninistische Linie unserer Partei im Allgemeinen und gegen ihren 7. Parteitag im Besonderen.

So revisionistisch, trotzkistisch ist noch nicht einmal Chruschtschow vorgegangen, weder gegen uns noch, soweit wir wissen, gegen die Chinesen. Der Renegat Chruschtschow hat uns angegriffen, attackiert, er hat sich uns entgegengestellt, offen oder brieflich, während die Chinesen so etwas noch nie getan haben.

Wir haben ihnen bei jeder Frage von prinzipieller Bedeutung, in der wir mit ihnen Divergenzen hatten, entweder Briefe geschrieben oder unsere Anschauungen durch Delegationen bekanntgemacht. Unsererseits wurde eine korrekte Haltung eingenommen, wie sie zwischen zwei Bruderparteien üblich ist. Wenn wir mit ihnen nicht einverstanden waren, haben wir ihnen alles offen gesagt, unsere Ansichten verfochten und unsere Meinung nicht geändert. Die Chinesen beantworteten unsere Briefe nicht, und bei einer Reihe von Problemen verfuhr jede Partei nach eigenem Ermessen.

Sie geben vor, sie wollten mit uns «nicht Polemik betreiben» über das, was wir ihnen unterbreitet haben, deshalb hätten sie uns nicht geantwortet. Sie handelten jedoch selbst ihrer Strategie gemäß, und das war ihr «Recht», aber auch wir handelten unserer Strategie und Taktik entsprechend. Doch anscheinend erblickten sie in unserer Strategie und Taktik Angriffe auf die Kommunistische Partei Chinas, also haben auch wir das Recht, die ihren als Angriffe auf die Partei der Arbeit Albaniens zu betrachten.

Es zeigt sich klar, dass die Kommunistische Partei Chinas, die heuchlerisch behauptet, es dürfe keine «Mutterpartei» und «Tochterparteien» geben, wollte, dass die Partei der Arbeit Albaniens blindlings ihrer Linie folgte. Nicht nur das, sie wollte uns auch ihre eigenen Ansichten aufzwingen. Ich sage das, weil sie nicht einmal geruhte, über diese Divergenzen, die unseren beiden Parteien bekannt waren, zu sprechen. Doch wie konnte das geschehen?

Erstens meinen wir, dass sie sich als «Großmacht» fühlten, die Kommunistische Partei Chinas für eine «große Partei» und Mao Tsetung für «einen unfehlbaren Führer» hielten. So waren die Gefühle der «Großmacht», der «großen Partei» und des «großen Führers» en bloc wirksam.

Zweitens fürchtete China, obwohl es «für bilaterale Beziehungen und Gespräche» ist, eine Meinungskonfrontation mit uns. Bilaterale Gespräche «akzeptiert» China, doch es wünscht sie nur insoweit, als es darum geht, sich zu informieren und dann, wo es ihm möglich ist, den anderen Direktiven zu geben.

Drittens meint China, weil es uns einige Kredite gibt, müssten wir uns seinen Ansichten fügen.

Ich möchte ein wenig gründlicher darauf eingehen, warum wir meinen, dass Mao Tsetung und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas mit uns nicht über die Probleme sprechen wollten, die wir ihnen gegenüber anschnitten und in denen wir Divergenzen mit ihnen hatten. Wir meinen, dass der Grund dafür in den sozialdemokratischen und opportunistischen Ansichten zu suchen ist, die bei Mao Tsetung bestanden. Was dieses Problem angeht, so war es ihm egal, ob entgegengesetzte Meinungen existierten. Doch darüber hinaus gab es noch einen anderen Grund, nämlich dass die betreffenden Probleme andere Probleme im Zusammenhang mit der Generallinie unserer Partei, ihrer Partei und der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) hätten aufbrechen lassen.

Sie machen uns einige haltlose Vorwürfe, zum Beispiel, wir seien für die Thesen der chruschtschowschen «friedlichen Koexistenz», hätten den Stalinkult attackiert, später aber diese Kritik getilgt, für uns gäbe es «nur die eine Möglichkeit - dass der Krieg verhindert wird», und andere solche Aussagen, die sich weder durch die Handlungen unserer Partei noch durch ihre schriftlichen Dokumente belegen lassen. Doch an diesen haltlosen Vorwürfen, die sie vorbringen, erweist sich etwas anderes, für China und die kommunistische Weltbewegung sehr Kritisches und sehr Wichtiges. Unserer Meinung nach erweist sich, dass Mao Tsetung und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas nach Stalins Tod, während der chruschtschowschen Umwandlungen, bis zum 20. Parteitag, sozusagen eine gewisse Befriedigung dahingehend empfanden, dass «wir (die Chinesen) von nun an in unseren inneren Angelegenheiten und auf internationaler Ebene mehr Handlungsfreiheit haben». Dies ist unser Eindruck, wie wir ihn sowohl aus den Gesprächsbeiträgen als auch aus den späteren Thesen Mao Tsetungs gewannen, wonach angeblich «Stalin den Chinesen und allen anderen marxistisch-leninistischen Parteien die Ansichten der Bolschewistischen Partei aufzwang». Also waren, laut Mao, zur Zeit Stalins alle marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt gezwungen, die Sowjetunion und ihre Linie zu unterstützen, standen sie im Dienst der Bolschewistischen Partei und fühlten sich nicht als selbständige marxistischleninistische Parteien. Dies behauptete Mao Tsetung persönlich auf der Moskauer Beratung 1957. Außerdem schnitt Mao Tsetung auf dieser Beratung die Frage an, dass «wir alle, die kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt, also das Lager des Sozialismus, ein Haupt haben müssen, und dieses Haupt muss die Sowjetunion sein». Diese These unterbreitete und verfocht Mao Tsetung auf der Moskauer Beratung, während Chruschtschow so tat, als stehe ihm danach nicht der Sinn. Wir müssen zugeben, dass auch wir, auch die anderen diese These vertraten. Doch Genosse Mao Tsetung mit all seiner großen Autorität sagte auch noch etwas anderes: -Chruschtschow ist ein hervorragender Marxist-Leninist, ein grosser Führer der Sowjetunion», «mit Chruschtschow kann man reden und vorankommen» während man bei Stalin, das wollte er damit sagen, in «Habtachtstellung» zu verharren hatte.

Ebenso unterstützte Mao Tsetung Chruschtschow - und das haben wir mit eigenen Ohren gehört - vorbehaltlos, als er die sogenannte parteifeindliche Gruppe Molotows und seiner Genossen liquidierte. All diese Fakten zeigen also, dass Mao Tsetung voll und ganz für die revisionistische Linie und die putschistischen, entwürdigenden und verschwörerischen Akte gegen die (bolschewistische) Kommunistische Partei, gegen Stalin, gegen die Sowjetunion war.

Unsere Partei nahm nicht diese Positionen Mao Tsetungs oder der Kommunistischen Partei Chinas ein. Nach Stalins Tod meinten wir, jemand anders werde an die Spitze der Partei kommen, und, nebenbei gesagt, wir dachten dabei an Molotow. Genau nach dem Tod Stalins kamen wir in Konflikt mit der neuen Führung der Sowjetunion, mit Malenkow, Bulganin, Chruschtschow, Mikojan und anderen. Drei, vier Monate nach dem Tod Stalins griffen sie uns unverschämt und scharf an, beschuldigten uns, wir verstünden es nicht, die geringen Kredite, die sie uns gegeben hatten, zu nutzen und jene wenigen Industriewerke zu bauen, die wir in Wirklichkeit fristgerecht errichteten, weil wir für den Vormarsch des Sozialismus in unserem Land arbeiteten.

Wir nahmen an den Beratungen der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau teil, doch wir gingen nicht mit den Anschauungen Mao Tsetungs dorthin. Wir äußerten uns nicht gegen die Sowjetunion, solange die Bedingungen noch nicht reif waren, doch in uns nagten großer Kummer und Zweifel an ihrer Führung. Sie zeigte sich nicht entschlossen, befand sich in Konfusion. Wir witterten die Widersprüche, die in ihrem Innern, unter den Führern bestanden, besonders was die Linie Stalins anbelangte, wussten aber nichts darüber.

Unserer Meinung nach wusste Mao Tsetung von diesem Zustand, und er muss mit der Linie und dem Vorgehen Chruschtschows gegen Stalin und die Linie der Bolschewistischen Partei einverstanden gewesen sein. Mao Tsetung hatte von Chruschtschow wohl auch Zusicherungen über Wirtschaftshilfe und politische Hilfe auf internationaler Ebene erhalten, ebenso über Militärhilfe, einschließlich des Geheimnisses der Atombombe. Chruschtschow, so meinen wir, hat diese Zusicherungen gegeben, und für eine gewisse Zeit schienen die Dinge gut zu laufen, doch er war ein Betrüger.

Auch Mao hatte, so meinen wir, seine eigenen Absichten. Mao (das sind natürlich Vermutungen) stellte sich nach Stalins Tod, auch wenn er sagte, Chruschtschow sei «ein großer Mann», selbst über Chruschtschow und meinte, ihm als «großem philosophischem Kopf» und Führer des bevölkerungsreichsten Landes der Welt stehe der Platz hinter Lenin zu. Obwohl er sagte: «An der Spitze des Lagers muss die Sowjetunion stehen», meinte er in Wirklichkeit doch, es müssten mindestens zwei sein: China und die Sowjetunion, einer de jure, doch de facto zwei, die auf der Welt das Gesetz zu machen hätten.

Wir hielten den 7. Parteitag ab, und die Partei der Arbeit Albaniens äußerte ihre Ansichten, wie sie sie für richtig hielt, während die chinesische Führung sauer wurde und den tragischen Fehler beging, unseren Parteitag auf eine verwerfliche Weise anzugreifen, im Widerspruch zu den Normen, die für die Beziehungen zwischen marxistisch-leninistischen Parteien gelten. Zu Lebzeiten Maos und Tschous hatten wir interne Widersprüche, doch sie waren nicht bereit, sie zu diskutieren, oder beharrten auf ihrer Meinung, während wir, weil wir nicht anders konnten, bei der unseren blieben. Das war ihrerseits eine opportunistische Taktik, doch diesen anti-marxistischen Fehler, den die chinesischen Führer jetzt begehen, machten sie damals nicht, weil sie erstens wussten, dass unsere Anschauungen unerschütterlich waren, und weil zweitens die Partei der Arbeit Albaniens mit ihrer richtigen Linie die Kommunistische Partei Chinas und China in den schwierigsten Augenblicken, die sie erlebten, verteidigte, etwa auf der Bukarester Beratung und auf der Beratung der 81 Parteien in Moskau sowie auch später während der Großen Proletarischen Kulturrevolution.

Warum machten Hua Guo-feng und Konsorten diesen Fehler? Weil ihre Politik Schlappen erlitten und innerhalb und außerhalb Chinas grosse Konfusion hervorgerufen hat. Wir konnten Huas Vorgehen innerhalb Chinas nicht verteidigen - weil wir gute Gründe hatten, es nicht zu unterstützen und weil wir uns noch nicht im Klaren darüber sind, was in China vor sich geht. Chinas außenpolitische Haltung schwächte seine Positionen. Das Vorgehen der heutigen Führer bedeutete einen indirekten Angriff auf Mao, während Deng, der einmal rehabilitiert worden war und wieder gestürzt wurde, nun wieder die Szene betrat, um sich seine verlorenen Posten zurückzuholen.

In letzter Zeit tauchte auch die Frage der «Vier» auf, die auf einer schmutzigen, persönlichen und nicht auf politischer und ideologischer Ebene angegriffen wurden. Die Kulturrevolution wird nun höchstens noch erwähnt, sie wurde verdunkelt und faktisch liquidiert. Alle diese Ereignisse bewirkten, dass bei den Marxisten-Leninisten der Welt grosse Zweifel an der Kommunistischen Partei Chinas zu entstehen begannen. Mao Tsetung und Tschou En-lai, die zu manövrieren wussten, starben, und China trieb ins Chaos. Doch warum? Weil seine Linie keine korrekte marxistisch-leninistische Linie gewesen ist. In der Partei herrschten zwei oder mehr Linien, gab es Fraktionen, die einander bekämpften, usw.

In dieser Situation trat der 7. Parteitag unserer Partei zusammen, auf dem über 40 Parteien durch Delegationen vertreten waren oder Solidaritätstelegramme schickten. Die Chinesen sahen in dieser internationalistischen Solidarität sicherlich eine Herausforderung und eine Schlappe für sich selbst, denn Vieles lief ihren Thesen zuwider. Unsere prinzipienfeste Haltung hob die Autorität der Partei der Arbeit Albaniens in der internationalen kommunistischen Bewegung und auf der Welt. Deshalb begannen die jetzigen Führer Chinas, in der Einschätzung, dass die Situation schwierig für sie ist, hinterhältig mit dem feindseligen, trotzkistischen Angriff auf unsere Partei. Sie riefen einen Vertreter der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien nach dem anderen nach Peking, angefangen bei der Hills in Australien über die von Jurquet in Frankreich bis hin zu denen Lateinamerikas. Während sie uns in einer unadressierten Note, ohne Briefkopf, lakonisch erklärten: «Auf dem 7. Parteitag sind die Linie und die Strategie Mao Tsetungs angegriffen worden»! Natürlich antworteten wir den Chinesen ausführlicher, als sie uns geschrieben hatten, und verlangten von ihnen eine Erklärung, wo und weshalb wir die Strategie Mao Tsetungs angegriffen haben sollen.

In dem besagten Standardmaterial entstellen die chinesischen Revisionisten die Wahrheit, die in unseren Materialien, unseren Dokumenten festgehalten ist, etwa in unseren Briefen an sie über die Grenzfragen mit der Sowjetunion, über ihren Vorschlag, nach dem Sturz Chruschtschows nach Moskau zu fahren, über Nixons Reise nach Peking, über Kossygins Treffen mit Tschou En-lai usw. Von unseren Briefen an die Chinesen existieren Kopien. Pech für sie, «verba volant, scripta manent»*. *( Worte verwehen, Schriften bleiben (lat. im Original) Diese Briefe entlarven ihre Verleumdungen, Betrügereien, Entstellungen und Absichten, sie zeigen auf, warum sie diese feindlichen, antimarxistischen und konterrevolutionären Handlungen unternommen haben. Mit Betrügereien lassen sich ihre Absichten nicht verhüllen. Die Meinungen und Handlungen unserer Partei im Zusammenhang mit den genannten Problemen waren nicht nur damals richtig, das Leben hat auch gezeigt, dass sie heute noch richtig sind, und wir sind der Ansicht, dass sie auch morgen noch richtig sein werden. Die Tatsachen sind hartnäckig, und sie bestätigen unsere marxistisch-leninistischen Thesen. Die Demagogie, derer sich die chinesischen Revisionisten bedienen, ihre Behauptung, sie stützten ihr Vorgehen gegen das sozialistische Albanien auf leninistische theoretische Grundlagen, all das ist nutzlos, taugt nicht dazu, ihre revisionistische und opportunistische Fratze zu verbergen. Unsere Widersprüche zu den chinesischen Revisionisten sind prinzipieller Art, umsonst behaupten sie, unsere Analysen seien «schwach», «unfundiert», nur sie allein analysierten die internationale politische Situation «objektiv».

Die Hauptsache für die Chinesen ist, den Leuten im stillen Kämmerlein einzureden, die Vereinigten Staaten von Amerika seien wirtschaftlich und militärisch schwächer geworden, ihre Schulden im In- und Ausland hätten erheblich zugenommen, ihr Zustand sei sogar schon so weit gediehen, dass die anderen kapitalistischen Länder in den Vereinigten Staaten von Amerika investieren, und diese seien nicht mehr so stark wie früher. Dies ist eine falsche, haltlose Analyse, mit der etwas bewiesen werden soll, was sich nicht beweisen lässt. Sie wollen beweisen, die Vereinigten Staaten von Amerika seien nicht mehr aggressiv, sie versuchten nur das zu erhalten, was sie erworben haben, sie wollten den Status quo wahren, deshalb sei für die Welt «der Hauptfeind der sowjetische Revisionismus, der nach Expansion strebt». Das ist eine der Thesen der Chinesen, eine der Hauptthesen. Sie werfen uns vor, wir unterzögen die internationale Lage und die Widersprüche zwischen den beiden Supermächten nicht einer marxistisch-leninistischen Analyse und folgten deshalb nicht dem Weg der Chinesen, das «Vereinte Europa», die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und das Weltproletariat dazu aufzurufen, sich allesamt gegen die Sowjets zu vereinigen. Daraus haben sie ihre «Schlussfolgerung» gezogen» dass wir angeblich den sowjetischen Sozialimperialisimus begünstigen! Dies ist nicht nur eine revisionistische These im anti-revisionistischen Gewand, sondern auch feindselig und verleumderisch uns gegenüber.

Der amerikanische Imperialismus ist aggressiv, kriegslüstern und kriegstreiberisch, und eine These, die das Gegenteil besagt, hält den Tatsachen nicht stand. Die Stützpunkte der Amerikaner, die Kredite der Amerikaner, ihre gewaltige Aufrüstung, die pro-amerikanischen Cliquen, die überall ans Ruder gebracht wurden, all das beweist, dass die amerikanischen Imperialisten nicht nur den Status quo erhalten wollen, sondern auch nach Expansion streben. Andernfalls gäbe es keinen Grund, warum zwischen ihnen und der Sowjetunion so tiefe Widersprüche bestehen sollten. «Die Sowjetunion will den Krieg», sagen die Chinesen, «die Vereinigten Staaten von Amerika hingegen nicht.» Und sie geben zu verstehen, dies zeige das Maowort: «Die Vereinigten Staaten von Amerika sind wie eine Maus geworden und die ganze Welt schreit auf der Straße: schlagt sie tot,, schlagt sie tot.» Daran sieht man auch die Schonung, die sich die Chinesen auferlegen, und das kommt einem indirekten Aufruf gleich, einem Staat wie den Vereinigten Staaten von Amerika, der inzwischen angeblich zur Maus heruntergekommen ist, ja keine Schläge zu versetzen.

Ist diese Strategie Maos etwa eine marxistische Strategie?

Die «auf der marxistisch-leninistischen Analyse basierende» Strategie Mao Tsetungs hat definitiv festgelegt, dass «die Rivalität zwischen den beiden Supermächten in Europa besteht». Merkwürdig! Warum besteht sie nicht auch an irgendeinem schwächeren Punkt auf der Welt, wo die Sowjetunion nach Expansion strebt, etwa in Asien, in Afrika, in Australien oder Lateinamerika?! Es lag schon immer in der Tradition der Kolonisatoren, sich die schwächsten Punkte vorzunehmen. Auch die Raubkriege entfesseln die Imperialisten im Kampf um Hegemonie, um neue Märkte, um die Neuaufteilung der Welt. Besteht die Hauptrivalität etwa nicht zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der revisionistischen Sowjetunion? Mithin, so die Chinesen, werden diese beiden Supermächte, von denen die eine den Status quo und die andere Expansion will, schließlich in Europa den Krieg auslösen, so wie zur Zeit Hitlers, denn auch dieser wollte Expansion. Doch um das zu erreichen, musste Hitler Frankreich, England und die Sowjetunion bezwingen. Deshalb begann er den Krieg in Europa und nicht anderswo. Stalin ging mit England und den Vereinigten Staaten von Amerika erst ein Bündnis ein, als Deutschland die Sowjetunion schon überfallen hatte und nicht vorher. Die Chinesen jedoch benutzen die Taktik, die Stalin unter diesen Bedingungen einzuschlagen gezwungen war, als Argument, um zu sagen: Warum sollten nicht auch wir uns in diesem künftigen Krieg auf die Vereinigten Staaten von Amerika stützen?

All das belegt nicht die These der Chinesen in Bezug auf die Bündnisse, die sie predigen, es belegt das Gegenteil. Als das Deutschland Wilhelms II. Frankreich und England angriff, predigte die II. internationale die «Vaterlandsverteidigung», also die Verteidigung des bürgerlichen Vaterlandes. Das galt sowohl für die deutschen Sozialisten als auch die französischen, obwohl der Krieg von beiden Seiten aus imperialistischen Charakter trug. Wie Lenin dies verurteilte und was er gegen die imperialistischen Kriege und über ihre Umwandlung in den Bürgerkrieg sagte, ist bekannt. Wenn sich die Chinesen heute für die Verteidigung des «Vereinten Europa» stark machen, so tun sie nichts anderes als die II. Internationale. Sie hetzen zum künftigen Atomkrieg, den die beiden Supermächte zu entfesseln suchen, und obwohl dieser Krieg zwischen den beiden Supermächten nichts als ein imperialistischer Krieg sein kann,, richten sie «patriotische» Aufrufe an die Völker Westeuropas, an sein Proletariat, die «Kleinigkeiten», die zwischen ihnen und der Bourgeoisie stehen, beiseite zu schieben (diese «Kleinigkeiten» sind Unterdrückung, Hunger, Streiks, Morde, Arbeitslosigkeit, die Unantastbarkeit der Macht der Bourgeoisie), sich mit der NATO, mit dem «Vereinten Europa», mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft der Großbourgeoisie der Konzerne zusammenzuschließen und gegen die Sowjetunion zu kämpfen, zum Kanonenfutter für die Bourgeoisie zu werden.

Besser hätte auch die II. Internationale nicht Propaganda betreiben können!

Was aber empfiehlt China den Völkern der Sowjetunion und der anderen revisionistischen Länder, die zum Warschauer Pakt und zum RGW gehören? Nichts! Durch sein Schweigen bedeutet es ihnen: «Haltet aus, kämpft und vergießt euer Blut für die blutrünstige Kremlclique!» Ist das eine leninistische Haltung?! Nein! Diese Linie der Kommunistischen Partei Chinas ist antiproletarisch,, kriegstreiberisch.

Die Chinesen sind nicht dafür, einen Zweifrontenkrieg gegen die beiden imperialistischen Supermächte zu führen, um deren Raubkriegspläne zu durchkreuzen; sie wollen nicht, dass darauf hingearbeitet wird, den Krieg, sollte er ausbrechen, in einen Bürgerkrieg, in einen gerechten Krieg zu verwandeln. Wir halten uns genau an diese leninistische Lehre, deshalb werfen uns die Chinesen vor, wir hätten Illusionen über den Frieden und leiteten Wasser auf die Mühlen der Sowjets ! !

Die Chinesen unterstellen uns, wir überschätzten die Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Sowjetunion und unterschätzten die Widersprüche zwischen ihnen. Ebenso sagen sie: «Die Albaner betonen, beide Supermächte, die eine wie die andere, seien gleichermaßen gefährlich.» Das erste stimmt nicht, das zweite dagegen ist absolut wahr. Nicht nur, dass wir die Widersprüche zwischen den beiden Supermächten kennen und richtig beurteilen, wir kämpfen auch, damit sie weiter vertieft werden. In allen unseren Dokumenten werden diese Probleme richtig bestimmt.

Die Chinesen reden nicht viel von der Tatsache, dass sich die beiden Supermächte vollkommen einig sind, wo es gegen den Sozialismus, den Kommunismus und die Befreiung der Völker geht. Mit ihren Verleumdungen, ihren Sophismen können die Chinesen weder vertuschen, dass sie den Marxismus-Leninismus revidiert haben, noch der richtigen Linie und den richtigen Auffassungen unserer Partei etwas anhaben. Die Chinesen erklären offen, dass die Amerikaner ihnen sagen: «Seht euch vor, die Sowjetunion wird euch überfallen.» Das heißt: «Habt keine Angst vor uns Amerikanern, ihr C'hinesen, denn euer Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika ist auf einem guten Weg.» Und aufbauend auf dieser Empfehlung verfolgen die Chinesen eine «.geniale» Politik: «Sagen wir der Sowjetunion, sie solle Europa angreifen, damit schwächen wir indirekt auch die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten, und so siegen wir»! Chinesiaden!

