ENVER HOXHA



Theorie und Praxis der Revolution

ZËRI I POPULLIT“ - 7. Juli 1977





Auf dem 7. Parteitag der PAA erklärte Genosse Enver Hoxha bei der Analyse der gegenwärtigen internationalen Situation und der vor sich gehenden revolutionären Prozesse:

Die Welt befindet sich in einer Phase, in der die Sache der Revolution und der nationalen Befreiung der Völker nicht nur ein Ideal und eine Perspektive ist, sondern auch ein Problem, das zur Lösung ansteht“ (Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, Seite 163).

Diese prinzipiell wichtige These stützt sich auf die leninistische Analyse des Imperialismus, auf die von Lenin angegebene Bestimmung des Wesens der gegenwärtigen historischen Epoche, sie ist von der historischen Mission des Proletariats, sich selbst und die gesamte Menschheit von jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, vom kapitalistischen System zu befreien, beflügelt.. Sie geht von einer konkreten marxistisch-leninistischen Analyse der großen Widersprüche unserer Zeit aus. Die These des 7. Parteitags der PAA ist eine erneute Bekräftigung der marxistisch-leninistischen Strategie der Revolution unter den aktuellen Bedingungen.





I.

In seinen genialen Werken über den Imperialismus gelangte W. I. Lenin zu der Schlussfolgerung, dass der Imperialismus untergehender und sterbender Kapitalismus ist, das letzte Stadium des Kapitalismus und der Vorabend der sozialen Revolution des Proletariats. Bei der Analyse der den Imperialismus kennzeichnenden Erscheinungen schrieb er:

... alles das macht die jetzt erreichte Entwicklungsstufe des Kapitalismus zur Ära der proletarischen, sozialistischen Revolution, „Diese Ära hat begonnen“ und „Auf die Tagesordnung der gegenwärtigen Epoche tritt daher, kraft der objektiven Verhältnisse, die allseitige, unmittelbare Vorbereitung des Proletariats für die Eroberung der politischen Macht, um die wirtschaftlichen und politischen Maßnahmen durchzuführen, die den Inhalt der sozialistischen Revolution bilden“ (Lenin, Werke, Band 24, dt. Ausgabe, Seite 460).

Bei der Bestimmung der heutigen Epoche ging Lenin vom Klassenkriterium aus. Er betonte, dass es wichtig sei zu berücksichtigen,

welche Klasse im Mittelpunkt dieser oder jener Epoche steht und ihren wesentlichen Inhalt, die Hauptrichtung ihrer Entwicklung, die wichtigsten Besonderheiten der geschichtlichen Situation in der jeweiligen Epoche usw. bestimmt“ (Lenin, Werke Band 21, dt. Ausgabe, Seite 134).

Durch die Bestimmung des wesentlichen Inhalts der neuen historischen Epoche als Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution, hielt Lenin treu und konsequent an den Lehren von Marx über die historische Mission des Proletariats als neue soziale Kraft fest, die die kapitalistische Ausbeuter- und Unterdrückergesellschaft auf revolutionärem Weg stürzen und die neue Gesellschaft, die klassenlose kommunistische Gesellschaft, aufbauen wird.

Das Kommunistische Manifest“ von Marx und Engels und ihr Aufruf „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ erschienen, um zu verkünden, dass der Grundwiderspruch der menschlichen Gesellschaft nun der Grundwiderspruch zwischen Arbeit und Kapital war und dass das Proletariat dazu berufen war, diesen Widerspruch durch die Revolution zu lösen. Durch die Analyse des Imperialismus zeigte Lenin, dass sich die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft aufs Äußerste zugespitzt hatten und die Welt in die Epoche der proletarischen Revolutionen und des Triumphs des Sozialismus eingetreten war.

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution bestätigte in der Praxis die genialen Schlussfolgerungen von Marx und Lenin. Auch nach Lenins Tod hielt die kommunistische Weltbewegung entschieden an seinen Lehren über die heutige Epoche fest, sie hielt an seiner revolutionären Strategie fest. Der Triumph der sozialistischen Revolution in einer Anzahl weiterer Länder bewies, dass die leninistische These über die heutige Epoche als Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus die grundlegende Gesetzmäßigkeit der Entwicklung der heutigen menschlichen Gesellschaft widerspiegelt.. Der Untergang des Kolonialsystems, die Erringung der politischen Unabhängigkeit durch die überwiegende Mehrzahl der Länder Asiens, Afrikas ua. sind eine weitere Bestätigung der leninistischen Theorie über die Epoche und die Revolution. Die Tatsache, dass in der Sowjetunion und in einigen einst sozialistischen Ländern die Lehren des Marxismus-Leninismus und der Revolution verraten wurden, ändert nichts an der leninistischen These über den Charakter der heutigen Epoche, denn dies stellt nur eine der Windungen und Wendungen auf dem Weg des unausbleiblichen Sieges des Sozialismus über den Kapitalismus im Weltmaßstab dar.

Die Partei der Arbeit Albaniens hält nach wie vor konsequent an diesen marxistisch-leninistischen Schlussfolgerungen fest. Genosse Enver Hoxha hat gesagt:

Täglich vertiefen sich die Grundzüge unserer Epoche und kommen immer deutlicher zum Vorschein als der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus, des Kampfes der zwei entgegengesetzten Gesellsachaftssysteme, als der Epoche der proletarischen und nationalen Befreiungsrevolutionen, des Untergangs des Imperialismus und der Liquidierung des Kolonialsystems, als der Epoche des Triumphs des Sozialismus und Kommunismus im Weltmaßstab.“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, alb. Ausgabe, Seite 5).

Die Bestimmung der heutigen Epoche und der revolutionären Strategie haben die Marxisten-Leninisten stets auf die Analyse der großen sozialen Widersprüche gestützt, die diese Epoche charakterisieren. Welche Widersprüche sind das?

Nach dem Triumph der sozialistischen Revolution in Russland sprachen Lenin und Stalin von vier Widersprüchen:

- dem Widerspruch zwischen den zwei entgegengesetzten Systemen – dem sozialistischen und dem kapitalistischen System;

- dem Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit in den kapitalistischen Ländern;

- dem Widerspruch zwischen den unterdrückten Völkern und Nationen einerseits und dem Imperialismus andererseits;

- dem Widerspruch zwischen den imperialistischen Mächten.

Eben diese Widersprüche bilden die objektive Grundlage der Entwicklung der heutigen revolutionären Bewegung, die in ihrer Gesamtheit den großen Prozess der Weltrevolution in unserer Epoche bilden. Die gesamte gegenwärtige Entwicklung auf der Welt beweist, dass seit der Zeit Lenins sich diese Widersprüche weder gemildert haben noch verschwunden sind, sondern sich im Gegenteil noch mehr verschärft haben und wie nie zuvor zum Vorschein gekommen sind. Daher stellt die Kenntnis und Anerkennung dieser Widersprüche die Grundlage dafür dar, um eine korrekte revolutionäre Strategie festzulegen.

Die Leugnung dieser Widersprüche, ihre Verschleierung, das Ignorieren des einen oder anderen Widerspruchs, die Entstellung des wahren Inhalts der Widersprüche – wie es die Revisionisten und die verschiedenen Opportunisten tun -, ruft Konfusion und Verwirrung in der revolutionären Bewegung hervor und dient als Grundlage dafür, eine entstellte, pseudo-revolutionäre Strategie und Taktik aufzubauen und zu predigen.





II.

