Bayrische Räterepublik

13. April 1919

 

 

 

 

DEUTSCH


 

 

 

Die

Bayrische Räterepublik

 

 

 

Grußadresse der Komintern (SH)

Es lebe der 95. Jahrestag der Bayrischen Räterepublik !

13. April 1919 - 13. April 2014

 

Die Komintern (SH) erinnert heute an die erste Räterepublik auf deutschem Boden - an die Bayrische Räterepublik.

Die Bayrische Räterepublik entstand unter sehr schwierigen Bedingungen und konnte sich nur 3 Wochen lang halten.

 

Die Komintern (SH) zieht die 5 wichtigsten Lehren aus dem Scheitern der Bayrischen Räterepublik:

 

Erstens hätte die bayrische Räterepublik eine längere Zeit überleben können, wenn die Arbeiterklasse die Lehren des Marxismus-Leninismus konsequent genug angewandt hätte. Eine Räterepublik, die die Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus nicht korrekt anwendet, ist früher oder später zum Scheitern verurteilt.

 

Zweitens war die KPD, die die Räterepublik in Bayern anführte, gerade erst gegründet worden und somit noch nicht reif, die Führung des Proletariats auf nationaler Ebene zu übernehmen, um somit die bayrische Räterepublik von außen zu unterstützen und zu schützen. Nur mit Hilfe der Kommunistischen Internationale und ihrer Sektionen kann die Räterepublik als Weltsystem garantiert werden.

 

Drittens wurde der Einfluss der Sozialfaschisten nicht zerschlagen, so dass die Sozialfaschisten und Faschisten sich verbündeten, um die bayrische Räterepublik im Arbeiterblut zu ertränken. Selbst heute, am 95. Jahrestag, hat sich nichts Grundlegendes geändert am Einfluss der Faschisten und Sozialfaschisten in Bayern wie auch im gesamten Deutschland.

Die Komintern (SH) ist heute die einzige Partei der Welt, die das revolutionäre Banner der Bayrischen Räterepublik hoch hält. Unser Ziel ist die Zerschlagung des Bündnisses von Faschismus und Sozialfaschismus im Weltmaßstab, um den Weltsozialismus zu schützen.

 

Viertens wurde das Prinzip der Diktatur des Proletariats missachtet, dass sie ohne festes Bündnis mit den armen Bauern unmöglich ist. Die Lehre daraus heißt: Ohne festes Bündnis mit den armen Bauern wird es keine Diktatur des Weltproletariats geben.

 

Fünftens war die deutsche Bourgeoisie, trotz ihrer Kriegsniederlage noch genügend mit der Weltbourgeoisie verbunden, um von ihr Rückhalt zu erhalten bei der Bekämpfung der sozialistischen Revolution der deutschen Arbeiterklasse.

Die Komintern (SH) kann die Unvermeidbarkeit der Unterstützung der nationalen Bourgeoisie durch das internationale Kapital nur durch den Sieg der sozialistischen Weltrevolution beseitigen.

 

Schließlich bewies die Existenz der bayrischen Räterepublik der Weltbourgeoisie, dass diese für sie ein weiterer ernsthafter Schritt für die internationale Ausbreitung der Sowjetrepublik war, ein Schritt in Richtung sozialistische Weltrepublik, für deren Verwirklichung die bayrische Arbeiterklasse damals kämpfte und die Komintern (SH) heute weiter kämpft.

 

 

Wie entstand die Bayrischen Räterepublik ?

 

Die Bayrische Räterepublik ist ein Kind der deutschen Novemberrevolution 1918/19, die von der Konterrevolution blutig niedergeschlagen wurde. In Bayern wurde die Konterrevolution durch Noskes Erfolge ermutigt.

Im Februar hatte ein Konterrevolutionär den bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD) ermordet.

Der Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte Bayerns hatte danach auf Verlangen der Volksmassen eine neue Regierung gebildet, die aus Sozialdemokraten und Unabhängigen bestand. Aber diese Regierung war nicht ernstlich gewillt, die Forderungen der Massen zu erfüllen.
Um die revolutionäre Bewegung zu verwirren, errichtete sie zum Schein eine bayrische "Räterepublik", an deren Spitze Männer standen, die sich revolutionär gebärdeten, aber die revolutionären Forderungen nicht verwirklichten.
Die Scheinräteregierung entwaffnete nicht die konterrevolutionären Truppen . Sie ließ fast alle monarchistischen Beamten in den Ämtern.

Zur Täuschung der Massen ernannte sie eine Sozialisierungskommission, die jedoch keine Schritte zur Sozialisierung der Betriebe unternahm.
Inzwischen hatte die Konterrevolution ihre Kräfte gesammelt und Unterstützung aus anderen Teilen Deutschlands erhalten. Am 13. April stürzte sie die Scheinräteregierung.

Tapfer kämpften die Münchner Arbeiter, um zu verhindern, dass die Reaktion die Macht errang. Es gelang den Arbeitern, die Feinde zu besiegen. Noch am 13. April wurde eine wirkliche Räteregierung für Bayern ausgerufen, an deren Spitze die Kommunistische Partei stand. Sie sandte sofort ein Begrüßungsschreiben an die Sowjetrepublik und an die Räterepublik, die sich in Ungarn gebildet hatte. Lenin antwortete mit einer Reihe von Fragen, die Hinweise auf die wichtigsten Aufgaben darstellten.
20000 Arbeiter erhielten Waffen, die Industriebetriebe und die Banken gingen in das Eigentum des Volkes über, alle Lebensmittelvorräte wurden beschlagnahmt und die Lebensmittel und Gebrauchsartikel unter der Kontrolle der Räteregierung verteilt.
Doch die Räteregierung übersah einen der wichtigsten Hinweise Lenins:
Sie beschlagnahmte nicht die Besitzungen der Gutsherren, sie tat nichts, um die Lage der Landarbeiter und der werktätigen Bauern zu verbessern. Sie versäumte es, sich auf dem Lande Bundesgenossen zu sichern. Reaktionäre Organisationen hetzten die Bauern gegen die Arbeiter auf. Die Unabhängigen Sozialdemokraten in der Räteregierung verhandelten mit dem Feind, statt ihn entschlossen zu bekämpfen.
Das alles schwächte die Räteregierung, die keine Hilfe von den revolutionären Kräften aus dem Reiche bekam.
München wurde eingeschlossen. Nach blutigen Kämpfen in der Umgebung drangen die Banden Noskes (SPD) am 1. Mai 1919 in die Stadt ein. Die Arbeiter kämpften tapfer.