Noch eine andere wichtige Sache: Um ihre Hetze zum künftigen imperialistischen Krieg zu verschleiern und ihre These vom «Vereinten Europa» zu verteidigen, versuchen die Chinesen Lenins klaren Gedanken, den wir auf dem 7. Parteitag unserer Partei im Zusammenhang mit dem «Vereinten Europa» zitiert haben, zu Fall zu bringen. Sie behaupten, dass die Albaner, wenn sie sich auf Lenin berufen, um die These vom «Vereinten Europa» zu widerlegen, «ins Leere stoßen, hat sich doch Lenin dabei gegen eine europäische Föderation zwischen Russland, Österreich, England, also Imperialisten, ausgesprochen». Und sie setzen hinzu: «Wir (die Chinesen) beziehen uns auf die Vereinigung der Länder Westeuropas.» Das heißt, für die Chinesen sind die kapitalistischen Länder Westeuropas nicht reaktionär! Doch diese «Vereinigten Staaten von Europa» sagen selbst jeden Tag, dass sie, wenn sie sich zusammenschließen, zwangsläufig zu einem imperialistischen Ganzen werden. Und was sind das für Staaten? Es sind eben die, von denen die Chinesen sagen, sie seien «so mächtig geworden, dass sie sogar in den Vereinigten Staaten von Amerika investieren»!

In den Beziehungen der Kommunistischen Partei Chinas zu den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt ist alles verlegen, demagogisch. Die Chinesen unterhalten mit diesen Parteien keine aufrichtigen Verbindungen. Verbindungen unterhalten sie nur mit ihren Lakaien, mit denen, die sich ihren anti-marxistischen Grundsätzen fügen. Den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien auf der Welt geben sie klar zu verstehen, dass es keine internationalistische Hilfe und auch keinen proletarischen Internationalismus gibt. Gerade dieser anti-marxistischen Grundidee entspringen alle ihre Theorien: über die «bilateralen Treffen», die sie nur insoweit «wünschen», als es darum geht, den anderen Parteien, die widersprechen, eine Gehirnwäsche zu verpassen. Die Chinesen vermeiden Beratungen vieler Parteien, da sie, ihrer Aussage nach, die Einheit der marxistisch-leninistischen Bewegung nicht etwa stärken, sondern vielmehr spalten und die Meinungsverschiedenheiten vermehren.

Absurd! Anti-marxistisch! Mit dieser Linie stellen sie sich gegen die Einheit der internationalen Bewegung des Proletariats.

Die Chinesen laden keine Delegationen zu ihren Parteitagen ein und schicken auch keine eigenen Delegationen zu den Parteitagen der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien. Auch die Gründe, die sie für diese ihre Haltung anführen, sind absurd! In Wirklichkeit wollen sie mit all dem verdecken, dass ihre Linie faul ist, dass es ihrer Parteiarbeit in jeder Hinsicht an Leninismus fehlt. So wollen sie auf diesen Versammlungen keine anderen Parteien, die über sie ein Urteil fällen könnten. Die bilateralen Beratungen dienen ihnen nur dazu, Informationen einzuholen, und die Abteilung Internationale Verbindungen ihres Zentralkomitees ist nichts als ein Kontor des Sicherheitsdienstes. Geht es nach den Chinesen, dann darf jede Partei getrost kämpfen, wie sie es versteht, und sie versäumen es nicht, diese Idee mit irgendeinem «marxistischen» Zitat zu «illustrieren». Doch ebenso wenig versäumen sie es, den anderen Parteien zu bedeuten: «Arbeitet so, wie wir es euch sagen.»

Die Chinesen erkennen jede Partei und jede Gruppe an, die sich selbst «marxistisch-leninistisch» oder besser maoistisch nennt. Das bedeutet, die wirklich marxistisch-leninistischen Parteien zu spalten, Konfusion, Fraktionen zu schaffen, die internationalistische marxistisch-leninistische Einheit und die Stäbe der Revolution zu schwächen.

«Die diplomatische Unterstützung», sagen die Chinesen, «unterstützt die Revolution.» So müsste es sein, doch bei den Chinesen war und ist es nicht so. Wir haben ihnen früher gesagt: «Ihr müsst diplomatische Beziehungen zu den Staaten der Welt unterhalten und dürft nicht in der Isolation verharren», doch sie haben unserer Ansicht widersprochen und uns die «Taiwanfrage» vorgehalten, die Bedingung, dass die verschiedenen Staaten erst Volkschina anerkennen müssten, ehe sie diplomatische Beziehungen mit ihm aufnehmen könnten. Wir kämpften in der UNO so lange für China, bis es aufgenommen wurde, doch die chinesischen Führer wünschten diese Aufnahme gar nicht, denn Tschou En-lai hatte öffentlich den Wunsch geäußert, seine eigene, neue UNO zu schaffen. Wir waren gegen diese Idee, doch sie reden von dem, was sie gestern getan haben, heute nicht mehr. Wir schlugen ihnen vor, die diplomatischen Beziehungen zur Suharto-Regierung in Indonesien abzubrechen, die China auch als Staat erniedrigte. doch sie taten es nicht. Genauso wenig ist. ihre Diplomatie mit Pinochet und Franco zu rechtfertigen! Warum nehmen sie denn dann nicht auch zu Israel Beziehungen auf? Etwa, weil es ein Aggressor ist? Und was ist Pinochet, der in Chile das Volk, die Proletarier, die Kommunisten und die fortschrittlichen und freiheitsliebenden Menschen unterdrückt und mordet?

«Die Partei der Arbeit Albaniens ist nicht mit uns einverstanden, wenn wir das Feuer auf die Sowjetunion konzentrieren», sagen die Chinesen. Das ist eine Verleumdung. Wir sind gegen ihre Haltung, weil sie das Feuer nicht gleichermaßen auch auf die Vereinigten Staaten von Amerika konzentrieren. Wir sind dafür, dass das Feuer im gleichen Maß wie auf die Sowjetunion auch auf die Vereinigten Staaten von Amerika konzentriert wird. Warum erklären die chinesischen Führer niemals laut und deutlich, dass die Sowjetunion auch China angreifen kann, so wie sie das für Westeuropa behaupten? Doch die Chinesen sagen nur: «Die Sowjetunion wird Europa angreifen.» Und warum fühlen sie sich an ihren Ostgrenzen so sicher? Wir haben das Recht, diese Frage aufzuwerfen und dieses Problem zur Diskussion zu stellen.

Wenn die marxistisch-leninistischen Parteien Lateinamerikas das Feuer auf die Vereinigten Staaten von Amerika konzentrieren, so richten sie es zugleich auch gegen die herrschenden Generalscliquen in ihren Ländern und gegen die revisionistische Sowjetunion - China dagegen tut das nicht! Einen Feind erkennt es an, zwei unterschätzt es! Chinas Strategie gründet also weder auf der Wirklichkeit, noch auf den marxistisch-leninistischen Prinzipien.

Den Personenkult. wem er auch gelten mag, haben wir verurteilt und verurteilen ihn auch jetzt. Wir stellen uns in dieser Frage auf den Standpunkt von Marx. und deshalb gibt es bei uns in der Führung marxistisch-leninistische Einheit. gibt es marxistisch-leninistische Liebe. Aufrichtigkeit. Achtung für die Genossen. beruhend auf der Arbeit und der Treue jedes Einzelnen zu den Prinzipien der Partei. Idolatrie* *( hier: übertriebene Verehrung.) gibt es bei uns nicht. bei uns ist vor allem anderen von der Partei die Rede, und von Enver wird gerade so viel geredet, wie es die Interessen der Partei und des Landes erfordern. Und wenn es an der Basis und bei den Massen manchmal Übertreibungen gibt, haben wir, das Zentralkomitee, die Parteiführung und ich persönlich, soweit es mir möglich ist und soweit man in dieser Hinsicht auf mich hört, immer Maßnahmen ergriffen, und wir werden dies weiter tun, damit die Dinge ihren richtigen Gang nehmen.

Bei den Verleumdungen und Unterstellungen der Kommunistischen Partei Chinas gegen unsere Partei, wir hätten uns «der Linie der chruschtschowschen friedlichen Koexistenz angeschlossen» usw., will ich mich nicht lange aufhalten. Der ganze Kampf unserer Partei, alle ihre Dokumente und Schriften beweisen das Gegenteil von den chinesischen Vorwürfen, die Linie der Kommunistischen Partei Chinas dagegen ist gleich wie die der Chruschtschowianer gewesen. Warum gab es bei dieser Partei der Chinesen Zickzack in der Linie? Auch das hat seine Gründe, die ich bereits in anderen Schriften erläutert habe.

Was die Theorie der «drei Welten» anbetrifft, so haben wir sie auf dem Parteitag analysiert und betrachten sie, wie wir gesagt haben, als eine fiktive, nicht klassenmäßige, nicht marxistische Einteilung. Maos These und die Versuche der Chinesen, diese Benennung unter Hinweis auf eine Analyse Lenins ohne Herkunftsangabe angeblich von der theoretischen Seite her zu analysieren, erfüllen ihren Zweck nicht. Lenin hat die internationale Lage nach dem Ersten Weltkrieg und später analysiert, doch er hat geschrieben, es gebe zwei Welten: «die kapitalistische Welt und unsere Welt, die sozialistische Welt». Die Chinesen sagen: «Da die Sowjetunion und einige ehemals sozialistische Länder Verrat begangen haben und zu kapitalistischen Ländern geworden sind, ist das sozialistische System verschwunden»! Nein, das sozialistische System ist nicht verschwunden, es existiert und schreitet voran in den wahrhaft sozialistischen Ländern wie der Sozialistischen Volksrepublik Albanien, die dem Marxismus-Leninismus treu bleiben. Doch auch wenn kein einziger sozialistischer Staat mehr übrig geblieben wäre, stünde Lenins These unerschütterlich. Auch dann würden im Kampf, in der Revolution zwei Welten geschaffen werden, also existieren.

Wir und alle marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien untersuchten und untersuchen die internationale Lage im Lichte der Analysen Lenins und seiner Theorie. Während des Krieges und auch nachher haben wir die internationale Situation gründlich studiert. Auf jedem unserer Parteitage haben wir das Kräfteverhältnis auf der Welt analysiert, denn dies ist absolut notwendig, will man nicht im Dunkeln tappen. Eine Partei oder ein - sozialistischer oder nichtsozialistischer - Staat taumelt, wenn er die internationale Lage nicht analysiert, in den Abgrund. Doch die Welt in mehrere Welten einzuteilen, diese mit arabischen oder römischen Ziffern zu versehen, sich selbst in eine von ihnen zu integrieren und diese imaginäre Einteilung auch den anderen aufzwingen zu wollen - das ist unannehmbar. Wie kann sich ein sozialistisches Land mit der «dritten Welt» identifizieren, also mit Ländern, in denen Ausbeuterklassen und Unterdrückung herrschen, wie kann es sich in eine Reihe mit den Königen und Schahs stellen, wie die Chinesen selbst bekennen, wenn es den Völkern dieser Länder Hilfe und Unterstützung auch geben kann, ohne sich selbst in diese «Welt» einzubeziehen und ohne die Welt dreizuteilen? Unser Standpunkt ist weder einseitig noch zweideutig, wie uns die Chinesen vorwerfen, sondern leninistisch und entspricht der Wirklichkeit. Wir helfen mit der klassenmäßigen Analyse der Lage und der richtigen Klassenhaltung in erster Linie .den Völkern, dem Proletariat, der Freiheit, der Unabhängigkeit und der wirklichen Souveränität der Völker und ganz ausgesprochen nicht den Staaten, in denen Könige, Schahs und reaktionäre Cliquen herrschen. Wir helfen den Völkern und jenen demokratischen Staaten, die sich wirklich vom Joch der Supermächte befreien wollen. Wir betonen, dass diese Aufgabe nicht richtig und auf klassenmäßigem Weg erfüllt werden kann, wenn man nicht auch die Schahs, die Könige und die internationalen Konzerne bekämpft. Die Chinesen irren, wenn sie diesen Kampf so verstehen und meinen, sie lösten dieses verwickelte Klassenproblem, indem sie in dieser imaginären Welt aufgehen, einer Welt, die weder Kopf noch Fuß hat, die man vielmehr als Staatengruppierung mit unterschiedlichen Regimen und unterschiedlicher Politik betrachten kann. Nicht alle diese Staaten sind, wie die Chinesen behaupten, für den Befreiungskampf, gegen die «zweite» oder die «erste Welt», und auch nicht für den Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus oder den sowjetischen Sozialimperialismus.

Die Strömung der Völker der Welt geht dem Befreiungskampf, der Revolution, dem Sozialismus entgegen, doch dies kann nicht der Weg der Cliquen jener Staaten der «dritten Welt» sein, die man alle in einen Topf geworfen hat. Als Teil dieser «dritten Welt» versteht sich auch China selbst, so wie sich Tito der «blockfreien» Welt zurechnet. Beide Seiten sind bemüht, sich beim Verkauf von «Eintrittskarten» für ihre jeweilige Welt den Rang abzulaufen.

Der Standpunkt, den wir bei unserer Analyse einnehmen, baut auf der klassenmäßigen Einteilung der Welt durch Lenin auf. Diese Analyse hindert uns nicht daran, gegen die beiden Supermächte zu kämpfen und allen Völkern und Staaten, die nach Befreiung streben und Widersprüche zu den beiden Supermächten haben, zu helfen. Kann sein, dass wir auch dem einen oder anderen König oder Fürsten helfen, wenn es die Situation und das Interesse des Volkes des betreffenden Landes erfordern, doch die Prinzipien der sozialistischen Ordnung, ihre Klassennatur zu verhehlen, den Marxismus-Leninismus und die ideologischen und politischen Normen der Partei des Proletariats zu verheimlichen und zu entstellen, das ist antimarxistisch, ist Betrug und Heuchelei. Die Partei der Arbeit Albaniens hat dies nie getan und wird es nie tun, denn das wäre ein unverzeihliches Verbrechen an ihrem eigenen Volk, an den anderen Völkern, am Weltproletariat und an der Weltrevolution.





SONNTAG, 16. JANUAR 1977



WARUM DIESE VARIATIONEN IN DER CHINESISCHEN STRATEGIE?

Ich möchte nun in diesen Aufzeichnungen einige Gedanken Über ein paar der haltlosen und trotzkistischen Kritiken niederlegen, die die Kommunistische Partei Chinas bei Treffen mit Genossen verschiedener marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien der Welt hinter dem Rücken der Partei der Arbeit Albaniens an dieser geübt hat. Die Chinesen rufen sie nach Peking oder in ihre Botschaften in verschiedenen Ländern der Welt und behandeln mit ihnen, entsprechend ihrer eigenen Strategie und Taktik, Probleme der internationalen Politik und der kommunistischen Weltbewegung. Bei einigen dieser Probleme befinden sie sich in flagrantem Gegensatz zur Strategie und zur Linie unserer Partei.

Doch heute möchte ich auf die Frage eingehen, die die chinesischen Führer mit der Behauptung aufgeworfen haben, es sei ein anti-chinesischer Standpunkt, wenn wir sagen, man dürfe sich nicht auf einen Imperialismus stützen, um einen anderen Imperialismus zu bekämpfen.

Die chinesischen Revisionisten verlangen von jeder marxistisch-leninistischen Partei, dass sie getreulich den verschiedenen Varianten ihrer Strategie folgt. Auf ihrem 8. Parteitag richtete die Kommunistische Partei Chinas ihre Strategie darauf aus, alle Kräfte zusammenzuschließen, mit denen ein Zusammenschluss möglich war, und mit der Sowjetunion an der Spitze einen scharfen, ununterbrochenen Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus zu führen.

Später, auf dem 9. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, änderte sich ihre Strategie. Sie verlangte nun, dass man mit aller Kraft und gleichzeitig sowohl gegen den amerikanischen Imperialismus als auch gegen den sowjetischen Sozialimperialismus als die wütendsten Feinde der Völker zu kämpfen. Auf diesem Parteitag wurde auch gesagt, man müsse so kämpfen, dass sowohl dem amerikanischen Imperialismus als auch dem sowjetischen Sozialimperialismus das Grab geschaufelt werde.

Auf dem 10. Parteitag änderte sich diese Strategie erneut, und man ging vom Kampf an beiden Fronten zum Kampf an einer Front über. Im sowjetischen Sozialimperialismus sah man den größten Feind der Menschheit, während der amerikanische Imperialismus ins zweite Glied rückte. Wir können also feststellen, dass auf jedem Parteitag eine neue Strategie auftaucht. Die Strategie unserer Partei bleibt dagegen unverändert, unsere Linie ist: es gibt zwei Hauptfeinde der Völker, des Sozialismus und des Kommunismus - den amerikanischen Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus mit allen ihren Verbündeten, der reaktionären Großbourgeoisie.

Unsere Schlussfolgerung, dass man sich nicht auf einen Imperialismus stützen kann, um einen anderen zu bekämpfen, ist also die Konsequenz aus der unbeirrbaren Strategie der Partei der Arbeit Albaniens. Diese unbeirrbare und beständige Strategie unserer Partei auf dem marxistisch-leninistischen Weg nennen die Chinesen eine anti-chinesische Strategie! Doch warum nennen sie sie eine anti-chinesische Strategie? Daran ist etwas Wahres: die Chinesen stützen sich auf den amerikanischen Imperialismus gegen den sowjetischen Sozialimperialismus.

Ich meine, das Sich-Stützen der Chinesen auf den amerikanischen Imperialismus ist nicht etwa fiktiv. Seit Tschou En-lais und später Maos Treffen mit Kissinger, Nixon, Schlesinger und einer ganzen Masse von Spezialistengruppen des amerikanischen Senats, der amerikanischen Großfinanz und Schwerindustrie hat sich bestätigt, dass dieses Sich-Stützen real ist.

Natürlich machten sich die beiden Seiten, als sie die Gespräche begannen, gegenseitig Zugeständnisse. Das Ziel des amerikanischen Imperialismus ist, China auf seine Seite zu bringen, zu verhindern, dass es sich auf die Seite der Sowjetunion stellt. Natürlich hat auch China seine eigenen Absichten: es möchte zur Supermacht und zum Gegengewicht gegen die beiden anderen Supermächte werden. Dazu braucht es jedoch Zeit, Mittel, moderne Waffen, und die Kommunistische Partei Chinas hat sich dabei, wie sich nun zeigt, für den Weg entschieden, sich auf den amerikanischen Imperialismus zu stützen.

Hat China von den Vereinigten Staaten von Amerika Hilfen erhalten? Wir können es nicht belegen, aber wir glauben, dass es welche erhalten hat. Wir stützen uns dabei auf das, was die amerikanischen Zeitungen schreiben, auf die Reden des Präsidenten Ford, die Anspielungen Kissingers und die offizielle Unterstützung, die er China in einer Rede zu Teil werden ließ, in der er sagte, das Gleichgewicht in den internationalen Beziehungen werde eine große Verschiebung erfahren, falls China von irgendeiner anderen Macht angegriffen werde, und das werde gewichtige Folgen nach sich ziehen. Dies sind in etwa die Worte, die Kissinger gebrauchte. Wie dem auch sei, die Vereinigten Staaten von Amerika bewilligten China 10 Boeing-Flugzeuge, ohne noch diplomatische Beziehungen zu ihm aufgenommen zu haben - es gibt bisher nur ein amerikanisches Büro in China und umgekehrt ein chinesisches Büro in Washington. Über diese Verbindungsbüros, d.h. unter ihrer Abschirmung, wurde und wird der Austausch zahlloser Delegationen, bekanntgegebener oder nicht bekanntgegebener, abgewickelt. Doch es geht nicht nur um die Boeings, denn letzten Endes kann man ein Flugzeug als eine Handelsware betrachten, die die Vereinigten Staaten der ganzen Welt verkaufen. Aus den Reden Fords vor dem Senat wird ersichtlich, dass China von Amerika wohl auch Computer gekauft hat. Diese Computer, wichtige Anlagen, dienen unter anderem auch der Überwachung leistungsfähiger Radarsysteme und der Zielleitung von aus Flugzeugen abgefeuerten Fernlenkgeschossen. Dies erregte in den Vereinigten Staaten von Amerika großes Aufsehen und löste eine Polemik aus, tatsächlich erfahren wir aber, dass China nach dem Kauf dieses Computers bzw. dieser Computer damit begonnen hat, die Erdölförderung zu intensivieren, denn solche Anlagen sind hochgradig perfektioniert und dienen sowohl der zivilen als auch der Kriegsindustrie.

Natürlich bestand auch die Angst, mit diesem Schritt könne das Gleichgewicht gestört werden, und deshalb boten die Vereinigten Staaten von Amerika, wie wir in der Presse gelesen haben, auch der Sowjetunion solche Computer an. Die Chinesen haben von den Amerikanern möglicherweise auch noch andere wichtige militärische Patente erhalten und werden sie, glaube ich, auch in Zukunft erhalten. Deshalb sage ich, dass das Sich-Stützen der Chinesen auf die Vereinigten Staaten von Amerika nicht fiktiv, sondern real ist.

Doch warum geben die Vereinigten Staaten von Amerika China diese Dinge? Sicherlich haben sie ihre strategischen Ziele. Die Vereinigten Staaten von Amerika möchten, dass China aufrüstet, jedoch für den Angriff gegen die Sowjetunion und nicht gegen sie. Das heißt, sie werden die Waffen, die sie China liefern, wohl zu bemessen wissen. Die Waffen, die Patente oder Lizenzen zur Waffenproduktion, die die Vereinigten Staaten von Amerika China geben werden, werden diesem auch dazu dienen, sich gegen einen möglichen sowjetischen Angriff zu verteidigen. So schließen die Amerikaner einen Zusammenstoß zwischen China und der Sowjetunion nicht aus, sie wünschen ihn sogar, deshalb helfen sie China mit Waffen und schüren so die Wut des sowjetischen Imperialismus.

Den Amerikanern geht es noch um etwas anderes: wenn China aufrüstet und dem sowjetischen Sozialimperialismus eine relativ starke Macht entgegensetzt, dann muss die Sowjetunion, so denken die Vereinigten Staaten von Amerika, Truppen aus Europa abziehen, um sie an die lange Grenze mit China zu verlegen. Außerdem werden die Vereinigten Staaten von Amerika mit diesem Vorgehen wie schon in anderen Ländern auch im chinesischen Volk ihrer Lebens- und Denkweise Auftrieb geben, denn eine derart substantielle Hilfe der Amerikaner wird natürlich bei der chinesischen Führung Sympathie wecken, aber auch in der chinesischen Armee wird eine alte Freundschaft neu belebt werden. Es wird auch nicht ausbleiben, dass die amerikanische Lebens- und Denkweise in das Volk eindringt. Deshalb haben die Vereinigten Staaten von Amerika in China nicht nur einen großen Markt gefunden, wo sie ihre Waren absetzen und die chinesischen Rohstoffe aufsaugen können. Es ist auch so, dass unter den Waren, die sie exportieren werden, die Rüstungsgüter ganz oben stehen werden, denn die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion sind zu den größten Waffenlieferanten der anderen Staaten geworden.

Die Amerikaner kennen die Mentalität des chinesischen Volkes und der chinesischen Führer genau. Im Bewusstsein des chinesischen Volkes haben vor über 2000 Jahren die konfuzianischen Ansichten Wurzeln geschlagen, während die Periode des Aufbaus des Sozialismus (so wie dieser Sozialismus in China eben aufgebaut wird) einen sehr kurzen Zeitraum darstellt. Konfuzianische Anschauungen gibt es im chinesischen Volk wie in der chinesischen Führung, die nicht von ihren Überresten gereinigt worden sind, sehen wir doch, und die Tatsachen sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache, dass es in der chinesischen Führung eine Reihe von Fraktionen gibt, sehen wir doch, dass Komplotte zum Sturz der einen oder der anderen eingefädelt, organisiert und aufgelöst werden, dass Morde und viele andere Handlungen angezettelt werden, die, leider, auch der alten chinesischen Mentalität entsprechen. Bis zu einem gewissen Grad werden diese Überreste auch heute, da in China die Volksrepublik proklamiert ist, weiter genährt.

Die Vereinigten Staaten von Amerika studieren all diese Fragen genau. Der amerikanische Imperialismus hatte im Raum des Pazifik, in Japan, Korea, China, Vietnam, Indien und anderswo immer außerordentlich große Interessen. Deshalb haben sich die amerikanischen Sinologen an die Arbeit gemacht und systematisch jede Situation analysiert, d.h., sie haben die politischen Tendenzen, die politischen Ansichten im Volk und in der Führung untersucht und die Probleme so behandelt, dass sie im Interesse der Amerikaner gelöst werden oder doch beginnen, im Interesse der Amerikaner gelöst zu werden.

