DEUTSCH


 

Diese Webseite wird aus Anlass des 95. Jahrestages der finnischen proletarischen Revolution von 1918 veröffentlicht-

am 6. Dezember 2013, dem Tag an dem Finnland seine Unabhängigkeit feiert.

 

1918

wird eines Tages mit dem Sieg der zweiten sozialistischen Revolution in Finnland gekrönt werden !

 

Der Bürgerkrieg hat die Finnen zum Großen Teil in zwei Lager geteilt und ein Trauma hinterlassen. Es war allgemein so, dass man in Finnland über den Bürgerkrieg nicht sprach. Die herrschende Meinung war, dass man die alten  Wunden nicht  aufreißen sollte und dass ein Bruderkrieg nie mehr entstehen sollte. 

 

Klassenversöhnung statt Klassenkampf

 

- dies ist die Taktik der finnischen Bourgeoisie, ein Produkt der Konterrevolution. Bis heute wird in Finnland verschwiegen, dass die Arbeiter mit ihrer Revolution einen sozialistischen Staat gegründet hatten, dass sie die Bourgeoisie in die Knie gezwungen hat, dass sie das Joch des Kapitalismus abgeschüttelt hatten, wenn auch nur für einpaar Monate.

Diesen heldenmütigen Kampf für seine nationale und soziale Befreiung wird das finnische Volk niemals vergessen.

Meistens gibt es nur bürgerliche Bücher. Darin wird vom so genannten "Bruderkrieg" gesprochen und nicht vom Klassenkrieg. Die finnische Revolution als Bestandteil der proletarischen Weltrevolution wird total geleugnet. Lenin und Stalin werden in Finnland verteufelt. Und die Lehren aus der Geschichte ? Die finnische Bourgeoisie stellte sich nicht nur in den Dienst des kaiserlichen Deutschlands, sondern machte sich auch zum Lakaien Hitlerdeutschlands.

Finnland ist eine kapitalistische Klassengesellschaft, die gespalten ist in arm und reich, in unterdrückte und unterdrückende Klassen. Hier in Finnland gab es einst ein heldenhaftes finnisches Proletariat, dessen ruhmreiche Rolle in der Weltrevolution niemals vergessen werden darf. Deswegen hält die Komintern (SH) dass rote finnische Banner der proletarischen Weltrevolution hoch.

Die finnische Bourgeoisie hat ihren brutalen Charakter bis heute beibehalten. Sie kann nur durch die sozialistische Revolution der Arbeiterklasse besiegt werden. Das Blut der finnischen Arbeiter ist nicht umsonst geflossen. Eines Tages wird der Kapitalismus in Finnland gestürzt und der Sozialismus errichtet werden.

 

Es lebe der Sieg der finnischen Revolution von 1918 !

Es lebe das finnische revolutionäre Proletariat !

Es lebe der proletarische Internationalismus !

Es lebe die sozialistische Revolution in Finnland !

Es lebe die proletarische Weltrevolution !

Es lebe das sozialistische Finnland in einer sozialistischen Welt !

Es lebe der Weltsozialismus und Weltkommunismus !

Es leben die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus,

Marx, Engels, Lenin, Stalin and Enver Hoxha !

Es lebe die Komintern (SH) !

Für den Aufbau der Finnischen Sektion der Komintern (SH) !

 

 

BILD-ARCHIV

 

 

Die Arbeiterrevolution in Finnland dauerte von Januar - Mai 1918.

Die Revolution in Finnland entwickelte sich unter dem Einfluss der russischen Oktoberrevolution. Sie war Beweis dafür, dass sich die Oktoberrevolution über die Grenzen Russlands hinaus ausweitete und den Charakter der proletarischen Weltrevolution annahm. Der Revolutionäre Rat wurde in Finnland im November 1917 gebildet aus Vertretern der Sozialdemokratischen Partei Finnlands (SDPF) und der Gewerkschaften im Sommer 1917.  Am 8. November 1917 wurde ein Forderungspapier veröffentlicht, indem die wichtigsten ökonomischen und politischen Forderungen der Arbeiter und armen Bauern aufgestellt wurden.
 
 
 
 
 
Ein  Generalstreik begann bereits am 13. November, der bis zum 19. November 1917 andauerte. Rote Garden sollten die Bourgeoisie entwaffnen und alle Regierungsgebäude, Bahnhöfe, Telegrafen-und Telefonstationen besetzen. In der Hauptstadt Helsinki wurde die Macht der Arbeiterklasse erobert, ebenso in vielen weiteren Städtenn Finnlands. Doch der Revolutionäre Zentralrat hatte die Arbeiter trotz revolutionärer Situation aufgerufen, den Generalstreik zu beenden - und zwar in der Nacht des 16. November. Das Gesetz für den 8-Stunden-Arbeitstag wurde eingeführt und die Demokratisierung der Kommunalwahlen durchgesetzt.
 
 Die Bourgeoisie begann die Unterdrückung der Arbeiterbewegung mit Waffengewalt am 12. Januar 1918. Die Weißgardisten wurden als Regierungstruppen eingesetzt. Am 16. Januar verabschiedete der Senat mit P. Svinhuvud an der Spitze, die  Notstandsgesetze und ernannten CG Mannerheim zum Kommandant der Weißgardisten. Die Stadt Baca wurde politisches  und militärisches  Zentrum der Konterrevolution.
 