Schließlich unterlagen sie, auf sich allein gestellt, den Maschinengewehren, Panzerwagen, Geschützen und Flugzeugen der zahlenmäßig überlegenen reaktionären Freikorps.

 

Für das Weltproletariat war , ist und bleibt die bayrische Arbeiterklasse ein leuchtendes Beispiel des heroischen Kampfes für die sozialistische Weltrevolution.

 

Es lebe die bayrische Rote Armee !

Es lebe die Rote Armee Deutschlands !

Es lebe die rote Weltarmee !

Es lebe die Bayrische Räterepublik !

Es lebe die russische Räterepublik Lenins und Stalins !

Es lebe die Räterepublik Ungarns und anderer Länder wie zum Beispiel in Finnland !

Es lebe die sozialistische Weltrepublik !

Es lebe die revolutionäre Einheit der Arbeiter, Bauern und Soldaten im nationalen wie im internationalen Maßstab !

Es lebe die Diktatur des Weltproletariats !

Es lebe die sozialistische Weltrepublik !

Es lebe der Weltsozialismus und der Weltkommunismus !

Es lebe die KPD Ernst Thälmanns !

Es lebe die KPD/ML Ernst Austs !

Es lebe die deutsche Sektion der Komintern (SH) !

Es lebe die Kommunistische Internationale (Stalinisten - Hoxhaisten) !

Es lebe der Marxismus-Leninismus-Stalinismus-Hoxhaismus !

 

 

 

"Es lebe die Weltrevolution"

Eugen Leviné

 

 

Am 5. Juni 1919 wurde der KPD-Führer der sozialistischen, bayrischen Räterepublik, Eugen Leviné, von einem Erschießungskommando hingerichtet. Er starb mit dem Ruf

"Es lebe die Weltrevolution !",

- was auch die Losung

der sozialistischen Räterepublik Bayerns gewesen war.

 

Eugen Leviné stammt aus einer russischen Kaufmannsfamilie, wächst in Deutschland auf, studiert Jura und Natinalökonomie. 1905 geht er nach Russland, um an der Revolution teilzunehmen. Er wird verhaftet und inhaftiert, kann 1909 nach Deutschland zurückkehren. Im Ersten Weltkrieg ist er Mitbegründer des Spartakusbundes, ab Anfang 1919 gehört er zur Spitze der KPD. Im März wird er von der Parteizentrale nach München geschickt. Am 13. April 1919 wird er zusammen mit Max Levien Vorsitzender der zweiten, kommunistischen Räterepublik, die Anfang Mai blutig von Reichswehr und Freikorps nieder geschlagen wird. Eugen Leviné wird wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 5. Juni im Gefängnis Stadelheim erschossen. Seine letzten Worte waren:

 

„Für die Weltrevolution!“

 

Wer hat die Räterepublik erdrosselt ?

Die Faschisten (Adolf Hitler) und Sozialfaschisten (SPD-Gustav Noske-Soldateska)

haben gemeinsam Hand in Hand (!!!)

die Zweite Bayrische Räterepublik

im proletarischen Blut ertränkt

und ihren revolutionären Führer

- Eugen Leviné (KPD) -

erschossen !!

 

Die Parteien dieser Mörder von 1 200 revolutionären Münchner Arbeitern rühmen sich noch heute der

"Vernichtung des ROTEN TERRORS !"

Die Geschichte hat das Gegenteil bewiesen:

Hitlers Träume von der "Ausrottung des Bolschewismus", die mit dem Sieg Stalins nicht in Erfüllung gingen, begannen in München 1919.

1. Hitler hatte die Rote Armee 1919 nur mit Hilfe der SPD nieder schlagen können. Und 26 Jahre später ?

2. Hitler-Deutschland wurde 1945 von der Roten Armee nieder geschlagen !!

 

Die Lehre aus der Niederlage:

Die gemeinsame konterrevolutionäre Front aus Faschisten und Sozialfaschisten

niederschmettern mit der

roten Faust des unbesiegbaren Weltproletariats !

 

3. Mai 1919

Erschießung des Oberkommandeurs der Roten Armee,

der Matrose Rudolf Egelhofer (KPD)

durch ein Erschießungskommando der Noske-Soldateska

( !!!!!! NOSKE = Bluthund der konterrevolutionären SPD-Regierung !!!!!!!! )

 

 

Lenin

An die bayrische Räterepublik

Grußschreiben W. I. Lenins vom 27. April 1919

an die bayrische Räterepublik

 

 


Wir danken für Ihren Gruß und begrüßen unsererseits von ganzem Herzen die Räterepublik in Bayern. Wir bitten Sie sehr, möglichst oft und möglichst konkret mitzuteilen, welche Maßnahmen sie zum Kampf gegen die bürgerlichen Henker Scheidemann und Co. durchgeführt haben: Haben Sie Arbeiter- und Gesinderäte in den Stadtteilen geschaffen, die Arbeiter bewaffnet, die Bourgeoisie entwaffnet, die Lager mit Kleidung und anderen Erzeugnissen verwendet, um den Arbeitern und besonders den Landarbeitern und Kleinbauern sofortige und umfassende Hilfe zu leisten, haben Sie die Fabriken und die Reichtümer der Kapitalisten in München sowie die kapitalistischen landwirtschaftlichen Betriebe in seiner Umgebung enteignet, die Hypotheken und Pachtzahlungen für die Kleinbauern aufgehoben, die Löhne für Landarbeiter und ungelernte Arbeiter verdoppelt oder verdreifacht, das gesamte Papier und alle Druckereien zum Druck populärer Flugblätter und Zeitungen für die Massen beschlagnahmt, den Sechsstundentag mit zwei- oder dreistündiger Beschäftigung in der Verwaltung des Staates eingeführt, den Wohnraum der Bourgeoisie in München für die sofortige Einweisung von Arbeitern in die Wohnungen der Reichen beschränkt, alle Banken in Ihre Hände genommen, Geiseln aus der Bourgeoisie festgesetzt, für die Arbeiter größere Lebensmittelrationen
als für die Bourgeoisie eingeführt und die Arbeiter ausnahmslos sowohl für die Verteidigung als auch für die ideologische Propaganda in den umliegenden Dörfern mobilisiert? Die schnellste und umfassendste Durchführung dieser und ähnlicher Maßnahmen bei eigener Initiative der Arbeiter-, Landarbeiter-
und, gesondert von ihnen, der Kleinbauernräte wird Ihre Stellung festigen. Es ist notwendig, der Bourgeoisie eine außerordentliche Steuer aufzuerlegen und in der Lage der Arbeiter, Landarbeiter und Kleinbauern sofort und um jeden Preis eine faktische Verbesserung herbeizuführen. '