In der heutigen Zeit wird viel über die Teilung der Welt in die sogenannte „erste“, „zweite“ und „dritte“ Welt, über eine „blockfreie“ Welt, über eine Welt der „Entwicklungsländer“, „des Nordens und des Südens“ usw. geredet. Jeder der Verfechter dieser Teilungen stellt seine „Theorie“ als die richtigste Strategie hin, die angeblich den realen Bedingungen der gegenwärtigen internationalen Lage entspreche. Aber es ist so, wie Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag unterstrich:

... all diese Bezeichnungen, die sich auf die verschiedenen heute in der Welt wirkenden politischen Kräfte beziehen, verschleiern – und enthüllen nicht – den Klassencharakter dieser politischen Kräfte, die grundlegenden Widersprüche unserer Epoche, das heute im nationalen und internationalen Maßstab vorherrschende Schlüsselproblem, den unerbittlichen Kampf, der heute zwischen der bürgerlich-revisionistischen Welt einerseits und dem Sozialismus, dem Weltproletariat und seinen natürlichen Verbündeten andererseits geführt wird.“ (E. Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, Seite 177I.

Wenn die Marxisten-Leninisten über die Welt und die verschiedenen Länder sprechen und sie benennen, urteilen sie nach dem Prinzip des dialektischen und historischen Materialismus. Sie urteilen vor allem gemäß der in den verschiedenen Ländern bestehenden sozial-ökonomischen Ordnung, gemäß dem proletarischen Klassenkriterium.

Eben von diesem Blickwinkel aus schrieb W. I. Lenin im Jahr 1921, also als auf der Welt nur ein sozialistisches Land, Sowjetrussland, existierte;

Heute (gibt es) auf der Welt zwei Welten: die alte – den Kapitalismus, der in eine Sackgasse geraten ist und niemals nachgeben wird, und die heranwachsende neue Welt, die noch sehr schwach ist, die aber stark und groß werden wird, denn sie ist unbesiegbar.“ (W.I. Lenin, Werke Band 33, dt. Ausgabe, Seite 132).

J. W. Stalin unterstrich ebenfalls in seiner bereits im Jahre 1919 veröffentlichten bekannten Schrift „Zwei Lager“:

Die Welt hat sich entschieden und unwiderruflich in zwei Lager gespalten: in das Lager des Imperialismus und in das Lager des Sozialismus... Um den Kampf dieser beiden Lager dreht sich das gesamte gegenwärtige Leben; er bildet den ganzen Inhalt der jetzigen Innen- und Außenpolitik aller maßgebenden Männer der alten und neuen Welt.“ (J.W. Stalin, Werke Band 4, dt. Ausgabe, Seite 205).

Unsere Partei ist der Ansicht, dass man auch heute von der sozialistischen Welt sprechen muss, wie es Lenin und Stalin taten, dass das leninistische Kriterium stets wahr ist, wie der Leninismus selbst lebendig und wahr ist. Das Argument der Theoretiker der „drei Welten“, der „blockfreien“ Welt usw., die die Existenz des Sozialismus aus ihren Schemata gestrichen haben, indem sie sich auf die Tatsache der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und in einigen anderen einst sozialistischen Ländern, also auf den Zerfall des sozialistischen Lagers berufen, entbehrt jeder Grundlage. Es steht im völligen Gegensatz zu den leninistischen Lehren und dem Klassenkriterium.

Der revisionistische Verrat, die Rückkehr der Sowjetunion und einer Anzahl einstmals sozialistischer Länder zum Kapitalismus, die umfangreiche Verbreitung des modernen Revisionismus in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung und ihre Spaltung waren ein schwerer Schlag für die Sache der Revolution und des Sozialismus. Aber das heißt keineswegs, dass der Sozialismus als System liquidiert sei und dass das Kriterium der Teilung der Welt in zwei entgegengesetzte Systeme geändert werden müsse, daß heute keine Widersprüche mehr zwischen Sozialismus und Kapitalismus bestünden. Der Sozialismus existiert und schreitet voran in den wahren sozialistischen Ländern, die dem Marxismus-Leninismus treu sind, wie es die Sozialistische Volksrepublik Albanien ist. Das sozialistische System also, das sich dem kapitalistischen System entgegenstellt, existiert objektiv, ebenso wie auch der Widerspruch und der Kampf auf Leben und Tod zwischen ihm und dem Kapitalismus existiert.

Indem die sogenannte Theorie der „drei Welten“ den Sozialismus als Gesellschaftssystem ignoriert, ignoriert sie den größten historischen Sieg des Weltproletariats, ignoriert sie den grundlegenden Widerspruch der Epoche, den Widerspruch zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Es ist klar, dass eine solche Theorie, die den Sozialismus beiseite lässt, anti-leninistisch ist, sie führt zur Schwächung der Diktatur des Proletariats in den Ländern, wo der Sozialismus aufgebaut wird, während sie das Weltproletariat aufruft, nicht zu kämpfen, sich nicht zur sozialistischen Revolution zu erheben. Und das ist nicht verwunderlich: die Abkehr von den proletarischen Klassenkriterien bei der Einschätzung der Situation führt nur zu Schlussfolgerungen, die im Gegensatz zu den Interessen der Revolution und des Proletariats stehen.

Als der große und konsequente Marxist, der er war, hat Lenin in seinen Werken häufig die kapitalistische Welt und das Kräfteverhältnis in ihr analysiert. Das tat er jedoch stets im Dienste der Revolution, um die Aufgaben festzulegen, die vor dem Proletariat standen, die Aufgaben der kommunistischen Parteien, die Aufgaben des ersten sozialistischen Staates gegenüber der proletarischen Weltrevolution, um aufzuzeigen, wer die wahren Verbündeten der Revolution und wer ihre Feinde waren.

Ein glänzendes Beispiel in dieser Hinsicht lieferte uns Lenin in seinen Thesen und Referaten auf dem II. Kongress der Kommunistischen Internationale im Jahre 1920:

Wir müssen jetzt durch die Praxis der revolutionären Parteien `beweisen`“ ,betonte Lenin, „dass sie genügend Bewusstheit, Organisiertheit, Verbindung mit den ausgebeuteten Masseen, Entschlossenheit und Fähigkeit besitzen, um diese Krise für eine erfolgreiche, für eine siegreiche Revolution auszunutzen.

Um uns auf eine solche `Beweisführung` vorzubereiten, sind wir hauptsächlich auf diesem Kongress der Kommunistischen Internationale zusammengekommen.“ (Lenin, Werke, Band 31, dt. Ausgabe, Seite 215).

Die sogenannte Theorie der „drei Welten“ jedoch stellt keine einzige Aufgabe für die Revolution; im Gegenteil, sie „vergisst“ dies. In dem Schema der „drei Welten“ existiert der grundlegende Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie nicht. Auffallend bei dieser Aufteilung der Welt ist ferner die nicht-klassenmäßige Betrachtung dessen, was sie „dritte Welt“ nennen, das Ignorieren der Klassen und des Klassenkampfes, die globale Behandlung der Länder, die diese Theorie zu dieser Welt zählt, der Regime, die dort herrschen, und die verschiedenen politischen Kräfte, die in ihr wirken. Dabei wird der Widerspruch zwischen den unterdrückten Völkern und den reaktionären und pro-imperialistischen Kräften ihrer Länder ignoriert.

Es ist bekannt, dass in den vom Imperialismus ausgebeuteten Ländern, in den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas ein heftiger Kampf der freiheitsliebenden Völker für Freiheit, Unabhängigkeit und nationale Souveränität, gegen den alten und neuen Kolonialismus stattfindet. Das ist ein gerechter revolutionärer und Befreiungskampf, der die vorbehaltlose Unterstützung der Marxisten-Leninisten, der wahren sozialistischen Länder, des Weltproletariats und sämtlicher fortschrittlicher Kräfte genießt.

Dieser Kampf ist und muss unweigerlich gegen mehrere Feinde gerichtet sein:

- gegen die imperialistischen Unterdrücker, in erster Linie gegen die beiden Supermächte als die größten Ausbeuter und die Weltgendarmen, die gefährlichsten Feinde aller Völker der Welt;

- gegen die einheimische reaktionäre Bourgeoisie, die durch tausend Fäden mit dem ausländischen Imperialismus, mit dieser oder jener Supermacht, mit den internationalen Monopolen verbunden und Feind der Freiheit und der nationalen Unabhängigkeit ist;

- gegen die starken Überreste des Feudalismus, die sich auf die ausländischen Imperialisten stützen und sich mit der reaktionären Bourgeoisie gegen die Volksrevolution verbünden;

- gegen die reaktionären und faschistischen Regime, die Vertreter und Verteidiger der Herrschaft dieser drei Feinde.