Der 10. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas vollzog also mit dem Bericht, den Tschou En-lai dort hielt, eine Wendung in der Strategie Chinas hin auf das Sich-Stützen auf die Vereinigten Staaten von Amerika, und zwar nicht auf fiktive, sondern auf reale, konkrete Weise. China ist sehr daran interessiert, innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erstarken, den Tschou En-lai auf dem 10. Parteitag umriss, als er erklärte, China müsse es schaffen, bis zum Jahr 2000 eine «sozialistische Großmacht» zu werden. Natürlich sollte diese «sozialistische Großmacht» nach Ansicht der Gruppe Tschou En-lais wohl aus eigener Kraft, der Kraft Chinas, geschaffen werden, aber eben auch mit Hilfe einer Supermacht, und diese Supermacht war, den Anschauungen und Neigungen Mao Tsetungs und Tschou En-lais gemäß, der amerikanische Imperialismus. Die beiden hätten auch die Sowjetunion nehmen können, doch die war für sie ohne Bedeutung, brachte doch das Bündnis mit der Sowjetunion Mao Tsetung und Tschou En-lai nicht das ein, was sie sich erhofft hatten. So wurde die Wendung hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika vollzogen. Die Richtung dieses Schwenks war auch von militärischen Gesichtspunkten bestimmt, mit denen die Chinesen nicht herauskommen, an die sie aber denken. Und hierin liegt auch die Verlogenheit der Propaganda, die ihre Strategie erläutert: die Sowjetunion sei in erster Linie eine mächtige Landmacht. Wenn es einen Angriff gebe, der eine gewisse Wirkung auf China haben könne, so sei dies in erster Linie der Angriff, der von den Grenzen mit der Sowjetunion her komme, die über eine starke konventionelle Bewaffnung verfüge, aber auch mit modernen Waffen, mit Atombomben gut gerüstet sei, ganz zu schweigen von der Kriegsflotte, die derartig vergrößert und verstärkt worden sei, dass sie sogar dem amerikanischen Imperialismus und seinen englischen, japanischen und anderen Verbündeten Angst eingejagt habe. Die Strategie der Sowjetrevisionisten sei die Beherrschung der Welt, die Beherrschung der Meere und die Unterdrückung der Völker.

China ist also zu dem Urteil gekommen, einen möglichen Angriff habe es eher von der Sowjetunion als vom amerikanischen Imperialismus zu erwarten. Dieser wiederum durchschaut diese Situation und hat sie ständig durchschaut, hat er doch in den beiden ersten Weltkriegen, geschützt durch Ozeane, durch Flotten, durch die Waffen, über die er verfügte, und seine Wirtschaftskraft, die anderen in den Krieg gegeneinander gehetzt, sie sich gegenseitig morden und zerstören lassen, um schließlich selbst vom fremden Blut, das vergossen wurde, zu profitieren. Der amerikanische Imperialismus hat also immer die anderen zum Krieg aufgestachelt, um selbst zu profitieren. Das tut er auch heute mit China; er hilft ihm, damit es stark wird und gegen die Sowjetunion Krieg führt. Mag sein, dass die Vereinigten Staaten von Amerika China auch im Krieg helfen, trotzdem wird es aber das Blut des chinesischen und des sowjetischen Volkes sein, das fließen wird. Der Krieg kann sich in einen Weltkrieg verwandeln, so wie die beiden vorangegangenen Kriege, und die Vereinigten Staaten von Amerika können dann in der Endphase eingreifen, nachdem die anderen sehr hohe Verluste erlitten und Pyrrhussiege errungen haben.

China seinerseits verfolgt die Strategie, vom amerikanischen Imperialismus zu profitieren, der Sowjetunion nicht den Krieg zu erklären, sondern eine Politik zu betreiben, die ihm den Ruf einbringt, der Weltschiedsrichter bei der Uzung der Probleme zu sein. Dabei gründet der chinesische Standpunkt auf der Idee des großen Staates, auf der Größe des chinesischen Kontinents und auf der großen chinesischen Bevölkerung. Natürlich baut diese Politik auch auf der wirtschaftlichen und militärischen Stärke auf, die China in dieser Zeit zu erreichen gedenkt, deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn Hua Guo-feng, sollte er an der Macht bleiben, bzw. die Person, die ihn später ersetzt, beiden Supermächten gegenüber eine «behutsame» Politik empfehlen würde. Das hieße, Chinas Beziehungen zur Sowjetunion wären nicht mehr gespannt, auch zu den Vereinigten Staaten von Amerika unterhielte es gute Beziehungen, es würde dann die Beziehungen zur Sowjetunion weiter verbessern, um sich hier wie dort Hilfen zu holen und so in aller Ruhe seine wirtschaftliche und militärische Macht zu entfalten. Tatsache ist, dass China momentan in einem politischen, ökonomischen und organisatorischen Chaos steckt, das unbedingt behoben werden muss, da es sonst immer schwach bleiben und der Gnade der Großmächte ausgeliefert sein wird.

China muss seine Wirtschaft stärken, denn die chinesische Wirtschaft scheint gegenwärtig nicht stark zu sein. Es hat reiche Bodenschätze, doch sie müssen gefördert, angereichert und verarbeitet werden. Auch was die Rüstung anbelangt, ist China schwach. Zwar besitzt es eine Anzahl Atombomben, doch nach Aussage amerikanischer und westeuropäischer Fachleute braucht China noch etwa 20 Jahre, um den gegenwärtigen Rüstungsstand der Sowjetunion zu erreichen.

Deshalb ist es in dieser Situation durchaus möglich, dass wir Zeugen eines neuen Kurswechsels in der Politik der Kommunistischen Partei Chinas werden, will sagen, einer neuen Strategie, die sich von den vorherigen unterscheidet - der einstigen Strategie: Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus mit der Sowjetunion an der Spitze; der Strategie: gleichzeitig Kampf gegen den Arneerikanischen Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus, dann der Strategie: vereint auch mit dem amerikanischen Imperialismus Kampf gegen die Sowjetunion. Es ist möglich, dass die Chinesen zu einer neuen Strategie übergehen: Friede an beiden Fronten, Freundschaft mit der Sowjetunion, Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Wie es scheint, ist China bestrebt, diese Strategie zu verfolgen, und das kann ihm auch gelingen.

Natürlich können wir China auf diesem Weg niemals folgen, auch wenn wir damit allein bleiben; doch wir meinen, dass diese Variationen in der chinesischen Strategie sein Prestige auf der Welt nicht heben werden. Die Völker und die fortschrittlichen Menschen auf der Welt werden begreifen, dass die Partei der Arbeit Albaniens, eine kleine Partei, eine konsequente und richtige Politik verfolgt, eine beständige, marxistisch-leninistische Politik, und dass der Marxismusleninismus eine unfehlbare Theorie ist.





DIENSTAG,25. JANUAR 1977





DIE «THEORIE» VON DER «DRITTEN WELT» IGNORIERT DEN KLASSENKAMPF

Die These: «Die dritte Welt ist die größte und mächtigste Triebkraft der Revolution» und andere sind anti-marxistische, konterrevolutionäre Thesen, aufgebracht von Mao Tsetung und seinen chinesischen Schülern (alles sogenannte Marxisten). Diese Thesen, gewonnen aus «einer marxistisch-leninistischen Untersuchung der Weltlage und ihrer Entwicklung», stellen für die Weltrevolution und die nationalen Revolutionen einen ernsten Hemmschuh dar. China und sein Führer Mao, denen ein Ruf anhängt, dem sie in Wirklichkeit nicht gerecht werden, bezeichnen sich selbst als Teil der «dritten Welt», wobei sie es darauf anlegen, den Klassenkampf auf nationaler und internationaler Ebene noch mehr zu schwächen.

Doch wer sind diese Staaten der «dritten Welt»? Bis heute wurde noch keine «Liste» herausgegeben, und das ist gewiss auch unmöglich. Mao und seine Adepten sagen nur, es seien jene Staaten, die weder zur «ersten» noch zur «zweiten Welt» gehören. Die «erste Welt» zu bestimmen, fällt ihm leicht: es sind dies die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion; die «zweite Welt» sind die «entwickelten Staaten», doch welches diese Staaten sind und warum sie es sind, wird nicht gesagt, und der Rest ist die «dritte Welt». Diese Einteilung, die keinerlei wissenschaftliche und klassenmäßige theoretische Grundlage hat, erscheint lächerlich!! Und das ist sie in der Tat. Die ganze «theoretische» Begründung dieser Einteilung besteht darin, die «dritte Welt» strebe nach Befreiung vom Sozialimperialismus und vom Imperialismus. Diese These ist keinesfalls marxistisch-leninistisch. Nur die können meinen, sie sei es, die vergessen, dass sich die Welt in Kapitalisten und Proletarier teilt, die nicht zugeben, dass der Graben, die Kluft zwischen diesen beiden Klassen durch den Klassenkampf täglich größer wird und sich vertieft, die nicht auf der Seite der Unterdrückten gegen die Unterdrücker stehen, die diesen Klassenkampf zwischen den Kapitalisten und dem Proletariat nicht vorantreiben.

«Die Nationen wollen Freiheit, die Völker wollen Revolution» usw., sagt Mao. Das stimmt, doch gegen wen müssen die Völker kämpfen? Seine Aussage darüber ist nicht vollständig. «Gegen die Sowjetunion, den Hauptfeind, und in zweiter Linie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika», sagt Mao. Gegen die sie unterdrückenden Kapitalisten im eigenen Land müssen diese Völker nicht kämpfen? Diesen Kampf erwähnt Mao nicht, denn nach ihm darf es ihn nicht geben, da er globalisiert.

Mao formuliert auf anti-marxistische Art und Weise die These von der «dritten Welt» und bezieht sich selbst in diese Welt mit ein, um sie zu beherrschen. Er übersieht die Cliquen der Schahs, der Könige, der faschistischen Generale, die Cliquen der Scheichs, der Emire und all der Kasten Indiens, Afghanistans, Pakistans usw., die brutal über die Völker herrschen und so eng mit den imperialistischen und sozialimperialistischen Mächten verbunden sind! Wenn also China diese engen Verbindungen, ihren Zweck und ihre Entwicklung ignoriert, dann sind seine Führer Antimarxisten. Und das sind sie tatsächlich.

Wie können nur die Marxisten-Leninisten die Länder und Völker, die nach Befreiung vom Joch des nationalen und internationalen Kapitals streben, mit den sie unterdrückenden und ausbeutenden kapitalistischen Cliquen durcheinander werfen?! Wie kann man zur Befreiung und zur Revolution gelangen, wenn man keinen Unterschied zwischen den Unterdrückern und den Unterdrückten, den Ausbeutern und den Ausgebeuteten macht, und wenn zwischen ihnen kein Kampf stattfindet?! Nicht allein, dass Mao Tsetung mit der Theorie der «drei Welten» gerade diesen Unterschied nicht macht, er kämpft sogar, den Klassenkampf auf nationaler und internationaler Ebene aus der Welt zu schaffen, zu ersticken.

Das China Mao Tsetungs wiegelt von antileninistischen Positionen aus zum Kampf gegen die Sowjetunion auf und schwächt den Kampf gegen die Vereinigten Staaten von Amerika ab. Diese Politik ist ganz und gar anti-marxistisch, schürt den imperialistischen Weltkrieg, anstatt ihn zu schwächen und zu erschlagen, weil es die Völker sind, die von allen Leiden betroffen sind, die ihr Blut vergießen, die ins Elend stürzen. China schürt die Raubkriege und hemmt die gerechten, revolutionären Kriege.

Die chinesische Führung und Mao wollen nicht wahrhaben, dass die in der Mehrzahl der Länder der «dritten Welt» herrschenden Cliquen von der Technologie, den modernen Waffen und den Krediten des amerikanischen Imperialismus und des sowjetischen Sozialimperialismus abhängig sind. Diese Abhängigkeit, insbesondere die von den Vereinigten Staaten von Amerika, nennen die chinesischen Revisionisten «Fortschritt»

Für sie bewaffnet und finanziert das imperialistische Amerika die Schahs sowie die Generale Lateinamerikas, damit «diese ihre Länder und ihre Völker unabhängig machen»! Eine «schöne» Vorstellung von der Unabhängigkeit, eine «schöne», «richtige» und „marxistisch-leninistische» Vorstellung vom Imperialismus! Solche Vorstellungen haben Mao Tsetung und seine Adepten verbreitet und gefördert.

Die «Maotsetungideen» sind konterrevolutionär, streikbrecherisch, sie haben es übernommen und sind dabei, die marxistisch-leninistische revolutionäre Bewegung zu spalten, die aus dem Kampf gegen den chruschtschowschen modernen Revisionismus und die anderen revisionistischen Parteien hervorgegangen ist und sich in diesem Kampf konsolidiert hat. Die Gegensätze zwischen den Chruschtschowianern und den Maoisten sind nicht grundsätzlicher Natur, beide Strömungen sind anti-marxistisch, revisionistisch. Den Gegensätzen, die diesen Anschauungen entspringen, liegen die Rivalitäten der beiden imperialistischen Großmächte zugrunde, die eine ausgeformt und die andere im Aufstieg begriffen.

Wie wir die Chruschtschowrevisionisten entlarvt haben, so müssen wir auch die Maoisten entlarven.





MITTWOCH, 2. FEBRUAR 1977





«KLEINODE» DER CHINESISCHEN PRESSE

Merkwürdige Dinge schreibt die chinesische Presse unter der Rubrik des Kampfes der «Vier» gegen Tschou En-lai!

«Renmin Ribao» schrieb am 27. Januar: «Als die Vier ihre schwarze Hand nach der Stadt Paoting (Provinz Hopei) ausstreckten, wurde dort eine Zeit lang die Ruhe gestört, Spaltung hervorgerufen, und es kam zu bewaffneten Zusammenstößen.»

Die Armeezeitung beschuldigt am 23. Januar die «Vier» ebenfalls, sie hätten «die Redefreiheit verletzt, gewaltsam die Handlungen der revolutionären Massen unterdrückt, dem Volk die demokratischen Rechte und Freiheiten vorenthalten, vom Zentrum bis an die Basis Agententätigkeit betrieben» usw. usf. Sie schreibt, die «Vier» hätten Maos Linie «Lasst hundert Blumen blühen und hundert Schulen miteinander wetteifern» sabotiert.

Dieselbe Zeitung wirft den «Vier» in einem Artikel vom 24. Januar 1977 vor, sie hätten «die Befreiung Taiwans sabotiert, da das Schanghaier Kommuniqué zwischen China und den USA günstige Bedingungen für die Befreiung geschaffen» habe, und Tschang Tschun-tjiao habe «die Ausbildung von Kadern aus Taiwan nicht zugelassen».

In diesem Artikel heißt es unter anderem: «Hua Guo-feng kümmert sich sehr um die Brüder aus Taiwan, persönlich sorgte er für die Amnestierung aller inhaftierten Kriegsverbrecher, er ließ alle Spione der Amerikaner und Tschiang Kai-scheks frei, die im Gefängnis saßen, ebenso die Partei- und Regierungsangestellten der Kuomintang auf Distrikt- und Brigadeebene.» Diese Maßnahme, so die Zeitung, «erzog die Bevölkerung Taiwans gründlich und übte sowohl im In- als auch im Ausland großen Einfluss aus».

Solche revisionistischen «Kleinode» bringen die wichtigsten chinesischen Zeitungen! So verfährt die chinesische Presse, die natürlich diejenigen verteidigt, die nun die Macht usurpiert haben, und bringt damit ungewollt klar ans Licht, welch reaktionäre Macht mittlerweile in China errichtet worden ist. Und diese «Tatsachen» lassen die Schlussfolgerung zu, dass die «Vier» auf dem richtigen Weg gewesen sein müssen.

Die revisionistische Idee Mao Tsetungs von den «hundert Blumen» und den «hundert Schulen» zu bekämpfen, hiess für Tschou En-lai, Hua Guo-feng und Konsorten, antimarxistisch zu sein. Doch all diese Dinge und all diese Vorwürfe gegen die «Vier» führen zu der berechtigten Frage: Und was tat Mao? Warum griff er nicht ein, um diese «Abweichler» von seiner «unfehlbaren marxistisch-leninistischen» Linie in die Schranken zu verweisen?! Sah Mao sie nicht handeln? Las er in den Zeitungen nicht all jene «Ungeheuerlichkeiten», die die «Vier» anstellten? Berichtete ihm sein «Intimus», als der sich Tschou En-lai, der mit den «Vier» «erbittert kämpfte», nun entpuppt, nicht über all diese ihre Umtriebe?

Sehr geheimnisvolle, merkwürdige und widersprüchliche Dinge kommen ans Tageslicht. Wenn man Fragen stellt, tief in diese Probleme eindringt, dann stellt sich heraus, dass Mao Tsetung ein Revisionist, ein Liberaler war, der jeden auf Kosten Chinas sein Spielchen treiben ließ. Das wird belegt durch das .Motto von den «hundert Blumen» und den «hundert Schulen». «Wenn ihr euch nur nicht umbringt», lautete seine Ausrichtung, «könnt ihr euch ruhig gegenseitig stürzen. Ich, der 'große Steuermann' halte es dann mit dem, der siegt.» Das ist die Hauptidee. Was Tschou betrifft, so hielt er es teils mit Mao, teils aber auch nicht. Wäre er ganz auf Maos Seite gewesen, hätten sie gemeinsam die «Vier» «erbittert bekämpfen» und liquidieren müssen. Doch Tschou hatte nicht Maos vollständige Billigung, allerdings nicht, weil Mao das Problem richtig gesehen hätte. Tschou arbeitete im Stillen und wartete auf den Tod des «Vorsitzenden». All dies ist wahr und lässt sich durch nichts vertuschen. Marxistisch-leninistische Ideologie gab es dabei nicht, vielmehr spielte sich dort, wie ich schon in anderen Aufzeichnungen dieses Tagebuchs aufgezeigt habe, ein Kampf um die persönliche Macht ab, gab es eine Intrige, ein Komplott, einen Putsch nach dem andern.





MONTAG, 7. FEBRUAR 1977





SIE SÄTEN WIND UND ERNTEN NUN STURM!

Wir erhalten Informationen, nach denen die Chinesen Vertretender (marxistisch-leninistischen) kommunistischen Parteien Kolumbiens und Argentiniens nicht nur nach Peking, sondern auch in ihre Botschaft in Paris geladen und ihnen auch Geld angeboten haben, um sie zu korrumpieren, alles in der Absicht, sie dazu zu bringen, die Unterschrift ihrer Parteien unter der gemeinsamen Erklärung der acht marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Länder Lateinamerikas zurückzunehmen, die aus ihrer Beratung im November 1976 hervorging. Die Genossen der beider Parteien waren entrüstet über dieses skrupellose, feindliche und so gemeine Vorgehen der Chinesen. Sie wiesen diese so schändlichen und feindlichen Angebote und Taten kategorisch zurück. Natürlich hatten von diesem Vorgehen der Chinesen auch andere Genossen marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien Europas erfahren und waren entrüstet.

Es kann einem wirklich leid tun um das chinesische Brudervolk und die wahren marxistisch-leninistischen chinesischen Genossen, wenn man sieht, in welche Fiebersümpfe, in welchen Schmutz und in was für einen Abgrund die chinesischen Revisionisten, die die Macht übernommen haben, China führen. Doch man muss mit dem Messer in das Geschwür fahren, damit der Eiter herauskommt, das chinesische Volk also sieht, wo der Wundherd sitzt, und die Kräfte mobilisiert, um seinen Körper von dieser Pest zu heilen, die ihm an der Gurgel sitzt und den Atem nimmt.

Sollen genauso auch alle wahren Marxisten-Leninisten auf der Welt sehen, was für ein verlogener «Marxismus-Leninismus» in China von einer Reihe von Führern ausgeklügelt wurde, die sich mit der marxistischen Theorie tarnten, um ihren Rechtsopportunismus, ihren Revisionismus und ihre Verbindungen mit der inneren und der internationalen Bourgeoisie zu verbergen.

Mao, dem Hauptakteur dieser Tragödie. wurde nach seinem Tod die Maske vom Gesicht gerissen. Er war als «großer Marxist-Leninist» in die Geschichte eingegangen und konnte, solange er lebte, Völker, Parteien und Menschen betrügen, doch zu guter Letzt wurde sein Spiel, das Spiel eines um die Entstellung des Marxismus-leninismus «verdienten» Schauspielers aufgedeckt. Sein Lebenslauf, die Entwicklung der Strategie und Taktik der Kommunistischen Partei Chinas, die von Mao persönlich festgelegt wurden, und die gegenwärtige Lage in China bestätigen nun die Thesen der Partei der Arbeit Albaniens, die schon früh, schon in den sechziger Jahren, die ersten Anzeichen dieser ideologischen Entartung festgestellt hatte, einer Entartung, die sich allmählich entwickelte, so wie sich auch unsere Zweifel allmählich entwickelten und präziser wurden.

Unser 7. Parteitag machte den chinesischen Revisionisten einen dicken Strich durch die Rechnung, deshalb handelten sie wie Wahnsinnige. Wie die chinesischen Revisionisten innerhalb Chinas verfuhren, mit dem Staatsstreich, den sie mit Hua Guo-feng an der Spitze durchführten, so gingen sie auch außerhalb des Landes vor, und zwar in erster Linie gegen den unbezwingbaren Feind des modernen Revisionismus, die Partei der Arbeit Albaniens. Doch sie rannten mit dem Kopf gegen die Wand und holten sich dabei eine blutige Nase! Sie säten Wind und ernten nun Sturm! Die chinesischen Revisionisten meinten, sie könnten uns einschüchtern, dachten, sie würden uns mit ihrem großen Leib die Luft abdrücken oder uns isolieren, glaubten, der «Kult der Toten» werde dieselbe Rolle spielen wie ihr Kult, als sie noch lebten.

Doch Mao Tsetung und Tschou En-lai waren schlau, beide manövrierten, verstanden sich auf Winkelzüge, wussten Politik zu machen, während der Titular des chinesischen Ministeriums des Innern, Hua Guo-feng, meinte, die Gesetze seiner Geheimpolizei könnten die revolutionäre Theorie von Marx und Lenin ersetzen. Gerade hierbei rannte er sich den Kopf ein.

In vielen Schlüsselproblemen, so bei den antimarxistischen Beschlüssen, mit denen verschiedene Male die Strategie der Kommunistischen Partei Chinas geändert wurde, bei der antimarxistischen Haltung, die man einnahm, als man die Briefe der Partei der Arbeit Albaniens nicht beantwortete, als man zu den Parteitagen der anderen marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien keine Delegationen der Kommunistischen Partei Chinas schickte und auch zu den eigenen Parteitagen keine Delegationen anderer Parteien einlud, bei der Ablehnung von Beratungen mit Vertretern vieler marxistisch-leninistischer Parteien, in der Frage der Einteilung der Welt in «drei Welten», beim Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika und in vielen anderen Problemen waren Mao und Tschou aktiv, doch sie machten keine Affäre daraus, zwangen sich denen, die nicht mitmachen wollten, nicht offen auf. Sie bedienten sich «geschmeidiger» Taktiken, während die «Freunde», die nach ihnen kamen, weder mit dem Verstand noch mit der Befähigung der Verstorbenen gesegnet, «auf die Bullentour» kamen, zum Knüppel griffen und erklärten: «Alles, was China getan hat und tut, alles, was Mao Tsetung und Tschou En-lai gesagt und getan haben, ist heilig, deshalb müssen alle vor ihnen auf die Knie fallen.»! Und damit schnitten sie sich ins eigene Fleisch.

Die Verbindungen der Kommunistischen Partei Chinas mit den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt besorgt gegenwärtig ein gewisser Geng Biao, ein Antimarxist, der nach Belieben schaltet und waltet. Niemand verlangt Rechenschaft von ihm. Den Inhalt und die Formen der Verbindungen mit den anderen Parteien entwickelt er sowohl ideologisch als auch organisatorisch von den anti-marxistischen, den revisionistischen Positionen der chinesischen Führung aus, den Positionen einer Großmacht und einer großen Partei. Wir für unseren Teil haben mit dieser äußerst zweifelhaften Person und ihrer Abteilung, die nichts ist als ein «Wespennest», keinerlei Verbindungen unterhalten und tun dies auch jetzt nicht.