 
 
 Am  27. Januar wurde in einem "Apell an das finnische Volk" die Revolution ausgerufen:
 
"Alle revolutionäre Macht in Finnland gehört der organisierten Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Führung".
 Am gleichen Tag wurden die Arbeitsgarden und Roten Garden zusammengeführt. In der Nacht vom 27. bis 28. Januar besetzten die Roten Garden Helsinki als Reaktion auf die terroristischen Pläne der Weißgardisten. Die roten Einheiten besetzten den Senat und andere zentralen Einrichtungen. Die Arbeiter eroberten alle zentralen Industriegebiete Finnlands, vor allem in den Städten wie Helsinki, Turku, Tampere, Pori, Kotka, Lahti, Vyborg und andere südliche Städte. Am 29. Januar wurde beschlossen, die sozialistische Revolution in ganz Finnland fortzusetzen. Die Erklärung enthielt allerdings noch nicht Forderungen nach der proletarischen Diktatur, Enteignung des Privateigentums, Verstaatlichung von Land-und Waldbesitz, bzw. Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Aber die Revolution nahm ihren spontane Lauf. Im März 1917 kam es zu Vorformen der Diktatur des Proletariats, allerdings ohne Führung einer bolschewistischen Partei.  
 
Am 31. Januar wurde eine Landreform proklamiert.
 
Am 8. Februar wurde die Enteignung der finnischen Bank beschlossen und die Privatbanken von der Arbeiterklasse kontrolliert. Die einen Kapitalisten waren geflüchtet, andere sabotierten den neuen sozialistischen Staat. Eine Steuerreform wurde eingeführt - Steuerbefreiung für die Armen, höhere Besteuerung bei den Reichen. Der 8-Stundentag wurde eingeführt. Die hungernde finnische Bevölkerung wurde mit Nahrungsmitteln versorgt. Sowjetrussland lieferte Waggonladungen mit Brot im Geiste des proletarischen Internationalismus - und das obwohl Russland nicht weniger hungerte. Das Bildungssystem wurde demokratisiert. Maßnahmen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit wurden ergriffen. 
 
Am 23. Februar wurde ein Entwurf für eine demokratische Verfassung Finnlands veröffentlicht. Finnland wurde sozialistische Republik, in dem die Macht dem Volk gehört. Allerdings enthielt der Verfassungsentwurf keine wirkliche Garantie für echte Demokratie. Eines der wichtigsten außenpolitischen Maßnahmen war die Unterzeichnung des Freundschafts- und Beistands- Vertrags mit Sowjetrussland am am 1. März 1918. Dies diente der finnischen sozialistischen Arbeiterrepublik und der Stärkung der nationalen Unabhängigkeit des finnischen Volkes.

Die finnische Bourgeoisie erwies sich als zu schwach, um die Arbeitermacht zu verhindern. In ihrer Ohnmacht rief sie den deutschen Kaiser um Hilfe. Der schickte seine Truppen, aber verlangte dafür die Unterwerfung Finnlands. Am 7. März unterzeichneten die Unterhändler der finnischen Bourgeoisie in Berlin den deutschen Schießbefehl für die Niederwerfung der finnischen Revolution. Bereits 5 Tage später landeten die baltischen Ostseetruppen der Deutschen auf den Aland Inseln.

Trotz heldenhaften Widerstandes, trotz Unterstützung durch Sowjetrussland, erlitten die finnischen Roten Garden eine Niederlage gegen diese Übermacht. Am 6. April 1918 fiel die rote Hochburg Tampere. In Tampere metzelten die Weißgardisten alles nieder, richteten ein Blutbad an und zerstörten die Stadt bis auf die Grundmauern. Am 14. April fiel Helsinki und am 29. April Wiborg (Viipuri).

Am 4. und 5. Mai sahen sich die Roten Garden von Lahti und Kotka gezwungen, den Kampf zu beenden.

Die Bourgeoisie behnügte sich nicht mit dem Sieg, sondern rächte sich an den Arbeitern mit brutalster Gewalt:

90 000 wurden gefangen genommen und in Konzentrationslager gesteckt. 20 000 wurden erschossen, 15 00 starben infolge Hunger und Schwäche. Selbst das Brotbacken für die Arbeiter wurde als Verbrechen betrachtet und mit dem Tode bestraft.

Viele Rotgardisten flüchteten über die Grenze nach Sowjetrussland. Dort kämpften sie im Bürgerkrieg und nahmen am Aufbau des Sozialismus teil. Einige Renegaten wie Kuusinen ließen es sich in der Sowjetunion gut gehen. Sie wurden von den Revisionisten später belohnt für ihren Verrat. Der Oberverräter war Kuusinen.

Am 29. August 1918 wurde die Kommunistische Partei Finnlands gegründet, also erst nach der Revolution.

 

 

 

Es fand ein Kampf für die Bolschewisierung statt, aber die kommunistische Bewegung in Finland hat sich nie vollständig vom Einfluss des Sozialdemokratismus - und später - vom Revisionismus befreien können.