Daher ist es absurd zu behaupten, man müsse nur gegen die äußeren Feinde kämpfen, ohne gleichzeitig die inneren Feinde, die Verbündeten und Komplizen des Imperialismus, alle jene Faktoren, die diesen Kampf behindern, zu bekämpfen und anzuschlagen. Bisher hat es keinen Befreiungskampf gegeben, wurde keine nationaldemokratische und anti-imperialistische Revolution durchgeführt, die keine inneren Feinde, Reaktionäre und Verräter, gekaufte und anti-nationale Elemente, gehabt hätte. Man kann nicht – wie es die sogenannte Theorie der „drei Welten“ tut – alle Schichten der Bourgeoisie ausnahmslos,einschließlich der Kompradorenbourgeoisie, mit anti-imperialistischen Kräften, mit der Grundlage und den Faktoren gleichsetzen, die den Kampf gegen den Imperialismus vorantreiben.

Diese „Theorie“ zu befolgen bedeutet, die revolutionäre Bewegung vom richtigen Weg abzubringen, die Revolution auf halbem Wege zu verlassen, sie von der proletarischen Revolution in den übrigen Ländern loszutrennen, den Kampf der Völker und des Proletariats dieser Länder auf einen anti-marxistischen und revisionistischen Weg zu treiben.

Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass die nationale Frage stets in Abhängigkeit von der Frage der Revolution betrachtet werden muss. Von diesem Standpunkt aus unterstützen die Marxisten-Leninisten jede Bewegung, die tatsächlich gegen den Imperialismus gerichtet ist und der allgemeinen Sache der proletarischen Weltrevolution dient.

Wir als Kommunisten“, betonte Lenin,(müssen und werden) die bürgerlichen Befreiungsbewegungen in den kolonialen Ländern nur dann unterstützen, wenn diese Bewegungen wirklich revolutionär sind, wenn ihre Vertreter uns nicht hindern, die Bauernschaft und die breiten Massen der Ausgebeuteten im revolutionären Geist zu erziehen und zu organisieren. Sind dagegen diese Bedingungen nicht vorhanden, so müssen die Kommunisten in diesen Ländern die reformistische Bourgeoisie bekämpfen, zu der auch die Helden der II. Internationale gehören“ (Lenin, Werke, Band 31, dt. Ausgabe, Seite 230).

Die Prediger von der These der „dritten Welt“ dagegen bezeichnen als Befreiungsbewegung ja noch mehr, auch als „Hauptkraft im Kampfe gegen den Imperialismus“, selbst den Kuhhandel des Königs von Saudi-Arabien oder des Schahs des Iran mit den Erdölmonopolen der USA, ihre Waffentransaktionen in Höhe von Milliarden und aber Milliarden Dollar mit dem Pentagon. Dieser Logik zufolge sind also die Ölscheichs, die die Gelder aus dem Erdöl in die Banken der Wall Street und der City fließen lassen, Kämpfer gegen den Imperialismus und Befürworter des gegen die imperialistische Herrschaft gerichteten Volkskriegs, geben also die USA-Imperialisten, die den reaktionären und Unterdrückungsregimen dieser Scheichs Waffen verkaufen, diese Waffen den „patriotischen“ Kräften, die kämpfen, um die Imperialisten von dem „goldenen Sand“ Arabiens und Persiens zu vertreiben.

Die Tatsachen beweisen, dass heute auch die anti-imperialistische und demokratischen Befreiungsrevolution nur konsequent und zu Ende geführt werden kann, wenn sie, im Bündnis mit den breiten Massen der Bauernschaft und den übrigen anti-imperialistischen und patriotischen Kräften, vom Proletariat mit seiner Partei an der Spitze geführt wird.

Bereits 1905 hatte Lenin in seinem BuchZwei Taktiken“ eingehend nachgewiesen, dass unter den Bedingungen des Imperialismus die Besonderheit der bürgerlich-demokratischen Revolutionen darin besteht, dass die Kraft, die am stärksten daran interessiert ist, diese Revolutionen voranzutreiben, nicht die Bourgeoisie ist, die schwankt und dazu neigt, sich mit den feudalen reaktionären Kräften gegen den revolutionären Schwung der Massen zu verbünden, sondern das Proletariat ist, das die bürgerlich-demokratische Revolution als eine Zwischenetappe zum Übergang zur sozialistischen Revolution betrachtet. Dasselbe gilt auch für die gegenwärtigen nationalen Befreiungsbewegungen. J. W. Stalin unterstrich, dass nach der Oktoberrevolution

die Ära der Befreiungsrevolutionen in den Kolonien und abhängigen Ländern, die Ära des Erwachens des PROLETARITA dieser Länder, die Ära seiner HEGEMONIE in der Revolution ANGEBROCHEN ist“ (J. W. Stalin, Werke, Band 10, dt. Ausgabe, Seite 212).

Diese leninistischen Lehren erhalten unter den aktuellen Bedingungen einen besonderen Wert und eine besondere Bedeutung. Heute haben sich auf der Welt die zwei Tendenzen, auf die Lenin hingewiesen hat, vertieft und wirken mit großer Kraft:

einerseits die Tendenz der kapitalistischen Monopole, die nationalen Grenzen zu durchbrechen und das wirtschaftliche und politische Leben zu internationalisieren;

andererseits die Tendenz der verschiedenen Länder, den Kampf für die nationale Unabhängigkeit zu verstärken.

So werden, hinsichtlich der ersten Tendenz, in zahlreichen vom Kolonialjoch befreiten Ländern die Verbindungen der einheimischen Bourgeoisie mit dem ausländischen imperialistischen Kapital nicht nur aufrechterhalten, sondern sie verstärken sich weiter und werden weiter ausgebaut, und zwar durch vielerlei neo-kolonialistische Formen, wie die multinationalen Gesellschaften, die verschiedenen Wirtschafts- und Finanzintegrationen usw. usf. Diese Bourgeoisie, die im wirtschaftlichen und politischen Leben des Landes Schlüsselstellungen innehat und sich ständig vergrößert, ist eine pro-imperialistische Kraft und Feind der revolutionären und Befreiungsbewegung.

Was die andere Tendenz anbelangt, die Verstärkung der nationalen Unabhängigkeit gegen den Imperialismus in den einstmals kolonialen Ländern, so hängt sie vor allem und hauptsächlich mit dem Wachstum des Proletariats in diesen Ländern zusammen. Es entstehen also immer günstigere Bedingungen für die umfangreiche und konsequente Durchführung der anti-imperialistischen und demokratischen Revolutionen, für ihre Führung durch das Proletariat und folglich für ihren Übergang zu einer höheren Phase, zum Kampf für den Sozialismus.

Die Marxisten-Leninisten verwechseln die flammenden Bestrebungen und Wünsche der Völker und des Proletariats der Länder der sogenannten „dritten Welt“ nach Befreiung, Revolution und Sozialismus nicht mit den Zielen und der Politik der Kompradoren- und Unterdrückungsbourgeoisie dieser Länder. Sie wissen, dass es in den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, unter den Völkern, gesunde fortschrittliche Strömungen gibt, die ihren revolutionären Kampf bestimmt bis zum Sieg vorantreiben werden.