Wir haben Geng Biao schon vor längerem kennengelernt, als er für kurze Zeit chinesischer Botschafter in Tirana war. Kaum war er von hier weggegangen, wurde er Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas. Nach unserem 7. Parteitag wurden die Beziehungen zwischen der Kommunistischen Partei Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens aus ihrer Lethargie gerissen, und dieser gewisse Agent, Geng Biao, erhob die Nichtteilnahme marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien am Parteitag einer Partei zur Prinzipienfrage, erhob zum Prinzip, es dürfe keine Beratungen von Vertretern mehrerer Parteien geben. Für ihn sind nur «bilaterale Treffen» «legal», denn bei solchen Treffen kann er intrigieren, kann er verleumden, kann er korrumpieren, kann er denen, mit denen er redet, drohen, ihnen «ein X für ein U vormachen».

Dieser gewisse Leiter versucht, allen die Politik des chinesischen Staates aufzuzwingen. Dieser Geheimagent hat doch tatsächlich vor Militärkadern eine Rede gehalten, in der er sagte: «Angesichts der sowjetischen Gefahr ist die amerikanische Präsenz im Fernen Osten, in Japan und auf den Philippinen notwendig, die Taiwanfrage ist zweitrangig, einige 'revolutionäre Starrköpfe' verstehen die Strategie Chinas nicht, dass nämlich die NATO, das 'Vereinte Europa', die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die von der Sowjetunion bedroht werden, unterstützt werden müssen. Dieser gewisse Geng Biao, der wie ein Advokat Verteidigungsreden für den amerikanischen Imperialismus hält, warum sollte er nicht auch ein Agent der Amerikaner sein?

Auf jeden Fall ist er ein geschworener Feind des Marxismus-Leninismus, des Sozialismus und des Kommunismus, der Partei der Arbeit Albaniens und des albanischen Staates, ein Feind der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt. Geng Biao und sein Chef Hua Guo-feng konzipieren und betreiben mit allen Mitteln den Kampf gegen die marxistisch-leninistische Ideologie überall auf der Welt, den Kampf gegen das Prinzip des proletarischen Internationalismus sowie die Einheit der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien und des Weltproletariats, die gegen die beiden Supermächte, gegen die Oligarchien, gegen den Weltkapitalismus kämpfen.

Die Kommunistische Partei Chinas hat mit diesen Leuten an der Spitze den Weg der Spaltung eingeschlagen, der Schaffung von «Parteien» und «Gruppen», die sich von opportunistischen, revisionistischen, eklektischen maotsetungschen Ideen leiten lassen. Diese neuen Revisionisten werden sich mit jedem Tag mehr entlarven, tiefer im Sumpf versinken, aus dem sie nicht anders herauskommen können, denn als dritte Supermacht. Und Maos Partei wird die Farbe, die Merkmale und den ideologischen Inhalt der «Kommunistischen» Partei der Sowjetunion, der Chruschtschowianer annehmen und deren strategische Ziele verfolgen.





SAMSTAG, 12. FEBRUAR 1917





«HIMMLISCHE» ARGUMENTE!

Was wir nicht alles zu hören bekommen!!

Die chinesische Zeitung «Renmin Ribao», das Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, schreibt zur Entlarvung der «Vier» unter anderem: «Auch die Götter sind empört über den Verrat der Viererbande.»

Anscheinend «ging Mao hin und wurde von den Göttern in Audienz empfangen» (wie er zu Edgar Snow gesagt hatte), bei denen er sich dann über seine Frau Djiang Tjing und ihre Genossen beklagt hat!! Nicht einmal die konservativste, reaktionärste Bourgeoisie greift zu solchen Eseleien, um ihre Feinde anzuprangern.

Die heutigen chinesischen Führer sind nicht nur Antimarxisten, sie haben auch jedes Maß an gesundem Menschenverstand eingebüßt. Wie es scheint, stecken sie in grossen Schwierigkeiten, weil niemand ihren «materiellen» Argumenten gegen die «Vier» glaubt. Deshalb haben sie nun begonnen, «himmlische» Argumente ins Feld zu führen!





MONTAG, 14. FEBRUAR 1977





DER «WINKELADVOKAT» DER VERROTTETEN CHINESISCHEN LINIE

Die revisionistische Linie der Kommunistischen Partei Chinas hat wieder einmal Zuwachs von einem weiteren gehorsamen Soldaten zu verzeichnen. Es ist Kazimierz Mijal, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Polens. Nach Hill aus Australien, nach dem Franzosen Jurquet tritt nun ein weiterer Renegat des Marxismus-Leninismus auf, um die marxistisch-leninistischen Thesen des 7. Parteitags der Partei der Arbeit Albaniens anzugreifen. Er schickte uns diese Kritiken schriftlich, in einem Brief. Angeblich sind es Beschlüsse des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Polens, mit dem er seit 7 oder 8 Monaten keinerlei Verbindung mehr hat. Der Brief kommt angeblich aus Warschau, doch auch dorthin hat Mijal keinerlei Verbindung. Diese ganze verlogene Inszenierung, mit der er seinen revisionistischen «Thesen» Bedeutung verleihen, den Eindruck erwecken will, er sei prinzipienfest und leite kollektiv, hat den Zweck, uns vorzumachen, die an die Partei der Arbeit Albaniens. gerichteten Kritiken stammten vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Polens und durchaus nicht von den Chinesen, seien ihm nicht in Peking oder später, nach dem 7. Parteitag, vom chinesischen Botschafter in Tirana eingeflüstert worden.

Der polnische Revisionist Mijal ist zu einem Lakaien der Chinesen geworden. Was die Probleme, in denen er uns nun angreift, und viele andere Thesen anbelangt, so war er früher ausdrücklich für unsere Thesen und gegen die Kommunistische Partei Chinas. Das ist in Protokollen dokumentiert. Nun hat er die Fahne gewechselt. Warum wohl? Weil er nicht nur ein getarnter Revisionist, sondern möglicherweise auch ein - auf die uns bekannte dramatische Art und Weise - zu uns geschickter Agent ist. Wir haben ihn aufgenommen, Opfer gebracht und alles getan, damit er sich während seines Aufenthalts hier wie in seinem eigenen Land fühlen konnte.

In den politischen und ideologischen Auffassungen gab es zwischen uns und ihm keinerlei Widersprüche, nur eines rieten wir ihm: es sollten außerhalb Polens über einen vom ZK der Kommunistischen Partei Polens entsandten Genossen Verbindungen hergestellt werden, denn diese Verbindungen konnten nicht über unsere Botschaft erfolgen.

Anfangs äußerte sich Mijal nicht sehr begeistert über China, aber auch nicht dagegen. Allmählich vertiefte er die Kritik und war gegen eine Reihe von chinesischen Thesen, verurteilte sie. Als er einmal nach China fuhr, behandelten sie ihn dort äußerst geringschätzig. Daraufhin kam er wutschnaubend aus Peking zurück und zog über die Chinesen her. Gut, bis hier war alles normal, nichts gab uns Grund zu zweifeln.

Doch dann, nachdem er einige verdächtige Handlungen begangen hatte, begann Mijal mit revisionistischen Thesen die Beschlüsse und Handlungen unserer Partei zu kritisieren. Das veranlasste uns zu noch größerer Wachsamkeit. Wir beantworteten seine Kritiken, .und er schien verwirrt zu sein. Er ging danach noch weiter, bis er uns dann den besagten Brief schickte, in dem gegen unseren 7. Parteitag und für die revisionistische chinesische Linie Stellung bezogen wird. Das heißt, als Mijal sah, dass wir Widersprüche zu den Chinesen hatten, schwenkte er um.

Steht Mijal womöglich (und das ist eine Vermutung) im Dienst der Sowjets, wurde er in bestimmter Absicht nach Albanien geschickt? Hatte er vielleicht die Aufgabe, in der Situation, die zwischen uns und den chinesischen Führern entstanden war, im Interesse anderer das Vertrauen der letzteren zu gewinnen? Dies ist eine «wichtige Aufgabe», die der polnische und der sowjetische Geheimdienst Mijal, der nach unserem Parteitag begann, uns offen anzugreifen, übertragen haben könnten. Die Chinesen freuen sich über diese räudige Ziege, die da in ihren Stall getrottet ist.

Doch kommen wir zurück auf den Brief, den dieser Lakai der chinesischen Revisionisten unserer Partei geschrieben hat.

Kazimierz Mijal kritisiert uns in zwei Fragen, die er «politische und ideologische Fehler», «verhängnisvolle, anti-leninistische und anti-stalinistische Fehler» nennt, weil sie nicht mit den «Maotsetungideen» übereinstimmen. Er verdreht die Ideen und Handlungen Lenins und Stalins, attackiert die beiden, attackiert die Partei der Arbeit Albaniens, himmelt Mao und seine revisionistischen Ideen mit Formeln an, die angeblich theoretisch, in Wirklichkeit aber nur banale Argumentationen der kapitalistischen Propaganda, der Phrasendrescherpropaganda sind, also keinen Funken marxistisch-leninistischer Ideologie an sich haben, sondern von den Chinesen als «Krücke» für ihre revisionistischen Ideen erfunden worden sind.

Was für Widersprüche hat Kazimierz Mijal zu uns? Es sind zwei

1) Die «dritte Welt».

2) Er besteht darauf, es gebe keine zwei Hauptfeinde für die Völker der Welt, sondern nur einen, und zwar immer einen.

Die Thesen unseres Parteitags sind bekannt, deshalb werde ich richt lange darauf eingehen, sondern ein wenig die revisionistischen «Kostbarkeiten» dieses Renegaten, dieses «Winkeladvokaten» der wurmstichigen chinesischen Linie kommentieren.

1) Dass die «dritte Welt» eine «These Maos» ist, kann er nicht verbergen, auch wenn er sagt, es sei «Deng Hsiao-ping, der sie vor der UNO offen äußerte». Doch diese These muss ideologisch begründet werden. Eine solche Begründung gibt es nicht, wenigstens nicht für die Öffentlichkeit, weder von Mao noch von Deng. Also greift der «Advokat» Mijal ein, um sie zu verteidigen, und zwar «gestützt auf Lenin». Allerdings hat Lenin die Welt weder drei- noch viergeteilt. Lenin hat von Staatengruppen gesprochen, und wo es ihm um Welten geht, erwähnt er nur zwei: die kapitalistische Welt und unsere Welt des Sozialismus. Diese marxistische These hat unsere Partei auf ihren Parteitagen vertreten, sie vertrat sie auch kürzlich auf dem 7. Parteitag.

Doch wie verteidigt der «Advokat» Mijal Maos «unfehlbare» These von den «drei Welten»? Er interpretiert Maos Theorie der «drei Welten» «marxistisch-leninistisch», indem er erklärt, richtig ausgelegt bedeute dies «Staatentypen, Staatengruppen». Also stellen «die Welten» «Staatentypen» dar; die «dritte Welt» ist eine «Staatengruppe», ein «Staatentyp», und schon ist für diesen «Advokaten» alles von der klassenmäßigen und jeder anderen Seite her politisch und ideologisch geklärt. «Deshalb ist an dieser Einteilung alles klassenmäßig». So hat sich denn auch, seiner Meinung nach, «die Partei der Arbeit Albaniens auf ihrem Parteitag geirrt».

Um Maos revisionistische und konterrevolutionäre These zu illustrieren, sagt der «Advokat»: «Die Entwicklungsstufe des Kapitalismus in den verschiedenen Staaten der Welt, deren wirtschaftliche u.a. Verflechtung im Weltmaßstab stehen der Hegemonie der Supermächte entgegen» usw. Doch diese These beweist nicht die These von den «drei Welten».

Diese kapitalistischen «Staatengruppen» mit unterschiedlicher Entwicklung bleiben kapitalistische Staaten und Reserven des einen oder anderen Imperialismus. Diese kapitalistischen «Staatengruppen» haben Widersprüche zu den imperialistischen Mächten und untereinander, und man muss daran arbeiten, diese Widersprüche zu vertiefen, zum Vorteil der Revolution und der Sache der Befreiung der Völker vom in- und ausländischen Kapital. Das ist die marxistisch-leninistische These der Partei der Arbeit Albaniens, während der «Advokat» Mijal die maoistische These der «drei Welten» zu erklären versucht. Nach diesem «Hokuspokus», den er veranstaltet, um sich für alle Fälle abzusichern, fängt dieser «Advokat» davon zu reden an, an der Spitze dieser «Staatentypen», die Mao «Welt» nennt; stünden Könige, Feudale usw. Darunter gebe es fortschrittliche Elemente usw., und die Situation in diesen Staaten sei kompliziert sagt der «Advokat». Es scheint, als habe der «große Steuermann» womöglich «eine dritte Welt» gemacht, in der er zusammen mit China auch selbst untergeschlüpft ist, um es weniger kompliziert zu machen. So haben sich denn Mao, der Schah des Iran, der König von Saudiarabien, der Faschist Pinochet in Chile, die faschistische Junta Brasiliens usw. bei der Hand gefasst und tanzen den Reigen der «dritten Welt». Weiter unten im Brief gibt der «Advokat» zu, dass «diese Staaten der dritten Welt mit dem neokolonialistischen System -. verbunden sind», usw.

In Bezug auf die Formulierung, die wir unserer These geben und die der Rechenschaftsbericht an den Parteitag gut erläutert, auch was die Probleme der Staaten, die Widersprüche usw. anbelangt, hätte der «Advokat» gerne «bewiesen», dass «diese Formulierung pauschal ist, wenn gesagt wird, das seien bürgerliche, kapitalistische Staaten». Doch wenn sie das nicht sind, was sind sie dann? Das sagt uns der «Advokat» nicht, er versucht nur, auch Albanien in die .dritte Welt» zu stecken (weil China ohnehin darin ist). Also müssen wir uns «zur 'dritten Welt' zählen», denn wir sind «Entwicklungsländer». Dies, seiner Meinung nach, ist die «theoretische» und «klassenmässige» Bestimmung der «dritten Welt» durch den «großen Steuermann» und seinen polnischen «Advokaten»! Für sie ist das klassenmässig, vom Standpunkt der Klasse aus, unter dem Blickwinkel der Interessen der Klasse und der proletarischen Revolution gesehen! Die Sicht eines revisionistischen Renegaten, eines Agenten der internationalen und nationalen kapitalistischen Bourgeoisie!

Der Gipfel ist, wenn diese Verräter behaupten, um die Einteilung der Staaten in «Welten» hätten sich weder die Komintern noch Stalin Sorgen gemacht. Warum hätten sie sich auch Sorgen machen sollen? Für Lenin wie für die Komintern gab es Staaten und Staatengruppen, aber für sie gab es nur zwei Welten und nicht drei.

Der «Advokat» sagt, Lenin habe die bürgerlich-kapitalistischen Staaten in fünf Gruppen eingeteilt. Lenins Analyse ist richtig, doch die Staatengruppen betrachtete er nicht als «fünf Welten» und steckte auch die Sowjetunion nicht in eine dieser Gruppen; er blieb bei seiner Aussage, dass es zwei Welten gibt, die «kapitalistische und die sozialistische Welt».

Welch niederträchtige Verdrehungen! Nach all diesen Entstellungen, die er bringt, sagt der «Advokat», um sich zu tarnen und abzusichern: «Als Lenin davon sprach, die kommunistische Weltbewegung müsse die revolutionären Bewegungen der Länder Asiens, Amerikas und Lateinamerikas unterstützen, die Mao 'dritte Welt' nennt [so hat er auch Mao an die Seite Lenins gestellt, um uns weiszumachen, Mao denke wie Lenin!!], wollte er damit nicht die Staaten unterstützen, sondern die revolutionären Bewegungen in diësen Staaten» usw. Was beweist der «Advokat» damit? Das Gegenteil von dem, was er verteidigen will, denn was er sagt, beweist, dass Mao weder in der Theorie noch in der Praxis für die revolutionären Bewegungen innerhalb dieser Staaten eintritt, sondern für die Staaten, die das Proletariat und die Revolution unterdrücken.

Dieser bankrotte «Advokat» Kazimierz Mijal hat einen weiteren revisionistischen Gipfel erklommen, wenn er sagt, man dürfe «die Beziehungen der internationalen Arbeiterbewegung, einschließlich jener der sozialistischen Staaten, nicht mit der revolutionären Bewegung verwechseln, die in den mehr oder weniger entwickelten kapitalistischen Staaten stattfindet», usw. Und was macht Mao?

Seiner Ansicht nach dürfen diese beiden Bewegungen keine Verbündeten sein, dürfen sie weder miteinander verschmelzen, noch darf die eine die andere führen. Mit anderen Worten, die eine schlägt auf die Nägel, die andere aufs Hufeisen, genug, wenn sie sich in der «dritten Welt» miteinander vermengen, genug, wenn sie die maoistischen Thesen verfechten, das Bündnis mit dem Kapital und dem amerikanischen Imperialismus, gegen die sozialimperialistische Sowjetunion.

Schließlich entschärft der «Advokat» vorsichtshalber: «Diese verschiedenen Bewegungen dürfen nicht mit den internationalen Beziehungen zwischen Staaten verwechselt werden.» Um uns weiszumachen, die «dritte Welt» Maos gründe auf dem «Klassenstandpunkt», sagt er, die «dritte Welt» sei keine Abstraktion, denn sie bestehe aus hundert Staaten. So hat er auch ihre Zahl bestimmt, dabei aber tatsächlich abstrahiert von allen Klassenwidersprüchen und dem Kampf, der innerhalb dieser Staaten der «dritten Welt» gegen die inländische Kapitalistenklasse und das internationale Monopolkapital geführt wird.

Der «Advokat» Mijal, der sich als «leninistischer Theoretiker» auszugeben versucht, hat den Kopf voll von konterrevolutionären Weltanschauungen. Er entstellt und zerstückelt Formulierungen und Zitate Lenins, Stalins und der Komintern, gibt die Quelle nicht an. Dennoch belegen sie auch so, wie er sie hindreht, noch immer nicht seine und Maos Thesen, die revisionistisch sind. Mao ist konsequent in seinen revisionistischen Anschauungen, während der Pole mehr einem Revisionisten gleicht, der «nackt und bloß» auf der Straße steht und versucht, ein Dach über seinen Kopf voll Mist zu bekommen.

Er zögert bei seiner Verteidigung der revisionistischen Thesen Maos über die «Dreiteilung der Welt», versucht es mit der Version von den «Staatentypen», versucht, unsere Thesen zu widerlegen, in dem er die Formulierungen Lenins verdreht, der bei der Analyse der damaligen Weltlage zu einer Einteilung der bürgerlich-kapitalistischen Staaten in fünf Grupen kam. Doch Kazimierz Mijal müht sich vergebens, denn damit errreicht er nichts, er ist nicht einmal in der Lage, an den leninistschen Thesen unseres Parteitags auch nur zu kratzen.

Wie ein Anwalt, der den Straftäter, dessen Verteidigung er übernommen hat, befragt, um dann das Verteidigungsplädoyer auszuformulieren, das er vor Gericht halten will, so ging auch der «Advokat» Mijal zum chinesischen Botschafter in Tirana und erkundigte sich, welche Fragen Hua Gu-feng vor der Partei der Arbeit Albaniens und der internationalen kommunistischen Bewegung durch ihn gerne verteidigt hätte. Und das tat er dann auch, er verteidigte den maoistischen modernen Revisionismus, griff die Partei der Arbeit Albaniens, die internationale kommunistische Bewegung an, verteidigte die Thesen des Kapites, des amerikanischen Imperialismus und der revisionistischen Sowjetunion. Große Renegaten wie Tito, Chruschtschow, Mao und dan auch kleine wie Mijal, Hill und Jurquet tauchen an Wendepunkten der marxistisch-leninistischen revolutionären Bewegung zwangläufig auf, doch all diese Renegaten gleich welchen Schlags werde entlarvt, diskreditiert werden und wie alle ihre Vorgänger auf derr Misthaufen der Geschichte enden.

Das ist der Kern und ie Begründung der ersten Kritik des Polen Miial an einer der Thesen des 7. Parteitags.

2) Seine zweite Kritik gilt unserer These: «Beide Supermächte sind gleichermaßen gefährlich.» Seiner Meinung nach «ist dies eine abstrakte Wahrheit» und um dies zu konkretisieren, versäumt er es nicht, sich die Thesen unsers 7. Parteitags vorzunehmen, in denen die internationale Lage und die, verschiedenen miteinander kämpfenden Kräfte sehr real und mit marxistisch-leninistischen theoretischen Schlussfolgerungen dargestellt werden.

Der «Advokat» der chinesischen Revisionisten, der Revisionist Miial. bedient sich der gleichen Methoden, der gleichen Taktik. der gleichen Verdrehungen, dergleichen Taschenspielertricks und der gleichen «sicheren» Pose eines «Theoretikers» wie im ersten Punkt. Doch dies ist ein «harter Brocken» und kaum zu schlucken. Der Pole will Gründe finden, mit denen er jene revisionistische These beweisen kann, die selbst die Chinesen bis jetzt noch nicht so offen vertreten haben, wie er das tut, weil sie damit hereinfallen würden.

Die Chinesen sagen: «Der Hauptfeind ist die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten von Amerika dagegen kommen an zweiter Stelle.» Diese These ist anti-marxistisch. Ihre gesamte Ideologie und Politik bauen sie auf dieser Definition auf, und jeder ihrer Schritte auf internationaler Ebene ergibt sich daraus. Um sich angesichts unserer marxistisch-leninistischen Linie vor der kommunistischen Weltbewegung und der Weltöffentlichkeit zu tarnen, versäumen es die Chinesen allerdings nicht, von Zeit zu Zeit zu erklären: «Wir haben zwei Hauptfeinde, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten von Amerika.»

Der Pole Mijal wird nun «päpstlicher als der Papst». Er gleicht dem Frosch im Märchen, der so groß werden wollte wie ein Büffel und sich deshalb aufblies und immer weiter aufblies, bis er platzte. Auch der Pole Mijal hat sich bei der Verteidigung einer reaktionären revisionistischen These so sehr aufgeblasen, dass er geplatzt ist und dabei seine ganze innere Fäulnis ans Licht gebracht hat, zugleich aber auch die der Chinesen.

Wie versucht Mijal unsere These zu Fall zu bringen? Ganz einfach: «Ein Land kann keine zwei Feinde haben, sondern nur einen, einen äußeren und einen inneren. Auch auf der Ebene der Kontinente gibt es nur einen Hauptfeind und nicht zwei»!

Der Pole hat das Problem angeschnitten, um die chinesische These zu verteidigen, dass «der Hauptfeind der sowjetische Sozialimperialismus ist», weil er «wirtschaftlich am reichsten, am höchsten gerüstet, am dynamischsten, am wenigsten entlarvt ist»! (Alles Begründungen, die von Geng Biao zusammengebraut und frei Haus geliefert wurden.)

Doch Mijal berücksichtigt, dass sich die chinesische Strategie auf jedem Parteitag ändert. Der 8. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas verwies darauf, dass «der Hauptfeind die Vereinigten Staaten von Amerika sind, weswegen wir uns mit der Sowjetunion gegen die Amerikaner vereinigen müssen». Inzwischen sind die Vereinigten Staaten von Amerika allerdings angeblich weniger gefährlich geworden! Es wäre kein Wunder, wenn dereinst der 11. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas beschlösse, der Haupt feind sei nicht die Sowjetunion, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika, oder aber beide für ungefährlich erklärte!

Diese volte-fade* *( Kehrtwendung) erklärt der Pole mit dem «Argument», dass «das Leben nicht stehen bleibt». Das heißt, seiner Meinung nach müssen die kommunistischen Parteien alle 7 Jahre ihre Strategie ändern, weil «heute die Sowjetunion der Hauptfeind ist und die anderen ihre Kettenhunde sind», morgen aber «die Vereinigten Staaten von Amerika zum Hauptfeind werden und die anderen zu ihren Kettenhunden». Dieses «Argument», mit dem er seine revisionistische Idee veranschauliehem will, hat Mijail angeblich von Lenin.

Ausgehend von diesen revisionistischen Thesen urteilt Mijal wie ein polnischer Nationalist und keineswegs wie ein Internationalist. Er sagt: «Für die Kommunistische Partei Polens gibt es einen äußeren Feind, die Sowjetunion, und einen inneren Feind, Gierek. Im Kampf gegen diese beiden muss sich die Kommunistische Partei Polens auch mit der schwärzesten Reaktion zusammenschließen.» (Eine These, die von Geng Biao geliefert wurde.) Wenn sich Mijal schon mit der schwärzesten Reaktion (dem Vatikan) zusammenschließen kann, warum sollte er sich dann nicht auch mit Gierek vereinigen, denn der mag die Sowjets auch nicht. Doch die Zeit wird kommen, da er sich auch mit Gierek zusammenschließt!