Kuusinen verriet nicht nur die finnische Arbeiterklasse und das finnische Volk, sondern auch das Weltproletariat in der Kominternführung. Kuusinen wurde zum Erz-Revisionisten, zum Gegner Stalins und zu einem der übelsten Lakaien der Chruschtschow-Revisionisten.

Trotz alledem !

Das finnische Proletariat und die finnischen Revolutionäre werden die richtigen Lehren aus dem revisionistischen Verrat ziehen. Sie werden sich ausschließlich leiten lassen von den Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus.

Sie wissen:

Der Kommunismus erweist sich letztendlich stärker als alle Verräter am Kommunismus !

 

 

Über die proletarische Revolution

in Finnland

1918

(BILD-ARCHIV)

 

 

 

 

 

 

Lenin und Stalin in den finnischen Wäldern

 

 

Lenin über die proletarische Revolution in Finnland - 1918

Zusammenstellung von Zitaten aus Lenins Gesammelten Werken

 

STALIN - 1917

REDE AUF DEM PARTEITAG
DER SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI
FINNLANDS IN HELSINGFORS

14. November 1917

Genossen!

Ich bin zu Ihnen delegiert worden, um Sie im Namen der Arbeiterrevolution in Rußland, die die kapitalistische Gesellschaftsordnung in ihren Grundfesten erschüttert, zu begrüßen. Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihren Parteitag im Namen der Arbeiter- und Bauernregierung Rußlands, im Namen des Rates der Volkskommissare, der im Feuer dieser Revolution geboren wurde, zu begrüßen.

Aber nicht nur zur Begrüßung bin ich zu Ihnen gekommen. Vor allem möchte ich Ihnen die freudige Kunde von den Siegen der russischen Revolution, von der Desorganisation ihrer Feinde bringen; ich möchte Ihnen mitteilen, dass in der Atmosphäre des in den letzten Zügen liegenden imperialistischen Krieges die Chancen der Revolution von Tag zu Tag wachsen.

Die Knechtung durch die Gutsherren ist gebrochen, denn die Macht im Dorfe ist in die Hände der Bauernschaft übergegangen. Die Macht der Generale ist gebrochen, denn die Macht in der Armee ist in den Händen der Soldaten konzentriert. Die Kapitalisten sind gebändigt, denn die Arbeiterkontrolle über die Fabriken, Werke und Banken wird in schnellem Tempo eingeführt. Das ganze Land, die Städte wie die Dörfer, das Hinterland wie die Front, ist mit revolutionären Komitees der Arbeiter, Soldaten und Bauern übersät, die die Zügel der Verwaltung in ihre Hände nehmen.

Man wollte uns Angst machen mit Kerenski und mit den konterrevolutionären Generalen, aber Kerenski wurde davongejagt, und die Generale werden von den Soldaten und den Kosaken, die ebenfalls mit den Forderungen der Arbeiter und Bauern solidarisch sind, in Schach gehalten.

Man wollte uns Angst machen mit dem Hunger, man prophezeite, dass die Sowjetmacht in den Fängen der Ernährungskatastrophe zugrunde gehen werde. Es genügte aber, dass wir die Spekulanten bändigten, es genügte, dass wir uns an die Bauern wandten, und das Getreide strömte in Hunderttausenden von Pud in die Städte.

Man wollte uns Angst machen mit der Zerrüttung des Staatsapparats, mit der Beamtensabotage und anderem mehr. Wir wussten auch selbst, dass die neue, die sozialistische Regierung nicht in der Lage sein würde, den alten, den bürgerlichen Staatsapparat einfach zu übernehmen und ihn zu ihrem eigenen zu machen. Es genügte aber, die Erneuerung des alten Apparats und seine Reinigung von gesellschaftsfeindlichen Elementen in Angriff zu nehmen, und die Sabotage begann zu schwinden.

Man wollte uns Angst machen mit den "Überraschungen" des Krieges, mit eventuellen Komplikationen von Seiten der imperialistischen Cliquen im Zusammenhang mit unserem Angebot eines demokratischen Friedens. Und tatsächlich bestand eine Gefahr, eine tödliche Gefahr. Sie bestand jedoch nach der Besetzung von Ösel*)

 

[ *)Am 29. September 1917 begann die Ausschiffung deutscher Landungstruppen auf Ösel, Dagö und anderen Ostseeinseln am Eingang des Rigaer Meerbusens. ]

 