Spricht man jedoch global von der sogenannten „dritten Welt“ als Hauptkraft gegen den Imperialismus und als Hauptkraft der Revolution, wie es die Anhänger der Theorie der „drei Welten“ tun, ohne irgendeinen Unterschied zwischen den wahrhaft anti-imperialistischen und revolutionären Kärften und den herrschenden pro-imperialistischen, reaktionären und faschistischen Kräften in einer Anzahl Entwicklungsländer zu machen, heißt das, sich offenkundig von den Lehren des Marxismus-Leninismus abzukehren und typisch opportunistische Auffassungen zu predigen, wodurch Konfusion und Verwirrung unter den revolutionären Kräften gestiftet wird. Im Grunde dürfen die Völker dieser Länder, der Theorie der „drei Welten“ zufolge, nicht gegen, sagen wir, die blutrünstigen faschistischen Diktaturen von Geisel in Brasilien und Pinochet in Chile, von Suharto in Indonesien, des Schahs des Iran und des Königs von Jordanien usw. kämpfen, denn diese gehören ja zur „revolutionären Triebkraft, die das Rad der Weltgeschichte vorwärtsdreht.“ Dieser Theorie zufolge müssen die Völker und Revolutionäre sich im Gegenteil mit den reaktionären Kräften und Regimen der „dritten Welt“ vereinigen und sie unterstützen, mit anderen Worten, die Revolution aufgeben.

Der USA-Imperialismus, die anderen kapitalistischen Staaten und der sowjetische Sozialimperialismus haben die in den Ländern der sogenannten „dritten Welt“ herrschenden Klassen mit tausend Fäden an sich gebunden. Diese Klassen, die von den ausländischen Monopolen abhängig sind und ihre Herrschaft über die breiten Massen ihrer Völker verlängern wollen, versuchen natürlich, den Eindruck zu erwecken, als bildeten sie einen demokratischen Block unabhängiger Staaten, der das Ziel habe, Druck auf den USA-Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus auszuüben und angeblich die Einmischungen in die inneren Angelegenheiten ihrer Staaten zu verhindern.

Lenin wies die kommunistischen Parteien auf die Notwendigkeit hin,

unter den breitesten Massen der Werktätigen aller, besonders aber der zurückgebliebenen Länder unentwegt jenen Betrug aufzudecken und anzuprangern, den die imperialistischen Mächte systematisch begehen, indem sie scheinbar politisch unabhängige Staaten schaffen, die jedoch wirtschaftlich, finanziell und militärisch vollständig von ihnen abhängig sind“ (W. I. Lenin, Werke, Band 31, dt. Ausgabe, Seite 138).

Die Partei der Arbeit Albaniens hält nach wie vor treu an diesen unsterblichen Lehren Lenins fest.

Auch bei der Einschätzung der von den verschiedenen Regierungen und Staaten verfolgten Politik“, betonte Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der PAA,gehen die Marxisten vom Klassenstandpunkt aus, von der Haltung, die diese Regierungen und diese Länder zum Imperialismus und zum Sozialismus, zum eigenen Volk und zur Reaktion einnehmen.

Auf Grund dieser Lehren bauen die revolutionäre Bewegung und das Proletariat ihre Strategie und Taktik auf, finden sie ihre wahren Verbündeten im Kampf gegen Imperialismus, Bourgeoisie und Reaktion und schließen sich mi ihnen zusammen. Die Bezeichnunf „dritte Welt“, „blockfreie Staaten“ oder „Entwicklungsländer“ schaffen bei den breiten Massen, die für die nationale und soziale Befreiung kämpfen, die Illusion, man hätte einen Unterschlupf gefunden, um sich vor der Bedrohung durch die Supermächte zu schützen. Sie verschleiern den reaktionären Zustand der meisten dieser Länder, die auf diese oder jene Weise politisch,ideologisch und ökonomisch sowohl an die Supermächte als auch an die einstigen Kolonialmetropolen gebunden und von ihnen abhängig sind“ (E. Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, Seite 178).

Die heutigen Theorien über die sogenannte „dritte Welt“, die sogenannten „blockfreien“ Länder usw. zielen darauf ab, die Revolution einzudämmen und den Kapitalismus zu verteidigen, der bei der Ausübung seiner Hegemonie nicht behindert werden, sondern einige für die Völker etwas annehmbarere Herrschaftsformen praktizieren soll. Die soganennate „dritte Welt“ und „blockfreie“ Welt gleichen sich, unabhängig von ihren unterschiedlichen Bezeichnungen, wie ein Ei dem anderen; sie lassen sich von der gleichen Politik und Ideologie leiten, die eine Gruppe verflechtet sich mit der anderen, so dass es schwierig ist auszumachen, welche Länder zur „dritten Welt“ gehören und was sie von den „Blockfreien“ unterscheidet, und welche Staaten zu den „Blockfreien“ gehören und was diese von den Staaten der „dritten Welt“ unterscheidet.

Es werden Anstrengungen unternommen, um noch eine weitere Gruppierung zu schaffen, die der sogenannten „Entwicklungsländer“, wo sowohl die Länder der „dritten Welt“ als auch die „Blockfreien“ in einen Topf geworfen werden. Die Autoren dieser Theorie verschleiern ebenfalls die Klassenwidersprüche, predigen den gegebenen Status quo, damit dem Imperialismus, Sozialimperialismus und den anderen imperialistischen Mächten ja nicht weh getan wird, vorausgesetzt, sie lassen Almosen zur Errichtung der Wirtschaft der „Entwicklungsländer“ springen. Ihnen zufolge müssen die Großmächte einige „Opfer“ bringen, etwas für die Hungrigen herauszurücken, damit auch diese irgendwie leben können und nicht aufsässig werden. So wird sich, sagen sie, ein Mittelweg finden, wird eine „neue internationale Ordnung“ hergestellt werden, in der alle, reich und arm, Ausbeuter und Ausgebeutete, „ohne Kriege“, „ohne Rüstung“, „in Eintracht“, „in Klassenfrieden“, in Koexistenz á la Chruschtschow leben werden.

Eben weil diese drei „Erfindungen“ denselben Inhalt und dieselben Ziele haben, stellt man fest, dass unter den „Leaderships“ der „blockfreien Länder“, der „dritten Welt“ und der „welt der Entwicklungsländer“ volle Eintracht herrscht. Mit ihren Theorien und Predigten betrügen sie gemeinsam die Massen, das Proletariat, die Völker, um sie vom revolutionären Kampf abzubringen.

Die Theorie der „drei Welten“ lässt nicht nur den Widerspruch zwischen den beiden entgegengeseztten Gesellschaftssystemen – Sozialismus und Kapitalismus – sowie den großen Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital außer Acht, sondern analysiert auch den weiteren großen Widerspruch nicht, nämlich den Widerspruch zwischen den unterdrückten Völkern und dem Weltimperialismus, den sie auf den Widerspruch allein zu den beiden Supermächten, ja hauptsächlich sogar zu einer von ihnen reduziert. Diese „Theorie“ ignoriert vollständig den Widerspruch der unterdrückten Völker und Nationen zu den anderen imperialistischen Mächten. Und nicht nur das, die Anhänger der Theorie der „drei Welten“ rufen zum Bündnis der „dritten Welt“ mit diesen imperialistischen Ländern und mit dem USA-Imperialismus gegen den sowjetischen Sozialimperialismus auf.

Eines der Argumente, das angeführt wird, um die Teilung der Welt in drei Welten zu rechtfertigen, besteht darin, dass heutzutage das imperialistische Lager, das nach dem 2. Weltkrieg existierte und in dem unangefochten der amerikanische Imperialismus herrschte, angeblich zerfallen sei und infolge der ungleichmäßigen Entwicklung der verschiedenen Imperialismen aufgehört habe zu existieren. Die Befürworter dieser Theorie behaupten, heute könne nicht mehr von einer einzigen imperialistischen Welt gesprochen werden, dem zum einen hätten sich die imperialistischen westlichen Länder gegen den amerikanischen Herrscher erhoben und zum anderen existiere eine stets zunehmende heftige Rivalität zwischen den beiden imperialistischen Supermächten, USA und Sowjetunion.