Und die Kommunistische Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten - wer ist, nach Mijal, für sie der Hauptfeind? Er sagt es nicht, denkt aber: «Die Sowjetunion». Dass aber Westdeutschland gleichzeitig unter den Bonner Revanchisten leidet und von den Vereinigten Staaten von Amerika unterdrückt wird, und Ostdeutschland gleichzeitig von der revisionistischen Honeckerbande und von der Sowjetunion unterdrückt wird, das ist diesem maoistischen «Dialektiker» egal.

Und die Kommunistische Parti Italiens / Marxisten-Leninisten, die zwei innere Feinde hat und dazu noch die Vereinigten Staaten von Amerika, gegen wen muss sie nach Mijals Ansicht kämpfen? Auch das sagt er nicht, doch er denkt: «Gegen die Sowjetunion.»

So klar. so einfach, so «theoretisch» regelt der Renegat also diese Dinge!!

Von hier aus kommt er zu einer anderen Frage: wir Albaner irrten, wenn wir sagen, dass «wir uns nicht auf einen Imperialismus stützen dürfen, um den anderen zu bekämpfen». Nach Ansicht dieses Lakaien der Amerikaner können wir uns auf die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Kettenhunde stützen, um den Hauptfeind, die Sowjetunion, zu bekämpfen.

Mijal sagt, die These unseres Parteitags habe «Kompromissen», «Bündnissen» innerhalb wie außerhalb des Landes den Weg verbaut. Und um diese Absurdität zu begründen, verdreht er Lenin und Stalin, verfälscht er die Geschichte! Er führt den Frieden von Brest-Litowsk als Beispiel an und nennt ihn «einen Kompromiss Lenins mit Deutschland». Der Friede von Brest-Litowsk war nicht, wie Mijal ihn interpretiert, ein prinzipienloser Kompromiss, sondern ein Friede, der Lenin durch die Notwendigkeit aufgezwungen wurde, die Sowjetrepublik zu retten. Dadurch entzog Lenin den ersten Staat der Proletarier, den er geschaffen hatte, einem imperialistischen Raubkrieg und verteidigte die Revolution. Das war richtig gehandelt und lief den Absichten der Aristokraten und Kerenskis zuwider, die Hand in Hand mit den anglo-französischen Imperialisten den Krieg des gestürzten Zarenrusslande fortsetzen und die Revolution ersticken wollten. Dieser Renegat geht sogar noch weiter und schlachtet die «Geschichte vom plombierten Waggon» aus, um zu demonstrieren, wie weit Lenins Kompromiss mit dem Kaiserdeutschland gegangen sei. Damit versucht dieser Renegat, Lenin und die Oktoberrevolution mit Schmutz zu bewerfen, weil sie angeblich vom deutschen Kaiserreich unterstützt wurden.

Mijal lässt auch den «sowjetisch-deutschen Nichtangriffspakt» Stalins und das zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika und England abgeschlossene Bündnis gegen den Nazismus nicht unerwähnt. Stalin handelte richtig und ging keinen prinzipienlosen Kompromiss ein, weder mit Hitler noch mit dem anglo-amerikanischen Imperialismus. Als der Krieg seinen Schatten über die Sowjetunion warf, als Hitler Österreich und die Tschechoslowakei geschluckt hatte, als Chamberlain das Münchner Abkommen unterzeichnet hatte, um Hitler gegen die Sowjetunion zu treiben, rief Stalin die westlichen «Demokratien» zur antifaschistischen Allianz auf, stieß aber bei ihnen auf taube Ohren. Daraufhin erst ging er, um Zeit zu gewinnen, den Nichtangriffspakt, nicht aber ein Bündnis mit Nazideutschland ein.

Nachdem er diese «Kompromisse» ins Feld geführt und damit die «Argumente» geliefert hat, fragt der polnische Renegat: «Haben Lenin und Stalin damit etwa den Marxismus-Leninismus und die Revolution verraten?» Und er gibt sich die Antwort gleich selbst: «Auf gar keinen Fall.» Diese Art «Argumentation» ist eine trotzkistische Provokation.

Der polnische Renegat behauptet also, die Marxisten-Leninisten könnten zu jeder Zeit, in jeder Situation «auch mit dem Teufel» Bündnisse und Kompromisse eingehen, um den «Beelzebub» auszutreiben. All das dient ihm dazu, die Freundschaft der Maoisten mit den Amerikanern zu verteidigen, denn «es kann nicht gleichzeitig zwei Hauptfeinde geben, sondern nur einen, also kann man sich auf den einen Feind stützen, um den anderen zu bekämpfen». Wäre diese These des revisionistischen Renegaten richtig, dann müsste er konsequenterweise auch erklären, dass Giereks Einheit mit der Sowjetunion in Ordnung, richtig ist. Dieser «große Theoretiker» ist gegen Schablonen, betreibt aber in Wirklichkeit, um seine revisionistische These zu belegen, nichts als Geschichtsfälschung und benutzt sie als Schablone, um Mao und China aus dem Sumpf zu ziehen.

Abgekapselt und ganz und gar vom revolutionären Leben loserlöst, sieht der Pole Mijal die Welt und die Politik mit den Augen eines von der Sonne Geblendeten, der sich an Hand der «Stimme Freies Europa», anhand von «Radio Warschau» und «Radio Moskau» orientiert. Vollgestopft mit Hsinhua-Futter, brütet er angeblich marxistisch-leninistische theoretische Auffassungen aus, mit denen er diese beiden Thesen unseres 7. Parteitags zu Fall bringen will, behauptet er doch, er sei «mit jeder anderen These des 7. Parteitags der PAA einverstanden». Der Demagoge bleibt Demagoge und kleidet diese Kritiken in Lobeshymnen auf die Partei der Arbeit Albaniens, auf mich usw.

Wie glaubhaft ist seine Aussage, die anderen Thesen dei Partei der Arbeit Albaniens seien richtig, wenn er auch die, welche er kritisiert, noch gestern als ganz richtig verfochten hat? Wir haben an der Strategie unserer Partei nichts geändert, deshalb hat sie Erfolge geerntet. Die Maoisten trieben China in den Sumpf des Opportunismus, deshalb passieren dort diese Dinge. Der Revisionist Mijal will, dass auch wir in diesen Sumpf gehen, wie er. Nein, dies wird niemals geschehen, wenn wir den Marxismus-Leninismus, die marxistisch-leninistischen Normen, den Klassenkampf weiter so gewissenhaft anwenden, wie wir das bisher taten. Die Partei der Arbeit Albaniens geht von diesem Weg nicht ab.

Die Analysen, denen unsere Partei die innere und äussere Situation unterzogen hat, sind marxistisch-leninistisch, deshalb gelangt man zu richtigen Schlussfolgerungen, deshalb wird gekämpft, wie es nötig ist, um die Widersprüche zwischen den Feinden der Revolution und der Befreiung der Völker zu vertiefen, deshalb beurteilt unsere Partei die Lage und die Feinde nicht nur unter einem engen Blickwinkel, von nationalen Positionen aus, sondern auch als Partei, die sich vom Gesamtinteresse der proletarischen Revolution und vom proletarischen Internationalismus leiten lässt. Weder Mao noch die Kommunistische Partei Chinas, noch ihre Advokaten sprechen in ihren Angriffen auf uns von der proletarischen Revolution, vom proletarischen Internationalismus, vom Kampf der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Welt. Würden sie auf diese lebenswichtigen Probleme der Revolution eingehen, dann würden sie mit Sicherheit auch die letzten paar Federn lassen, die ihnen noch geblieben sind.

Den Maoisten und ihren revisionistischen Advokaten geht es darum, diese Polemik zu vermeiden. Die Revisionisten haben schon immer die marxistisch-leninistische Polemik gefürchtet, die Maoisten nicht anders als die Chruschtschowianer. Eben in ihrem letzten Brief, in dem sie uns angreifen, schreiben die Maorevisionisten: «Wir werden euch nicht antworten, denn wir wollen keine Polemik.»

Wir polemisierten nicht, wir sagten nur offen unsere Meinung. Die Chinesen und ihre Advokaten hätten es gern, wenn wir sie nicht sagten. Die Maoisten dagegen sollen ihre Meinung sagen dürfen, und wir sollen sie stillschweigend als universale Wahrheit anerkennen. Sehr schlau!!

«Warum habt ihr diese Fragen offen aufgeworfen?» tadelt uns der «Advokat» Mijal und tut so, als wüsste er es nicht. Er weiß jedoch ganz genau, dass wir die Kommunistische Partei Chinas schriftlich auf diese prinzipiellen Gegensätze hingewiesen haben, dass wir drei Jahre lang die Entsendung einer Parteidelegation gefordert haben, um darüber zu diskutieren, Mao selbst und Tschou aber abgelehnt haben. Nun schlägt dieser «Advokat» einer verrotteten Sache vor: «Führen wir eine Vielparteienberatung durch, um diese Widersprüche auszuräumen», obwohl er sehr genau weiß, dass China gegen solche Beratungen ist, dass es auch gegen bilaterale Beratungen mit uns ist, während es mit anderen Parteien, etwa den Parteien Mijals, Jurquets und Hills, die seine Lakaien sind und denen es allerlei Absurditäten einflüstert, bilaterale Beratungen durchführt.

Mit anderen Worten, das maoistische China setzt alles daran, sein unverdientes Ansehen in der internationalen kommunistischen Bewegung zu wahren, ohne etwas im Interesse dieser Bewegung zu tun, bzw. sogar ihrem Interesse zuwiderhandelnd. Es trachtet danach, sich dem Befreiungskampf der Völker, also auch der «dritten Welt», als Führer aufzudrängen, kämpft darum. Es versucht, den anderen einzureden, Mao und seine Nachfolger hätten eine realitätsgerechte Analyse der Lage auf der Welt vorgenommen, die sich «in Bewegung, in Revolution befindet», und die geeignetsten Rezepte gegeben: dass nämlich alle, Völker, Revolutionäre, Kommunisten, marxistisch-leninistische kommunistische Parteien, «Staatentypen» der «beiden Welten», zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika aus der «ersten Welt», China zu folgen hätten, um den sowjetischen Sozialimperialismus, den «Hauptfeind der Menschheit», zu bekämpfen.

All diese Renegaten haben die Aufgabe übernommen, die Revolution und die marxistisch-leninistische Bewegung, die sich erholt hat und dabei ist, sich zu festigen, erneut zu spalten. Die Mijals, die Jurquets und die Kumpane der Hills sind die Giereks, die Schiwkoffs, die Gomulkas, die Sharkeys, die Marchais einer neuen revisionistischen Variante, und man muss schweres Geschütz auffahren. um sie zu entlarven, zu zerschlagen und zu liquidieren.

Mit den Unklaren muss und wird die Partei der Arbeit Albaniens sehr geduldig umgehen, um bei ihnen Klarheit zu schaffen, denn der Mythos und der Kult auf der Welt um Mao als «großen Marxisten-Leninisten» darf nicht unterschätzt werden. Advokaten wie Mijal hingegen gehören nicht zu den Unklaren, sondern sind klare und gefährliche Renegaten, deshalb: Feuer auf sie, um sie wie Ratten zu verbrennen!





VLORA, SAMSTAG, 5. MÁRZ 1977





CHINA IST BESTREBT, ZUR SUPERMACHT ZU WERDEN

Für uns steht außer jedem Zweifel, dass China ein Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika eingegangen ist. Anscheinend besteht zwischen diesen beiden Ländern ein Geheimabkommen über ihren gemeinsamen Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus. Als China seine Strategie ausarbeitete oder, sagen wir besser, änderte, ging es ihm also nicht um die Interessen der Weltrevolution, der Befreiung der Völker, sondern nur um seine Stärkung als sozialimperialistische Großmacht. Ziel dieser beiden Staaten in diesem Dreieck ist es, den sowjetischen Sozialimperialismus zu schwächen. Ein Ausdruck dieser Politik Chinas sind auch seine Versuche, alle Kommunisten, marxistisch-leninistischen Parteien und nationalen Befreiungsbewegungen auf der Welt dazu zu bringen, den sowjetischen Sozialimperialismus nicht nur in strategischer, sondern auch in taktischer Hinsicht als Hauptfeind bzw. als den einzigen Feind zu betrachten, der unter allen Umständen bekämpft werden muss.

China erhielt und erhält Hilfen von den Vereinigten Staaten von Amerika und anderen kapitalistischen Ländern der Welt, von den Ländern Europas wie auch von Japan. Diese Hilfen sind, insbesondere jetzt zu Beginn, militärischer Art. Vor allem die Vereinigten Staaten von Amerika haben China leistungsfähige Computer geliefert, und weitere werden folgen. Nur die sowjetische Frage bremst die Vereinigten Staaten von Amerika auf ihrem pro-chinesischen Kurs, denn sie wollen nicht, dass die Sowjets ihre Haltung den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber verschärfen. Das heißt, der amerikanische Imperialismus will «sowohl das Zuckerbrot als auch die Peitsche» in der Hand behalten. Der Sowjetunion hat er das Zuckerbrot nicht entzogen, er hat ihr hohe Kredite gegeben. Bekanntlich gibt der amerikanische Imperialismus der Sowjetunion diese großen Kredite nicht ohne Hintergedanken. Er will damit bestimmte Ziele erreichen und in erster Linie verhindern, dass sich die Sowjetunion den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber aggressiv verhält.

Das soll nicht heißen, dass es keine Widersprüche zwischen dem sowjetischen Sozialimperialismus und dem amerikanischen Imperialismus gibt. Nein, es gibt Widersprüche zwischen ihnen, sogar große, die wir ausnutzen müssen. Aber wir können nicht sagen, dass es zwischen diesen beiden Supermächten keine Abkommen und keine Absprachen gebe. Wir befinden uns in der Phase der Aufteilung der Welt, der Aufteilung der Märkte. Es gibt mithin Reibungspunkte in den Beziehungen zwischen ihnen, aber auch Einvernehmen, anders lässt sich die ganze große Hilfe nicht erklären, die die Vereinigten Staaten von Amerika und alle anderen kapitalistischen Staaten der Sowjetunion geben, Staaten, die, wie China sagt, täglich von einem überraschenden, blitzschnellen Angriff der Sowjetarmee bedroht sind. Die Sowjetunion hat, das sagen die Chinesen selbst, an der Grenze zu China fast eine Million Soldaten stehen. Eine Million ;sowjetischer Soldaten an der Grenze zu China, das bedeutet eine Schwächung der europäischen Front, die China im Fall eines Angriffs der Sowjets für die gefährlichste hält.

Die Kommunistische Partei Chinas will, dass alle marxistischleninistischen kommunistischen Parteien und die Völker der Welt ihre Strategie, deren Urheber Mao Tsetung ist, übernehmen. Nicht anders war es bei Chruschtschow und den Chruschtschowianern, die versuchten, uns ihre theoretischen, politischen, wirtschaftlichen und militärischen Thesen des 20. und anderer Parteitage zur Stärkung des sowjetischen Sozialimperialismus aufzuzwingen. Das Gleiche macht auf anti-marxistische Weise und mit nichtrevolutionären Absichten, für seine Großmachtinteressen, nun auch China. Eben um dieser Absichten willen versucht es, den Marxisten-Leninisten der Welt eine neue Strategie aufzunötigen, die ganz augenscheinlich nicht als revolutionäre Strategie gelten kann.

Als die Vereinigten Staaten von Amerika entschieden, China Rüstungs-, Industrie- und andere Kredite zu geben, kalkulierten sie nicht nur ihren großen finanziellen Vorteil ein, sondern auch den großen politischen Gewinn, denn China mit seinem Gewicht, seinem Einfluss betreibt Propaganda zu Gunsten des amerikanischen Imperialismus und stellt ihn dabei als nichtaggressive Macht hin. China bewirkt damit, dass die Völker, die unter dem wirtschaftlichen und militärischen Joch des amerikanischen Imperialismus leiden, diese Unterdrückung nicht erkennen oder angesichts einer anderen großen Gefahr hinnehmen. Diese, die andere große Gefahr, ist allerdings nicht kleiner als die Gefahr, die den Völkern der verschiedenen Kontinente im Nacken sitzt. Auch aus diesem Grund finanziert der amerikanische Imperialismus China und wird es auch in Zukunft finanzieren. Solange es für die imperialistischen und hegemonistischen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika eintritt, solange China seinen Konflikt mit der Sowjetunion verschärft und die Vereinigten Staaten von Amerika in dieser Hinsicht die Widersprüche zwischen China und der Sowjetunion zu vertiefen suchen, werden gerade die Hilfen des amerikanische Imperialismus als Treibstoff für diese Widersprüche dienen. Aus diesem Grund sagen wir, dass der Krieg genauso gut wie in Europa auch in Asien stattfinden kann, denn er ist die Ausgeburt des Imperialismus und des Sozialimperialismus. Der sowjetische Sozialimperialismus ist eine Macht, die den Krieg heraufbeschwört, die den Krieg vorbereitet, genauso wie die Vereinigten Staaten von Amerika, die gleichermaßen den Krieg vorbereiten.

China hat sich in die Handlungen dieser beiden Supermächte verstrickt, um zu erreichen, was es sich vorgenommen hat, nämlich selbst ebenfalls zur Supermacht zu werden. Darauf sind natürlich auch seine Anstrengungen zurückzuführen, einen dritten Weltkrieg anzustiften. Wo dieser Krieg ausbrechen wird, in Europa oder in China, lässt sich bei dem Weg, den China eingeschlagen hat, nicht sagen. Wie dem auch sei, die Vereinigten Staaten von Amerika werden die Kastanien mit den Händen der Anderen aus dem Feuer holen.

Wäre China wirklich ein sozialistisches, von der marxistischleninistischen Lehre geleitetes Land, und würde es eine revolutionäre Politik machen, dann würde es an beiden Fronten kämpfen, gegen beide imperialistischen Staaten. Doch tatsächlich geht es den entgegengesetzten Weg. Durch sein Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika schürt China den Krieg zwischen ihm selbst und der Sowjetunion, zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika. Warum sage ich das? Weil wir gegenwärtig das Urteil fällen können, dass es die beiden Supermächte sind, die um hegemonistische Stellungen auf der Welt, um Märkte kämpfen, die darum kampfen, die Reichtümer der anderen Völker aufzusaugen, dass aber auch China diesen Weg beschritten hat und es sich nicht nehmen lassen wird, zum dritten Partner im Rahmen dieser Absichten und dieser Politik zu werden.

Als Marxisten-Leninisten dürfen wir nicht dem konterrevolutionären und anti-marxistischen Kurs Chinas folgen, sondern müssen unseren marxistisch-leninistischen revolutionären Weg gehen. Für diesen Weg kämpfend, haben wir den Marxismus-Leninismus, seine Reinheit, die Interessen unseres Volks, die Interessen der anderen Völker und ihre Befreiung verteidigt und uns bemüht, den imperialistischen Atomkrieg zu verhindern, der zwischen diesen drei Partnern, die sich in ihrem Kampf um Hegemonie aufeinander stützen, ausbrechen kann. Wenn sich diese Staaten aufeinander stützen, so ist das stets zum Schaden der Weltrevolution, der sozialistischen Länder und der Befreiung der Völker.

Wir als Marxisten-Leninisten sind gegen imperialistische Raubkriege, ob sie nun von den sowjetischen Sozialimperialisten, den Vereinigten Staaten von Amerika oder von China, das dabei ist, sich in eine sozialimperialistische Großmacht zu verwandeln, ausgehen werden. Als Marxisten-Leninisten werden wir deshalb gegen diese Raubkriege kämpfen, weil sie stets den hohen Interessen der Völker, ihrer Befreiung, ihrer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung schaden, weil sie dem Triumph der Revolution und des Sozialismus auf der Welt schaden. Wenn wir gegen den Krieg sind, sind wir demnach gegen die aggressiven Mächte, gegen die, die danach streben, zur Supermacht zu werden, stehen wir auf der Seite der Völker, die wir anspornen müssen, Kriege zu verhindern oder, falls sie dieses Hauptziel nicht erreichen können, in Befreiungskriege zu verwandeln. Gegenwärtig besteht das Bündnis der Marxisten-Leninisten und der demokratischen und fortschrittlichen Patrioten in jedem Land in ihrer Einheit gegen die imperialistischen und sozialimperialistischen Kriegstreiber. Einen anderen Weg gibt es nicht, eine andere Strategie gibt es nicht.

China teilt die Welt in drei Teile und eliminiert jeden inneren, aber auch äußeren Klassenunterschied, weil es sich vom Kampf der Volksmassen gegen Unterdrückung und Ausbeutung abgekehrt hat, weil die gegenwärtige chinesische Strategie die Ziele des Staates mit den Interessen der von diesem Staat der reaktionären Bourgeoisie unterdrückten und ausgebeuteten Volksmassen vermengt. Für China gibt es nur Staaten, die seine Politik und seine Strategie unterstützen, die im Kampf gegen einen einzigen Feind, den sowjetischen Sozialimperialismus, und in der Einstellung des Kampfes gegen die Vereinigten Staaten von Amerika bestehen. Das heißt, China predigt den sozialen Frieden aus dem einzigen Grund, diesen sozialen Frieden seiner Strategie dienstbar zu machen, die darauf angelegt ist, die dominierende Stellung Chinas in der sogenannten dritten Welt zu festigen und die Vereinigten Staaten von Amerika vor den Schlägen zu bewahren, die ihnen die Völker direkt oder auch indirekt - durch Schläge gegen die in den Staaten der sogenannten dritten Welt herrschenden, mit dem amerikanischen Imperialismus verbundenen kapitalistischen Gruppen - versetzen könnten. An den Staaten, die unter der Herrschaft der Sowjetunion stehen, ist China dagegen nicht im geringsten interessiert; es hat die Völker dieser Länder mit den Gruppen von modernen Revisionisten und Kapitalisten, die sich untereinander völlig einig sind und diese Völker unterdrücken, in einen Topf geworfen. Das heißt, China differenziert nicht, kümmert sich nicht um die Interessen dieser Völker, sei es nun der ehemals volksdemokratischen Länder, sei es der anderen kapitalistischen Staaten, die sich unter sowjetischem Einfluss befinden. China identifiziert diese Länder mit der Staatsmacht der Bourgeoisie und der hegemonistischen Linie der sowjetischen Führung.

Der Einteilung der Welt nach Art der Chinesen liegt also die Absicht zu Grunde, den Kampf der Volksmassen, die das Joch des einheimischen und ausländischen Kapitals abschütteln wollen, auszulöschen. Das kann keine revolutionäre, marxistisch-leninistische Linie sein, weil sie den revolutionären Kampf der Werktätigen gegen das unterdrückende Kapital ignoriert, weil China nicht für die Revolution und die nationalen Befreiungskämpfe der Völker eintritt.

Nehmen wir ein Beispiel, Birma. China soll ruhig diplomatische Beziehungen zum Birma U Ne Wins unterhalten, doch nicht so enge, wie das gegenwärtig der Fall ist. Es nennt die Beziehungen zu Birma ewig, außerordentlich vertraut, während es auf der anderen Seite in Birma bekanntlich eine von der Kommunistischen Partei Birmas geführte Bewegung nationaler Volksbefreiungskräfte gibt, die aus eigener Kraft unter außerordentlich schwierigen Bedingungen in den Dschungeln und Bergen gegen die reaktionären Unterdrückungskräfte Ne Wins kämpft. Dieser überfällt und mordet Kommunisten und Patrioten. Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Birmas selbst ist in diesen Kämpfen gefallen. Ist es da richtig und marxistisch-leninistisch, dass China während dieser Zeit seine Beziehungen zum Birma Ne Wins überschwänglich preist und zu eben diesem Ne Win Tschou En-lais Frau auf Freundschaftsbesuch schickt, die diesen Henker des birmanischen Volkes mit Blumen überschüttet? So versteht China die Beziehungen zu kapitalistischen Staaten, so wenig sind ihm seine Beziehungen zu den Völkern wert, die gegen die reaktionären Cliquen kämpfen, von denen sie unterdrückt und bis auf die Knochen ausgebeutet werden, so wenig gilt ihm die Hilfe, die es diesen Ländern geben müsste.