, als die Kerenskiregierung ihre Flucht nach Moskau und die Preisgabe Petrograds vorbereitete, während die englischen und die deutschen Imperialisten über einen Frieden auf Kosten Rußlands verhandelten. Auf der Basis eines solchen Friedens hätten die Imperialisten tatsächlich die Sache der russischen und vielleicht auch der internationalen Revolution zugrunde richten können. Die Oktoberrevolution kam jedoch zur rechten Zeit. Sie nahm die Sache des Friedens in ihre eigenen Hände, sie schlug dem internationalen Imperialismus die gefährlichste Waffe aus der Hand und bewahrte damit die Revolution vor einer tödlichen Gefahr. Die alten Wölfe des Imperialismus hatten nur die Wahl: entweder sich mit der in allen Ländern auflodernden revolutionären Bewegung abzufinden und den Frieden zu akzeptieren oder den Kampf durch Tortsetzung des Krieges weiterzuführen. Aber den Krieg im vierten Jahr weiterführen, da die ganze Welt in den Fängen des Krieges zu ersticken droht, da der "bevorstehende" Winterfeldzug unter den Soldaten aller Länder einen Sturm der Entrüstung hervorruft, da die schmutzigen Geheimverträge schon veröffentlicht sind - den Krieg unter solchen Bedingungen weiterführen bedeutet, sich selbst zum sicheren Misserfolg zu verurteilen. Die alten Wölfe des Imperialismus haben sich diesmal verrechnet. Und gerade deshalb schrecken uns die "Überraschungen" von Seiten Angst der Imperialisten nicht.

Man wollte uns schließlich Angst machen mit dem Zerfall Rußlands, mit seiner Zersplitterung in zahlreiche unabhängige Staaten und spielte dabei darauf an, dass die Verkündung des Rechts der Nationen auf Selbstbestimmung durch den Rat der Volkskommissare ein "verhängnisvoller Fehler" sei. Ich muss jedoch auf das kategorischste erklären, dass wir keine Demokraten wären (ich spreche schon gar nicht vom Sozialismus!), wenn wir den Völkern Rußlands nicht das Recht auf freie Selbstbestimmung zuerkennen würden. Ich erkläre, dass wir Verräter am Sozialismus wären, wenn wir nicht alle Maßnahmen ergreifen würden, um das brüderliche Vertrauen zwischen den Arbeitern Finnlands und Rußlands wiederherzustellen. Aber jeder weiß, dass die Wiederherstellung dieses Vertrauens ohne die entschiedene Anerkennung des Rechts des finnischen Volkes auf freie Selbstbestimmung undenkbar ist. Wichtig ist hierbei, dass die Anerkennung dieses Rechts nicht nur in Worten, und sei es auch offiziell, erfolgt. Wichtig ist, dass diese Anerkennung in Worten vom Rat der Volkskommissare durch die Tat bekräftigt, dass sie ohne Schwanken verwirklicht wird. Denn die Zeit der Worte ist vorbei. Denn die Zeit ist gekommen, wo die alte Losung "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" in die Tat umgesetzt werden muss.

Volle Freiheit für das finnische Volk wie auch für die anderen Völker Rußlands, ihr Leben selbst zu gestalten! Ein freiwilliges und ehrliches Bündnis des finnischen Volkes mit dem russischen Volk! Keine Bevormundung, keine Beaufsichtigung des finnischen Volkes von oben! Das sind die Grundsätze der Politik des Rates der Volkskommissare.

Nur durch eine solche Politik kann das gegenseitige Vertrauen der Völker Rußlands hergestellt werden. Nur auf der Grundlage eines solchen Vertrauens kann der Zusammenschluss der Völker Rußlands zu einer Armee durchgeführt werden. Nur durch einen solchen Zusammenschluss können die Errungenschaften der Oktoberrevolution gesichert, kann die Sache der internationalen sozialistischen Revolution vorangetrieben werden.

Das ist es, warum wir jedesmal lächeln, wenn im Zusammenhang mit der Verwirklichung der Idee des Rechts der Nationen auf Selbstbestimmung vom unvermeidlichen Zerfall Rußlands geredet wird.

Das sind die Schwierigkeiten, mit denen uns die Feinde Angst machen wollten und auch weiterhin Angst machen wollen, die wir aber in dem Maße überwinden werden, wie die Revolution anwachsen wird.

Genossen! Uns ist bekannt geworden, dass Ihr Land ungefähr dieselbe Machtkrise durchmacht, wie sie Rußland am Vorabend der Oktoberrevolution durchgemacht hat. Uns ist bekannt geworden, dass man Ihnen ebenfalls mit dem Hunger, der Sabotage und anderem mehr droht. Erlauben Sie mir, Ihnen an Hand der Erfahrungen, die uns die Praxis der revolutionären Bewegung in Rußland geliefert hat, zu erklären, dass diese Gefahren, selbst wenn sie real sein sollten, durchaus nicht unüberwindlich sind. Diese Gefahren kann man überwinden, wenn man entschlossen und ohne Schwanken handelt. In der Atmosphäre des Krieges und der Zerrüttung, in der Atmosphäre der auflodernden revolutionären Bewegung im Westen und der zunehmenden Siege der Arbeiterrevolution in Rußland gibt es keine Gefahren und Schwierigkeiten, die Ihrem Ansturm standhalten könnten. In einer solchen Atmosphäre kann sich nur eine Macht behaupten und siegen, die sozialistische Macht. In einer solchen Atmosphäre taugt nur eine einzige Taktik, die Taktik Dantons: Kühnheit, Kühnheit und abermals Kühnheit!

Und wenn Sie unsere Hilfe brauchen - wir werden sie Ihnen zuteil werden lassen und Ihnen brüderlich die Hand reichen.

Dessen können Sie gewiss sein.