 

Die besten Grüße und Wünsche für den Erfolg.


Lenin


[ W. I. Lenin, Über Deutschland und die deutsche Arbeiterbewegung, Dietz Verlag, Berlin 1957, S. 501;502. ]

 

LENIN

DAS WESEN DER DIKTATUR DES PROLETARIATS
UND DER SOWJETMACHT

 

aus:

THESEN ÜBER DIE HAUPTAUFGABEN
DES ZWEITEN KONGRESSES
DER KOMMUNISTISCHEN INTERNATIONALE

 

Lenin, Band 31, Seite 175/176

 

Um über den Kapitalismus zu siegen, bedarf es richtiger Wechselbeziehungen zwischen der führenden, der kommunistischen, Partei, der revolutionären Klasse, dem Proletariat, und der Masse, d. h. der Gesamtheit der Werktätigen und Ausgebeuteten. Nur die kommunistische Partei, wenn sie tatsächlich die Vorhut der revolutionären Klasse ist, wenn sie alle besten Vertreter dieser Klasse in ihren Reihen zählt, wenn sie aus völlig bewußten, der Sache treu ergebenen Kommunisten besteht, die in zähen revolutionären Kämpfen geschult und gestählt worden sind, wenn diese Partei es verstanden hat, sich mit dem ganzen Leben ihrer Klasse und
durch sie mit der ganzen Masse der Ausgebeuteten unlösbar zu verbinden und dieser Klasse und dieser Masse volles Vertrauen einzuflößen — nur eine solche Partei ist fähig, das Proletariat in dem schonungslosesten, in dem entscheidenden, letzten Kampf gegen alle Kräfte des Kapitalismus zu führen. Anderseits ist das Proletariat nur unter der Führung einer solchen Partei fähig, die ganze Macht seines revolutionären Ansturms zu entfalten, die unvermeidliche Apathie und zum Teil den Widerstand der kleinen Minderheit der vom Kapitalismus korrumpierten Arbeiteraristokratie, der alten Führer der Gewerkschaften, Genossenschaften usw. zu überwinden — ist es fähig, seine ganze Kraft zu entfalten, die infolge der ökonomischen Struktur der kapitalistischen Gesellschaft unvergleichlich größer ist als sein Anteil an der Bevölkerung. Schließlich kann nur die Masse, d.h. die Gesamtheit der Werktätigen und Ausgebeuteten, die
faktisch bereits vom Joch der Bourgeoisie und des bürgerlichen Staatsapparats befreit ist und nun erst die Möglichkeit erhalten hat, sich wirklich frei (von den Ausbeutern) in ihren Sowjets zu organisieren, zum erstenmal in der Geschichte die ganze Initiative und die ganze Energie von Millionen und aber Millionen Menschen entfalten, die vom Kapitalismus niedergehalten wurden. Erst wenn die Sowjets zum einzigen Staatsapparat
geworden sind, ist die wirkliche Teilnahme an der Regierung für die ganze Masse der Ausgebeuteten möglich, die selbst unter der aufgeklärtesten und freiesten bürgerlichen Demokratie in neunundneunzig von hundert Fällen faktisch stets von der Teilnahme an der Regierung ausgeschlossen blieb. Erst in den Sowjets beginnt die Masse der Ausgebeuteten, nicht aus
Büchern, sondern auf Grund der eigenen praktischen Erfahrung wirklich zu lernen, wie man den Sozialismus aufbaut und eine neue gesellschaftliche Disziplin, einen freien Bund freier Arbeiter schafft.

 

 

Das größte Unglück und die größte Gefahr für Europa bestehen darin, daß es dort keine revolutionäre Partei gibt. Es gibt Parteien von Verrätern wie den Scheidemännern, den Renaudel, Henderson, Webb und Co. oder von Lakaienseelen wie Kautsky. Eine revolutionäre Partei gibt es nicht.
Gewiß, die mächtige revolutionäre Bewegung der Massen kann diesen Mangel beheben, er bleibt aber ein großes Unglück und eine große Gefahr.
Deshalb muß man Renegaten vom Schlage Kautskys auf jede Art und Weise entlarven und dadurch die revolutionären Gruppen der wirklich internationalistischen Proletarier, die es in allen Ländern gibt, unterstützen.
Das Proletariat wird den Verrätern und Renegaten sehr bald
den Rücken kehren und diesen Gruppen folgen, wird sich aus ihrer Mitte seine Führer erziehen. Nicht umsonst jammert die Bourgeoisie aller Länder über den „Weltbolschewismus".

 

Der Weltbolschewismus wird die Weltbourgeoisie besiegen.