Seit dem Stadium des Imperialismus existieren infolge der ungleichmäßigen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder die zwischenimperialistischen Widersprüche und vertiefen sich unaufhörlich, entstehen, je nach Umständen und Gegebenheiten, zwischenimperialistische Bündnisse, Blöcke und Gruppierungen und lösen sich wieder auf – das ist das ABC des Marxismus-Leninismus. Diese typische Erscheinung des Imperialismus, die davon zeugt, dass der Imperialismus als letztes Stadium des Kapitalismus jeden Tag mehr der Fäulnis engegengeht, hat Lenin ausführlich als ein objektives Gesetz nachgewiesen. Heißt das aber, dass infolge dieser Widersprüche die imperialistische Welt als Gesellschaftssystem zu bestehen aufgehört hat und in mehrere Welten geteilt ist, dass sich die sozio-ökonomische Natur dieser oder jener Imperialismen verändert hat? Keineswegs. Die heutigen Fakten zeugen nicht von einem Zerfall der imperialistischen Welt, sondern von einem einzigen imperialistischen Weltsystem, dass heute von der Existenz der zwei großen imperialistischen Blöcke gekennzeichnet ist: von dem westlichen imperialistischen Block mit dem USA-Imperialismus an der Spitze, dessen Instrumente solche zwischenimperialistischen Organismen wie NATO, EWG usw. sind, auf der einen Seite, und von dem Block des Ostens unter Herrschaft des sowjetischen Sozialimperialismus, dessen Instrumente der Expansions-, Hegemonie- und Kriegspolitik auch der Warschauer Pakt und der RGW sind, auf der anderen Seite.

In dem Schema der „drei Welten“ gehören zu der sogenannten „zweiten Welt“ imperialistische, kapitalistische und revisionistische Länder, die in Hinsicht auf die Gesellschaftsordnung keinen wesentlichen Unterschied zu den beiden Supermächten und auch nicht zu verschiedenen unter die „dritte Welt“ eingeordneten Länder aufweisen. Zwar haben die Länder dieser „Welt“ gewisse Widersprüche zu den beiden Supermächten, aber das sind Widersprüche zwischenimperialistischen Charakters, wie es auch die Widersprüche zwischen den beiden Supermächten selbst sind. In erster Linie sind es Widersprüche von solchen Imperialismen, wie dem westdeutschen, japanischen, englischen, französischen, kanadischen usw., zu der einen oder anderen Supermacht sowie auch untereinander um Absatzmärkte, Einflusssphären, um Regionen für den Kapitalexport und die Ausbeutung der Reichtümer anderer.

Natürlich schwächen diese Widersprüche das imperialistische Weltsystem und sind im Interesse des Kampfes des Proletariats und der Völker. Es ist aber anti-marxistisch, die Widersprüche der verschiedenen imperialistischen Mächte zu den beiden Supermächten mit dem Kampf der werktätigen Massen und Völker gegen den Imperialismus für seine Zerschlagung gleichzusetzen.

Keinesfalls kann es geschehen, dass die Länder der sogenannten „zweiten Welt“, mit anderen Worten, die in ihnen herrschende monopolistische Großbourgeoisie, zu Verbündeten der unterdrückten Völker und Nationen im Kampf gegen die beiden Supermächte und den Weltimperialismus werden. Die Geschichte nach dem 2. Weltkrieg zeigt klar, dass diese Länder die aggressive Politik und die aggressiven Handlungen des USA-Imperialismus, wie in Korea und in Vietnam, im Nahen Osten und in Afrika usw., unterstützt haben und unterstützen. Sie sind flammende Verteidiger des Neokolonialismus und der alten Ordnung der Ungleichheit in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Die Verbündeten des sowjetischen Sozialimperialismus in der „zweiten Welt“ nahmen mit ihm zusammen an der Besetzung der Tschechoslowakei teil und sind eifrige Befürworter seiner räuberischen Expansionspolitik in verschiedenen Gegenden der Welt. Die Länder der sogenannten „zweiten Welt“ sind die wirtschaftliche und militärische Hauptstütze der aggressiven und expansionistischen Bündnisse der beiden Supermächte.

Die Anhänger der Theorie der „drei Welt“ behaupten, sie schaffe breite Möglichkeiten zur Ausnutzung der zwischenimperialistischen Widersprüche. Die Widersprüche im Lager des Feindes müssen ausgenutzt werden, doch auf welche Weise und zu welchem Ziel? Grundsätzlich gilt, dass sie stets zu Gunsten der Revolution, zu Gunsten der Völker und ihrer Freiheit zu Gunsten der Sache des Sozialismus auszunutzen sind. Grundsätzlich gilt, dass die Ausnutzung der Widersprüche unter den Feinden zum Anwachsen und zur Verstärkung der revolutionären und Befreiungsbewegung führen muss und nicht zu ihrer Schwächung und ihrem Abflauen, dass sie zu einer immer aktiveren Mobilisierung der revolutionären Kräfte im Kampf gegen die Feinde, besonders gegen die hauptsächlichsten, führen muss, ohne das Entstehen auch nur einer einzigen Illusion unter den Völkern ihnen gegenüber zuzulassen.

Die zwischenimperialistischen Widersprüche verabsolutieren, den Grundwiderspruch, den Widerspruch zwischen Revolution und Konterrevolution unterschätzen, in den Mittelpunkt der Strategie nur die Ausnutzung der Widersprüche im Lager des Feindes stellen und das Wichtigste vergessen – die Verstärkung des revolutionären Geistes und die Entfaltung der revolutionären Bewegung der Werktätigen und Völker -, die Vorbereitung der Revolution beiseite lassen, all das steht in vollen Gegensatz zu den Lehren des Marxismus-Leninismus. Es ist anti-marxistisch, unter dem Vorwand der Ausnutzung der Widersprüche die Vereinigung mit dem angeblich schwächeren Imperialismus zum Kampf gegen den stärkeren zu predigen, für die einheimischen Bourgeoisie Partei zu ergreifen, um sich der eines anderen Landes zu widersetzen. Lenin betonte, dass die Taktik der Ausnutzung der Widersprüche unter den Feinden zur Hebung und nicht zur Senkung des allgemeinen Niveaus des proletarischen Klassenbewusstseins, des revolutionären Geistes, der Kampf – und Siegeszuversicht der Massen angewendet werden muss. (siehe Lenin, Band 31, dt. Ausgabe, Seite 60).

Die Partei der Arbeit Albaniens hat an diesen unsterblichen leninistischen Lehren konsequent festgehalten und hält stets konsequent daran fest.

In diesen Augenblicken der großen Krise des Imperialismus und des modernen Revisionismus“, hat Genosse Enver Hoxha gesagt,müssen wir den großen Widersprüchen zwischen den Feinden richtig zu unseren Gunsten, zu Gunsten der sozialistischen Staaten und der sich zur Revolution erhebenden Völker ausnutzen, müssen wir die Feinde unaufhörlich entlarven und dürfen uns nicht mit sogenannten Konzessionen und Entgegenkommen zufriedengeben, die die Imperialisten und Revisionisten notgedrungen machen, bis sie die Gefahr hinter sich gebracht haben, um anschließend Rache zu nehmen. Deshalb müssen wir das Eisen stets im Feuer halten und sie ständig schlagen“ (Enver Hoxha, Berichte und Reden, 1970-1971, alb. Ausgabe, Seite 460-461).

Dadurch, dass die sogenannte „zweite Welt“, zu der die meisten kapitalistischen und nekolonialistischen Länder gehören, die die Hauptstütze der beiden Supermächte darstellen, als Verbündete der „dritten Welt“ im angeblichen Kampf gegen den USA-Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus hingestellt wird, wird der antirevolutionäre und pseudo-antiimperialistische Charakter der Theorie der „drei Welten“ offensichtlich.