"Prawda" Nr. 191,
16. November 1917

STALIN

ÜBER DIE UNABHÄNGIGKEIT FINNLANDS

Referat in der Sitzung des Allrussischen Zentralexekutivkomitees
22. Dezember 1917
(Zeitungsbericht)

 

Dieser Tage richteten Vertreter Finnlands an uns die Forderung, unverzüglich die volle Unabhängigkeit Finnlands anzuerkennen und die Tatsache seiner Lostrennung von Rußland zu bestätigen. Der Rat der Volkskommissare antwortete mit dem Beschluss, dem Ersuchen entgegenzukommen und ein Dekret über die volle Unabhängigkeit Finnlands zu erlassen, das schon in den Zeitungen veröffentlicht worden ist.

Hier ist der Wortlaut des Beschlusses des Rates der Volkskommissare:

 

"In Erwiderung auf das Ersuchen der finnischen Regierung um Anerkennung der Unabhängigkeit der Finnischen Republik beschließt der Rat der Volkskommissare in voller Übereinstimmung mit den Prinzipien des Selbstbestimmungsrechts der Nationen, an das Zentralexekutivkomitee mit dem Vorschlag heranzutreten:

a) die staatliche Unabhängigkeit der Finnischen Republik anzuerkennen und

b) nach Übereinkunft mit der finnischen Regierung eine besondere Kommission (aus Vertretern beider Seiten) zur Ausarbeitung derjenigen praktischen Maßnahmen zu bilden, die sich aus der Lostrennung Finnlands von Rußland ergeben."

 

Es ist verständlich, dass der Rat der Volkskommissare nicht anders handeln konnte, denn wenn ein Volk durch seine Vertreter die Anerkennung seiner Unabhängigkeit verlangt, dann muss eine proletarische Regierung, ausgehend von dem Prinzip der Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der Völker, dem Ersuchen entgegenkommen.

Die bürgerliche Presse erklärt, wir hätten den völligen Zerfall des Landes herbeigeführt, wir hätten eine ganze Reihe von Ländern verloren, darunter auch Finnland. Aber, Genossen, wir konnten es ja gar nicht verlieren, denn faktisch ist es niemals unser Eigentum gewesen. Wenn wir Finnland gewaltsam bei uns behalten hätten, dann würde das durchaus nicht bedeutet haben, dass wir es erworben hätten.

Wir wissen sehr wohl, wie Wilhelm durch Gewalt und Willkür ganze Staaten "erwirbt" und welche Grundlage sich dadurch für die wechselseitigen Beziehungen zwischen einem Volk und seinen Unterdrückern herausbildet.

Die Prinzipien der Sozialdemokratie, ihre Losungen und Bestrebungen beinhalten die Schaffung der langersehnten Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens der Völker, und nur auf dieser Grundlage lässt sich die Losung "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" verwirklichen. Das alles ist nichts Neues, sondern ist allgemein bekannt.

Wenn wir uns in das Bild, wie Finnland seine Unabhängigkeit erhalten hat, etwas aufmerksamer vertiefen, dann sehen wir, dass der Rat der Volkskommissare, ohne es zu wollen, faktisch nicht dem Volke, nicht den Vertretern des Proletariats Finnlands die Freiheit gegeben hat, sondern der finnischen Bourgeoisie, die durch ein sonderbares Zusammentreffen von Umständen die Macht an sich gerissen und die Unabhängigkeit aus den Händen der Sozialisten Rußlands erhalten hat. Die finnischen Arbeiter und Sozialdemokraten sehen sich in eine Lage versetzt, in der sie die Freiheit nicht unmittelbar aus den Händen der Sozialisten Rußlands erhalten, sondern mit Hilfe der finnischen Bourgeoisie entgegennehmen müssen. Wir sehen darin die Tragödie des finnischen Proletariats, können aber nicht umhin festzustellen, dass die finnischen Sozialdemokraten nur infolge ihrer Unentschlossenheit und unbegreiflichen Feigheit keine entschlossenen Schritte unternommen haben, um selbst die Macht zu ergreifen und ihre Unabhängigkeit den Händen der finnischen Bourgeoisie zu entreißen.

Man kann über den Rat der Volkskommissare schimpfen, man kann Kritik an ihm üben, aber es wird sich kein Mensch finden, der behaupten könnte, der Rat der Volkskommissare erfülle seine Versprechen nicht, denn es gibt auf der Welt keine Macht, die den Rat der Volkskommissare zwingen könnte, von seinen Versprechen abzurücken. Das haben wir durch die Tatsache bewiesen, dass wir völlig unvoreingenommen an die Forderung der finnischen Bourgeoisie, Finnland die Unabhängigkeit zu gewähren, herantraten und unverzüglich darangegangen sind, ein Dekret über die Unabhängigkeit Finnlands zu erlassen.

Möge die Unabhängigkeit Finnlands das Werk der Befreiung der Arbeiter und Bauern Finnlands erleichtern und eine feste Basis für die Freundschaft unserer Völker schaffen.

"Prawda" Nr. 222,
23. Dezember 1917.

 

"Wir sind für die Selbstbestimmung der Völker, aber wir sind dagegen, dass unter der Flagge der Selbstbestimmung die Stimme für die Erdrosselung Finnlands erhoben wird."