 

 

[ Lenin: "Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky" - 9. X. 1918; Band 28, Seite 102/103]

 

 

Genossen,

das jüngste Ereignis in Deutschland, die viehische, heimtückische Ermordung Liebknechts und Luxemburgs, ist nicht nur das dramatischste und tragischste Ereignis in der beginnenden deutschen Revolution, es wirft auch ein außerordentlich grelles Licht darauf, wie in den gegenwärtigen Strömungen der verschiedenen politischen Ansichten und
in den heutigen theoretischen Konzeptionen die Fragen des heutigen Kampfes gestellt werden. Gerade aus Deutschland hörten wir die meisten Reden, beispielsweise über die vielgepriesene Demokratie, über die Losungen Demokratie überhaupt, wie auch über die Losung Unabhängigkeit
der Arbeiterklasse von der Staatsmacht. Diese Losungen, von denen man vielleicht auf den ersten Blick annehmen könnte, sie wären nicht miteinander verbünden, sind in Wirklichkeit eng miteinander verbunden. Sie sind eng miteinander verbunden, weil sie zeigen, wie stark noch bis auf den heutigen Tag trotz der gewaltigen im proletarischen Klassenkampf gesammelten Erfahrungen die kleinbürgerlichen Vorurteile sind, wie oft
noch bis auf den heutigen Tag der Klassenkampf, um einen deutschen Ausdruck zu gebrauchen, ein reines Lippenbekenntnis ist, ohne all denen, die ihn im Munde führen, wirklich in Kopf und Herz eingedrungen zu sein. Wie kann man in der Tat - wenn wir uns auch nur an das Abc der politischen Ökonomie erinnern, wie wir es uns aus dem „Kapital" von Marx angeeignet haben, an jene Lehre vom Klassenkampf, auf deren Boden wir alle mit beiden Füßen stehen -,- wie kann man heute, wo sich der Kampf in einem derartigen Umfang und einem derartigen Ausmaß
verschärft hat, wo es klar geworden ist, daß die sozialistische Revolution in der ganzen Welt auf die Tagesordnung gesetzt worden ist, wo dies praktisch aus den Vorgängen in den demokratischsten Ländern klar hervorgeht - wie kann man da von Demokratie überhaupt reden, oder wie kann man da von Unabhängigkeit reden? Wer so denkt, der zeigt - vom Standpunkt der Theorie der politischen Ökonomie aus gesehen - , daß er auch' nicht eine einzige Seite aus dem „Kapital" von Marx verstanden hat, auf das jetzt ausnahmslos die Sozialisten aller Länder schwören.
In Wirklichkeit jedoch, wo sie nahezu an den Hauptkampf herangekommen sind, zu dem das „Kapital" von Marx hinführte, da weichen sie, die auf dieses Werk schwören, vor diesem Klassenkampf zurück und bilden sich ein, es könne eine außerhalb der Klassen oder über den Klassen stehende Demokratie geben, die Demokratie könne in der heutigen Gesellschaft, solange das Eigentum den Kapitalisten verbleibt, etwas anderes sein als eine bürgerliche Demokratie, d. h. eine durch falsche, verlogene demokratische Aushängeschilder getarnte bürgerliche Diktatur. Eben aus diesem Deutschland sind vor kurzem Stimmen zu uns gedrungen, daß die Diktatur des Proletariats dort vielleicht, ja sogar sicher, den Rahmen der Demokratie nicht überschreiten, daß die Demokratie erhalten bleiben werde. Eben dort traten Leute, die den Anspruch darauf erhoben, Lehrer des Marxismus zu sein, die von 1889 bis 1914 die Ideologen der gesamten II. Internationale waren, Leute vom Schlage Kautskys, unter dem Banner
der Demokratie auf, ohne zu begreifen, daß, solange das Eigentum den Kapitalisten verbleibt, die Demokratie nichts anderes ist als eine durch und durch heuchlerische Maske für die Diktatur der Bourgeoisie und daß von einer ernst zu nehmenden Lösung des Problems der Befreiung der
Arbeit vom Joche des Kapitals auch nicht die Rede sein kann, wenn diese heuchlerische Maske nicht heruntergerissen wird, wenn wir die Frage nicht so stellen werden, wie sie zu stellen Marx stets lehrte, wie sie der tagtägliche Kampf des Proletariats, wie sie jeder Streik, jede Verschärfung
des Gewerkschaftskampfes zu stellen gelehrt hat, nämlich so, daß, solange das Eigentum den Kapitalisten verbleibt, jede Demokratie nur eine heuchlerische, verkappte, bürgerliche Diktatur sein wird. Und alles Gerede von allgemeiner Abstimmung, von Willensäußerung des ganzen
Volkes, von Gleichheit aller an den Wahlen Beteiligten wird ein einziger Betrug sein, denn zwischen dem Ausbeuter und dem Ausgebeuteten, zwischen dem Besitzer von Kapital und Eigentum und dem heutigen Lohnsklaven, kann es keine Gleichheit geben.

 

[Lenin: Referat auf dem II. Gesamtrussischen Gewerkschaftskongress , Band 28, Seite 424]

 

 

 

Die Komintern

Über die Bayrische Rärerepublik

 

EKKI - GRUSSADRESSE AN DIE BAYRISCHE RÄTEREPUBLIK


April 1919

Beschlüsse des ersten Kongresses, S. 78



An den Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten, München


Im Namen des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale bitte ich Sie, dem bayrischen Proletariat unsere wärmsten Grüße zu übermitteln, das eine Räterepublik gegründet hat.

Wir sind davon tief überzeugt, dass die Zeit nicht mehr fern ist, wo ganz Deutschland eine Räterepublik geworden ist.

 

Die Kommunistische Internationale ist sich darüber im Klaren, dass ihr jetzt in Deutschland auf dem vordersten Posten kämpft, wo bald das Schicksal der proletarischen Revolution in ganz Europa entschieden wird.

Es lebe das deutsche Proletariat und seine Kommunistische Partei !

Es lebe die kommunistische Weltrevolution !


Präsidium des EKKI


 

 

Grußtelegramm des Rates der 'Volkskommissare und des

ZK der Kommunistischen Partei Estlands

von Mitte April 1919

an die bayrische Räterepublik


Im Namen der Arbeiter und Landlosen Estlands begrüßen wir das Proletariat Bayerns, das sich von den Fesseln des 400jährigen Joches befreit hat. Die Kommunistische,
II. Internationale, die das Rätesystem aufrichtet, gewinnt immer neue und neue Mitglieder. Und das bürgt für unseren schnellen und endgültigen Sieg.