Sie ist eine antirevolutionäre „Theorie“, denn dem europäischen, japanischen, kanadischen und anderen Proletariat, das gegen die in den Ländern der „zweiten Welt“ herrschende Monopolbourgeoisie und Ausbeuterordnung kämpfen muss, wird der Burgfrieden, die Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie, also das Aufgeben der Revolution gepredigt, da das angeblich die Interessen der Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit und der Kampf, besonders gegen den sowjetischen Sozialimperialismus, verlangen.

Sie ist ferner eine pseudo-antiimperialistische Theorie, denn sie rechtfertigt und unterstützt die neokolonialistische und Ausbeuterpolitik der imperialistischen Mächte der „zweiten Welt“, und ruft die Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas dazu auf, sich dieser Politik, angeblich um des Kampfes gegen die Supermächte willen, nicht zu widersetzen. So wird in Wirklichkeit der anti-imperialistische Kampf der Völker der sogenannten „dritten Welt“ wie auch der der sogenannten „zweiten Welt“ geschwächt und sabotiert.



III.

Eine revolutionäre Strategie ist die, die die Revolution in den Mittelpunkt stellt.

Die Strategie und Taktik des Leninismus“, schrieb Stalin, „ist die Wissenschaft von der Führung des revolutionären Kampfes des Proletariats“ (Stalin, Werke, Band 6, dt. Ausgabe, Seite 133).

Die leninistische Strategie sieht die proletarische Weltrevolution als einen einzigen Prozess, bestehend aus mehreren großen revolutionären Strömungen unserer Epoche, an, in dessen Mittelpunkt das internationale Proletariat steht.

Dieser revolutionäre Prozess findet in Ländern, die auf dem Weg des wahren Sozialismus schreiten, ununterbrochen als unversöhnlicher und heftiger Kampf zwischen den beiden Wegen – dem sozialistischen und dem kapitalistischen Weg – statt, für die Erringung des vollständigen und endgültigen Sieges des ersten über den zweiten, um die Gefahr der Rückentwicklung durch die konterrevolutionäre Gewalt und die imperialistische Aggression oder durch die bürgerlich-revisionistische friedliche Entartung voll und ganz zu bannen. Die Revolutionäre und Völker der ganzen Welt verfolgen diesen Kampf mit lebhaftem Interesse und betrachten ihn als eine Lebensfrage für die Sache der Revolution und des Sozialismus in der ganzen Welt. Sie geben den sozialistischen Ländern ihre ganze vorbehaltlose Unterstützung und Hilfe gegenüber jedem Anschalg des Imperialismus gegen diese Länder, denn in den sozialistischen Ländern erblicken sie eine starke Basis und ein mächtiges Zentrum der Revolution, erblickt sie die praktische Verwirklichung der Ideale, für die auch sie selbst kämpfen. Die Ideen Lenins über die Notwendigkeit und erstrangige Bedeutung der Hilfe und Unterstützung von Seiten des internationalen Proletariats für das Land, in dem die sozialistische Revolution gesiegt hat, sind unsterblich. Das setzt allerdings stets voraus, dass es sich um ein wirklich sozialistisches Land handelt, das die revolutionären Lehren des Marxismus-Leninismus mit größter Striktheit anwendet und konsequent am proletarischen Internationalismus festhält. Andernfalls, wenn es sich in ein kapitalistisches Land verwandelt und nur eine betrügerische „sozialistische“ Maske beibehält, darf es nicht unterstützt werden.

Die Revolutionäre und Völker wissen, dass die Erfolge und der Kampf der sozialistischen Länder Imperialismus, Bourgeoisie und internationale Reaktion treffen und schwächen, dass sie eine unmittelbare Hilfe und Unterstützung für den revolutionären und Befreiungskampf der Werktätigen und Völker sind.

Lenin und Stalin haben es stets als eine revolutionäre Pflicht des Proletariats eines sozialistischen Landes angesehen, nicht nur alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Sozialismus im eigenen Land zu entwickeln, sondern auch die revolutionäre Befreiungsbewegung in den anderen Ländern allseitig zu unterstützen.

Lenin“, schrieb J.W. Stalin, „betrachtete die Republik der Sowjets niemals als Selbstzweck. Er betrachtete sie stets als notwendiges Kettenglied zur Verstärkung der revolutionären Bewegung in den Ländern des Westens und des Ostens, als notwendiges Kettenglied zur Erleichterung des Sieges der Werktätigen der ganzen Welt über das Kapital. Lenin wusste, dass nur diese Auffassung richtig ist, nicht nur vom internationalen Standpunkt, sondern auch vom Standpunkt der Erhaltung der Sowjetrepublik selbst“ (J. W. Stalin, Werke, Band 6, dt. Ausgabe, Seite 45).

Eben deswegen kann sich ein wirklich sozialistisches Land nicht in solche Gruppierungen eingliedern, wie die sogenannte „dritte Welt“ oder die sogenannten „blockfreien Länder“, in denen jegliche Klassengrenzen verwischt sind und die einzig und allein dazu dienen, die Völker vom Weg des Kampfes gegen den Imperialismus und von der Revolution abzuhalten.

Wirkliche und zuverlässige Verbündete der sozialistischen Länder können nur die revolutionären, freiheitsliebenden und fortschrittlichen Kräfte sein, die revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse und die anti-imperialistische Bewegung der unterdrückten Völker und Nationen. Die Teilung in „drei Welten“ zu predigen, die grundlegenden Widersprüche unserer Epoche zu ignorieren, zum Bündnis des Proletariats mit der Monopolbourgeoisie und der unterdrückten Völker mit den imperialistischen Mächten der sogenannten „zweiten Welt“ aufzurufen, ist daher weder zum Nutzen des internationalen Proletariats noch der Völker oder der sozialistischen Länder, es ist anti-leninistisch. J. W. Stalin betonte:

Ich vermag mir nicht vorzustellen, dass es jemals einen Fall geben könnte, wo die Interessen unserer Sowjetrepublik von unseren Bruderparteien Abweichungen nach rechts erforderten... Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Interessen unserer Republik, die die Basis der revolutionären proletarischen Bewegung der ganzen Welt ist, nicht ein Höchstmaß an revolutionärem Elan und politischer Aktivität der Arbeiter des Westens, sondern einer Herabsetzung dieser Aktivität, ein Dämpfen des revolutionären Elans erfordern können“ (J. W. Stalin, Werke, Band 8, dt. Ausgabe, Seite 97).

In den Metropolen des Kapitalismus konkretisiert sich der Prozess der proletarischen Weltrevolution heute in den stets verstärkenden Klassenkämpfen des Proletariats und der übrigen werktätigen und fortschrittlichen Schichten gegen die bürgerliche Ausbeutung und Unterdrückung, gegen die Versuche der Bourgeoisie, die Last der gegenwärtigen Krise des kapitalistischen Weltsystems auf die Schultern der Werktätigen abzuwälzen, gegen die Wiederbelebung des Faschismus in dieser oder jener Form usw. Unter den breiten Massen der Werktätigen, mit dem Proletariat an der Spitze, setzt sich die Überzeugung durch, und wird sich tagtäglich mehr durchsetzen, dass der einzige Ausweg, um die Krisen und übrigen Übel des Kapitalismus, die bürgerliche Ausbeutung, die faschistische Gewalt und die imperialistischen Kriege loszuwerden, die sozialistische Revolution und die Errichtung der Diktatur des Proletariats ist. Das Leben und die Tatsachen beweisen, dass weder die Bourgeoisie noch ihre erklärten und getarnten Lakaien, angefangen von den Sozialdemokraten bis hin zu den modernen Revisionisten, das Höherschlagen der Woge des revolutionären Kampfes der Massen aufhalten können.

Der gegenwärtige Kampf des Weltproletariats“, betonte Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der PAA, „bestätigt erneut die Grundthese des Marxismus-Leninismus, dass weder durch Gewalt noch durch Demagogie die Arbeiterklasse und ihr revolutionärer Kampf in der bürgerlichen und revisionistischen Welt unterdrückt werden können.“ (Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, Seite 163).