 

"Für uns, Vertreter der Arbeiter, kommt es darauf an, dass das Volk nicht nur abstimmt, sondern auch regiert. Die Macht haben nicht diejenigen, die wählen und abstimmen, sondern diejenigen, die regieren."

 

"Nicht Ablehnung der Autonomie, sondern ihre Anerkennung ist die aktuelle Aufgabe der Sowjetmacht. Nur muss diese Autonomie auf der Basis der örtlichen Sowjets aufgebaut werden. Nur auf diesem Wege kann die Macht zur Volksmacht, zur ureignenen Macht der Massen werden. Folglich muss die Autonomie nicht den Oberschichten der gegebenen Nation, sondern ihren unteren Schichten die Macht sichern. Das ist der Kern der ganzen Sache. Kurzum, wir brasuchen das, was man als Diktatur des städtischen und ländlichen Proletariats zu bezeichnen pflegt."

 

"Von allen heute bestehenden Formen der Unterdrückung ist die nationale Unterdrückung die raffinierteste und gefährlichste. Sie ist raffiniert, denn sie stellt eine bequeme Maskierung für die Räuberfratze der Bourgeoisie dar. Sie ist gefährlich, denn sie leitet geschickt durch Hervorrufung nationaler Zusammenstöße die Schläge von der Bourgeoisie ab."

 

"Die Losung des bürgerlichen Nationalismus 'Alle Macht der nationalen Bourgeoisie' wird durch die Losung des proletarischen Sozialismus 'Alle Macht den werktätigen Massen der unterdrückten Nationalitäten' abgelöst."

 

"Die Vernichtung des Zarismus und der Machtantritt der Bourgeoisie führten nicht zur Beseitigung der nationalen Unterdrückung.. Die alte grobe Form der nationalen Unterdrückung wurde durch eine neue, verfeinerte, dafür aber gefährlichere Form der Unterdrückung abgelöst. Nicht nur, dass die Regierung Lwow-Miljukow-Kerenski nicht mit der Politik dr nationalen Unterdrückung brach, sie organisierte sogar einen neuen Feldzug gegen Finnland (Auseinanderjagung des Landtags im Simmer 1917). Noch mehr: Dieser ihrer Natur nach imperialistische Regierung rief die Bevölkerung zur Fortführung des Krieges um die Unterwerfung neuer Gebiete, neuer Kolonien und Nationalitäten auf."

 

"So verwandelte sich die alte bürgerlich-demokratische Auslegung des Selbstbestimmungsprinzips in eine Fiktion, sie verlor ihren revolutionären Sinn. Es war klar, dass unter solchen Bedingungen von einer Beseitigung der nationalen Unterdrückung und von einer Errichtung selbständiger kleiner Nationalstaaten gar keine Rede sein konnte. Es wurde offensichtlich, dass die Befreiung der werktätigen Massen der unterdrückten Nationalitäten und die Beseitigung der nationalen Unterdrückung undenkbar sind ohne den Bruch mit dem Imperialismus, ohne den Sturz der 'eigenen' nationalen Bourgeoisie und ohne die Machtergreifung durch die werktätigen Massen selbst." (November 1918)

 

 

DIE SCHEIDEWAND

Zwischen dem sozialistischen Rußland und dem revolutionären Westen hat sich eine Scheidewand in Form der okkupierten Gebiete gebildet.

Während in Rußland schon über ein Jahr die rote Fahne weht und im Westen, in Deutschland und Österreich-Ungarn, die proletarischen Aufstände sich mit jedem Tag und jeder Stunde in immer heftigeren Explosionen entladen, fristen in den okkupierten Gebieten, in Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Bjelorußland, Polen, Bessarabien, in der Ukraine, auf der Krim die bürgerlich-nationalistischen "Regierungen" von Gnaden der dem Untergang geweihten westlichen Imperialisten weiter ihr klägliches Dasein.

Während im Osten und im Westen bereits "große" Könige und "großmächtige" Imperialisten in den Orkus geschleudert sind, machen sich in den okkupierten Gebieten weiterhin jämmerliche Zwergkönige und Liliputträuber breit, die eine wüste Gewaltherrschaft gegen die Arbeiter und Bauern ausüben, mit Verhaftungen und Füsilierungen gegen sie vorgehen.

Mehr noch, sie, diese überlebten "Regierungen", organisieren fieberhaft ihre "nationalen" weißgardistischen "Regimenter", bereiten sich zum "Losschlagen" vor, tuscheln mit den vorläufig noch nicht liquidierten imperialistischen Regierungen und schmieden Pläne zur "Erweiterung" "ihres" Territoriums.

Sie, diese bei lebendigem Leib verfaulenden schattenhaften Kreaturen bereits gestürzter "großer" Könige, diese zwerghaften "nationalen" "Regierungen", die durch den Willen des Schicksals zwischen die zwei grandiosen Feuer der Revolution des Ostens und des Westens geraten sind, träumen jetzt davon, den allgemeinen revolutionären Brand in Europa zu löschen, ihr kurioses Dasein weiter zu fristen und das Rad der Geschichte zurückzudrehen!...