 

Rat der Volkskommissare
der selbständigen Arbeiterkommune
Das Zentralkomitee
der estländischen Kommunistischen Partei

 

 

 

Grußbotschaft des Zentralexekutivkomitees des Arbeiterrats Lettlands

von
Mitte April 1919

an die bayrische Räterepublik

 


Die Arbeiterklasse Lettlands, die gemeinsam mit dem russischen Proletariat das Banner der Empörung gegen die Bourgeoisie und gegen den Weltimperialismus aufgepflanzt hat, hat die Nachricht von der Bildung einer Räterepublik in Bayern mit der größten Freude aufgenommen. Lettlands Proletariat ist seinen deutschen Brüdern in vielem verpflichtet und hat von ihm besonders die Idee des wissenschaftlichen Sozialismus- und die Erfahrungen im Klassenkampf übernommen. Gegenwärtig, wo Hindenburg mit seinem gegenrevolutionären Junker- und Bourgeoisieheer gegen die lettische Räterepublik vorgeht, erklären die Arbeiter Lettlands freimütig und offen vor der ganzen Welt ihre Klassensolidarität mit dem revolutionären Proletariat Deutschlands. Die Arbeiter Lettlands senden ihren deutschen Brüdern innige Grüße und sind fest davon überzeugt,
daß die Siegesstunde der sozialistischen Revolution nicht nur in ganz Deutschland, sondern in der ganzen Welt bald schlagen werde.
Diese Revolution wird, sobald sie die Herrschaft der Bourgeoisie und ihrer Lakaien, der Pseudosozialisten, gebrochen hat, vermittels der Räteform, vermittels der Proletarierdiktatur zur völligen Befreiung der Arbeiterklasse, zum Kommunismus führen.

 

Im Auftrage des Zentralexekutivkomitees
des ArbeiterratsLettlands
Der Vorsitzende:
Stutschka

 

Die alte KPD

Rosa Luxemburgs,

Karl Liebknechts

und Ernst Thälmanns

über die Bayrische Räterepublik

 

 

ERNST THÄLMANN

 

Die Tragödie der deutschen Revolution im Jahre 1918, in den Januarkämpfen 1919, in den Kämpfen nach dem Kapp-Putsch 1920, den Märzkämpfen 1921, bis zur letzten Welle der akuten revolutionären Situation, dieser ersten Periode, im Oktober 1923 - sie bestand in dem Zwiespalt zwischen den objektiven ausgereiften revolutionären Verhältnissen einerseits und der subjektiven Schwäche des deutschen Proletariats, hervorgerufen durch das Fehlen einer zielklaren bolschewistischen Partei andererseits.

An der Jahreswende 1918/1919 waren die Massen bereit zum Kampf, aber es fehlte die zielklare Führerin, die diesen Kampf hätte organisieren, den Bluthund Noske und seine Komplicen Ebert und Scheidemann samt ihren Generalen und weißen Garden durch die planvolle Organisierung und Durchführung des bewaffneten Aufstandes zerschmettern und ausrotten können.

Nicht der revolutionäre Instinkt, nicht das unvergleichliche Heldentum der einzelnen Führer des Spartakusbundes, der hingemordeten Gründer unserer Partei, konnte den Bestand einer eisernen, im Feuer der revolutionären Erfahrungen zu Stahl gehärteten Avantgarde ersetzen. Karl und Rosa wurden gerade deshalb zu Opfern der barbarischen sozialdemokratischen Konterrevolution, zu Opfern der Noske, Ebert und Scheidemann und ihrer gekauften Meuchelmörder, weil sie noch nicht dem deutschen Proletariat die Waffe hatten schmieden können, die das russische Proletariat zum Siege befähigte:

die bolschewistische Partei!

 

 

 

 

 

 

Die KPD/ML

Über die Bayrische Räterepublik

 

 

 

 

 

Eugen Leviné

REDE VOR DER KLASSENJUSTIZ

Schlusssatz:

"Wir haben alles versucht, nach bestem Wissen und Gewissen unsere Pflicht zu tun gegenüber der Internationale, gegenüber der Kommunistischen Weltrevolution!"

 

 

 

Die Bayrische Räterepublik

Illustrierte Geschichte der deutschen Revolution

Internationaler Arbeiter-Verlag Berlin

 

 

München

- Festung der Revolution

Rosa Levinè

 

 

 

 

 

OTTO BRAUN

In der Münchner

Freien Sozialistischen Jugend

(FSJ)

 

 

 

 

Die Rote Armee der Bayrischen Räterepublik

(aus: Bewaffnete Kämpfe in Deutschland 1918 - 1923)

 

 

 

Im Kampf um die Bayrische Räterepublik

Max Schwaiger

 

Als Rotgardist im Kampf

um Dachau und München

Sepp Hahn

 

 

" DIE WELTREVOLUTION BEGINNT"

"Halloh , Ihr Menschen!
Halloh, Ihr Männer und Frauen der Revolution!
Halloh!
Gruß Euch allen, Ihr Brüder der kommenden Welt-Republik! Gruß Euch, Ihr Menschen der kommenden Welt-Republik ! Gruß Euch, Ihr Menschen des heiligen Weltbürgertums, das auf dem Wege ist!

Halloh, Ihr Menschen! Halloh!
Ich gehöre weder der Sozialdemokratischen Partei an, noch bin ich ein Unabhängiger Sozialist. Ich gehöre weder der Spartakus-Gruppe an,
noch bin ich ein Bolschewiki.

Ich gehöre keiner Partei, keiner politischen Vereinigung an,
welcher Art sie auch immer sei; weil weder Parteien noch Programme,
weil weder Proklamationen noch Versammlungsbeschlüsse
mich vor dem Welt-Unglück beschützen konnten.

Ich kann keiner Partei angehören,
weil ich in jeder Partei-Zugehörigkeit eine Beschränkung
meiner persönlichen Freiheit erblicke, weil die Verpflichtung
auf ein Partei-Programm mir die Möglichkeit nimmt,
mich zu dem zu entwickeln,
was mir als das höchste und edelste Ziel auf Erden gilt:
MENSCH SEIN ZU DÜRFEN!