Die objektiven Bedingungen für die Revolution in den entwickelten kapitalistischen Ländern werden tagtäglich günstiger. In diesen Ländern ist die proletarische Revolution heute ein Problem, das zur Lösung ansteht. Zu Recht haben sich die marxistisch-leninistischen Parteien, die das von den Revisionisten verratene und fallengelassene Banner der Revolution ergriffen haben, die Aufgabe gestellt und eine ernsthafte Arbeit in Angriff genommen, um das Proletariat und seine Verbündeten auf die künftigen revolutionären Schlachten zum Sturz der bürgerlichen Ordnung vorzubereiten. Dieser revolutionäre Kampf, der das kapitalistische und imperialistische Weltsystem, in seinen Hochburgen anschlägt, hat die volle Unterstützung der wahren sozialistischen Länder und der revolutionären und freiheitsliebenden Völker auf der ganzen Welt und muss sie haben. Heute bemühen sich aber die modernen Revisionisten, die Befürworter der Theorie der „drei Welten“ und die Theoretiker der „Blockfreiheit“, indem sie sich über die Revolution und ihre Vorbereitung ausschweigen und den Status quo der kapitalistischen Gesellschaftsordnung aufrechtzuerhalten.

Indem sie sich bemühen, die Aufmerksamkeit des Proletariats von der Revolution abzulenken, predigen die Autoren der Theorie der „drei Welten“, dass in der heutigen Zeit die Frage der Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit gegen die Gefahr der Aggression durch die Supermächte, besonders durch den sowjetischen Sozialimperialismus, den sie als Hauptfeind betrachten, in den Vordergrund gerückt sei. Die Frage der Bestimmung, wer zu einer gegebenen Zeit der Hauptfeind im internationalen Maßstab ist, ist von großer Bedeutung für die revolutionäre Bewegung. Unsere Partei, die den Verlauf der Ereignisse, die klassenmäßige Analyse der gegenwärtigen Situation berücksichtigt, unterstreicht, dass der USA-Imperialismus und der sowjetische Sozialimperialismus, diese beiden Supermächte, heute die größten und Hauptfeinde der Völker sind“, und als solche „die gleiche Gefahr darstellen.“ (E. Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, Seite 191).

Der sowjetische Sozialimperialismus ist ein brutaler, aggressiver und expansionsgieriger Imperialismus, der eine ausgesprochene kolonialistische und neokolonialistische Politik betreibt, die sich auf die Macht des Kapitals und der Waffen stützt. Dieser neue Imperialismus kämpft in Rivalität mit dem USA-Imperialismus, um strategische Positionen zu erobern und seine Klauen auf alle Regionen und Kontinente auszustrecken. Er tut sich als Feuerlöscher der Revolution und Unterdrücker des Befreiungskampfes der Völker hervor. Das heißt aber nicht im Geringsten, dass der andere Feind der Völker der ganzen Welt, der USA-Imperialismus, weniger gefährlich ist, wie die Anhänger der Theorie der „drei Welten“ behaupten. Indem sie die Wahrheit entstellen und die Völker betrügen, erklären sie, der amerikanische Imperialismus sei kein Kriegstreiber mehr, sei angeblich geschwächt, befinde sich im Abstieg und sei zu einer „verschreckten Maus“ geworden, mit einem Wort, der US-Imperialismus werde allmählich friedlich. Das geht so weit, das selbst die amerikanische militärische Präsenz in verschiedenen Ländern, wie in Deutschland, Belgien oder Italien, in Japan und anderen Ländern, gerechtfertigt und als Faktor der Verteidigung bezeichnet wird. Solche Ansichten sind sehr gefährlich für die Freiheit der Völker, für die Geschicke der Revolution. Solche Thesen schüren Illusionen über die aggressive hegemonistische und expansionistische Natur des USA-Imperialismus wie auch des sowjetischen Imperialismus.

Dem Proletariat und der proletarischen Revolution stellt sich die Aufgabe des Sturzes eines jeden Imperialismus, insbesondere der beiden imperialistischen Supermächte. Jeder Imperialismus ist auf Grund seiner Natur stets ein wütender Feind der proletarischen Revolution, daher ist vom strategischen Standpunkt der Weltrevolution aus die Einteilung der Imperialismen in mehr oder weniger gefährliche falsch. Die Praxis hat bestätigt, dass die beiden Supermächte im gleichen Maß und auf der gleichen Ebene der Hauptfeind des Sozialismus, der Freiheit und Unabhängigkeit der Nationen sind, die größte Kraft zur Verteidigung der Unterdrücker- und Ausbeutersysteme, die unmittelbare Gefahr, die die Menschheit in einen dritten Weltkrieg zu stürzen droht. Die Leugnung der großen Wahrheit, die Unterschätzung der Gefahr der einen oder anderen Supermacht und, noch schlimmer, der Aufruf, sich mit der einen Supermacht gegen die andere zu verbünden, birgt katastrophale Folgen und große Gefahren für die Zukunft der Revolution und die Freiheit der Völker.

Gewiss geschieht es und kann es geschehen, dass das eine oder andere Land direkt von der einen der Supermächte unterdrückt und bedroht wird, Doch das heißt nie und nimmer, dass die andere Supermacht keine Gefahr für eben dieses Land darstellt, und noch weniger, dass die andere Supermacht zu einem Freund jenes Landes geworden ist. Der Grundsatz „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ lässt sich nicht anwenden, wenn es um die beiden imperialistischen Supermächte, USA und Sowjetunion, geht. Diese beiden Supermächte kämpfen mit allen Mitteln gegen die Revolution und den Sozialismus, sie unternehmen alle Anstrengungen, um die Revolution und den Sozialismus zu sabotieren und in Blut zu ersticken. Die beiden Supermächte kämpfen, um ihre Herrschaft und Ausbeutung auf verschiedene Völker und Länder auszudehnen. Die Erfahrung zeigt, dass sie einmal in dem einen Gebiet und ein andermal in einem anderen brutal angreifen, um ihre blutigen Krallen nach den Völkern auszustrecken, dass sie wütend zum Angriff antreten, um sich gegenseitig zu verdrängen. Sobald es dem Volk eines Landes gelingt, die Herrschaft der einen Supermacht abzuschütteln, kommt sofort die andere. Der Nahe Osten und Afrika bestätigen das voll und ganz.



Die andere große Strömung der Weltrevolution unserer Epoche ist die nationale Befreiungsbewegung der Völker, die gegen Imperialismus, Neokolonialismus und die kolonialen Überreste gerichtet ist. Die Marxisten-Leninisten, das Weltproletariat sind vollständig mit der nationalen Befreiungsbewegung der unterdrückten Völker solidarisch und geben ihr ihre ganze Unterstützung, da sie sie als einen sehr bedeutenden und unersetzlichen Faktor bei der Entwicklung des revolutionären Weltprozesses betrachten. Die Partei der Arbeit Albaniens war und ist stets auf Seiten der für Freiheit und nationale Unabhängigkeit kämpfenden Völker:

Wir sind für die Einheit des Weltproletariats und aller aufrechten anti-imperialistischen und fortschrittlichen Kräfte, die durch ihren Kampf die Aggressionspläne der imperialistischen und sozialimperialistischen Kriegstreiber vereiteln werden.

Die Partei der Arbeit Albaniens und das albanische Volk, die konsequent an ihrer marxistisch-leninistischen Linie festhalten... werden ... auch in Zukunft ihre Kräfte nicht schonen und gemeinsam mit den anderen anti-imperialistischen und anti-sozialimperialistischen Völkern, zusammen mit allen marxistisch-leninistischen Parteien, allen Revolutionären und dem Weltproletariat, mit allen fortschrittlichen Menschen dafür kämpfen, dass die Pläne und Manöver der Feinde scheitern und die Sache der Freiheit und Sicherheit der Völker triumphiert.