Das, was den "großmächtigen" Königen des "großen" Deutschland" und Österreich-Ungarns nicht gelungen ist, träumen diese kleinen "Zwergkönige", mit "einem Schlag", mit Hilfe von ein paar desorganisierten weißgardistischen "Regimentern" tun zu können.

Wir zweifeln nicht daran, dass die mächtigen Wogen der Revolution in Rußland und im Westen die konterrevolutionären Phantasten in den okkupierten Gebieten unbarmherzig hinwegschwemmen werden. Wir zweifeln nicht daran, dass die Stunde nahe ist, da die "Zwergkönige" dieser Gebiete den gleichen Weg gehen werden wie ihre ehemalige "großmächtigen" Beschützer in Rußland und Deutschland.

Wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die konterrevolutionäre Scheidewand zwischen dem revolutionären Westen und dem sozialistischen Rußland schließlich hinweggefegt werden wird.

In den okkupierten Gebieten machen sich schon die ersten Anzeichen einer Revolution bemerkbar. Die Streiks in Estland, die Demonstrationen in Lettland, der Generalstreik in der Ukraine, die allgemeine revolutionäre Gärung in Finnland, Polen und Lettland - all dies sind Vorbote dafür. Man braucht nicht erst zu sagen, dass Revolution und Sowjetregierungen in diesen Gebieten eine Sache der nächsten Zukunft sind.

Achtunggebietend und wuchtig schreitet die proletarische Revolution über den Erdball. Mit Zittern und Zagen beugen die ehemaligen "Herrscher" der Welt in Ost und West ihr Haupt vor ihr und lassen die alten Kronen fallen. Die okkupierten Gebiete und ihre jämmerlichen "Zwergkönige" können keine Ausnahme sein.

"Shisn Nazionalnostej"
(Das Leben der Nationalitäten) Nr. 2,
17. November 1918.
Leitartikel.
Unterschrift: J. Stalin

 

Im Norden, in Finnland, ist es vorläufig noch "still". Aber diese Stille umhüllt zweifellos das tief verborgene Wirken der Arbeiter und Torppari einerseits, die nach Befreiung drängen, und der Regierung Svinhufvuds anderseits, die verdächtig oft ihre Minister wechselt und endlos mit den Agenten des englischen Imperialismus tuschelt. Der Abzug der Okkupationstruppen aus Finnland wird zweifellos die Liquidierung der Räuberkumpanei Svinhufvuds beschleunigen, die völlig zu Recht die tiefste Verachtung der breiten Bevölkerungsschichten Finnlands verdient hat. Muss noch gesagt werden, dass dies alles an den unterdrückten Völkern des Westens und vor allem an den Völkern Österreich-Ungarns, die vorläufig noch die Periode der bürgerlich-nationalen Befreiungsbewegung durchmachen, aber durch den Zwang der Umstände schon in die Periode des Kampfes gegen den Imperialismus eingetreten sind, nicht spurlos vorübergehen wird? Im Mittelpunkt all dieser großartigen Ereignisse steht der Bannerträger der Weltrevolution - Sowjetrußland, das die Arbeiter und Bauern der unterdrückten Völker mit dem Siegesglauben beseelt und ihren Befreiungskampf im Interesse des Weltsozialismus unterstützt. Der Westen mit seinen imperialistischen Kannibalen hat sich in einen Herd der Finsternis und der Sklaverei verwandelt. Die Aufgabe besteht darin, diesen Herd zum Glück und zur Freude der Werktätigen aller Länder zu zerschlagen.

Shisn Nazionalnostej"
(Das Leben der Nationalitäten) Nr. 6,
15. Dezember 1918.
Leitartikel.
Unterschrift: J. Stalin.

 

 

Im Norden, in Finnland, ist es immer noch "still". Aber unter dieser äußeren Stille und Ruhe schlummert die Konterrevolution nicht, sondern rüstet zu neuen Kämpfen. Der Rücktritt Svinhufvuds und die Ernennung Mannerheims bedeuten den Verzicht auf innerpolitische "Reformen", bedeuten den von England geplanten Feldzug gegen Petrograd über Finnland. Nun muss das aber die in Finnland heranreifende revolutionäre Krise unweigerlich noch verschärfen. Die Dinge nehmen ihren Lauf...

"Shisn Nazionalnostej"
(Das Leben der Nationalitäten) Nr. 7,
22. Dezember 4998.
Leitartikel

 