Nichts anderes will ich sein als Mensch, nichts als Mensch.
Und weil mir "Mensch" das Höchste ist,
so muß mir alles andere,
was mich zu diesem Ziel nicht führt,
gleichgültig sein und gleichgültig bleiben."


RET MARUT:
" DIE WELTREVOLUTION BEGINNT"

 

 

 

RÄTE-MARSEILLAISE

(März 1919)

 

"Wie lange, Völker, wollt ihr säumen?
Der Tag steigt auf, es sinkt die Nacht.
Wollt ewig ihr von Freiheit träumen,
da schon die Freiheit selbst erwacht?

Vernehmt die Rufe aus dem Osten!
Vereinigt euch zu Kampf und Tat!
Die Stunde der Befreiung naht!
Laßt nicht den Stahl des Willens rosten!

Auf, Völker, in den Kampf!
Zeigt euch der Brüder wert!
Die Freiheit ist das Feldgeschrei,
die Räte sind das Schwert!

Der Reiche bangt um seine Renten.
Er kauft der Wähler große Zahl,

und das Geschwätz in Parlamenten
beschützt sein heiliges Kapital.
Verlorne Mühe, auszujäten,
was fruchtbar aus dem Boden schießt!
Schweig, Reicher, still! Das Volk beschließt,
das freie Volk in seinen Räten!

Auf, Völker, in den Kampf!
Zeigt euch der Brüder wert!
Die Freiheit ist das Feldgeschrei,
die Räte sind das Schwert!


Auf, Arbeitsmann, Soldat und Bauer!
Schafft Räte aus den eignen Reihn!
Und stoßt damit die morsche Mauer
jahrhundertalter Knechtschaft ein!
Längst steht der Russe auf dem Walle.

Ihm folgt der tapfere Magyar.
Wie lange säumst du, Proletar?
Wie lange säumt ihr Völker alle?

Auf, Völker, in den Kampf!
Zeigt euch der Brüder wert!
Die Freiheit ist das Feldgeschrei,
die Räte sind das Schwert!

Es gilt den letzten Hieb zu führen.
Zu brechen gilt’s den Herrscherwahn.
Laßt uns die Glut des Kampfes schüren.
Dem Sozialismus freie Bahn!
Was einst die Lehrer uns verkündet:
in Trümmer sinkt die alte Welt.

Auf ihre Räte Recht gestellt,
so stehn die Völker frei verbündet!

Auf, Völker, in den Kampf!
Zeigt euch der Brüder wert!
Die Freiheit ist das Feldgeschrei,
die Räte sind das Schwert!....."

RÄTE-MARSEILLAISE (März 1919)

 

 

 

 

 

 

 

Executed comrades ....

 

 

 

 

 

Max Levin - KPD

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rosa Leviné

1916

 

 

 

Flugblatt der KPD vom Anfang Juni 1919 anlässlich der Ermordung Eugen Levines

Der gerichtliche Mord an Levine


Arbeiter! Parteigenossen!
Über siebenhundert revolutionäre Proletarier hat die mehrheitssozialistische Regierung von Bamberg in München aufs Pflaster geschmettert.
Ein Blutrausch hatte die Bourgeoisie und ihre sozialistischen Lakaien erfaßt.
Das bestialische Mordwerk wird gekrönt durch die standrechtliche Erschießung Eugen Levines.
Diesmal gibt es nicht die fadenscheinige Ausrede von Übergriffen der Soldateska - die vorher immer in den Blutrausch versetzt wird, in dem sie ihre Hunnentaten begehen muß. Diesmal ist nicht einmal die Farce der Deckung hinter der Militärjustiz möglich, die die Ebert-Regierung im Fall Liebknecht-Luxemburg veranstaltete.
Die bayerische Regierung, in der Mehrheitssozialisten (SPD) die Mehrheit haben (!), hat das Schandurteil bestätigt.
Sie trägt vor aller Welt die tatsächliche und formale Verantwortung für diesen politischen Mord in gerichtlicher Form.
Aber es sind nicht nur die bayerischen Führer der Sozialdemokratie, die die Verantwortung tragen .
Die Blutschuld fällt auf die Häupter aller derjenigen Mitglieder der mehrheitssozialistischen Partei, die danach noch mit diesen kaltblütigen Mördern in einer Partei sitzen.
Die Mordtat ist ein Glied in der langen Kette von politischen Morden an den revolutionären Arbeitern, die den Weg der Sozialverräter bezeichnen!
Arbeiter ! Parteigenossen !
Gedenkt! Grabt diese blutige Tat in euer Gedächtnis!
Gedenkt ihrer, wenn der Augenblick kommt, wo ihr zu Gericht sitzen werdet über die Hochverräter an der Revolution, über die tausendfachen Mörder!
Arbeiter ! Genossen !
Die weißen Garden lauern darauf, sich auf euch zu stürzen. Ihr werdet nicht ihr Spiel spielen. Da ist noch eine kleine Rechnung, die der verendete deutsche Imperialismus mit den Entente-Imperialisten auszumachen hat. Das revolutionäre Proletariat hat mit dieser Rechnung nichts zu tun. Mögen das die Noskes
diesseits und jenseits des Rheins untereinander ausmachen.
Arbeiter ! Genossen !

Bereitet rastlos die Stunde vor, wo ihr mit den Mördern
Levines abrechnet. Und zerschneidet unverzüglich das Tafeltuch zwischen euch und den Mördern.
Tretet ein in die Partei, der der untadelige, kühne Kämpfer Eugen Levine angehörte:

in die
Kommunistische Partei Deutschlands
(Spartakusbund)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Max Levin - KPD

 

Alois Lindner - KPD

 

 

 

 

 

 

Rudolf Egelhofer -KPD

Oberkammandierender der Roten Armee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die zweite Räterepublik Kommunisten an der Macht

Am 13. April 1919 tobte am Münchner Hauptbahnhof ein mehrstündiges Gefecht. Am Ende triumphierte die "Rote Armee" über die Konterrevolutionäre. Anschließend riefen die Kommunisten unter Führung von Eugen Leviné die zweite bayerische Räterepublik aus.