Deshalb ist die «dritte Welt» für China das Bündnis mit den Regierungen der Staaten dieser sogenannten dritten Welt und nicht das Bündnis und die Freundschaft mit den Völkern dieser Länder. China unterstützt die Bestrebungen dieser Völker nicht im mindesten, Bestrebungen, die im offenen Gegensatz und im Kampf mit den Führungen dieser Länder stehen, denn diese Führungen sind der Kapitalismus an der Macht.

Nirgendwo in der chinesischen Presse und im chinesischen Rundfunk ist ein Eintreten für die nationalen Befreiungsbewegungen der Völker erkennbar, und sei es auch nur gering, von den mächtigen Demonstrationen des Weltproletariats in allen kapitalistischen Ländern ist dort nichts zu hören und nichts zu lesen, vom Kampf der marxistisch-leninistischen Parteien dieser Länder ist nicht die Rede. Nein, diese Propaganda ist aus den Spalten der chinesischen Presse verschwunden. Diese Haltung dient Chinas Strategie, den kapitalistischen Staaten und dem amerikanischen Imperialismus zu verstehen zu geben, dass China den revolutionären Kampf und die Hilfe für die Völker, die für Befreiung kämpfen, eingestellt hat. Andererseits bestehen Chinas Betrug und Demagogie eben darin, dass es sich als revolutionär aufspielt, so tut, als helfe es den Revolutionären und den marxistisch-leninistischen Parteien, was durchaus nicht stimmt. In Wirklichkeit hilft China nur jenen Elementen und jenen sogenannten marxistisch-leninistischen Gruppen, die seiner konterrevolutionären Strategie und Politik Lobeshymnen darbringen. Unter diesen Umständen lässt sich also keinesfalls sagen, die politische und ideologische Linie der Kommunistischen Partei Chinas sei richtig, revolutionär und marxistisch-leninistisch. Sie hat sich in eine Sackgasse verrannt, einen konterrevolutionären Weg eingeschlagen. Deshalb müssen wir durch unsere Propaganda und unsere Haltung die wirklich marxistisch-leninistische Linie betonen, die in der nachdrücklichen Verteidigung der nationalen Befreiungsbewegung der Völker, der wahren marxistisch-leninistischen Partien und aller demokratischen, fortschrittlichen Menschen besteht, die gegen die Unterdrückung durch das einheimische und das kosmopolitische Kapital kämpfen.

Es scheint, als unterstütze China die Länder der «dritten Welt». Die Unterstützung gilt den Positionen der Regierenden dieser Staaten, einschließlich jener, die mit dem amerikanischen Imperialismus bzw. mit allen bürgerlich-kapitalistischen Staaten, die sich dem sowjetischen Sozialimperialismus entgegenstellen, verbunden sind. Da es nicht auf revolutionären Positionen steht und nicht für das Interesse der Völker kämpft, macht China jedoch keinen Schritt vorwärts, im Gegenteil, es macht Schritte rückwärts.







VLORA, MONTAG, 7. MÄRZ 1977





DIE CHINESISCHE FÚHRUNG HAT DEN POLITISCHEN KOMPASS VERLOREN

Die internationale Lage ist reich an Ereignissen; überall auf der Welt findet ein Kampf zwischen den verschiedenen Staaten, zwischen den beiden Supermächten, dem amerikanischen Imperialismus und dem sowjetischen Sozialimperialismus statt, und die Klassenwidersprüche zwischen der kapitalistischen Bourgeoisie und dem Proletariat vertiefen sich. Die Kommunisten nehmen an diesem Klassenkampf des Proletariats und der übrigen ausgebeuteten Massen für politische und wirtschaftliche Rechte aktiv teil. Überall, wo sie geschaffen worden sind, in allen Teilen der Welt, kämpfen die marxistisch-leninistischen Parteien gegen die beiden Supermächte, gegen das unterdrückerische Kapital in ihren Ländern und gegen den modernen Revisionismus.

In dieser Situation ist nichts davon zu hören, dass China etwas tut, Schritte unternehmen würde, um die Positionen der Revolution zu festigen, um den Klassenkampf des Weltproletariats und den Befreiungskampf der Völker zu stärken. Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass es keinerlei Schritte unternimmt. Doch warum? Weil die gegenwärtige Führung der Kommunistischen Partei Chinas keine wirklich revolutionären, sondern sehr opportunistische Positionen einnimmt und den politischen Kompass verloren hat. Der Opportunismus, von dem sie befallen ist, lässt ihre Linie unbeständig, unsicher sein, führt dazu, dass sie nicht den kleinsten Schritt vorwärts macht, weil sie sonst mit sich selbst, mit der eigenen Arbeiterklasse und den Bestrebungen des ganzen chinesischen Volkes in Widerspruch geraten würde. Die Schritte, die die gegenwärtige chinesische Führung im Land unternahm, waren konterrevolutionär. Sie erfolgten nicht nach den Parteiregeln, deshalb verursachten sie der Partei Kopfschmerzen, für die sich nicht leicht eine Arznei findet. Die chinesische Führung befindet sich also in einem Zustand innerer politischer Unbeständigkeit, der auch ihre äußere Unbeständigkeit bzw. ihre Inaktivität in der Außenpolitik nach sich zieht.

Im Innern Chinas herrscht ein Chaos: die Menschen akzeptieren nicht so ohne weiteres die Ansichten und Handlungen der neuen Führung, die nicht einmal in der Lage ist, China wenigstens auf dem Weg zu leiten, auf den es Mao Tsetung und Tschou En-lai gebracht haben. Auch wenn der Weg dieser beiden Führer nicht marxistisch-leninistisch, sondern pragmatisch, opportunistisch war, so spielte doch Chinas große Autorität international weiter eine Rolle, wenn auch selbstverständlich keine erstrangige. Momentan spielt China keine aktive Rolle auf dem Feld der internationalen Politik und besitzt nicht die Autorität, die ihm zustehen würde. Niemand hört auf es, weil es nichts zu sagen weiß; es nimmt nicht teil am politischen Leben auf der Welt, ja sogar die politischen Aktivitäten im Inland selbst haben gegenwärtig keine Bedeutung. Dorthin kommt jetzt vielleicht einmal eine koreanische Handelsdelegation, irgendein Vizeminister, eine jugoslawische Journalistendelegation, die kreuz und quer durch China reist. Auch in den wichtigsten Pekinger Zeitungen wird man auf nichts anderes stoßen als eine abgedroschene Propaganda gegen die «Vier» und die große Aufmerksamkeit, die der jugoslawischen Journalistendelegation und der jugoslawischen Politik entgegengebracht wird.

Die chinesische Presse verfolgt die Politik Titojugoslawiens mit großer Aufmerksamkeit, propagiert sie, stellt sie heraus. Genauso stellt sie auch die Politik Rumäniens heraus. Jetzt, nach dem Erdbeben in Rumänien, sind in der Zeitung «Renmin Ribao» nur noch Floskeln wie «das heroische rumänische Volk» hier, «das heroische Volk» dort usw. zu finden. Es ist wahr, dass dem rumänischen Volk ein schweres Unheil widerfahren ist, das uns in unserem menschlichen und kommunistischen Empfinden tief getroffen hat, doch die Politik unserer Partei dem revisionistischen rumänischen Staat und der rumänischen Revisionistenführung gegenüber ändert sich deshalb nicht im Geringsten. Die rumänische revisionistische Führung geht alle Welt um Hilfe an, und wir sehen, wie man ihm von den Vereinigten Staaten von Amerika bis London mal 50 000, mal 100 000 Dollar an Hilfe schickt, was nachgerade lächerlich ist. So lächerlich ist diese «Hilfe» geworden, dass die rumänische Führung genötigt war, sich mit einer Erklärung an das Internationale Rote Kreuz in Genf zu wenden, sie nehme über die bisher erhaltene hinaus keine weitere Hilfe aus dem Ausland mehr an. Was sollte sie auch annehmen? Was sie Rumänien gegeben haben, sind lächerliche Almosen.

In diese ungünstige Lage ist Chinas Politik nunmehr geraten. Doch das Verhalten der heutigen chinesischen Führer ist merkwürdig, und merkwürdig ist es schon immer gewesen. Anlässlich des 8. März, so informiert uns unser Botschafter in Peking, gab die Verantwortliche der chinesischen Frauenorganisation (von der ich nicht weiß, ob sie als Organisation überhaupt existiert, anscheinend existiert aber die Verantwortliche als Person) zusammen mit Tschou En-lais Witwe einen Empfang für die Frauen der in Peking akkreditierten Botschafter. Bei diesem Empfang setzten sie die Frau unseres Botschafters in auffälliger Weise zwischen sich an die Haupttafel, um den Frauen des diplomatischen Corps vorzuführen, dass ihre Beziehungen zur Sozialistischen Volksrepublik Albanien die allerbesten seien.

Was zeigt das? Das zeigt die Unbeständigkeit und Doppelzünzigkeit der heutigen chinesischen Führung, die einerseits solche Demonstrationen veranstaltet und uns andeerseits den Dolch in den Rücken stößt. Das heißt, dass sie, wo sie nur kann, spaltet, dass sie die Führungen der marxistisch-leninistischen Parteien zu spalten versucht, die sich in einer schwierigen Lage befinden, weil sie von dem, was ihnen die Chinesen sagen, nicht überzeugt sind, aber noch zögern, offen gegen die chinesische revisionistische Linie Stellung zu beziehen. Ein Teil von ihnen wendet sich dann an uns und will einige unvereinbare Auffassungen in der internationalen kommunistischen Bewegung, vor allem zwischen der Kommunistischen Partei Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens, klären. Wir sagen ihnen: Bitte, wir sind bereit zu diskutieren, auch wenn auf unserem 7. Parteitag alle politischen und ideologischen Probleme für jeden klar behandelt wurde. Wir haben eine Linie, einen Standpunkt, den wir offen geäußert haben, und zwar nicht nur auf dem 7. Parteitag. Dieser Parteitag, der die gegenwärtige Weltsituation in der gebotenen Weise analysierte, ist vielmehr die Folgerung aus der gesamten richtigen Linie, der marxistisch-leninistischen Strategie und den marxistisch-leninistischen Taktiken unserer Partei, die dieser Strategie dienen.

Die Haltung, die die jetzigen chinesischen Führer momentan einnehmen, stellt unseres Erachtens die Grundlage jener unbeständigen und anti-marxistischen Politik der neuen Führung mit Hua Guo-feng an der Spitze dar.

Betrachtet man sich den Spiegel der chinesischen Presse auf die politischen Auffassungen der chinesischen Partei und des chinesischen Staates hin, so findet man nur ein Thema: den Kampf gegen den sowjetischen Revisionismus oder, besser gesagt, den Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus, was heißt, dass man nur eine staatliche Politik betreibt. Man reitet also unablässig auf dem gleichen herum. So sind die chinesischen Zeitungen voll von Meldungen verschiedener Nachrichtenagenturen über politische und ideologische Standpunkte, die die Forderungen, den Kampf der Staaten untereinander, verschiedene Beratungen, die auf der Welt stattfinden usw. widerspiegeln. Das heißt, die chinesische Politik, die chinesische Presse ist darauf orientiert, überall auf der Welt jene Nachrichten der verschiedenen Nachrichtenagenturen aufzuklauben, in denen die Lage auf eine Weise dargestellt wird, die den chinesischen Ansichten zupass kommt und Wasser auf die Mühlen der Politik Chinas leitet. Diese Politik ist gegen den sowjetischen Sozialimperialismus und für die Vereinigten Staaten von Amerika, für die Einheit des Proletariats mit der Bourgeoisie aller möglichen Staaten im Kampf gehen den sowjetischen Sozialimperialismus.

Das heißt, China hat keine eigene Politik. In den chinesischen Zeitungen findet sich kein Leitartikel, in dem die politischen Anschauungen der chinesischen Regierung zum Ausdruck kämen, von denen der Partei ganz zu schweigen, die nirgends zu sehen sind. Man wird darin nur Meldungen ausländischer Nachrichtenagenturen finden, die ein klares Bild von der Politik vermitteln, die China betreibt. Des geschieht, damit China, wenn man ihm einmal vorhält: «Das war deine Politik», sagen kann: «Das war nicht meine Politik, ich habe nur die Nachrichten wiedergegeben, die mir am wichtigsten erschienen.» So findet man die chinesische Politik in keiner einzigen Zeitung, in keiner einzigen Rede der wichtigsten Führer Chinas formuliert. Nur auf zwei Probleme wird man in diesen Zeitungen stoßen: auf den Kampf gegen die «Vier» und den Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus.

Wir müssen den sowjetischen Sozialimperialismus ständig entlarven, wie wir ihn schon bisher entlarvt haben. Entlarvt haben wir gleichzeitig aber auch den amerikanischen Imperialismus, und das werden wir weiter tun.





VLORA, MITTWOCH, 9. MÄRZ 1977





DIE CHINESISCHEN OPPORTUNISTEN VERLANGEN VON DER KOMMUNISTISCHEN WELT, IHNEN RUHMESLIEDER ZU SINGEN

Eine Haltung, die uns nicht erstaunt. Die Nachrichtenagenturen bringen die Erklärung der Präsidenten von Peru und Argentinen über die lateinamerikanische Integration. Selbstverständlich liegt diese Erklärung auf der Linie der Diktatoren der lateinamerikanischen Staaten, die sich auf den amerikanischen Imperialismus stützt. Doch darum geht es nicht. Uns geht es darum, dass diese Erklärung auch von China in der Presse propagiert wird. Das heißt, China ist bereit, jede Handlung der Reaktion zu propagieren und der eigenen sowie der Weltöffentlichkeit bekannt zu machen, wohingegen es die Erklärung der 8 marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien der Länder Lateinamerikas mit keinem Wort erwähnt.

Dieses wichtige Ereignis in der kommunistischen Weltbewegung lässt China unbeeindruckt, oder besser gesagt, es kommt ihm nicht gelegen, denn sonst wäre es bereit, nicht nur eine einfache Nachricht, sondern auch ganze Artikel zu veröffentlichen. So verfuhr es bei den Beschlüssen, die die «marxistisch-leninistische Kommunistische» Partei Australiens auf den Bericht und die Resolutionen des Zentralkomitees dieser sogenannten marxistisch-leninistischen Partei hin fasste. Der Parteivorsitzende, Hill, sandte der Kommunistischen Partei Chinas auch einen Brief, in dem er Hua Guo-feng als klugen und fähigen Mann preist, die «Maotsetungideen» rühmt, die seiner Aussage nach der Marxismus-Leninismus sind, in dem er die «Vier» verurteilt und die «dritte Welt» gemäß der Theorie Mao Tse-tungs verteidigt. Diesen Brief Hills veröffentlicht die Kommunistische Partei Chinas auf der ersten Seite von «Renmin Ribao».

Diese Haltung spricht für sich. Für uns wird klar, dass die Kommunistische Partei Chinas nur über jene Parteien und Gruppen spricht, die ihr hinterherlaufen, sich bei ihrer Führung anbiedern und sie rühmen, während sie die Aktivität der anderen marxistischleninistischen Parteien gar nicht erwähnt, ja noch nicht einmal ihre Existenz und ihre Handlungen, z. B. die Erklärung der 8 Parteien der Länder Lateinamerikas, in der auch China und Mao Tsetung unterstützt werden. Doch diese Erklärung passt den Chinesen nicht in den Kram.

Der «berühmte» Geng Biao, der sich im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas mit den internationalen Angelegenheiten beschäftigt, sagte einmal zu unserem Botschafter in Peking: «Wir wollen nicht, dass Vertreter marxistisch-leninistischer kommunistischer Parteien zu uns nach China kommen, doch was sollen wir machen, wir können sie ja nicht hinauswerfen, uns wäre es also lieber, wenn sie überhaupt nicht kämen, denn sie bereiten uns Unannehmlichkeiten.» Für die Parteien, die ihnen gute Dienste leisten, machen die gegenwärtigen chinesischen Führer mithin Reklame, die anderen, die ihnen Unannehmlichkeiten bereiten, verleumden sie. Diese Haltung führt indessen zu nichts anderem als zur Entlarvung ihrer Absichten und ihrer Einstellung.

Die Chinesen haben einen anti-marxistischen Kurs eingeschlagen und versuchen, ihn zu rechtfertigen. Ihre Anstrengungen bestehen daher aus einer hemmungslosen Propaganda ohne marxistisch-leninistische Grundlagen, ohne marxistisch-leninistische Logik und erst recht ohne marxistisch-leninistischen Geist. Die Chinesen wollen, dass alle marxistisch-leninistischen Parteien ihnen unbedingt die Stange halten, obwohl ihre Thesen falsch sind.

Sie putschten und stürzten vier Mitglieder des Politbüros. Dies ist ihre innere Angelegenheit, doch sie wollen bar jeder marxistisch-leninistischen Logik, dass die anderen ihre Thesen und Taten loben, propagieren, hochjubeln, sie für richtig und für marxistisch-leninistische Wahrheiten erklären.

Die zweite Sache ist schamlos. Dieser Putsch wurde von einem gewissen Hua Guo-feng angeführt, einem bis dahin nicht sehr bekannten Mann. Die Chinesen verlangen nun von der ganzen kommunistischen Welt, diesem Menschen Ruhmeslieder zu singen und den skandalösen Kult der chinesischen Propaganda um seine Person zu unterstützen. Das ist nicht marxistisch gehandelt, deshalb ist der Weg, den die Kommunistische Partei Chinas auf diese Weise beschritten hat, sowohl in Bezug auf die Außenpolitik als auch auf die Innenpolitik, für uns albanische Kommunisten natürlich nicht marxistisch-leninistisch. Als die Beurteilung der Dinge wirklich ergab, dass die KP Chinas verteidigt werden musste, haben wir sie verteidigt. So war unsere Partei die erste, die die Kulturrevolution verteidigte, die auch Mao Tsetung verteidigte, doch nicht nur, dass wir den Kult um Mao Tsetung nicht übertrieben, wie das die Kulturrevolution tat, wir billigten ihn nicht einmal. Wir fanden es sogar verwunderlich, dass man so etwas tat, obwohl Mao Tsetung ein im In- und Ausland bekannter Führer war und kein Hua Guo-feng. Zu diesen Ereignissen bezog unsere Partei die Haltung, die sie einnehmen musste, und sie stützt sie auf Tatsachen. Wir traten nicht deshalb für die Kulturrevolution ein, weil die Chinesen wollten, dass wir sie verteidigten, sondern weil wir einsahen, dass China in diesen für es sehr gefährlichen Augenblicken verteidigt werden musste, sagte doch Mao Tsetung selbst damals zu uns, es sei in Gefahr.

Jetzt aber können wir auf keinen Fall die theoretisch und politisch falschen Thesen der gegenwärtigen Führung verteidigen und genauso wenig die Verherrlichung von Personen wie Hua Guo-feng, Geng Biao oder einem gewissen Li Hsiän-niän, der sich sein ganzes Leben lang an der Macht gehalten, sich als ein wirkliches Chamäleon erwiesen und unserer Partei, unserem sozialistischen Staat gegenüber stets eine unmarxistische und unfreundliche Haltung eingenommen hat. Uns gegenüber verhielt er sich arrogant und wie der Vertreter einer Großmacht. Er wollte, dass wir uns den Ansichten Iter Chinesen beugen, weil sie uns einen Kredit gaben, den sie einem sozialistischen Bruderstaat als internationalistische Hilfe geben mussten. Doch wir beugen niemals den Nacken vor diesen Leuten mit anti-marxistischen Anschauungen und Auffassungen. Wir wären auch ohne die Hilfe dieser anti-marxistischen Elemente ausgekommen, doch waren wir stets der Meinung gewesen, die Hilfe, die uns China gab, sei eine verdiente, internationalistische Hilfe, die ein sozialistischer Staat einem anderen sozialistischen Staat erteilte, wie es unser Land ist, das für die Revolution und den internationalen Kommunismus gekämpft hatte und kämpfte, das eingekreist von kapitalistischen und revisionistischen Staaten kämpfte, die seine Freiheit und Unabhängigkeit bedrohten.

Trotzdem haben wir auch zu dieser Hilfe eine Menge zu sagen, denn seit Deng Hsiao-ping die Macht angetreten hat, das heißt, seit er rehabilitiert worden ist, hat man sie uns nicht nur gekürzt, sondern wir müssen gegenwärtig auch feststellen, dass uns die Chinesen beim Bau der von China mit Krediten finanzierten Betriebe Schwierigkeiten in den Weg legen.





VLORA, MONTAG, 14. MÄRZ 1977





CHINA VERTEIDIGT SEINE OPPORTUNISTISCHE THESE VON DER «DRITTEN WELT»

Die chinesische Theorie van der «dritten Welt», die kein Fünkchen an Klasseninhalt hat und keinerlei spezifischen Unterschied zwischen den Staaten macht, verteidigt diese «Welt», die sie selbst erfunden hat, auf verzweifelte, sture Weise. In einem Material, das Hsinhua am 3. März aus Peking übermittelte, heißt es, dass der „nichtkapitalistische Weg», den die Sowjetunion für die Länder der -dritten Welt» predigt, eine Falle sei. Dieser Weg ist zwar tatsächlich eine Falle, doch warum das so ist und wie gegen diese Falle gekämpft werden muss, das erläutert die chinesische Propaganda nicht.

Die Sowjetunion und nicht nur sie, sondern auch die Vereinigten Staaten von Amerika, über die China kein Wort verliert, versuchen mit aller Kraft und allen Mitteln, über die sie verfügen, in die Staaten der sogenannten dritten Welt einzusickern, dort ihren Einfluss, den Neokolonialismus zu errichten und diese Länder und diese Völker im Interesse Moskaus und Washingtons auszubeuten. Die Sowjetunion hat dafür den Weg gewählt, für die Länder der sogenannten dritten Welt die Ausnutzung der Staatsbetriebe zu propagieren; sie sollen zum Unterbau gemacht werden, der diese Länder auf den Weg des «Sozialismus» bringt. Deshalb, so ist dem Hsinhua-Material zu entnehmen, sieht die Investitions- und Bautätigkeit der Sowjetunion so aus, dass sie veraltete Fabriken dorthin schickt, versehen mit frischem Anstrich, usw. Zweifellos geht man so vor, doch es stellt sich die Frage: unter wessen Leitung stehen diese Staatsbetriebe? Stehen sie unter der Leitung des Volkes oder der bürgerlich kapitalistischen Cliquen dieser Länder? Natürlich stehen sie unter der Leitung der kapitalistischen Cliquen, mithin helfen die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten von Amerika eben jenen bürgerlich kapitalistischen Cliquen, die von den Hilfen der beiden Supermächte profitieren, weil sie dadurch ihre Macht auf dem Rücken des Volkes wahren und stärken können. Das ist allen klar, nur nicht den Chinesen.

Für die Chinesen ist der prinzipielle, der Klassenkampf nicht klar, den das Proletariat, die Bauernschaft, die unterdrückten Menschen und die fortschrittlichen Elemente dieser Länder führen müssen. Gegen wen muss sich dieser Kampf richten? Natürlich gegen den amerikanischen Imperialismus, gegen den sowjetischen Sozialimperialismus und den inneren Feind, nämlich eben die Bourgeoisie mit ihren Unterdrückungsapparaten, ihrer Macht, ihrer Gendarmerie, ihrer Armee, ihrer Polizei, jene Bourgeoisie, die diese Völker seit Jahrhunderten unterdrückt.

Diese Seite des Problems (und sie ist die Hauptseite) berührt China nicht einmal, es befleißigt sich vielmehr, eine reine Propagandapolitik ohne Inhalt und ohne Fundament gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu betreiben. Doch wenn man den sowjetischen Sozialimperialismus und den amerikanischen Imperialismus bekämpfen will, die ihre Fänge in das Herz dieser Völker geschlagen haben und schlagen, muss man natürlich auch den Kampf unterstützen, indem man den Klassenkampf der Völker gegen die Kräfte der Finsternis und der Unterdrückung richtet. Doch an Hand der «Klassifizierung», die Mao Tsetung für die «dritte Welt» erfunden hat, ist das nicht möglich. Dieser Kampf kann nicht geführt werden, wenn diese «Theorie» nicht liquidiert wird, wenn diese Staaten nicht so gesehen werden, wie sie sind, in der Zusammensetzung, die sie aufzuweisen haben, mit den Widersprüchen, die in ihnen bestehen, antagonistischen und nichtantagonistischen Widersprüchen, wenn nichts dafür getan wird, die antagonistischen Widersprüche zu vertiefen und den Völkern zur Seite zu springen, die um Befreiung kämpfen. Eben dies ist der Weg, den unsere Partei verficht, und wir meinen, dass dies der marxistische Weg ist. China dagegen verficht nicht diesen, sondern einen Weg, der nicht marxistisch-leninistisch ist, einen vollkommen falschen Weg, der dem amerikanischen Imperialismus dient und sich mit angeblich marxistisch-leninistischen Parolen tarnt.