DIE RESERVEN DES IMPERIALISMUS

Der Krieg zwischen Imperialismus und Sozialismus geht weiter. Der nationale "Liberalismus" und die "Inschutznahme" der "kleinen" Völker, die "Friedensliebe" der Entente und der "Verzicht" auf die Intervention, die Forderung nach "Abrüstung" und die "Bereitschaft" zu Verhandlungen, die "Sorgen" um das "russische Volk" und der "Wunsch", ihm mit allen "zu Gebote stehenden Mitteln" "zu helfen" - all das und viel Ähnliches dient nur als Deckmantel, der den verstärkten Nachschub von Tanks und Munition für die Feinde des Sozialismus verbirgt, ist nur der übliche diplomatische Kunstgriff, dazu bestimmt, die "Suche" nach neuen, für die "öffentliche Meinung" "annehmbaren" Formen der Erdrosselung des Sozialismus, der Erdrosselung der "kleinen" Völker, der Kolonien und Halbkolonien vor der Welt zu verhehlen. Aber der Verzicht auf die unverhüllte Intervention wurde nicht nur von diesem Umstand diktiert. Er erklärt sich ferner daraus, dass im Verlauf des Kampfes eine neue Kombination, eine neue, verhüllte Form der bewaffneten Einmischung angebahnt wurde, die zwar komplizierter als die offene Einmischung, dafür aber für die "zivilisierte" und "humane" Entente "bequemer" ist. Wir meinen das vom Imperialismus in aller Hast zusammengezimmerte Bündnis der bürgerlichen Regierungen Rumäniens, Galiziens, Polens, Deutschlands, Finnlands gegen Sowjetrußland. Zwar lagen sich diese Regierungen gestern noch wegen der "nationalen" Interessen und der nationalen "Freiheit" in den Haaren. Zwar schrie man gestern noch an allen Straßenecken von einem "vaterländischen Krieg" Rumäniens gegen Galizien, Galiziens gegen Polen, Polens gegen Deutschland. Aber was bedeutet schon das "Vaterland" gegen den Geldsack der Entente, die den Befehl gegeben hat, den "Bruderzwist" einzustellen. Die Entente hat befohlen, eine Einheitsfront gegen Sowjetrußland zu bilden - mussten sie, die Söldlinge des Imperialismus, da nicht "strammstehen". Sogar die von der Entente bespiene und in den Schmutz getretene deutsche Regierung, sogar sie hat das elementare Gefühl der eigenen Würde verloren und sich das Recht erbettelt, an dem Kreuzzug gegen den Sozialismus im Interesse ... derselben Entente teilnehmen zu dürfen! Ist es denn nicht klar, dass die Entente allen Grund hat, sich die Hände zu reiben, während sie über die "Nichteinmischung" in die russischen Angelegenheiten und über die "friedlichen" Verhandlungen mit den Bolschewiki große Worte macht? Wozu die für den Imperialismus "gefährliche" offene Intervention, die dazu noch große Opfer erfordert, wenn die Möglichkeit besteht, eine mit der nationalen Flagge verhüllte und "völlig ungefährliche" Intervention auf fremde Kosten, auf Kosten der "kleinen" Völker zu organisieren? Krieg Rumäniens und Galiziens, Polens und Deutschlands gegen Rußland? Aber das ist doch ein Krieg um die "nationale Existenz", um den "Schutz der Ostgrenze" gegen den bolschewistischen "Imperialismus", ein Krieg, der von den Rumänen und Galiziern, den Polen und Deutschen "selbst" geführt wird - was hat denn die Entente hiermit zu tun? Sie werden allerdings von ihr mit Geld und Waffen versorgt, aber das ist doch ein einfaches Finanzgeschäft, wie es durch das Völkerrecht der "zivilisierten" Welt geheiligt wird. Ist es denn nicht klar, dass die Entente rein wie eine Taube dasteht, dass sie "gegen" die Intervention ist?...

So ist der Imperialismus gezwungen, von der Politik des Säbelrasselns, der Politik der offenen Intervention überzugehen zur Politik der verhüllten Intervention, zur Politik der Einbeziehung der kleinen und großen abhängigen Nationen in den Kampf gegen den Sozialismus.

Die Politik der offenen Intervention hat durch das Anwachsen der revolutionären Bewegung in Europa, durch die Sympathie der Arbeiter aller Länder für Sowjetrußland eine Niederlage erlitten. Sie, diese Politik, wurde vom revolutionären Sozialismus voll und ganz zur Entlarvung des Imperialismus ausgenutzt.

Zweifellos wird die Politik des Appellierens an die letzten Reserven, an die so genannten "kleinen" Völker, die Politik der Einbeziehung dieser letzteren in den Krieg gegen den Sozialismus, schließlich mit der gleichen Niederlage enden. Nicht nur, weil die anwachsende Revolution im Westen trotz allem die Grundfesten des Imperialismus unterhöhlt, und nicht nur, weil im Schoße der "kleinen" Völker selbst die revolutionäre Bewegung unentwegt wächst, sondern auch weil die "Streitkräfte" dieser Völker durch die Berührung mit den revolutionären Arbeitern Rußlands unvermeidlich mit dem Bazillus des Bolschewismus "infiziert" werden. Der Sozialismus nutzt alle Möglichkeiten aus, um den Arbeitern und Bauern dieser Völker die Augen über den räuberischen Charakter der "väterlichen Sorgen" des Imperialismus zu öffnen.

Die Einbeziehung der "kleinen" Völker in die Sphäre der Revolution, die Erweiterung der Basis des Sozialismus - das ist das unvermeidliche Ergebnis der imperialistischen Politik der verhüllten Intervention.

 

"Iswestija" Nr. 58,
16. März 1919.
Unterschrift: J. Stalin.

 

Über die Petrograder Front

Stalin - 8. Juli 1919

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LENIN IN

FINNISCHER SPRACHE