 

Eugen Leviné | Bild: Bayerisches Hauptstaatsarchiv

 

 

Leviné, Eugen

 


23. Mai 1883 St. Petersburg (Rußland) - 5. Juni 1919 München -

USPD, KPD; 1905 Teilnahme an der Russischen Revolution, 1919 Vorsitzender des Vollzugsrat der Kommunistischen Räterepublik in München

Eugen Leviné agierte nach der Novemberrevolution 1918 im Auftrag des Spartakusbundes im Rheinland, Berlin, Braunschweig und im Ruhrgebiet, bevor er im März 1919 nach München kam und dort die Leitung der KPD von Max Levien übernahm. Nachdem Truppen der Regierung Hoffmann am 13. April 1919 die erste Räterepublik beseitigt hatten, nutzte Leviné das entstandene Machtvakuum und proklamierte die zweite Räterepublik nach sowjetrussischem Vorbild. Nach der Niederschlagung der kommunistischen Räterepublik wurde Leviné am 13. Mai 1919 verhaftet und zum Tod verurteilt. Das Urteil wurde am 5. Juni 1919 vollstreckt.

 

 

 

Egelhofer, Rudolf

 


13. April 1896 München - 3. Mai 1919 München - Matrose

KPD; April 1919 Stadtkommandant Münchens, April/Mai 1919 Oberkommandierender der Roten Armee in Bayern

Rudolf Egelhofer, der sich seit 1919 in der Münchener KPD engagierte, konnte während des so genannten Palmsonntagsputsches als Führer einiger unorganisierter Soldatenverbände und Arbeiterwehren die Republikanischen Schutztruppen schlagen und wurde daraufhin zum Stadtkommandanten von München ernannt, bald danach zum Oberkommandierenden der bayerischen Roten Armee. Obwohl die Rote Armee den Regierungstruppen und den Freikorps bei weitem unterlegen war, rief Egelhofer dazu auf erbitterten Widerstand zu leisten. Auf seinen Befehl hin wurden am 30. April 1919 acht Mitglieder der rechtsgerichteten Thule-Gesellschaft als Geiseln genommen und in das Luitpold-Gymnasium gebracht. Zusammen mit zwei Weißgardisten wurden sie von Soldaten der roten Armee erschossen. Egelhofer wurde im Verlauf der Kämpfe um München gefangen genommen und am 3. Mai 1919 ohne Gerichtsverfahren erschossen.

 

 

 

Levien, Max

 


21. Mai 1885 Moskau (Rußland) - 16. Juni 1937 Verm. Moskau (Rußland) - Politiker

KPD; 1918 Mitbegründer der Spartakusgruppe in München, 1919 Mitglied des Bayerischen Zentralrats, April 1919 Mitglied des Vollzugsrats

Im Dezember 1918 wurde Max Levien von der Führung des Sparatakusbundes nach München geschickt, um dort eine lokale Ortsgruppe zu gründen. Fortan propagierte er, Bayern so rasch wie möglich in eine Räterepublik umzuwandeln. Im März 1919 wurde Levien in der Führung der Münchner Kommunisten durch Eugen Leviné abgelöst, während der kommunistischen Räterepublik wurde er in den Vollzugsrat gewählt. Nach der Niederschlagung der zweiten Räterepublik konnte sich Levien der Gefangennahme durch die Regierungstruppen entziehen und wanderte 1921 nach Sowjetrussland aus.

 

 

 

Lindner, Alois


14. August 1887 Kelheim - Koch, Metzger

USPD, KPD; 1918 Mitbegründer des Revolutionären Arbeiterrats

Der 1887 in Kelheim geborene Alois Linder war Mitglied des Münchner Revolutionären Arbeiterrates. Er sah in Innenminister Erhard Auer den Drahtzieher des Attentats auf Ministerpräsident Eisner am 21. Februar 1919. Noch am selben Tag gelang es Lindner bewaffnet in das Landtagsgebäude einzudringen und mehrere Schüsse auf Auer und weitere Anwesende abzufeuern. Auer überlebte das Attentat, während der BVP-Abgeordnete Heinrich Osel und der Major Paul v. Jahreis tödlich getroffen wurden. Lindner konnte im allgemeinen Chaos aus dem Landtag entkommen und floh nach österreich, wo er Ende September 1919 festgenommen wurde. Er wurde zu 14 Jahren Festungshaft verurteilt.

 

 

 

 

Eisner, Kurt


14. Mai 1867 Berlin - 21. Februar 1919 München - Politiker, Journalist, Schriftsteller

USPD; 1891–1910 politischer Journalist, 1917 Mitbegründer der USPD, 1918 Anführer der Revolution in München, 1918/19 Ministerpräsident in Bayern

Kurt Eisner, der seit 1910 in Bayern politisch tätig war, begründete 1917 die USPD in Bayern mit. Am 7. November 1918 gelang es Eisner in einer Überraschungsaktion die Revolution in Bayern herbeizuführen. Er rief in Bayern die Republik aus und wurde als Vorsitzender des Zentralrats der erste Ministerpräsident Bayerns. Zum einen zog sich Eisner durch die Veröffentlichung von Akten, die die Kriegsschuld Deutschlands belegen sollten, den Hass von national-konservativen Kreisen zu. Zum anderen verlor er durch die Ablehnung eines radikalen Rätesystems zunehmen Sympathien in linken Kreisen. Die Politik der Regierung Eisner konnte der kriegsbedingten Notsituation in Bayern nur ungenügend Herr werden. Bei den Landtagswahlen 1919 erlitt Eisners USPD eine schwere Niederlage. Eisner wollte daraufhin von seinem Posten als Ministerpräsidenten zurücktreten, auf dem Weg zum Landtag wurde er am 21. Februar 1919 von Anton Graf von Arco auf Valley erschossen.

 

 

 

KURT EISNER (USPD)

Ausrufung der

Bayerischen Räterepublik 1918

 

Das furchtbare Schicksal, das über das deutsche Volk hereingebrochen, hat zu einer elementaren Bewegung der Münchener Arbeiter und Soldaten geführt. Ein provisorischer Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat hat sich in der Nacht zum 8. November im Landtag konstituiert.