Unser Land wird sich in jedem Augenblick an der Seite all der Völker befinden, deren Freiheit und Unabhängigkeit bedroht sind und deren Recht verletzt wird.“ (E. Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, Seite 199).

Diese unerschütterliche Haltung bekundete Genosse Enver Hoxha im Namen der Partei und des albanischen Staates auch in der Rede in der Volksversammlung zur Verabschiedung unserer neuen Verfassung.

Die meisten Völker der Welt“, erklärte er, „unternehmen heute große Anstrengungen, und sie widersetzen sich nachdrücklich den kolonialen Gesetzen und der neokolonialistischen Herrschaft, den alten und neuen Regeln, Praktiken, Sitten und ungleichen Abkommen, die von der Bourgeoisie aufgestellt wurden, um die Ausbeutung der Völker, die verhassten Unterschiede und Diskriminierungen in den internationalen Beziehungen aufrechtzuerhalten ... Die fortschrittlichen Völker und demokratischen Staaten, die sich mit diesem Zustand nicht abfinden und kämpfen, um die nationale Souveränität über ihre Ressourcen herzustellen, die kämpfen, um die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu festigen und Gleichberechtigung in den internationalen Beziehungen zu erreichen, haben die vollständige Solidarität und Unterstützung des albanischen Volkes und des albanischen Staates.“ (Aus der Rede in der Volksversammlung, 27. Dezember 1976).

Die Marxisten-Leninisten haben seit der Zeit Lenins den nationalen Befreiungskampf der vom Imperialismus unterdrückten Völker und Nationen stets als starken Verbündeten und große Reserve der Weltrevolution des Proletariats betrachtet.

In den Ländern, die vollständig oder teilweise die politische Unabhängigkeit erlangt haben, befindet sich die Revolution in verschiedenen Entwicklungsetappen und vor ihr stehen nicht die gleichen Aufgaben. Unter ihnen gibt es Länder, die unmittelbar vor der proletarischen Revolution stehen, während in vielen anderen die Aufgaben der anti-imperialistischen, nationaldemokratischen Revolution auf der Tagesordnung stehen. Aber in jedem Fall ist diese Revolution, solange sie auch gegen die internationale Bourgeoisie, den Imperialismus, gerichtet ist, Verbündeter und Reserve der proletarischen Weltrevolution.

Heißt es jedoch, dass solche Länder bei der nationaldemokratischen Phase stehenbleiben müssen und die Revolutionäre nicht von der sozialistischen Revolution sprechen und sie nicht vorbereiten dürfen, aus Angst, die Etappen zu überspringen und auszulassen und weil sie jemand „Blanquisten“ nennen könnte ?! Lenin hat bereits zu der Zeit, als sich in diesen Ländern die bürgerlich-demokratischen Revolutionen in die sozialistischen Revolutionen noch im Keimzustand befanden, über die Notwendigkeit der Umwandlung der bürgerlich-demokratischen Revolution in die sozialistische Revolution gesprochen. Marx und Engels haben, während sie den Blanquismus kritisierten, weder die Revolution von 1848, noch die Pariser Kommune als verfrüht bezeichnet. Der Marxismus-Leninismus verwechselt die kleinbürgerliche Ungeduld, die zum Auslassen der Etappen führt, keineswegs mit der Notwendigkeit, die Revolution ununterbrochen weiterzuführen.

Lenin betonte, dass die Revolution in den abhängigen und kolonialen Ländern vorwärtsgetrieben werden muss. Seit der Zeit Lenins sind in diesen Ländern große Veränderungen vor sich gegangen, die von ihm in genialer Weise vorausgesehen wurden und in den leninistischen Thesen über den revolutionären Weltprozess ihre Antwort finden. Die Durchführung der proletarischen Revolution ist ein allgemeingültiges Gesetz und die Haupttendenz unserer Epoche. Diese müssen und werden unbedingt ausnahmslos alle Länder durchlaufen, darunter auch Indonesien und Chile, Brasilien und Zaire usw., unabhängig davon, über welche Etappen die proletarische Revolution erreicht werden wird. Dieses Ziel nicht beachten, die Erhaltung des Status quo predigen und über das „Nichtauslassen der Etappen“ theoretisieren, den Kampf gegen Suharto und Pinochet, Geisel und Mobutu vergessen, heißt weder für den nationalen Befreiungskampf noch für die nationademokratische Revolution sein.

Die proletarische Revolution muss und wird auch Europa durchlaufen. Wer diese Perspektive vergisst, wer sich nicht auf dieses Ziel vorbereitet, sondern predigt, die Revolution habe sich nach Asien und Afrika verlagert und das europäische Proletariat müsse sich mit seiner „einsichtigen und gutwilligen“ Bourgeoisie verbünden, unter dem Vorwand, die nationale Unabhängigkeit zu verteidigen, der steht auf anti-leninistischen Positionen und ist auch nicht für die Verteidigung des Vaterlandes und für die Freiheit der Nation. Wer „vergisst“, dass sowohl der Warschauer Pakt als auch die NATO bekämpft werden muss, dass sowohl der RGW als auch die EWG zurückgewiesen werden muss, der stellt sich an ihre Seite und wird ihr Sklave.

Im Manifest der Kommunistischen Partei haben Marx Engels geschrieben: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunsimus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet.“

Diese Feststellung von Marx und Engels ist auch heutzutage aktuell. Die zeitweilige Niederlage, die die Revolution auf Grund des revisionistischen Verrats erlitten hat, wie auch das Wirtschaftspotential und die militärische Unterdrückermacht, die der Imperialismus und Sozialimperialismus der revolutionären Bewegung und den Ideen des Kommunismus entgegengestellt haben, haben es nicht vermocht und werden es auch nie vermögen, den Lauf der Geschichte zu ändern und die große Kraft des Marxismus-Leninismus zu bezwingen.

Der Marxismus-Leninismus ist die revolutionäre Ideologie, die tief in das Bewusstsein des Proletariats eingedrungen ist und einen immer größeren Einfluss auf die breiten Massen der nach Befreiung drängenden Völker ausübt. So stark ist der Einfluss dieser Theorie, dass auch die bürgerlichen Ideologen stets gezwungen waren, mit ihr zu rechnen, und nie ihre Versuche eingestellt haben, Formen und Wege zu finden, um den Marxismus-Leninismus zu entstellen und die Revolution zu unterhöhlen.

Die heutigen anti-leninistischen Theorien der „drei Welten“, der „Blockfreiheit“ usw. haben ebenfalls das Ziel, die Revolution zu unterhöhlen, den Kampf gegen den Imperialismus, insbesondere gegen den amerikanischen, abzuwiegeln, die marxistisch-leninistische Bewegung, die von Marx und Lenin propagierte Einheit des Proletariats zu spalten, allerlei Gruppierungen anti-marxistischer Elemente zu schaffen, damit sie die wirklich marxistisch-leninistischen Parteien, die treu am Marxismus-Leninismus, an der Revolution festhalten, bekämpfen.

Die Versuche, die Situationen auf angeblich neue, von Lenin und Stalin unterschiedliche Weise zu analysieren und die revolutionäre Strategie zu ändern, an der die marxistisch-leninistische Bewegung stets festgehalten hat, führen auf den falschen, anti-marxistischen Weg, zur Abkehr vom Kampf gegen Imperialismus und Revisionismus. Die Treue gegenüber dem Marxismus-Leninismus, gegenüber der revolutionären Strategie der marxistisch-leninistischen kommunistischen Bewegung, der Kampf gegen alle opportunistischen Abweichungen, die die modernen Revisionisten der verschiedenen Schattierungen propagieren, die revolutionäre Mobilisierung der Arbeiterklasse und der Völker gegen Bourgeoisie und Imperialismus, die ernste Vorbereitung auf die Revolution ist der einzig richtige Weg, der einzige Weg, der zum Sieg führt.

Ende