VLORA, DIENSTAG, 22. MÄRZ 1977





DIE THEORIE DER «DREI WELTEN» IST GEGEN DIE PROLETARISCHE REVOLUTION

Die Chinesen haben alle ihre Kräfte aufgeboten, um die Theorie der «drei Welten» zu verteidigen. So haben sie einige «marxistisch-leninistische kommunistische» Parteien in Bewegung gesetzt, die zu demonstrieren versuchen, dass die von Mao Tsetung formulierte «dritte Welt» angeblich theoretisch unanfechtbar und die anti-imperialistische und anti-sozialimperialistische Hauptkraft auf dem Erdball ist. Das ist nicht wahr. Wahr ist, was unsere Partei der Arbeit sagt: dass das Proletariat und die Völker, die um ihre Befreiung kämpfen, die Hauptkraft gegen die reaktionäre inländische Bourgeoisie sowie den Imperialismus und Sozialimperialismus darstellen.

Die Theorie der «drei Welten» ist gegen die proletarische Revolution und ersetzt sie durch die bürgerlich-demokratische Revolution. Diese anti-marxistische Theorie streicht die entscheidende führende Rolle des Proletariats in der Revolution, nivelliert die Kräfte und steckt sie unter einen Schirm bzw. in einen Topf, indem sie sie «dritte Welt» nennt. Dieser spricht sie eine Rolle und Attribute zu, die sie nicht hat, und leugnet mit dieser «Welt» die sozialistische Welt. Das heißt, China negiert sich selbst als sozialistisches Land, bezeichnet sich als «Entwicklungsland» und nicht als sozialistisches Land. Ein sozialistisches Land ist man nach dieser Theorie, wenn man ein unentwickeltes Land ist. Diese Theorie ist schlicht anti-marxistisch, reaktionär zu nennen, sie bedeutet, dass man alle unentwickelten Länder mit bürgerlich-kapitalistischem System als sozialistische Länder zu betrachten hätte. Warum tut China dies? Mir scheint, es will damit nicht nur eine irrige ideologische These verteidigen, sondern auch sein geheimes Ziel erreichen: all diese Staaten Asiens, Afrikas oder Lateinamerikas zu führen, die es in diese Welt steckt, zu ihrer Leadership zu werden, indem es sich als ihr Hauptfürsprecher ausgibt. In Wirklichkeit aber verteidigt China überhaupt nichts, denn es gibt diesen - búrgerlichen, kapitalistischen - Staaten, keinerlei Hilfe, nicht einmal wirtschaftliche. Diese Länder sind in ihrer Mehrzahl entweder mit den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Kapital der anderen Imperialisten oder mit der Sowjetunion verbunden. Die Widersprüche, die in ihnen bestehen, leugnet China nicht, doch ohne auch die inneren Unterdrücker dort zu bekämpfen, ohne den modernen Revisionismus - eine Strömung des Kapitals, deren Zweck es ist, die Völker auf ewig unter dessen Unterdrückung zu halten - zu bekämpfen, kann man weder die Freiheit noch die Unabhängigkeit erringen und schon gar nicht den Sozialismus aufbauen.

Also müssen die um Befreiung kämpfenden Völker ihre Einheit mit der Arbeiterklasse festigen und unter der Führung der Arbeiterklasse für ihre Befreiung von der inländischen kapitalistischen Bourgeoisie und ihrer Hauptstütze, dem amerikanischen Imperialismus und dem sowjetischen Sozialimperialismus kämpfen.





DIENSTAG, 5. APRIL 1972





DREI THEMEN DER CHINESISCHEN POLITIK

Ständig ist die Rede von der Rehabilitierung Deng Hsiao-pings, und man wartet auf sie. Das ist auch das erste Thema der chinesischen Politik. Doch anscheinend haben sich Hua Guo-feng und Konsorten festgefahren. All ihre täglichen Anstrengungen konzentrieren sie auf die Bloßstellung der «Vier». Ihre Propaganda in dieser Sache ist schal, fad geworden, denn es werden so skandalöse, so belanglose und so aus der Luft gegriffene Dinge behauptet, dass niemand mehr daran glauben kann. Ihre Vorwürfe gegen die «Vier» kehren sich gegen sie selbst.

Das zweite Thema der Politik der herrschenden chinesischen Führer ist: alle Äußerungen gegen die Sowjetunion, von wem sie nun auch stammen mögen, aufzuklauben und in der eigenen Presse nachzudrucken. Das ist der Grundstein ihrer Politik, und sie wollen damit ihre These beweisen, dass «die .Sowjetunion der größte Feind» sei und alle ihren Kampf gegen sie zu richten hätten, während die Vereinigten Staaten von Amerika als ungefährlich zu betrachten seien.

Das dritte Thema ihrer Politik ist der Empfang und die Verabschiedung von Vertretern all jener «marxistisch-leninistischen kommunistischen» Parteien, die die Positionen der chinesischen Revisionisten, opportunistische Positionen einnehmen. Die Chinesen verlangen von diesen Opportunisten zweierlei: Hua Guo-feng zu rühmen und die «Vier» zu beschimpfen.

Jede andere diplomatische Aktivität wurde eingestellt. Das muss daran liegen, dass es unter den Führern in China Spaltung gibt. Sie sind gespalten, weil anscheinend ein Teil von ihnen bei der Verteidigung Dengs bis zum Ende gehen will, das heißt, bei der Verteidigung der Politik Tschou En-lais und der Unterhöhlung der Fundamente von Maos ins Wanken geratenem «Prestige», während der andere Teil, Hua Guo-fengs Teil, seine Positionen unter dem befleckten Banner Maos zu wahren und zu konsolidieren sucht.

Wir dürfen nicht vergessen, was die Nachrichtenagmtur TANJUG meldet, die zur Vertrauten der Chinesen und zu ihrem Sprachrohr in diesen Fragen geworden ist. TANJUG sagt, die Bekanntgabe der Rehabilitierung Dengs sei auf Juni verschoben worden, weil die chinesischen Führer zuvor einen Weg finden müssten, jene 30 Millionen chinesischer Kommunisten zu überzeugen, die glauben, Mao habe, wie Hua Guo-feng auch, Deng schwer kritisiert. Nun müssen sie also das wieder auflecken, was sie früher ausgespien haben.





DONNERSTAG, 28. APRIL 1977





DIE KUNDGEBUNGEN DER MARXISTISCH-LENINISTISCHEN PARTEIEN UND DIE HALTUNG CHINAS

Die internationalistische Großveranstaltung in Rom aus Anlass des 40. Todestages von Antonio Gramsci, die große Manifestation des proletarischen Internationalismus der Portugiesischen Kommunistischen Partei (Wiederaufgebaut), die in Lissabon stattfand, wie auch die beiden vorangegangenen Veranstaltungen, die eine in Westdeutschland im Anschluss an den 3. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten und die andere in Italien, organisiert von der Kommunistischen Partei Italiens / Marxisten-Leninisten, sie alle haben große Bedeutung für die kommunistische Bewegung auf der Welt.

Diese Veranstaltungen der marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, an denen Vertreter der marxistisch-leninistischen Bruderparteien teilnahmen, darunter auch Vertreter der Partei der Arbeit Albaniens, sind eine außerordentlich große Hilfe für die kommunistische Bewegung auf der Welt. Wir zeigen den Völkern und den Kommunisten, dass trotz des Verrats der sowjetischen und der anderen modernen Revisionisten, trotz der opportunistischen Abweichung der Kommunistischen Partei Chinas der Marxismus-Leninismus niemals stirbt, im Gegenteil, er bricht sich Bahn, festigt, stählt sich in Klassenschlachten gegen den amerikanischen Imperialismus, den sowjetischen Sozialimperialismus, die reaktionäre Bourgeoisie und die Faschisten, die ihr Haupt erhoben haben.

Die von den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien veranstalteten Kundgebungen sind eine Ermutigung für die Revolutionäre, die in den bedrohlichen Augenblicken der großen Krise des Kapitalismus sehen, dass jene Kraft existiert, die dem Proletariat aller Länder und den von den Supermächten, den kapitalistischen Großmächten usw. unterdrückten Völkern zeigt, dass man stets mutig handeln und hart, ja auch bewaffnet gegen diese ihre wilden Feinde kämpfen muss. Überdies können wir sagen, dass diese Veranstaltungen nach dem 7. Parteitag unserer Partei aufkamen, und das war nur natürlich. Diese Veranstaltungen gewinnen eine besondere Bedeutung vor allem, wo die Linie der Partei der Arbeit Albaniens in vielen wichtigen Prinzipienfragen der Linie der Kommunistischen Partei Chinas entgegengesetzt ist.

Die Idee, über die bilateralen Beratungen hinaus auch Beratungen vieler Parteien durchzuführen, die auf unserem 7. Parteitag geäußert wurde, war eine seiner wichtigen Orientierungen. In den Fällen, wo sie es für notwendig halten, können und müssen die marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien auch multilaterale Beratungen durchführen, sich über gemeinsame Handlungen gegen die Feinde des Kommunismus und der Revolution konsultieren. Die Kommunistische Partei Chinas dagegen nimmt in dieser wichtigen Frage bekanntlich den entgegengesetzten Standpunkt ein. Sie ist gegen Beratungen mehrerer oder vieler Parteien und behauptet, die einzige Lösung sei die Praktik bilateraler Beratungen.

Welche Linie hat unsere Partei in dieser Frage? Sie hält an dem Grundsatz fest, dass die marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien ihre Einheit festigen, gegensätzliche Punkte, die es in ihrer Strategie und ihren Taktiken gegen die Feinde der Revolution geben mag, klären und ihre gemeinsame Tätigkeit auf internationaler Ebene koordinieren müssen. Dieses Vorgehen stählt sie und zeigt dem Feind, dass der Kommunismus eine unbezwingbare Kraft ist, dass die Kommunisten nicht gespalten sind und dass der moderne Revisionismus sein Ziel nicht zu erreichen vermocht hat. Bekanntlich hat der moderne Revisionismus das Ziel, seine Einheit in der Ungleichartigkeit zu gewährleisten, um die Einheit der Marxisten-Leninisten zu beseitigen. Während die Kommunistische Partei Chinas in dieser Frage die Linie hat, dass die marxistisch-leninistischen Parteien auf der Welt in der Illegalität oder in der Halbillegalität zu bleiben hätten. Nach Meinung der Kommunistischen Partei Chinas können diese Parteien auf der Welt innerhalb ihrer Länder aktiv sein, und wenn sie den Wunsch haben, sich hervorzutun, sollen sie nach Peking fahren, Kontakt mit Geng Biao oder auch mit Hua Guo-feng aufnehmen, die Kommunistische Partei Chinas rühmen, daraufhin wird dann ein Pressekommuniqué über diese Kontakte herausgegeben, und damit hat sich's. Dann soll ein jeder wieder nach Hause fahren.

Das würde für die marxistisch-leninistischen Parteien auf der Welt heißen, dass sie unter dem Schirm der Kommunistischen Partei Chinas zu leben hätten. Mit anderen Worten, wer nach Peking fährt und Hua Guo-fengs oder Geng Biaos Hand nimmt, der hat sich ein kurzes Kommuniqué in der Zeitung «Renmin Ribao» verdient und zeigt so der Welt, dass er «lebt und sich in voller Einheit mit der großen Kommunistischen Partei Chinas Mao Tsetungs befindet»! Dieses Vorgehen zeigt deutlich den Patriarchalismus, den die Kommunistische Partei Chinas praktiziert. Das heißt, der Partei, die mit der Kommunistischen Partei Chinas verbunden ist, können in der chinesischen Presse und im chinesischen Rundfunk einige Zeilen zugestanden werden, und das reicht nach Meinung der Chinesen aus, um sie als marxistisch-leninistische kommunistische Partei bezeichnen zu können.

China fürchtet sich vor Beratungen vieler Parteien, denn seine Teilnahme an diesen Beratungen wäre zwangsläufig verbunden mit der Diskussion von Problemen, die für den internationalen Kommunismus und die Revolution wichtig sind. Doch die Kommunistische Partei Chinas ist Diskussionen nicht gewachsen, würden dabei doch die papierenen Fundamente untergraben, auf die sie sich in einer Reihe von Problemen stützt, die für die Sache des Kommunismus große Bedeutung haben. Deshalb geht sie Beratungen dieser Art aus dem Weg und verlangt von den marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien, nur bilaterale Beratungen durchzuführen und sich, ohne im Einklang miteinander zu sein, im Einklang mit der Kommunistischen Partei Chinas zu befinden...

Zu uns kommen Nachrichten aus den Ländern Afrikas. Sie besagen, dass es Einheimische in Tansania und anderswo gibt, Kommunisten und Fortschrittliche, die sich über die Einstellung der Chinesen gegenüber Zaire und Mobutu sehr wundern. Sie verurteilen die reaktionäre Haltung Chinas, das dem amerikanischen Imperialismus gegen das Volk von Zaire zu Hilfe kommt, ist doch Mobutu nichts als ein Söldner, ein kapitalistischer Reaktionär, der das kongolesische Volk in enger Zusammenarbeit mit den Neokolonialisten unterdrückt, die namentlich den Kongo in ihre Klauen gebracht haben. Der amerikanische Imperialismus hat große Interessen in Katanga und im ganzen Kongo, und auch der französische Imperialismus hat im Kongo Interessen.

Wie ist es also möglich, dass man - unter dem Deckmantel der sogenannten dritten Welt - Cliquen wie der Mobutus hilft, die kämpfen, um ihre Völker unter dem Joch zu halten und ihnen zusammen mit den Imperialisten das Mark aus den Knochen zu saugen? Angeblich tut China dies, um den «Hauptfeind» zu bekämpfen, wie es den sowjetischen Sozialimperialismus nennt. So kämpft man allerdings nicht gegen den sowjetischen Sozialimperialismus. Der sowjetische Sozialimperialismus mag sich im Kongo und in Katanga einmischen - und er hat es tatsächlich getan -, mag auch sein, dass er die Gendarmen Tschombes oder eines anderen großen und in Katanga einflussreichen Anführers ausgebildet hat. Doch was zeigt das? Das zeigt, dass diese beiden imperialistischen Mächte, die versuchen, überall ihre Einflusszonen zu schaffen, die Märkte auf Kosten der Völker der Welt aufzuteilen, gleichermaßen bekämpft werden müssen. Man muss also die Völker der Welt zur Revolution aufrufen, denn wenn es auch heißt, der Kongo sei gegenwärtig unter Mobutu oder auch irgendeinem Tschombe oder einem neuen Kasawubu «frei» und «unabhängig», so ist er doch in Wirklichkeit weder frei noch unabhängig, sondern die Kolonie eines Imperialismus, und es gilbt Bestrebungen, die Märkte im Kongo unter zwei oder drei imperialistischen Mächten aufzuteilen.

China erkennt das, dennoch geht es diesen Weg, der nicht marxistisch-leninistisch ist, weil es davon Vorteil hat. Wie könnte man darauf verzichten. diese falsche Linie der Kommunistischen Partei Chinas, die die revolutionäre Bewegung und die Weltrevolution spaltet, zu entlarven? Diese Linie schadet den marxistisch-leninistischen Parteien. die für die Revolution und die wahre, vollständige Befreiung der Völker vom Joch des Neokolonialismus und der wütenden inneren Reaktion kämpfen, die eng mit der ausländischen Reaktion und mit dem ausländischen Kapital verbunden ist.

Wie könnten wir uns mit der Haltung Chinas abfinden, das einerseits Mobutu, diesem Vertreter des kongolesischen Kapitals, unter die Arme greift, sogar mit Waffen, und bereit ist, zu einer Beratung über die sogenannte dritte Welt zu gehen, die der Sohn Bhuttos, dieses CIA-Agenten, der dar Volk seines Landes unterdrückt, in Pakistan organisieren will, sich aber andererseits mit größter Kaltblütigkeit gegen die Beratungen einiger marxistisch-leninistischer Parteien ausspricht? China bekämpft diese Beratungen, spaltet die marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien und unterhält Verbindungen mit etlichen Gruppen von Dissidenten und Leuten, die von den Geheimdiensten des Kapitals und der Bourgeoisie der verschiedenen Länder in sie eingeschleust worden sind. Nein, hier kann es keine Versöhnung geben, denn die chinesische Linie ist eine opportunistische, eine nicht marxistisch-leninistische Linie im Dienst des Weltkapitals. Wir meinen, dass China in dieser Sache sehr falsch liegt und weit vom richtigen marxistisch-leninistischen Weg abgekommen ist







FREITAG, 29. APRIL 1977





DAS NENNT MAN: NICHT DEN WOLF, SONDERN SEINEN SCHATTEN BEKÄMPFEN

Ich sprach mit Genossen Ramiz über eine Sache, die ich für angebracht und wichtig halte. Wir müssen einen theoretischen Artikel schreiben, der in seinem Kern den Inhalt der opportunistischen chinesischen Linie im Zusammenhang mit der sogenannten Theorie der drei Welten entlarvt.

Wir sehen momentan, wie die Chinesen und ihre Adepten überall mit der These von der «dritten Welt» hausieren gehen, um sie als eine «richtige Theorie der nationalen Befreiungskämpfe» an den Mann zu bringen. Ohne sie ausdrücklich zu erwähnen. verunglimpfen und attackieren sie damit die richtige, marxistisch-leninistische Linie unserer Partei und ihres 7. Parteitags. der auf dieses Problem besonders einging.

Aufbauend auf einigen Zitaten von Marx und Engels. von Lenin und Stalin, die sie aus dem Zusammenhang gerissen haben, versuchen sie ihre Theorie der «dritten Welt» (die faktisch die Revolution leugnet) zu erklären (und erklären doch tatsächlich nichts). Ebenso werfen uns die Chinesen vor, wir seien «Dogmatiker. Blanquisten, die die Etappen überspringen wollen». Die Albaner. so behaupten sie, kämpften nicht darum. dass die Völker der Welt zunächst den nationalen Befreiungskampf entfalten, sondern versuchten, geradewegs und auf einen Schlag zum Ziel zu kommen: dass die Völker für die proletarische Revolution kämpfen.

Mit anderen Worten. wir müssen in diesem Artikel, ohne die Kommunistische Partei Chinas beim Namen zu nennen, die opportunistischen Ansichten entlarven, die sie jetzt aufgebracht hat. um die Revolution abzuwürgen. China stimmt nicht überein mit der Bestimmung unserer Epoche durch die Klassiker des Marxismus-Leninismus, die sagten, dass die Welt nach dem Sieg der Sowjetunion, nach dem Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, in die Epoche der proletarischen Revolutionen eingetreten ist. Für China «lebt die Menschheit nicht in dieser Epoche», es behauptet, wir befänden uns noch in der Periode der bürgerlich-demokratischen Revolutionen.

Eben diese Frage müssen wir in dem Artikel klar erläutern. Zwar hat die Welt seit den zwanziger Jahren Veränderungen erfahren, zwar haben die Völker vieler Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, die Lenin zu den Kolonialländern zählte, inzwischen eine gewisse politische Unabhängigkeit erlangt (die faktisch allerdings nur formal ist, so wie auch ihre Souveränität und Freiheit formal sind). Doch den neuentstandenen Staaten dieser Völker ist heute das Joch des amerikanischen Imperialismus und der anderen kapitalistischen Mächte der Welt, darunter auch des sowjetischen Sozialimperialismus, auferlegt, und diese Völker werden nun in anderen Formen, die wir Neokolonialismus nennen, ausgebeutet. Diese sogenannten freien Staaten werden also von bürgerlich-kapitalistischen Cliquen beherrscht, die die Völker im Einvernehmen und im wirtschaftlich-politischen Bündnis mit den Supermächten und den anderen kapitalistischen Staaten ausbeuten und unterdrücken. Viele dieser Staaten, die die Unabhängigkeit errungen haben und von denen es heißt, sie hätten die Etappe der bürgerlichen Demokratie hinter sich gebracht, haben noch nicht einmal die elementarsten Reformen dieser Etappe vollzogen, beispielsweise die Landverteilung, die Agrarreform.

Wir müssen klarstellen, dass es den marxistisch-leninistischen Parteien und dem Proletariat in dieser Situation keinesfalls erlaubt sein kann, im Rahmen des Status quo zu verharren, das heißt, nicht für die proletarische Revolution zu kämpfen. Doch wenn man von der proletarischen Revolution spricht, so muss diese erst vorbereitet werden, und um sich auf die Revolution vorzubereiten, müssen sich das Proletariat und seine Partei organisieren, müssen sie das Bündnis mit der Bauernschaft sowie der kleinen und mittleren Bourgeoisie herstellen, die nach Befreiung streben (letztere nach Befreiung von der kapitalistischen Großbourgeoisie), um durch tiefgreifende politisch-wirtschaftliche Reformen hindurch zur proletarischen Revolution überzugehen. Das Proletariat und seine Partei dürfen weder mit den Parteien der Großbourgeoisie ein Bündnis schließen, die in vielen dieser Staaten der sogenannten dritten Welt an der Macht ist, noch mit den Parteien des Kleinbürgertums, die auf reaktionären Positionen stehen. Die marxistisch-leninistische kommunistische Partei, die Partei des Proletariats, muss stets ihre Unabhängigkeit bewahren. Diese Partei und das von ihr geführte Proletariat dürfen nur mit jener Klasse und jenen Schichten ein Bündnis eingehen, die die Revolution wollen, die die Revolution anstreben.

Dagegen sagt China - mit der Linie, die es verfolgt und der Haltung, die es einnimmt - Stop! zur Revolution. Es vertritt einen neuen Revisionismus, eine Variante des modernen Revisionismus, eine ausgeprägt opportunistische Form der Verdrehung unserer marxistisch-leninistischen Ideologie. Im Kern betrachtet, verfolgt es in Theorie und Praxis das Ziel, die Revolution zu verhindern und aufzuhalten, den Status quo der sogenannten freien und unabhängigen, in Wirklichkeit aber von den grossen einheimischen Kapitalistencliquen im Bündnis mit dem amerikanischen Imperialismus beherrschten Staaten zu wahren und diese Staaten in den Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu treiben. Der «Kampf» dieser «dritten Welt», zu der sich auch China selbst zählt, findet also im Bündnis mit dem amerikanischen Imperialismus statt.

Mit Hilfe des amerikanischen Imperialismus, gestützt auf ihn und mit dem Anspruch, Mitglied der «dritten Welt» zu sein, versucht China so, die Revolution aufzuhalten und Zeit zu gewinnen, um selbst auch zur Supermacht zu werden. Das liegt im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika, denn China hemmt mit dieser Linie nicht nur die Revolution, entstellt nicht nur die marxistisch-leninistische Ideologie, sondern trägt zugleich auch zur Erhaltung des Status quo bei, hilft also dem amerikanischen Imperialismus und der nationalen Großbourgeoisie aller Staaten, ihre Märkte zu erhalten, bis es selbst, tief versackt in diesem anti-marxistischen, antisozialistischen Weg, zu einer weiteren Supermacht wird, die die beiden Supermächte gegeneinander ausspielt.

Uns albanischen Marxisten-Leninisten fällt die Aufgabe zu, diese Linie Chinas zu durchleuchten, und zwar wie immer gestützt auf unsere großen Lehrmeister Marx, Engels, Lenin und Stalin, die diese Fragen überaus klar dargestellt haben. Unsere Partei ließ sich nicht erst auf dem 7. Parteitag von den Lehren unserer Klassiker leiten, sondern schon von ihrer Gründung an, und sie wird sich auch in Zukunft von ihnen leiten lassen. Sie hat sie theoretisch richtig verstanden und auch praktisch richtig angewandt.