Bayern ist fortan ein Freistaat.

Eine Volksregierung, die vom Vertrauen der Masse getragen wird, soll unverzüglich eingesetzt werden.

Eine konstituierende Nationalversammlung, zu der alle mündigen Männer und Frauen das Wahlrecht haben, wird so schnell wie möglich einberufen werden.

Eine neue Zeit hebt an !

Bayern will Deutschland für den Völkerbund rüsten. Die demokratische und soziale Republik Bayern hat die moralische Kraft, für Deutschland einen Frieden zu erwirken, der es vor dem Schlimmsten bewahrt. Die jetzige Umwälzung war notwendig, um im letzten Augenblick durch die Selbstregierung des Volkes die Entwicklung der Zustände ohne allzu schwere Erschütterung zu ermöglichen, bevor die feindliche Heere die Grenzen überfluten oder nach dem Waffenstillstand die demobilisierten deutschen Truppen das Chaos herbeiführen.

Der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat wird strengste Ordnung sichern. Ausschreitungen werden rücksichtslos unterdrückt. Die Sicherheit der Person und des Eigentums wird verbürgt.

Die Soldaten in den Kasernen werden durch Soldatenräte sich selbst regieren und Disziplin aufrechterhalten. Offiziere, die sich den Forderungen der veränderten Zeit nicht widersetzen, sollen unangetastet ihren Dienst versehen.

Wir rechnen auf die schaffende Mithilfe der gesamten Bevölkerung. Jeder Arbeiter an der neuen Freiheit ist willkommen! Alle Beamte bleiben in ihren Stellungen. Grundlegende soziale und politische Reformen werden unverzüglich ins Werk gesetzt.

Die Bauern verbürgen sich für die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln. Der alte Gegensatz zwischen Land und Stadt wird verschwinden. Der Austausch der Lebensmittel wird rationell organisiert werden.

Arbeiter, Bürger Münchens! Vertraut dem Großen und Gewaltigen, das in diesen schicksalsschweren Tagen sich vorbereitet!

Helft alle mit, daß sich die unvermeidliche Umwandlung rasch, leicht und friedlich vollzieht.

In dieser Zeit des sinnlos wilden Mordens verabscheuen wir alles Blutvergießen. Jedes Menschenleben soll heilig sein!

Bewahrt die Ruhe und wirkt mit am Aufbau der neuen Welt!

Der Bruderkrieg der Sozialisten ist für Bayern beendet. Auf der revolutionären Grundlage, die jetzt gegeben ist, werden die Arbeitermassen zur Einheit zurückgeführt.

Es lebe die bayerische Republik !

Es lebe der Frieden !

Es lebe die schaffende Arbeit aller Werktätigen !

München. Landtag, in der Nacht zum 8. November 1918

Der Rat der Arbeiter, Soldaten und Bauern :

Der erste Vorsitzende : Kurt Eisner

 

 

 

 

 

Bertolt Brecht

 

- Geburtsstadt Augsburg, wo er im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates gewesen war.

 

 

 

  • Gustav Landauer - am 2. Mai 1919 im Münchner Gefängnis Stadelheim von Reichswehrsoldaten auf brutale Weise ermordet
  • Rudolf Egelhofer - am 3. Mai 1919 in der Münchner Residenz ohne Gerichtsverfahren erschossen
  • Eugen Leviné - am 5. Juni 1919 wegen Hochverrats hingerichtet
  • Erich Mühsam - am 12. Juli 1919 zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt, am 20. Dezember 1924 amnestiert
  • Ernst Toller - am 16. Juli 1919 zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt

 

 

 

 

 

Gedicht


Die Gedanken an Freiheit sind die Gedanken an die Bayrische Räterepublik
und die Hoffnung auf Sieg, Jahrzehnte lange CSU-Knechtschaft jetzt kriegen sie`n Kick
Der Glaube an das Gute ,wer glaubt wird seelig,  Strauß, Stoiber,, H. Seehofer G. Beckstein, wie sie alle heißen
der Klassenkampf erst im Kommunismus  vergeht, denn auf die Bonzenschweine können wir scheißen

Die Spartakusfahne weht im Wind
die sozialistische Weltrevolution beginnt
Freiheit oder Tod
Freiheit statt Wasser und Brot

Ulrich Höneß bescheißt um 27,5 Millionen ,Die Schreie nach Gerechtigkeit
3,5 Jahre Knast und die Herzen der Massen  voller Wut
Gegen das noie bayrische Versammlungsgesetz mit den Worten der Warheit
Durch Abbau demokratischer Grundrechte wird aus Verzweiflung Mut

Die Träume von gleiche Rechte
und die Arbeiter-Bauern-und Soldatenräte mit  Taten voller Kraft
Das ist der Tag der Tage, denn bayrische Komunal- und Landtagswahlen brachten uns nur schlechtes
Weltdiktatur des Weltproletariat an dem der Weltsozialismus  erwacht



zum ersten mal in der Komintern/SH Geschichte gibt`s gleich ne Englisch Übersetzung. Ist doch auch was oder?

The idea of ​​freedom are the ideas of the bavarian concilrepuplic
and the hope of victory,    CSU- slavery a decades long  but now they got a kick
The belief in the goodness, a likely story , Strauß, Stoiber, H. Seehoofer, , G. Beckstein , however they called
it classwar ever goes  at communism away, because we don`t give a damm about these bigwigs

The spartacus flag waving in the wind
The socialist worldrevolution begins
Freedom or Death
Freedom instead of bread and water

Ulrich Höneß  cheat about 27.5 millions .the cries for justice
3,5 years jail and hearts full of anger
against the new bavarian demonstration law In the words of truth
With destroying democratic rights a is courage from despair

The dreams of equal rights
and the workers-farmers and soldiersowjets  deeds of full force
This is the day of days because the local - and federal state elections only bring shit to us
With worlddictatorship of worldproletariat  the worldsocialism awakened

Konrad Klinger