Unsere Partei hat sich niemals dogmatisch verhalten, sie war in keiner Weise blanquistisch, im Gegenteil, sie hat es jederzeit verstanden, das Volk auf dem Weg der bürgerlich-demokratischen Revolution zu führen, auf dem Weg des Nationalen Befreiungskampfes, in dem es darum ging, die nazifaschistischen Besatzer zu schlagen und aus dem Vaterland hinauszuwerfen. Unsere Partei verstand es, diesen großen nationalen Befreiungskampf mit den marxistisch-leninistischen Prinzipien zu verknüpfen, das heißt mit dem 'Übergang von der Etappe der bürgerlich-demokratischen Revolution zum Aufbau des Sozialismus. Wie lange die Etappe der bürgerlich-demokratischen Revolution dauerte, ist nicht wichtig, denn unter den bei uns gegebenen Bedingungen bestand bei der Lösung der Aufgaben sowohl der bürgerlich-demokratischen als auch der sozialistischen Revolution eine enge Verflechtung, sowohl zeitlich als auch von der Marschroute her. Die Verhältnisse in unserem Land gestatteten es, die Etappe der bürgerlich-demokratischen Revolution sehr rasch zu durchlaufen, und die Partei verstand es, die geschaffenen Bedingungen auszunutzen. Die Bedingungen waren reif, da die bürgerlichen Elemente - der Handelsbourgeoisie bzw. der Feudalen des Landes bei uns mit den Besatzern verbunden waren, mit ihnen gemeinsame Sache machten, sich zum Kampf gegen das Volk erhoben und vom Kampf des Volkes hinweggespült wurden, so dass die Revolution relativ leicht und schnell von einer Etappe in die andere hinüberwuchs.

Mit Hilfe des Artikels, den wir schreiben werden, müssen wir der Weltöffentlichkeit. insbesondere den Marxisten-Leninisten, Klarheit über diese betrügerische Theorie geben, die die chinesischen Revisionisten unter der Maske des Marxismus-Leninismus verbreiten. Sie meinen, die Marxisten-Leninisten der ganzen Welt müssten, weil China (angeblich) ein sozialistisches Land ist und Mao Tsetung ein «großer Marxist-Leninist», alles, was er gesagt hat, unter allen Bedingungen widerspruchslos befolgen. Das akzeptieren wir nicht.

Wir müssen die Entwicklung des Sozialismus in China analysieren - und haben es auch schon getan -, um zu sehen, was für ein Sozialismus dort entwickelt wird und welcher Formen man sich auf diesem Weg bedient. Wir waren mit den Ansichten Mao Tsetungs schon vor geraumer Zeit nicht einverstanden, besonders dort, wo er davon sprach, dass «das Dorf die Stadt einkreisen» müsse. Diese Ansicht Mao Tsetungs haben wir niemals als marxistisch-leninistisch akzeptiert, betrachtet Mao Tsetung doch damit die Bauernschaft als die revolutionärste Klasse. Das ist eine anti-marxistische Ansicht.

Die revolutionärste Klasse der Gesellschaft ist das Proletariat, deshalb muss es die Revolution im Bündnis mit der Bauernschaft führen, dem treusten Verbündeten des Proletariats. Das Proletariat muss diesen Verbündeten gewinnen, den auch die Bourgeoisie auf ihre Seite zu ziehen versucht. Maos Theorie geht noch weiter. «Die Völker der drei Kontinente Asien, Afrika und Lateinamerika», predigt Mao, «müssen sich zusammenschließen gegen die beiden anderen Kontinente, den alten Kontinent und den nordamerikanischen Kontinent», also gegen Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Mao vertrat mithin, als Derivat seiner Theorie, die Ansicht, man müsse bedingungslos alle Staaten dieser drei Kontinente unterstützen, ohne Klassenunterschiede und Differenzierungen nach den verschiedenen Regimen zu machen. Seiner Ansicht nach sind Europa und Nordamerika die Städte, das Proletariat, die anderen drei Kontinente dagegen die Bauernschaft. Diese Theorie ist aberrante*, *( widersinnig (frz. im Original)) sie berücksichtigt nicht die objektive Realität, die materialistische Entwicklung der Geschichte, ihr ist die Rolle der Arbeiterklasse, des Proletariats und seiner marxistisch-leninistischen Partei nicht klar, sie lässt die Revolution ausser Acht. Es ist gerade Mao Tsetungs Theorie, die die verschiedenen Etappen, in denen die Entwicklung der Menschheit notwendigerweise verläuft, nicht berücksichtigt. Mao Tsetungs Vorstellung, dass «das Dorf die Stadt einkreisen» müsse, nimmt gegenwärtig in der Theorie der «dritten Welt» Gestalt an. Tatsache ist, dass Mao Tsetung, da er damit die «dritte Welt» zur gegenwärtigen Hauptkraft der Revolution erklärt, die große revolutionäre Kraft, die die Geschichte vorwärtstreibt, das Weltproletariat, in der Theorie liquidiert. Das ist absurd.

Diese «Theorie» der chinesischen Revisionisten bzw. diese ihre «Analyse» der heutigen Welt bedeutet eine Unterstützung für die feindliche Ansicht, dass «die Revolution fehlgeschlagen» sei, «sich in einer starken Rückentwicklung» befinde, und wir jetzt nicht mehr von der proletarischen Revolution sprechen dürften, sondern die Hände in den Schoß legen und Mobutu von Zaire Beifall klatschen, ihm helfen müssten. Doch Mobutu und Co. sind Vertreter der gekauften Großbourgeoisie, die mit den Vereinigten Staaten von Amerika, mit Frankreich und den Kapitalisten der anderen Länder verbunden ist. Was aber macht China? Es setzt sich mit Waffen und Propaganda für Mobutu ein. Das ist die Politik, die es macht. Doch ist diese Haïtung richtig? Nein, diese Haltung kann nicht richtig sein. Im Gegenteil, auf diese Weise macht China das Joch, das auf dem kongolesischen Volk lastet, noch schwerer. Dasselbe können wir auch über die anderen Länder sagen.

Deshalb muss der Artikel, den wir schreiben werden, sorgfältig erarbeitet sein, sein Inhalt muss ein hohes theoretisches Niveau haben, er muss alle Winkel gut ausleuchten. Wir müssen gestützt auf unsere marxistisch-leninistische Theorie zeigen, dass die Thesen unseres 7. Parteitags richtig, marxistisch-leninistisch sind, dass sie auf den Lehren unserer Klassiker gründen und der objektiven Wirklichkeit der gegenwärtigen Welt, ihrer Einteilung, der Kämpfe, der Widersprüche, die es heute gibt, entsprechen. Unsere Partei analysiert all diese Situationen und Widersprüche gründlich, sie versteht es, richtige Kampftaktiken zu bestimmen und anzuwenden, deren einziges Ziel ist: Durchführung der proletarischer Revolutionen und Befreiung der Völker.

Unser letzter Parteitag hat die Kämpfe, beispielsweise die der Völker Afrikas, die eine gewisse formale Freiheit oder Unabhängigkeit errungen haben, sehr gut erläutert. Einige von ihnen, so etwa Algerien, haben die Unabhängigkeit im bewaffneten Kampf errungen. Einigen anderen Ländern aber wurde diese «Freiheit» und «Unabhängigkeit» vom französischen Imperialismus, vom englischen Imperialismus usw. «geschenkt». Sie, die Imperialisten, schenken den Völkern in Wirklichkeit gar nichts, sondern halten durch dieses «Geschenk» stets die Völker dieser Länder mit vielen Fäden gebunden. Wenn wir also annehmen, und das müssen wir annehmen, dass diese Völker eine «Freiheit» errungen haben, die zulässt, dass sie von der Bourgeoisie und vom brutalen Feudalismus ihrer Länder unterdrückt werden, dann müssen sie sich zum Kampf für die wahre Freiheit erheben. Gegen wen müssen diese Völker kämpfen, und was für einen Kampf müssen sie führen? Sie müssen kämpfen gegen die einheimischen Kapitalistencliquen an der Macht, die sie unterdrücken, gegen die ausländischen Kapitalisten, den amerikanischen Imperialismus, den französischen Imperialismus, den deutschen und den portugiesischen Imperialismus usw. und im gleichen Zug auch gegen den sowjetischen Sozialimperialismus. Das heisst, wenn wir von Kampf sprechen, müssen wir den vom in- und ausländischen Kapital ausgebeuteten Völkern sagen, dass sie zu kämpfen haben, während China ihnen das nicht sagt. Unsere Partei erklärt diesen Völkern, dass sie zu kämpfen haben und gegen wen sie zu kämpfen haben, während China ihnen nichts sagt, weder dass sie kämpfen müssen, noch gegen wen sie kämpfen müssen. Es ruft sie auf, nur gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu kämpfen, weil dieser nach Welthegemonie strebt und, kurz gesagt, die amerikanische Welthegemonie gefährdet. Wir zeigen den Völkern, wie sie den Kampf organisieren müssen, wer diesen Kampf führen muss, welches die Prinzipien dieses Kampfes sind, welches die Strategie und Taktik des Kampfes dieser Völker sein muss. China dagegen sagt den Völkern nichts von alledem, ganz im Gegenteil, es empfiehlt ihnen, eine Strategie des Kapitals zu verfolgen und Taktiken zu verwenden, die diesem Kapital dienen, die sein Dasein verlängern, kurzum, es sagt den Völkern, dass sie nicht den Wolf, sondern seinen Schatten bekämpfen sollen.





DIENSTAG, 3. MAI 1977





EIN AMERIKANISCHER AGENT - ENGER FREUND MAO TSETUNGS

Ich habe das Hauptwerk des amerikanischen Journalisten Edgar Snow gelesen, des «Jahrhundertjournalisten», wie man ihn nennt, der über das China vor und nach der Revolution geschrieben hat. Sein letztes Buch indessen, das auf italienisch «La mia vita di giornalista» («Mein Leben als Journalist») heißt, vermittelt einen noch klareren Begriff davon, was dies für eine Persönlichkeit ist.

Diesem Journalisten ging ein grosser Ruf als gründlicher Kenner Chinas voraus, und das nicht ohne Grund. Diese Person hat ein sehr abenteuerliches Leben geführt. Aus allen seinen Schriften ist klar ersichtlich, dass Snow ganz gewiss ein Agent der CIA war, insofern der amerikanische Sicherheitsdienst damals schon so hieß, oder aber ein Journalist im Dienst der amerikanischen Geheimpolizei und des State Departements. Er selbst gibt auch zu, dass ihn Roosevelt mehrmals zu sich gerufen hat, um sich über China informieren zu lassen. Natürlich brauchte der Präsident der USA von Snow keine Informationen über das Klima in China und auch nicht über die Armeen und die Verwaltung Tschiang Kai-Schecks. Es ist ganz klar, was Roosevelt von Snow wissen wollte: er wollte etwas über die Leute in den Höhlen von Yenan erfahren, über ihre Auffassungen und Ziele.

In diesem Buch erzählt Edgar Snow von seiner Pilgerfahrt - wie er vor dem chinesisch-japanischen Krieg von den Philippinen aus über Indien und Indonesien schließlich in China landete, wo er sich jahrelang aufhielt. Er hatte Verbindungen zu ausländischen Konzessionären und arbeitete insbesondere für die Vereinigten Staaten von Amerika, war mit Tschiang Kai-Scheck verbunden, mit den wichtigsten chinesischen Kapitalisten, und fand schließlich über die Frau Sun Yat-sens auch Zugang zu den von den chinesischen Kommunisten befreiten Gebieten. Das heißt, er kam bis ins Hauptquartier Mao Tsetungs in den Höhlen, in denen sich das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas nach dem Langen Marsch niedergelassen hatte.

Ehe er auf Mao zu sprechen kommt, ehe er von seinem regen Umgang mit den chinesischen Führern erzählt, behandelt Edgar Snow in diesem Buch eine Reihe von Fragen, eine Reihe von Fakten: wie die industrielle Zusammenarbeit mit Tschiang Kai-schek, mit der Kuomintang, mit Tschou En-lai und anderen chinesischen Kommunisten organisiert wurde; wie der Schwiegervater Tschiang Kai-scheks und Sun Yat-sens half; wie die Kapitalisten außerhalb Chinas, in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Hongkong und anderswo, interessiert wurden; wie schon damals begonnen wurde, die Formen der Entwicklung der Landwirtschaft, der Entwicklung der Industrie zu organisieren, die später, nach der Befreiung Chinas, gewissermaßen definitivere Gestalt annehmen sollten, denn wirklich definitiv ist in China nichts.

Dann spricht Edgar Snow von seinem Leben in den Höhlen von Yenan. Wie ich schon oben sagte, berichtet er, dass er bis hinein ins Zentrum der chinesischen Kommunisten gelangte, Freund und Vertrauter der Mitglieder des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas wurde, einen ganzen Tag und und eine Nacht mit ihnen und ihren Frauen zusammensaß, plauderte und ihnen Poker beibrachte. Er erzählt, wie er auch das Vertrauen Mao Tsetungs gewann. Ihn schildert er anfänglich als einen weltfremden Träumer, landet aber dann auf ganz raffinierte Weise bei dem, worauf er hinaus will: die Schaffung der großen Persönlichkeit Mao Tsetungs. Der Autor erzählt, dass Mao Tsetung vertrauter mit ihm wurde, weil der nationale Befreiungskampf Chinas, die chinesische Revolution damals in den Vereinigten Staaten von Amerika und in der westlichen Welt nicht bekannt waren. Snow sagt, Mao Tsetung sei versessen darauf gewesen, dass über die chinesische Revolution und über ihn geschrieben werde, damit die Welt begreife, was dies für eine Revolution und wer die chinesische Führung war.

Edgar Snows vertrauter Umgang mit Mao Tsetung war sogar so weit gediehen, dass er auch hanebüchene Vorkommnisse aus dem täglichen Leben Maos anzuführen weiß. So schreibt er etwa in diesem Buch schwarz auf weiß, Mao Tsetung habe 7 Tage lang an Verstopfung gelitten, und als er endlich konnte, sei dies ein großes Ereignis für seine gesamte Umgebung gewesen.

Mit anderen Worten, Mao Tsetung und die anderen chinesischen Führer hatten uneingeschränktes Vertrauen zu Edgar Snow. Dieser war China dienlich, half ihm, denn er machte China und Mao Tsetung im Ausland bekannt, aber auch China half Snow beträchtlich. Seiner Aussage nach ging das Vertrauen der chinesischen Führer in ihn so weit, dass Mao Tsetung diesen Amerikaner über alle seine politischen Pläne, über alle seine ideologischen Anschauungen, ja selbst über seine militärischen Pläne auf dem Laufenden hielt. Edgar Snow schreibt auch, dass er stets, wenn Mao Tsetung einen Angriff gegen die Japaner oder gegen Tschiang Kai-Scheck vorbereitete, so weitgehend ins Bild gesetzt worden sei, dass Mao ihm sogar gesagt habe: «Falls die Japaner diese Taktik anwenden, werden wir eine andere Taktik verfolgen»; «sollte uns Tschiang Kai-schek von dieser Seite her angreifen, werden wir von der anderen Seite her gegenangreifen oder uns an dieser oder jener Flanke zurückziehen». Edgar Snow war also quasi Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, so dass er, auch wenn er nicht innerhalb der Führung saß, doch von außen alles wusste, weil ihm vollstes Vertrauen entgegengebracht wurde.

Dieser Mensch gibt sich als sehr bedeutender Chinakenner und wird als solcher propagiert, und im Westen ist er eine Autorität, daran besteht kein Zweifel. In diesem Buch präsentiert sich Edgar Snow als wütender Sowjetgegner, nicht aber im Hinblick auf die Sowjetunion der jüngsten Vergangenheit, sondern als Sowjetgegner mit einem, wie der Franzose sagt, viszeralen* *( hier: abgrundtief (frz. im Original))Groll und Hass gegen die Diktatur des Proletariats, gegen Stalin, gegen die Sowjetunion. Und wann redet er so? Zur Zeit des großen antifaschistischen Kriegs der Sowjetunion gegen die Hitleraner. Es ist merkwürdig, dass eine so zweifelhafte, ja sogar sehr verdächtige Figur, ein solcher Sowjet feind, der seine Sowjetfeindlichkeit nicht verbarg, bei Mao Tsetung und den anderen Mitgliedern des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas so großen Kredit hatte. Chinas Einstellung zu ihm blieb bis ans Ende seines Lebens unverändert; ehe er starb, fuhr er sogar noch einmal nach China und wurde dort von Mao Tsetung mit großen Ehren empfangen.

Wenn man all dies liest, kommt man um den Gedanken nicht herum, dass die Ansichten Mao Tsetungs und seiner Genossen proamerikanisch waren, dass sie ,grosse Sympathie für die Vereinigten Staaten von Amerika empfanden, und dass es dem «Journalisten» Edgar Snow gelang, eine wichtige Rolle bei der Annäherung Chinas an die Vereinigten Staaten von Amerika zu spielen, bei der Vorbereitung von Kissingers, dann Nixons und später auch Fords Besuch in China.





DONNERSTAG, 5. MAI 1977





CHINAS PROAMERIKANISCHES SPIEL IST SEHR GEFÁHRLICH

Noch einmal einige Gedanken zu Edgar Snows Buch: «Mein Leben als Journalist».

Im letzten Kapitel seines Buches berichtet der Autor über ein Gespräch mit dem Inder Nehru. Er blickte auf die Uhr und stellte fest, dass sie stehengeblieben war. Daher fragte er Nehru nach der Zeit. Dieser nannte sie ihm, setzte aber hinzu: «Ihr müsst die Uhren umstellen.»

Edgar Snow erzählt diese Episode, weil er Kritik an der amerikanischen Politik China gegenüber üben will. Diese Politik, die lange Zeit verfolgt wurde und von McCarthy, Truman und anderen inspiriert war, die Tschiang Kai-Scheck unterstützten, nennt er perspektivlos und falsch. Er schreibt, in Amerika habe man die von Mao Tsetung geführte chinesische Revolution nicht verstanden, deshalb habe man gefordert, dass China auf den alten kapitalistischen Positionen bleiben und dem amerikanischen Kapitalismus gewisse Konzessionen machen solle.

Edgar Snow, der Verteidiger des amerikanischen Imperialismus, zeigt sich als Sympathisant Chinas. Seine konklusiven Analysen sind folgende: Als China im Jahr 1949 seine Unabhängigkeit erlangte, begingen die Vereinigten Staaten von Amerika den Fehler, zu meinen, es werde diese Unabhängigkeit dem Kreml in den Rachen werfen. Nein, das wird nicht geschehen, sagt er, und er liefert eine Reihe von Argumenten, warum China nicht zur Kolonie des Kremls werden kann. Dazu gehört das Argument, dass China sich bei der Durchführung seiner Revolution auch ideologisch nicht auf das Proletariat der Städte stützte, sondern auf die Bauernschaft. China finde in dieser und in vielen anderen Fragen ideologisch nicht mit dem Kreml zusammen. Deshalb, schreibt Edgar Snow, liegt es im Interesse der Vereinigten Saaten von Amerika, in China einen Freund und einen großen Markt zu haben, den sie brauchen, also muss die Haltung China gegenüber unbedingt geändert werden.

Und natürlich stellt Edgar Snow China und das neue chinesische Regime Mao Tsetungs als nicht sehr radikal dar, um seine Meinung zu untermauern und so Einfluss auf die amerikanische Politik zu gewinnen. Wenn die Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer Chinapolitik eine Wende vollziehen, so meint er, ist es sehr leicht möglich, dass dieses Regine eine freundschaftliche Politik den USA gegenüber verfolgt. Diese Politik, so Edgar Snow; hat große Bedeutung in Anbetracht der Ausdehnung des chinesischen Territoriums, seiner großen Bevölkermg, der reichen chinesischen Bodenschätze und des Einflusses, den dieses Land in Asien und auf der Welt ausüben wird.

Schlussfolgernd sagt er, dass dieser Einfluss dem gegenwärtigen kapitalistischen System keinen großen Schaden zufügen wird, das seiner Meinung nach nicht die Merkmale, die Organisation und die Politik der Zeit vor dem I. oder auch dem II. Weltkrieg beibehalten kann und sich deshalb irgendwie dieser Situation anpassen muss.

Edgar Snow, der Mann des amerikanischen State Departements, der Kontakte mit den amerikanischen Präsidenten hatte (er wurde drei, vier Mal von Roosevelt in Audienz empfangen) und zur Konsultation über die chinesischen Probleme gerufen wurde, präsentiert sich als Freund des maoistischen China. Liest man sein Buch, so kann man sagen, dass es ihm gelungen ist, viele dieser Ansichten und Absichten der Amerikaner bis zu einem gewissen Grad in die chinesische Führung hineinzutragen und ihnen dort Verbreitung zu verschaffen, werden wir doch gegenwärtig Zeuge eines großen Umschwenkens der chinesisihen Politik hin zur Freundschaft mit dem amerikanischen Imperialsmus, der weder seine Natur noch seine Absichten geändert hat. Ich sage, dass es Edgar Snow gelungen ist, seine Meinungen bis zu einem gewissen Grad in die chinesische Führung hineinzutragen, hat doch Mao Tsetung immerhin nach der Befreiung Chinas einige Jahre lang den «unbarmherzigen, kompromisslosen» Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus gepredigt, während er gegen Ende seines Lebens (und zwar, als er seine fünf Sinne noch vollkommen beisammen hatte und ganz normal war) auf den Weg der Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika fand. Mao bahnte diese Freundschaft sogar mit Nixon und Kissinger an, Leuten, die von Edgar Snow in seinem Buch als politische Figuren dargestellt werden, gegen die er persönlich einen großen Hass hegte. Ausgerechnet mit Nixon knüpfte Mao Tsetung jedoch die Fäden, und als dieser gewisse Präsident gezwungen war, wegen seiner politischen Skandale vom Weißen Haus Abschied zu nehmen, lud ihn Mao noch einmal nach Peking ein und hatte ein herzliches Treffen mit ihm, um die Welt erkennen zu lassen, dass er den Expräsidenten, den sogar die amerikanische «Demokratie» selbst «verabscheut hatte», unterstützte.

Es ist also begreiflich, dass die Kommunistische Partei Chinas und der chinesische Staat diese ganze Strategie und die Taktiken, derer sie sich bedienen, um ihre 180-Grad-Wendung gegenüber dem amerikanischen Imperialismus zu tarnen, mit angeblich marxistisch-leninistischen Thesen zu untermauern versuchen, mit Zitaten von Lenin, Marx und Engels, indem sie behaupten, auch diese hätten Kompromisse mit dem Imperialismus vertreten, indem sie behaupten, die Welt sei in Veränderung begriffen, man müsse sehen, wo der Hauptfeind sitze, gegen den man sich mit allen anderen Feinden zusammenschließen könne, und dergleichen dem Marxismus-Leninismus widersprechende Auffassungen mehr. Alle diese Thesen der Kommunistischen Partei Chinas sind falsch. Sie verdreht die Zitate der Klassiker, reißt sie aus dem Zusammenhang, so dass dadurch nur ihr Verrat illustriert wird.

Es ist klar, dass die Vereinigten Staaten von Amerika auf diese chinesische Avance eingehen werden; sie werden China helfen und es durch Kredite und neue Technologie bis zu einem gewissen Grad von sich abhängig machen. Doch gleichzeitig wird der amerikanische Imperialismus nicht China zuliebe seine Beziehungen zur Sowjetunion bis zum Krieg verschärfen. Nein! Die Amerikaner werden eine Schaukelpolitik in ihrem eigenen Interesse betreiben, und erst wenn die Widersprüche auch aufs äußerste verschärft haben, sei es mit der Sowjetunion, sei es mit China, können und werden sie in den Krieg gehen, der sich vom Imperialismus und Sozialimperialismus nicht trennen lässt. Letzten Endes werden sie die Welt, um sie zu beherrschen, in ein schreckliches Blutbad stürzen. Chinas Spiel, seine anti-marxistische Politik ist also sehr gefährlich für die Menschheit.





SAMSTAG, 14. MAI 1977





SAIFUDIN IN JUGOSLAWIEN

Die von einem gewissen Saifudin, Kandidat des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, geleitete chinesische Parlamentarierdelegation stattet Jugoslawien gerade einen Freundschaftsbesuch ab. Sie wurde vom Vorsitzenden der Skupština, des jugoslawischen Parlaments, empfangen, der ihr außerordentlich wohlwollend vom großen heldenhaften Kampf der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, die sich jetzt Bund der Kommunisten Jugoslawiens nennt, und von der Rolle des «großen Marxisten» Tito erzählte.

Zu Teil 6